Das Feuerwehr-Wochenende

Am Freitag stand das jährliche Seniorentreffen der Feuerwehr an. Wie jedes Jahr sollt eich in der Küche zur Hilfe sein. Ein eher ungewohnter Platz für mich, da ich sonst eigentlich nur meine Dienste an oder vor der Theke anbiete. Aber in der Küche ist ein hervorragender Platz, da man dort ungestört ist und von den netten Damen imme rmit ausreichend Bier versorgt wird. Einmal aus eigenem Antrieb und dann wieder weil immer genügend bestellt wird. Aber erstmal sollte das Treffen los gehen. Mir war vor Beginn schon klar, das dieser Abend wieder einmal ein recht alkoholisches Ende nehmen wird. Besser gesagt als Endziel dieser langen Reise war die Werkstatt schon gesetzt.

Ich begab mich also gegen 1745 Uhr zur Mehrzweckhalle. Eigentlich sollte das Treffen schon um 1730 Uhr oder noch früher sein, aber ich hatte früher noch keinen Bock ich pimmelte noch ein wenig herum gewisse Umstände hielten mich zurück und so konnte ich erst recht spät meinen Weg angehen. Doch ich sollte immer noch pünktlich eintreffen. Offizieller Beginn war ja eh um 1800 Uhr und bis dahin wäre ich locker in der Mehrzweckhalle. Nachdem ich dann meine Schuldigkeit getan hatte und alle begrüßt habe, die schon da waren ging ich dann auf direktem Wege in die Küche und dort erwartete mich schon ein leckeres Bier. Und Holger und Diddi. So gefällt das und ich wäre froh wenn alle Freitag Abende so beginnen würden. Wir gehören sogar zu den gern gesehen guten Geister der Küche die von den hohen Herren auch mal persönlich in der Küche begrüßt werden. Ich vermute aber eher, das sie gucken wollten, ob wir hier nicht heimlich bessere Sachen gebunkert haben oder ob wir vielleicht schon vollstramm waren. Waren wir aber nicht, aber auf dem besten Wege dahin, da der Bierstrom nicht abzureissen schien. Die netten jungen Damen, die in der Halle als Bedienung eingesetzt wurden haben immer an uns gedacht und immer recht zeitnah die Ersatzgetränke bereit gestellt. Es machte den Anschein, als sei der Abend perfekt durchgeplant. Das macht mir ja immer ein wenig Angst, denn der Teufel steckt ja meistens im Detail. Während wir uns also den kühlen Gerstensaft die Schlünder runter schütteten sorgte Diddi dafür, daß das Brot auf die Tische kam. Wir wollten ja eigentlich mit helfen, aber irgendetwas hielt und zurück. Es könnte daran liegen, das sowohl Holger als auch ich jeder zwei Bier vor sich stehen hatten. Aber wir ließen uns nicht beirren und feuerten Diddi kräftig an.

Irgendwann stieß dann auch der Philip zu uns, der vorher in der Halle die Leute willkommen hieß und festhielt wie viele von jeder Wehr anwesend waren. Zum Glück brachte er Bier mit und passte sich so ohne Probleme der Gruppendynamik an. Diddi hat mittlerweile sämtliche Brotteller verteilt und gesellte sich zu uns und brachte Bier mit. Wir kamen kaum noch mit dem Trinken hinter her, aber wir gaben unser Bestes und bewahrten ein Großteil der Biere vor dem Abstehen. Der Vorstand hielt mittlerweile die Reden und die Senioren scharrten mit dem Besteck. Leider waren wir wohl bei unseren Erzählungen ein wenig laut in der Küche, so daß Philip uns erstmal zurecht weisen mußte. Wir hätten auch unsere Geschichten auf der Bühne zum Besten geben können, denn so laut war das alles. Wir versuchten ein wenig leiser zu sein und schafften es gerade so. Aber nur weil genügend Bier vorhanden war. Während also die Reden zur Vollendung gebracht wurden waren wir dazu verdammt in der Küche zu sitzen und Bier zu trinken. Ein hartes Los, ich weiß, aber jemand muß es tun und ich bin froh, das wir eine so gute Truppe sind. Das Essen begann und innerlich bereiteten wir uns schon auf den härtesten Teil des Abends vor. Das Abräumen der Tische. Schließlich sind wir ja nicht umsonst da, sondern sollten auch ein wenig was tun. Wenn wir nur hätten Bier trinken wollen, hätten wir uns auch ins Feuerwehrhaus zurück ziehen können und da dem Land des vergessen Schritt für Schritt näher kommen können. Unsere Vorbereitung bestand hauptsächlich daraus noch etwas mehr Bier zu trinken. Schließlich sollte die Hemmschwelle herunter gesetzt werden, so daß man sich auch traut ein paar Teller mehr mitzunehmen. ”Was? Nur 8 Teller? Da muß ich ja drei Mal laufen. Stell die anderen 30 Stück auch noch drauf. Scheiß auf das Besteck!“ Und der Startschuß fiel. Es war wirklich Streß. Zumal es gar kein Ende nehmen wollte. Teller konnte man prima übereinander stapeln, aber was ist mit den Wurstplatten, die nur halb leer waren. Da konnte man nicht einfach irgendwas drauf stellen, schließlich konnte man das alles noch essen. Da half dann nur Kilometer abzureißen. Dank der geballten Manpower haben wir aber auch das bewältigt. Wobei mir aufgefallen ist, das unser feiner Herr Ortsbrandmeister sich immer die leichten Aufgaben heraus gesucht hat. Sollte er das mit Absicht gemacht habe? Ich hoffe nicht.

