The round table

Zum Glück hatte die vergangene Arbeitswoche nicht all zu viele Arbeitstage für mich. Da ich noch zu dem Glücklichen gehöre die etwas mehr Feiertage haben, als die Kollegen in Niedersachsen und noch ein paar Urlaubstage über habe, nutzte ich sie für ein langes Wochenende. Damit ist aber auch bald Schluß, denn die Arbeit in Niedersachsen beschert mir zwei Feiertage weniger als in Thüringen. Aber ich habe auch zwei Urlaubstage weniger, von daher ist es nur gerecht. Oder habe ich da was falsch verstanden? Jedenfalls sollt eich eigentlich genügend ausgeruht sein, für das Wochenende, wäre da nicht die innere Uhr, die mich trotzdem früh aufwachen ließ. Aber was soll es, so konnte ich einiges an ungeliebter Arbeit erledigen. Und ausgeruht habe ich mich dann aber doch noch genug. Schließlich wollt eich für den Samstag fit sein. Denn dort sollte es zum Ritteressen gehen. Meine Vorfreude lässt sich kaum in Worte fassen. Doch vorher mußte der Freitag überstanden werden.

Schnitzel hat schon früh in der Woche angemeldet, das wir mal wieder richtig einen Trinken gehen sollten. Klar, haben wir ja auch seit fast 7 Tagen nicht mehr gemacht. Aber ich bin dabei. Allerdings wollte ich vorher noch etwas wegen der Weihnachtsfeier der 1. Mannschaft klären und begab mich auf direktem Wege zum Sporthaus. Man muß sich halt nur ein paar Ausreden einfallen lassen um den Weg dort hin zu finden. Sehr zu meiner Freude fand ich eine wohl temperierte Kiste mit Gerstenkaltgetränken vor, an der ich mich gleich mal gütlich tat. Denn trotz des Wetters war meine Kehle staubtrocken. Es könnte auch mit der inneren Uhr meines Körpers zusammen hängen. Denn wenn es Freitag wird und stetig auf die 2100 Uhr Marke, dann bekomme ich Durst. Das Training war auch mittlerweile und die Mannschaft war in die Kabine eingerückt. Allerdings kam ich nur dazu das Thema Weihnachtsfeier kurz an zuschneiden, da nicht alle da waren. So ein Ärger, jetzt bin ich ganz umsonst hier runter gekommen. Zum Glück gab es Bier, so daß mein Aufwand nicht ganz umsonst war. Nachdem dann weitere zwei Bier durch Zufall den Weg in meinen Magen gefunden haben konnte ich den Weg in das Feuerwehrhaus fortsetzen. Dort hatte ich mich ja mit dem Schnitzel verabredet.

Köppel war dann so nett und nahm mich den weiten Weg vom Sporthaus bis zur Abzweigung Richtung Nesselröden mit und ich konnte meine Kräfte für wirklich wichtige Sachen schonen. Im Feuerwehrhaus weilte schon der Schnitzel und versorgte sich selbständig mit Cab. Da dieses Biermixgetränke mir allerdings zu wieder sind bleib ich beim Bier. Mein Vorsatz wie schon so oft, das auch der weitere Abend beim Biergenuß geblieben wird. Ich hoffte sehr das ich es durchhalte. Denn das Endziel lag unausgesprochen in der Luft. Die Werkstatt hängt, wie auch letztes Wochenende einem Damoklesschwert über unseren Köpfen. Aber was soll man denn auch sonst machen. Wir waren uns aber einig, das wir nicht so sehr abstürzen sollten, wie in der Vorwoche. Dabei fand ich es gar nicht so schlimm. Dem Schnitzel scheint es anders ergangen zu sein. Wir werden also sehen, wie weit uns dieser Abend hier bringt. Wenig später stieß dann noch der Matze zu uns und hatte vor uns bei unserem abendlichen Vorhaben zu unterstützen. Doch die hier nicht näher genannte Anzahl von Bier brachte unsere großen männlichen Gehirne zum Arbeiten. Da die Werkstatt eh für den Abend schon gebucht war mußte man irgendwie vorher ein Alternativ-Programm zusammen geschustert bekommen. Also viel unsere Wahl auf das Ambiente. Dort war ich ja schon lange nicht mehr und habe auch sonst nicht so gute Geschichten gehört. Aber man soll ja allem eine zweite Chance geben. Also kontaktierten wir den Jensemann und Kolben, die nämlich noch auf dem Spre3chfunkerlehrgang verweilten. Das Gute war, das sie auf jeden Fall noch fahren konnten. Und die Zeit bis zu ihrem Eintreffen verbrachten wir damit ein paar weiter Bier zu trinken. Der Vollmer guckte auch noch kurz vorbei, aber trank nur eine Cola. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um den Jungen. Selbst als wir ihn aufforderten sich ordentlich die Mütze voll zu ballern unserer gemütlichen Runde anzuschließen. Sagte er ab und gab vor nach Hause zu wollen. Am Telefon fragte er seine Freundin aber noch ob noch Weizen da sei. Aha, da haben wir es wieder.

Jense fuhr uns dann in das Ambiente. Hätten wir es man gelassen. Bisher dachte ich ja, das die Werkstatt sehr leer war, aber hier war absolut gar nichts los. Wenigstens bediente die gute Inga, welche immer eine Augenweide ist. Also nahmen wir uns einen Tisch. Von leer stehenden tausend. Die Auswahl war groß und die Bedienung ließ auf sich warten. Wer die Geschichte mit dem Ball in einem voll besetzten Stadion kennt kann sich jetzt sicher denken das Inga uns nicht bedient hat. Sondern die einzige männliche Bedienung in dem Laden. Hasste mich Gott wirklich so sehr. Aber dem werde ich es zeigen, in dem ich mich richtig schön voll ballerte am Abend. Dieser Schock veranlasste mich in einer Reflexreaktion einen Havana Club Cola zu bestellen. So überraschte mich mein Organismus mit einem schönen Getränk. Aber das Gehirn schien auch einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, denn die Mixgetränke waren im Preis reduziert. Nachdem dann der zweite Balsam den Weg in meinen Magen gefunden hat, trafen Kai und Wiebke ein und Kai berichtete uns erstmal von seinem neuen Lotterleben als Student. Ich fasste es nicht. Warum hatte ich nie so ein Leben. Ich war immer Elitestudent und konnte nie auf Parties gehen, weil ich immer wie ein Bessesener studiert habe. Kein Alkohol, keinen Spaß. Gar nichts. Nur die Kälte meine Studierzimmers und ab und an mal eine warme Mahlzeit. Ich hoffe nur das diese Zeilen nicht einer meiner Ex-Kommilitonen liest, denn dann wäre ich schneller als Lügner gestraft als ich Exmatrikulation sagen kann.

Kai und Wiebke tranken ein Bacardi-Pansch-Getränk, welches nach Himbeeren schmeckte. So suggerierte mir jedenfalls die Himbeeren, die in das Glas gegeben wurde. Wiebke perfektionierte die ganze Geschichte noch ein wenig in dem sie die Himbeeren durch den Strohalm sog. Natürlich sah das ganze aus wie ein Sorbee-Unfall, aber wenn es ihr schmeckt. Ich erfreute mich derweilen an meinem herrlich herben männlichen Getränk. Und mußte zu sehen, wie Inga aus dem Ambiente verschwand und Feierabend machte. Ich hätte jetzt ja meine Scharfschützenfähigkeiten anwenden können und ihr unbemerkt hinterher schleichen können, aber ich stellte fest, das meine Tarnschminke in meiner anderen Jacke ist und ich so viel zu sehr auffallen würde. Außerdem ist es recht schwer mit einigen Bier und Havana Club im Blut einem Auto zu folgen, das mindestens 80 km/h fuhr. Nicht das es mir unmöglich gewesen wäre. Ich hatte nur, sagen wir mal, einfach keine Lust dazu. Dafür gönnte ich mir ein weiteres männliches Getränk. Zwischenzeitlich ist auch der Andre mal vorbei gekommen. Das macht er also wenn er sagt er bleibt heute zu Hause. Er geht mit seinen Arbeitskollegen zum Bowlen, haut sich die Mütze zu, bis nichts mehr rein geht und kehrt auf einen Absacker ins Ambiente ein. Aber wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben. Es waren mehrere Absacker. Wie um mich heraus zu fordern hielt er das Schnapsglas hoch und kippte es in seinen gierigen Schlund. Ich ermahnte mich meinen guten Manieren und kippte meine Mischung hinunter. Er sagt zwar, das er nicht so viel getrunken hat, aber ich weiß ja wie es beim Bowlen ab geht. Nach dem er kurz bei uns am Tisch war ging er wieder zurück zu den Anderen.

