Endspurt

31/12/2007

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und was noch los ist kann man an einer Hand abzählen. Anders gesagt trennte uns nur noch ein Wochenende von dem allseits beliebten Jahreswechsel. Sollte man da noch Party machen, wenn die angeblich größte Party bereits am Montag statt finden sollte? Ich finde ja, denn irgendwann gibt es eine Wendung im Leben, wo man diese Parties nicht mehr feiern kann. Dann blickt man auf das Leben bis dorthin zurück und ärgert sich vielleicht, das man damals an genau diesem Jahr nicht Party gemacht hat. Sehr tiefgründig und ich hoffe das nimmt nicht überhand in diesem Logbuch.

Der Freitag kam und hatte die Weihnachtsfeiertage und einen Doppelkopfabend hinter sich. Alles sehr Konditionszehrend, aber alles lohnenswert, da könnte man doch das letzte Wochenende im Dezember auch ruhig angehen. Und es wurde beschlossen, das es Abends nach Göttingen gehen sollte um ein paar Cocktails zu schlürfen. Cocktails, das ist genau mein Ding, Baby! Ich trinke gerne Cocktails, allerdings muß man da schon den Alkohol schmecken und nicht solche Lapalooza-Frucht-Cocktails, wo vielleicht 2 cl Schnaps drin ist. Das kommt bei mir nicht ins Glas. Meine Cocktails müssen einem schon kräftig in den Arsch treten. Am Nachmittag haben wir alles klar gemacht. Wir trafen uns eh wegen Sylvestervorbereitungen und konnten so gut ab kaspern wann es los gehen sollte und wer denn alles mit kommen wollte. Übrig geblieben sind dann doch nur Jens, Steini, Christian, Sabrina und ich. Jens bot sich auch freiwillig als Fahrer an, da er wohl den Vortag beim Doppelkopf schon genügend getrunken hat. Verstehe ich gar nicht, da war ich doch auch? Egal, die Kutsche kam pünktlich und wir fuhren endlich mal wieder nach Göttingen. Bei manchem Ausflug dorthin haben wir böse über die Stränge geschlagen und sind meistens erst früh am Morgen wieder nach Hause gekommen. Aber ich hatte so das leichte Gefühl, das dies nicht einer dieser Abenden werden würde. Die Feiertage sind immer hart und fordern immer ihre Opfer.

Nach einer spannenden Parkplatzsuche und einer Rundtour durch Göttingen mit dem Auto mußte einer wieder aus der Reihe tanzen und noch am Sparkassen-Geldautomaten. Um mich nicht selbst zu belasten verschweige ich an dieser Stelle mal den Namen. Aber als ich dann so auf dem Weg zum Bankautomaten war kam ich am Weihnachtsmarkt vorbei, der gerade abgebaut wurde. Da ist mir erstmal aufgefallen, das ich in Göttingen nicht einmal auf dem Weihnachtsmarkt war. Sehr betrübt ging ich an den Bratwurstbuden vorbei, die mir sanfte Düfte von Schnitzelbrötchen in die Nase trieben. So ein Weihnachtsmarkt hat schon was für sich. Und auch die Schilder mit der Aufschrift „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ übersah ich geschickt. Mit leicht gefülltem Portemonnaie sind wir dann ins „El Sol“ gegangen. Sehr nette mexikanische Kneipe/Bar/Fressbude. Und vor allem gibt es da Cocktails und eine Happy Hour. Mehrstündig! Teilweise haben sie auch recht gut aussehende Bedienungen. Aber lassen wir uns überraschen.
Nach anfänglicher temporärer Blindheit (Kalte Umwelt, Warme Räume, beschlagene Brille) und ein zwei Bodychecks fanden wir dann einen Tisch in den hinteren Gefilden. Wer meint das man hier dann schneller seine Getränkebestellung aufgeben könnte, der irrt. Aber man ist ja geduldig. Die junge Dame die unsere Bestellung aufnahm war jedenfalls schon mal sehr ansehnlich. Die erste Runde bestand bei mir aus einem Alabama Slammer. Sehr lecker auch wenn er fruchtig ist. Wenn ich ihn mixen sollte, dann ist er halt nicht so fruchtig, dafür aber mehr in-die-Blutbahn-gehend. Doch die Bedienung die uns die Getränke brachte war nun absolut gar nicht nach meinem Geschmack. Erstens war sie männlich. Und das war schon ausreichend. Außerdem gehörte er wohl zur Schwertschluckergilde. Nicht das ich was gegen Schwule hätte, aber ich gucke mir dann doch lieber Frauen an und finde es besser wenn Frauen in Kneipen bedienen. Klar, wollen auch Frauen was zum gucken haben, aber ich bin nun mal keine Frau. Und wenn man ehrlich ist, das denkt doch jeder Kerl in einer Kneipe, das die hübsche Bedienung nur Augen für ihn hat. Auch wenn er sich fünfzehn Bier rein knallt. Vielleicht erhöht das sogar seine Anziehungskraft. So denkt der Gast, der Bedienung wird das wohl relativ egal sein, da sie ihren Freund wohl zu Hause sitzen hat. Aber so ist das nun mal im harten Gastronomiegeschäft. Egal, ohne weibliche Bedienung konnte ich mich dann mehr auf meinen Cocktail konzentrieren. Und auf das Scheißegelabere was damit Hand in Hand ging. Und es wurde ordentlich vom Leder gezogen. Felkl hatte ich auf den Long Island Ice Tea eingeschossen. Wenn man Cocktails trinkt ist das auch immer eine sehr gute Wahl. Bringt einen definitiv schnell nach Vorne. Er gab sogar zu schon leicht stramm zu sein, nach der ersten Runde. Das harte Studium mit dem gelegentlichen Alkoholkonsum schien seine Spuren zu hinterlassen.

Die nächste Runde bestand dann aus einem Zombie bei mir. Seltsamerweise zauberte das ein Lächeln auf das Gesicht der Kellnerin, als sie meine Bestellung auf nahm. Vielleicht fiel ihr der Spruch „Jeder trinkt das was er ist!“ ein. Allerdings war auch der mir zu fruchtig. Ich kann immer nur auf meine eigenen Mixkünste hinweisen. Während ich am Anfang noch streng nach Rezept operiere und nur am Schluß leicht verfeinere geht es nach zwei Runden schon nur noch nach Augenmaß. Und die Cocktails machen dann richtig Spaß. Felkl blieb bei seinem Ice Tea und wurde immer lustiger. Um zur allgemeinen Erheiterung beizutragen erzählen Felkl und ich Geschichten von unserem USA Urlaub vor ein paar Jahren. Ich konnte Neuigkeiten von Rebekah berichten. Und zwar das zwei ihrer Freundinnen im kommenden Jahr heiraten werden. Julie, ist eine davon und ich muß nun ernsthaft zugeben, das ich mich damals leicht sie verguckt hatte. Ich hatte das Gefühl, das wir perfekt zueinander passen würden. Felkl war der gleichen Meinung. Leider stand einer Intensivierung unserer Beziehung 3000 km und ein Ozean im Wege. Es waren schon lustige Zeiten.

Derart in Erinnerungen schwelgend wagten wir dann noch einen Pitcher Long Island Ice Tea zu ordern. Man bedenke, das den nur Felkl und ich tranken. Sabrina und Steini tranken jedes mal was anderes und Jens tat mir mit seinen alkoholfreien Cocktails ein wenig Leid. Der Pitcher war natürlich sehr beachtlich und wurde dann von Felkl und mir nieder gemacht. Am Anfang mußten wir noch mit Strohalmen aus dem gleichen Gefäß trinken was dem ganzen einen warmen Charakter verleih, aber wir haben ja keine Probleme mit unserer Sexualität. Diesem Pitcher folgte noch eine weitere Runde Long Island und dann wurden wir langsam aufgefordert die Rechnung zu bezahlen, da sie bald schließen wollten. Hmmm, wenn das nicht gewesen wäre würden wir da bestimmt immer noch sitzen. Wenn man sich erstmal ein wenig fest gelabert hatte, dann geht die Zeit rum wie im Flug.

Wir entschieden uns dann aber doch den Heimweg anzutreten, denn Sabrina war ein wenig geschafft von der Autofahrt. Man mußte es ja in Anbetracht des Jahreswechsel nicht übertreiben. Auf der Heimfahrt sind mir dann auch ein paar Mal die Augen zu gefallen, trotzdem entschied ich mich noch ein wenig TV zu gucken, denn 0123 Uhr ist ja noch keine Zeit zum Schlafen gehen. Weise Entscheidung, ich weiß gar nicht mehr was ich geguckt habe, doch um 0327 Uhr gingen meine Augen wieder auf und ich verlegte meine Schlafstätte vom Sofa ins Bett.

Der Samstag war sehr ungewohnt. Ich war frisch, soweit man das bei mir sagen kann, und irgendwie fehlte etwas an meinem Zustand. Ha, der Kater war nicht erschienen und ich hatte einen recht schmerzfreien Samstag. Gut, ich mußte noch kleine Sylvestereinkäufe machen und hatte schon Panikattaken über überfüllte Läden und Hammerkranken so weit das Auge reichen würde, aber damit mußte ich leben. Entgegen meiner Vorstellung kam ich gut durch und konnte das G3 und die drei Splitterhandgranten im Auto lassen.

Abends ging es dann erstmal zu Ute, Friedes Frau. Die hatte nämlich Geburtstag und da wollte ich mich auch mal sehen lassen. Bewaffnet mit einer Falsche Obstler ging es los. Unterwegs traf ich dann noch Tutuzki und Martina, die gerade wieder auf dem Heimweg waren. Das war dann ein wenig dumm gelaufen, so habe ich sie knapp verpasst. Aber ich kannte bestimmt noch andere Leute auf dem Geburtstag. Zu Beginn sorgte ich wieder mal für allgemeine Heiterkeit. Die alte Geschichte mit der beschlagenen Brille. Leider bin ich stark kurzsichtig und sehe dann rein gar nichts. Also lief ich wie ein Maulwurf durch eine unscharfe Welt und war auf der Suche nach Ute. Die fand ich auch. Als Brillenträger trägt man ja immer gerne zur Unterhaltung der Gästeschar bei. Nach einer kurzen Gratulation ging es dann gleich zum Wesentlichen über. Es gab Bier. Und zwar Bier aus großen Flaschen. Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan von 0,5 l Pullen, aber ab und an kann man sich schon daran laben. Ansonsten war ich dann doch sehr überrascht, das nicht ganz so viel los war, wie ich gedacht habe. Wird das mit dem alter so? Kommen dann weniger Leute und bleiben die dann nicht so lange. Ich meine, wenn ich mich recht erinnere war Samstag Abend und der Sonntag ist doch immer dazu da um ein wenig zu entspannen und das Wochenende Revue passieren zu lassen. So war es zumindestens früher. Egal, ich saß an einem Kopfende und war irgendwie richtig. Friede und Bärmes hatte ich als Gesellschaft und es konnte los gehen. Ich mußte mich aber ran halten, da ich so gegen 2200 Uhr schon wieder die Segel streichen wollte. Man will ja den Gastgebern nicht allzu sehr zur Last fallen. Bis um 2200 Uhr passten aber noch locker drei weitere Halbe rein. Schließlich trage ich nicht umsonst gewisse Spitznamen. Dazu gab es dann schmackhafte Chips, die seit dem Doppelkopf liebevoll Fußnägel genannt wurden. Ich möchte es nicht im Einzelnen erklären, aber es hat es mit dem Geschmack und einem sehr unappetitlichen Vergleich mit Leiches Füßen zu tun. Und das ist nicht auf meinem Mist gewachsen!

Fast pünktlich um 2200 Uhr habe ich meine Segel bei Ute und Friede gestrichen und bin im Feuerwehrhaus eingefallen. Dort hatten sich schon Philip, Schnitzel, Kai und Wiebke versammelt und saßen in den Startlöchern. Während ich mich dann erstmal mit einem Bier versorgte kam dann noch der Tobi vorbei. Nach mehr oder weniger aufschlussreichen Gesprächen fuhren wir dann los. Der Tobi wollte sogar noch selber fahren, da er später noch ins Savoy nach Göttingen wollte. Die gute alte Lanz Bulldog Geschichte. Im Glashaus angekommen erwartete uns entgegen aller Erwartungen Leere. Ein kurzer Blick auf die Uhr teilte mit das es erst 2345 Uhr war. Sehr seltsam, sollte es wirklich ein Samstag werden wo nicht viel los sein würde? Aber an der Kasse traf ich schon mal den Thomas K. Na das konnte ja ein heiterer Abend werden. Als wir dann direkt in des Havana verlegten bog ich vorsorglich ab und organisierte mir einen Havana Club an meiner Lieblingstheke und hoffte das meine Lieblingsbedienung da wäre. Und sie war es. Und sie erkannte mich wieder und setzte ein zauberhaftes Lächeln auf. Sie wusste sogar gleich was ich haben wollte und verdoppelte die Menge. Ich glaube sie versteht mich.

Von dem hübschen Lächeln verzaubert und von der Mischung in meiner Hand betört stand ich nun vor der nächsten Aufgabe, den Rest meiner Truppe wieder zu finden. Aber Kai gab schon ausladende Handzeichen von der Theke. Außerdem war dort auch noch der Thomas. Schön wenn sich alle Bekannten an einem Punkt ballen. Was nun allerdings für ein Mist gelabert wurde kann ich gar nicht alles wieder geben. Ich kann nur sagen, das Thomas und ich ordentlich vom Leder gezogen haben. War schon lustig.

Unser Platz war auch recht gut und man konnte recht viel vom Havana überblicken. Meine anfängliche Befürchtung, das es nicht so voll werden würde hat sich schnell verflüchtigt. Es war zwar nicht brechend voll, aber immerhin gut gefüllt. Sagen wir mal so, es war angenehm voll,man konnte überall bequem stehen ohne das man sich vor kam wie eine Sardine in der Büchse. Mich interessierte zwar nur das weibliche Volk, aber das ist ja schon mal ausreichend, wenn man sich nur auf 60% der Anwesenden konzentrieren muß. Nebenbei mußte ja auch die Havana Vorräte aufgefüllt werden. Doch mein Problem war das der Weg zu meiner Lieblingsbedienung leicht umgebaut war. Der direkte Weg wurde auf Grund von Gästemangel zu gemacht. Also hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich gehe quer über die Tanzfläche oder mogele mich über die Bühne, die für das Volk frei gegeben war. Die Alternative Tanzfläche wurde schnell verworfen, weil dort schon wieder rituelle Fruchtbarkeitstänze tanzähnliche Vorführungen dargeboten wurden. Also mogelte ich mich über die Bühne, was besser klappte als ich angenommen hatte. Als mich meine Lieblingsbedienung um die Ecke kommen sah machte sie schon das international eindeutige Zeichen für einen Havana Club und ich mußte nur noch nicken. Wir verstanden uns blind und ich habe sie wirklich in mein Herz geschlossen. Und so lief es dann jedes mal ab, wenn ich in die ungefähre Richtung ging. Und jedes mal schenkte sie mir ein Lächeln.

Zurück zu den harten Fakten. Schnitzel und Philip fuhren gleich die harten Kaliber auf. Wodka Red Bull für harte Männer. Das bedeutet eine Flasche Wodka und eine Flasche Red Bull Verschnitt. Und los ging die Hatz nach der Promillegrenze. Während ich mich mit meinen liebevoll angefertigten Doppelmischung eher auf der mittleren Spur der Promilleautobahn befand, rasten Schnitzel und Philip mit Mach 3 auf der linken Spur vorbei. Die Mischungen waren hart und schien den Beiden nichts an zu haben. Die Stimme war noch klar und glockenhell und auch die Bewegungen waren noch alle kontrolliert. Zu Beginn der wilden Hatz jedenfalls. Etwas später am Abend neigte dann Philip dazu ein wenig zu tanzen, an nicht dafür vorgesehenen Stellen.

Tanzen war auch so ein leidliches Thema. Thomas wollte die ganze Zeit das ich irgendwelche Frauen anspreche und auch mal das Tanzbein schwinge. Aber davon riet ich eindeutig ab. Wer weiß ob dann wieder zu einer Massenpanik kommen würde. Ihn hielt es aber nicht ab zu tanzen. Und ich sage mal so, das hätte ich auch noch hin bekommen. Ich weiß zwar nicht was er genommen hat, aber er hatte jede Menge Spaß. Auf die Frage wie denn das Zeug hieß lachte er nur. Hat er denn den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden, ich wollte auch was ab haben. Nun ja, ich kann mich nun wahrlich nicht über Tanzkünste aufregen oder gar lästern, da ich selber wie eine -7 auf einer Skala von 1 bis 10 aussehe. Auf jeden Fall war es Ausdruckstanz. Nun verstehe ich auch warum er immer so viel Durst hatte.

Es dauerte auch nicht lange da hatte ich mich schon wieder auf drei Favoritinnen fest gelegt, wo bei ich meine Lieblingsbedienung da nicht mit einrechne, obwohl sie unter anderen Umständen auf jeden Fall dabei gewesen wäre. Natürlich gab es wieder jede Menge hübscher Frauen im Glashaus, wie eigentlich immer, aber nur drei passten perfekt in meine Schablone. Was das Aussehen an ging. Die Charakterschablone konnte man ja noch nicht anwenden. Wobei es da wohl auch schon Jemanden gibt, auf die beide Schablonen passt. Weiter im Thema. Mein Standpunkt war ein wenig abseits von der Tanzfläche, so daß ich nicht mal hätte Blickkontakt aufbauen können. Was ja auch sonst nie geklappt hat, als konnte man aus der Ferne bewundern. Außerdem waren sie ja immer mit Tanzen beschäftigt (glücklicherweise nie mit männlichen Partnern) und ich hatte ja immer meine Mischung in der Hand und außerdem war Samstag. Ich weiß alles Ausreden die den Namen nicht verdienen, aber ich war einfach noch zu nüchtern um überhaupt Tanzen zu gehen. Und das impliziert Frauen anzusprechen. Da könnte ich ja eigentlich mal eine Reihenfolge zusammenstellen an der man den Vollheitsgrad ablesen kann. Ich stelle mir da einen Graphen vor, der auf der x-Achse den konsumierten Alkohol und auf der y-Achse die jeweilige Tätigkeit anzeigt. Gut, das würde dann ein komplett linearer Graph werden, aber immerhin macht es so einen eher wissenschaftlichen Eindruck. Auf jeden Fall würde „Tanzen gehen“ definitiv nach „Frauen ansprechen“ kommen. Wohin gegen „Frauen ansprechen“ auf einer 1000 mm langen Achse einen Abschnitt von 1 mm belegt. Da noch eine Formel drum herum gestrickt und schon bin ich aus der Misere, warum ich denn nichts gebacken kriege.

Die Uhr zeigte irgendwas um 0300 Uhr an und Wiebke und Kai wollten los, das hieß für uns Mitfahrer, das wir aus tranken und uns dem Konvoi anschlossen. Leider konnte ich mich nicht mehr von Thomas verabschieden, da er im exzessiven Ausdruckstanz auf der Tanzfläche gefangen war. Und ich war nun nicht so leichtsinnig um ihm zu folgen. Denn wenn ich dann erstmal auf der Tanzfläche gewesen wäre, wäre ich bestimmt nicht mehr so schnell weggekommen. Thomas sieht zwar nicht so aus, aber er kann verdammt fest zu packen. Also versuchte ich ihm aus der Ferne zu winken oder seinen Blick zu erhaschen, aber er war mitten drin imaginäre Feuer aus zu treten in seinem Tanz. Nun hatte ich das nächste Problem den Rest zu finden, aber der Sammelpunkt war ja an der Kasse. Auf dem Weg dorthin passierten wir das Magic. Oha, hier brauchte es keine Klimaanlage, denn die Coolness die in der Disco anwesend war ist bestimmt Schuld am Klimawandel. Selten habe ich so viele crazy Checker auf einem Haufen gesehen. Möchtegern Gangster und Pseudo Don Juan’s so weit das Auge reichte. Ich mußte mir ja ein kleines Lachen verkneifen wenn ich die Vögel mit ihren Basecaps, die nicht ganz aufgesetzt sind, sehe. Warum setzt man die Mützen so auf? Damit die Frisur nicht kaputt geht? Aber jeder soll seinen Lebensraum haben und so lange sie sich nicht unkontrolliert vermehren, dann geht das ja alles. An der Kasse angekommen hatte ich wieder Erwarten nicht den Jackpot und war recht froh darüber. Doch der Abend war ja nicht vorbei, denn wir beschlossen auf Grund der frühen Morgenstunden noch in der Werkstatt einzufallen. Das kann auch ein wenig an dem Disput gelegen haben, den Philip und Schnitzel gegen Kai hegten, der auf dem frühen Aufbruch fußte.
Egal, ich war dabei. Doch hätten wir es uns lieber erspart dorthin zu gehen. Es war einfach nur bitter. Ich war gerade mal angeheitert, was ich nur auf mein wochenlanges Training zurückführen konnte und das Bild was sich mir in der Werkstatt bot konnte man nur in einem Zustand ertragen, der einen alles vergessen ließ am nächsten Tag („Was? Wir waren noch in der Werkstatt?“). Schnitzel und Philip hatte die frische Luft richtig gut getan und der Chief Heavy-Tongue hatte ihnen einen kleinen Besuch abgestattet. Schnitzel redete sich gerade in Rage über das anwesende Klientel und unser Entschluß gleich die Zelte abzubrechen stand fest. Wir tranken noch mal Reihe um und dann ging es los. Halt, vorher habe ich ja noch als eine der Einzigen vernüftigen Annette getroffen, meine Ex-Nachbarin.

In Westerode angekommen hielten wir noch ein kurzen Pläuschen vor der Kirche und gingen dann getrennte Wege. Die Uhr zeigte 0412 Uhr als ich mich in mein Bett legte. Doch an Einschlafen war noch nicht zu denken. Denn unzählige Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum. Verdammter Jahreswechsel da wird man immer so sentimental und wenn ich dann nur angeheitert bin, dann kommt mein Gehirn erst richtig in Schwung.

Nichtsdestotrotz möchte ich die Gelegenheit nutzen und all meinen Lesern, bekannterweise und unbekannterweise, eine guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünschen. Lasst es in der Sylvesternacht richtig krachen. Ich werde es machen und hoffe euch davon bald zu berichten.
And always remember: Do not underestimate the power of the dark side.


A disturbance in the force

28/12/2007

Der 1. Weihnachtstag rückte an. Der Heilige Abend verging ohne besondere Vorkommnisse. Während ich eigentlich hätte in der Christmette sein sollen, schlief ich bei „Schöne Bescherung“ auf dem Sofa ein. Die Biere am Abend hatten mich dahin gerafft. Aber dafür war ich dann fit für den 1. Weihnachtstag. Jedenfalls für den Abend. Traditionell sollte es in das Ambiente gehen. Das war einer der Tage wo die Bude brechend voll sein wird und man würde alte Bekannte treffen und neue Bekannte kennen lernen. Ich würde mit ziemlicher Sicherheit meine derzeitige Nummer 1 treffen und mich wieder hoffnungslos betrinken. Wie gesagt das Zeitfenster ist verdammt klein und meistens tritt es zwischen zwei Pilsen auf. Wer mich schon mal Pilse trinken sehen hat weiß wie kurz das sein kann. Doch so weit sollte es gar nicht kommen. Gerüchte schwirrten durch die Luft wie Krähen bei einem gefunden Fressen auf der Bundesstraße. Das Ambiente sollte seine Türen am 1. Weihnachtstag geschlossen halten. Wie auf alle Gerüchte gab ich darauf nicht viel. Doch die Vorabplanung war ähnlich chaotisch. Ich telefonierte den Felkl an und der teilte mir mit das er auf Grund finanzieller Mittel nicht an dem Abend teilnehmen konnte. Sehr schade, denn mit ihm bin ich immer am liebsten los gezogen. Ingo mußte sich erstmal abmelden, da er noch bei einer anderen Festivität war. Dann war da noch der Stadtberg, wo wir am Samstag schon ausgemacht hatten, das wir eventuell nach Göttingen wollten. Göttingen ist für eine Party eigentlich immer die richtige Wahl, aber an Weihnachten? Für mich gehört es einfach an Weihnachten dazu in Duderstadt unterwegs zu sein und alte Bekannte wieder zu treffen. Ich ließ mich aber gerne überraschen. Gegen 230 Uhr holte ich also den Schötti ab und im Anschluß den Doktor. Man konnte es sogar einrichten, das der Weg am Ambiente vorbei führte und das Gerücht verfestigte sich in einem Bruchteil einer Sekunde. Die Türen waren geschlossen und die Fenster waren dunkel. Ich war ein wenig traurig und wütend. Wie doof kann man eigentlich sein? Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber wenn ich mir das Weihnachtsgeschäft entgehen lasse, dann bin ich einfach nur doof. Und wir werden um eine grandiose Party gebracht. Doch die Wut wollte ich nicht auf das Ambiente und seinen Besitzer verschwenden. Frei nach Metallica behalte ich sie für mich selbst.

