ZHG

Diese Wochenende könnte in sehr kurzen satzähnlichen Gebilden beschrieben werden. Freitag – Sportplatz – Bier – ZHG-Party – gefühlt 1000 hübsche Frauen gesehen – stramm – mit Morchel umziehen – Felkls Geburtstag – Bier – Werkstatt – stramm. Aber das will ja keiner. Außerdem muß ich ja meine Quote von mindestens fünf Seiten erfüllen. Sagt mein Werbepartner, der euch immer mit den ganzen Spam-mails voll bombt. Nein, war nur ein Scherz. Wenn wir ehrlich sind, sind solche kurz abgefassten Beiträge ja auch viel zu langweilig und spiegeln gar nicht das erlebte wieder. Auf geht’s!

Der Freitag startete recht normal. Eigentlich fing die Vorfreude für den Freitag schon am Montag an, denn da schickte der gute Ingo eine mail über den Äther in dem er ankündigte, das er am kommenden Freitag seine O-Phase begehen würde, passenderweise ist auch zeitgleich O-Phasen-Party im Zentralen Höhrsaalgebäude, kurz ZHG genannt. Und er suchte noch Leute die ihn bei dieser schweren Eingewöhnungsphase begleiten und ihn unterstützen würden. Da bin ich doch immer gleich hilfsbereit und habe postwendend die mail zurück geschrieben und meine Unterstützung zugesichert. Wie ich dann am Donnerstag erfahren mußte, hatte sonst keiner etwas Zeit übrig, aber wir würden auch zu Zweit los ziehen. Aber ich hatte eine leichte Vermutung, das wir an dem Abend nicht alleine sein werden. Da waren bestimmt ein paar junge Damen anwesend, die uns Gesellschaft leisten würden. So hoffte ich zumindestens. Die Freitag Abend Planung war schon einmal vollkommen. Erschwerend kam noch hinzu, das mich der Morchel unter der Woche angerufen hat und gefragt, ob ich ihm ein wenig beim Umzug helfen könnte. Er zieht ja mit Daniela auf die Nachbarschaft und brauchte da noch ein paar Leutchen, die bei den ganz schweren Sachen mit anfassen können. Beschissene Arbeit, da bin ich doch immer ganz vorne mit dabei. Also sagte ich zu, auch in dem Wissen, das es wieder mal ein harter Samstag werden würde, denn es sollte schon früh los gehen. Doch diese Gedanken wurden vorerst aus dem Gehirn verbannt, wollte ich doch die heißen Frauen auf der ZHG-Party genießen.

Zunächst führte mein Weg mich wie gewohnt zum Sporthaus, wo ich dann ein paar Pilschen trank. Da das Training nun schon früher statt fand, kam ich genau pünktlich zum Ende des Trainings. Beim Rumfragen war immer noch keiner bereit mit nach Göttingen zu kommen um den armen Ingo bei der Orientierung auf dem Campus zu helfen. Gut, es war nicht sein Campus, da die Fern-Uni keinen Campus hat, aber das ist doch kein Grund. Also mußte ich ihm alleine die Stange halten. Also im übertragenen Sinne, jeder der nun was schweinisches gedacht hat, der soll sich sofort den Kopf waschen. Solch verwerfliche Gedanken gehören hier nicht her. Das ist ein anständiges Logbuch. Die meiste Zeit jedenfalls. Da Ingo noch mit Lernen beschäftigt war, habe ich dann weiter ins Feuerwehrhaus verlegt. Besser gesagt hat mich da der Stopper hin gefahren, da er ja eh auf dem Weg in die Stadt war. Im Feuerwehrhaus wollte sich eine nicht unerhebliche Menschenansammlung treffen um dann in die Werkstatt weiter zu ziehen.

