Neckermann Single Reisen

An diesem Wochenende stand das Boßel-Turnier an. Boßeln? Was ist denn das, fragt sich jetzt der geneigte Leser. Aber er muß sich noch ein wenig gedulden, denn ich gebe erst einen Überblick über diese Sportart, wenn ich bis zum Samstag vorgedrungen bin. Vorerst sollten wir uns aber einmal dem Freitag widmen. Da das Boßel-Turnier immer recht an der Substanz nagt, wäre es ja empfehlenswert den Freitag Abend zu Hause zu verbringen, damit man genügen Ressourcen angesammelt hat um den Samstag zu überstehen. Da ich aber weder Vernünftig, aber gut im Training bin, traute ich mir dann schon zu den Freitag auch zur Abendunterhaltung zu nutzen. Fragt sich nur wohin meine Reise gehen würde, denn bis zum frühen Nachmittag hatte ich noch keinen Plan fest gelegt. Aber es findet sich ja immer wer.

So führte mein Weg mich zunächst zum Sportplatz, wo das Training der 1. Mannschaft statt fand. Ich nutze diese Gelegenheit um die Jungs dann moralisch mit meiner Anwesenheit zu unterstützen. Natürlich machte ich vorher einen Abstecher in die Kabine um dann die schon bereit gestellte Kiste vor zu finden. Ich ging also meiner Verantwortung nach und probierte ein Pils, damit auch ja keine abgelaufenen Flaschen an die Spieler ausgegeben werden. Eigentlich müßte ich ja alles Falschen probieren, beschränkte mich aber auf eine Stichprobe. Nach dem ersten Schluck konnte ich aber feststellen, das mit dem Pils alles in Ordnung war. Die anti alkoholischen Getränke habe ich nicht probiert, da ich meine Leber nicht unnötiger Gefahr aussetzen wollte. Da ich nun mit einem Bier ausgestattet war konnte ich auch die Mannschaft mit meiner Anwesenheit beglücken. Doch das Training ging nicht mehr lange und ich konnte die Zeit mit Andre überbrücken. Außerdem kam dann noch irgendwann der Schocker des Weges und versuchte uns schon mal auf das Boßeln am Samstag einzustimmen. Da rannte er bei uns natürlich offenen Türen ein. Man muß niemand für das Boßeln stimulieren, wer einmal ein Turnier mit gemacht hat, der kommt automatisch wieder. Außerdem eröffnete er uns das wohl die 1. Mannschaft gegen die Feuerwehr I antreten wird. Mir kamen auf einmal schlimme Bedenken wegen des Turniers. Bei dieser Mannschaftskonstellation konnte es leicht ausarten. Aber wollen wir die Flinte mal nicht vorher ins Korn schmeißen, sondern genießen wir weiterhin Bier am Freitag Abend.

Zurück in der Kabine saß man ja wieder an der Quelle und früher oder später kam dann die Frage nach der weiteren Abendgestaltung. Ingo hatte zwar sturmfrei, ist aber gerade im Lernstreß, besser gesagt, er muß noch sein ganzen Stoff durcharbeiten und da will ich ja nun ungerne der Grund für sein Druchfallen sein. Also beschloß er das er nichts machen würde und dafür lieber lernt. Ach ja, die Studentenzeiten, schön waren sie, aber wenn man fertig ist, hat das auch Vorteile. Man muß nicht mehr für Klausuren lernen, die man eh am Folgetag wieder vergessen hat, weil man das erlernte in seinem restlichen Leben nicht mehr braucht. Der Rest der Mannschaft war wohl gerade im Vernüftigkeitswahn und wollte auch nichts machen. Doch der Porno hat mittlerweile schon sein Interesse an einer Trinkveranstaltung angemeldet. O-Ton: Laß und heute mal wieder richtig einen Saufen, ich habe da echt Bock zu. Gut, da sind wir schon zu Zweit.