Der Doktor war schnell eingeladen und dann ging es weiter zu Nicole, Helenas Schwester. Dort trafen wir uns vorher um dann auf den Stadtberg weiter zu gehen. Schöttler deute schon an, das es sehr lustig werden würde. Wir waren ja dort schon mal nach einem Besäufnis und ich kann mich noch vage an den Balkon erinnern. Dort standen wir damals und haben dem Gesang der Vögel am frühen Morgen gelauscht und trotz Verbotes von Nicole die Pappverpackung des Sechserträgers der Natur überantwortet. Aber das sind ja alles alte Geschichten die gar nicht so interessant sind. Bleiben wir lieber in der Gegenwart. Nicole merkte schon an, das sie nicht so viel Bier da hatte und warf nervöse Blicke auf mich. Was ich nun gar nicht verstehen konnte. Wenn das Bier dann halt alle ist, dann schlagen wir die ganze Bude kurz und klein und ziehen brandschatzend durch die Gegend. Aber sonst stellen wir doch nichts schlimmes an. Natürlich nicht. Wenn halt kein Pils mehr da ist, dann trinkt man eben was anderes um dem Promillehimmel näher zu kommen. Sie hatte ja noch eine recht große Schnapssammlung. Weiterhin wurden noch diverse Weizen geraucht getrunken, von denen ich mich aber fern hielt, da ich sie im allgemeinen nicht so gut vertrage. Aber der Rest war recht gut drauf. Besonders Helena, die eine sehr symphatische Lache hat. Mit der konnte sie auch wundervoll unterhalten. Was man nicht alles lustig finden kann. Es war einfach Herrlich. Und ihre Lache war ansteckend. Nicole konnte teilweise auch schwer Luft bekommen vor Lachen. Der Doktor hin gegen hielt sich eher an den Kühlschrank von Nicole, denn er hatte tierischen Hunger. In Verbindung mit dem Langen wurde die ganze Geschichte nur noch lustiger. Helena und der Lange sind schon ein wundervolles Team. Schöttler und ich genossen die ganze Show und brachten die Alkoholreserven von Nicole ins Schwitzen. Zunächst ging das Bier in die Knie und ich konnte mich noch mit einem Havana Club retten. Aus der Flasche konnte ich dann aber doch nur eine Mischung raus kitzeln. Danach war dann ein anderer brauner Rum dran. Ich roch an der Flasche und wollte gleich meine Fußnägel hoch klappen lassen. Nicht das es ein schlechter Rum war, im Gegenteil, aber brauner Rum erinnert mich immer an Stroh 80. Und das Zeug ist echt nur zum Backen da. Egal, das Zeug mußte irgendwie in meine Blutbahn gelangen. Zum Glück gab es Cola. Helena und Nicole haben noch ihren jüngeren Cousin dabei gehabt, der sich nun wohl ein wenig über seine Cousinen gewundert hat. Vor allem was die für seltsame Leute kennen. Aber wir zeigten uns von unserer besten Seite. Mit Trinken.

Zu recht fortgeschrittener Stunde entschieden wir uns dann den Weg zum Stadtberg anzutreten. Dort oben waren auch schon recht viele anwesend und es zeichnete sich ab, das es nun doch nicht mehr nach Göttingen gehen würde. Ich war ein wenig erleichtert. Aber das Bier schmeckte trotzdem, auch wenn es auch 0,5 l Pullen kam. So eine Flasche zieht sich dann doch mehr als eine normale Größe. Da wir recht spät dran waren ging es auch bald los. Man frage mich nicht nach einer Zeiteinheit, denn das kann ich nicht mehr sagen. Also gebe ich einfach zwei große Bierlängen an. Dann ging es auch schon los. Wir fuhren mit dem Taxi in die Stadt, waren uns aber noch uneinig wo es denn hin gehen sollte. Wir hatten da mehrere Möglichkeiten und ließen uns erstmal vor das MaxM fahren. Dort drinnen war es nicht mehr ganz so gut gefüllt und wir entschieden spontan doch noch in den „Halben Mond“ zu verlegen. Sehr gute Idee, vor allem weil da auch der TZ schon sich ins Delirium trank. Ich hatte nur die Bedenken, das es dort zu voll war, da die Räumlichkeiten im Mond nicht so groß sind. Aber so wird einem wenigstens nicht kalt. Ich hoffte ja immer noch eine gewisse junge Dame zu treffen. Einerseits hätte sie im MaxM sein können oder aber auch im „Halben Mond“. In letzterem war sie jedenfalls nicht. Dafür aber gab es hier Krombacher. Dummerweise hatten wir KöPi bestellt. Nun ja, man kann halt nicht alles haben. Dafür war dann die Aussicht um einiges besser. Eine kleine Gruppe Mädels hatte sich in unserer Nähe niedergelassen. Hmm, nicht ganz richtig. Wir sind rein gestruckelt und haben den erst besten Tisch besetzt und stellten dann zu unserer Freude fest, das ganz in unserer Nähe weibliche Wesen waren. Ich schiebe das jetzt nicht auf mein Glück, sondern auf eine kollektive Leistung. Die Wartezeit auf die Pilse nutzte ich, um den Ingo zu kontaktieren, der mir schon am frühen Abend mitgeteilt hat, das er doch noch auf Tour gehen wird, aber noch nicht weiß wohin. Eine kurze Korrespondenz später wußte ich das er im MaxM war, aber gleich in den „Halben Mond“ kommen wollte. Ich fragte ihn nochmal nach der Anwesenheit zweier Damen, doch die Antwort konnte er mir dann nur noch persönlich geben, als er dann durch die Tür geschossen kam. Leider mußte er das verneinen. Weder -Zensur- noch -Zensur- waren da gewesen. Haha, jetzt ist der geneigte Leser aber auf dem Glatteis und kommt da nicht so schnell wieder runter. Ich werde hier bestimmt keine Namen nennen, denn ich weiß zumindestens von Einer das sie hier ab und an mit liest und bei der Anderen bin ich mir nicht sicher, habe aber so eine Vermutung. Und wir wollen die ganze Geschichte nicht zu einfach für mich machen.


Ingo war also da und orderte gleich mal einen Sambuca. Ich war noch zu überrascht um zu reagieren und konnte nicht schnell genug Nein sagen, saß somit in der Falle. Ingo nennt ja den „Halben Mond“ auch liebevoll die „Sambucahölle“. Und nun war ich drin. Das Bier zum Nachspülen stand zum Glück bereit und spülte mit erfrischender Kühle die Reste des leicht angewärmten Sambucas in den Magen. Das Anzünden war eh ein Akt der an Selbstverstümmlung. Ich sah Ingo schon als menschliche Fackel durch die Haberstraße rennen. Und man muß die Flamme schnell wieder ersticken, sonst hat man gar kein Alkohol sondern nur den Anisgeschmack. Und was soll das bitte für einen Sinn haben? Das wäre ja als würde ich alkoholfreies Bier trinken. Ein weiteres Verbrechen der Menschheit oder besser gesagt der Food Designer! Nach dem Sambuca war ich im Zugzwang und orderte einen Heidegeist und immer weiter Bier. Doch Ingo der Fuchs hatte schnell noch auf Sambuca umgeleitet. Jedenfalls für ihn. Warum fallen mir solche Schachzüge nicht ein. Ich ergebe mich immer viel zu schnell meinem Schicksal. Warum versuche ich nicht einfach mal weg zu rennen? Eine Frage der Ehre. Unserer Runde schloß sich dann noch Christian R. an, ein alter Schulkollege aus Grundschulzeiten und kommt auch gebürtig aus Westerode. Mit Ingo war er dann in der Oberstufe noch zusammen, aber da war ich ja auch Mission in Göttingen. Schließlich kann man mit jedem Trinken und ich möchte die Zeit in Göttingen nicht missen. Dort habe ich sehr viele feine Freunde gefunden. Und auch wen zum Trinken.

Christian kam gerade von der Werkstatt und sagte das dort noch eine Schlange wäre. Also konnten wir unsere Pläne den Partyort zu verlegen gleich mal begraben und tranken weiter. Und erzählten weiter. Selbst wenn man sich auf einer regelmäßigen Basis sieht kann man doch noch immer von neuen Sachen erzählen. Die Uhr schritt langsam vorwärts und erreichte unter langen Bierbestellungen und neuen Leuten die 0300 Uhr. Nun wurde es Zeit das die Werkstatt aufgesucht wird. Sie sollte den Abschluß unseres Abends bilden. So jedenfalls der Plan. Die anderen mehrten sich nicht aus, ob man denn nun schon los fahren sollte oder ob man ein Taxi nehmen sollte oder ob man zu Fuß gehen sollte. Solche Diskussionen liebe ich ja. Der Ingo zum Glück auch und wir fassten den schnellen Entschluß, den kurzen Weg zu Fuß zurück zu legen.

Bei der Werkstatt angekommen gab es zum Glück keine Schlange mehr, also konnten wir im schnellen Zugriff rein gehen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich mir von Schnitzel vorher schon eine Karte besorgen lassen. Die wäre natürlich auch für den verlängerten Rücken gewesen, wenn wir nach Göttingen gefahren wären. In der Werker selber war noch gut was los. Es war zwar voll, aber nicht über voll. Jedenfalls so weit ich gucken konnte. Denn wie es Brillengläser so an sich haben beschlagen die gerne mal, wenn man vom Kalten ins Warme kommt. So stand ich dann erstmal blind wie ein Maulwurf rum und konnte nichts sehen. Zu allem Überfluß habe ich noch den Ingo verloren. Mich grüßten zwar drei bis fünf Leute, aber ich konnte ja nichts erkennen. Ich grüße aber immer höflich zurück. Nachher sind die dann beleidigt. Nach einer kurzen Akklimatisierungzeit habe ich dann wieder was gesehen und konnte mich auf die Suche nach Ingo machen. Der war auch nur halb so schwer zu finden, wie ich angenommen habe. Außerdem traf ich dann noch den Matze und den Philip und was weiß ich noch wen alles. Nächster Gang war zur Theke um sich wieder mit kühlen Naß zu versorgen. Zeitweilen guckte ich mich auch ein wenig um um vielleicht die eine oder andere junge Dame meines Interesses zu entdecken, aber das Glück lief an mir vorbei. Ich konnte mich dann aber mit einer äußerst schmackhaften Havana Club Mischung trösten. Und ich erspähte den Schnitzel an der Theke, der nicht mehr ganz so standsicher war. Ein kurzer Besuch war mehr als angebracht. Bei Schnitzel hatte ich aber nur wenige Worte mit ihm zu wechseln, denn dann kam die Katja um die Ecke und gesellte sich zu mir. Sie ist die Schwägerin eines Ex-Arbeitskollegen oder so ähnlich und wir haben uns ab und an bei Feten getroffen. Der Ex-Arbeitskollege Stefan war dann auch noch da. Wir unterhielten uns kurz und dann kam Stefan schon an und ich unterhielt mich mit ihm ein wenig. Man muß ja ein wenig mit seiner neuen Arbeit prahlen und wie viel besser es einem jetzt geht. Naja, das Übliche halt. Ich kann nicht unbedingt sagen, das es mir besser geht. Es ist halt eine andere Arbeit. Die alte Arbeit habe ich geliebt. Maschinenkonstruktion ist halt das was ich mir nach dem Studium vorgestellt habe. Nun bin ich Produktentwickler und das ist auch nicht verkehrt. Es ist halt was anderes. Aber ich bin zufrieden.

Themenwechsel, sonst schreibe ich mich hier noch um Kopf und Kragen. Die ganzen Getränke verlangten auf natürlichen Wege ihren Weg in die Freiheit, also begab ich mich mal in Richtung der sanitären Einrichtungen. Dort traf ich auf Florian, der etwas ungehalten über mein spätes Eintreffen war. Aber man kann es halt nicht jedem Recht machen. Zurück an der Theke stand ich zeitweise mit Schnitzel dort, der ein paar Probleme mit so einem Vogel hatte. Warum kann ich nicht wieder geben, weil ich wohl bei der entscheidenden Szene nicht vor Ort war, aber Schnitzel ist ja in der Hinsicht ein wenig penetrant. Er ließ dann auch nicht locker und beharkte den Kollegen so lange bis er irgendwann die Segel strich. Sagen wir mal so, es hätte auch durchaus schlimmer kommen können.

Ich hatte dann auch einige Probleme den Ingo wieder zu finden, aber wie ich so im Vorbeigehen mitbekommen habe hat er schon den Christian gefunden. Eigentlich wollte ich mich den Beiden dann irgendwann anschließen, aber dann stand auf einmal die Katja wieder vor mir. Also bleib ich als Gentleman mit ihr an der Theke stehen und mußte zusehen wie sich Ingo und Christian die Mütze zu knallten. Habe ich aber gerne gemacht, denn Katja ist eine echt Nette und mit ihr kann man auch mal jede Menge Blödsinn reden. Schnitzel fehlinterpretierte die ganze Situation und hatte das Gefühl das er irgendwie stören würde und zog von dannen. Dabei haben wir uns nur nett unterhalten. Bis dann Florian wieder vorbei kam und mit der Taxisituationen vor der Tür unzufrieden war, was er mir dann auch gleich kund tat. Mitten im Gespräch mit Katja. Was die dann wieder ein wenig als störend empfand und verschwand. Florian ist ja in Ordnung, aber es fehlt ihm ein wenig an Feingefühl. Naja, da ich ihn auch nicht vor den Kopf stoßen wollte bleib ich halt mit ihm an der Theke stehen und wollte ihm noch einen ausgeben, was er aber auch nicht wollte. Maoam hatte ich dann aber auch nicht dabei. Auf einem weiteren Weg zum Klo traf ich dann den Chicken, dem ich dann auch noch einen ausgeben wollte, aber an der Theke stand ja wieder Florian, den ich nicht alleine stehen lassen wollte. Zum Glück kam dann noch Jemand drittes vorbei, der mir aber nun nicht mehr einfallen will und etwas später dann noch Katja. Die frug mich gleich ob ich mit raus kommen würde eine zu rauchen. Ich nahm das Angebot an, obwohl ich ja nicht rauchte aber nahm meine Getränke mit. Wir setzten uns dann auf eine Bank und erzählten noch ein wenig.

Und dann traf ich den Meister wieder. Der Meister im Frauen-klar-machen war also wieder im Eichsfeld. Martin K. hatte ich schon am vergangenen Freitag getroffen, was mir aber ein wenig entfallen war. Und er zeigte mir erstmal auf seinem Handy seine neuesten Eroberungen. Dieser Mann ist einfach unglaublich. Und er trägt zu Recht den Titel Meister. Noch nie habe ich Jemand vergleichbareren getroffen. Philip tritt zwar in seine Fußstapfen, aber tritt ab und zu mal daneben. So wie Martin zu werden ist wohl sein großes Ziel, aber ganz hat er ihn noch nicht erreicht. Auch wenn ich die Art und Weise nicht ganz so toll finde, finde ich es doch immer faszinierend wie er es jedesmal hin bekommt, die Frau zu bekommen, die er haben will. Besser noch er stellt es immer so an, das die Frauen ihn ansprechen und ihn dann klar machen. Er hat einfach die Gabe dazu. Die Macht ist sehr stark in ihm.

Drinnen habe ich dann wieder mal den Schötti und den Dieck und noch eine kleine junge Dame mit Namen Julia getroffen. Und den Rest des Stadtberges habe ich auch sporadisch getroffen. Es geht ja immer alles so schnell. Nur den Ingo und den Christian habe ich nicht mehr wieder getroffen, wie auch den Schnitzel. Irgendwie waren nun alle Westeröder weg und ich stand noch alleine in der Werkstatt. Alleine, trifft es nicht ganz, denn Bettina und Thomas. Ich sage nur „Schön abballern!“. Immer wieder eine Freude die Zwei zu treffen. Wir entschlossen uns dann zu viert nach Hause zu fahren. Also die Beiden, Katja und ich. Halt, halt, bevor hier jetzt wieder Gerüchte entstehen, möchte ich darauf hin weisen, das wir alle den gleichen Weg hatten. Katja mußte nach Seulingen, Thomas und Bettina nach Desingerode und ich nach Westerode. Also teilten wir uns ein Taxi. Am Ausgang war aber der Bär los wo ich dann die Gelegenheit hatte eine junge Dame kennen zu lernen, deren Namen ich in der Sekunde vergessen hatte, als ich ihn gehört hatte, die mir mitteilen konnte, das eine meiner Favoritinnen an dem Abend auch in der Werkstatt war. Auf die Frage ob sie denn noch da sei setzte sie ein recht fragendes Gesicht auf und blickte auf die Uhr. Tja, so ist das eben wenn man sich erst um 0300 Uhr dazu entscheidet in die Werkstatt zu gehen und um 0600 Uhr morgens dann Jemanden trifft der einem gewisse Auskünfte geben kann. Es passte irgendwie zu meinem Schicksal. Klar war -Zensiert- schon nach Hause, das ist ja eine anständige Frau, die sich nicht bis in die frühen Morgenstunden herum treibt. Würde ich für eine andere Frau Zuneigung entwickeln? Ich denke kaum. Dumm nur, wenn ich so ein Typ bin. Ich sah einen weiteren Abend mit einer Chance im Eiltempo davon fahren und machte mir ein paar kleine Vorwürfe. Wäre es anders gelaufen, wenn ich früher hier gewesen wäre? Hätte es geholfen, wenn ich nur die Hälfte an Schnaps getrunken hätte? Ich hoffe nicht! Aber ist nun mal mein Leben. Verpasste Chancen am laufenden Band.

Genug sinniert, es wird Zeit das Taxi zu besteigen. Die Fahrt nach Hause ging recht fix und teilweise war ich froh zu Hause zu sein. Nur vor dem bevorstehenden 2. Weihnachtstag grauste es mir ein wenig. Aber ich war ja in Übung. Über den Kopf den ich mir eine halbe Stunde gemacht habe, als ich im Bett gelegen habe, schreibe ich hier besser nichts. Verpasste Chancen halten mich dann doch länger auf, als mir lieb ist. Es ärgert mich ja selber am Meisten, das sie mich noch so beschäftigen. Warum ist es mir nicht egal? Es lässt mich einfach nicht los!


Mit Vollgas in die Feiertage

26/12/2007

„Last Christmas I gave you my heart, but the very next day, you gave it away…“ (Übrigens sensationelles Video!). Ich weiß, das war gemein, aber jetzt habe ich die Aufmerksamkeit der Leser. Dieser Song wurde in letzter Zeit bestimmt so oft gespielt wie die Erde alt ist und trotzdem wird er jedes Jahr wieder aus der Mottenkiste geholt und er gehört auch einfach dazu. Ich habe es ja immer ganz gut vermieden diesen Song zu hören, da ich nur noch sleten Radio höre und wenn dann radio auf dem keine Einheitsscheiße gespielt wird. Bis zur vergangenen Woche habe ich das auch gut durchgehalten, doch dann hat es mich erwischt. Früher hat man ihn ja im guten alten Checkpoint des öfteren in der Vorweihnachtszeit gehört. Aber den Checker gibt es ja jetzt nicht mehr und früher war eh alles besser. Oder auch nicht.

Früher gehörte es auch dazu bei der Weihnachtsfeier der 1. Mannschaft zum Weihnachtsmarkt in Duderstadt zu gehen und schon früh die Laternen an zumachen und Witze über gebrannte Mandeln in Verbindung mit Görtler zu machen. Aber das fiel dieses Jahr leider aus. Deswegen hielt ich es für angebracht den Weihnachtsmarkt nach der Arbeit zu besuchen und zwar mit ein paar Arbeitskollegen. Mit keinen direkten Arbeitskollegen, aber mit dem Scholle aus der Entwicklungswerkstatt. Und auf dem Weihnachtsmarkt trafen wir dann noch ein paar Leute aus der Orthesenabteilung. So sah also mein Freitag am frühen Nachmittag aus. Glühwein und Vorfreude auf die Weihnachtsfeier. Ich hielt mich aber beim Glühwein dezent zurück, denn ich mußte ja noch fahren.

Nachdem ich dann Scholle und noch eine junge Dame nach Seulingen gebracht habe fuhr ich auf direktem Wege nach Hause um dann zur Mehrzweckhalle aufzubrechen. Unterwegs traf ich dann Naddel und Biensi. Wenn ich gewusst hätte was mich an dem Abend erwarten würde, dann wäre ich jetzt schnell weg gelaufen. Wobei ich ja eigentlich hätte vor gewarnt sein müssen, hat mich doch Naddel mal auf einer Zapfe-Party dazu gezwungen überredet mit ihr Tequila zu trinken. Dank meines Einhorntricks konnte ich mich aber der Tequliafalle entziehen. Wir trafen also gemeinsam an der Mehrzweckhalle ein und waren die Ersten. Und die Einzigen! Wo waren alle? Gut wir waren ein wenig zu früh dran, aber normalerweise hätte ich nun schon mindestens fünf Leute am Tresen erwartet, die sich das Bier schon mal in den Kopf klopfen. Nichts dergleichen. Nur Günner der kurz nach uns ankam. Dann folgten Andre, Christian und Sabrina und dann kam endlich Kolben, der die Schlüsselgewalt hatte. Kurz aufgeschlossen und schon konnte es los gehen mit besinnungslosen Sauferei gemütlichen Zusammensein. Ich freute mich schon auf ein kühles Bier. Doch ich freute mich zu früh, denn es waren keine Gläser da. Also wurden die erstmal organisiert und nebenbei wurde die Herdstelle für das Essen vorbereitet. Oberbrandstifter Andre wusste bestimmt genau was er da tat.

Nach einer nie enden wollenden Zeit, voller Schweißausbrüche kurzer Zeit waren dann auch die Gläser am Start und ich konnte mir mit Günner an der Theke ein Bier reinknallen. Das tat wirklich gut und so machte einem das Gewusele an den Buffettischen nicht mehr ganz so viel aus. Als dann Kosta kam und das Gyros rein brachte war natürlich noch nichts fertig. Dafür schmiß dann Kosta erstmal einen von den Feuertöpfen herunter die unter die Warmhaltevorrichtungen gestellt wurden, damit das Essen nicht kalt wird. Der Boden brannte und sämtliche Feuerwehrleute hatten ein seltsames Glitzern in den Augen. Es wurde dann aber recht fix eine Wassergläserkette von der Theke bis zum Brandherd eingerichtet. Man gut das Gläser da waren, kann ich hier nur sagen. Ich versuchte zwar ein nassen Lappen zu organisieren, aber da war das Feuer schon aus und man konnte ihn prima zum Aufwischen nehmen. Feuer aus und so langsam konnte ich das Bier wirklich gebrauchen.

