Berg und Tal

26/11/2007

Mein Wochenende fing dieses Mal schon mal an einem Donnerstag an. Was soll man auch sonst alles machen, wenn man schon mal Urlaub hat. Also habe ich mit dem Felkl ausgemacht, das ich ihn in Fulda besuchen werde. Das hatten wir ja eh schon lange einmal vor und dann wollten wir dort einen ordentlich Zug durch das Nachtleben machen. Beim letzten Mal hat es nicht ganz so gut geklappt, da wir nur bis zur ersten Kneipe gekommen und dort irgendwie versackt sind. Aber diesmal wollte Sabrina mit kommen und die kennt ein paar mehr Kneipen, obwohl sie noch nicht so lange in Fulda studiert wie der feine Herr Felkl. Eigentlich sollte das für Christian sprechen, das er mehr studiert als das Nachtleben zu genießen, aber ich kenne ihn schon länger und kann somit versichern, das er keinesfalls aus Studierwut nicht so viele Kneipen kennt. Eher aus Faulheit mal wo Neues hin zu gehen. Aber wie gesagt, jetzt war ja Sabrina mit von der Partie. Außerdem brauchten wir gar keine Kneipentour zu machen, denn es war eine Fachbereichsparty angesetzt. Und zwar vom Fachbereich Oecotrophologie. Gut, das gleiche Gesicht habe ich auch gemacht, als mir der Felkl davon erzählt hat. Und der Lachkrampf, das es sich dabei um Ernährungswissenschaft ginge hat auch recht schnell wieder aufgehört, als ich sah das es Christian damit ernst ist. Wie schon erwähnt kenne ich Christian schon länger und konnte mir absolut gar nicht vorstellen, das er ein Ernährungsberater werden möchte. Nicht bei den Mengen an Tiefkühlpizzen die er damals verdrückt hat. Aber das Blatt hat sich gewendet. Was nun auch noch erwähnenswert ist, ist die Tatsache das dieser Studiengang zu 80% aus weiblichen Studierenden besteht. Eine Tatsache die man bei Fachbereichsparties nicht außer Acht lassen sollte. Eine gewisse Vorfreude machte sich bei mir bereit, als ich an die Party dachte. Endlich mal wieder günstige Getränke!

Nach einer sehr entspannenden Autofahrt kam ich in Fulda an und fuhr erstmal am Ziel vorbei. Eine kurzes Telefonat später, bei dem ich Christian aus einer kreativen Phase herausholte (erneuter Lachkrampf), und ich war wieder auf Kurs. Dann hieß es nur noch die richtige Wohnung zu finden. So viele Hausnummern. Fast wäre ich in das Tattoo-Studio auf der Nachbarschaft gegangen und hätte mir so gleich mal eine Ganzkörper-Tätowierung anfertigen lassen, als ich dann endlich das richtige Klingelschild gelesen habe. Da Christian noch in einer Vorlesung war brachte mich Sabrina auf den neusten Stand und berichtet mir ganz neue Seiten von ihm. Sie hat einen sehr guten Einfluß auf ihn, muß ich schon sagen. Ich hoffe das mache ich mit einem Abend in Fulda nicht wieder alles kaputt. Aber wir hatten ja noch nicht angefangen. Nachdem dann Christian zu Fuß (!!) von der FH wieder da war aßen wir etwas und die ersten Bier wurden geöffnet. Naja, eigentlich nur ein, denn Sabrina trank keins und Christian, der an diesem Abend richtig Gas geben wollte hielt sich vorerst an Bacardi. Dazu sollte ich dann später auch übergehen, aber ich wollte dann doch das Gehirn und meinen gesamten Organismus in Ruhe auf den bevorstehenden Abend vorbereiten. Außerdem gehört zu einer Studentenfete als Beginn immer Pils. Und wenn es gekühltes Becks ist, dann erst recht. Vier Stück fanden den Weg in meinen Schlund, bevor ich dann auf den Bacardi umsteigen wollte. Unterdessen hat sich noch Steffi, eine Kommilitonin von Felkl, eingefunden. Eigentlich nutzen wir die Anwesenheit von neuen Opfern immer um unsere Geschichten aus frühester Jugend zum Besten zu geben, aber die Diskussion ging dann irgendwie in eine andere Richtung. Vielleicht auch besser so, denn den Ruf konnte man auf der Party noch früh genug ruinieren, das mußte ja nicht schon im Vorfeld sein.

Die Uhr tickte unaufhörlich und wir wollten eigentlich gegen 2230 Uhr schon auf der Party sein. Doch dank einer ausgeklügelten Einschütt-Taktik von Christian hat er nochmal eine Verlängerung raus geholt. Das Gesicht von Sabrina war übrigens unbeschreiblich, als sie mit bekommen hat, das Christian sich eine weiter Mischung angefertigt hat. Obwohl sie nicht weit weg von ihm saß, hat sie es nicht mitbekommen. Man konnte sehen wie stolz Felkl auf sich war. Dann mußten wir auch noch zur Bank und dann konnten wir endlich zur Party aufbrechen. Das war eine Kittelparty und alle die einen Kittel an hatten bekamen eine Überraschung. Hmm, Kittel kenne ich nur von meinem Vater, aber die waren alle voll mit Mörtler oder Fliesenkleber und die Zeiten in denen Ingenieure Kittel angezogen haben sind schon seit längerem vorbei. Dann verzichte ich halt auf die Überraschung.

ls wir zur FH kamen mußten wir anstehen. War ja nicht anders zu erwarten. Und was meine Augen dort sahen kann ich kaum in Worte fassen. Egal wo ich hin blickte sah ich hübsche Frauen. Und vor allem so viele. Jetzt hatte ich eine ungefähre Vorstellung von dem Paradies in dem sich Felkl seit Jahren befand. Und vor allem konnte ich es mir ungefähr vorstellen, wie es ist, mit Frauen zusammen zu studieren. Als Maschinenbauer hat man da meistens nicht so ein Glück. Wobei es sich ja bisweilen gebessert hat. Trotz allem ist Maschinenbau nicht gerade die erste Wahl, wenn es an die Studienwünsche der Frauen geht. Zurück zum Thema. Ich mußte aufpassen, das ich nicht unkontrolliert in die Gegend starrte und undefinierbare Flüssigkeiten aus meinem Mund verlor. Noch bevor wir drinnen waren hatte ich mich schon zwei Mal verliebt. Die eine war einfach nur hübsch und die andere hat das gewisse Etwas. Da sie noch draußen stand hoffte ich das sie demnächst den Weg nach drinnen fand. Ich hatte ja keine Ahnung. Als wir drinnen waren eröffnete sich mir die ganze Pracht des weiblichen Geschlechts. Ich konnte leider meiner Faszination nicht im vollen Maße kund tun, da wir ja von Sabrina und Steffi begleitet wurden. Es würde bestimmt albern aussehen, wenn ich johlend und schreiend durch die Gegend springen würde und Christian immer das Daumen-nach-oben-Zeichen geben würde. Aber ein paar Blicke mit eindeutigen Gesichtsausdrücken in Christians Richtung gaben ihm schon die richtigen Hinweise. Er bot sich sogar an, die erste Runde zu holen. Also wenn das so weiter geht, dann wird das der schönste Abend in meinem Leben. In meinem Leben bis jetzt! Erst jetzt bemerkte ich den riesigen Stempel der mir aufgedrückt wurde. Selbst als ich meine Handfläche hingehalten habe wurde mir das Ding in der Größe von Amrum auf den Handrücken gedrückt. Da frage ich mich doch ernsthaft wozu das jetzt gut ist. Sind die Damen an der Kasse etwas sehbehindert? Den Stempel kann man jedenfalls ohne Probleme vom Mond aus sehen.

Ich entschied mich für einen Bacardi Cola, da ich damit ja aufgehört hatte. Dazu brachte Christian die Überraschung für Kittelträger mit. Eine Spritze mit grünlicher Flüssigkeit gefüllt, die sich als Pfefferminzlikör herausstellte. Na toll, Schnaps in Spritzen gehört jetzt nicht wirklich zu meinen Leibgetränken. Da ich mir ziemlich sicher war, das ich beim Trinken wieder grobmotorische Anfälle kriegen würde und einen Teil des Inhaltes aus meinem Mund über mein Kinn auf meiner Hose oder meinem Pullover landen würde. So macht man dann bei den anwesenden Frauen gleich den richtigen Eindruck. Nach einer kleinen Kostprobe war klar, das meine Geschmacksnerven für die nächste Stunde außer Gefecht gesetzt wurden. Dieses süße klebrige Zeug schmeckte als würde man eine Tasse ”After Eight“ auf dem Herd warm machen und auf Ex austrinken. Alles was ich in der folgenden Stunde trank schmeckte nach Pfefferminz und war unglaublich kalt. So sparte man die Eiswürfel. Allerdings war die Mischung nicht gerade die Offenbarung. Nachdem ich die Standard-Vorbereitungsmischung bei Felkl intus hatte schmeckte dieses Getränk nur nach Cola. Sehr erschreckend!

Wir verlegten unseren Beobachtungsraum etwas weiter in Tanzfläche, nachdem sich die Kitteltruppe ablichten gelassen hat Ich verzog mich früh genug, denn ich habe ja eine natürliche Abneigung gegen Fotoapparate. Nachher geht die Kamera kaputt und ich bin dann der Doofe, der sie bezahlen darf. So ja nun nicht. An der Tanzfläche angekommen, war ich weiterhin sprachlos. Hier also waren alle hübschen Frauen, die im Maschinenbaustudium gefehlt hatten. So gesehen habe ich echt das falsche studiert. Es würde aber auch großes Gelächter geben, wenn ich verkünden würde, das ich ab jetzt Ernährungsberatung studieren würde. Das wäre so als würde Georg W. Bush den Friedensnobelpreis bekommen. Aber so eine Vermischung zwischen den Studiengängen ist ja auch nicht verkehrt. Auf jeden Fall sollte man Maschinenbau-Fachbereiche immer an den FH’s ansiedeln, wo auch Studiengänge sind die mehr vom weiblichen Geschlecht frequentiert werden. Allein schon wegen der Sicherheit.

Anfangs hatte ich ja ein wenig Bedenken, das ich die junge Dame vom Eingang nicht mehr wieder sehen würde. Nun war es mir fast egal, denn auf der Tanzfläche biegten sich genügend hübsche Körper, so daß ich mich ungefähr alle fünf Minuten neu verliebte. Es war als wäre ich im Himmel. Würde nun auf die FH Fulda ein Komet nieder stürzen und alles zerstören, würde man meine Leiche mit einem Lächeln aus den Trümmern ziehen. Bevor ich aber weiter den Verstand verlor, sorgte ich dafür, das ich vor lauter umher starren mit offenen Mund nicht austrocknete. Nach der eher ernüchternden Mischung lenkte ich wieder auf den Bierzug um. Die Geschwindigkeit gefiel mir und so lange es mir noch schmeckte wollte ich daran fest halten. Kurz noch die Runde zusammen gesammelt und ab ging es mit der Getränkeorganisation. Es war einfach nicht zu fassen, die vom Fachbereich gestellten Bedienungen waren auch eine wahre Augenweide. Ich konnte mich fast nicht mehr an meinen Text erinnern. Aber ich habe die kurve dann doch noch bekommen. Zurück bei den Anderen konnte ich mich dann für wenige Minute konzentrieren und mein Umfeld ausmachen. Es war so wie es mir gefiel. Es war gut gefüllt, aber nicht zu voll. Sehr viele hübsche Frauen (auf einen Mann kamen ungefähr drei Schnitten) und vor allem wurde die richtige Musik gespielt. Wenn man durch das Glashaus und die Werkstatt immer verdorben wurde, machte hier der DJ alles richtig Und das schönste war, das alle die Musik Klasse fanden und dazu tanzten. Ich hatte ein heimeliges Gefühl und war mir nun sicher, das dies ein absolut gelungener Abend werden würde. Wäre zu dem Zeitpunkt vorbei gewesen, wäre er schon gelungen gewesen. Und der Gipfel war noch nicht erreicht. Die Becks-Zufuhr wurde minütlich erhöht. Dehydrieren in Discos ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Allerdings offenbarte ich so den Kommilitoninnnen von Christian mein wahres Gesicht. Im 15 Minuten Takt fragte ich ob Jemand etwa zu trinken haben wollte. Was sollte ich machen. Es war sehr warm, ich hatte meine Jacke an und stand Größtenteils mit offenen Mund herum. Da trocknet man sehr schnell aus! Als wir dann mal kurz ohne weibliche Begleitung waren, fragte mich der Felkl ob es mir denn gefallen würde und ich schon Frauen gesehen hätte, die mich interessieren würden. Nach einer kurzen Schilderung meines derzeitigen Geisteszustand war Felkl zufrieden. Bei den Frauen die mir gefallen würden hatte ich nicht genügend Zeit alle aufzuzählen. Ich beschränkte mich auf die, die in unmittelbarer Nähe standen. Und da habe ich noch nicht mal alle erwähnt.

Da Felkl sehr schnell des Herumstehen müde wurde suchten wir eine Sitzgelegenheit, die wir auch schnell fanden. Die Party gefiel mir immer besser. Und die Bierzufuhr hat sich jetzt auf ein normales Mittelmaß eingependelt. War aber wohl immer noch zu schnell für die Mädels in unserer Runde. Man sagt mir immer das ich mich natürlich geben sollte. Und das tat ich, was kann ich denn für den großen Durst und den leckeren Geschmack von Becks. Felkl allerdings bleib beim Bacardi und seitdem er bei der Bedienung ”Bacardi-Cola, mit wenig Cola“ bestellte. Jedesmal wenn ich diese Order ausgab, freute sich die Bedienung sehr und machte einen Hammermischung zu recht. Ob sie wohl wusste, das sie für den Felkl war. Ich weiß es nicht. Was nicht sehr schön war, war das die Musik unglaublich laut. Der DJ hatte wohl die Anschläge an dem Lautstärkeregler gefunden und dort die Schalter befestigt. Allerdings vertrugen das die Boxen nicht ganz so gut und zerrten ganz schön. Bei einem Zwischenstopp auf der Toilette fühlte ich mich als hätte mir jemand ein Pfund Watte in jedes Ohr gesteckt. Und Felkl nutze die Gelegenheit um zu fragen wie ich denn Steffi finden würde. Aha, jetzt kommen wir also zur Essenz. Ich antwortet ehrlich und direkt. Mußte zwar etwas lauter sein, da Felkl ein ähnliches Wattepaket vor dem Ohr hatte. Sie ist zwar hübsch, aber wohl eher nicht mein Fall. Es fehlte das gewisse Etwas. Wie ich später erfahren mußte war Sabrina da ähnlicher Meinung und war sogar davon überzeugt, das man eine andere für mich finden würde. Oha, so waren also alle um mein Seelenheil bemüht. Sehr nett.

Es kam also die Zeit nach etlichen Litern Becks, das ich dann auch umstieg. Eigentlich war der ausschlaggebende Punkt, eine Kostprobe von Felkls Mischung mit Anlauf. Ja, das war die Mischung zu der ich auch Bacardi-Mischung sagen würde! Der Umstieg war recht einfach und Felkls Gesicht sprach für den gekonnten Leser Bände. Er war schön stramm. Und fing an zu tanzen. Sabrina wusste ja mittlerweile was Sache war, doch die Gesichter der anderen Mädels sahen ein wenig unsicher aus. Ich kommentierte dann mit passenden Phrasen Tanzschritte von dem feinen Herrn. Sehr amüsant. Doch lange sollten wir den Tanzkünsten von Felkl nicht frönen dürfen, denn die Bar machte um 0300 Uhr zu. Besser gesagt gegen 0330 Uhr. Um ehrlich zu sein hat es vollkommen ausgereicht, aber ein wenig länger ist ja immer schöner. Und was für mich sehr überraschend war, war das viele hübsche Frauen immer noch anwesend waren. Normalerweise bin ich es ja gewohnt, das zu der Zeit, wenn die Bar zu macht, nur noch der harte Kern, quasi der Bodensatz da bleibt. Es gefiel mir sehr.

Der Heimweg verlief problemlos, mit einem Zwischenstop an einem frei zugänglichen Baum. Für den Christian wohl gemerkt. Ich konnte noch anhalten und war nicht annähernd so stramm. In der Wohnung haben wir dann noch ein Schlummertrunk genommen und ein Toastbrot verdrückt. Man gut das kein McDonalds auf dem Heimweg lag. Und dann ging es in die Falle. Abschließend ließ sich sagen, das ich mich circa 50 Mal an dem Abend verliebt hatte und bei mindestens 30 Frauen sofort Feuer und Flamme war. Kurz gesagt es war in nahezu perfekter Abend. Da ich aber doof bin, ging natürlich nichts. Wäre auch idiotisch gewesen, Fernbeziehungen halten eh nicht lange. Schön wenn man immer eine Ausrede parat hat!

Die Nacht war relativ kurz, da über mir der Circus Roncalli gastierte. Nach einem leckeren Frühstück ging es wieder Richtung Heimat. Diesmal hatte ich den Felkl mit an Bord und es war nicht annähernd so langweilig. Und ich war nicht einen Bruchteil so aggressiv wie auf dem Hinweg. Könnte aber auch an den schlechten Witterungsverhältnissen gelegen haben. Da konnte ich ja eh nicht so ballern.

Abends hatte dann der KCW geladen. Es stand die Jahreshauptversammlung an. Inklusive Weihnachtsfeier. Ich hatte schon ein wenig Angst, denn solche Aktivitäten des Krombacher Clubs arten meistens recht schnell aus. Denkt man da nur an diverse Grillfeiern oder Neujahrswanderungen. Aber Spaß wird da immer groß geschrieben. Da ich ja im allgemeinen sehr schüchtern bin habe ich mich mit dem Fabian beim Bäcker getroffen, damit wir gemeinsam einmarschieren können. Eigentlich hatte ich ja nur Angst vor den üblichen Sprüchen und hoffte das Fabian davon ein paar auf sich bezog. Leider wurden dann die Begrüßungssprüche immer mit meinem Namen in Verbindung gesagt, so das der Plan nicht geklappt hat. Aber ich habe in der Richtung schon ein dickes Fell entwickelt. Zur Begrüßung gab es erstmal ein frisch gezapftes Krombacher. Sehr lecker und stilvoll im 0,4 l Humpen serviert. Die Eröffnungsrunde wurde nach und nach immer größer und wir konnten dann mit der Versammlung beginnen. Da es im Anschluß Essen gab wurde sich auch redlich beeilt. Es wurde zwar vorher gesagt, das man trotz des anstehenden Hungers sich alle Zeit der Welt nehmen wolle, aber jeder hoffte das es nur leere Phrasen waren, die dort vom Vorsitzenden zum Besten gegeben wurden. Porno auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches hatte schon ganz leere Augen, als er diese Worte vernahm. Als besonderes Highlight wurde der Bericht des Kassenwartes vernommen, der musikalisch von einem Mitglied unterlegt wurde. Ich sage nur Handkäs mit Musik! Ich wurde gebeten, seinen Namen hier nicht zu nennen, da seine Lebensgefährtin hier regelmäßig mit liest und da halte ich mich auch dran. Keine Angst Michael, ich werde die entsprechenden Stellen wieder raus streichen. Sollte ja genügen. Schön ist auch immer wenn manche Mitglieder Vorschläge machen die dann in alle Breite geredet werden. Es ging dabei um Fahrten und um neue Mitglieder und jedesmal entbrannte daraus eine hitzige Diskussion. Das verlagerte natürlich das anschließende Essen immer weiter nach hinten. Wie gesagt ich machte mir Sorgen um Porno, der seinen Tischnachbarn schon mit so komischen Augen ansah. Ich war nur froh, das noch kein Besteck an den Plätzen lag. Sonst hätte es leicht vorkommen können, das Schnitzel eine Gabel in seiner Hand vorgefunden hätte.