Nachdem wir dann eine Diskussion über verschiedene Autotypen und deren Finanzierung zu Ende gebracht haben hat mich der Ingo noch mit zum Feuerwehrhaus genommen. Der Weg ist aber auch verdammt weit und wer weiß welche wilden Tiere mich eventuell angefallen hätten. Am Feuerwehrhaus wartete dann schon der Porno auf den Startschuß für das Trinken. Wusste er ja nicht, das ich mich schon im Sporthaus an ein paar Bierchen gelabt habe. Kurze Zeit später kamen dann noch die Wüstefelds, zwei Freunde von Porno, vorbei und wir setzten an um ins MaxM zu verlegen. Dort angekommen stellte sich nun die Getränkefrage. Ich blieb weiterhin beim Bier, denn einige schlimme Erfahrungen aus der Vergangenheit hatten mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Außerdem habe ich schon ein paar Briefe von der Becks-Brauerei bekommen, ob denn mit mir alles in Ordnung ist, da der Umsatz zurück gegangen ist. Gut, ich gebe zu, das ich nicht direkt beim Bier geblieben bin sondern Hefe-Weizen getrunken habe. Serviert wurde das ganze von der lieben Inka. Ehemalige Bedienung aus dem Checkpoint und durchaus mit meinen Trinkgewohnheiten vertraut. Es war wie schwelgen in alten Zeiten. Die anderen fingen erstmal mit einem mexikanischen Plemper-Bier an. Ich bin immer noch der Meinung, das Bier nicht aus Mais gemacht werden sollte. Aber jeder wie er will.

Zum Glück hatten wir einen recht zentralen Tisch und eine Art Klassentreffen im Rücken. Man gut, das ich mir die ganzen Strammsäcke nicht habe angucken müssen. Nachher wäre ich noch neidisch geworden. Dafür hatte ich eine Aussicht die um Längen besser war. Und sie war blond. Derart abgelenkt konnte ich den Gesprächen nicht so ganz folgen und hielt mich weiterhin an meinem Weizen fest. Anscheinend hatten die Anderen größeres vor, denn sie stiegen nun um auf Mixgetränke. Jawoll, so muß das sein, dann hat man am nächsten Tag schöne Kopfschmerzen und der Magen ist erst wieder gegen 1800 Uhr bereit feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie trieben es aber noch weiter. Nach der Mischung bestellten sie irgendeinen Bacardi-Mix. Ich probierte und mußte feststellen, das es stark nach Himbeeren schmeckte. Nur der Anstand hat mich davon abgehalten mich sofort zu übergeben. Ich wusste schon warum ich beim Weizen geblieben bin.

Kurze Zeit später wurden dann die Rufe laut, die Lokalität zu wechseln. Allerdings gibt es da in Duderstadt nur eine Möglichkeit. Nämlich die Werkstatt. Bevor es aber dorthin gehen würde müßte unbedingt was am Alkoholspiegel gemacht werden. Es wurde also beschlossen einen Absacker zu trinken. Nun verstehen normale Menschen unter einem Absacker ein Pils oder vielleicht ein Schnaps. Nicht so Porno und die Wüstefelds. Die haben nämlich erstmal schön einen Zombie bestellt. Zombi? Hört sich verdammt nach meinem Lieblingscocktail an. Nach einer kurzen Gewissensabfrage klinkte ich mich in die Bestellung mit ein. Da konnte ich einfach nicht nein sagen. Er schmeckte auch sehr gut und brachte die Promillegrenze ein wenig nach oben. Nun fühlte man sich wenigstens fähig, die Werkstatt zu ertragen.

Dort angekommen erwartete uns keine Überraschung. Es war wie gewohnt leer. Aber wir bestellten anstatt der obligatorischen Flasche Wodka diesmal eine Flasche Bacardi. Ich mußte erstmal nach gucken, ob ich überhaupt bei den richtigen Leute stehe. Neue Informationen sind für mein Gehirn nicht immer so einfach zu verarbeiten. Aber die Mischungen schmeckten trotzdem recht lecker. Allerdings ist so in der Werkstatt nicht viel passiert. Es waren keine hübschen Frauen da und man hat sich irgendwie die Falsche Bacardi hinter die Binde gekippt. Meine Taktik mit dem Bier trinken ging komplett auf. Am Ende der Flasche konnte ich noch recht gut gerade aus gucken. Nicht so der Porno. Der mußte sich ein Auge zu halten um noch einigermaßen auf die Toilette zu kommen. Man sah auch an seinem Gesicht das dort Dinge vor sich gehen, die besser im Verborgenen bleiben. Die Gesichtsmuskeln gehorchten nicht mehr ganz dem Gehirn. Oder aber er wollte so gucken. Das kann natürlich auch sein.