Für uns wurde es dann auch Zeit den Aufbruch zu wagen, denn wir wollten den Totentanz in der Werkstatt nicht verpassen. Also riefen wir uns eine Kutsche. Den Vorschlag bei Kais Vater anzurufen fand Kai selber nicht so prickelnd. Also nahmen wir ein Taxi und bereiteten uns auf einen unvergesslichen Abend in der Werkstatt vor. Allerdings schien der wann anders geplant zu sein, denn in der Werkstatt war rein gar nichts los. Nach einer kurzen Rerunde ging es dann aber dennoch an die Theke, wobei der Schnitzel diesmal freie Platzwahl hatte und sich sehr Tanzflächen nah entschied. Kurze Zeit später stand dann auch die Wodka-Flasche auf dem Tresen und die ganze Geschichte ging von vorne los. Kennt jemand den Film, ”Und täglich grüßt das Murmeltier“? Ich komme mir wie in einer Wochenschleife vor. Ich hoffe nur die nächste Woche beschert mir auch drei freie Tage mehr als normal.

Aber alles wehren und strampeln half ja nichts, so ging dann der Wodka langsam aber sicher in unsere Schlünder. Eine Neuerung der Werkstatt ist das Outdoor-Rauchen. Da ja die neuen Nichtraucherschutzgesetzte seit Anfang November ihre volle Wirkung entfaltet haben, sind die Raucher nun nach draußen verbannt worden. Mir war es egal, denn ab und an mal frische Luft zu schnappen ist ja auch nicht verkehrt. Die Flasche nährte sich so langsam aber sich er dem Ende, als sich dann die Tür auf tat und der Oppermann die Werkstatt betrat. Er war mit ein paar Feuerwehrkameraden gerade aus dem MaxM gekommen und war halt noch auf Such nach ein wenig Party. Warum er da dann ausgerechnet in die Werkstatt kommt, ist mir zwar schleierhaft, aber wir hießen ihn Willkommen. Die Werkstatt hat sich ja auch ein wenig gefüllt, aber das richtig viel los war, konnte man wahrlich nicht behaupten. Doch die Falsche Wodka half uns über die ganze Sache einen undurchsichtigen Schleier zu legen.

Aber der hielt auch nicht ewig und drohe nieder zu fallen, als die Flasche Wodka ihren Atem aushauchte, also steigen wir um auf Mixgetränke. Da ich schon vorher meine Leber angefixt hatte mit einer ordentlichen Runde Havana Club bleib ich also bei dem Leibgetränk. Zwischendurch hielt ich eine SMS-Konversation mit Ingo aufrecht, der gerade bei einer Pinkel-Party war. Er konnte aber noch fahren und erkundigte sich nach dem Spaß-Faktor in der Werkstatt. Leider brachte ich es nicht über das Herz ihn zu belügen und tischte ihm die volle Wahrheit auf.

Als Saalstrammster konnte definitiv nach wenigen Minuten aber der Oppermann gekürt werden. Während seine Kameraden schon nach wenigen Minuten die Erbärmlichkeit der Werkstatt erkannten schaute er durch eine Brille, die ihm die beste Party des Jahrhunderts vorgaukelte. Ähnlich unserem Zustand. Man weiß das es nicht besser werden wird, aber trotzdem verweilt man, denn zu Hause kennt man einen ja schon. Und wer weiß was, vielleicht fällt ja hier gleich eine berüchtigte Partytruppe ein und verwandelt den Laden in eine Freibierbude. Aber ich will ja nicht träumen. Der Entschluß wurde schnell gefasst das es hier nicht mehr lange gehen wird. Obwohl zwischenzeitlich ein langer Tiefpass war, hat sich die Besucherzahl doch ein wenig gefangen und es bleib ein harter Kern. Der aber so langsam aber sicher wieder abflaute. So waren dann Schnitzel, Oppermann und ich wieder dem ganz harten Kern zugehörig und verließen mit dem Besen die Werkstatt. Mit kleinen Umwegen ging es dann gen Heimat. Oppermann beteiligte sich sogar am Taxi. Mit ganzen 63 Cent. Nie habe ich ein erbämlicheres Portemonnaie gesehen.
Ein Blick auf meine Uhr verriet mir folgendes. Die Zeiger waren alle am Platz, nichts bewegte sich zu schnell oder zu langsam und ich würde mit ziemlicher Sicherheit in 3 Stunden wieder hellwach sein, dank des Red Bulls, der mittlerweile wohl meinen Darm erreicht hat und seinen grausige Wirkung in meine Blutbahn übergibt. Und mir wurde schlagartig klar, das es viel zu wenig Schlaf war für den Samstag, der ja ein Ritteressen und mit ziemlicher Sicherheit jede Menge Bier. Es war 0448 Uhr.

Es folgt eine ereignislose Nacht und ein Augenaufschlag um ziemliche genau 1000 Uhr. Nach einer kurzen Datenrettung vom Vorabend stellte ich fest, das ich ganze fünf Stunden traumlosen Schlaf hinter mir hatte. Sollte das reichen? Ich denke nicht, aber ich hatte auch keine Gelegenheit noch weiter zu schlafen. Erstens pumpten gefühlte 2 Liter Taurin durch meine Blutbahn und beschleunigten mein Herz in den roten Drehzahlbereich und zweitens sollten Gartenmöbel gerückt werden. Nach getaner Arbeit bleib noch wenig Zeit um zu Essen, zu Duschen und sich für den Tag fertig zu machen. Ich entschied mich mein Breitschwert zu Hause zu lassen und dafür das regendichte Kettenhemd mein Begleiter zu sein. Und das wichtigste war ja die Bilderbox, mit der man gemeine Beweisfotos schießen konnte. Ich befürchte nur, das sie eines Tages kaputt geht, denn die neuen technischen Geräte sind ja nicht so widerstandsfähig, wie die Vorkriegsmodelle. Sie halten bestimmt nur eine bestimmte Anzahl an ekelerregenden Fotos aus. Und die Zahl nimmt von Feier zu Feier zu. Und heute kommen bestimmt eine Menge auf das Konto.

Die Fahrt begann auf dem Parkplatz des Kindergartens. Dort erwartet mich ein Bus. Mich? Ja denn ich war mal wieder der Erste der sich dorthin traute. Später wird wieder behauptet, das ich mal wieder am Meisten Durst gehabt hätte und deswegen der Erste dort gewesen bin. Damit ich ja kein Kaltgetränk verpassen würde. Aber das halte ich für böse Gerüchteverbreitung und bitte jeden der solch eine Verleumdung vernimmt den Verbreiter von meinem guten Charakter zu erzählen und das solche Aussagen nicht stimmen können. Die Abfahrt verzögerte sich naturgemäß, da nie alle pünktlich sind. Der bevorstehende Regen brachte auch noch einige der Bettnässer Mitreisenden dazu über Umwege noch Schirme zu organisieren. Haben die denn keine Regenjacken. Ich kann mir das Theater hinterher wieder vorstellen, da ich vermute das 80% der mitgenommen Schirme das Ende des Tages nicht erleben werden. Außerdem hatte ich einen unglaublichen Durst während der schier endlosen Wartezeit entwickelt und freute mich auf ein kühles Bier. Doch die waren in weiter Ferne in Gerblingerode. Endlich fuhren wir los und luden den Rest der Gemeinschaft ein. Zusammen sollten wir die Orks besiegen und den Ring im Feuerberg, in dessen teuflischen Feuern er geschmiedet wurde, vernichten. Die Gemeinschaft des Rings! Die Gemeinschaft des Vollrausches war komplett. Zur Vorgeschichte. Leiche und Herr von Bödefeld, auch der Gerald genannt, haben diese Geschichte vom Ferrari-Club geschnekt bekommen. Damit die Beiden sich dann aber nicht alleine den Bauch beim Ritteressen voll schlagen oder gar zu viel des guten Bieres tranken um dann diverse Burgfräuleins als Nachtisch zu vernaschen. Schloß sich der Ferrari-Club an, da die ja auch nicht ungern ins Glas spucken. Außerdem suchten sie noch ein paar dorfbekannte Alkoholiker und da stand ich natürlich ganz oben auf der Liste lustige Kumpanen, damit die Runde voll wird und man eine Menge Spaß hat.
So, wir sind in Gerblingerode angekommen und haben mittlerweile auch Bier dazu geladen, welches von mir gleich dankend in Empfang genommen wurde. Schön wenn der Mittag mit Pils anfängt. Ein wenig erinnert mich die ganze Geschichte an Boßeln. Nur der Bollerwagen fehlte. Wir fuhren nach Gerberhausen, um dort die Wanderung zu starten. Eigentlich wollten wir in eine Kneipe einkehren, aber die entschied sich genügend Geld zu haben und öffnete die Türen nicht. Nachdem wir dann alles kurz und klein geschlagen und den Trümmerhaufen angezündet haben Also gingen wir so los und warteten erstmal auf Friede und den Busfahrer. Dummerweise hatte Leiche Schnaps dabei, der schon mal ausgeschenkt wurde. Ein Schlag ins Gesicht wäre wie immer schmeichelhafter gewesen, aber das kann man sich ja nicht aussuchen. So waren wir dann wieder vollständig und traten unsere nie enden wollende Wanderung an. Bis zur nächsten Einkehr ungefähr 2 km weit entfernt. Dort wurden die durstigen Kehlen mit Radeberger benetzt. Nicht gerade mein Lieblingsbier, aber der Durst treibt es rein.

Derart gestärkt ging es den höllischen Aufstieg zur Teufelskanzel hinauf. Es war sehr schweißtreibend, aber lustig. Ich habe den Weg mit Matten, Chicki und Leiche hinter mich gebracht, weil die anderen wohl Ferkelstarter bekommen hatten und wohl im Dauerlauf durch den Wald gelaufen sind. Vielleicht hatten sie auch ganz schlimmen Durchfall oder wurden von einem Keiler verfolgt, aber normal war das trotzdem nicht. Oben erwarteten sie uns dann Bier trinkend, was von mir gar nicht begrüßt wurde, denn es wurde mir keins über gelassen. Also ging ich schmollend erst mal zur Teufelskanzel und genoß die Aussicht, die nebliger nicht hätte sein können. Egal, Leiche kam mit einem Schnaps. Ich wollte nicht und hatte vor weg zu laufen, aber die glitschigen Felsen und das nasse Laub mahnten mich zur Vorsicht. Nachdem dann also ein weiterer Schnaps den Weg in meinem leeren Magen gefunden hat wurde mein Geist plötzlich klar. Ich weiß nicht ob es an der frischen Luft lag oder an dem reinigenden Gefühl, welches des Schnaps in meiner Speiseröhre hinterließ, aber ich fragte mich wo denn eigentlich der Rest der Truppe hin war. Ich hatte nämlich den Friede lange nicht mehr gesehen. Dreist wie sie waren, waren sie einfach in die Gaststube gegangen und haben schon angefangen Bier zu trinken. Ich war empört. Da kehrt man einmal den einschlägig bekannten Trinkern den Rücken und schon hauen sie sich ohne Bescheid zu geben, den Kopf zu. Aber die Bedienung war nicht nur gut aussehend, sondern auch recht fix, was von allen Seiten begrüßt wurde. Weitere zwei Bier später nahte schon wieder der Aufbruch. Dabei hätte ich auch in der Hütte aushalten können und mich langsam aber sicher in das Delirium trinken können. Es hat schon was für sich, wenn man an der frischen Luft unterwegs ist. Der Durst wird immer größer. Aber ein Blick auf meine Uhr ließ ein paar kleine, ganz leise Alarmglocken auf schrillen. Es war erst 1700 Uhr. Eine Funktionsüberprüfung der Uhr brachte keine Fehler zum Vorschein. Es war tatsächlich noch so früh.

Doch da es schon dämmerte trabten wir los. Die Gemeinschaft in zwei Teile gesprengt, da ein Teil nicht schnell genug mit dem Bier fertig wurde. Oder aber noch ein weiteres Pils geordert hat. Diese Fragen liegen im Nebel. Der Abstieg war recht spannend, da die Dämmerung schnell über uns herein brach und der Weg durch den Wald sehr schlecht beleuchtet war. Das hielt uns aber nicht davon ab ordentlichen Nonsens zu labern. Was das Gehen zu einem gar unmöglichen Unterfangen machte. Man probiere mal über unwegsames, rutschiges Gelände zu gehen und dabei aus vollen Halse zu Lachen. Viel Spaß beim Klamotten reinigen. Gott sei Dank hat es mich nicht gerissen und wohl auch keinen anderen. Obwohl manche Ausrutscher recht spektakulär aussahen. Man mußte aber auch seine Schadenfreude zurück halten, da man ja vielleicht der Nächste an der Reihe ist. Aber letztendlich haben wir es geschafft ohne größere Verluste durch Wolf-, Bär- oder Keilerangriffe zu verbuchen. Es ging ja auch bergab und der Magen knurrte lauter als alle Bären zusammen hätten knurren können. Wahrscheinlich hätte die hungrige Meute die Bären vorher gerissen und verspeist. Da sind die feinen Herren Bären schon vorsichtig.

Im Blauen Bock angekommen konnten wir aber nicht sofort zur Tat schreiten, sondern erhielten erstmal die Gelegenheit Bier zu trinken und ein Hausschlachtemuseum zu besichtigen. Und vor allem die selbst geschlachtete Stracke zu probieren. Nur der Anstand hielt einige davon zurück die Wurst zu ergreifen bevor sie überhaupt abgeschnitten wurde. Und dann konnten wir endlich in den Fressaal Speisesaal um mit dem Ritteressen zu beginnen. Das Loch in meinem Magen drohte schon die inneren Organe zu verdauen. Nur die Leber, die war recht sicher.