Nachdem dann der offizielle Teil vorüber war konnte ohne Probleme zum Sturm auf das Buffet geblasen werden. Den Anfang machte eine Schlachtesuppe. Da ich aber nicht so der Suppen-Fan bin, wenn sie nicht aus massig Bohnen besteht und auf den Namen Trappertopf hört, wartete ich erstmal den ersten Strumtrupp ab und machte mich so an das jungfräuliche Buffet aus fester Nahrung her. Die ganze Geschichte lief unter dem Namen Schlachteessen und hat den Namen redlich verdient. Das hat mal richtig gut geschmeckt und entgegen meiner Angewohnheit bin ich sogar ein zweites Mal zur Fleischtheke gegangen. Die letzte Scheibe mußte dann aber auch mit der Gabel nach gedrückt werden. Ich muß hier an dieser Stelle mal ein Kompliment an Strackse machen, der die Platten zubereitet hat. Die Leberwurst war ein absolutes Gedicht. Ein wenig anders im Geschmack, als ich es gewohnt war, aber gerade das machte es aus. Man sollte sich auf jeden Fall vormerken zu später Stunde nochmals den beherzten Griff zum Graubrot zu wagen. Wenn denn noch was über bleiben würde, denn die Buffetfräse Porno war ja immer noch beim Flüssignahrungsgang. Zu dem Essen wurde weiterhin cremiges Krombacher vom Faß gereicht. Ich stolperte also von einem paradiesischen Zustand in den anderen. Doch das sollte ich schnell ändern.

Nach dem Essen wurde dann erstmal der Löwentor herumgereicht. Als Alternative gab es Obstler. Als kleine Abschreckung habe ich erstmal die noch vorhandenen Erinnerungen von der bayrisch angehauchten Mannschaftsfeier Revue passieren lassen und war sofort kuriert. Allerdings war der Löwentor auch keine wirkliche Alternative. Ich versuchte der Falle zu entkommen und verweigerte die Annahme. Keile-Günther lachte nur kühl und stellte den Löwentor an meinen Platz. Das seltsame ist halt, das mein Tischnachbar Andreas das gleiche sagte und an ihm ging der Kelch vorbei. Da sieht man mal wieder, das ich mich gar nicht betrinken will, sondern immer dazu gezwungen werden. Ich bin quasi immer das Opfer und hinterher heißt es dann wieder ”Boah, der Pitsche war ja wieder stramm. Der hat ja den Löwentor weg geknallt wie kein Zweiter!“ Dabei will ich ihn nur schnell vom Tisch haben. Es folgte die Grimassenparade, die ich leider nicht verhindern konnte. Aber er war unten und ich schwor mir, das dem Löwentor kein weiterer mehr folgen würde. Sehr leichtfertig aufgestellte Behauptung!

Eigentlich konnte es ja nun nicht mehr schlimmer kommen. Doch für alles gibt es noch eine Steigerung. Denn es kam das Stiefel trinken. Gut, es war Krombacher und der Stiefel war noch sehr ansehnlich, aber um ehrlich zu sein ist es eine sehr grenzwertige Angelegenheit. Der Stiefel ging reihum und kam gar nicht bis zu unserer Position, denn er wurde vorher schon geleert. Unglaublich was es alles für Schluckspechte gibt. Stefan war der Glückliche, der dann den Stiefel wieder voll machen durfte und einen Löwentor trinken muß. Da man ja nichts bezahlen mußte, hatte man sich eine andere Strafe ausgedacht. Vollstrecker war der Günner. Ich nahm mir also vor niemals den Stiefel wieder füllen zu müssen und vor allem keinen Löwentor mehr zu trinken. Der Stiefel war frisch gefüllt und ging weiter. Da ich nicht so der Ex-Trinker bin habe ich bei solchen Spielen immer die Probleme, aber ich dachte, das es mein Nachbar Fabian eh nicht schaffen würde. Da hatte ich dann falsch gedacht. Na Klasse, den Stiefel voll machen ist kein Problem, doch vor dem Löwentor konnte ich mich leider nicht drücken. Also wurde der Vorsatz nach ungefähr zehn Minuten schon wieder gebrochen. Die nächste Runde ging also los. Ich hatte ja auch eigentlich damit gerechnet, das es bei nur einer Runde bleiben würde, aber wie es aussah waren sämtliche Kehlen so ausgedörrt, das es wohl mehrere Runden werden würden. Ich hoffte jedes Mal das ich nicht schon wieder dran sein würde. Als der Stiefel wieder eine kritische Höhe erreicht hatte machte ich mit Fabian aus, das wir nicht austrinken würden. Ich hielt mich dran, aber Fabian der Mistbock hat dann wieder den Stiefel weg gelutscht. Auf die Frage, warum er das jetzt gemacht und gegen unsere Abmachung gehandelt hat, sagte er nur das Gaudo ihn dazu angestiftet hat. Ich bedankte mich herzlich bei dem 2. Trötenbeauftragten des Elferrates und machte mich daran den Stiefel wieder zu füllen. Dummerweise hatte Gaudo auch noch mit gedacht und für mich schon mal den Löwentor besorgt. Ich wusste diese Fürsorge wirklich zu schätzen. Leider wurde das Trinken des fiesesten Kräuterlikörs der Welt nicht gerade besser. Der Schluckmechanismus verweigerte mehr und mehr seinen Dienst. Was auch ganz gut war, denn so wollte er mich vor dauerhaftem Schaden bewahren. Aber ich mußte ihn dazu zwingen gegen seinen Instinkt zu handeln und den Löwentor hinunter schlucken. Ich hatte schon ein hartes Los. Bei der anschließenden Runde hatte ich wieder das Glück und Fabian machte den Stiefel schon wieder leer. Ich fragte ihn ernsthaft ob er mir heimlich die Freundschaft gekündigt hat. Die übliche Tortour ließ ich dann auch wieder über mich ergehen. Ich bin ja leidensfähig und weiß wann ich mich zu fügen habe. Sollen sie man ihren Spaß haben. Ich hatte ja an dem Vortag schon getrunken und war in diese Richtung abgehärtet.

Besonders schlimm hat es wohl den Matze getroffen, denn der mußte zwischenzeitlich mal raus um ein wenig mehr Platz im Magen für weitere Stiefel zu machen. Geplant war wohl bis zum Rasen zu kommen, aber die gute Schlachteplatte landete dann halt genau auf den Platten vor der Mehrzweckhalle. Aber danach ging es munter weiter. Ob das nun schlau oder nicht ist, sei ihm selbst überlassen. Ich jedenfalls zog mich gemächlich zurück und verlegte meinen Standort mal an andere Plätze. Sehr nett war es zum Beispiel bei Kai und Görtler, die machten es sich nämlich zur Aufgabe den Schmierpopel mit Papierkugeln zu beschießen. Natürlich klappte es nicht, da sie sehr unterschiedliche Flugbahnen hatten. Es benötigte schon das Auge eines Scharfschützen (ATN in Osterode erworben) um Schmieri einen Papierklumpen an die Marmel zu ballern. Danach zog ich mich auch von dort dezent zurück, denn ich sah schon an dem Qualm der aus seinen Nüstern hervor quoll, das Schmieri sich das nicht lange gefallen lassen wird. Ein Kopfschuß reicht ja vollkommen aus. Ich setzte also meinen Gesprächsrundgang fort und kam nach langer Zeit wieder an die gleiche Ecke zurück.

Während dieser Zeit muß eine ganze Menge passiert sein. Zum Beispiel mußten mehrere Injektionen mit Stroh Rum verteilt worden sein, denn es waren alle stramm wie die Hacken. Ich traute meinen Augen nicht mehr. Es wurde plötzlich Bier in Schnapsgläsern ausgeschenkt. Jedem anderen wurde es normal serviert nur bei mir stellte M7 das Glas auf den Kopf. Bitte keine Fragen warum er das gemacht hat, er weiß es selber nicht mehr. Da ich ja der geborene Glückspilz bin hat er es auch so ungeschickt auf meinen Schero gestellt, das es umkippte und ich den Inhalt auf meinem Ärmel und meinem Bein wieder fand. Meine Laune wuchs immens. Aber aufgeregt habe ich mich nicht. Denn es hätte keinen Sinn gehabt. Er hat es nicht mit Absicht umgekippt und naß war ich eh. Und es war ja nur Bier, das gibt wenigstens keine Cola-Flecken. Dann wurde ich eingekreist von Jens und Porno. Zwei Anwärter auf den Titel Strammsack des Abends. Jens versuchte noch geradeaus zu gucken, aber es sah aus als seien seine Augen so weit heraus getreten, das sie gegen das Brillenglas kamen. Sprechen war auch nur noch sehr schwer möglich, es war eher eine Lautsprache mit sehr ausladender Gestik. Aber er verstand sich perfekt mit Porno. Die hatten nämlich die gleiche Sprache. Und Porno war übrigens immer noch nicht mit dem Essen fertig. Ich hatte leider meinen Fotoapparat nicht betriebsbereit, sonst hätte ich das Foto geschossen. Zwei Mann hielten den großen Einkochtopf gekippt und schütteten den Inhalt in Porno seinen Teller. Der brauchte schon Anlegebretter. So kam er dann an den Tisch zurück und kippte mir Teile auf die Hose. Er konnte froh sein das die Suppe nicht heiß war, denn sonst hätte ich ausprobiert ob der Teller auch quer in seinen Mund geht. Etwas weiter vorne an der Theke spielten sich andere Szenen ab. Keile-Günther hatte wohl den Auftrag so viel Bier in der kürzesten Zeit die Möglich war in sich hinein zu kippen. So trank er drei Humpen auf Ex und machte dann ein Gesicht als hätte er gerade einen einen großen schwarzen Mann gesehen der ihm einen Hammer in der Größe des Rathauses auf dem Kopf gehauen. Kurz darauf war er verschwunden und ist wohl nach Hause gegangen.

Doch kommen wir nun zur Hauptattraktion. Wenn ich bisher gedacht habe, das es nicht mehr schlimmer geht, besser gesagt, das es nicht mehr Voller geht, dann habe ich mich gründlich geirrt. Nun drehten die Leute richtig auf. Ich war zwar auch nicht mehr nüchtern, aber so stramm war ich dann doch nicht. Ich hielt mich den Großteil des Abends hinter der Theke auf, nicht nur weil ich dort uneingeschränkten Zugriff auf die Zapfanlage hatte, sondern weil dort eh immer am Meisten los ist und man kann so gleich für die Anderen die Biere voll machen. Vollmer, ein weiterer Anwärter auf den Strammsacktitel, kam ab und an auch mal vorbei und riß dann wie ein Berserker an den Zapfhähnen rum. Ich hatte zeitweise Angst, das er gleich die ganze Zapfanlage aus den Ankern reißt, aber sie hat gehalten. Der Konstrukteur muß wohl solche Attacken mit eingerechnet haben. Wenn ich eine Zapfanlage konstruieren sollte, dann wäre die aus massiven Edelstahl und mit M8er Schrauben befestigt, die geht so schnell nicht kaputt. Gut, die wird dann etwas teuer, aber dafür hat man dann Qualität. Nun ja, es flogen schon einige Gegenstände durch die Gegend und Vollmer fand dann irgendwann die Zwiebeln die zur Zwischenlagerung hinter der Theke lagen. Und Zwiebeln gaben hervorragende Wurfgeschosse ab. Und los ging es. Die Gegenseite die zur der Zeit mitten in der Mehrzweckhalle campierte spannte den Krombacherschirm auf. So ging es dann ein wenig hin und her. Ich war nur froh das ich Deckung in dem sicheren Türbereich gesucht hatte. Und das ich die Kamera mitlaufen gelassen habe. Sensationell Bilddokumente über das Verhalten von Strammsäcken konnte ich sicherstellen. Ich sollte die Nachfolge von Grzimek antreten. Irgendwann wurde es dann dem Vollmer zu bunt und er verließ seinen sicheren Verschlag die Theke und schnappte sich den Schirm. Dieser überlebte leider diese Attacke nicht und hat arge Schäden davon getragen. Wie ich aus verlässlichen Quellen weiß hat er die Nacht nicht mehr überlebt und weilt nun nicht mehr unter uns.
Da nun die Zwiebeln essfertig in kleine Stücken gesprengt waren konnte man auch noch mal das Buffet plündern. Diese hat, sehr zu meinem Erstaunen nicht viel abbekommen. Aber es war immer noch sehr lecker. Leider war die Leberwurst auch bei den anderen sehr beliebt gewesen, so daß davon nichts mehr über war. Aber der Rest der Wurst schmeckte auch vorzüglich. Kai hat sich derweilen noch einen Kelle voll Suppe genommen. Ohne Teller und trank die Suppe direkt aus der Kelle. Man sieht hier ist nichts zu schade. Den Teller hätte man ja eh wieder aufwaschen müssen und die Suppenkelle war eh schon dreckig. Man muß jetzt dazu sagen, das es eine große Suppenkelle war, die mindestens zweieinhalb normale Teller fasste.

Wie man zweifelsfrei feststellen konnte war es Zeit den Heimweg anzutreten. Alle waren abgefüllt bis zur Oberkante. Doch wir wären ja nicht in Westerode wenn es normal nach Hause gehen würde. So sang man auf vollem Hals Weihnachtslieder. Schließlich waren wir ja gerade von einer Weihnachtsfeier gekommen. Und die große Kelle ist mitgekommen, denn sie sollte noch bei dem Strackse abgegeben werden, da er sie am nächsten Tag für das Schlachten brauchte. Es ist eigentlich ganz einfach. Große Kelle + Strammsack Kai = Eine Menge Lärm. Denn die Kelle wurde erstmal dazu genutzt um an sämtliche Schilder an zu klopfen. Auch die, die außerhalb der Reichweite eines normal gewachsenen Menschen lagen. Vollmer probierte das gleich ohne Kelle und sprang unter dem Schild durch. Sein Schutzengel veranlasste, das ihm nicht mehr passierte. Der Weg sollte aber nicht direkt nach Hause führen, vorher wurde der Einkehrschwung bei Böning geübt. Vollmer machte sich gleich auf den Weg um Julia zu suchen, die glücklicherweise noch außer Haus war. Derart unzufrieden fiel er dann gleich im Flur mal hin und bleib dort liegen. Nachdem dann genügend Beweisfotos gemacht wurden, wurde ihm auch gleich wieder aufgeholfen. Fies wie schwer sich Besoffenen machen können. Böning organisierte noch ein paar Biermixgetränke und lud zum Kekse essen in die Küche ein. Halt, so ganz stimmt das ja nicht. Er lud in die Küche ein und Kai schnappte sich einfach die Keksdose und fing an zu essen. Als Böning sie ihm wegnehmen wollte, schüttelte er sie kräftig und fragte ob Böning gerne Keksbruch isst. Ein weiterer Grund warum man Schleudersitze in Küchen installieren sollte. Ein Knopfdruck später und Böning hätte den Keksunhold entfernt. Aber so hatte er ihn an der Backe. Vollmer konnte die Flüssignahrung nicht mehr genießen und erfreute sich lieber an den Ofenhandschuhen. Die mollige Wärme schien ihm zu Kopf gestiegen zu sein und er legte sich unter den Küchentisch und schlief ein. Mir war das alles zu viel und ich trank mein Bier aus. Ich mußte ins Bett, denn meine Augen fielen fast schon von alleine zu und unter dem Tisch neben Vollmer sah es sehr gemütlich aus. Wie ich dann später erfuhr hat man versucht den Vollmer auf das Sofa zu legen, von dem er aber binnen kürzester Zeit, so lange man eben mit 8,0 Promille braucht, wieder aufgestanden und nach Hause gegangen ist.

Samstag früh, mein Telefon klingelte. Eine Stunde zu früh. Und am anderen Ende waren schlechte Nachrichten. Sollte mir aber nicht den Tag vermiesen. Also wurde aufgestanden und Versorgungsfahrten mit meinem Vater gemacht. Die Abendplanung stand noch nicht felsenfest, aber es sollte wohl in die Werkstatt gehen. Dort wäre eine Party zu Gange. Naja, man war ja schon seit Ewigkeiten nicht mehr in der Werkstatt, da konnte man sich da auch nochmal blicken lassen. Treffpunkt 2030 Uhr an gewohnter Stelle im Feuerwehrhaus. Dort angekommen war ich erstmal alleine, da der Rest es wohl nicht für nötig hielt pünktlich zu sein. Nun ja, Bier kann man auch alleine trinken und der Fernseher spuckte einen recht passablen Film als Abendunterhaltung aus. ”Schlappe Bullen beißen nicht“. Mir gefällt er, auch wenn er aus den 80ern kommt. Vor allem die Vorführung des PAGAN-Tanzes im Büro des Captain von Friday und Streebeck. Aber wir sind ja hier nicht bei einer Filmrezession. Der erste der ankam war Porno und reihte sich gleich beim Bier trinken ein. Er war heute Abend ja ”Strohwitwer“ weil seine Hüfte ja bei einer Dankesfeier war. Noch etwas später kamen dann noch Wiebke und Kai und der Tobi. Mittlerweile sind dann auch schon mehrere Bier den Schlund hinunter geflossen. Und ich habe noch SMS-Kontakt zu David gehalten, der zur selben Zeit mit seinen Arbeitern bei Kellner gesessen hat und ein kleine Weihnachtsfeier feierte. Ich solle noch vorbei kommen. Was ich dann auch noch tat, denn der David hatte bestimmt noch Bock auf etwas mehr Action. Die Werkstatt war ja nah.

Also schlug ich bei Kellner auf und begrüßte erstmal mit einem lockeren Tischklopfen die anderen. Ein paar kannte ich noch von einer Weihnachtsfeier vor ein paar Jahren. Und es ist ja immer eine große Freude, den Thomas zu sehen. Der zapfte mir auch gleich erstmal ein cremiges Krombacher. Er freut sich auch immer sehr, wenn ich da bin. Kein wunder bedeutet meine Anwesenheit a Umsatz und das nicht zu knapp. Ich hatte das Gefühl, das die Anderen alle nicht mehr so ganz alleine waren, da manche nicht mehr so sprach sicher waren. Als ich dann eine der Runden gesehen habe wurde mir einiges sofort klar. Es gab Bier und Schnaps bei jeder Runde. Holla, da würde ich auch schon perfekt ausländisch sprechen, wenn ich das seit vier Stunden in mich rein schütten würde. Ich beneidete sie ein wenig, hielt mich aber an mein Bier und hoffte das niemand auf den Trichter kam, ich solle doch Schnaps mit trinken. Ich hatte nämlich noch genug vom Vorabend. Vor allem sollte es kein Löwentor geben. Thomas hat ja eine kleine Auswahl. Das ging auch eine zeit lang ganz gut, bis dann einer mit seinem Schnaps nicht mehr hinterher kam und der dann einfach bei mir hingestellt wurde. Da ich ja der geborene Glückspilz bin war es natürlich ein Löwentor. Ich versuchte die Entgleisung meines Gesichtes so gering wie möglich zu halten, schaffte es aber nicht ganz. Sehr zum Amüsement der Anwesenden. Naja, die kannten mich ja schon von der anderen Weihnachtsfeier, wo ich mir Korn im Überfluß rein geknallt habe. Sah wohl auch nicht besser aus. Während dann man da so sitzt, lernt man doch immer wieder neue Leute kennen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich saß neben einem Lieferanten von David, der jahrelang in der gleichen Straße in Westerode gewohnt hat wie ich. Es hat sich sogar zugetragen, das er schon mal Bier für mich gezapft hat, weil die Tochter des Vermieters Schützenkönigin geworden ist. Da war ich natürlich auch zugegen und er war damals der Mann hinter dem Zapfhahn. So klein ist die Welt. Allerdings konnte ich mich nicht daran erinnern ihn jemals in der Mühlenstätte gesehen zu haben. Aber das kommt vor. Es geht mir ja nicht wie Billy Idol, der laut eigenen Aussagen, die 80er nur im Dämmerzustand mitbekommen hat. Das nenne ich mal Mut zur Wahrheit.

Gegen Mitternacht regte sich dann die Unruhe und man wollte noch irgendwas machen. Was bot sich da besser an als die Werkstatt. Also organisierte ich ein Taxi, welches mit dem einer Abschiedsrunde an der Theke erwartet wurde. Dummerweise wieder Bier und Schnaps. Ich kam aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus und fügte mich dem Schicksal. Ich freute mich auf die Werkstatt auch wenn dort nicht viel los sein wird, gibt es dort wenigstens keinen Löwentor! Da die anderen aber gute drei Stunden länger am Trinken waren als ich, hatten sie auch etwas mehr an Promille aufgebaut. Das es aber so viel sein würde hätte ich nicht gedacht. Einer von Davids Arbeitern schien etwas auf dem Boden gesehen zu haben, das er sich näher angucken wollte. Er kam aber schnell wieder hoch, waren doch viele helfende Hände da. Eins dürfte klar sein, das wird noch spaßig in der Werkstatt. Wenn wir denn endlich mal losfahren würden. Denn alle Mann in ein Taxi zu bekommen grenzte fast an ein unmögliches Unterfangen. Erst wurden wildfremde Leute angesprochen ob sie den Strammsack nach Hause fahren würden und dann wurde diskutiert. Als Taxi-Fahrer hat man es nicht leicht. Ich saß hinten und wartete. Und dann konnten wir endlich los.

