Das Feuerwehr-Wochenende

30/10/2007

Am Freitag stand das jährliche Seniorentreffen der Feuerwehr an. Wie jedes Jahr sollt eich in der Küche zur Hilfe sein. Ein eher ungewohnter Platz für mich, da ich sonst eigentlich nur meine Dienste an oder vor der Theke anbiete. Aber in der Küche ist ein hervorragender Platz, da man dort ungestört ist und von den netten Damen imme rmit ausreichend Bier versorgt wird. Einmal aus eigenem Antrieb und dann wieder weil immer genügend bestellt wird. Aber erstmal sollte das Treffen los gehen. Mir war vor Beginn schon klar, das dieser Abend wieder einmal ein recht alkoholisches Ende nehmen wird. Besser gesagt als Endziel dieser langen Reise war die Werkstatt schon gesetzt.

Ich begab mich also gegen 1745 Uhr zur Mehrzweckhalle. Eigentlich sollte das Treffen schon um 1730 Uhr oder noch früher sein, aber ich hatte früher noch keinen Bock ich pimmelte noch ein wenig herum gewisse Umstände hielten mich zurück und so konnte ich erst recht spät meinen Weg angehen. Doch ich sollte immer noch pünktlich eintreffen. Offizieller Beginn war ja eh um 1800 Uhr und bis dahin wäre ich locker in der Mehrzweckhalle. Nachdem ich dann meine Schuldigkeit getan hatte und alle begrüßt habe, die schon da waren ging ich dann auf direktem Wege in die Küche und dort erwartete mich schon ein leckeres Bier. Und Holger und Diddi. So gefällt das und ich wäre froh wenn alle Freitag Abende so beginnen würden. Wir gehören sogar zu den gern gesehen guten Geister der Küche die von den hohen Herren auch mal persönlich in der Küche begrüßt werden. Ich vermute aber eher, das sie gucken wollten, ob wir hier nicht heimlich bessere Sachen gebunkert haben oder ob wir vielleicht schon vollstramm waren. Waren wir aber nicht, aber auf dem besten Wege dahin, da der Bierstrom nicht abzureissen schien. Die netten jungen Damen, die in der Halle als Bedienung eingesetzt wurden haben immer an uns gedacht und immer recht zeitnah die Ersatzgetränke bereit gestellt. Es machte den Anschein, als sei der Abend perfekt durchgeplant. Das macht mir ja immer ein wenig Angst, denn der Teufel steckt ja meistens im Detail. Während wir uns also den kühlen Gerstensaft die Schlünder runter schütteten sorgte Diddi dafür, daß das Brot auf die Tische kam. Wir wollten ja eigentlich mit helfen, aber irgendetwas hielt und zurück. Es könnte daran liegen, das sowohl Holger als auch ich jeder zwei Bier vor sich stehen hatten. Aber wir ließen uns nicht beirren und feuerten Diddi kräftig an.

Irgendwann stieß dann auch der Philip zu uns, der vorher in der Halle die Leute willkommen hieß und festhielt wie viele von jeder Wehr anwesend waren. Zum Glück brachte er Bier mit und passte sich so ohne Probleme der Gruppendynamik an. Diddi hat mittlerweile sämtliche Brotteller verteilt und gesellte sich zu uns und brachte Bier mit. Wir kamen kaum noch mit dem Trinken hinter her, aber wir gaben unser Bestes und bewahrten ein Großteil der Biere vor dem Abstehen. Der Vorstand hielt mittlerweile die Reden und die Senioren scharrten mit dem Besteck. Leider waren wir wohl bei unseren Erzählungen ein wenig laut in der Küche, so daß Philip uns erstmal zurecht weisen mußte. Wir hätten auch unsere Geschichten auf der Bühne zum Besten geben können, denn so laut war das alles. Wir versuchten ein wenig leiser zu sein und schafften es gerade so. Aber nur weil genügend Bier vorhanden war. Während also die Reden zur Vollendung gebracht wurden waren wir dazu verdammt in der Küche zu sitzen und Bier zu trinken. Ein hartes Los, ich weiß, aber jemand muß es tun und ich bin froh, das wir eine so gute Truppe sind. Das Essen begann und innerlich bereiteten wir uns schon auf den härtesten Teil des Abends vor. Das Abräumen der Tische. Schließlich sind wir ja nicht umsonst da, sondern sollten auch ein wenig was tun. Wenn wir nur hätten Bier trinken wollen, hätten wir uns auch ins Feuerwehrhaus zurück ziehen können und da dem Land des vergessen Schritt für Schritt näher kommen können. Unsere Vorbereitung bestand hauptsächlich daraus noch etwas mehr Bier zu trinken. Schließlich sollte die Hemmschwelle herunter gesetzt werden, so daß man sich auch traut ein paar Teller mehr mitzunehmen. ”Was? Nur 8 Teller? Da muß ich ja drei Mal laufen. Stell die anderen 30 Stück auch noch drauf. Scheiß auf das Besteck!“ Und der Startschuß fiel. Es war wirklich Streß. Zumal es gar kein Ende nehmen wollte. Teller konnte man prima übereinander stapeln, aber was ist mit den Wurstplatten, die nur halb leer waren. Da konnte man nicht einfach irgendwas drauf stellen, schließlich konnte man das alles noch essen. Da half dann nur Kilometer abzureißen. Dank der geballten Manpower haben wir aber auch das bewältigt. Wobei mir aufgefallen ist, das unser feiner Herr Ortsbrandmeister sich immer die leichten Aufgaben heraus gesucht hat. Sollte er das mit Absicht gemacht habe? Ich hoffe nicht.

Während der ganzen Lauferei ist natürlich das Trinken ein wenig zu kurz gekommen, aber dafür haben wir ja im Vorfeld schon ganz gut los gelegt, so daß der Flüssigkeitshaushalt über diese lange Durststrecke ausgeglichen war. Nachdem nun alles abgeräumt war ging die Arbeit los, die hinterher wieder keiner sieht. Das Abwaschen. Im Epizentrum der Feier gingen nun die Feuerwehrsenioren dazu über sich ordentlich die Hucke zu zu knallen. Sollen sie man auch machen. Schließlich haben sie sich einiges zu erzählen und kommen nicht mehr so oft am Wochenende weg, wie andere nicht näher genannten Personen , die zu allem Überfluß ihre Ergüsse im Internet veröffentlichen. Aber der Vorteil vom Abwasch ist, das die Geschirrspülmaschine einen Großteil der Arbeit übernahm und vor allem, das man dabei Bier trinken konnte. Schließlich mußte der erreichte Pegel gehalten werden. Die mühsam aufgezogenen Mauer durfte nicht zum Einstürzen gebracht werden. Aber auch das Abwaschen geht vorbei und es kam die Zeit, die laut Holger am Schönsten ist. Das Herumsitzen in der Küche bei gedämmten Licht und den geistigen Ergüssen der jeweils Anderen zu lauschen. Natürlich durfte hier das Bier trinken nicht zu kurz kommen. Dummerweise gingen im Saal schon die ersten Schnapsrunden über den Tresen. Marina dachte es wäre eine gute Idee den Leuten in der Küche auch mal etwas Gutes zukommen zu lassen. Nun sitzt man in der Zwickmühle, ein Nein wird in dieser Runde nicht ernst genommen und ich ergab mich dem Bismarck. Und hoffte es würde bei der einen Runde bleiben. Leider falsch gedacht.

So saßen wir also zeitweise rum und gaben Geschichten zum besten die nicht aufgeschrieben dürfen. Denn soviel Nonsens würde mit ziemlicher Sicherheit den Server des Logbuchs zum Abstürzen bringen. Und ein wenig will ich dort noch bleiben. Bis dann die Spülmaschine die letzte Spülung vollbracht hat und es Zeit wurde das die Mehrzweckhalle wieder in ihren Ur-Zustand gebracht wird. Die Senioren sind nach und nach wieder nach Hause gefahren. Länger als Mitternacht geht diese Veranstaltung eh nicht. Klar, bleibt immer ein harter Kern, aber der kann auch noch sitzen bleiben, während wir die Tische schon wieder auf die Bühne bringen. Und man kann auch noch ein wenig an der Theke stehen und dort noch ein das eine oder andere Bier trinken. Dummerweise sitzt zu dieser späten Stunde die Schnapsflasche immer recht locker im Holster und so wurden ein paar weitere Bismarck auf die Liste gestellt. Um es mit anderen Worten auszudrücken wir bereiteten uns auf das Finale in der Werkstatt vor. In der vergangenen Woche habe ich ein wenig Vergangenheitsbewältigung betrieben und mir spontan mal den Eintrag vom letzten Seniorentreffen angetan. Das ist auch sehr hart in der Werkstatt geendet und was eigentlich noch viel Schlimmer war, war das damals noch Conny aus der Werkstatt sehr aktuell war. Nur mal um eine kleine Anmerkung fallen zu lassen.

Die letzten Tische waren verstaut und wir konnten eigentlich los. Doch aus unser einstmals schlagkräftigen Truppe sind leider nur noch Schnitzel und ich übrig geblieben. Denn die anderen Mitstreiter haben feige den Schwanz eingezogen. Entweder hatten sie keine Lust oder aber es wurde noch ein Alternativ-Programm mit weiblicher Begleitung in Angriff genommen. Die Lanz Bulldog Falle hat also wieder zugeschlagen und ist nach wie vor wirksam. Jemand sollte endlich mal ein Gegenmittel dagegen entwickeln. Selbst in kleiner Abstecher in den Jugendraum, der ja nur einen Steinwurf von der Mehrzweckhalle entfernt ist brachte keine weiteren Mitfahrer. Nur einen Porno der mit kurzer Hose dort herum saß. Natürlich waren auch noch andere Personen anwesend, aber dieses Bild hat sich leider in meine Großhirnrinde eingebrannt. Ich frage mich allerdings immer noch, warum er mit kurzer Hose herum läuft. Um 0100 Uhr Ende Oktober. Leichte Zweifel an Pornos Geisteszustand überfluteten mein Hirn. Nach diesem Anblick konnte es eigentlich gar nicht mehr schlimmer kommen und Schnitzel und ich bestiegen die Kutsche zur Werkstatt allein. Dort angekommen erhoffte ich mir nichts außergewöhnliches, denn schließlich waren wir auf dem Weg in die Werkstatt. Tür auf und der Griff zum Portemonnaie kam automatisch. Doch was sollten meine Augen dort sehen. Bei der Kasse stand niemand anderes als Conny. Die Geister meiner Vergangenheit holten mich wieder ein. War ich aus Versehen in eine Zeitmaschine gestiegen und um ein Jahr zurück gereist? Sollte ich eine zweite Chance bekommen und sie wieder versieben, wie es mein natürliches Talent ist? Ich war verwirrt und brachte ein Hallo zustande. Immer noch besser als sich umzudrehen und schreiend weg zu laufen. Sie lächelte und grüßte zurück. Für sie war es mit Sicherheit der gewohnte Anblick, denn ich sah aus wie immer. Nämlich nach mehreren Bier und ein paar Korn, mit einem Blick in den Augen, der mehr verlangte. Sie sah hübsch wie immer aus und ihre Augen sagten mir, das sie nicht irgendwie sauer auf mich ist. Interessiert sah sie aber auch nicht gerade aus. Also entlöhnte ich den Wegezoll an der Kasse und setzte meinen Weg fort, der uns direkt an die Theke führte. Ich nahm mir fest vor, mich nicht umzudrehen, aber das Fleisch war schwach. Und somit trafen sich unsere Blicke erneut und hielten kurz fest. Ich weiß nicht was ich mir dachte, aber zwei Herzen schlugen in meiner Brust. Das eine wollte nicht, das sie noch hinterher kommt, da ich mich auf übelste Art und Weise betrinken wollte. Und das andere wollte das sie hinterher kommt und wir uns vielleicht zufällig an der Theke treffen. Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen sei hier erwähnt, das Conny nicht mehr mit mir die Versöhnung an der Theke feierte. Sie war wohl gerade beim Aufbruch, was ich durchaus verstehen konnte bei den Menschenmassen in der Werkstatt.

Unser Weg führte uns eine halbe Runde um die Theke und ließ mich dann aus einem Reflex heraus eine Flasche Wodka bestellen. Dummerweise waren wir ja nur zu Zweit und hatten so also den Rest Abends in vorgefertigte Bahnen gelenkt. Man braucht auch ein wenig Routine. Nachdem dann die ersten Mischungen konsumiert wurden, stellte Schnitzel fest, das die Flasche vielleicht doch ein wenig zu viel für uns war. Was hörte ich da aus seinem Mund? Ich glaube aber, das die Zweifel schnell wieder verschwanden. Irgendwann kam dann noch Florian, ein alter Schulkamerad hin zu und trank ein Glas mit uns. Und gab uns Einblicke in das Leben eines LKW-Fahrers. Ansonsten sind nicht wirklich bahnbrechende Dinge in der Werkstatt geschehen. Ich nutze allerdings die Gelegenheit und erkundigte mich bei der Bedienung ob ich denn noch etwaige Entschuldigungen bei ihr loswerden müßte, wegen der letzten Woche. Aber sie verneinte und meinte, das wir ja gar nicht so schlimm waren. Außerdem waren wir ja beim Betteln um ein weiteres letztes Getränk noch ganz charmant gewesen und hätten nicht das Pöbeln angefangen. Was anderes hätte ich auch gar nicht erwartet, ich wollte es mir noch mal bestätigt haben, da einige Datenspuren vom vergangenen Samstag gelöscht wurden. Nachdem dann also die Flasche geleert wurde setzten Schnitzel und ich zum Heimweg an. Hier sei aber gesagt, das wir nun Beide ordentlich getankt hatten. Ich habe zwar keinen Filmriß, aber bei Schnitzel schien es etwas schlimmer gewesen zu sein. Jedenfalls bestätigte er mir das mit einigen SMS am folgenden Tag.
Der Samstag fing recht stressig. Ich war müde und mußte aufstehen. Denn die Autos, mit denen wir am Sonntag die Fahrt nach Bergen zur Leistungsspangenabnahme antreten wollten, mußten von der Stadt geholt werden. Nachdem ich mein Äußeres ungefähr so hin bekommen habe, das man mich erkennen konnte war der Patrick S. auch schon da. Dummerweise machte die Stadt erst um 1000 Uhr auf und wir waren eine gute Stunde zu früh. Na toll, also ging es wieder nach Hause und ich weinte ein wenig um die verlorenen Stunde. Beim zweiten Versuch klappte aber alles Problemlos. Aber ich bekam einen Opel Astra. Nun gibt es die unzensierte Meinung. Ich will hier nichts beschönigen, aber der Opel Astra ist ein Scheiß-Auto. Mein Beileid an alle Astra-Fahrer. Und damit sollte ich dann also nach Bergen eiern, mit einer Horde Jugendlicher an Bord. Mein Vorfreude läßt sich nicht in Worte fassen. Ich will es gar nicht erst probieren. Den Rest des Tages verbrachte ich damit die Felkls zu besuchen (alle Beide) und mit TV gucken. Es wäre besser gewesen hätte ich mich nochmals zur Ruhe gelegt, aber so was kriege ich meistens nicht hin.

Abends ging es dann zu Dr. Dieck, der feierte Wohnungseinweihung. Da ich ja noch ein weiteres Auto Astra zur Verfügung hatte, konnte ich selber zum Doktor fahren und dann mein Auto dort stehen lassen. Auf dem Weg in die Stadt machte ich mir nochmal ein paar Punkte klar, die ich mir vorgenommen hatte. Da mein Sonntag komplett von der Feuerwehr bestimmt wird und ich noch am frühen Morgen Auto fahren mußte nahm ich mir also vor, nicht so viel zu trinken. Ein paar Bierchen und auf keinen Fall sollte der Schnaps in die Nähe meines Mundes kommen. Da ich wusste welche Leute alles bei der Party waren, war mir klar, das es ein harter Kampf werden würde. Aber Niemand hat behauptet, das es leicht werden würde. Da man nie ohne etwas in der Hand zu einer Party kommen sollte und schon gar nicht wenn es sich um eine Wohnungseinweihungsparty handelte, entschloss ich mich eine dekorative Flasche Havana Club mit zu nehmen. Als ich auf dem Weg in die Stadt war fiel mir auf, das ich mir damit eine der größten Fallen gestellt hatte. Was mache ich nur, falls Jemand dort ist der gerne Havana trinkt und der Duft mich mal wieder verführt. Habe ich erwähnt, das Fabian und Jenny mit ziemlicher Sicherheit da sein werden? Ich mußte einfach stark bleiben und durfte mich nicht ablenken lassen. Mittlerweile war ich angekommen und klingelte. Und schon trat das erste Problem auf. Die Klingel war an der Briefkastenleiste angebracht, inklusive Sprechanlage. Problem war dann, das die Tür noch ungefähr 8 Meter weg war. Sollte nun Jemand die Parole über Sprechanlage fordern und mich dann einlassen wollen, müßte ich mich recht schnell die 8 Meter zur Tür bewegen. Ich hätte meinen Arsch darauf verwetten können, das die Zeit die die Verriegelung frei ist zu kurz ist. Also begab ich mich auf halben Wege zur Tür. Quasi wie ein Batter beim Baseball, der auf halben Wege zum 2. Mal ist. Die Spannung stieg. Die Tür entriegelte ohne Parolenforderungen und ich flitzte zur Tür. Geschafft! Die erste Hürde ist genommen.

In der Wohnung angekommen mußte ich erstmal die immensen Raum von der Wohnung begutachten. Respekt, da hat der Doktor aber eine Menge Platz. Aber die Wohnung gefällt echt. Sie ist im ersten Stock und das Treppen Haus war auch sehr geräumig. Was soviel bedeutet,. Das man beim Möbelschleppen keine großen Probleme hat. Ist ja immer sehr wichtig, da ich nichts mehr hasse, als wenn man verwinkelte Treppenhäuser hat. Der Architekt ist mit ziemlicher Sicherheit noch nie umgezogen. Aber hier wurde mit gedacht. Nachdem ich dann die Leute im Wohnzimmer begrüßt habe führte mich mein Weg auf direktem Wege in die Küche. Da ich dort das Bier vermutete. Allerdings sollte mich mein Instinkt trügen, da der Doktor auf Nachfragen mitteilte, das Bier auf dem Balkon gebunkert wurde. Balkon? Da habe ich doch tatsächlich ein wichtiges Bauelement übersehen , da ich so heiß auf ein Bier war. Also führte mich mein Weg auf den Balkon, wo sich dann tatsächlich ein paar Mutige zum Rauchen hingetraut hatten. Das Wetter hatte mittlerweile mächtig angezogen und von einer Klimakatastrophe konnte man nichts mehr spüren. Also ging die Begrüßungsphase weiter, doch hatte ein gutes Ende, da ich schnell die Bierkisten entdeckte und gleich für die ganze Baggage in der Küche Nachschub mit brachte. Ich wurde auch gleich wieder von Jenny aufgezogen, die fragte ob ich denn wieder dem Havana verfallen würde. Kurz vorher hatte ich mitgeteilt, das ich heute nicht viel trinken werde. An das Gelächter habe ich mich ja schon gewöhnt. Aber mir wurde schon bestätigt, das mein Vorhaben einen harten Willen benötigte. Ich meine auch in der Stimme ein leichtes Zweifeln mitschwingen gehört zu haben. Aber ich wollte es allen zeigen.

Zurück in der Küche gab es dann endlich das leckere Bier und eine Menge an Geschichten die man zum Besten geben konnte. An die feste Nahrung traute ich mich nicht so recht ran, da ich zu Hause schon versucht habe etwas zu essen, was aber eher mäßig geklappt hat. Soll bedeuten, das der Vorabend noch ein wenig auf die Verdauung gedrückt hat. Allerdings sahen die Brezeln recht lecker aus. Und als Manuel dann noch erwähnte, das die Gorgonzola-Creme ein Gedicht war überlegte ich mir die ganze Geschichte noch einmal. Aber zunächst mußte der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen werden. Zum Glück gab es Becks, damit war die Entscheidung beim Bier zu bleiben recht gut und ich konnte standhafter bleiben. Nichts ist schlimmer, als wenn man so einen Vorsatz wie ich gefasst hat und dann bekommt man ein Bier vorgesetzt, von welchem man weiß, das man am nächsten Tag mit wunderbaren Kopfschmerzen gesegnet wird. Aber bei Becks hatte ich da absolut gar keine Bedenken. Nachdem dann einige Geschichten ausgetauscht wurden und ich mich recht gut am Becks gehalten hatte wagte ich mich dann doch einmal an die Gorgonzola-Creme und sie war ein Gedicht. Man riecht zwar hinterher als sei man in ein Käsefaß gefallen, aber da an dem Abend eh nichts mehr laufen würde war es egal. Wie man am nächsten Morgen roch war eigentlich auch egal, da ich imAuto eh nur die Jugendlichen mitnahm und wenn die sich beschweren ist das nicht so schlimm. Sie können ja auch zu Fuß gehen.

