Two fucking years

29/09/2007

Heute ist es nun genau zwei Jahre her, das mein weblog existiert. Ich könnte ja jetzt einfach den Text vom letzten Jahr kopieren und die ”eins“ einfach durch eine ”zwei“ ersetzen, aber das wäre ja langweilig. Viel geändert hat sich in dem vergangenen Jahr nicht wirklich. Ich hoffe die Geschichten gefallen noch immer. Auch wenn sie ein wenig lang sind. Ich versuche mich ja schon immer kürzer zu fassen, aber manchmal bekomme ich das einfach nicht hin, weil mir so viele Gedanken und Formulierungen im Kopf umher schwirren, die ich unbedingt noch zu Papier, respektive Bildschirm bringen möchte. Und vor allem nimmt das Logbuch Zeit in Anspruch. Das erste was ich meistens gefragt werde, wenn die Leute von meinem weblog wissen ist, wie viel Zeit ich in die Texte investiere. Genaue Zeitangaben kann ich leider nicht machen, da ich nicht die gesamte Zeit durchschreibe. Ab und an muß man alles sacken lassen und sich neu konzentrieren. Es sei nur so viel gesagt das ich mehr als einen Tag dazu brauche. Ich versuche immer den Eintrag so zeitnah wie möglich einzustellen, aber das gelingt nicht immer. Worauf ich aber stolz bin, ist das ich kein Wochenende verschleppt habe und immer in der darauf folgenden Woche den Text verfasst habe.

Warum ich das alles mache, werde ich auch gefragt. Ganz einfach, es macht mir Spaß. Ich liebe es Texte zu schreiben und Erlebtes wieder zu geben. Vielleicht werde ich daraus nochmal etwas anderes machen, als nur meine Wochenenderlebnisse nieder zu schreiben, aber bis dahin geht das hier noch munter weiter. Es wird auch dann und wann ein kleiner Nebentext veröffentlicht, der nicht direkt mit dem Wochenende zu tun hat, aber eher sporadisch. Ich habe dann auch immer nur die Muße dazu, wenn mein Logbuch vollständig ist und ich ein wenig Zeit über habe. Und die ist meistens noch sporadischer vorhanden wie Schneebälle in der Wüste Gobi. Außerdem ist jetzt NHL08 draußen. Da wird die Zeit noch ein wenig mehr dezimiert.

Was mir aufgefallen ist, als ich den ersten Eintrag gelesen habe, ist, daß das Boßel-Turnier damals vor der Tür stand. So auch in diesem Jahr. Am 13. Oktober geht das scharf. Ich freue mich schon sehr. Vor allem mit der Truppe von der Feuerwehr los zuziehen.

Ich wollte mich aber eigentlich bedanken. Bei allen die mein Logbuch lesen und mich dafür mit Lob überhäufen. Ist nicht nötig, ich mache das gerne, aber eine kleine Streicheleinheit tut doch ganz gut. Muß ich ja zugeben. Und vor allem möchte ich mich bei den Personen bedanken, die für den ganzen Schreibstoff in meinen Einträgen sorgen. Und ich hoffe es bleibt dabei, denn dann werden noch viele, hoffentlich amüsante Einträge folgen.

Keep on reading and spread the news!

Munter bleiben

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Hochzeit! – Re, keine 90

27/09/2007

Wem nun dieser Begriff aus dem äußerst genialen Kartenspiel Doppelkopf nichts sagt, dem sei der Hinweis gegeben, das ich an diesem Wochenende auf Hochzeiten war. Ja, richtig gelesen. Wo der normale Mensch nur eine Hochzeit am Wochenende besucht und danach erschöpft zusammen bricht, habe ich wieder das Wedding-Double-Feature gebucht. Normal kann schließlich jeder. Dank meines monatelangen Training fühlte ich mich sehr gewappnet für diese Herausforderung. Wie sehr sollte ich mich irren! Doch fangen wir am Anfang an.

Nach getaner Arbeit raste ich Richtung Heimat. Doch ich habe die Rechnung ohne die Hammerkranken gemacht, die pünktlich um 1600 Uhr die Straße gen Westerode befuhren. Es reicht nicht, das dort die obligatorischen Geronten mit Hut und wahlweise behäkelter Klorolle auf der Ablage ihr Unwesen auf den von mir vom Steuerzahler bezahlten Straßen treiben. Nein, da müssen auch noch der UPS-Wagen und ein Linien-Bus vor einem her fahren. Und ich rede hier jetzt nicht von eine kurzen Distanz. Es waren die ganzen 25 km. Und dabei war noch so viel zu tun. Der Kärcher mußte den Körper reinigen und die ganze Geschichte fing schon gegen 2000 Uhr an.

Sache? Jaha, die Hochzeit von Steffi und Lars. Der eine seines Zeichens ehemaliger Schulkollege und guter Saufkumpan Freund und die Andere seine zukünftige Frau. Besser gesagt waren sie zu dem Zeitpunkt ja schon vermählt. Doch der aufmerksame Leser hat gerade festgestellt das es ja erst um 200 Uhr losgehen sollte. Also wäre bei einem normalen Feierabend ja noch eine Menge Zeit. Aber das war mir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht klar. Denn ich hatte mit dem Doktor verabredet, das wir um 1900 Uhr dort aufschlagen würden. Und jetzt kommt der casus kKnacktus. Die Feuerwehr verwandelte das jährliche Grillfest in eine Art Oktoberfest. Sehr zu meinem Bedauern, könnte ich mich doch in die Tochter eines bayrischen Braumeisters verlieben, wobei mir da die Äußerlichkeiten komplett egal wären.

So habe ich also beschlossen gegen 1730 Uhr bei der Feuerwehr aufzuschlagen um mich dort blicken zu lassen und im Anschluß nach Teistungen durchzustarten. Natürlich würde ich es auch sehr begrüßen, wenn das eine oder andere Weizen den Weg in mein Glas und meine Hand finden würde. Aus 1730 Uhr wurde dann schnell 1800 Uhr und aus 1900 Uhr wurde dann nach einem Anruf von Dr. Dieck schnell mal 2000 Uhr. Zunächst wurde ich gezwungen trank ich mit Freuden ein gekühltes Hefe. Außerdem bat mich der Ortsbrandmeister das Faßbier zu probieren. Das stand schon ein wenig und hatte ein wenig an Bitterkeit zugenommen. Außerdem waren ein paar Schwebstoffe hinzu gekommen. Falls es Jemand trinken sollte, könnte er sich schon mal auf gehörige Kopfschmerzen am Folgetag einstellen. Aber ich trank ja eh lieber Hefe. Das hat die Schwebstoffe schon von Haus aus drin und ist so gewollt. Und die Kopfschmerzen auch.

Das erste Hefe lief also den Schlund rein, als dann der Dr. anrief und mir eine Verlängerung anbot. Ich war dafür und mein blitzschnelles Gehirn rechnete noch zwei zusätzliche Hefe für mich aus. Die Freude war groß. So nach und nach trudelten dann auch die ersten Gäste ein und die Stimmung fing an so langsam gesellig zu werden. Schade, das man das nicht anders koordinieren konnte. Aber ich beschwere mich ja gar nicht, hatte ich ja noch die Aussicht auf eine wunderbare Hochzeitsparty. Unter den gerade eingetroffenen Gästen befanden sich auch David, Ellen und die kleine Hannah, gerade 8 Monate alt. Aus Rücksichtnahme auf die Kleine gingen dann halt auch alle raus zum Rauchen und ich saß dann mit Ellen und Hannah die meiste Zeit alleine drinnen. Ab und an kam dann der David dazu und wir unterhielten uns über dies und das. Doch dann wurde der Hunger groß. Bei den Eltern. David ging los und holte sich was, im Anschluß ging dann Ellen los. Doch was macht wenn man ein Kleinkind hat und Hunger und einen Cousin der mit am Tisch sitzt und nur ein Hefe-Weizen vor sich stehen hat. Ich erkannte die Situation zu spät und schon hatte ich ein Kleinkind auf dem Schoß und einen Arsch voll Verantwortung dazu. Ihre ersten Blicke waren sehr skeptisch, aber dann beruhigte sich die Lage. Ich lenkte sie gekonnt mit Bierdeckeln, Bieruntersetzern und Flaschenöffner ab. Bevor jetzt wieder die ”Ist ja typisch“ Rufe laut werden, möchte ich darauf hinweisen, das nichts anderes, außer meines Hefe-Weizen auf dem Tisch stand. Und ich muß hier mal betonen, das es doch mal Jemand fertig bringen könnte Baby Klamotten mit einem Griff am Rücken zu entwerfen. Ich weiß nie wo ich da anfassen muß und habe ernsthafte Angst da was kaputt zu machen. Nach einer zeit wurde sie dann doch quengelig, weil es dann doch bei Mama und Papa besser zu sein scheint. Ich denke ich habe mich ganz gut geschlagen und erfreute mich meines Weizens.

Vom Hirn kam gleich der Befehl, schnell aus zutrinken, denn die Babyaktion hat Zeit gekostet. War sie aber wert Mittlerweile ist dann auch der Schnitzel eingetroffen und war bereit den Dr. und mich nach Teistungen zu fahren. Dummerweise hatte ich mir gerade ein Hefe eingeschenkt und mußte das ja erst austrinken. Aber auch das ging fix von der Hand. Nach einer sehr ereignislosen Fahrt nach Teistungen waren wir dann am Ziel. Wie es aussah war der Großteil der Baggage schon da. Aber wir kamen zeitgleich mit Manuel an und enterten die Feier. Die Feier die mehr eine Party war, denn es gab keinen Kleiderzwang. Die Zwei haben am Freitag standesamtlich geheiratet und wollten nur klein feiern und ohne Anzugzwang. Fand ich gut und die große kirchliche Trauung kommt ja eh noch im nächsten Jahr. Glaube ich zumindestens gehört zu haben. Die Glückwünsche wurden überreicht und dann wurde dem Rest der Gästeschar die Hand geschüttelt. Leider kam ich nicht umhin, den alten Tischkopftrick anzuwenden. Derart ausgelaugt erkannte der Vater der Braut gleich den Durst in meinen flackernden Augen und versorgte mich mit einem Pils. Und was muß ich sagen, es überraschte mich rein gar nicht das es Bier aus 0,33 l Gläsern war. Da sind die Bürger aus den neuen Bundesländern ja immer vorne mit dabei. Schon seit meiner Zeit beim Bund weiß ich das es im Osten keine kleinen Biere gab. Immer nur aus großen Behältnissen. Am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich an alles. Zeitweise jedenfalls. Ich muß allerdings sagen, das ich lieber ein kleines Bier trinke, denn das steht zwar in der gleichen Zeit ab, aber hat gar nicht die Gelegenheit abzustehen, weil die Verweilzeit in der Flasche um einiges kürzer ist, als bei 0,5 l Flaschen.

Nachdem also die Getränkefrage und vor allem auch den Nachschub geklärt habe konnte ich mir der stilvollen Konversation widmen. Es gab allerdings nur ein Thema: Der Junggesellenabschied von Lars. Und vor allem die von mir geschossenen Fotos. Meiner Aufforderung kam allerdings nur der Fabian nach und bat mich um eine CD, so machten die anderen natürlich erstmal dicke Backen. Aber ich bekam auch gleich neue Aufträge. Leider muß ich hier zu meiner Schande eingestehen, das ich die Aufträge alle vergessen habe, da mein Gedächtnis zu späterer Stunde einfach Daten gelöscht hat ohne die Eingabeaufforderung abzuwarten den Zettel mit den Namen verloren habe. Daher an dieser Stelle die Aufforderung einfach eine kleine mail an mich zu schreiben. Und das mache ich nicht, weil ich mich über mails so freue. Eigentlich war ja auch zum Essen geladen worden und es gab äußerst lecker aussehendes Grillgut, doch ein Brezel aus dem Feuerwehrhaus hat sich irgendwie in meiner Magengegend breit gemacht. Somit umging ich das Essen erstmal und hoffte auf später gereichte Snacks. Doch auch wenn ich nichts gegessen habe, schütze mich das nicht vor hochprozentigen Spirituosen. Zunächst ging der Korb mit den Schnapsflaschen an uns vorbei und ich freute mich innerlich. Doch was in das Zelt geht, das kommt auch wieder heraus. Das gleiche gilt ja auch mit Nahrungsmitteln, doch da ist der Ein- und Ausgang unterschiedlich und der Zelt besteht aus organischer Materie. Was schreibe ich hier eigentlich?? Ach ja, der Zwangsschnaps. Diverse Beschleuniger Magenbitter wurden dargeboten und keiner sprach mich auf den ersten Blick an. Es gab da Kümmerling und Jägermeister und süßen Schnaps. Alles klar, in anderen Ländern werden damit alte Bretter abgebeizt und ich soll mir das in den Hals schütten. Also erkundigte ich mich nach Korn und als Antwort gab mir die junge Dame, das es einen ”Kirsch-Korn“ geben würde. Mein Unterbewusstsein schlug sämtliche Alarmglocken und warte mich intensiv davor dieses Zeug zu probieren. Aber ich war innerlich taub, was ich zunächst auf das Hefe-Weizen schob und nahm einen Kirsch-Korn. Korn wird ja normalerweise aus Korn gemacht. Klingt komisch, ist aber so. Aber aus was wird dann Kirsch-Korn gemacht. Aus den Kirschkernen? Ich stellte mir gerade vor, wie aus den Kirschkernen der Schnaps gebrannt wird und hoffte das es nicht im entferntesten, das es nach Kirschwasser schmeckte. Wie sollte es anders sein stand dann plötzlich ein Glas von der Größe eines Windlichtes, voll mit einer klaren Flüssigkeit, vor mir und entpuppte sich als reinrassiger Obstler. Jackpot. Als sich meine Gesichtsmuskeln von dem Schock erholten hatten, hatte ein Hinterhältiger Strolch mir das Glas erneut voll gemacht. Da ich mich kurzzeitig nicht konzentrieren konnte, kann ich nun nicht mehr mit Gewissheit sagen, wer der Jemand war. Auf Nachfragen wurde mir mitgeteilt, das ich es selber war, der eine zweite Runde verlangt hatte. Ich mußte mal wieder ein ernstes Wörtchen mit meiner Leber reden.Von vor dem Zelt wurde dann nach drinnen verlegt. Dort waren Tische und Sitzgelegenheit bereit gestellt. Und vor allem entkam man dem Schnapsexpress, welches mir sehr entgegen kam. Nach einer weiteren Runde Bier wurde mir dann wortlos der Havana Club in das Sichtfeld gestellt. Eigentlich wurde er ja bereits von Fabian konsumiert und ich wurde langsam neidisch. Kurze Zeit später hatte ich dann ein frisch gemixtes Glas Havana Club vor mir stehen. Es folgten nun eine Menge lustiger und wirrer Gespräche. Und eine Unmenge an Fotos. An viele kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber dennoch waren sie auf meiner Kamera. Und was am allerschlimmsten ist, ich bin auch einigen der Fotos zu sehen. Mit einer Falsche Havana Club. Das ist ein weiterer Grund, warum ich meistens die Kamera habe. Ich kann mich nicht auf Fotos sehen. Es ist jetzt nicht so, das ich die Augen zu mache, aber das wäre mein Wunschtraum. Da mache ich wirklich lieber Fotos von anderen.

Nun ja, der Abend nahm also seinen Lauf und mit ihm die Flasche Havana Club. In meinen Schlund hinein. Nein, ich habe die Flasche nicht alleine geleert, denn dafür mochten ihn die Anderen auch zu sehr, aber ich habe bei einem großen Teil geholfen. Trotz der Fotos fehlt mir ein Teil des Abends, aber es sah alles sehr, sehr lustig aus. Nur an den Schluß, da kann ich mich noch deutlich erinnern. Die Taxis fuhren ach und nach ab und der Dr und ich waren die letzten Gäste, die noch da waren. Unsere anschließende Diskussion drehte sich um genau dieses Thema. Warum sind wir immer die letzten die die Party verlassen. Ich wollte die Diskussion darauf hin lenken, das wir halt zu gutmütig sind und den Anderen immer den Vortritt beim Taxi lassen. Aber ich glaube der Aufbau meiner Diskussionsgrundlage wurde schneller durchschaut, als ein Gewächshaus bei strahlendem Sonnenschein. Egal, wir waren halt wieder die finalen Gäste und nahmen das letzte Taxi. Es war aber nun wirklich so, daß das vorletzte Taxi gerade voll war und wir auf das nächste Warten mußten. Und es ist mir Wurstegal, ob man mir das glaubt oder nicht.

Die Uhr zeigte mir etwas von 0330 Uhr an, als ich durch die Straßen von Westerode schlich. Nein, das stimmt so nicht ganz. Eine SMS-Konversation mit Schnitzel verriet mir den genauen Zeitpunkt meines Eintreffens zu Hause.

Der Morgen beschwerte mir leicht drückende Kopfschmerzen, die sich aber schon im Auflöseprozess befanden. So mag ich das. Ich hatte zwar nicht viel Schlaf, aber dafür keine Kopfschmerzen. Da mein Mutter Geburtstag hatte, entschied ich mich für ein Aufstehen um den Hausfrieden möglichst lange beizubehalten. Ich machte zwar keine gute Figur, aber ich war anwesend. Bis zum späten Nachmittag, denn da begann dann die nächste Hochzeit. Diesmal war sie kirchlich und von Martina und Torsten. Kirchlich bedeutet dann so viel wie Anzugzwang. Und ein originell verpacktes Geschenk. Der Dresscode war im Allgemeinen selbstverständlich und das originelle verpackte Geschenk finde ich als Selbstverständlich. Da wir eine gewisse Doppelkopf-Vergangenheit haben (der gewitzte Leser schließt hier Rückschlüsse auf die Überschrift) verpackte ich die Moneten in einem Kartenspiel und legte dem Betrachter eine Hochzeit hin. Jaha, was war ich wieder kreativ. Allerdings bin ich beim verpacken eher der Grobmotoriker und war dankbar, das meine Cousine Monika und meine Mutter diesen Teil übernahmen. Und schwuppdiwupp holten mich auch schon Ellen, David und Hannah ab und ab ging die Fahrt nach Brochthausen zum Feiern. Und zur Kirche.

Zu allem Überfluß mußte ich auch noch eine Feuerwehruniform anlegen, da wir Spalier stehen wollten. Besser gesagt die Feuerwehr und unser Ortsbrandmeister hat nicht genügend Leutchen zusammen bekommen. Also wurde flugs die Uniformjacke über gestülpt und damit in die Kirche gegangen. Dem lieben Gott ist es bestimmt egal, wie man da auftaucht. Die Kirche an sich war sehr kurzweilig, was aber nicht unbedingt an dem Priester gelegen hat. Aber es waren jede Menge Kinder anwesend, die die Predigt ebenso interessant fanden wie eine Bundestagsdebatte von 1964. So bekam ich dann eine Spezialuntersuchung meiner Schulterklappen von Hannah und eine Turnveranstaltung von dem kleinen Tim. Von der Predigt bekam ich nur den Anfang mit bei dem es um einen Rebstock ging und der wand seine ganze Kraft auf um irgendetwas zu tun. Ich war der Ablenkung dankbar.