Bei der Ankunft an der Werkstatt wollte ich meinen Augen nicht trauen. Es standen tatsächlich Autos draußen und sogar Menschen die auf Taxis warteten. Da es erst Mitternacht durch war konnten die nur gerade aus der Werkstatt raus geflogen sein, weil halt die Sperrstunde für Jugendliche schon durch war. Drinnen traf mich der Schlag. Es war voll und nicht zu knapp. Die Werkstatt war tatsächlich voll. Einen Anblick den man so gar nicht kennt und eigentlich genießen sollte. Doch unsere Gruppe sprengte sich sofort auseinander. Ich stand irgendwie in der Mitte. Da ich noch auf David wartet fragte mein Tischnachbar von Kellner ob ich denn auch ein Bier haben wollte. Ich nickte und fragte mich wo er das jetzt so schnell her holen wollte. Voller Erstaunen nahm ich war das die Theke am Eingangsbereich auf geöffnet hatte. Das passiert sonst nur an Weihnachten. Dankend nahm ich das Becks an und wollte eigentlich zum Rest der Gruppe stoßen, unterwegs merkte ich aber, das von den anderen keiner mitgekommen war. Es hat sich alles verloren. Seltsam wie schnell das geht. An der Theke auf dem Weg in den hinteren Bereich traf ich dann zwei Mann wieder die sich schon ausreichend mit Becks versorgt hatten. Und vor allem kamen noch die Westeröder auf mich zu. Porno war überglücklich und verkündete mit lauten Rufen, das ich mir sofort ein Glas besorgen sollte, es wären zwei Flaschen Wodka am Start. Aber ich wollte doch das Wochenende ohne Red Bull verbringen. Außerdem hatte ich noch Bier.
So sollte es dann auch ein wenig weiter gehen. Bier war das Getränk meiner vorläufigen Wahl. Ich gesellte mich also zu den Westerödern, die sich eine recht ungünstige Stelle zum campieren ausgesucht hatten. Mitten im Durchgangsverkehr. Aber man kann sich ja mit allem arrangieren. Das Publikum war zwar recht jung, aber dennoch gut durchmixt. Meine beste Ramona war auch da, der ich gleich mal einen ausgab. Traf sich ganz gut, denn mein Bier war schon wieder zur Neige gegangen. Die trockene Luft und die ganzen Menschen verursachten einen Dürre in meinem Hals. Also mußte ich viel trinken. Irgendwie landete ich dann im Anschluß an der Theke wo sich die versprengte Gruppe von Kellner zusammen gesammelt hat und da wurde mir erstmal mitgeteilt, das der Kollege, der bei Kellner schon mal den Boden untersucht hat vermisst wird. Ich war der Meinung das er mit David mitgegangen war und fragte wo der denn sei. Fragezeichen in den Gesichtern klärten einiges auf. Also ging ich los um David und den vermissten Kollegen zu suchen. Bei den Menschenmassen in der Werkstatt dauerte das einige Zeit. Man war es gar nicht mehr gewohnt sich irgendwo durch zu drängeln, denn sonst hat man hier so viel Platz das man aufpassen muß, das man sich an der Theke nicht verläuft. Aber der Kollege blieb vermisst, David hingegen fand ich an einer anderen Stelle der Theke. Bei David ist es eh ein Phänomen. Der kann mehrmals eine Runde in der Werker drehen und trifft immer neue Leute mit denen er sich unterhalten kann.

Wieder zurück am Sammelpunkt ging es weiter mit Bier. Die kleinen Flaschen halten echt nicht lange vor. Was mich von Beginn an gewundert hat, war das Schnitzel gar nicht dabei war. Aber das Rätsel löste sich schnell, denn er kam gerade an. Er war vorher auf einer kleinen Dankesfeier und hat sich die anderen Mitfeiernden geschnappt um in die Werkstatt einzufallen. Mit sich brachte er die Julia, die gleich mal bei mir an der Theke anhielt. Wir unterhielten uns kurz und ich bestellte noch ein paar Mischungen. Meine ersten Mischungen an dem Abend wohl gemerkt. Und ich war überrascht das ich Geld wieder bekam, war ich doch sicher das Geld abgezählt zu haben. Beim nochmaligen Nachrechnen kam ich dann darauf das Mix-Getränke nur einen Euro kosteten. Und ich Arsch trinke das teure Bier. Das lässt sich aber ändern. Nebenbei hat sich dann auch die Ramona wieder zu uns gesellt und erzählte mir von ihrem Musikgeschmack. Ich war positiv überrascht, das sie auf handgemachte Musik steht. Ist ja nun nicht immer so und lobte sie für ihren Geschmack.

Ich tingelte nun von Ort zu Ort, denn überall kannte man ja irgendwie wen. Sensationell auch der Auftritt von Philip, der mit neuer Zuhälter-Jacke um die Ecke gekommen war. Es war ein Jacket, welches an den Kragen echten Hermelin Kunst-Pelz angenäht hatte. Allerdings war es ein wenig üppig geraten und sah aus als hätten sich zwei Marder an seinem Hals fest gebissen. Gut, ich bin jetzt keiner der die absolute Ahnung von Mode hat und sich überhaupt anmaßen könnte über Mode zu urteilen. Aber ich weiß das ich nicht jeden Trend mit machen muß. Wenn es ihm aber gefällt, dann soll er es gerne anziehen. Es ist nur ein seltsames Bild, wenn man Philip halt auch sonst nur in Jogginghose und Schlabberpulli sieht. Sein Trinker-Outfit, wie er es liebevoll nennt. Philip hatte dann aber auch die Pose des konkreten Checkers an der Theke sensationell gut drauf. Respekt! (Jetzt stelle man sich noch ein paar abgefahrene Posen dazu vor, wie die Hände in die unmöglichsten Postionen verbogen und dabei scheiße gucken)

Dann traf ich einen guten Freund an der Theke und hatte eine recht lange Unterhaltung mit ihm an der Theke. Die will ich hier aber nicht ausbreiten, weil sie einfach nicht hier her gehört. Ziemlich viel privates Zeug und das muß man ja in einem öffentlichen Logbuch breit treten. Ich gab ihm ein paar Ratschläge und wir hatten eine wirklich gute Unterhaltung. Falls er das hier lesen sollte, weiß er eh sofort Bescheid. Warum ich das nun hier erwähne hat folgenden Grund. Als ich sehr viel später zu Hause war, der ganze Trouble vorbei war und ich meine Gedanken ein wenig sortieren konnte und sie nicht alle ungeordnet auf dem Boden meines Gehirns herumliegen lassen wollte. Kam ich zu dem Entschluß, das alles was ich ihm geraten habe, ich auch auf mich anwenden kann. Und das ist sehr seltsam. Alles was ich ihm gesagt habe hat Sinn gemacht und war denke ich auch Vernünftig. Wenn er heute vor mir stehen würde und wir auf das gleiche Thema kommen würden, würde ich ihm genau das gleiche sagen, weil ich davon überzeugt bin. Egal ob ich am Samstag 15 Bier und unzählige Havana Club getrunken hatte. Das gleiche würde ich jetzt im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und ohne einen Tropfen Alkohol im Blut auch zu ihm sagen. Das ist nicht immer so. Denn manchmal stelle ich im vollen Kopf Thesen auf, die ich am nächsten Tag verwerfe und mich fast schäme jemals so etwas gedacht zu haben. Ich hole wieder zu weit aus. Was ich eigentlich sagen wollte, daß das komische einfach ist, das alles was ich gesagt auch auf mich zutreffen würde, ich aber keinen Deut danach handele. Da gebe ich anderen gute Ratschläge, schieße sie aber selber alle in den Wind. Ist das irgendwie pervers oder krank? Traue ich mir selber nicht genug über den Weg? Naja, ich hatte jedenfalls das Gefühl das ich meinem Freund ein wenig geholfen habe und hoffe er nimmt sich die Ratschläge zu Herzen. Denn sie machen auch jetzt noch für mich Sinn und Verstand und ich werde dran arbeiten auch danach zu handeln.

Nachdem dieses lange und intensive Gespräch beendet war war es auch schon fast 0530 Uhr und die Bar hat zugemacht, also hieß es für uns den Heimweg anzutreten. Aber auch hier in der Werkstatt war es irgendwie komisch. Es schien als hätten alle irgendwie Kraft getrunken oder vertragen den Alkohol nicht so gut. Ich tippe eher auf das letztere. Denn was sich vor der Werkstatt abspielte war keinesfalls mehr feierlich. Irgendwelche Vollhonks waren der Meinung David zu verkloppen und Schnitzel Brandlöcher in die Jacke zu machen. Als man das dann klären wollte ging es noch mehr ab. Ich hasse solche Typen, die einmal im Jahr aus der Klapse gelassen werden und dann im Vollrausch Streit anfangen wollen. Gut, wenn man provoziert wird, dann ist es schwer den Klügeren zu spielen und nachzugeben. Das geht schon mal gar nicht, wenn man was getrunken hat. Von daher können wir uns auch nicht sagen, das wir alles getan hätten um den Streit nicht weiter am Laufen zu halten. Aber man hat doch noch ein wenig Anstand. Aber was die dort abzogen das kam mir wirklich wie Kindergarten vor. Oder aber die Klapse die Wandertag hatte. Wenn man keinen Alkohol vertragen kann, dann sollte man das lassen. Nicht umsonst ist es ein Erwachsenengetränk. Diese Leute mit dem IQ von einem Krümelkuchen hatten definitiv genug getrunken um den IQ noch ein weniger nach unten zu schrauben. Zum Glück waren nicht alle so und hielten sie zurück. Im Endeffekt steigen wir dann in ein Taxi und fuhren heim. Aber ansonsten war es ein recht spaßiger Abend.

In Westerode wurde sich dann nochmal kräftig aufgeregt und dann ging es nach Hause. Wurde auch langsam Zeit. Nur der David hatte seine Jacke vergessen. Entweder bei Kellner (meine Vermutung) oder in der Werkstatt (seine Überzeugung). Nach einer kleinen Diskussion an der Molekerei inklusive Taxifahrt durch Westerode (bei der sich dann mein Entschluß manifestierte nie wieder mit Taxi Wenig zu fahren, weil die eine absolute Klatsche haben) lieferte ich dann David zu Hause ab. Ich unterstütze ihn mental, da er seine Frau aus dem Bett klingeln mußte. Aber Ellen war nicht böse auf ihn. Ich glaube das kann sie gar nicht. Ich hingegen machte mich auf den direkten Heimweg. Wenig später in meinem Bett wurde mir oben erwähntes klar. Und ich stellte fest, das ich wenn ich stark angetrunken bin am ehrlichsten bin. Sowohl über meinen Gemütszustand als auch über die Welt. Ich sehe dann wohl irgendwie klarer und habe nicht ständig verwirrende Sachen um mich herum die mir die Sicht nehmen. Es ist als könnte ich mich besser auf das wesentlich in meinem Leben konzentrieren und bin einfach ehrlich.

Ich war froh als ich am Sonntag morgen die Augen aufschlug, daß das Fußballspiel am Sonntag abgesagt war. Ich dankte Gott von meinem Bett aus. Wäre ich auf die Knie gefallen wäre ich da nicht mehr hoch gekommen. Und es war verdammt kalt in meinem Schlafzimmer.

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Aggressions-Aufbau-Programm

25/11/2007

Am Donnerstag fuhr ich nach Fulda um Sabrina und Christian zu besuchen. Da ich Urlaub hatte und Christian eh Student ist konnten wir schön das Nachtleben unsicher machen. Aber darüber will ich an dieser Stelle nicht berichten. Vielmehr über das was vor der Party lag, nämliche die Autofahrt nach Fulda. Und die Crème de la crème der deutschen Autofahrer.

Zunächst mußte ich ja erstmal auf die Autobahn kommen. Da ging es schon los, schleichende Leute die einfach die Geschwindigkeitsempfehlung mißachten. Wenn da ein rundes Schild mit rotem Rand am Straßenrand steht auf dem eine große 100 geschrieben steht, dann heißt das so viel wie das man hier 100 km/h fahren darf. Anscheinend hat man die Verkehrsregeln geändert, denn die Trulla vor mir fuhr exakte 80 km/h. Gibt es da jetzt ein Rechensystem, bei dem man von der Höchstgeschwindigkeit je nach Tagesform km/h abziehen kann oder gar drauf rechnen kann? Ich fasste es nicht. Und vor allem gab es keine Gelegenheit zu überholen. Also drückte ich meine gesamten Mordgedanken einfach nach hinten und versuchte sie dort in eine dunkle Kammer einzusperren. Die Autobahn würde ja noch kommen und dann würde ich den guten alten Volvo ordentlich treten. Doch vorher stand ich noch an einem zauberhaften Bahnübergang in Obernjesa. Ich dachte die Bahn streikt, warum stehe ich immer an diesem dämlichen Bahnübergang und kann zusehen wie ich altere während ich auf Züge warten, die leer in eine Richtung fahren. Ich verfluchte die Bahn und diesen dämlichen Übergang. Außerdem markierte ich diese Stelle auf meiner Landkarte, sollte ich jemals Zugriff auf einen Bomber oder einen Leopard haben wird diese Stelle auf der Stelle in die Steinzeit gebombt.

So dachte ich jedenfalls, denn auf der Autobahn war es recht voll und es tauchten plötzlich überall diese Geschwindigkeitsbegrenzungen von 120 km/h auf. Ich dachte nochmal über das oben erwähnte Rechensystem nach und kam zu dem Entschluß, das ich es durchaus riskieren konnte 20 km/h schneller zu fahren als die Schilder kund taten. Schließlich mußte ich ja ein wenig Zeit gut machen, die ich durch die Schnarchnase verloren habe. Falls ich dann doch geblitzt werden sollte, kann ich ja immer noch die Schuld auf die Schnarchnase schieben und sie auf meine Todesliste setzten. Was ist das überhaupt für eine dämliche Schieße, das man auf einer Autobahn Geschwindigkeitsbegrenzungen macht? Wofür ist denn die Autobahn da, damit ich da heizen kann wie ein Geisteskranker und möglichst schnell an mein Ziel komme. Vielleicht ist es auch einfach nur eine weitere Einnahmequelle für die Bundesländer. Schließlich müssen die teuren Ausgaben für die Blitzkästen gedeckt werden.

Das ich allerdings frei Fahrt hatte war ein Wunschdenken, denn es gibt ja noch die LKW’s und die Schnarchnasen. Dieses Völkchen macht sich mit Vorliebe auf den Autobahnen breit. Kommen diese zwei Ereignisse auch noch zusammen vor, kann man vom Super-GAU auf der Autobahn reden. Folgende Situation hat sich nicht nur einmal ereignet. Ich befuhr vorschriftsmäßig die mittlere Spur., da die rechte Spur mit LKW’s belegt war. Nun bekommt einer dieser Brummifahrer plötzlich einen Geschwindigkeitsrausch und meint er sei genau 2,3 km/h schneller als sein Vordermann und schert aus. Soweit ja kein Problem, die können sich ja überholen bis sie schwarz werden, so lange der Rest der steuerzahlenden Bevölkerung einfach dran vorbei rauschen kann. Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet mir, daß das hinter mit fahrende Fahrzeug ausscherte und zum Überholen ansetzte. Nun sollte man eigentlich davon ausgehen, das nun das rechte Pedal ordentlich penetriert wird, damit man den anderen Autofahrern auch noch die Möglichkeit gibt zügig an dem Elefantenrennen vorbei zu brausen. Das kann man sich aber abschreiben, wenn Kollege Schnarchnase das Fahrzeug führt. Wir befinden uns ja noch in der Geschwindigkeitsbegrenzungszone und da darf man keinesfalls schneller fahren. Besteht ja auch keine Notwendigkeit, die Schnarchnase kommt ja ohne Probleme und ohne Zeitverzug dran vorbei. Also tuckern geschätzte 180 Jahre (Fahrer + Beifahrerin + Hut auf der Ablage + Fahrzeug) an mir vorbei, mit der gleichen Geschwindigkeitsdifferenz wie die LKW’s direkt vor mir. Also 2,3 km/h. Während mich also die Mercedes E-Klasse 280 (3,0 l Maschine, 170 KW/230 PS) überholt, kommt das Elefantenrennen immer näher, als drücke ich beherzt das mittlere Pedal und hänge hinter dem LKW und neben mit fährt das Geronten-Mobil. Tropfen um Tropfen füllt sich das Faß. Und diese Situation hat sich des öfteren wiederholt.

Kommt es nun aber zum Gegenteiligen Ereignis, also das man frei Fahrt hat und problemlos überholen kann, hat man binnen weniger Sekunden ein ähnliches Fahrzeug hinter sich, dessen Fahrer sich durchaus bewusst was für ein PS-Giganten er da unter dem Arsch sitzen hat. Also wird dicht aufgefahren und mit der Lichthupe zarte Signale im Sekundentakt gegeben, das man doch endlich mal sein Fahrzeug auf die mittlere Spur bewegen sollte. Am Besten sollte man doch den LKW ein wenig ab drängen, damit der Überholende schneller vorbei kommt. Ich bin ja geboren für solche Situationen. In meinem Kopf legte ich schon Bauteile aus, auf denen ich ein MG3 an meinem Volvo befestigen konnte. Ein kleiner Druck auf einen Knopf und schon wird die Luxuskarosse mit netten 7,62 mm großen Geschwindigkeitslöchern versehen und ich fahre mit debilen Gelächter dran vorbei.

Über das Überholverhalten von LKW’s wenn es in eine Steigung geht möchte ich mich hier nicht auslassen, denn das hat Mario Barth ja schon zur Genüge getan. Aber er hat Recht. Sobald es bergauf geht, wird gnadenlos der Blinker gesetzt und raus gezogen. Besagte 2,3 km/h treffen auch hier zu. Und die Schnarchnase überholt hier auch mit Vorlieben, allerdings nur innerhalb des Geschwindigkeitslimit.

Weiter drei Stunden auf der Autobahn hätte ich nicht ausgehalten. Entweder hätte ich irgendwelche Fahrzeugführerimitatoren von der Straße gedrängt oder aber ich wäre irgendwann von einem Nervenzusammenbruch geschüttelt in meinem Auto gefunden worden. Zum Glück war Fulda nicht so weit und ich hatte die Aussicht auf eine Party mit uneingeschränktem Zugang zu alkoholischen Getränken. Das half mir ein wenig über die Aggressionen die beim Auto fahren auftreten hinweg.


Die Bar hat Geburtstag

24/11/2007

Der Freitag war ein schwerer Tag für mich. Denn es war mein letzter Arbeitstag in meiner alten Firma. Ab dem 01.12. arbeite ich dann bei einer großen Duderstädter Firma. Da ich noch 10 Urlaubstage über hatte, werden die jetzt die nächsten zwei Wochen verpulvert. Nichtsdestotrotz wartete am Freitag der Abschied von sämtlichen Arbeitskollegen auf mich. Da ich Abschieden eher kritisch gegenüber stehe, sind solche Tage immer sehr schwer für mich. Schließlich habe ich die letzten drei Jahre jeden Tag mit den Menschen dort verbracht und sie sind mir an das Herz gewachsen. Und ich muß sagen, das ich auf dem Heimweg mit gemischten Gefühlen im Auto saß. Aber die Entscheidung war getroffen und ich denke, das ich ein ähnlich gutes Arbeitsverhältnis in der neuen Firma aufbauen werde und dort ebenso gute Freunde finden werde.