So zogen wir also in den Rittersaal ein und bekamen erstmal ein Gerstengetränk in die Hand gedrückt. Ich fühlte mich also wie zu Hause. Nur der Geruch nach Badewasser war ein wenig seltsam. Aber das lag daran, das in einer Ecke des Raumes ein paar Spitzlumpis in der Wanne saßen. Fragt mich bitte nicht warum sie das taten. Entweder waren sie so durchgekracht, das sie das freiwillig machten oder aber das waren Gäste, die meinten das gehöre dazu. Egal, der Platz war schnell gefunden, nur den Becher konnte man nirgends abstellen, da er unten spitz zu lief. Wer macht so was? Auf jeden Fall gab es natürlich auch bei uns Spezialisten, die es nicht gebacken bekommen haben. Friede war dann auch der Einzige der sein Becher hinstellen wollte und ihn schön über dem ganzen Tisch verteilte. Das Gelächter war groß. Zu Recht übrigens. Nachdem dann der Tisch wieder halbwegs trocken war nahmen wir Platz und bestellten gleich die Flatrate für alle. 6 € die Stunde und man konnte so viel trinken wie man wollte. Keine Frage, war ich der Erste der hier schrie. Aber man sollte ja die Aktion nicht vor der Durchführung loben.

Die erste Runde ließ einige Zeit auf sich warten. In Voraussicht habe ich erstmal ein kleines Bier bestellt, da ich dachte das es recht fix mit dem Nachschub ging. Machen wir es kurz, die nächste Runde stieg ich dann auf große Bier um, denn so schnell waren die Bedienungen nun nicht gerade. Da nun die Sorge um die Getränke vorüber war war es an der Zeit, das ein wenig feste Nahrung den See aus Bier und Schnaps in meinem Magen vervollständigte. Aber wir mußten erstmal ein paar Reden über uns ergehen lassen. Und dann ging es los.

An den anderen Tischen. Irgendwie müssen wir etwas gemacht haben, was die Bedienung verärgert hat, denn unser Tisch war immer der letzte. Dabei hat der Abend erst angefangen. Den Beginn machte ein Stück Brot gefolgt von einer Suppe. Der Hunger trieb das Stück Brot wohl rein, ohne das einige merkten, das etwas zum Kauen in ihrem Mund war. Die Suppe war dagegen vorzüglich. Als dann der erste Teller drin war kamen die Leckereien. Es gab eine Fischsuppe. Gut, gehört nicht zu meinen Leibspeisen, aber die Garnele im Inneren hab eich probiert. Abschließend lasst sich sagen, das sich Garnelen absolut gar nicht lohnen. Das bisschen Fleisch was da dran ist, lohnt nicht das Tier zu töten. Aber man muß mal alles probiert haben. Die Suppe wurde abgeräumt und wir warteten wieder auf den Hauptgang. Aber wenigstens hatte sich jetzt der Biernachschub kontinuierlich eingestellt. Was aber auch daran lag, das Guido, der mir gegenüber saß, gleich eine neue Runde bestellt hat, als eine Runde gebracht wurde. Eine sehr gute Taktik, die mich so über den ganzen Abend mit Bier versorgt hatte. Auch wenn ich mal hinter dem Trinkplan zurück stand.

Die Rufe nach Fleisch wurden immer lauter und dann kam endlich die Molle. Es gab Wild (esse ich aus Prinzip nicht), Hähnchenkeulen in Honigmarinade, Wachteln, ein Filetstrang in einem ekelerregenden Kräutermantel und ein Stück Fleisch was ich mir nicht merken konnte, aber fantastisch schmeckte. Gemüse und Nudeln gab es wohl auch, aber daran war ich nicht interessiert. So was wird von meinem Essen verspeist. Alle Gerichte waren vorzüglich, jedenfalls die die ich probiert habe. Besonders die Hähnchenkeulen und die Wachteln hatten es mir angetan. So geschah es auch recht schnell, das wir die erste Molle an Fleisch weggeputzt hatten. Das lag jetzt aber nicht alleine an mir. Trotzdem wurde die zweite Molle mit Begeisterung begrüßt.