So sollte es sein, doch als ich dort aufschlug, fand ich keine feiernden Menschen vor, sondern gähnende Leere, aber ich wusste mir mit einem leckeren Bierchen die Zeit zu vertreiben. Kurze Zeit später kam dann der Schnitzel und eröffnete mir, das er am nächsten Tag auch mit von der Party beim Umzug wäre. Super, dann schaffen wir ja ordentlich was. Wir dürfen nur nicht so viel Scheiße labern. Nach Schnitzel trudelten so langsam aber sicher die anderen rein. Zunächst der Porno, der mir gleich wieder Videos mit fragwürdigem Inhalt vor spielte. Dann kam irgendwann der Kai, mit Wiebke und einer Freundin von Wiebke. Und drei Flaschen Wodka im Arm. Später stießen noch Kolben, Philip, Gatze und Jense dazu. Man kann also gut sagen, das die Bude voll war. Und alle tranken sich langsam aber sicher in eine leicht verschwommene Welt. Ich bleib aber dennoch beim Bier. Und ich meinte Bier, denn ich spielte zunächst mit dem Gedanken, das ich mir ein Weizen gönnte. Ich ließ dann aber von dem Gedanken schnell ab, da ich die Toiletten-Situation im ZHG nicht richtig einzuschätzen wusste. Besser gesagt, wollt eich nicht unbedingt auf dem Massenklo der Mensa, meine Darmflora entfalten.

Dank Strichliste, konnte ich genau beziffern, wie viele Pils meinen Hals hinunter gewandert sind, als dann endlich der Ingo ankam um mich abzuholen. Er wollte seinen Lehrplan streng durchziehen und fuhr erneut an dem Abend. Ich bot ihm zwar an, das wir uns rüber fahren lassen und dann mit dem Taxi den Heimweg antreten würden, aber da wollte er nicht ganz drauf eingehen, da er sich versprach, das er noch einiges am Samstag vormittag schafft. Als erfahrener Ex-Student, kann ich sagen, das es egal ist, ob man gesoffen hat oder nicht, Lernen ist immer sehr belastend. Aber Ingo genießt meinen vollen Respekt, denn er zieht sein Studium an einer Fern-Uni durch und muß sich so vollkommen alleine an seinen Lehrplan halten. Heiß, er hat keine Vorlesungen und muß seinen Stoff nach der Arbeit noch in den Schero prügeln. Hätte ich nicht hin bekommen. Wenn ich überlege, das ich mich nun noch nach der Arbeit bis zu 5 Stunden hinsetzen müsste, um Stoff zu lernen, dann hätte ich Morgens erst recht keinen Bock aufzustehen. Und weblog schreiben, ist keine anstrengende Gehirntätigkeit.

Doch bleiben wir beim Wesentlichen. Der Abendunterhaltung. Wir fuhren also Richtung Göttingen und nach einem kurzen Zwischenstop bei mir zu Hause waren wir auch wie im Fluge bei Jan-Patrick, einem Kumpel von Ingo. Dort trafen wir dann den Rest der Truppe, die mit zur ZHG-Party kamen. Ein weiteres Pils wurde getrunken und Ingo fuhr die erste Fuhre rüber, zu der auch ich gehörte. Und als wir dann um die Ecke kamen, sahen wir die Misere. Wir mußten anstehen. Und zwar ganze 45 Minuten. Als dann irgendwann die zweite Fuhre an kam, sind wir nicht wirklich nach vorne gekommen, aber es ging langsam aber sicher vorwärts. Zum Glück hatte die zweite Truppe auch eine Flasche Havana Club dabei. Natürlich mit Cola versetzt um nicht gleich aus den Latschen zu kippen. Erstmal sah es richtig schön assig aus, wenn man mit einer Havana Club Flasche herum steht und aus ihr eine Mischung trinkt und dann war es auch noch eine Liter-Flasche. Quasi die für den großen Durst. Aber lecker war die Mischung und nach dem dann die erste Härte überwunden war, lief es auch ganz gut rein. Ich hoffte nur, nun wieder auf Bier umsteigen zu können. Ich wollte zwar noch Schnaps trinken, aber nicht zu früh. Vorerst mußte ich Eindrücke wirken lassen.