So saß ich dann zu Hause und fragte mich was denn der Abend so für mich bringen würde. Schließlich sollte man das Wochenende nicht durch dunkle Gedanken verschwenden. Ich rechnete schon damit, das es wieder in Standard-Freitag-Abend-Programm auf die Beine gestellt werden würde, bis dann mein Telefon klingelte. Am anderen Ende des Satelliten war der Dr. Dieck und fragte ob ich ihn denn mit zum Stadtberg nehmen könnte, da wäre ja Barjubiläum. Nun drängte sich mir spontan die Frage auf, warum ich denn davon nichts wusste. Es könnte eigentlich nur so sein, das man mir das irgendwann mal im Suff erzählt hat und ich es verdrängt habe. Oder mein Gehirn war gerade mit anderen Dingen (einatmen, ausatmen) beschäftigt. Na prima, dann war die Abendunterhaltung ja gesichert. Gegen 2030 Uhr holte ich den Doktor ab und ab ging es auf den Stadtberg. Freude war vorprogrammiert.

Als wir dort eintrafen erwartete und ein eher maues Bild, denn es waren noch nicht sehr viele Gäste anwesend. Aber das sollte dem Spaß ja keinen Abbruch tun, denn man kann auch mit wenigen Leuten eine Menge Spaß haben. Außerdem wurden ja noch ein paar mehr Menschen erwartet. Ist man früh da hat man auch eine bessere Übersicht über die angebotetenen Spirituosen. Kommt man später, möglicherweise leicht angeheitert, dann kann das schnell den Bach runter gehen. Man trinkt dann irgendwas, weil man sich komplizierte Sachen nicht mehr behalten kann und es entgehen einem vielleicht der eine oder andere Leckerbissen. Die Begrüßung war schon mal sehr nett, da gleich ein Becks gereicht wurde. Und das Problem, das ich nicht Bescheid gewusst hatte, ließ sich auch recht schnell beheben. Bemi versicherte mir, das er mir Bescheid gesagt und mir eine Bestätigung abgerungen hat. Das muß entweder auf der Abschiedsfete von dem Langen und Schötti gewesen sein oder bei der Wohnungseinweihung vom Doktor. Aha, da war dann also schon Alkohol im Spiel, da ist ja mein Gehirn bekannterweise nicht mehr so aufnahmefähig. Jetzt kommt langsam Licht in das Dunkle. Ich wäre auch nicht böse gewesen, wenn man mir in letzter Sekunde Bescheid gegeben hätte. Ich bin da relativ schmerzfrei und kann sehr spontan handeln. Sehr hilfreich, wenn man auf mehreren Festen gleichzeitig tanzen will. Aber nun war ja alles in Butter. Das Becks schmeckte hervorragend und kam wohl temperiert aus dem Kühlschrank oder aus der Garage. Außerdem wurde eine handgemachte Suppe von Bemi gereicht. In zwei Farbschattierungen, soll bedeuten das es zwei Geschmacksrichtungen gab. Eine war beige und die andere rot. Leider kann ich nichts zu dem Geschmack sagen, da ich keine der Beiden probiert habe. Ich hatte vorher schon was gegessen und hatte nun vor einer Darmüberfunktion Angst. Die Suppen sahen aber trotzdem sehr lecker aus.

Nach und nach trudelten dann auch weitere Gäste ein und es entstand ein munteres Stimmgewirr. Ich hielt mich eher an einen Sitzplatz, da ich doch seltsamerweise recht kaputt war. Und der Alkohol wirkte noch nicht so sehr, das meine Nervenenden betäubt genug waren, das ich ohne Probleme die Pfahlsitzer aus dem Heide-Park im Stehen schlagen könnte. Aber ich war auf dem besten Wege mich in diesen Zustand zu katapultieren. Dazu kam dann noch das der Bemi, dieser Hund, mir auch noch einen Doppelkorn einschenkte. Er wusste wie man mich ködern konnte. Und bevor ich verneinen konnte, hatte ich das kalte Glas schon in der Hand. Es sollte dann aber doch bei dem einen Beschleuniger bleiben, denn ich war Fuchs und habe das Glas in eine finstere Ecke geschleudert aus der es niemals wieder hervor kriechen würde erstmal verdeckt hingestellt. Schnaps ist nach wie vor meine Achillesferse. Nachdem Schnaps hatte ich dann noch ein seltsames Gespräch mit einem hier nicht näher genannten jungen Mann über halbautomatische Waffen und woher man diese bekommen könnte. Ich muß sagen, das es sehr aufschlussreich war. Ich konnte aber keine zufriedenstellenden Antworten über die Beschaffung solcher geben, aber konnte aus meinen reichhaltigen Erfahrungsschatz von der Bundeswehrzeit her erzählen. Wenigstens das hat man bei der Bundeswehr gelernt.

Eine meiner alten Angewohnheiten aus der Bar ist es meine Jacke anzubehalten. Das gefiel natürlich Helena und Jenny nicht so. Jenny ermahnte mich erneut, da ich ihr die Fotos noch immer nicht zu geschickt habe. Ich war sehr beschämt und versprach ihr das so bald wie möglich hinter mich zu bringen. Ich wollte die Fotos dann online auf irgendeinen Server stellen, damit sie sich die dann herunter laden kann. Es könnte natürlich sein, das es da ein kleines Problem geben könnte, da die Datenmenge mittlerweile immens gewachsen ist. Aber ich versprach Besserung und werde dann in naher Zukunft eine DVD fertig machen. Es gibt Tage, da verdamme ich meinen Fotoapparat. Aber wir waren ja bei der Jacke. Es ist nämlich gar nicht mal so verkehrt, wenn man seine Jacke an behält, denn man hat so eine große Auswahl an Taschen, in die man Sachen hineinstecken kann. Mensa-Pläne aus WHV, Telefonnummern, seltsames, krümeliges Zeug, das nach Resten eines Zigarillos aussieht, Knöpfe, Kronkorken, platt gedrückte Havana Club Schraubverschlüsse, mp3-Player und vor allem Fotoapparate. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft meiner Jacke. So liegt mein geliebter Apparat nirgends herum und kann mit diversen Mix-Getränken getauft werden oder fällt gar noch zu Boden. Bei machen Menschen löst aber eine angezogenen Jacke ein ungemütliches Gefühl aus, so als sei man gerade auf dem Sprung oder will gerade gehen. Also schnappten Helena und Jenny in einer Gemeinschaftsaktion mir meine Jacke weg. Begeistert war ich nicht, aber was soll man machen. So stand ich also sehr unorientiert umher und hielt mich an meiner Jacke fest. Zum Glück gab es noch die Ablenkung des Domino-Days im Fernsehen. Wie ich feststellen mußte kam dieser immer dann, wenn die Bar-Party ist. Ich stellte wilde Vermutungen auf, das RTL immer bei Bemi anruft und fragt, wann denn die Bar-Party ist, damit sie diese zwei Großereignisse kombinieren können. Über Sinn und Zweck des Domino-Days möchte ich mich hier lieber nicht auslassen, denn ich halte die ganze Geschichte für komplette Verschwendung von Zeit. Es wäre als würde man die Lebenszeit eines normalen europäischen Menschen nehmen und sie mit einer Kanone in die Sonne schießen. Außerdem verdient der Organisator der Show, bestimmt einen Haufen Geld, kommt vor Lachen nicht mehr in den Schlaf und seine armen Domino-Sklaven müssen Wochen für Wochen stupide Steine aufstellen. Falls man eine Gruppe Steine versehentlich umstößt wartet die Dunkelkammer auf einen oder die Wassertropfen-Folter. Keiner sagte das es Spaß machen würde. Schön ist es auch immer die Gesichter zu sehen, wenn irgendwelche Steine nicht um fielen. Es war als würde sich die Erde auftun und diejenigen verschlingen, die diese Figur aufgebaut hatten. Aber es war wohl noch Schlimmer. Wer weiß was sich der Veranstalter für diese armen Teufel ausgedacht hat. Ich wage nicht darüber nachzudenken. Bemi jedenfalls bestätigte meine Vermutungen und stritt ab an jeglichen Gewinnen beteiligt zu sein. Naja, wollen wir das mal glauben.

Zu dem Bar-Jubiläum gehört auch immer die Rede von derzeitigen Vorstand, Bemi in Person. Nachdem er im letzten Jahr vom kommissarischen Vorstand in diese Position aufgestiegen ist, war es ihm eine Freude dieser Pflicht nach zu kommen. Die Rede war wie immer sehr erhebend und endete mit einem Meer aus Wunderkerzen. Selbst ich hielt eine in der Hand, die ich aber erst spät anzündete, da ich alles auf Film festhielt. Ich traue mich gar nicht das an zugucken. Das Ende war halt das der Bemi für ein weiteres Jahr als Vorstand gewählt wurde. Und es wurden ominöse Kirschen erwähnt, die wohl schon seit ein paar Jahren in Jim Beam lagerten. Ich weiß nicht warum, aber ich bekam plötzlich Angst. Angst davor, das ich nachher wieder so gut drauf sein würde, das ich mir das ganze Glas einverleiben würde. Schnell verdrängte ich den Gedanken an diese schreckliche Tat und wand mich wieder schöneren Dingen zu. Nämlich dem Trinken. Die ganzen Wunderkerzen in Verbindung mit dem Stickstoffrauchwerfer verwandelten die Bar in einen Ort, der dem Vorhof der Hölle ähnlich sah. Die Luft konnte in Scheiben geschnitten werden und wenn genügend Tupperdosen da gewesen wären, hätte jeder etwas mit nach Hause nehmen können. Ich entfloh dieser Suppe nach draußen und schnappte vorerst frische Luft.

Dort versammelten sich auch einige der Gäste wieder und ich nutze die Gelegenheit und tauschte mich dort mit den Anderen aus. Das Bier floß weiterhin in Strömen und der Doktor hat eine sehr fiese Taktik angewandt. Er trank nämlich schon frühzeitig Mischungen. Havana Club, doch ich bleib standhaft. Meine interne Grenze wurde auf Mitternacht gesetzt. So lange sollte ich ausharren und erst dann durfte ich den verbotenen Nektar kosten. Und ich schaffte es. Als ich dann endlich mich dem Havana zu wenden durfte, war die erste Flasche schon recht geschädigt und ich mußte mich ran halten. Aber Helena und ihre Schwester machten hervorragende Mischungen. Bei meiner zweiten Runde standen sie auch noch gleich für ein Foto Modell. Helena unter dem Havana Club Dispenser und wollte so tun als würde sie direkt aus der Flasche trinken. Das sah ihre Schwester und drückte den Dispenser. Leider habe ich eine Sekunde zu früh abgedrückt, denn das Gesicht was sie dann gezogen hat war Gold wert. Ich und meine nervösen Finger. Da ich nun mit dem goldenen Necktar aus Kuba in Berührung gekommen bin, gab es kein Zurück mehr. Und ich hoffte nur das die Kirschen sehr weit weg standen. Zu Beginn hatte ich das zweifelhafte Vergnügen mal daran zu riechen. Allein davon zog sich mein Magen gefährlich zusammen und brachte mich dem Brechreiz näher.

Plötzlich herrschte Aufbruchstimmung. Sehr überraschend war das der Doktor sich dem allen anschloß und die Gelegenheit nutze und mit Manuel und Ines fuhr, da sie ja alle in der gleichen Ecke der Stadt wohnten. Ich mache mir Gedanken, seit er in der Stadt wohnt hat er einiges an Kondition verloren. Aber ich blieb dann doch noch da, da die Party gerade voll im Gange war. Zur allgemeinen Erheiterung wurden dann fiese Hits aus den 90ern gespielt. Auch dies ist eine zweifelhafte Tradition bei dem Bar-Jubiläum. Irgendwie ärgere ich mich das die Bar noch nicht in den 80ern geöffnet hatte, da war die Musik um einiges besser. Aber da wäre ich dann auch noch minderjährig gewesen. Egal. Bemi perfektionierte das gesamte Bild der 90er, in dem er mit seinem Sacko aber ohne Schlips auf den Tisch stieg und eine perfekte Playback-Show hin legte. Gut, die Textsicherheit war nicht zu 100% gegeben, aber dafür machte er das choreografisch um Längen wieder weg. Wir forderten zwar alle den bekannten Kniefaller, der unzählige Male bei Schötti im Keller hingelegt hat, aber die Vernunft siegte und bewahrte Bemi wohl so vor der Transplantation eines Schweinemeniskus. Im schloß sich dann der Raabe an. Er war ja durch seine Animateurzeit in Malotze vorgeprägt und lieferte auch eine herrliche Show. Alles kombiniert mit den Ausdünstungen des Rauchwerfers. Die Fotos haben alle einen nebligen Schleier. Fast könnte man glauben man sei in einem Horrorfilm der 80er gelandet. Herrlich diese Retrostimmung.

Doch die Zahl der Gäste nahm ab , je mehr der Zeiger auf der Uhr vor rückte. Ich könnte jetzt hier einen Graphen hin zeichnen, aber dazu habe ich gerade keine Lust, deswegen stelle man sich eine Kurve vor, die rapide gegen Null fällt. Und auch für mich wurde es Zeit den Heimweg anzutreten. Im Laufe des Abends hat sich nämlich eine Erinnerung eingeschlichen, das ich am nächsten Morgen ja eine Aktion mit der Jugendfeuerwehr hatte bei der neue Mitglieder geworben werden sollten. Ob es sich gut macht, wenn man da richtig schön nach Alkohol roch? Zur Not konnte ich ja sagen, das mein Aftershave ausgerutscht sei. Ich begab mich mit Helena auf den Weg, da sie noch zu ihrer Schwester mußte. Und ob ich nun vom Stadtberg mit dem Taxi fuhr oder Helena noch das kleine Stück den Berg hinter begleite, war egal.

Bei ihrer Schwester angekommen stellte sie fest, das sie a) keinen Schlüssel hatte und b) ihr Handy verschwunden war. Alles kein Problem, da sie dann immer noch die Nummer aus dem Kopf wusste. Trotz erhöhten Alkoholpegels. Doch alles anrufen und Sturmklingeln half nichts. Ihre Schwester ließ die Türen geschlossen. Es folgten nun eine wilde Aneinanderreihung von Vermutungen, wo denn ihre Schwester sei, die ich hier aber auf Grund der Gerüchteküche nicht darlegen möchte. Fakt war eins, Helena stand vor verschlossener Tür. Also bot ich ihr an, das wir zusammen mit dem Taxi fahren würden, erst bei ihr vorbei und dann würde ich alleine mit dem Taxi weiter fahren. Sie willigte zwar ein, aber rief nochmal laut und deutlich ihre Schwester. Das kommt gegen 0500 Uhr Morgens nicht ganz so gut. Ich zog sie also den Stadtberg wieder hoch, da wir nochmal auf die Suche nach ihrem Handy gehen wollten. Bei Bemi wieder angekommen reif ich erstmal das Taxi an und Helena machte sich an der Tür bemerkbar. Bemi kam auch noch mal recht fertig aussehende an die Tür und Helena konnte so ihr Handy im inneren des Partyraums finden. Taxi war da und nach einer kurzen Diskussion fuhren wir dann nach Brehme. Das lag so gar nicht in meiner Richtung, aber egal.

Nach einer wilden Fahrt durch Teile des Eichsfeldes war ich dann auch endlich zu Hause und konnte mich gegen 0614 Uhr ins Bett legen. Wenige Minuten später klingelte dann mein Wecker und ich mußte aufstehen. Gefühlt waren es fünf Minuten, die ich die Augen zu hatte. Es waren dann aber doch knappe 3 Stunden. Den Blick in den Spiegel hätte ich mir lieber erspart, aber ich mußte mich ja wenigestens so herrichten, das ich unter Menschen gehen konnte. Die Übung war ein kleiner Erfolg, wenn man das so nennen kann, denn ich habe drei Interessenten für die Jugendfeuerwehr entdecken können. Ich hoffe die Lust bleibt im nächsten Jahr auch weiterhin bestehen. Ich hatte zwar mit etwas mehr Leuten gerechnet, da wir das vorher mit Schriftpropaganda kund getan haben, aber leider bleib es aus. Ich bin aber dennoch froh, wenigstens drei Jungs dafür begeistert zu haben. Sonst hätte ich im nächsten Jahr arge Probleme. Am Nachmittag war ich dann noch auf einen Besuch bei Nadine und Andre. Andre, der ja gerne mal ein Bier trinkt, bot mir auch gleich einsilbiges an, aber ich ließ die Vernunft die Oberhand behalten und lehnte ab. Noch brauche ich meinen Führerschein ein wenig.

Abends wurde dann mittels Schnellentscheidungsverfahren eine winzige Kneipentour ausgehandelt. Treffpunkt war das Feuerwehrhaus und von dort sollte dann das weitere Vorgehen besprochen werden. Porno und ich waren die ersten und warteten so auf den Schnitzel. Zu überflüssigen Klängen von 89,0 tauschten wir Erfahrungsberichte auf dem Computersektor aus und streuten ab und an witzige Szenen von den Simpsons aus. Es wurde echt Zeit das Schnitzel aufschlug und wir endlich durchstarten konnten.

Zunächst führte uns der Weg zu diversen im Eichsfeld ansässigen Banken. Schließlich müssen wir unseren teuren Lebensstandard finanzieren und mußten noch diverse Bankautomaten knacken oder einen Bruch, da waren wir uns noch nicht sicher. Da unsere Geldbeutel eher Ebbe anzeigten. Außer der vom schwer verdienenden Auszubildenden Porno, der war prall gefüllt. Das sollte uns eigentlich zu denken geben. Schnitzel lachte mich schon wieder aus, weil ich erst gegen 2230 Uhr an das Geld holen gedacht habe, ob ich denn nicht wüsste, das die Geldautomaten geupdated werden. Haha, da habe ich wohl nicht dran gedacht, aber ich war der Meinung das es erst gegen 2300 Uhr los gehen sollte und dann auch nur teilweise. Aber netterweise bot er mir an mir 50 € mit abzuheben. Leider funktionierte der Bankomat der Volksbank schon um 2230 Uhr nicht mehr und er bekam leichte Panik, da er nur noch vier Euronen in der Tasche hatte. Weiter ging dann die Fahrt zur Sparkasse, wo ich dann mein Glück versuchen sollte. Und da ich ja bei der richtigen Bank bin, wurden da die Geldautomaten erst um 2300 Uhr stumm geschaltet. Also war ich dann an der Reihe dem Schnitzel 50 € zu leihen. Dafür sind ja Freunde da. Doch diese wilde Hatz durch die Stadt machte mich sehr durstig, deshalb drängte ich auf das entern einer Kneipe oder ähnlichen, denn ich befürchtete das ich gleich an Austrocknung jämmerlich zu Grunde gehen würde.

Da kam uns das Backsteinhaus wie gerufen. Und es gab Live-Musik. Nun muß ich dazu sagen, das ich das Backsteinhaus eher selten wenn nicht sogar gar nicht aufsuche. Fragt mich bitte nicht warum, aber es kam mir nie so in den Sinn. Aber beim Eintritt kamen uns schon wohlbekannte Klänge entgegen., welche einwandfrei als Kneipengemurmel zu identifizieren waren. Uns bot sich ein Bild, welches in Duderstadt eher selten zu sehen ist. Denn die Kneipe war voll. Und das an einem Samstag Abend. Ich reibte mehrmals meine Augen, aber sie blieb voll. Es gab keinen Sitzplatz mehr und man mußte lange auf sein Bier warten. Das mit dem Sitzplatz war mir relativ egal, aber die Wartezeit nervte schon ein wenig. Aber das ist im Backsteinhaus normal. Da sind sie sehr gründlich. Egal ob es voll oder leer ist,m das Bier braucht seine Zeit. Während man dann auf sein Bier wartete konnte man sich erstmal einen Überblick von dem anwesenden Klientel verschaffen. Uns gegenüber stand eine Gruppe junger Damen, die etwa mein Alter gewesen sein konnten. Also nichts für Schnitzel und schon gar nichts für Porno, der ja nun stolzer Besitzer eines Lanz Bulldog Führerscheins ist und den auch regelmäßig knatternd durch das Dorf fahren lässt. Leider konnte ich nichts von deren Aussehen ausmachen, da die Thekengestaltung gänzlich ungünstig gewählt war. In Kopfhöhe hingen entweder Lampen oder anderes Gedöns. Da lässt sich natürlich schlecht eine Favoritin fest legen. Und nur auf die Brustsicht wollte ich mich nicht verlassen. Aber ich war mir sicher das da eine oder andere gut in meinen Geschmack fallen würde.