Während der ganzen Lauferei ist natürlich das Trinken ein wenig zu kurz gekommen, aber dafür haben wir ja im Vorfeld schon ganz gut los gelegt, so daß der Flüssigkeitshaushalt über diese lange Durststrecke ausgeglichen war. Nachdem nun alles abgeräumt war ging die Arbeit los, die hinterher wieder keiner sieht. Das Abwaschen. Im Epizentrum der Feier gingen nun die Feuerwehrsenioren dazu über sich ordentlich die Hucke zu zu knallen. Sollen sie man auch machen. Schließlich haben sie sich einiges zu erzählen und kommen nicht mehr so oft am Wochenende weg, wie andere nicht näher genannten Personen , die zu allem Überfluß ihre Ergüsse im Internet veröffentlichen. Aber der Vorteil vom Abwasch ist, das die Geschirrspülmaschine einen Großteil der Arbeit übernahm und vor allem, das man dabei Bier trinken konnte. Schließlich mußte der erreichte Pegel gehalten werden. Die mühsam aufgezogenen Mauer durfte nicht zum Einstürzen gebracht werden. Aber auch das Abwaschen geht vorbei und es kam die Zeit, die laut Holger am Schönsten ist. Das Herumsitzen in der Küche bei gedämmten Licht und den geistigen Ergüssen der jeweils Anderen zu lauschen. Natürlich durfte hier das Bier trinken nicht zu kurz kommen. Dummerweise gingen im Saal schon die ersten Schnapsrunden über den Tresen. Marina dachte es wäre eine gute Idee den Leuten in der Küche auch mal etwas Gutes zukommen zu lassen. Nun sitzt man in der Zwickmühle, ein Nein wird in dieser Runde nicht ernst genommen und ich ergab mich dem Bismarck. Und hoffte es würde bei der einen Runde bleiben. Leider falsch gedacht.

So saßen wir also zeitweise rum und gaben Geschichten zum besten die nicht aufgeschrieben dürfen. Denn soviel Nonsens würde mit ziemlicher Sicherheit den Server des Logbuchs zum Abstürzen bringen. Und ein wenig will ich dort noch bleiben. Bis dann die Spülmaschine die letzte Spülung vollbracht hat und es Zeit wurde das die Mehrzweckhalle wieder in ihren Ur-Zustand gebracht wird. Die Senioren sind nach und nach wieder nach Hause gefahren. Länger als Mitternacht geht diese Veranstaltung eh nicht. Klar, bleibt immer ein harter Kern, aber der kann auch noch sitzen bleiben, während wir die Tische schon wieder auf die Bühne bringen. Und man kann auch noch ein wenig an der Theke stehen und dort noch ein das eine oder andere Bier trinken. Dummerweise sitzt zu dieser späten Stunde die Schnapsflasche immer recht locker im Holster und so wurden ein paar weitere Bismarck auf die Liste gestellt. Um es mit anderen Worten auszudrücken wir bereiteten uns auf das Finale in der Werkstatt vor. In der vergangenen Woche habe ich ein wenig Vergangenheitsbewältigung betrieben und mir spontan mal den Eintrag vom letzten Seniorentreffen angetan. Das ist auch sehr hart in der Werkstatt geendet und was eigentlich noch viel Schlimmer war, war das damals noch Conny aus der Werkstatt sehr aktuell war. Nur mal um eine kleine Anmerkung fallen zu lassen.