Die Plätze wurden eingenommen und Köppel hielt eine kurze Ansprache. Das Buffett war eröffnet. Ich hielt mich an die Standardsachen, wie Gyros, Tzaziki und Krautsalat. Immer was solides im Magen und es war auch lecker. Und vor allem sollte man bei Weihnachtsfeiern niemals vergessen, das man nie zu viel in sich hinein schrotet. Denn später wird man dann träge und kann vor allem nicht mehr so viel Bier trinken. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe schon ein paar Weihnachtsfeiern hinter mich gebracht. Ich machte nur den großen Fehler mich neben Naddel zu setzten. Ich bitte das jetzt hier nicht falsch zu verstehen, Naddel ist eine eine ganz feine Frau, aber wenn sie Schnaps in ihrer Reichweite hat, dann kann es schnell sehr grenzwertig werden. Kurz nach dem Essen rettet ich mich vor dem Verdauungsschnaps, in dem ich Kim hinter der Theke ablöste, der dort zapfte. Das Bier war so eingestellt, das man mit einem Mal die Gläser voll zapfen kann und zwar so, das man keine Blume hat. Sieht dann natürlich aus wie ein Glas frisches Morgenurin und wir so wohl nur in Obernfeld getrunken. Also mußte ein wenig mit dem Glas gespielt werden. Und nachdem ich dann einige Bier voll gemacht hatte, hatte ich den Dreh auch raus. Bleib nur die Frage, wer denn die ganzen Angezapften Bier verzehrt. Also bis ich in den sauren Apfel und fing an zu trinken. Nicht das ich das jetzt aus Absicht gemacht hätte. Jede Anlage hat ihren eigenen Dreh und die Kohlensäure ist auch immer eine von den Spezialeinstellungen. Zum Glück gab es dann noch ein paar extra Bestellungen, so daß ich nicht alles alleine trinken mußte. So ein Mist!

Nachdem dann Kim wieder da war konnte ich zurück an meinen Platz und dort wartet auch schon Naddel auf mich, die auch noch Verstärkung von Sabrina bekommen hat. Ich weiß nicht ob die Zwei was heimlich besprochen haben, aber ich mußte auf einmal Schnaps trinken. Ich hatte zwar noch die Wahl zwischen Roten und Löwentor, aber das war es dann auch schon. Hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera, nimmt man am besten Beides. Beides für auf jeden Fall zum Tod und wenn man Beides nimmt geht es womöglich schneller. Ich entschied mich trotzdem für den Roten. Nun ging es los, Schlag auf Schlag, Glas um Glas mußte ich die süße Plörre in mich hinein kippen. Ich konnte mich nicht mal wehren, denn Naddel ließ keine Gegenwehr zu. Wer schon mal mit ihr getrunken hat weiß wovon ich rede. Felkl saß mir gegenüber und hat Löwentor getrunken, allerdings auch Cola dazu und kein Bier. Ich war aber sehr dankbar für das Bier, denn es spülte die Zuckerplörre aus meinen Geschmacksknospen. Es half mir zwar nicht bei meinem Promillepegel, aber es war ein kleiner Hoffnungsschimmer, nachdem der Rote meine Zunge berührt hat. So ging das dann munter Weiter. Ich will jetzt nicht übertreiben, aber die Gläser wurden im Minutentakt gefüllt. Ich war immer dankbar für Wartezeiten, hervorgerufen durch fehlende Leute in der Runde.

Nach einer gewissen Zeit schaffte ich es dann auch mich vom Tisch los zu reißen und an die Theke zu flüchten. Was auch teilweise daran lag, das Naddel ihren Platz aufgeben hat. An der Theke kam ich gerade rechtzeitig zu einer „Reise nach Jerusalem“-Absprache. Na toll, Spiele bei denen man durch die Gegend laufen muß und man schon eine Hinfall-Garantie hat. Nachdem die Stühle aufgestellt wurden versuchte ich mich erfolglos zu verstecken, aber es half nichts. Also ging es los mit der Reise. Machen wir es kurz, ich hielt ungefähr drei Runden durch und bekam dann von Rüdiger einen Bodycheck, der zu einer fünf Minutenstrafe im Eishockey geführt hätte und war raus. Zum Glück, wie ich hier feststellen darf und ich bin Rüdiger echt dankbar. Gut ich mußte einen Löwentor trinken, aber das war nicht mehr ganz so schlimm, da der Rote sämtliche Geschmacksknospen in meinem Mund verklebt hatte. Ich hätte auch Spiritus trinken können und hätte nichts gemerkt. Nun ging aber die Parade richtig los. Rückwärts, im Froschgang, Rücken an Rücken mit dem Nachbarn und was weiß ich nicht noch alles. Ich konnte mir die ganze Geschichte von der Bühne aus angucken und mich freuen. Und ich konnte in Ruhe Bier trinken. Und Videos drehen. Ich liebe meine Kamera! Das Spiel war zu Ende und Matze hatte gewonnen. Zweiter Platz ging an Köppel, der sich sichtlich ärgerte. Der Preis war übrigens eine Flasche Wein, die den Flaschen vom Büttenabend verdammt ähnlich sah. Ich möchte es nicht beschwören, aber sogar das Geschenkpapier sah aus wie das vom Büttenabend von vor drei Jahren.

An der Theke zurück machte dann unsere Prinzessin ihr Versprechen war. Sagen wir mal so, es war ein Versprechen das sie sich selber gegeben hat. Ich wurde dabei nicht gefragt. Wir trafen uns am Anfang des Abends an der Theke und da erzählte sie mir das sie ab jetzt auch Internet haben und sie immer mein Logbuch liest. Damit also auch die Geschichte vom Eichsfelder Büttenabend, wo ich sie als Unregelmäßigkeit im Raum-Zeit-Gefüge klassifizierte. Ich dachte ja eigentlich das ich das alles mit netten Worten umschrieben habe, aber dem war wohl nicht so. Jedenfalls beschloss sie nun bei jeder Gelegenheit mit mir zu tanzen. Da ich ja bei solchen Beschlüssen nie anwesend sein muß, blieb mir auch nichts anderes über als zu nicken. Ich hoffte ja insgeheim, das sie es vergessen würde. Aber Silvia hat ein gutes Gedächtnis und ich mußte also tanzen. Ich möchte hier nun erwähnen das niemand sonst getanzt hat und auch niemand tanzen wollte. Aber hat das die gute Prinzessin davon abgehalten? Natürlich nicht. Ich glaube selbst ein Austritt aus dem Elferrat bringt nichts, sie wird mich immer wieder finden. Ich hoffe nur das andere Prinzessinnen das hier nicht auch lesen und sich daran ein Beispiel nehmen.

Zwischenzeitlich waren auch Ramona und ihre Freundin da, die aus der Werkstatt geflogen waren. Um nicht zu früh nach Hause zu gehen, bleiben sie noch kurz bei uns. Vernünftige Entscheidung, denn zu Hause ist man ja eh genug, da sollte man schon jede Minute nutzen die man Abends unterwegs ist. Doch als dann die ersten Ohren die Worte Werkstatt vernahmen wurden schon Entscheidungen getroffen. Ingo kam zu mir und fragte ob ich denn auch noch mit kommen würde. Es war eher eine rhetorische Frage, denn er kannte die Antwort ja schon vorher. So brachen wir dann also auf um in die Werkstatt zu fahren. Dort erwartet uns eine recht gut gefüllte Hütte. Was mich sehr wunderte, denn es war ja Freitag. Aber die großen Letter „School’s Out Party“ hinter der Kasse brachten Aufklärung. Gleich zu Beginn überschlugen sich die Ereignisse. Wir waren uns sehr uneinig was wir trinken sollten und ich holte erstmal eine Runde Getränke, doch kurze Zeit später war klar, das wir Wodka trinken wollte, mit Sprite. Gut, hatte ich noch nicht probiert aber ich mache ja alles mal. Dann kam Schnitzel der den Verlust seiner Flasche beklagte. Da ich nicht mitbekommen hatte wo sie hin war war Schnitzel schon bei Eberhardt und konnte ihm schon die Übeltäter zeigen. Eberhardt aber machte nichts und somit zog Schnitzel wutentbrannt ab. Verständlicherweise.

Unterdessen stellten wir Wachen für unsere Flasche auf. Am Besten eignete sich hierfür der Viktor. Der trank dann seinen Wodka auch ohne Sprite. Ich machte gerade eine Mischung fertig und fragte ihn wie viel Sprite er denn in seinen Wodka haben möchte. Daraufhin fragte er nur welchen Wodka. Naja, er kommt auch aus der sibirischen Steppe, da wurde Wodka wohl schon in die Frühstückflocken geschüttet. Ich war froh um die Sprite, denn sie schmeckte um Längen besser als Red Bull. Wie man vielleicht schon gemerkt hat, geht es jetzt rasant auf der Zeitachse nach vorne. Was aber auch daran liegen kann, das mein Gedächtnis nicht mehr auf Hochtouren lief. Anders ausgedrückt, fehlen mir gewisse Zeitabschnitte aus der Werkstatt. Doch an eins kann ich mich noch erinnern. „Temple of Love“ von Sisters of Mercy. Morchel, der Verrückte hat gesagt er wünscht sich das und dann soll ich tanzen. Auch wieder so eine Entscheidung, die ohne mich gefällt wurde. Warum nur? Das Lied kam und ich ging tanzen. Und dazu gesellte sich dann noch der Morchel und etwas später die Hüfte, was mich besonders freute. Sie war nämlich auch mit dem Porno da. Allerdings waren Beide gut dabei. Porno sogar so gut, das er nur noch geradeaus gucken unfallfrei hin bekam. Alles andere wäre zu viel Aufwand geworden.
Die Zeit schien rum zu sein, denn meine Uhr zeigte irgendwas um die 0500 Uhr an. Und wir wollten los. Doch Thomas B. hatte seine Jackenmarke vergessen, ergo bekam er auch seine Jacke nicht wieder. Das war der Auftakt zu einer grandiosen Diskussion. Viktor war eh schon gut drauf und wollte seiner Energie freien Lauf lassen. Man gut das wir ihn ein wenig aufgehalten haben, denn sonst wäre von der Werkstatt nicht mehr viel über geblieben. Er ist so was wie der Hulk aus Russland. Nur das er nicht grün wird, sondern so bleibt aber trotzdem aus der Werkstatt im Handumdrehen eine Achterbahn gemacht hätte. Es endete damit, das Morchel die Polizei reif, Philip kurzzeitig seinen Ausweis verlor und Thomas seine Jacke wieder bekam. Und wir irgendwie beim Bäcker landeten und uns Brötchen kauften. So schnell geht das. Nach dieser Stärkung ging es dann endgültig Heim, wo mich dann nochmal kurz der Philip anrief und mir mitteilte das ihn sein Vater angeschrien hätte, ihm das aber komplett egal gewesen wäre. Sehr mitteilungsbedürftig der Gute.

Trotz der Tatsache das ich hätte ausschlafen können, war ich um 0900 Uhr wach und konnte mich nur noch umher wälzen. Warum nur straft mich Gott so fürchterlich. Ich mußte ja eh zum Aufräumen und begab mich auf direktem Wege zur Mehrzweckhalle. Dort war ein Großteil schon getan und ich mußte nur noch Tische rücken und ein wenig mit Aufräumen. Aber ich war froh, das ich bald wieder fahren konnte. Denn am Nachmittag mußte ich bei Martin umziehen helfen. Zwar nur ein paar Sachen, aber das sollte ja dann am Sonntag weiter gehen. Besonders lustig war das Schrank abholen bei Hardts. Den angebotenen Eierpunsch lehnte ich aber vorerst ab, denn erstens hatte ich ja noch genügend vom Vorabend drin und zweitens wusste ich nicht genau was ein Eierpunsch ist. Nachher sagt man ja und kriegt einen gehörigen Tritt in die Testikel. Ich wollte es nicht unbedingt ausprobieren. Der Schrank wurde recht fix verladen und es wurden Gerüchte um eventuelle Auszüge verbreitet. Am frühen Nachmittag reif mich dann auch der Scholle an und teilte mir mit das wir so gegen 1730 Uhr mit der Kneipentour starten wollten und ob ich denn den Dr. Dieck schon erreicht hätte. Ein Tatsache die ich schon längst verdrängt habe, aber das Resturlaubssaufen ließ sich nicht mehr aufhalten. Man gut, denn ich freute mich schon sehr drauf. Mit Scholle und dem Dr. los zuziehen versprach immer eine gelungener Abend zu werden. Wir mußten die Tradition zwar ein wenig biegen, aber ich denke der christliche Gedanke zählt. Die Uhr zeigte 1730 Uhr und ich war fertig. Nicht nur mit den Nerven, sondern auch frisch geduscht und der Scholle fuhr schon vor. Besser gesagt Daniel fuhr vor und fuhr Heiko und mich in die Stadt. Ich mußte zugeben, das ich ein wenig Angst hatte. Es gab nämlich schon Abende an denen ich um 2300 Uhr schon wieder zu Hause war. Aber das sollte diesmal nicht passieren, denn ich fühlte mich gut vorbereitet.

In der Stadt angekommen trafen wir zunächst auf einen weiteren Arbeitskollegen von Heiko. Zusammen traten wir dann in die Backstube ein, die wir als Startpunkt der Tour ausgesucht hatten. Wir wollten ja ein wenig Umsatz machen, da wir in letzter Zeit ein wenig öfter die Toilette genutzt hatten als wir eigentlich geplant haben, obwohl wir keine Getränke konsumiert haben. So gibt man Stück für Stück zurück. Den Anfang machten vorerst zwei Bierrunden und dann meldete sich schon der Magen bei dem Einen oder dem Anderen. Die angefangenen Diskussionsrunde konnten wir aber auch bei Kalle Marschall im „Halben Mond“ fortsetzen. Gesagt getan. Auf dem Weg dorthin trafen wir dann noch Nina und Markus, die den gleichen Weg einschlugen. Auf Grund der geballten Hungrigkeit hatten wir dann doch ein wenig Bedenken das es für alle reichen würde. Langsam aber sicher wurde die Schrittgeschwindigkeit erhöht, aber Nina und Markus hatten am Ende die Nase vorn. Auch wenn sie Kalle beteuerten das sie uns nicht kennen würden, als wir eintraten, war es uns egal und wir bezogen ihnen gegenüber einen Tisch. Somit hatten wir alles im Blick und konnten genau Protokoll führen ob sie die größeren Portionen bekommen würden. Frecherweise bekamen sie ihr Essen auch noch vor uns und wir mußten ihnen beim Essen zu sehen. Nur mit Mühe und Not konnten wir Heiko am Platz halten, damit er nicht Markus sein Milanese-Schnitzel wegputzte. Obwohl mit Fischer nicht gut Schnitzel essen ist. Und dann kam unsere Portion. Vorausgegangen waren erstmal zwei weitere Bierrunden und erhebliche Diskussion und einige Kommentare in Richtung Markus und Nina. Man kennt ja die Szenen aus „Life of Brian“, in denen die Volksfront von Judä die populäre Front als Spalter beschimpft. So ähnlich muß man sich das vorstellen.

Kommen wir nun aber zum Essen. Ich habe ein Jägerschnitzel bestellt, doch was da auf meinem Teller lag war einfach ein großer Brocken Fleisch. Unglaublich wie das in eine Pfanne gepasst hat. Es war unglaublich lecker, aber es war auch unglaublich viel. Zugunsten des Fleisch habe ich den Salatteller schon vorher verbannt. Und die Pommes wurden auch nicht ganz geschafft, sondern teilweise noch an Heiko abgegeben. Die letzten Stücken des Schnitzel mußten reingeschoben werden. Das Problem war, das die schon verzehrten Stücke nicht schnell genug die Speiseröhre hinunter wanderten. Da gab es ein paar Unfälle. Aber es bleib alles drin. Im Anschluß hätte ich mir einen sofortigen Besuch bei der Tierarztpraxis Dr. Hippe gewünscht um mir einen Pansenstich abzuholen, aber leider hatte er über die Feiertage nur in Notfällen geöffnet. Also bleib nur die Schnellkur in Form eines Ouzos. Ja, Kotzo bringt dann den Darm richtig in Wallung. Ich sollte wirklich die Finger von Anis-Schnäpsen lassen. Was mich noch mehr verwunderte war, das Markus vorweg ein Solei gegessen hat. Und es uns recht schmackhaft gemacht hat. Wir wollten dann ja auch so ein Teil essen. Nach dem Essen. Doch das hätte einfach nicht mehr rein gepasst. Heiko wollte zwar unbedingt, aber ich vertröstet ihn auf später. Nach dem Essen wurden dann alle gespielten Feindseligkeiten vergraben und Markus und Nina setzten sich mit an unseren Tisch.

Es dauerte nicht lange, da hatte Heiko so lange genervt bis wir dann die letzten zwei Soleier bekamen. Auch wenn nichts mehr rein passte, wir stiegen mit ein. Ich aß aber aus Vorsicht nur ein halbes. Auch wenn Markus davon schwärmte, ich wollte zunächst vorsichtig sein. Markus erklärte uns wie man das isst und ab ging es. Ich war ein wenig sehr großzügig mit dem Tabasco. Markus warnte mich noch, ob ich denn wüsste das es Tabasco sei und ich erwiderte nur großkotzig, das ich es gerne etwas schärfer mag. Leider verwechselte ich in dem Moment Tabasco mit der jämmerlichen Pfeffersoße aus dem Penny. Als das Ei dann langsam meine Speiseröhre hinunter wanderte und meine Geschmacksknospen aufhörten weh zu tun konnte ich heimlich die tränen aus meinen Augen wischen. Ich werde nun in Zukunft mehr Tabasco-Soße kaufen. Die Penny-Soße stinkt dagegen jämmerlich ab. Und ich muß sagen, daß das Solei recht vorzüglich schmeckte. Eine Alternative zu dem normalen Ei.

Markus und Nina entschlossen sich uns bei dem kollektivem Abschießen nun alleine zu lassen, aber sie wurden recht fix von dem Dr. abgelöst. Der kam nämlich am gleichen Tag aus dem Skiurlaub und war also im Sauftraining. Ich vermute ja eh, das er nur mit dem Lift hochgefahren ist, in die nächste Hütte eingekehrt ist, sich bis zum Schluß die Mirte mit Hefe zugeknallt hat und dann stramm mit dem Lift wieder nach unten gefahren ist. Ski-Urlaub ist schon herrlich. Markus begann seine Ankunft jedenfalls gleich mal mit einem Heidegeist. Na toll, so macht man sich also Freunde. Da ich aber das Schnitzel immer noch am verdauen war, war ich dankbar für den Beschleuniger. Auch wenn ich Schnaps eigentlich abgeneigt bin, begrüßte ich ihn hier mit offenen Armen.

Es wurde dann nach einigen weiteren Bieren etwas voller. Sowohl im Kopf als auch in der Kneipe und der Doktor und ich wollten noch auf den Stadtberg, da dort die Willkommensparty unserer Thailand-Urlauber war. Also setzten wir unseren Weg vorerst zum Backsteinhaus fort. Man will ja überall mal trinken.

Dort angekommen entschieden wir uns spontan für Mixgetränke. Um es nicht so einfach zu machen für die Bedienung nahm dann auch jeder etwas anderes. Der Doktor Bacardi-Cola, Heiko Jim Beam-Cola und ich Havana Club Cola. Nach der dritten Bestellung hat sie es dann auch einigermaßen unfallfrei hin bekommen. Der Arbeitskollege von Heiko hat dann schon früher die Segel gestrichen, da er noch auf ein Konzert wollte. Ich konnte ihn ein wenig verstehen, das er sich nicht so gerne mit stadtbekannten Strammsäcken sehen lassen wollte. Also waren wir nur noch zu dritt und tranken was das Zeug hielt. Diskussionsgrundlage waren diverse Themen, auf die ich hier im einzelnen nicht mehr eingehen kann, da sie sich meinem Gedächtnis entzogen haben. Aber es war interessant. Auch die Tatsache, das wir wie die Weltmeister bestellten. Es war unglaublich was wir für eine Schlagzahl vorlegten. Man sollte meinen, das am Folgetag der Alkohol knapp wird und heute der letzte Tag der prohibitionsfreien Zeit ist. Außerdem lernten wir das die Blättchen unter den Biergläsern „Schlüpfer“genannt werden. Das war quasi eine Steilvorlage und somit bestellte Heiko Mixgetränke bei der Bedienung nur noch ohne Schlüpfer. Es ist schon faszinierend worüber man sich alles kaputt lachen kann, wenn man erstmal den richtigen Pegel erreicht hat. Schlüpfer waren nun überall. Und Mixgetränke. Wir bestellten sogar noch Runden als das Taxi angerufen wurde und als es vor der Tür stand. Einen kann man ja immer noch trinken. Man merkt schon das es ins Grenzwertige abdriftet.

Das Taxi fuhr uns ohne Umschweife zum Stadtberg und wir dachten eigentlich das wir den Heiko überredet hatten noch mit zu kommen, aber er bleib eisern. Man kann halt niemanden zwingen. Die Ankunft in der Bar war wohl noch vor Mitternacht. Die Zeitschiene kann ich ab jetzt vergessen, denn diese Aufzeichnungen sind nur noch ohne Zeitangaben. Das Hallo war jedenfalls groß und ich wunderte mich warum sich die Zwei Spitzlumpis von der Neckermann Single Reise Urlauber so braun angemalt hatten. Bis ich dann feststellte, das es gar nicht die Edding 3000 Farbe war sondern echte Bräune. Aus ihren Berichten weiß ich das der Umschwung von +36°C in Thailand auf -4°C in Düsseldorf gar nicht so schlimm war. Ich glaubte kein Wort und lehnte den mir angebotenen Glühwein ab. Jetzt süße Zuckerplörre trinken die noch warm ist war keine gute Idee. Ich befürchtet, daß das Schnitzel noch nicht komplett verdaut war und eventuell nochmal gucken kam ob noch was von den Pommes über ist. Also betrat ich die Bar und wurde gleich von Helena und Jenny überfallen. Ich sollte doch sofort tanzen und meine Jacke ausziehen. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht stand ich nichts sagend rum und überlegte mit meinem großen männlichen Gehirn wie ich jetzt hier wieder raus kam. Man kann sich nun vorstellen, das es zu lange gedauert hat und ich einfach zur Theke vor stürmte. Das war der einzig mit bekannte Platz und wie von einer Tonbandkassette kam dann die Worte „Schnell, ich brauch was zu trinken!“ aus meinem Mund. Die Gegenfrage was es denn sein sollte, überforderte mich dann total und führte zum Komplettausfall. Jenny hatte mich schon im Tanzgriff und entlockte mir ein zwei Hüftschwünge, aber ich versicherte ihr, das es jetzt ganz schlecht wäre. Erstmal die Grundfunktion durch alkoholische Getränke sicherstellen und dann könnte man über erweiterte Funktionen wie Tanzen nachdenken. Ich verlangte zwar Havana, aber bekam Bacardi. Gut, es hätte auch schlimmer kommen können. Die Mischung wurde von David B. persönlich gemacht. Insidern ist er auch als General Bergfrühling an der Hitlersäge bekannt. Waren das noch Zeiten wo sich Pepshmir und der Genral gegenseitig die Marmel weggeschossen haben. Es wird Zeit das wir mal wieder eine Runde CoD spielen!

Ausgestattet mit einem Mixgetränk machte ich mich wieder auf den Weg nach draußen wo ich mich dann mit den neusten Klatsch und Tratsch aus Thailand versorgte. Ich wollte ja eigentlich die schlüpfrigen Stories hören und wissen wie sich das thailändische Mädchen in der Küche macht aber die Information wurde nur mit „Klassifiziert“ kommentiert. Also muß ich bei Gelegenheit mal den Schötti abfüllen. Was aber auch wieder eine Herausforderung werden könnte, denn ich habe von einigen Bucket-Zwischenfällen gehört.

Ich nutze auch die Gelegenheit über mein bevorstehendes Jubiläum zu sinnieren. Und mußte feststellen, das andere Leute das gleich Problem haben. Ich schloß mich also mit Florian kurz und wir machten eine Art Vorabkommen. So langsam nimmt einiges Formen an. Aber ich will jetzt nicht weiter daran denken, denn sonst werde ich wieder von Angstzuständen geschüttelt und traue mich eine Woche nicht vor die Tür. Die Flucht in den Alkohol hilft ja immer. So ging ich denn in regelmäßigen Abständen in die Bar um mir dort Nachschub zu holen. Dummerweise lief die Nebelmaschine auf Hochtouren, so daß ich mir wie in einem Zombiefilm vor kam. Das war jetzt keine Beschreibung der anwesenden Personen, aber ich konnte teilweise die Hand vor Augen nicht sehen. Doch der Geruch von Bacardi fand den Weg in meine Nase und führte mich zielsicher zur Theke. Dort bleib ich dann erstmal eine Weile. Die Quelle durfte nicht versiegen und Bemi hatte schon angedeutet, das es eventuell zu einem Engpaß kommen könnte. Der Schock stand in vielen Augen groß geschrieben. Aber noch war alles da.

Doch der Zeitpunkt kam, da keine Getränke mehr vorhanden war. Die Cola war alle und der Bacardi ging zur Neige. Bier gab es schon lange nicht mehr und nun gingen schon die ersten Gäste. Doch Hoppi schaffte der ganzen Misere Abhilfe und organisierte eine weiter Kiste Bier von zu Hause. Auf Hoppi ist ja immer Verlaß und wir schütten ein wenig weiter. Es war zwar Warsteiner und ich hatte Angst das ich nach Mixgetränken den Geschmack für Bier verloren hatte, aber es ging recht gut in den Kopf. Nun gab es aber trotz des Biernachschubs erneute Auslöseerscheinungen. Die Familie Ballhausen und der TZ wollten noch in die Werker. Ich wägte kurz ab und entschied dann, das es besser wäre mit zu fahren. Allerdings war das Taxi nun schon ausgebucht und ich wollte nach kommen. Es war aber auch noch so viel Bier da. So bleiben wir noch ein wenig im kleinen Kreis und ich konnte noch sensationelle Fotos machen. Und wurde Zeuge eines Geständnisses von Demian (ich hoffe der Name ist richtig geschrieben). Der fragte mich ob ich denn überhaupt was getrunken hätte, da meine Augen noch so klar waren. Ich rechnete kurz die von mir an diesem Abend zugeführten alkoholischen Getränke nach und mußte feststellen, das ich sehr wohl was getrunken habe und wunderte mich das ich nicht danach aussah. Vielleicht lag es auch an dem Blickwinkel aus dem mich Demian ansah. Von schräg unten, mit einem Auge leicht zugekniffen. Er sprach mir jedenfalls seine Bewunderung aus. Nun bin ich mir nicht sicher, ob der Zustand in dem ich mich gerade befand so erstrebenswert ist.

Schluß mit den tiefsinnigen Gedanken über Sinn und Zweck des Ballerns. Erstmal mußte ein weiteres Bier rein. Hoppi hatte die Forderung gestellt, das die Kiste noch ausgetrunken werden mußte. Wir gaben unser Bestes und gegen 0445 Uhr hatten wir es dann geschafft. Bemi machte die Lichter an und Schötti und ich krochen ins Taxi. Im Taxi ließ ich dann meine Vorsätze für den Abend nochmal passieren. Nicht so viel trinken. Nicht erfüllt! Früh nach Hause (ca. 0300 Uhr). Nicht erfüllt! Am Sonntag ausschlafen. Konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts zu sagen, aber ich greife mal vor und bestätige: Nicht erfüllt!

Sonntag 0900 Uhr. Ich war wach und konnte nicht wieder einschlafen. Mein Magen rebellierte ein wenig und am Nachmittag sollte ich weiter beim Umzug von meinem Cousin helfen. Ich war, sagen wir mal, nicht gerade motiviert aufzustehen. Egal, der Umzug muß sein und ist auch gut gelaufen. Ich helfe ja gerne. Abends war ich leicht fertig und freute mich auf den Heiligen Abend. Wenn auch aus anderen Gründen als die 10jährigen.


Besinnliche Zeit mit der Feuerwehr

18/12/2007

Um erstmal was vorweg zu nehmen. Ich bin nicht gerade stolz auf dieses Wochenende. Naja, sagen wir mal auf den Samstag Nachmittag, aber daran ist nur eine einzige Person schuld. Besser gesagt trifft ihn eine Teilschuld, der Großteil war meine eigene Schuld, aber bevor ich jetzt weiter um den heißen Brei herum rede komme ich gleich mal zum Thema. Meine Logbucheinträge ziehen sich eh immer so in die Länge und damit Nollo auch in der Mittagspause meine Ergüsse antun kann versuche ich meinen Schreibstil zu komprimieren. Wie gesagt ich versuche es.
Wir schreiben den 14.12.2007, meine zweite harte Arbeitswoche ist vorüber und ich bin schon wieder im Streß. Am Abend findet die Weihnachtsfeier der Jugendfeuerwehr statt und ich habe vergessen, die Geschenke zu besorgen. Das hieß dann nach Feierabend erstmal zum Marktkauf jetten und Nikoläuse kaufen. Allerdings ist Freitag Nachmittag und da sind meistens die ganzen Hammerkranken unterwegs. Also bereite ich mich schon mal auf die Zeiträuber vor, die vor mir lang schleichen werden. Aber ich hatte Glück. Denn die Nikoläuse waren gerade noch in der Anzahl da in der ich sie brauchte und ich kam an eine Kasse, die komplett leer war. Ich will jetzt nicht sage das ich Glück hatte, sagen wir einfach mal ein paar günstige Umstände sind mir zu Gute gekommen. Nachdem dann die Schokokläuse gekauft wurden ging es gen Heimat und es wurde sich für den Abend präpariert. DA die Kinder alle früh ins Bett müssen, sollte man zumindestens annehmen, fingen wir um 1800 Uhr an. Da wir noch auf den Schnitzel warten mußten beschloß ich in meiner Funktion als Chef das wir erst gegen 1900 Uhr essen. Bis dahin mußte ich die Kinder unterhalten. Leider Gottes war ich nicht mehr in der Lage mir ein Spiel auszudenken. Ich weiß, ich bin ein fauler Strick, aber die Kreativität hat mich dieses Mal nicht in den Arsch getreten. Sonst gab es ja immer spaßige Spiele mit Tampons oder ähnlichem Gerät, aber diesmal wollte mir einfach nichts einfallen. Also zwang ich sie in der Ecke zu sitzen und ruhig zu sein zeigte ich ihnen 9 Hau drauf. Exellentes Spiel, bei dem man seinen Aggressionen freien Lauf lassen kann.

Es dauerte auch nicht lange, da gab es auch schon den ersten Verletzen. Maxi hatte einen Fingernagel in seinen Finger bekommen und blutete. Da wir aber bei der Feuerwehr sind habe ich das gleich professionell verbunden. Ja, richtig gelesen verbunden, denn Pflaster gib es in unserem 1. Hilfe Kasten nicht. War mir auch neu, aber man lernt ja nie aus. Im Anschluss habe ich Maxi nicht mehr mit spielen sehen. Vielleicht braucht er seine Finger noch. Ich habe mich übrigens auch aus dem Spiel gehalten, denn ich weiß welche Granaten da mit gespielt haben. Ich brauche meine Hände nämlich auch noch. Ich unterhielt mich dann mit dem Rest und mußte feststellen, das die alle schon keine Kinder mehr sind, sondern Jugendliche. Wenn man die von klein auf kennt, dann hat man immer das Gefühl, das es immer Kinder sind. Was ich aber da erfahren habe hat mich ganz schön erstaunt. Auf der anderen Seite war ich in jedem Punkt besser, braver und habe nie Unsinn angestellt oder gar Alkohol mit 16 getrunken bestimmt nicht besser in dem Alter. Sollen sie man machen. Erfahrungen kann man nur selber machen und verbieten sollte man so was nicht. Denn wenn ich was gelernt habe, dann das Verbote nur noch mehr reizen. Ein wenig Einschränkungen sind schon in Ordnung und sollten sein, aber man kann denke ich niemanden vor der großen bösen Welt bewahren.

Durch vereinzeltes Magenknurren wurde ich daran erinnert, das ich ja noch was zu essen bestellen wollte. Zum Großteil war es Pizza und die kann man prima vorbestellen. Nun habe ich bisher nur in kleinen Mengen Pizzen vorbestellt und da dauerte es meistens 15 Minuten, bis die fertig waren. Nun waren es allerdings 11 Stück und die dauern dann mal eben 40 Minuten. Hat dann nicht wirklich Begeisterungsstürme ausgelöst, aber so ist das Leben. Als Schnitzel dann irgendwann auch mal ankam, bin ich dann mit einem kleinen Stoßtrupp los gefahren um die feste Nahrung zu holen. Mit dem Feuerwehrbock kann man sogar da parken wo es nicht erlaubt ist und man kann fahren wie die Sau. All das habe ich natürlich nicht gemacht, sondern war immer ein vorbildlicher Fahrer, denn ich hatte ja die Kinder hinten drin . Nicht das die sich von mir noch was schlechtes ab gucken. Sonst bin ich ja auch sehr vorbildlich und würde niemals als schlechtes Beispiel enden. Gibt es eigentlich eine Grenze in der man die Wahrheit ausdehnen kann?

Früher dachte ich mal das alle Kinder nicht viel essen können und deren Mägen so groß wie eine Rosine wären. Aber da habe ich mich getäuscht. Während ich mit meiner Pizza kämpfte hatte ich das Gefühl als würden die ihr Essen inhalieren. Und ich gebe jetzt hier an dieser Stelle zu das ich Bier getrunken habe. Ich habe sogar den 16jährigen erlaubt eine Flasche zu trinken, sind ja schließlich alt genug. Machen wir uns mal nichts vor, die haben eh schon probiert. Ich weiß, auch wieder ein Punkt in Sachen Vorbild, aber was soll es denn. Die waren mit ziemlicher Sicherheit schon auf genügend Feiern bei denen die Eltern oder der dicke Onkel Gustav sich die Mirte zugeknallt haben. Und ich bin ja nicht von 0 auf 100 stramm, wenn ich ein Pils trinke. Auch wenn das sich hier so anhört als würde ich mich rechtfertigen wollen, trügt der Schein. Denn es wurde ja noch schlimmer.

Rainer kam nämlich noch vorbei. Er war der Vater zweier Jugendlicher und wollte ein kleines Bierchen mit trinken. Macht er ja jedes Jahr und ist auch immer gern gesehen. Doch bei einem Bier bleibt es ja nicht. Da muß dann noch ein Kurzer dazu, in diesem Fall sollte es eine Schlichte sein. Freundlich wie ich bin habe ich ihn darauf hingewiesen, das im Kühlfach vom Kühlschrank noch Bismarck steht, der mit Sicherheit kälter und damit wohlschmeckender ist. Doch Freundlichkeit wird ja bestraft und er kam zurück mit der Flasche und zwei Gläsern. Seltsamerweise hatte er für Schnitzel keins dabei und Schnitzel wollte auch keins. Ob ich nun wollte oder nicht, wurde gar nicht in Frage gestellt, sondern einfach festgestellt. Ich wehrte mich zwar auf Heftigste, aber konnte mich nicht durchsetzen. Da hatte der Loki die Gläser auch gefüllt. Naja, einen kann man ja trinken. Leider folgten noch zwei weitere diesem Beispiel und Rainer verzog sich wieder und ich hatte nun drei Bismarck in meinem Magen, die die Pizza voran schoben. Und was noch viel schlimmer war, ich habe bei Lokis Suche nach Hochprozentigen eine Flasche Havana Club im Schrank auf blitzen sehen. Nach den drei Schnaps hatte ich nun auch nicht mehr den Willen dagegen anzukämpfen und beschloß zu späterer Stunde die Flasche zu vernichten, es war ja eh nicht mehr viel drin.

Komischerweise zieht es die Jugendlichen immer nach draußen bei der Weihnachtsfeier. Ich verstehe das nicht, da ist es kalt und ungemütlich und es gibt nichts zu trinken. Wo ist die gute alte Zeit hin, in der man sich in einen Kellerraum setzte und sich bis zur Besinnungslosigkeit betrank einen kleinen Rausch an trank. So hat doch jeder mal angefangen. Oder lag es daran, das ich ein Alkoholverbot für die Jugendfeuerwehr ausgesprochen habe? Man weiß es nicht. So war die Weihnachtsfeier halt nach draußen verlegt und ich möchte auch gar nicht wissen, was die da alles gemacht haben. Klingelpost wird da wohl das harmloseste gewesen sein. Aber ich kann mich ja auf sie verlassen, das sie nichts wirklich Schlimmes anstellen. Und man hatte seine Ruhe und konnte getrost die Mixgetränke auspacken. Zwischenzeitlich kam dann noch der Tobi vorbei und leistet uns kurz Gesellschaft. Aber halt nur kurz, weil er wieder spitz wie Nachbars Lumpi war und nach Göttingen weiter zog, wo er dann, wie man später erfahren mußte näher die Halsregion einer Mitfahrerin untersucht hat. Geschwollene Mandeln sind nichts feines.

Gegen 2300 Uhr wurde dann die Veranstaltung beendet, schließlich sind sie noch minderjährig und müssen früh ins Bett. Ich weiß, das sie das nicht machen werden, aber ich gebe mich wenigstens der Illusion hin, das meine Jugendfeuerwehrleute noch brave Kinder sind, die gehorchen. Ich glaube jetzt kann ich das Gelächter der Eltern bis hier her hören. Nichtsdestotrotz war der Abend für Schnitzel und mich noch nicht vorbei, denn wir wollten noch weiter ziehen. Es gab da die Möglichkeit zu Schmierpopel zu gehen. Denn unser Präsident vom Karneval hatte am Freitag geheiratet und der Elferrat hat Spalier gestanden. Dort wären Schnitzel und ich auch gewesen, aber wir hatten ja die Weihnachtsfeier und da die Info recht spät kam, mußten wir absagen. Aber wir wussten ja, das die anderen Elferratsmitglieder nicht einfach nach Hause gehen konnte, sondern sich noch ordentlich betrinken würden. So geschehen im Eichsfelder Hof. Ich beneidete sie ein wenig, da sie wieder das Privileg hatten auf die labskausfarbene Toilette zu gehen. Irgendwie faszinierte mich diese Farbgebung. Und vor allem möchte ich wissen was die Besitzer genommen haben, als sie sich für diese Farbe für die Pinkelbecken entscheiden haben. Und wenn sie noch was davon haben, würden sie mir was abgeben? Der Vollmer hielt uns jedenfalls laufend informiert und gab zu bedenken das sie nun schon Havana Club trinken würden. In jedem anderen Fall hätte ich spätestens nun die Zelte abgebrochen und wäre mit dem Feuerwehrfahrzeug in die Stube von Schmieri gefahren. Aber ich hatte ja selber noch Havana, das machte die Geschichte nicht ganz so schlimm. Da nun aber die Feier auch vorbei und mein Havana das zeitliche gesegnet hat verlegten wir zum Schmierigen.

Dort sollten uns gar grausige Szenen erwarten. Vollmer öffnete brav die Tür und Schnitzel und ich marschierten ein. Drinnen fanden wir einen harten Kern vor, der sich in Ruhe betrank. Unter anderem Schmieri, was sich nicht vermeiden ließ, da es sein Haus war, Böning, Zustand stramm und Vollmer, Zustand voll stramm. Da ist ein feiner Unterschied zwischen, bei Gelegenheit erkläre ich es mal. Oder man frage mich bei Kontakt. Dann waren da noch Ramona, Annalena (ich hoffe ich habe jetzt den richtigen Namen erwischt, denn Namen merken und ich sind keine guten Freunde) und Frl. Lemke (Das was ich hier so nett umschiffen wollte ist, das ich mir Namen nicht merken kann und das tut mir aufrichtig leid. Bitte nicht böse sein, wenn ich eure Namen vergessen habe, aber das Gedächtnis geht immer als erstes vor die Hunde. Ich bin ja froh wenn die normalen Körperfunktionen (Atmen, Mund zu halten, damit die Spucke nicht raus läuft, usw usf.) noch funktionieren.) von der Prinzengarde. Große Überraschung, der Havana ist gerade eben alle geworden. Alles klar, in manchen Ländern wird man für Vorspielung falscher Tatsachen vor den Kadi gezerrt und es wird einem mindestens ein Testikel abgebunden. Derart enttäuscht griff ich zum Bacardi, der wohl noch zahlreich da war. Jedenfalls in der einen Flasche. Ramona kam gleich auf mich zu und bedankte sich erstmal für die CD, die ich ihr mal gebrannt hatte. Bei so einem feinen Musikgeschmack muß man doch nachhelfen, damit sie die ganzen Klassiker auch kennt. Freut mich die Jugend auf rechten Wegen zu wissen. Bei so einem Musikgeschmack kann die Zukunft nur rosig werden.

Nun muß ich hier mal eine Lanze für den Schmierpopel brechen. Er mag zwar häßlich sein und gerne das Gesicht seiner Frau essen. Manchmal fragt man sich auch was in seinem Kopf vor geht wenn er sich drei Kümmerlinge auf einmal in den Schlund schüttet und danach rülpst als ob das seine immense kaum vorhandene Potenz kund tun würde. Oder wenn er sich zu einem an die Theke stellt und kund tut das er gleich noch Beischlaf mit seiner Frau hat und den Rest des Elferrates als Arschlöcher bezeichnet. Aber im Grunde seines Herzen ist er echt in Ordnung und eigentlich ein guter Kumpel. Wer sonst würde seine Wohnung zum Saufen bereit stellen oder eine Tiki-Bar in seinem Wohnzimmer aufbauen. Und das schreibe ich hier nicht um weiterhin bei ihm zu Saufen!

Nun ja, da ich jetzt mit Schleimen fertig bin, kann ich ja mit der Wahrheit raus rücken und sagen das der Bacardi auch bald alle war und ich auf Jack Daniels Cola umgestiegen bin. Man merkt schon das einiges an verschiedenen Alkoholsorten im Spiel war. Doch zu dem Zeitpunkt war mir das egal wie es mir morgen ging und auch das wir am nächsten Tag einen Spiel-ohne-Grenzen-WEttkampf von der Jugendfeuerwehr in Hilkerode hatten. Ich Arsch! Aber dazu später mehr. Zunächst muß ich mal auf das Fehlverhalten meiner Elferratskollegen hinweisen. Ich spreche hier nicht von Schmierpopel der ja immer ein Fehlverhalten an den Tag legt (Gesichter essen, Scheiße aussehen, usw usf.) sondern von Florian und Böning. Böning war ja noch harmlos, der hat sich nur zum Schlafen in Popels Arbeitszimmer gelegt aber Vollmer gab dem Ausdruck megahackestramm ein neues Gesicht. Würde es diesen Begriff bei Wikipedia geben, so würde seit Freitag dort ein Foto von ihm prangen. Wenn man Vollmers Zustand als stramm klassifiziert, dann war der Rest von uns nüchtern Böning inklusive. Vollmer war müde und ich versuchte ihn auf ein Sofa zu legen, aber stand immer wieder auf, legte sich wieder hin, stand wieder auf. Als er dann wieder zur Bar kam fiel er in dort aufgestellte Palmen, die wir nur mit viel Mühe vor der Zerstörung bewahrten. Und dann lag er halt auf dem Boden rum. Ich vermute die Prinzengardenmädels haben nun einen Schock für das Leben.

Nachdem nun also die Alkoholreserven von Schmieri dezimiert wurden, hielten wir es für angebracht den Heimweg anzutreten. Zumal Schnitzel und ich noch in die Werkstatt wollten. Vollmer wurde kurzer Hand nach draußen geschliffen. Gehen alleine ging nicht mehr. Und Böning wurde auch irgendwie wach gemacht. Vollmer lag nun draußen rum, immer noch in Elferratsklamotten und wir schliffen ihn weiter bis wir nicht mehr konnten. Das Taxi konnte uns auch dort abholen. Als es ankam lag Vollmer als Wegblockade mitten auf der (Neben)Straße. Der Plan war Vollmer ins Taxi zu bekommen und dann bei ihm zu Hause raus zuschmeißen. Doch der Plan ging nicht auf. Als Vollmer davon Wind bekam sprang er auf wie ein Hase im Feld und rannte wie der Teufel. Da körperliche Anstrengungen am späten Abend nach zu viel Alkohol und ich auch keine Freunde sind, ließen wir ihn laufen. Vor lauter Aufregung verlor Vollmer seine Kappe, die dann von Böning mitgenommen wurde. Man gut das mein Logbuch nicht als Beweismittel vorm hohen Gericht zulässig ist, denn sonst kriegt Vollmer eine saftige Strafe auf gebrummt.

Schnitzel und ich setzten den Weg zur Werkstatt fort und ich verlor im Taxi wohl mein Gedächtnis, denn an die Werkstatt erinnere ich mich nur sehr wage. Ich schreibe einfach das auf, was ich noch weiß. Also wir sind rein gegangen und trafen erstmal Julia, Patricks Freundin. Die war gerade mit ihrer Abteilung da und kam gerade von der gleichnamigen Weihnachtsfeier. Hmm, mit dem Chef in die Werkstatt, da könnte bei mir böse Klüfte eröffnen. Aber ich bin ja auch erst frisch im neuen Job. Außerdem trafen wir noch Steffen, der vor ein paar Wochen Leistungsspange gemacht hat. Mit dem und noch ein paar Anderen holte sich Schnitzel wohl eine Flasche Wodka. An der ich mich später auch beteiligte. Aber durfte kein Geld zusteuern. Soviel weiß ich noch. Ab und an kam auch die Julia mal rüber und wir unterhielten uns. Da meine Zunge wieder mal sehr locker saß, teilte ich ihr mit, das ich ihre Arbeitskollegin sehr gut aussehend fand. Ich sollte echt nicht mehr trinken. Wenn dann solche Sachen meinen Mund verlassen, denke ich diesem Moment noch, das es eine gute Sache ist, aber spätestens am nächsten Morgen frage ich mich wer mir solche Eingebungen gibt. Ich hoffe jetzt mal das Julia ihr nichts von meiner körperlichen Zuneigung gesagt hat oder gar noch schlimmer, das jetzt Julias Abteilung mein Logbuch liest. Ich hoffe auch das nicht noch mehr abgedrehte Sachen in der Werkstatt passiert sind, denn ich kann nur einen Totalausfall meines Gedächtnisses feststellen, welchen ich jetzt einfach mal auf die breite Anzahl an Spirituosen schiebe, die ich an dem Abend konsumiert habe. Als wir die Discothek verließen war es jedenfalls schon sehr spät oder sehr früh, je nachdem wie man das sieht. Das ist wohl so ähnlich wie die Geschichte mit dem Glas Wasser, welches zur Hälfte gefüllt ist (oder eben geleert).

Doch nach Hause gehen ist ja nicht drin, also sind wir nochmal bei Julia eingekehrt. Schnitzel war ja schon im Dämmerzustand und ich unterhielt mich noch ein wenig mit Julia in der Küche. Diese Gelegenheit nutze der Schnitzel aus um den schlafenden Patrick auf der Couch aufzusuchen. Er weckte ihn ganz sanft in dem er sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihn fallen ließ. Mehrmals. Es war nun wirklich besser den Heimweg anzutreten.

Samstag Morgen. Ich weiß nicht wie ich in mein Bett gekommen bin und mußte an das Aufräumen des Feuerwehrhauses denken. Vielleicht würde eine gezielte Sprengung den Arbeitsaufwand verringern. Nein, so schlimm war es nicht, aber das Aufstehen war schon eine Anstrengung, an die ich gar nicht denken wollte. Gut das der Schnitzel anrief und meinte das es ihm Scheiße ginge und ob wir nicht eine halbe Stunde später anfangen wollten. Ich war dankbar für diesen Vorschlag und legte mich nochmal zurück. Ich war gar nicht für den Vorschlag und schimpfte ihn ein wenig aus, ging dann aber auf den Vorschlag ein. Das Aufräumen war auch nicht so wild, doch unser Zeitplan kam gehörig durcheinander. Denn wir hatten ja noch einen Spiel-ohne-Grenzen Wettkampf in Hilkerode. Und mir ging es extrem Scheiße. Mein Mageninhalt bestand aus zwei Käsebrötchen und einer Cola. Beste Voraussetzungen also. In Hilkerode angekommen wurden wir von allen Seiten beschallt, das wir zu spät seinen und Scheiße aussahen (das galt nur für mich). Und dann kam was kommen muß. Das Spiel für den Jugendfeuerwehrwart. An dieser Stelle muß ich einfach eine Feststellung machen. Ich hasse Patrick Regin! Ich verabscheue Patrick Regin! Im Moment verspüre ich wenig Zuneigung für Patrick Regin. Ich weiß nicht was in seinem Gehirn falsch läuft, aber er denkt sich immer die demütigensten Spiele für den Jugendfeuerwehrwart aus. Ich glaube er denkt dabei nur an mich und will mich, aber explizit mich, ärgern und öffentlich blamieren. Ich wurde also von ihm in einen Nebenraum gelotst und wurde gezwungen ein Hühnerkostüm anzuziehen. Zuerst wollte ich ohne Worte den Raum verlassen, aber es schien sein voller Ernst zu sein. Das Kostüm bestand aus einem Pullover mit angenähten Stoffstreifen und einer Kopfbedeckung in Form eines Hühnerkopfes. Ich dachte ernsthaft, das es eigentlich nicht wahr sein kann und ich noch im Vollsuff in der Werkstatt liege, aber dem Gelächter zu Folge, als ich den Nebenraum verließ war es die bittere Wahrheit. Ich könnte jetzt die Gefühle, die ich in diesem Moment für Regin empfand hier aufschreiben, aber dann würde ich mit Sicherheit auf die Fahndungslisten des BNDs kommen. Die Aufgabe des Spiels war es mit Hilfe eines Schaschlik-Stabes, den ich im Mund hatte, Bockwurststücken auf zu pieken und dann quer durch die Halle zu laufen um dann meinen Jugendlichen jeweils zwei Stück in den Mund zu stecken. Im Hühnerkostüm! Auch wenn es nur kurze Wege waren, mußte ich zwölf mal hin und her laufen und war dementsprechend nach drei Runden fertig. Und ich verdamme die Erfindung in Handys Kameras einzubauen. Natürlich wurde es aufgenommen, von Jense. Und auch wenn ich mich hier jetzt tierisch zum Ei mache, bringe ich dem Publikum hier den Auftritt des Hühnermannes. Ich übernehme keinerlei Haftung für die Schädigung der Netzhaut, Bröckelanfälle oder sonstigen Wahnsinn! Angucken nur auf eigene Gefahr!

Was danach kam, zähle ich zum Tiefpunkt meiner Karriere. Ich war fertig. Derartige körperliche Anstrengungen bin ich einfach nicht gewohnt. Alkoholmissbrauch vom Vorabend und meine wirklich schlechte körperliche Verfassung schlossen einen Pakt und ließen meinen Kreislauf die Drehzahl runter fahren. Ich konnte mich nur noch draußen aufhalten und wir war schlecht. Den Rest der Spiele bekam ich nur teilweise mit. Ich wollte mit meinem Leben abschließen. Wenn dort der fahrenden Medikamentenhändler des Weges gekommen wäre, hätte ich ihm sofort eine Familienpackung Zyankali-Kapseln abgekauft. Erst nach ca. 20 Minuten kehrte das Lachen in mein Gesicht zurück Während dieser Zeit habe ich doch tatsächlich den Gedanken gefasst an dem kommenden Abend kein Alkohol zu trinken. Aber das war schnell vorbei. Ging es mir ja jetzt besser, ich beschränkte mich auf das weglassen von Schnaps. Aber Regin sollte nicht ungeschoren davon kommen. Im nächsten Jahr, da wird meine Rache kommen, in Form der Wanderrallye. Und sie wird süß sein. Eine Spezialaufgabe für Regin. Irgendwas mit 10 Löwentor austrinken und dabei an den Testikeln aufgehängt werden. Mir wird schon was einfallen.

Im Großen und Ganzen haben wir dann den 6. Platz gemacht. Für mich vollkommen ausreichend. Denn es hat meinen Entschluß gefestigt keinen harten Alkohol am weiteren Abend zu trinken. Ich hoffte nur das ich dem Entschluß treu blieb, denn es wartet ja die Weihnachtsfeier der Feuerwehr auf mich. War ich mir sicher was ich da feststellte?Vor der Weihnachtsfeier trafen wir uns noch mit der Seniorengruppe im Feuerwehrhaus und dank Friede begann ich den Abend mit leckerem Hefe. Dieses wurde am Nachmittag schon von mir in den Kühlschrank gelegt und hatte genau die richtige Temperatur. Ich hatte anfangs ein wenig Bedenken, da ich immer noch mit Grauen an den Hühnerzwischenfall denken mußte, aber nach den ersten paar Xchlucken war alles wieder in Ordnung. Das Treffen war recht aufschlussreich. Wir wollen also wieder eine Truppe zusammen stellen, mit der man auch mal feiern kann. Halt wie früher. Wird schon lustig werden und ist mit Sicherheit spitzenmäßiger Logbuch-Lieferant. Nachdem dann der offizielle Teil vorbei war fuhren wir hoch zur Mehrzweckhalle. Dort hatte ich die Gelegenheit mir ein Bier rein zuschütten, da ich dann schon wieder mit dem Schnitzel nach Seuligen aufbrechen mußte um das Spanferkel zu holen. Essen ist ja immens wichtig, habe ich gehört. Und nichts ist schlimmer als ein Saal voller hungriger Feuerwehrleute und deren Frauen. Nun sollte man annehmen, das man mit Begeisterungsstürmen empfangen wird, wenn man mit dem Essen um die Ecke kommt. Da hatte ich aber wohl falsche Hoffnungen gesetzt, denn ich wurde mit liebevollen ”Hühnermann“ Rufen begrüßt. Aha, Jense hatte also das Video schon rum gezeigt. Danke nochmals dafür, aber zum Ei mache ich mich doch immer selber gerne.

Kai sorgte dafür, daß das Spanferkel in handliche Stücke geschnitten wurde und Schnitzel und ich suchten uns einen Platz bei den üblichen Verdächtigen. So weit so gut. Marina und Ulrike haben die Versorgung mit Getränken übernommen, während der Patrick zapfte. Sehr gut, die drei dachten mit und versorgten mich zuvorkommend mit Pils. So gefiel es mir und die schlimmen Gedanken vom Vormittag waren wie weg geschüttet. Dann setzte sich noch der Morchel zu uns an den Tisch und etwas in mir meldete sich zu Wort und teilte mir mit, das es ab nun Obacht geben heißt. Morchel haut sich ja gerne mal einen Schnaps rein. Ich war mittlerweile schon so weit, das ich nach dem Essen einen Verdauungsschnaps trinken würde. Das fettige Essen muß ja irgendwie verdaut werden, außerdem sorgte es ja für eine schützende Schicht im Magen. Hoffte ich. Außerdem teilte mir Morchel mit, das er schon seit Ewigkeiten keinen mehr gesoffen hat. Oha, nun hieß es wirklich Obacht geben, denn meine Leber spitzte schon wieder die Ohren.

Das Essen war vorzüglich, war ja auch Spanferkel. Und die Salate waren ein Gedicht. Und vom Bier möchte ich gar nicht erst anfangen zu schwärmen. Und nun kam was kommen muß. Die Mädels gingen mit den ersten runden Schnaps durch die Reihen. Und ja, ich habe einen genommen, aber nur als Verdauungsschnaps. Sah aber gleich beim Trinken das Borchardts Augen mehr verlangten. Und er orderte gleich die nächste runde. Ich lehnte dankend ab, Morchel lachte nur und stellte mir den zweiten Bismarck hin. Ich muß jetzt hier mal sagen, das ich ja schon dankbar bin, das ich Bismarck trinken durfte und vorm Löwentor verschont blieb. Aber alles lamentieren half nichts, denn mein Nein zählte ungefähr so viel wie eine Freikarte aus dem Gefängnis vom Monopoly vorm Gericht. Ich mußte mir also eine neue Taktik zurecht legen. Ich nahm mir vor, bei der nächstbesten Gelegenheit die Position zu wechseln und an einen anderen Tisch zu gehen. Doch wenn ich mich zu umsah war an jedem Tisch der Schnaps in vollen Gläsern vorhanden. Verdammt, was mache ich nun? Zeit zum Überlegen hatte ich nicht viel, denn Morchel orderte munter weiter. Ich saß quasi fest.

Die Wartezeit auf neue Bier- und Schnapsrunden vertrieb ich mir mit Fotos schießen. Immer gut, wenn man sich am nächsten Tag noch daran erinnern möchte was man alles so gemacht hat und wen man alles getroffen hat. Außerdem hoffte ich den Jensemann in einer verfänglichen Lage zu erwischen, damit ich ein Gegenargument gegen das Hühnervideo habe. Aber leider ist daraus nichts geworden. Entweder war er zu vorsichtig oder aber mir war es nach der fünften Runde Bismarck egal. Nebenbei schrieb ich noch mit Helena, die wissen wollte ob ich denn noch in die Werkstatt kommen würde. Sie und Jenny wollten unbedingt noch was machen. Da dann noch ein paar SMS von David dabei waren, der gerade vom 75ten Geburtstag seiner Schwiegeroma kam und noch zur Weihnachtsfeier kommen wollte war mir klar, das wir früher oder später eh in der Werkstatt landen würden. Wenn sie mich denn noch rein lassen würden. Das Ende des Abends war also schon voreingestellt. Machte mir das jetzt mehr Angst? Nein, denn Angst hatte ich schon lange nicht mehr, dank Fürst Bismarck. Morchel bestellte nämlich recht zügig und meine Vorsätze den Abend ohne Schnaps zu verbringen brannten im Fegefeuer. Warum bin ich auch nur so willensschwach?

David kam dann letztendlich dagegen 2300 Uhr an und orderte gleich mal eine Runde Löwentor. Da ich davon nun keinen mehr trinken konnte, bekam er zwei und ich dafür einen Bismarck. Um es kurz zu machen und um die Mädels ein wenig zu schonen holte ich gleich mal die Falsche Löwentor an den Tisch. Ich kenne doch Davids Trinkgewohnheiten und wenn er erstmal auf den Cola und Löwentortrip ist, dann können die Kurzen gar nicht schnell genug ran kommen. Ich zog mich leicht aus der Schnapsrunde zurück und hielt mich nun weiterhin an Bier. Morchel konnte sich ja mit Löwentor abschießen, aber ich muß das nicht haben. Die Magnetkraft der Werkstatt trat früher ein als erwartet. Ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen, wann wir dorthin aufgebrochen sind, aber es war wohl kurz nach Mitternacht. Das Taxi stand vor der Tür und wir waren recht fix dort. Und fanden eine recht leere Werkstatt vor. Was anderes brauchte man auch nicht zu erwarten und somit waren wir auch nicht sonderlich überrascht. Erste Aktion war erstmal eine Falsche Wodka zu ordern. Klar, man hat ja noch nicht genügend Schnaps getrunken. Also rein mit dem guten Zeug. Unterdessen schrieb ich Helena das wir in der Werkstatt waren und sie wollte auch recht zeitnah erscheinen. Bei der nächsten Sms war ich froh das mein Handy heile geblieben ist. Der Schmierpopel hat geschrieben was wir denn machen würden und ob in der Werkstatt was los sein. Oh Gott, er mich gefunden und nun kommt er hier her. Ich habe ihm nämlich geschrieben, das wir schon gut drauf sind und der Morchel in ganz schrecklich vermisst. Da seine Frau auf Weihnachtsfeier in Göttingen wer und die Kinder wohl im schalldichten Keller eingesperrt waren bei den Schwiegereltern waren hatte Schmieri also sturmfrei und nutzte das indem er sich ordentlich außer Haus vollaufen lassen will. Da kommt so leicht die Frage auf, was er denn bis Mitternacht gemacht hat. Wie lange hat die Videothek auf?

Helena und Jenny kamen dann recht zeitnah und brachten mich in der Achtung der Anderen weit nach vorne. Wie kommt es das Pitsche so hübsche Frauen kennt? Ganz einfach, man muß nur mit den Freunden der Hübschen befreundet sein und schon ist man bekannt. Oder aber sie haben von meiner außergewöhnlichen Fähigkeit des Biervernichtens gehört und wollten deshalb mit mir befreundet sein. Nein, ich kenne sie halt von diversen Bar-Parties und wir verstehen uns ganz gut. Außerdem trinkt Jenny mit Sicherheit genauso gerne Havana Club wie ich. Das verbindet. Kurz darauf kam Schmierpopel und beteiligte sich erstmal an der Falsche. Jedenfalls half er mit sie aus zutrinken, das finanzielle kam später. Ach ja, Schnitzel, Tobi und der Atze kamen auch noch vorbei. Die Weihnachtsfeier war wohl schon in der Auflösung begriffen. Habe ich schon erwähnt das wir die zweite Flasche am Start hatten? Wir waren ja auch ein paar mehr Trinker geworden.

Wenn einer auffallen muß, dann ist das Schmierpopel. Er machte sich erstmal den Eiswürfelbehälter, der aus einem Maßkrug bestand und machte sich darin seine Mischung. Habe ich schon erwähnt das er einer der häßlichsten Menschen ist den ich je gesehen habe. Vor allem freute er sich wie ein Schneekönig, das er nun das größte Glas hatte. Gut unsere Gläser sahen daneben aus wie ein Fiat Cinquecento (ich verkneife mir jetzt mal Kommentare zur Marke Fiat) neben einem KPz Leopard, aber neidisch war ich deswegen nicht. Denn man versuche mal das Mischungsverhältnis in einem solchen Glas zu behalten. Anhand seines Gesichtsausdruck beim Trinken konnte ich ungefähr feststellen wie sehr im die Mischung misslungen ist. Oder aber er hatte gerade ganz furchtbare Blähungen.

Ich war also mit meinen kleinen Gläsern ganz zufrieden und dank des Schnaps hatte ich auch wieder ein Kommentare in Richtung ”ich und meine große Klappe“ abgegeben. Ende vom Leid war, das Jenny und Helena mich auf die Tanzfläche zogen und ich durfte nun tanzen. Na toll. Da aber nichts schlimmer sein konnte als ein Auftritt als Hühnermann bei einer Jugendfeuerwehrveranstaltung machte ich mir nichts daraus. Ich hatte ja eh genügend Bismarck drin. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Helena forderte zum Partnertanz auf. Dabei hatte ich die Durchsage ”Damenwahl“ gar nicht mitbekommen, sonst hätte ich mich flugs auf die Toilette verzogen oder einen gerissenen Schnürsenkel vorgetäuscht. Aber so wurde ich wieder einfach auf die Tanzfläche gezogen. Sehr zur Freude meiner Freunde, die dummerweise auch mein Fotoapparate hatten. Es ist ja nun nicht so das ich nicht tanzen kann, denn das ich das kann hat mir Helena bestätigt. Ich mache es einfach nicht gerne. Ich meine ich kann mir auch ganz gut ins Knie schießen, aber das heißt noch lange nicht das ich das gerne mache, oder das es zu meinen Hobbies gehört.

Nachdem ich dann den sportlichen Teil hinterm ich gebracht hatte konnte ich mich wieder dem trinken widmen. In einer gewissen Art und weise ist das ja auch ein Sport. Zwar eine ganz schön grenzwertiger Sport, aber der Gedanke zählt. Und als ich dann zurück kam war die dritte Falsche Wodka schon zur Hälfte alle. Was war hier passiert, warum verschwindet der Wodka einfach so in der Luft. Oder wurde er gar getrunken. Letzteres trifft wohl am ehesten zu. Und wenn ich mir meine Freunde so ansah, wusste ich wo der Wodka hin gekommen ist. In die Schlünder. Und plötzlich waren sie weg und wir sind schon auf Tabletts umgestiegen. Diesmal suchte ich die Getränke aus und entschied mich für Havana Club und Jim Beam. Sehr gute Wahl. Jedenfalls für mich. Für den Rest weniger, denn die wollten irgendwie weiter Wodka trinken. Pech gehabt. Schmieri, David und Atze hatten uns verlassen und so mußten wir den Rest vernichte. Aber das waren auch nur noch Tobi, Schnitzel und ich. Denn Morchel war megahackestramm und torkelte nur noch umher. Ich danke Gott an dieser Stelle für meinen Fotoapparat. Ich habe zwar die Videofunktion nicht genutzt, aber auf den Bildern kann man wunderbar den geöffneten Hosenstall bewundern. Warum vergisst man sich den Hosenstall zu zu machen, wenn man von der Toilette kommt. Ich meine da muß es doch schon ein Totalausfall der Grobmotorik vorhanden sein.
Wir beschlossen den Abend zu beenden, denn die Uhr zeigte auch schon 0530 Uhr und Morchel versuchte sich im aufrechten Sitzen neben der Tanzfläche, mit geöffneten Hosenstall. Sensationell. Nachdem wir dann ein Taxi vor der Tür geentert haben, brachten wir erstmal Jenny und Helena zu Hause und fuhren dann nach Westerode. Eigentlich war es geplant an der Kirche aus zusteigen, doch eine hell erleuchtete Mehrzweckhalle brachte uns dazu im Chor zu Verlangen beim Bäcker zu halten. Warum, fragt sich hier der gesunde Menschenverstand und ich kann es nicht beantworten. Hatten wir immer noch Lust zu trinken? Kurze, aber ehrliche Antwort: Ich befürchte ja. Ein paar Bier passen ja immer noch rein. Im Innern erwartete uns eine Diskussion auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Denn sie gehört hier nicht hin und wurde unter Einfluß von viel Alkohol geführt. Morchel schlief übrigens den Schlaf der Gerechten im Flur und bekam davon nichts mit. Aber er wurde von seinem Vater noch nach Hause gebracht. Unglaublich was die Stimme des Vaters alles anrichten kann. Ich hätte eine 500kg-Fliegerbombe neben ihm zünden können und Morchel hätte sich nicht bewegt, aber ein Wort von seinem Vater und er stand wie ein Soldat. Man sollte vielleicht die Stimme von Kalle aufnehmen und jedes mal wenn Thomas oder Morchel irgendwo umher liegen und schliefen abspielen. Schneller bekommt man sie nicht nach Hause.

Die Uhr zeigte mittlerweile auch 0630 Uhr als ich mich ins Bett legte. Und ich wusste, das ich einen harten Sonntag vor mir hatte. Ein früher Anruf von Kai sollte mir Recht geben. Mir ging es nicht gut und ich sollte die Überreste des Spanferkels nach Trappertopfinhaltsstoffen durchkämmen. Bei einem schwachen Magen und relativ viel Korn am Vorabend kommt das besonders gut. Ich erspare jetzt hier mal die Beschreibung von erhärten Fett und dem Geruch von kalt gewordenen Spanferkel. Ich gebe nur einen Tip, macht es nicht wenn ihr einen schwachen Magen habt. Nachher ist da mehr Spanferkel, als einem lieb ist.
Aber ansonsten geht es mir wieder gut! Ein Wochenende mit Weihnachtsfeiern und dann ist diese harte Ballerzeit besinnliche Weihnachtszeit auch wieder vorbei.


Oh Du schöne Weihnachtszeit

12/12/2007

Herzlich Willkommen in der Adventszeit. Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat, haben wir am Sonntag schon die zweite Kerze angezündet. Ich jedenfalls hab es irgendwie verdrängt. Nun bin ich auch nicht gerade der Typ, der sich so viel aus der Weihnachtszeit macht und Adventskränze sind eh viel zu gefährlich. Aber auch ich schätze die Weihnachtszeit. Man kann besinnlich beisammen sitzen und über gute alte Zeiten sprechen, dafür prädestiniert sind Weihnachtsfeiern. Oder Weihnachtskneipentouren. So geschehen am Freitag.

Wie sich herausstellte fand diese Weihnachtskneipentour nun schon zum 9. Mal statt. Das ist entweder ein Anzeiger das es schon Tradition hat oder aber das man unglaublich schnell alt wird. Vor 9 Jahren da habe ich gerade mal Abitur gemacht. Oh Gott, dann steht ja nächstes Jahr das nächste Jubiläum an. Ich darf da gar nicht dran denken. Bleiben wir also bei der Gegenwart und tauchen ein in die unglaubliche schöne Welt der Kneipentouren. Treffpunkt war wie gehabt die Bar am Stadtberg. Ich glaube ich muß an dieser Stelle mal einen großen Dank an die Familie Kühne ausrichten. Das Bemis Eltern unsere Parties seit Jahrzehnten da unten akzeptieren und uns sogar einen Raum dafür zur Verfügung gestellt haben. Nachdem dann also das erste Pils der Marke Becks den Weg in meinem Schlund gefunden hat war ich in der richtige Feststimmung und wir konnten los gehen. Der Start der Tour war ja offiziell nicht die Bar sondern Kalutschis Kiosk. Doch der Weg vom Stadtberg zum Kiosk war recht weit und so war man dankbar das man sich Wegzehrung in Form einer weiteren Flasche Bier mit nehmen durfte. Diese hatte dann stattliche 0,5 l Größe. Leider war das Kiosk nicht mehr vorhanden Sozialer Mittelpunkt vieler, sagen wir mal Randgruppen wurde einfach dem Erdboden gleich gemacht. Aber wir hielten trotzdem an und tranken unseren Jägermeister wie schon jedes Jahr. Dem einen oder anderen rollte eine kleine Träne über die Wange. Das kann aber auch am Jägermeister gelegen haben. Bei mir was das jedenfalls der Fall. Ich kann mich einfach nicht an Kräuterschnäpse gewöhnen. Ist vielleicht auch besser so. Nachdem dann das Gesicht sich langsam wieder entspannte zogen wir im Schützenrudel in kleinen Grüppchen weiter Richtung Innenstadt und mußten erneut eine Kneipe von unserer Tour streichen. Die Stadt Mainz, dem einen oder anderen besser bekannt als Hartz IV, hatte auch schon ihre Tore geschlossen. Dabei wollten wir mit unserem Besuch gerade diese Kneipe am Laufen halten. War es doch auch ein Mittelpunkt vieler sozialer Randkompetenzen in Duderstadt. Doch mit den halben Litern konnte man den Weg bis zum Budapest locker überbrücken. Hier muß ich mal erwähnen das diese halben Liter Pullen den Assi-Faktor auf eine glatte 8 hochprügelten. Auch wenn es ein Becks war kommt man sich seltsam vor wenn man mit so einer Falsche durch die Straßen zieht. Was solls, es ist ja Weihnachten.