Unser Glück sollte nicht abreißen, denn wir bekamen kurz nach der Getränkeübergabe einen Sitzplatz. Gut, uns gegenüber saß eine Gruppe Pärchen, die recht stramm waren, aber das sollte ja der Stimmung keinen Abbruch tun. Das Bier war zwar Warsteiner und schmeckte auch so, aber was tut man nicht alles um sich vor dem Tod durch Verdursten zu retten. Dann hatte Schnitzel mal wieder seinen großen Auftritt. Er war der Meinung das eine junge Dame am Nachbartisch die ganze Zeit zu mir rüber gucken würde. Ich glaubte ihm kein Wort. Und außerdem verwechselte ich die junge Dame von Anfang an. Ich sagte ihm, das sie doch mit einem der Männer zusammen wäre und Schnitzel guckte ein wenig verwirrt. Erst ca. 20 Minuten später haben wir die gleiche Sprache gesprochen und meinten die gleiche Frau. Allerdings war ich keinesfalls der Meinung das sie die ganze Zeit zu mir rüber guckte sonder, einfach Gefallen an den Postern hinter mir gefunden hat. Nach einer zweiten Runde Bier machten wir uns dann wieder auf den Weg, denn wir wollten den Abend ja unter dem Motto Kneipentour laufen lassen. Nur mal nebenbei erwähnt war die Live-Musik recht gut und im Allgemeinen hat das Backsteinhaus einen positiven Eindruck hinterlassen. Eine Lokalität in die man öfters einkehren könnte. Wenn man sich schön aus dem Leben knallen möchte. Auf dem Weg nach draußen habe ich dann noch kurz bei Kerstin angehalten und mich mit ihr unterhalten. Sie wünschte uns noch weiterhin viel Erfolg auf unserem Weg durch die Kneipen. Das konnten wir gebrauchen.

Mein Vorschlag war das wir nun die Backstube aufsuchen würden. Doch ein vierter Mitstreiter wollte in das MaxM. Der vierte Mitstreiter war Pornos Magen. Und Porno gab wohl nur die Parolen weiter. Er jammerte rum, das er Hunger hatte und jetzt sofort unbedingt eine ganze Schüssel Nacho-Chips mit Knoblauch-Soße essen muß, sonst müßte er ambulant ins Krankenhaus eingeliefert werden und durch Kochsalzlösung ernährt werden. Ich war wirklich versucht es darauf ankommen zu lassen, doch gewährte dem armen Jungen seinen Willen und wir schlenderten Richtung MaxM. Es war nun mittlerweile auch schon 2330 Uhr und das MaxM machte um Mitternacht zu. Außerdem könnte ich meinen Arsch darauf verwetten, das es nichts mehr zu essen gibt, aber Porno wollte nicht hören. Einmarsch ins Maxm und den größten Tisch für drei Personen ausgesucht. Uns gegenüber zwei Pärchen, wie sie schlimmer nicht hätten sein können. Wie ich es vorausgesagt hatte, war die Küche schon zu und Porno Gesicht sah aus als hätte man ihm gerade gesagt das alle Schweine der Welt ab nun unter Naturschutz stehen würden und nicht mehr geschlachtet werden dürfen. Mir war es relativ egal, denn ich war zum Trinken hier. Der Magen leerte sich zwar kontinuierlich, weil man ja Platz für die flüssige Nahrung machen mußte, aber das ließ sich alles noch aushalten. Also bestellten wir Mixgetränke, es war also an der Zeit. Nun ein paar Worte an die Pärchen, die uns gegenüber saßen. Ich habe nichts gegen Pärchen, viele meiner besten Freunde sind Pärchen, aber manche gehen absolut nicht. Jedenfalls nicht die Männer. Die sahen aus, als seien sie gerade aus einer Feuchtigkeitscreme für Männer entsprungen. Wie kann man sich nur so feminin geben? Die Frisur der zwei Experten war mit Sicherheit aufwendiger zu gestalten als die ihrer weiblichen Begleiterinnen. Und sie waren mit Sicherheit die besten Abnehmer der Pflege-Produkte für den Mann. Jetzt bestimmt nur Feuchtigkeitscreme, aber spätestens mit 30 dann Anti-Falten-Creme. Ich meine HALLO, seit wann braucht ein Mann so was. Warum sollte ich mir Sachen in das Gesicht schmieren, nur damit ich keine Falten bekomme. Die kommen doch eh irgendwann. Und wenn ich es richtig machen will dann kaufe ich mir Spachtelmasse und fülle die Furchen aus. Das drüber lackieren geht dann auch noch mit dem dem Pelikan-Tuschkasten. Und das Ausspachteln ist wenigstens sein Geld wert. Genauso wie die grauen Haare. Naja, jeder so wie er meint. Ich bin jedenfalls der Auffassung, das solche Produkte überflüssig sind. Man sieht halt so aus, wie man aussieht. Und ich finde das sollten sich auch Frauen zu Herzen nehmen. Wenn die Falten da sind, sind sie halt da. Ich habe da nichts gegen.

Nun ja, genügend aufgeregt. Die Mischung war schnell inhaliert und wir trabten weiter. Das Loch in Pornos Magen wurde immer größer und wir hatten nur noch eine Alternative. So schnell wie möglich in einen nahe gelegenen Döner-Laden verlegen. Das war dann wohl Sabri. Dort angekommen ging die Bestellung recht fix. Drei Döner und drei Bier. Ja, Schnitzel und ich konnte nicht mit ansehen, wie Porno alleine einen Fleischberg in sich rein schob. Außerdem mußte man ja etwas für das Mundschißgleichgewicht tun. Hätte Porno nun alleine den Döner verschlungen hätte er ganz alleine einen fiesen Mundschiß gehabt und wir hätten uns angewidert von ihm abgewendet. So aber rochen wir alle gleich scheiße aus der Trinköffnung und wenigstens wir konnten uns aushalten. Der Rest der Welt war egal, da Schnitzel und ich die Hoffnung auf hübsche Schnitten schon aufgegeben haben. Also war der Vollrausch uns auserkorenes Ziel. Leider gab es Königs-Pilsener, das nach der Geschmacksachterbahn wie ein Nagel in den Sarg war. Es schmeckte als würde jemand aus fünf Meter Höhe einem Kieselsteine auf die Zunge fallen lassen. Doch der Döner erzeugte die nötige Trocknung der Speiseröhre, so das es ohne große Probleme verschlungen werden konnte. Nun bleibt nur noch ein Ausweg. Die Werkstatt. Gut sie war als Ende der Tour eh gesetzt, aber das was wir dort abgezogen haben hatte den Namen Kneipentour nicht verdient. Beim nächsten Mal wird alles besser. Die Kutsche lieferte uns also an der Werkstatt ab und irgendwie wusste ich in den Untiefen meiner Erinnerungen das es mit einer Flasche Wodka enden würde. Wenn man nicht mit zweien!

Einmarsch Werkstatt und es folgte die wohl bekannte Ernüchterung. Obwohl eigentlich mehr los war als sonst. Nach einer kleinen Runde um die Theke, stellte man fest das man keine bekannten Gesichter sah und entschloß sich dazu eine Flasche Wodka zu ordern. Als wenn ich es gewusst hätte. Der übrige Teil meines Stoßtrupps verzog sich plötzlich in diverse Ecken. Einer mußte Pinkeln der andere war weg. Da stand ich nun allein und machte mir ein Bild der Lage. Erste Erkenntnis war das unglaublich viele Schmierlappen da waren. Der eine sah sogar aus als sei er aus der Nescafe-Werbung mit der Zeitmaschine her gereist. Ihr wisst schon ”Isch habe gar kein Auto…“ Gut, die Trulla die er da gerade voll laberte war wohl aus der gleichen Zeit. Vielleicht ist er ein intergalaktischer Stelzbock und reist ihr durch die Zeit hinterher bis in alle Ewigkeiten. Hört sich verdammt nach einer Folge von Akte X an. Da wir alle drei eh rochen als seien wir gerade aus dem Zwiebel-mit-Knoblauchdip-Imperium entkommen störten wir uns nicht weiter dran, sondern erfreuten uns an der Flasche.

Schnitzel wurde der Kommunikations-Posten übertragen und er nahm Kontakt mit dem Tobi auf der zur Zeit bei einem Kollegen auf dem Geburtstag weilte, nicht weit von der Werkstatt. Er gaukelte ihm vor, das der ganze Laden schon voll mit Schnitten ist und sie alle nach seiner Telefonnummer gefragt hätten. Tobi sprang sofort an und kam stehenden Fußes in die Werkstatt. Besser gesagt war er schon da, bevor Schnitzel die ominöse Nachricht abschicken konnte. Und er hatte sämtliche Anwärter auf den Titel Strammsack des Abends der Schranken verwiesen, denn er hatte einen meilenweiten Vorsprung. Aber beteiligte sich noch an der Flasche. So mag ich das, Durchhaltevermögen muß gezeigt werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man sich in Ruhe in den Suff trinken können, wenn mir da nicht zwei weibliche Wesen, die sich am Ende der Tanzfläche aufhielten und ihr Äußeres im Schatten hielten. Bei näherer Betrachtung war dies aber gar nicht nötig, da sie die zwei bestausehendsten Wesen in der Werkstatt waren. Und das mit Abstand. Tobi war gleich Feuer und Flamme und hat sich ohne große Umwege auf die blonde Versuchung festgelegt. Mir war es recht, denn Chancen rechnete ich mir bei keiner der Beiden aus. Wobei mir die Dunkelhaarige um Längen besser gefiel. Sie wussten genau was sie taten und tanzten ihren Verführungstanz. Und es gab dann auch tatsächlich einen Haufen der männlichen Anwesenden die drauf ansprangen. Es war aber auch sehr schwer den schwingenden Hüften zu entkommen. Nur weil ich meine Ohren mit Wodka ausgegossen habe, bleib ich standhaft am Tresen stehen. Ein Trick den ich mir beim alten Odysseus ab geguckt habe. Nach kurzer Zeit waren sie so belagert, das vielleicht die altbewährte Taktik der Zurückhaltung zum Erfolg führen würde. Also wurden sie mit Blicken bedacht aber nicht mehr. Hmm, sie führte nicht zum Erfolg. Wenn ich mir das mal so recht überlege hatte diese Taktik eigentlich schon immer die Eigenschaft gründlich in die Hose zu gehen.

Nach diesem herben, aber abzusehenden Rückschlag bereiteten wir der Falsche das Ende und traten so langsam den Heimweg an. Es wurde zwar noch zart die Diskussion angerissen, ob wir denn noch eine zweite Flasche in Angriff nehmen würden, aber die Abfrage der Fitness ließ uns schnell zum Schluß kommen, das es ausreichen würde. Außerdem waren kurz vorher die zwei Lichtblicke der Werkstatt gegangen, so daß wir keine Notwendigkeit unser Anwesenheit mehr sahen. Naja, da war zwar noch eine junge Dame, die mir gefiel, aber die wurde auch schon seit längerem von einem Schmierlappen belagert, wobei ich die Blicke die sie mir ab und an herüber warf nicht so recht deuten konnte. Entweder sagten sie, das ich sie von MCSchmierlappen befreien sollte oder sie mußte dringend mal auf die Toilette, war aber zu schüchtern um nach dem Weg zu fragen.

Auf dem Weg nach Hause mußte dann der Tobi noch zum McDreck um sich bei Kräften zu halten. Er bot uns sogar Pommes an, doch Porno hatte wohl immer noch einen löcherigen Magen und verlangte einen Nugget. Tobi dachte nicht im Traum daran und unsere Wege trennten sich. Ein Blick auf meine Uhr sagte mir das sich keine Zeiger drehten und es ca. 0320 Uhr war, als ich zu Hause ankam. Ein sehr ungewohntes Gefühl. Sollte ich tatsächlich den verlorenen Schlaf nach holen können?


Datenbank-Probleme

21/11/2007

Wie ich seit gestern erfahren habe gibt es bei dem Server auf dem mein Logbuch liegt Datenbank-Probleme. Wahrscheinlich hat ein gewisser Herr bin Laden alle weblog-Server mit virtuellen Bomben bedacht, so daß die ganze Welt sich nur noch über das AlQuaida-Netzwerk informieren muß. Oder aber eine studentische Aushilfskraft, ist total stramm zu seiner Schicht erschienen und hat einfach den Rest Bacardi-Cola-Mischung Tequila des frischen Kaffees auf den Server verkippt, welches dann in einer immensen Explosion endete die halb Bonn in Schutt und Asche legte welche den Server lahm legte.

Heute kann ich mich wieder einloggen, aber ein großer Teil meines Textes wurde einfach verschluckt. Und soche halben Texte kann ich dem geneigten Leser ja nicht zumuten.
Daher muß ich um ein wenig mehr Geduld bitten, denn sobald das Datenbank-Problem behoben ist geht es hier munter weiter.

Ein kleiner Hinweis an die Betreiber der myblog.de-Seite. Es wäre vielleicht nicht verkehrt wenn solche Aktionen mit einer kleinen mail an Eure Kunden kommentiert werden. Genauso wie das Aufheben des Fehlers.

Ansonsten weiterhin viel Erfolg bei Eurer Arbeit!


Der Hesse lacht zur Fasenacht

13/11/2007

Der Freitag begann wie gewohnt harmlos. Wir hatten schon früh festgelegt, das wir nach dem Training bei Kellner einkehren wollen um dort ein paar Bierchen zu trinken und die eine oder andere Schlachteplatte zu verputzen. Für hieß das so viel, das ich an diesem Freitag nicht zum Sporthaus runter laufen mußte, sondern konnte gleich frühzeitig zu Kellner gehen, welches meinen Fußmarsch um etliche Meter verringerte und das ich vielleicht mal nicht in der Werkstatt enden werde, da vielleicht noch ein After-Schlachteplatten-Programm geplant war. So hoffte ich zumindestens. Und auch der Ingo war der ganzen Sache nicht abgeneigt, so jedenfalls tat er mir am Telefon kund. Sehr gut, wenn ein Freitag so begann konnte der Rest des Wochenendes nur gut werden. Es stand zwar noch der Karnevalsauftakt an, aber auch der wird mit ziemlicher Sicherheit um die Ecke gebracht.

Ich verabredete mich dann also mit dem David, das wir uns gegen 2000 Uhr schon mal bei Kellner treffen werden. Das Training begann um 1800 Uhr so daß wir vielleicht zeitgleich mit der Mannschaft dort eintreffen würden. Da aber nicht alle so schnell sind, wenn es um das Umziehen und Duschen geht, waren wir die Ersten. Ist ja auch nicht verkehrt, denn so konnten wir uns die besten Plätze aussuchen und schon mal probieren, ob denn hier auch das Bier genießbar ist. Aber auf Thomas K. ist Verlaß. Dort bekommt man nur einwandfreie Ware. Und ich glaube er freute sich sichtlich uns zu sehen. Nach einem kurzen Hallo in die Runde der anwesenden Gäste nahmen wir an einer langen Tafel Platz und harrten der anderen Mannschaftskameraden. Die Wartezeit wurde verkürzt durch zwei cremige Krombacher, die uns Thomas brachte. Ich fühlte mich wohl. Ich kann es nicht anders sagen. Krombacher vom Faß in einem Krombacher Glas schmeckt einfach. Und das sind nun nicht die Schützenfest Willy Becher. Man mag es nicht glauben, aber das Auge trinkt mit. Nach einer kurzen Wartezeit trudelten auch schon die nächsten ein. Wie sollte es anders sein, waren Köppel, Andre und Matze R. die ersten, die mit hungrigen Mägen die Gaststube stürmten. Andre konnte es noch gar nicht fassen, das ich schon ein Bier hatte. Also bestellte er sich zunächst in Alster. Auf die Frage ob er denn krank sei oder irgendwelche Probleme mit dem Gehirn, das er sich Alster bestellt, sagte er nur das er nach dem Training schon ein Bier getrunken hat. Ach so, nach dem Training hauen die sich Bier rein und dann aber entsetzt sein, das ich schon bei Kellner ein Pils bestellt habe. Ich verriet ihm aber nicht, das ich zu Hause schon ein Hefe mit meinem Vater getrunken habe. Somit habe ich meinen Vorsprung gesichert. Allerdings gab es mir zu denken, das es nach dem Training eine Kiste Bier gab. Sollte ich einen essentiellen Fehler begannen haben, nicht zum Training zu gehen und die warme Gaststube von Kellner vorgezogen habe?

Es waren nun alle da und hatten unglaublichen Hunger. Ich befragte meine Organe ob ich mich denn der Schlachteplatten Bestellung anschließen sollte, aber mein Magen meldete keine Probleme und die Verdauung sei im grünen Bereich. Wenn ich nun eine ganze Schlachteplatte inhalieren würde wäre mein Magen bis zum Rand gefüllt und ich müßte schon vor der Final Runde den Heimweg antreten. Also gab es nichts zu essen, dafür aber noch eine Runde Bier. Während wir dann so warteten wurden allerlei Gespräche angezettelt. Auch über mein neues Auto. Costa der ja neben mit saß, wollte mir einfach nicht glauben das der E 280 230 PS hat. Dummerweise hatte ich den beweisenden Prospekt nicht dabei. Aber so wie es im Moment aussieht habe ich eh einen anderen Favoriten. Und der kommt von Chrysler. Warten wir aber mal die Probefahrt von Mercedes ab. Dann kann ich mehr zu der ganzen Geschichte sagen. Weitere Gespräche drehten sich um den am Samstag anstehenden Karnevals Auftakt. Vor allem die Frage des neuen Prinzenpaares stand im Raum. Die wildesten Vermutungen wurden angestellt. Und dabei saß der neue Prinz mit an unserem Tisch und sagte keinen Sterbenswörtchen. Eins mußte man ihm lassen, er hat dicht gehalten und ich habe ihn am wenigstens in Verdacht gehabt. Aber dazu später mehr.

Das Essen wurde aufgefahren und die hungrigen Mäuler fielen über die Schlachteplatten her wie ein Wolf über eine Herde Lämmer. Ja, ich scheue keine Vergleiche. Und ich muß zugeben, das sich plötzlich mein Magen ein wenig meldete. Aber er hat es vorher gewusst. Und die Platte wäre eindeutig zu viel für mich gewesen. Mittlerweile war auch der Ingo angekommen und hat sich zu uns gesellt. Auch er hat sich gegen eine Essen entschieden. Doch unsere Mannschaftskameraden sind ja richtige Freunde und haben uns höflicherweise etwas angeboten, da einige nicht alles geschafft haben. Sehr nett und es wurde auch dankend angenommen. Auch wenn ich nur eine Scheibe Brot gegessen habe war es ein wahres Geschmackserlebnis. Die Schlachteplatte bei Kellner hat schon was für sich. Ich konnte sogar die Mettwurst probieren, die Köppel zu Recht als Königswurst beschrieben hat. Sie war sehr gut. Das Essen wurde dann von einem Schnaps abgerundet. Ich weiß auch gar nicht welcher Teufel mich da geritten hat oder ob es die schon leicht lockere Zunge war, für die das Bier gesorgt hat, aber ich hörte ich selber sagen, das ich gerne einen schönen nussigen Bismarck haben möchte. Erst wollte ich laut fragen, wer denn so verrückt ist und sich nun ein Bismarck bestellt hat, obwohl er meinen Respekt hat, denn Bismarck wird bei uns eher selten getrunken. Dafür aber Löwentor in Industriegroßen Gebinden. Doch dann merkte ich das die Stimme mir seltsam bekannt vor kam, bis mein Gehirn mich dann rüde darauf hin wies, das ich es selber war. Anstatt dann die Frage zu stellen, beschimpfte ich mich selber mit dem verlängerten Rücken. Da haben wir den Salat. Aber der Bismarck war lecker.