Die letzten Tische waren verstaut und wir konnten eigentlich los. Doch aus unser einstmals schlagkräftigen Truppe sind leider nur noch Schnitzel und ich übrig geblieben. Denn die anderen Mitstreiter haben feige den Schwanz eingezogen. Entweder hatten sie keine Lust oder aber es wurde noch ein Alternativ-Programm mit weiblicher Begleitung in Angriff genommen. Die Lanz Bulldog Falle hat also wieder zugeschlagen und ist nach wie vor wirksam. Jemand sollte endlich mal ein Gegenmittel dagegen entwickeln. Selbst in kleiner Abstecher in den Jugendraum, der ja nur einen Steinwurf von der Mehrzweckhalle entfernt ist brachte keine weiteren Mitfahrer. Nur einen Porno der mit kurzer Hose dort herum saß. Natürlich waren auch noch andere Personen anwesend, aber dieses Bild hat sich leider in meine Großhirnrinde eingebrannt. Ich frage mich allerdings immer noch, warum er mit kurzer Hose herum läuft. Um 0100 Uhr Ende Oktober. Leichte Zweifel an Pornos Geisteszustand überfluteten mein Hirn. Nach diesem Anblick konnte es eigentlich gar nicht mehr schlimmer kommen und Schnitzel und ich bestiegen die Kutsche zur Werkstatt allein. Dort angekommen erhoffte ich mir nichts außergewöhnliches, denn schließlich waren wir auf dem Weg in die Werkstatt. Tür auf und der Griff zum Portemonnaie kam automatisch. Doch was sollten meine Augen dort sehen. Bei der Kasse stand niemand anderes als Conny. Die Geister meiner Vergangenheit holten mich wieder ein. War ich aus Versehen in eine Zeitmaschine gestiegen und um ein Jahr zurück gereist? Sollte ich eine zweite Chance bekommen und sie wieder versieben, wie es mein natürliches Talent ist? Ich war verwirrt und brachte ein Hallo zustande. Immer noch besser als sich umzudrehen und schreiend weg zu laufen. Sie lächelte und grüßte zurück. Für sie war es mit Sicherheit der gewohnte Anblick, denn ich sah aus wie immer. Nämlich nach mehreren Bier und ein paar Korn, mit einem Blick in den Augen, der mehr verlangte. Sie sah hübsch wie immer aus und ihre Augen sagten mir, das sie nicht irgendwie sauer auf mich ist. Interessiert sah sie aber auch nicht gerade aus. Also entlöhnte ich den Wegezoll an der Kasse und setzte meinen Weg fort, der uns direkt an die Theke führte. Ich nahm mir fest vor, mich nicht umzudrehen, aber das Fleisch war schwach. Und somit trafen sich unsere Blicke erneut und hielten kurz fest. Ich weiß nicht was ich mir dachte, aber zwei Herzen schlugen in meiner Brust. Das eine wollte nicht, das sie noch hinterher kommt, da ich mich auf übelste Art und Weise betrinken wollte. Und das andere wollte das sie hinterher kommt und wir uns vielleicht zufällig an der Theke treffen. Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen sei hier erwähnt, das Conny nicht mehr mit mir die Versöhnung an der Theke feierte. Sie war wohl gerade beim Aufbruch, was ich durchaus verstehen konnte bei den Menschenmassen in der Werkstatt.

