Der Abschied von der Eichsfeldparty

Das Wochenende der Zapfe-Party. Immer ein Highlight und dieses Jahr wohl zum letzten Jahr. Das sollte man doch ausnutzen. Ich gab mein Bestes.

Eigentlich sollte der Freitag Abend ja mit einem Familientreffen beginnen. Cousinen von meiner Mutter waren zu Besuch gekommen und da muß man dann bei solchen Gelegenheiten natürlich präsent sein. Auf der anderen Seite hatte ich ja auch ein Einladung von Streiti bekommen, der ein wenig seinen 30sten Geburtstag feiern wollte. Quasi eine kleine Vorfeier vor der Hauptfeier. Nun ja, der Besuch ließ auf sich warten und ich habe mir die Grenze von 1930 Uhr gesetzt. Da bin ich dann auch losgefahren. Ein sehr seltsames Gefühl an einem Freitag Abend ein Auto zu bewegen. Und dann würde eich auch noch zu einer Fete fahren. Es bleiben mir nun mehrere Möglichkeiten für den Abend. Entweder würde ich mich richtig aus dem Leben ballern und dann entweder bei Streiti oder im Auto schlafen oder aber ich würde nur ein Bier genießen und dann den Rückweg antreten um dann noch zu sehen was denn zu Hause noch so alles los sei. Ursprünglich war ja geplant gewesen, das es im Anschluß noch zur Hüttenparty gehen sollte. Nun war aber die Woche ein ewiges Hin und Her ob sie denn nun stattfinden sollte und meine letzte Information war halt, das sie nicht stattfinden sollte. Eigentlich sehr schade, denn die war auch immer sehr lustig. Gut, die Lokalität war nicht so prickelnd, da sehr hügelig. Falls sich dann noch der Regen einschalten sollte, dann wurde das schnell zum Woodstock-Revival-Fest, wobei vermatschte Hosen bei einem bestimmten Alkoholpegel gar nicht mehr störten. Aber die Fete fiel ja aus und somit konnte ich ohne Gewissensbisse den Weg nach Göttingen antreten.