Während also gegessen wurde steig der Alkoholpegel drastisch an. Es wurde mehrfach angestoßen und vor allem laut rum geschrien. Tutz führte alle an in dem er von Zeit zu Zeit aufstand und lauthals Verhaltensparolen ausgab. Also wurden die Inhalte der Gläser in die Münder entleert und man wurde noch weiter in Richtung Delirium geschoben. Mir war es recht, denn ich hatte den Rest des Abends eh schon abgeschrieben. Nur der Friede, der neben mir saß machte eine recht schlechte Figur. Nach dem Hauptgang wurde sein Kopf ein wenig schwer und sank in stetiger Bewegung in Richtung Tisch. Ich machte mir schon Sorgen und fragte bei der Bedienung nach ob in dem Essen Spuren von Schlafnüssen vorhanden seien. Sie schaute mich fragend an und gab mir ein neues Bier. Friede war also in das Reich der Träume entschlummert und störte sich an nichts mehr. Es könnte daran gelegen haben, das er mit Tobli eine Flasche Rotwein geleert hatte. Aber Tobli war noch einigermaßen fit. Wo also waren die Schlafnüsse versteckt. Da Friedes Kopf nicht gerade dekorativ war wurde er kurzer Hand mit Lorbeerblättern verziert. Ich war heilfroh, das ich meine Kamera dabei hatte.

Nun kam es zu einem Ritterschlag. Chicki ist Champion bei der Formel 1 Truppe geworden und wurde gleich mal zum Ritter geschlagen. Das war aber nicht das besondere, sondern der große Holzeimer, der mit Schwarzbier voll gemacht wurde. Den schaffte er nicht alleine und so wanderte das Ding einmal um die Tafel. Herpes lässt grüßen. Zum Glück bin ich dagegen immun. Leider ließ das Gleichgewichtsgefühl bei einigen schon nach und so kippte Tutz einen Teil des Holzeimers über den Tisch und beschuldigte gleich mal den Björn. Aber ich habe Video-Beweise. Hatte ich mich schon für meine Kamera bedankt? Wie man unschwer feststellen konnte floß der Alkohol in Strömen und als Begleiterscheinung gab es fallende Hemmungen. Manche hatten keine Körperöffnungen unter Kontrolle und die Lautstärke des Gesprächsorgan war auch außer Kontrolle geraten. Das ganze ging dann Hand in Hand mit der fehlenden Hand-Auge-Koordination. Das alles hatte zur Folge, das an unserem Tisch die meisten Gegenstände zu Bruch gegangen sind, es am seltsamsten roch und die Lautstärke mit der Loveparade vergleichbar war. Das am Nebentisch Kinder saßen störte so recht keinen mehr. Aber Spaß gemacht hat es.Die Zeit war rum und wir konnten endlich zur Heimfahrt antreten. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir an, das nun erst die Zeit gekommen war an der man üblicherweise am Samstag Abend durchstartete. Genügend Alkohol hatte ich schon getrunken, womit das Vortrinken wegfallen könnte. Doch was macht man hier in der Walachei. Genau man nimmt den Bus nach Hause und steigt an der Werkstatt aus. Nicht ohne vorher den altbekannten Verdächtigen Bescheid zu geben, das sie doch schnellstens in der Werkstatt vorbei kommen sollten. Zum Glück begleiteten mich Kalle und Tutz, so das ich nicht als Einziger aussah als würde ich total stramm vom Ritteressen kommen. Bevor ich jedoch in die Freuden der Werkstatt kam mußte ich erstmal meine Haushaltskasse befüllen. Irgendwie kommt mir der Weg zur Sparkasse sonst nicht so weit vor.

Wieder zurück fand ich die zwei Bagaluden gleich an der Theke und durfte auch gleich die nächste Runde geben. Fand ich natürlich Klasse und bestellte Havana. Ob es ihnen schmeckte oder nicht war mir recht egal. Um ehrlich zu sein, hätten wir nur noch Mineralwasser trinken dürfen und wären trotzdem noch als Strammste aus der Werkstatt gegangen, aber wie es nun mal so ist, kriegt man den Hals ja nicht voll. Bier hätte ich jedoch nicht mehr trinken können. Aber es gab ja Mixgetränke. Da jeder mal dran war mit Bestellen kam eine lustige Mischung zusammen.