Dann kam der Moment, den ich schon gefürchtet hatte. Aus irgendeiner Ecke vernahm ich die Forderung nach Schnaps. Und wie durch Zauberei erschien plötzlich eine Flasche eisgekühlter Kotzo. Ich reif mir nochmals meine Vorsätze in den Kopf und sagte entscheiden ”Nein!“. Die ersten Blicke waren zwar sehr verwirrt, aber die Flasche ging an mir vorüber. Das wäre geschafft. Für’s erste. Vom Havana ging vorerst auch keine Gefahr aus, da er in einem Kühlfach verschwunden war. Fabian trank zunächst Osbourne. Es lief also alles nach Plan. Um mich abzulenken trank ich noch ein paar Pilschen mehr. Es folgte nicht lange nach der ersten Runde die zweite Runde Kotzo und wieder bleib ich standhaft. Das sollte aber kein weiteres Mal passieren. Ich weiß nicht ob es mein fehlender Wille war oder ob einfach ignoriert wurde, das ich keinen Kotzo wollte. Mir wurde das Glasa einfach in die Hand gedrückt. Was soll man da machen. Ich machte nicht viel Aufsehen und kippte das Glas rein. Es schmeckte nicht besonders gut, aber etwas in mir schrie nach mehr. Doch ich prügelte das kleine, feine Stimmchen nieder ignorierte es einfach. Es fiel nun natürlich noch schwerer die kommenden Runden abzuwehren, da man ja nun schon einen Schnaps getrunken hat und um ehrlich zu sein, hat es auch nicht mehr geklappt. Es folgten also noch zwei weitere Kotzos. Ich hoffte die würden mich nicht aus der Bahn werfen und machte einen kleinen Rundum-Check. Alles schien wohlauf, nur die Leber war ein wenig eingeschnappt, als sie das Memo für den Abend gelesen hat, das es keinerlei harten Alkohol geben würde. Das Leben ist schon hart.

Die Gespräche drehten sich nun um Schnäpse und Filme. Es wurde zitiert und alte Geschichten wieder nach vorne geholt. Es wurde viel gelacht und viel Bier getrunken. Mittlerweile sind die handlichen 0,33 l Flaschen ausgegangen und ich heilt mich an einer 0,5 l Flasche Becks fest. Da sieht man dich wenigstens wieder richtig wie ein Trinker aus. Helena erzählte ein wenig vom Langen, der ja zur Zeit mit Schöttler zusammen in Fernost weilt. Da ich auch an den blog der Beiden angeschlossen bin kenne ich ein paar Geschichten schon. Auf jeden Fall vermisst sie ihn schon sehr. Aber sie muß sich da wohl noch 8 Wochen gedulden, bis der Lange wieder im Lande ist. An dieser Stelle einen schönen Gruß an die Beiden. Und denkt dran nicht alles was nach Huhn schmeckt muß auch Huhn gewesen sein!

Während ich so den Geschichten lauschte fand im Inneren meines Körpers eine geheime Abstimmung ohne mich statt. Es wurde beschlossen, das entgegen meines Kommandos das Memo ignoriert wird und versucht werden soll auf Havana Club umzusteigen. Thalau hat bereits die Flasche geöffnet und der Geruch wurde bereits von meinem Geruchssinn aufgenommen und bestätigt. Der Geschmackssinn rebellierte und die Leber freute sich und stachelte die Meuterei kräftig an. So spielte auch noch der Zufall der ganzen Meute in die Hände, als der Doktor zu Bedenken gab, das nur noch ein paar 0,5 l Flaschen Becks über sind. Mein Mund machte sich selbstständig und sagte das ich eh bald umsteigen würde. Genauer, nach diesem Bier. Soso, da wollte ich aber noch ein Wörtchen mitreden. Was aber nicht geklappt hat, denn mir wurde schon eine Mischung gereicht. Und nun? Ich stellte mich der Meuterei und handelte ein Abkommen aus. Die Mischungen sollten sehr sacht sein. Als ich dann mit dem Mixgetränk gesehen wurde gab es wieder ungläubige Augen, denn ich wollte ja am nächsten Morgen Auto fahren. Ich versicherte aber, das ich nur ein paar trinken würde und nur sachte Mischungen durch mein hartes Auswahlverfahren kommen würden. Da war ich dann aber eisern und hielt mich an den gesetzten Kurs.

In dieser Nacht fand auch die Umstellung der Uhr statt und ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, das ich diese wieder mitbekommen sollte. Aber irgendwie befand sich die Party schon vor dem Zeitsprung so leicht am Auflösen. Skandal, was war los. Ein harter Kern bleib aber weiterhin vorhanden. Aber es sollte nicht mehr lange gehen. Als dann ein paar weitere Mischungen den Weg in meinen Magen gefunden haben brach auch der harte Kern auf. Florian und Anja nahmen mich mit nach Westerode und ich nutzte die kalte Nachtluft um ein wenig nüchterner zu werden. Klappte zwar absolut gar nicht, aber so stramm war ich ja auch nicht. Was auch ganz gut war, denn eins stand fest, der Wecker klingelte um 0555 Uhr. Zu Hause stellte ich noch die wichtigsten Uhren um, da der Zeitsprung mittlerweile statt gefunden hat.

Und trotzdem schaffte ich es das mein Handy eine Stunde zu früh klingelte. Kennt man ja von Murphy. Aber so konnte ich noch eine weiter Stunde dösen. Als dann die korrekte Zeit erreicht wurde fiel ich aus dem Bett und bleib dort jammernd noch ein wenig liegen sprang ich wie ein junges Reh aus dem Bett und war voller Tatendrang, den ich gleich in Duschen und Anziehen meiner Feuerwehruniform umwandelte. Jaha, denn es ging zur Leistungsspange und da hat man chic zu sein. Nach dem Vorbereiten des Frühstücks und dem Füttern der Katzen ging es dann mit dem Astra zum Feuerwehrhaus. Wo wir dann erstmal auf Kim warten mußten. Während der Wartezeit mußte ich beschämend feststellen, das ich das beschissenste Auto abbekommen habe. Aber ich habe mich ja über den Opel schon ausgelassen.

Wie sich heraus stellte hatte Kim verschlafen. So sagte jedenfalls, mir kam es eher vor, als hätte er am Vorabend gesoffen und hatte absichtlich den Wecker überhört. Er beteuerte zwar nichts getrunken zu haben und früh zu Hause gewesen zu sein, aber ich kenne meine Pappenheimer. In Hilkerode angekommen mußte er dann auch schon seinen Mageninhalt der Natur anvertrauen. War ja klar. Hauptsache er bröckelt nicht ins Auto. Hat er auch nicht, denn kurz hinter Osterode durften wir erneut anhalten. Die Zeit nutzte ich um die Daten des Astras nach zu gucken, da die Fahrweise genau meinen Erwartungen entsprach. Ich traute meinen Augen nicht. Der Fahrzeugschein wies aus, das der Astra genau 1199 ccm Hubraum hatte. Das macht 55 KW, also 75 PS. Hallo, wie kann man denn ein Auto mit 1,2 l Hubraum bauen. Kein Wunder das der Zweite Gang so gut wie gar nicht zieht. Hiermit wurde mir bewiesen, das der Rüsselsheimer ein Mist-Auto ist. Welcher Ingenieur ist denn für ein 1,2 l Auto verantwortlich? Ich bin ja auch für das 3,0 l Auto. Denn 3,0 l Hubraum sind vollkommen ausreichend. Ich jedenfalls durfte nun den Weg nach Bergen mit 75 PS weiter fortsetzen. Meine Begeisterung erreichte neue Höhen.

Bergen war recht leicht zu finden dank meines ausgeprägten Orientierungssinnes dank dem Navi von Hecke und die Leistungsspange wurde dann ohne Probleme abgelegt. Noch nie hatte ich bei einer Gruppe weniger Bauchschmerzen als bei dieser. Wir erreichten sogar fast Höchstpunktzahl. In Bergen ist ja immer der Wiederholtermin, für die Gruppen, die beim ersten Mal durchgefallen sind. Aber wir sind ja nicht durchgefallen, sondern konnten nicht antreten. Das alles hat mich dann weitere drei Wochen an Nerven gekostet und eine nette Fahrt nach Bergen, mit einem untermotorisierten Fahrzeug. Aber es hatten ja alle geschafft und das war die Mühe wert. Man macht zwar immer ein wenig Theater, wenn man sich so viel Zeit ans Bein bindet, aber um ehrlich zu sein, sind gerade solche Momente, wenn die Jugendlichen die Leistungsspange bekommen und stolz zurück kommen, das Salz in der Suppe.

Dir Rückfahrt verlief recht problemlos und ich war froh, das ich endlich wieder zu Hause war und die Uniform ausziehen konnte. Irgendwie ist sie seit letztem Mal eingelaufen. Seltsam wie solche Dinge passieren!


ZHG

24/10/2007

Diese Wochenende könnte in sehr kurzen satzähnlichen Gebilden beschrieben werden. Freitag – Sportplatz – Bier – ZHG-Party – gefühlt 1000 hübsche Frauen gesehen – stramm – mit Morchel umziehen – Felkls Geburtstag – Bier – Werkstatt – stramm. Aber das will ja keiner. Außerdem muß ich ja meine Quote von mindestens fünf Seiten erfüllen. Sagt mein Werbepartner, der euch immer mit den ganzen Spam-mails voll bombt. Nein, war nur ein Scherz. Wenn wir ehrlich sind, sind solche kurz abgefassten Beiträge ja auch viel zu langweilig und spiegeln gar nicht das erlebte wieder. Auf geht’s!

Der Freitag startete recht normal. Eigentlich fing die Vorfreude für den Freitag schon am Montag an, denn da schickte der gute Ingo eine mail über den Äther in dem er ankündigte, das er am kommenden Freitag seine O-Phase begehen würde, passenderweise ist auch zeitgleich O-Phasen-Party im Zentralen Höhrsaalgebäude, kurz ZHG genannt. Und er suchte noch Leute die ihn bei dieser schweren Eingewöhnungsphase begleiten und ihn unterstützen würden. Da bin ich doch immer gleich hilfsbereit und habe postwendend die mail zurück geschrieben und meine Unterstützung zugesichert. Wie ich dann am Donnerstag erfahren mußte, hatte sonst keiner etwas Zeit übrig, aber wir würden auch zu Zweit los ziehen. Aber ich hatte eine leichte Vermutung, das wir an dem Abend nicht alleine sein werden. Da waren bestimmt ein paar junge Damen anwesend, die uns Gesellschaft leisten würden. So hoffte ich zumindestens. Die Freitag Abend Planung war schon einmal vollkommen. Erschwerend kam noch hinzu, das mich der Morchel unter der Woche angerufen hat und gefragt, ob ich ihm ein wenig beim Umzug helfen könnte. Er zieht ja mit Daniela auf die Nachbarschaft und brauchte da noch ein paar Leutchen, die bei den ganz schweren Sachen mit anfassen können. Beschissene Arbeit, da bin ich doch immer ganz vorne mit dabei. Also sagte ich zu, auch in dem Wissen, das es wieder mal ein harter Samstag werden würde, denn es sollte schon früh los gehen. Doch diese Gedanken wurden vorerst aus dem Gehirn verbannt, wollte ich doch die heißen Frauen auf der ZHG-Party genießen.

Zunächst führte mein Weg mich wie gewohnt zum Sporthaus, wo ich dann ein paar Pilschen trank. Da das Training nun schon früher statt fand, kam ich genau pünktlich zum Ende des Trainings. Beim Rumfragen war immer noch keiner bereit mit nach Göttingen zu kommen um den armen Ingo bei der Orientierung auf dem Campus zu helfen. Gut, es war nicht sein Campus, da die Fern-Uni keinen Campus hat, aber das ist doch kein Grund. Also mußte ich ihm alleine die Stange halten. Also im übertragenen Sinne, jeder der nun was schweinisches gedacht hat, der soll sich sofort den Kopf waschen. Solch verwerfliche Gedanken gehören hier nicht her. Das ist ein anständiges Logbuch. Die meiste Zeit jedenfalls. Da Ingo noch mit Lernen beschäftigt war, habe ich dann weiter ins Feuerwehrhaus verlegt. Besser gesagt hat mich da der Stopper hin gefahren, da er ja eh auf dem Weg in die Stadt war. Im Feuerwehrhaus wollte sich eine nicht unerhebliche Menschenansammlung treffen um dann in die Werkstatt weiter zu ziehen.

So sollte es sein, doch als ich dort aufschlug, fand ich keine feiernden Menschen vor, sondern gähnende Leere, aber ich wusste mir mit einem leckeren Bierchen die Zeit zu vertreiben. Kurze Zeit später kam dann der Schnitzel und eröffnete mir, das er am nächsten Tag auch mit von der Party beim Umzug wäre. Super, dann schaffen wir ja ordentlich was. Wir dürfen nur nicht so viel Scheiße labern. Nach Schnitzel trudelten so langsam aber sicher die anderen rein. Zunächst der Porno, der mir gleich wieder Videos mit fragwürdigem Inhalt vor spielte. Dann kam irgendwann der Kai, mit Wiebke und einer Freundin von Wiebke. Und drei Flaschen Wodka im Arm. Später stießen noch Kolben, Philip, Gatze und Jense dazu. Man kann also gut sagen, das die Bude voll war. Und alle tranken sich langsam aber sicher in eine leicht verschwommene Welt. Ich bleib aber dennoch beim Bier. Und ich meinte Bier, denn ich spielte zunächst mit dem Gedanken, das ich mir ein Weizen gönnte. Ich ließ dann aber von dem Gedanken schnell ab, da ich die Toiletten-Situation im ZHG nicht richtig einzuschätzen wusste. Besser gesagt, wollt eich nicht unbedingt auf dem Massenklo der Mensa, meine Darmflora entfalten.

Dank Strichliste, konnte ich genau beziffern, wie viele Pils meinen Hals hinunter gewandert sind, als dann endlich der Ingo ankam um mich abzuholen. Er wollte seinen Lehrplan streng durchziehen und fuhr erneut an dem Abend. Ich bot ihm zwar an, das wir uns rüber fahren lassen und dann mit dem Taxi den Heimweg antreten würden, aber da wollte er nicht ganz drauf eingehen, da er sich versprach, das er noch einiges am Samstag vormittag schafft. Als erfahrener Ex-Student, kann ich sagen, das es egal ist, ob man gesoffen hat oder nicht, Lernen ist immer sehr belastend. Aber Ingo genießt meinen vollen Respekt, denn er zieht sein Studium an einer Fern-Uni durch und muß sich so vollkommen alleine an seinen Lehrplan halten. Heiß, er hat keine Vorlesungen und muß seinen Stoff nach der Arbeit noch in den Schero prügeln. Hätte ich nicht hin bekommen. Wenn ich überlege, das ich mich nun noch nach der Arbeit bis zu 5 Stunden hinsetzen müsste, um Stoff zu lernen, dann hätte ich Morgens erst recht keinen Bock aufzustehen. Und weblog schreiben, ist keine anstrengende Gehirntätigkeit.

Doch bleiben wir beim Wesentlichen. Der Abendunterhaltung. Wir fuhren also Richtung Göttingen und nach einem kurzen Zwischenstop bei mir zu Hause waren wir auch wie im Fluge bei Jan-Patrick, einem Kumpel von Ingo. Dort trafen wir dann den Rest der Truppe, die mit zur ZHG-Party kamen. Ein weiteres Pils wurde getrunken und Ingo fuhr die erste Fuhre rüber, zu der auch ich gehörte. Und als wir dann um die Ecke kamen, sahen wir die Misere. Wir mußten anstehen. Und zwar ganze 45 Minuten. Als dann irgendwann die zweite Fuhre an kam, sind wir nicht wirklich nach vorne gekommen, aber es ging langsam aber sicher vorwärts. Zum Glück hatte die zweite Truppe auch eine Flasche Havana Club dabei. Natürlich mit Cola versetzt um nicht gleich aus den Latschen zu kippen. Erstmal sah es richtig schön assig aus, wenn man mit einer Havana Club Flasche herum steht und aus ihr eine Mischung trinkt und dann war es auch noch eine Liter-Flasche. Quasi die für den großen Durst. Aber lecker war die Mischung und nach dem dann die erste Härte überwunden war, lief es auch ganz gut rein. Ich hoffte nur, nun wieder auf Bier umsteigen zu können. Ich wollte zwar noch Schnaps trinken, aber nicht zu früh. Vorerst mußte ich Eindrücke wirken lassen.

Als wir dann endlich drinnen waren, hatte sich mein Durst in das Unermeßliche gesteigert. Die Theke als festes Ziel im Hirn abgespeichert, machte ich mich auf den Weg. Doch Ingo teilte mir mit, das es sich um die Mischungstheke handelte. Das konnte ja gar nicht wahr sein. Hieß es wirklich, das ich um die ganze Theke herum laufen mußte um an ein Bier zu kommen? Genauso war es dann auch. Aber auch der Weg wurde geschafft. Leider konnte ich in diesem Spießroutenlauf leider nicht die Umwelt um mich herum analysieren. Aber was ich so aus den Augenwinkeln sah, war verdammt hübsch. Prioritäten mußten allerdings sein. Um wirklich in den totalen Genuß zu kommen, fehlte einfach das Pils in der Hand. Ich wüsste auch sonst nicht so richtig was ich mit meinen Händen hätte anstellen sollen. Ingo erfüllte die Aufgabe souverän und versorgte alle mit Bier und nun konnte man sich den Rest des ZHG’s angucken. Was ich dort sah war überwältigend. Wo ich auch hinsah waren hübsche Frauen unterwegs. Ich konnte mich in keine Richtung drehen ohne das ich eine Favoritin entdeckte. Es war als wäre das Glashaus und der JT-Keller zusammen geworfen worden und die Essenz der hübschen Damen ist dabei heraus gekommen. Und sie waren in der Überzahl!

Erst spät fiel mir auf, daß das Bier welches hier feil geboten wurde Veltins war. Ich freute mich sehr auf den kommenden Tag, der mit Kopfschmerzen voll gestopft zu sein versprach. Da ich aber keine andere Wahl hatte, folgte der Inhalt der Flaschen dem edlen Krombacher. Ich hatte ja eine kleine Hoffnung, das es Becks geben würde, aber der Preisunterschied war dann wohl doch zu groß. Egal, wird halt Veltins getrunken und am Folgetag mit den Kopfschmerzen gelebt. Die Schnitten machten das alles wieder weg. Wo wir dann auch gleich mal beim Thema sind. Trotz mehrfachen Stellungswechsel entkamen wir nicht den hübschen Frauen. Wie denn auch, sie waren ja überall. Es schien wie eine intergalaktische Verschwörung. Ich kam kaum zum Trinken, so sehr mußte ich meinen Kopf hin und her drehen um wirklich alle Eindrücke zu erfassen. Doch leider ist das männliche Gehirn mehr als nur begrenzt. Wenn genügend Informationen gespeichert wurden schaltet es einfach ab und es wird noch ein ganz winzig kleiner Notfallspeicher aufgehoben. Und dieser war durchaus nötig. Die Trinkgeschwindigkeit war von meiner Seite her ein wenig überdurchschnittlich. Da ich ja Trinkzeit durch schauen verlor, mußte dann natürlich schneller getrunken werden. Für Außenstehende sah es natürlich so aus, als würde eine große Unterdruckpumpe in meinem Körper ihren Dienst verrichte, aber ich kann versichern, das da nichts gemauschelt ist und alles von der Natur kommt. Und natürlich vom jahrelangen Training. So kam es also, das ich meistens schneller fertig war, als die Anderen. Das ist natürlich nicht so wild, wenn man selber dran ist, die Runde zu holen, aber sieht dann komisch aus, wenn man einen ausgegeben bekommt. So kam es dann das ich auf die dritte Runde recht lange wartete. Das konnte ich meinem Körper kein zweites Mal antun und beschloß dann Zwischenrunden für mich und meine Leber einzuführen. Eine weise Entscheidung.

Wir entscheiden uns auf Grund dieser Sinnesüberflutung für einen weiteren Standortwechsel. Besser gesagt habe ich kurz vorher an der Theke den Matze R. getroffen und wir haben uns dann in der Nähe von der Tanzfläche wieder gesehen. Nicht das jetzt hier Gerüchte in den Umlauf kommen, das wir zum Tanzen wollten. Der Gedanke war zwar da, aber ich hätte dann eher eine beobachtende Position am Rande der Tanzfläche eingenommen. So war dann auch unser Plan, als wir uns duch die schiwtzenden Menschenmassen gekämpft hatte. Das Gute war, das man an jeder Stelle an der man stand hübsche Frauen gesehen hat und binnen weniger Sekunden hatte man schnell eine Favoritin heraus gefiltert. Die ZHG-Party ist schon ein herrliche Institution. Doch wir wurden schnell an unseren vorherigen Standort zurück gezogen, denn die Getränke gingen so langsam zur Neige. Als wir dann wieder dort waren sah ich sie. Sie stand neben uns in einer Gruppe Frauen und sah einfach fantastisch aus. Ich zeigte sie schnell dem Ingo und der bestätigte mir, das es eine gute Wahl war. Jede andere Meinung wäre mir auch egal gewesen, denn sie gefiel mir ja. Sie hatte schulterlange, braune Haar und ein sehr hübsches Gesicht. Also das komplette Gegenteil von mir. Ich versuchte also meinen ursprünglichen Plan. Doch als ich dann an der Theke angekommen bin, stellte sich schnell heraus, das sich an der Theke fest ketten und bis zur Besinnungslosigkeit betrinken nicht so richtig aufgehen würde. Gut, ich wäre dann all meiner Erinnerungen beraubt gewesen, was bei einer solchen verpatzten Chance durchaus sinnvoll gewesen wäre, aber es sollte ich ja etwas ändern. Also wurde der Rückmarsch von der Theke schnell eingeleitet. Aber erst nach dem die Getränke empfangen wurden. Nun mußte schnell ein weiterer, neuer, bahnbrechender Plan her. Doch was macht man. Ich dachte nach und schaute zwischenzeitlich mehrmals zu ihr rüber. Auf irgendeine Art und Weise muß sie wohl mit bekommen haben, das ich sie anstarre. Kann aber auch daran gelegen haben, das ich während ich in meinen schon viel zu voll gestopften Gehirnwindungen einen neuen Plan ausheckte, seltsam in der Gegend herum starrte. Die besten Einfälle erhält man aber nun mal wenn man sich hübsche Dinge anschaute. Und da war sie wie ein leuchtendes Feuer in der Nacht. Jedesmal wenn ich dann bemerkte, das sie Blickkontakt aufnahm, versuchte ich zu Lächeln oder was halt dabei raus kam. Und während sie mir dann zurück ein Lächeln über die fünf Meter Luftlinie schickte, kam mir dann die Idee. Ich werde warten bis wir uns auf den Heimweg machen und dann zu ihr rüber gehen. Ja, ich weiß, das hört sich nach einem essentiellen Fehler in meiner Vorgehensweise an, aber bitte wartet auf den Schluß, bevor ihr anfangt mit dem Popcorn zu werfen. Dann werde ich ich sagen, das ich sie verdammt hübsch finde, aber es nicht hin bekommen habe früher zu ihr rüber zu gehen, aber ich würde mich freuen, wenn sie mich anrufen würde und schon hat sie meine Nummer. Hört sich ja nun ein wenig nach der Sache mit der verlorenen Telefonnummer an und ich kann gewisse Parallelen nicht leugnen, aber ansonsten könnte es klappen. Ich war also frohen Mutes.