Unser Weg führte uns eine halbe Runde um die Theke und ließ mich dann aus einem Reflex heraus eine Flasche Wodka bestellen. Dummerweise waren wir ja nur zu Zweit und hatten so also den Rest Abends in vorgefertigte Bahnen gelenkt. Man braucht auch ein wenig Routine. Nachdem dann die ersten Mischungen konsumiert wurden, stellte Schnitzel fest, das die Flasche vielleicht doch ein wenig zu viel für uns war. Was hörte ich da aus seinem Mund? Ich glaube aber, das die Zweifel schnell wieder verschwanden. Irgendwann kam dann noch Florian, ein alter Schulkamerad hin zu und trank ein Glas mit uns. Und gab uns Einblicke in das Leben eines LKW-Fahrers. Ansonsten sind nicht wirklich bahnbrechende Dinge in der Werkstatt geschehen. Ich nutze allerdings die Gelegenheit und erkundigte mich bei der Bedienung ob ich denn noch etwaige Entschuldigungen bei ihr loswerden müßte, wegen der letzten Woche. Aber sie verneinte und meinte, das wir ja gar nicht so schlimm waren. Außerdem waren wir ja beim Betteln um ein weiteres letztes Getränk noch ganz charmant gewesen und hätten nicht das Pöbeln angefangen. Was anderes hätte ich auch gar nicht erwartet, ich wollte es mir noch mal bestätigt haben, da einige Datenspuren vom vergangenen Samstag gelöscht wurden. Nachdem dann also die Flasche geleert wurde setzten Schnitzel und ich zum Heimweg an. Hier sei aber gesagt, das wir nun Beide ordentlich getankt hatten. Ich habe zwar keinen Filmriß, aber bei Schnitzel schien es etwas schlimmer gewesen zu sein. Jedenfalls bestätigte er mir das mit einigen SMS am folgenden Tag.
Der Samstag fing recht stressig. Ich war müde und mußte aufstehen. Denn die Autos, mit denen wir am Sonntag die Fahrt nach Bergen zur Leistungsspangenabnahme antreten wollten, mußten von der Stadt geholt werden. Nachdem ich mein Äußeres ungefähr so hin bekommen habe, das man mich erkennen konnte war der Patrick S. auch schon da. Dummerweise machte die Stadt erst um 1000 Uhr auf und wir waren eine gute Stunde zu früh. Na toll, also ging es wieder nach Hause und ich weinte ein wenig um die verlorenen Stunde. Beim zweiten Versuch klappte aber alles Problemlos. Aber ich bekam einen Opel Astra. Nun gibt es die unzensierte Meinung. Ich will hier nichts beschönigen, aber der Opel Astra ist ein Scheiß-Auto. Mein Beileid an alle Astra-Fahrer. Und damit sollte ich dann also nach Bergen eiern, mit einer Horde Jugendlicher an Bord. Mein Vorfreude läßt sich nicht in Worte fassen. Ich will es gar nicht erst probieren. Den Rest des Tages verbrachte ich damit die Felkls zu besuchen (alle Beide) und mit TV gucken. Es wäre besser gewesen hätte ich mich nochmals zur Ruhe gelegt, aber so was kriege ich meistens nicht hin.

Abends ging es dann zu Dr. Dieck, der feierte Wohnungseinweihung. Da ich ja noch ein weiteres Auto Astra zur Verfügung hatte, konnte ich selber zum Doktor fahren und dann mein Auto dort stehen lassen. Auf dem Weg in die Stadt machte ich mir nochmal ein paar Punkte klar, die ich mir vorgenommen hatte. Da mein Sonntag komplett von der Feuerwehr bestimmt wird und ich noch am frühen Morgen Auto fahren mußte nahm ich mir also vor, nicht so viel zu trinken. Ein paar Bierchen und auf keinen Fall sollte der Schnaps in die Nähe meines Mundes kommen. Da ich wusste welche Leute alles bei der Party waren, war mir klar, das es ein harter Kampf werden würde. Aber Niemand hat behauptet, das es leicht werden würde. Da man nie ohne etwas in der Hand zu einer Party kommen sollte und schon gar nicht wenn es sich um eine Wohnungseinweihungsparty handelte, entschloss ich mich eine dekorative Flasche Havana Club mit zu nehmen. Als ich auf dem Weg in die Stadt war fiel mir auf, das ich mir damit eine der größten Fallen gestellt hatte. Was mache ich nur, falls Jemand dort ist der gerne Havana trinkt und der Duft mich mal wieder verführt. Habe ich erwähnt, das Fabian und Jenny mit ziemlicher Sicherheit da sein werden? Ich mußte einfach stark bleiben und durfte mich nicht ablenken lassen. Mittlerweile war ich angekommen und klingelte. Und schon trat das erste Problem auf. Die Klingel war an der Briefkastenleiste angebracht, inklusive Sprechanlage. Problem war dann, das die Tür noch ungefähr 8 Meter weg war. Sollte nun Jemand die Parole über Sprechanlage fordern und mich dann einlassen wollen, müßte ich mich recht schnell die 8 Meter zur Tür bewegen. Ich hätte meinen Arsch darauf verwetten können, das die Zeit die die Verriegelung frei ist zu kurz ist. Also begab ich mich auf halben Wege zur Tür. Quasi wie ein Batter beim Baseball, der auf halben Wege zum 2. Mal ist. Die Spannung stieg. Die Tür entriegelte ohne Parolenforderungen und ich flitzte zur Tür. Geschafft! Die erste Hürde ist genommen.