Auf dem Heimweg kamen wir nicht daran vorbei bei einer großen Fast Food Kette anzuhalten und Verpflegung aufzunehmen. Es war auch nötig, denn der Porno sah richtig schlecht aus. Könnte aber auch den erhöhten Alkohlaufkommen liegen, das in den letzten Stunden seine Leber malträtiert hat. Ich kann nur immer wieder die Erfindung des mp3-Players loben. Klein und fein passt der Lumpi in meine Tasche und ist dort immer griffbereit. So bin ich dann mit Johnny Cash im Gehörgang meinem warmen Bett entgegen gewankt gegangen.Samstag. Der Tag begann ohne größere Probleme. Ich hatte zwar kleine Verdauungsprobleme, aber die waren schnell vorbei, denn die Vorfreude auf das Boßeln vertrieb sämtliche Schmerzen. Während ich mich also seelisch und körperlich auf die bevorstehende Trinkveranstaltung vorbereite, nutze ich die Zeit und gebe einen kleinen Überblick über das Boßeln und dessen Sinn. Eigentlich ist es ganz einfach. Zwei Mannschaften zu je fünf Mann oder Frau treten gegeneinander an um eine kleine harmlose Kunststoffkugel durch die Gegend zu schmeißen. Die Mannschaft die am Ende ihre Kugel weiter geschmissen hat gewinnt den Durchgang. Wer zum Schluß die meisten Durchgänge gewonnen hat hat das Spiel gewonnen. Die Wurftechnik ist dem des Kegeln angelehnt. So weit so gut und auch gar nicht so schwer. Wenn da nicht der Feierwütige auf die Idee gekommen wäre bei der ganzen Geschichte doch mal einen Bollerwagen mitzunehmen und dort alkoholische Getränke in allen Formen und Farben zu befördern. Man hat ja unterwegs Durst und nach sportlicher Betätigung muß der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen sein. Immer auf die Gesundheit achten. Also packt man den Bollerwagen mit genügend Bier und Schnaps voll und leert die Kisten auf dem Weg fachgerecht aus. Somit verkommt das Boßeln zu einer Trinkveranstaltung erster Güte. Die Kugel hat man nur noch als Alibi dabei, um nicht mit den ganzen Vatertags-Sauftruppen verwechselt zu werden. Gut, die Teilnehmer der Vatertagstouren und des Boßelns sind meistens die selben, aber man hat dem Kind einen neuen Namen gegeben. Es soll sogar Spieler geben die nichts zu trinken mit nehmen und nur dem reinen Sport frönen. Ich allerdings halte das für einen moderne Legende. Denn so spannend ist das Spiel nun auch nicht und mit Alkohol lässt sich ja alles besser ertragen.

Mittlerweile hatte ich mich dann auch so weit hergerichtet, das ich unter Menschen gehen konnte und auch als solcher angesehen werde. Da die Jugendmannschaften immer zuerst starten, mußte ich natürlich früh unten sein um die Jugendfeuerwehr auf einen Sieg einzuschwören. Und wenn man dann erstmal da unten ist, dauert es meistens nicht lange, bis man das erste Pils in die Hand gedrückt bekommt. Vorher habe ich aber noch fleissig mit geholfen die Bierbänke und Tische aufzustellen. Man kann ja nicht herumstehen und zugucken wie sich der kleine Dicke Schocker so abmüht. Die Jugend war dann mittlerweile da und ist problemlos gestartet. Der Gegner war die Bayern-Jugend. Gegner ist ja schon geschmeichelt, aber Opfer wollte ich hier nicht hinschreiben.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis so nach und nach die üblichen Verdächtigen heran trudelten. Und der Bier-Reigen wurde eröffnet. Schlau ist, wenn man zu Beginn eine Runde gibt und später dann auf weitere Runden hoffen darf. Dumm nur, wenn Andre die nächste Runde geben will, aber an der Theke merkt, das er nur große Scheine dabei hat und die Kasse nicht wechseln kann. Also durfte ich wieder löhnen. Naja, dafür hatte ich aber auch wieder Bier. Normalerweise stellt man sich ganz gut, wenn man zu Beginn eher langsam trinkt, damit man den gesamten Tag überstehen kann. Leider ist es dann wirklich so, das man von vielen Leuten eine Runde in die Hand gedrückt bekommt und die dann so schnell austrinken muß, wie es nur geht. Warum? Weil man sonst schnell mit zwei Bier in der Hand erwischt wird. Dann hat man schnell wieder das Image als Trinker weg. Welches natürlich eine ganz falsche Persönlichkeit von mir widerspiegeln würde. Unter anderem hatte ja der Porno den Ruf schon Weg. Er schlich sich heimlich an und wollte hinterrücks wissen, wie denn so der Vorabend war und vor allem wie er ausgegangen ist. Ich klärte ihn also kurz auf und er kommentierte das Ganze damit, das er sich so was schon gedacht hätte, sich aber nicht hundertprozentig sicher gewesen war. Alles klar, er wusste von gar nichts mehr.