Aber noch war es nicht so weit und man mußte die Zeit bis zum Aufbruch überbrücken. Also entschied ich mich spontan zu einem Umschwenken auf Mixgetränke. Also begab ich mich an die Theke und bestellte zwei Cola Bacardi. Ein trauriges, aber dennoch hübsches Gesicht teilte mir mit, das es leider keinen Cola Bacardi gab, sondern nur Jim Beam Cola (würg), Wodka Red Bull (hmmmm, lieber nicht) oder Havana Club Cola. Ich hörte wohl erst das zweite ”Hallo“ welches mir die junge Dame zu rief und kam wieder zu mir. So ein Ärger aber auch, kein Bacardi und nur Havana Club. Dann nehme ich davon fünfzehn erstmal zwei Stück. Dieses war, wie sich später herausstellte, keine so gute Idee. Denn so langsam klafft an dieser Stelle des Abends in meinem Gehirn eine gigantische Lücke.

Kommen wir aber zunächst zur nächsten Pleite. Mein ach so toller Plan, hätte funkti0oniert. Er war meiner Meinung nach auch sehr gut durchdacht und hätte durchaus Sinn gemacht. Aber er hatte einen kleinen Fehler. Besser gesagte in Fehler so groß wie das Chrysler Building. Ich wollte ja die Nummer und meinem Spruch übergeben, wenn wir abhauen. Und da liegt der Hase im Pfeffer, wir sind ja immer die Letzten auf einer Party. Und somit verschwand die wunderschöne Frau aus meinem Blickfeld, während ich meine Lust an der Theke stillte. Schöne Scheiße. Aber was solls, ich hatte ja noch die lange Flucht in den Havana Club vor mir. Und vielleicht ist es auch besser so, das ich nicht mehr so viel von dem besagten besagtem Abend weiß.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lief in meinem mp3-Player zarte Melodien von ACDC. Und ich wusste so gar nicht wovon ich wach geworden bin. Doch das vibrierende Handy auf meinem Nachtisch , gekoppelt mit einem Lied von Metallica ließen mich aufhorchen. Gleichzeitig sorgten gewisse Vorgänge in meinem Gehirn dafür das mir sofort einfiel, das ich gleich von Thomas B abgeholt werde um beim Umzug zu helfen. Meine Lust war gigantisch. Aber ich stand auf, hatte ich doch mein Versprechen gegeben und dazu stehe ich. Ich bin dann mit Morchel in einem LKW nach Northeim gefahren um die Wohnung von seiner Freundin auszuräumen. Noch mit dabei waren Thomas B. und Schnitzel. Es konnte also gut voran gehen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten mit dem LKW kamen wir auch unfallfrei in Northeim an. Dort stellte dann Daniela bei einer Hebeaktion fest, das einer aber eine gehörige Fackel hatte. Eigentlich hätte es jeder sein können, aber nein, es wurde wieder nur mit dem Finger auf mich gezeigt. War ja klar, da ich ja das typische leidensfähige Aussehen habe. Nachdem dann alles im LKW verstaut wurde ging es wieder zurück und ich nutze die Fahrt um mich mal mit dem Ingo kurz zu schließen. Der berichtet mir erstmal von dem restlichen Abend. Ich hätte also noch die Bedienung angemacht, weil die nichts mehr zu trinken heraus gaben. Auf die Frage ob der Kerl denn sehr sauer gewesen wäre, kam nur die Feststellung von Ingo, das die gesamte Thekenmannschaft auf mich sauer war. Ich schämte mich. Draußen traf ich wohl noch einen Bekannten, der von mir eingeladen wurde mit nach Weende zu fahren. Was aber gar nicht möglich war, da unser Auto schon voll war. Auch gut. Auf die Frage, ob ich denn noch die junge Dame angesprochen habe, antwortete Ingo nur, das er ein weiteren Tadel in das Klassenbuch einträgt, weil ich wieder mal nichts gemacht hätte. Verdammt, bei den ganzen Tadeln, die sich im Klassenbuch über mich anhäufen, ist die Versetzung in Gefahr. Ich muß mich zusammen reißen. Nun ja, das Auspacken war nun auch nicht gerade die leichteste Arbeit, aber sie ging voran. Möbelpacker werde ich auf keinen Fall. Und es stellt sich mir erneut die Frage, wie Frauen nur so viel Kram anhäufen können. Ich selten so viele Umzugskisten voll gepackt bis oben hin gesehen. Das scheint echt genetisch bedingt zu sein.

Nachdem der Umzug für die Helfer abgeschlossen war, gab es was zu essen und natürlich Bier. Ich überlegte kurz und entschied mich dann für ein Becks. Der Blick auf die Uhr zeigte 1514 Uhr an. Alle Regeln wurden gebrochen, aber ich erhoffte mir Linderung meines Zustandes. Die körperliche Anstrengung hat die Regeneration meines Körpers nicht gerade beschleunigt und ich hoffte getreu nach dem alten Motto: ”Man soll mit dem anfangen, mit dem man aufgehört hat.“ trank ich ein Bier. Doch die erhoffte Linderung trat erst nach einer zweiten Flasche ein. Und es wurde auch Zeit mich für die Kommandositzung fertig zu machen und den späteren Abend in Angriff zu nehmen. Denn nach der Kommando Sitzung ging es noch zu Christian, der im kleinen familiären Kreis Geburtstag nach feierte. Die Kommandositzung war sehr ausgeweitete. Das kommt halt davon wenn man die am Samstag Nachmittag macht und dem Kommando uneingeschränkten Zugang zum Bier gewährt. Da kommen einige Getränke zusammen. So auch auf meinem Deckel. Ich wage es kaum zu sagen, aber mein Deckel zählte am Ende der Sitzung schon wieder sechs Striche bei Pils. Und es war gerade mal 1915 Uhr. Das konnte ja noch ein sehr lustiger Abend werden. Vielleicht auch ein kurzer. Von wegen!

Bei Felkl angekommen wurde nach der offiziellen Geschenkübergabe erstmal was gegessen. Es gab vielerlei leckere Sachen, aber meine absoluten Favoriten waren die Suppe zu Beginn und die Kräuterbutter. Unglaublich lecker. Ich muß wegen der Kräuterbutter unbedingt mal Tante Monika fragen. Wegen der Suppe könnte ich den Frank fragen, aber ich würde die bestimmt nicht so Klasse hin bekommen. Also lasse ich es lieber. Dazu wurde dann gar köstliche Gerstenkaltschale gereicht. Ich war also recht zufrieden. Jetzt muß ich allerdings einräumen, das ich bei Morchel Becks bekommen habe und im Feuerwehrhaus dann ja mit Krombacher weiter gemacht habe. Krombacher ist kein schlechtes Pils, aber Becks ist in meinen Augen um Längen besser. Daher schmeckten die ersten Krombacher auch nicht so prickelnd. Aber der Gaumen kann sich ja schnell mal umgewöhnen. Und das war bei Felkl zum Glück schon der Fall. Also lief das köstliche Getränk einige Male meinen Schlund hinunter.

Nach dem Essen wurde sich dem Smalltalk zugewandt. Ein Hauptthema, wenn nicht sogar das Hauptthema, war der Fußball. Da ich ja Betreuer bin, kann ich da ab und an auch gut mit reden. Aber so ganz ist es nicht mein Thema, daher versuchte ich dann und wann mal das Thema zu wechseln. Der David war aber nicht ganz so begeistert von dem Fakt, das er am Sonntag nicht spielen dürfte, da eh genügend Leutchen da wären. Er haute sich deshalb ordentlich einen rein. Mit Jim Beam. Als ich dann noch nebenbei erwähnte, das ein Großteil der Mannschaft die Schnapsidee vorgebracht hat, das ich im letzten Spiel, auch mit spielen sollte, war es ganz mit der Laune vorbei. Hierbei möchte ich nur erwähnen, das diese Idee nicht von mir stammt. Ganz im Gegenteil, ich bin bei der Fassung solcher wirklich wirren Ideen meistens nicht Teil der Gruppe. Mir wird es dann einfach eröffnet und damit steht es dann im Raum und muß quasi erfüllt werden. Ich mache dann meistens eine allseits bekannte Handbewegung mit dem Zeigefinger in Richtung Stirn. Diese wird aber meistens mit lautem Gelächter quittiert. Manchmal habe ich das Gefühl, das mich keiner ernst nimmt.

Auch immer sehr lustig ist, wenn wir Geschichten aus unserer wilden Jugend zu erzählen. Und gerade mit Sabrina, Christians Freundin, haben wir schnell ein neues Opfer gefunden. Der Rest kennt unsere Geschichten schon zur genüge. Wenn wir aber ehrlich sind, macht das Erzählen ebenso viel Spaß wie das selber erleben. Fragt sich nur, wie das mit dem Hören ist? Während wir dann so in Erinnerungen schwelgten, machte sich in meinem Körper plötzlich das Verlangen breit ein wenig das Bier zur Seite zu stellen und mal am Bacardi zu kosten, den der Christian provozierend auf den Tisch gestellt hat. Er selber hat auch schon ein paar getrunken, hat aber schon eingeräumt, das er nicht so viel trinken will und kann, da er am nächsten Tag volle Leistung beim Fußball bringen will. Sieht nach einem kleinen Vorteil für mich aus. Aber ich will ja nicht unverschämt sein. David hatte mittlerweile auch schon die Hälfte der Beam-Flasche hinter sich gebracht. Die Gespräche wurden langsam auf andere Themen umgelenkt. Ich erzählte Christian und Sabrina von meinem neuen Plan, den ich am Vorabend ausprobieren wollte und da fiel mit dann auch das kleine Schlagloch auf, in dem die Idee leicht ins Schleudern kam und volles Brett in den Abgrund fuhr. Ich sollte also alles nochmals überdenken. Ich bin aber immer noch der Meinung, das wenn ich den Moment des Verlassens der Mädchengruppe ich den Zettel übergeben hätte, es vielleicht doch noch geklappt hätte. Aber lassen wir das Sinnieren von vergangenen Geschichten. Der Plan sollte aber doch noch getestet werden. Vielleicht von Jemanden der etwas mehr Glück in Sachen Frauen hat als der Chancentod ich.

Wollen wir aber nun die Gefilde des Versagens verlassen und kommen wir nun zu den etwas heikleren Themen. Wir waren uns alle einige, so meine ich jedenfalls, das die Leute endlich mal das tun sollten, was sie gelernt haben. Also nicht jeder x-beliebige Möchtegern-Koch ein Restaurant aufmachen sollte. Das sind nun mal alles Lernberufe und nicht was man mal nebenbei macht. Daher fallen nämlich auch so viele Leute auf die Fresse und kosten dann dem Staat wieder jede Menge Patte. Ergo zahlt der Steuerzahler mehr ein, damit Möchtegernunternehmer die Starthilfe nehmen und sie brennend aus dem Fenster werfen. Wie man sieht wandte sich unsere Diskussion schon heikleren Thema zu. Und das ist dann meistens auch der Zeitpunkt, an dem der Alkoholspiegel schon einen Punkt erreicht hat, an dem die Zunge nicht mehr da machte, was man ihr befahl. So zumindestens bei David und mir. Sabrina hatte sich frühzeitig zurück gehalten und Christian war auch schon auf etwas weniger umgestiegen. Frank durfte ja eh keinen Alkohol trinken. Ich muß mich an dieser Stelle auch mal loben und darf sagen, das ich keinen Schnaps getrunken habe. Obwohl mehrfach die Flasche Roten umher gereicht wurde. Außerdem war ich bei den Mischungen sehr vorsichtig. Als dann aber die Flasche trotzdem alle war entschieden David und ich, dann doch noch ein wenig was zu unternehmen. Eigentlich ein total schwachsinniges Unterfangen, da es schon 0200 Uhr war. Der Meinung war auch Davids und Christians Mutter, doch David wollte noch los und ich war dieser Idee nicht gerade abgeneigt. Außerdem mußte David ja nicht spielen am nächsten Tag und konnte so noch ordentlich einen Trinken.

Wie der Zufall so will, feierte Sabrina B. ihren Abschied im Jugendraum. Sie zog nach Gelsenkirchen zu ihrem Freund und wollte nochmal im Jugendraum so richtig einen Ausgeben. Das hat sie auch ganz gut hin bekommen. Denn als wir da ankamen, gingen die ersten schon nach Hause. Allerdings nicht weil sie voll wie tausend Mann waren, sondern weil es an der Zeit war. Die kleine Ramona weiß nämlich was sich gehört. Außerdem hätte es sonst von Matten Ärger gegeben. Somit war dann Teile des harten Kerns noch im Jugendraum. Allen voran unser neues Super-Pärchen. Porno und Hüfte. Offiziell war ja eigentlich nur noch Hüfte im Jugendraum, da Porno sich ins Reich der Träume verabschiedet hat. Er saß / lag schlafend auf dem Sofa und von meinem Standpunkt aus, konnte ich astrein die Zähne begutachten. Wäre die Zunge noch ein wenig weiter in Richtung Mundrand gewandert hätte es auch einen Super-Sabber-Faden gegeben. Ähnliche Zustände sollten auch noch beim Görtler auftreten, aber da er ein wenig mehr Beherrschung besaß, war er noch wach und quietschlebendig, als David und ich dort aufschlugen. Zunächst wurde mir ein Bier gereicht, welches ich mit Freuden annahm und dann erst merkte, das ich ja schon auf Mischungen umgestiegen bin. Verdammte Gewohnheit. Also leerte ich es und steig dann sofort auf Havana Club um. Dem David reichte ich einen hervorragenden Jim Beam. Doch etwas in dem David zog ihn weg vom Jugendraum. Ich vermute mal stark, das Eberhardt den Alki-Magneten angeworfen hat und David dank seiner Promillezahl fantastisch darauf ansprang. Da ich keinerlei Bedürfnisse hatte dorthin zu verschwinden, schien ich noch dagegen immun zu sein. Aber ich fuhr dann trotzdem mit dem David mit. Schließlich war ich schon lange nicht mehr da.

Netterweise durfte ich meine Mischung mit ins Taxi nehmen, doch an der Werker war dann Schluß. Aber wir mußten auch keinen Eintritt mehr bezahlen und gingen schnurstracks zur Theke. Dort sorgte ich dann für die erste Runde. Nachdem dann für Flüssignahrung gesorgt war nutzen wir die Gelegenheit und schauten uns um. Leider war herzlich wenig los und Frauen sollte man hier eh nicht erwarten. Ich war wohl ein wenig verwöhnt vom ZHG-Super-Duper-Schnitten-Vorabend. Als dann David sich die erste Zigarette in dem Mund steckte wurden wir dann darauf hingewiesen, das Rauchen nur im Nebenraum gestattet sei. Also begaben wir uns dort hin und trafen den Kai E. Der war auch gerade mit ein paar Kumpels auf Sauftour und schloß sich unserer Runde an. Da wir uns schon lange nicht mehr gesehen hatten, hatten wir einiges an Gesprächsstoff. Dies wurde nur ab und an von einigen Getränken unterbrochen. Ich möchte hier aber nicht ins Detail gehen, da es doch sehr private Gespräche waren. Zwischenzeitlich hatten wir dann auch den David mal aus den Augen verloren, der aber schnell per SMS wieder gefunden wurde. David ist eh ein Phänomen. Er kennt tausendundeins Leute. Selbst wenn in der Werkstatt nichts los ist und nur 10 Personen anwesend sind, kennt er mindestens acht Leute. Und bei denen bleibt er jeweils 10 Minuten oder länger stehen. Und da soll man sich keine Sorgen machen?

Nach und nach verlegten wir unseren Standort weiter in Richtung Theke. Dort waren die Getränkewege ja auch nicht so kurz. Und ehe wir uns versahen, war in der Werkstatt keiner mehr und wir saßen als letzte Gäste an der Theke. Was nun kommt sollte jedem klar sein. Die Werkstatt machte zu und wir bekamen nichts mehr zu trinken. Allerdings weiß ich nun noch alles und ich habe nicht die Bedienung beschimpft. Ich bin sogar der Meinung ich habe ihr Kosenamen gegeben, aber sie hat sich nicht beirren lassen und uns nichts mehr zu trinken ausgeschenkt. Also blieb uns nur der taktische Rückzug. Ab ins Taxi und ab nach Westerode. Ich wollte ja auf direktem Wege nach Hause, aber der David lotste mich noch zu sich. Ich war ja strikt dagegen, da ich Angst hatte, das wir Ellen und die kleine Hannah aufwecken würden, aber er bestand auf ein weiteres Bier in der Küche. Leise waren wir dann auch, aber das Bier kam schneller zum Ende als geplant. Denn sowohl dem David als auch mir fielen die Augen zu. Also trat ich den Heimweg an. David gab mir die Flasche Bier netterweise als Wegzehrung mit und ich wankte nach Hause. Es war verdammt kalt, aber das Bier hielt mich aufrecht. Ich freute mich auf mein Bett.

Der Sonntag fing erstaunlich magenfreundlich an. Auch wenn ich Mittags nur eine halbe Pizza schaffte, ging es mir recht gut. Nächsten Sonntag ist die Leistungsspange, ich hoffe ich kann da ähnlich mit einer guten Kondition glänzen.


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18/10/2007

An diesem Wochenende stand das Boßel-Turnier an. Boßeln? Was ist denn das, fragt sich jetzt der geneigte Leser. Aber er muß sich noch ein wenig gedulden, denn ich gebe erst einen Überblick über diese Sportart, wenn ich bis zum Samstag vorgedrungen bin. Vorerst sollten wir uns aber einmal dem Freitag widmen. Da das Boßel-Turnier immer recht an der Substanz nagt, wäre es ja empfehlenswert den Freitag Abend zu Hause zu verbringen, damit man genügen Ressourcen angesammelt hat um den Samstag zu überstehen. Da ich aber weder Vernünftig, aber gut im Training bin, traute ich mir dann schon zu den Freitag auch zur Abendunterhaltung zu nutzen. Fragt sich nur wohin meine Reise gehen würde, denn bis zum frühen Nachmittag hatte ich noch keinen Plan fest gelegt. Aber es findet sich ja immer wer.

So führte mein Weg mich zunächst zum Sportplatz, wo das Training der 1. Mannschaft statt fand. Ich nutze diese Gelegenheit um die Jungs dann moralisch mit meiner Anwesenheit zu unterstützen. Natürlich machte ich vorher einen Abstecher in die Kabine um dann die schon bereit gestellte Kiste vor zu finden. Ich ging also meiner Verantwortung nach und probierte ein Pils, damit auch ja keine abgelaufenen Flaschen an die Spieler ausgegeben werden. Eigentlich müßte ich ja alles Falschen probieren, beschränkte mich aber auf eine Stichprobe. Nach dem ersten Schluck konnte ich aber feststellen, das mit dem Pils alles in Ordnung war. Die anti alkoholischen Getränke habe ich nicht probiert, da ich meine Leber nicht unnötiger Gefahr aussetzen wollte. Da ich nun mit einem Bier ausgestattet war konnte ich auch die Mannschaft mit meiner Anwesenheit beglücken. Doch das Training ging nicht mehr lange und ich konnte die Zeit mit Andre überbrücken. Außerdem kam dann noch irgendwann der Schocker des Weges und versuchte uns schon mal auf das Boßeln am Samstag einzustimmen. Da rannte er bei uns natürlich offenen Türen ein. Man muß niemand für das Boßeln stimulieren, wer einmal ein Turnier mit gemacht hat, der kommt automatisch wieder. Außerdem eröffnete er uns das wohl die 1. Mannschaft gegen die Feuerwehr I antreten wird. Mir kamen auf einmal schlimme Bedenken wegen des Turniers. Bei dieser Mannschaftskonstellation konnte es leicht ausarten. Aber wollen wir die Flinte mal nicht vorher ins Korn schmeißen, sondern genießen wir weiterhin Bier am Freitag Abend.