Als wir dann endlich drinnen waren, hatte sich mein Durst in das Unermeßliche gesteigert. Die Theke als festes Ziel im Hirn abgespeichert, machte ich mich auf den Weg. Doch Ingo teilte mir mit, das es sich um die Mischungstheke handelte. Das konnte ja gar nicht wahr sein. Hieß es wirklich, das ich um die ganze Theke herum laufen mußte um an ein Bier zu kommen? Genauso war es dann auch. Aber auch der Weg wurde geschafft. Leider konnte ich in diesem Spießroutenlauf leider nicht die Umwelt um mich herum analysieren. Aber was ich so aus den Augenwinkeln sah, war verdammt hübsch. Prioritäten mußten allerdings sein. Um wirklich in den totalen Genuß zu kommen, fehlte einfach das Pils in der Hand. Ich wüsste auch sonst nicht so richtig was ich mit meinen Händen hätte anstellen sollen. Ingo erfüllte die Aufgabe souverän und versorgte alle mit Bier und nun konnte man sich den Rest des ZHG’s angucken. Was ich dort sah war überwältigend. Wo ich auch hinsah waren hübsche Frauen unterwegs. Ich konnte mich in keine Richtung drehen ohne das ich eine Favoritin entdeckte. Es war als wäre das Glashaus und der JT-Keller zusammen geworfen worden und die Essenz der hübschen Damen ist dabei heraus gekommen. Und sie waren in der Überzahl!

Erst spät fiel mir auf, daß das Bier welches hier feil geboten wurde Veltins war. Ich freute mich sehr auf den kommenden Tag, der mit Kopfschmerzen voll gestopft zu sein versprach. Da ich aber keine andere Wahl hatte, folgte der Inhalt der Flaschen dem edlen Krombacher. Ich hatte ja eine kleine Hoffnung, das es Becks geben würde, aber der Preisunterschied war dann wohl doch zu groß. Egal, wird halt Veltins getrunken und am Folgetag mit den Kopfschmerzen gelebt. Die Schnitten machten das alles wieder weg. Wo wir dann auch gleich mal beim Thema sind. Trotz mehrfachen Stellungswechsel entkamen wir nicht den hübschen Frauen. Wie denn auch, sie waren ja überall. Es schien wie eine intergalaktische Verschwörung. Ich kam kaum zum Trinken, so sehr mußte ich meinen Kopf hin und her drehen um wirklich alle Eindrücke zu erfassen. Doch leider ist das männliche Gehirn mehr als nur begrenzt. Wenn genügend Informationen gespeichert wurden schaltet es einfach ab und es wird noch ein ganz winzig kleiner Notfallspeicher aufgehoben. Und dieser war durchaus nötig. Die Trinkgeschwindigkeit war von meiner Seite her ein wenig überdurchschnittlich. Da ich ja Trinkzeit durch schauen verlor, mußte dann natürlich schneller getrunken werden. Für Außenstehende sah es natürlich so aus, als würde eine große Unterdruckpumpe in meinem Körper ihren Dienst verrichte, aber ich kann versichern, das da nichts gemauschelt ist und alles von der Natur kommt. Und natürlich vom jahrelangen Training. So kam es also, das ich meistens schneller fertig war, als die Anderen. Das ist natürlich nicht so wild, wenn man selber dran ist, die Runde zu holen, aber sieht dann komisch aus, wenn man einen ausgegeben bekommt. So kam es dann das ich auf die dritte Runde recht lange wartete. Das konnte ich meinem Körper kein zweites Mal antun und beschloß dann Zwischenrunden für mich und meine Leber einzuführen. Eine weise Entscheidung.