Es wurden noch ein paar Bierchen getrunken und dann löste sich die gesamte Gesellschaft so langsam aber sicher auf. Ich wagte meinen Augen und Ohren nicht zu trauen, als alles meinten das sie jetzt nach Hause gehen und nichts mehr machen würden. Hallo, was ist denn hier los. Wir sind doch hier nicht beim Seniorenkaffee, wo man schnell wieder nach Hause muß um seine Gebrechen zu kurieren. Ich fasste es nicht, was war denn nur los. Nur der Ingo stand mir treu zur Seite und wollte noch in der Stadt in oder zwei Läden gucken. Nur nicht in der Werkstatt. Er sprach meine Sprache. Also setzten wir den Köppel noch zu Hause ab und zogen weiter in die Stadt. Eine einschlägig bekannte Kneipe hat neu eröffnet und da muß man doch seinen Antrittsbesuch abhalten. Leider war nicht allzu viel los und wir wählten einen Thekenplatz. Das dort anwesende Klientel war leider auch nicht so prickelnd. Sagen wir mal so, die hübschen Frauen fehlten irgendwie und die Männer waren alle stramm. Da erzähle ich jetzt keinem etwas neues, wenn ich sage, das man als Vollstrammer als leicht angetrunkener Mann keine Geschlechtsgenossen sehen will, die sich gerade in einem ähnlichen Zustand befanden. So tranken wir dann also unsere Getränke aus und ich zahlte, damit wir unsere Suche nach dem weiblichen Geschlecht fortsetzen konnten. Unser Weg führte uns am ”Halben Mond“ vorbei, doch ein scheuer Blick durch die spärlich verhangenen Fenster brachte schnelle Ernüchterung. Dummerweise hatten wir auch gerade die Geisterstunde passiert, so daß das MaxM gerade seine Pforten schloß. Da blieb dann nur noch der Weg zum Ambiente. Wollt ihr raten? Dort war der Bär los, eine Playboy-Promotion-Party mit mindestens zwei Playboy-Bunnies für jeden männlichen Gast der einen Bieratem vorweisen kann. Und alle Getränke waren frei. Hat man seinen 10 Havana Club bestellt bekam man eine selbstgeschreinerte Kiste mit Inhalt 10 Flaschen feinstem Havana Club geschenkt. Überreicht von einer kubanischen Schönheit, die mit ihren dunklen Augen bis auf Deine Seelen gucken konnte und Dir jeden Wunsch erfüllte. Ich war im Paradies. Ich glaube ich sollte nicht mehr so viel laut denken. Wo war ich? Ach ja, auf der Suche, nach den Frauen und einer Lokalität in der nur ein bisschen was los ist. Im Ambiente war es zumindestens nicht. Die Dichte an Autos vor der Ambiente verriet und auch ohne das warme Auto zu verlassen, das hier der Hund verfroren ist. Meine Hoffnungen schwanden. Sie schwanden nicht nur, sie wurden mit einem Katapult gegen eine Mauer geschossen. Da blieb nur noch ein Ausweg. Ich mußte die Party-Hotline anrufen.

Anders ausgedrückt versuchte ich mich mit Schnitzel in Verbindung zu setzten in der Hoffnung er ist noch nicht zu Hause. Die Versuche scheiterten kläglich, denn er befand sich wohl in einem stahlbetonverstärkten Gebäude. Spontan fällt mir da nur der Führerbunker in Berlin ein oder meine Stube. Nirgends hat man weniger Empfang. Ich wusste aber, das er sich in Mingerode befand und sich dort kollektiv den Kopf zu knallte. Nach weiteren erfolglosen Anrufversuchen rief ich dann bei Kai an, der dann auch mal Empfang hatte. Ich hatte ja eigentlich vermutet, das sie schon in die Werkstatt verlegt haben und mich damit abgefunden, das obwohl ich mich dagegen wehte ich doch wieder in dem Laden enden werde. Aber sie waren noch in Mingerode und ich sollte doch kurzer Hand vorbei kommen, da eh nicht mehr so viel los ist. Das hört sich jetzt so an, als könne man mich nicht größeren Menschenmengen präsentieren, aber ich es ist ganz einfach so, das es mir unglaublich unangenehm ist, bei Parties aufzutauchen, bei denen ich nicht eingeladen bin. Auch wenn niemand etwas dagegen hat, ist es immer ein komisches Gefühl. Bis ich dann sturzbetrunken bin und alle mit Vornamen kenne, wobei mich eh schon die Hälfte der Anwesenden kennt. Meistens kriegt man dann so Begrüßungsformeln präsentiert, wie: ”Du bist also die Bierpumpe!“ Aber ich kannte ja alle Anwesenden. So traf ich dann auch mal wieder mit dem Kunkel zusammen und wir haben ein paar Pils getrunken. Wenn ich mich noch recht erinnere, waren es vier an der Zahl. Ich schien im richtigen Moment gekommen zu sein, denn wir wollten dann tatsächlich los. In die Werkstatt. Ich kann mir einfach nicht erklären, warum es mich immer in diesen Laden zieht. Vermutungen gehen dahin, das Eberhard eine Sammlung von Voodoo-Puppen hat in denen jeweils eine Nadel in der Lebergegend steckt.

Die Taxifahrt war recht abenteuerlustig, da ich wieder das zweifelhafte Vergnügen hatte auf den Sitzen im Kofferraum Platz zu nehmen. Nicht das die Sitze schlecht wären, aber es ist doch manchmal komisch, wenn hinter einem jemand fährt. In der Werkstatt angekommen war unsere Gruppe nur noch auch drei Personen zusammen geschrumpft. Schnitzel, Tobi und ich. Und wir passten perfekt an den Tresen. Dort verweilten wir auch für die Zeit unseres Besuches. Mixgetränke gab es in rauhen Mengen. Aber sonst ist eigentlich nichts nennewertes passiert. Man hat halt über dies und das geredet. Hat den vollstrammen Schmidti beobachtet. Dieser hat sich auf einen Stuhl nieder gelassen und ist dort wenige Minuten später in das Reich der Träume abgedriftet. Tobi nutze seine Unaufmerksamkeit um ihm seinen Pieper zu mopsen und ihn erstmal auszuschalten. Einsatzbereit war er eh nicht mehr. Nachdem wir uns dann also ausgiebig betrunken haben und Eberhard über das Wochenende gerettet hatten machten wir uns auf dem Heimweg.

Der Hunger trieb uns dann noch zum Bäcker. Dummerweise gab es dort noch keine Brötchen, nur Gebäck vom Vortag. Ich machte den entschiedenen Fehler mir einen Nougatring zu kaufen. Zu Beginn schmeckte er ja recht gut, aber die Überdosis Zucker war irgendwie nicht gut. Geschmacklich gibt es nichts was schlechter schmeckt nachdem man sich nicht zu knapp an Havana Club gütlich getan hat.

Der Samstag fing sehr seltsam an. Ich stand auf und fühlte mich wohl. Allerdings nur kurz, denn dann mußte ich wohl oder übel zum Aufbauen für den Karnevalsauftakt. Und ich mache hier kein Hehl um die Sache, denn ich hatte dazu absolut gar keinen Bock. Zumal ja der Nachmittag von einer Feuerwehrübung beherrscht wird. Also hatte ich Null Freizeit an diesem Wochenendtag. Aber dafür ist man halt in den ganzen Vereinen und muß halt immer gerade stehen. Das Aufbauen ging dann einigermaßen vorwärts und der Großteil war geschafft, als Schnitzel und ich dann zur Feuerwehr aufbrachen. Eigentlich sollte eine Alarmübung statt finden, die überraschend für jeden kam. Doch leider können manche Leute ihren Mund nicht halten und somit wussten alle alarmierten Wehren schon vorher Bescheid. Uns will ich da gar nicht heraus nehmen. So trafen wir uns frühzeitig im Feuerwehrhaus. Was dort abging will ich hier gar nicht niederschreiben. Ich sage nur ein Kindergartenausflug in den Zoo wäre gesitteter von statten gegangen. Aufgeregt wie eine Horde junger Mädchen bei einem Beatles-Konzert sprangen alle durch die Gegend und warteten auf das Klicken des Relais, damit die Sirene endlich anfing zu heulen. Zeitweise saßen wir schon im Auto mit laufendem Motor. Peinlich, oder. Als es dann endlich so weit war ging es ab wie die Feuerwehr. (Dämliches Wortspiel) Die Lage war ein Verkehrsunfall mit Bus, LKW, Traktor und PKW. Öfter mal was Neues. Ich fuhr was der alte Feuerwehrbock her gab. Doch das war nicht viel. Und doch waren wir die erste Wehr an der Einsatzstelle. Alles andere hätte mich auch gewundert. Traumhafte Ausrückzeit und ein sensationeller Fahrer. Kai war Einsatzleiter, da er der erste Ortsbrandmeister am Ort des Geschehens war. Ich als Gruppenführer übernahm die Menschenrettung aus dem Reisebus. Ein sehr ruhiger Job, wie ich mal zugestehen muß. Aber einige der Leute konnten recht gut schauspielern. Ein Glück für sie, das ich mein Feuerwehrbeil nicht dabei hatte. Der Bus war recht schnell geräumt und ich leistete einem Verletztem Gesellschaft, der nicht bewegt werden konnte auf Grund von Halsverletzungen. Immer noch besser als draußen umher zu springen. Und vor allem konnte ich die Rettung der Treckerfahrerin beobachten. Einige Feuerwehrleute hatten ihre Hände dort wo sie nicht unbedingt hin gehörten und hinterher wurde wieder behauptet, das es zur Rettung gehörte. Ich nenne hier mal keine Namen. Nachdem dann der Bus leer war guckte ich mit Holger hier und da mal bei den Einsatzstellen. Genügend Leute waren ja eh da und helfende Hände mehr als genug. Das Zelt des DRK hatte ja auch so seine Reize. Man sollte viel öfter Übungen mit dem DRK machen, stellte ich spontan fest. Leider konnte ich die Aussicht nicht allzu lange genießen, denn Holger und ich wurden gleich mal zum Verletztentransport eingeteilt. Sehr anstrengend. Alle Wehren haben ihre Arbeit hervorragend abgeleistet und haben sich die anschließende Stärkung in Esplingerode redlich verdient. Dummerweise ist mir zum Schluß noch ein oder zwei Flaschen Bier in die Hand gefallen, die ich dann leider trinken mußte. Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte.

Wieder zu Hause angekommen, hatte ich noch weniger Lust auf den Auftakt. Vor allem fühlte ich mich durch die ganze frische Luft leicht erschöpft. Aber es half nichts. Nachdem ich dann ein bis zwei mal auf dem Sofa eingenickt bin, raffte ich mich auf und reinigte meinen Körper. Von außen wohlgemerkt, denn innen kamen ja noch ein paar Löwentor rein, da hätte eine Reinigung absolut gar keinen Sinn gemacht. Wenn man solche Uniformen wie die Elferratsjacke wieder mal hervor holt, ist es ja immer ein kleines Glücksspiel ob denn heimlich Außerirdische sie enger genäht haben, weil sie mal wieder kräftig lachen wollten. Aber die Elferratsjacke passte hervorragend. Und ich machte mich auf den Weg. In der Kälte der Nacht fiel mir dann plötzlich ein, das ich ja praktischerweise Schlüsseldienst hatte und auch noch Prinzenpatrouille. Die Patrouille mache ich ja sehr gern, aber der Schlüsseldienst ist etwas sehr undankbares. Man muß bis zum Schluß ausharren und die letzten Besoffenen raus schmeißen. Meistens gehöre ich ja dazu, aber wenn man dann selber diesen Dienst hat, wird es nochmalig unnötig in die Länge gezogen werden. Irgendwie wusste ich, das dies einer der längsten Auftakte seit langem wird.

Nachdem ich dann den Schnitzel eingelesen habe ging es zur MZH. Dort wurden erstmal wieder Hände geschüttelt und dann konnte ich endlich meine Lippen an ein herrliches Bier legen. Da erste ergaunerte ich mir mit einer Geschmacksprobe. Wer wusste denn ob das Bier nicht vielleicht schlecht geworden ist. Und das kann ich ja meinen Elferratskollegen nicht antun. Aber es war alles super im Geschmack. Es dauerte dann auch nicht lange bis sich eine Elferratstraube an der Theke gebildet hat. Man will ja den zahlenden Gästen nicht die besten Plätze weg nehmen. Nicht das wir nicht auch Eintritt bezahlt hätten, aber wir waren ja der Elferrat. Also gleichbedeutend mit der Arbeiterschicht. Mir war es eh nicht so wichtig, das ich keinen Sitzplatz hatte, denn mein Platz war entweder vor oder hinter der Theke. Wie gesagt: Arbeiterschicht. Zunächst gab es eh Essen und da lösten Thomas und ich die Thekenbesatzung ab, während die anderen fleißig die Haxen auftaten. Wohlgemerkt war dabei immer schön die Kappe auf dem Schero. Das ist so Brauch, das ist so Pflicht und ansonsten gibt es was auf den Deckel. Spätestens beim Hohen Gericht. Doch was sich später am Abend noch ereignete übertraf alles was bisher geschehen ist. Ich glaube größere Verfehlungen gab es nie. Und ich hoffe das hohe Gericht wird gerecht walten.

Nach dem Essen folgte dann der Einmarsch und die Eröffnung der Karnevalssaison. Und das neue Prinzenpaar wurde gekürt. Immer sehr spannend. Ich tippte ja in diesem Jahr auf Porno und Hüfte, doch als noch vor dem Essen Kurzer und Anja die Halle betraten, änderte ich meine Meinung spontan. Mit sich brachten die noch einen ganzen Haufen weitere Pärchen. So viel potentiell Prinzenpaare hatten wir noch nie auf einem Haufen. Aber ich war mir sicher das es Kurzer und Anja machen würden. Zu meiner großen Überraschung wurden es dann aber Sylvia und Fasel. Und der Misthund hat am Vorabend kein Wort verloren. Von seiner Antrittsrede habe ich nur sehr wenig mit bekommen, da ich plötzlich dazu verdonnert wurde Löwentor zu besorgen. Also falls ich nun irgendwelche Fehltritte begehe und die Worte des Prinzen missachte, ist das nicht meine Schuld, denn ich wurde zum Schnaps holen genötigt. Verteilen durfte ich den Sermon dann auch gleich und dachte das ich so um den Schnaps herum kommen würde. Leider war genügend auf dem Tablett. Selbst als ich die Prinzengarde gedrängt habe welchen zu trinken. Verdammt, ich kam nicht darum herum. Als das Gesöff meinen Rachen hinunter lief sah ich Sterne und mußte mich konzentrieren das der Schluckmechnanismus nicht plötzlich aufhörte zu arbeiten. Ich werde mich wohl nie dran gewöhnen.

Das frische Prinzenpaar drehte seine Antrittsrunde und trank an jedem Tisch seinen Löwentor. Ich würde das nie überstehen. Ein weiterer Grund warum ich kein Prinz machen würde. Oder aber ich würde für mich den Bismarck erlassen. So würde das klappen. Aber was rede ich da, ich werde nie Prinz machen. Aus der Ferne bewunderte ich Fasels Durchhaltevermögen. Bei einer solchen Menge Löwentor hätte ich schon längst den Kollaps bekommen, doch Fasel hielt durch und gar nicht mal so verkehrt. Irgendwann folgte die obligatorische Quizfrage, die mit ziemlicher Sicherheit so gestellt wird, das nur Der Quizmaster sie richtig beantworten kann, weil er als Einziger das entsprechende Alter hat. Es werden da immer Fragen ausgegraben die ohne Raten nur beantwortet werden können, wenn man während des 1. Weltkrieges ohne Probleme in einen Stripclub rein gekommen wäre. Also durfte der ganze Saal raten. Es war irgendwas mit Tabakpflanzen und Pflanzern. Ich habe Fantasiezahlen drauf geschrieben, ein Schiffchen aus dem Zettel gefaltet und abgegeben. Als erster. Da ich es eh nicht wusste konnte ich schnell raten und weiter dem Bierkonsum frönen.

Kurz vor der Quizfrage nötigte ich Patrizia noch einen Löwentor mit ihr zu trinken. Ich dachte ich hätte es hinter mich gebracht, aber die Tortour war noch nicht vorbei. Wobei ich hier das Löwentortrinken meine und nicht das Trinken mit Patrizia. Denn das macht einen Höllenspaß. Sie überraschte mich mit einem Brüderschaftskuss. Und nun war ich gezwungen ihn zu erwidern, hatte aber das Problem das mein Mund noch mit Löwentor voll war. Auch auf die Aussicht gleich eine schöne Frau zu küssen, konnte ich es nicht genießen, denn der Löwentor tötete alle Sinne in meinem Körper ab. Nach dem Quiz ging es gleich wieder an die Theke um dort den nötigen Unsinn zu verbreiten. Ich muß nun sagen, das ich mehr und mehr Gefallen an dem Auftakt gefunden habe. Die anfängliche Unlust hat sich gänzlich verzogen und ich war gut drauf und freute mich sogar auf den Schlüsseldienst und vor allem auf die Prinzenpatrouille. Bei dem Prinzenpaar wird das eine wahre Wonne. Ich sollte nicht so viel schleimen. Am Stehtisch eröffnete uns Philip seine Pläne Prinz in Desingerode zu werden. Da seine Freundin aus Desingerode kommt, scheint das gar nicht so weit her geholt. Ich machte mich aber gleich daran eine passende Antrittsrede auszuarbeiten. Die ich hier aber nicht präsentieren kann, da ich sonst die Gefühle der Desingeröder verletzen würde sonst die Überraschung weg wäre. Die Uhr tickte ja unaufhörlich in Richtung Mitternacht, meiner Übernahme der Theke. Da ja Schlüsseldienst bestand. Schöne Bescherung.

Und so kam es auch. Kai und ich wurden hinter die Theke beordert und mußten schuften wie die Kumpels in der Zeche. Bier zapfen ist unglaublich anstrengend. Ewig läuft das Rinnsal an köstlicher Flüssigkeit aus dem Hahn und man darf nicht davon kosten. Jedenfalls nicht wie man will. Die Zapfpausen wurden pfleglich mit Bier überbrückt. Ein Gutes hatte es aber, denn man gab nicht so viel Geld aus. Und was noch sehr von Vorteil war, war das man von den Tanzwütigen so ziemlich sicher war. Vorerst, denn es gibt ja immer ein paar Mutige die den Vorstoß wagen. Die erste war Ramona, die mich ohne zu fragen auf die Tanzfläche zerrte. Also mußte ich tanzen. Derart eingeschüchtert von den ganzen Lichtern verzog ich mich gleich wieder hinter die Theke wie ein Reh das aus dem Lichtkegel des heranrasenden Autos flüchtet. Natürlich brachte ich Ramona erst wieder zurück an die Theke, als Gentleman gehört sich das ja. Ich konnte mich dann aber schnell wieder retten, da ich ja Thekendienst hatte. So bleib es auch eine Zeit lang recht ruhig. Bis dann Patrizia auf die gleiche Idee kam und mich ebenfalls auf die Tanzfläche zerrte. Warum bin ich auch so willenlos. Dort drehten wir uns wohl ein paar mal zu schnell, denn Patrizia wurde sehr schwummerig. Natürlich hatte das ganze nichts mit Löwentor oder anderen alkoholischen Getränken zu tun. Nicht die Bohne.

Hinter der Theke hatte sich eine seltsame Spannung aufgebaut. Zunächst mal waren alle voll. Sowohl vor der Theke, als auch hinter der Theke. Dann fing Kai an mich zu schubsen und ich schubste zurück. Plötzlich sprang Kalle S. zwischen und und wir waren ein großes Knäuel an Fleisch das unkontrollierbar hinter der Theke rumtorkelte. Als absoluter Höhepunkt gesellte sich dann noch Böning dazu und wir gerieten außer Kontrolle. Als wir dann fertig waren, hatten wir sehr viel zu lachen und Kai eine Schnittwunde am Hals, die nicht zu knapp blutete. Wir lachten, er weinte. Er versorgte sie fachmännisch und wir klatschten ab. Ich kann nun im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen, wie es derart eskalieren konnte, aber es hat Spaß gemacht. Auch wenn mein Arm jetzt ein wenig blauer als zuvor ist.