Zurück in der Kabine saß man ja wieder an der Quelle und früher oder später kam dann die Frage nach der weiteren Abendgestaltung. Ingo hatte zwar sturmfrei, ist aber gerade im Lernstreß, besser gesagt, er muß noch sein ganzen Stoff durcharbeiten und da will ich ja nun ungerne der Grund für sein Druchfallen sein. Also beschloß er das er nichts machen würde und dafür lieber lernt. Ach ja, die Studentenzeiten, schön waren sie, aber wenn man fertig ist, hat das auch Vorteile. Man muß nicht mehr für Klausuren lernen, die man eh am Folgetag wieder vergessen hat, weil man das erlernte in seinem restlichen Leben nicht mehr braucht. Der Rest der Mannschaft war wohl gerade im Vernüftigkeitswahn und wollte auch nichts machen. Doch der Porno hat mittlerweile schon sein Interesse an einer Trinkveranstaltung angemeldet. O-Ton: Laß und heute mal wieder richtig einen Saufen, ich habe da echt Bock zu. Gut, da sind wir schon zu Zweit.

Nachdem wir dann eine Diskussion über verschiedene Autotypen und deren Finanzierung zu Ende gebracht haben hat mich der Ingo noch mit zum Feuerwehrhaus genommen. Der Weg ist aber auch verdammt weit und wer weiß welche wilden Tiere mich eventuell angefallen hätten. Am Feuerwehrhaus wartete dann schon der Porno auf den Startschuß für das Trinken. Wusste er ja nicht, das ich mich schon im Sporthaus an ein paar Bierchen gelabt habe. Kurze Zeit später kamen dann noch die Wüstefelds, zwei Freunde von Porno, vorbei und wir setzten an um ins MaxM zu verlegen. Dort angekommen stellte sich nun die Getränkefrage. Ich blieb weiterhin beim Bier, denn einige schlimme Erfahrungen aus der Vergangenheit hatten mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Außerdem habe ich schon ein paar Briefe von der Becks-Brauerei bekommen, ob denn mit mir alles in Ordnung ist, da der Umsatz zurück gegangen ist. Gut, ich gebe zu, das ich nicht direkt beim Bier geblieben bin sondern Hefe-Weizen getrunken habe. Serviert wurde das ganze von der lieben Inka. Ehemalige Bedienung aus dem Checkpoint und durchaus mit meinen Trinkgewohnheiten vertraut. Es war wie schwelgen in alten Zeiten. Die anderen fingen erstmal mit einem mexikanischen Plemper-Bier an. Ich bin immer noch der Meinung, das Bier nicht aus Mais gemacht werden sollte. Aber jeder wie er will.

Zum Glück hatten wir einen recht zentralen Tisch und eine Art Klassentreffen im Rücken. Man gut, das ich mir die ganzen Strammsäcke nicht habe angucken müssen. Nachher wäre ich noch neidisch geworden. Dafür hatte ich eine Aussicht die um Längen besser war. Und sie war blond. Derart abgelenkt konnte ich den Gesprächen nicht so ganz folgen und hielt mich weiterhin an meinem Weizen fest. Anscheinend hatten die Anderen größeres vor, denn sie stiegen nun um auf Mixgetränke. Jawoll, so muß das sein, dann hat man am nächsten Tag schöne Kopfschmerzen und der Magen ist erst wieder gegen 1800 Uhr bereit feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie trieben es aber noch weiter. Nach der Mischung bestellten sie irgendeinen Bacardi-Mix. Ich probierte und mußte feststellen, das es stark nach Himbeeren schmeckte. Nur der Anstand hat mich davon abgehalten mich sofort zu übergeben. Ich wusste schon warum ich beim Weizen geblieben bin.

Kurze Zeit später wurden dann die Rufe laut, die Lokalität zu wechseln. Allerdings gibt es da in Duderstadt nur eine Möglichkeit. Nämlich die Werkstatt. Bevor es aber dorthin gehen würde müßte unbedingt was am Alkoholspiegel gemacht werden. Es wurde also beschlossen einen Absacker zu trinken. Nun verstehen normale Menschen unter einem Absacker ein Pils oder vielleicht ein Schnaps. Nicht so Porno und die Wüstefelds. Die haben nämlich erstmal schön einen Zombie bestellt. Zombi? Hört sich verdammt nach meinem Lieblingscocktail an. Nach einer kurzen Gewissensabfrage klinkte ich mich in die Bestellung mit ein. Da konnte ich einfach nicht nein sagen. Er schmeckte auch sehr gut und brachte die Promillegrenze ein wenig nach oben. Nun fühlte man sich wenigstens fähig, die Werkstatt zu ertragen.

Dort angekommen erwartete uns keine Überraschung. Es war wie gewohnt leer. Aber wir bestellten anstatt der obligatorischen Flasche Wodka diesmal eine Flasche Bacardi. Ich mußte erstmal nach gucken, ob ich überhaupt bei den richtigen Leute stehe. Neue Informationen sind für mein Gehirn nicht immer so einfach zu verarbeiten. Aber die Mischungen schmeckten trotzdem recht lecker. Allerdings ist so in der Werkstatt nicht viel passiert. Es waren keine hübschen Frauen da und man hat sich irgendwie die Falsche Bacardi hinter die Binde gekippt. Meine Taktik mit dem Bier trinken ging komplett auf. Am Ende der Flasche konnte ich noch recht gut gerade aus gucken. Nicht so der Porno. Der mußte sich ein Auge zu halten um noch einigermaßen auf die Toilette zu kommen. Man sah auch an seinem Gesicht das dort Dinge vor sich gehen, die besser im Verborgenen bleiben. Die Gesichtsmuskeln gehorchten nicht mehr ganz dem Gehirn. Oder aber er wollte so gucken. Das kann natürlich auch sein.

Auf dem Heimweg kamen wir nicht daran vorbei bei einer großen Fast Food Kette anzuhalten und Verpflegung aufzunehmen. Es war auch nötig, denn der Porno sah richtig schlecht aus. Könnte aber auch den erhöhten Alkohlaufkommen liegen, das in den letzten Stunden seine Leber malträtiert hat. Ich kann nur immer wieder die Erfindung des mp3-Players loben. Klein und fein passt der Lumpi in meine Tasche und ist dort immer griffbereit. So bin ich dann mit Johnny Cash im Gehörgang meinem warmen Bett entgegen gewankt gegangen.Samstag. Der Tag begann ohne größere Probleme. Ich hatte zwar kleine Verdauungsprobleme, aber die waren schnell vorbei, denn die Vorfreude auf das Boßeln vertrieb sämtliche Schmerzen. Während ich mich also seelisch und körperlich auf die bevorstehende Trinkveranstaltung vorbereite, nutze ich die Zeit und gebe einen kleinen Überblick über das Boßeln und dessen Sinn. Eigentlich ist es ganz einfach. Zwei Mannschaften zu je fünf Mann oder Frau treten gegeneinander an um eine kleine harmlose Kunststoffkugel durch die Gegend zu schmeißen. Die Mannschaft die am Ende ihre Kugel weiter geschmissen hat gewinnt den Durchgang. Wer zum Schluß die meisten Durchgänge gewonnen hat hat das Spiel gewonnen. Die Wurftechnik ist dem des Kegeln angelehnt. So weit so gut und auch gar nicht so schwer. Wenn da nicht der Feierwütige auf die Idee gekommen wäre bei der ganzen Geschichte doch mal einen Bollerwagen mitzunehmen und dort alkoholische Getränke in allen Formen und Farben zu befördern. Man hat ja unterwegs Durst und nach sportlicher Betätigung muß der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen sein. Immer auf die Gesundheit achten. Also packt man den Bollerwagen mit genügend Bier und Schnaps voll und leert die Kisten auf dem Weg fachgerecht aus. Somit verkommt das Boßeln zu einer Trinkveranstaltung erster Güte. Die Kugel hat man nur noch als Alibi dabei, um nicht mit den ganzen Vatertags-Sauftruppen verwechselt zu werden. Gut, die Teilnehmer der Vatertagstouren und des Boßelns sind meistens die selben, aber man hat dem Kind einen neuen Namen gegeben. Es soll sogar Spieler geben die nichts zu trinken mit nehmen und nur dem reinen Sport frönen. Ich allerdings halte das für einen moderne Legende. Denn so spannend ist das Spiel nun auch nicht und mit Alkohol lässt sich ja alles besser ertragen.

Mittlerweile hatte ich mich dann auch so weit hergerichtet, das ich unter Menschen gehen konnte und auch als solcher angesehen werde. Da die Jugendmannschaften immer zuerst starten, mußte ich natürlich früh unten sein um die Jugendfeuerwehr auf einen Sieg einzuschwören. Und wenn man dann erstmal da unten ist, dauert es meistens nicht lange, bis man das erste Pils in die Hand gedrückt bekommt. Vorher habe ich aber noch fleissig mit geholfen die Bierbänke und Tische aufzustellen. Man kann ja nicht herumstehen und zugucken wie sich der kleine Dicke Schocker so abmüht. Die Jugend war dann mittlerweile da und ist problemlos gestartet. Der Gegner war die Bayern-Jugend. Gegner ist ja schon geschmeichelt, aber Opfer wollte ich hier nicht hinschreiben.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis so nach und nach die üblichen Verdächtigen heran trudelten. Und der Bier-Reigen wurde eröffnet. Schlau ist, wenn man zu Beginn eine Runde gibt und später dann auf weitere Runden hoffen darf. Dumm nur, wenn Andre die nächste Runde geben will, aber an der Theke merkt, das er nur große Scheine dabei hat und die Kasse nicht wechseln kann. Also durfte ich wieder löhnen. Naja, dafür hatte ich aber auch wieder Bier. Normalerweise stellt man sich ganz gut, wenn man zu Beginn eher langsam trinkt, damit man den gesamten Tag überstehen kann. Leider ist es dann wirklich so, das man von vielen Leuten eine Runde in die Hand gedrückt bekommt und die dann so schnell austrinken muß, wie es nur geht. Warum? Weil man sonst schnell mit zwei Bier in der Hand erwischt wird. Dann hat man schnell wieder das Image als Trinker weg. Welches natürlich eine ganz falsche Persönlichkeit von mir widerspiegeln würde. Unter anderem hatte ja der Porno den Ruf schon Weg. Er schlich sich heimlich an und wollte hinterrücks wissen, wie denn so der Vorabend war und vor allem wie er ausgegangen ist. Ich klärte ihn also kurz auf und er kommentierte das Ganze damit, das er sich so was schon gedacht hätte, sich aber nicht hundertprozentig sicher gewesen war. Alles klar, er wusste von gar nichts mehr.

Ziemlich spät trudelten dann Atze und Holger ein. Und das waren mit die wichtigsten Männer, denn die hatten den Bollerwagen. Ohne den, konnten wir uns kein Bier kaufen. Besser gesagt hätte es reichlich versoffen blöd ausgesehen, wenn wir mit einer Kiste Bier in der Gegend herumgestanden hätten. Schließlich waren wir wegen des sportlichen Gedankens dabei und nicht wegen der Sauferei. Aber diese Problem war ja nun geklärt und wir konnten den Wagen mit zwei Kisten Bier bestücken. Wir boßelten auch noch gegen die 1. Mannschaft. Also alles alte Bekannte und das konnte nur eins bedeuten. Es würde ein schlimmer Nachmittag werden. Vorher mußte man aber noch abwarten bis man endlich mal dran war. Aber die Zeit ließ sich schnell überbrücken, denn es waren unheimlich viele Leute anwesend die alle das gleiche Ziel hatten. Sich schön beim Boßeln das eine oder andere Bier rein zu tun. Man stand also hier und da und trank hier und da. Besonders schlimm sind ja dann die Runden Schnäpse. Hierbei war egal, ob man nun schon was gegessen hat oder nicht. Hauptsache die Beschleuniger rein. Allen voran der KCW. Ich wollte eigentlich nur vorbei gehen, aber schon hatte ich einen Löwentor in der Hand. Als ich wieder zu mir kam war der Löwentor getrunken und ich fühlte mich wohl.
Nach und nach wurden die Mannschaften weniger und auch wir waren dran endlich das Turnier zu beginnen. Leider sind zu dem Zeitpunkt schon einige Flaschen Bier den Schlund runter gelaufen und ich hoffte, daß das Zielvermögen noch nicht verstellt war. Vorher mußten wir allerdings erstmal eine Kiste Bier nach holen, da eine schon geleert wurde. Komischerweise gesellten sich zu der Kiste noch eine Kiste Roten und ein Würfel Euzenberger. Hinterher konnte wieder keiner erklären wie die Spirituosen auf den Wagen gekommen sind. Getrunken werden sie aber trotzdem. Aber zum Glück kein Euzenberger. Los ging es. Die Mannschaften setzten sich wie folgt zusammen. 1. Mannschaft: Andre, Ingo, Anselm, Matze und Stopper / Feuerwehr: Holger, Atze, Peter M., Rainer und ich. Stopper ist besonderes Lob auszusprechen, da er kurzfristig für Köppel eingesprungen ist und er wollte seinen Sohn ungern alleine mit seiner Frau lassen. Oder war es umgekehrt?

Die erste Runde fing ganz gut an und die Feuerwehr konnte sie für sich entscheiden. Doch ich will ja hier nichts unnötig in die Länge ziehen. Bei uns war halt nur der Anfang gut und danach haben wir stark abgebaut. Ich will jetzt auch keinen besonders hervorheben, aber den Eingeweihten ist er auch als Melder, der gerne mal am Verteiler raucht bekannt. Nebenbei wurde dann auch ordentlich Bier getrunken. Allerdings nicht ordentlich genug, wie wir nach der ersten Höhe feststellen mussten, denn wir holten die nächste Mannschaft beinahe ein. Also kam eine Schnapspause. Ich wusste das es nicht die letzte sein würde und hielt mich dezent im Hintergrund, als der Schnaps verteilt wurde. Doch ich sollte entdeckt werden und mir wurde ohne Antwort meinerseits abzuwarten mit einem Euzenberger beglückt. Immerhin besser als Löwentor. Er hat zwar mehr Umdrehungen, ist aber halsfreundlicher als der Löwentor. Während der Löwentor eine Schneise der Zerstörung bei seinem Weg nach unten hinter sich herzieht, ist der Euzenberger wie Balsam. Nachdem man den harten Schnaps getrunken hat, vermisst man richtig das Brennen im Hals, das einen nach Luft schnappen lässt. So also fühlte sich Harald Juhnke, nachdem er eine Flasche Korn auf Ex ausgetrunken hat. Kein Wunder, das er kein Glas stehen gelassen hat.

Es folgten nun noch ein paar Schnapsrunden, da wir immer recht weite Würfe machten. Gut, wir ist übertrieben. Alle kamen nicht so weit. Aber ich will mich da jetzt nicht ausnehmen. Was ich mit der Zeit feststellen mußte war, das die Kugel nicht immer den Weg nahm, den man eigentlich geplant hat. Das kann einerseits an der bereits dejustierten Hand-Augen-Koordination liegen oder andererseits daran, das ich als Abwurfpunkt immer meine Bierflasche genommen habe und deswegen abgelenkt war. Es ging aber nicht nur mit so. Als ich Andre meine Beobachtung schilderte, sagte er mir, das ihm auch schon so ein Verdacht gekommen ist. Macht aber nichts, da wir in verschiedenen Mannschaften gespielt haben und somit einen Ausgleich geschaffen haben. Wir stießen mir Bier und Schnaps an und gingen weiter. Wie es nun kommt, das ich freiwillig Schnaps trinke? Irgendwann ist es einem egal. Mann kann eh nicht weglaufen und die Anderen sorgen schon dafür, das man seine Ration auch wegputzt. Zum Glück kam aber bald die Verpflegungsstation. Dort wurde der Magen mit Schmalzbroten gefüttert. Jedenfalls bei mir. Die Anderen konnte ich beobachten das sie mit beiden Händen Kuchenstücken in sich rein stopften. Wenn ich nur daran denke, das ich nach den etlichen Litern Bier nun noch ein Stück Schmandkuchen essen sollte, wird mir schon schlecht. Zum Bier gehört einfach etwas deftiges. Hinterher wird es eh mit einem Schnaps weggespült.

Der Rest der Boßelstrecke war erstaunlich kurz, aber hat bestimmt doppelt so lange gedauert. Grund war nicht unsere erhöhte Lust auf Bier und Schnaps, sondern die Wartezeiten auf die Gruppen die vor uns waren. Aber auch die Hürde haben wir hinter uns gebracht. Zum Glück wurde uns nicht langweilig, hatten wir ja genügend Bier und Schnaps dabei. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich nun schon Bier und Schnaps geschrieben habe. Am Sporthaus wieder angekommen, sollte man eigentlich auf schnellstem Wege zur Mehrzweckhalle weiter gehen. Aber so ganz ging der Plan nicht auf, denn es verbleib jede Mannschaft noch ein wenig am Sporthaus und vertilgte das restliche Bier. Und Schnaps. Das hielt aber nicht lange vor und so wurde gleich an Ort und Stelle Nachschub geordert. Und es war spaßig, da man ja wieder die Leute traf, die schon vorher da war. Nur diesmal um einige Promille gealtert. Die Gespräche waren mit Sicherheit die gleichen wie vor 3 Stunden, aber man war der Meinung sie noch keinem erzählt zu haben. Außerdem hat man die Leute viel lieber, wenn man schön einen im Kahn hat. So hielt man dann aus, bis dann wirklich die letzte Mannschaft wieder da war. Nun gab es aber kein Grund mehr weiter am Sporthaus auszuharren und außerdem sollte es ja bald Abendessen geben. Also setzte man zum gemeinsamen Marsch zur Mehrzweckhalle an. Leider konnte nicht mehr alle gehen und einige mußten gefahren werden. Man kann von Glück sagen, das der Glöckner nicht ganz so groß ist, denn er hat prima in Atze seinen Bollerwagen gepasst. Er war aber auch so schwach.Von dem Weg durch das Dorf möchte ich gar nicht reden, denn jeder der uns sah und hörte wusste auf Anhieb, das wir nicht mehr nüchtern waren. Es konnte aber auch leicht erkannt werden, da jeder unser abgemachtes Erkennungszeichen trug. Die Flasche Bier in der rechten oder der linken Hand. In der Mehrzweckhalle ging es dann munter weiter. Doch das Flaschenbier wurde sogleich durch Glasbier ersetzt. Das gibt es nämlich in kleineren Gebinden und man kann davon mehr rein schütten. Das Trinkvermögen hat ja nun schon nachgelassen, da man ja schon ein paar Bierchen intus hatte. Und so ein 0,2 l Glas ist dann schon schneller weg gelutscht, als eine 0,33 l Kanne. Es steht zwar schneller ab, aber da trinkt man gleich nochmal so schnell. Das Gute ist außerdem, wenn man als eine der letzten Gruppen in die Halle kommt, sind viele schon da und haben sich vor allem mit einigen Marken eingedeckt. So bekommt man von jeder Seite etwas zugesteckt. Bier oder Schnaps. Mittlerweile war es eh egal.

Ich muß nun leider etwas beichten. Ich war nämlich schon ganz schön stramm zu dem Zeitpunkt als wir die Mehrzweckhalle betraten. Es konnte nur an der frischen Luft gelegen haben. Halt, stramm ist echt der falsche Ausdruck. Ich war nun nicht so voll, das ich nur noch lallend in der Ecke gelegen habe. Nein, Sprache und Gleichgewichtssinn funktionierten noch tadellos, nur die Erinnerung setzt ein wenig aus. Ich kriege einfach alle Ereignisse nicht mehr in die chronologische Reihenfolge. Aber das ist wohl auch egal. Den Beginn machte ich jedenfalls sehr thekennah. Ich kam gar nicht erst an die Theke ran, da hatte ich schon die erste Kanne in der Hand. Und bis ich dann endlich da war hatte ich einige Runden mit diversen Leutchen getrunken. Ich bin nun auch nicht auf dem direkten Wege zur Theke gegangen. Ich bin auch nicht über Los gegangen und habe dummerweise auch keine 2000 € eingezogen. Aber ich habe die Theke langsam eingekreist. Zwischendurch kam dann der Ortsbrandmeister einmal vorbei und hat mir eine Essenmarke in die Hand gedrückt. Das war einer der seltenen Momente, in denen ich ihn ohne sein Handy gesehen habe. Nun hatte ich also eine Essenmarke und wusste nicht so recht was nun gerade serviert wurde. Auf Nachfragen wurden beide Gerichte schon längst serviert und die noch nichts hatten sollten sich doch endlich mal anstrengen. Da Biensi die gleiche Marke in der Hand hatte, gingen wir gemeinsam los und holten uns unser Schnitzel ab. Also ein richtiges zum Essen und keins zum Trinken. Ich sagte zwar, das ich auf Gemüse und Kartoffeln zu Gunsten eines guten Zweckes verzichten würde, aber sie wurden mir trotzdem aufgetan. Naja, man muß sie ja nicht mit essen. Außerdem hütet ich mich vor den Erbsen. Sie haben gerne die Angewohnheit beim Boßelturnier sehr lebhaft zu sein und ohne des Zutuns des Esser vom Teller zu hüpfen und sich unter dem Tellerrand zu verstecken. Nimmt man dann den Teller hoch, sieht es aus als wäre man zu stramm zum Essen gewesen und hätte die ganzen Erbsen auf dem Tisch verteilt. Aber wir haben Frieden geschlossen und ich habe nur ein paar versehentlich in den Mund gesteckt.