Wir entscheiden uns auf Grund dieser Sinnesüberflutung für einen weiteren Standortwechsel. Besser gesagt habe ich kurz vorher an der Theke den Matze R. getroffen und wir haben uns dann in der Nähe von der Tanzfläche wieder gesehen. Nicht das jetzt hier Gerüchte in den Umlauf kommen, das wir zum Tanzen wollten. Der Gedanke war zwar da, aber ich hätte dann eher eine beobachtende Position am Rande der Tanzfläche eingenommen. So war dann auch unser Plan, als wir uns duch die schiwtzenden Menschenmassen gekämpft hatte. Das Gute war, das man an jeder Stelle an der man stand hübsche Frauen gesehen hat und binnen weniger Sekunden hatte man schnell eine Favoritin heraus gefiltert. Die ZHG-Party ist schon ein herrliche Institution. Doch wir wurden schnell an unseren vorherigen Standort zurück gezogen, denn die Getränke gingen so langsam zur Neige. Als wir dann wieder dort waren sah ich sie. Sie stand neben uns in einer Gruppe Frauen und sah einfach fantastisch aus. Ich zeigte sie schnell dem Ingo und der bestätigte mir, das es eine gute Wahl war. Jede andere Meinung wäre mir auch egal gewesen, denn sie gefiel mir ja. Sie hatte schulterlange, braune Haar und ein sehr hübsches Gesicht. Also das komplette Gegenteil von mir. Ich versuchte also meinen ursprünglichen Plan. Doch als ich dann an der Theke angekommen bin, stellte sich schnell heraus, das sich an der Theke fest ketten und bis zur Besinnungslosigkeit betrinken nicht so richtig aufgehen würde. Gut, ich wäre dann all meiner Erinnerungen beraubt gewesen, was bei einer solchen verpatzten Chance durchaus sinnvoll gewesen wäre, aber es sollte ich ja etwas ändern. Also wurde der Rückmarsch von der Theke schnell eingeleitet. Aber erst nach dem die Getränke empfangen wurden. Nun mußte schnell ein weiterer, neuer, bahnbrechender Plan her. Doch was macht man. Ich dachte nach und schaute zwischenzeitlich mehrmals zu ihr rüber. Auf irgendeine Art und Weise muß sie wohl mit bekommen haben, das ich sie anstarre. Kann aber auch daran gelegen haben, das ich während ich in meinen schon viel zu voll gestopften Gehirnwindungen einen neuen Plan ausheckte, seltsam in der Gegend herum starrte. Die besten Einfälle erhält man aber nun mal wenn man sich hübsche Dinge anschaute. Und da war sie wie ein leuchtendes Feuer in der Nacht. Jedesmal wenn ich dann bemerkte, das sie Blickkontakt aufnahm, versuchte ich zu Lächeln oder was halt dabei raus kam. Und während sie mir dann zurück ein Lächeln über die fünf Meter Luftlinie schickte, kam mir dann die Idee. Ich werde warten bis wir uns auf den Heimweg machen und dann zu ihr rüber gehen. Ja, ich weiß, das hört sich nach einem essentiellen Fehler in meiner Vorgehensweise an, aber bitte wartet auf den Schluß, bevor ihr anfangt mit dem Popcorn zu werfen. Dann werde ich ich sagen, das ich sie verdammt hübsch finde, aber es nicht hin bekommen habe früher zu ihr rüber zu gehen, aber ich würde mich freuen, wenn sie mich anrufen würde und schon hat sie meine Nummer. Hört sich ja nun ein wenig nach der Sache mit der verlorenen Telefonnummer an und ich kann gewisse Parallelen nicht leugnen, aber ansonsten könnte es klappen. Ich war also frohen Mutes.

Aber noch war es nicht so weit und man mußte die Zeit bis zum Aufbruch überbrücken. Also entschied ich mich spontan zu einem Umschwenken auf Mixgetränke. Also begab ich mich an die Theke und bestellte zwei Cola Bacardi. Ein trauriges, aber dennoch hübsches Gesicht teilte mir mit, das es leider keinen Cola Bacardi gab, sondern nur Jim Beam Cola (würg), Wodka Red Bull (hmmmm, lieber nicht) oder Havana Club Cola. Ich hörte wohl erst das zweite ”Hallo“ welches mir die junge Dame zu rief und kam wieder zu mir. So ein Ärger aber auch, kein Bacardi und nur Havana Club. Dann nehme ich davon fünfzehn erstmal zwei Stück. Dieses war, wie sich später herausstellte, keine so gute Idee. Denn so langsam klafft an dieser Stelle des Abends in meinem Gehirn eine gigantische Lücke.