Ziemlich spät trudelten dann Atze und Holger ein. Und das waren mit die wichtigsten Männer, denn die hatten den Bollerwagen. Ohne den, konnten wir uns kein Bier kaufen. Besser gesagt hätte es reichlich versoffen blöd ausgesehen, wenn wir mit einer Kiste Bier in der Gegend herumgestanden hätten. Schließlich waren wir wegen des sportlichen Gedankens dabei und nicht wegen der Sauferei. Aber diese Problem war ja nun geklärt und wir konnten den Wagen mit zwei Kisten Bier bestücken. Wir boßelten auch noch gegen die 1. Mannschaft. Also alles alte Bekannte und das konnte nur eins bedeuten. Es würde ein schlimmer Nachmittag werden. Vorher mußte man aber noch abwarten bis man endlich mal dran war. Aber die Zeit ließ sich schnell überbrücken, denn es waren unheimlich viele Leute anwesend die alle das gleiche Ziel hatten. Sich schön beim Boßeln das eine oder andere Bier rein zu tun. Man stand also hier und da und trank hier und da. Besonders schlimm sind ja dann die Runden Schnäpse. Hierbei war egal, ob man nun schon was gegessen hat oder nicht. Hauptsache die Beschleuniger rein. Allen voran der KCW. Ich wollte eigentlich nur vorbei gehen, aber schon hatte ich einen Löwentor in der Hand. Als ich wieder zu mir kam war der Löwentor getrunken und ich fühlte mich wohl.
Nach und nach wurden die Mannschaften weniger und auch wir waren dran endlich das Turnier zu beginnen. Leider sind zu dem Zeitpunkt schon einige Flaschen Bier den Schlund runter gelaufen und ich hoffte, daß das Zielvermögen noch nicht verstellt war. Vorher mußten wir allerdings erstmal eine Kiste Bier nach holen, da eine schon geleert wurde. Komischerweise gesellten sich zu der Kiste noch eine Kiste Roten und ein Würfel Euzenberger. Hinterher konnte wieder keiner erklären wie die Spirituosen auf den Wagen gekommen sind. Getrunken werden sie aber trotzdem. Aber zum Glück kein Euzenberger. Los ging es. Die Mannschaften setzten sich wie folgt zusammen. 1. Mannschaft: Andre, Ingo, Anselm, Matze und Stopper / Feuerwehr: Holger, Atze, Peter M., Rainer und ich. Stopper ist besonderes Lob auszusprechen, da er kurzfristig für Köppel eingesprungen ist und er wollte seinen Sohn ungern alleine mit seiner Frau lassen. Oder war es umgekehrt?

Die erste Runde fing ganz gut an und die Feuerwehr konnte sie für sich entscheiden. Doch ich will ja hier nichts unnötig in die Länge ziehen. Bei uns war halt nur der Anfang gut und danach haben wir stark abgebaut. Ich will jetzt auch keinen besonders hervorheben, aber den Eingeweihten ist er auch als Melder, der gerne mal am Verteiler raucht bekannt. Nebenbei wurde dann auch ordentlich Bier getrunken. Allerdings nicht ordentlich genug, wie wir nach der ersten Höhe feststellen mussten, denn wir holten die nächste Mannschaft beinahe ein. Also kam eine Schnapspause. Ich wusste das es nicht die letzte sein würde und hielt mich dezent im Hintergrund, als der Schnaps verteilt wurde. Doch ich sollte entdeckt werden und mir wurde ohne Antwort meinerseits abzuwarten mit einem Euzenberger beglückt. Immerhin besser als Löwentor. Er hat zwar mehr Umdrehungen, ist aber halsfreundlicher als der Löwentor. Während der Löwentor eine Schneise der Zerstörung bei seinem Weg nach unten hinter sich herzieht, ist der Euzenberger wie Balsam. Nachdem man den harten Schnaps getrunken hat, vermisst man richtig das Brennen im Hals, das einen nach Luft schnappen lässt. So also fühlte sich Harald Juhnke, nachdem er eine Flasche Korn auf Ex ausgetrunken hat. Kein Wunder, das er kein Glas stehen gelassen hat.