Nach dem Essen machte sich eine große Dürre in Innenraum meines Mundes breit und ich mußte mir erstmal Marken organisieren, damit ich auch mal meinen Beitrag zum ständigen Runden geben leisten kann. Ausgerüstet mit ein paar Bieren suchte ich nach Leuten die ich von irgendwoher kannte. Leider bestand der ganze Saal aus solchen Leuten. Also setzte ich mich zu Köppel und Näppchen und unterhielt mich ein wenig mit denen. Meine Tour ging dann aber noch ein paar Mal durch den Saal. Da ich die Fotos schon gesichtet habe, scheint es mir, das ich an jedem Tisch gesessen habe. Und ich weiß mit ziemlicher Sicherheit, das ich an einem oder an mehreren Tischen noch mehr Bier getrunken habe. So ist das halt, wenn man in eine Runde rein rutscht. Nicht das ich solche Sachen mit Absicht mache.

Doch ein mittleres Problem schob ich noch vor mir her. Der Lange und Schöttler gaben heute noch eine Abschiedsparty. Die Beiden machen ca. zwei Monate Urlaub in Südostasien und gaben an genau diesem Abend ihren Abschied. Fragt mich nicht warum man nach Südostasien fährt, ich weiß es nicht. Fand aber die Idee mit der Party gut. Bleib nur die große Frage, wie ich dort hin komme. Ich hatte ja schon den ganzen Nachmittag mit Kathrin geschrieben und relativ spät kam mir die Idee, ob sie mich vielleicht rüber fahren konnte, aber leider hatte sie sich schon was anderes vorgenommen. Doch zum Glück habe ich ja noch gute Freunde, die in der Stadt wohnen und mich mitgenommen haben. Ich fragte ganz höflich bei Näppchen, ob sie mich und mein Bier mit nach Duderstadt nehmen würde. Ich versprach auch nichts zu verschütten, war mir das Bier ja viel zu kostbar. Und sie willigte ein. So fuhr mich die gute Näppchen, nachdem ich zu Hause eine Flasche Osbourne besorgt hatte, zur Party auf den Stadtberg.

Um ehrlich zu sein, war das total schwachsinnig, denn ich war schon genügend mit Alkohol voll gepumpt. Man bedenke, das ich nun seit 1300 Uhr am Trinken bin. Und dann auch noch die Hardcore-Kur mit Schnaps und Bier. Aber ich konnte ja die Fete nicht sausen lassen, schließlich würde ich mich ja auch freuen, wenn bei meiner Abschiedsparty alle kommen. Die Fahrt verlief recht problemlos und ich verschüttet nur wenige Tropfen meines Biers auf meine Hose. Wäre es nicht auf gerader Strecke passiert, hätte ich super die Näppchen für verantwortlich machen können…. War aber alles halb so wild, da ich meinen Auftritt nicht hätte verschlimmern können. Wie es sich für die Feuerwehr gehört bin ich standesgemäß mit meinem Feuerwehr T-Shirt boßeln gegangen. Aber mir war es recht egal, wie ich aussah, denn die Party sollte ja noch richtig abgehen. Es war zwar erst 2200 Uhr, aber zu dem Zeitpunkt gab ich mir bei gleich bleibenden Trinktempo noch ungefähr zwei Stunden, bevor es nach Hause ging. Dabei habe ich den Bonus-Faktor bei Mischungen noch nicht mit rein gerechnet.

Da es schon recht spät war war natürlich ein Großteil der Gäste schon da. Allerdings hatte ich mit mehr gerechnet. Ich habe schon Parties auf dem Stadtberg mit gemacht, da ist die Bude aus allen Nähten geplatzt. Aber die da waren, waren genau die Richtigen um Party zu machen. Zunächst begrüßte ich alle. Da leider kein Tisch vorhanden war, kam ich um das Händeschütteln nicht herum. Im Anschluß gab ich dann meine Flasche Osbourne ab und trank mein mitgebrachtes Bier aus. Dummerweise habe ich ein Glas aus der Mehrzweckhalle mitgehen lassen. So ein Ärger aber auch. Aber ich wurde so schnell wie nur möglich mit neuem Krombacher versorgt. Diesmal aber aus der Flasche. Ich hätte ja mein Glas wieder voll machen können um den Trinkrhythmus nicht weiter durcheinander zu bringen, aber da war mir dann doch zu albern. Ich hatte eh die Befürchtung, das mein Bierkonsum bald abnahm und ich immer mehr zu den Mischungen neigte. Ich hoffte nur, das mein Durst auf Bier nicht getrübt wird.

Nachdem ich ein wenig an der Theke rum stand entschied ich mich dann doch mich einmal hinzusetzten, da das Boßeln sehr anstrengend war. Ja ja, lacht nur. Aber probiert mal eine Kugel durch die Gegend zu schmeißen und danach wieder die schwere Bierflasche zu halten. Das Sofa kam wie gerufen und ich konnte ein wenig dem Smalltalk mit dem Doktor und Conrady frönen. Alsbald setzten sich dann auch andere Leute zu mir und wir redeten über dies und das. Vor allem über den Grund der Reise nach Thailand, Vietnam und wie die ganzen Domino-Staaten alle hießen. Ich vermutete den wohl einzig wahren Grund, billige Frauen und wilder Geschlechtsverkehr die wunderbare Landschaft und die Kultur Südostasiens. Und ich sollte recht behalten. Obwohl das mit einem Blick gesagt wurde, der eher aussah, als sei man gerade beim illegalen Müllentsorgen im Wald erwischt worden und will alles dem Bär in die Schuhe schieben, der vor 10 Sekunden noch da war. Naja, ich freue mich jedenfalls auf die erste Ansichtskarte, die mit Sicherheit nackte Frauenärsche eine Aufnahme eines herrlichen vietnamesischen Tempels zeigt. Oder aber die Beiden wollen auf den Spuren von Joker und Animal Mother wandeln und haben die Tour ”American World Tour“ gebucht. Ob wohl die Neckermann Single Reisen (ein Ticket hin und zwei wieder zurück), wohl am Besten laufen.

Wie es nicht anders sein sollte hatte ich ja meinen Fotoapparat dabei und somit wurden wieder Unmengen an Fotos geschossen. Allerdings gehört dieses Material zu dem Material, welches am Besten nie verewigt werden wollte. Vom Posen auf dem Sofa angefangen bis hin zum einäugigen Betrachten des Bildschirms. Es war alles dabei und ich scheue mich ernsthaft diese Bilder irgendwem zu zeigen. Dummerweise bin ich selber auch auf ein paar Fotos drauf, da meine Kamera unbeobachtet herum lag. Ein großer Fehler. Zum Glück bin ich ja der Herr über die Auslese. Früher oder später mußte ich der Fotohölle entkommen. Doch vorher hatte der liebe Herrgott ein paar Runden Schnaps gestellt. Besser gesagt, bestellt haben den andere und ich mußte trinken. Anfangs wollte ich mich raus reden und keinen Schnaps trinken, da ich vorgab mein Leibschnaps, den Korn, wäre eh nicht verfügbar. Aber da hatte ich mich geschnitten. Korn gab es. Und ich konnte ihm nicht entkommen. Zum Glück war es Korn, denn anderen Schnaps hätte ich nicht mehr hinunter bekommen. Einen Euzenberger mehr und ich wäre umgekippt.
Ich konnte mich mit einem rettenden Spring von der Couch an die Theke begeben. Doch ich hatte nur meinen Leidensplatz verlegt. An der Theke ging es munter weiter und ein gar süßlicher Geruch stieg mir in die Nase. Havana Club und mein Herz war verloren. Jenny und Fabian tranken ihn und ich konnte nicht mehr länger beim Bier bleiben. Havana Club mußte ran. Stilvoll aus dem Wandspender ging dann auch eine doppelte Mischung ins Glas. Meine inneren Organe jubelten. Und mir war klar, das es nun so langsam in das vergessen geht. An der Theke traf man dann andere Leute wieder und ein paar mit denen man sich schon unterhalten hat.

Nun kommt ein kurzer Zeitsprung, da ja wie gesagt, meine Aufzeichnung irgendwie durcheinander geraten sind. Ich habe ja den Korn in Verdacht, das er aus lauter Eifersucht auf den Havana ein paar Dinge ganz hinten in einer Kammer meines Gehirns versteckt hat. Zwischendurch wurde wild getanzt und die bareigene Nebelmaschine lief auf Hochtouren. Man konnte teilweise die Hand vor Augen nicht mehr sehen und ich kam mir vor wie im Film ”The fog“, aber die Ur-Fassung von 1980. Der Havana war mittlerweile zur Neige gegangen und ich bin auf Bacardi umgestiegen. Außerdem haben sich die Reihen schon gelichtet. Doch ein harter Kern wollte einfach nicht nach Hause gehen. Bemi wurde auch schon vom Rechner abgelöst. Was nun aber nichts mit seinem überhöhten Alkoholkonsum zu tun hatte. Denn wie Fotos beweisen kann man mit einem Auge auch noch prima den Monitor erkennen. Es sei aber gesagt, das der Monitor ungefähr so groß ist wie das Display eines modernen Handys und die Schrift sehr klein. Der Doktor hatte Bemi abgelöst und brachte nun Musik die ordentlich rockte. Sehr zum Gefallen von dem Langen und mir. Doch eins hatte der Kühn’sche Barrechner nicht. Musik von Black Sabbath. Eigentlich ein Frevel sondergleichen, aber der Lange und ich wussten uns zu helfen. Wir schmetterten die Songs a capella los. Lautstärke und Melodiesicherheit waren ungefähr vergleichbar mit einem Black Sabbath Konzert. Ein sehr großes Manko war natürlich die Textunsicherheit. Dazu sei aber zu sagen, das wir Beide schon seit Längerem kein Black Sabbath mehr gehört hatten und deswegen waren die Texte nicht mehr in unseren Köpfen eingemeißelt. Aber den Großteil kannten wir noch und schmetterten ihn heraus. Bis dann zu den Stellen wo es nicht mehr weiter ging und wir die Strophen durch gröhlen ersetzt haben. Nun trat aber die Schwester vom Langen auf den Plan und half mit den wichtigsten Stellen aus. Ich war beeindruckt. Ich war sehr beeindruckt.

Helena gefiel das ganze Singen nicht so ganz, was aber auch daran lag, das sie schon seit einer Stunde auf einem Sessel lag und geschlafen hat. Vielleicht lag es aber auch daran, das der Lange sie andauernd wach gemacht hat. Der Doktor hingegegen hat seine Vorliebe für übergrpße Sombreros entdeckt. Aber den Hut hatte an dem Abend wohl jeder auf. Mich eingeschlossen. Aber dem Doktor stand er mit am Besten.

So langsam gingen uns aber die Lieder aus und ich nahm mir für mich vor, das ab jetzt wieder Black Sabbath auf meinen Player kommt. Wozu habe ich denn da 4 Gbyte Platz. Es wurde aber nun zum allgemeinen Rückzug geblasen und der Taxifahrer stand schon in der Tür. Somit überließen wir dem Langen, Helena und des Langen Schwester das erste Taxi. Schötti, der Doktor und ich nahmen dann das zweite Gefährt.

Ein genauer Blick auf die Uhr war nicht mehr möglich, aber der kleine Zeiger hielt ab und zu zwischen der vier und der fünf an. Ich hatte schon arge Bedenken vor dem Sonntag Morgen und diversen Magenkrämpfen, aber nichts dergleichen geschah. Ich fühlte mich zwar matschig, aber das war durchaus verdient. Und trotz diesem matschigen Gefühl, freue mich seit dem Aufstehen, auf das nächste Boßelturnier!


Obstler-Horror

09/10/2007

Ich habe gebrochen. Zwar nicht in die Ecke, ins Gebüsch oder auf meine Schuhe, aber mit meinem Versprechen. Ganz dunkel meint man sich zu erinnern, das ich am Ende meines letzten Eintrags ein Versprechen abgegeben habe, das ich keinen Obstler trinken würde. Leider ist mein Gedächtnis zur Zeit nicht gut, da mir eine Menge Informationen durch den Kopf jagen (regelmäßiges Atmen, Essen, Trinken, Trinken, Trinken, Auto fahren und Atmen) daher kam es zu exzessiven Obstler Konsum und das auch noch am Freitag. Und das kam so…

Am Freitag hatten wir das Oktoberfest der Mannschaft geplant. Es war als Ersatzveranstaltung für eine Mannschaftsfahrt geplant, da die dieses Jahr nicht stattfinden konnte. Durch einen sehr straff organisierten Spielplan bleib kein freies Wochenende für eine Fahrt in eine Metropole in Deutschland. Für’s erste. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir werden diese Fahrt noch machen und das wird eine Riesen-Gaudi. Ich prophezeie schon mal einen mehrseitigen Bericht. Ganz entgegen meiner Gewohnheit. Aber bleiben wir im Hier und Jetzt. Wir suchten uns den Freitag aus, da Sonntag das nächste Spiel war. Das Training sollte früher statt finden und somit konnten wir pünktlich um 2000 Uhr beginnen. Da ich mit zum Organisationskomitee gehörte fand ich den Weg zum Sportplatz schon ein wenig früher. Den Nachmittag hatten wir damit verbracht die ganzen Sachen einzukaufen und zum Tennishaus zu bringen, da konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, vorweg schon einmal eine Kostprobe des Hefe-Weizen zu nehmen. So dachte ich zumindestens. Denn als ich dann gegen 1930 Uhr mit einer großen Tüte frisch aufgebackener Brezeln zum Sportplatz runter ging, war die Mannschaft noch beim Training und Ingo saß dabei und guckte zu. Er wollte ja eigentlich zum Training gehen, aber hat wohl irgendwie die Zeit verpennt. So sagt er zumindestens. Mir war es recht, denn so sah es nicht ganz versoffen aus, wenn ich mir vor allen anderen ein Hefe rein kippte. Doch Ingo mußte nochmal nach Hause und überließ mir die alleinige Pflicht, die Getränke auf Güte zu prüfen. Eine harte Aufgabe, aber Jemand mußte sie machen. Ich opferte mich quasi für die Allgemeinheit. Nicht auszudenken, wenn mit den Getränken etwas nicht stimmen würde und die gesamte 1. Mannschaft des FC Westerode außer Gefecht gesetzt worden wäre.

Also betrat ich alleine, nur mit 40 Bretzeln bewaffnet das Tennishaus und fand die üblichen Verdächtigen vor. Titte, Carsten, Macker, Ottmar und Rita. Ich würde standesgemäß mit einem Pils begrüßt. So gefiel mir das. Doch das dicke Ende kommt ja zum Schluß und mir wurde de nächste Runde aufgehalst. Nebenbei wurde mir üble Vergehen unterstellt. Titte, eigentlich ein recht verlässlicher Nachbar, der nun ständig zu dicht am Feuer steht und andauernd Asche im Haar und an anderen behaarten Körperstellen hat behauptet, das meine Unterbuchse auf dem Kopf einer nicht näher genannten Statue in Westerode positioniert wurde. Alles Lüge und böse Verleumdung, da ich keine Unterbuchsen besitze da ich so etwas nie machen würde. Ich habe ja schon viel angestellt und an diversen Stellen in Westerode genächtigt, aber meine Unterwäsche hatte ich dabei immer anbehalten. Ich vermute etwas ganz anderes hinter diesen haltlosen Behauptungen. Ich vermute Titte war es selber kennt diesen Jemand ganz gut und will so von seiner dessen Tat ablenken. Man sollte eine DNA-Probe nehmen, vielleicht gibt es sogar graue Haarproben.

Das Bier schmeckte jedenfalls hervorragend und als dann Philip die Bude betrat gab es gleich die nächste Runde. Oha, ich hatte da eine ganz leise Vermutung was die vor hatten. Aber ich machte mir nichts daraus und nahm dankend das nächste Pils an. Genau wie den Schnaps. Das ganze Spiel ging dann noch bis Andre weiter und dann löste sich die Veranstaltung so langsam auf. Mittlerweile war es auch schon 2000 Uhr geworden und die Party sollte bald los gehen. Also waren schon vor offiziellen Beginn der Feier, 4 Bier meine Kehle hinunter gelaufen und dabei wollte ich nur Hefe-Weizen trinken, weil das ja so gut für die Haut sein sollte. Aber nun hatte das Weizen freie Bahn. So nach und nach trudelten dann auch der Rest vom Training ein. Wir hatten zwar im Vorfeld gesagt, das die gesamte Party mit Frauen statt finden sollte, aber irgendwie sind da ein paar Informationen schief gelaufen, denn es sind nur Sabrina und Susanne mitgekommen. Alles halb so wild. Ein paar der Männer konnte ich auch fast ansehen, das sie gar nicht so viel dagegen hatte, das ihre Frauen nicht mir von der Partie waren. Ich kann mich auch täuschen und einen leicht verschleierten Blick gehabt haben. Die Böden der Weizen-Gläser sind ja immer recht dick. Als feste Nahrung wurde dann Weißwürste, Leberkäse, Bretzeln und Radi gereicht. Die Radi hat Ingo persönlich ausgesucht und ganz schön große Lumpis ausgesucht. Allein die Form beflügelt den normalen Geist und es war klar, das jeder, aber auch wirklich jeder einen dummen Spruch zu den, mit ziemlicher Sicherheit genmanipulierten Radis hatte. Das Essen wurde recht gut angenommen. Leider kann ich ja an Leberkäse nicht so richtig ran. Ich weiß nicht warum, aber er schmeckt mir stets zu lasch. Besser sind da schon die Weißwürste. Ich esse sie gerne. Kann sie zwar nicht das ganze Jahr essen, aber zu der Zeit des Oktoberfest kann man davon eigentlich nicht genug bekommen. So hielt ich mich dann an Weißwurst und Käsebrocken. Man muß sich ja eine solide Grundlage schaffen. In meinem Hinterkopf hatte ich ja immer noch das Versprechen das ich keinen Obstler anrühren werde. Ich hoffte stark zu bleiben, wenn die Gretchen-Frage kommen würde.

Das Essen war vorbei und ich hatte mittlerweile aufgehört zu zählen, wie viele Weizen ich getrunken hatte. Teilweise aus Angst Desinteresse und teilweise weil ich vergessen hatte eine Strichliste zu führen. War vielleicht auch besser so. Die Zunge wurde so langsam locker und mit den vorweg getrunkenen Bieren haben die Augen schon einen leichten Dämmerzustand angenommen. Ich hatte auch noch einen taktisch klugen Platz an der Theke eingenommen. Allerdings davor und nicht dahinter. Dort führten Biensi und Fasel ein strenges Kommando. Ich hatte somit einen guten Beobachtungsposten und hätte sämtliche Getränkebestellungen aufzeichnen können. Wohlgemerkt hätte können, denn dazu hatte ich wenig Lust. Sollte ich jetzt aber eine Schätzung abgeben, welcher Teilnehmer die Theke am meisten frequentiert hat, dann wäre das mit größten Abstand der Florian. Er hatte wohl einen thekennahen Platz bei den Tischen und wurde so zum Bier holen geschickt. Wenn man das ganze großzügig auslegt. Vielleicht lag es aber auch daran, das er sein Bier immer als erstes ausgetrunken hatte. Was wohl eher zutreffen wird. Ach ja, als Bier-Sorten gab es Hefe hell und dunkel und den Knock Outer schlecht hin. Oktoberfestbier. Ich hatte einmal das Vergnügen mich daran zu laben. Und habe es wie immer übertrieben. Es war einübend mit wenig Erinnerungen und einer Menge Kopfschmerzen. Wobei, warten wir mal ab wie sich dieser Abend entwickelt….

Nach dem Essen ging es dann los. Da wir Obstler gekauft hatten mußte auch Obstler getrunken werden. Selbst beim Einkaufen habe ich Andre und Ingo beteuert, das ich keinen Obstler trinken werde. Sie lachten mich aus. Wie sollt eich auch ahnen, das Ingo die erste Runde in die Hand nahm. Auf die Frage, welchen ich denn bevorzugen würde, Birne oder Kirsche, antworte ich mich einem entschiedenen Nein! Das schien aber keinen zu interessieren, denn man schüttete mir eine Mischung aus Beiden ein. Super, so kam ich also zu einem KiBi. Schmeckte auch so, wie er sich anhörte. Ich sage nur Schlag ins Gesicht. Mein Gesicht zeigte sein wahres Können und verzog die Muskeln in ungeahnte Formen. Das hinderte die Anderen aber nicht daran mir weiterhin Obstler ein zuschütten. Sie selber tranken ja auch mit. Als besonders schlimm, möchte ich hier den Stopper hervor tun. Er trägt einen Großteil der Schuld an meinem Zustand an dem besagten Abend. Nachdem die erste Runde eingeschenkt wurde, konnte man ihn ganz leicht beschreiben. ”Stopper, das ist der junge Mann mit der Obstler-Flasche in der Hand.“ Ich glaube wenn Stopper Schnaps sieht, dann freut sich sein Herz. Anders kann ich mir seine Vorliebe für Schierker Feuerstein nicht erklären.