Das Spailierstehen verlief ohne größere Probleme und im Anschluss sind wir dann zum Festsaal gegangen. Ach ja, des weiteren eröffnete mir der Kai, das ich doch am nächsten Tag um 1200 Uhr bei der Schule in Mingerode sein sollte. Da ist Schulfest und die Feuerwehr soll dort kleine Spielchen machen. Ich fasste es nicht. Es ist eine Hochzeit und ich soll am nächsten Tag Kinderbelustigung noch vor dem Aufstehen machen. Na das konnte ja heiter werden. Als wir beim Lokal angekommen waren flitzte ich schnell zu Ellens Auto und wechselte meine Kleidung. Es ist immer von Vorteil wenn man aus dem Stehgreif eine Krawatte binden kann. Ich schaute nochmals in den Spiegel, erschrak und ging zurück um auf das Brautpaar zu warten. Im Anschluß kam dann die obligatorische Gratulationsrunde, mit eingeschlossenen Geschenk abgeben. Und der Sektempfang. Sekt ist ja für mich ein absolutes Horrorgetränk. Ich mag es einfach nicht. Dies Brause die Alkohol enthält. Warum nur, gibt es bei jeder Festivität einen Sekt zu Beginn. Mir würde es besser gefallen, wenn es da ein leckeres Hefe geben würde. Von mir aus auch einen Doppelkorn, aber Sekt muß nun nicht sein. Ich kippte das Ding halt runter und versuchte die Magenmuskeln so schnell wie möglich arbeiten zu lassen. Zum Glück gab es Leckerbissen vom Bäcker damit man diesen penetranten Geschmack von der Zunge bekam. Allerdings waren die schon wieder so scharf, das schnell was neues zu trinken her mußte. Doch was sahen meine verquollenen Auge da. Die Bedienung ging mit einem Tablett Bier rum. Leider nicht in meine Richtung, aber es war schon mal gut zu wissen, das man sich ab sofort auch ein Bier zu Gemüte führen konnte.

Ich stand in lockerer runde mit ein paar alten Bekannten und wir unterhielten uns über dies und das, als dann die Dame mit dem Tablett des Weges kam und fragte wem sie denn das Bier noch anbieten dürfte. Selbstlos wies mein Gesprächspartner Stefan zu mir und komplettierte die Geste mit den Worten: ”Hier an diese jungen Mann, der hat am größten Durst!“. Meine angeborenen Bescheidenheit wies natürlich diese Hinweis diskret zurück, aber doch dankte ich Stefan, das er mir den Vortritt lies. Später erfuhr ich dann das er eh fahren mußte, weil seine Freundin in anderen Umständen sei. Aha, daher also diese Freundlichkeit. Diesem ersten Bier folgten noch ein paar mehr. Der Ferrari-Club hatte nämlich für das Brautpaar den Spielmannszug Mingerode organisiert der mehr als ein Ständchen gab. Ich nutze die Zeit und untersuchte näher die verschiedenen Biergläser. Von innen uns von außen. Nur ein Umstand bereitete mir ein wenig Sorge. Es war Königs Pilsener. Frei nach dem Motto: ”Heute ein König, Morgen Kopfschmerzen“ malte ich mir einen Morgen voller Qualen aus. Aber bleiben wir im Hier und Jetzt und genießen die Hochzeit.

Das Ständchen war vorbei und das Essen ging so langsam los. Die Plätze wurden gefunden und es wurde auf die Suppe gewartet. Ein wenig Zeit sich den Rest der Gäste einmal anzuschauen. Leider stellte ich fest, das keine Single-Frauen in meinem Alter da waren. Ich bezweifelte das irgendwelche Single-Frauen da waren. Naja, dann kann ich mich also voll und ganz dem Alkohol widmen. Das Bier schmeckte zwar recht annehmbar, aber mir war klar, das ich wenig später auf Mischungen umsteigen würde. Ich wollte dem ganzen Drama aber dann doch ein wenig Aufschub geben. Denn der Vorabend lag mir noch ein wenig auf dem Gewissen. Das Essen war sensationell. Ich bin sogar zweimal losgegangen, was so ganz gegen meine Gewohnheit ist. Der erste Gang bestand aus einer warmen Platte und der zweite Gang dann aus den kalten Platten. Mitte des zweiten Tellers hätte ich sofort Schluß machen können, aber als echter Eichsfelder gibt man sich die Blöße natürlich nicht. Es wurde auf Teufel komm raus die letzten Happen in den Schlund gestopft. Die Gabel machte hier gute Dienste als Stopfgerät.

Nach dem Essen gab es dann die Schnapsrunde. Diesmal nicht durch die Bedienung hervorgerufen, sondern durch Jens und mich. Nach dem wir uns so dermaßen voll gestopft hatten, mußte einfach ein Platzmacher her. Vorher schworen wir Beide, das es bei dem einen bleiben würde. Noch bevor wir die erste Silbe aus dem Mund gedrückt hatten stellte sich das als Lüge heraus. Hier sei zu erwähnen, das an unserem Tisch ein Studienkollege von Tutz saß, der nun in Belgien arbeitet. Ihm wurde gleich erstmal ein Löwentor bestellt, schließlich wollte er einen Magenbitter. Das Gesicht mit der Aussage ”das es harter Tobac“ sei, bestätigten mich in meinem Urteil und ich war mir sicher, das ich nicht anders bin. Löwentor ist nicht wirklich gut. Ich war froh über meinen Korn. Quer über die Tanzfläche wurde dann mit Friede zugeprostet, der leider an einem anderen Tisch saß. Was vielleicht auch besser war, denn als wir uns an am Buffet trafen und schon wieder Englisch redeten, ernteten wir von Ute, seiner Frau, nicht sehr erfreuliche Blicke. Also doch bis zu späterer Stunde warten, bis der englische Spaß los geht.

Nach dem Essen gab es dann erstmal ein paar Präsentationen von den Freunden von Tutz und Martina. Die erste ging über das Kennenlernen von den Beiden, gespickt mit Fotos aus der Sturm und Drang Zeit. Die waren ja meine absoluten Favourites. Mein persönliches Highlight war ja das Foto von einer Kommunion, wo Tutz als Messdiener mit drauf war. Und die Kommunion war von seinem kleinen Bruder Christian und der hatte zusammen mit David Kommunion. Ich hatte das Bild ja schon öfter bei David gesehen, aber es ist immer wieder schön, wenn man die lieben Kleinen sieht. Vor allem weil David auf dem Foto absolut Klasse aussieht. Sehr kompakt. Und ein Foto von der Einschulung von Tutz. Da ist er dann mit Stefan drauf, unserem jetzigen Karnevalspräsidenten, der sagen wir mal eine sehr hohe Stirn hat. Auf dem Foto hatte er aber noch volles Haar und hatte somit Seltenheitswert. Das wurde auch gleich von mir Jemanden passend kommentiert. Im Anschluß gab es dann eine Präsentation von seinen Bundeswehrkollegen. Und die eröffnete Tutz mit dem Hinweis, das jetzt Schlimme Fotos folgen würden. Immer her damit. Ich war überrascht, was man mit den dienstlichen Bundeswehrklamotten alles machen kann und wie lustig das alles aussieht. Aber anscheinend hat jede Kompanie an Wehrdienstleistenden das Bedürfnis den Gummiüberschuh, der über die Kampfstiefel gehört sich auf den Kopf zu setzen. Ich stellte erneut fest, das ich recht normal bin.
Die Präsentationen waren vorbei und ich war froh, das keine anderen Spiele mehr gemacht wurden. Denn so toll diese Dinger auch immer sind. Meistens ist man immer der Dumme. Ganz toll sind ja immer diese Tanzspiele, bei denen man in einen Hut greifen muß und einen Namen hervor zieht. Dann ist man zum Beispiel das Krümelmonster und muß dann mit Tiffy tanzen. Sehr spaßig, vor allem wenn man tanzen mag. Wenn solche Dinger losgehen, dann versuche ich mich meistens an der Theke hinter mehreren Bier irgendwo zu verstecken. Doch sehr oft scheitert dieser Versuch, weil die Leute die solche Spiele machen meistens den Riecher für solche Personen haben oder aber es genau auf einen abgesehen haben. Schließlich ist man ja Single. Bringt aber alles nicht wenn man dann die nächste Tanzeinheit mit Tante Getrude verbringt und die es schamlos ausnutzt, das sie über das Parkett geschoben wird. Keine Erlösung bevor die Kapelle nicht zur nächsten Pause ansetzt. Hat man richtig Glück kommt dann während dieser Tanzeinheit noch die Polonaise. Spätestens dann kocht die Stimmung und meine Leber vertrocknet langsam zur Rosine. Aber diese Spielchen gab es zum Glück nicht. Oder aber ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Aber dazu später mehr.

Nach den Präsentationen herrschte dann akuter Getränke Notstand, weswegen ich mich dann opferte und den Weg zur Theke antrat um der jungen Dame Bescheid zu stoßen zu geben. Leider traf ich dort auf einen Zusammenrottung der alkoholischen Art. Teilnehmer waren Leiche, Torte, Stefan, Guido und Stracke. Ich wollte ja eigentlich nur der Kellnerin Bescheid sagen, doch bevor ich auch nur mein Mund aufmachen konnte hatte ich schon ein Pils in der Hand. Und meine Befürchtungen wurden bestätigt. Es bleib nicht bei diesem Bier, sondern es folgten noch ein paar. Doch das sollte nicht alles sein. Zum zweiten Bier gab es dann den Schnaps. Ich wollte laufen, aber mit zwei Bier in der Hand läuft es sich schlecht ich war nicht schnell genug. Nun ja, dann sollte es so sein und ich wusste, tief in meinem Inneren. Das dieser Abend nicht gut enden sollte. So lief es dann ein paar Runden weiter, bis dann irgendwann der Dirk auftauchte und die junge Dame an den Tisch holte. Meine eigentliche Aufgabe hatte ich schon längst vergessen und bereitete innerlich schon eine Entschuldigung vor. Die würde zwar nichts nutzen, aber egal. Es hatte auch seine guten Seiten, das ich dort stand, denn Leiche hatte mich noch zum Ritteressen eingeladen. Herrlich, das wird bestimmt ein schöner Eintrag.

Als ich dann entspannt an der Theke stand kam dann eine Vorführung des Männerballetts. Ich kann nicht mehr alle Akteure benennen, aber es war nett anzuschauen. Alle waren ganz in weiß gekleidet und es handelte sich um Bundeswehrunterhosen, denn die waren grün und mindestens drei Nummern zu groß (Ganz im Gegenteil zur sehr figurbetonten Badehose, die grundsätzlich zwei Nummern zu klein ausgegeben wurde.). Aber ein sensationeller Auftritt war es dann doch, in den auch der Bräutigam eingebunden wurde.

Zurück am Tisch gab es dann die üblichen Anpflaumungen wegen der vergessenen Bedienung. Meine bereit gelegte Entschuldigung hatte ich mittlerweile vergessen und sagte sie sollen sich nicht so anstellen und das ich nichts dazu konnte. Keiner glaubte mir. Aber ich saß nun neben Docschen. Warum diese Schreibweise? Weil er es so haben wollte, besser gesagt nicht so haben wollte. Er hat ja immer Angst, daß er in mein weblog kommt und damit mit mir in Verbindung gesetzt wird. Dabei ist er der Erfinder des Scheiße laberns. Wenn ich in Feuerwehrversammlungen neben ihm gesessen habe, dann habe ich von der gesamten Versammlung nicht mitbekommen weil Docschen die ganze Zeit irgendwelchen Müll zusammen gefaselt hat und ich nicht mehr konnte. Bis ich dann etwas älter wurde und mit in die Bresche schlagen konnte. Nun sitze ich am Kommandotisch und bin von der Unruhe- Spaß-Truppe entfernt worden. So saßen wir also und laberten ununterbrochen Scheiße. Der Docschen und ich. Und der Sense. Und der David. Und der Jens. Und die Steini. Und der Christian. Und vor allem der Docschen.

Nun folgt eine Zeit in der ich ehrlich gesagt den Zeitfaden verloren habe. Und das geschah wie folgt. Gegen Mitternacht kam das obligatorische ”Ein schöner Tag“-Kerzen-zum-Brautpaar-bringen. Dabei ist der Tag doch gar nicht zu Ende sondern geht in meinem Fall erst richtig los. Zu diesem Zeitpunkt hielt ich es für das Richtige auf Mischungen umzusteigen. Nachdem ich die Bedienung die Karte zweimal rauf und runter vor beten lassen habe mich nach einschlägigen Getränken erkundigt habe, entschied ich mich recht schnell für Bacardi-Cola. Eine gute Wahl. So dachte ich. Denn als die Mischung kam und ich probierte, schlug es mir die Fußnägel hoch. Bisher dachte ich das Schmierpopel harte Mischungen machte, aber die vom Schmierigen waren eine Kinderbowle gegen diese hier. Heidewitzka Herr Kapitän, das kann ja noch heiter werden. Ich nahm mir fest vor, bei der nächsten Mischung ein ausgewogeneres Mischungsverhältnis zu verlangen, aber irgendwie bin ich darüber immer Weg gekommen. Ich hoffe nur, das ich dazu keinen weiteren Schnaps getrunken habe, denn um genau diese Zeit bricht die Zeitachse ab und ich habe nur noch ”Schnapschusserinnerungen“.

Es folgte auf jeden Fall eine Zeit des Tingelns zwischen Theke und Sitzplatz. Einmal stand ich sogar mit Friede und Ute an der Theke und habe ein paar Gläser getrunken. Inhalt des Gesprächs entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wir haben mit Sicherheit Englisch gesprochen und uns somit den Unmut von Ute zugezogen. Fotos zeigen das sie nicht sehr begeistert war, wenn ich sie fotografiert habe. Kann aber auch an der Häufigkeit der Fotos gelegen haben. Ich weiß es nicht. Weiterhin ist ein sensationeller Klaviereinsatz von Sense. Er scheint ein wahrer Virtuose am Trockenklavier zu sein. Außerdem beherrscht er Oktaven die außerhalb des hörbaren Bereichs liegen. Aber ein sensationeller Körpereinsatz. Dies wurde Natürlich auch in bewegten Bildern festgehalten, die aber aus Jugendschutztechnischen Datenschutzrechtlichen Bestimmungen nicht online stellen darf. Aber das Brautpaar wird sich daran noch erfreuen. Genauso wie an den ganzen gar nicht gestellten Aufnahmen vom feinen Herrn Bau-Ingenieur.

Am Tisch herrschte eine große Fluktuation an Gesprächspartner. Und ich vermute das ist der wahre Grund meines Gedächtnisverlust. Es waren einfach zu viele Gesprächspartner. Aber lustig war es allemal, auch wenn ich mich nicht an jede Einzelheit erinnern kann. Aber ich habe diesmal bewusst mitbekommen, das es noch ein Mitternachtsbuffet gab. Was ja sonst nicht der Fall ist, besser gesagt ich verdränge solche Sachen immer. Ich habe nichts gegessen, aber ich bin ja schon froh, das ich mich an die Existenz erinnern kann.

Es folgt nun ein Zeitsprung. Wie beim Bund, nur nicht so anstrengend (Helm tarnen, Zeitansatz 5 Minuten“ / zwei Minuten hektische Büsche und Gras rupfen und irgendwie in die viel zu kleinen Öffnung des Tarnüberzugs stopfen / ”Zeitsprung! Restzeit: 15 Sekunden!“). Wir befinden uns nun am Ende der Feier. Diverse Mischung sind meinen Schlund hinunter geflossen und mein Hirn hat hoffentlich keinen Schaden genommen. Ich bin froh das wir effektiv nur 10% des Hirns nutzen, denn ansonsten wäre ich mittlerweile schon in der Klapse. Es folgte die Verabschiedung in mehreren Sprachen. Alle auf einmal aus einem Mund. Nicht nur von mir, doch von allen Anwesenden. Und ich war wieder der Letzte. Mit mir das Ehepaar Steinmetz. Wobei Kalle und ich uns wohl den Titel ”Strammsack des Abends“ teilen müßen. So spricht jedenfalls der Schnitzel, der als Fahrer für den Abend angeheuert wurde. Die arme Sau!. Er behauptet weiterhin das ich schon im Saal geschlafen hätte, was ich allerdings als böse Verleumdung hier stehen lassen möchte, denn so was würde ich nie machen und schon gar nicht auf einer Hochzeit. Man kann ja immer viel behaupten. Ein weiterer Grund warum ich den Fotoapparat habe!Auf jeden Fall muß er mich gut nach Hause gebracht haben.

Denn ich wachte dort auf. Zwar nicht an gewohnter Stelle, aber ich war da und habe unfallfrei den Weg geschafft. Allerdings fühlte ich mich, als hätte ich die Nacht im Schleudergang verbracht. Und es war schon 1100 Uhr. In einer Stunde ging das Schulfest los. Ich roch nach Bier, Schnaps, Mixgetränken und anderen Sachen die ich nicht wage zu identifizieren und sah nach allem zusammen aus. Beste Voraussetzungen also um sich den Nachmittag mit Kinderbelustigung zu vertreiben. Verstärkung erhielt ich von Matze und von Fabian, als Einziger aus der Jugendfeuerwehr. In Mingerode warteten dann die Kollegen von der Mingeröder Feuerwehr auf uns und fragten mich wo denn die anderen drei Jugendlichen seien. Ein Blick reichte und ich konnte mir die Antwort sparen. Kunkel meinte nur das ich Scheiße nicht gut aussah und ich dankte ihm für das Kompliment. Außerdem lud er mich zu einer Cola ein, was ich sehr begrüßte. Doch auf dem Schulhof wurde mir das gesamte Ausmaß erst bewusst. Ehemalige Lehrerinnen, Bekannte aus Westerode und ein paar hübsche und mit Sicherheit schon vergebene Mütter. Und alle hatten einen netten Spruch für mich auf Lager. So macht der Sonntag Spaß. Mittags versuchte ich dann eine Bratwurst zu essen, was sich als ein sehr schweres Unterfangen heraus stellte. Gefühlte Zeit waren drei Stunden. Tatsächliche Zeit waren 30 Minuten. Ich war froh als dieser Dienst zu Ende ging und ich zum Fußball konnte. Gegen Abend ging es mir dann wieder einigermaßen normal. Ich hasse solche Sonntage! Irgendwann wird Kai deswegen noch einen Tritt in die Eier kassieren!