Es folgten nun noch ein paar Schnapsrunden, da wir immer recht weite Würfe machten. Gut, wir ist übertrieben. Alle kamen nicht so weit. Aber ich will mich da jetzt nicht ausnehmen. Was ich mit der Zeit feststellen mußte war, das die Kugel nicht immer den Weg nahm, den man eigentlich geplant hat. Das kann einerseits an der bereits dejustierten Hand-Augen-Koordination liegen oder andererseits daran, das ich als Abwurfpunkt immer meine Bierflasche genommen habe und deswegen abgelenkt war. Es ging aber nicht nur mit so. Als ich Andre meine Beobachtung schilderte, sagte er mir, das ihm auch schon so ein Verdacht gekommen ist. Macht aber nichts, da wir in verschiedenen Mannschaften gespielt haben und somit einen Ausgleich geschaffen haben. Wir stießen mir Bier und Schnaps an und gingen weiter. Wie es nun kommt, das ich freiwillig Schnaps trinke? Irgendwann ist es einem egal. Mann kann eh nicht weglaufen und die Anderen sorgen schon dafür, das man seine Ration auch wegputzt. Zum Glück kam aber bald die Verpflegungsstation. Dort wurde der Magen mit Schmalzbroten gefüttert. Jedenfalls bei mir. Die Anderen konnte ich beobachten das sie mit beiden Händen Kuchenstücken in sich rein stopften. Wenn ich nur daran denke, das ich nach den etlichen Litern Bier nun noch ein Stück Schmandkuchen essen sollte, wird mir schon schlecht. Zum Bier gehört einfach etwas deftiges. Hinterher wird es eh mit einem Schnaps weggespült.

Der Rest der Boßelstrecke war erstaunlich kurz, aber hat bestimmt doppelt so lange gedauert. Grund war nicht unsere erhöhte Lust auf Bier und Schnaps, sondern die Wartezeiten auf die Gruppen die vor uns waren. Aber auch die Hürde haben wir hinter uns gebracht. Zum Glück wurde uns nicht langweilig, hatten wir ja genügend Bier und Schnaps dabei. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich nun schon Bier und Schnaps geschrieben habe. Am Sporthaus wieder angekommen, sollte man eigentlich auf schnellstem Wege zur Mehrzweckhalle weiter gehen. Aber so ganz ging der Plan nicht auf, denn es verbleib jede Mannschaft noch ein wenig am Sporthaus und vertilgte das restliche Bier. Und Schnaps. Das hielt aber nicht lange vor und so wurde gleich an Ort und Stelle Nachschub geordert. Und es war spaßig, da man ja wieder die Leute traf, die schon vorher da war. Nur diesmal um einige Promille gealtert. Die Gespräche waren mit Sicherheit die gleichen wie vor 3 Stunden, aber man war der Meinung sie noch keinem erzählt zu haben. Außerdem hat man die Leute viel lieber, wenn man schön einen im Kahn hat. So hielt man dann aus, bis dann wirklich die letzte Mannschaft wieder da war. Nun gab es aber kein Grund mehr weiter am Sporthaus auszuharren und außerdem sollte es ja bald Abendessen geben. Also setzte man zum gemeinsamen Marsch zur Mehrzweckhalle an. Leider konnte nicht mehr alle gehen und einige mußten gefahren werden. Man kann von Glück sagen, das der Glöckner nicht ganz so groß ist, denn er hat prima in Atze seinen Bollerwagen gepasst. Er war aber auch so schwach.Von dem Weg durch das Dorf möchte ich gar nicht reden, denn jeder der uns sah und hörte wusste auf Anhieb, das wir nicht mehr nüchtern waren. Es konnte aber auch leicht erkannt werden, da jeder unser abgemachtes Erkennungszeichen trug. Die Flasche Bier in der rechten oder der linken Hand. In der Mehrzweckhalle ging es dann munter weiter. Doch das Flaschenbier wurde sogleich durch Glasbier ersetzt. Das gibt es nämlich in kleineren Gebinden und man kann davon mehr rein schütten. Das Trinkvermögen hat ja nun schon nachgelassen, da man ja schon ein paar Bierchen intus hatte. Und so ein 0,2 l Glas ist dann schon schneller weg gelutscht, als eine 0,33 l Kanne. Es steht zwar schneller ab, aber da trinkt man gleich nochmal so schnell. Das Gute ist außerdem, wenn man als eine der letzten Gruppen in die Halle kommt, sind viele schon da und haben sich vor allem mit einigen Marken eingedeckt. So bekommt man von jeder Seite etwas zugesteckt. Bier oder Schnaps. Mittlerweile war es eh egal.