So ging es dann munter weiter. Neben dem Obstler wurde auch immer kräftig an den Hefe-Vorräten gezehrt. Nicht das wir nicht genug eingekauft hätten. Aber wir wollten mit aller Gewalt dem Weizen zeigen wer hier die LederHosen an hat. So ein bisschen bayrisches Bier und dieses Obstwasser kann doch einen gestandenen Eichsfelder nicht umhauen. Vorsichtshalber versteckte ich mein Glas bei einigen Obstlerrunden, aber ließ dafür mein Weizen-Glas bei manchen Runden zweifach voll machen. War ja nur Bier, das kann man ja trinken. Irgendwann in dieser Zeitspanne mußte es passiert sein. In meinem Kopf ist ein Unvorsichtiger Gedanke gegen den Schalter für die Archivierung gekommen und hat somit einen Wackelkontakt ausgelöst. Denn alles erlebte konnte nicht abgespeichert werden. Ich versuche trotzdem das wieder zu geben, was noch gerettet werden konnte. Unzensiert, so weit es möglich ist. Es kann auch diesmal kein Titel vergeben werden. Denn Strammsack des Abends waren alle Anwesenden. Vielleicht Susanne nicht, aber der Rest der Anwesenden auf jeden Fall. Besonderes Highlight ist ja bei solchen Veranstaltungen immer der Vollmer. Zunächst versuchte er sich als DJ. Doch normal kann ja jeder, als nahm er die Würstchenzange zur Hilfe. Zu meiner Überraschung hat er es auch recht gut hin bekommen. Nachdem er dann lautstark seine Sympathie für Kelly Clarkson kund getan hat wollte er dann noch unbedingt etwas bayrisches hören. Ich kann nun nicht mehr sagen, ob er was gefunden hat, aber plötzlich stand er auf einem Stuhl und tanzte. Es ist schwer diesen Tanzstil zu beschreiben, aber es sieht einfach gut aus. Und akrobatisch. Und halsbrecherisch. Zum Glück hat Vollmer einen guten Schutzengel, der entweder genau so viel trinkt wie er oder aber rein gar nichts und umso aufmerksamer wird, je voller Vollmer ist. Die Show war jedenfalls grandios. Derart ausgepowert mußte er sich erstmal auf einen Hocker niederlassen. Nun war die Zeit gekommen. Wir waren lange genug anständig gewesen und haben nur ab und an anzügliche Sachen vom Stapel gelassen. Der Radi musste seiner wahren Bestimmung zugeführt werden. Vollmer wurde als mir einem mächtigen Gemächt ausgestattet. Und es wurden Fotos gemacht. Wer weiß, vielleicht kann man die ja mal bei einer Hochzeitszeitung benutzen.

Der Rest der ganzen Mannschaft war aber mindestens genauso stramm. Und ich will mich da jetzt nicht raus nehmen. Ich kann aber ganz klar den Schuldigen benennen. Es war der Obstler. Plötzlich übermannte mich die Müdigkeit und mir fielen zeitweise die Augen zu. Das sah nach außen hin vielleicht wie schlafen aus, aber es war lediglich eine Funktionsüberprüfung der Augenlieder. Außerdem führe ich gerade einen Test durch in dem ich mit geschlossenen Augen die Stimmen ihren Besitzern zuordne. Das kann für den Laien natürlich schnell mal wie schlafen aussehen. Ich machte auch den Fehler mich neben Anselm zu setzen. Vielleicht setzte er sich auch neben mich, als ich gerade die Funktionsüberprüfung gemacht habe, ich kann es nicht mehr sagen. Anselm ist für mich aber ein wahres Phänomen. Er kann Schnaps trinken, als wäre es Wasser. Dabei rede ich von jedem Schnaps und man merkt es ihm absolut gar nicht an. Er kippte mir weiterhin Obstler ein und ignorierte meine Trinkverweigerung. Ab und an versuchte ich meinen ruf zu retten und kippte den Schnaps hinunter, aber das war alles keine gute Idee. Anselm kippte nämlich immer nach. Auch als ihn warnte und sagte, das ich bei einem weiteren Schnaps das ganze Bier auf dem falschen Wege aus dem Körper befördern würde. Ich wählte den Weg des stillen Widerstandes und trank einfach nicht mehr. Zwischenzeitlich kam die Idee auf mal in die Werkstatt zu fahren und jedes mal war ich bereit dazu. Hört sich sehr schlimm an. Zum Glück haben wir den Aufbruch nie richtig geschafft.

Die Zeit des Aufbruchs kam und ich war froh, denn ich war schlichtweg fertig. Wir waren mal wieder die letzten und haben es gerade noch so hin bekommen die Hütte abzuschließen. Es war aber auch keiner mehr in der Lage geradeaus zu gehen oder klare Sätze zu sprechen. Nur Anselm legte einen Schritt vor, bei dem keiner mit halten konnte. Aus verlässlichen Quellen weiß ich von den Leuten die etwas früher abgehauen sind, das es bei denen auch nicht mehr so einfach war. Zum Glück wird bei uns Teamgeist groß geschrieben und sie haben sich alle gegenseitig nach Hause gebracht. Der Weg war zwar um einiges länger als normal, aber wie bewiesen wurde kann man die Blumenau auch von rechts nach links begehen und man kommt ans Ziel. Trotz des Nebels kamen wohl alle gut nach Hause. Die nicht in Westerode wohnten ließen sich mit dem Taxi abholen und Matze schaffte es erneut mit seinen Tanzeinlagen die Insassen des Taxis zu begeistern. Ob sie sich wirklich freuten wage ich nicht mit Sicherheit zu sagen, denn sie waren schnell im Nebel verschwunden. Ich freute mich auf mein Bett und hoffte das es auf Gegenseitigkeit beruhte.

Samstag Morgen. Die Uhr zeigte 0812 Uhr und mein Kopf hatte die Ausmaße von Niedersachsen. Die Ruhephase dauerte mit stündlicher Weckung durch meinen Schero bis 1038 Uhr an, dann hielt ich es nicht mehr aus. Ich stand auf und fuhr zum Aufräumen. Allein. Zum Glück hatten wir mit Rita und Titte vorher einen Deal gemacht, so daß wir nicht sauber machen mußten, sondern nur die Sachen raus räumen mußten. Das habe ich gerade noch alleine hin bekommen. Doch die Tortour des Tages stand mir noch bevor. Direkt nach der ersten festen Nahrung mußte ich in Uniform zur Jugendfeuerwehrdelegiertenversammlung. Die Veranstaltung ist genau so spaßig wie sie sich anhört. Und mein Kopf hatte langsam aufgehört zu hämmern. Doch auch das ging vorbei und ich habe während der Zeit dort schon einen Teil meiner Rede für die JHV vorbereitet. Denn ich regte mich erneut über einen Kameraden in einer Führungsposition auf, mit dem ich bei einer anderen Versammlung schon mal aneinander geraten bin. Aber auch er soll an offizieller Stelle sein Fett weg bekommen. Diesmal von mir. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Doch ich will mich hier nicht aufregen, das hebe ich mir für die Rede auf. Außerdem brachte das Ende der Versammlung den Beginn der Abendplanung mit. Im Zuge des Oktoberfestes haben wir schon beschlossen, das der Samstag Abend in Göttingen verbracht werden sollte. Und zwar im JT-Keller. Aufmerksame Leser vermuten jetzt vielleicht eine Rettungsmission in Sachen verlorener Telefonnummer. Und sie haben vollkommen recht. Ein kleiner Funke Hoffnung glimmte noch vor sich hin, das ich Nina wieder treffen würde. Und ich hatte keine Angst vor einer Abfuhr, denn ich hatte mir schon eine Entschuldigung zu recht gelegt. Die Wahrheit. Alles andere wäre von Beginn zum scheitern verurteilt. Die Wahrscheinlichkeit, das ich sie wieder treffen würde, war kleiner als 0,1% (man bedenke mein Glück in den letzten zwei Jahren bei solchen Sachen), aber ich war noch nie gut in Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Ingo bot sich als Fahrer des Abends an, da er am nächsten Tag für das Fußballspiel fit sein wollte. Ich bedauerte ihn ein bisschen und willigte dann ein. Doch er wollte die zusätzliche Zeit nutzen um noch ein wenig zu lernen. Aber lernen wollte ich ja nicht mehr, höchstens leeren und zwar Bierflaschen. Ich hatte mir nämlich wohlweislich zum Vorsatz gemacht, an dem Abend nur Bier zu trinken. Die Kopfschmerzen vom Vorabend sollten nicht noch einmal vorbei kommen. Also trafen Schnitzel, Böning und ich uns erstmal im Feuerwehrhaus. Wo auch sonst. Dort gab es Bier, Erdnüsse und Abendunterhaltung in Form von Wetten das…? Ich muß ja zugeben, das ich das seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Und ehrlich gesagt sieht Thomas Gottschalk immer bekloppter aus in seinen Klamotten. Aber zum Glück kam dann ja noch Jennifer Garner, die einiges raus riß. Die Gäste waren ansonsten Durchschnitt und die Wetten waren um Längen besser als ich noch jung war und Wetten das zum Höhepunkt des Monats gehört hat. Allerdings hat mich das Wenden des Doppeldeckerbusses auf der Brücke doch beeindruckt. Ich wäre da wahrscheinlich vom Gaspedal gerutscht und hätte es voll durch gelatscht. Und das ZDF hätte dann von den GEZ-Gebühren den teuren Bus bezahlen müssen. Das wollen wir ja nicht. Also melde ich mich da nicht an. Aber es war immerhin eine gelungene Verkürzung der Wartezeit. Ingo tauchte dann ein wenig später auf als geplant, was aber nicht so schlimm war, denn wir hatten ja noch Pils.

Als wir dann in Göttingen angekommen waren, telefonierte der Schnitzel erstmal mit dem Vollmer, der ja auch mit von der Partie sein sollte. Der lag aber schon im Bett, was zu völligem Unverständnis bei Schnitzel führte. Wir drohten ihm trotzdem das wir gleich vorbei kommen würde um ihn abzuholen. Er faselte irgendwas von Klingel abstellen und umziehen und legte auf. Also würde er dann doch eine Spaßnacht verpassen. Da es noch etwas zu früh für den JT-Keller war nahmen wir eine taktisch kluge Position im gegenüberliegenden El Sol ein. Nach anfänglicher Platzunentschlossenheit nahmen Ingo und ich die Gelegenheit war und nahemen einen recht zentralen Viertisch in Beschlag. Ohne allerdings vorher die Lage zu überprüfen. Aber wir waren Glückskinder. Zumindestens schien Ingo eins zu sein, denn es war zwar nicht mehr allzu viel los, aber wir waren umrundet von hübschen Frauen. Ich wusste gar nicht wie rum ich meinen Kopf drehen sollte, damit ich mir die hübscheste immer im Auge behalten konnte. Dabei nahm ich auch die knackenden Geräusche aus meinem Genick nur halb war. Wie sich herausstellte, war unser Glück nicht von langer Dauer, denn nach und nach brachen die Schnitten zu anderen Locations auf. Wir hofften alle das die Location der JT-Keller war. Doch sie machten auch die Blicke frei auf die hinteren Plätze, wo ich dann eine meiner Favoritinnen gesehen habe. Sie saß weit hinten, und kam auf ihrem Weg zu den sanitären Einrichtungen an uns vorbei. Schulterlange, blonde Haare und körperlich genau mein Typ. Leider konnte ich nichts sagen, denn mein Mund stand offen und war ausgetrocknet. Ich hoffte nur auf ihren Weiterzug in den JT-Keller.

Gegen den trockenen Mund konnte schnell Abhilfe geschaffen werden, denn in meiner weisen Voraussicht habe ich mir einen Zombie bestellt. Ja ja, jeder trinkt was er ist. Außerdem schmeckt der Zombi unglaublich lecker, hat er auch drei Sorten Rum in sich vereinbart. Und er bringt einen weit nach vorne. Komischerweise schmeckte ich kaum Alkohol, die Zombies die ich immer jeden Abend selber zubereite haben eindeutig mehr Bums. Gut, damit hält man zwar nicht so lange durch, aber man hat mehr Spaß. Ingo beschämte mich ein wenig, in dem er sich eine Pretty Lady bestellte. Aber er ist ja gefahren, daher sagte ich nichts. Ich hoffe er besinnt sich wieder anständiger Getränke, wenn wir erst mal in den den JT-Keller eingerückt waren. Was auch recht zeitnah passierte, denn die oben erwähnte junge Dame verließ mit ihren Freundinnen auch das El Sol. Leider konnten wir ihren weiteren Weg nicht verfolgen, aber ich sah aus den Augenwinkel, das die Anderen die gleichen Hoffnungen hatten wie ich. Oder aber, sie mußten dringend auf die Toilette. Die Befürchtung das wir anstehen mußten hat sich schnell zerschlagen, denn es war keine Schlange vor dem JT-Keller, nur ein paar vereinzelte Gruppen standne herum und waren sich wohl unschlüssig, ob sie hinein gehen sollte. Uns war es recht, denn so kamen wir schnell dran. Ich konnte mich zu den Glücklichen zählen, die mal wieder den Eintritt gespart haben, denn ich kannte den Kassierer. Ein alter Schulkollege und da blieb ich dann auch kurz stehen um über alte Zeiten zu plaudern. Die durchaus trockene Luft trieb mich dann aber schnell weiter, außerdem hatte ich die Befürchtung das sich Ingo, Schnitzel und Böning schon wieder im Tanzwahn an den heißen Frauenkörpern reiben würden, die mit ziemlicher Sicherheit da waren.
Mein erster Weg führte jedoch zum Getränkestand an der Jackenabgabe. Das war sie jedenfalls früher mal, denn die Jackenabgabe wurde verlegt. Und verschlechtert. Denn ich traf die Anderen kurz hinter der Theke. Auf die Frage was denn los sei, sagte Ingo nur, das man immer noch anstehe um drei verpissten Jacken abzugeben. Aha, doch so schnell. Zum Glück behielt ich meine Jacke an. Es war zwar warm wie in der schwedischen Sauna, aber mit Jacke fühle ich mich immer wohler, außerdem hatten die Anderen auch Pullover an. In weiser Voraussicht hatte ich nur ein T-Shirt angezogen. Das hilft natürlich im JT-Keller, aber auf dem Weg nach Hause, hätte ich ein Problem. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Also besorgte ich mir ein Pils und wartete. Das Gute an der Geschichte war, das so ziemlich alle ihre Jacke abgeben wollte und von mir während der Wartezeit schon mal begutachtete werden konnten. Nicht das ich das mit Absicht gemacht hätte, aber ich mußte ja eh auf die Anderen warten, da konnte ich ja auch mal gucken was sich alles für hübsche Frauen dort rum trieben. Man mußte ja auch im nüchternen Kopf gucken. Und vor allem hielt ich natürlich Ausschau nach Nina. Schnitzel warnte mich schon vor, das er mir heute Abend eine Freundin suchen würde. Aber ich kenne ja Schnitzel, er hatte ja auch schon ein paar Drinks genommen. Währen dich dann so wartete und meine Zunge mit aller Gewalt daran hinderte unkontrollierte aus meinem Mund zu hängen, traf ich dann den Tallauer. Der mich ebenfalls auf die Geschichte mit der verlorenen Telefonnummer ansprach und ob ich heute wieder auf Ausschau wäre. Verdammt, wer doch alles mein Logbuch liest. Wir unterhielten uns kurz und er schwärmte mir erstmal vom JT-Keller vor. Eigentlich stimmten wir zusammen eine Lobhymne auf den Laden an. Wer die Gelegenheit hat und in Göttingen ist, der sollte sich diesen Club nicht entgehen lassen. Es lohnt sich wirklich.

Gefühlte drei Stunden oder getrunkene zwei Bier später waren dann die Jacken endlich am Haken und wir konnten uns ins Getümmel stürzen. Allerdings kamen wir nicht weit, denn der Hauptraum hatte sich bereits beträchtlich gefüllt. Unter anderem mir wahnsinnig hübschen Frauen. Wo man auch hin guckte sah man hübsche Frauen in aufreizenden Oberteilen und teilweise viel zu engen Jeans. Man gut das es Becks gab, so hatte man etwas an dem man sich festhalten konnte um nicht gänzlich dem Wahnsinn zu verfallen. Wir entscheiden uns zunächst für einen Standort nahe der Tür, dort war die Luft noch recht angenehm und es waren genügend Frauen da. Und ich traf meine erste Favoritin. Sie stand bei einem Pärchen in der Nähe und gehörte wohl auch dazu. Allerdings interessierte sich das Pärchen wohl mehr für die Untersuchung ihrer Mandeln, als für die Freundin. Ich vermutete das es beide angehende HNO-Ärzte waren. Sie stand dann etwas abseits und stellte sich immer näher zu uns ran. Mein Zeitfenster war aber noch lange nicht da, dafür hätte ich statt dem Becks noch einen weiteren Zombie trinken müssen.

Da der Standort an der Tür immer recht gedrängt ist und man eigentlich gar nicht ruhig stehen kann verlegten wir etwas weiter nach vorne. Erstens war da die Theke und zweitens hatte ich mir schon eine zweite Favoritin aus geguckt. Sie passte perfekt in mein Schöhnheitsbefinden. Sie war brünett, ein wenig kleiner als ich und hatte einen tollen Körper. Definitiv nicht zu dünn. Also genau mein Typ. Wie so oft, wenn ich mich in eine Frau vergucke. Sie tanzte ekstatisch in der Nähe der Theke. Da war ja eigentlich keine Tanzfläche mehr, aber an einem normalen Abend im JT-Keller interessierte das eh keinen. Ich war auch der Meinung das wir ein- oder zweimal Blickkontakt hatten und sie dabei gelächelt hatte. Das konnte ja schon mal kein allzu schlechtes Zeichen sein. Als ging es auf in den Kampf. Der Kampf um die Theke zu erreichen, nicht um sie anzusprechen. Ihr wisst schon, das Zeitfenster. An der Theke wurde dann weiterhin Bier geordert. Ich wollte einfach meinem Vorsatz treu bleiben. Den Zombie haben ich mir gerade noch verziehen. Allerdings hatte man von derart weit vorne auch einen besseren Überblick, wenn einem die Brillengläser nicht beschlagen würden. Aber auch das geht vorbei. Und siehe da, perfekter Einblicke in die Tanzkultur junger Damen. Sehr nett anzusehen und ich meine auch das ein oder andere Lächeln zu mir rüber geschickt bekommen zu haben. Vielleicht hat sie auch gedacht ich lache sie an, bei meiner Freude über ein weiteres Bier. Doch kurze Zeit später wurde es ihr wohl ein wenig zu warm und sie verschwand in den Bereich aus dem wir kurze Zeit vorher gekommen waren. Sollte das etwa eine Probe sein? Ich behielt sie im Blick und guckte immer verschüchtert weg, wenn sie zu mir rüber sah. Doch plötzlich stand sie dort nicht mehr, sondern begab sich wieder auf die Tanzfläche. Nicht auf direktem Weg, sondern so, das sie an uns vorbei mußte. Nun kam es drauf an. Viel Zeit zum Überlegen hatte ich eh nicht, denn sie war bereits in der Nähe. An uns vorbei mußte sie auf jeden Fall, weil wir uns so hingestellt haben, das wir möglichst viel Weg versperren gar nicht anders stehen konnten, in dem Gedränge. Ingo stand mir gegen über und mußte einen Schritt vortreten, damit sie dann hinter ihm lang gehen konnte. Zuerst wollte ich ihn am Kragen packen, damit wir schnell die Position wechseln konnte, aber als ich dann ihr zauberhaftes Gesicht und das dazu gehörige Lächeln sah, das mit großer Wahrscheinlichkeit mir galt, ließ ich von dem Vorhaben ab. Nach weiteren fünf Minuten war ich dann wieder in der Lage Bier zu trinken. Leider war das Zeitfenster noch zu weit weg und da ich ein notorischer Feigling und Nicht-Tänzer (nur aus Rücksichtnahme auf meine Mitmenschen) bin, ging ich nicht hinter her. Kurze Zeit später war sie dann nicht mehr zu sehen, nur noch ihre Freundin die nicht so mein Fall war. Ich kam mir vor wie ein Fischer, der gerade gemerkt hat, das durch seine Faulheit sein Netz zu stopfen gerade ein ganzer Fang Fische durch die Lappen gegangen ist. Ich muß unbedingt daran arbeiten. Gleich Morgen fange ich damit an!
Was nun kam hat meine Sinne schon überreizt. An einem normalen Glashaus-Abend kann ich mich auf ein oder zwei Frauen einpendeln. Frauen bei denen ich sagen würde, die gefallen mir vom optischen her sehr gut bis perfekt. Aber an einem JT-Keller-Abend, kann man die Zahl mit fünf multiplizieren. Was wohl auch daran liegt, das ich mehr auf den Typ Frau stehe, der im JT-Keller unterwegs ist. Nicht die aufgedonnerten Disco-Schicksen, sondern die Frauen die normal bleiben und sich auch so anziehen und geben. Meine Favoritin aus dem El Sol war jedenfalls auch anwesend und war des öfteren an der Theke zu sehen. Auch wenn ich nicht viel gar nichts von Mode verstehe, sind Stiefel schon was sehr nettes. Gepaart mit einem Rock, kann das schon manche Männer zur Weißglut treiben.

Nach diesem aufreibenden Erlebnis wagten Ingo und ich einen Vorstoß in die nähere Umgebung der Tanzfläche. Ein sehr heikles Unterfangen, denn man weiß nie ob man lebend wieder zurück kommt. Die Luftfeuchte stieg plötzlich auf Tropisch an und mein Flüssigkeitshaushalt wurde vom Becks gerade so ausgeglichen. Aber das war es wert. Man hat zwar nicht aktiv getanzt, aber weil man ja andauernd irgendwelchen Leuten Platz machen mußte oder ein wenig angestoßen wurde war man immer in Bewegung. Ich nenne es einfach mal passives Tanzen. Nachdem ich kurz auf der Toilette war war Ingo eingekesselt und ich schlug vor wieder zurück an die Theke zu wechseln. Der Vorschlag traf auf offenen Ohren.