Eigentlich war es nur ein halbes Wochenende…

18/09/2007

Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub habe ich einigermaßen gefahrlos hinter mich gebracht. Dafür aber wieder ordentlich Überstunden gemacht. Außerdem half der ganze Streß das ich meine Gedanken nicht die ganze Zeit an die verlorene Nummer verschwende. Über die ärgere ich mich immer noch. Aber will das hier nicht weiter ausweiten, denn das habe ich ja im letzten Eintrag schon zur Genüge getan. Wie kann man aber auch nur so blöd sein? Auf Grund des Stresses und der Frustration (Kann sich wer denken warum?) entschied ich also, das es mal wieder Zeit wird ein paar alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Der Freitag und das anschließende Wochenende passten da genau in meinen Plan.

Zunächst ging wie schon lange nicht mehr zum Sporthaus um dort zu prüfen ob denn irgendetwas Besonderes an lag. Dem war aber leider nicht so. Dafür stand aber schon die Kiste Bier auf dem Tisch. Eigentlich ja etwas auf das man sich verlassen kann. Aber leider mußte ich den Stopper mal ins Gebet nehmen. Als ich nämlich am späten Nachmittag schon mal da war, da stand da gar nichts. Keine Kiste nicht mal ein Sicherungsbier für mich. An so was muß immer gedacht werden. Aber Stopper sagte mir, das ich mir jederzeit den Schlüssel von ihm holen kann und dann kann ich da die Kiste Bier rein stellen. So viel Vertrauen hat mich richtig gerührt und ich mußte mir ein paar Tränen weg blinzeln. Das wäre also geklärt. Aber noch lange nicht das Abendprogramm.

Der Schnitzel wollte mittlerweile in das Feuerwehrhaus eingerückt sein. War er aber dann noch nicht und rief mich an, wann ich denn spätestens dort hin kommen würde. Ich blickte kurz auf mein Bier machte eine komplizierte Überschlagsrechnung und teilte ihm mit das ich in ungefähr 20 Minuten bei ihm sein würde. Leider habe ich nicht mit berücksichtigt, das der Görtler noch ein weiteres Pils trinken wollte. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen und hebelte die Kapseln von der Flasche. Ein kurzer Blick auf mein Zeiteisen sagte mir, das es verdammt knapp werden würde. Aber der Görtler war ja motorisiert unterwegs und somit würden wir locker im Zeitplan bleiben. Das Bier wurde fachgerecht entsorgt und ab ging es mit dem Turbo-Beetle zum Feuerwehrhaus. Dort war der Schnitzel noch nicht angekommen, da er ja auch erzählenderweise an der Straße stand. Der Vorteil vom Feuerwehrhaus ist ja der schier unversiegbare Vorrat an gekühlten Bier. Diese wurden dann auch mit Genuß getrunken. Schnitzel stieß dann wenig später auch zu uns. Und es entbrannte eine hitzige Diskussion. Über Brüste. Fragt mich bitte nicht wie wir darauf gekommen sind, aber da waren wir bei dem Thema. Ich möchte an dieser Stelle einmal die Gelegenheit nutzen und etwas klar stellen. Es mag vielleicht dem Leser so vorkommen, das ich bei einer Frau zuerst auf die Brüste gucke oder im Allgemeinen sehr Brust-fixiert bin. Aber das stimmt nicht. Jedenfalls nicht ganz. Keiner kann sagen, das er bei Frauen nicht auf die Brüste guckt, das wäre glatt gelogen und schon in der Bibel steht das man kein falsches Zeugnis ablegen soll. Aber mein erster Blick geht zuerst auf das Gesicht der Frau. Wenn mir das gefällt, dann interessiert der Rest nicht wirklich. Da ist es dann wirklich egal ob sie kleine oder große Brüste hat. Das Gesicht muß mir gefallen. Und wenn es dann soweit ist, dann ist es meistens schon zu spät. Spätestens dann kommt Kollege Nervosität vorbei und übernimmt das Kommando. Selbstbewusstsein und Konversation sind blöde Arschlöcher und verpissen sich schnell wenn Nervosität auf den Plan tritt. Die können sich nämlich nicht auf das Fell gucken. Da Selbstbewusstsein und Konversation aber gerne Problemen aus dem Weg gehen hauen sie schnell ab und setzen sich in eine Ecke wo sie keiner sieht und trinken ein paar Bierchen zusammen. Wie ich sie doch beneide, aber nein ich habe ja ab dann die Nervosität am Hals. Aber ich schweife wieder viel zu weit ab. Wichtig ist hier nur die Kernaussage, das ich bei Frauen zuerst das Gesicht betrachte. Daran entscheidet sich alles.

Gut, die Diskussion lief also weiter und Görtler ist dann auch irgendwann los, da er ein wenig kaputt war. Bleiben noch Schnitzel und ich und das Ziel unserer Reise war schon beim Betreten des Feuerwehrhauses beschlossene Sache. Es sollte in die Werkstatt gehen. Kurze Zeit später bekam dann Schnitzel die Nachricht von Kolben, das er auch noch mitkommen würde. Waren wir also zu dritt. Könnte man schon mal eine Runde Skat spielen. Wenn man es denn könnte. Egal, um sich mental auf die Werkstatt vorzubereiten wurde die Schlagzahl drastisch erhöht. Dabei wurde aber vergessen sich Striche zu machen. Nachdem dann Kolben sich auch in Werkstattstimmung getrunken gebracht hat, wurde dann versucht zu zählen oder zumindestens versucht sich ins Gedächtnis zu holen wie viel Bier man denn konsumiert hat. Ich rechnete in meinem Kopf die ungefähre Menge zusammen, stolperte aber über zwei große Zahlen und vergaßen die Unbekannten die ich schon zu Hause getrunken hatte. Also bildete ich am Ende eine beliebige Quersumme und schrieb mir 6 Bier auf. War bestimmt zu viel, aber es ist ja für die Feuerwehr.

Die Kutsche mußte noch diverse Umwege über die Schatzkammern der Volksbank und der Sparkasse machen, denn die Geldbeutel waren leerer als Kirche, wenn es beim Pfarrfest Freibier gibt. Kurz vor dem Betreten der Werkstatt klingelte dann mein Handy. Der Andre war dran und ich war der Meinung ein leicht lallenden Ton in seiner Stimme zu hören. Er war nämlich gerade bei der Silberhochzeit von seinem Onkel und seiner Tante. Der hat es gut.

Die Werkstatt war um es nett zu umschreiben leer. Nichtsdestotrotz haben Schnitzel und Kolben während meines Gesprächs mit dem Andre schon die Flasche Wodka geordert. Wusste ich auf was ich mich da einlasse? Nicht wirklich. Das Publikum war wie schon gesagt nicht sehr zahlreich und hübsche Mädels suchte man vergebenes. Vielleicht hat sie ja auch der Eberhart alle versteckt oder es gibt noch die Insider-Lounge, wo dann der Teufel los ist, aber in der Werkstatt waren sie wohl alle nicht. Zum Glück hatten wir den Wodka, der half bei den schlimmen Schmerzen. Leider mußte ich dazu wieder Red Bull trinken. Das bedeutete auf jeden Fall das es eine recht kurze Nacht werden würde und vor allem ging die Chance für hochkarätige Kopfschmerzen rapide nach oben. Was solls, runter mit dem Zeug. So ging es dann munter weiter, bis dann plötzlich die erste Flasche dem Ende entgegen blickte. Ich untersuchte den Flaschenboden, ob da nicht irgendwo ein Loch hingekommen ist, aber das Material war fehlerfrei. Davon mal abgesehen, das die Flasche leer war. Nun hat irgendeine teuflische Macht das Kommando in meinem Hirn übernommen und eingewilligt, das wir noch eine zweite Flasche trinken würden. Warum? Warum nur, macht mein Kopf so was? Ist er masochistisch veranlagt? Ich hoffe nicht. Die zweite Flasche Wodka bewirkte vor allem, das mein Erinnerungsvermögen aussetzte. Und alle ein paar Szene vom Abend gelöscht wurden. Vornehmliche von den Werkstattszenen. Diente wahrscheinlich dem Selbstschutz.
Es ist aber auch nicht wirklich was erwähnenswertes passiert. Man hat sich halt über dies und das unterhalten, aber der richtige Moment wo man gesagt hätte ”Jupp, das war jetzt der absolute Oberbringer!“, der kam nicht. Dafür verschwand die zweite Flasche Wodka spurlos in unseren Mägen. Es war nun Zeit für uns die Segel Richtung heimisches Schlafzimmer zu setzen. Das fiel dann aber richtig schwer, da wir alle an Orientierungslosigkeit litten. Vor allem der Kolben. Den Weg nach draußen fand er noch ganz gut, war ja auch alles ausreichend beleuchtet. Das Taxi wurde auch noch bestiegen. Es wurde zwar nicht der kürzeste Weg zwischen Tür und Taxi zurückgelegt, aber man kann ja nicht immer den gleichen Weg gehen, da ja sonst die Pflastersteine immer so ausgelatscht werden und wir wollen doch alle dem Eberhart die Arbeit erleichtern. Kurzer Hand wurde dann beschlossen, das wir noch bei einer nicht näher genannten amerikanischen Fressbude hielten. Kolben schien dort öfter zu sein, denn er nahm an, das er schon zu Hause ist, bedankte sich für das Mitnehmen und stieg aus. Wir mußten ihm Schläge androhen intensive Überzeugungsarbeit leisten, damit Kolben wieder einstieg. Hach ja, was haben wir gelacht. Da ja sein Zuhause auf meinem Rückweg liegt habe ich ihn dann aber noch sicher dorthin geleitet und bin dann schnellen Schrittes und nur mit minimalen Umwegen in meine Richtung gegangen.

Das muß ich jetzt mal annehmen, da ich in meinem Bett aufgewacht bin. Da ich fror stellte ich fest, das ich nichts an hatte und mein Decke verschwunden war. Meine Klamotten schienen von meinem Körper geplatzt zu sein. Oder aber ich habe sie ordentlich zusammen gelegt und ein hinterhältiger Spitzbube hat eine Handgranate auf meinen Kleiderstapel geschmissen. Die hat dann meine Klamotten in weitest möglichen Radius in meinem Schlafzimmer verteilt und sämtliche Taschen meiner Hose entleert. Leider tauchte die schmerzhaft vermisste Telefonnummer dabei nicht auf. Der Rest des Samstags wurde vornehmlich mit rumpimmmmmeln verbracht. Die Anzahl der m’s gibt die Länge des rumpimmelns an. Etwas produktives hätte ich auch nicht wirklich zu Stande gebracht. Ich mußte zwar noch eine Zapfapparatur zu Friede bringen, aber das war es dann auch schon. Eigentlich hatte ich geplant einen kurzen Einkauf zu machen, aber allein bei der Vorstellung mich mit den ganzen Hammerkranken, die am Samstag ihren Wocheneinkauf machen in einen Supermarkt eingesperrt zu sein, bauten sich in meinem Inneren unerklärlich große Aggressionen auf. Ich ließ es lieber, bevor ich noch meine Einträge durch massive Gitterstäbe der Welt zur Verfügung stelle. Massenmord ist nichts mit dem Späßchen treiben sollte. Es sei denn man hat vorher eine Flasche Korn in seinen Magen extrahiert, dann kann man auf Unzurechnungsfähig plädieren.
Abends verabredete ich mich zunächst mit dem Schnitzel. Mal wieder im Feuerwehrhaus, denn man soll ja immer an den Ort des Geschehens zurückkehren. Oder lieber nicht. Egal, das muß ich wohl nochmal genauer nachlesen. Dort warteten wir dann auf den Ingo, der sich noch bei einem Geburtstag amüsierte. Kurz bevor ich den Weg Richtung Feuerwehrhaus einschlug schlief ich kurzzeitig auf dem heimischen Sofa ein. Das Aufraffen verschlang einen Großteil meiner Reserven und mein Körper dankte es mir mit einem Anflug von Kopfschmerzen. Warum nur? Und warum kurz bevor man durchstarten will in das Paradies der hübschen Frauen? Richtig es sollte ins Glashaus gehen. Im Feuerwehrhaus angekommen warteten dann schon der Schnitzel und der Porno auf mich. Nun gut, Warten ist mal schnell dahin gesagt, sie saßen herum und tranken Bier und Biermixgetränke. Um meine Kopfschmerzen ein wenig loszuwerden trank ich auch erstmal ein Bier, aber die erhoffte Wirkung brachte es nicht so recht. Auch die noch folgenden drei weiteren Biere brachten nicht die Erlösung. Und ich wurde immer müder. Ich spielte schon ernsthaft mit dem Gedanken wieder den Heimweg anzutreten und das Glashaus sausen zu lassen. Doch mein Überlebenswille war stark und ich kämpfte mich durch. Als dann der Ingo endlich kam und wir dann los fuhren wurde die Müdigkeit schon bedeutend weniger. Und die Kopfschmerzen wurden in den hinteren Teil meines Gehirns geschoben. Da habe ich so viel Platz, da passt noch eine Menge hin.

Eine abenteuerliche Fahrt durch die Wildnis der Republik später und wir waren vorm Glashaus. Dort war es proppenvoll und wir mußten uns in eine dunkle Ecke am Rande des Bärenparks verdrücken. Ich hoffe die Bären sind noch nicht in der Lage Golf IV kurz zu schließen. Das gibt nämlich immer eine Sauerei, wenn die Viecher damit umher fahren. Nicht nur treten sie sich nicht die Füße ab, sondern lassen den ganzen McDonalds Müll im Fußraum herumliegen. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Glashaus waren Müdigkeit und Kopfschmerzen komplett verschwunden. Ich vermute mal, das sie von Feierlaune und Blick für hübsche Frauen einen Knüppel über den Kopf gezogen bekommen haben und weg gesperrt wurden. Auf dem Parkplatz konnten nämlich schon wieder Eindrücke gesammelt werden, die die Vorfreude für den Abend nach oben schraubte. Ich hoffte nur, daß das Glashaus halten konnte was der Parkplatz versprach. Und es konnte. Selbst nachdem wir unsere Verzehrkarte erhalten haben, wurde der Schnittendefizit vom Freitag Abend sofort wieder weggemacht. Dort standen auf engstem Raum hübsche Frauen herum und wir mußten uns durchdrängen. Gott sei Dank habe ich schon mal Eishockey gespielt und konnte mich so mit drei – vier platzierten Bodychecks und einem gemeinen Crosscheck an ihnen vorbei drücken. Gewisser Körperkontakt bleib dabei nicht aus. Der Schiri hat aber nichts gesehen und somit gab es keine 2 Minuten. Unser Weg führte uns zunächst in den Krengeljäger. Vorbei an meiner Lieblingstheke und mein Herz machte einen Freudensprung. Meine Lieblingsbedienung war wieder da. Ich teilte den anderen Beiden gleich mit, das ich mich mit Getränken versorgen mußte, da ich Angst hatte innerlich auszutrockenen. Schnitzel wollte das gleiche tun, begab sich aber dazu an eine andere Theke, da dies hier die Havana Club Theke war. Allein dieser Umstand machte mich schon sehr glücklich. Ingo traf noch einen alten Bekannten mit dem er sich unterhielt und ich machte mich sofort daran gegen den Getränkenotstand etwas zu tun. Böse Worte meiner Leber spornten mich zusätzlich an. Ich spannte also die Gesichtsmuskeln an die für ein Lächeln verantwortlich waren und hoffte das es einigermaßen fröhlich aussah. Anscheinend schon, denn ich bekam ein Lächeln zurück Von der hübschesten Bedienung im ganzen Glashaus. Und sie schien mich auch zu erkennen, denn sie machte mir einen Doppelten Havana. Ich glaube hier kann man wirklich von Symphatiebekundung sprechen. Mit solchen kleinen Aktionen hat sie sich einen Platz in meinem Herzen gesichert.

So machte der Abend richtig Spaß. Doch nun kam die Zeit des Rumstehens. Schnitzel war irgendwie verschollen. Er sagte zwar das er sich Jim Beam holen wollte, aber das dauerte unnatürlich lange. Gut, ich war auch nicht der Schnellste mit meiner Mischung, aber das hatte andere gut aussehende Gründe. Ingo war noch im Gespräch vertieft und ich stand dann mal alleine im Krengeljäger rum. Plötzlich stieß etwas mit einem krachenden Tritt eine Tür in meinem Kopf auf. Nervosität war wieder da und wie es aussah war er schlecht gelaunt. Es folgte nun was folgen muß . Da ich keinen hatte mit dem ich mich austauschen konnte blickte ich in der Gegend rum. Der Umstand das 60% hübsche Frauen und 15% sehr hübsche Frauen plötzlich um mich herum standen machte alles nicht besser. Ich trank, guckte herum erhaschte den einen oder anderen Blick und wartete darauf das die Anderen mal wieder zu mir stießen. Ingo war immer noch im Gespräch vertieft und ließ mich alleine hier im Schützengraben an der Schnittenfront. Schnitzel war ”Missing in action“, bei der Getränkesafari. Was tun außer dämlich seine Hände in die Taschen zu stecken und die unglaublich leckere Havana-Mischung zu trinken bevor die schwitzigen Hände sie in eine süße Suppe verwandelten. Doch kam ein Lichtstrahl durch die Menge. Kathrin, Heike und noch eine Freundin waren auch im Glashaus und steuerte direkt auf mich zu. Jetzt konnte es nur noch gut werden. Drei sehr hübsche Frauen gesellten sich zu mir und redeten sogar mit mir. Nach einer kurzen Begrüßung mußte ich Kathrin erstmal von meiner idiotischen Telefonnummer-verlier-Aktion berichten. Sie verlangte es so. Und ehe man sich versah waren auf einmal der Ingo und der Schnitzel wieder da. Aha, da wird man erstmal vor geschickt und dann kommt die Nachhut und der Spähtrupp zurück, wenn man eine solide Basis errichtet hat. Kathrin, Heike und die unbekannte Freundin zogen erstmal weiter und wir genossen dann also die Aussicht.

Und was das für eine Aussicht war. Hübsche Frauen wohin man blickte. Die ganze Zeit mußte man aufpassen, das man den Boden nicht mit einer schleimigen Substanz überzog. Ein ähnlichen Zustand bekommt man hin, wenn man nach einer Betäubung beim Zahnarzt versucht ”Das Lied von der Glocke“ von Schiller vorzutragen. Handtücher sind hier sehr von Vorteil. Man gut das ich meinen Flüssigkeitshaushalt immer mit genügend Havana Mixgetränken aufrecht erhalten konnte. Wohin man auch blickte waren hübsche Frauen zu sehen. Und das beste war, das sie in der Überzahl waren. Wir hatten einen harten Kampf vor uns, aber wir würden nicht aufgeben, bis der letzte fällt. Bis zum letzten Atemzug! Das kommt nun wahrlich nicht oft vor und wir waren sehr dankbar. Ich sah so manchen ein Stoßgebet in den Himmel schicken als er das Glashaus betrat. Nun war ich wieder sicher, das Gott ein Mann ist!

Da es dem Ingo schnell langweilig im Krengeljäger wurde zogen wir nach kurzer Zeit weiter in die Arena. Und hier war wohl der Zeitpunkt an dem einige meiner Sinnesorgane die Funktion versagten. Was hier an hübschen Frauen herum lief war unschlagbar. Wo man auch hin guckte fielen einem unglaublich schöne Frauen ins Auge. Allerdings war hier der Spackenfaktor nicht zu verachten. Es ist schon toll wie manche sich trauen herum zu laufen. Ganz besonders gefallen mir die Frisuren an denen die Seien wegrasiert wurden und dann in die auf das nur noch spärlich vorhanden Haupthaar an den Seiten ein Muster rein rasiert wurde. Ich bin ja immer recht aufgeschlossen, was neue Sachen angeht. Ich muß sie nicht mitmachen, aber ich habe auch nichts dagegen wenn andere so rum laufen. Wenn zum Beispiel im nächsten Frühjahr die Modebranche beschließt, das die Frau von heute nur noch durchsichtige Oberteile und Hot Pants oder einen Minirock trägt, dann bin ich bestimmt der Letzte der sich darüber aufregen wird. Aber solche Frisurschnitzereien sehen ja nun absolut schrecklich aus. Ist das dann für die Leute die zu feige sind sich ein Tattoo auf die Kopfhaut zu stechen?

Auch hier trat dann wieder das Phänomen des akuten Flüssigkeitsverlustes durch offenen Mund auf, der schnellstens an der nächsten Theke behoben wurde. Man durfte kaum auf die Gogo’s gucken, da man da schon ganz wuschig wurde. Hat man dann aber seinen Blick auf die Tanzfläche geworfen wurde man genauso wuschig, weil sich dort auch die heißen Schnallen tummelten. Drehte man sich nun um, um sich nicht mehr selber zu quälen, sah man die Frauen im Spiegel oder über all um einen rum. Nun gut, wir genoßen die gesamte Aussicht für eine Weile und ich vermute mal, das jeder eine geheime Rangliste aufgestellt hat. Meine ging glaube ich von Platz 100 los. Doch so viel Sinnesüberreizung hält kein normaler Mensch länger aus. Und vor allem mußte ich ja an den Ingo denken. Der mußte fahren und konnte sich nicht mal in den Alkohol flüchten. Nun mag der Eine oder Andere sagen, das man sich ja auch nicht in den Alkohol flüchten muß, sondern man kann ja auch mal die Initiative ergreifen und ein oder zwei Frauen ansprechen. Den Satz laß ich jetzt erstmal wirken. Man muß sich mal klar machen welchen blog man hier gerade liest. Ebens. Mein Zeitfenster Frauen anzusprechen ist sehr kleine, wenn nicht nur mit dem Mikroskop sichtbar. Meistens liegt es innerhalb einer Mischung und zu dem Zeitpunkt war ich definitiv nicht dazu bereit. Außerdem war Kollege Nervosität noch immer da und da geht das schon mal gar nicht.

Wir entschieden uns, den Weg weiter zu gehen und landeten im Tempel. War nun nicht ganz so meine Musik und vor allem war alles voll mit Menschen. Die Menschen waren zwar überwiegend weiblich, aber das machte die Musik nicht besser. Dennoch ergatterten wir einen guten Platz mit einer hohen Schnittenfluktuation. Ich muß immer wieder betonen, das wir eine sehr gute Platzwahl hatten. Doch die Musik ermüdete schnell und außerdem war mein Getränk schon zur Neige gegangen. Auf dem Rückweg zum Krengeljäger machte ich also nochmal einen kurzen Halt bei meiner Lieblingsbedienung. Das mit dem Lächeln klappt schon recht gut. Denn sie weiß nun schon was ich haben will und wie ich es haben will. Also getränketechnisch, nicht das hier falsche Vermutung aufkommen. Zurück im Krengel hatten wir die gewohnte sehr gute Aussicht. Auf einem etwas höher gelegenen Podest neben uns ging gerade eine junge Dame extrem zu diversen Liedern ab. Meistens kann man aus dem Tanzstil oder aus den Liedern zu denen getanzt wird einigermaßen den Musikgeschmack ableiten. Aber die junge Frau tanzte zu allem. Und zu allem extrem beweglich. Ich wundere mich immer wieder wie reißfest die modernen Stoffe sind und vor allem wie sie alles an ihrem Platz halten. Gut für sie, schlecht für uns.

Doch der frühe morgen kam immer näher und so langsam lichteten sich die Reihen im Krengeljäger, also beschlossen wir noch einmal in die Arena zu gucken. Natürlich nicht ohne eine weitere Runde von mir an meiner Lieblingstheke. Die Getränke locken mich hier her, aber die nette Bedienung schafft es das ich immer wieder komme. Wie gerne würde ich ihr sagen, wie sehr ich es schätze, das sie mir meine Mischungen macht. Aber das ist vielleicht zu aufdringlich und ich möchte das was wir haben nicht durch plumbe Worte zerstören. Und Havana auf die Faust schmeckt auch ganz gut. In der Arena hat der Schnittenanteil marginal abgenommen. Dafür wurden jetzt die scharfen Gogo-Geschosse aufgefahren. Leicht bekleidet und extrem heiß. Ich weiß gar nicht ob Lederriemen auch als Bekleidung zählen? Wir sicherten uns einen recht zentral gelegenen Stehtisch und wurden erschlagen von den Eindrücken die uns umgaben. Ein paar Mega-Schicksen bewegten sich rhythmisch in unserem hinteren Bereich. Die Klamotten die sie an hatten waren recht kurz und erst recht eng. Sie konnten sie tragen, keine Frage, aber ich wusste beim ersten hin gucken, das die Zwei nun nicht meinem Niveau entsprachen. Ja, ich weiß, man sollte ohne Vorurteile leben, aber bei denen stand es quasi auf der Stirn geschrieben: ”Willst Du bei uns landen, dann zeig erstmal Deinen Kontoauszug her!“. Allein vom Aussehen hätte ich keine Chance gehabt und um ehrlich zu sein, wollte ich bei denen keine Chance haben. Wie gesagt, sie sahen mir schon zu Oberflächlich aus. Ich denke ich habe schon einen guten Geschmack was Frauen angeht. Zumal ich mir ja eh immer die aus gucke, mit denen nie was werden wird. Sieht man ja an meiner bisherigen Erfolgsstory.

So langsam kam die Zeit das wir aufbrechen mußten. Und ich war auch froh. Nach dem Gedächtniskomplettausfall war ich froh, das ich noch einigermaßen Nüchtern war und das es nach Hause ging. Schließlich mußte ich am Sonntag nach Seesen fahren um die Leistungsspangen-Gruppe abzumelden und in Bergen anzumelden. Auf der Rückfahrt nahmen wir noch einen ehemaligen Praktikanten von Ingo und seine Freundin mit und dann ging es nach Hause. Ich freute mich auf mein Bett, denn ich war echt kaputt.

Pünktlich um 0900 Uhr reif mich der Schnitzel an und sagte das er mitkommen würde nach Seesen. Nachdem wir dann ausgiebig bei McDonalds gefrühstückt haben sind wir dann nach Seesen gefahren. Mit dem Feuerwehrbock, Höchstgeschwindigkeit 125 km/h, mit eingesetztem Gehörschutz. Haben die Gruppe abgemeldet und sind wieder nach Hause gefahren. Zeitansatz 2h. Herrlich diese Zeitdiebe. Im Anschluß haben wir dann noch Holger im Feuerwehrhaus getroffen. Er sagte zwar das er gerade auf dem Weg nach Duderstadt war, aber ich glaube er hat auf uns gewartet. Um uns dann zu zwei Pils zu überreden. Die waren aber auch lecker!


Jungesellenabschied, Part II

11/09/2007

Ich hätte diesen Eintrag auch mit ”Ich hab es mal wieder versiebt! Aber mit Anlauf!“ betiteln können. Manch einer mag sagen das es Schicksal war aber ich sage, das ich wieder mal zu dämlich war und das ich mich nun und für die nächsten 10 Jahre am liebsten in den Arsch beißen möchte. Zum Glück fand diese Aktion erst am Samstag an, sonst hätte ich das ganze Wochenende schlechte Laune gehabt. Daher beginnen wir mal mit dem Freitag.

Naddel und Biensi feierten ihren Geburtstag. Marco hatte ja schon Ende Mai und Naddel am Donnerstag. Da kann man prima den Sportplatz in Rollshausen mieten und sich ordentlich die Mütze zu knallen. Das stand wohl auch auf großen unsichtbaren Fahnen über dem Sportplatz. Komischerweise konnte nur ich sie sehen. Zunächst ging ich aber zum Training, da wir eh von dort aus aufbrechen wollten. Ingo ist gefahren und somit war die Rückfahrt auch gesichert. Ich habe so langsam das Gefühl, das Ingo zum Gesundheitsapostel wird. Am Wochenende nichts zutrinken kann doch nicht gesund sein. Da das Training aber noch nicht vorbei war und ich vorher noch Sabrina abgeholt habe gönnten wir uns noch ein paar erfrischende Getränke. Sie nahm Alster ich nahm Pils. Während wir dann also warteten, wanderte noch ein weiteres Pils in meinen Schlund. Man muß ja die Zeit irgendwie überbrücken und vom vielen Reden bekommt man einen sehr trockenen Mund. Außerdem machte mir mein Husten Noch ein wenig zu schaffen, der wahrscheinlich von zu wenig Flüssigkeit herrührt. Vermute ich jetzt mal, denn wenn ich genügend trinke wird es besser. Aber so lange kein blutiger Auswurf kommt, ist das schon alles in Ordnung.

So langsam waren dann auch alle fertig und Ingo fuhr mit Christian, Sabrina und mir nach Rollshausen. Christian wollte zwar erst fahren, aber hat es sich dann noch anders überlegt. Man gut, denn zwei Fahrer wären ja nicht nötig gewesen. Bei der Ankunft lief das übliche ab. Viel Körperkontakt durch Händeschütteln und Umarmungen und dann gab es endlich was zu trinken. Mein Husten war auch schon wieder schlimmer geworden und ich genoß das kühle Naß welches sich den Weg in meinen Mag bahnte. Ein wahrer Balsam für meinen Hals. Ich entschied mich vorerst beim Pils zu bleiben, denn ein allzu früher Umstieg hat mich schon öfter dahin gerafft. In den frühen Morgenstunden. Zu Essen gab es Bratwürstchen, von denen ich mich aber nicht hingezogen fühlte, da ich keinen Hunger verspürte. Vielleicht kann man da ja später nochmal dran vorbei gucken und sehen ob sich der eine oder andere Happen in den Mund verirrt.
Borchardts waren schon vor Ort und somit waren wir schon eine kleine gemütliche Runde. Natürlich kam die ganze Sache erst in Fahrt als dann später die Fußballkolleginnen von Naddel vorbei schauten. Ingo gab mir gleich mal den Tip, doch mal in Zukunft bei einem Spiel der Damen-Mannschaft vorbei zu schmirgeln. Ich gab ihm da vollkommen recht. Man sollte auch etwas weniger besuchte Sportarten, wie Fußball besuchen. Würde sich jedenfalls optisch schon mal lohnen. Während wir als die Aussicht genossen, schlich sich Naddel einfach so an und drehte erstmal jedem einen Schnaps an. Ich gehörte da zu der Personengruppe, der es nicht gestattet war abzulehnen. Aber ich hatte die Wahl. Jägermeister, Roter oder Kotzo. Na dann, nehme ich doch geistesgegenwärtig einen Kotzo. Denn klare Flüssigkeiten bereiten einem keine Kopfschmerzen am nächsten Tag. Als ob ich mir darüber Gedanken machen müsste, war ich mir doch sicher, das noch mehrere Getränke den Weg in meinen Magen finden würden. Und es dauerte auch nicht lange, bis Naddel mit der nächsten Runde ankam. Diesmal entschied ich mich für den Roten, da der Kotzo diesmal nicht mitgeführt wurde. Ich war ja nur dankbar, das kein Tequila in greifbarer Nähe stand. Wohl aber noch irgendwo versteckt wurde. Ich hatte nun ein klein wenig Angst. Der Rote hingegen war absolut kein Geschenk, denn der Zucker verklebte meine Geschmacksnerven ein wenig. Außerdem hat das Bier den Weg für weitere klare Schnäpse bereit gemacht.

Ich entschied mich dann doch auf Mischungen umzusteigen. Schließlich war meine innere Zeitgrenze schon überschritten. Eigentlich war sie schon überschritten, als mir Kalle ein weiteres Pils gebracht hat, obwohl ich noch ein halbes in der Hand. Aber was tut man nicht um die Wirtschaft ein wenig anzukurbeln. Im Anschluß widmete ich mich dann voll und ganz dem Bacardi. Die ersten gingen schon mal recht gut den Schlund hinunter. Doch dann verschwand der Bacardi auf seltsame Weise und ich mußte eine neue Flasche öffnen. Und die schmeckte leicht seltsam im Abgang-. Fragt mich nicht warum, aber der Nachgeschmack war irgendwie in Richtung Gummibärchen. Nein, ich habe das nicht mit Red Bull verwechselt. Schien an der Marke gelegen zu haben. Aber ich stelle mich ja jeder Herausforderung. Auch gerne mehrmals.
Kaum hatte ich also meine Mischungen in der Hand lief mich erstmal die Naddel um. Und schon hatte ich die erste Brosche auf meinem Pullover. War aber halb so wild, denn man kann ja alles waschen und außerdem rieche ich so gerne Bacardi. Ich wartet so ein wenig, bis dann die Brosche so gut wie weg war und trank weiter. Gut, ich habe jetzt nicht die ganze Zeit gewartet, sondern fleissig weiter getrunken. Kurz bevor ich dann einigermaßen wieder salonfähig war, sieht man vom Gesicht mal ab, reihte sich der zweite Anfang eines Schlips dazu. Mittlerweile war nämlich die Tanzfläche eröffnet und der Partnertanz florierte. Nun ein Tip an die Allgemeinheit. Niemals sollte man sich mit dem rücken zur Tanzfläche stellen. Und schon gar nicht, wenn der Alkoholpegel höher ist, als das Hochwasser von Wiegald Boning in frühen Jahren. Es geht verdammt schnell und man bekommt die ersten Arme in den Rücken gerammt und fängt an Mischungen zu verschütten. Das kann man nicht zu lassen und versucht den Großteil zu retten. Die andere Hälfte verteilt sich dann meistens in Schlipsform auf dem Pullover, respektive T-Shirt.

Plötzlich wurde die Musik etwas Bassarm und es stellte sich heraus, das etwas mit den Boxen nicht stimmt. Wir doktorten ein wenig dran rum, aber es half wohl nichts. Naja, rumdoktern trifft es ganz gut, denn der Alkohol verhinderte die ruhige Hand. Leider war es dann so, das wir es nicht hin bekommen haben und die Party bekam die ersten Auflösungserscheinungen. Wir hielten zwar bis fast zum Ende durch,aber auch dann konnte ich nichts mehr halten. Ich wollte zwar noch da bleiben in der Hoffnung das die Musik bald wieder los ging, aber Ingo wollte dann doch los. Die Mitfahrgelegenheit konnte ich mir dann nicht entgehen lassen, denn zu Fuß wäre ich wohl nicht mehr pünktlich zum Junggesellenabschied von Lars am Samstag Nachmittag gekommen.
Spontan entschieden wir uns dann noch nach Tiftlingerode zu düsen, da dort Alpenmax on Tour war. Und so sah es dann auch aus. Auf Tour war da einiges. Nämliches alles auf Tour von der Disco weg. Das Zelt war sehr leer aber dafür auch sehr übersichtlich. So bekam man wenigstens schnell was zu trinken. Und traf vor allem die Leute schnell wieder. Unter anderem den Matze, der sich nicht mehr so ganz an unseren Mittwochsausflug erinnern konnte. Er dachte sich wahrscheinlich, das er am Besten zur Reaktivierung seiner Erinnerungen zu dem Platz gehen sollte, wo er sie verloren hatte. Leider hatte niemand vom Alpenmax-Team die Erinnerungen dabei. So versenkte er seine Sorgen im Alk und schon waren sie weg. Auf jeden Fall war er gut drauf.

An der Theke traf ich dann die Karina mal wieder. Mich hat es dann ja schon gewundert, das sie beim Alpenmax bediente. Aber sie sagte das es ihr Spaß machen würde. Naja, für mich wäre das nichts. Ich wäre wahrscheinlich eh mein bester Kunde. Den Schocker habe ich dann auch noch an der Theke gefunden. Leider war sein Sprachzentrum auf Vollstörung gegangen, denn so richtig konnte ich seinen Gedankengängen nicht folgen, was halt daran lag, das ich nicht die Bohne verstanden habe. War aber trotzdem lustig.

Da das Festzelt eher ausgestorben war, entscheiden Ingo und ich dann zum verfrühten Rückzug. Es hat sich auch nicht mehr gelohnt und mir stand ja am Samstag noch die Wanderrallye der Jungendfeuerwehr bevor. Auf dem Weg zum Auto gabelten wir dann noch Hüfte, Porno und eine Freundin von Hüfte auf. Die stellte sich als eine der Mädels heraus, die im Philip Walter Fan Club waren. Prompt klingelte auch das Telefon und Philip war dran. Heraus kam dann das Ingo noch Taxi-Unternehmen spielen durfte. Ich allerdings stieg mit Hüfte und Porno in Westerode aus und ging meiner Wege. Was der Rest der Fahrgemeinschaft gemacht hat, wird wohl in Schweigen gehüllt.

Als der Samstag mit Weckerklingeln anfing hatte ich schon keinen Bock mehr. Nicht auf den Junggesellenabschied, wohl aber auf die Wanderrallye der Jungendfeuerwehr. Eine der leidlichen Pflichten ist es ja, sich durch die Wildnis des Eichsfeldes zu schlagen, während die Jugendlichen Aufgaben zu bewältigen haben. Doch vorher fuhr ich nach Duderstadt um die Hochzeit von Keile-Günther zu begutachten. Nachdem nun das Brautpaar das Standesamt verlassen hatte, wurde noch schnell mal in die Runde gratuliert und dann mußte ich auch schon wieder los. Ich hasse diese Hetzerei. Aber ich mußte ja um spätestens 1500 Uhr schon in Göttingen sein. Ihr wisst schon: Junggesellenabschied. Die Tour in Breitenberg war die Hölle. Nach zwei Stationen ging es den Berg steil bergab und ich wusste das wir das alles wieder hoch gehen mußte. Mir bleib nur die Hoffnung, das es langsam und gemächlich bergauf ging. Die Hoffnung starb dann kurz hinter eine Kurve. Es ging so wie es runter ging auch wieder hoch. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube ich habe leicht Blut gespuckt beim Aufmarsch. Durch die ganzen Sterne vor meinen Augen konnte ich nicht richtig sehen. Das ganze erwartete uns noch ein zweites Mal und wir hatten es fast geschafft. Das Spiel für den Jugendwart war diesmal erfreulicherweise sehr harmlos. Ich mußte nur die Kübelspritze bedienen. Natürlich auf der Pumpenseite. Die Beine waren eh schon im Arsch, da können die Arme gleich hinter gehen. Aber geschafft war geschafft. Nach einer Rekordzeit im Duschen saß ich dann auch schon im Auto Richtung Göttingen, wo dann der Junggesellenabschied starten konnte. Und diesmal ging es nach Hannover. Für mich der bisher weiteste Junggesellenabschied. Als Braunschweig-Fan kein leichtes Unterfangen. Ich mußte nur zusehen, das ich meine Zunge ein wenig im Zaum hielt.

Am Bahnhof kam ich noch pünktlich an und traf dort gleich den Florian C. und Anja. Die hatten nämlich vom Schötti den Auftrag bekommen das Bier für die Zugfahrt zu besorgen. Aus dem Kofferraum lächelten mich drei leckere Kisten Becks an. Zum ersten Mal in meinem Leben, freute ich mich auf eine Bahnfahrt. Wenig später kamen dann auch die restlichen Konsorten an. Allen voran der Lars, der im Supermankostüm kund tat, das er nun in den Hafen der Ehe einlaufen wird, aber nicht ohne vorher sich nochmal gehörig zum Ei zu machen. Das Gefolge bestand bisher aus Holger, Manuel, Dr Dieck, Hoppi, Schötti, Fabian, dem Langen und Thomas Z. Sah nach einer sehr trinkfreudigen Truppe aus. Kurze Begrüßung und die Lust nach einem Bier wurde extrem groß. Ich hatte ja schließlich einen Gewaltmarsch durch die Flora und Fauna von Breitenberg hinter mir. Aber ich konnte meine Lippen noch nicht an ein Becks legen. Nein, es wurde vorgesorgt. Man versorgte mich zunächst mit einer Holsten-Plastik-Flasche, schließlich sollte es extrem assig los gehen. Egal, Holsten schmeckt auch aus einer Plastik-Flasche und die 0,5 l Holsten Pulle sieht nicht so versoffen aus wie andere Glas-Flaschen. Ich hätte trotzdem lieber ein Becks. Nachdem dann Schötti die Tickets besorgt hat ging es dann in den Metronom. Fragt mich nicht warum der dämliche Zug so hieß, aber auf jeden Fall war es halt ein Reisebus auf Schienen. Für uns und unsere Bierlisten ideal. Ein Platz wurde schnell gefunden und dann ging es auch schon los. Die anderen Fahrgäste die mit uns in dem Abteil saßen hatten bestimmt noch eine große Lust mit uns weiter zu fahren. Stimmung machten wir jedenfalls genug. Irgendjemand kam dann auf die Idee das Lars doch ein paar Schnäpse verkaufen sollte. Vorerst wurde die Idee abgeschmettert und wir entsorgten die ausgepackten Flaschen in unsere Hälse. Man kann doch keinem schon ausgepackte Flaschen andrehen. Aber dann mußte Lars doch ran. Charmant begrüßte er die Gäste im Metronom und bot seine Getränke feil. Eine junge Dame hinter uns sprang gleich an. Anne-Christin hier sie und war 29 Jahre alt, aber auf dem Weg nach Hamburg und konnte sich uns so nicht anshcließen. Nicht das jetzt wieder vermutete wird, ich hätte die Informationen aus ihr heraus gepresst. Niemals würde ich auf solche niederträchtigen Ideen kommen. Nein, der Hoppi war der Informationssammler. Außerdem hatte er sie fast herumgekriegt mit dem verzweifelten Spruch, das er noch eine Begleitung zur Hochzeit benötigte. Verdammt clever. Aber sie ließ sich von ihren Plänen nicht abbringen. Die Tour ging weiter durch den Zug, aber die Ausbeute war eher karg. Was dann uns wiederum zu gute kam, denn die Schnäpse wurden dann halt bei uns entsorgt. Ihr wisst, ja um das Problem mit schon ausgepackter Ware. Leider mußte ich auch Schnäpse mit trinken. Zunächst war da Jägermeister, der gar nicht schmeckte. Dann folgte ein Roter, der mir irgendwie die Plomben zog und zu guter Letzt kam dann noch Kümmerling. Dazu sage ich lieber nichts. Wer um alles in der Welt trinkt gerne Kümmerling? Ich jedenfalls nicht. Das war doch zu letzt in den 70er in.

Der Zug hielt planmäßig in Hannover und dort stieß dann auch der Stan zu uns. Allerdings hatten wir noch gut anderthalb Kisten Bier mit uns und mußten die irgendwie wieder los werden. Also ab damit in die Schließfächer. Dort trafen wir vier junge Damen aus dem osteuropäischen Ausland. Dank des gemäßigtem Bierkonsum konnte man behaupten sie waren recht hübsch. Deutsch war fast ihre zweite Muttersprache und vor allem ließen sie sich gerne fotografieren. Einem der Mädels mußte ich dann noch erklären wie die Geschichte mit den Schließfächern funktioniert, aber mit Händen und Füßen ging es dann. Denn englisch verstanden sie auch nicht. Wir luden sie dann doch in das Brauhaus ein, denn dorthin sollte unsere Reise gehen. Sie taten so als würden sie uns verstehen und ließen sich nochmal mit dem Superman ablichten und wir zogen weiter. Lars wurde die ganze Zeit von diversen Leuten als Superman angefeuert und genoß die Aufmerksamkeit. Nicht! Mir wäre es auch peinlich. Aber vor dem Bahnhof war alles wieder gut, denn dort trafen wir einen anderen Junggesellenabschied. Und die arme Sau wurde als Hase verkleidet. Nun war Lars gleich besser drauf. Allerdings sagte dann der Hase zum Abschluß zu Lars, das er ihn echt nicht um sein Kostüm beneidete. Denn er hatte wenigstens einen Reißverschluß. Lars dagegen nicht. Das ist schon bitter, wenn der Superman den Hasen um einen Reißverschluß beneiden muß.

Nach einigen Zwischenstops bei diversen Toilettengängen und Esspausen zogen wir dann langsam aber stetig in Richtung Ernst-August-Brauhaus. Unterwegs verkaufte dann Lars mehr schlecht als recht, die mitgebrachten Spirituosen. Natürlich gab es des öfteren Küsschen als Belohnung, die dankend angenommen wurden. Nach einer derartigen Tortour kam die Toilette im Brauhaus gerade recht. Ich hoffte nur das die Blasenkapazität ausreichend wäre. Nach dieser Entspannungspause wurde dann erstmal dafür gesorgt das ein wenig fest Nahrung zugeführt wurde. Dies geschah in Form eines Brauhaus-Burgers. Sehr lecker und sehr große Portion. Dafür aber auch teuer. Egal, man lebt nur einmal. Stan bestellte dann erstmal eine Runde Lütje-Lage. Ich wähnte mich ja als Könner Jemand der das schon mal getrunken hat und recht schadensfrei aus der Sache raus gehen würde. Aber da hatte ich falsch gedacht. Anscheinend hatte ich zu wenig Bar auf dem Kessel und konnte die ganze Geschichte nicht richtig koordinieren. Ich schaffte es aber den Tisch recht unauffällig vom Korn zu befreien. Das Bier was im Brauhaus gereicht wurde war nicht ganz mein Geschmack. Es war ein naturtrübes, aber trotzdem mundete es mir nicht so recht. Aber auf jeden Fall gab es Freude am nächsten Tag, wenn die ganze Hefe ihre Arbeit getan hatte. Und vor allem ging es irgendwann um das Thema Fußball. Da ich nun auch schon leicht angetrunken war konnte ich meine Klappe nicht halten und brachte meine üblichen Eintracht Braunschweig Argumente auf den Tisch. Damit einen die Anderen auch verstehen muß ich dafür ja ein wenig lauter sprechen. Ich erntet also den einen oder anderen bösen Blick. Aber in der Gruppe sind wir ja stark.

Nach dem Brauhaus ging es dann erstmal zu irgendeinem Fest, welches ich jetzt nicht mehr benennen kann. Dort gab es auf jeden Fall ein Karussell auf dem Lars erstmal ein Runden drehen durfte. Ein paar von uns redeten so lange auf den Karussellbremserbetreiber ein und drohten ihm die ganze Bude kurz und klein zu schlagen bis er Lars dann fahren ließ. Zunächst auf einem gelben Vieh, das irgendetwas mit Pokemons zu tun hat und später in einer drehbaren Tasse. Quasi Karussell mit Afterburner. Die Geschwindigkeit ließ ein wenig zu wünschen über, aber schneller lief das Teil nicht. Im Anschluß wurde erstmal aufgetankt an einer Bierbude. Und dann ging es zum Höhepunkt des Abends.

Das Rotlichtmilieu erwartete uns. Recht geschickt wurden wir dort hin geführt. Um ehrlich zu sein, habe ich nach dem Brauhaus ein wenig die Orientierung verloren und plötzlich standen wir an einer Straße die mit bunten Leuchtreklameschildern lockte und vor allem Sand auf der Straße hatte. Sand? Ja, denn es war Strandfest. Und was für eins. Die ganzen, sagen wir mal, Etablissements mit den exotischen Tänzerinnen hatten davor Strandbars aufgebaut und ihre hübschesten Mädels in den knappesten Sachen dort aufgebaut. Ich vermute mal das der Sand die ganze Zeit da ist und nicht zum Strandfest, denn ansonsten sieht man überall die Sabberspuren. Es war aber auch der Teufel los und nach kurzer Pause um die Gehirne wieder neu hoch zu fahren Überlegungspause zog uns der Weg in die Drehscheibe. Doch da werde ich an dieser Stelle nichts drüber berichten. Denn was in der Drehscheibe passiert, bleibt in der Drehscheibe. Ich sage nur das die Becks dort 5 € gekostet haben und sie haben sich gelohnt. Üüüüüüübel!

Nach diesem wirklich actionreichen und spitzemäßigen Zwischenstop tat die frische Luft richtig gut. Einige der Mädels verkauften draußen noch Bier und wir bleiben noch ein wenig länger. Außerdem spielte ein recht guter Elvis-Imitator auf der Bühne. Und die richtig Guten spielen nicht nur Elvis Songs nach, sondern drücken seinen Stil auch den Rock-Songs auf. Wer das kann, hat bei mir ein Stein im Brett. Und dieser Kollege war recht gut. Natürlich war auch was für das Auge überall zu sehen. Ich hoffte nur der Alkohol würde mir keinen Streich spielen. Leider tickte die Uhr unaufhörlich und wir mußten den Zug um 2330 Uhr nehmen. Oder aber wir nehmen den Zug um 0630 Uhr. Gegen 2300 Uhr vernahm man dann von der Theke der Drehscheibe laute Sprechchöre, die riefen ”Halb sieben, halb sieben, halb sieben“. Ich vermute mal das wir das waren. Aber es gibt ja immer ein paar Vernünftige, die dann anmahnten, das es bis 0630 Uhr lange Zeit werden kann. Aber es war doch Samstag und wir waren in Hannover. Bis dahin kann man sich doch locker die Zeit vertreiben. Aber wir ließen die Vernunft wieder in unsere Köpfe, was verdammt schwer fiel. Denn sie mußte sich erst Platz machen. Die Köpfe waren voll, von hübschen Frauen, Unmengen an Bier, dicken Brüsten und kurzen, sexy Klamotten. Sie schaffte es dann aber doch.

Auf dem Weg zum Bahnhof verloren wir uns ein wenig aus den Augen, aber ich hielt mich an Florian C., da er ja auch eine Wohnung in Hannover hatte. Wir hatten sogar noch Zeit Burger beim Burger King abzugreifen, obwohl mir das nicht geheuer war. Wenn es um Zeitdruck geht, bin ich ja der leicht panische Typ. Wir schafften es aber doch noch rechtzeitig und ich weiß nicht mehr wie wir den richtigen Zug und Wagen gefunden haben. Aber wir haben es geschafft. Im Zug wurde dann das restliche Bier konsumiert. Und nicht nur das. Der Snack-Automat lockte mit eingeschweißten Sandwiches. Nichts stellt sich zwischen eine Horde Strammsäcke und einem Snackautomat. Als das Ding dann endlich draußen war wurde es binnen weniger Sekunden von der Horde zerfleischt. Dieses Sandwich konnte sich sicher sein, das es seinen Auftrag erfüllte. Nur die Schaffnerin sah es nicht ganz so gerne, das im Zug geraucht wurde und drohte mit Verwarnungen und Aufschreiben. Das kostete den Großteil natürlich ein müdes Lächeln. Und Lars durfte vor allem noch Knöpfe drücken, welche diverse Signale frei schalten würden. Vermute ich jedenfalls mal. Die Zugfahrt ging aber ohne Probleme weiter.

Nach einer unendlichen langen Fahrt, wo bei einen schon leicht der Schlummermodus aktiviert wurde, kamen wir dann in Göttingen an. Und der Großteil war wieder topfit. Wir hatten nun die Qual der Wahl. Zum Glück hatte ich Verstärkung in der JT-Keller Fraktion bekommen und wir entschlossen über einen kleinen Umweg dorthin zu gehen. Nicht ohne im Bahnhof noch einen Burger zu verdrücken. Ernährten wir uns ja den ganzen Tag eh schon so gesund. Der Umweg führte uns schnurstracks in den 6 Millionen Dollar Club. Und wieder Erwarten war dort wieder wenig los. Ein kurzer Blick auf meine Uhr verriet mir nicht gerade viel, wohl aber das es schon fortgeschrittenen Stunde war und höchstwahrscheinlich der Großteil schon weiter gezogen war. Dies hielt uns aber nicht davon ab, einen Long Island Ice Tea zu trinken. Eins ist sicher, das beste Preis-Leistungsverhältnis beim Long Island gibt es im 6 Millionen Dollar Club. Derart Erfrischt ging es dann zum JT-Keller. Nun ja nicht wirklich, denn es mußte wieder mal an einer Döner Bude angehalten werden, da es sonst Schwächeanfälle gegeben hätte. Dort kam dann auch der Lange auf die Idee einfach mal wahllos die Leute in den Bauch zu boxen. Er nannte es Überraschungseffekt. Ich nannte es keine gute Idee, wenn man bedenkt was ich schon alles getrunken und gegessen hatte. Und in welchem Mischungsverhältnis die einzelnen Komponenten vor lagen. Aber er wollte dann selber noch ein paar Schläge in die Magengegend haben. Ich würde echt gerne wissen was er genommen hat, hatte aber keine Zeit zu fragen, da ich mit schlagen dran war. Und weiter ging der Marsch. Bis zu der irrsinnig langen Schlange vorm JT-Keller.

Wir standen also vor dem JT-Keller an. Dort war Cry Baby Club. Feine Musik und exzellente Atmosphäre. Wie man es eigentlich vom JT-Keller gewohnt war. Aber noch waren wir lange nicht drin. Vor allem waren wir alle lattenstramm und kamen nicht vorwärts. Jene die einen Stempel auf der Hand besaßen gingen fröhlich pfeifend an uns vorbei und in den Keller. Ein kleiner Tip an jene Leute, wenn man derart gut gelaunt an einer Gruppe genervter, weil anstehender Menschen vorbei geht, zieht man automatisch den Zorn auf sich. Aber wir waren ja alle friedlich. Noch! Die ersten fingen nun schon eine wenig an zu maulen und wollten dann lieber ins Alpenmax. Das war für mich aber nach wie vor eine Horrorvorstellung. Nicht wenn im JT-Keller derart der Teufel los ist. Da bringen mich keine 10 Pferde in das Alpenmax. Also standen wir weiterhin geduldig an. Superman, respektive Lars, wurde es dann zu bunt und wagte einen Vorstoß. Nach einiger Diskussion mit dem Türsteher kam er dann rein. Aber er war alleine im JT-Keller. Glaubt man seinen Erzählungen, dann wollte er uns alle noch hinterher schleusen. Hat aber nicht so toll geklappt und so standen wir weiter an. Da geschah es dann das eine hübsch anzusehende junge Dame, die einen recht gut gebauten Oberkörper hatte an uns vorbei schlenderte und kurz bei mir anhielt, mir ein Lächeln schenkte und folgendes in meine Richtung hauchte: ”Mmmmh, Du riechst gut!“ Vollkommen perplex, habe ich nicht angenommen das ich gemeint war. Ich meine wenn es um gute Gerüche geht, dann bin ich der letzte der sich in die erste Reihe stellt. Ich schaute ihr ein wenig fragend hinterher und meine Gesichtsausdruck schien für sich zu sprechen, denn sie zeigte auf mich und sagte etwas in der Art, das ich gemeint war. Ich bedankte mich recht herzlich und sie verschwand mit einem Lächeln in der Tür. Davon war ich jetzt zwar noch nicht im Keller, aber zumindestens hat sie mir was zu denken aufgegeben. Ich konnte nun meine Gedanken wieder auf das Wesentliche konzentrieren: literweise Bier auf das mir eben gemachte Kompliment. Ich nahm es jetzt einfach mal als Kompliment auf. Ich durchdachte die gesamte Situation mehrere Male und komme immer auf den gleichen ScChluß. Warum rieche ich gut? Ich meine, seit 1500 Uhr habe ich mehrere Liter Bier der verschiedenste Sorten getrunken, diverse Kräuterliköre der Marken Kümmerling und Jägermeister haben sich dazu gesellt und öfter mal einen Streit im Magen angefangen, weiterhin wanderten mehrere Burger den Schlund hinunter. Nicht zu vergessen ist der Besuch in der ”Drehscheibe“ und das unvermeidliche Reiben an verschiedenen mehr (Frauen) oder weniger (Männer) gut aussehenden Menschen. Aber nichts ließ mich darauf kommen, das ich gut riechen würde. Ich machte einen fixen Geruchscheck an entscheidenden Körperstellen und konnte nichts wirklich außergewöhnliches feststellen. Zum ersten Mal hatte ich keine Erklärung. Was sich hier recht schnell liest hat dann doch so lange gedauert, das wir dann endlich den Keller betreten konnten. Am Eingang erwartet mich dann der Jan und ich konnte mal wieder den Eintritt sparen.

Drinnen war die Hölle los. Luftfeuchtigkeit geschätzt 70%. gefühlt mindestens 130%. Und der Laden war voll bis oben hin. Hübsche Frauen so viel man nur essen konnte wo man nur hinsah. Ich fühlte mich zu Hause, außerdem gab es Becks. Ich wollte ein paar Freudentränen vergießen, aber konnte sie gerade noch zurückhalten. Nachdem ich mich dann mit einem gekühlten Becks versorgte, damit die Hustenanfälle ein wenig besser wurden, konnte ich mich meinem sekundären Ziel widmen. Die junge Dame mit dem seltsamen Geruchssinn wieder finden. Dann kam das nächste Problem, man konnte sich gar nicht konzentrieren, denn hübsche Mädels waren überall und man wusste gar nicht wo man zuerst hin gucken sollte. Eins war klar, der JT-Keller war definitiv die richtige Wahl für den Abschluß vom Junggesellenabschied. Vielleicht sehe ich sie ja wenn ich mich weiter ins Getümmel stellen würde. Dabei war das ”weiter ins Getümmel stellen“ nur metaphorisch gemeint, denn Getümmel war überall. Bei den Anderen angekommen ging es schon wieder gut ab. Es wurde getanzt, wo man gerade stand und das stört niemanden. Ein sehr großer Vorteil im JT-Keller ist die wirklich friedliche Atmosphäre. Das tut richtig gut, wenn man nicht gleich von jedem böse an geguckt wird, wenn man dank zweistelliger Promillezahl der lauten Musik ein recht unsicheren Gang hat und irgendjemanden an rempelt. Das Bier wurde direkt in Flüssigkeit zur Kühlung des Körpers eingesetzt. Ein großer Vorteil, denn so muß man nicht so oft auf die Toilette. Gut, es ist dann ein nicht so angenehmes Gefühl, wenn die Klamotten am Körper kleben, aber den Anderen um einen herum ging es ja genauso und so wird niemand schief angeguckt. Da ich nun eh schon am Schwitzen und stramm war, konnte ich mich noch so richtig zum Ei machen und bewegte mich rhythmisch zur Musik. Die war übrigens extrem Klasse und genau das richtige um in einem Keller, der den cambodschianischen Dschungel wie eine Waschküche aussehen lässt, warm zu werden. Ich bezweifele, daß das Bier jemals meinen Darm gesehen hat. Da passierte es, das mich jemand von hinten antanzte und meinen verlängerten Rücken freiwillig anfasste. Ich vermutet einen der Teilnehmer des Abschiedes, der versuchte mein Geldbeutel zu stibitzen und drehte mich um. Doch was ich dort sah war viel besser. Die junge Dame mit dem seltsamsten Geruchssinn stand dort und rieb ihren Hintern an meinem und lächelte mich lasziv an. Ich ahnte Schlimmes. Ich baute nämlich ein Guthaben an Glück auf und das wandelt sich dann mit ziemlicher Sicherheit in großes Pech um. Da helfen auch keine Kettenmails. Nun ja, ich ließ mich darauf ein und wir tanzten ein wenig neben her und ich riskierte den einen oder anderen schüchternen Blick. Die hatte aber auch eine große Oberweite. Nach eine unplanmäßigen Drehung mit gleichzeitigem Scheißelabern mit den Kumpels war sie aber plötzlich weg. Aha, sollte die Pechsträhne etwa schon losgehen?

Egal, mein Getränk neigte sich auch dem Ende und ich ging tanzte in Richtung Theke. Die kleine Theke eignet sich hervorragend um ein wenig abzukühlen und eben Bier zu kaufen. Plötzlich drang eine feine Stimme an mein Ohr, die sich als Stimme als eben jenen hübschen suizidgefährdeten Mädels entpuppte, welche sich offenbar für mich interessierte. Sie sagte sie sei Nina und drückte mir einen Zettel mit ihrem Namen und ihrer Telefonnummer in die Hand und meinte, wenn ich denn Lust verspüren würde sie anzurufen, dann sollte ich nicht zögern. Ich stellte mich kurz vor und dann mußte sie auch schon los. Nahm ihre Jacke und ging. Sie könnte ihre große Oberweite ihren Arsch darauf verwetten, das am Sonntag ihr Telefon klingeln würde. Dermaßen gut drauf ging es zurück zu den Anderen und ich gab dem Bier weiter Gelegenheit meinen Körper, der nun mit Sicherheit nicht mehr gut riechen würde, zu kühlen.

Die Musik legte nochmal einen Zahn zu und verlangte von uns allen das Äußerste. Und wir entschlossen die Tanzfläche zu räumen. Ansonsten würde einige womöglich noch die Nacht im Krankenhaus verbringen, weil sie dehydriert waren. Ich hatte damit keinerlei Probleme. Erwähnte ich das es meinem Husten besser ging? Wir standen draußen und warteten auf das Taxi. Da Lars Zukünftige ja am gleichen Abend Jungesellinnenabschied hatte, war geplant das wir alle zusammen mit dem Taxi-Bus nach Hause fahren. Sehr gute Idee. Während wir in der kalten Nachtluft standen, schaute wir uns gegenseitig die T-Shirts an um festzustellen wer sich was geschwitzt hat. Ganz vorne dabei, der TZ, der sich entweder ein Unterhemd oder eine sehr sexy Neckligègeschwitzt hat. Bei Fabian war ich mir nicht sicher, ob der Drache schon vorher auf dem T-Shirt war oder ob frisch geschwitzt wurde. Ich hatte wohl den üblichen BH. Die Busfahrt in die Heimat war extrem kurzweilig. Fabian und Jenny gaben Malotze Hits zum Besten und hielten somit den Rest der Truppe auf Zack. Helena beschwerte sich erstmal das sie bei meinem Bericht zur Zapfe-Party zu kurz gekommen ist. Und wir wollten einen Kosenamen festlegen. Sie schlug Hase vor, aber mein Hase ist ja schon die Kathrin, da komme ich dann ja durcheinander. Schnubbi geht auch nicht, denn das ist ja die Hüfte. Helena schlug Hascherl vor, aber das erinnert mich zu sehr an Peter-Alexander-Filme und das geht ja gar nicht. Ich werde ich mal Schneckchen vorschlagen. Obwohl ja Schnecke ein sehr seltsamer Kosename ist, bedenkt man das Aussehen und die Konsistenz einer Schnecke. Hmmm, scheint eine schwere Aufgabe zu werden.
Der Doktor und ich stiegen dann in Westerode aus und es ging ohne Umwege nach Hause. Gut, ich habe noch bei Schnitzel und Philip versucht anzurufen um zu fragen ob noch irgendwo was ging, aber glücklicherweise nahm keiner der Beiden ab. Mein Bett empfing mich mit wohliger Wärme und ich schlief endlich mal ein ohne das Gefühl zu haben den ganzen Abend gehörig in den Sand gesetzt zu haben. Bleibt dann nur noch den Telefonanruf zu überstehen.

Der nächste Tag begann ungewohnt früh, denn es stand mal wieder ein Feuerwehrwettkampf an. Nachdem ich mich also aus dem Bett gequält habe, ließ ich den vergangenen Abend ein wenig Revue passieren. Also nur geistig und nicht auf der sanitären Einrichtung. Und mir fiel spontan der bevor stehende Anruf ein. Und mir wurde schlecht. Und das lag nicht an den Unmengen an Alkohol vom Vorabend. Wenn das jetzt schon mit der Nervosität los gehen sollte, wie sollte es dann erst am Nachmittag werden. Denn dann wollte ich den Anruf wagen. Aber zunächst stand erstmal der Wettkampf an. Auf dem Weg nach Wollershausen weihte ich dann Schnitzel und Friede in meinen Plan ein. Der Wettkampf ging gehörig in die Hose, da sich ein Schlauch am Verteiler gelöst hatte. So was passiert und es gab ja eine Bierbude. Doch so recht wollte das Bier nicht schmecken. Und voll laufen lassen wollte ich mich ja auch nicht. Erstens mußte ich ja arbeiten am Montag und zweitens hatte ich Horrorvisionen eines Telefonanrufes.

Es half aber nichts, ich mußte sie anrufen, sonst würde ich mir wieder den Rest des Jahres Vorwürfe machen. Aber zunächst mal was essen, dann was trinken. Ist es nicht seltsam, was einem alles einfällt, wenn man eine Sache vor hat, die man am liebsten schon hinter sich hätte. Man findet auf einmal Lust an den schlimmsten Dingen. Aufräumen, Fliesen im Bad abstemmen, ein Gartenhaus aufbauen, den Hof neu pflastern, weil einen die Unkrautdinger in den Fugen stören. Doch irgendwann gibt es kein zurück mehr. Ich nahm mir also meine Jacke zur Hand und suchte die Nummer. Und suchte. Und suchte. Und suchte. Ich räumte meine Jacke aus, hatte ich ja eh vor, das sie durch geschwitzt war. Ich fand längst verschollen geglaubte Zettel in den Untiefen meiner Jacke. Längst deaktivierte e-mail-Adressen, Mensa-Pläne der Mensa Wilhelmshaven von 2001. Aber der Zettel mit der Nummer war nicht zu finden. Das konnte nicht sein. Ich schrie und durch suchte nochmal alles. Ich zerstörte Dinge. Ich wurde wütend. Nichts. Meine Hose wurde gefilzt. Mein Portemonnaie. Meine Schuhe. Meine Unterbuchse. Nichts, der Zettel war weg. Ich fasste es nicht. Ihr müsst mir glauben, ich habe eine ganze Stunde gesucht. Alles was ich jemals in meine Jacke gesteckt hatte wurde mehrmals umgedreht, auseinander gefaltet und geguckt ob sich zwischen den einzelnen Lagen des Papiers nicht eine Nummer versteckt hatte. Nichts. In meinem Magen machte sich ein Gefühl breit, als hätte ich einen Findling der Größe Neufundland verschluckt. Warum um alles in der Welt mußte ich gerade diesen Zettel verlieren und vor allem wo habe ich ihn verloren? Im Taxi-Bus? Auf dem Weg vom Bäcker nach Hause? Hatte ich da nicht mein Handy raus geholt? Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, verdammt! Aber es war wie es war. Der Zettel war weg und ich bin mal wieder der Arsch. Da spricht mich schon mal eine hübsche Frau an und gibt mir ihre Nummer und ich verliere sie. Ich glaube ich bin noch nicht dran mit dem Glück haben. Vorher muß ich wohl noch ein paar Jahre Pech ertragen, bevor es dann endlich mal klappt.

Oder aber es ist wie ich es denke. Jedesmal wenn ich mir ein wenig Glück aufbaue, baue ich mir an einer anderen Stelle die doppelte Menge Pech auf. Und wenn es dann richtig gut läuft, dann kommt die Lawine auf mich zu. Ich kann es aber nicht ändern. Nina hat vielleicht vergeblich auf meinen Anruf gewartet und mich einen idiotischen Strammsack genannt, weil ich nicht angerufen habe. Aber Gott und nun auch meine Leser wissen, das ich angerufen hätte.

Wäre ich nicht der größte Idiot der Welt.


Bergfest

07/09/2007

Die letzte Urlaubswoche hat angebrochen und war sogar schon zur Hälfte rum. Zum Glück versprach diese letzte Woche genügend Abwechslung. Denn schon früh wurde ausgemacht, das die Mitte der Woche ausreichend zelebriert werden sollte. Ich finde eh das der Mittwoch eigentlich immer zu kurz kommt, daher setze ich mich für die Kampagne ein ”Das Wochenende sollte schon am Mittwoch beginnen“.

Bevor wir jedoch durchstarten konnten mußte ich erstmal mit der Jugendfeuerwehr für die Leistungsspange üben. Sehr anstrengend, aber doch immer wieder spaßig. Im Anschluß fuhr ich dann zum Sporthaus um dort die letzten Einzelheiten für den Abend zu besprechen. Matze nahm dann Ingo, Christian und mich mit nach Göttingen und Philip, Tobi und Schnitzel ließen sich von Kai hin fahren. Was sich jetzt hier so einfach hinschreibt, das hat einiges an telefoniererei und Nerven gekostet, aber man will sich ja den Abend nicht frühzeitig verderben lassen und ging die ganze Sache locker an. Wir machten als Treffpunkt das Thanners aus, da sich ein Start in den Mittwoch Abend immer lohnt. Allerdings hatte der Matze-Express extreme Verspätung. Das Schlimme an Verspätungen ist ja immer, das man nie weiß, wann es dann wirklich los geht. Lohnt es sich noch ein Pils zu trinken oder gar ein Drei-Gänge-Menü vorzubereiten. Man hat sicherlich noch Hunger wenn man nach einer durch gesoffenen langen Nacht die heimischen vier Wände betritt. So saß ich dann also in bibbernd in meine Decke gehüllt zu Hause und harrte der Ankunft von Matze. Hätte ich es vorher gewusst, dann hätte ich noch zwei Bier trinken können und zumindestens eine kalte Pizza vorbereiten können. Die Fahrt nach Göttingen war dementsprechend sehr kurzweilig, Bier hatte ich aber immer noch nicht und wahrscheinlich hätte mich dann der Harndrang unterwegs wieder in den Wahnsinn getrieben. Außerdem wurde die Vorfreude auf das Hefe in die Höhe katapultiert. Und wurde noch ein wenig in die Länge gezogen, denn wir sind erstmal zum Matze gefahren und von dort aus mit dem Taxi weiter in die Innenstadt. Während unseres Aufenthalts haben wir dann erstmal sein Zimmer auf den Kopf gestellt. Ich habe leicht die Pinnwand zerstört, es aber mit Ingos Hilfe wieder so hin bekommen, das es nicht auffällt. Erst wenn Matze wieder was dran befestigen will, fällt das Ding wahrscheinlich mit Getöse zusammen. Dann haben wir noch ein wenig in seinen CDs gestöbert und die Kutsche war da.

Das Taxi fuhr uns quer durch die Innenstadt und hielt dann auch noch genau vor dem Thanners. Das Gefühl beim Aussteigen war vergleichbar mit dem Gefühl, wenn man früher einem Elternteil zur Party gefahren wurde. Man versicherte zwar das man weiter vorne raus gelassen werden wollte, da man hier besser wenden kann, aber es wurde trotzdem direkt bis vor das Haus gefahren. Im Besten Falle standen dann noch ein paar Leute vor der Tür und tranken schon ausgelassen Bier. Hat man 6 Richtige im Lotto standen dort nicht ein paar Jungs sondern ein paar Mädels und mit Zusatzzahl, noch das Mädel auf welches man gerade stand. Um dann die Katastrophe komplett zu machen, gab es noch gute Ratschläge mit auf den Weg: ”Trink nicht so viel!“ ”Wie kommst Du nach Hause?“ ”Kennst Du die Mädchen da? Warum kichern die so?“ So ungefähr fühlt man sich, wenn der Taxifahrer genau vor dem Thanners hält und gefühlte tausend Leute gucken einem beim Aussteigen zu. Und ich hatte noch nichts getrunken.

Das Reinkommen ging noch ganz gut, doch dann fingen die Probleme an. Es gab kein Vorwärtskommen, denn es war gerappelt voll. Man konnte sich quasi nur in den Schwarm einklinken und hoffen, das man den Kreislauf irgendwann wieder verlassen kann. Zum Glück hatten wir es nicht weit, denn Philip, Tobi und Schnitzel hatten eine begehrten Platz an der Theke ergattert. Ich vermute mal das es nur ganz gering mit Philips Krücken zu tun hatte. Der Verrückte wurde nämlich am Montag operiert und dachte sich das es eine gute Idee wäre, am Mittwoch zu ballern. Recht hat er. An seiner Aussprache gewisser Wörter konnte ich feststellen, das er schon in der Express-Phase war. Das Dumme ist, wenn es im Thanners voll ist, dauert es immer eine Ewigkeit, bis man was zu trinken hat und vor allem laufen die Bedienungen einen fast immer über den Haufen. Zum Glück haben sie ein kräftiges Sprachorgan, mit dem sie einem dann dem Hörsturz etwas näher bringen können. Während man also auf das Hefe wartet kann man sich ja schon mal prima das Publikum ansehen. Was ich sah gefiel in einigen Fällen gleich auf den ersten Blick. Leider manchmal schon wieder zu gut und die Nervosität meldete sich zu Wort. Meine Hände wussten nicht was sie machen sollten und wechselten von der Verschränkungsposition in die Taschenposition und wieder zurück. Ich hasse es nichts in der Hand zu halten. Man kommt sich immer so nackt vor. Die Nervosität ging erst wieder zurück, als ich dann endlich das Hefe in der Hand hielt. Es schmeckte einfach herrlich. Gekühlt und eine Gaumenfreude wie immer.

Nachdem nun der Magen und die Leber beruhigt wurden, konnte man eine kleine Auswahl treffen. Die anfängliche Sinnesüberflutung wurde nun gefiltert und es kristallisierten sich ein paar Favoritinnen heraus. Natürlich war jede außerhalb meines Handlungsbedarfs, aber aus der Ferne bewundern war noch möglich. Sehr angetan hat es mir eine sehr hübsche blonde Dame, die dank ihres (großmaschigen) Pullover öfter mal die kalte Schulter raushängen ließ. Und Christian bemerkte es schon recht treffend: ”Du hast das Geschick in genau dem richtigen Moment weg zugucken.“ Ich schwöre das es nicht mit Absicht war. Sie kam von rechts und ich schaute nicht nur nach links sondern hatte auch noch den Mund voll mit leckerem Hefe. Aus lauter ärger konnte ich ihr nur noch nach gucken. Ich wollte also warten bis sie wieder zurück kommt und blickte also den Großteil nach links. Da es aber einen steifen Hals gibt, mußte ich auch ein paar Mal nach rechts gucken, wo es ja auch keine verachtungswerte Kost gab. Es sollte dann auch so sein, das ich mich in genau dem Moment wieder umdrehte als sie gerade hinter mir war. Da ließ Christian den Spruch fallen und ich fragte erstmal wie er darauf kommen würde. Zu Beginn glaubte ich ihm kein Wort und dachte er wolle mich verarschen. Aber er hatte recht. Zum Glück traf mein Blick auf eine andere junge Dame, die anscheinend mich anguckte. Ich blickte nochmal in die Runde und suchte nach Gründen warum sie in meine Richtung geguckt haben könnte. Also riskierte ich einen zweiten Blick und diesmal lächelte sie. Jetzt war es offensichtlich, das sie nicht mich meinen konnte. Aber ein kleine Funke Hoffnung bestand. Als sie mich bei einem vermutlichen Toilettengang mal passierte lächelte sie wieder. Als wäre meine Nervosität nicht schon groß genug.

Schicksalshafte Verstrickung verhinderten allerdings ein Ansprechen meinerseits. Zunächst mal war ich noch nicht stramm genug. Das Zeitfenster hat sich noch nicht geöffnet, ließ aber schon ein Strahl Licht hinein. Doch der Rest der Meute wollte schon weiter ziehen. Da ich ja nun nicht so der Freund von schnellen Entscheidungen bin, habe ich mich dann hinreißen lassen und noch ein letzten Blick in ihre Richtung riskiert und wieder ein Lächeln geerntet. Ja, verdammt, ich ärgere mich tierisch, das ich nicht zu ihr hingegangen bin oder sie kurz angehalten habe, als sie an mir vorbei gegangen ist. Aber das ändert ja jetzt nichts mehr daran.

Schnitzel, Tobi und Philip wollten in das Alpenmax, doch Christian, Ingo, Matze und ich schauten noch beim 6 Millionen Dollar Club rein. Die Lust auf einen Long Island Ice Tea war einfach zu groß. Doch im Mio ClLcub erwartete uns gähnende Leere. Sehr ungewohnt und wir wollten gerade wieder gehen, bis ich Jemand unbedingt einen Long Island trinken wollte. Zum Glück, denn die Bardame war hübsch anzusehen und beim Schütteln des Shakes fielen mir zwei weitere Gründe ein Havana Club zu mögen. Der Ice Tea war extrem Klasse, doch die Leere machte einem zu schaffen und wir entscheiden uns in den Alpenmax weiter zu ziehen. Mit Umweg über den Dönermann. Diesmal sogar einen den ich noch nicht kannte. Und zum ersten mal mußte ich eine Gabel verlangen, da so viel Gemüse auf dem Ding war. Aber das Fleisch konnte sich auch sehen lassen.

Im Alpenmax, war es dann ein wenig voller. Doch Voll war was anderes. Dafür nährte sich unser Zustand dem Bereich Vollstramm schon sehr an. Das Getränk des Abends wurde dann vom Hefe auf Bacardi-Cola umgestellt. Nur nicht Ingo, der trank Holsten alkoholfrei. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände und ich versucht ihn zu trösten. Gelang mir aber nicht richtig. Doch ich hatte noch einen Trumpf im Ärmel. Dank einer Highscore vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Art Gutschein bekommen. Es gab gemäßigten Eintritt für uns vier und eine Prosecco Flasche gratis. Prosecco ist nicht wirklich mein Getränk. Eher würde ich drei Tonnen Scheiße fressen.Aber zur Not kann man damit ja ein paar hübsche junge Damen glücklich machen. Von wegen. Ingo hat sich der Falsche gerne angenommen. Fragt mich bitte nicht warum er gerne Prosecco trinkt. Es gibt Dinge die möchte man einfach nicht wissen. Ingo war also bedient und wir tranken rundenweise Bacardi Cola. Da ja Philip, Tobi und Schnitzel schon da waren und dachten das wir nicht mehr kommen würden hatten die sich schon ein Taxi geordert. Besser gesagt holte Kai sie wieder ab. Das nennt man Pech. Wir bleiben jedenfalls noch. Doch Philip konnte das Alpenmax nicht verlassen ohne nicht noch mal auf die Box zu steigen. Operation, Krücken, alles war vergessen. Wenigstens bis zum nächsten Morgen.

Da standen wir also ziemlich allein gelassen und hauten uns schön die Kiepe zu. Der Abend schritt gemächlich vorwärts und Felkl entschied sich doch näher an die Tanzfläche zu rücken. Dort hatte er einen besseren Ausblick auf die Choreo. Vermute ich jetzt mal, denn es dauerte nicht lange, bis er sich auf die Tanzfläche schwang. Dort vollführte er seinen patentierten Bacardi-Dance. Sensationell.

Die Flasche Prosecco ging zu Ende und wir brachen leicht enttäuscht in Richtung Heimat auf. Nach einer kurzen Preisdiskussion fuhren wir dann ab. Begleitet von einem Matze, der anscheinend Substanzen konsumiert hat, die gesetzlich verboten waren. Er sprang jedenfalls wie Rumpelstilzchen auf Crack neben dem Taxi her, bis er nicht mehr Schritt halten konnte. Wir feuerten ihn aus dem inneren des Taxis mit ”Lauf, Forrest, Lauf!“ Rufen an, aber er konnte nicht mehr. Die Rückfahrt ging dann seltsamerweise über Geismar und dann waren wir auch schon zu Hause. Mir allerdings stand noch ein kleiner Fußmarsch von Westerode nach Esplingerode bevor. Und danach war ich aber so gut wie nüchtern.

Am nächsten Tag ging es mir prima. Jedenfalls besser als gedacht. Am Nachmittag traf ich mich dann mit Ingo zum Blutspenden. Egal wer diese Konserven bekommt, kriegt unter Garantie Kopfschmerzen. Und ich freue mich schon jetzt auf den Anruf meines Hausarztes, der mir mitteilt, das meine Leberwerte zu hoch sind. So hält man sein Sozialleben auf Trab!


Jungesellenabschied, Part I

03/09/2007

Eigentlich sollte an vergangenen Wochenende die Elferratssommerparty statt finden. Mit allem drum und dran und zipp und zapp. Aber durch ein sehr trauriges Ereignis, gab es eine Änderung der Pläne und die Party ist abgesagt worden. Ich möchte aber hier nicht weiter darauf eingehen, sondern statt dessen vom Alternativ-Programm berichten. Denn auch das konnte sich sehen lassen. Ich war ja eh gerade in meiner zweiten Urlaubswoche und war somit ausreichend ausgeruht für das Wochenende. Nun ja, ein kleiner Ausrutscher am Mittwoch bescherte mir am Donnerstag Morgen sehr unangenehme Kopfschmerzen. Aber da mußte ich durch. Was trinke ich auch so viel Hefe-Weizen.

Der Freitag begann wiederum sehr früh. Sehen wir mal vom Aufstehen ab, war ich schon zum Kaffee trinken bei Nadine eingeladen. Die hatte nämlich Geburtstag und da es allen passte ging also das Feiern schon am Nachmittag los. So konnte ich ihr wenigstens auch gratulieren, da ich Abends beim Junggesellenabschied von Keile-Günther gebucht war teilnahm. Zu Beginn trank ich natürlich ein Kaffee, denn ich traute mich nicht so richtig nach einem Pils zu fragen, auch wenn Andre wahrscheinlich das Verlangen in meinen Augen gesehen hat. Und ich rang mich sogar dazu durch ein Stück Kuchen zu essen. Versteht mich jetzt nicht falsch, der Kuchen war lecker, aber ich bin nunmal kein Kuchen-Fan. Da trinke ich lieber eine Kiste Bier esse ich lieber ein Wurstbrot. Sozusagen ist Fleisch nicht nur mein Gemüse, sondern auch mein Kuchen. Aber es war Kaffee-Zeit und ich wollte die Gastgeberin nicht beleidigen. Bei einem Stück wollte ich es dann auch belassen. Als dann weitere Gäste kamen räumte ich meinen Platz und setzte mich näher zu Christian. So konnte ich die Neuankömmlinge auch besser beäugen. Zumal die eine recht nett anzusehen war. Aber wie es nicht anders hätte sein können, hatte sie zwei große … einen Freund und auch schon zwei Kinder. Naja, ich hatte ja auch noch kein Bier, von daher machte die ganze Sache Sinn. Aber dieser Umstand sollte sich auch bald ändern. Ich wies Andre auf mein Verlangen, nach einer Flasche Bier hin und er gab mir auch prompt eine. Ein kurzer Blick auf mein Zeiteisen verriet mir das es 1550 Uhr war. Ich brach also mit der Regel, kein Bier vor Vier. Aber ich ließ es darauf ankommen. Auch wenn mich dann der Blitz beim scheißen treffen sollte. Ich trank und nichts passierte. Geht doch.

Kurze Zeit später gingen dann auch die anderen Gäste wieder, was jetzt nicht unbedingt an meinem Bierkonsum lag. Die schmutzigen Lieder würden erst später beginnen. Die Gäste waren weg und schon kam dann der Hart-Alk auf den Tisch. Andre eröffnete den Reigen mit einem Faustschlag ins Gesicht in Form einer Runde Jägermeister. Das komische ist ja, das ich bei Schnapsrunden nie gefragt werde. Es wird immer davon ausgegangen das ich mit trinke. ”He, ich mach mal eine Runde Klosterfrau Melissengeist. Peter trinkt ja eh mit!“ Hallo, ich sitze hier und kann noch gut hören. Keine Frage, ich habe den Jägermeister getrunken und war mir ziemlich sicher, das es nicht der letzte Schnaps des Tages war. Ich sollte Recht behalten. Nachdem ich dann weiter in der Bierlinie fortgeschritten war, folgten dem Jägermeister noch zwei weitere. Und dann kam der Anruf, das ich abgeholt werden würde und ich solle mich doch schon mal auf den Weg machen. Toll, gerade eine frische, eisgekühlte Kanne aufgemacht und dann muß ich los. Ich brachte es nicht über das Herz, die Flasche mitgehen zu lassen und überließ sie dann dem Andre, der sicher keine Probleme haben sollte sie zu leeren und somit ihrer Bestimmung zukommen zu lassen.

Der Walter’sche Hochglanz-Benz fuhr Schnitzel, Kai und mich dann nach Göttingen wo wir dann nach einem kurzen Fußmarsch auf die Anderen trafen. Die Frechheit sondergleichen war, das sich Schnitzel und Kai schön mit Bier bzw. Alster versorgt haben und mir einfach nicht mitgebracht haben. Absolute Frechheit, wofür ich sie erstmal an meckerte. Das störte sie aber herzlich wenig. Aber ich trank dann einfach aus Kai seinem Bier die Hälfte raus ein paar winzige Schlucke, damit ich nicht aus versehen trocken laufe. Ist ja nicht gut für so einen hochempfindlichen Motor. Zu den Übeltätern, die Günner am letzten Wochenende in Freiheit begleiten sollten gehörten: Klaus (Schwiegervater), Hans-Jürgen (Vater), Kai, Schnitzel, Görtler, Thomas B, Böning, Philip (mit Gehhilfen, denn die Krücke ist ja in der Mitte mit Krücken) und ich. Also eine nette 10er-Runde. Günni war standesgemäß im Sträflingskostüm unterwegs. Und das war echt noch eine schmeichelhafte Verkleidung. Sense mußte damals im Abendkleid durch die Gegend huschen und da ist nach einer Stunde der Reißverschluß drauf gegangen. Weiterhin mußte Günner dann noch einen Aufgabenzettel bewältigen. Aber es waren eher harmlose Aufgaben gestellt, wie Unterwäscheschilder sammeln oder Strähnen von weiblichen Köpfen klauen oder getragene BHs ergattern. Also ganz alltägliche Aktionen. Als Bezahlung hatte er einen Rucksack mit Schnaps dabei. Aus Erfahrung weiß ich das man auf diesen Rucksack gut aufpassen muß, denn bisher ging er bei jedem Abschied in spätestens der dritten Kneipe verloren, weil er einfach vom Junggesellen vergessen wurde. Eine harte Strafe wartete auf den der ihn vergaß. Nun standen wir also ein wenig rum und warteten auf die erste Aufgabenbewerkstelligung. Ohne Bier! Eine Sache die eigentlich nicht passieren darf. Denn Bier ist der Treibstoff, der die Party am Gange hält. Günner sprach die ersten Mädels an und die gingen auch tatsächlich mit ihm mit und durften ihn schminken. Natürlich ging es dazu zu Rossman, die haben ja so viele schöne Sachen zum Testen. Ich hingegen mußte erstmal die Örtlichkeiten von Karstadt aufsuchen, da die sechs Bier vom Geburtstag irgendwie einen Weg aus meinem Körper gefunden haben. Wieder zurück sah Günner schon zum anbeißen aus. Die Mädels gaben alles und vollbrachten ein wahres Kunstwerk. Und es viel auf, das Kai auch recht gut mit dem Wimpernpinsel (Oder wie man das Ding nennt, mit dem sich die Frauen Tusche auf die Wimpern bringen) umgehen konnte. Wenn da man nicht mehr im Busche ist. Man sollte ihn auf jeden Fall im Auge behalten. Das Ganze lief übrigens sehr zum Vergnügen des Vaters und des Schwiegervaters ab.

Wieder draußen machte ich den Vorschlag endlich mal ein wenig Bier zu organisieren. Finanziell aus dem Topf versorgt gingen dann Schnitzel, Görtler und ich zum nächsten Kiosk. Der mir ja bekannt war, da ich ab und an in Göttingen unterwegs war. Natürlich durfte das auch nicht ohne blöde Sprüche auf meine Kosten abgehen. So wurde wieder gewitzelt, das mich der Ladenbesitzer mit Handschlag begrüßen würde. Ich hoffe nur, das Jemand Dienst hat, den ich nicht kennen würde. Wir kauften gegen meinen Willen Becks Gold, aber ich konnte für mich ein richtiges Becks raus schlagen. Zurück bei den Anderen konnten die noch keine neuen Erfolge verbuchen. Nur ein paar Unterschriften konnten auf dem T-Shirt verewigt werden. Als nächste Aufgabe mußte Keile eine junge Dame seiner Wahl über die Fußgängerzone tragen. Die junge Dame war auch schnell gefunden. Sehr nett anzusehen eroberte sie das Herz von Philip gleich im Sturm. Und Günner konnte sie auch mit Leichtigkeit über die Fußgängerzone tragen. War auch wirklich eine kleine Zierliche. Wir hätten die Frau aussuchen müssen, dann wäre das schon anders gegangen. Nach jeder Aufgabe wurden dann Schnäpse verteilt. Da ich bei der ersten Runde schon das Glück hatte einen handwarmen Korn zu ergattern, von dem übrigens in der ganzen Tasche nur drei Stück waren, achtet ich diesmal auf die Ausgabe. Aber das andere Zeug hat auch nicht wirklich nach mehr geschmeckt. Das Bier war also alle und wir entschieden das wir nun eine Kneipe aufsuchen sollten. Also ging es in Richtung MaxL. Auf dem Weg dorthin wurden dann auch noch die Aufgabe ”5 Küsschen sammeln“ erledigt. Allesamt mit Fotobeweis und ohne Einsatz der Zunge. Im MaxL war es hingegen recht leer. Ist auch nicht wirklich die Location einen Junggesellenabschied zu feiern. Aber es waren ja noch ein paar Sachen auf dem Zettel abzuarbeiten. In Sachen Alkohol wurde dann ordentlich Bier getrunken und Jemand, diesmal war ich es wirklich nicht, bestellte einen Kotzo. Herrlich, das ist ja genau mein Getränk. Günner konnte aber ein Haarsträhne ergattern. Von der Bedienung. Von der wollte er auch einen BH haben, aber die Gute hinter der Theke hatte gar keinen an. Eigenen Aussage, denn nachprüfen konnten wir es nicht. Ich meldete mich zwar mutig als Freiwilliger, aber wir mußten ihren Worten glauben. Die Tatsache, das kein BH im Spiel war, machte aber Philip schon wieder ganz scharf.

Doch auch Aktion BH sollte bald erledigt sein. Auf dem Weg vom MaxL zum Thanners trafen wir drei junge Damen die wahrscheinlich altersmäßig in einer Grauzone waren. Die waren sehr erpicht auf die Schnäpse und nahmen Günner mit um die Ecke. Was dort im einzelnen ab lief, kann ich nicht wiedergeben, denn das ganze fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls kam Günner dann mit drei BHs um die Ecke. Sein Schwiegervater hatte ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen und beteuerte nichts gesehen zu haben. Ich Jemand forderte das anzünden der BHs nur um sie brennen zu sehen als Protest gegen die weibliche Unterdrückung, doch den Spaß wollte keiner mitmachen. Also wurden die Wäschestücke wieder den Besitzerinnen übergeben und dann wurde sich zum gemeinsamen Gruppenfoto mit Schnaps aufgestellt.

Ankunft Thanners, der Alkoholpegel war schon recht hoch und ich begann eine kurze Rücksprache mit meinem Magen zu halten, der mir mitteilte, das die letzte feste Nahrung ein Stück Kirschkuchen um 1524 Uhr war. Ich teilte ihm mit das er jetzt nicht stören sollte, da wir gerade Bier bestellten, merkte aber vor bald was essen zu gehen. Doch bevor das geschah wanderten noch zwei weitere 0,5 l Bier in meinem Magen. Und immer wenn man einen Haufen Geld in der Hand hat, dann kommt man schnell auf Schnapsideen. Diese Bezeichnung passt wie Arsch auf Eimer. Es wurde dann eine Runde Tequila bestellt. Normalerweise kann ich ja jetzt immer die Schuld auf Jemand anders schieben, aber diesmal war ich der Übeltäter. Allerdings auf Verlangen der Gemeinschaft. Ich versuchte meine Gesichtsmuskeln so anzuspannen, das es aussah als wenn ich ein freundliches Gesicht machen würde und bestellte den Tequila. Nun muß ich aber vorher anmerken, das die etlichen Liter Bier die ich mir schon zugeführt hatte leider meine Rechenkenntnisse etwas einschränkten. Ich mußte tatsächlich dreimal nachfragen, wer welchen Tequila haben wollte. Dummerweise kam ich bei meinen Rechnungen immer auf 11 Personen. Vielleicht hat sich auch Jemand heimlich dazu gestellt und ich habe mir die ganze Zeit umsonst einen Kopf gemacht. Gut, der Tequila folgte also den Spuren, die das Bier großzügig meine Speiseröhre hinunter gelegt haben und gesellte sich in den großen See Alkohol, wo früher mal feste Nahrung zur Verdauung vorbereitet wurde. Ein zweiter Junggesellenabschied kam noch ins Thanners. Vorweg möchte ich anmerken, das wir alle die gleichen T-Shirts an hatten, mit unserem Namen auf der Brust. Das machte es zum einen einfacher, wenn man sich mal verloren hat (”Heee, habt ihr ein paar Besoffskis gesehen, die ungefähr das Gleiche an hatten wie ich nur mit anderen Namen vorne drauf?“) und jeder wusste gleich Bescheid wie man hieß. Beim Eingang in das Thanners wurde ich mit ”Hi, Pete“ begrüßt. Das Komische war nur, das ich eine Jacke an hatte und man meinen Namen gar nicht lesen konnte. Ich vermute mal die junge Dame hatte eine Röntgenbrille auf. Wir hatten also alle die gleichen T-Shirts an. Das war aber ein Scheißdreck gegen den anderen Junggesellenabschied. Die waren nämlich so stylisch und so crazy und so abgefahren, die haben sich nicht herabgelassen T-Shirts, der gleichen Aufmachung anzuziehen. Nein, die feinen Herren hatten Bänder zum Umhängen mit Karten dran, auf denen der Name des Junggesellen stand. Natürlich alles in coolem Schwarz. Soviel Coolness konnte ich nicht ertragen und ging erstmal mit Böning und Schnitzel etwas essen. Die Anderen wollten dann auch bald weiter.

Junggesellenabschied? Alle vollstramm? Wer anhand dieser Hinweise erraten kann was das Gericht des Abends war, kann sich ein Weizen aufschreiben, das er dann auch selber bezahlen kann. Richtig, Döner wäre es gewesen. Geht schnell und im Anschluß riecht man, als wäre man gerade aus Transylvanien abgereist. Ist einem aber egal, das man eh schon scheiße aussieht (Man bedenke das T-Shirt) und stramm ist. Die nächste Station hieß dann Alpenmax. Ich tat mein Möglichstes, aber keiner ließ sich davon überzeugen woanders hinzugehen. Ach ja, im Thanners konnte Günner dann Wäscheschnipsel ergattern und ließ sich Socken zeigen. Anzufassen traute er sich nicht, was ich durchaus verstehen konnte. Das Alpenmax dürfte ja hier schon bekannt sein und gehört ja zu meinen Lieblingsorten in Göttingen. Manchmal nenne ich den Laden auch liebevoll die Spackenhölle. Aber man war ja eh stramm und leidensfähig. Zwei Eigenschaften die einen bei einem solchen Abend durchaus am Leben erhalten. Günner gab drinnen dann erstmal eine Runde Bier aus. Ich wusste aber was mich erwartete und wurde nicht enttäuscht. Das Bier schmeckte absolut jauchig. Ich sollte man den Kollegen den Tip geben, die Leitungen zu spülen. Mein Entschluss nach diesem letzten Bier auf Mischungen umzusteigen festigte sich nach jedem Schluck. Die Mischungen Bacardi Cola waren eine wahre Offenbarung nach der Plörre, die man dort als Bier verkaufte. Das ist schon mal ein Grund in solche Läden nicht zu gehen. Wenn das Bier scheiße schmeckt gehört der Laden eigentlich angeprangert. Das ist ein Verbrechen am Kunden.

Ist man aber erstmal im Alpenmax angelangt, dann ist alle Hoffnung verloren. Alle waren stramm, ohne Ausnahme. Doch halt, Hans-Jürgen ist gefahren und ich bewunderte ihn. Ich hätte es nüchtern nicht so lange bei so vielen Strammsäcken ausgehalten. Was die Anderen so konsumierten kann ich nicht mehr genau sagen, aber ich bleib weiterhin beim Bacardi. Da die Gläser eher geringe Mengen aufnehmen konnten orderte ich immer im Doppelpack. Aufgrund des hohen Zuckergehalts verlangte ich auch immer wenig Cola, damit mein Kohlenhydratehaushalt nicht so durcheinander kommt. Man muß ja auf seine Gesundheit achten. Manche der Teilnehmer konnten dann auch nicht mehr an sich halten und mußten ihre überschüssigen Energien in Tanzen umwandeln. Ich hingegen hielt mich an das alte, weise Sprichwort ”Wer tanzt hat kein Geld zum Saufen!“ Und hier kommt der Kracher schlechthin. Philip war ja an Krücken unterwegs. Er hat sich beim Fußball einen Minuskusschaden, mit Kreuzbandriß zugezogen. Oder so ähnlich. Jedenfalls muß er nun operiert werden. Aber was macht der Heimchenfänger? Er schmeißt die Krücken in die Ecke und springt auf die nächste Box um sich von dort oben zum Affen zu machen. Alkohol scheint ein Wunderheilmittel zu sein. Alle Schmerzen waren vergessen und er hatte bestimmt das Gefühl wieder 90 Minuten durchspielen zu können. Die böse Überraschung wird dann wohl aber am morgen kommen. Da hilft nur draufkippen!
Ich war der Meinung da gab es dann noch ein Zusammentreffen mit einem Junggesellinnenabschied, aber ich habe die Fotos noch nicht gesichtet und habe auch ein wenig Angst davor. Ich war aber der Meinung ein Foto von Günner und einer jungen Dame mit Diadem gemacht zu haben. Ich sollte die Fotos schnellstens angucken. Da die Zeit aber schon weit fortgeschritten war fassten wir den Entschluss weiter zu ziehen. Man darf jetzt aber nicht vergessen, das weiterhin abgespackt wurde und Getränke in rauhen Mengen konsumiert wurden. Besonderen Andrang fand unsere Theke als plötzlich eine nicht zu verachtenden Oben-Ohne-Bedienung auftauchte. Ich hielt es für einen Wink des Schicksals, das sie gerade bei uns bediente. Keiner konnte ihr aber auch so schmeichelhaft auf die Brüste gucken wie wir. Nun war ich wieder abgelenkt. Wo waren wir? Ach ja, wir waren dabei zu gehen. An der Kasse hatte ich mal wieder die Highscore beim Bezahlen. Ich sollte echt mal eine Highscore-Liste anfertigen. Draußen, an der frischen Luft, überkam uns dann plötzlich das Hungergefühl und wir rückten dann noch beim Dönermann um die Ecke ein. Dieser Laden muß eine wahre Goldgrube sein. Dort kommen doch bestimmt vier Mal in der Woche hunderte Strammsäcke rein um sich noch ungesundes Fast Food in die Birne zu drücken.

Zum Döner schmeckt am Besten ein Pils und Kai sorgte für die nötige Unterhaltung am frühen morgen. Es sah so aus, als wolle er gegen ein Schild treten. Gründe hierfür kann niemand angeben, nicht mal er selber. Aber anstatt gegen das Schild zu treten hat er wohl daneben getreten. Fuß-Auge-Koordination funktionierten anscheinend nicht mehr so einwandfrei. Den Schwung den er geholt hat aber ausgereicht, ihn von den Füßen zu holen. Zugegebenermaßen schafft das auch nicht jeder. Er haute sich also so richtig schön auf die Fresse und dekorierte seinen Rücken mit einer wunderbaren Dreckschicht. Doch er wäre nicht Kai, wenn er nicht daraus noch ein wahres Kunstwerk gemacht hätte. Irgendwie hat er es nämlich geschafft, einen sauberen Fleck in Form eines Herzens auf seinem Rücken zu behalten. Ich vermute mal, das Wiebke demnächst ein gelbes T-Shirt mit Herz-Darstellung geschenkt bekommt. Wir beschlossen mit dem Taxi nach Hause zu fahren, da es so bestimmt billiger werden würde. Hans-Jürgen ist zwar noch gefahren, aber wenn wir uns mit 6 Mann ein Großraumtaxi teilten dann dürfte das auch nicht allzu teuer werden. Beim Taxi wurde noch ein wenig gehandelt und dann ging es los. Wir beschlossen, das einer wach bleiben sollte, damit man dem guten Mann Bescheid geben könnte wenn wir am Ziel waren. Leider haben wir vergessen einen Glücklichen zu bestimmt und so waren vor der ersten Ampel alle im Reich der Träume. Ich wurde dann auch unsanft von der Stimme des Taxi-Onkels geweckt, der uns mitteilte, das wir nun in Westerode wären. Vorweg hatten wir aber beschlossen bei Böning noch einzukehren und ein Scheidebecher zu trinken. Allerdings schien nur noch ich mich an die Abmachung zu erinnern, denn alle Anderen gingen nach Hause. Oder hatte ich das nur für mich beschlossen? Hatte ich es gar geträumt? Oder mir gewünscht? Egal, ich bin dann nach Hause und fand irgendwie den Weg in mein Bett.
Früher Morgen, mir ging es den Umständen entsprechend gut. Ich hatte ja eigentlich mich höllischen Kopfschmerzen gerechnet, aber die weilten wohl gerade im Urlaub. Ich fand es gut und freute mich des Lebens. Denn Abends sollte es zu Friede gehen.

Aber die Lumpis von der Feuerwehr nutzen die Gelegenheit trotzdem mich aus dem Bett zu klingeln. Es ging ja auf Orientierungsfahrt und da Philip nach Aussagen der Gruppe nicht fähig war aufzustehen, wäre ja nun ein Platz frei. Gut, Philip hat aller Wahrscheinlichkeit nach einen Kreuzbandriß, aber das wird nicht der Grund sein, warum er nicht aus dem Bett kam. Es könnte vielleicht damit zusammen hängen, das die Krücken beim Betreten des Alpenmaxes spurlos verschwunden waren und er recht schnell eine Box eroberte, auf der er dann das Kreuzband Tanzbein schwang. Nun sollte ich aber mitfahren. Ich zweifelte den Geisteszustand von Schnitzel und Kai an und legte mich wieder schlafen. Aber ich versicherte dem Schnitzel, das ich dann doch noch die Flaschen für den Abend besorgen würde, da er ja mit der Feuerwehr unterwegs war. Wir trafen uns dann gegen 1800 Uhr im Feuerwehrhaus. Leider war ich dann doch ein wenig spät dran, so daß ich kein Bier zum Aufwärmen trinken konnte. Aber das sollte ja bald bei Friede nachgeholt werden.

Nach der Ankunft und der üblichen Begrüßung ging es erstmal an die Theke um nachzugucken ob denn auch schon ein paar Pils fertig sind. Naja, Theke war vielleicht etwas zu blumig umschrieben. Die Zapfanlage stand auf einem Tisch und Karlchen zapfte. Aber he, was solls, es gab Bier aus dem Faß. Für mich war das vollkommen ausreichend. Nur der Karlchen konnte noch nicht so umgehen mit der Zapfanlage und die Biere brauchten eine halbe Ewigkeit. Nachdem ich ihn anschrie und Schläge androhte Ich war aber geduldig und ließ ihn machen. Es ist aber trotzdem schwer jemanden beim Bier zapfen zugucken zu müssen, der das nicht richtig hin bekommt, wenn man selber schon halb am verdursten ist. Zur Sicherheit des Zapfers ging ich dann nach draußen und setzte mich an einen der Biertische. Da ja bekanntlich Rauchverbot in geschlossenen Räumen ist, haben sich draußen auch die ganzen Raucher versammelt. Somit waren wir nicht ganz so alleine. Außerdem war in der Garage eine irrsinnige Lautstärke. Es war unglaublich. Jede Disco ist ein Schießdreck dagegen. Aber ich habe da so eine Vermutung. Viele der Gäste waren schon, sagen wir mal, im gesetzten Alter. Im alter lässt ja bekanntlich das Gehör ein wenig nach und dann muß man sich ein wenig unterhalten. Nun stelle sich man das ganze mal vor mit einem Raum voller Senioren. Jeder versteht den Anderen nur schlecht und muß dann lauter sprechen. Da aber der Sitznachbar oder der Kollege am Tisch ganz am Rand auch so laut spricht, muß man den ja übertönen und spricht dann noch lauter. Das ganze schwingt sich noch ein wenig auf und zack hatte Friede mal eine Garage. Ist natürlich nicht passiert, aber möglich wäre es. Das wäre dann der erste Fall eines Garagenzusammensturzes, durch zu viele Rentner.
Draußen ging der übliche Smalltalk los und Karlchen versorgte uns mit Bier. Die Geschwindigkeit ließ immer noch zu wünschen übrig, aber ich wollte ja nicht meckern, deswegen bestellt ich immer gleich eine ganz Rutsche. Nichts ist noch schlimmer, als wenn der Zapfer für jedes Bier einzeln raus kommt und dann den Nächsten fragt ob er noch ein Bier haben will. Da könnte an echt verrückt werden. Ich handhabe das ja immer so, das ich nach ein paar Runden schon mitgekriegt habe, welcher Tisch wie viel trinkt und dann wird halt einfach drauf gestellt. Alle wird das ganze Bier schon. Dafür kenne ich die üblichen Verdächtigen zu gut. Wie sagt mein Chef immer so treffend? ”Ein guter Bauer, erkennt seine Schweine am Trog!“ Das noch auf Platt und schon ist der Eichsfelder perfekt. Ich kann aber kein Platt, jedenfalls nicht sprechen. Aber Karlchen steht ja noch am Beginn seiner Zapfer-Karriere. Wenn er auf die Tips hört, dann wird aus ihm noch ein ganz Großer.

Neben dem Trinken konnte man auch noch was essen. Diesmal hatte ich mich sogar vorbereitet und nichts vorher gegessen. Ging es doch zu Friede. Jetzt nicht um ihn zu schädigen, sondern mir war bewusst, das es ein ganz fantastischen Essen geben würde. Und das gab es auch. Spanferkel mit Beilagen. Die Beilagen interessierten mich weniger, denn Fleisch war mein Gemüse. Ich hielt mich dann aber trotzdem an dem Tzaziki gütlich, da ich frischen Atem bevorzuge. In Verbindung mit ein paar Bier und Löwentor gibt das eine fantastische Mischung am frühen Morgen. Hatte ich ja schon im Hinterkopf, das wir Feuerwehrübung am Sonntag Vormittag haben. Und da ich sonst immer der Leidtragende bin, sorgte ich vor. Das Essen war hervorragend und ich aß sogar die paar Alibi-Happen vom Salat auf, die ich mir auf den Teller getan habe. Man kann nicht nur Fleisch essen. Man kann eigentlich schon, aber dann wird man wieder von allen Seiten so komisch angeguckt. Und noch hatte ich den Zenit des Abends nicht überschritten, das es mir egal wäre. Ich hoffte eh der Zenit würde noch lange auf sich warten.

Doch es gibt ja immer Leute die einen schneller zum Zenit bringen wollen als einem selber lieb ist. Ich rede da von den Menschen die meinen nach einem deftigen Essen wäre ein Schnaps von Nöten. Auch diesmal sollte es soweit sein. Dummerweise saß ich nun auf der Bierbank ganz am Rand und konnte nicht durch die Plane fliehen,die mir den Ausblick auf Westerode versperrte. Da half also kein Entfliehen. Ich gab mir aber nicht Blöße und trank Roten, denn es gab ja immer noch Linie. Der tat zwar auch weh, aber nicht so weh, wie Löwentor. Es folgten nun die üblichen Sprüche, wie mit dem einen Bein auf dem man nicht stehen kann und die zweite Runde kam irgendwann an mir vorbei. Instinktiv entschied ich mich wieder für Linie, doch die war nun dummerweise alle. Verdammt! Also machte ich den Fehler den Obstler zu wählen. Gott, brannte der in der Kehle, der Speiseröhre und Teilen meines Magens. Nie wieder Schnaps das schwor ich mir, außerdem wollte ich ja das Ende des Abends noch erleben.

Es half nur die Flucht nach vorn. Schnitzel und ich gesellten uns ein wenig nach rinnen. Auf den Bierbänken konnte man eh nicht mehr sitzen und drinnen war es nicht ganz so kalt. Dort trafen wir dann auf Jotte, der sich zu uns setzte und wir unterhielten uns ein wenig über dies und das. Ich finde es ja recht Klasse, das er jetzt sein Wohnzimmer immer mit zur Arbeit nimmt. Er arbeitet auf Montage und hat sonst immer im Hotel übernachtet. Nun hat er sich aber ein Wohnmobil gekauft und schläft jetzt halt da drin. Finde ich eine klasse Idee. In meiner Vorstellung von Wohnmobilen gab es bisher keine automatischen Sat-Anlagen oder bequeme Betten. Ich verwechselte es bisher immer noch mit Zelten. Aber dem ist wohl nicht mehr so, wie uns der Jotte so mitteilte. Es ist alles ein wenig komfortabler geworden. Und vor allem führt ein strenges Regiment in dem Wohnmobil. Seine Frau und seine Tochter müssen wohl ein wenig sparsam geguckt haben, als Hauptfeldwebel Jotte, die Spielregeln für das Wohnmobil beim letzten Urlaub erklärt hat.

Richtig spannend wurde es aber erst, als sich dann noch der Flinke an unseren Tisch gesetzt hat. Seines Zeichens Schwiegervater von Jotte und Onkel von Friede. Das Blödsinn labern stieg plötzlich rapide nach oben, wer mag kann hier Vergleiche zur Eiger Nordwand anstellen. Und irgendwie sitzt es bei den Alten im Blut, das man in einer gemütlichen Runde Schnaps zu trinken hat. Mein Hirn stellte plötzlich alles auf Alarmstellung und ich wusste das dies der Zeitpunkt wäre einmal mehr die sanitären Einrichtungen aufzusuchen. Doch ich hatte die Rechnung ohne den Flinken gemacht. Flugs wurde mir ein Schnapsglas hingestellt und der Löwentor eingegossen. Da ich ja ein Glückskind bin habe ich auch noch das Weizenglas unter den Schnapsgläsern bekommen. Manche nehmen solche Gefäße zur Einnahme ihrer Tabletten, ich bekommen die flüssige Kräuterhölle darin serviert. Es half nichts, es mußte runter. Der Weg nach unten war lang und beschwerlich. Jede Faser meines Körpers wehrte sich dagegen. Nur meine Speiseröhre weigerte den entgegengesetzten Weg einzuschlagen und beförderte die Flüssigkeit, die in machen Ländern unter Chemieschutz fällt, nach unten. Ich hoffte es bleib der Einzige. Doch Schicksal was back und sorgte dafür das ich einen zweiten Humpen ein geschüttet bekommen habe. Ich wollte einfach von der Welt. Am Besten von Außerirdischen entführt in eine Welt ohne Löwentor und ohne Schnaps!

Nun war es aber so, das der Flinke plötzlich den Heimweg antreten mußte. Nur ganz böse Zungen würden jetzt behaupten, das seine Frau bei dieser Entscheidung die entscheidenden Fäden zog. Und auch niemand würde wagen zu sagen, das er schon stramm war. Also ich sage hier so was nicht und meine Augen können mich manchesmal trügen. Am Besten wechsele ich das Thema, sonst bekomme ich von ihm noch einen Löwentor-Einlauf, wenn wir uns das nächste Mal begegnen. Da saßen wir also und waren eine der letzten Bastionen bei Utes und Friedes Party. Da Bier schmeckte auch nicht mehr so richtig und es wurde Zeit endlich mal auf die richtigen Getränke umzusteigen. Also wurde schnell der Bierkonsum auf Havana Club Konsum umgestellt. Jedenfalls bei mir. Der Schnitzel hielt sich dann doch eher an Jim Beam. Vor allem erlöste und das vorerst von der Schnapsgeissel. Doch lange sollte das Vergnügen nicht anhalten, da nach und nach alle anderen auch den Heimweg antraten. Ist es wirklich so, das man mit dem Alter nicht mehr so lange aushalten kann. Sollte mir demnächst das selbe blühen ich hoffte nicht.Schnitzel und ich tranken unsere Mischung und noch eine weitere Mischung aus und gingen dann auch Nach Hause, jedoch nicht ohne einen Umweg über den Jugendraum zu machen. Dort sah es zwar nach außen hin so aus, als ob dort alles dunkel war, doch ich sollte mich irren. Schnitzel setzte all seine Aufklärungsgeschicke ein und war der Meinung Jemanden dort gesehen zu haben. Wer, dort sein Unwesen trieb bleibt aber unter Verschluß. Über meine Lippen kommt kein einziges Wort. Wir entschieden uns dann aber doch endgültig Heim zu gehen. Diskutierten aber doch noch ein wenig bei Schnitzel vor dem Haus. Schließlich zeigte die Turmuhr erst 0140 Uhr. Doch die Kälte fuhr einem in die Knochen und ich entschied mich auf direktem Weg ins Bett zu gehen.

Von gar sanften Klängen wurde ich geweckt. Es ist schon von Vorteil, wenn man einen Wecker mit mp3-Funktion hat. Mir ging es gut und ich fühlte mich für die Übung vorbereitet. Jedenfalls bis zur Übung. Danach ging es mit meinem Zustand rapide bergab. Sich die Mütze zu zu knallen und dann Sport zu treiben ist irgendwie nicht gut. Ich sollte Rücksprache mit meinem Arzt halten.

Zum Schluß noch der Hinweis auf einen Blut-Spende-Termin. Am Donnerstag von 1530 – 1930 Uhr kann man in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt wieder Blut beim Roten Kreuz spenden. Ingo und ich werden auf jeden Fall dort sein, auch wenn wir Mittwoch Abend die Göttinger Innenstadt unsicher machen werden. Mein Hausarzt weiß schon was das bedeutet, wenn meine Leberwerte ein wenig erhöht sind. Ich würde mich aber freuen, wenn sich dann doch der Eine oder Andere dazu durchringen könnte, zum Blut spenden zu gehen. Und wenn wir da sind, wird es bestimmt lustig!


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