Als ich dann beim SVG Grillplatz angekommen war bleib die große Begrüßung allerdings aus, denn den Teil der Leute den ich kannte war eher ein kleiner Kreis und mit Erschrecken mußte ich feststellen, das einige von denn auch schon Eltern geworden sind. Ich glaube ich hänge einem Trend hinter her. Nun ja, dem kleinen Mann wurde dann schnell gratuliert und ich mußte sagen, das die Flasche Havana nicht gerade ungern meine Hand verließ. Der Festhaltereflex zu Beginn war zwar ein wenig unangenehm, nachdem dann die große Flex geholt wurde aber war schnell vorbei. Ich wagte mich dann auch an das erste Bier und es sollte dann auch das Einzige bleiben. Irgendwie schockte mich dann doch der Gedanke im Auto zu nächtigen und so unvorbereitet wollte ich dann den kleinen Mann nicht überfallen und ihm gestehen, das ich eine Schlafgelegenheit benötigte. Ich hätte ja auch früher was sagen können. Ich unterhielt mich ein wenig mit Jasmin und schnell wurde das Gespräch in eine Richtung gelenkt, die ich so gar nicht beeinflussen konnte. Sie erzählte mir erstmal von ihrem neuen Freund und als hätte ich es nicht erwarten müssen kam dann gleich die Gegenfrage, wie es den in meinem Liebesleben aussehen würde. Ich antwortete Wahrheitsgemäß und dann kam meine Lieblingsfrage: Warum bist Du denn noch Single? Was antwortet man darauf? Ich bin halt ein klein wenig anders? Hast Du mich in letzter Zeit schon mal im Gesicht angeguckt? Verstehe ich auch nicht? Aber ich habe dann mit der Standardantwort gekontert: Ich habe halt die Richtige noch nicht gefragt gefunden! Aber so recht wollte sie mir das nicht glauben. Und das war ja noch nicht das Ende der peinlichen Befragung. Nun kamen Tips wie man denn die richtigen Frauen kennen lernen würde. Erst wollte ich fragen ob ich wirklich so hilfsbedürftig aussah, aber ich habe es mir dann doch verkniffen, denn Jasmin ist echt eine Liebe und meinte es ja nur gut mit mir. Es könnte aber auch daran liegen, das ich mich mal bei irgendeiner Zelt-Fete im Vollsuff mit mir unterhalten habe. Was da manchmal aus mir raus sprudelt, sollte besser im Abgrund des Vergessens versenkt werden. Ähnliche Gespräche haben ja auch auch Elke auf ihre Mission gebracht. Aber gut, ich schweife mal wieder ab. Der grandiose Tip war aber doch zum Tanzen zu gehen. Alles klar, ich gehe Tanzen. Eher sieht man den Bullen von Tölz bei einem Bodybuilding-Wettbewerb gewinnen. Nur um das nochmal deutlich zu machen. Auf einer Guten-Tänzer-Skala im Bereich von 1 bis 10 rangiere ich bei -7. Auch wenn manche Frauen andere Sachen behaupten, tanzen kann ich nicht wirklich und mache es auch relativ ungern. Im direkten Vergleich zu an der Theke stehen und Bier in sich rein kippen. Jedenfalls geht sie zum Beispiel Salsa tanzen (mit scharfen S!) und da hat sie auch ihren Freund kennen gelernt Plötzlich und ohne Vorwarnungen gingen ein paar Alarmglocken in meinem Kopf an. Da Jasmin so eine kleine Kupplerin ist, kam was kommen mußte. Sie hätte da nämlich eine junge Dame in ihrem Salsa-Kurs die ja eigentlich zu mir passen würde und ich wenn ich Lust hätte könnte ich doch mal mitkommen. Meine Gedanken schweiften ab. Ich malte mir aus, wie es denn wäre, wenn ich zum Salsa-Kurs gehen würde. Hubschrauber, die Bundespolizei mit einer Hundertschaft vor Ort und ich in mitten eines Chaos, nur weil ich versucht habe Salsa zu tanzen. Ihre Frage ob denn alles in Ordnung mit mir sei holten mich aus diesem Schreckensszenario zurück.

Nun versuchte ich mich ein wenig im Fußball. Eigentlich wollte ich nur zugucken, aber dank der netten Leute wurde mir dann auch der Ball zugespielt. Die hatten ja keine Ahnung. Aber nach kurzer Zeit war klar, das die anderen Beiden ebensolche Legastheniker in Sachen Fußball waren wie ich. Waren ja auch Rauschi und Steffen. Nach dem wir dann unsere Kräfte beim Fußball verbraten haben wurde es Zeit wieder Flüssigkeit nachzutanken. Die Zwei genehmigten sich ein Bier. Wie sehr beneidete ich die Beiden und goß mir eine Cola ein. Die ganze Zeit hatte ich ein Gefühl, das hier etwas schief laufen würde. Aber ich ergab mich meinem Schicksal. Dann kam auch noch Jasmin mit einem Jägermeister um die Ecke und ich beschloß nun die Segel zu streichen. Ich hatte unglaubliche Lust mir sofort mehrere Falschen Bier zuzuführen, aber die Notwendigkeit meines Führerscheins hielten mich zurück. Das und mein nüchterner Zustand. Auf der Rückfahrt beschloß ich spontan, daß das nicht alles gewesen sein könnte und setzte mich mit dem Schnitzel in Verbindung. Der saß gerade mit ein paar anderen im Feuerwehrhaus und betrank sich. Hörte sich gut an. Also wurde noch beim Feuerwehrhaus vorgefahren und beschlossen das Auto dort stehen zu lassen und sich ab nun dem Bierkonsum zu widmen. Nach so vier bis fünf Bier ging es dann in die Werkstatt. Ich bitte um Handzeichen, wer das erwartet hat. Aha, ich sehe einstimmig.

In der Werker war sogar ein wenig was los. Derart verwirrt standen wir dann erst an der Theke herum, bis ich dann mit lauten Rufen alle anderen aus der Hypnose zurück holte und Philip die Falsche Wodka bestellte. Tobi schlug gleich gut los, denn er wollte gut schaffen, da er am nächsten Morgen um 0900 Uhr Motorrad-Fahrstunde hatte. Ich überdachte seine Aussage nochmal und kam dann zu dem Schluß das Tobi wohl ein wenig lebensmüde sei. Gleichzeitig wusste ich aber, das er das Tempo nicht mehr lange durchhalten würde. Ich muß auch sagen, das ich selten so nüchtern auf Mischungen umgestiegen bin und mir wurde die Heftigkeit der Mischungen so erst richtig bewusst. Ich musste also schnell trinken, damit mir dieser ekelhafte Geschmack nicht mehr viel ausmachte. Gesagt getan. Die Kommandos wurden an meinen Körper weiter gegeben und ab ging die Post. Neu war nun auch , das in der Werkstatt nicht mehr geraucht werden durfte. Also pilgerten die Süchtigen nun halb stündlich nach draußen und frönten ihrer Sucht. Im Sommer mag das alles noch funktionieren, aber wenn in den Außenbereichen erstmal Väterchen Frost herrscht, dann sieht das ganz anders aus. Falls sich so Leute das Rauchen abgewöhnen sollte, dann umso besser, aber ich glaube kaum, daß das funktionieren wird. Warum auch. Wir sollten den Rauchern dankbar sein. Sie tragen einen nicht unerheblichen Beitrag zur Steuerentlastung bei. Ich halte jedenfalls nichts von dieser neuen Regelung. Und ich glaube auch kaum, das sie lange funktionieren wird. In Restaurants vielleicht. Aber nicht in Kneipen oder Discotheken. Warten wir es also ab.

Wie ich schon vorausgesagt habe konnte Tobi das Tempo nicht lange aufrecht erhalten und schraubte bald stark zurück. Vielleicht war es auch der gesunde Menschenverstand der ihm gesagt hat, das er am nächsten Morgen mit 250 km/h über die Autobahn ballern würde und das man dafür sehr gute Reaktionen brauchen würde. Ein Kater ist da kaum hilfreich. Also bleib es uns restlichen überlassen, die Falsche zu leeren. Auch hier musste ich feststellen, das wir stark abgebaut hatten. Aber mit der Zeit kommt das Ende der Flasche. Und Zeit für den Aufbruch. Nicht ohne Zwischenstop bei McDonalds, bei dem einige Westeröder wieder unangenehm auffallen mußten. Ich sah schon an dem Blick der Schichtführerin, das sie sich geärgert hat, den Laden nicht 10 Minuten früher geschlossen zu haben. Aber nun waren wir drinnen. Lustig war es trotzdem als sich Schnitzel Kartoffelspalten in den Mund schob, trotz der Warnung der Bedienung, das sie sehr heiß waren. Ich glaubte sogar zu sehen, das Tropfen vom heißen Fett unterwegs einfach verdunstet sind. Die Kartoffelspalte verließ jedenfalls Schnitzels Mund schneller als sie ihn betreten hat. Gut gestärkt gingen wir dann zu Fuß nach Westerode. Bis dann Schnitzel plötzlich diverse Eingebungen bekommen zu haben schien. Er lief wie ein angestochener los und verschwand. Ich weiß zwar nicht welcher Heiliger zu ihm gesprochen hat, aber er wurde nicht mehr gesehen.- Auch nicht als Philip lautstark vor Schnitzel Haus nach ihm verlangt hat. Ich denke dafür wird Philip noch einen Einlauf bekommen haben. Ich freute mich richtig auf mein Bett. Es kommt selten vor, aber am Ende dieses Tages mußte ich zugeben das ich geschafft war. Und ich wusste nicht woran es lag. Ich hoffte nur das die Nacht die nötige Ruhe brachte, damit ich für die Zapfe-Party fit genug war.

Aufstehen am Samstag viel erstaunlich leicht. Ich fühlte mich ausgeruht und man sah mir nicht an, wie viel ich am Vorabend konsumiert hatte. So sollte es sein. Und ich glaub wenn wir die Zeitschraube ein paar Jahre zurückdrehen, war es auch so. Ich gebe es ungern zu, aber ich glaube das Alter fordert täglich von mir! So ausgeruht konnte es ja nur ein glorreicher Abend werden.

Gegen 1900 Uhr klingelte es dann zum ersten Mal an der Tür. Es war der Matten, eine Stunde zu früh. Aber ich hatte ihm wohl gesagt, das es um 1900 Uhr schon losgehen sollte, mit dem Vorglühen. Von daher war es nicht ganz so schlimm. Ich war ja auch schon fertig und konnte so eine Stunde früher am Bier probieren. Gegen 200 Uhr kamen dann Schocker und Vokke und weiter ging es im Alkoholkarussell. Schocker der anscheinend früh nach Hause wollte verlangte gleich nach dem Wodka. Anscheinend hatte er nur bis Mitternacht Ausgang von seiner Frau bekommen. Und wenn dann die Glocke schlagen würde, würde es Puff machen und seine schönen Kleider würden sich in Lumpen verwandeln, die er günstig aus der Türkei erstanden hat. Ach nein, damit ist er ja gekommen. Wenig später kamen dann der Rest um eigentlich mal kurz rein zu schauen. Denn die Party war ja schon im Gange. Nach einigem Hin und Her wegen der Karten konnte man sich dann aber doch einigen und alle waren zufrieden. Damit der Streß sich ein wenig setzen konnte, blieben dann Ingo, Dennis, noch ein Ingo, der Doktor, Florian und ich noch für eine Bierlänge bei mir und konnten so Köppel und Näppchen gleich mit rüber nehmen. Näppchen überreichte ich dann voller Vertrauen meinen Haustürschlüssel. Nicht was jetzt der Großteil wieder denkt. Da es auf der Party nur sehr leckere Dixi-Toiletten gab, stellte ich meine Toilette wieder kostenfrei für die Damenwelt zur Verfügung. Natürlich ohne Hintergedanken.
Als wir dann bei der Zapfe-Party ankamen mußten wir dann auch erstmal anstehen. Grob geschätzt waren es 50 m Fußmarsch und ich hätte locker nochmal zurück gehen könne und eine Runde Bier holen könne, aber vielleicht hätte ich mich ja verausgabt und wäre nicht mehr in der Lage auf der Party meinen volle Leistung zu bringen. Das Risiko wollte ich definitiv nicht eingehen. War ja im allgemeinen hin bekannt, das es die letzte Party dieser Art in Esplingerode sein sollte. Und das mußte man ja ausnutzen. Sehr schade, denn die Zapfe-Party gehört meiner Meinung nach zu den Besten im Eichsfeld. Für alle die es nicht wissen, das ist keine Flatrate-Party. Denn der Begriff wurde erst Jahre später geprägt. Allerdings bezahlt man Eintritt und dann kann man frei trinken. Doch das Publikum ist dann doch etwas älter, was nun nicht das Schlimmste sein muß. Um ehrlich zu sein, zähle ich ja auch schon zu den Älteren. Wer hat das hier hingeschrieben. Ich sollte meinen Rechner einfach nicht unbeaufsichtigt lassen.

Da der Eintritt gelöhnt wurde sollte der Biernachschub nicht lange auf sich warten lassen. Ich erklärte mich bereit die erste Runde zu organisieren. Nur ganz böse Menschen behaupten jetzt, das ich ja wieder den größten Durst hatte. 10 Minuten können verdammt lang sein und mein Körper ließ schon wieder die Alarmhörner erschallen, das der Alkoholpegel langsam aber sicher am Sinken ist. Da konnte aber Abhilfe geschaffen werden. Mit meinen Gedanken war ich aber anscheinende schon wieder beim Bestellvorgang, als ich fragte wer was trinken will. Denn als ich dann dran war, konnte ich nur noch Bier vor meinem inneren Auge erkennen und addierte spontan die Zahl 7 (42 erschien mir dann ein wenig zu gewagt). Der Doktor half mir beim Tragen und nach dem Verteilen blieben dann auch netterweise zwei Flaschen mehr als benötigt über. Mein interner Biercounter teilte mir mit, das er demnächst abschalten würde da er gerade den zweistelligen Bereich überschritten hat. Erfahrungen von alten Parties haben gezeigt, das der dreistellige Bereich eh nicht erreicht werden kann und somit wird dann irgendwann zwischen 10 und 20 abgeschaltet.

So stand ich also in einer kleinen Runde und wurde plötzlich auf die Schulter getippt. Ich drehte mich um und blickte in einen wunderbares Dekolleté in die Augen von Kerstin. Sie, Kathrin und Heike haben sich hinterrücks von hinten angeschlichen. Nach kurzer Begrüßung wurde mir erstmal mitgeteilt, das sie zum ersten Mal auf der Party waren. Ich wollte meinen Ohren nicht trauen, da sie ja sonst immer auf jeder Party zugegen sind. Schade nur, das es auch die letzte Party sein wird, die sie in Esplingerode mitmachen würden. Es kam dann auch wie es kommen muß, wenn Pitsche mal mit drei hübschen Frauen in der Gegend herumsteht und sich in der zwischenmenschlichen Konversation versucht. Das Schicksal hat ja seine Schergen bekanntlich überall und schickte gleich zwei davon los, die sich irgendwie zwischen die Konversation schoben. Und diesmal waren sie vorbereitet. Sie hatten nämlich genügend Bier mit und boten mir gleich welches an. Wie raffiniert, Schicksal hatte seine Hausaufgaben gemacht und meine Achillesferse heraus gefunden. Und das war bestimmt nicht leicht.

Außerdem kam Wiebke, Adrians Freundin, des Weges. Gehen konnte man zwar zu ihrer Fortbewegung nicht sagen, aber torkeln traf es ganz gut. Aber es sah immer noch sehr elegant aus. Außerdem war sie richtig gut drauf. Selten so viel gelacht wie in den 20 Minuten. Sie stellte mich ihrer Freundin vor, als der Mann, der mit ihr Cosmopolitan im Glashaus getrunken hat. Kann man sich eine bessere Einleitung als Mann wünschen. Als Konsument von Sex-in-the-city-Cocktails. Naja, aber mein überzeugender Gesichtsausdruck bei der Frage wie er mir denn geschmeckt hätte, warf hoffentlich alle falschen Eindrücke über Bord. Das hoffe ich zumindestens. Wiebke erzählte mir das sie schon die ganze Zeit Wodka mit Rhabarber getrunken hätte und ich glaube es ihr aufs Wort. Irgendwie niedlich, wie sie die ganze zeit versuchte nicht zu torkeln und die Worte in der richtigen Reihenfolgen hervor zu bringen. Irgendwann hopste sie dann weiter und ich entschied mich mal nach den Anderen um zuschauen. Ein kleiner Tip für die kommenden Parties. Niemals auf einer schlecht beleuchteten Wiese umher gehen und dabei in der Weltgeschichte umher gucken. Mit ziemlicher Sicherheit trifft man diverse Löcher und bekommt Steigungen und Gefälle nicht mit. Als Folge davon stolpert man und kommt aus dem Gleichgewicht und macht sofort den Eindruck als wäre man schon seit 1800 Uhr am Wodka-Martini trinken. Außerdem sollte man auch auf umher stehende Bänke achten. Oder Schienbeinschoner anziehen.

Nach kurzer Zeit hatte ich die Meute gefunden. Die Meute bestand im Moment aus Köppel und Näppchen, da Ingo mit Anne gerade auf Streifzug war und der Rest wurde irgendwie aus den Augen verloren. Doch halt, Vokke war auf jeden Fall in Höhrweite. Ein kurzer suchender Blick zeigte ihn mir dann an einer Bierzeltgarnitur sich gerade Bier beschaffen. Der Brillenanzeiger wies deutlich auf einen kurzen Abend hin. Als ich dann auf Getränke-Safari ging traf ich Andrea, die aber wenig Zeit hatte. Vielleicht machte ich auch einen erschreckenden Eindruck mit den zwei Mischungen in einer Hand und einem Bier in der anderen Hand. Ich war ja froh das sie die übrigen vier Bier in meiner Jackentasche nicht gesehen hat. Zurück bei Köppel schlug der erstmal vor sich ein wenig ins Gedränge zu stürzen Meine Begeisterung steig ins unermeßliche. Ich wusste ganz genau, das wenn ich jetzt ins Gedränge gehe, ich meine Mischungen mit ziemlicher Sicherheit auf meinem T-Shirt verteile. Also wurde schnell mal die Hälfte vom Becher ab getrunken. Ich mußte feststellen, das die Bedienungen ihr Geschäft verstanden. Ich klappte meine Fußnägel wieder runter und folgte dem Köppel. Er hat einen sehr guten Platz ausgesucht. Es war total eng und ich mußte meine Becher auf Brusthöhe halten, konnte aber meine Ellbogen nicht ausfahren. Wie man liest war es verdammt bequem. Doch ein kurzer Blick nach rechts ließ all meine Unannehmlichkeiten vergessen. Dort stand nämlich Susan, eine alte Klassenkameradin. Der Vorteil war das wir uns gar nicht groß zueinander stellen mußten, denn wir standen schon fast aufeinander. Die natürliche Bewegung der Masse brachte uns dann aber wieder auseinander und ich fand mich plötzlich von ganz Anderen Leuten umgeben, als ich dorthin gegangen bin. Nach kurzer Sondierung machte ich Köppel wenige Meter von mir entfernt aus und setzte einen neuen Navigationspunkt auf die Theke und dann zurück zu Köppel. Reden mit hübschen Frauen macht durstig.

Wieder zurück bei Köppel hat sich die Runde um Ingo und Andrea vergrößert. Aber mir wurde die ganze Geschichte ein wenig zu eng, also ließ ich verlauten, das ich erstmal ein wenig raus mußte. Doch bevor ich überhaupt einen Gedanken daran verschwenden konnte wo ich nun lang gehen sollte traf ich einen meiner Arbeitskollegen. Auf dem Weg nach draußen traf ich dann Bettina und wenig später Thomas. Wir ließen die Erinnerungen aus Nesselröden kurz aufflammen und ich bin immer noch begeistert von dem Begriff ”Schön Abballern!“. Thomas übrigens auch.
Etwas weiter vorn begegnete ich dann einem weiteren Arbeitskollegen. Das Schlimme ist ja, das man sich bei solchen Gesprächen immer ein wenig hinreißen lässt. Gerade wenn man schon auf Mischungen umgestiegen ist wird die Zunge ein wenig locker. Aber ich glaube wir haben die gleiche Sprache gesprochen.

Wenig später traf ich dann auch den Noxe. Ich hatte ja vorher schon mit ihm telefoniert und nun war er dann zwischenzeitlich auch angekommen. Ich verabredete mich mit ihm zum spontanen Schlipstrinken, aber sein Gesichtsausdruck sagte mir das er dafür wohl heute keine Zeit haben würde. Obwohl ich mir sicher bin, das sein Herz ”Jaaaaa!“ geschrieben hat. Aber auf jeden Fall muß das nochmal nachgeholt werden. Da ich ja wieder mal mein Fotoapparat dabei hatte konnte ich wieder eindeutige Farbdokumente verewigen. Und ich muß nun zu m meiner Schande feststellen, das es da wohl doch ein oder zwei Stunden gegeben hat, die sich meiner Kenntnis entziehen. Auf meinem Fotoapparat habe ich Leute abgelichtet, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Aber anscheinend habe ich mich mit ihnen unterhalten, denn sonst hätten sie nicht so freundlich die Faust geschüttelt gelächelt. Aber ich freue mich ja immer neue Leute kennen zu lernen. Fragt sich nur ob ich sie das nächste Mal wieder erkenne oder andersrum. Hat das wer verstanden, egal.

Bei meinen gelegentlichen Stippvisiten unter dem Dach, also da wo es die Getränke gab, traf ich dann auch irgendwann auf Noltek. An unser Gespräch kann ich mich allerdings nur rudimentär erinnern. Und ein Hauptthema davon war Unmengen an Bier in uns rein kippen. Also ein ganz normales Standardgespräch. Ach ja und lustige Fotos habe ich auch von ihm geschossen. Zwischenzeitlich war ich dann auch ab und an mal bei den Leuten mit denen ich dorthin gekommen bin. Man muß sich ja auch mal sehen lassen. Außerdem wollte ich mich auch mal nach dem Schlüsselstatus erkundigen. War aber noch alles im grünen Bereich. Aber irgendwie hat sich die Neuigkeit verbreitet, das man bei mir in aller Ruhe auf Toilette gehen konnte. Was ja kein Problem ist. Die Freundin meines Arbeitskollegen und deren Schwester nahmen das Angebot auch dankend wahr. Doch zwischenzeitlich hatte ich das Problem, das ich nun selbst nicht mehr in meine Wohnung rein kam. Und was viel schlimmer war, war der Umstand das ich mich nicht mehr genau dran erinnern konnte an wen ich meinen Schlüssel verleihen habe. Nicht das ich den Leuten jetzt irgendwas unterstellen möchte, aber wenn ich mich schon nicht mehr dran erinnern konnte an wen ich den Schlüssel verliehen habe, wie sollte sich dann die Person dran erinnern von wem sie den Schlüssel bekommen hat. Wie ihr sehr müssen hier komplexe Gehirnwindungen angestrengt werden. Aber ich bekam meinen Schlüssel ja wieder zurück. Zwar von einer jungen Dame die ich nicht kannte, aber er war wieder da. Ich machte mir gar keine Gedanken mehr. In der Wohnung sah es eh aus, da wir da ja vorher dort gesessen haben. Ich hätte vielleicht ein Schild aufstellen sollen, das sonst nicht alles voll mit Bierflaschen steht.

Mittlerweile bin ich dann auch vom Havana Club zum Bacardi gekommen und von dort aus wieder zurück zum Bier. Wie das fragt sich jetzt der regelmäßige Leser. Ganz einfach. Der Alkohol ging zur Neige. Zuerst ging der Havana vor die Hunde und ich weinte bittere Tränen, doch ich stillte meine Lust am Busen des Bacardis. Doch auch diese Quelle versiegte. Dann wagte ich einen leichtsinnigen Versuch und bestellte mir einen Jim Beam Cola. Ein kurzer Schluck und ich wurde eines besseren belehrt. Ich war also noch nicht geheilt. Vertraue ich auf meine Erfahrungen mit Asbach, dann dauerte es auch noch gute 4 Jahre. Also kroch ich wie ein geschundener Hund zurück zu meinem treuen Bier. Zuerst strafte es mich, doch nach ein paar versöhnenden Worten waren wir wieder gute Freunde und genehmigten uns ein paar. Also ich ein paar Pils und das Pils ein paar Peter. An der Theke bot sich mir ein Anblick, den ich eigentlich hätte erwarten müssen. Porno war angekommen. Und er hatte Görtler mitgebracht. Um bei der Wahrheit zu bleiben war es wohl dann doch andersrum. Doch als ich mir Görtlers Zustand angeguckt habe war mir nicht klar, wie sie den Weg nach Esplingerode gefunden haben. Darauf trifft nur ein Begriff zu: Bumsvoll

Wo wir gerade beim Thema sind, kann ich auch gleich den Titel des Strammsack des Abends verteilen. Die Schar der Gäste war leicht unüberschaubar, daher konzentrierte ich mich auf die Leute die ich gesehen habe. Und der Titel geht eindeutig an Vokke. Görtler wäre zwar auch ein guter Kandidat gewesen, aber da war der Preis schon verleihen. Vokke dagegen war schon jenseits des Grantenstramms. Seine Brille hing schräg auf seiner Nase und ich frage mich immer wieder wo er die Magneten angebracht hat, damit sie nicht runter fällt. Ich traf Vokke spät an der Theke und da war es dann zu spät. Er war schon halb hinter der Theke und versuchte was zu trinken zu bekommen. Aber das Problem war klar, keiner verstand ihn, da er Lalle sprach. Und keiner hatte den Langenscheidt Deutsch-Lalle / Lalle-Deutsch dabei. Ich übersetzte für ihn und schon bekam er eine Mischung. Vorher leerte er noch eine fast leere Flasche Red-Bull-Ersatz in seinen Schlund und feuerte sie hinter die Theke. Ich beruhigte ihn wieder und parkte ihn an der Theke. Der Bedienung gab ich den Tip den Becher nie alle werden zu lassen und ab jetzt nur noch wenig bis gar keinen Alkohol unterzumischen. Ich wollte eigentlich nur die Getränke kurz verteilen und wieder zurück kommen, aber da war Vokke schon verschwunden. Ich habe ihn den ganzen Abend auch nicht mehr wieder gesehen. Und ich war lange da.

So nach und nach wurde es dann im Maschinenschnuppen immer weniger und draußen immer heller. Man könnte meinen zwischen diesen beiden Zuständen besteht eine Relation. Findige Mathematiker könnten ja jetzt mal eine Formel aufstellen und einen Graphen malen. Aber Formeln aufstellen war noch nie meine Stärke. Zum Schluß stand ich dann noch mit Thomas und Bettina herum und trank Bier. Doch bei Thomas bin ich mir da nicht so sicher, da ich Fotobeweise habe, wie er Alster in der Hand hat. Sollte es dort etwa Abweichungen vom ”Schön Abballern“-Plan geben. Ich werde da nachforschen und die Wahrheit ans Licht bringen. Wenn ich mich doch nur erinnern könnte. Außerdem stand noch die Schwester der Freundin meines Arbeitskollegen dabei. Doch die hellen Sonnenstrahlen blendeten so langsam meine Augen und ich entschloß nach Hause zu gehen. Katja, sie oben erwähnte Schwester, sagte zwar ich solle noch bleiben, aber ich befürchtete das Jemand meine wahre Erscheinung erkannte und schreiend weg lief. Man glaubt gar nicht wie schnell in solchen Situationen Fackeln und Heugabeln zur Stelle sind. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte, das es bereits 0600 Uhr war. Da man am Sonntag ruhen sollte machte ich mir also noch ein Bier auf und ging zusammen mit Bettina und Thomas nach Hause. Ich hoffte im Bett zu landen.

1100 Uhr, mein Handy klingelte. Am anderen Ende war meine Mutter, die fragte ob ich zum Essen kommen würde, weil die Verwandtschaft ja heute wieder abreisen würde. Sofort schossen mir tausend Gedanken durch den Kopf, aber ich entschied mich für die Alternative, das ich nicht kommen würde und das es keine gute Idee wäre. Meine Mutter zog ihre Schlüsse und die Sache war erledigt. Nun mußte ich feststellen, das die tausend Gedanken Kopfschmerzen waren, die aus einem unbekannten Teil in meinem Gehirn geschossen kamen. An Bettruhe war nicht mehr zu denken, also beschloß ich mir was zu essen zu machen. Ich guckte mich um und stellte fest, das ich alleine war. Verdammt! das mich diesmal keine Mischungen auf dem Nachttisch begrüßten. Das war schon mal eine Verbesserung gegen über dem letzten Jahr. Ein Blick in das Arbeitszimmer brachten zwei Falschen Bier hervor. Auch noch annehmbar. Auf der Treppe war nichts. Doch dann kam das Wohnzimmer. Oha, habe ich ja jetzt eine Lust zum Aufräumen! Doch ich wollte ja was Essen. War ja eh mein erster Gedanke. Ganz dumme Idee. Ich brauchte für das Essen ungefähr eine Stunde, gefühlt waren es mehrere Stunden. So ging es mir dann den ganzen Tag und ich konnte nur noch auf dem Sofa vor mich hinvegetieren. Der anhaltende Kopfschmerz veranlasste mich dazu meine Liegeposition zu verändern und verhinderte so das ich mich wund lag.

Aber schön war es!

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