Zurück an der Theke mußten wir feststellen, das Schnitzel und Böning sich schon auf dem äußerst bequemen Sofa nieder gelassen hatten. Ein ganz großer Fehler, denn nirgends können einem schneller die Augen zu fallen, als auf einem Sofa. Ich spreche aus Erfahrung habe ich ich doch schon an exotischeren Plätzen geschlafen. Da nun langsam aber sicher die Frauenquote abnahm und man sich bestimmt keine Kerle angucken wollte, die genauso blöd waren wie man selber eine Frau anzusprechen entschlossen wir uns den Heimweg anzutreten. Ich trank noch schnell meine Havana Club Mischung aus und dann ging es los. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich bin umgestiegen auf Havana Club, aber nur weil er so lecker war und…. Was suche ich nach Ausreden. Ich bin halt schwach und gerade bei Havana in großen Gläsern kann ich nicht anders. Die Mischungen waren auch absolut human und nicht zu stark. Als ich den Keller verlassen habe, war ich mir sicher, am nächsten morgen keinerlei Beschwerden zu haben. Man sieht also, das trotz des Alkoholkonsums noch ein halbwegs klarer Verstand über geblieben ist. Zwar ein Verstand der es nicht hin bekommt eine Frau anzusprechen die ihn anlächelt und somit alle Tore auf stößt, aber egal. Mein Verstand und ich sind schon lange keine Freunde mehr. Jedenfalls nicht am Wochenende.

Der Rückweg führte uns über Burger King, da das viele Trinken ein größeres Loch in unsere Mägen gerissen hat, als alles FCKW der Welt jemals hätte anrichten können. Doch im Nachhinein waren wir uns mehr als einig, das ein Döner den Geldbeutel weit weniger belastet hätte und man bestimmt satt gewesen wäre. Von dem leckeren Mundgeruch haben wir nichts erwähnt. Auf dem Rückweg war ich dem Reich der Träume sehr nahe und war dann echt froh, das mein Bett mich wieder hatte. Ich glaube der Obstler hing mir immer noch in den Gliedmaßen. Das war also das Ende eines recht spaßigen Abends. Und nächsten Samstag ist das Boßelturnier. Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte das es sehr heftig werden wird. Ich habe da so ein bestimmtes Gefühl.


Feiertag

05/10/2007

Der Tag der deutschen Einheit. Ein Tag an dem man frei hat und den man genießen sollte. Nach harter Arbeit hat man diesen zusätzlichen freien Tag sich redlich verdient. Schüler und Lehrer übrigens nicht, die haben ja eh nur einen halben Arbeitstag. Aber da haben einige Leute was gegen. Denn die organisieren einfach mal an dem Tag vor der Deutschen Einheit ein Sommerabschluß-Party. Und da geht man dann hin und er komplette freie Tag ist im Eimer. Nichts mit Familientag oder mit ausruhen. Rollen wir alles von Beginn auf. (Man stelle sich jetzt das Geräusch von schnellem Rückspulen eines Video-Bandes vor)

Dienstag, später Nachmittag. Die Arbeit ist getan und es wurde die weitere Planung des Abends vorgenommen. Es sollte also zur Sommerabschluß-Party im Autohaus Otto gehen. Treffpunkt war der übliche: Feuerwehrhaus. Man würde ja auch in eine Kneipe gehen, aber es gibt keine. Und Bier gibt es im Feuerwehrhaus auch. Schnitzel holt e mich recht zeitnah ab, doch ich mußte vorher noch Geld holen und der Porno hatte auch schon angerufen, das er seit 10 Minuten in der Kälte steht. Naja, mir doch egal, wenn er die Uhr nicht lesen kann. Nachdem wir dann die wichtigen Sachen erledigt hatten konnten wir uns noch 10 Minuten das lamentieren von Porno anhören. Ich wollte ihn erst auf den Arm nehmen und ein bischen wiegen, nicht das er noch in Tränen ausbricht. Aber dann ließ er die erste Bombe des Abends platzen. Es ist nun offiziell. Hüfte und Porno sind ein paar. Oh Gott, das wurde aber auch Zeit. Wie oft habe ich in meinem Logbuch versteckte Hinweise fallen lassen, welche die Eingeweihten ohne Probleme deuten konnten. Doch die Wahrheit konnte und wollte ich nicht hier nieder schreiben. Schließlich will ich der Letzte sein, der die Gerüchteküche am brodeln hält. Da machen andere Leute viel besser als ich. Aber es ist schon einfacher zu schreiben ”Hüfte und Porno sind dann zusammen nach Hause gegangen…“ als sich diverse Umschreibungen auszudenken, wie zum Beispiel ”Plötzlich fehlten Zwei, die nach Hause gegangen sind ohne sich abzumelden…“ oder ”Was aus dem Rest der Fahrgemeinschaft geworden weiß ich nicht mehr mit Gewissheit zu sagen (Zwinker, zwinker, Wink mit dem Zaunpfahl dem ganzen Jägerzaun)….“. Nachdem dann also Porno mit der Wahrheit raus gerückt ist, fragte Schnitzel erstmal ob das Hüfte denn auch schon bekannt wäre, aber Porno versicherte, das es seit letztem Donnerstag nun offiziell war. Na da sind wir jetzt aber alle glücklich.

Auf Grund des freudigen Ereignisses öffnete ich mir ein weiteres Bier. Nicht das ich das sonst nicht auch gemacht hätte, aber ich so kann man sagen, das man ja gar nicht trinken wollte, aber man hatte ja einen Grund zu feiern. Zu der schon bekannten Runde aus Porno, Schnitzel und mir, gesellte sich dann noch der Böning und sehr viel später der Tobi. Da Schnitzel und ich schon einmal das Vorkommando gebildet hatten und im Polizeigang an der Party vorbei gefahren sind, konnten wir berichten, das es recht voll war und das man anstehen mußte. Darauf hatten wir natürlich keinen Bock und wollten warten, bis die Minderjährigen nach Haus geschickt wurden. Außerdem konnte man im Feuerwehrhaus auch dem Scheiße labern und Bier trinken frönen. Und zwar gar nicht so schlecht. Gegen 2330 Uhr hielten es die ganzen Spitzlumpis aber nicht mehr aus und wollten unbedingt los. Also riefen wir ein Taxi und ab ging die Post. Kurz vorher habe ich noch mit dem Ingo telefoniert, der meinte das es noch recht voll wäre und man auf jeden Fall an stehen müsste. Na toll. Aber der Ersatzplan war schnell gefasst. Wir wollten dann zunächst in die Werkstatt und dann gegen 0100 Uhr nochmal vorfühlen, ob es denn nun angenehm geworden wäre. Als wir dann an der Lokalität vorbei fuhren, gab es kein halten mehr. Mich wunderte ja das die Türen ganz geblieben sind. Es wurde sich selber in die Tasche gelogen, das die Schlange doch gar nicht so lang wäre und man doch Ruck Zuck drinnen wäre. Naja, dann stehen wir halt an.
Kurz vor der Kasse kam uns dann der Kolbi entgegen und dank meiner fundierten Kenntnisse von Strammsäcken konnte ich durch einen kurzen Blick in seine Pupille erkennen, das Kolben gut getankt hatte. Na gut, er machte es mir leicht, in dem er lauthals verkündete, das ”Kolbi nun geht und die Party vorbei wäre“. Der Spruch ist noch besser als der von Philip geprägte ”Hat Jemand die Party-Fraktion bestellt?“ beim Betreten einer Kneipe oder Disco. Eintritt wurde belatzt und schnell noch ein paar Getränkemarken organisiert. Und ab ging es. Genau drei Meter weit, denn da stand die Menge und man kam nur mit gekonnten Ellbogeneinsatz oder wenn man sehr wendig war. Ich setzte eine Mischung aus Beidem ein. Ich sehe zwar nicht so aus, aber ich kann manchmal sehr wendig sein. Vor allem wenn meine Augen und somit mein Gehirn das große Ziel der Reise sieht: Die Bierbude.

Nach intensiven gewollten (bei Frauen) und ungewollten (bei Männern) Körperkontakt kamen wir leicht geschlaucht an der Bierbude an. Und wir trafen uns alle wieder, trotz das jeder seinen eigenen Weg durch die Menge genommen hat. Je nach Vorliebe der Haarfarbe. Ich hatte ein wenig Bedenken, ob denn das Bier auch schmeckte, denn nach der letzten Party war ich ein gebranntes Kind. Das Bier schmeckte einfach schlecht. Jauchig im Abgang und was da meine Zunge malträtierte durfte sich nicht Bier nennen. Aber diesmal war es um Längen besser. Allerdings sehen die großen 0,33 l Becher sehr versoffen aus. Da hilft nur schnelles Austrinken. Mit dem Bier kam dann auch das um gucken. Vielleicht sieht man ja wen Bekannten. Und wie sollte es anders sein, blendete mich ein heller Schein von der Seite. Kathrin, Kerstin und Heike standen nicht weit Weg von uns. Wenn die drei da sind, dann wird es eigentlich immer gut. Nach dem ich dann mit Heike winkend Kontakt auf genommen hatte, kam die Kathrin auch schon rüber gesprungen und wir unterhielten uns kurz. Ist schon eine Nette.

Porno tauchte dann auch wieder auf. Er sagte er hatte uns verloren, aber wir alle wussten, wo er gewesen war. Was mich nur wundert ist, warum er in alte Verhaltensmuster zurück fällt. Er hat doch nun nichts mehr zu befürchten. Alle wussten eh das er zu Hüfte gegangen war und da sie nun offiziell ein Paar sind ist da auch nichts bei. Kathrin war zwischenzeitlich auch wieder gegangen und wir entscheiden uns erstmal nach drinnen zu verlegen. Ob das so eine gute Idee war. Auf in den Nahkampf. Nach gefühlten 45 Minuten und weiterem intensiven reiben an Frauenkörpern Körperkontakt waren wir dann drinnen. Nicht mal beim Eishockey hat man mehr Körperkontakt. Aber wir waren drinnen und dort war es seltsamerweise nicht so voll, wie es von draußen den Anschein hatte. Man könnte jetzt hier eine wissenschaftliche These aufstellen, warum dem so sei und ich bin mir sicher das es ein paar Ausflüge in die Quantenmechanik bedarf. Aber seien wir mal ehrlich, das will doch keiner lesen, deswegen mache ich mit dem weiter was das Volk interessiert.

Der geübte Blick hat dann auch gleich die Theke erspäht, die dieses Mal ein wenig klein ausgefallen ist. Sollte daran etwa die Umsatzzahlen der letzten Party dran schuld sein? Ich hoffe nicht, denn da habe ich ja mein Bestes gegeben. Die Frage nach Bier hat sich drinnen erübrigt, denn es gab hauptsächlich Mixgetränke. Aber ich wollte weiterhin beim Bier bleiben. Das sollte vielleicht besser für meine Gesundheit sein. Also setzte ich an und unterhielt mich mit der Bedienung. Die nett anzusehende junge Dame nahm sich mir auch gleich an und präsentierte mir das gesamte Bier-Sortiment. Nicht das wir uns hier falsch verstehen, ich habe schon direkt nach Bier gefragt, aber die Gute kannte sich bestimmt nicht so gut aus in Ihrem Fachgebiet. Also präsentierte sie mir zunächst sämtliche Biermixgetränke, welche ja bei mir vor eine massive Betonwand laufen und ein Biermixgetränk mit dem Namen Bit Sun. Aha, alles klar, die nicht so herbe Variante des Bitburgers. Nehmen wir also das. Mal davon abgesehen, das Bitburger eh nicht zu meine Lieblingssorten gehört, schmeckte das Bit Sun genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Lasch. Eben ein Bier für die Party-Generation, die zwar Bier trinken wollen, aber den herben Geschmack nicht mögen. Das löst bei mir wieder absolutes Unverständnis aus. Die zweite Möglichkeit wäre übrigens gewesen, das ich für jedes Bier nach draußen gehen müsste. Aber die Angst vor blauen Flecken hielt mich davon ab und ich schüttete mir halt das Bit Sun rein. Nachdem ich dann eine halbe Flasche mir zugeführt hatte, schwebte plötzlich eine Mischung Bacardi Cola in mein Sichtfeld. Am anderen Endestand der Purzel, der mir einen ausgeben wollte. Wie freundlich, ich nahm dankend an. Auch wenn es eine Versuchung war, hielt ich ihr stand. Ich bleib weiterhin beim Bier. Allerdings hatte meine Leber schon eine Option auf späteren Mischungsgenuß eröffnet. Mußte ja so kommen.

Es waren viel Leute unterwegs und dennoch hatte man genügend Platz, so gefällt das und so kann es auch weiter gehen. Auf einem sporadischen Toilettengang nach draußen traf ich dann die Hüfte und wie sollte es anders sein, hatte sie einen Porno-förmigen Rucksack auf. Ach nein, das war ja Porno, der schon gut getrunken hat und sich an Hüfte festhielt. Mit einem breiten Grinsen ging ich auf sie zu und wollte erst sagen, das sie da etwas komisches am Rücken kleben hat und wenn sie sich nicht vorsieht, dann kann sich das schnell entzünden. Da ich aber eher zu den freundlichen Zeitgenossen gehöre, habe ich mir das dann doch verkniffen und ganz scheinheilig nach irgendwelchen Neuigkeiten gefragt. Ihrem Grinsen konnte ich entnehmen, das sie also auch schon wusste, das Porno und sie nun offiziell zusammen sind. Ist ja schon mal von Vorteil. Für Porno. Auf meiner weiteren Mission traf ich dann noch die Kerstin H., die gar nicht so gut Neuigkeiten für mich hatte. Nach einer kurzen Begrüßung erinnerte sie mich an die Jugendfeuerwehrdelegiertenversammlung am Samstag. Ich wollte schreiend weglaufen, aber auf Grund der Menschenmassen wäre ich bestimmt nicht weit gekommen. Also malte ich mir einen malerischen Samstag mit wunderbaren Wetter aus und ich durfte in meinem Feuerwehruniform in einer muffigen Bude sitzen und den Ergüssen von diversen Feuerwehrleuten zu hören. Und das schlimmste ist, das es keinen Alkohol gibt. Besser ich lasse die Schrotflinte zu Hause. Schlimmer konnte die Aussicht auf das Wochenende gar nicht werden.

Wieder drinnen angelangt stellte nahm ich meine Postton in der Trinkerriege wieder ein. Dummerweise bin ich zur falschen Zeit wieder zurück gekehrt. Denn es waren und die Fotolumpis da. Schnell wollte ich mich in eine stille Ecke verdrücken, als ich feststellte, das die gar nicht vorhanden waren. Außerdem gehörte ich ja selber auch zu den Fotolumpis. Es folgte nun eine zeit des Fotografierens und ich war mitten drin. Leider dann auch auf Fotos drauf. Porno’s Schwester nötigte mich sogar zu gestellten Fotos. Habe ich schon mal erwähnt das ich mich selber nicht auf Fotos sehen kann. Ich finde das immer sehr schlimm. Aber was tut man nicht für den Nachwuchs. Und die Fotos sind ja nun auf meinem Fotoapparat und somit meiner Willkür ausgeliefert, welche ich lösche und welche ich behalte. Harrrharrrharr (Dämonisches Gelächter). Sehr schön auch die Aufnahmen auf dene

n sich dann der Porno rein geschlichen hat. Er hatte wieder seine ”Porno, guck mal gut“-Phase.
Während man dann nach Möglichkeiten suchte endlich der Fotohölle zu entkommen fiel mein Blick auf etwas wunderbares. Diesmal kein Alkohol, sondern zwei junge Damen, die sich wohl aus Versehen in unsere Nähe gestellt hatten. Als sich die eine in meine Richtung drehte war ich ihr sofort verfallen. Sie war hübsch, sehr hübsch und befand sich in meinem Gewichts- Alterklasse. Ich spielte mit dem Gedanken zu ihr zu gehen und vorstellig zu werden. Aber dann ging das Chaos im Hirn wieder los. Tausend Fragen und Sorgen brachen über mich hinein. Was sollte ich sagen? Konnte ich wieder mit meinem Geruch punkten (Eher nicht!)? Macht es einen schlechten Eindruck wenn man mit zwei angefangenen Bieren und einer frischen Mischung bei ihr auftaucht? Da war sie wieder meine alte Freundin, die Nervosität. Ich wurde echt nervös. Die Hände wurden langsam schwitzig. Was aber auch an dem kalten Bier und der leicht erhöhten Luftfeuchtigkeit gelegen haben konnte. Und gerade als ich eins der zwei Biere geleert hatte um Schadensbegrenzung zu begehen, kam der allgemeine Aufruf, doch mal woanders hinzu gehen. Ich hatte keinen Speichel mehr und konnte keine Wiederworte geben und fügte mich der Gruppe, aber nicht um vorher zu überprüfen ob ich von dem neuen Standort einen ebenso guten Blick hatte.

Aber die Sorge verschwand auch bald, denn ich fand mich mit Purzel im Gedränge wieder und wir tranken Mischungen. Hat auch was für sich. Körperkontakt mit alkoholischen Getränken. Doch der Ausflug in die Menge war nicht so das Wahre, also entschlossen wir uns wieder an den alten Stehtisch zurück zu kehren. Doch was war das die zwei Mädels hatten sich dort nieder gelassen. Ich spürte den Hauch einer Chance und stellte mich mit an den Tisch und versuchte Augenkontakt herzustellen. Trotz Nervosität. Doch Glück hatte schon vor Stunden die Party verlassen und dafür schickte es Jemanden vorbei der mich vollaberte. Ich weiß gar nicht wo er her kam, aber ich vermute mal das er einfach auf die Party gebeamt wurde. Und er war strunzvoll. Ich überprüfte kurz meine Kleidung, ob nicht irgendwo ein Sticker klebte der sagte ”Bitte vollabern! Strammsäcke bevorzugt!“. Er schien unsichtbar zu sein und nur ab 3,0 Promille lesbar zu sein. Als ich dann die kurze Unterbrechung abbiegen konnte waren die zwei Damen schon ein wenig weiter gezogen. Ich vermute mal, das der große Anteil an Strammsäcken seinen Teil dazu beigetragen hat. Ich nehme mich davon nicht aus, ich war zwar schon gut dabei, aber in dem großen Ligasystem der Strammsäcke spielte ich noch in der Kreisklasse. Ich machte es mir nicht allzu hart und verbuchte diese Begegnung als normales Versagen meinerseits. Ich glaube davon habe ich schon mehrere Ordner in meiner Sammlung voll. Und dieses mal kann ich es nicht mal auf den Alkohol schieben, denn der versuchte mit aller Gewalt das Zeitfenster des Ansprechens offen zu halten.

Mittlerweile war das Flaschenbier zur neige gegangen und ich war gezwungen Bacardi zu trinken. So ein Ärger aber auch. Die nette Bedienung meinte es aber zu gut zu mir und haute mir da ein Mixgetränk, das wohl auf dem Mist von Harald Juhnke gewachsen ist. Der erste Schluck tat ein wenig weh, aber damit waren auch die Geschmacksnerven ausgeschaltet worden. Der Rest war dann einfach Routine. Nebenbei hat sich dann Kerstin zu uns gesellt und ich habe mich ein wenig mit Uhr unterhalten. Sie hatte gerade ihr Examen bestanden und ich gratulierte ihr nochmal. Bei einer Frau wie Kerstin muß man jede Umarmung genießen. Insider wissen wovon ich rede! Doch so langsam leerte sich der Saal und dann kam der Super-GAU. Ich hatte noch ca. 9 Marken und wollte gerade einen Runde holen, als plötzlich die Durchsage kam, das nun die Party vorbei war und keine Getränke mehr verkauft werden würden. Ich werd bekloppt. Es war nichts zu machen. Da stand ich nun mit meinen neun Marken und kann sie mir in diverse Körperöffnungen stecken. Alles diskutieren half nichts und wir traten den Heimweg an.

In Westerode angekommen, durfte ich aber nicht auf den direkten Weg nach Esplingerode sondern kehrte noch beim Böning ein. Julia war auch noch wach und so setzten wir uns ein wenig in die Küche. Nach einem kleinen Spaziergang in der kühlen Nachtluft machen dann geschlossene Räume und helles Licht seltsame Dinge mit dem Körper. Man hat das Gefühl man muß sich an etwas festhalten. In meinem Fall eine Bierflasche und dem Tisch. Wir unterhielten uns über dies und das. Das Hauptthema unserer Diskussion waren Beziehungen. Und das war es auch schon was ich zu dieser Begebenheit sagen kann. Der Mantel des Schweigens hat wieder zugeschlagen. Ich verließ also den Böning und die Julia und setzte meinen Fußmarsch in Richtung Esplingerode fort. Ich lobe die Erfindung des mp3-Players. Zu Hause angekommen versuchte ich noch e-mails zu lesen, welches aber nur noch unfallfrei ging in dem ich mir ein Auge zu hielt. Das Antworten war schier unmöglich. Ich traf alles, nur nicht die Tasten, die ich wollte.

Am nächsten Morgen weckte mich ein Karussell. Sollten die Mischungen doch zu stark gewesen sein? Mein Mittag bestand aus einer gefüllten Teigrolle und drei Lebkuchenherzen. Kurz gesagt ich hatte einen Kater. Abend sollte es ja eigentlich nach Göttingen gehen, aber die anderen hat es wohl noch schlimmer als mich erwischt. Ich war zu allen Schandtaten bereit, aber der Rest hatte einen Durchhänger. Also mußte ich dem Vollmer absagen, der sichtlich traurig war. Aber der Freitag kommt ja bestimmt. Und mit ihm das Oktoberfest der 1. Mannschaft. Ich trinke keinen Obstler. Das ist ein Versprechen!


