Eigentlich hatte ich ja gar keinen Bock was zu machen…

So richtig wollte ich mich nicht auf das Wochenende freuen, denn ich hatte eine Doppelschicht beim Teichfest angenommen. Einmal vom Elferrat aus und einmal vom Sportverein aus. Aber da ich nun mal meistens ”Ja“ sage, wenn man mich fragt, hänge ich nun mit drin. Aber auch die Dienste gehen irgendwann vorbei und dann könnte ich ja immer noch Gas geben. So versuchte ich mir dann doch noch die Sache schön zu reden. Aber zunächst mußte erstmal der Freitag überstanden werden. Ingo hatte mich schon Mitte der Woche angetextet, was denn nun abgehen würde. Er hatte mal wieder Ausgang und das sollten wir dann auch gebührend nutzen.
Der Plan sah vor, das wir uns dann erstmal beim Sporthaus treffen sollten und dann alles weitere planen würden. Ich hatte dann noch den Felkl überredet was zu machen, also konnte schon mal nichts schief gehen. Gegen 2130 Uhr war ich dann beim Sportplatz und mußte feststellen, das ich schon ganz schön spät dran war, aber das hinderte mich dann nicht daran, ein leckeres Pilschen zu trinken. Wir beschlossen dann spontan, das wir zunächst bei Ingo Fußball gucken wollten und dann die Segel in Richtung Göttingen setzen. Herrlich, endlich mal wieder eine kleine Abwechslung vom grauen Werkstatt-Alltag. Im Kopf malte ich mir schon einen kleinen Fahrplan aus. Es mußte einfach gut werden. Aber wir wollen hier mal nicht ablenken, denn es warteten noch einige Biere auf mich. Die Kiste mußte ja alle werden.

Köppel hat sich dann bereit erklärt uns mit zu Ingo zu nehmen. Er selber war ein wenig geschafft und konnte leider an der tollen Abendunterhaltung nicht teilnehmen. Wenn er nur wüsste was er alles verpassen würde. Es wäre ein Abend nach seinem Geschmack geworden. Wir waren übrigens. Christian, Sabrina und ich. Wir mußten dann allerdings noch einen Boxenstop bei Rewe machen. Nun kommt etwas worauf ich absolut nicht stolz bin. Ich habe nach 2100 Uhr eingekauft. Ich bin ja im Großen und Ganzen gegen die verlängerten Öffnungszeiten, da ich der Meinung bin das man seine Einkäufe ohne Probleme bis 2000 Uhr locker erledigt haben kann. Und alle die jetzt die Stimme erheben und meinen das dies neue Arbeitsplätze schaffen würde, dem glaube ich nicht. Es fühlt sich eher an wie eine Arbeitszeitverschiebung. Also werden keine neuen Leute eingestellt, sondern einfach nur anders verteilt. Außerdem werde ich gezwungen das hier hin zu schreiben, denn der Schocker ist ja Marktleiter bei Rewe einem nicht näher genannten Supermarkt in Bovenden. Und der kann manchmal ganz gemein werden und schimpft mich dann immer schlimme Dinge.Wer Schocker ganz gerne hat, der geht ab jetzt jeden Abend innerhalb der verlängerten Öffnungszeiten zum Rewe in Bovenden einkaufen. Damit sich die neuen Öffnungszeiten auch lohnen! Aber ich habe es nun mal getan und habe nach 2100 Uhr eingekauft. Wenn wir aber ehrlich sind, dann müßten um diese Uhrzeit nur die Getränkeabteilung geöffnet haben. Alles andere ist Stromverbrauch. Felkl und ich erwarben dann also eine Flasche Cola und ich einen 6er-Träger Bier. Ich hasse es ohne Getränke irgendwo aufzutauchen, wo ich weiß , das ich mit Sicherheit mehr als ein Bier trinken werden.

Bei Ingo fanden dann noch zwei weitere leckere Becks den Weg in meinen Magen. Dort amüsierten sie sich prima, mit den bereits konsumierten Krombachern. Ingo selber wollte fahren, was mich an seinem Geisteszustand zweifeln ließ. Aber er meinte das die Getränke die er an seinem Geburtstag konsumiert hätte für den Rest des Jahres reichen würden, aber mit ziemlicher Sicherheit bis zum Ende des Monats. Innerlich bewunderte ich ihn. Doch äußerlich ließ ich mir nichts anmerken und genoß mein Becks. Fußball war recht nett, eigentlich ist mir Bier alles nett.

Nachdem dann Fußball vorbei war setzten wir auch sehr zeitnah zur Fahrt nach Göttingen an. Ich schlug als erste Lokalität das Thanner’s fort mit Aussichten auf eine Verlängerung im JT-Keller. Was mich jetzt sehr wunderte war die einstimmige Annahme meines Vorschlages. Sehr ungewohnt. Wir wollten dann eigentlich bei der Stadthalle parken, aber dank der perfekten Orientierungssinn von mir Jemand sind wir an der Kreuzung falsch gefahren und konnten somit auf dem Volksbankparkplatz parken. Es folgte die zweite Überraschung an dem Abend. Wir erlangten tatsächlich einen Parkplatz, was sonst eher selten noch nie vorgekommen ist. Nach dem Aussteigen warf ich einen fixen Blick auf die Sterne und sah sie in einer Konstellation stehen, die mir absolut gar nichts sagte. Ich vermutete mal, das sie einen netten Abend voraussagen würde.

Auf dem Weg zum Thanner’s wurde mir dann schlagartig bewusst, das ich schon ein paar Bierchen konsumiert hatte. Denn meine Blase fühlte sich an als hätte Jemand 10 Liter eingefüllt. Jeder Schritt wurde ein Erlebnis und ich hoffte das ich ohne einen tragischen Unfall die Toilette erreichen würde. Mit einem weinenden Auge steig ich dann im Thanner’s dann die Stufen zur Erlösung hinab. Ich fiel beinahe und war dann endlich erlöst. Zurück am Tisch schien noch niemand Getränke geordert zu haben. Also ging ich erstmal los. Mein Blick fiel sofort auf die neue Bedienung die sich mit einem Lächeln an mir vorbei drängte. Als dann der bärtige Mann meine Bestellung aufnahm, bekam ich gerade noch mit wie er mit mir redete. Aber er wollte mir dann auch noch die Getränke an den Tisch bringen, sehr ungewohnt für das Thanner’s. Ich hätte ja nun beinahe behauptet das ich eine Strähne hätte, aber ich traute es mir nicht das zuzugeben. Denn wenn ich das tat, dann war sie vorbei. Am Tisch brachte dann auch noch die hübsche Bedienung die Getränke. Ich wusste dieser Abend würde schlimm enden oder aber später am Wochenende würde noch was passieren. Jedesmal wenn ich einen kleine Menge an Glück aufbaue, heißt das, daß Schicksal gerade Urlaub macht. Er bekommt es mit und dann bin ich dran.

Ich begnügte mich vorerst mit einem leckeren Hefe. Es ist sowas wie Tradition. Bin ich Thanner’s gibt es eigentlich nur Hefe für mich. Das fühlt sich dann an wie eine Zeitreise in eine Zeit, in der alles einfacher war. Mittwochs ging man halt nach der Schule erstmal in Thanner’s und trank ein bis acht Hefe-Weizen ein paar Getränke des Tages. Der Nachhauseweg kam einem dann nicht mehr so lang vor und man hatte auf Grund des frischen Atems eine Sitzbank allein. Aus lauter Nostalgiegründen habe ich dann noch ein zweites Weizen dem ersten hinter geschickt, damit es nicht so einsam ist. Und dann kam auch schon die Zeit des Aufbruchs. Um ehrlich zu sein, war auch nicht wirklich viel los und wir wollten ja noch ein wenig was erleben. Die Uhr hatte die Geisterstunde gerade hinter sich gelassen, als wir dann vorm JT-Keller angekommen sind.
Ich bildete die Vorhut und stieß als Erster in die Katakomben vor und wurde prompt ernüchtert, denn was ich sah war ein wenig viel Platz. Wo sich sonst schwitzende Körper aneinander rieben, war noch jede Menge Platz. Ich kam gar nicht dazu mich genauer umzusehen, denn ich war der Meinung das es nun nicht mehr lange gehen würde, denn Schicksal ist awohl gerade aus dem Urlaub wieder gekommen und hat auf den Pitsche-Counter geguckt. Bis mich dann der Ingo aus meiner Trance riß und mir ins Gesicht sagte, das ich einen verdammt guten Riecher hätte. Ich war der Meinung das ich einen ironischen Unterton in der Stimmt gehört hätte und wollte mich gerade für meine schlechte Wahl entschuldigen und ihm versichern, das es bestimmt noch gut werden würde als ich dann zum ersten Mal meinen Blick schweifen ließ. Was ich dort sah konnte und wollte ich beim ersten Blick nicht glaube. Wohin mein Blick auch fiel konnte ich hübsche Frauen ausmachen. Und nur wenig Männer. Ich machte die Probe aufs Exempel und schloß die Augen nochmal und schickte ein Stoßgebet an jeden Gott der gerade zu hörte. Es sah mit Sicherheit albern aus, aber als ich meine Augen wieder öffnete waren die ganzen heißen Schnallen wunderschönen Frauen immer noch da. Ich blickte auf Ingo und bemerkte das Grinsen in seinem Gesicht und war mir nun sicher, das ich nicht an Halluzinationen leiden würde. Schicksal hatte also eine Verlängerung eingelegt. Die anfängliche Aufregung wich schnell der altbekannten Nervosität. Meine Hände waren unbeschäftigt was dann schnell in seltsamen Verrenkungen enden könnte. Ich packte also meine Zunge wieder in den Mund und begab mich sicheren Schrittes in Richtung Theke. Doch es war fast zu viel. Auf diesen kurzen Weg durchliefen wir quasi eine Schnitten-Parade. Endlich an der Theke angekommen überprüfte ich schnell den Sitz meiner Zunge und bestellte das erstbeste was in meinem Gehirn auftauchte. Gott sei Dank trinke ich so gerne Becks und nichts anstößiges. Nun wurde es aber auch gleich besser. Meine Hände hatten was zu tun und ich konnte meine Sinne wieder frei spülen. Nun da ich nicht drohte zu überhitzen oder zu dehydrieren konnte man sich auch mal etwas genauer um gucken.

Christian hatte gleich Nägel mit Köpfen gemacht und sich einen Caipi und seiner Freundin einen Mojito geordert. Das bringt einen natürlich schnell nach vorne, aber ich wollte zunächst beim Becks bleiben. Sicher ist sicher. Ich ließ also meinen Blick ein wenig streifen und da erblickte ich sie. Sie war blond und hatte ein unglaublich hübsches Gesicht. Doch sie stand ein wenig Abseits von uns. Zum Glück, denn ich merkte ein Gefühl in mir hoch steigen. Nach einer kurzen internen Analyse konnte ich den Verzehr von überreifen Früchten oder einem Bohneneintopf ausschließen. Es konnte also nur bedeuten, das ich dauf und dran war, mich wieder einmal in ein hübsches Gesicht zu vergucken. Ich kämpfte dagegen a, das durfte nicht passieren. Auf jeden Fall mußte ich es hinauszögern. Ein kurzer Flüssigkeitscheck verriet mir das ich runter war auf 10%. Nach einer kurzen Rücksprache mußte ich dann alleine zur Theke, da die Anderen noch lange nicht so weit waren. Auf jeden Fall war es eine Möglichkeit mich abzulenken. Doch was war das, meinen kurzen Zustand geistiger Verwirrtheit hat das hübsche Kind genutzt und hat sich frecherweise ein paar Meter weiter nach vorne geschlichen, ich mußte mich also fast an ihr vorbei drängen. Dank meiner jahrelangen Erfahrung als Feigling Nicht-Frauen-Ansprecher konnte ich mich aber souverän an ihr vorbei mogeln. Nun mußte nur noch der Rückweg geplant werden. Doch wie, Ingo hat sich taktisch klug an einer Säule positioniert um den besseren Überblick zu behalten und Christian und Sabrina standen halt daneben. Ich könnte nun den weiten Weg über die Tanzfläche nehmen, aber da müßte ich dann vielleicht tanzenderweise rüber und das Risiko wollte ich keineswegs eingehen (Ihr wisst schon, Massenpanik, Einsatz von Tränengas, weinende Menschen, Code Red, das übliche Programm eben). Also bereite ich mich auf Feindkontakt vor. Ich kam auch gut an ihr vorbei, ohne direkten Körper- oder Augenkontakt. Dafür habe ich ein paar interessante Schuhe gesehen. Wieder an der Säule zurück wies ich Ingo auf die Entdeckung hin, der schien aber wenig interessiert zu sein. Und dann kam was kommen muß, ich hatte direkten Augenkontakt und sie schickte ein Lächeln hinüber. Jedenfalls bildete ich mir ein, das sie es mir schickte und nicht dem Rest des JT-Kellers. Vielleicht war sie auch einfach nur freundlicher Natur und Lächelte den ganzen Tag, aber ich wünschte es würde mit gelten. Man darf ja noch ein paar Träume haben. Warum war sie auch so verdammt hübsch. Meine Vorsätze waren ein wenig eingerostet, deswegen habe ich sie mir nochmal mit dem Rohrstock ein geprügelt eingeprägt. Wer nun erwartet, das ich da irgendetwas unternommen hätte, den muß ich leider enttäuschen. Da ich aber weiß, das das Ende bei solchen Aktionen im Allgemeinen hin bekannt sein dürfte, enttäusche ich auch an dieser Stelle niemanden. Der innere Schweinehund hat mal wieder gesiegt und er hat die Schüchternheit Feigheit wieder nach vorne gebracht. Ich blieb dann weiterhin beim Bier und warf ab und an ein schmachtenden Blick hinüber, der mal mit einem Lächeln quittiert wurde. Wenn ich davon ausgehe, daß das Lächeln mir gegolten hat.
Aber genug von dieser Selbstbemitleidung, bleiben wir beim Wesentlichen. Das Becks lief immer noch sehr gut rein, was mich ja eigentlich wunderte, denn sonst komme ich immer vor 2300 Uhr zu dem Zeitpunkt, wo ich lieber eine Mischungen trinken würde. Vielleicht waren die Fahrt nach Göttingen der Auslöser, das ich noch ein wenig in die Bierverlängerung ging. Außerdem trockneten einem die ganzen hübschen Frauen den Mund ganz schön aus. Was soll man auch machen, wenn man die ganze Zeit mit offenem Mund herumsteht. Da hilft ja nur noch die Befeuchtung mit dem leckeren Bier. Doch dann kam irgendwann der Moment wo die inneren Organe die Führung übernommen haben. Sie haben erkannt, das es nun eh zu spät ist und ich durchaus auf Mischungen umsteigen konnte. Also orderte ich einen Havana Club ohne Limetten. Der Barkeeper schaute mich an und meinte, das endlich mal einer kommt der den wahren Geschmack des Havanas zu schätzen weiß. Ich sagte das die Limetten, nur den Alkohol verdünnen würden. Ich sagte nichts und genoß die doppelte Menge, die er mir in das Glas kippte. Auch wenn sie fünf Euro gekostet hat, war sie es wert. Es war auch keine Miniaturausgabe einer Mischung, sondern ein ordentliches 0,5 l Glas. So gehört sich das. Derart ausgerüstet ging ich dann zurück zu den Anderen.

Sabrina wurde so langsam etwas schläfrig und ging dann mit Christian auf einer der Couchen, natürlich genau neben den blonden Engel. Damit war ein Besuch bei den Beiden für mich erstmal passe. Aber ich wollte ja eh nicht auf das Sofa. Besser gefiel es mir mit Ingo weiter in der Menge zu stehen und den Damen beim Gesellschaftstanz zu zuschauen. Oder wie immer man das wilde Umhergespringe und Körper aneinander reiben nennen mag. Man konnte wohl an unseren Gesichtsausdrücken sehen, wie entspannt wir waren. Ich mußte wieder den Ingo bewundern, wie er das alles ohne Alkohol aushielt. Dafür benötigt man wirklich eine enorme Körperbeherrschung. Aufsehen erregte auch eine junge Dame in unserer Nähe, die wirklich wusste wie man die Hüften schwang. Wir beschlossen spontan einen Salsa-Kurs zu buchen! Doch ich sah weiterhin vom Tanzen ab. Die Vorstellung von vorgehaltenen Waffen schreckte mich dann doch ein wenig ab.
So schnell ich auf den Havana umgestiegen bin, so schnell wurde der Aufbruch gewiss. Gut, wir gingen nicht bevor ich nicht weiter drei Mischungen in mich entleert hatte, aber die schlafende Sabrina war dann der Auslöser zum Aufbruch. Irgendwo am Ausgang des JT-Kellers muß sich dann auch ein gemeiner Mann mit einem Hammer versteckt haben, denn ich kann mich an die gesamte Rückfahrt nicht erinnern. Aber wie ich erfahren habe war ich die ganze Zeit wach und habe mich mit Ingo unterhalten. Anscheinend war es nett.

Folglich weiß ich auch nicht wie ich in mein Bett gekommen bin. Aber ich schaffte es ohne Probleme. Dafür fingen dann um 0817 Uhr meine Augen an zu flackern. Ich fragte mich woher der stechende Schmerz in meinem Kopf kommen würde und tastet nach einem versehentlich hinein gerammten Messer. Aber anscheinend hat der kleine Dämon in meinem Kopf wieder den rostigen Spiralbohrer an der Großhirnrinde angesetzt und auf ganz langsame Drehzahl gestellt. Der Versuch noch einmal in das Reich der Träume ab zutauchen, in der komischerweise eine hübsche Blondine, die mir irgendwie bekannt vor kam, sämtliche Szenarien beherrschte, schlug fehl. Ich erreichte höchstens einen Dämmerzustand, den ich dann auch beharrlich bis 1200 Uhr durch hielt. Ich mußte ja eh aufstehen, da ich noch Bratwurstbudendienst hatte. Ich hoffe man liest aus diesen Zeilen meine wahre Begeisterung heraus. Ich macht mich also auf den Weg und traf unterwegs noch Christian und Sabrina und wir tauschten uns kurz aus. David klingelte währenddessen an und fragte ob ich schon auf dem Weg sein. Ich ahnte fürchterliches und wollte mich noch beeilen, aber er sagte ich bräuchte erst um 1500 Uhr kommen, vorher würde das nicht losgehen. Warum stand dann auf unserem Plan 1330 Uhr. Das weiß wohl nur magische Planaufsteller. Da ich aber schon auf halben Wege war, ging ich weiter und wir tranken schon mal ein paar Bierchen. Porno, der auch noch mit uns Dienst hatte war natürlich nicht da. Ich reif ihn an und machte ihm Beine, da wir jede Menge zu tun hatten. Wie sollten wir auch sonst das ganze Bier schaffen? Insgeheim freute er sich über die Eile und schloß sich so uns an. Wir laberten gehörig schieße und ließen erstmal die Anderen den Grill anmachen. Es zeichnete sich ab, das wir einen sehr ruhigen Dienst haben werden. Es war zwar Vereinsangeln, aber da sind dann nicht viele an der Grillbude. Das hieß dann für uns erhöhter Alkoholkonsum. An der Fritteuse war es auch verdammt heiß und der ganze Rauch vom Grill förderte das Durstgefühl ungemeinem. Zum Glück konnte Porno auch mit erhöhten Bierkonsum noch gut laufen und brachte immer die richtige Anzahl an Bier. Es ist schon schwer sich eine Zahl zu merken.

Es kamen allerlei verschiedene Leute vorbei und unterhielten sich mit uns. Hand in Hand ging dann das holen des Biernachschubes. Porno verstand seine Aufgabe sehr gut. Auch wenn er manchmal von mir einen Arschtritt benötigte angespornt werden mußte. Seine Schwester gucke auch ab und zu mal vorbei und wollte natürlich seine neusten Saufgeschichten Erlebnisse wissen. Ich konnte ja in seinem Beisein nicht alles ausplaudern, aber mit einem Augenzwinkern sagte ich das wir uns dann doch mal bei seinem Geburtstag unterhalten müssen. Schließlich braucht sie noch ein paar Druckmittel. Der Gesichtsausdruck von Porno zeigte ein wenig Angst und Verzweiflung, doch Ramonas Gesicht zeigte nur wahre Begeisterung. Großes Interesse weckte in mir auch die Curry-Wurst-Maschine. Man haute oben eine Bratwurst rein, drückte einen Knopf und schon kam unten kleine Wurst raus. Da ich technisch interessiert bin baute ich das Ding natürlich gleich mal auseinander. Wie ich es erwartet hatte, haben findige Ingenieure einfach ein ultrascharfes Messer an einen Elektromotor montiert. Hätte ich auch so gemacht. Allerdings waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch, das man das Messer nicht im offenen Betrieb hätte betrieben können. Gut ich hätte einfach den Sicherheitsschalter abbrechen können und so diese lästige Sicherheitsvorkehrung überbrücken können, aber ich will ja keinen Ärger mit dem TÜV. Was hätte man nicht alles damit schneiden können. Gefrorenen Bratwürstchen, Äste, Plastikkellen, Pornos Hand, inklusive dran hängendem Arm und vieles mehr. So mußten wir uns aber damit begnügen, was halt in den Zuführschaft hineinpasste. Bratwürstchen und Pommes gingen ohne Probleme. Aufgrund unseres Hygienebewusstsein, haben wir dann aber verzichtet Äste und gefrorene Fische hinein zu stopfen. Ach ja, während wir dann so überlegten, holte Porno weiterhin Bier. Ich hörte dann irgendwann auf zu zählen, denn mittlerweile hat sich neben Porno auch der Schocker als verlässlicher Bierorganisator erwiesen. Sehr vorbildlich. Er trank zwar das meiste des von ihm mitgebrachten Bier selber, aber der Gedanke zählt ja bekanntlich. David, der den Grill bediente, vertrug unsere vorgegeben Schlagzahl nicht ganz so gut und fing schon leicht an zu nuscheln. Außerdem zauberte ein leckeres Bratenaroma in unsere Nasen in dem er sich beim Kohle nach schütten regelmäßig am Grill verbrannte. Die Narbe hat er dann am nächsten Tag sehr gerne vorgezeigt. Doch gegen 1700 Uhr war dann Schluß mit dem Müßiggang. Das Vereinsangeln war vorbei und viele hatten Hunger. Die Pommes trafen nicht mehr so zielsicher die Fritteuse, aber die Bratriemen von David waren immer noch super. Nach einer Stunde Streß wurden wir dann erlöst und konnten nun weiter Bier trinken ohne Speisen zu zu bereiten. Um ehrlich zu sein, wäre es auch bald gar nicht mehr gegangen. Wir ließen uns an einem Tisch nieder und tranken halt weiter. Unterdessen wurden wohl hinter meinem Rücken Pläne für den weiteren Abend gemacht. Es ging also nach Breitenberg. David nicht mehr, da er nach Hause wollte, wo Frau und Kinder warteten Ich wünschte mir auch so eine Ausrede. Aber nein, ich mußte mich erst Duschen und dann noch zur Ballermann-Party nach Breitenberg. Ich hoffe man merkt, das ich mich wirklich gewehrt habe.

Nach dem Duschen fuhr uns dann Heike rüber. Entgegen der Erwartung war es keine Eintritt-bezahlen-und-dann-ballern-was-das-Zeug-hält-Party, sondern eine 3-Euro-Eintritt-und-dann-pro-Getränk-1-Euro-belatzen-Party. Mir war es egal, denn wenn wir ehrlich sind, machen die Veranstalter von solchen Parties bei mir nur Verlust. Ich holte mir also erstmal was zu trinken und begab mich dann auf eine kleine Erkundungstour. Zu meiner Schande muß ich eingestehen, das ich gleich auf Mischungen umgestiegen bin. Aber ich muß hier erwähnen, das ich Bier schon seit dem Mittag getrunken habe und mittlerweile war es schon nach 2200 Uhr. Muß es gewesen sein, denn wir sind um 2200 Uhr aus Westerode weg gefahren. Als erstes traf ich dann ein paar Kumpels aus Breitenberg. Und den Noltek der mir erstmal zeigte das ich ihm sein Handy verschönert habe. Ernsthaft jetzt, ich habe ihm eine Metallica-Theme drauf gespielt über der er sich sehr gefreut hat. Was bin ich doch für eine gute Seele. Da nur 0, l Becher ausgeschenkt wurden gingen meine Vorräte schnell zur Neige und ich suchte den Weg zum Getränkestand. Hier war es von Vorteil, das viele junge Mädels dahinter waren, die recht schnell bei der Mischung waren. Hier mal ein Lob an die Organisatoren und vor allem an die Bedienungen. Wirklich gute Arbeit.

Nachdem ich dann meine Runde vollendet habe, mußte ich feststellen, das ich gar nicht so viele kannte. Mir wäre aber auch nicht bekannt, das noch irgendeine andere Fete an dem Wochenende war. Aber was soll man machen, wenn sich viele nicht mehr aus dem Haus trauen. Ich traf dann aber doch noch die Katja wieder, die sich ja selten eine Fete entgehen lässt. Wir unterhielten uns kurz und weiter ging es im Mischungen-Karussell. Ich wollte ja eigentlich am Havana Club bleiben, aber so ein exklusives Getränk hatten sie natürlich bei einer 1-Euro-Party nicht. Wäre auch zu schön gewesen. Aber der Bacardi schmeckte auch nicht verkehrt.

Nun kommt die Zeit, an der mich meine Erinnerung ein wenig verlässt. Ich kann mich schon noch an einige Ereignisse erinnern, aber für die Reihenfolge übernehme ich keine Gewähr. Auf jeden Fall erinnere ich mich daran, das ich Kathrin, Heike und (inklusive ihrer großen…) getroffen habe. Es ist ja immer eine Freude die drei zu treffen. Irgendwann stand ich dann auch wieder bei den Breitenbergern an der Theke. Wo auch sonst. Zuerst traf ich sie an der Biertheke und später dann an der Mischungentheke. Dort bleib ich dann auch erstmal ein Weilchen stehen und alle die ich so kannten zogen dann an mir vorbei. Porno war ja auch mitgekommen und wie ich so mitbekam war er mitten in den Prüfungen für seinen Lanz-Bulldog-Führerschein. Ich wusste ja schon seit längerem das mit dem Bengel was nicht stimmte und ich hatte recht. Es sah jedenfalls schon wieder sehr ernst aus. Vielleicht machte er auch deswegen ein seltsames Gesicht, weil er den ganzen Tag über Bier getrunken hat und jetzt schon einige Liter Mischungen in sich rein gekippt hat. Aber das er sich schon an Hüfte festhalten mußte, war schon sehr erstaunlich. Ich vermute mal er hat Hüfte etwas von einem schlimmen Bein vorgegaukelt und Hüfte in ihrer Güte hat ihn dann gestützt. Schlimm, diese Jugend von heute. Mit den Schlimmsten Maschen wird es versucht.

Zwischenzeitlich war dann Katja auch mal wieder da und erkundigte sich nach den Toiletten. Ich wies höflich auf die Dixi-Toiletten hinter mir und ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Ich hoffe es war wegen den Toiletten und nicht wegen mir. Aber als Gentleman habe ich natürlich angeboten mit zugehen und Wache zu stehen und die Tasche zu halten. Das Angebot hat sie gerne angenommen. Auch wenn es einen komischen Eindruck macht, wenn man als Mann mit einer Handtasche vor den Dixi-Toiletten herum lungert. Ich habe mir aber trotzdem nichts anmerken lassen. Nur das ich mein Getränk am Eingang zurück lassen mußte hat ein wenig weh getan. Ich wollte es ja noch austrinken, aber Katja, war eine von der drängelnden Sorte. Wie es denn nicht anders sein konnte kamen dann auch tatsächlich Leute vorbei die mich kannten. Namentlich waren es Schnitzel und Kai. Als sie dann sahen mit wem ich da vorm Dixi stand setzten sie Beide ein breites Grinsen auf und gaben den Daumen nach oben. So was passiert mir immer wenn ich mit hübschen Frauen vor einer Toilette herumstehe irgendwo herum stehe.

An der Theke wieder angelangt konnte ich dann wieder meinen Durst stillen, denn die Warterei an dem staubigen Feldweg hat meine Kehle sehr ausgedörrt. Nun kam dann Holger an, der sich schon in Esplingerode an Katja ein wenig ran gemacht hat. Leider war er schon jenseits der deutschen Sprache angelangt und konnte sich nur noch schwer verständlich machen. Vielleicht wollte er ja nur nach der Uhrzeit fragen oder nach dem Sternzeichen, falls er mal ein Geschenk benötigte, aber Katja ging gleich auf Konfrontation. Da stand ich nun. Eigentlich hätte ich mir das Schauspiel ja angucken könne, aber da ich beide recht gut kenne, habe ich dann Holger sanft aber bestimmt in eine andere Richtung gedrängt und Katja wieder besänftigt. Als sie dann erstmal weg war ging es dann gleich an der anderen Ecke weiter Holger war mal wieder an Jemand anderen geraten und es wurde erheblich geschubst. Schmalle, der gerne seine Körperfülle einsetzt hatte schon wieder sein ”Jetzt-geht’s-los-Gesicht“ aufgesetzt und stand bereit. Seine Kumpel drängten sich schon dazwischen und ich dachte mir ein weiterer Körper als Puffer wäre nicht schlecht und warf mich dazwischen. Als sich dann alles wieder beruhigt hatte ging das normale Ballerprogramm wieder seinen gewohnten Gang. Schmalle gab eine Runde aus. Und zwar Sekt oder so was ähnliches. Nun ja, Sekt ist ja nun nicht gerade mein Lieblingsgetränk und ich habe es auch nicht fertig gebracht. Nicht nach einem Nachmittag bestimmt von Bier und den ganzen Bacardi-Mischungen. Dank eines sehr aufmerksamen Zeitgenossen hatte ich nach meiner nächsten Bestellung nur noch die Hälfte meiner Getränke. Er rempelte mich leicht an und ich hatte wunderbare braune Flecken auf meinem T-Shirt und roch wie ein Bacardi-Faß. Mich störte es wenig, aber sah dann doch sehr eindeutig aus, wenn man mit einem vollgesifften T-Shirt herum lief.

Ich hoffe es war vor diesem Zwischenfall, als mich Heike mit einer Cousine verkuppeln wollte. Sie meinte nur das sie bei meiner Beschreibung, die Heike von mir gab, sehr amüsiert geguckt hat. Aber wenn Heike von mir eine Beschreibung gibt dann weiß ich nicht ob ich das auch so amüsant finde. Heike hält ja mit der Wahrheit gewissen Dingen die manche für die Wahrheit halten nicht so hinter dem Berg. Wahrscheinlich hat sie ihr auch gleich mal die Adresse meines weblogs verraten. Dann ist eh alles vorbei. Um das hier mal aufzuklären. Ich weiß nicht im Geringsten von wem Heike geredet hat, denn mir hat sie sie nicht vorgestellt. Ich habe auch erst am späten Sonntag Nachmittag davon erfahren.

Irgendwann kam dann der Zeitpunkt als ein kleiner Alarm in meinem Hinterkopf los ging und feststellte, das ich ab 1000 Uhr Bierbudendienst hätte. Ein Blick auf die Uhr war wenig aufschlussreich, da meine Ressourcen für das Uhr lesen anderweitig verbraten wurden. Aber der Großteil war eh schon gegangen und ich schloß mich dann dem Tross an. Allerdings war es schwer ein Taxi zu bekommen und deswegen gingen wir erstmal zum Treffpunkt Breitenberg, einer Kneipe im Ort. Fragt mich bitte nicht warum, aber plötzlich saß ich da drinnen und mußte mir dann Hirngespinst anhören, das wir ja zu Fuß nach Hause gehen könnten. Mehrere Dingen gingen mir durch den Kopf und eins war, das ich keineswegs zu Fuß von Breitenberg gehen werde. Ich verließ den Laden und fragte die Anderen, die immer noch zu Fuß gehen wollten ob sie noch alle auf der Pfanne haben würden. Aber sie taperten los. Ich hingegen rief in einer Taxi-Zentrale an. Ich frage mich heute noch wie ich die richtigen Nummern auf der kleinen Tastatur meines Telefons treffen konnte. Nachdem ich dann 10 Minuten mit der netten Dame in der Taxizentrale gesprochen habe stand auch schon ein Taxi vor mir. Zwar keins von denen, in deren Zentrale ich angerufen hatte, aber es war ein Taxi. Ich kann mich auch noch vage daran erinnern, das ich mich selten über das Thema Taxi mit der jungen Dame am anderen Ende unterhalten habe. Aber was nun das Hauptthema war, kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen. Ich hatte jedenfalls ein Taxi und war der Meinung das ich gegen 0600 Uhr im Bett gelegen habe.

Um 1000 Uhr reif dann Böning bei mir an und fragte wo ich bleiben würde. Ich wußte gar nicht was gerade geschah und war immer noch der Meinung ich wäre gerade ins Bett gegangen. Grob geschätzt war das auch so. Gefühlt habe ich gerade mal 10 Minuten geschlafen. Ich quälte mich also aus dem Bett und machte den Bierbudendienst für den Elferrat. Warum bin ich auch in so vielen Vereinen drin. Kurz gesagt ging es mir den ganzen Morgen Scheiße und ich war froh, als der Dienst zu Ende war. Ich versuchte mich dann noch mal zwei Stunden hin zulegen, aber das verschlimmerte die Sache nur noch. Denn der kleine Dämon mit dem rostigen und nun noch blutigen Spiralbohrer erwachte mit mir und eröffnete mir eine neue Welt der Schmerzen. Ich hoffe die sind bis nächsten Freitag weg!

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