Kommen wir aber zunächst zur nächsten Pleite. Mein ach so toller Plan, hätte funkti0oniert. Er war meiner Meinung nach auch sehr gut durchdacht und hätte durchaus Sinn gemacht. Aber er hatte einen kleinen Fehler. Besser gesagte in Fehler so groß wie das Chrysler Building. Ich wollte ja die Nummer und meinem Spruch übergeben, wenn wir abhauen. Und da liegt der Hase im Pfeffer, wir sind ja immer die Letzten auf einer Party. Und somit verschwand die wunderschöne Frau aus meinem Blickfeld, während ich meine Lust an der Theke stillte. Schöne Scheiße. Aber was solls, ich hatte ja noch die lange Flucht in den Havana Club vor mir. Und vielleicht ist es auch besser so, das ich nicht mehr so viel von dem besagten besagtem Abend weiß.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lief in meinem mp3-Player zarte Melodien von ACDC. Und ich wusste so gar nicht wovon ich wach geworden bin. Doch das vibrierende Handy auf meinem Nachtisch , gekoppelt mit einem Lied von Metallica ließen mich aufhorchen. Gleichzeitig sorgten gewisse Vorgänge in meinem Gehirn dafür das mir sofort einfiel, das ich gleich von Thomas B abgeholt werde um beim Umzug zu helfen. Meine Lust war gigantisch. Aber ich stand auf, hatte ich doch mein Versprechen gegeben und dazu stehe ich. Ich bin dann mit Morchel in einem LKW nach Northeim gefahren um die Wohnung von seiner Freundin auszuräumen. Noch mit dabei waren Thomas B. und Schnitzel. Es konnte also gut voran gehen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten mit dem LKW kamen wir auch unfallfrei in Northeim an. Dort stellte dann Daniela bei einer Hebeaktion fest, das einer aber eine gehörige Fackel hatte. Eigentlich hätte es jeder sein können, aber nein, es wurde wieder nur mit dem Finger auf mich gezeigt. War ja klar, da ich ja das typische leidensfähige Aussehen habe. Nachdem dann alles im LKW verstaut wurde ging es wieder zurück und ich nutze die Fahrt um mich mal mit dem Ingo kurz zu schließen. Der berichtet mir erstmal von dem restlichen Abend. Ich hätte also noch die Bedienung angemacht, weil die nichts mehr zu trinken heraus gaben. Auf die Frage ob der Kerl denn sehr sauer gewesen wäre, kam nur die Feststellung von Ingo, das die gesamte Thekenmannschaft auf mich sauer war. Ich schämte mich. Draußen traf ich wohl noch einen Bekannten, der von mir eingeladen wurde mit nach Weende zu fahren. Was aber gar nicht möglich war, da unser Auto schon voll war. Auch gut. Auf die Frage, ob ich denn noch die junge Dame angesprochen habe, antwortete Ingo nur, das er ein weiteren Tadel in das Klassenbuch einträgt, weil ich wieder mal nichts gemacht hätte. Verdammt, bei den ganzen Tadeln, die sich im Klassenbuch über mich anhäufen, ist die Versetzung in Gefahr. Ich muß mich zusammen reißen. Nun ja, das Auspacken war nun auch nicht gerade die leichteste Arbeit, aber sie ging voran. Möbelpacker werde ich auf keinen Fall. Und es stellt sich mir erneut die Frage, wie Frauen nur so viel Kram anhäufen können. Ich selten so viele Umzugskisten voll gepackt bis oben hin gesehen. Das scheint echt genetisch bedingt zu sein.

Nachdem der Umzug für die Helfer abgeschlossen war, gab es was zu essen und natürlich Bier. Ich überlegte kurz und entschied mich dann für ein Becks. Der Blick auf die Uhr zeigte 1514 Uhr an. Alle Regeln wurden gebrochen, aber ich erhoffte mir Linderung meines Zustandes. Die körperliche Anstrengung hat die Regeneration meines Körpers nicht gerade beschleunigt und ich hoffte getreu nach dem alten Motto: ”Man soll mit dem anfangen, mit dem man aufgehört hat.“ trank ich ein Bier. Doch die erhoffte Linderung trat erst nach einer zweiten Flasche ein. Und es wurde auch Zeit mich für die Kommandositzung fertig zu machen und den späteren Abend in Angriff zu nehmen. Denn nach der Kommando Sitzung ging es noch zu Christian, der im kleinen familiären Kreis Geburtstag nach feierte. Die Kommandositzung war sehr ausgeweitete. Das kommt halt davon wenn man die am Samstag Nachmittag macht und dem Kommando uneingeschränkten Zugang zum Bier gewährt. Da kommen einige Getränke zusammen. So auch auf meinem Deckel. Ich wage es kaum zu sagen, aber mein Deckel zählte am Ende der Sitzung schon wieder sechs Striche bei Pils. Und es war gerade mal 1915 Uhr. Das konnte ja noch ein sehr lustiger Abend werden. Vielleicht auch ein kurzer. Von wegen!

Bei Felkl angekommen wurde nach der offiziellen Geschenkübergabe erstmal was gegessen. Es gab vielerlei leckere Sachen, aber meine absoluten Favoriten waren die Suppe zu Beginn und die Kräuterbutter. Unglaublich lecker. Ich muß wegen der Kräuterbutter unbedingt mal Tante Monika fragen. Wegen der Suppe könnte ich den Frank fragen, aber ich würde die bestimmt nicht so Klasse hin bekommen. Also lasse ich es lieber. Dazu wurde dann gar köstliche Gerstenkaltschale gereicht. Ich war also recht zufrieden. Jetzt muß ich allerdings einräumen, das ich bei Morchel Becks bekommen habe und im Feuerwehrhaus dann ja mit Krombacher weiter gemacht habe. Krombacher ist kein schlechtes Pils, aber Becks ist in meinen Augen um Längen besser. Daher schmeckten die ersten Krombacher auch nicht so prickelnd. Aber der Gaumen kann sich ja schnell mal umgewöhnen. Und das war bei Felkl zum Glück schon der Fall. Also lief das köstliche Getränk einige Male meinen Schlund hinunter.

Nach dem Essen wurde sich dem Smalltalk zugewandt. Ein Hauptthema, wenn nicht sogar das Hauptthema, war der Fußball. Da ich ja Betreuer bin, kann ich da ab und an auch gut mit reden. Aber so ganz ist es nicht mein Thema, daher versuchte ich dann und wann mal das Thema zu wechseln. Der David war aber nicht ganz so begeistert von dem Fakt, das er am Sonntag nicht spielen dürfte, da eh genügend Leutchen da wären. Er haute sich deshalb ordentlich einen rein. Mit Jim Beam. Als ich dann noch nebenbei erwähnte, das ein Großteil der Mannschaft die Schnapsidee vorgebracht hat, das ich im letzten Spiel, auch mit spielen sollte, war es ganz mit der Laune vorbei. Hierbei möchte ich nur erwähnen, das diese Idee nicht von mir stammt. Ganz im Gegenteil, ich bin bei der Fassung solcher wirklich wirren Ideen meistens nicht Teil der Gruppe. Mir wird es dann einfach eröffnet und damit steht es dann im Raum und muß quasi erfüllt werden. Ich mache dann meistens eine allseits bekannte Handbewegung mit dem Zeigefinger in Richtung Stirn. Diese wird aber meistens mit lautem Gelächter quittiert. Manchmal habe ich das Gefühl, das mich keiner ernst nimmt.

Auch immer sehr lustig ist, wenn wir Geschichten aus unserer wilden Jugend zu erzählen. Und gerade mit Sabrina, Christians Freundin, haben wir schnell ein neues Opfer gefunden. Der Rest kennt unsere Geschichten schon zur genüge. Wenn wir aber ehrlich sind, macht das Erzählen ebenso viel Spaß wie das selber erleben. Fragt sich nur, wie das mit dem Hören ist? Während wir dann so in Erinnerungen schwelgten, machte sich in meinem Körper plötzlich das Verlangen breit ein wenig das Bier zur Seite zu stellen und mal am Bacardi zu kosten, den der Christian provozierend auf den Tisch gestellt hat. Er selber hat auch schon ein paar getrunken, hat aber schon eingeräumt, das er nicht so viel trinken will und kann, da er am nächsten Tag volle Leistung beim Fußball bringen will. Sieht nach einem kleinen Vorteil für mich aus. Aber ich will ja nicht unverschämt sein. David hatte mittlerweile auch schon die Hälfte der Beam-Flasche hinter sich gebracht. Die Gespräche wurden langsam auf andere Themen umgelenkt. Ich erzählte Christian und Sabrina von meinem neuen Plan, den ich am Vorabend ausprobieren wollte und da fiel mit dann auch das kleine Schlagloch auf, in dem die Idee leicht ins Schleudern kam und volles Brett in den Abgrund fuhr. Ich sollte also alles nochmals überdenken. Ich bin aber immer noch der Meinung, das wenn ich den Moment des Verlassens der Mädchengruppe ich den Zettel übergeben hätte, es vielleicht doch noch geklappt hätte. Aber lassen wir das Sinnieren von vergangenen Geschichten. Der Plan sollte aber doch noch getestet werden. Vielleicht von Jemanden der etwas mehr Glück in Sachen Frauen hat als der Chancentod ich.

Wollen wir aber nun die Gefilde des Versagens verlassen und kommen wir nun zu den etwas heikleren Themen. Wir waren uns alle einige, so meine ich jedenfalls, das die Leute endlich mal das tun sollten, was sie gelernt haben. Also nicht jeder x-beliebige Möchtegern-Koch ein Restaurant aufmachen sollte. Das sind nun mal alles Lernberufe und nicht was man mal nebenbei macht. Daher fallen nämlich auch so viele Leute auf die Fresse und kosten dann dem Staat wieder jede Menge Patte. Ergo zahlt der Steuerzahler mehr ein, damit Möchtegernunternehmer die Starthilfe nehmen und sie brennend aus dem Fenster werfen. Wie man sieht wandte sich unsere Diskussion schon heikleren Thema zu. Und das ist dann meistens auch der Zeitpunkt, an dem der Alkoholspiegel schon einen Punkt erreicht hat, an dem die Zunge nicht mehr da machte, was man ihr befahl. So zumindestens bei David und mir. Sabrina hatte sich frühzeitig zurück gehalten und Christian war auch schon auf etwas weniger umgestiegen. Frank durfte ja eh keinen Alkohol trinken. Ich muß mich an dieser Stelle auch mal loben und darf sagen, das ich keinen Schnaps getrunken habe. Obwohl mehrfach die Flasche Roten umher gereicht wurde. Außerdem war ich bei den Mischungen sehr vorsichtig. Als dann aber die Flasche trotzdem alle war entschieden David und ich, dann doch noch ein wenig was zu unternehmen. Eigentlich ein total schwachsinniges Unterfangen, da es schon 0200 Uhr war. Der Meinung war auch Davids und Christians Mutter, doch David wollte noch los und ich war dieser Idee nicht gerade abgeneigt. Außerdem mußte David ja nicht spielen am nächsten Tag und konnte so noch ordentlich einen Trinken.

Wie der Zufall so will, feierte Sabrina B. ihren Abschied im Jugendraum. Sie zog nach Gelsenkirchen zu ihrem Freund und wollte nochmal im Jugendraum so richtig einen Ausgeben. Das hat sie auch ganz gut hin bekommen. Denn als wir da ankamen, gingen die ersten schon nach Hause. Allerdings nicht weil sie voll wie tausend Mann waren, sondern weil es an der Zeit war. Die kleine Ramona weiß nämlich was sich gehört. Außerdem hätte es sonst von Matten Ärger gegeben. Somit war dann Teile des harten Kerns noch im Jugendraum. Allen voran unser neues Super-Pärchen. Porno und Hüfte. Offiziell war ja eigentlich nur noch Hüfte im Jugendraum, da Porno sich ins Reich der Träume verabschiedet hat. Er saß / lag schlafend auf dem Sofa und von meinem Standpunkt aus, konnte ich astrein die Zähne begutachten. Wäre die Zunge noch ein wenig weiter in Richtung Mundrand gewandert hätte es auch einen Super-Sabber-Faden gegeben. Ähnliche Zustände sollten auch noch beim Görtler auftreten, aber da er ein wenig mehr Beherrschung besaß, war er noch wach und quietschlebendig, als David und ich dort aufschlugen. Zunächst wurde mir ein Bier gereicht, welches ich mit Freuden annahm und dann erst merkte, das ich ja schon auf Mischungen umgestiegen bin. Verdammte Gewohnheit. Also leerte ich es und steig dann sofort auf Havana Club um. Dem David reichte ich einen hervorragenden Jim Beam. Doch etwas in dem David zog ihn weg vom Jugendraum. Ich vermute mal stark, das Eberhardt den Alki-Magneten angeworfen hat und David dank seiner Promillezahl fantastisch darauf ansprang. Da ich keinerlei Bedürfnisse hatte dorthin zu verschwinden, schien ich noch dagegen immun zu sein. Aber ich fuhr dann trotzdem mit dem David mit. Schließlich war ich schon lange nicht mehr da.