Hinter der Theke bekommt man meistens nur die Hälfte mit. Doch was meine trockenen Augen plötzlich sahen, konnte ich zunächst nicht glauben. Es fing ganz harmlos an. Vollmer stand auf dem Tisch und tanzte. Gut, das hört sich jetzt schon wieder nach einer Eskalation sonder gleichen an, aber man möge mir Glauben schenken, das ist für Vollmer normal. Entweder hat es was mit seinem Zwergenwuchs seiner größere zu tun oder er hat eine natürlich Zuneigung zu Tischen und Hockern. Aber Patrizia war ja nicht ganz unschuldig an der ganzen Geschichte, hat sie ihn ja dazu verführt auf den Tisch zu steigen und gemeinsam haben sie sich dann die Tischdecke um die Beine getanzt. Patrizia war mittlerweile wieder vom Tisch und dafür wurde sie dann vom Kai abgelöst. Plötzlich hatten sie aber Zepter von Prinz und Prinzessin in der Hand. Ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen, wie sie daran gekommen sind, aber sie waren plötzlich da. Und was nun folgte war ein Mißbrauch der Insignien der so in der Geschichte des WCC noch nicht vorgekommen ist. Die Zepter wurden dazu mißbraucht um sich gegenseitig den Hintern zu versohlen. Weiterhin wurde angedeutet, das sie in …. in…. ich wage es gar nicht nieder zu schreiben, so erschütternd ist es… in diverse Körperöffnungen eingeführt wurden. So jetzt ist es raus. Der Saal grölte und Nollau machte Fotos. Fotos, die noch mit ziemlicher Sicherheit als Beweismittel vorgelegt werden. Ich glaube das hohe Gericht wird im kommenden Jahr nur ein Fall behandeln. Den Fall Vollmer-Walter, damit sind sämtliche Ausgaben für die kommende Saison gedeckt.

Zu dem Zeitpunkt war der Großteil der Gäste schon gegangen und der Elferrat war wohl der einzige Zeuge dieser Schandtat. Wir haben mittlerweile auch vor die Theke verlegt, da sich das Zapfen nicht mehr gelohnt hat. Ach ja, ich bin dann auch schon auf Bacardi umgestiegen. Es war zwar kein öffentliches Getränk, aber wir hatten noch eine angefangene Flasche im Archiv. Und als die alle war machte ich mir um nichts mehr Gedanken, sondern trank munter Asbach. Ich weiß, ich bin tief gesunken. Der Prinz forderte seine versprochene Prinzenpatrouille, die ich ihm leider verweigern mußte, da der Kai schon vorher die Biege gemacht hat und ich die Theke abschließen mußte. ER hatte aber vollstes Verständnis. Man kann sich jetzt aussuchen auf welchem Wort die Betonung lag. Er fragte mich noch ob er denn unbedingt die ihm überlassenen Utensilien (2 x Zepter, Schlüssel und eine Kiste) mitnehmen müsse. Ich riet ihm dazu, denn ansonsten ist am nächsten Tag nur noch die Hälfte davon da. Es muß ein lustiges Bild gegeben haben, wie Sylvia und er mit der Kiste in der Mitte durch das Dorf getorkelt sind. Ich hätte zu gerne die Patrouille gemacht, aber leider war ich verhindert. Vor der Theke habe ich mich noch ein wenig mit Susanne unterhalten, bis die dann mit Görtler auch die Biege gemacht hat. Die einzigen Überlebenden waren dann Kalle, Karlchen und ich. Und wir machen nach einer gehörigen Portion AC/DC auch Schluß. Ein nächtlicher Anruf bei Schnitzel brachte mir Sicherheit, das auch er zu Hause war. Es hätte ja schließlich sein können, das es in der Werkstatt noch rund gehen würde. Denn müde war ich schon lange nicht mehr!

Der Sonntag war leicht im Eimer. Nach dem Aufräumen war nicht mehr viel angesagt. Schnitzel Tobi und ich besuchten noch den Morchel im Krankenhaus und dann war der Tag auch schon rum.


Ein schwarzer Tag

09/11/2007

Der 09. November 1938 war ein schwarzer Tag in der deutschen Geschichte. In Deutschland brannten die Synagogen und die Judenverfolgung und -tötung begann, es war die sogenannte Reichskristallnacht. Das Naziregime konnte nun tun und lassen was es wollte. Und wir alle wissen wohin dies geführt hat. Es ist etwas, auf das man keinesfalls stolz sein sollte. Aber es gehört zu unserer Geschichte und wir sollten uns den Tatsachen stellen.

Der 09. November 2007, der Tag an dem die Grundrechte verletzt wurden. Die deutsche Regierung hat sich dazu entschieden, die Grundrechte der deutschen Bürger zu Boden zu schubsen und sie mit Tritten und Knüppel zu verprügeln. Unsere gewählten Volksvertreter haben am oben genannten Datum beschlossen, das sämtliche Daten und Spuren, die der deutsche Büger bei Telefonaten und im Internet hinterlässt aufgezeichnet werden. Man redet davon das man keinen gläsernen Bürger haben möchte, sondern einen gläsernen Verbrecher. Für mich fühlt sich das trotzdem so an als stünde ich unter Generalverdacht, sobald ich das Internet nutze. Wir sind dem Überwachungsstaat wieder einen Schritt näher gekommen. Und wir können das nicht aufhalten.

Das Problem liegt einfach darin, das über Dinge wie die Vorratsdatenspeicherung Menschen entscheiden, die von der gesamten Materie keine Ahnung haben. Ich verlange ja nicht, das es alles Computerexperten sein sollen. Aber ich kann nun mal nicht eine so wichtige Entscheidung, die die Grundrechte der Bürger beschneidet fällen, wenn ich von der ganzen Sache so viel verstehe, wie ein Pavian von Quantenphysik. Über einzelne Kommentare unserer werten Volksvertreter möchte ich mich hier lieber nicht auslassen.

Wie ich etwas früher schon erwähnt habe ist dies ein weiterer Schritt zum Überwachungsstaat. Ich empfehle jedem, auch unseren Volksvertretern, das Buch ”1984″ von George Orwell zu lesen. Oder aber in die nicht allzu ferne Vergangenheit zu blicken. Damals gab es zwei deutsche Staaten und den den es nun nicht mehr gibt, hatte ein ähnliches effektives Überwachungssystem aufgebaut um die störenden Elemente heraus zu filtern. Ich frage nun jeden: Wollen wir das wirklich?


The round table

07/11/2007

Zum Glück hatte die vergangene Arbeitswoche nicht all zu viele Arbeitstage für mich. Da ich noch zu dem Glücklichen gehöre die etwas mehr Feiertage haben, als die Kollegen in Niedersachsen und noch ein paar Urlaubstage über habe, nutzte ich sie für ein langes Wochenende. Damit ist aber auch bald Schluß, denn die Arbeit in Niedersachsen beschert mir zwei Feiertage weniger als in Thüringen. Aber ich habe auch zwei Urlaubstage weniger, von daher ist es nur gerecht. Oder habe ich da was falsch verstanden? Jedenfalls sollt eich eigentlich genügend ausgeruht sein, für das Wochenende, wäre da nicht die innere Uhr, die mich trotzdem früh aufwachen ließ. Aber was soll es, so konnte ich einiges an ungeliebter Arbeit erledigen. Und ausgeruht habe ich mich dann aber doch noch genug. Schließlich wollt eich für den Samstag fit sein. Denn dort sollte es zum Ritteressen gehen. Meine Vorfreude lässt sich kaum in Worte fassen. Doch vorher mußte der Freitag überstanden werden.

Schnitzel hat schon früh in der Woche angemeldet, das wir mal wieder richtig einen Trinken gehen sollten. Klar, haben wir ja auch seit fast 7 Tagen nicht mehr gemacht. Aber ich bin dabei. Allerdings wollte ich vorher noch etwas wegen der Weihnachtsfeier der 1. Mannschaft klären und begab mich auf direktem Wege zum Sporthaus. Man muß sich halt nur ein paar Ausreden einfallen lassen um den Weg dort hin zu finden. Sehr zu meiner Freude fand ich eine wohl temperierte Kiste mit Gerstenkaltgetränken vor, an der ich mich gleich mal gütlich tat. Denn trotz des Wetters war meine Kehle staubtrocken. Es könnte auch mit der inneren Uhr meines Körpers zusammen hängen. Denn wenn es Freitag wird und stetig auf die 2100 Uhr Marke, dann bekomme ich Durst. Das Training war auch mittlerweile und die Mannschaft war in die Kabine eingerückt. Allerdings kam ich nur dazu das Thema Weihnachtsfeier kurz an zuschneiden, da nicht alle da waren. So ein Ärger, jetzt bin ich ganz umsonst hier runter gekommen. Zum Glück gab es Bier, so daß mein Aufwand nicht ganz umsonst war. Nachdem dann weitere zwei Bier durch Zufall den Weg in meinen Magen gefunden haben konnte ich den Weg in das Feuerwehrhaus fortsetzen. Dort hatte ich mich ja mit dem Schnitzel verabredet.

Köppel war dann so nett und nahm mich den weiten Weg vom Sporthaus bis zur Abzweigung Richtung Nesselröden mit und ich konnte meine Kräfte für wirklich wichtige Sachen schonen. Im Feuerwehrhaus weilte schon der Schnitzel und versorgte sich selbständig mit Cab. Da dieses Biermixgetränke mir allerdings zu wieder sind bleib ich beim Bier. Mein Vorsatz wie schon so oft, das auch der weitere Abend beim Biergenuß geblieben wird. Ich hoffte sehr das ich es durchhalte. Denn das Endziel lag unausgesprochen in der Luft. Die Werkstatt hängt, wie auch letztes Wochenende einem Damoklesschwert über unseren Köpfen. Aber was soll man denn auch sonst machen. Wir waren uns aber einig, das wir nicht so sehr abstürzen sollten, wie in der Vorwoche. Dabei fand ich es gar nicht so schlimm. Dem Schnitzel scheint es anders ergangen zu sein. Wir werden also sehen, wie weit uns dieser Abend hier bringt. Wenig später stieß dann noch der Matze zu uns und hatte vor uns bei unserem abendlichen Vorhaben zu unterstützen. Doch die hier nicht näher genannte Anzahl von Bier brachte unsere großen männlichen Gehirne zum Arbeiten. Da die Werkstatt eh für den Abend schon gebucht war mußte man irgendwie vorher ein Alternativ-Programm zusammen geschustert bekommen. Also viel unsere Wahl auf das Ambiente. Dort war ich ja schon lange nicht mehr und habe auch sonst nicht so gute Geschichten gehört. Aber man soll ja allem eine zweite Chance geben. Also kontaktierten wir den Jensemann und Kolben, die nämlich noch auf dem Spre3chfunkerlehrgang verweilten. Das Gute war, das sie auf jeden Fall noch fahren konnten. Und die Zeit bis zu ihrem Eintreffen verbrachten wir damit ein paar weiter Bier zu trinken. Der Vollmer guckte auch noch kurz vorbei, aber trank nur eine Cola. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um den Jungen. Selbst als wir ihn aufforderten sich ordentlich die Mütze voll zu ballern unserer gemütlichen Runde anzuschließen. Sagte er ab und gab vor nach Hause zu wollen. Am Telefon fragte er seine Freundin aber noch ob noch Weizen da sei. Aha, da haben wir es wieder.

Jense fuhr uns dann in das Ambiente. Hätten wir es man gelassen. Bisher dachte ich ja, das die Werkstatt sehr leer war, aber hier war absolut gar nichts los. Wenigstens bediente die gute Inga, welche immer eine Augenweide ist. Also nahmen wir uns einen Tisch. Von leer stehenden tausend. Die Auswahl war groß und die Bedienung ließ auf sich warten. Wer die Geschichte mit dem Ball in einem voll besetzten Stadion kennt kann sich jetzt sicher denken das Inga uns nicht bedient hat. Sondern die einzige männliche Bedienung in dem Laden. Hasste mich Gott wirklich so sehr. Aber dem werde ich es zeigen, in dem ich mich richtig schön voll ballerte am Abend. Dieser Schock veranlasste mich in einer Reflexreaktion einen Havana Club Cola zu bestellen. So überraschte mich mein Organismus mit einem schönen Getränk. Aber das Gehirn schien auch einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, denn die Mixgetränke waren im Preis reduziert. Nachdem dann der zweite Balsam den Weg in meinen Magen gefunden hat, trafen Kai und Wiebke ein und Kai berichtete uns erstmal von seinem neuen Lotterleben als Student. Ich fasste es nicht. Warum hatte ich nie so ein Leben. Ich war immer Elitestudent und konnte nie auf Parties gehen, weil ich immer wie ein Bessesener studiert habe. Kein Alkohol, keinen Spaß. Gar nichts. Nur die Kälte meine Studierzimmers und ab und an mal eine warme Mahlzeit. Ich hoffe nur das diese Zeilen nicht einer meiner Ex-Kommilitonen liest, denn dann wäre ich schneller als Lügner gestraft als ich Exmatrikulation sagen kann.

Kai und Wiebke tranken ein Bacardi-Pansch-Getränk, welches nach Himbeeren schmeckte. So suggerierte mir jedenfalls die Himbeeren, die in das Glas gegeben wurde. Wiebke perfektionierte die ganze Geschichte noch ein wenig in dem sie die Himbeeren durch den Strohalm sog. Natürlich sah das ganze aus wie ein Sorbee-Unfall, aber wenn es ihr schmeckt. Ich erfreute mich derweilen an meinem herrlich herben männlichen Getränk. Und mußte zu sehen, wie Inga aus dem Ambiente verschwand und Feierabend machte. Ich hätte jetzt ja meine Scharfschützenfähigkeiten anwenden können und ihr unbemerkt hinterher schleichen können, aber ich stellte fest, das meine Tarnschminke in meiner anderen Jacke ist und ich so viel zu sehr auffallen würde. Außerdem ist es recht schwer mit einigen Bier und Havana Club im Blut einem Auto zu folgen, das mindestens 80 km/h fuhr. Nicht das es mir unmöglich gewesen wäre. Ich hatte nur, sagen wir mal, einfach keine Lust dazu. Dafür gönnte ich mir ein weiteres männliches Getränk. Zwischenzeitlich ist auch der Andre mal vorbei gekommen. Das macht er also wenn er sagt er bleibt heute zu Hause. Er geht mit seinen Arbeitskollegen zum Bowlen, haut sich die Mütze zu, bis nichts mehr rein geht und kehrt auf einen Absacker ins Ambiente ein. Aber wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben. Es waren mehrere Absacker. Wie um mich heraus zu fordern hielt er das Schnapsglas hoch und kippte es in seinen gierigen Schlund. Ich ermahnte mich meinen guten Manieren und kippte meine Mischung hinunter. Er sagt zwar, das er nicht so viel getrunken hat, aber ich weiß ja wie es beim Bowlen ab geht. Nach dem er kurz bei uns am Tisch war ging er wieder zurück zu den Anderen.

Für uns wurde es dann auch Zeit den Aufbruch zu wagen, denn wir wollten den Totentanz in der Werkstatt nicht verpassen. Also riefen wir uns eine Kutsche. Den Vorschlag bei Kais Vater anzurufen fand Kai selber nicht so prickelnd. Also nahmen wir ein Taxi und bereiteten uns auf einen unvergesslichen Abend in der Werkstatt vor. Allerdings schien der wann anders geplant zu sein, denn in der Werkstatt war rein gar nichts los. Nach einer kurzen Rerunde ging es dann aber dennoch an die Theke, wobei der Schnitzel diesmal freie Platzwahl hatte und sich sehr Tanzflächen nah entschied. Kurze Zeit später stand dann auch die Wodka-Flasche auf dem Tresen und die ganze Geschichte ging von vorne los. Kennt jemand den Film, ”Und täglich grüßt das Murmeltier“? Ich komme mir wie in einer Wochenschleife vor. Ich hoffe nur die nächste Woche beschert mir auch drei freie Tage mehr als normal.

Aber alles wehren und strampeln half ja nichts, so ging dann der Wodka langsam aber sicher in unsere Schlünder. Eine Neuerung der Werkstatt ist das Outdoor-Rauchen. Da ja die neuen Nichtraucherschutzgesetzte seit Anfang November ihre volle Wirkung entfaltet haben, sind die Raucher nun nach draußen verbannt worden. Mir war es egal, denn ab und an mal frische Luft zu schnappen ist ja auch nicht verkehrt. Die Flasche nährte sich so langsam aber sich er dem Ende, als sich dann die Tür auf tat und der Oppermann die Werkstatt betrat. Er war mit ein paar Feuerwehrkameraden gerade aus dem MaxM gekommen und war halt noch auf Such nach ein wenig Party. Warum er da dann ausgerechnet in die Werkstatt kommt, ist mir zwar schleierhaft, aber wir hießen ihn Willkommen. Die Werkstatt hat sich ja auch ein wenig gefüllt, aber das richtig viel los war, konnte man wahrlich nicht behaupten. Doch die Falsche Wodka half uns über die ganze Sache einen undurchsichtigen Schleier zu legen.

Aber der hielt auch nicht ewig und drohe nieder zu fallen, als die Flasche Wodka ihren Atem aushauchte, also steigen wir um auf Mixgetränke. Da ich schon vorher meine Leber angefixt hatte mit einer ordentlichen Runde Havana Club bleib ich also bei dem Leibgetränk. Zwischendurch hielt ich eine SMS-Konversation mit Ingo aufrecht, der gerade bei einer Pinkel-Party war. Er konnte aber noch fahren und erkundigte sich nach dem Spaß-Faktor in der Werkstatt. Leider brachte ich es nicht über das Herz ihn zu belügen und tischte ihm die volle Wahrheit auf.

Als Saalstrammster konnte definitiv nach wenigen Minuten aber der Oppermann gekürt werden. Während seine Kameraden schon nach wenigen Minuten die Erbärmlichkeit der Werkstatt erkannten schaute er durch eine Brille, die ihm die beste Party des Jahrhunderts vorgaukelte. Ähnlich unserem Zustand. Man weiß das es nicht besser werden wird, aber trotzdem verweilt man, denn zu Hause kennt man einen ja schon. Und wer weiß was, vielleicht fällt ja hier gleich eine berüchtigte Partytruppe ein und verwandelt den Laden in eine Freibierbude. Aber ich will ja nicht träumen. Der Entschluß wurde schnell gefasst das es hier nicht mehr lange gehen wird. Obwohl zwischenzeitlich ein langer Tiefpass war, hat sich die Besucherzahl doch ein wenig gefangen und es bleib ein harter Kern. Der aber so langsam aber sicher wieder abflaute. So waren dann Schnitzel, Oppermann und ich wieder dem ganz harten Kern zugehörig und verließen mit dem Besen die Werkstatt. Mit kleinen Umwegen ging es dann gen Heimat. Oppermann beteiligte sich sogar am Taxi. Mit ganzen 63 Cent. Nie habe ich ein erbämlicheres Portemonnaie gesehen.
Ein Blick auf meine Uhr verriet mir folgendes. Die Zeiger waren alle am Platz, nichts bewegte sich zu schnell oder zu langsam und ich würde mit ziemlicher Sicherheit in 3 Stunden wieder hellwach sein, dank des Red Bulls, der mittlerweile wohl meinen Darm erreicht hat und seinen grausige Wirkung in meine Blutbahn übergibt. Und mir wurde schlagartig klar, das es viel zu wenig Schlaf war für den Samstag, der ja ein Ritteressen und mit ziemlicher Sicherheit jede Menge Bier. Es war 0448 Uhr.

Es folgt eine ereignislose Nacht und ein Augenaufschlag um ziemliche genau 1000 Uhr. Nach einer kurzen Datenrettung vom Vorabend stellte ich fest, das ich ganze fünf Stunden traumlosen Schlaf hinter mir hatte. Sollte das reichen? Ich denke nicht, aber ich hatte auch keine Gelegenheit noch weiter zu schlafen. Erstens pumpten gefühlte 2 Liter Taurin durch meine Blutbahn und beschleunigten mein Herz in den roten Drehzahlbereich und zweitens sollten Gartenmöbel gerückt werden. Nach getaner Arbeit bleib noch wenig Zeit um zu Essen, zu Duschen und sich für den Tag fertig zu machen. Ich entschied mich mein Breitschwert zu Hause zu lassen und dafür das regendichte Kettenhemd mein Begleiter zu sein. Und das wichtigste war ja die Bilderbox, mit der man gemeine Beweisfotos schießen konnte. Ich befürchte nur, das sie eines Tages kaputt geht, denn die neuen technischen Geräte sind ja nicht so widerstandsfähig, wie die Vorkriegsmodelle. Sie halten bestimmt nur eine bestimmte Anzahl an ekelerregenden Fotos aus. Und die Zahl nimmt von Feier zu Feier zu. Und heute kommen bestimmt eine Menge auf das Konto.