Ich muß nun leider etwas beichten. Ich war nämlich schon ganz schön stramm zu dem Zeitpunkt als wir die Mehrzweckhalle betraten. Es konnte nur an der frischen Luft gelegen haben. Halt, stramm ist echt der falsche Ausdruck. Ich war nun nicht so voll, das ich nur noch lallend in der Ecke gelegen habe. Nein, Sprache und Gleichgewichtssinn funktionierten noch tadellos, nur die Erinnerung setzt ein wenig aus. Ich kriege einfach alle Ereignisse nicht mehr in die chronologische Reihenfolge. Aber das ist wohl auch egal. Den Beginn machte ich jedenfalls sehr thekennah. Ich kam gar nicht erst an die Theke ran, da hatte ich schon die erste Kanne in der Hand. Und bis ich dann endlich da war hatte ich einige Runden mit diversen Leutchen getrunken. Ich bin nun auch nicht auf dem direkten Wege zur Theke gegangen. Ich bin auch nicht über Los gegangen und habe dummerweise auch keine 2000 € eingezogen. Aber ich habe die Theke langsam eingekreist. Zwischendurch kam dann der Ortsbrandmeister einmal vorbei und hat mir eine Essenmarke in die Hand gedrückt. Das war einer der seltenen Momente, in denen ich ihn ohne sein Handy gesehen habe. Nun hatte ich also eine Essenmarke und wusste nicht so recht was nun gerade serviert wurde. Auf Nachfragen wurden beide Gerichte schon längst serviert und die noch nichts hatten sollten sich doch endlich mal anstrengen. Da Biensi die gleiche Marke in der Hand hatte, gingen wir gemeinsam los und holten uns unser Schnitzel ab. Also ein richtiges zum Essen und keins zum Trinken. Ich sagte zwar, das ich auf Gemüse und Kartoffeln zu Gunsten eines guten Zweckes verzichten würde, aber sie wurden mir trotzdem aufgetan. Naja, man muß sie ja nicht mit essen. Außerdem hütet ich mich vor den Erbsen. Sie haben gerne die Angewohnheit beim Boßelturnier sehr lebhaft zu sein und ohne des Zutuns des Esser vom Teller zu hüpfen und sich unter dem Tellerrand zu verstecken. Nimmt man dann den Teller hoch, sieht es aus als wäre man zu stramm zum Essen gewesen und hätte die ganzen Erbsen auf dem Tisch verteilt. Aber wir haben Frieden geschlossen und ich habe nur ein paar versehentlich in den Mund gesteckt.

Nach dem Essen machte sich eine große Dürre in Innenraum meines Mundes breit und ich mußte mir erstmal Marken organisieren, damit ich auch mal meinen Beitrag zum ständigen Runden geben leisten kann. Ausgerüstet mit ein paar Bieren suchte ich nach Leuten die ich von irgendwoher kannte. Leider bestand der ganze Saal aus solchen Leuten. Also setzte ich mich zu Köppel und Näppchen und unterhielt mich ein wenig mit denen. Meine Tour ging dann aber noch ein paar Mal durch den Saal. Da ich die Fotos schon gesichtet habe, scheint es mir, das ich an jedem Tisch gesessen habe. Und ich weiß mit ziemlicher Sicherheit, das ich an einem oder an mehreren Tischen noch mehr Bier getrunken habe. So ist das halt, wenn man in eine Runde rein rutscht. Nicht das ich solche Sachen mit Absicht mache.

Doch ein mittleres Problem schob ich noch vor mir her. Der Lange und Schöttler gaben heute noch eine Abschiedsparty. Die Beiden machen ca. zwei Monate Urlaub in Südostasien und gaben an genau diesem Abend ihren Abschied. Fragt mich nicht warum man nach Südostasien fährt, ich weiß es nicht. Fand aber die Idee mit der Party gut. Bleib nur die große Frage, wie ich dort hin komme. Ich hatte ja schon den ganzen Nachmittag mit Kathrin geschrieben und relativ spät kam mir die Idee, ob sie mich vielleicht rüber fahren konnte, aber leider hatte sie sich schon was anderes vorgenommen. Doch zum Glück habe ich ja noch gute Freunde, die in der Stadt wohnen und mich mitgenommen haben. Ich fragte ganz höflich bei Näppchen, ob sie mich und mein Bier mit nach Duderstadt nehmen würde. Ich versprach auch nichts zu verschütten, war mir das Bier ja viel zu kostbar. Und sie willigte ein. So fuhr mich die gute Näppchen, nachdem ich zu Hause eine Flasche Osbourne besorgt hatte, zur Party auf den Stadtberg.