Ich habe den Zeitpunkt nicht mehr richtig mitbekommen, aber plötzlich waren Porno, Schnitzel und Tobi da. Die bestellten natürlich erstmal Tabletts. Wenn wir das vorher gewusst hätten. So entdeckten wir recht spät den Vorteil des Tablett-Trinkens und schlossen uns den Dreien an.
Leider hatte Tutz Jemand seine Flatulenzen nicht so ganz unter Kontrolle und ließ den Darmwinden freien Lauf. Da Kalle und ich schon recht abgehärtet vom Ritteressen und von der Busfahrt waren, störte uns das nicht sonderlich. Aber der Rest der Gäste schaute ein wenig sparsam aus der Wäsche. Bei Tutz war der Gang eh nicht mehr so sicher, aber wir hatten recht gute Gesprächsthemen. Im Großen und Ganzen war der Abend von den Unterhaltungen recht nett. Aber die passen nicht hier her, da ich das Lallen nicht so ganz nachgeahmt bekomme.
Sehr große Sorgen mache ich mir um Porno. Er verließ die Werkstatt schon sehr früh, mit den Worten das er keinen Bock mehr hatte. Ich muß wohl mal ein ernstes Wörtchen mit Hüfte sprechen. Nicht das sie den armen Jungen in den Keller einsperrt und er nur einen weichen Brei aus Kartoffeln zu essen bekommt. Wenn er kein Fleisch bekommt wird er zur tickenden Zeitbombe. Zum Glück hielt aber der Rest noch ein ganzes Weilchen aus.

Nachdem dann Tutz auch meinte es wäre jetzt für ihn an der Zeit zu gehen, blieben wir noch ein wenig da. Oder auch nicht, denn ehe ich mich versah stand ein alter Bekannter nicht weit von mir entfernt. Der Akki hatte den Weg in die Werkstatt gefunden und er hatte sogar die gleiche Jacke wie ich an. Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man behaupten können wir würden wie zwei hässliche Alkoholschwuchteln aus, die sich die gleichen Klamotten kaufen. Machen wir natürlich nicht, wir sind nur beide Ausbilder bei der Feuerwehr. Mit Akki wurden dann noch ein paar weitere Gehirnzellen vernichtet. Unglaublich was dieser Mensch an Scheiße labern kann. Man könnte fast annehmen es sei mein Gegenpart. Aber um die männlichen Beziehungsgerüchte hier nicht noch weiter anzuschüren, wechsele ich einfach das Thema.

So langsam ging uns auch die Luft aus und wir begaben uns auf den Heimweg. Tobi und ich gaben unser Bestes um den Aufbruch so weit wie möglich nach hinten zu schieben, aber irgendwann kam Schnitzel auf den Trichter und verlangte den sofortigen Aufbruch. Schade, der Getränke-bestellen-während-Schnitzel-auf-dem-Klo-ist-Trick funktioniert halt nur 10 Mal, dann schöpft er Verdacht. Aber wer weiß wozu es gut war. Obwohl ich kurz vor unserem Aufbruch wieder dabei war mich zu verleiben. Nicht in das Tablett Havana Cola, sondern in eine junge Dame, die des öfteren bei uns vorbei ging und deren Blick ich beim nachgeiern mit Sabberfaden aus dem Mund hinter her gucken auffing. Da ich aber wie ein Ritteressen aussah und bestimmt einen Mundgeruch wie zwei Ritteressen mit Kräuterschnaps hatte, ließ ich sämtliche Annäherungsversuche sein. Nicht das ich so was gemacht hätte, wenn ich stocknüchtern und gerade vom Zähne putzen gekommen wäre, aber wenn man sich eine Entschuldigung einredet, dann fällt einem das Versagen nicht mehr so schwer. Das Schicksal meinte mich an dem Abend noch so richtig zu foltern. Denn als wir draußen auf ein Taxi warteten, kam gerade diese junge Dame auch raus und bleib kurz stehen um mich an zulächeln. Vielleicht hat sie sich auch über den Farbwechsel der Lichtanlage der Werkstatt gefreut, das kann ich nicht mehr sagen, aber jedenfalls ging sie mit einem freundlichen Gesicht zu ihrem Auto. Wir hingegen steigen in unser Taxi ein und sagen aus wie durch die Mangel gedreht. Ich versteh gar nicht warum?
Dieses Wochenende muß schlimmer als sonst gewesen sein. Nicht das es mir irgendwie schlecht ging, jedenfalls nicht schlechter als die übrigen Sonntage des Jahres. Aber die Mannschaftskollegen beim Fußball sagten zu mir, das ich aussah als wäre ich gerade aus dem Bett gestiegen und gestern gesoffen hätte. Verdammt ich verliere die Fähigkeit mir das Saufen nicht anmerken zu lassen. Ich sollte wieder mehr trainieren!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: