Gedächtnistraining

Dieser Freitag sollte nicht nur der Beginn des Wochenendes werden, nein, er sollte auch der Beginn meines dreiwöchigen Urlaubs sein. Ich weiß, jetzt werden ein Großteil der Leser wieder aufschreien und Betrug und ähnlichen niederen Machenschaften sprechen, aber das ist mir egal. Den ich habe jetzt drei Wochen Urlaub. In denen ich entspannen werde und eventuell zwei riesige Zimmer renovieren werde. Naja, ich probiere die Tapeten ab zu machen. Außerdem ist geplant, den einen oder anderen Vollrauschabend gemütlichen Abend zu verbringen. Friede behauptet zwar, das ich keinen Anspruch auf irgendeinen Urlaubstag vor dem Jahre 2028 habe, da ich während meiner Studienzeit immer so viel Semesterferien hatte. Aber da frage ich mich dann doch, wer sonst meinen Urlaub bekommen sollte. Da ich niemanden bevorzugen möchte, habe ich mich dann doch dazu entschlossen und die schwere Bürde selber zu tragen und meine Urlaubstage selber zu verbraten. Finde ich eine sehr gute Idee von mir und ich hoffe der Rest der Welt ist mir dankbar, das ich dieses Opfer bringe. Nicht vorzustellen, wenn sich die Bevölkerung um meinen Urlaub schlagen würde. Chaoszustände im ganzen Land, wer gerne mehr wissen möchte, der gucke sich ”28 weeks later“ an.

Doch kommen wir nun zum eigentlichen Anliegen. Da ich noch einige Sachen fertig machen mußte vor meinem wohlverdienten Urlaub, kam ich spät aus der Firma. Umso mehr musste den Abend Programm sein, denn das ich an einem Freitag erst um 1734 Uhr Feierabend machen konnte hat mich schon sehr belastet. Ich setze mich also in Bewegung und meine Schritten lenkten mich zunächst zum Sportplatz. Dort mußte ich dann tatsächlich das Training abwarten, bevor ich mich an einer Flasche Bier laben konnte. Denn der sonst so aufmerksame Carsten, scheint nicht da gewesen zu sein und jetzt hatte halt Stopper den Schlüssel zum Verkaufsraum. Doch der war wiederum mitten im Training. Also mußte ich mich in Geduld üben. Dafür schmeckte das erste Bier umso besser und wurde kurze Zeit später von dem zweiten Bier gefolgt. Der weitere Verlauf des Abends kristallisierte sich schnell heraus. Schnitzel, Kai und Wiebke saßen im Feuerwehrhaus und wollten auch noch durchstarten. Da aber von den Fußballern keiner mehr Bock hatte wurde die Route kurzfristig auf das Feuerwehrhaus umgemünzt. Man könnte auch davon sprechen, das die Route zum Feuerwehrhaus geplant war und ein Zwischenstop beim Sporthaus eingelegt wurde. Schließlich wird der Weg lang und staubig und man muß ja den Motor am laufen halten. Philip fuhr mich zum Feuerwehrhaus und dann wieder nach Hause, damit er sich noch wie eine Bordsteinschwalbe heraus putzen konnte aufstylen konnte. Diese Zeit nutze ich um noch ein weiteres Bier zu trinken. Görtler, der sich uns auf dem Fahrrad verfolgte randalierte noch ein wenig im Feuerwehrhaus herum in dem er eine gkühlte Bierflasche aus dem Kühlschrank fallen lies. Eigentlich ein Grund ihn zu teeren und zu federn, aber wir waren mal nicht so. Außerdem gab er wieder diversen Außerirdischen die Schuld.

Nachdem dann Philip ankam verlegten wir von der Leere des Feuerwehrhauses in die Leere des Ambiente. Kolbi war so nett mich zu fahren, während sich die Anderen alle bei Philip in den Golf setzten. Allerdings hielten sie sich noch kurze Zeit bei der Sparkasse auf, so daß ich ein wenig verloren vor dem Ambiente mir die Beine in den Bauch stand. Ein paar aufdringliche Freier mußte ich verscheuchen Aber es dauerte ja nicht lange, bis der Rest ankam und wir gingen rein. Man kam nicht umhin das Ambiente ein wenig mit der Werkstatt zu vergleichen. Eigentlich eine Schande was aus dem Laden geworden ist. Früher konnte man hier Freitags oder Samstags rein gehen und der Laden war voll. Sitzplätze waren nur was für ganz frühe Vögel (die mit dem Wurm), aber das war halb so wild, da man eh die meisten an der Theke kannte. Aber nun war hier gähnende Leere. Wir nahmen also einen der zahlreichen leeren Tische in Beschlag und warteten auf die Bedienung. Der erste Kontakt kam Eigentlich recht zügig, aber da noch nicht alle mit dem Aussuchen der Getränke fertig waren mußten wir ihn nochmal wegschicken. Ich ärgerte mich wenige Minute später, das ich nicht schon mal ein Warte-Pils geordert hatte. Denn auch nachdem die Karten zugeschlagen waren ließ sich unsere (männliche) Bedienung für längere Zeit nicht sehen. Ich entschied mich dann letztendlich für einen Havana Club Cola . Warum kann ich nicht sagen, aber irgendwie leuchteten die Worte in der Karte mich irgendwie an. Ich tippe mal auf speziell präparierte Karten. Das Getränk wiederum ließ auch wieder lange auf sich warten und kam dann in einem 0,3 l Glas daher. Wenigstens war die Mischung in Ordnung. Doch nach kurzer Zeit wurde klar, das wir hier nicht lange verweilen würden. Philip brachte es auf den Punkt: ”Lasst uns weiter ziehen, langweilen kann ich mich auch in der Werkstatt!“ Da waren sie. Die Worte auf die man gewartet hat und die jedem vom Beginn des Abend s klar gewesen sind. Sie standen im Raum und guckten jeden herausfordernd an, der sich traute sie in Augenschein zu nehmen. Also hieß es jetzt austrinken.

Doch wir waren nicht schnell genug. Eine junge Dame kam mit einem Weidenkorb auf uns zu. Ich ahnte schon was mich nun erwarten würde. Junggesellinnen-Abschied. Hieß so viel wie, die Glückliche, die demnächst vor den Traualter treten wird, darf sich vorher nochmal gehörig zum Affen machen und muß Peinlichkeiten verkaufen. Doch ich sollte mich täuschen. Zumindestens in dem Punkt, das sie Sachen verkaufen sollte. Sie mußte nämlich Sachen sammeln. Ein himmelweiter Unterschied. Und ich kannte sie noch. Zwar nicht mehr mit Namen, aber vom Sehen her. Sie kannte mich allerdings mit Namen, was die Sache für mich um einiges peinlicher machte. Die folgenden Konversation wurde von mir im Vorfeld wohlweislich durchgecheckt, damit keinesfalls über ihren Namen stolpern würde. Auf ihrer Liste fehlten noch ein paar Gegenstände. Unter anderem ein Schnürsenkel, ihre gierigen Blicke feilen sofort auf meine 10-Loch Dr. Martens. Ja klar, ich ziehe jetzt den Schnürsenkel aus meinen Stiefeln und laufe den Rest des Abends mit humpelnden Fuß umher. Da ich aber auf alles vorbereitet bin zog ich ein zweites Paar Schnürsenkel aus meiner Jackentasche. Bitte fragt mich jetzt nicht warum ich ein zweites paar Schnürsenkel für meine Stiefel in der Tasche habe. Es ist eine lange Geschichte. Sie war zufrieden, aber noch nicht fertig. Sie benötigte außerdem noch ein Ausweis eines Ü30jährigen und forderte meinen. Aber sie hatte Pech, denn ich werde ja erst nächstes Jahr 30. Das teilte ich ihr jedenfalls mit und da blickte sie mich völlig entgeistert an, da sie immer der Annahme war, das ich älter als sie war. Ha, wieder der Gewinner. Wie man es nimmt.

Unsere Kutsche fuhr dann kurze Zeit später. Und zur großer Überraschung aller hielten wir dann vor der Werkstatt, schickten aber erstmal Philip zur Aufklärung hinein, der mit freudigem Gesicht nach draußen kam und verkündete, das drinnen absolut gar nichts los war. Nun sollte man annehmen, das wir ja sehr schmerzfrei sind und trotzdem den Laden betreten würden. Aber diesmal nicht. Ich sehe schon die ganzen geschockten Gesichter. Ich war ja selber überrascht, denn plötzlich war unser Fahrzeug auf dem Weg nach Göttingen. Der JT-Keller war unser auserkorenes Ziel. Ich fragte mich ob meine letztwöchige Berichterstattung den Philip so angespitzt hat, das er dieses Wochenende unbedingt dort hin wollte. Doch den Gedanken konnte ich leider nicht in eine Frage umformulieren, da wir schon beim Feuerwehrhaus anhielten und uns mit Bier versorgte. Der Weg nach Göttingen ist lang und da braucht man schon ein paar Getränke. Besser gesagt, zwei an der Zahl, eins für die Hinfahrt und eins für die Rückfahrt. Man weiß ja nie, vielleicht kommt man in einen Stau oder Schlimmeres. Die Fahrt nach Göttingen war musikalisch ein wahrer Horrortrip. Wir hörten tumbe Malotze-Hits, wie sie schlimmer nicht sein konnte. Ich möchte gerne mal wissen was die Leute genommen haben, die solche Kracher wie ”Das rote Pferd“ fabrizieren. Auf jeden Fall muß das hartes Zeug sein. Ich könnte jetzt ja dieses Leid hier verlinken, aber ich befürchte damit stoße ich an die Grenzen des guten Geschmacks und möchte keinesfalls Leser verlieren. Wer also sehr leidensfähig ist, versucht sich mal bei Google. Aber ich übernehme keine Haftung für eventuelle auftretende Geisteskrankheiten. Als Vorsichtsmaßnahme sollte man vielleicht eine Flasche Doppelkorn auf Ex aus trinken. Sicher ist sicher! Nun ja, auf diese Weise wurde ich dann gequält. Ich konnte nicht mal Metallica-Texte für mich selbst rezitieren, damit ich nicht dem Wahnsinn verfalle, da die Anlage bis zum Anschlag und noch ein bisschen weiter aufgerissen wurde. Zum Glück hatte ich Bier, um meine Nerven zu betäuben. Ich hoffte nur, das bei einem Unfall die CD bis zur Unkenntlichkeit zerstört würde. So sollte mich keiner finden.

Die Tortour war dann nach 30 Minuten zu Ende und dank Kais Fahrweise war Wiebke schlecht. Aber wir mußten ihn gar nicht zur Schnecke machen, denn das machte sein Bruder Philip schon zur Genüge. Als wir dann in den JT-Keller hinabsteigen erwartet uns auch hier gähnende Leere und ein Reggae-Abend. Oh oh, warum war nirgends etwas los. Gab es eine Invasion von Aliens und wir haben nichts von mitbekommen? Ein kurzer Blick auf die Uhr brachte Aufschluß. Es war kurz nach Mitternacht und aus Erfahrung weiß ich, das sich der JT-Keller erst ab 0100 Uhr zu füllen begann. DA hieß es abwarten und ein paar Becks trinken. Aber ein Blick in die Gesicher von Kai und Wiebke leiß mich Schlimmes befürchten. Es war leer und die Musik war, sagen wir mal, bescheiden. Da muß ich aber den Beiden recht geben. Reggae war auch nicht mein Ding. Zumal Kai diese Musik-Richtung komplett neu war. Vorher ahnte er nichts von der Existenz des Dope-rauchenden schwarzen Mannes. Philip und ich versuchten es mit beschwichtigenden Worten, aber so recht konnte man die Beiden nicht überzeugen. Aber wir bleiben standhaft und rieten ihnen zuwarten. Es dauerte auch nicht lange und da wurde es langsam voller. Noch nicht übermäßig voll, aber das sollte sich ja noch ergeben. Und der erhoffte Schnitteneffekt trat auch auf, so sicher wie der Gongschlag der Kirchturmuhr. Schnitzel hatten wir schnell im Boot. Der kam nach ca. 15 Minuten schon auf den Trichter, das die Musik zwar nicht so prickelnd war, aber man hier gut stehen konnte, ein paar Bierchen genießen und den Mädels auf den Arsch gucken kann das andere Geschlecht bewundern konnte. Half aber alles nichts, denn Kai und Wiebke langweilten sich ein wenig und wollten wo anders hin. Philips Gesicht sprach Bände und seine Gedanken würden einen ziemlich blutigen Horrorfilm mit Überlänge füllen.

Nun folgte eine recht wirre Hatz durch die Innenstadt. Mein Vorschlag war das Eins B, wo rockige Klänge uns erwarten würden, aber die Erwähnung dieser Musikrichtung zog die Mundwinkel ungefähr auf Höhe der Kniekehlen. Also lenkte ich die Gruppe leicht in Richtung Osho und da rückten sie dann mit der Wahrheit raus. Warum ging es denn nicht in den Alpenmax. Na also. Es hat zwar ein wenig gedauert aber da war doch unser Ziel. Anstatt vorher rumzudrucksen hätten sie doch gleich sagen können das sie dorthin wollen. Das ich leidensfähig bin, habe ich ja schon auf der Hinfahrt bewiesen. Da konnte mich der Alpenmax auch nicht mehr schocken und vor allem hätte es mich vor einer ausgetrockneten Kehle bewahrt.

Ich sollte mich irren, denn selten habe ich eine so große Ansammlung von Spacken gesehen wie im Alpenmax. In Verbindung mit meinem Durst konnte es nur ein teurer Abend werden. Das Publikum im Alpenmax ist sagen wir mal gemischt. Es gibt da bestimmt ein paar Vernünftige drunter aber der Großteil ist schon ganz schön eingeschränkt in der Denkfähigkeit. Was nicht zuletzt an den konsumierten Alkoholmengen liegt. Der wirkt ja bekanntlich bei jedem anders auf das Gemüt, aber ohne hier nun in eine Klischee-Bresche zu hauen, 80% der männlichen Anwesenden ändert sich in den Typ ”Ich bin der geilste Stecher der hier rumläuft und jeder der was anderes behauptet dem haue ich mit Anlauf in die Fresse. Und ich kann Gedanken lesen“. Aber ich kann mich ja arrangieren und eigentlich überall Spaß haben. Also auch im Alpenmax. Der Spaß startete also mit dem ersten Mix-Getränk. Bacardi-Cola. Kurze Zeit später kam dann Schnitzel um die Ecke und drückte mir noch eine Mischung Wodka Red Bull in die Hand. Ach, wir trinken Runden? Gut, das man an mich gedacht hat. Da stand ich also mit einer Doppelmischung. Nun kam noch erschwerend hinzu, das ein Großteil an hübschen Frauen zugegen war. Gut, die Hälfte von denen stand auf den oben erwähnten Standard-Alpenmax-Typ, aber die andere Hälfte vielleicht nicht.

Sensationell auch der Kai, der die Gruppe anführte. Er suchte einen Platz in der letzten Ecke des Alpenmax. Da hätten wir auch im Ambiente bleiben können. Anscheinend stand Kai auf Anschisse, denn nun bekam einen Triple-Anschiss von Philip, Schnitzel und mir. Unser nächster Standort war auch nicht gerade weise gewählt, den ein leicht säuerlicher Geruch von Erbrochenem steig einem in die Nase, das spricht eigentlich nur für die Lokalität. Danach standen wir dann also an der Tanzfläche und reihten uns in die Riege der glotzenden Nichttänzer ein. Bei Kai hat das ja nichts gemacht, er hatte ja seine Freundin dabei. Aber Schnitzel, Philip und ich sahen wieder aus wie die Trottel vom Dienst. Ich zog mich ein wenig zurück, damit das Drama auf der Tanzfläche nicht mein Augenlicht verletzte. Sensationell der Einsatz einer jungen Dame, die anscheinend auch gerade die Hauptfigur in einem Junggesellinnenabschied war, klar zu erkennen an dem mitgeführten Weidenkorb und dem Dirndl, das sie an hatte. Wohl unfreiwillig und mit Hilfe von mehreren hochprozentigen Getränken machte sie einen Diver, wurde aufgefangen und begab sich stehenden Fußes zurück auf die Tanzfläche. Respekt!

Unbeabsichtigt fiel dann der Blick auch auf die Vögel, die meinen sie könnten tanzen. Ich bin ja ein Fremdschämer. Und mir war das echt peinlich, was die Typen da auf der Tanzfläche abzogen. Diese wirklich plumpe Art wie sie meinten sie seine die Könige des Dancefloors und ihre vermeintlich sexuell stimulierenden Bewegungen lösten in mir den Brechreiz aus. Die temporär nach Kotze riechende Brise von der rechten Seite baute das ganze nicht gerade auf. Schlimmer waren dann nur die Frauen, die ihnen die Bestätigung in ihrem Tun gaben, in dem sie auf sie eingingen. Schade das man ein Schrotflinte mit breiter Streuung nicht immer zur Hand hat, wenn sie gerade nützlich ist. Man hätte die Welt ein kleines Stückchen besser gemacht.

Um meinen Magen zu schonen zog ich weiter zurück auch auf die Gefahr hin, das die junge Dame, die ich für den Abend ins Auge gefasst habe aus dem Blick zu verlieren. Und der neue Platz war nicht nur weiter weg von der Tanzfläche, sondern auch noch näher an der Theke. Zwei Fliegen mit einer Klappe, sage ich da nur. Kurze Zeit später bekam ich dann wieder Angst, denn es sah wieder so aus, würde mich Fortuna anlächeln. Dabei weiß sie doch, das Schicksal das nicht gerne sieht. Denn die junge Dame die mir spontan durch ihr atemberaubendes Aussehen aufgefallen war, setzte sich mit ihrer Freundin und deren Freund (davon bin ich jetzt mal ausgegangen) nicht sehr weit entfernt nieder. Sie hatte ein hübsches Gesicht, braune Haare und blonde Strähnchen im Haar. Wen wunderst, das ich interessiert war. Meine Erscheinung ließ dann doch wieder zu wünschen über, denn durch das Rauchproblem und ein überhand nehmendes Durstgefühl meinerseits hatte ich schon wieder zwei Mischungen in der Hand. Aha, Schicksal was back. Ich behielt also meinen Plan bei und betrank mich und bewunderte sie aus der Ferne. In meinen Augen ein guter Plan, aber etwas in mir sagt mir, das es so wohl nichts werden wird, mit einer Hochzeit vor dem 30. Jahrestag.

An dieser Stelle muß ich dann doch mal etwas über den Philip schreiben. Als ich ihn an dem Abend bei seiner Arbeit gesehen habe kam mir ein Gedanke. Er machte seine Arbeit gut. Er flirtet die Frauen an und macht ihnen schöne Augen. In solchen Sachen ist er einfach ein wahres Naturtalent. Er ist in Bezug auf Frauen eigentlich das komplette Gegenteil von mir. Er hat Glück bei den Frauen, ich eher nicht. Er ist Yin und ich bin Yang. Er ist Luke Skywalker und ich bin Darth Vader. Er ist Hassel, ich bin Hoff. Sollte es da eine kosmische Fügung geben, das er meinen Teil des Glück-bei-Frauen abbekommen hat? Ich hoffe nicht!

Ein kurzer Ausflug in die Tiefen meiner Gedankengänge und schon sind wir wieder zurück. Kai gab den Anpfiff für den Rückzug. Er fragte, ob wir dann so langsam los wollten und ich bestellte noch eine letzte Runde. Nein, das war nicht unsensibel, das war nur Voraussicht, denn wir mußten ja noch an der Kasse anstehen. Oder auch nicht, aber so hatten wir wenigstens noch ein Abschiedsgetränk. Nach dem Zahlen ging es dann erstmal in die nebenan liegenden Dönerbude. Und Philip nutze die Gelegenheit um Geschäftskontakte mit dem Dönerbudenbesitzer zu schließen. Es ging da um diverse Gaszuleitungen. Falls also in naher Zukunft ein Bericht über eine Explosion im Iduna-Zentrum in der Zeitung stehen sollte, dann habe ich nichts damit zu tun. Der Döner war Klasse, auch wenn er unmöglich zu essen war. Jedenfalls nicht ohne sich das gesamte Gesicht mit Tzaziki voll zu schmieren. Es gibt ja Servietten.

Auf der Rückfahrt qualmte ich mir dann noch das wohlweislich mitgebrachte Bier rein. Man kann es ja nicht umkommen lassen. Nachher vergisst Philip das Pils im Auto und es überschreitet die Verfallsgrenze und muß weg geschüttet werden. Sagen wir mal so, ich habe einem weiteren Bier geholfen seinen Auftrag zu erfüllen. Das baut das Gewissen ein wenig auf. Ich war dann aber froh, als wir in Westerode ankamen und ich mein Bett aufsuchen konnte. So ein Tag schafft doch ganz schön.

Samstag morgen meine Augen gingen auf und als ich dann endlich die Uhr lesen konnte fragte ich meinen Körper ob er noch ganz frisch sei, meinen Organismus schon um 0718 Uhr hoch zu fahren. Es lag ausnahmsweise mal nichts an und ich konnte eigentlich mal ausschlafen. Da ich aber eh grad wach war machte ich eine Schnelldiagnose und mußte feststellen, das der Kater den ich die letzten zwei Wochenende hatte heute nicht aufgetaucht war. Ich hatte schon Angst, das es was Schlimmeres sein könnte! Und dann fiel mir plötzlich ein, das ich etwas auf der Arbeit vergessen hatte. Nach einigem hin und her, habe ich dann entschlossen, das ich am Montag nochmal nach Heiligenstadt fahren muß. Tolle Wurst. 50 km einfach so durch den Auspuff blasen, nur weil ich am Freitag zu dämlich war!

Am späten Nachmittag ging es dann nach Göttingen zum Bowlen. Felkl hatte alles klar gemacht und stand mit laufendem Motor um 1720 Uhr vor meiner Haustür. Auch wenn er einen Franzosen fährt, was ja absolut gar nicht geht, bin ich mitgefahren und ab ging die heiße Fahrt nach Göttingen. Dort warteten Sabrina, Christian und ich noch auf David, Ellen und Hannah und Nadine und Andre und der Spaß konnte los gehen. Insgeheim habe ich mir ja gewünscht, das es Pitcher geben würde, aber ein Blick auf die Karte während der Wartezeit teilte mir mit, das es keinen Pitcher geben würde. Dafür aber Hefe vom Faß. Bowling ohne Pitcher, geht das eigentlich?

Nach der Anmeldung und dem Empfang der Schuhe ging es dann frisch ans Werk. Und ich muß sagen, das Bowling einer der Sportarten ist, die mir wirklich Spaß machen. Zehnmal besser als Kegeln und ich kriege es sogar hin. Zeitweise wusste ich sogar was ich da mache. Das erste Spiel konnte ich sogar für mich gewinnen. Im Anschlußspiel wurde ich dann Zweiter, hinter Andre, der uns alle beim ersten Psiel in Sicherheit wiegen wollte. Denn dann hat er unglaublich stark losgelegt. Das dritte Spiel möchte ich hier nicht erwähnen, da ich tierisch abgebaut habe. Ich habe aber auch schon eine Erklärung dafür. Pro Spiel wanderte ein Weizen in den Magen ein. Nach dem erste Hefe ging es ganz gut. Während des zweiten Hefes wurden meine Leitungen kurzzeitig besser, nahmen dann aber zum Ende wieder ab, was wohl darauf zurückzuführen ist, das mein Getränk alle war. Dann kam Spiel Nr. 3 und somit auch Hefe Nr. 3. Die Zielfähigkeit ließ, sagen wir mal ein wenig nach. Man stellte sich auf, man zielte, man achtet darauf, das man die typischen aus dem TV bekannten Bewegungen machte und setzte den Ball in Bewegung. Nun folgt die ernüchternde Erkenntnis, das man gar nicht dorthin geworfen hat, wo man Eigentlich hinwerfen wollte. Der Ball nimmt eine leichte links Kurve und haut nur den Pin hinten links um. Man ärgert sich, zeigt es aber nicht und ignoriert die grinsenden Gesichter der Anderen. Den zweiten Ball haut man dann mitten rein und ärgert sich wieder, das man nur einen Pin stehen gelassen hat. Schon wieder! Aber den Anderen ging es teilweise auch wie mir. Besonders der David und der Andre verstanden es ihre Wut zu verbergen. Oder auch nicht. David stand es regelrecht ins Gesicht geschrieben, das er sich ärgerte keinen Strike geworden zu haben. Und Andre ist ein wahrer Meister in unterdrückten Aggressionen. Ich würde gerne mal die blauen Flecken auf seinen Oberschenkeln sehen, die er sich vor Wut zugefügt hat. Doch am Meisten hat es wohl den Christian getroffen. Er war sich im letzten Spiel sehr siegessicher. Ich war keine Gefahr mehr, da meine Zielautomatik durch den Hefekonsum seltsamer weise eine Störung hatte. Andre war noch ein wenig gefährlich, aber auch er hatte schon drei Hefe konsumiert. Auf Andre hatte Christian auch seinen Hauptaugenmerk gesetzt und somit hat er die Nadine nicht mehr beachtet, die durch ein paar Strikes das Feld von hinten aufräumte. Sie gewann die Runde und Christian stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Oder waren das etwas Pläne für einen bevorstehenden Amoklauf. Verdammt, ich würde auch noch in seinem Auto mit fahren.

Es passierte aber nichts auf der Rückfahrt und wir rückten noch bei David ein um den Abend noch ein wenig zu begießen. In weiser Voraussicht, hatte ich mir noch zehn ein paar Holsten mitgebracht, die David dann in die Tiefkühltruhe gepackt hat. Gut, die ersten Beiden waren nicht ganz so kühl, was aber auf die schlechte Kälteleitfähigkeit von Bier zurückzuführen ist. Aber die anderen sollten kühler werden. Wir saßen also im Wohnzimmer und erzählten was das Zeug hielt. Dabei wurden wieder einige Stilblüten ausgepackt. Es war herrlich einfach mal die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Es tat richtig gut. David tat sich am Jim Beam gütlich und Andre und ich hievten uns ein paar Bier rein. Christian hingegen wollte gar nichts trinken. Aber dafür kenne ich ihn nun schon lange genug, das ich wusste, das er doch noch etwas Alkohol zu sich nahm. Und zwar in Form eines Caipis. Sabrina und Ellen tat es ihm gleich. Nachdem dann der Abend weiter fortgeschritten war merkte man auch schon bei einigen das die Zunge nicht mehr so ganz den Befehlen aus dem Kopf folgte. Der David hatte leichte Schwierigkeiten bei der Artikulation einiger Worte. Was aber die Sache noch ein wenig lustiger machte. Doch der Abend sollte ein abruptes Ende nehmen. Gegen 2330 Uhr brachen dann Christian und Sabrina auf,da am nächsten Tag ein Fußballspiel an lag. Das hinderte jedoch Christian nicht daran ein zweites Glas Caipi zu trinken. Diese wurde dann aber von David gemacht und es schien ihm regelrecht gelungen zu sein. Die Begeisterung von Christian konnte man als Ungeübter in der Gebärdensprache ohne Probleme lesen. Christian und Sabrina waren dann los und der Rest wollte dann auch die Zelte abbrechen, da zähle ich mich jetzt dazu. Ein Blick auf mein Zeiteisen sagte mir aber, das es irgendwie die falsche Zeit war um an einem Samstag ins Bett zu gehen. Es war ja gerade mal der Sonntag angebrochen. Also entschied ich mich noch dazu nach Nesselröden zu fahren. Besser gesagt mich fahren zu lassen. Nadine und Andre waren so nett mich bis dorthin mit zu nehmen. Ein sanitärer Notfall zwang mich Nadine auf Knien anzuflehen (so gut das von der Rückbank aus ging) nochmal einen Boxenstop beim Feuerwehrhaus zu machen und dann war ich auch schon in Nesselröden. Berg hoch gelaufen, zweimal angehalten, weil der Atem nicht mehr gereicht hat und 10 Euronen abgedrückt. Wo war die nächste Bierbude?

Mit Getränken war ich versorgt, jetzt mußte ich nur noch den Schnitzel ausfindig machen, denn mit dem hatte ich vorher telefonisch korrespondiert. Als ich noch nicht den Fetenplatz betreten hatte, hatte er mir schon beschrieben, wo ich ihn finde. Hat natürlich viel Sinn gemacht, das er mir sagte ich solle die Bierbude links und eine Holzbude rechts liegen lassen, wenn ich nicht wusste wie es dort aussah. Außerdem hatte ich die Beschreibung eh wieder vergessen, als ich die Bierbude sah. Die erste Bestellung bestand aus zwei Pils, weil ich ja nicht wusste wie lange ich dort orientierungslos umher irren würde. Derart ausgerüstet begab ich mich dann auf die Suche und fand den Schnitzel nach zwei Schlucken. Der erste Schluck reichte aber schon aus, das mein Gehirn eine Getränkeprobe an meine Leber gab. Nachdem ich dann bei Schnitzel war und er mit erzählte das es sich um 9 Springe Bier handeln würde, war mir klar, woher ich den leicht jauchigen Geschmack kennen würde. Dieses Bier ist echt kein Geschenk und lässt sich vom Geschmack her am ehesten mit einer gehörigen Tracht Prügel vergleichen. Und ich hatte mir erstmal schön zwei 0,33 l Becher geholt. Doch da mußte ich jetzt durch. Was die Sache zusätzlich noch erschwerte war unser gut gewählter Platz in der Nähe der Mischungsbude. Jeden den ich sah kam mir mit einer äußerst lecker aussehenden Mischung entgegen und ich mußte die Rache der Leber trinken. Nach der Folter gönnte ich mir aber erstmal eine doppelte Gaumenfreude Marke Bacardi-Cola, da kein Havana vorrätig war. Nett ist dann auch immer, wenn man dann mit seinen Bechern herum steht und dann meinen einige Leute genau dort sich entlang zu drücken, wo man wenigsten Platz ist. Teile der Mischung liefen dann sehr nett an meinem Arm runter.

Es kam nun die Zeit in der man ein wenig umher streift und guckt, wen man noch alles so kennt. Zunächst traf ich auf Porno und Hüfte, die recht nahe bei standen. Dann kam noch die Ramona hinzu, die ich ja nun schon lange nicht mehr gesehen hatte. Sie mich anscheinend auch nicht. Also unterhielten wir uns kurz und da ist mir aufgefallen, das sie ja auch gar nicht auf der Ballermann-Party vor einer Woche in Breitenberg war. Zum Glück, wenn ich an meinen damaligen Zustand denke. Aber irgendetwas schien ihr dazwischen gekommen zu sein. Sie hat es mir bestimmt auch erzählt, aber der ganze Bacardi hat mir dabei geholfen es zu vergessen. Schnitzel teilte mir dann irgendwann mit das Acki auch da sei, aber total hacke stramm. So mag ich Acki doch am liebsten und machte ich mich auf den Weg um ihn zu suchen. Ich habe ihn auch schon von weitem gesichtet und wollte dann einfach seinen Spuren folgen. Nun ja, das war aber alles nicht so einfach, denn Acki war ein ausgefuchster Spurenverwischer und lief in Schlangenlinien um eventuelle Verfolger gekonnt ab zu schütteln. Doch ich brachte mein größtes Fährtenleserkönnen auf. Und wurde abgelenkt. Zunächst von Ritti. Er lief mir über den Weg, als ich gerade nah an Acki dran war. Sein Auftreten als Schalke Fan konnte ich gerade noch erkennen. Und an seinem zufriedenen Grinsen konnte ich erkennen, das Schalke wohl gewonnen hat. Wie er mir dann mitteilte waren er und noch ein paar beim Spiel gewesen und wollen jetzt den Abend als Anlaß nehmen sich zu betrinken. Er spricht also meine Sprache. Wir verfielen dann in eine diffizile Diskussion über Fußball. Ich will hier aber nur die Kernaussage wieder geben. Ich gratulierte also den Schalker Fans zu ihrem Sieg und teilte ihnen mit, das sie es noch genießen sollte so lange sie es noch konnte. Denn wenn die Eintracht Braunschweig erstmal wieder in der Bundesliga spielt (in hoffentlich zwei Jahren), dann können sie nur noch gegen die anderen Vereine Punkte holen. Die Folge war großes Gelächter und die Feststellung das Eintracht doch am Freitag gegen Babelsberg 3:1 verloren hatte. Ich mußte also ein ernstes Wörtchen mit der Eintracht Führung wechseln, sie untergraben meine Argumentation. Um mir mehr Peinlichkeiten zu ersparen bot ich mich an etwas zu trinken zu holen. Außerdem waren meine Getränke gerade alle. Seltsamerweise fand ich den Ritti nicht mehr wieder, dafür aber den Dirk. Der stand an der Bierbude und schüttet sich Bier rein. Ich versuchte ihm den Becher aus der Hand zu schlagen, in der Meinung er wisse nicht was er sich da gerade rein kippte. Aber er wehrte ab und meinte das er heute nur Bier trinken würde. Ich bewunderte seinen Mut und bot ihm dann auch keine der Mischungen an, die ich meiner Hand hielt. Nach einem kurzen Gespräch machte ich mich dann wieder auf die Anderen wieder zu finden. Unterwegs traf ich dann auf Kathrin und Heike, die allerdings ohne Kerstin unterwegs waren, ergo auch ohne ihre großen…. Aber anscheinend waren sie gerade in Aufbruchstimmung. Also setzte ich meinen Weg fort.

Nun kommt wieder mal die Zeit, in der ich keine verlässliche Zeitleiste aufweisen kann. Das aber wiederum lag nicht an mir, da ich hier ja nur der Empfänger der Mischungen war. Ich konnte sie also nicht selber zu breiten und somit auch nicht kontrollieren, wie schnell ich stramm werden wollte. Es sei hier nur erwähnt, das die Mischung mit Beschleuniger waren. Und dementsprechend brachten sie mich weit nach vorne im Alkoholzug. Ich war wohl schon bei der ersten Klasse angekommen und dort war die Welt irgendwie besser. Die Dunkelheit war nicht ganz so dunkel und auch die Mädels sahen besser aus. Außerdem verwandelten sich die Plastikbecher in güldene Krüge und stinknormale Bierbänke wurde zu komfortablen Bänken. Hier wollte ich jedenfalls bleiben. Dank meinem Fotoapparat kann ich auch noch nachvollziehen mit wem ich alles getrunken habe. Allerdings fallen mir nicht mehr wirklich alle Namen ein. Aber ich werde hier jetzt nicht diverse Links zu Fotohomepages schalten. Keine peinlichen Verlinkungen die schwere Folgen nach sich ziehen könnten.

Eine Begegnung des Abends ist mir dann aber doch im Gedächtnis geblieben, obwohl ich davon keine Fotobeweise habe. Ich unterhielt mich mit einer jungen Dame, deren Namen ich vergessen habe und die ich vorher auch nie gesehen habe. Ich traf sie an der Mischungstheke und durch irgendeinen dummen Zufall sind wir ins Gespräch gekommen. Sie jedenfalls brachte mir folgende Aussage näher: ”Männer, die auf Brünette stehen, sind für Blondinen eh zu häßlich!“ Man lasse diesen Spruch erstmal auf einen wirken und erkenne dann die total sinnfreie Aussage. Gott sei Dank war die junge Dame nicht blond sondern brünett, sonst hätte ich sie für sehr eingebildet gehalten. So war sie halt nur sehr selbstkritisch. Was machen dann aber Brünette die blonde Strähnchen haben? Sollte dieser Spruch zutreffen habe ich endlich eine Erklärung warum ich kein Glück bei blonden Frauen habe. Ich stehe ja auf Brünette. Besser noch kastanienbraun oder rot. Das erklärt nun aber nicht das Pech bei dem Rest der Frauenwelt. Oder macht es die Kombination? ”Wenn man auf Kastanienbraune und Rothaarige steht, hat man kein Glück bei Frauen. Nie! Auch nicht wenn die Erde sich auftut und alles und jeden verschlingt. Oder wenn eine beliebige Welt-Ende-Prophezeiung in Erfüllung geht. Oder wenn das Lamm die sieben Siegel öffnet!“

Auf meiner weiteren Tour durch die Freuden der ersten Klasse muß ich dann wohl irgendwie in eine Zeitanomalie des Raum-Zeit-Kontinuum getreten sein, denn plötzlich waren jede Menge Leute verschwunden und irgendjemand sagte, das wir jetzt nach Hause wollen und ob ich mit wolle. Ich ergab mich dieser überwältigenden Argumentation und verschaffte mir durch eine dreiste Lüge noch die Möglichkeit mir weitere Getränke zu besorgen. Ich behauptet dringend nochmal auf die Toilette zu müssen. Aber bin dann ohne auf verfolgende Blicke zu achten zur Getränke-Bude gegangen. Eine verschollen geglaubte Audio-Aufzeichnung aus meinem Hirn behauptet ich hätte zwei Bacardi-Cola mit den Eigenschaften mich in das nächste Delirium zu befördern bestellt. Ich weise aber hier daraufhin, das solchen Aufzeichnungen nicht immer geglaubt werden kann, da der Schreibkopf der entsprechenden Apparatur leicht dejustiert war. Es sieht so aus, als sei ein bis zwei Liter ein bisschen Bacardi-Cola rein gelaufen. Mit Getränke ausgerüstet ging es dann den weiten Weg zur Bushaltestelle wo dann nicht nur das Taxi bestiegen wurde, sondern auch mein Gedächtnis komplett in den Notzustand ging. Soll heißen alle Aufzeichnungen wurden aus Gründen des Selbstschutzes entfernt. Da aber der Löschmechanismus nun auch schon 298Jahre alt ist und in den letzten Jahren des Öfteren eingesetzt wurde konnte nicht alles gelöscht werden und in meinem Kopf spuken noch Momentaufnahmen herum. Laut einiger Augenzeugen soll ich wohl das Taxi erstmal allein bezahlt habe und wollte keinerlei Geld oder körperliche Gefallen annehmen. Dann muß ich wohl mit dem Rest der Bargage noch in den Jugendraum eingerückt sein, wo ich dann lautstark nach Bacardi verlangt habe. Der wurde mir dann auch gebracht oder ich habe ihn mir selbst geholt. Hier scheiden sich die Geister. Ich halte mich daraus, da ich als Unbeteiligter nichts dazu sagen kann. Den Bacardi habe ich mir dann wohl noch mit Porno geteilt, der dankbar jeden Schluck getrunken hat. Dann wurde ich aufgefordert nach Ahuse zu gehen, da die Anderen auch los gingen. Seltsame Laute kamen aus meinem Mund die zuerst mit Suaheli verwechselt wurden. Aber mit viel Fantasie konnte man das auch als Hochdeutsch erkennen. Wie gesagt viel Fantasie und ein bis zwei Flaschen Korn auf Ex würden auch helfen. Der Weg nach Hause entzieht sich komplett meiner Erinnerung. Ich habe aber noch ein paar Jungspunde bei der Molkerei getroffen, die gerade vom 18. Geburtstag von Dennis kamen. Dennis gratulierte ich erstmal und einen Anderen kannte ich noch von der Feuerwehr. Wie ich aber erfahren mußte konnte sich Dennis auch nicht mehr an die Begegnung erinnern. Scheint auf beiden Seiten ein erfolgreicher Abend gewesen zu sein.

Ich weiß nicht warum, aber ich erwachte in meinem Bett. Mein Handy spielte seltsame Musik und mein Erinnerungsding auf dem Handy sagte was von einer Feuerwehrübung. Die hätte ich aber lieber sein lassen sollen, denn danach ging es bergab mit meinem Zustand. Man stelle sich eine Talfahrt auf einer Straße mit 80% Gefälle und Rückenwind vor. 300 m vor der Kurve fällt einem dann auf, das ja seit vorgestern die Bremsen kaputt gegangen waren und man sie seit dem reparieren wollte. Ich fühlte mich also wie 2 Minuten später. Und die Kopfschmerzen haben sich noch dazu gesellt. Diesmal aber nur auf der linken Gehirnhälfte. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte könnte ich schwören, das Legolas himself mir einen Pfeil direkt aus Mittelerde durch den Kopf geschossen hat, weil er mich in den Morgenstunden des Sonntags für einen Ork gehalten hat.

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