Um ehrlich zu sein, war das total schwachsinnig, denn ich war schon genügend mit Alkohol voll gepumpt. Man bedenke, das ich nun seit 1300 Uhr am Trinken bin. Und dann auch noch die Hardcore-Kur mit Schnaps und Bier. Aber ich konnte ja die Fete nicht sausen lassen, schließlich würde ich mich ja auch freuen, wenn bei meiner Abschiedsparty alle kommen. Die Fahrt verlief recht problemlos und ich verschüttet nur wenige Tropfen meines Biers auf meine Hose. Wäre es nicht auf gerader Strecke passiert, hätte ich super die Näppchen für verantwortlich machen können…. War aber alles halb so wild, da ich meinen Auftritt nicht hätte verschlimmern können. Wie es sich für die Feuerwehr gehört bin ich standesgemäß mit meinem Feuerwehr T-Shirt boßeln gegangen. Aber mir war es recht egal, wie ich aussah, denn die Party sollte ja noch richtig abgehen. Es war zwar erst 2200 Uhr, aber zu dem Zeitpunkt gab ich mir bei gleich bleibenden Trinktempo noch ungefähr zwei Stunden, bevor es nach Hause ging. Dabei habe ich den Bonus-Faktor bei Mischungen noch nicht mit rein gerechnet.

Da es schon recht spät war war natürlich ein Großteil der Gäste schon da. Allerdings hatte ich mit mehr gerechnet. Ich habe schon Parties auf dem Stadtberg mit gemacht, da ist die Bude aus allen Nähten geplatzt. Aber die da waren, waren genau die Richtigen um Party zu machen. Zunächst begrüßte ich alle. Da leider kein Tisch vorhanden war, kam ich um das Händeschütteln nicht herum. Im Anschluß gab ich dann meine Flasche Osbourne ab und trank mein mitgebrachtes Bier aus. Dummerweise habe ich ein Glas aus der Mehrzweckhalle mitgehen lassen. So ein Ärger aber auch. Aber ich wurde so schnell wie nur möglich mit neuem Krombacher versorgt. Diesmal aber aus der Flasche. Ich hätte ja mein Glas wieder voll machen können um den Trinkrhythmus nicht weiter durcheinander zu bringen, aber da war mir dann doch zu albern. Ich hatte eh die Befürchtung, das mein Bierkonsum bald abnahm und ich immer mehr zu den Mischungen neigte. Ich hoffte nur, das mein Durst auf Bier nicht getrübt wird.

Nachdem ich ein wenig an der Theke rum stand entschied ich mich dann doch mich einmal hinzusetzten, da das Boßeln sehr anstrengend war. Ja ja, lacht nur. Aber probiert mal eine Kugel durch die Gegend zu schmeißen und danach wieder die schwere Bierflasche zu halten. Das Sofa kam wie gerufen und ich konnte ein wenig dem Smalltalk mit dem Doktor und Conrady frönen. Alsbald setzten sich dann auch andere Leute zu mir und wir redeten über dies und das. Vor allem über den Grund der Reise nach Thailand, Vietnam und wie die ganzen Domino-Staaten alle hießen. Ich vermutete den wohl einzig wahren Grund, billige Frauen und wilder Geschlechtsverkehr die wunderbare Landschaft und die Kultur Südostasiens. Und ich sollte recht behalten. Obwohl das mit einem Blick gesagt wurde, der eher aussah, als sei man gerade beim illegalen Müllentsorgen im Wald erwischt worden und will alles dem Bär in die Schuhe schieben, der vor 10 Sekunden noch da war. Naja, ich freue mich jedenfalls auf die erste Ansichtskarte, die mit Sicherheit nackte Frauenärsche eine Aufnahme eines herrlichen vietnamesischen Tempels zeigt. Oder aber die Beiden wollen auf den Spuren von Joker und Animal Mother wandeln und haben die Tour ”American World Tour“ gebucht. Ob wohl die Neckermann Single Reisen (ein Ticket hin und zwei wieder zurück), wohl am Besten laufen.

Wie es nicht anders sein sollte hatte ich ja meinen Fotoapparat dabei und somit wurden wieder Unmengen an Fotos geschossen. Allerdings gehört dieses Material zu dem Material, welches am Besten nie verewigt werden wollte. Vom Posen auf dem Sofa angefangen bis hin zum einäugigen Betrachten des Bildschirms. Es war alles dabei und ich scheue mich ernsthaft diese Bilder irgendwem zu zeigen. Dummerweise bin ich selber auch auf ein paar Fotos drauf, da meine Kamera unbeobachtet herum lag. Ein großer Fehler. Zum Glück bin ich ja der Herr über die Auslese. Früher oder später mußte ich der Fotohölle entkommen. Doch vorher hatte der liebe Herrgott ein paar Runden Schnaps gestellt. Besser gesagt, bestellt haben den andere und ich mußte trinken. Anfangs wollte ich mich raus reden und keinen Schnaps trinken, da ich vorgab mein Leibschnaps, den Korn, wäre eh nicht verfügbar. Aber da hatte ich mich geschnitten. Korn gab es. Und ich konnte ihm nicht entkommen. Zum Glück war es Korn, denn anderen Schnaps hätte ich nicht mehr hinunter bekommen. Einen Euzenberger mehr und ich wäre umgekippt.
Ich konnte mich mit einem rettenden Spring von der Couch an die Theke begeben. Doch ich hatte nur meinen Leidensplatz verlegt. An der Theke ging es munter weiter und ein gar süßlicher Geruch stieg mir in die Nase. Havana Club und mein Herz war verloren. Jenny und Fabian tranken ihn und ich konnte nicht mehr länger beim Bier bleiben. Havana Club mußte ran. Stilvoll aus dem Wandspender ging dann auch eine doppelte Mischung ins Glas. Meine inneren Organe jubelten. Und mir war klar, das es nun so langsam in das vergessen geht. An der Theke traf man dann andere Leute wieder und ein paar mit denen man sich schon unterhalten hat.