In der Wohnung angekommen mußte ich erstmal die immensen Raum von der Wohnung begutachten. Respekt, da hat der Doktor aber eine Menge Platz. Aber die Wohnung gefällt echt. Sie ist im ersten Stock und das Treppen Haus war auch sehr geräumig. Was soviel bedeutet,. Das man beim Möbelschleppen keine großen Probleme hat. Ist ja immer sehr wichtig, da ich nichts mehr hasse, als wenn man verwinkelte Treppenhäuser hat. Der Architekt ist mit ziemlicher Sicherheit noch nie umgezogen. Aber hier wurde mit gedacht. Nachdem ich dann die Leute im Wohnzimmer begrüßt habe führte mich mein Weg auf direktem Wege in die Küche. Da ich dort das Bier vermutete. Allerdings sollte mich mein Instinkt trügen, da der Doktor auf Nachfragen mitteilte, das Bier auf dem Balkon gebunkert wurde. Balkon? Da habe ich doch tatsächlich ein wichtiges Bauelement übersehen , da ich so heiß auf ein Bier war. Also führte mich mein Weg auf den Balkon, wo sich dann tatsächlich ein paar Mutige zum Rauchen hingetraut hatten. Das Wetter hatte mittlerweile mächtig angezogen und von einer Klimakatastrophe konnte man nichts mehr spüren. Also ging die Begrüßungsphase weiter, doch hatte ein gutes Ende, da ich schnell die Bierkisten entdeckte und gleich für die ganze Baggage in der Küche Nachschub mit brachte. Ich wurde auch gleich wieder von Jenny aufgezogen, die fragte ob ich denn wieder dem Havana verfallen würde. Kurz vorher hatte ich mitgeteilt, das ich heute nicht viel trinken werde. An das Gelächter habe ich mich ja schon gewöhnt. Aber mir wurde schon bestätigt, das mein Vorhaben einen harten Willen benötigte. Ich meine auch in der Stimme ein leichtes Zweifeln mitschwingen gehört zu haben. Aber ich wollte es allen zeigen.

Zurück in der Küche gab es dann endlich das leckere Bier und eine Menge an Geschichten die man zum Besten geben konnte. An die feste Nahrung traute ich mich nicht so recht ran, da ich zu Hause schon versucht habe etwas zu essen, was aber eher mäßig geklappt hat. Soll bedeuten, das der Vorabend noch ein wenig auf die Verdauung gedrückt hat. Allerdings sahen die Brezeln recht lecker aus. Und als Manuel dann noch erwähnte, das die Gorgonzola-Creme ein Gedicht war überlegte ich mir die ganze Geschichte noch einmal. Aber zunächst mußte der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen werden. Zum Glück gab es Becks, damit war die Entscheidung beim Bier zu bleiben recht gut und ich konnte standhafter bleiben. Nichts ist schlimmer, als wenn man so einen Vorsatz wie ich gefasst hat und dann bekommt man ein Bier vorgesetzt, von welchem man weiß, das man am nächsten Tag mit wunderbaren Kopfschmerzen gesegnet wird. Aber bei Becks hatte ich da absolut gar keine Bedenken. Nachdem dann einige Geschichten ausgetauscht wurden und ich mich recht gut am Becks gehalten hatte wagte ich mich dann doch einmal an die Gorgonzola-Creme und sie war ein Gedicht. Man riecht zwar hinterher als sei man in ein Käsefaß gefallen, aber da an dem Abend eh nichts mehr laufen würde war es egal. Wie man am nächsten Morgen roch war eigentlich auch egal, da ich imAuto eh nur die Jugendlichen mitnahm und wenn die sich beschweren ist das nicht so schlimm. Sie können ja auch zu Fuß gehen.

Dann kam der Moment, den ich schon gefürchtet hatte. Aus irgendeiner Ecke vernahm ich die Forderung nach Schnaps. Und wie durch Zauberei erschien plötzlich eine Flasche eisgekühlter Kotzo. Ich reif mir nochmals meine Vorsätze in den Kopf und sagte entscheiden ”Nein!“. Die ersten Blicke waren zwar sehr verwirrt, aber die Flasche ging an mir vorüber. Das wäre geschafft. Für’s erste. Vom Havana ging vorerst auch keine Gefahr aus, da er in einem Kühlfach verschwunden war. Fabian trank zunächst Osbourne. Es lief also alles nach Plan. Um mich abzulenken trank ich noch ein paar Pilschen mehr. Es folgte nicht lange nach der ersten Runde die zweite Runde Kotzo und wieder bleib ich standhaft. Das sollte aber kein weiteres Mal passieren. Ich weiß nicht ob es mein fehlender Wille war oder ob einfach ignoriert wurde, das ich keinen Kotzo wollte. Mir wurde das Glasa einfach in die Hand gedrückt. Was soll man da machen. Ich machte nicht viel Aufsehen und kippte das Glas rein. Es schmeckte nicht besonders gut, aber etwas in mir schrie nach mehr. Doch ich prügelte das kleine, feine Stimmchen nieder ignorierte es einfach. Es fiel nun natürlich noch schwerer die kommenden Runden abzuwehren, da man ja nun schon einen Schnaps getrunken hat und um ehrlich zu sein, hat es auch nicht mehr geklappt. Es folgten also noch zwei weitere Kotzos. Ich hoffte die würden mich nicht aus der Bahn werfen und machte einen kleinen Rundum-Check. Alles schien wohlauf, nur die Leber war ein wenig eingeschnappt, als sie das Memo für den Abend gelesen hat, das es keinerlei harten Alkohol geben würde. Das Leben ist schon hart.

Die Gespräche drehten sich nun um Schnäpse und Filme. Es wurde zitiert und alte Geschichten wieder nach vorne geholt. Es wurde viel gelacht und viel Bier getrunken. Mittlerweile sind die handlichen 0,33 l Flaschen ausgegangen und ich heilt mich an einer 0,5 l Flasche Becks fest. Da sieht man dich wenigstens wieder richtig wie ein Trinker aus. Helena erzählte ein wenig vom Langen, der ja zur Zeit mit Schöttler zusammen in Fernost weilt. Da ich auch an den blog der Beiden angeschlossen bin kenne ich ein paar Geschichten schon. Auf jeden Fall vermisst sie ihn schon sehr. Aber sie muß sich da wohl noch 8 Wochen gedulden, bis der Lange wieder im Lande ist. An dieser Stelle einen schönen Gruß an die Beiden. Und denkt dran nicht alles was nach Huhn schmeckt muß auch Huhn gewesen sein!

Während ich so den Geschichten lauschte fand im Inneren meines Körpers eine geheime Abstimmung ohne mich statt. Es wurde beschlossen, das entgegen meines Kommandos das Memo ignoriert wird und versucht werden soll auf Havana Club umzusteigen. Thalau hat bereits die Flasche geöffnet und der Geruch wurde bereits von meinem Geruchssinn aufgenommen und bestätigt. Der Geschmackssinn rebellierte und die Leber freute sich und stachelte die Meuterei kräftig an. So spielte auch noch der Zufall der ganzen Meute in die Hände, als der Doktor zu Bedenken gab, das nur noch ein paar 0,5 l Flaschen Becks über sind. Mein Mund machte sich selbstständig und sagte das ich eh bald umsteigen würde. Genauer, nach diesem Bier. Soso, da wollte ich aber noch ein Wörtchen mitreden. Was aber nicht geklappt hat, denn mir wurde schon eine Mischung gereicht. Und nun? Ich stellte mich der Meuterei und handelte ein Abkommen aus. Die Mischungen sollten sehr sacht sein. Als ich dann mit dem Mixgetränk gesehen wurde gab es wieder ungläubige Augen, denn ich wollte ja am nächsten Morgen Auto fahren. Ich versicherte aber, das ich nur ein paar trinken würde und nur sachte Mischungen durch mein hartes Auswahlverfahren kommen würden. Da war ich dann aber eisern und hielt mich an den gesetzten Kurs.

In dieser Nacht fand auch die Umstellung der Uhr statt und ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, das ich diese wieder mitbekommen sollte. Aber irgendwie befand sich die Party schon vor dem Zeitsprung so leicht am Auflösen. Skandal, was war los. Ein harter Kern bleib aber weiterhin vorhanden. Aber es sollte nicht mehr lange gehen. Als dann ein paar weitere Mischungen den Weg in meinen Magen gefunden haben brach auch der harte Kern auf. Florian und Anja nahmen mich mit nach Westerode und ich nutzte die kalte Nachtluft um ein wenig nüchterner zu werden. Klappte zwar absolut gar nicht, aber so stramm war ich ja auch nicht. Was auch ganz gut war, denn eins stand fest, der Wecker klingelte um 0555 Uhr. Zu Hause stellte ich noch die wichtigsten Uhren um, da der Zeitsprung mittlerweile statt gefunden hat.

Und trotzdem schaffte ich es das mein Handy eine Stunde zu früh klingelte. Kennt man ja von Murphy. Aber so konnte ich noch eine weiter Stunde dösen. Als dann die korrekte Zeit erreicht wurde fiel ich aus dem Bett und bleib dort jammernd noch ein wenig liegen sprang ich wie ein junges Reh aus dem Bett und war voller Tatendrang, den ich gleich in Duschen und Anziehen meiner Feuerwehruniform umwandelte. Jaha, denn es ging zur Leistungsspange und da hat man chic zu sein. Nach dem Vorbereiten des Frühstücks und dem Füttern der Katzen ging es dann mit dem Astra zum Feuerwehrhaus. Wo wir dann erstmal auf Kim warten mußten. Während der Wartezeit mußte ich beschämend feststellen, das ich das beschissenste Auto abbekommen habe. Aber ich habe mich ja über den Opel schon ausgelassen.

Wie sich heraus stellte hatte Kim verschlafen. So sagte jedenfalls, mir kam es eher vor, als hätte er am Vorabend gesoffen und hatte absichtlich den Wecker überhört. Er beteuerte zwar nichts getrunken zu haben und früh zu Hause gewesen zu sein, aber ich kenne meine Pappenheimer. In Hilkerode angekommen mußte er dann auch schon seinen Mageninhalt der Natur anvertrauen. War ja klar. Hauptsache er bröckelt nicht ins Auto. Hat er auch nicht, denn kurz hinter Osterode durften wir erneut anhalten. Die Zeit nutzte ich um die Daten des Astras nach zu gucken, da die Fahrweise genau meinen Erwartungen entsprach. Ich traute meinen Augen nicht. Der Fahrzeugschein wies aus, das der Astra genau 1199 ccm Hubraum hatte. Das macht 55 KW, also 75 PS. Hallo, wie kann man denn ein Auto mit 1,2 l Hubraum bauen. Kein Wunder das der Zweite Gang so gut wie gar nicht zieht. Hiermit wurde mir bewiesen, das der Rüsselsheimer ein Mist-Auto ist. Welcher Ingenieur ist denn für ein 1,2 l Auto verantwortlich? Ich bin ja auch für das 3,0 l Auto. Denn 3,0 l Hubraum sind vollkommen ausreichend. Ich jedenfalls durfte nun den Weg nach Bergen mit 75 PS weiter fortsetzen. Meine Begeisterung erreichte neue Höhen.

Bergen war recht leicht zu finden dank meines ausgeprägten Orientierungssinnes dank dem Navi von Hecke und die Leistungsspange wurde dann ohne Probleme abgelegt. Noch nie hatte ich bei einer Gruppe weniger Bauchschmerzen als bei dieser. Wir erreichten sogar fast Höchstpunktzahl. In Bergen ist ja immer der Wiederholtermin, für die Gruppen, die beim ersten Mal durchgefallen sind. Aber wir sind ja nicht durchgefallen, sondern konnten nicht antreten. Das alles hat mich dann weitere drei Wochen an Nerven gekostet und eine nette Fahrt nach Bergen, mit einem untermotorisierten Fahrzeug. Aber es hatten ja alle geschafft und das war die Mühe wert. Man macht zwar immer ein wenig Theater, wenn man sich so viel Zeit ans Bein bindet, aber um ehrlich zu sein, sind gerade solche Momente, wenn die Jugendlichen die Leistungsspange bekommen und stolz zurück kommen, das Salz in der Suppe.

Dir Rückfahrt verlief recht problemlos und ich war froh, das ich endlich wieder zu Hause war und die Uniform ausziehen konnte. Irgendwie ist sie seit letztem Mal eingelaufen. Seltsam wie solche Dinge passieren!

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