Die Fahrt begann auf dem Parkplatz des Kindergartens. Dort erwartet mich ein Bus. Mich? Ja denn ich war mal wieder der Erste der sich dorthin traute. Später wird wieder behauptet, das ich mal wieder am Meisten Durst gehabt hätte und deswegen der Erste dort gewesen bin. Damit ich ja kein Kaltgetränk verpassen würde. Aber das halte ich für böse Gerüchteverbreitung und bitte jeden der solch eine Verleumdung vernimmt den Verbreiter von meinem guten Charakter zu erzählen und das solche Aussagen nicht stimmen können. Die Abfahrt verzögerte sich naturgemäß, da nie alle pünktlich sind. Der bevorstehende Regen brachte auch noch einige der Bettnässer Mitreisenden dazu über Umwege noch Schirme zu organisieren. Haben die denn keine Regenjacken. Ich kann mir das Theater hinterher wieder vorstellen, da ich vermute das 80% der mitgenommen Schirme das Ende des Tages nicht erleben werden. Außerdem hatte ich einen unglaublichen Durst während der schier endlosen Wartezeit entwickelt und freute mich auf ein kühles Bier. Doch die waren in weiter Ferne in Gerblingerode. Endlich fuhren wir los und luden den Rest der Gemeinschaft ein. Zusammen sollten wir die Orks besiegen und den Ring im Feuerberg, in dessen teuflischen Feuern er geschmiedet wurde, vernichten. Die Gemeinschaft des Rings! Die Gemeinschaft des Vollrausches war komplett. Zur Vorgeschichte. Leiche und Herr von Bödefeld, auch der Gerald genannt, haben diese Geschichte vom Ferrari-Club geschnekt bekommen. Damit die Beiden sich dann aber nicht alleine den Bauch beim Ritteressen voll schlagen oder gar zu viel des guten Bieres tranken um dann diverse Burgfräuleins als Nachtisch zu vernaschen. Schloß sich der Ferrari-Club an, da die ja auch nicht ungern ins Glas spucken. Außerdem suchten sie noch ein paar dorfbekannte Alkoholiker und da stand ich natürlich ganz oben auf der Liste lustige Kumpanen, damit die Runde voll wird und man eine Menge Spaß hat.
So, wir sind in Gerblingerode angekommen und haben mittlerweile auch Bier dazu geladen, welches von mir gleich dankend in Empfang genommen wurde. Schön wenn der Mittag mit Pils anfängt. Ein wenig erinnert mich die ganze Geschichte an Boßeln. Nur der Bollerwagen fehlte. Wir fuhren nach Gerberhausen, um dort die Wanderung zu starten. Eigentlich wollten wir in eine Kneipe einkehren, aber die entschied sich genügend Geld zu haben und öffnete die Türen nicht. Nachdem wir dann alles kurz und klein geschlagen und den Trümmerhaufen angezündet haben Also gingen wir so los und warteten erstmal auf Friede und den Busfahrer. Dummerweise hatte Leiche Schnaps dabei, der schon mal ausgeschenkt wurde. Ein Schlag ins Gesicht wäre wie immer schmeichelhafter gewesen, aber das kann man sich ja nicht aussuchen. So waren wir dann wieder vollständig und traten unsere nie enden wollende Wanderung an. Bis zur nächsten Einkehr ungefähr 2 km weit entfernt. Dort wurden die durstigen Kehlen mit Radeberger benetzt. Nicht gerade mein Lieblingsbier, aber der Durst treibt es rein.

Derart gestärkt ging es den höllischen Aufstieg zur Teufelskanzel hinauf. Es war sehr schweißtreibend, aber lustig. Ich habe den Weg mit Matten, Chicki und Leiche hinter mich gebracht, weil die anderen wohl Ferkelstarter bekommen hatten und wohl im Dauerlauf durch den Wald gelaufen sind. Vielleicht hatten sie auch ganz schlimmen Durchfall oder wurden von einem Keiler verfolgt, aber normal war das trotzdem nicht. Oben erwarteten sie uns dann Bier trinkend, was von mir gar nicht begrüßt wurde, denn es wurde mir keins über gelassen. Also ging ich schmollend erst mal zur Teufelskanzel und genoß die Aussicht, die nebliger nicht hätte sein können. Egal, Leiche kam mit einem Schnaps. Ich wollte nicht und hatte vor weg zu laufen, aber die glitschigen Felsen und das nasse Laub mahnten mich zur Vorsicht. Nachdem dann also ein weiterer Schnaps den Weg in meinem leeren Magen gefunden hat wurde mein Geist plötzlich klar. Ich weiß nicht ob es an der frischen Luft lag oder an dem reinigenden Gefühl, welches des Schnaps in meiner Speiseröhre hinterließ, aber ich fragte mich wo denn eigentlich der Rest der Truppe hin war. Ich hatte nämlich den Friede lange nicht mehr gesehen. Dreist wie sie waren, waren sie einfach in die Gaststube gegangen und haben schon angefangen Bier zu trinken. Ich war empört. Da kehrt man einmal den einschlägig bekannten Trinkern den Rücken und schon hauen sie sich ohne Bescheid zu geben, den Kopf zu. Aber die Bedienung war nicht nur gut aussehend, sondern auch recht fix, was von allen Seiten begrüßt wurde. Weitere zwei Bier später nahte schon wieder der Aufbruch. Dabei hätte ich auch in der Hütte aushalten können und mich langsam aber sicher in das Delirium trinken können. Es hat schon was für sich, wenn man an der frischen Luft unterwegs ist. Der Durst wird immer größer. Aber ein Blick auf meine Uhr ließ ein paar kleine, ganz leise Alarmglocken auf schrillen. Es war erst 1700 Uhr. Eine Funktionsüberprüfung der Uhr brachte keine Fehler zum Vorschein. Es war tatsächlich noch so früh.

Doch da es schon dämmerte trabten wir los. Die Gemeinschaft in zwei Teile gesprengt, da ein Teil nicht schnell genug mit dem Bier fertig wurde. Oder aber noch ein weiteres Pils geordert hat. Diese Fragen liegen im Nebel. Der Abstieg war recht spannend, da die Dämmerung schnell über uns herein brach und der Weg durch den Wald sehr schlecht beleuchtet war. Das hielt uns aber nicht davon ab ordentlichen Nonsens zu labern. Was das Gehen zu einem gar unmöglichen Unterfangen machte. Man probiere mal über unwegsames, rutschiges Gelände zu gehen und dabei aus vollen Halse zu Lachen. Viel Spaß beim Klamotten reinigen. Gott sei Dank hat es mich nicht gerissen und wohl auch keinen anderen. Obwohl manche Ausrutscher recht spektakulär aussahen. Man mußte aber auch seine Schadenfreude zurück halten, da man ja vielleicht der Nächste an der Reihe ist. Aber letztendlich haben wir es geschafft ohne größere Verluste durch Wolf-, Bär- oder Keilerangriffe zu verbuchen. Es ging ja auch bergab und der Magen knurrte lauter als alle Bären zusammen hätten knurren können. Wahrscheinlich hätte die hungrige Meute die Bären vorher gerissen und verspeist. Da sind die feinen Herren Bären schon vorsichtig.

Im Blauen Bock angekommen konnten wir aber nicht sofort zur Tat schreiten, sondern erhielten erstmal die Gelegenheit Bier zu trinken und ein Hausschlachtemuseum zu besichtigen. Und vor allem die selbst geschlachtete Stracke zu probieren. Nur der Anstand hielt einige davon zurück die Wurst zu ergreifen bevor sie überhaupt abgeschnitten wurde. Und dann konnten wir endlich in den Fressaal Speisesaal um mit dem Ritteressen zu beginnen. Das Loch in meinem Magen drohte schon die inneren Organe zu verdauen. Nur die Leber, die war recht sicher.

So zogen wir also in den Rittersaal ein und bekamen erstmal ein Gerstengetränk in die Hand gedrückt. Ich fühlte mich also wie zu Hause. Nur der Geruch nach Badewasser war ein wenig seltsam. Aber das lag daran, das in einer Ecke des Raumes ein paar Spitzlumpis in der Wanne saßen. Fragt mich bitte nicht warum sie das taten. Entweder waren sie so durchgekracht, das sie das freiwillig machten oder aber das waren Gäste, die meinten das gehöre dazu. Egal, der Platz war schnell gefunden, nur den Becher konnte man nirgends abstellen, da er unten spitz zu lief. Wer macht so was? Auf jeden Fall gab es natürlich auch bei uns Spezialisten, die es nicht gebacken bekommen haben. Friede war dann auch der Einzige der sein Becher hinstellen wollte und ihn schön über dem ganzen Tisch verteilte. Das Gelächter war groß. Zu Recht übrigens. Nachdem dann der Tisch wieder halbwegs trocken war nahmen wir Platz und bestellten gleich die Flatrate für alle. 6 € die Stunde und man konnte so viel trinken wie man wollte. Keine Frage, war ich der Erste der hier schrie. Aber man sollte ja die Aktion nicht vor der Durchführung loben.

Die erste Runde ließ einige Zeit auf sich warten. In Voraussicht habe ich erstmal ein kleines Bier bestellt, da ich dachte das es recht fix mit dem Nachschub ging. Machen wir es kurz, die nächste Runde stieg ich dann auf große Bier um, denn so schnell waren die Bedienungen nun nicht gerade. Da nun die Sorge um die Getränke vorüber war war es an der Zeit, das ein wenig feste Nahrung den See aus Bier und Schnaps in meinem Magen vervollständigte. Aber wir mußten erstmal ein paar Reden über uns ergehen lassen. Und dann ging es los.

An den anderen Tischen. Irgendwie müssen wir etwas gemacht haben, was die Bedienung verärgert hat, denn unser Tisch war immer der letzte. Dabei hat der Abend erst angefangen. Den Beginn machte ein Stück Brot gefolgt von einer Suppe. Der Hunger trieb das Stück Brot wohl rein, ohne das einige merkten, das etwas zum Kauen in ihrem Mund war. Die Suppe war dagegen vorzüglich. Als dann der erste Teller drin war kamen die Leckereien. Es gab eine Fischsuppe. Gut, gehört nicht zu meinen Leibspeisen, aber die Garnele im Inneren hab eich probiert. Abschließend lasst sich sagen, das sich Garnelen absolut gar nicht lohnen. Das bisschen Fleisch was da dran ist, lohnt nicht das Tier zu töten. Aber man muß mal alles probiert haben. Die Suppe wurde abgeräumt und wir warteten wieder auf den Hauptgang. Aber wenigstens hatte sich jetzt der Biernachschub kontinuierlich eingestellt. Was aber auch daran lag, das Guido, der mir gegenüber saß, gleich eine neue Runde bestellt hat, als eine Runde gebracht wurde. Eine sehr gute Taktik, die mich so über den ganzen Abend mit Bier versorgt hatte. Auch wenn ich mal hinter dem Trinkplan zurück stand.

Die Rufe nach Fleisch wurden immer lauter und dann kam endlich die Molle. Es gab Wild (esse ich aus Prinzip nicht), Hähnchenkeulen in Honigmarinade, Wachteln, ein Filetstrang in einem ekelerregenden Kräutermantel und ein Stück Fleisch was ich mir nicht merken konnte, aber fantastisch schmeckte. Gemüse und Nudeln gab es wohl auch, aber daran war ich nicht interessiert. So was wird von meinem Essen verspeist. Alle Gerichte waren vorzüglich, jedenfalls die die ich probiert habe. Besonders die Hähnchenkeulen und die Wachteln hatten es mir angetan. So geschah es auch recht schnell, das wir die erste Molle an Fleisch weggeputzt hatten. Das lag jetzt aber nicht alleine an mir. Trotzdem wurde die zweite Molle mit Begeisterung begrüßt.

Während also gegessen wurde steig der Alkoholpegel drastisch an. Es wurde mehrfach angestoßen und vor allem laut rum geschrien. Tutz führte alle an in dem er von Zeit zu Zeit aufstand und lauthals Verhaltensparolen ausgab. Also wurden die Inhalte der Gläser in die Münder entleert und man wurde noch weiter in Richtung Delirium geschoben. Mir war es recht, denn ich hatte den Rest des Abends eh schon abgeschrieben. Nur der Friede, der neben mir saß machte eine recht schlechte Figur. Nach dem Hauptgang wurde sein Kopf ein wenig schwer und sank in stetiger Bewegung in Richtung Tisch. Ich machte mir schon Sorgen und fragte bei der Bedienung nach ob in dem Essen Spuren von Schlafnüssen vorhanden seien. Sie schaute mich fragend an und gab mir ein neues Bier. Friede war also in das Reich der Träume entschlummert und störte sich an nichts mehr. Es könnte daran gelegen haben, das er mit Tobli eine Flasche Rotwein geleert hatte. Aber Tobli war noch einigermaßen fit. Wo also waren die Schlafnüsse versteckt. Da Friedes Kopf nicht gerade dekorativ war wurde er kurzer Hand mit Lorbeerblättern verziert. Ich war heilfroh, das ich meine Kamera dabei hatte.

Nun kam es zu einem Ritterschlag. Chicki ist Champion bei der Formel 1 Truppe geworden und wurde gleich mal zum Ritter geschlagen. Das war aber nicht das besondere, sondern der große Holzeimer, der mit Schwarzbier voll gemacht wurde. Den schaffte er nicht alleine und so wanderte das Ding einmal um die Tafel. Herpes lässt grüßen. Zum Glück bin ich dagegen immun. Leider ließ das Gleichgewichtsgefühl bei einigen schon nach und so kippte Tutz einen Teil des Holzeimers über den Tisch und beschuldigte gleich mal den Björn. Aber ich habe Video-Beweise. Hatte ich mich schon für meine Kamera bedankt? Wie man unschwer feststellen konnte floß der Alkohol in Strömen und als Begleiterscheinung gab es fallende Hemmungen. Manche hatten keine Körperöffnungen unter Kontrolle und die Lautstärke des Gesprächsorgan war auch außer Kontrolle geraten. Das ganze ging dann Hand in Hand mit der fehlenden Hand-Auge-Koordination. Das alles hatte zur Folge, das an unserem Tisch die meisten Gegenstände zu Bruch gegangen sind, es am seltsamsten roch und die Lautstärke mit der Loveparade vergleichbar war. Das am Nebentisch Kinder saßen störte so recht keinen mehr. Aber Spaß gemacht hat es.Die Zeit war rum und wir konnten endlich zur Heimfahrt antreten. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir an, das nun erst die Zeit gekommen war an der man üblicherweise am Samstag Abend durchstartete. Genügend Alkohol hatte ich schon getrunken, womit das Vortrinken wegfallen könnte. Doch was macht man hier in der Walachei. Genau man nimmt den Bus nach Hause und steigt an der Werkstatt aus. Nicht ohne vorher den altbekannten Verdächtigen Bescheid zu geben, das sie doch schnellstens in der Werkstatt vorbei kommen sollten. Zum Glück begleiteten mich Kalle und Tutz, so das ich nicht als Einziger aussah als würde ich total stramm vom Ritteressen kommen. Bevor ich jedoch in die Freuden der Werkstatt kam mußte ich erstmal meine Haushaltskasse befüllen. Irgendwie kommt mir der Weg zur Sparkasse sonst nicht so weit vor.

Wieder zurück fand ich die zwei Bagaluden gleich an der Theke und durfte auch gleich die nächste Runde geben. Fand ich natürlich Klasse und bestellte Havana. Ob es ihnen schmeckte oder nicht war mir recht egal. Um ehrlich zu sein, hätten wir nur noch Mineralwasser trinken dürfen und wären trotzdem noch als Strammste aus der Werkstatt gegangen, aber wie es nun mal so ist, kriegt man den Hals ja nicht voll. Bier hätte ich jedoch nicht mehr trinken können. Aber es gab ja Mixgetränke. Da jeder mal dran war mit Bestellen kam eine lustige Mischung zusammen.

Ich habe den Zeitpunkt nicht mehr richtig mitbekommen, aber plötzlich waren Porno, Schnitzel und Tobi da. Die bestellten natürlich erstmal Tabletts. Wenn wir das vorher gewusst hätten. So entdeckten wir recht spät den Vorteil des Tablett-Trinkens und schlossen uns den Dreien an.
Leider hatte Tutz Jemand seine Flatulenzen nicht so ganz unter Kontrolle und ließ den Darmwinden freien Lauf. Da Kalle und ich schon recht abgehärtet vom Ritteressen und von der Busfahrt waren, störte uns das nicht sonderlich. Aber der Rest der Gäste schaute ein wenig sparsam aus der Wäsche. Bei Tutz war der Gang eh nicht mehr so sicher, aber wir hatten recht gute Gesprächsthemen. Im Großen und Ganzen war der Abend von den Unterhaltungen recht nett. Aber die passen nicht hier her, da ich das Lallen nicht so ganz nachgeahmt bekomme.
Sehr große Sorgen mache ich mir um Porno. Er verließ die Werkstatt schon sehr früh, mit den Worten das er keinen Bock mehr hatte. Ich muß wohl mal ein ernstes Wörtchen mit Hüfte sprechen. Nicht das sie den armen Jungen in den Keller einsperrt und er nur einen weichen Brei aus Kartoffeln zu essen bekommt. Wenn er kein Fleisch bekommt wird er zur tickenden Zeitbombe. Zum Glück hielt aber der Rest noch ein ganzes Weilchen aus.

Nachdem dann Tutz auch meinte es wäre jetzt für ihn an der Zeit zu gehen, blieben wir noch ein wenig da. Oder auch nicht, denn ehe ich mich versah stand ein alter Bekannter nicht weit von mir entfernt. Der Akki hatte den Weg in die Werkstatt gefunden und er hatte sogar die gleiche Jacke wie ich an. Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man behaupten können wir würden wie zwei hässliche Alkoholschwuchteln aus, die sich die gleichen Klamotten kaufen. Machen wir natürlich nicht, wir sind nur beide Ausbilder bei der Feuerwehr. Mit Akki wurden dann noch ein paar weitere Gehirnzellen vernichtet. Unglaublich was dieser Mensch an Scheiße labern kann. Man könnte fast annehmen es sei mein Gegenpart. Aber um die männlichen Beziehungsgerüchte hier nicht noch weiter anzuschüren, wechsele ich einfach das Thema.

So langsam ging uns auch die Luft aus und wir begaben uns auf den Heimweg. Tobi und ich gaben unser Bestes um den Aufbruch so weit wie möglich nach hinten zu schieben, aber irgendwann kam Schnitzel auf den Trichter und verlangte den sofortigen Aufbruch. Schade, der Getränke-bestellen-während-Schnitzel-auf-dem-Klo-ist-Trick funktioniert halt nur 10 Mal, dann schöpft er Verdacht. Aber wer weiß wozu es gut war. Obwohl ich kurz vor unserem Aufbruch wieder dabei war mich zu verleiben. Nicht in das Tablett Havana Cola, sondern in eine junge Dame, die des öfteren bei uns vorbei ging und deren Blick ich beim nachgeiern mit Sabberfaden aus dem Mund hinter her gucken auffing. Da ich aber wie ein Ritteressen aussah und bestimmt einen Mundgeruch wie zwei Ritteressen mit Kräuterschnaps hatte, ließ ich sämtliche Annäherungsversuche sein. Nicht das ich so was gemacht hätte, wenn ich stocknüchtern und gerade vom Zähne putzen gekommen wäre, aber wenn man sich eine Entschuldigung einredet, dann fällt einem das Versagen nicht mehr so schwer. Das Schicksal meinte mich an dem Abend noch so richtig zu foltern. Denn als wir draußen auf ein Taxi warteten, kam gerade diese junge Dame auch raus und bleib kurz stehen um mich an zulächeln. Vielleicht hat sie sich auch über den Farbwechsel der Lichtanlage der Werkstatt gefreut, das kann ich nicht mehr sagen, aber jedenfalls ging sie mit einem freundlichen Gesicht zu ihrem Auto. Wir hingegen steigen in unser Taxi ein und sagen aus wie durch die Mangel gedreht. Ich versteh gar nicht warum?
Dieses Wochenende muß schlimmer als sonst gewesen sein. Nicht das es mir irgendwie schlecht ging, jedenfalls nicht schlechter als die übrigen Sonntage des Jahres. Aber die Mannschaftskollegen beim Fußball sagten zu mir, das ich aussah als wäre ich gerade aus dem Bett gestiegen und gestern gesoffen hätte. Verdammt ich verliere die Fähigkeit mir das Saufen nicht anmerken zu lassen. Ich sollte wieder mehr trainieren!


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