Netterweise durfte ich meine Mischung mit ins Taxi nehmen, doch an der Werker war dann Schluß. Aber wir mußten auch keinen Eintritt mehr bezahlen und gingen schnurstracks zur Theke. Dort sorgte ich dann für die erste Runde. Nachdem dann für Flüssignahrung gesorgt war nutzen wir die Gelegenheit und schauten uns um. Leider war herzlich wenig los und Frauen sollte man hier eh nicht erwarten. Ich war wohl ein wenig verwöhnt vom ZHG-Super-Duper-Schnitten-Vorabend. Als dann David sich die erste Zigarette in dem Mund steckte wurden wir dann darauf hingewiesen, das Rauchen nur im Nebenraum gestattet sei. Also begaben wir uns dort hin und trafen den Kai E. Der war auch gerade mit ein paar Kumpels auf Sauftour und schloß sich unserer Runde an. Da wir uns schon lange nicht mehr gesehen hatten, hatten wir einiges an Gesprächsstoff. Dies wurde nur ab und an von einigen Getränken unterbrochen. Ich möchte hier aber nicht ins Detail gehen, da es doch sehr private Gespräche waren. Zwischenzeitlich hatten wir dann auch den David mal aus den Augen verloren, der aber schnell per SMS wieder gefunden wurde. David ist eh ein Phänomen. Er kennt tausendundeins Leute. Selbst wenn in der Werkstatt nichts los ist und nur 10 Personen anwesend sind, kennt er mindestens acht Leute. Und bei denen bleibt er jeweils 10 Minuten oder länger stehen. Und da soll man sich keine Sorgen machen?

Nach und nach verlegten wir unseren Standort weiter in Richtung Theke. Dort waren die Getränkewege ja auch nicht so kurz. Und ehe wir uns versahen, war in der Werkstatt keiner mehr und wir saßen als letzte Gäste an der Theke. Was nun kommt sollte jedem klar sein. Die Werkstatt machte zu und wir bekamen nichts mehr zu trinken. Allerdings weiß ich nun noch alles und ich habe nicht die Bedienung beschimpft. Ich bin sogar der Meinung ich habe ihr Kosenamen gegeben, aber sie hat sich nicht beirren lassen und uns nichts mehr zu trinken ausgeschenkt. Also blieb uns nur der taktische Rückzug. Ab ins Taxi und ab nach Westerode. Ich wollte ja auf direktem Wege nach Hause, aber der David lotste mich noch zu sich. Ich war ja strikt dagegen, da ich Angst hatte, das wir Ellen und die kleine Hannah aufwecken würden, aber er bestand auf ein weiteres Bier in der Küche. Leise waren wir dann auch, aber das Bier kam schneller zum Ende als geplant. Denn sowohl dem David als auch mir fielen die Augen zu. Also trat ich den Heimweg an. David gab mir die Flasche Bier netterweise als Wegzehrung mit und ich wankte nach Hause. Es war verdammt kalt, aber das Bier hielt mich aufrecht. Ich freute mich auf mein Bett.

Der Sonntag fing erstaunlich magenfreundlich an. Auch wenn ich Mittags nur eine halbe Pizza schaffte, ging es mir recht gut. Nächsten Sonntag ist die Leistungsspange, ich hoffe ich kann da ähnlich mit einer guten Kondition glänzen.

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