Bemi bildete im Budapest die Vorhut und fragte recht schüchtern ob wir denn ein oder zwei Pilschen trinken können. Alles kein Problem und schon wurde eingerückt. Die halben Liter wurden aber stilecht geleert, damit der Assi-Faktor ein wenig hinunter geschraubt wird. Jedenfalls wurde sie von mir geleert. Ich habe so einige andere beobachtet, die sie halb Voll in den Mülleimer stellten. Ich nenne hier keine Namen, aber ich hoffe das die Angesprochenen sich ein wenig schämen. Im Budapest nahmen wir die Plätze direkt an der Theke ein und hatten somit kurze Anlieferungswege. Die Logistik muß immer stimmen. Und schnell wurde ins lockere Gespräch verfallen. Ich stand etwas weiter hinten mit dem Lars, der mich erstmal über Bankgeschäfte aufklärte und wenn alles klappt, gehöre ich bald zu den oberen 10000 der Wirtschaftsriesen dann verfiel das Gespräch auf das alte Thema Partnerschaft. Lars redete mit erneut ins Gewissen und ich mußte ihm ja Recht geben. Aber er hatte ein paar aufbauende Worte für mich. Nett, wenn sich Leute um einen Gedanken machen. Und das meine ich ernst. Aus dem einen Bier sind dann zwei Bier und ein Obstler geworden. Fragt mich bitte nicht warum es immer mit Schnaps enden muß. Der Schnaps wurde dann noch vom Besitzer ausgegeben und auf Nachfragen warum es denn Obstler sein mußte sagte er mit einem lachenden Auge, das er so schnell nichts ekelerregenderes gefunden hat. Aha, wenigstens ehrlich. An der Theke waren auch ein paar englischsprachige Leute, deren unser Auftreten mit ”That is german culture“ erklärt wurde. Hui, hier muß man aufpassen. Es war ja erst der Anfang der Tour, die zwei Kollegen sollen uns mal in zwei bis drei Stunden sehen. ”That is german culture!“ Im Budapest stieß dann auch der TZ zu uns und reihte sich fließend in die Gepflogenheiten ein. Da ist er dann doch sehr anpassungsfähig. Doch die Zeitschiene drückte ein wenig und wir mußten weiter ziehen.

Es ging ohne Umschweife in das Elaton, denn da wartete das Essen auf uns. Da ich im letzten Jahr leider der Kneipentour nicht beiwohnen konnte weiß ich das hier erlebte und zu erwartende nur aus Erzählungen, aber die haben gereicht. Nachdem die Getränkefrage recht schnell geklärt wurde wurde sich auch auf das Essen geeinigt. Drei Mal Olympia-Platte. Jeweils für vier Personen. Das dürfte vorerst reichen. Die Vorspeisen gingen auch recht fix und schmeckten schon mal sehr lecker. Es gab Bauernsalat, gebratene Peperoni und frittierten Feta. Eins dürfte klar sein, Kneipentouren sind nicht dazu da um Frauen anzusprechen. Also gingen die Zwiebeln ohne groß zu überlegen in den Magen. Man braucht ja genügend Treibstoff für den nächsten Tag. Auch mit dem Tzaziki wurde nicht gespart. Hatte ich schon erwähnt das keinerlei Gedanken an Frauen verschwendet wurden. Jedenfalls ab jetzt nicht mehr. Nach den Vorspeisen kam dann die Fleischplatten rein. Was soll ich sagen, es war einfach fabelhaft. Fleischspieße, Lammkotletts und als Unterlage Gyros. Dazu wurde dann Reis und Pommes gereicht. Da ich meinen Diätplan erst im nächsten Jahrtausend bei der nächsten vollständigen Sonnenfinsternis, die in Deutschland zu sehen ist nächsten Jahr in Angriff nehmen wollte schlug ich ungeniert zu. Was soll man sich auch zur Weihnachtszeit um so einen Firlefanz wie abnehmen Gedanken machen. Klar, die Weihnachtsfeiern stehen vor der Tür und manche Leute machen sich Gedanken über Kalorien zählen. Das Bier kam übrigens zu allen Gängen regelmäßig. Nicht zu vergessen war auch der Kotzo auf nüchternen Magen. Wie aus dem Elaton schon gewohnt. Und als dann die gesamten Platten vernichtet wurden wanderte noch ein weiterer Kotzo hinein. Ich hoffe meine Verdauung stand noch auf Pause, denn wenn das alles so durch geht, dann muß ich bei der EAM anrufen, damit sie stoßweise den Wasserdruck erhöhen. So ein Schreiben wäre im allgemeinen nicht schlecht, sonst würde es den Tag nach der Kneipentour zeitweise zu Problemen in der Wasserversorgung in Duderstadt und den umliegenden Dörfern geben.

Die Platten waren vernichtet und die Rechnung bezahlt. Ich glaube ich habe davon sogar Fotos gemacht. Also konnten wir mit ruhigem Gewissen weiter ziehen. Es wurde angedacht, das wir zunächst zu Dr Hippe, stadtbekannter Tierarzt, gehen um dort einen Pansenstich durch zu führen, aber der Durst trieb uns in Richtung der nächste Kneipe. Welches das Keglerheim sein sollte. Eine kleine, sehr alte Kneipe, bei der wir immer sehr nett bedient wurden. Die Frau die die Kneipe betreibt ist mit Sicherheit schon 300 Jahre alt, aber es gibt immer noch herzhaftes Flaschenbier. Und wenn man Glück hat kleine Schnapspullen aus dem Jahre 1995. Doch als wir ankamen mußten wir leider feststellen, das die gute Frau schon wieder zu gemacht hat. Vielleicht hat sie auch erfahren, das an dem Abend die Kneipentour statt findet und frühzeitig die Bude dicht gemacht. Wir trinken zwar jeder ein Pils, aber verbrauchen wohl auch Wasser für 10 Leute, bei den Toilettengängen. So standen wir vor verschlossener Tür. Und Bemi hat seinen ganzen Charme spielen lassen, doch es half nichts. Also drohten wir damit Molotov-Cocktails zu organisieren zogen wir mit gesenkten Häuptern weiter. Doch lange blieben wir nicht traurig, denn Kalli Gerbode war ja nicht weit. Frohen Mutes zogen wir dann in den ”Eichsfelder Hof“ ein. Dort reichte man uns auch recht fix die Bier an die Hand. Gleichzeitig waren auch Teile der Duderstädter Mannschaft anwesend, von denen ich ja auch ein paar kenne. Doch das Bier hat ja die Angewohnheit wieder raus zu müssen und wenn man dann erstmal der Natur freien Lauf gelassen hat, dann kommt es immer häufiger vor, das die Blase überfüllt ist. Und die Toilette im ”Eichsfelder Hof“ ist immer ein Highlight. Die Farbgebung sieht aus wie ein Lungendurchschuss oder eben wie Labskaus. Den Unterschied kann ich nie so recht heraus finden.

Nach dem ”Hof“ gings dann weiter in Richtung ”Halber Mond“. Ich schlug zwar noch vor in die Backstube ein zukehren, aber der ”Halbe Mond“ war wohl verlockender, vor allem weil es da Heidegeist gab. Nun muß ich hier zu geben, das ich ab nun nur noch in der Lage bin einen groben Abriß der Ereignisse zu geben. Seltsamerweise hat irgendwas große Lücken in meine Erinnerungen gerissen. Dabei gab es doch noch gar nicht so viel Schnaps. Die Luft hat sich draußen zwar schon extrem abgekühlt, aber den schwarzen Mann mit dem großen Hammer habe ich noch nicht gesehen. Nun ja, im Halben Mond gab es dann wieder cremiges Krombacher und wir haben die hinteren Sitzplätze für uns beansprucht. Immer sehr nett dort. Dummerweise haben sich oben angedachte Bedenken auf Grund der Verdauung bewahrheitet und ich habe einen großen Mment verpasst. Der Stan hat kund getan das er im nächsten Jahr heiraten wird und einen Heidegeist ausgegeben. Ich gratulierte ihm und dachte das keiner merken würde, das ich keinen Schnaps bekommen hätte. Aber da hatte ich mich geirrt. Schnaps rein, Grimassen gezogen und wieder entspannt. Ich führte einen kurzen Check durch und stellte fest, daß das Schnaps-O-Meter kurz vor dem roten Bereich stand. Zum Glück gab es weiterhin Bier. Außerdem mußte ich feststellen, das ein paar neue Arbeitskollegen von mir auch an der Theke standen. Dummerweise bin ich immer sehr gesprächig wenn ich einen im Kahn habe. Ich kann mich nun nicht mehr an jedes Wort erinnern, aber es ging hauptsächlich um meine neue Anstellung. Ich darf einfach nicht mehr reden, wenn ich mehr als fünf Bier getrunken habe. Vielleicht sollte ich mir da ein Stempel anschaffen, den ich mir freiwillig dann aufdrücke, wenn die magische Grenze erreicht ist. Falls dann dieses Zeichen von mir deutlich sichtbar getragen wird, einfach kein Gespräch mit mir anfangen. Ich bin erschreckend ehrlich und offen.

Der Uhrzeiger rückt bei solchen Angelegenheiten immer beunruhigend schnell vorwärts. Etwas später stießen kurzzeitig Jenny und Helena zu uns und tranken ein paar Runde mit. Doch die Zeit war nicht auf unserer Seite und wir entschlossen gegen 0230 Uhr noch in die Werkstatt zu gehen. Eigentlich ja immer traditioneller Abschluß der Kneipentour. Und draußen vor dem ”Halben Mond“ kam dann das unfassbare. Der Doktor hat sich der Werkstatt entzogen und ist einfach alleine den Heimweg angetreten. Was war da los, ist er etwa vernünftig geworden. Hatte er noch etwas vor von dem wir alle nichts ahnten. Vielleicht tat er auch nur so als sei er sturz betrunken und geht nun seiner zweiten geheimen Identität nach. Vielleicht sollte ich auch meine wilden Spekulationen mit fundiertem Wissen begründen. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Ich kann nichts vorweisen. Um ehrlich zu sein hätte es bei Jedem schon gereicht und der Weg zur Werkstatt hätte nicht mehr angetreten werden müssen. Sollen wir aber mit Traditionen brechen? Ich sage nein und mit mir der Rest der Kneipentour. Der Einmarsch in die Werkstatt hat keine Überraschung gebracht. Gewohnte Leere und gewohnte Gesichter. Dazu gehörte auch der Oppermann. Ich konnte ihn leider nicht umgehen. Nein, er ist ja ein netter Zeitgenosse. Auch wenn er bumsvoll war. Ich nahm noch ein Getränk mit ihm und dann mußte er auch schon los. Nun kann ich leider nicht mit Gewissheit sagen, ob er voll wie die Hacke war, da ich mich selber nur bruchstückhaft an diese Begegnung erinnere. Was jetzt aber nicht den Umkehrschluß zulässt, das ich bumsvoll war. Es waren einfach nur zu viele Sachen die passiert sind, das ich mir alle merken konnte.

Ach ja, mittlerweile sind wir sinnigerweise auf Mix-Getränke umgestiegen. Ich kann mich aber nur noch an den Havana-Club erinnern. Ihr wisst ja, die vielen Eindrücke haben mir sehr zu schaffen gemacht. Aber immerhin haben wir noch fünf Tabletts geschafft und das nicht mit voller Besetzung. Bemi, der ja die Kasse hatte, hatte sich zwischenzeitlich mal auf einem Sofa lang gemacht und schlief den Schlaf der Gerechten Vollstrammen. Jeder hat ihn beneidet war sich aber selber zu schade, sich die Blöße zu geben und so vielen einige über ihn her und wollten ihn nicht schlafen lassen. Die Kasse ist seltsamerweise in meiner Tasche gelandet. Dieser Teil entzieht eindeutig meiner Erinnerung. Aber so konnte ich dann ja immer nett bezahlen. Und wir haben die Kasse noch gut voll gehabt. Vermute ich mal, denn die Tabletts kamen ohne Unterlaß. Bis zu dem Zeitpunkt als bei allen das Maß voll war. Seltsam das es bei allen gleichzeitig so war. Aber was rede ich denn da, so war es ja gar nicht. Ein Teil ist nach Hause gegangen, aber ein anderer Teil hatte noch vor nach Göttingen zu fahren. Ich allerdings fühlte meine Beine nicht mehr und beschloß das ich nun besser nach Hause gehe, so lange ich noch gehen kann und ungefähr wusste wo ich wohnte. Das Kriegerdenkmal ist auch nicht so schwer zu verfehlen. Nun kommt ein kleiner Einschub. Aus verlässlichen Quellen, die ich aber keineswegs preis gebe, weiß ich, das die Tour für Kramer, Hoppi, Tallau, kurz KHT, und Topper noch nach Göttingen ging. Und zwar zum Schnitzel essen. Pervers was sich manche Leute noch am frühen Morgen antun. Und eine absolute Frechheit, das sie mich einfach aussteigen lassen haben. Auch wenn ich manchmal sage, ich möchte jetzt nach Hause, kann ich damit sagen wollen, das ich zwar den Satz gesagt habe, aber ihn keineswegs gemeint habe. Man muß auch mal zwischen den Zeilen lesen können!

Samstag morgen, ich erwachte und hatte das Gefühl ich würde mich in einem langsam drehenden Kettenkarussell befinden. Was war hier los? Hatten Außerirdische mich in einen Stasis-Schlaf gesteckt und testen nun meine Reaktion auf langsam Drehung? Hatte man mir den Gleichgewichtssinn gestohlen? Oder war das etwa die Nachwirkung von dem übermäßigen und mit Sicherheit nicht gesunden Verzehr von zu viel Alkohol? Ich konnte es nicht genau benennen, aber es sollte sofort aufhören. Tat es aber nicht, nicht mal als ich mein Auto nach dem Mittag abholte und bei der Tanke war. Dort traf ich auch auf eine Frau die ich unglaublich gut finde. Schon seit längerem. Naja, sagen wir mal so, sie fuhr gerade auf die Tanke und ich fuhr weg. Nun hätte ich drehen können und zu ihr rüber fahren können um ein kleines Pläuschchen zu halten. Doch mein gesunder Menschenverstand siegte dann doch. Ich hatte am Vorabend eine Kneipentour gemacht, von der ich nur noch den Anfang mit Sicherheit weiß und in der Tour inbegriffen war ein ausgiebiges griechisches Essen. Trotz intensiven Zähne putzen hatte mein Atem immer noch die Konsistenz eines Abbeizmittels und das wollte ich ihr keinesfalls an tun. Es gibt bestimmt nochmal eine Gelegenheit in der ich ihr meine Zuneigung gestehen kann. Wenn ich nicht zu diesem Zeitpunkt wieder ganz knapp mein Zeitfenster verpasse, in dem ich Frauen gefahrlos ansprechen kann. Nicht das ich es nicht versuchen würde.

Vielleicht aber brachte der Abend schon neue Erkenntnisse. Denn da sollte es zur Nikolaus-Party nach Göttingen gehen. Am Nachmittag schaute ich nochmal bei David und Ellen vorbei und David, Frank und ich tranken ein paar Bier. Ja ja, ich weiß schon wieder welche Gedanken den geneigten Leser plagen. ”Muß man denn schon am Samstag Nachmittag Bier trinken und dann auch noch aus einem 5 Liter Krombacher Fässchen?“ Die Antwort ist einfach. David wollte unbedingt und ich lasse doch keinen guten Freund und Familienangehörigen hängen. Also folgte ich seinem Angebot und wir schauten Fußball und tranken Bier. Jetzt soll noch mal einer sagen, das Männer nicht Multitaskingfähig wären. Ich aß sogar zeitweise noch eine Bretzel dazu. Ha!

Der Abend fing allerdings recht unentschlossen an. Mich packte spontan die Müdigkeit und ich legte mich nochmal hin. Gegen 2130 Uhr holte ich dann den Ingo ab und wir bezogen Stellung im Feuerwehrhaus. Dort wollten wir mit Pablo und Philip zusammen treffen um gemeinsam in Richtung Göttingen zu starten. Doch die Zwei ließen ein wenig auf sich warten, was auch daran liegen könnte, das sei schon seit dem frühen Nachmittagsstunden sich ordentlich Bier in den Kopf knallten. Das konnte ja ein heiterer Abend werden. Philip hätte sich auch gleich ins Bett legen können, aber er war wohl der Meinung das er eh genügend Geld hätte und doch noch auf Piste gehen mußte. Die Grundeinstellung ist schon mal nicht verkehrt. Also kamen sie erstmal 20 Minuten zu spät und hatten dann auch noch zwei Mädels im Gepäck. Und ein kleines Fahrerproblem. Eines der Mädels wollte zwar fahren, bekam aber keine sechs Leute in ihr Auto. Wir hätten zwar die Möglichkeit mit dem Feuerwehrauto zu fahren, aber da drückte das Gewissen dann doch ein wenig. Wir wären zwar nicht angehalten worden, aber man kriegt damit ja immer so schlecht einen Parkplatz und das Blaulicht ist immer so auffällig. Also gab es die Mietkutsche nach Göttingen zu mehr oder weniger moderaten Preisen.

In Göttingen angekommen begann dann die Odyssee nach den Karten. Wir hatten mit Matze abgemacht, das er uns Karten besorgt. Was auch ganz gut geklappt hat. Wir hatten sogar telefonischen Kontakt auf dem Weg nach Göttingen mit ihm, aber dann herrschte Funkstille. Wir waren am vereinbarten Treffpunkt, aber der Matze war nicht da. Außerdem war es schweinekalt. Was mir egal war, denn ich hatte ja meine gute Jacke an von der man sich erzählt, das dort eine halbe Kiste Bier rein passt, welches ich nur bestätigen kann, die mich sehr warm hielt. Wir beschlossen dann doch mal in den Vorraum zu gehen um dort wenigsten der Kälte zu entfliehen. Was ich zunächst für die Schlange für die Abendkasse hielt stellte sich dann aber als Schlange für die Garderobe heraus. Tja, Jacke abgeben war dann wohl nicht. Hätte ich eh nicht gemacht. Doch bevor wir alle drinnen waren, herrschte Verwirrung hoch zwei. Denn ich guckte hier mal und da mal und verlor den Rest aus den Augen. Nach einige Minuten wirren Umherlaufens und Telefongesprächen mit Ingo traf ich ihn wieder. Allerdings ohne Philip mit Anhang. Die teilten uns telefonisch mit, das sie schon drinnen waren. Durch eine kleine unerlaubte Aktion, aber wir wollen ja hier keinen Anprangern. Da standen nun Ingo und ich, die zwei ehrlichsten Idioten Häute der Welt und warteten auf Matze. Ich hoffte nur das mein Akku hielt, da ich Matze im Minutentakt anrief. Was sich allerdings zwischen diesen stressigen Minuten meinen Augen bot entschädigte ein wenig. Man konnte nirgends hin gucken ohne eine hübsche Frau zu sehen. Meistens sammelten sie sich in Grüppchen an und sahen so noch besser aus. Die Möglichkeit sich gewisse Gesichter einzuprägen war bald vorbei, da der Speicher schon voll war. Schließlich mußte man ja neben den Gesichtern auch eine gewisse Wertung mit abspeichern. Alles nicht so einfach, wenn man darin keine Übung hat. Ich habe schon den einen oder anderen Anfänger gesehen der mit diesem Druck nicht fertig geworden ist. Aber man ist ja schon lange im Stelzbock-Geschäft und hat eine gewisse Vorfiltration entwickelt.

Irgendwann klappte es dann auch eine Verbindung zu Matze herzustellen, der gerade in einer nicht näher definierten Schlange stand um seine Jacke abzugeben. Dem Ton zu Folge war er nicht gerade begeistert von der Sache. Nachdem Ingo und ich ihn dann ausfindig gemacht haben, berichtete er uns erstmal von seinem Glück, seinen Jackenchip kurz nach Erhalt verloren zu haben. Irgendwie erinnert mich das an eine Aktion die auch hätte machen können- Gut, mir wäre bei dem Verlust des Jackenchips noch diverse Sachen auf den Kopf gefallen, aber es gibt ja für alles eine Steigerung.Wir sollten nun die Hallen betreten, die für eine gelungen Party stehen sollten. Um ehrlich zu sein hätte ich schon nach Hause gehen können, denn der Speicher für die Eindrücke war schon voll. Aber vielleicht kann man durch defragmentierung oder aber Löschung einiger Sachen noch etwas Spiecherplatz frei räumen. Organische Chemie habe ich nie gebraucht. Was soll man groß sagen. Die Nikolaus-Party hält genau das was sie immer verspricht. Wer einmal da gewesen ist wird wissen was ich meine-. Zunächst betraten wir die oberen Ränge auf denen nahezu tropische Temperaturen, inklusive Luftfeuchtigkeit, herrschten. Da der Flüssigkeitshaushalt extrem wichtig ist, nahm ich gleich Witterung zum nächsten Bierstand auf. Doch der war überfüllt. Zum Glück telefonierte Ingo gerade mit dem Philip. Es hörte sich zwar eher nach Schreien an, aber er fand heraus, das Philip bereits Stellung an einem der unteren Bierpilse bezogen hat und wir sollten dort hin kommen. Kurze Wartezeiten ließen mich beinahe die Treppe hinunter schweben. Doch man mußte die Zeit in der Masse auch nutzen um sich um zu gucken. Mit dem Bierpils hatte ich keine Probleme, denn das sah man aus weiter Entfernung. Und die Zeit war auch gerade günstig, denn die nächste Band bereitet sich gerade vor. Also wurde die Tanzfläche wieder langsam voller und die Zelte langsam leerer. Nun mußten wir nur noch Philip finden. Ich wollte ja erst eine kleine Erfrischung zu mir nehmen, aber Ingo trieb uns weiter. Bei Philip angekommen mußten wir feststellen, das er gar kein Pils für uns organisiert hatte. Ich war nun ein wenig traurig, aber ging mit dem Ingo gleich mal Nachschub holen. Die Wartezeit war annehmbar. Sie war weit von perfekt entfernt, aber annehmbar. Außerdem konnte man sich noch ein wenig umschauen und hübsche Frauen vorlassen. Nicht das das bei uns passiert wäre, denn im Moment mußten wir an die Dehydrierung denken.

Zurück bei den Andere genoß ich erstmal ein wenig die Aussicht. In meinem direktem Umfeld fand ich gleich drei Mädels die mir auf Anhieb gefielen. Ich versuchte mein alten Trick sie so lange an zugucken und dann im entscheidenden Moment weg zugucken. Das klappte auch ganz gut, darin war ich ja auch Meister. Eigentlich kann man mein Interesse ganz einfach abfragen. Wenn ich in der Gegend umher gucke und etwas länger bei einer Frau anhalte als normal, denn besteht Interesse. Falls ich dann noch nervöse Flecken im Gesicht bekomme anfange zu trinken, wenn sie zufällig in meine Richtung guckt, dann besteht eindeutiges Interesse. Diese Aktion wird nun mehrmals wiederholt. Das ist dann auch der Grund warum mein Getränk so schnell alle ist. Nun kann man sagen, das egal was los sei, ich ja immer am Trinken bin. Für den normalen Beobachter mag das so aussehen, aber wenn man genauer hin guckt, entwickle sich da ein gewisses Muster. Der Tierbeobachter muß halt Geduld beweisen. Das war schon bei Heinz Sielmann so.

Philip war ja nun im Feuerwehrhaus schon megahacke und gab nun sein tänzerisches Können zum besten. Die Band hatte bereits angefangen zu spielen und füllte unsere Gehörgänge mit recht unterhaltsamen Liedern. Ein leichtes Kopfnicken meinerseits konnte ich nicht verhehlen, aber Philip zog gleich wieder richtig vom Leder. Tanzeinlagen wie sie Fred Bugiel nicht besser hinbekommen hätte. Ich war begeistert, ebenso wie Johanna. Philip beichtet uns das er sein Leben demnächst als Musical aufführen will. Ich bin da gespannt auf diverse Tänze. Mir fallen da nämlich einige Zwischenfälle ein. Das wäre sogar ein Musical in das ich auch rein gehen würde. Die Tanzerei schien ansteckend zu sein, denn kurz darauf verkündete die Gruppe um Philip das sie ins Savoy gehen wollen, weil man da besser tanzen könnte. Selten habe ich so viele Fragezeichen auf einem Mal in meinem Kopf gesehen. Häää, Tanzen gehen? Es ist Nikolausparty, da geht man doch nicht tanzen und wenn doch dann zu akkurater Rockmusik. Aber sollten sie man gehen, die wussten halten nicht was gut ist.

Der weilen trafen wir auf Susan und ihre Freundin. Beide umwerfend im Aussehen, aber auch Beide vergeben, wenn ich mich recht erinnere. Aber Susan kenne ich noch aus der Schulzeit, habe ich doch fast drei Jahre neben ihr gesessen. Ist schon eine nette und wenn man sich mit hübschen Frauen sehen lässt, dann ist das gut für das Image. Jedenfalls für meines. Die Zwei wollten mal ein drauf machen und Susan mußte noch nicht mal fahren. Sie hat schon angekündigt, das sie sich heute wohl sehr betrinken wird. Ich sagte ihr, das ich mich schon auf ihren Auftritt auf der Bühne freuen würde. Worauf sie an meine Ehre appellierte und mich bat sie dort herunter zu holen, falls es so weit kommen sollte. Würde ich natürlich nach einer Stunde auch machen sofort machen. Für alte Klassenkameradinnen macht man ja alles. Die zwei zogen erstmal weiter, aber wir sollten uns noch ein paar Mal treffen an dem Abend. Wenig später dann das nächste bekannte Gesicht. Tobi D I Doppel-T Mann. Der war mit ein paar Kumpels eingerückt und fühlte sich auch gleich richtig wohl. Er ist ja immer ein Spezialist im Nummern verteilen. Und gerade bei der Nikolausparty ist er da genau richtig. Ich war gespannt was er mir später zu berichten wusste. Er machte sich dann erstmal auf den Weg eine Runde zu gehen. Die wollten Ingo und ich auch noch in Angriff nehmen. Doch zunächst sollte der Getränkevorrat aufgefüllt werden. Und an der Biertheke trafen wir dann auch mal den Matze wieder, der sich zwischenzeitlich mal abgesetzt hatte. Zu Matze muß ich sagen, das er es schafft von 0 auf 100 stramm zu werden. Wir haben ja gemeinsam die Party betreten und ca. 40 Minuten oder drei Bier später bin ich das erste mal auf Toilette gegangen, mit mir der Matze und da war er schon hacke voll. Türen wurden eingetreten und gegen einen Spiegel gehauen. Was aber mehr dem Matze als dem Spiegel weh tat. Verrückt was Alkohol mit manchen Leuten anstellt. Manchmal frage ich mich wie mich der Alkohol in den Augen von anderen Leuten aussehen lässt. Oder besser nicht, das kann schlimme Diskussionen aufrufen.

Ingo und ich sind also auf Erkundungstour gegangen und haben jede Menge Leute gesehen. Ich vornehmlich Frauen. Wenn mich heute Jemand fragen würde ob denn auch Männer auf der Party waren, dann könnte ich das nicht mit Gewissheit sagen. Spricht eigentlich für die Party. Nun ja, als wir dann wieder eine der Treppen zum Erdgeschoss runter gingen sollte uns der härteste Kampf noch bevor stehen. Der Kampf durch die Massen. So viel heiße Frauenkörper und deren Ausbuchtungen Menschen auf einem Platz. Aber wir haben es geschafft, nur um dann eine alles entscheidenden Durchsage kurz vor dem Bierzelt mit zu bekommen. Wir erinnern uns das im letzten Jahr ein Feueralarm kurzzeitig die Fete unterbrochen hat. Doch in diesem Jahr sollte es ein Bombenalarm sein. Öfter mal was neues. Wir wurden gebeten den Saal zügig zu verlassen, was dann auch mehr oder weniger getan wurde. Das Schlimme war, das wir nichts mehr zu trinken bekamen. Da hört der Spaß natürlich auf und Ingo konnte mich gerade noch so zurückhalten, das ich nicht den Bierpils mit bloßen Händen zerstörte, aber wir gaben uns friedlich und kamen den Aufforderungen nach. Draußen wurde uns dann plötzlich bewusst das diese Party vorbei ist, denn nun muß erstmal eine Hundertschaft der Polizei das Gebäude durchsuchen. Tolle Wurst. Egal wer es war, der kann sich warm anziehen, falls da mal heraus kommt. Ich hoffe nur das die Polizei ihn an Hand der Anruferkennung ausfindig machen kann und ihm eine gehörige Strafe aufgedrückt wird. Ich will hier mal keine Vermutungen ausstellen, da ich auf eine Unterlassungsklage keine Lust habe.

Vor dem ZHG tummelten sich also die ganzen Besoffenen und Ingo und ich. Wohin sollte unser Weg nun gehen? Mein Vorschlag war der JT-Keller, der aber eine Wanderung durch die gesamte Innenstadt nach sich zog. Oder aber die zwei naheliegenden Alternativen: Alpenmax oder Savoy. Seltsamerweise waren diese zwei Läden nun brechend voll. Sehr verdächtig, ob das wohl vor einer Stunde auch schon so war? Leider kann ich es nicht nachvollziehen, da ich zu der Zeit noch auf einer extrem guten Party war! Wir entschieden uns für das Savoy, weil wir da ja eh noch den Philip und Konsorten vermuteten. Das Taxi nach Hause konnte nur billiger werden. Nach kurzer Anstehzeit waren wir drinnen und auch hier konnte die große Anzahl des weiblichen Klientel überzeugen. Gerade am Eingang verlor ich fast mein Herz. Sie stand zwei Leute vor Ingo in der Schlange zum Jacke abgeben. Hatte dunkle gelockte Haare und ein zauberhaftes Gesicht. Ich bin auch fast der Meinung, das sie mich angelächelt hat. Kann aber auch ein Schmunzeln gewesen sein, da ich Ingo gerade von meinem Telefongespräch mit Matze berichtet habe. Der ist nämlich zu Wölfis gegangen, weil er und seine Kumpels noch Hunger auf 1A Schnitzel hatten. In Anbetracht der Alkoholwelt in der sich Matze bereits befand war Wölfis vielleicht genau das richtige.

Im Savoy drehten Ingo und ich erstmal eine Runde um den Walter ausfindig zu machen. Dazu muß0ten wir auch nach unten, wo die Hardcore-Techno-Szene zu Hause ist. Und ich muß sagen, das es absolut gar nicht mein Geschmack ist. Auch wenn sonst Hardcore nicht verkehrt ist. Und wen mußten wir unten treffen? Susan und ihre immer besser aussehende Freundin. Deren Plan schien nach dem Bombenalarm unserem nicht unähnlich gewesen zu sein. Nur waren sie halt sehr viel Entscheidungsfreudiger gewesen. Frauen halt. Während Ingo und ich noch abwägen mußten wo denn die meisten heißen Schnitten Leute so hingehen würden, sind die Zwei einfach los gegangen , da sie ja zu den heißen Schnitten gehörten. Allerdings war mir die Mucke dort unten zu extrem und die Leute einfach zu cool. Was uns wieder in den überirdischen Bereich lockte. Dort war die Musik moderater und vor allem war dort die schwarzgelockte Schönheit. Es dauerte auch nicht lange bis wir den Philip entdeckten. Ich hätte eigentlich Wetten darauf abschließen können, das er wie ein Derwitsch tanzend auf der Tanzfläche sein würde oder zumindestens an einer der Stangen, aber nichts dergleichen. Er stand recht thekennah und sah aus als hätte man ihm gerade die Methadon-PaApckung weggenommen. Aber er freute sich sichtlich uns zu sehen.

Nun folge eine Zeit an der man an der Tanzfläche stand und sich über dies und das unterhielt. Dabei sollte man den Blick für das weibliche Geschlecht nicht verlieren. Und auch die Nähe der Theke immer bewahren. Dafür war unser Platz nahezu perfekt. Ab und an bekam Philip einen Schub Tanzwut und begab sich auf die Tanzfläche. Was mich dennoch wunderte war, woher er die Energie her nahm. In der Zwischenzeit trank er weiter quer durch den Garten und dennoch fand er immer wieder das Gleichgewicht. Aber es war nun abzusehen, das der Akku langsam aber sicher dem Ende entgegen ging. Kurze Zeit später war es dann auch so weit. Wir wollten den Heimweg antreten. Ich übernahm die Kutschenbestellung und Philip orderte noch eine Runde. Schließlich mußte das Taxi ja erstmal in Göttingen sein. Um ehrlich zu sein haben wir noch ordentlich Runden getrunken, eine halbe Stunde kann lang sein, wenn die Mischungen sehr klein sind. Dann noch zahlen und wir waren draußen und im Taxi. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde das die Taxifahrt harmlos war. Philip nutze jede Ampel um laut ”Jucki, Jucki, Jucki“ zu schreien. Natürlich mußte, um die Akustik zu verbessern dazu die Tür aufgerissen werden. Vielleicht wusste er auch nicht das man die Fenster öffnen konnte. Denn als Ingo ihm diesen entschiedenen Tip gab, blieb nun das Fenster auf. Nach etlichen Jucki-Jucki-Jucki-Rufen und einigen anderen Dingen die nicht jugendfrei waren hatten wir Westerode erreicht und ich hörte schon mein Bett rufen. Ich sah auf die Uhr und stellte fest das ich in guten 4,5 Stunden wieder aufstehen würde. Ich mußte nämlich zum Frühschoppen.

Sonntag Morgen, der Wecker klingelt und ich stand auch um zum Trinken zu gehen. Es war kein Schützenfest und auch keine Feuerwehrveranstaltung. Gerstenberg wurde 30 Jahre alt und dachte sich das er dieses Ereignis mit einem Frühschoppen begehen muß. Eigentlich gar nicht so verkehrt, wenn man bedenkt, das man so die Strammsäcke schon um einiges früher los wird und vor allem das schlechte Gewissen bei jedem vorhanden ist, der feststellt das er schon einen im Kahn hat, aber die Uhr erst 1430 Uhr zeigt. Ich sollte mir meine Geburtstagsfeier im nächsten Jahr nochmal überlegen. So rückte ich jedenfalls gemeinsam mit Heiko und Carmen und Daniel und Maike im ”Halben Mond“ ein, voller guter Vorsätze nichts zu trinken. Die Vermutung, das Kalle Marschall mich gleich erkannte hat sich bestätigt. Da er aber noch lachte muß ich wohl doch artig gewesen sein. Nach dem üblichen Gratulationsakt wollte ich mich gleich mal verstecken, damit ich nicht gezwungen wurde Bier zu trinken. Tja, da hatte ich den Heiko wohl unterschätzt, denn der hielt mir gleich was hin. Um nicht unangenehm aufzufallen nahm ich das kühle Bier entgegen. Schließlich will man ja lecker einen zusammen trinken und ordentlich Spaß haben. Und ich muß sagen, das es ein schönes Gefühl war das kalte Glas in der Hand zu halten. Nun blieb nur noch der Geschmackstest abzuwarten. Tja, es hat geschmeckt. Viel zu gut für einen Sonntag morgen und als ich dann die letzten Tropfen in meinem Schlund laufen ließ hatte ich ein ängstliches Auge nach draußen gerichtet. Trotz Dezember war es noch sehr hell draußen und ich hatte schon ein Pils getrunken. Es war erst 1130 Uhr! Ich hatte ein wenig Angst.

Martin hatte mittlerweile zum Sturm auf die Fressalien geblasen und meine Angst war verflogen. Kein Wunder den ich stand ja nun nicht mehr am Fenster sondern an der kalten Platte. Genau das richtige nach einer durchzechten Nacht mit ordentlich ”Jucki, Jucki, Jucki“. Der Standort bleib auch erstmal draußen, denn die nette junge Bedienung brachte das Pils ja auch nach draußen. Doch ich stellte fest, das es so nicht weiter gehen konnte. Auch wenn es ein herrliches Gefühl war konnte ich mich nicht einfach vollaufen lassen, ich mußte ja Montag wieder arbeiten. Also bestellte ich einen Kaffee zwischen zwei Bieren und erntete seltsame Blicke. Ja, das Gewissen hatte noch ein kleines Wörtchen mit zu reden. Auch wenn es nach dem Kaffee zusammengeschlagen und in die Besenkammer gesperrt wurde nicht mehr zu Wort kam. Während wir dann draußen standen wurden auch schon Vorträge gemacht, die aber an mir vorbei zogen, da wir ja draußen unsere eigene Unterhaltung hatten. Aber sie schienen recht spaßig gewesen zu sein. Irgendwann kam dann auch der Moment wo die Seulinger ihre Geschenk überreichten. Es war ein gefakter Bungee-Sprung, wie sich später heraus stellte. Und ich möchte hier erwähnen, das ich mich von solchen Aktionen distanziere. Denn ich werde ja im nächsten Jahr auch 30 und da möchte ich keinesfalls in schlechter Erinnerung deren bleiben, auf deren Geburtstage ich nun eingeladen werde. Auch wenn es nichts bringen wird.

Die Uhr rückte langsam auf die Sperrstunde vor, die vom Gastgeber auf 1500 Uhr festgelegt wurde. Was er aber nicht wusste war das es für ihn dann erst richtig los gehen würde. Denn er mußte ja fegen. Gehört sich ja so für einen 30jährigen. Auch hier distanziere ich mich von solchen Äußerungen. Ich bin strikt dagegen und halte diesen Brauch für überflüssig. Vor allem für die, die im Jahre 1978 geboren sind. Gerstenberg bekam also einen Blaumann an einen Minisombrero auf und Holzschuhe an. So mußte er dann einen Bollerwagen mit Blaulicht durch die Stadt ziehen. Bis zum Rathaus, wo er dann fegen mußte. Und ich muß ehrlich sagen, das es ein sehr humanes Fegen war. Es gab nur ein paar Kronkorken und er mußte keinen Schnaps trinken. Da habe ich eindeutig schlimmere Dinge schon miterlebt. Ich kann mich noch lebhaft an Ingo erinnern. Das war mit das Schlimmste und hat meine Ängste regelrecht hoch gekocht. So stand Martin noch aufrecht, als er endlich zu Ende gefegt hat. Begleitet wurde er dabei von Gesangskünsten der Seulinger, die Lieder sangen, die ich nur im Entferntesten kenne. Doch zum Schluß ließ Martin nochmal eine Bombe platzen. Er machte seiner Freundin einen Heiratsantrag. Ob es nun romantisch war oder nicht, sei jedem selbst überlassen, sie jedenfalls sagte ja. Mir fiel dazu spontan nur eine Sache ein: Junggesellenabschied. Herrlich, wenn eine Party eine andere hinter zieht. Sagt man das über Hochzeiten nicht auch?

Zurück ging es dann mit dem Bollerwagen zum Weihnachtsmarkt. Den hatten wir auf dem Hinweg schon besucht und Martin durfte da schon Kinderkarussell fahren. Wobei das Kind, welches hinter ihm gesessen hat bestimmt einen Schock für das Leben bekommen hat. Er war stark alkoholisiert und fuhr immer im Kreis. Naja, vielleicht war es das von zu Hause ja auch gewohnt. Da hatten wir also schon Hausverbot, also ging es an die Glühweinbuden zurück. Nun muß dazu gesagt werden, das die Seulinger sich nicht so ganz an den minderen Alkoholkonsum gehalten haben wie ich. Ich war nun nicht gerade sparsam, aber ich wusste mich zu bändigen. Zumal ich ja eh nicht er Schnelltrinker bin. Wären wir länger im ”Halben Mond“ geblieben, wäre ich bestimmt auch schon mit leicht lallender Zunge unterwegs gewesen. So aber traf ich noch ein paar Westeröder und konnte vor denen glänzen und mir gleich eine Mitfahrgelegenheit organisieren.

Irgendwie war die ganze Veranstaltung leicht im Auflösen begriffen und ich fuhr dann mit den Westerödern zurück. Es hat eine Menge Spaß gemacht und war mal etwas anderes. Ich wünschte nur ich könnte meinen 30sten auch so feiern. Aber es gibt denke ich genügend Leute die das nicht zu lassen werden. Warum gehe ich auch immer überall hin? Auf jeden Fall hat es gereicht und ich mußte ja am Montag Morgen meine volle Arbeitskraft meinem Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Wie ich erfahren habe, hatte Scholle frei. Daher auch der Ansporn mich mit Glühwein abfüllen zu wollen. Frechheit!


Elferrat Overdose

04/12/2007

Der Freitag kam sehr überraschend. Er sollte nicht nur das Ende meines Urlaubs bedeuten, sondern auch den Eichsfelder Büttenabend. Eine Veranstaltung auf die ich absolut gar kein Bock hatte. Für den Elferrat bedeutet es nämlich nur, das sie noch einen weitere Veranstaltung hatten bei der sie schuften durften und wie immer viel zu wenig Mann sind. Dementsprechend freute ich mich auf diese Veranstaltung. Am Montag wurde die Bühne aufgebaut und da hatte ich schon keinen Bock mehr auf die Veranstaltung. Es ging aber leider kein Weg dran vorbei.

So begab ich mich denn frühzeitig auf den Weg und sammelte unterwegs noch Patrick und Kai ein. Zusammen schlugen wir oben auf und durften gleich weiter arbeiten. Es sollte ja ein Pavillon aufgebaut werden, damit die Raucher nicht so naß wurden, falls es denn anfangen zu regnen sollte. Warum müssen solche dümmlichen Arbeiten immer die Nichtraucher machen. Ist mir doch Wurst ob die Raucher draußen kalt und naß werden. Müssen sie halt nicht rauchen. Aber was macht man nicht alles wenn man im Verein ist. Da springt man sogar lachend in einen Tümpel, bei dem man den Grund wegen akuter Wassertrübung nicht sehen kann, wenn man in dem entsprechenden Verein ist. Nachdem dann der Pavillon aufgebaut war, mußten noch diverse andere Dinge erledigt werden. Zum Glück wurde schon Bier gereicht. Welches recht zügig in meine Kehle floß. Mit etwas Glück. Ich hoffte nur das es für die Leute die etwas zu tun hatten den ganzen Abend Freibier gab oder zumindestens während der Veranstaltung. Nach einiger Diskussion stand fest, das wir alle bezahlen mußten. Für wurde zu dem Zeitpunkt klar, das ich nie wieder zu einem Eichsfelder Büttenabend gehen werde. Sollte er wieder in Westerode statt finden, dann trete ich auf der Stelle aus dem Elferrat aus. Ich bin doch nicht so bescheuert und opfere meine wertvolle Freizeit für eine hirnrissige Veranstaltung bei der ich dann auch noch buckeln darf und für mein Bier bezahlen muß. Eher lasse ich mich mit einem Katapult vor eine Wand schießen. Da habe ich mehr von. Ich hielt noch mal kurz Rücksprache mit Kalle, der den DJ mimte, hatten wir dann aber doch Freigetränke. Ich glaube wohl es hackt. Die Theken-Leute schrauben sich ein Bier nach dem anderen rein und ich soll dafür bezahlen!

Neben der jetzt gut genutzten Getränke-Flatrate hatte ich noch ein paar organisatorische Dinge zu erledigen. Zunächst mußte ich von dem Vorstizenden Zettel der Akteure und deren Vorleiben abholen. Dann mußte ich den Schnitzel einweisen, da er bei der Generalprobe nicht dabei war. Und vor allem mußte ich Bier trinken. Ich kann nun mal keinen Büttenabend überstehen, wenn ich keinen uneingeschränkten Zugang zu Bier und ähnlichen alkoholischen Getränken habe. Ich bin gerne im Elferrat, aber das hat nicht viel mit Karneval zu tun, sondern mit den Leuten. Was natürlich auch von Vorteil ist, sind die ganzen Prinzengarden. Die waren wirklich nett anzusehen. Zwar nicht immer das Gesamtbild, aber so einige Lichtblicke gibt es ja in jeder Garde. Die Westeröder Garde mal außen vor, die sehen ja alle gut aus. Ich hoffe man sieht meine Schleimspur nicht. Und dann waren da noch die Hilkeröder. Die traten mit dem Männerballett auf. Und ein Name auf der Liste kam mir seltsamerweise sehr bekannt vor. Patrick, der Jugendfeuerwehrwart aus Hilkerode, spielt da auch mit. Na das konnte ja ein heiterer Abend werden.

Nachdem ich dann genügend Bier konsumiert hatte konnte ich den Abend freigeben. Praktischerweise sah das der erste Vorsitzende auch so und legte los. Der Hauptteil von Schnitzels und meiner Arbeit bestand also aus auf und abbauen der Bütt, was sich eigentlich nur als umher schleppen darstellte. Dazu wurden wir natürlich vom Publikum angefeuert. Man gebe den Leuten ein paar Pils zu trinken verfeinere die ganze Gelegenheit mit ordentlich Schnaps und schon kommen die dummen Sprüche von ganz alleine. Erschwerend kam hinzu das sich Regin an einem der vorderen Tische befand und mit den dummen Sprüchen nicht sparte. Aber man ist ja geduldig. Man braucht nur ein großes Gedächtnis, wo das alles an einer Stelle notiert wird, die man dann bei geeigneter Gelegenheit abrufen kann. Und diese Gelegenheit wird bestimmt kommen, da bin ich mir ziemlich Sicher. Aber man ist ja im Elferrat und da versteht man viel Spaß. Und man konnte die Auf- und Abbauaktionen prima nutzen um sich ein wenig Getränkenachschub zu holen. Komischerweise war das auch meine Aufgabe, denn die anderen waren nie so schnell mit ihren Getränken fertig wie ich. Das Problem war dann aber diese Getränkemissionen so abzupassen, das man keine Aufbauaktion verpasst oder gar dabei erwischt wird, das man gerade an der Theke sich ein Bier in den Schlund laufen lässt, während auf der Bühne das komplette Chaos herrscht, weil eine Garde gerade die Pyramide machen wollte und dabei in die Bütt gefallen ist. Nicht das mir das schon mal passiert wäre. Jedenfalls nicht bei einem Büttenabend. Bei Fußballspielen ist das was ganz anderes und zählt hier auch nicht.
Das Bier schmeckte seltsamerweise recht gut und ich dankte meinem Körper dafür, das er es so gut ertrug, denn auf Mischungen konnte ich keinesfalls umsteigen und Schnaps wollte ich nicht trinken. Auch wenn ich schon wieder ein paar Androhungen bekommen habe. Ramona drohte mir schon an, mit mir zu tanzen, was ich aber einigermaßen abwenden konnte, da ich wieder mein kaputten Fuß aus einem fiktiven Krieg aus grub. Aber dafür sollte ich dann einen Schnaps mit ihr trinken. Schon schlimm, wenn man sich für eine Sache opfert. Aber bis zum Ende des Büttenabends war ja noch ein wenig Zeit. Doch bei den diversen Toilettengängen kam man dann auch an dem Tisch von Porno vorbei. Eben jener hatte sich mit Philip eine Flasche Roten geholt und die innerhalb einer viertel Stunde recht arg dezimiert. Eigentlich wollte ich ihnen mein Beileid aussprechen, aber sie waren schon so schön stramm, da hätten sie eh nichts mehr mitbekommen. Wenn man ihnen beim Gehen zugeguckt hat, dann konnte sie nur stramm gewesen sein. Oder aber da interne Navigationssystem hatte einen Fehler und konnte sich nicht entscheiden. Porno jedenfalls passte mich bei einem Toilettengang ab und zwang mich einen Roten mit ihm zu trinken. Ich fragte vorsichtshalber ob er da vorher rein gespuckt hätte, aber erntete nur ein süffiges Lächeln. Alles klar, voll bis zur Unterlippe, da kann man so ein kleines Glas nicht mehr mit Spucke treffen. Der Geschmack war jedenfalls sehr ekelerregend. Ich habe ganz vergessen wie süß solche Schnäpse schmecken. Warum muß immer alles mit dem Vorschlaghammer erreicht werden. Reicht da nicht der normale Suff, den man sich langsam durch Bier aufbaut. Davon hat man länger was und vor allem braucht man mit 35 keine neuen Geschmacksnerven, weil die alten zugeklebt waren.

Auf der Bühne zurück bleib nur noch ein kleiner Teil des Büttenabends zu meistern und das war der Teil, wo wir am meisten tun mußten, besser gesagt am geschicktesten Koordinieren mußten weil ein Gardetanz fehlte. Aber dank des Biers, konnte ich nicht mehr klar denken und so schafften wir auch diese Hürde. Es klappte alles problemlos. Ich möchte hier nochmal lobend den Auftritt von Hilkerode erwähnen. Das Männerballett war richtig klasse, auch wenn Regin da mitgemacht hat. Aber einen Kasper muß es ja immer geben. Irgendwem muß man die Schuld ja zuschieben, wenn es nicht klappen sollte.

Der Büttenabend war also vom organisatorischen vorbei. Jedenfalls von meiner Seite und ich habe die Zeit gut genutzt und mir bestimmte Gardemitglieder der Krebecker Garde genau an geguckt einen soliden Schutzwall aus Bier aufgebaut. Ich war also gut drauf und konnte den Einmarsch aller Beteiligten gemütlich am Tresen erleben. Aber der Präsident muß definitiv ausgetauscht werden. Ich habe noch nie einen unlustigeren Menschen durch das Programm führen sehen. Doch halt, letztes Jahr beim Eichsfelder Büttenabend. Aber kommen wir zum Einmarsch. Da hatte ich die Gelegenheit mal den Westeröder Tisch genauer zu beobachten. Und Junge waren die voll. Spontan fällt mir jetzt nur Florian ein. Der war aber auch bumsvoll. Er stand als erster von den Westerödern auf der Bank, was aber auch an seiner Größe gelegen haben könnte. Doch was ich nun sehen mußte war schon sehr erheiternd. Er war mit Leib und Seele dabei und jedes Helau das seine Lippen verließ war mit ziemlicher Sicherheit im oberen Bereich der Lautstärkeskala. Manche der Garde-Mädels erschraken regelrecht als er sie an schrie. Aber lustig anzusehen war es. Aber Vollmer war nicht der Strammste im Saal. Bei weitem nicht. Ganz weit vorne kamen die Bilshäuser, die einfach jede Menge Spaß hatten. Nun lässt sich bestimmt eine Relation zwischen dem konsumierten Alkohol und dem Spaßfaktro aufstellen. Hat dazu irgendjemand Bock, also ich nicht. Ich kann nur bestätigen, das die richtig Stimmung gemacht haben und des öfteren Sprechgesänge anstimmten und als erste auf die Bänke gestiegen sind. Gut, sie waren auch die ersten die beinahe die Bilshäuser Garde abgeräumt hatten, aber da wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

Nun hieß es immer sehr thekennah zu agieren, also war die Tanzfläche für mich gesperrt. Die war ja viel zu weit weg von der Theke. Außerdem war sie voll bis oben hin. Ich frage mich jedes mal, wo bei manchen Menschen der Bewegungsdrang herkommt, wenn sie was getrunken haben. Aber ich bin auch dankbar, denn sonst würden sie ja alle an der Theke stehen und ich würde nichts mehr zu trinken bekommen. So hat jeder seinen Spaß. Doch manchmal gibt es eine kleine Unregelmäßigkeit in dieser Konstellation. Da gibt es eine kleine Anomalie im Raum-Zeit-Gefüge, die mit der bestehenden Ordnung nicht so ganz konform gehen will. Solche Unregelmäßigkeiten sind dann sehr hartnäckig. Und meistens ist die Prinzessin so eine Unregelmäßigkeit, eine nette Unregelmäßigkeit. Man sitzt gemütlich am Tisch und befindet sich gerade in einem Bier Langzeittest und schaut sich aus der Ferne ein bestimmtes Mitglied der Krebecker Garde an. Da kommt dann die Prinzessin heran und macht von ihrem königlichen Recht Gebrauch und verlangt zu tanzen. Meistens habe ich da ja nichts gegen und lasse sie gerne ihre Gliedmaßen durch die Gegend schmeißen, der Knackpunkt ist nur der das sie mit mir tanzen wollte. Ich fing zwar erst an mit meinem schlimmen Fuß und diversen anderen Gebrechen, doch bei dem Blick hatte ich keine andere Wahl und verwarf die Idee sie in den Bierlangzeittest einzuweihen. Es hätte ja eh keinen Sinn gehabt. So durfte ich dann mal wieder mit der Prinzessin tanzen. Warum suchen sich eigentlich die Frauen immer die Männer zum Tanzen aus, die dazu am Wenigstens Bock haben. Es scheint ein Sport zu sein. Und die kommen immer dann auf solche Ideen, wenn es gerade eine neue Runde Bier gibt. Komischerweise setzen auch alle immer ein freundliches Gesicht auf, wenn sie mich bei rhythmisch zuckenden Bewegungen auf der Tanzfläche sehen. Aber die Prinzessin hat sich gefreut und da ich ja eh als Prinzenpatrouille eingeteilt bin, habe ich es ja gerne gemacht. Und die Bierrunde ist ja auch nicht weggelaufen. Das wäre auch fatal gewesen. Dann hätte ich mir sofort die Füße abgehackt.

An der Theke traf ich dann auf Ramona, bei der ich dann ja auch schnellstens meine Tanzschuld einlösen wollte. Nicht das sie mich jetzt tanzen gesehen hatte und nun auf den Schnaps verzichten wollte und dafür lieber das Tanzbein schwingen. Doch ich hatte Glück, sie wollte weder das eine noch das andere. Hmmm, ihr Gesichtsausdruck sagte mir, das sie wohl doch schon den einen oder anderen Schnaps getrunken hat. Mir war es Recht und ihre tröstenden Worte, das wir dann beim nächsten Mal was trinken wollte ich gar nicht mehr hören.

Der Abend schritt fort und der Saal leerte sich. Die Einzigen die noch da waren, waren waren zwei Elferratsmitglieder aus Krebeck, die auch sehr gut am Glas waren. Aber so langsam wurde es Zeit, das wir auch die Tore schließen würden. Also wurden sie zu einem Löwentor überredet, ein Schnaps der dem Ungewohnten schnell sagt wo die Tür ist. Ich war mittlerweile auf Cola Asbach umgestiegen. Die Geschichte wie es dazu kam möchte ich lieber verschweigen, weiß aber, das es dann wieder böse Gerüchte gibt, daher gebe ich sie lieber selber zum Besten und zwar so das ich am Besten bei weg komme wie sie wirklich passiert ist. Ich stand vor der Theke und genoß ein Pils, als einer der häßlichsten Menschen den ich je gesehen habe Schmierpopel mit eben jener Flasche um die Ecke kam. Ich traute meinen Augen kaum gab ein paar nicht identifizierbare Laute von mir und forderte ebenfalls eine Mischung die einem das Lachen aus dem Gesicht prügeln würde und protestierte auf das Heftigste. Doch leider bin ich auch nur ein Mensch und ließ mich mit einer Mischung bestechen. Wenn man bedenkt, das ich früher nur an einer Asbachmischung reichen mußte um einen Brechreiz zu bekommen habe ich mich schon sehr gebessert. Die Krebecker vertrugen den Löwentor besser als erwartet und machten nur halb so fiese Hackfressen wie ich wenn ich Schnaps trinken muß. Ich machte ihnen dann noch ein paar Komplimente über ein Mitglied ihrer Garde und sie bewegten sich gen Ausgang, was aber nicht am Kompliment lag, sondern am wartenden Taxifahrer.

Mir wurde mittlerweile schon wieder angeboten, das ich Schlüsseldienst machen sollte, aber diesmal besann ich mich meiner Pflicht und lehnte dankend ab, da ich die Prinzenpatrouille hatte. Ein Dienst neunzehnmal besser als Schlüsseldienst. Den nahmen dann Sylvia und Jens auch an und wir begaben uns gen Heimat. Kurz vorher telefonierte ich noch mit Regin, der im Auftrag einer Gardetänzerin anrief, die ihre Jacke wohl vergessen hat. Die hatte ich nun auch noch dabei. Dann noch eine selbst gemachte Mischung in der rechten Hand und ein Schnitzelbrot in der linken Hand. Und nun soll noch mal einer sagen, das ich nicht multitaskingfähig bin. Außerdem regnete es in Strömen und das Prinzenpaar entließ mich gnädigerweise aus meiner Pflicht, so daß ich auf direktem Wege nach Hause ging. Naß, aber satt und nicht mehr durstig schlief ich den Schlaf der Gerechten.

Samstag Morgen, es nahte das Aufräumen und mich verließ spontan die Lust aufzustehen. Aber auch das Aufräumen ging vorbei und diesmal sogar recht fix. Denn es gab ja einen großen Plan auf den man hinarbeitete. Die abendliche Weihnachtsfeier vom Elferrat. Die diesmal wieder in Duderstadt statt finden sollte. Was das bringen sollte wusste keiner genau. Es war nur eins klar, die letztjährigen Weihnachtsfeiern waren immer ein voller Erfolg. Betonung liegt hier auf voll!

1830 Uhr war der Treffpunkt bei Kai Walter. Wiebke fuhr ihn, Schnitzel und mich nach Duderstadt in der Hoffnung das wir noch vorher einkehren würden. Ich war zumindestens der Hoffnung, aber dank diverser Bankgeschäfte hatten wir dafür keine richtige Zeit mehr und sind gleich in das Elaton eingerückt. Am Eingang haben wir noch gleich den Jotte aufgeschnappt und ab gings. Das Elaton verspricht feine griechische Küche. Mit anderen Worten, egal was man isst, hinterher reicht man aus dem Mund als hätte man eine Expedition nach Transylvanien vor. Was ich absolut nicht schlimm finde. Knoblauch ist ein verdammt gutes Zeug und ich liebe es, genauso wie die griechische Küche. Wer damit Probleme hat hat selber Schuld. Der Tisch war gedeckt und man konnte gleich mal Getränke bestellen. Ich hatte die Wahl zwischen Warsteiner (Kopfschmerzen am Folgetag) und Weizen (Blähungen am Folgetag). Da ich aber irgendwie nicht den Bezug zum Hefe hatte entschied ich mich für eine ausgedehnte Bierkur. Schließlich war ich ja vom Vortag noch im Training und sollte nicht so schnell das Pferd wechseln. Außerdem hatte ich Angst, das ich nicht so viel Hefe trinken konnte, wie ich plante. Nach und nach trudelten die Anderen ein und man konnte sich an die Bestellung machen. Im Hinblick auf den noch ausschweifenden Abend entschied ich mich für eine normale Portion Gyros. Ich schwankte ein wenig zwischen dem Nikos-Teller und einer großen Protion, aber da ich mich noch ordentlich zuschütten wollte, mußt eich ein wenig Platz im Magen vorsehen. Ich wollte ja nicht das das gute Essen vorzeitig wieder das Tageslicht erblickt. Schon ging es los. Nachdem die Bestellung aufgenommen wurde wurde dann erstmal ein Kotzo gereicht. Ich verstehe es einfach nicht. So ein Schnaps trinkt man doch hinterher, damit die Verdauung ordentlich angeregt wird und nicht vorher, wenn der Magen leer und die Größe eine getrockneten Weintraube hat. Aber was solls, da wird sich halt auf nüchternen Magen erstmal ein hochprozentiger Schnaps rein gefeuert.
Das übliche Schnapsgesicht später wurde schnell mit Pils hinterher gespült. Und gleich das nächste bestellt. Schließlich wollte man ja heute noch was schaffen. Man hatte ja noch ein After-Essen-Programm in petto. So hoffte ich zumindestens, denn nur Essen gehen ist dann doch schon fad. Ich kann mich an Weihnachtsfeiern erinnern, da ging im Anschluß noch richtig die Post ab. Doch schon kam das Essen. Sehr lecker und sehr Verdauungsfördernd, da genügend Zwiebeln und genügend Tzaziki vorhanden war. Ich liebe ja würzige Speisen. Das Fleisch war sehr lecker und hätte ein wenig reichlicher sein können. Dafür könnte man ja getrost den Reis und die Pommes ein wenig dezimieren. Die sind eh nur da um die Zwischenräume zu füllen. Aber es ging auch so. Schließlich gab es ja noch Bier um sich ein wenig aufrecht zu halten.

So ging es auch munter weiter. Nachdem das Essen weggeputzt war wurde der Bierexpress drastisch nach vorne getrieben. Interessanterweise hatten wir einen recht guten Rhythmus drauf, so daß die Bedienung ständig auf Tour war. So hält man die Leute fit und kann den Krankenkassen ein wenig unter die Arme greifen. Man denkt ja immer an das Gesundheitssystem. Dummerweise hat sich in die ganze Getränkelawine im Anschluß an das Essen noch ein Kotzo verirrt. Nur böse Zungen behaupten, das ich den selber bestellt hätte, denn jeder weiß ja wie sehr ich Schnaps verabscheue. Zu dem Kotzo gab es dann noch eine kostenlose Runde vom Haus. Warum nicht eine kostenlose Runde Bier? Egal, rein mit dem Zeug, dann ist es schneller weg. Seltsamerweise verließen uns einige Elferratsmitglieder schon recht früh. Und gerade solche Experten von denen ich mir etwas mehr Einsatz erhofft hatte. Zuerst war da der Gaudo, der stellvertretenden Trötenbeauftragte, er verließ den Tisch mit wenigen Worten und fuhr nach Hause. Wenig später schloß sich Morchel an, der komplett nüchtern geblieben ist. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um den Elferrat, wenn das so weiter geht, verlieren wir drastisch an Substanz. Ich hoffe die nächsten Parties gehen wieder besser ab. Nachdem dann also zwei Hoffnungsträger den Saal verlassen haben wurde es langsam Zeit sich um das Programm nach dem Essen Gedanken zu machen. Und die Entscheidung wurde recht fix getroffen. Es sollte in die Werkstatt gehen. Wohin auch sonst. Nach den recht guten Erfahrungen von letzter Woche, vom Ende mal abgesehen, könnte man ja wieder mal einen Versuch starten und gucken ob denn da wieder so viel los sei. Aus verlässlichen Quellen habe ich erfahren, das dort 1 € Party sei. Das tut mal wieder gut für den Geldbeutel. Denn wenn ich meinen Deckel so anguckte, dann hatte ich schon wieder Angst an die Kasse zu gehen. Die Striche bei Pils wurden seltsamerweise immer mehr. Und schon wieder war einer dazu gekommen. Zum Glück kann ich mich nicht mehr erinnern, wie viel ich dort getrunken haben. Ich weiß nur das ich den ersten Querstrich schon vollzogen habe.

Die Überraschung kam dann an der Kasse. Satte 30 € durfte ich dort lassen um dann in die Kälte geschickt zu werden um die Werkstatt anzugehen. Ja richtig gelesen, wir wollten zu Fuß gehen. Wir, das waren Kai, Görtler, Schnitzel, Vollmer, Böning, Thomas B. und ich. Wobei die Reihenfolge nicht den Zustand der Trunkenheit wieder spiegelt. Denn dann müßte ich Vollmer an erster Stelle schreiben und dann lange Zeit nichts. Und mein Platz am Ende der Liste ist schon ganz gut gewählt. Wenn man davon ausgeht, das der Zustand den Vollmer am Freitag hatte, dann wären wir alle am Freitag als nüchtern eingestuft worden. Heute war die Kluft nicht ganz so drastisch, aber man merkte schon das beim verlassen des Elaton die Zunge plötzlich schwerer wurde. Es wurde gelallt und vor allem lustige Handzeichen gegeben, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Der Weg zur Werkstatt war so gesehen ein Katzensprung. Ist man aber mit sieben Leuten unterwegs, die alle nicht mehr ganz nüchtern waren, kann sich das schon mal ein wenig in die Länge ziehen. Vor allem wenn ein Großteil übermütig wird und sich gegenseitig durch die Gegend schubst. Vor der Werkstatt passierte dann das Unfassbare. Vollmer rief Patrizia an, damit sie ihn abholen sollte. Ich sagte, das er einen Ei-Tritt bekommt, das sie ihm zu den Ohren rausfliegen würden. Aber er erwiederte nur, das sie ein schlechtes Gewissen hätte, weil sie am Freitag so voll war. Alles klar, Patrizia war voll. Was war denn dann der Vollmer. Komatös? Ich kann es nicht beziffern, weil meine Skala so weit nicht reicht. Egal, der Vollmer war also raus und Kai versuchte uns umsonst rein zu bekommen. Er hatte ja noch einiges gut zu machen, da er auf Grund von ”Terminen“ zum Aufräumen nicht erschienen war. Wer es glaubt. Ich weiß zwar nicht wie er es gemacht hat, aber wir sind umsonst eingelassen worden. Besser gesagt, habe ich nichts mehr bezahlt und die Uhr war nicht so weit fortgeschritten, das die Kasse schon zu hatte. Ganz unbewusst kenne ich am Eingang schon sämtliche Leute und kann sie mit Handschlag begrüßen. Eine Tatsache die einem zu denken geben sollte. Aber wenn man schon etliche Biere und Kotzo im Elaton in sich rein geschüttet hat, dann ist man froh wenn man an das nächste Denken kann, was der Körper zu tun hat. Bier holen!

Aber dem konnte ich früh genug Einhalt gebieten. Denn es war ja 1 € Party in der Werkstatt. Also gab ich intern neue Parolen aus. Ab jetzt wurden im großen Stil Mischungen eingefahren und zwar Havana Club. Den Beginn machte Thomas B. der ja am Freitag auch Geburtstag hatte. Herrlich dieser Geschmack von herben Havana Club auf der Zunge, er spülte die triste Stimmung in der Werkstatt einfach hin fort. Denn es war wie es nicht hätte anders sein können. Nichts, keine hübschen Frauen, keine bekannten Gesichter, nur der übliche harte Kern. Also konnte man gar nichts anderes machen als sich langsam aber sicher dem Delirium anzunähern. Doch halt, ein bekanntes Gesicht war schon da. Nämlich der Florian, also unterhielt ich mich mit ihm ein wenig und spendierte einen Kaffee für ihn und eine Runde für den Rest. Doch die hatten schon Tabletts geordert. Hui, das ging ja schon mal gut ab und war definitiv noch ausbaufähig. Florian und ich unterhielten uns über dies und das, bis er dann weiter zog. Aber er wurde von diversen anderen Leuten abgelöst, deren Namen ich nicht mehr genau weiß. Das Gefühl ist einem bestimmt bekannt, wenn man Leute begrüßt und deren Namen einen zum Teufel nicht einfallen will. So ein Gefühl hatte ich mehrfach am Samstag. Aber ich habe immer nett und höflich zurück gegrüßt. Man weiß ja nie wann man sich mal wieder trifft und einem dann spontan einfällt das dies der Lottogewinner des größten Jackpots aller Zeiten war.

Kurze Zeit später traf dann die ältere Riege in der Werkstatt ein, bestehend aus Kalle, Schmierpopel, Fasel und M7. Sie reihten sich gleich in die Runde der Trinker mit ein und Fasle vertrug den Wodka Red Bull gar nicht so gut. Ich verstand ihn recht gut und nippte genüßlich an meinem Havana Club. Ein wahres Fest für den Gaumen und die Zunge und überhaupt den ganzen Körper. Auch wenn mir klar wurde, das mir am nächsten Tag wieder der Strafzettel dafür vor gehalten wird. Aber man lebt nur einmal und das sollte man genießen. Was nützt mir, wenn ich jahrelang gesund gelebt habe und dafür auf den Geschmack von Havana Club verzichten hätte müssen. Früher oder später wird es mir eh ein Arzt verbieten und bis dahin werde ich es ausnutzen. My body, my temple. Und der sieht eh baufällig aus. Nachdem sich jedenfalls Fasel die Wodka Mischung rein gewürgt hat, wurde ihm von Kalle ein Havana Club gereicht, welches seine Gesichtsmuskeln eindeutig entspannen ließ. Da erkennt man den wahren Kenner.
Nun folgte ein recht ereignislose Zeit in der man den Hauptaugenmerk darauf legte sich hemmungslos zu betrinken. Was sollte man auch sonst in der Werkstatt anstellen. Hübsche Frauen waren Mangelware und wenn dann schon von Görtler in Beschlag genommen. Oder andere Spitzlumpis haben sich wie kleine Blutegel an ihnen fest gesaugt auch wenn mir Schnitzel mitteilte, das er sich ziemlich sicher war das diese junge Dame zu dem ältesten Gewerbe der Welt gehörte. Verstehe ich gar nicht was Schnitzel gegen Bäckersfrauen hat? Ich wüsste nur gerne woher er das wusste.

Ich muß zugeben, das manche Leute Hefe-Weizen in Verbindung mit Wodka Red Bull nicht ganz so gut vertragen. Um genau zu sein, war es der Kai. Teilweise konnte man nicht mehr feststellen, ob seine Augen geöffnet oder geschlossen waren. Oder ob die Sehschlitze nur dazu da waren um gelegentlich die Augen zu bleichen um einen Funktionstest zu vollführen. Auch der Gleichgewichtssinn schien stark in Mitleidenschaft geraten zu sein, denn das Sitzen auf einem Stuhl wurde zur wahren Herausforderung. Meine Fotoapparat freute sich sehr über solch schönen Fotos. Aber Kai war mitnichten nicht der Strammste. Da gab es noch ein paar andere Aspiranten. Leider waren diese Vögel von dem Kaliber, das sie sich gerne mal streiten, wenn sie einen zu viel getrunken haben, auch wenn sie aussehen wie ein halbes Hähnchen. Dieser Vogel wollte dem Kai an den Kragen und keiner konnte genau sagen warum nur. Also bin ich dazwischen gegangen und sollte dann wiederum von einem Möchtegern-Rauschmeißer auf die Fresse bekommen. Der war aber ungefähr drei Köpfe kleiner. Er hat sich aber auch gleich einen Rüffel von Eberhardt eingefangen. Manchmal glaube ich das sich manche Leute einfach zu oft an der Schlange mit der Dummheit angestellt haben. So was sollte verboten oder weg gesperrt werden.

Nach diesem Zwischenfall war die Stimmung ein wenig gedrückt und die Mischungen flossen nur noch halbherzig die Kehlen hinunter. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten die Zelte abbrachen und gen Heimat zogen. Und sie ließen nur Kalle, Görtler und mich zurück. Naja, dann tranken wir halt noch ein paar und zogen dann von dannen. Hat auch vollkommen gereicht. Irgendwie haben wir auch Görtler verloren und ein wenig hatte ich das Gefühl, das Görtler auch meinen Zunge in seiner Tasche hatte, denn als ich draußen war kam plötzlich Chief-Heavy-Tongue vorbei und beschoß mich mit Pfeilen. Der eine oder andere Pfeil traf auch ganz gut und ich führte leicht lallend eine Diskussion mit dem Taxifahrer. Aber bei so was kommt ja auf keinen grünen Zweig. Gerade nicht bei mir, denn wenn ich einen im Arsch habe, dann diskutiere ich gerne! Obwohl ich ja immer recht umsichtig und rücksichtsvoll bin. In Westerode angekommen trennten sich unsere Wege schnell, denn es war kalt und meine Uhr verriet mir das es schon recht spät war. Um genau zu sein befand sich der kleine Zeiger schon auf der fünf, an den großen kann ich mich nicht mehr mit Gewissheit erinnern. Ich war jedenfalls froh mein Bett zu sehen und hoffte den Sonntag gut zu überstehen. Denn so eine Havana Kur ist nicht immer leicht weg zustecken.

Zum Abschluß noch ein kleiner Veranstaltungshinweis. Am Donnerstag ist in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt wieder ein Blutspendetermin vom DRK. Ich werde diesmal auf Grund einer betrieblichen Weihnachtsfeier nicht dran teilnehmen können, kann aber versichern, das sich mein Blutsbruder Ingo, der mich überhaupt an die ganze Geschichte heran gebracht hat, da sein und ordentlich zur Ader gelassen wird. Ich vermute mal ab 1800 Uhr wird bei ihm angezapft werden. Wer also hin gehen wird, bestelle ihm einen schönen Gruß. Und ich schwöre, wenn er mir berichten sollte, das eine bestimmte junge Dame dort gewesen sein sollte, dann fresse ich einen Besen samt Putzfrau. Bei meinem Glück kann man diesem Ereignis in der kommenden Woche beiwohnen. Termin gebe ich hier noch zeitnah bekannt.


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