Die Bar hat Geburtstag

Der Freitag war ein schwerer Tag für mich. Denn es war mein letzter Arbeitstag in meiner alten Firma. Ab dem 01.12. arbeite ich dann bei einer großen Duderstädter Firma. Da ich noch 10 Urlaubstage über hatte, werden die jetzt die nächsten zwei Wochen verpulvert. Nichtsdestotrotz wartete am Freitag der Abschied von sämtlichen Arbeitskollegen auf mich. Da ich Abschieden eher kritisch gegenüber stehe, sind solche Tage immer sehr schwer für mich. Schließlich habe ich die letzten drei Jahre jeden Tag mit den Menschen dort verbracht und sie sind mir an das Herz gewachsen. Und ich muß sagen, das ich auf dem Heimweg mit gemischten Gefühlen im Auto saß. Aber die Entscheidung war getroffen und ich denke, das ich ein ähnlich gutes Arbeitsverhältnis in der neuen Firma aufbauen werde und dort ebenso gute Freunde finden werde.

So saß ich dann zu Hause und fragte mich was denn der Abend so für mich bringen würde. Schließlich sollte man das Wochenende nicht durch dunkle Gedanken verschwenden. Ich rechnete schon damit, das es wieder in Standard-Freitag-Abend-Programm auf die Beine gestellt werden würde, bis dann mein Telefon klingelte. Am anderen Ende des Satelliten war der Dr. Dieck und fragte ob ich ihn denn mit zum Stadtberg nehmen könnte, da wäre ja Barjubiläum. Nun drängte sich mir spontan die Frage auf, warum ich denn davon nichts wusste. Es könnte eigentlich nur so sein, das man mir das irgendwann mal im Suff erzählt hat und ich es verdrängt habe. Oder mein Gehirn war gerade mit anderen Dingen (einatmen, ausatmen) beschäftigt. Na prima, dann war die Abendunterhaltung ja gesichert. Gegen 2030 Uhr holte ich den Doktor ab und ab ging es auf den Stadtberg. Freude war vorprogrammiert.

Als wir dort eintrafen erwartete und ein eher maues Bild, denn es waren noch nicht sehr viele Gäste anwesend. Aber das sollte dem Spaß ja keinen Abbruch tun, denn man kann auch mit wenigen Leuten eine Menge Spaß haben. Außerdem wurden ja noch ein paar mehr Menschen erwartet. Ist man früh da hat man auch eine bessere Übersicht über die angebotetenen Spirituosen. Kommt man später, möglicherweise leicht angeheitert, dann kann das schnell den Bach runter gehen. Man trinkt dann irgendwas, weil man sich komplizierte Sachen nicht mehr behalten kann und es entgehen einem vielleicht der eine oder andere Leckerbissen. Die Begrüßung war schon mal sehr nett, da gleich ein Becks gereicht wurde. Und das Problem, das ich nicht Bescheid gewusst hatte, ließ sich auch recht schnell beheben. Bemi versicherte mir, das er mir Bescheid gesagt und mir eine Bestätigung abgerungen hat. Das muß entweder auf der Abschiedsfete von dem Langen und Schötti gewesen sein oder bei der Wohnungseinweihung vom Doktor. Aha, da war dann also schon Alkohol im Spiel, da ist ja mein Gehirn bekannterweise nicht mehr so aufnahmefähig. Jetzt kommt langsam Licht in das Dunkle. Ich wäre auch nicht böse gewesen, wenn man mir in letzter Sekunde Bescheid gegeben hätte. Ich bin da relativ schmerzfrei und kann sehr spontan handeln. Sehr hilfreich, wenn man auf mehreren Festen gleichzeitig tanzen will. Aber nun war ja alles in Butter. Das Becks schmeckte hervorragend und kam wohl temperiert aus dem Kühlschrank oder aus der Garage. Außerdem wurde eine handgemachte Suppe von Bemi gereicht. In zwei Farbschattierungen, soll bedeuten das es zwei Geschmacksrichtungen gab. Eine war beige und die andere rot. Leider kann ich nichts zu dem Geschmack sagen, da ich keine der Beiden probiert habe. Ich hatte vorher schon was gegessen und hatte nun vor einer Darmüberfunktion Angst. Die Suppen sahen aber trotzdem sehr lecker aus.

Nach und nach trudelten dann auch weitere Gäste ein und es entstand ein munteres Stimmgewirr. Ich hielt mich eher an einen Sitzplatz, da ich doch seltsamerweise recht kaputt war. Und der Alkohol wirkte noch nicht so sehr, das meine Nervenenden betäubt genug waren, das ich ohne Probleme die Pfahlsitzer aus dem Heide-Park im Stehen schlagen könnte. Aber ich war auf dem besten Wege mich in diesen Zustand zu katapultieren. Dazu kam dann noch das der Bemi, dieser Hund, mir auch noch einen Doppelkorn einschenkte. Er wusste wie man mich ködern konnte. Und bevor ich verneinen konnte, hatte ich das kalte Glas schon in der Hand. Es sollte dann aber doch bei dem einen Beschleuniger bleiben, denn ich war Fuchs und habe das Glas in eine finstere Ecke geschleudert aus der es niemals wieder hervor kriechen würde erstmal verdeckt hingestellt. Schnaps ist nach wie vor meine Achillesferse. Nachdem Schnaps hatte ich dann noch ein seltsames Gespräch mit einem hier nicht näher genannten jungen Mann über halbautomatische Waffen und woher man diese bekommen könnte. Ich muß sagen, das es sehr aufschlussreich war. Ich konnte aber keine zufriedenstellenden Antworten über die Beschaffung solcher geben, aber konnte aus meinen reichhaltigen Erfahrungsschatz von der Bundeswehrzeit her erzählen. Wenigstens das hat man bei der Bundeswehr gelernt.

Eine meiner alten Angewohnheiten aus der Bar ist es meine Jacke anzubehalten. Das gefiel natürlich Helena und Jenny nicht so. Jenny ermahnte mich erneut, da ich ihr die Fotos noch immer nicht zu geschickt habe. Ich war sehr beschämt und versprach ihr das so bald wie möglich hinter mich zu bringen. Ich wollte die Fotos dann online auf irgendeinen Server stellen, damit sie sich die dann herunter laden kann. Es könnte natürlich sein, das es da ein kleines Problem geben könnte, da die Datenmenge mittlerweile immens gewachsen ist. Aber ich versprach Besserung und werde dann in naher Zukunft eine DVD fertig machen. Es gibt Tage, da verdamme ich meinen Fotoapparat. Aber wir waren ja bei der Jacke. Es ist nämlich gar nicht mal so verkehrt, wenn man seine Jacke an behält, denn man hat so eine große Auswahl an Taschen, in die man Sachen hineinstecken kann. Mensa-Pläne aus WHV, Telefonnummern, seltsames, krümeliges Zeug, das nach Resten eines Zigarillos aussieht, Knöpfe, Kronkorken, platt gedrückte Havana Club Schraubverschlüsse, mp3-Player und vor allem Fotoapparate. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft meiner Jacke. So liegt mein geliebter Apparat nirgends herum und kann mit diversen Mix-Getränken getauft werden oder fällt gar noch zu Boden. Bei machen Menschen löst aber eine angezogenen Jacke ein ungemütliches Gefühl aus, so als sei man gerade auf dem Sprung oder will gerade gehen. Also schnappten Helena und Jenny in einer Gemeinschaftsaktion mir meine Jacke weg. Begeistert war ich nicht, aber was soll man machen. So stand ich also sehr unorientiert umher und hielt mich an meiner Jacke fest. Zum Glück gab es noch die Ablenkung des Domino-Days im Fernsehen. Wie ich feststellen mußte kam dieser immer dann, wenn die Bar-Party ist. Ich stellte wilde Vermutungen auf, das RTL immer bei Bemi anruft und fragt, wann denn die Bar-Party ist, damit sie diese zwei Großereignisse kombinieren können. Über Sinn und Zweck des Domino-Days möchte ich mich hier lieber nicht auslassen, denn ich halte die ganze Geschichte für komplette Verschwendung von Zeit. Es wäre als würde man die Lebenszeit eines normalen europäischen Menschen nehmen und sie mit einer Kanone in die Sonne schießen. Außerdem verdient der Organisator der Show, bestimmt einen Haufen Geld, kommt vor Lachen nicht mehr in den Schlaf und seine armen Domino-Sklaven müssen Wochen für Wochen stupide Steine aufstellen. Falls man eine Gruppe Steine versehentlich umstößt wartet die Dunkelkammer auf einen oder die Wassertropfen-Folter. Keiner sagte das es Spaß machen würde. Schön ist es auch immer die Gesichter zu sehen, wenn irgendwelche Steine nicht um fielen. Es war als würde sich die Erde auftun und diejenigen verschlingen, die diese Figur aufgebaut hatten. Aber es war wohl noch Schlimmer. Wer weiß was sich der Veranstalter für diese armen Teufel ausgedacht hat. Ich wage nicht darüber nachzudenken. Bemi jedenfalls bestätigte meine Vermutungen und stritt ab an jeglichen Gewinnen beteiligt zu sein. Naja, wollen wir das mal glauben.

Zu dem Bar-Jubiläum gehört auch immer die Rede von derzeitigen Vorstand, Bemi in Person. Nachdem er im letzten Jahr vom kommissarischen Vorstand in diese Position aufgestiegen ist, war es ihm eine Freude dieser Pflicht nach zu kommen. Die Rede war wie immer sehr erhebend und endete mit einem Meer aus Wunderkerzen. Selbst ich hielt eine in der Hand, die ich aber erst spät anzündete, da ich alles auf Film festhielt. Ich traue mich gar nicht das an zugucken. Das Ende war halt das der Bemi für ein weiteres Jahr als Vorstand gewählt wurde. Und es wurden ominöse Kirschen erwähnt, die wohl schon seit ein paar Jahren in Jim Beam lagerten. Ich weiß nicht warum, aber ich bekam plötzlich Angst. Angst davor, das ich nachher wieder so gut drauf sein würde, das ich mir das ganze Glas einverleiben würde. Schnell verdrängte ich den Gedanken an diese schreckliche Tat und wand mich wieder schöneren Dingen zu. Nämlich dem Trinken. Die ganzen Wunderkerzen in Verbindung mit dem Stickstoffrauchwerfer verwandelten die Bar in einen Ort, der dem Vorhof der Hölle ähnlich sah. Die Luft konnte in Scheiben geschnitten werden und wenn genügend Tupperdosen da gewesen wären, hätte jeder etwas mit nach Hause nehmen können. Ich entfloh dieser Suppe nach draußen und schnappte vorerst frische Luft.

Dort versammelten sich auch einige der Gäste wieder und ich nutze die Gelegenheit und tauschte mich dort mit den Anderen aus. Das Bier floß weiterhin in Strömen und der Doktor hat eine sehr fiese Taktik angewandt. Er trank nämlich schon frühzeitig Mischungen. Havana Club, doch ich bleib standhaft. Meine interne Grenze wurde auf Mitternacht gesetzt. So lange sollte ich ausharren und erst dann durfte ich den verbotenen Nektar kosten. Und ich schaffte es. Als ich dann endlich mich dem Havana zu wenden durfte, war die erste Flasche schon recht geschädigt und ich mußte mich ran halten. Aber Helena und ihre Schwester machten hervorragende Mischungen. Bei meiner zweiten Runde standen sie auch noch gleich für ein Foto Modell. Helena unter dem Havana Club Dispenser und wollte so tun als würde sie direkt aus der Flasche trinken. Das sah ihre Schwester und drückte den Dispenser. Leider habe ich eine Sekunde zu früh abgedrückt, denn das Gesicht was sie dann gezogen hat war Gold wert. Ich und meine nervösen Finger. Da ich nun mit dem goldenen Necktar aus Kuba in Berührung gekommen bin, gab es kein Zurück mehr. Und ich hoffte nur das die Kirschen sehr weit weg standen. Zu Beginn hatte ich das zweifelhafte Vergnügen mal daran zu riechen. Allein davon zog sich mein Magen gefährlich zusammen und brachte mich dem Brechreiz näher.

Plötzlich herrschte Aufbruchstimmung. Sehr überraschend war das der Doktor sich dem allen anschloß und die Gelegenheit nutze und mit Manuel und Ines fuhr, da sie ja alle in der gleichen Ecke der Stadt wohnten. Ich mache mir Gedanken, seit er in der Stadt wohnt hat er einiges an Kondition verloren. Aber ich blieb dann doch noch da, da die Party gerade voll im Gange war. Zur allgemeinen Erheiterung wurden dann fiese Hits aus den 90ern gespielt. Auch dies ist eine zweifelhafte Tradition bei dem Bar-Jubiläum. Irgendwie ärgere ich mich das die Bar noch nicht in den 80ern geöffnet hatte, da war die Musik um einiges besser. Aber da wäre ich dann auch noch minderjährig gewesen. Egal. Bemi perfektionierte das gesamte Bild der 90er, in dem er mit seinem Sacko aber ohne Schlips auf den Tisch stieg und eine perfekte Playback-Show hin legte. Gut, die Textsicherheit war nicht zu 100% gegeben, aber dafür machte er das choreografisch um Längen wieder weg. Wir forderten zwar alle den bekannten Kniefaller, der unzählige Male bei Schötti im Keller hingelegt hat, aber die Vernunft siegte und bewahrte Bemi wohl so vor der Transplantation eines Schweinemeniskus. Im schloß sich dann der Raabe an. Er war ja durch seine Animateurzeit in Malotze vorgeprägt und lieferte auch eine herrliche Show. Alles kombiniert mit den Ausdünstungen des Rauchwerfers. Die Fotos haben alle einen nebligen Schleier. Fast könnte man glauben man sei in einem Horrorfilm der 80er gelandet. Herrlich diese Retrostimmung.

Doch die Zahl der Gäste nahm ab , je mehr der Zeiger auf der Uhr vor rückte. Ich könnte jetzt hier einen Graphen hin zeichnen, aber dazu habe ich gerade keine Lust, deswegen stelle man sich eine Kurve vor, die rapide gegen Null fällt. Und auch für mich wurde es Zeit den Heimweg anzutreten. Im Laufe des Abends hat sich nämlich eine Erinnerung eingeschlichen, das ich am nächsten Morgen ja eine Aktion mit der Jugendfeuerwehr hatte bei der neue Mitglieder geworben werden sollten. Ob es sich gut macht, wenn man da richtig schön nach Alkohol roch? Zur Not konnte ich ja sagen, das mein Aftershave ausgerutscht sei. Ich begab mich mit Helena auf den Weg, da sie noch zu ihrer Schwester mußte. Und ob ich nun vom Stadtberg mit dem Taxi fuhr oder Helena noch das kleine Stück den Berg hinter begleite, war egal.

Bei ihrer Schwester angekommen stellte sie fest, das sie a) keinen Schlüssel hatte und b) ihr Handy verschwunden war. Alles kein Problem, da sie dann immer noch die Nummer aus dem Kopf wusste. Trotz erhöhten Alkoholpegels. Doch alles anrufen und Sturmklingeln half nichts. Ihre Schwester ließ die Türen geschlossen. Es folgten nun eine wilde Aneinanderreihung von Vermutungen, wo denn ihre Schwester sei, die ich hier aber auf Grund der Gerüchteküche nicht darlegen möchte. Fakt war eins, Helena stand vor verschlossener Tür. Also bot ich ihr an, das wir zusammen mit dem Taxi fahren würden, erst bei ihr vorbei und dann würde ich alleine mit dem Taxi weiter fahren. Sie willigte zwar ein, aber rief nochmal laut und deutlich ihre Schwester. Das kommt gegen 0500 Uhr Morgens nicht ganz so gut. Ich zog sie also den Stadtberg wieder hoch, da wir nochmal auf die Suche nach ihrem Handy gehen wollten. Bei Bemi wieder angekommen reif ich erstmal das Taxi an und Helena machte sich an der Tür bemerkbar. Bemi kam auch noch mal recht fertig aussehende an die Tür und Helena konnte so ihr Handy im inneren des Partyraums finden. Taxi war da und nach einer kurzen Diskussion fuhren wir dann nach Brehme. Das lag so gar nicht in meiner Richtung, aber egal.

Nach einer wilden Fahrt durch Teile des Eichsfeldes war ich dann auch endlich zu Hause und konnte mich gegen 0614 Uhr ins Bett legen. Wenige Minuten später klingelte dann mein Wecker und ich mußte aufstehen. Gefühlt waren es fünf Minuten, die ich die Augen zu hatte. Es waren dann aber doch knappe 3 Stunden. Den Blick in den Spiegel hätte ich mir lieber erspart, aber ich mußte mich ja wenigestens so herrichten, das ich unter Menschen gehen konnte. Die Übung war ein kleiner Erfolg, wenn man das so nennen kann, denn ich habe drei Interessenten für die Jugendfeuerwehr entdecken können. Ich hoffe die Lust bleibt im nächsten Jahr auch weiterhin bestehen. Ich hatte zwar mit etwas mehr Leuten gerechnet, da wir das vorher mit Schriftpropaganda kund getan haben, aber leider bleib es aus. Ich bin aber dennoch froh, wenigstens drei Jungs dafür begeistert zu haben. Sonst hätte ich im nächsten Jahr arge Probleme. Am Nachmittag war ich dann noch auf einen Besuch bei Nadine und Andre. Andre, der ja gerne mal ein Bier trinkt, bot mir auch gleich einsilbiges an, aber ich ließ die Vernunft die Oberhand behalten und lehnte ab. Noch brauche ich meinen Führerschein ein wenig.

Abends wurde dann mittels Schnellentscheidungsverfahren eine winzige Kneipentour ausgehandelt. Treffpunkt war das Feuerwehrhaus und von dort sollte dann das weitere Vorgehen besprochen werden. Porno und ich waren die ersten und warteten so auf den Schnitzel. Zu überflüssigen Klängen von 89,0 tauschten wir Erfahrungsberichte auf dem Computersektor aus und streuten ab und an witzige Szenen von den Simpsons aus. Es wurde echt Zeit das Schnitzel aufschlug und wir endlich durchstarten konnten.

Zunächst führte uns der Weg zu diversen im Eichsfeld ansässigen Banken. Schließlich müssen wir unseren teuren Lebensstandard finanzieren und mußten noch diverse Bankautomaten knacken oder einen Bruch, da waren wir uns noch nicht sicher. Da unsere Geldbeutel eher Ebbe anzeigten. Außer der vom schwer verdienenden Auszubildenden Porno, der war prall gefüllt. Das sollte uns eigentlich zu denken geben. Schnitzel lachte mich schon wieder aus, weil ich erst gegen 2230 Uhr an das Geld holen gedacht habe, ob ich denn nicht wüsste, das die Geldautomaten geupdated werden. Haha, da habe ich wohl nicht dran gedacht, aber ich war der Meinung das es erst gegen 2300 Uhr los gehen sollte und dann auch nur teilweise. Aber netterweise bot er mir an mir 50 € mit abzuheben. Leider funktionierte der Bankomat der Volksbank schon um 2230 Uhr nicht mehr und er bekam leichte Panik, da er nur noch vier Euronen in der Tasche hatte. Weiter ging dann die Fahrt zur Sparkasse, wo ich dann mein Glück versuchen sollte. Und da ich ja bei der richtigen Bank bin, wurden da die Geldautomaten erst um 2300 Uhr stumm geschaltet. Also war ich dann an der Reihe dem Schnitzel 50 € zu leihen. Dafür sind ja Freunde da. Doch diese wilde Hatz durch die Stadt machte mich sehr durstig, deshalb drängte ich auf das entern einer Kneipe oder ähnlichen, denn ich befürchtete das ich gleich an Austrocknung jämmerlich zu Grunde gehen würde.

Da kam uns das Backsteinhaus wie gerufen. Und es gab Live-Musik. Nun muß ich dazu sagen, das ich das Backsteinhaus eher selten wenn nicht sogar gar nicht aufsuche. Fragt mich bitte nicht warum, aber es kam mir nie so in den Sinn. Aber beim Eintritt kamen uns schon wohlbekannte Klänge entgegen., welche einwandfrei als Kneipengemurmel zu identifizieren waren. Uns bot sich ein Bild, welches in Duderstadt eher selten zu sehen ist. Denn die Kneipe war voll. Und das an einem Samstag Abend. Ich reibte mehrmals meine Augen, aber sie blieb voll. Es gab keinen Sitzplatz mehr und man mußte lange auf sein Bier warten. Das mit dem Sitzplatz war mir relativ egal, aber die Wartezeit nervte schon ein wenig. Aber das ist im Backsteinhaus normal. Da sind sie sehr gründlich. Egal ob es voll oder leer ist,m das Bier braucht seine Zeit. Während man dann auf sein Bier wartete konnte man sich erstmal einen Überblick von dem anwesenden Klientel verschaffen. Uns gegenüber stand eine Gruppe junger Damen, die etwa mein Alter gewesen sein konnten. Also nichts für Schnitzel und schon gar nichts für Porno, der ja nun stolzer Besitzer eines Lanz Bulldog Führerscheins ist und den auch regelmäßig knatternd durch das Dorf fahren lässt. Leider konnte ich nichts von deren Aussehen ausmachen, da die Thekengestaltung gänzlich ungünstig gewählt war. In Kopfhöhe hingen entweder Lampen oder anderes Gedöns. Da lässt sich natürlich schlecht eine Favoritin fest legen. Und nur auf die Brustsicht wollte ich mich nicht verlassen. Aber ich war mir sicher das da eine oder andere gut in meinen Geschmack fallen würde.

Unser Glück sollte nicht abreißen, denn wir bekamen kurz nach der Getränkeübergabe einen Sitzplatz. Gut, uns gegenüber saß eine Gruppe Pärchen, die recht stramm waren, aber das sollte ja der Stimmung keinen Abbruch tun. Das Bier war zwar Warsteiner und schmeckte auch so, aber was tut man nicht alles um sich vor dem Tod durch Verdursten zu retten. Dann hatte Schnitzel mal wieder seinen großen Auftritt. Er war der Meinung das eine junge Dame am Nachbartisch die ganze Zeit zu mir rüber gucken würde. Ich glaubte ihm kein Wort. Und außerdem verwechselte ich die junge Dame von Anfang an. Ich sagte ihm, das sie doch mit einem der Männer zusammen wäre und Schnitzel guckte ein wenig verwirrt. Erst ca. 20 Minuten später haben wir die gleiche Sprache gesprochen und meinten die gleiche Frau. Allerdings war ich keinesfalls der Meinung das sie die ganze Zeit zu mir rüber guckte sonder, einfach Gefallen an den Postern hinter mir gefunden hat. Nach einer zweiten Runde Bier machten wir uns dann wieder auf den Weg, denn wir wollten den Abend ja unter dem Motto Kneipentour laufen lassen. Nur mal nebenbei erwähnt war die Live-Musik recht gut und im Allgemeinen hat das Backsteinhaus einen positiven Eindruck hinterlassen. Eine Lokalität in die man öfters einkehren könnte. Wenn man sich schön aus dem Leben knallen möchte. Auf dem Weg nach draußen habe ich dann noch kurz bei Kerstin angehalten und mich mit ihr unterhalten. Sie wünschte uns noch weiterhin viel Erfolg auf unserem Weg durch die Kneipen. Das konnten wir gebrauchen.

Mein Vorschlag war das wir nun die Backstube aufsuchen würden. Doch ein vierter Mitstreiter wollte in das MaxM. Der vierte Mitstreiter war Pornos Magen. Und Porno gab wohl nur die Parolen weiter. Er jammerte rum, das er Hunger hatte und jetzt sofort unbedingt eine ganze Schüssel Nacho-Chips mit Knoblauch-Soße essen muß, sonst müßte er ambulant ins Krankenhaus eingeliefert werden und durch Kochsalzlösung ernährt werden. Ich war wirklich versucht es darauf ankommen zu lassen, doch gewährte dem armen Jungen seinen Willen und wir schlenderten Richtung MaxM. Es war nun mittlerweile auch schon 2330 Uhr und das MaxM machte um Mitternacht zu. Außerdem könnte ich meinen Arsch darauf verwetten, das es nichts mehr zu essen gibt, aber Porno wollte nicht hören. Einmarsch ins Maxm und den größten Tisch für drei Personen ausgesucht. Uns gegenüber zwei Pärchen, wie sie schlimmer nicht hätten sein können. Wie ich es vorausgesagt hatte, war die Küche schon zu und Porno Gesicht sah aus als hätte man ihm gerade gesagt das alle Schweine der Welt ab nun unter Naturschutz stehen würden und nicht mehr geschlachtet werden dürfen. Mir war es relativ egal, denn ich war zum Trinken hier. Der Magen leerte sich zwar kontinuierlich, weil man ja Platz für die flüssige Nahrung machen mußte, aber das ließ sich alles noch aushalten. Also bestellten wir Mixgetränke, es war also an der Zeit. Nun ein paar Worte an die Pärchen, die uns gegenüber saßen. Ich habe nichts gegen Pärchen, viele meiner besten Freunde sind Pärchen, aber manche gehen absolut nicht. Jedenfalls nicht die Männer. Die sahen aus, als seien sie gerade aus einer Feuchtigkeitscreme für Männer entsprungen. Wie kann man sich nur so feminin geben? Die Frisur der zwei Experten war mit Sicherheit aufwendiger zu gestalten als die ihrer weiblichen Begleiterinnen. Und sie waren mit Sicherheit die besten Abnehmer der Pflege-Produkte für den Mann. Jetzt bestimmt nur Feuchtigkeitscreme, aber spätestens mit 30 dann Anti-Falten-Creme. Ich meine HALLO, seit wann braucht ein Mann so was. Warum sollte ich mir Sachen in das Gesicht schmieren, nur damit ich keine Falten bekomme. Die kommen doch eh irgendwann. Und wenn ich es richtig machen will dann kaufe ich mir Spachtelmasse und fülle die Furchen aus. Das drüber lackieren geht dann auch noch mit dem dem Pelikan-Tuschkasten. Und das Ausspachteln ist wenigstens sein Geld wert. Genauso wie die grauen Haare. Naja, jeder so wie er meint. Ich bin jedenfalls der Auffassung, das solche Produkte überflüssig sind. Man sieht halt so aus, wie man aussieht. Und ich finde das sollten sich auch Frauen zu Herzen nehmen. Wenn die Falten da sind, sind sie halt da. Ich habe da nichts gegen.

Nun ja, genügend aufgeregt. Die Mischung war schnell inhaliert und wir trabten weiter. Das Loch in Pornos Magen wurde immer größer und wir hatten nur noch eine Alternative. So schnell wie möglich in einen nahe gelegenen Döner-Laden verlegen. Das war dann wohl Sabri. Dort angekommen ging die Bestellung recht fix. Drei Döner und drei Bier. Ja, Schnitzel und ich konnte nicht mit ansehen, wie Porno alleine einen Fleischberg in sich rein schob. Außerdem mußte man ja etwas für das Mundschißgleichgewicht tun. Hätte Porno nun alleine den Döner verschlungen hätte er ganz alleine einen fiesen Mundschiß gehabt und wir hätten uns angewidert von ihm abgewendet. So aber rochen wir alle gleich scheiße aus der Trinköffnung und wenigstens wir konnten uns aushalten. Der Rest der Welt war egal, da Schnitzel und ich die Hoffnung auf hübsche Schnitten schon aufgegeben haben. Also war der Vollrausch uns auserkorenes Ziel. Leider gab es Königs-Pilsener, das nach der Geschmacksachterbahn wie ein Nagel in den Sarg war. Es schmeckte als würde jemand aus fünf Meter Höhe einem Kieselsteine auf die Zunge fallen lassen. Doch der Döner erzeugte die nötige Trocknung der Speiseröhre, so das es ohne große Probleme verschlungen werden konnte. Nun bleibt nur noch ein Ausweg. Die Werkstatt. Gut sie war als Ende der Tour eh gesetzt, aber das was wir dort abgezogen haben hatte den Namen Kneipentour nicht verdient. Beim nächsten Mal wird alles besser. Die Kutsche lieferte uns also an der Werkstatt ab und irgendwie wusste ich in den Untiefen meiner Erinnerungen das es mit einer Flasche Wodka enden würde. Wenn man nicht mit zweien!

Einmarsch Werkstatt und es folgte die wohl bekannte Ernüchterung. Obwohl eigentlich mehr los war als sonst. Nach einer kleinen Runde um die Theke, stellte man fest das man keine bekannten Gesichter sah und entschloß sich dazu eine Flasche Wodka zu ordern. Als wenn ich es gewusst hätte. Der übrige Teil meines Stoßtrupps verzog sich plötzlich in diverse Ecken. Einer mußte Pinkeln der andere war weg. Da stand ich nun allein und machte mir ein Bild der Lage. Erste Erkenntnis war das unglaublich viele Schmierlappen da waren. Der eine sah sogar aus als sei er aus der Nescafe-Werbung mit der Zeitmaschine her gereist. Ihr wisst schon ”Isch habe gar kein Auto…“ Gut, die Trulla die er da gerade voll laberte war wohl aus der gleichen Zeit. Vielleicht ist er ein intergalaktischer Stelzbock und reist ihr durch die Zeit hinterher bis in alle Ewigkeiten. Hört sich verdammt nach einer Folge von Akte X an. Da wir alle drei eh rochen als seien wir gerade aus dem Zwiebel-mit-Knoblauchdip-Imperium entkommen störten wir uns nicht weiter dran, sondern erfreuten uns an der Flasche.

Schnitzel wurde der Kommunikations-Posten übertragen und er nahm Kontakt mit dem Tobi auf der zur Zeit bei einem Kollegen auf dem Geburtstag weilte, nicht weit von der Werkstatt. Er gaukelte ihm vor, das der ganze Laden schon voll mit Schnitten ist und sie alle nach seiner Telefonnummer gefragt hätten. Tobi sprang sofort an und kam stehenden Fußes in die Werkstatt. Besser gesagt war er schon da, bevor Schnitzel die ominöse Nachricht abschicken konnte. Und er hatte sämtliche Anwärter auf den Titel Strammsack des Abends der Schranken verwiesen, denn er hatte einen meilenweiten Vorsprung. Aber beteiligte sich noch an der Flasche. So mag ich das, Durchhaltevermögen muß gezeigt werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man sich in Ruhe in den Suff trinken können, wenn mir da nicht zwei weibliche Wesen, die sich am Ende der Tanzfläche aufhielten und ihr Äußeres im Schatten hielten. Bei näherer Betrachtung war dies aber gar nicht nötig, da sie die zwei bestausehendsten Wesen in der Werkstatt waren. Und das mit Abstand. Tobi war gleich Feuer und Flamme und hat sich ohne große Umwege auf die blonde Versuchung festgelegt. Mir war es recht, denn Chancen rechnete ich mir bei keiner der Beiden aus. Wobei mir die Dunkelhaarige um Längen besser gefiel. Sie wussten genau was sie taten und tanzten ihren Verführungstanz. Und es gab dann auch tatsächlich einen Haufen der männlichen Anwesenden die drauf ansprangen. Es war aber auch sehr schwer den schwingenden Hüften zu entkommen. Nur weil ich meine Ohren mit Wodka ausgegossen habe, bleib ich standhaft am Tresen stehen. Ein Trick den ich mir beim alten Odysseus ab geguckt habe. Nach kurzer Zeit waren sie so belagert, das vielleicht die altbewährte Taktik der Zurückhaltung zum Erfolg führen würde. Also wurden sie mit Blicken bedacht aber nicht mehr. Hmm, sie führte nicht zum Erfolg. Wenn ich mir das mal so recht überlege hatte diese Taktik eigentlich schon immer die Eigenschaft gründlich in die Hose zu gehen.

Nach diesem herben, aber abzusehenden Rückschlag bereiteten wir der Falsche das Ende und traten so langsam den Heimweg an. Es wurde zwar noch zart die Diskussion angerissen, ob wir denn noch eine zweite Flasche in Angriff nehmen würden, aber die Abfrage der Fitness ließ uns schnell zum Schluß kommen, das es ausreichen würde. Außerdem waren kurz vorher die zwei Lichtblicke der Werkstatt gegangen, so daß wir keine Notwendigkeit unser Anwesenheit mehr sahen. Naja, da war zwar noch eine junge Dame, die mir gefiel, aber die wurde auch schon seit längerem von einem Schmierlappen belagert, wobei ich die Blicke die sie mir ab und an herüber warf nicht so recht deuten konnte. Entweder sagten sie, das ich sie von MCSchmierlappen befreien sollte oder sie mußte dringend mal auf die Toilette, war aber zu schüchtern um nach dem Weg zu fragen.

Auf dem Weg nach Hause mußte dann der Tobi noch zum McDreck um sich bei Kräften zu halten. Er bot uns sogar Pommes an, doch Porno hatte wohl immer noch einen löcherigen Magen und verlangte einen Nugget. Tobi dachte nicht im Traum daran und unsere Wege trennten sich. Ein Blick auf meine Uhr sagte mir das sich keine Zeiger drehten und es ca. 0320 Uhr war, als ich zu Hause ankam. Ein sehr ungewohntes Gefühl. Sollte ich tatsächlich den verlorenen Schlaf nach holen können?

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