Nun kommt ein kurzer Zeitsprung, da ja wie gesagt, meine Aufzeichnung irgendwie durcheinander geraten sind. Ich habe ja den Korn in Verdacht, das er aus lauter Eifersucht auf den Havana ein paar Dinge ganz hinten in einer Kammer meines Gehirns versteckt hat. Zwischendurch wurde wild getanzt und die bareigene Nebelmaschine lief auf Hochtouren. Man konnte teilweise die Hand vor Augen nicht mehr sehen und ich kam mir vor wie im Film ”The fog“, aber die Ur-Fassung von 1980. Der Havana war mittlerweile zur Neige gegangen und ich bin auf Bacardi umgestiegen. Außerdem haben sich die Reihen schon gelichtet. Doch ein harter Kern wollte einfach nicht nach Hause gehen. Bemi wurde auch schon vom Rechner abgelöst. Was nun aber nichts mit seinem überhöhten Alkoholkonsum zu tun hatte. Denn wie Fotos beweisen kann man mit einem Auge auch noch prima den Monitor erkennen. Es sei aber gesagt, das der Monitor ungefähr so groß ist wie das Display eines modernen Handys und die Schrift sehr klein. Der Doktor hatte Bemi abgelöst und brachte nun Musik die ordentlich rockte. Sehr zum Gefallen von dem Langen und mir. Doch eins hatte der Kühn’sche Barrechner nicht. Musik von Black Sabbath. Eigentlich ein Frevel sondergleichen, aber der Lange und ich wussten uns zu helfen. Wir schmetterten die Songs a capella los. Lautstärke und Melodiesicherheit waren ungefähr vergleichbar mit einem Black Sabbath Konzert. Ein sehr großes Manko war natürlich die Textunsicherheit. Dazu sei aber zu sagen, das wir Beide schon seit Längerem kein Black Sabbath mehr gehört hatten und deswegen waren die Texte nicht mehr in unseren Köpfen eingemeißelt. Aber den Großteil kannten wir noch und schmetterten ihn heraus. Bis dann zu den Stellen wo es nicht mehr weiter ging und wir die Strophen durch gröhlen ersetzt haben. Nun trat aber die Schwester vom Langen auf den Plan und half mit den wichtigsten Stellen aus. Ich war beeindruckt. Ich war sehr beeindruckt.

Helena gefiel das ganze Singen nicht so ganz, was aber auch daran lag, das sie schon seit einer Stunde auf einem Sessel lag und geschlafen hat. Vielleicht lag es aber auch daran, das der Lange sie andauernd wach gemacht hat. Der Doktor hingegegen hat seine Vorliebe für übergrpße Sombreros entdeckt. Aber den Hut hatte an dem Abend wohl jeder auf. Mich eingeschlossen. Aber dem Doktor stand er mit am Besten.

So langsam gingen uns aber die Lieder aus und ich nahm mir für mich vor, das ab jetzt wieder Black Sabbath auf meinen Player kommt. Wozu habe ich denn da 4 Gbyte Platz. Es wurde aber nun zum allgemeinen Rückzug geblasen und der Taxifahrer stand schon in der Tür. Somit überließen wir dem Langen, Helena und des Langen Schwester das erste Taxi. Schötti, der Doktor und ich nahmen dann das zweite Gefährt.

Ein genauer Blick auf die Uhr war nicht mehr möglich, aber der kleine Zeiger hielt ab und zu zwischen der vier und der fünf an. Ich hatte schon arge Bedenken vor dem Sonntag Morgen und diversen Magenkrämpfen, aber nichts dergleichen geschah. Ich fühlte mich zwar matschig, aber das war durchaus verdient. Und trotz diesem matschigen Gefühl, freue mich seit dem Aufstehen, auf das nächste Boßelturnier!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: