Jungesellenabschied, Part I

Eigentlich sollte an vergangenen Wochenende die Elferratssommerparty statt finden. Mit allem drum und dran und zipp und zapp. Aber durch ein sehr trauriges Ereignis, gab es eine Änderung der Pläne und die Party ist abgesagt worden. Ich möchte aber hier nicht weiter darauf eingehen, sondern statt dessen vom Alternativ-Programm berichten. Denn auch das konnte sich sehen lassen. Ich war ja eh gerade in meiner zweiten Urlaubswoche und war somit ausreichend ausgeruht für das Wochenende. Nun ja, ein kleiner Ausrutscher am Mittwoch bescherte mir am Donnerstag Morgen sehr unangenehme Kopfschmerzen. Aber da mußte ich durch. Was trinke ich auch so viel Hefe-Weizen.

Der Freitag begann wiederum sehr früh. Sehen wir mal vom Aufstehen ab, war ich schon zum Kaffee trinken bei Nadine eingeladen. Die hatte nämlich Geburtstag und da es allen passte ging also das Feiern schon am Nachmittag los. So konnte ich ihr wenigstens auch gratulieren, da ich Abends beim Junggesellenabschied von Keile-Günther gebucht war teilnahm. Zu Beginn trank ich natürlich ein Kaffee, denn ich traute mich nicht so richtig nach einem Pils zu fragen, auch wenn Andre wahrscheinlich das Verlangen in meinen Augen gesehen hat. Und ich rang mich sogar dazu durch ein Stück Kuchen zu essen. Versteht mich jetzt nicht falsch, der Kuchen war lecker, aber ich bin nunmal kein Kuchen-Fan. Da trinke ich lieber eine Kiste Bier esse ich lieber ein Wurstbrot. Sozusagen ist Fleisch nicht nur mein Gemüse, sondern auch mein Kuchen. Aber es war Kaffee-Zeit und ich wollte die Gastgeberin nicht beleidigen. Bei einem Stück wollte ich es dann auch belassen. Als dann weitere Gäste kamen räumte ich meinen Platz und setzte mich näher zu Christian. So konnte ich die Neuankömmlinge auch besser beäugen. Zumal die eine recht nett anzusehen war. Aber wie es nicht anders hätte sein können, hatte sie zwei große … einen Freund und auch schon zwei Kinder. Naja, ich hatte ja auch noch kein Bier, von daher machte die ganze Sache Sinn. Aber dieser Umstand sollte sich auch bald ändern. Ich wies Andre auf mein Verlangen, nach einer Flasche Bier hin und er gab mir auch prompt eine. Ein kurzer Blick auf mein Zeiteisen verriet mir das es 1550 Uhr war. Ich brach also mit der Regel, kein Bier vor Vier. Aber ich ließ es darauf ankommen. Auch wenn mich dann der Blitz beim scheißen treffen sollte. Ich trank und nichts passierte. Geht doch.

Kurze Zeit später gingen dann auch die anderen Gäste wieder, was jetzt nicht unbedingt an meinem Bierkonsum lag. Die schmutzigen Lieder würden erst später beginnen. Die Gäste waren weg und schon kam dann der Hart-Alk auf den Tisch. Andre eröffnete den Reigen mit einem Faustschlag ins Gesicht in Form einer Runde Jägermeister. Das komische ist ja, das ich bei Schnapsrunden nie gefragt werde. Es wird immer davon ausgegangen das ich mit trinke. ”He, ich mach mal eine Runde Klosterfrau Melissengeist. Peter trinkt ja eh mit!“ Hallo, ich sitze hier und kann noch gut hören. Keine Frage, ich habe den Jägermeister getrunken und war mir ziemlich sicher, das es nicht der letzte Schnaps des Tages war. Ich sollte Recht behalten. Nachdem ich dann weiter in der Bierlinie fortgeschritten war, folgten dem Jägermeister noch zwei weitere. Und dann kam der Anruf, das ich abgeholt werden würde und ich solle mich doch schon mal auf den Weg machen. Toll, gerade eine frische, eisgekühlte Kanne aufgemacht und dann muß ich los. Ich brachte es nicht über das Herz, die Flasche mitgehen zu lassen und überließ sie dann dem Andre, der sicher keine Probleme haben sollte sie zu leeren und somit ihrer Bestimmung zukommen zu lassen.

Der Walter’sche Hochglanz-Benz fuhr Schnitzel, Kai und mich dann nach Göttingen wo wir dann nach einem kurzen Fußmarsch auf die Anderen trafen. Die Frechheit sondergleichen war, das sich Schnitzel und Kai schön mit Bier bzw. Alster versorgt haben und mir einfach nicht mitgebracht haben. Absolute Frechheit, wofür ich sie erstmal an meckerte. Das störte sie aber herzlich wenig. Aber ich trank dann einfach aus Kai seinem Bier die Hälfte raus ein paar winzige Schlucke, damit ich nicht aus versehen trocken laufe. Ist ja nicht gut für so einen hochempfindlichen Motor. Zu den Übeltätern, die Günner am letzten Wochenende in Freiheit begleiten sollten gehörten: Klaus (Schwiegervater), Hans-Jürgen (Vater), Kai, Schnitzel, Görtler, Thomas B, Böning, Philip (mit Gehhilfen, denn die Krücke ist ja in der Mitte mit Krücken) und ich. Also eine nette 10er-Runde. Günni war standesgemäß im Sträflingskostüm unterwegs. Und das war echt noch eine schmeichelhafte Verkleidung. Sense mußte damals im Abendkleid durch die Gegend huschen und da ist nach einer Stunde der Reißverschluß drauf gegangen. Weiterhin mußte Günner dann noch einen Aufgabenzettel bewältigen. Aber es waren eher harmlose Aufgaben gestellt, wie Unterwäscheschilder sammeln oder Strähnen von weiblichen Köpfen klauen oder getragene BHs ergattern. Also ganz alltägliche Aktionen. Als Bezahlung hatte er einen Rucksack mit Schnaps dabei. Aus Erfahrung weiß ich das man auf diesen Rucksack gut aufpassen muß, denn bisher ging er bei jedem Abschied in spätestens der dritten Kneipe verloren, weil er einfach vom Junggesellen vergessen wurde. Eine harte Strafe wartete auf den der ihn vergaß. Nun standen wir also ein wenig rum und warteten auf die erste Aufgabenbewerkstelligung. Ohne Bier! Eine Sache die eigentlich nicht passieren darf. Denn Bier ist der Treibstoff, der die Party am Gange hält. Günner sprach die ersten Mädels an und die gingen auch tatsächlich mit ihm mit und durften ihn schminken. Natürlich ging es dazu zu Rossman, die haben ja so viele schöne Sachen zum Testen. Ich hingegen mußte erstmal die Örtlichkeiten von Karstadt aufsuchen, da die sechs Bier vom Geburtstag irgendwie einen Weg aus meinem Körper gefunden haben. Wieder zurück sah Günner schon zum anbeißen aus. Die Mädels gaben alles und vollbrachten ein wahres Kunstwerk. Und es viel auf, das Kai auch recht gut mit dem Wimpernpinsel (Oder wie man das Ding nennt, mit dem sich die Frauen Tusche auf die Wimpern bringen) umgehen konnte. Wenn da man nicht mehr im Busche ist. Man sollte ihn auf jeden Fall im Auge behalten. Das Ganze lief übrigens sehr zum Vergnügen des Vaters und des Schwiegervaters ab.

Wieder draußen machte ich den Vorschlag endlich mal ein wenig Bier zu organisieren. Finanziell aus dem Topf versorgt gingen dann Schnitzel, Görtler und ich zum nächsten Kiosk. Der mir ja bekannt war, da ich ab und an in Göttingen unterwegs war. Natürlich durfte das auch nicht ohne blöde Sprüche auf meine Kosten abgehen. So wurde wieder gewitzelt, das mich der Ladenbesitzer mit Handschlag begrüßen würde. Ich hoffe nur, das Jemand Dienst hat, den ich nicht kennen würde. Wir kauften gegen meinen Willen Becks Gold, aber ich konnte für mich ein richtiges Becks raus schlagen. Zurück bei den Anderen konnten die noch keine neuen Erfolge verbuchen. Nur ein paar Unterschriften konnten auf dem T-Shirt verewigt werden. Als nächste Aufgabe mußte Keile eine junge Dame seiner Wahl über die Fußgängerzone tragen. Die junge Dame war auch schnell gefunden. Sehr nett anzusehen eroberte sie das Herz von Philip gleich im Sturm. Und Günner konnte sie auch mit Leichtigkeit über die Fußgängerzone tragen. War auch wirklich eine kleine Zierliche. Wir hätten die Frau aussuchen müssen, dann wäre das schon anders gegangen. Nach jeder Aufgabe wurden dann Schnäpse verteilt. Da ich bei der ersten Runde schon das Glück hatte einen handwarmen Korn zu ergattern, von dem übrigens in der ganzen Tasche nur drei Stück waren, achtet ich diesmal auf die Ausgabe. Aber das andere Zeug hat auch nicht wirklich nach mehr geschmeckt. Das Bier war also alle und wir entschieden das wir nun eine Kneipe aufsuchen sollten. Also ging es in Richtung MaxL. Auf dem Weg dorthin wurden dann auch noch die Aufgabe ”5 Küsschen sammeln“ erledigt. Allesamt mit Fotobeweis und ohne Einsatz der Zunge. Im MaxL war es hingegen recht leer. Ist auch nicht wirklich die Location einen Junggesellenabschied zu feiern. Aber es waren ja noch ein paar Sachen auf dem Zettel abzuarbeiten. In Sachen Alkohol wurde dann ordentlich Bier getrunken und Jemand, diesmal war ich es wirklich nicht, bestellte einen Kotzo. Herrlich, das ist ja genau mein Getränk. Günner konnte aber ein Haarsträhne ergattern. Von der Bedienung. Von der wollte er auch einen BH haben, aber die Gute hinter der Theke hatte gar keinen an. Eigenen Aussage, denn nachprüfen konnten wir es nicht. Ich meldete mich zwar mutig als Freiwilliger, aber wir mußten ihren Worten glauben. Die Tatsache, das kein BH im Spiel war, machte aber Philip schon wieder ganz scharf.

Doch auch Aktion BH sollte bald erledigt sein. Auf dem Weg vom MaxL zum Thanners trafen wir drei junge Damen die wahrscheinlich altersmäßig in einer Grauzone waren. Die waren sehr erpicht auf die Schnäpse und nahmen Günner mit um die Ecke. Was dort im einzelnen ab lief, kann ich nicht wiedergeben, denn das ganze fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls kam Günner dann mit drei BHs um die Ecke. Sein Schwiegervater hatte ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen und beteuerte nichts gesehen zu haben. Ich Jemand forderte das anzünden der BHs nur um sie brennen zu sehen als Protest gegen die weibliche Unterdrückung, doch den Spaß wollte keiner mitmachen. Also wurden die Wäschestücke wieder den Besitzerinnen übergeben und dann wurde sich zum gemeinsamen Gruppenfoto mit Schnaps aufgestellt.

Ankunft Thanners, der Alkoholpegel war schon recht hoch und ich begann eine kurze Rücksprache mit meinem Magen zu halten, der mir mitteilte, das die letzte feste Nahrung ein Stück Kirschkuchen um 1524 Uhr war. Ich teilte ihm mit das er jetzt nicht stören sollte, da wir gerade Bier bestellten, merkte aber vor bald was essen zu gehen. Doch bevor das geschah wanderten noch zwei weitere 0,5 l Bier in meinem Magen. Und immer wenn man einen Haufen Geld in der Hand hat, dann kommt man schnell auf Schnapsideen. Diese Bezeichnung passt wie Arsch auf Eimer. Es wurde dann eine Runde Tequila bestellt. Normalerweise kann ich ja jetzt immer die Schuld auf Jemand anders schieben, aber diesmal war ich der Übeltäter. Allerdings auf Verlangen der Gemeinschaft. Ich versuchte meine Gesichtsmuskeln so anzuspannen, das es aussah als wenn ich ein freundliches Gesicht machen würde und bestellte den Tequila. Nun muß ich aber vorher anmerken, das die etlichen Liter Bier die ich mir schon zugeführt hatte leider meine Rechenkenntnisse etwas einschränkten. Ich mußte tatsächlich dreimal nachfragen, wer welchen Tequila haben wollte. Dummerweise kam ich bei meinen Rechnungen immer auf 11 Personen. Vielleicht hat sich auch Jemand heimlich dazu gestellt und ich habe mir die ganze Zeit umsonst einen Kopf gemacht. Gut, der Tequila folgte also den Spuren, die das Bier großzügig meine Speiseröhre hinunter gelegt haben und gesellte sich in den großen See Alkohol, wo früher mal feste Nahrung zur Verdauung vorbereitet wurde. Ein zweiter Junggesellenabschied kam noch ins Thanners. Vorweg möchte ich anmerken, das wir alle die gleichen T-Shirts an hatten, mit unserem Namen auf der Brust. Das machte es zum einen einfacher, wenn man sich mal verloren hat (”Heee, habt ihr ein paar Besoffskis gesehen, die ungefähr das Gleiche an hatten wie ich nur mit anderen Namen vorne drauf?“) und jeder wusste gleich Bescheid wie man hieß. Beim Eingang in das Thanners wurde ich mit ”Hi, Pete“ begrüßt. Das Komische war nur, das ich eine Jacke an hatte und man meinen Namen gar nicht lesen konnte. Ich vermute mal die junge Dame hatte eine Röntgenbrille auf. Wir hatten also alle die gleichen T-Shirts an. Das war aber ein Scheißdreck gegen den anderen Junggesellenabschied. Die waren nämlich so stylisch und so crazy und so abgefahren, die haben sich nicht herabgelassen T-Shirts, der gleichen Aufmachung anzuziehen. Nein, die feinen Herren hatten Bänder zum Umhängen mit Karten dran, auf denen der Name des Junggesellen stand. Natürlich alles in coolem Schwarz. Soviel Coolness konnte ich nicht ertragen und ging erstmal mit Böning und Schnitzel etwas essen. Die Anderen wollten dann auch bald weiter.

Junggesellenabschied? Alle vollstramm? Wer anhand dieser Hinweise erraten kann was das Gericht des Abends war, kann sich ein Weizen aufschreiben, das er dann auch selber bezahlen kann. Richtig, Döner wäre es gewesen. Geht schnell und im Anschluß riecht man, als wäre man gerade aus Transylvanien abgereist. Ist einem aber egal, das man eh schon scheiße aussieht (Man bedenke das T-Shirt) und stramm ist. Die nächste Station hieß dann Alpenmax. Ich tat mein Möglichstes, aber keiner ließ sich davon überzeugen woanders hinzugehen. Ach ja, im Thanners konnte Günner dann Wäscheschnipsel ergattern und ließ sich Socken zeigen. Anzufassen traute er sich nicht, was ich durchaus verstehen konnte. Das Alpenmax dürfte ja hier schon bekannt sein und gehört ja zu meinen Lieblingsorten in Göttingen. Manchmal nenne ich den Laden auch liebevoll die Spackenhölle. Aber man war ja eh stramm und leidensfähig. Zwei Eigenschaften die einen bei einem solchen Abend durchaus am Leben erhalten. Günner gab drinnen dann erstmal eine Runde Bier aus. Ich wusste aber was mich erwartete und wurde nicht enttäuscht. Das Bier schmeckte absolut jauchig. Ich sollte man den Kollegen den Tip geben, die Leitungen zu spülen. Mein Entschluss nach diesem letzten Bier auf Mischungen umzusteigen festigte sich nach jedem Schluck. Die Mischungen Bacardi Cola waren eine wahre Offenbarung nach der Plörre, die man dort als Bier verkaufte. Das ist schon mal ein Grund in solche Läden nicht zu gehen. Wenn das Bier scheiße schmeckt gehört der Laden eigentlich angeprangert. Das ist ein Verbrechen am Kunden.

Ist man aber erstmal im Alpenmax angelangt, dann ist alle Hoffnung verloren. Alle waren stramm, ohne Ausnahme. Doch halt, Hans-Jürgen ist gefahren und ich bewunderte ihn. Ich hätte es nüchtern nicht so lange bei so vielen Strammsäcken ausgehalten. Was die Anderen so konsumierten kann ich nicht mehr genau sagen, aber ich bleib weiterhin beim Bacardi. Da die Gläser eher geringe Mengen aufnehmen konnten orderte ich immer im Doppelpack. Aufgrund des hohen Zuckergehalts verlangte ich auch immer wenig Cola, damit mein Kohlenhydratehaushalt nicht so durcheinander kommt. Man muß ja auf seine Gesundheit achten. Manche der Teilnehmer konnten dann auch nicht mehr an sich halten und mußten ihre überschüssigen Energien in Tanzen umwandeln. Ich hingegen hielt mich an das alte, weise Sprichwort ”Wer tanzt hat kein Geld zum Saufen!“ Und hier kommt der Kracher schlechthin. Philip war ja an Krücken unterwegs. Er hat sich beim Fußball einen Minuskusschaden, mit Kreuzbandriß zugezogen. Oder so ähnlich. Jedenfalls muß er nun operiert werden. Aber was macht der Heimchenfänger? Er schmeißt die Krücken in die Ecke und springt auf die nächste Box um sich von dort oben zum Affen zu machen. Alkohol scheint ein Wunderheilmittel zu sein. Alle Schmerzen waren vergessen und er hatte bestimmt das Gefühl wieder 90 Minuten durchspielen zu können. Die böse Überraschung wird dann wohl aber am morgen kommen. Da hilft nur draufkippen!
Ich war der Meinung da gab es dann noch ein Zusammentreffen mit einem Junggesellinnenabschied, aber ich habe die Fotos noch nicht gesichtet und habe auch ein wenig Angst davor. Ich war aber der Meinung ein Foto von Günner und einer jungen Dame mit Diadem gemacht zu haben. Ich sollte die Fotos schnellstens angucken. Da die Zeit aber schon weit fortgeschritten war fassten wir den Entschluss weiter zu ziehen. Man darf jetzt aber nicht vergessen, das weiterhin abgespackt wurde und Getränke in rauhen Mengen konsumiert wurden. Besonderen Andrang fand unsere Theke als plötzlich eine nicht zu verachtenden Oben-Ohne-Bedienung auftauchte. Ich hielt es für einen Wink des Schicksals, das sie gerade bei uns bediente. Keiner konnte ihr aber auch so schmeichelhaft auf die Brüste gucken wie wir. Nun war ich wieder abgelenkt. Wo waren wir? Ach ja, wir waren dabei zu gehen. An der Kasse hatte ich mal wieder die Highscore beim Bezahlen. Ich sollte echt mal eine Highscore-Liste anfertigen. Draußen, an der frischen Luft, überkam uns dann plötzlich das Hungergefühl und wir rückten dann noch beim Dönermann um die Ecke ein. Dieser Laden muß eine wahre Goldgrube sein. Dort kommen doch bestimmt vier Mal in der Woche hunderte Strammsäcke rein um sich noch ungesundes Fast Food in die Birne zu drücken.

Zum Döner schmeckt am Besten ein Pils und Kai sorgte für die nötige Unterhaltung am frühen morgen. Es sah so aus, als wolle er gegen ein Schild treten. Gründe hierfür kann niemand angeben, nicht mal er selber. Aber anstatt gegen das Schild zu treten hat er wohl daneben getreten. Fuß-Auge-Koordination funktionierten anscheinend nicht mehr so einwandfrei. Den Schwung den er geholt hat aber ausgereicht, ihn von den Füßen zu holen. Zugegebenermaßen schafft das auch nicht jeder. Er haute sich also so richtig schön auf die Fresse und dekorierte seinen Rücken mit einer wunderbaren Dreckschicht. Doch er wäre nicht Kai, wenn er nicht daraus noch ein wahres Kunstwerk gemacht hätte. Irgendwie hat er es nämlich geschafft, einen sauberen Fleck in Form eines Herzens auf seinem Rücken zu behalten. Ich vermute mal, das Wiebke demnächst ein gelbes T-Shirt mit Herz-Darstellung geschenkt bekommt. Wir beschlossen mit dem Taxi nach Hause zu fahren, da es so bestimmt billiger werden würde. Hans-Jürgen ist zwar noch gefahren, aber wenn wir uns mit 6 Mann ein Großraumtaxi teilten dann dürfte das auch nicht allzu teuer werden. Beim Taxi wurde noch ein wenig gehandelt und dann ging es los. Wir beschlossen, das einer wach bleiben sollte, damit man dem guten Mann Bescheid geben könnte wenn wir am Ziel waren. Leider haben wir vergessen einen Glücklichen zu bestimmt und so waren vor der ersten Ampel alle im Reich der Träume. Ich wurde dann auch unsanft von der Stimme des Taxi-Onkels geweckt, der uns mitteilte, das wir nun in Westerode wären. Vorweg hatten wir aber beschlossen bei Böning noch einzukehren und ein Scheidebecher zu trinken. Allerdings schien nur noch ich mich an die Abmachung zu erinnern, denn alle Anderen gingen nach Hause. Oder hatte ich das nur für mich beschlossen? Hatte ich es gar geträumt? Oder mir gewünscht? Egal, ich bin dann nach Hause und fand irgendwie den Weg in mein Bett.
Früher Morgen, mir ging es den Umständen entsprechend gut. Ich hatte ja eigentlich mich höllischen Kopfschmerzen gerechnet, aber die weilten wohl gerade im Urlaub. Ich fand es gut und freute mich des Lebens. Denn Abends sollte es zu Friede gehen.

Aber die Lumpis von der Feuerwehr nutzen die Gelegenheit trotzdem mich aus dem Bett zu klingeln. Es ging ja auf Orientierungsfahrt und da Philip nach Aussagen der Gruppe nicht fähig war aufzustehen, wäre ja nun ein Platz frei. Gut, Philip hat aller Wahrscheinlichkeit nach einen Kreuzbandriß, aber das wird nicht der Grund sein, warum er nicht aus dem Bett kam. Es könnte vielleicht damit zusammen hängen, das die Krücken beim Betreten des Alpenmaxes spurlos verschwunden waren und er recht schnell eine Box eroberte, auf der er dann das Kreuzband Tanzbein schwang. Nun sollte ich aber mitfahren. Ich zweifelte den Geisteszustand von Schnitzel und Kai an und legte mich wieder schlafen. Aber ich versicherte dem Schnitzel, das ich dann doch noch die Flaschen für den Abend besorgen würde, da er ja mit der Feuerwehr unterwegs war. Wir trafen uns dann gegen 1800 Uhr im Feuerwehrhaus. Leider war ich dann doch ein wenig spät dran, so daß ich kein Bier zum Aufwärmen trinken konnte. Aber das sollte ja bald bei Friede nachgeholt werden.

Nach der Ankunft und der üblichen Begrüßung ging es erstmal an die Theke um nachzugucken ob denn auch schon ein paar Pils fertig sind. Naja, Theke war vielleicht etwas zu blumig umschrieben. Die Zapfanlage stand auf einem Tisch und Karlchen zapfte. Aber he, was solls, es gab Bier aus dem Faß. Für mich war das vollkommen ausreichend. Nur der Karlchen konnte noch nicht so umgehen mit der Zapfanlage und die Biere brauchten eine halbe Ewigkeit. Nachdem ich ihn anschrie und Schläge androhte Ich war aber geduldig und ließ ihn machen. Es ist aber trotzdem schwer jemanden beim Bier zapfen zugucken zu müssen, der das nicht richtig hin bekommt, wenn man selber schon halb am verdursten ist. Zur Sicherheit des Zapfers ging ich dann nach draußen und setzte mich an einen der Biertische. Da ja bekanntlich Rauchverbot in geschlossenen Räumen ist, haben sich draußen auch die ganzen Raucher versammelt. Somit waren wir nicht ganz so alleine. Außerdem war in der Garage eine irrsinnige Lautstärke. Es war unglaublich. Jede Disco ist ein Schießdreck dagegen. Aber ich habe da so eine Vermutung. Viele der Gäste waren schon, sagen wir mal, im gesetzten Alter. Im alter lässt ja bekanntlich das Gehör ein wenig nach und dann muß man sich ein wenig unterhalten. Nun stelle sich man das ganze mal vor mit einem Raum voller Senioren. Jeder versteht den Anderen nur schlecht und muß dann lauter sprechen. Da aber der Sitznachbar oder der Kollege am Tisch ganz am Rand auch so laut spricht, muß man den ja übertönen und spricht dann noch lauter. Das ganze schwingt sich noch ein wenig auf und zack hatte Friede mal eine Garage. Ist natürlich nicht passiert, aber möglich wäre es. Das wäre dann der erste Fall eines Garagenzusammensturzes, durch zu viele Rentner.
Draußen ging der übliche Smalltalk los und Karlchen versorgte uns mit Bier. Die Geschwindigkeit ließ immer noch zu wünschen übrig, aber ich wollte ja nicht meckern, deswegen bestellt ich immer gleich eine ganz Rutsche. Nichts ist noch schlimmer, als wenn der Zapfer für jedes Bier einzeln raus kommt und dann den Nächsten fragt ob er noch ein Bier haben will. Da könnte an echt verrückt werden. Ich handhabe das ja immer so, das ich nach ein paar Runden schon mitgekriegt habe, welcher Tisch wie viel trinkt und dann wird halt einfach drauf gestellt. Alle wird das ganze Bier schon. Dafür kenne ich die üblichen Verdächtigen zu gut. Wie sagt mein Chef immer so treffend? ”Ein guter Bauer, erkennt seine Schweine am Trog!“ Das noch auf Platt und schon ist der Eichsfelder perfekt. Ich kann aber kein Platt, jedenfalls nicht sprechen. Aber Karlchen steht ja noch am Beginn seiner Zapfer-Karriere. Wenn er auf die Tips hört, dann wird aus ihm noch ein ganz Großer.

Neben dem Trinken konnte man auch noch was essen. Diesmal hatte ich mich sogar vorbereitet und nichts vorher gegessen. Ging es doch zu Friede. Jetzt nicht um ihn zu schädigen, sondern mir war bewusst, das es ein ganz fantastischen Essen geben würde. Und das gab es auch. Spanferkel mit Beilagen. Die Beilagen interessierten mich weniger, denn Fleisch war mein Gemüse. Ich hielt mich dann aber trotzdem an dem Tzaziki gütlich, da ich frischen Atem bevorzuge. In Verbindung mit ein paar Bier und Löwentor gibt das eine fantastische Mischung am frühen Morgen. Hatte ich ja schon im Hinterkopf, das wir Feuerwehrübung am Sonntag Vormittag haben. Und da ich sonst immer der Leidtragende bin, sorgte ich vor. Das Essen war hervorragend und ich aß sogar die paar Alibi-Happen vom Salat auf, die ich mir auf den Teller getan habe. Man kann nicht nur Fleisch essen. Man kann eigentlich schon, aber dann wird man wieder von allen Seiten so komisch angeguckt. Und noch hatte ich den Zenit des Abends nicht überschritten, das es mir egal wäre. Ich hoffte eh der Zenit würde noch lange auf sich warten.

Doch es gibt ja immer Leute die einen schneller zum Zenit bringen wollen als einem selber lieb ist. Ich rede da von den Menschen die meinen nach einem deftigen Essen wäre ein Schnaps von Nöten. Auch diesmal sollte es soweit sein. Dummerweise saß ich nun auf der Bierbank ganz am Rand und konnte nicht durch die Plane fliehen,die mir den Ausblick auf Westerode versperrte. Da half also kein Entfliehen. Ich gab mir aber nicht Blöße und trank Roten, denn es gab ja immer noch Linie. Der tat zwar auch weh, aber nicht so weh, wie Löwentor. Es folgten nun die üblichen Sprüche, wie mit dem einen Bein auf dem man nicht stehen kann und die zweite Runde kam irgendwann an mir vorbei. Instinktiv entschied ich mich wieder für Linie, doch die war nun dummerweise alle. Verdammt! Also machte ich den Fehler den Obstler zu wählen. Gott, brannte der in der Kehle, der Speiseröhre und Teilen meines Magens. Nie wieder Schnaps das schwor ich mir, außerdem wollte ich ja das Ende des Abends noch erleben.

Es half nur die Flucht nach vorn. Schnitzel und ich gesellten uns ein wenig nach rinnen. Auf den Bierbänken konnte man eh nicht mehr sitzen und drinnen war es nicht ganz so kalt. Dort trafen wir dann auf Jotte, der sich zu uns setzte und wir unterhielten uns ein wenig über dies und das. Ich finde es ja recht Klasse, das er jetzt sein Wohnzimmer immer mit zur Arbeit nimmt. Er arbeitet auf Montage und hat sonst immer im Hotel übernachtet. Nun hat er sich aber ein Wohnmobil gekauft und schläft jetzt halt da drin. Finde ich eine klasse Idee. In meiner Vorstellung von Wohnmobilen gab es bisher keine automatischen Sat-Anlagen oder bequeme Betten. Ich verwechselte es bisher immer noch mit Zelten. Aber dem ist wohl nicht mehr so, wie uns der Jotte so mitteilte. Es ist alles ein wenig komfortabler geworden. Und vor allem führt ein strenges Regiment in dem Wohnmobil. Seine Frau und seine Tochter müssen wohl ein wenig sparsam geguckt haben, als Hauptfeldwebel Jotte, die Spielregeln für das Wohnmobil beim letzten Urlaub erklärt hat.

Richtig spannend wurde es aber erst, als sich dann noch der Flinke an unseren Tisch gesetzt hat. Seines Zeichens Schwiegervater von Jotte und Onkel von Friede. Das Blödsinn labern stieg plötzlich rapide nach oben, wer mag kann hier Vergleiche zur Eiger Nordwand anstellen. Und irgendwie sitzt es bei den Alten im Blut, das man in einer gemütlichen Runde Schnaps zu trinken hat. Mein Hirn stellte plötzlich alles auf Alarmstellung und ich wusste das dies der Zeitpunkt wäre einmal mehr die sanitären Einrichtungen aufzusuchen. Doch ich hatte die Rechnung ohne den Flinken gemacht. Flugs wurde mir ein Schnapsglas hingestellt und der Löwentor eingegossen. Da ich ja ein Glückskind bin habe ich auch noch das Weizenglas unter den Schnapsgläsern bekommen. Manche nehmen solche Gefäße zur Einnahme ihrer Tabletten, ich bekommen die flüssige Kräuterhölle darin serviert. Es half nichts, es mußte runter. Der Weg nach unten war lang und beschwerlich. Jede Faser meines Körpers wehrte sich dagegen. Nur meine Speiseröhre weigerte den entgegengesetzten Weg einzuschlagen und beförderte die Flüssigkeit, die in machen Ländern unter Chemieschutz fällt, nach unten. Ich hoffte es bleib der Einzige. Doch Schicksal was back und sorgte dafür das ich einen zweiten Humpen ein geschüttet bekommen habe. Ich wollte einfach von der Welt. Am Besten von Außerirdischen entführt in eine Welt ohne Löwentor und ohne Schnaps!

Nun war es aber so, das der Flinke plötzlich den Heimweg antreten mußte. Nur ganz böse Zungen würden jetzt behaupten, das seine Frau bei dieser Entscheidung die entscheidenden Fäden zog. Und auch niemand würde wagen zu sagen, das er schon stramm war. Also ich sage hier so was nicht und meine Augen können mich manchesmal trügen. Am Besten wechsele ich das Thema, sonst bekomme ich von ihm noch einen Löwentor-Einlauf, wenn wir uns das nächste Mal begegnen. Da saßen wir also und waren eine der letzten Bastionen bei Utes und Friedes Party. Da Bier schmeckte auch nicht mehr so richtig und es wurde Zeit endlich mal auf die richtigen Getränke umzusteigen. Also wurde schnell der Bierkonsum auf Havana Club Konsum umgestellt. Jedenfalls bei mir. Der Schnitzel hielt sich dann doch eher an Jim Beam. Vor allem erlöste und das vorerst von der Schnapsgeissel. Doch lange sollte das Vergnügen nicht anhalten, da nach und nach alle anderen auch den Heimweg antraten. Ist es wirklich so, das man mit dem Alter nicht mehr so lange aushalten kann. Sollte mir demnächst das selbe blühen ich hoffte nicht.Schnitzel und ich tranken unsere Mischung und noch eine weitere Mischung aus und gingen dann auch Nach Hause, jedoch nicht ohne einen Umweg über den Jugendraum zu machen. Dort sah es zwar nach außen hin so aus, als ob dort alles dunkel war, doch ich sollte mich irren. Schnitzel setzte all seine Aufklärungsgeschicke ein und war der Meinung Jemanden dort gesehen zu haben. Wer, dort sein Unwesen trieb bleibt aber unter Verschluß. Über meine Lippen kommt kein einziges Wort. Wir entschieden uns dann aber doch endgültig Heim zu gehen. Diskutierten aber doch noch ein wenig bei Schnitzel vor dem Haus. Schließlich zeigte die Turmuhr erst 0140 Uhr. Doch die Kälte fuhr einem in die Knochen und ich entschied mich auf direktem Weg ins Bett zu gehen.

Von gar sanften Klängen wurde ich geweckt. Es ist schon von Vorteil, wenn man einen Wecker mit mp3-Funktion hat. Mir ging es gut und ich fühlte mich für die Übung vorbereitet. Jedenfalls bis zur Übung. Danach ging es mit meinem Zustand rapide bergab. Sich die Mütze zu zu knallen und dann Sport zu treiben ist irgendwie nicht gut. Ich sollte Rücksprache mit meinem Arzt halten.

Zum Schluß noch der Hinweis auf einen Blut-Spende-Termin. Am Donnerstag von 1530 – 1930 Uhr kann man in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt wieder Blut beim Roten Kreuz spenden. Ingo und ich werden auf jeden Fall dort sein, auch wenn wir Mittwoch Abend die Göttinger Innenstadt unsicher machen werden. Mein Hausarzt weiß schon was das bedeutet, wenn meine Leberwerte ein wenig erhöht sind. Ich würde mich aber freuen, wenn sich dann doch der Eine oder Andere dazu durchringen könnte, zum Blut spenden zu gehen. Und wenn wir da sind, wird es bestimmt lustig!

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