Highwater

02/10/2007

Und diesmal entspricht die Überschrift der vollen Wahrheit. Naja, sagen wir zu 80% 65% 60% 50%. Wie schon gehabt fängt unsere kleine Erzählung an einem Freitag in dem verschlafenen Nest Westeode an. Nachdem ich ein sehr gesundes Abendessen hatte entschied ich mich spontan dazu zum Sportplatz zu gehen. Bevor es überhaupt so weit war hatte ich schon eine intensive Konversation mit dem Schnitzel. Schnitzel stellte mir einen zufriedenstellenden Abend in Aussicht, in dem er am Mittwoch schon verkündete, das er sich am Freitag richtig einen ballern wollte. Da sprach er meine Sprache. Doch was ich dann von ihm am Telefon hörte ließ meine Stimmung sinken. Er muß nun doch am Samstag arbeiten, aber trinken gehen wollte er doch. Naja, ist ja schon mal was. Dann wird es nicht ganz so lange gehen, was vielleicht nicht verkehrt wäre.

Am Sportplatz angekommen wollte ich einfach mal hören was denn der Felkl so an dem Abend vor hatte. Und zu meiner großen Überraschung war er gar nicht beim Training. Nein, er war noch nicht mal im Eichsfeld. Absolute Frechheit. Nun gut, aber für den ersten Bierdurst war der Weg zum Sporthaus eigentlich immer gut. Zu Hause konnte ich noch nicht trinken, da der Salat doch irgendwie stopfte. Richtig gelesen, Salat. Das ist das grüne Zeug auf der Wiese was sonst immer von meinem Essen gegessen wird. Ich dachte mir mal, das es nicht verkehrt wäre zu probieren, was sich mein Essen immer rein knallt. Das Bier vertrug sich jedenfalls gut mit dem Salat und dem gerösteten Schinken und dem Ei, welches ich aus geschmacklichen Gründen hinzufügen mußte. Bevor ich jedoch in den Flaschenbiergenuß kam stand mir ein Besuch in der Zecken Bayern-Bude bevor. Dort mußte ich erstmal die Erlubnis vom 1. Vorsitzenden einholen ob wir denn von der 1. Mannschaft aus am Freitag dort eine kleine Oktoberfest-Party machen können. Die Blicke waren zu nächst kritisch, aber als ich dann eine Runde ausgegeben habe, war alles in Butter. Der 1. Vorsitzende vom Sportverein ist ja schließlich mein Nachbar und trotz das er immer sehr dicht am Feuer steht und die ganze Asche ins Haar kriegt immer recht umgänglich. Zusätzlich zu ihm und seiner Frau, inklusive Tochter, war noch der Schocker anwesend. Der trank aber fleißig Alster. Auf die Frage ob er denn krank sei oder einen gefahrvollen Darmverschluß, antwortete der Rest das doch gerade Ramadan wäre und Schocker fasten müßte. Aha, also kein Alkohol. Doch etwas machte mich stutzig. Er schien den Blick richtig zu interpretieren und versicherte mir das es alkoholfreies Alster wäre. Das zeigte jedenfalls das Schild auf der Flasche. Man kann aber auch die Schilder von den Wasserflaschen abmachen und auf eine Kornflasche kleben. Trotzdem, es gibt zwei Dinge die gehen gar nicht. Einmal alkoholfreies Bier und zum Zweiten sind es Biermixgetränke, allen voran das Alster. Wenn mir Bier zu herb ist, dann mixe ich das nicht mit Brause. Das ist eine Beleidigung für jeden Biertrinker. Aber nur ganz perverse Leute stellen alkoholfreies Alster her. So was verdient es gar nicht Bier herzustellen. Das Ausgangsprodukt hat doch gar nichts mehr mit dem edlem Bier zu tun. Absolute Frechheit.

Nachdem ich mich äußerlich abgeregt hatte kochte ich noch immer innerlich. Also trat ich den Rückweg zum Sporthaus an und trank ein paar Bier. Kurz darauf rückte auch der Schnitzel an und nach einer kurzen Runde durch die Stadt, da er sein Portemonnaie leer vorgefunden hatte, waren wir im Feuerwehrhaus. Dort teilte er mir dann mit das der Tobi auch noch kommen würde und diesmal seine neue Freundin dabei hätte. So so, die geheimnisumwitterte Freundin aus Bovenden. Na da waren wir aber gespannt. Ein wenig Sorgen machte mir das Grummeln in meinem Magen Sorgen. Nächstes Mal lasse ich die Zwiebeln weg. Ich hatte das erste Pils im Feuerwehrhaus fast geleert, als dann die Tür aufgestoßen wurde und Tobi trat mit seiner Holden ein. Sie war recht hübsch und hieß Steffi. Der Beginn ist ja immer ein wenig schwer und um ein wenig das Eis zu brechen machte ich mir noch ein weiteres Pils auf. Ich sollte so zumindestens demnächst lockerer werden. So ging das noch ein wenig weiter und so langsam entwickelten sich Gespräche. Als ich dann plötzlich realisierte das wir dann wohl doch noch in der Werkstatt landen würden. Oha, war das eine gute Idee die Freundin gleich in den heißesten Schuppen in Duderstadt zu schleppen. Ach halt, den Checkpoint haben sie ja abgerissen. Also ging es in die Werkstatt. Schnitzel telefonierte mit seiner Schwester und die war so gütig uns in die Werkstatt zu fahren. Vorher gab es noch eine komplizierte Autowechselaktion, aber dann waren wir da. Das Motto des Abends war, das die Herren der Schöpfung umsonst rein kamen und Frauen extra bezahlen mußten. Eigentlich gar nicht so doof. Dann kommen die ganzen Kerle mit den Frauen und bezahlen dann trotzdem für die Frauen den Eintritt. So wäre es abgelaufen, wenn der diabolische Plan von Eberhard aufgegangen wäre. Die Wahrheit sah aber so aus, das nichts los war. Außer ein paar Mädels war nicht wirklich was los. Zu allem Überfluß wollte uns dann Uwe, der Türsteher noch Eintritt abverlangen, da Eintritt frei nur bis 2300 Uhr war. Aktuelle Uhrzeit war 2312 Uhr. Alles klar, Uwe hat ein Auge zugedrückt und wie sind so rein gekommen. Ansonsten wäre wohl auch die Haupteinnahmequelle wieder umgedreht.

Drinnen war weniger los als auf einer Beerdigung. Die Mädels die da waren, waren viel zu jung. Zum Glück gibt es ja immer noch den guten alten Alkohol. Also bestellten wir nach einem kurzen Zweigespräch eine Flasche Wodka. Ich wehrte mich zwar gegen Wodka, aber wurde überstimmt. Was solls, dann gibt es halt Red Bull dazu und ich kann morgen wieder nicht ausschlafen. Schnitzel wurde zum Mixmeister auserkoren und machte die erste Runde. Steffi wollte erstmal eine zaghafte Mischung. Hatte aber einen ordentlichen Zug drauf. Innerlich zollte ich ihr Respekt. Sie hatte zwar weniger Wodka drin als wir, war aber dennoch um Längen schneller fertig. Die nächste Runde war ausgeglichener. Und wieder war sie die erste die fertig war. Sollte sich Tobi da mein weibliches Gegenstück an Land gezogen haben? Also von der Trinkfestigkeit und von der -geschwindigkeit, nicht vom Aussehen, denn da schlug sie mich um Längen. Was nun wirklich keine Kunst ist.

Nachdem nun die Getränkefrage mehr als geklärt war konnte man sich ja mal um gucken. Vor allem weil Schnitzel sich frischen Teer in die Lunge blasen mußte. Da helfe ich ihm doch gerne, weil alleine Rauchen ja dick macht. Im Raucherabteil war komischerweise mehr los. Und vor allem mußten sich die ganzen Gestalten rein geschlichen haben, als wir abgelenkt waren. Dort anwesend war eine kleine Gruppe junger Frauen, die anscheinend alle recht voll waren. Gute Voraussetzungen für die Werkstatt. Ein oder zwei sahen auch nicht verkehrt aus, aber man hat ja noch Anstand und giert nicht quer durch die Werkstatt. Wohlgemerkt, die Werkstatt ist nicht das Glashaus. Aber muß ja mit dem Zufrieden sein, was der Abend einem beschert.

Zurück bei der Tränke habe ich mich dann ein wenig mit Steffi unterhalten über dies und das. Bis sie dann plötzlich mit der Geschichte der verlorenen Telefonnummer anfing. Na super, das macht ja gleich einen tollen Eindruck, wenn Tobi ihr meine ganzen peinlichen Geschichten erzählt. Obwohl, wenn er ihr pro Woche eine erzählt, dann werde ich bestimmt noch zur Silberhochzeit eingeladen. Ich habe ich dann die Geschichte nochmal komplett erzählt und ihren mitleidigen Blick ertragen. Dann stellte sie die Frage, ob ich denn schon mal wieder im JT-Keller war. Und ich mußte nachdenken. Zum ersten Mal hat mich eine Frau bei dieser Geschichte zum Nachdenken gebracht. Warum bin ich eigentlich seit dem nicht mehr im JT-Keller gewesen? Angst? Reue? Ich kann es gar nicht mit Gewissheit sagen. Wir unterhielten uns noch ein wenig weiter und dann kam der Punkt wo ich wusste das sie noch nicht allzu viel von mir gehört hat. Sie hat doch allen Ernstes gesagt, das ich doch mal auf die Tanzfläche gehen sollte und die eine blonde Abklatschen sollte. Für die Nichtwissenden: Abklatschen heißt das man den Tanz übernimmt und nicht ihr eine runter haut. Man kann ja nie wissen was manche Leute für eine Phantasie haben. Aber sie hat sogar einen guten Geschmack was Frauen angeht, denn die, die sie mir vorgeschlagen hatte, hatte ich auch schon ins Auge gefasst. Allerdings wurde sie wenige Minuten vorher von einem seltsamen Vogel voll getextet. Da werde ich ja immer vorsichtig.

Zwischendurch hielt ich regen SMS-Kontakt zu Kathrin und teilweise zu Ingo. Kathrin wollte noch vorbei kommen ist aber in Teistungen hängen geblieben. Und Ingo war auf einer Geburtstagsfeier und wollte wissen ob es sich noch lohnen würde in die Werkstatt zu kommen. Ich brachte es nicht fertig ihn anzulügen und konfrontierte ihn mit der bitteren Wahrheit. Er entschied sich nicht zu kommen und auf der Feier zu verweilen. Eine gute Wahl. Denn nach und nach kamen seltsame Vögel in die Werkstatt. Eins hatten sie alle gemeinsam, sie waren viel zu cool für diese Welt. Auch wenn sie einen Kapuzenpullover an hatten, der sie wie eine Fleischwurst von Herta hat aussehen lassen. Dabei meine ich nicht Farbe, sondern das Äußerliche. Schnitzel warf einen kritischen Blick auf die Uhr und machte nun Anstalten den Aufbruch einzuleiten. Die Flasche Wodka war schon lange leer und meine Anfrage eine zweite zu ordern wurde gnadenlos abgeschmettert. Dafür gab es dann noch ein paar Runden Alternativgetränke. Ich kehrte zu meinen Wurzeln zurück und besann mich auf den himmlischen Geschmack von Havana Club. Aber der Schnitzel war nicht aufzuhalten und wir traten den Heimweg an. Verdammt gerade eben hatte ich genügend getrunken, das die Mädels im Raucherabteil anfingen hübsch zu werden. Wer weiß also wofür es gut war.

Schnitzel reif seine Schwester an und die holte uns ab. Mitten im Wolkenbruch. Sie fuhr mich sogar bis nach Hause, was auch nötig war, denn der ganze Alkohol regte meine Verdauung extrem an. Doch im Anschluss war ich keinesfalls müde und bat Marina mich nochmal abzuholen und mit in den Jugendraum zu nehmen. Doch abholen tat mich nicht Marina, sondern Porno. Der hat nun nämlich Führerschein. Und wartete vor dem falschen Haus. Nun ja, mit all dem Regen, kann man sich ja schon mal vertun. Ob er wohl weiß wo der Scheibenwischer anging. Ich hoffte es. Das Starten mit durchdrehenden Reifen ging auch kräftig in die Hose und ich ärgerte mich das es für den Beifahrer nur ein Sicherheitsgurt gab. Im Jugendchecker ging es aber auch nicht mehr lange. Ich habe mir noch zwei Bier rein gepfiffen und ordentlich mir Porno Scheiße gelabert. Er hat mich sogar nicht nach Hause gefahren, aber nur um dann mit…… Aber lassen wir das. Zu Hause angekommen war ich immer noch nicht so recht müde und fragte mich was denn das abendliche frühmorgendliche Fernsehprogramm zu bieten hat. Nicht viel, denn als ich wieder auf dem Sofa wach wurde kam irgendeine reißerische Sendung die auf einem ”politischen“ Magazin beruht. Aber im Sitzen schlafen geht ganz schön auf die Nackenmuskulatur. Als ich noch regelmäßig gemoscht habe, war der Nacken auch besser durch trainiert.

Der morgen war erfreuend schmerzfrei. Soll bedeuten, das ich keine Kopfschmerzen hatte noch unter Magenkrämpfen leidete. Das eröffnet mir folgende Tatsache. In Zukunft werde ich mich mehr an Bier halten, denn das ist für mich sehr viel bekömmlicher als Mischungen. Jedenfalls die selbst gemachten. Ich stand also ohne Probleme auf und legte mir gerade einen Tagesplan fest. Eigentlich wollte ich mir was zu Essen machen und im Anschluss dann das weblog schreiben. Doch es kam ein Telefonanruf dazwischen. Nein, es war nicht Nina, die mich zusammen scheißen wollte. Es war der feine Herr Ortsbrandmeister, der mich telefonisch aus dem Ikea kontaktierte. Ich wunderte mich schon, wofür er meine Hilfe bräuchte und legte mir schon überzeugende Argumente für Billy, das praktische Wandregal zurecht, als er mit der Sprache raus rückte. Ich solle mich auf schnellstem Weg nach Westerode begeben, nicht über Los ziehen und keine 2000 € kassieren. Denn dort wird gleich die Sirene ausgelöst, wegen Hochwasser in der Amtmannswiese. Toll, ich hatte doch Hunger und konnte endlich mal das Essen ohne Brechreiz genießen und dann so was. Half alles nichts, ich sprang in meine Einsatzhose und fuhr zum Feuerwehrhaus. Dort traf ich auf den Stadtbrandmeister und der löste recht zeitnah die Sirene aus. Schnell füllte sich das Feuerwehrhaus und wir sind zur Amtmannswiese gefahren. Der Beginn eines langen, feuchten Samstags.

Wir fingen an die Schmutzwasserkanäle mit der Pumpe abzupumpen und in die nahe gelegene Nahte zu leiten. Anfangs hatten wir gut zu tun, denn die ganze Einsatzstelle mußte ja aufgebaut werden. Nachdem ich dann gemerkt habe, das die Tauchpumpe nicht ausreichte, legte mir der Stadtbrandmeister doch nahe, andere Wehren nach zu alarmieren. Gesagt getan. Unterstützung kam dann von Esplingerode und Mingerode. Die Esplingeröder machten Nägel mit Köpfen und zerstörten nach wenigen Einsatzminuten ihre Pumpen. Es knallte ein paar Mal bedrohlich und ich war mir fast sicher, das es unsere Pumpe gewesen sei, aber als ich wieder zu der ersten Einsatzstelle zurückkehrte standen alle helmkratzend um die Pumpe herum. Die Esplingeröder sind dann erstmal in die Stadt gefahren um eine Ersatzpumpe zu holen und wir pumpten kräftig weiter. Leider ist bei so einem Hochwasser Einsatz nicht wirklich viel zu tun, wenn denn erstmal alle Schläuche liegen. So gab es immer kleine Grüppchenbildung. Größtenteils da wo es Bier gab. Natürlich ohne mich. Ich bediente mich aus den offiziellen Kisten vom Fahrzeug und trank mit Friede ein paar Pils zusammen, der ja Maschinist war. Ja, ich weiß das man während des Dienstes kein Alkohol trinken sollte, aber es war ein Hochwassereinsatz. Da kann man nun wirklich nichts machen und Menschenleben waren auch nicht in Gefahr. Außerdem waren es nur zwei Bier. Zum Glück sind zwei kleine Mädels, Johanna und eine deren Namen ich schon wieder vergessen habe, auf die Idee gekommen und haben ordentlich Brote geschmiert. Die haben sehr zur Mittagszeit geholfen. Später gab es dann noch Streuselkuchen von Familie Senger. Das muß man den Bewohnern der Amtmannswiese lassen. Sie sorgen für die Einsatzkräfte.

Nach und nach ließ der Regen nach und wir wurden der Wassermassen Herr. Naja, Wassermassen ist sehr übertrieben, im Vergleich zu den Sachen die bei Kassel passiert sind. Wir hatten alles recht fix unter Kontrolle, weil man uns früh genug Bescheid gesagt hat. Das nennt sich Hochwassererfahrung. Denn die Leute aus der Amtmannswiese wissen da schon Bescheid und haben Erfahrung. Nachdem wir dann erstmal die ersten Einsatzkräfte in das Feuerwehrhaus zurück gebracht haben, fuhren Tobi und ich die Schläuche zum Tauschen nach Duderstadt. Auf dem Rückweg hielten wir dann nochmal kurz beim Rewe an, weil da das ansässige Solarium ein Spätsommerfest hatte und Kathrin dort bediente. Sie hat mir schon die ganze Zeit geschrieben, das wir doch vorbei kommen sollte, aber wenn man dann gerade am Scheiße Schmutzwasser abpumpen ist, dann geht das schlecht. Als wir dann da waren gab sie uns freundlicherweise ein Pils aus, welches wir dankend annahmen. Und sie war schon gut angetrunken, was wir aus ihrem leicht schwankenden Gang erkannten. Und dem fröhlichen Kichern. Das Bier ging recht fix runter und man wollte uns schon das nächste hinstellen. Leider mußten wir weiter, denn es klingelte schon mein Telefon. Friede wollte wissen wann wir denn endlich kommen würden, denn der Trappertopf ist schon längst fertig. Ich mußte ein wenig die Hörmuschel zuhalten, denn im Hintergrund wurde gerade das Leid der Niedersachsen gespielt und wir wollten doch wenigstens vortäuschen harte Arbeit geleistet zu haben. Zurück im Feuerwehrhaus labten wir uns an einem gar köstlichen T-Topf. Eins war klar, wenn der wieder raus kommt, dann brennt es erneut. Dann fanden noch ein paar weiter Pils den Weg in meinem Schlund und es ging nach Hause.

Der Tag forderte seinen Tribut und trotz diverser Telefonanrufe war noch nichts klar für den Abend. Als ich aus der Dusche steig war ich ein klein wenig dankbar. Hüfte wollte mich zwar noch anrufen, falls es in das Glashaus gehen sollte, aber ich spielte schon mit dem Gedanken, das ich wohl zu Hause bleiben würde. Ich verabredete mich dann noch mit Porno zur gewohnten Zeit im Feuerwehrhaus. Die Beine taten unglaublich weh, als ich meinen Weg antrat, was doch ein paar Laufeinheiten in Feuerwehrstiefeln mit einem anstellen konnten. Im Feuerwehrhaus war ich sichtlich erschöpft und kam gerade noch in den Turm um mir ein Bier zu holen. Dieses tat meinem erschöpften Körper recht gut und ich merkte wie langsam die Kraft wieder in die Muskeln zurück fuhr. Ein herrliches Getränk

Nebenbei tat ich mir dann Waterworld an. Als ich den im Kino gesehen habe, fand ich ihn gar nicht mal so schlecht. Allein schon wegen Jeanne Triplehorn. Die fand ich damals richtig Klasse! Es ist schon sehr seltsam. Neuere Filme haben längst nicht so den Einfluß auf mich wie damals. Filme die ich in der Zeit gut gefunden habe, finde ich heute immer noch gut und sehe gerne über Schwächen hinweg. Scheint so ein Nostalgiephänomen zu sein. Nach dem zweiten Bier und drei Handvoll Erdnüssen kam dann Porno irgendwann angeschossen und wir guckten den Film noch zu Ende. Da er aber auch nicht trinken konnte, weil er am nächsten Tag sein neues Auto holen wollte, machten wir noch einen kurzen Abstecher in den Jugendraum. Dort war aber auch nicht wirklich was los und ich TV, welches mit dem Rücken zu mir stand lief eine Hommage an Götz George (”Behaarter Affe mit 10 Buchstaben, fängt mit Schim an?“ – ”Schim…, Schim…., Schimanski!“). Zum Glück gab es gekühlte Getränk ein Bierform. Allerdings wies mich Hüfte auf den Umstand erst recht spät hin. Nämlich erst da wo ich mich lautstark darüber beschwerte das das Bier nun alle sei und leichten Fleischbrühecharakter aufwies. Hüfte hat nämlich in ihrer Güte mir ein paar Pils kalt gestellt. Hmmm, die Information kam entschieden zu spät. Ins Glashaus ging dann nicht mehr, da alle schon zu kaputt waren. Zum Glück. Ich trank noch ein Bier und setzte dann den Heimweg, da meine Augen plötzlich mit 5 kg Gewichten behangen waren. Die Frischluft half nicht wirklich und ich fiel ins Bett, als ich dann zu Hause war. Wie sehr doch körperliche Ertüchtigung anstrengt.

Der Sonntag war erstaunlich beschwerdefrei. Dagegen muß was getan werden. Wie sieht denn das aus, wenn ich ausgeruht in die kurze Arbeitswoche starte. Zum Glück ist die nächste Woche nur sehr kurz. Bis Dienstag und dann habe ich ein ultralanges Wochenende. Welches komplett mit Trinkveranstaltungen ausgebucht ist. Wer jetzt denkt das ich ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht habe, scheint mich zu kennen!


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