Ingo nimmt die Hürde

Guten Morgen liebe Gemeinde. Wie ich sehe haben wir uns wieder zahlreich versammelt um den Geschichten von Bierpumpe zu lauschen. Und lasst euch sagen, das es wieder ein ganz schlimmes Wochenende war. Der Freitag sollte eigentlich als ruhiger Abend genutzt werden, so jedenfalls manifestierte sich der Gedanke in Pitsche Kopf. Warum? Weil am Samstag der Ingo 30 wurde und das sollte dann richtig gefeiert werden und wir alle wissen, was Pitsche unter richtigem feiern versteht. Tauchen wir nun ein in eine Welt der Extreme, in der Türen aufgestoßen werden, die lieber verschlossen geblieben wären. Folgt mir in eine Welt der verzerrten Wahrnehmung. Wir übergeben nun an unseren Hauptredner. Bitte keinen Applaus und keine Aufforderungen zur Zugabe.

Ich weiß zwar nicht wer das oben geschrieben hat und woher er seine Informationen hat, aber er hat vollkommen recht. Ich hoffe nicht das ich schizophren bin. Das wäre fatal. Andererseits würde es so einiges erklären. Nun ja, kommen wir zum eigentlichen Thema. Entgegen seinem Wortlaut war der Freitag alles andere als frei. Aber von irgendwo her muß ja das Geld zum Abballern für den Lebensunterhalt kommen. Nach der getanen Arbeit ging es dann zum Sportplatz. Diesmal aber nicht zum Training, sondern zum Spiel. Damit wir besser in die neue Saison starten wurden in den nächsten Wochen ein paar Vorbereitungsspiele angesetzt. Diesen Freitag ging es gegen Herzberg. Ich kam aber trotzdem erst zur zweiten Halbzeit, da ich noch ein paar Sachen zu Hause zu tun hatte. Und damit meine ich nicht Schlafen oder Bier trinken. Bevor ich mich dann zur Seitenlinie begeben konnte mußte ich dann erstmal dem Titte gratulieren. Der hatte nämlich am Donnerstag Geburtstag und ich hatte es vergessen. Die Schelte durfte ich mir am Donnerstag schon per Telefon anhören und daher war ich halt in der Gratulationspflicht. Ich nahm es aber gleich zum Anlaß und gab ihm ein Bier aus. Nicht ohne Hintergedanken, denn so konnte ich mir selber auch gleich eins organisieren. Jaha, Fuchs muß man sein, nicht nur ein buschigen Schwanz haben.

Derart ausgerüstet begab ich mich dann zur Seitenlinie und verfolgte das Spiel von dort. Wir spielten unentschieden, was an sich ja eine recht gute Leitung war. Im Anschluß gab es dann erstmal eine Kiste von Titte auf seinen Geburtstag. Nun war meine Stunde geschlagen. Die eine Flasche Bier die ich mir für die zweite Halbzeit mitgenommen hatte hielt nicht gerade lange und mein Gaumen ist auf den Geschmack gekommen. Dort stand ich also und war in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite wollte ich mich schonen und nicht so viel trinken, da ich für den Samstag Abend genügend ausgeruht bin und auf der anderen Seite gab es da Bier. Nun könnte ich hier seitenlang über den inneren Konflikt referrieren, aber das erspar ich meinen Lesern mal, auch in Anbetracht dessen, das ich mich ja kürzer fassen wollte. Daher mache ich es kurz und lasse die Bombe platzen. Zur großen Überraschung aller hielt ich mich vorerst an das Bier. Während wir dann so in der Runde standen wurden gleich die Pläne für den weiteren Abend offenbart. Wie es aussah wollten Philip und Görtler noch was machen an dem Abend. Da ich nun schon beim fünften Bier war hatte mein Hirn auf Unternehmungslust geschaltet und bevor ich irgendwas dagegen machen konnte hörte ich mich selber sagen, das ich mit von der Partie bin. Begeistert von der Idee die mein Mund gerade vorgebracht hat machte ich mir spontan ein neues Bier auf.

Philip und Görtler mußten sich dann noch frisch machen, sprich anständige Hosen anziehen und dann konnte es auch schon losgehen. Wir verabredeten uns also im Feuerwehrhaus. Eine sehr gute Wahl, denn dort konnte ich weiterhin meinen Biergenüssen frönen. Und es war eisgekühlt. So wartet ich dann alleine im Feuerwehrhaus und war froh das ich meinen Spiegel dabei hatte und wartet bis dann endlich der Görtler mal ankam. Der hatte dann auch gleich gute Nachrichten. Philip würde gleich kommen und er hatte vier Damen im Gepäck. Die hatte er nach eigenen Aussagen am Vorabend in der Werkstatt kennen gelernt und für den Abend eingeladen. Wäre es nicht Philip von dem wir hier sprechen hätte ich es nicht geglaubt. Aber ich kannte ja den Hauptprotagonisten. Nicht vorzustellen da er mal bei mir in der Jugendfeuerwehr war. Also von mir hat er das nicht gelernt!

Philip kam an und die Damen kamen kurz nach ihm und ich bin stolz zu sagen, das ich mich noch an alle Namen erinnern kann. Annabell, Johanna und Kati. Ehrlich gesagt hätte ich hier auch Fantasienamen hinschreiben könne, das kann ja eh keiner nachvollziehen. Görtler mußte sich ja kurz nach unserer Ankunft schon wieder nach den Namen erkundigen. Aber es waren alle drei nette Mädels. Ein Hauptgrund warum sie mir so sympathisch waren, war, das sie mich auf 23 Jahre geschätzt haben. Nachdem dann das Gelächter von Philip und Görtler verklungen war und ich mein wahres Alter offenbarte, meinten sie ich hätte mich gut gehalten. Nicht das ich mich meines Alters schäme oder mir Gedanken mache das ich nun schon 28 bin. Einzig allein mein 30ster Geburtstag im nächsten Jahr macht mir Angst. Nicht die Zahl, aber das was mich erwartet. Doch genug der Zahlenzauberei, die große Endstation, jedenfalls für einige von uns hieß die Werkstatt. Welch große Überraschung.

Und die große Überraschung war das mal gar nichts los war in der Werkstatt. Sonst wird man ja immer tot getreten dort. Nicht wirklich. Die Getränkewahl wurde mir nach wenigen Minuten auch abgenommen, da Philip schon recht eigenständig eine Flasche Wodka bestellt hatte. Also war der Abend für mich besiegelt. Ich verabschiedete mich auch weiterhin von einem Ausschlafen am nächsten Morgen. Energy Drinks wirken bei mir immer zeitversetzt. Und los ging die Abschuß-Parade. Kurz nachdem ich mir dann die erste Mischung zugeführt hatte, erblickten meine Augen Kathrin, Heike und Kerstin inklusive ihrer großen…. Nach einer kurzen Begrüßungsphase, die natürlich bei solch hübschen jungen Damen ausgekostet wurde, konnte ich sie überreden, etwas weiter mit nach vorne zu kommen, da sie recht weit hinten in der Werkstatt saßen. Außerdem macht es sich schlecht wenn man bei Unterhaltungen immer so schreien muß. Ich mußte meine Stimme schonen um Ingo am nächsten Tag anzufeuern.

In der Zwischenzeit hatten sich die anderen Damen schon mit Getränken versorgt und sangen nun zu den größten Hits der Werkstatt in einen Löffel. Ja ich weiß wie das jetzt klingt und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, das ich noch nicht zu betrunken war um das nicht klar und deutlich gesehen zu haben. Leicht verwirrt machte ich mich dran die Falsche ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. Im weiteren Verlauf kamen dann noch Porno, Schnitzel, Böning und Tobi dazu. Die waren vorher in der Stadt unterwegs und haben sich gedacht, das es wohl recht spaßig sein könnte nochmal in der Werkstatt vorbei zu gucken. So schnell kann man sich irren. Die Flasche lohnte sich nicht wirklich mehr zu teilen und als sie dann endlich alle war wollten die Damen noch nach Wulften. Aus meiner Bundeswehrzeit kannte ich den Laden und setzte einen erstaunten Blick auf. Wulften ist quasi eine Kneipe in der man sich abballern kann und es wird laute Musik gespielt. Disco kann man dazu wirklich nicht sagen. Es ist halt Wulften. Nun ja, meine Meinung zu den Schuppen behielt ich aber für mich und wünschte den jungen Damen noch viel Spaß und einen schönen Abend. Da Philip auf jeden Fall mitfuhr boten sie an mich dann auch wieder nach Hause zu fahren. Nach einer sehr kurzen inneren Diskussion entschied ich mich für das Werkstattlos. Außerdem konnte ich mich nun voll und ganz Kathrin, Heike und Kerstin widmen. Tobi machte zwar noch den Vorschlag eine weiter Flasche zu holen, aber da lehnte ich dankend ab. Das größte Problem war halt das wir uns die Flasche nur zu Zweit hätten teilen müssen, da die Anderen abgehauen waren. Bei Schnitzel konnte ich das ja noch verstehen, aber große Enttäuschung bereitet mir der Porno. Was war nur los mit dem Bengel. Sonst zieht er immer bis zum bitteren Ende durch, doch in letzter Zeit kackt er immer öfter ab. Vielleicht gibt es ja Probleme mir seinem Lanz?

Die Entscheidung war gefallen, wir holen keine neue Flasche mehr, dafür investierten wir unser Geld in Mischungen. Nach all dem süßen Red Bull Krempel kam mir der Umstieg auf Havana Club Cola gerade recht. Ich bestellte eine Runde für Tobi, Kathrin, Kerstin und mich und vergaß glatt zu sagen, das ich keine Zitrone in meinen Havana haben wollte. In der Hoffnung, das sie mich und meine Trinkgewohnheiten hier ja schon kannten hielt ich es nicht für notwendig. Sie brachte auch das Getränk der Götter ohne Zitrone, stellte es hin und kassierte. Bei der Geldrückgabe fiel ihr dann ein, das sie ja die Zitrone vergessen hatte und haute einen ordentlich Schuß hinein. Bevor ich reagieren konnte war es schon zu spät. Warum mußte ich auch mein Geld verstauen?

Ich unterhielt mich dann ein wenig mit den Brüsten von Kerstin und während des Gesprächs ist rapide auf meiner internen Rangliste gestiegen. Wie sich herausstellte war sie für ein Jahr als Au Pair in den USA. Da hat man bei mir natürlich einen Stein mehr im Brett. Frauen die englisch sprechen und auch noch in den Staaten gelebt haben sind mir auf Anhieb symphatisch. Das kann nur getoppt werden, wenn man direkt aus den Staaten kommt. Fragt mich bitte nicht warum, aber es muß wohl an meinem Faible für Amerika liegen. Wobei ich im Moment mehr Richtung Kanada tendiere. Kein Wunder wird Eishockey dort ja in drei Meter großen Lettern geschrieben. Kerstin schaffte es sogar immer weiter die Rangliste hinauf zu steigen, als sie mir erzählte das sie in Detroit war. Eins meiner vielen Lebensziele ist es mal nach Detroit zu fahren und dort einem Spiel der Red Wings beizuwohnen. Wenn ich das auf meiner Liste abgehakt habe kann ich mit ruhigem Gewissen in den Himmel hinauf fahren die Hölle hinab steigen. Sie hätte noch mehr Plätze gut machen können wäre sie bei einem Eishockeyspiel gewesen, aber sie war wohl ”nur“ beim Basketball und beim Football, hat aber die JoeLouisArena gesehen. Die Glückliche! Tja und ich muß hier weiter in Deutschland versauern und meine Steuern einem Pleitegeierstaat in den Rachen schieben. Mentale Notiz: An den Auswander-Plänen feilen. Ob es in Kanada oder den USA einen Markt für deutsche Männer gibt. Es muß doch einen einfachen Weg geben an eine Green Card zu kommen.

Irgendwann wurde für Eberhard klar, das nur noch vier Gäste anwesend waren und er entschloß sich das Licht anzuschalten und die Musik zu stoppen. Da kamen dann die Gesangsambitionen von Kerstin und Kathrin zum Vorschein. Und ich muß ernsthaft sagen, das sie gute Stimmen haben. Gut, ich habe jetzt kein perfektes Gehör und hatte nun auch schon einiges an Alkohol getrunken, aber die Stimmen konnte sich wirklich hören lassen. Doch auch diese Extraeinlage bewahrte uns nicht vor dem Rausschmiß. Vor der Werkstatt gab es dann noch mal eine herzliche Verabschiedung (Die hat aber auch große….) und die Damen fuhren mit dem Taxi gen Fuhrbach. Tobi und ich dachten uns das wir jetzt eh schon genügend Geld in Alkohol umgesetzt haben, warum dann nicht zu Fuß nach Hause gehen. Gesagt getan und es hat gut getan. Die Uhrzeit wann ich dann ins Bett gefallen bin kann ich nicht mehr wieder geben, wohl aber die Uhrzeit wann ich das erste Mal wach geworden bin.

Da zeigte nämlich mein toller Wecker verschwommene Zahlen 0650 Uhr. Mein Organismus entschied das es zu früh war und ich konnte nochmal verlängern, bis 0914 Uhr. Ab jetzt war an Schlafen nicht mehr zu denken. Ich wagte auch gar nicht daran zu denken nachmittags nochmal die Äuglein zu schließen. Ging auch gar nicht denn da mußte ich ja in die Stadt und dem Ingo beim Fegen zugucken. Wir trafen uns gegen 1430 Uhr bei Köppel und warteten auf den Ingo, das er denn endlich von den Partyvorbereitungen heim kommt. Als es dann so weit war war für den Ingo ans ausruhen nicht zu denken. Standesgemäß wurde er in grüner Jogging-Hose, gelben Karo-Hemd und Paul Breitner Perücke gekleidet und dann ging es ab mit dem Bollerwagen in Richtung Rathaus. Ach halt, jetzt habe ich ja vergessen, das er zunächst mal einen Jägermeister trinken mußte. Und nicht ein normales kleines Glas, nein das Glas hätte auch als Wasserglas durchgehen können. Ich bin ehrlich. Wenn ich das Glas getrunken hätte, hätte ich mich auf der Stelle übergeben. Aber ich war es ja zum Glück nicht, der da vorne stand. Auf dem Weg zum Rathaus folgten dem ersten Jägermeister noch ein paar weitere. Ich wäre gestorben, doch Ingo hielt sich ganz wacker. An der Rathaustreppe erwarteten uns dann schon ein paar mehr Freunde von ihm und der Sack mit den Holzspänen. Der wurde von Jemand anderem besorgt, aber Köppel und Görtler haben ihn dann fachgerecht auf der Rathaustreppe verteilt. Angedacht war das ungefähr ein Viertal des großen Sackes ausgeschüttet werden sollte. Aber nicht wenn die Spezialkräfte aus Westerode am Werk sind. Der gesamte Inhalt des Sackes wurde entleert. Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, das ich damit nichts zu tun hatte. Ich habe nur die Fotos gemacht und Bier getrunken. Das kann man nun wirklich nicht als Mittäterschaft bezeichnen. Und los gings. Nach jeder Stufe wurde er dann genötigt ein Jägermeister zu trinken. Als er dann unten angekommen ist sah man ihm die Stufen auch wirklich an. Standfestigkeit war ein Fremdwort für ihn und Gleichgewichtssinn schien erst in der nächsten Woche dran zu kommen. Lustig war es aber schon. Leider fehlte dann auch ein Jungfrau die ihn frei geküsst hat. Es liefen zwar ein paar jüngere Mädchen umher, aber jedesmal wenn Ingo sie dazu überreden wollte sie zu küssen sind sie schreiend weggelaufen. Komisch, dabei hat er so schön nach Jägermeister gerochen. Als ich ihn so sah, war es schon lustig, doch das Lachen bleib mir jedesmal im Hals stecken wenn ich daran denke, das mich im nächsten Jahr ein gleiches Schicksal ereilen wird. Um ehrlich zu sein, bin ich ja auch selber Schuld. Gehe ich ja zu jedem Event hin und organisiere meistens auch noch kräftig mit. Außerdem gibt es mit ziemlicher Sicherheit genügend Leute die mich leiden sehen wollen. Ich male mir schon die schlimmsten Sachen aus, aber die werde auf keinen Fall hier nieder schreiben, denn es gibt ja immer böse Geister die sich mein Logbuch durchlesen und die Ideen mit ziemlicher Sicherheit aufgreifen. Viel Schlimmer, Einigen traue ich sogar zu, das sie das sogar Umsetzen!

Nach dem Fegen ging es erstmal nach Hause und ich hielt es für angebracht mich nochmals in die horizontale Lage zu bringen. Was anderes wäre auch gar nicht mehr möglich gewesen, denn ich hatte ja nun auch schon 6 Bier getrunken. Man sollte es kaum glauben, aber die gingen während der kurzen Zeit in den Schlund. Bis zum Treffen hatte ich dann kurze zwei Stunden Zeit, in denen ich dann komplett weggedöst bin. Und gerade wenn man die REM-Phase erreicht hat, klingelt der verkackte Wecker und man muß wieder aufstehen. Das ist mir in dem Fall aber verdammt leicht gefallen, warfen doch Partyereignisse den Schatten voraus. Als wir dann am Sportplatz angekommen waren wurde uns mitgeteilt, das Ingo wohl auch erst seit 10 Minuten da sei. Mit leicht lädierter Lippe. Die hat er sich, so wurde mir später zugetragen, bei einem Badewannenunfall zugezogen. Da hat er dann auch einen Teil von seinem Zahn verloren. Ich habe ernsthafte Angst vor dem nächstem Jahr.

Den ersten den ich traf, war der Noxi. Der teilte mir erstmal mit, das die FEL in Göttingen ausgefallen wäre. Dort hat der Blitz eingeschlagen und die ganze Anlage ist außer Gefecht. Keine Alarmierung per Sirene oder FME möglich. Nur durch Telefonkette. Stellen wir uns nur mal vor, es gibt einen Alarm. Noxe hat schon seinen Pegel erreicht und muß dann den nächsten anrufen. Das wäre in dem Fall der Hecke und der ist auf einer Hochzeit gewesen. Keine Frage die Zwei hätten sich ohne Probleme verstanden, aber das war es dann auch schon. Die Information wäre im Sand verlaufen. Saubere Taktik. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit bediente ich mich zunächst am Buffet. Ich hatte aber auch wirklich Schmacht und praktischerweise standen auf den Tischen schon gekühlte Biere bereit. Eine Party mit Knoff-Hoff, falls das noch jemand kennen sollte. Essen gab es und Bier gab es auch. Was könnte nun noch fehlen. Eine angenehme Abendkonversation. Ich saß neben Felkl, da konnte schon mal gar nichts schief gehen. Wir unterhielten den ganzen Tisch. Es war wie in den alten Zeiten. Ein Gag jagte den anderen.

Nun kam eine Zeit des Bier holens und umher gehen. Man kannte ja wieder eine Menge Leute und wenn man dann viele Leute kennt dann hat man auch mit allen irgendwo mal gesoffen. Und wenn man dann auf solche Themen zu sprechen kommt, dann muß man automatisch ein paar mit trinken. Man gut das ich durch den Vorabend im guten Training war. An dem Tisch von Köppel und Näppchen saß ich einfach zu lange. Denn der Andre, der alte Misthund, hat unbemerkt eine Flasche Löwentor ran geholt und dann mußte ich trinken. Ich weigerte mich zunächst mit allem was ich hatte, doch als dann Näppchen ihre Waffen einsetzte hatte ich dem nichts mehr entgegen zu setzen. Also zwang ich mir den Löwentor rein. Ich muß einfach lernen, wie man das Gehirn beim Schnaps trinken abschaltet. Denn nachdem der Löwentor meinen Mundraum betreten hat meldet das Gehirn an den Magen, das es gleich richtig abgehen würde. So sträubt sich dann jede Faser meines Körper gegen den Löwentor und macht das Schlucken zu einer Tortour. Aber er ging runter, auch wenn es einiges an Überwindung gekostet hat. Ich beschloß auf der Stelle meine Postion zu wechseln. Und begab mich zurück an den Tisch von dem ich gekommen war. Doch was war das? Stopper trank Jägermeister ich versuchte schon die Flucht nach hinten anzutreten, doch merkte ich früh genug das keine Frauen mit am Tisch saßen. Von daher war ich schon mal vor der weiblichen Verführungskunst sicher. Und ich wehrte mich standhaft. Stopper ist aber auch ein so fieser Geselle, das er die ohnehin schon großen Becher bis zum Rand voll machte.
Dann kam Noxe und ließ sich neben mir nieder. Ich hörte an seiner Artikulation, das dort schon einige Biere ihr Ende gefunden haben. Aber wir verstanden uns prima. Wir brachten alte Jugendfeuerwehrwart-Geschichten auf den Tisch. Immer noch ein Klassiker die Geschichte wo wir bei Noxe im Garten eine Flasche Calvados vernichtet haben. Die Flasche ging immer im Kreis rum, aber irgendwie waren Noxe und ich die Einzigen die sich daran gütlich getan haben . Was sich dann auch in den fremden Zungen niederschlug die wir auf einmal sprachen. Es hörte sich an wie eine Geheimsprache zwischen Noxe und mir, aber in Wahrheit mußte man nur die gleiche Menge an Calvados trinken und schon erhält man Eintritt in das Reich Sprache. Danach konnte ich mich eigentlich nur noch nach hinten wegfallen lassen, aber was sollte man auch sonst noch an einem solchen Abend machen. Ich drifte schon wieder ab. Jedenfalls offenbarte mir der Noxe das er nächstes Jahr seine Prinzessin heiraten würde und teilte mir schon mal mit, das ich mir den Termin des Polterabends frei halten sollte. Mein größtes Problem ist nun, das ich mir nicht mehr sicher bin, ob er mir einen Termin mitgeteilt hat und wenn ja wann der war. Egal, falls ich da einen anderen Termin haben sollte wird der Ersatzlos gestrichen. Finde ich aber eine nette Geste und ich freue mich für die Beiden. Das heißt jetzt das ich knapp ein Jahr Zeit habe, bis meine Hemden wieder passen müßen. Unglaublich wie schnell solche Hemden ein schrumpfen vor zwei Jahren haben die Dinger noch tadellos gepasst. Ach ja, für Esplingerode haben wir uns auch gleich verabredet. Ich erinnerte ihn an die letztjährige Schlipstrink-Aktion. Unverfroren gab er mir die alleinige Schuld an diesem Zwischenfall. Ich wies jede Schuld von mir und wir stießen an. So gefällt mir das.

Weiter ging es mit großen Schritten in das Land des Alkoholkonsums ich blickte mich kurz um und sah schon die nächsten bekannten Gesichter. Carsten und Stefan. Die zwei Kollegen von Ingo mit denen ich neulich im Glashaus auf Tour war. Wir entschieden uns spontan eine solche Aktion bald zu wiederholen. Vorzugsweise wenn genügend heiße Weiber unterwegs waren. Am Besten wenn wieder eine crazy Aktion im Glashaus ist. Muß ja nicht unbedingt Mallotze-Party sein. Eine Oben-Ohne-Abend würde da schon vollkommen reichen. Dummerweise ist Stefan auch im Besitz einer Kamera und hat munter Bilder geschossen. Ein seltsames Gefühl auf der anderen Seite der Kamera zu stehen. Wenn ich auf meinem eigenen Apparat verewigt wurde, dann kann ich ja immer noch ein Vorauswahl treffen, bevor ich die Bilder weiter gebe. Aber wenn dann auf einer Fremdkamera Bilder von mir sind sieht das schon schlecht aus. Ich habe aber großes Vertrauen in Stefan. Mit Carsten heilt ich dann ein kleinen Plausch über Elferratsgepflogenheiten. So ist es zum Beispiel bei ihm Brauch das beim Prinzenpaar gefrühstückt wird. Das sehe ich ja noch ein, wenn es 10 oder 12 Mann sind. Aber wenn 80 Mann (!) vor der Tür stehen würde bei mir der Spaß aufhören. Bei Carsten dann auch und er hat alle gefragt, ob sie einen auf der Pfanne haben.
Die Uhrzeit war nun weit fortgeschritten und der Alkoholpegel war gut angestiegen. Das war dann für die Mannschaft das eichen das es Zeit für das Geschenk wurde. Es hat sich ja heimlich ein Brauch bei der Mannschaft eingeschlichen, das bei runden Geburtstagen eine Stripperin geholt wird. Und alles nur, weil die Fickmaschine eine haben wollte. Nun ging aber Ingo im Vorfeld ein wenig der Stift und er hat auf uns eingeredet, doch davon abzusehen. Da wir auf jeden Wunsch eingehen haben wir uns also was anderes überlegt. Ganz ohne sollte es ja nicht gehen und wir überredeten Philip doch eine kleine Show zu machen. Überreden wäre vielleicht übertreiben. Wir fragten, Philip sagte ja und die Sache war in trockenen Tüchern. Köppel faltete in mühsamer Kleinarbeit die Geldscheine und band sie an ein blaues Band, die dann der Philip als Schärpe trug. Ingo bekam die Augen verbunden und war dann wohl doch schon voller Vorfreude auf die prallen Möpse die exotische Tänzerin. Als er dann aber ganz andere Bälle in der Hand hatte als Philip loslegte, konnte man die Mundwinkel leicht nach unten gehen lassen. Er hatte ja eh verbundene Augen, aber als er dann sah wer sich da für ihn entkleidete war er wieder frohen Mutes. Wir haben also mit einem Brauch gebrochen. Ich hoffe das kann man in Zukunft öfter machen. Habe ich schon erwähnt das ich tierische Angst vorm nächsten Jahr habe?

Wie der Zufall es so wollte war auch Andrea da. Andrea, höre ich jetzt den aufmerksamen Leser fragen. Andrea ist eine Freundin von Ellen aus New York. Wie man weiter oben erfahren hat habe ich ja eine kleine Schwäche für Amerika und vor allem für Amerikanerinnen. Vor allem wenn sie dann auch noch so gut aussahen wie Andrea. Wir kannten uns schon über Ellen halt. Sie ist mehrmals pro Jahr in Deutschland und ab und an trifft man sich dann auf Parties und redet kurz miteinander, so weit das im Bereich des Möglichen liegt. Ich war also dabei mir eine Mischung an der Theke zu machen, als sie dann zu mir trat. Verständigung war aber nicht möglich. Nicht was jetzt die Allgemeinheit wieder denkt. Ich war noch nicht zu stramm, sondern stand neben einer Box und die ballerte gerade mit einem ohrenbetäubenden Lärm die Hits von Wolle Petry in mein Ohr. In Anbetracht dieser Musik war ich froh, das ich nicht in einen Brechreiz verfallen bin. Ich lotste Andrea also hinter die Theke, wo es um einiges ruhiger war. Doch was muß passieren wenn Peter mal mit einer hübschen Frau ein Gespräch anfängt. Da kommen dann auf einmal irgendwelche richtigen Strammsäcke und meinen ihr ein Gespräch aufzuzwingen. Und das passiert mit einer unglaublichen Dreistigkeit. Da wird mitten im Gespräch eingefallen und irgendwelche belanglose Sachen gefragt. Da Andrea aber nicht die Unhöflichste ist hat sie dann geantwortet und war dann irgendwie mit dem anderen im Gespräch. Mir war das ganze dann zu doof und ich bin dann abgezogen. Tat mir ja ein wenig Leid für sie, aber zum Affen muß ich mich dann nicht machen. Eine halbe Stunde später stand ich dann draußen und Andrea kam wieder an. Sichtlich erleichtert, das sie den Strammsack wohl losgeworden ist. Also fingen wir wieder an uns zu unterhalten und die Chancen standen nicht schlecht das ein paar mehr Sätze gewechselt werden konnten. Doch Schicksal ist ja nicht doof und immer hellwach. Es schickt e mir den Matten vorbei der Andrea ja auch kannte und Matten wandte die gleiche Tour an wie vorher der andere Strammsack auch schon. Matten war aber auch schon gut dabei und meinte es bestimmt nicht böse. Normalerweise hätte ich ja nun versucht ihn schnell wieder los zu werden, aber da Matten ein sehr guter Freund ist, geht das nicht so einfach. Ich dachte das Andrea ja vielleicht die gleiche Tour wie bei dem anderen Vogel abziehen würde und setzte mich auf eine Bank. Aber Matten ist hartnäckig, besonders wenn er stramm ist. Ich strich noch ein paar Mal an den Beiden vorbei und versuchte mich irgendwie in die Unterhaltung einzuklinken, aber die gute Kinderstube ließ mich nicht so plump in ein Gespräch einfallen. Ich war einfach noch nicht stramm genug. Nun ja, Andrea hatte anscheinend auch die Nase voll und wollte dann auch los. Ich wollte sie dann nochmal zum Bleiben überreden, aber sie sagte nur das wir uns dann ja in einer Woche in Esplingerode nochmal sehen. Sie haute ab und ich hörte Schicksal lachen. Ein weiterer Strich auf der vermasselten Chancen Liste. Ich akzeptierte es und versorgte mich selber mit einer weiteren Mischung.

Und ich hatte das perfekte Timing. Als ich mir eine weitere (zornige) Mischung machte setzte Morchel gerade zum großen Finale an. Er hatte sich wohl in die Bowle-Schüssel verliebt und versuchte den Rest der Bowle zu trinken. Warum aber den Umstand machen und die Flüssigkeit in kleine Becher füllen, da verdunstet womöglich kostbarer Alkohol. Die Schüssel wurde fachgerecht an den Mund gesetzt und es wurde getrunken. Das klappt bei Gläsern von normalen Ausmaße auch ganz gut, aber wenn man schon gut vorgetrunken hat dann klappt das mit dem Trinken nicht immer so gut. Vor allem stimmt die Feinjustierung des Kippwinkels nicht so recht. Da kann es dann auch mal vorkommen, das Teile des Bowle sich selbständig machen und am Mund vorbei fließen. Da Markus aber von zu Hause gelernt hat alles aus zutrinken nutze er das Angebot der Strohhalme und leerte die Schüssel komplett aus. Man sah schon in den Gesichtern das jeder darauf wartet das die Schüssel sich in ein tausendteiliges Puzzle verwandelte, aber Markus war sehr sicher. Im Großen und Ganzen war es dann aber zu viel und Markus knickste im Anschluß leicht nach hinten ab. Daniela, seine Freundin, sah das alles schon kommen und unterstütze ihn dann beim Heimweg. Totalausfall sämtlicher Systeme. Und das Hochbooten war nicht mehr möglich, da wohl die Stromversorgung unterbrochen wurde.

Es ging aber noch weiter. Denn Philip, aufgestachelt durch seinen Halbnackttanz, nutzte die Gunst der Stunde und stieg auf den Tisch. Ingo, der so langsam wieder klare Worte sprechen konnte dachte sich wohl, daß das ja eigentlich das Recht des Geburtstagskindes wäre und schloß sich Philip an. Zu Zweit wurde nun auf einem Biertisch getanzt und gesprungen. Da mit hatte aber der TÜV gar nicht gerechnet und das eine Tischbein begann sich zu schwächen und bog leicht nach unten weg. Selbstloser Einsatz von Matten und Köppel half dann Schlimmeres zu verhindern.

Die Gästeschar lichtete sich so langsam und es bleib dann nur noch der harte Kern über. Ich machte mich so langsam dran auch mal ein paar Leider spielen zu wollen und unterhielt dann die Mengen. Die Mengen waren dann aber nur noch ein paar Leutchen. Ich mußte aber irgendwie noch die Ärzte hören. Das gehört einfach zu einer guten Party dazu. So kam es dann aber das plötzlich nur noch Stopper, Ingo, Anne und ich da waren. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte da sich der kleine Zeiger bereits auf der fünf befand. Und draußen sah es ungefähr so aus, wie zu dem Zeitpunkt als ich zur Fete gekommen bin. Die Lichtverhältnisse jedenfalls. Alles andere sah so aus, als wären wir gerade auf dem Handgranatenwurfstand. Anne machte sich dann auch langsam dran und reinigte die gröbsten Verschmutzungen. Und Ingo stand immer noch. Der Mann genießt meinen größten Respekt. Nach dem Anfang des Nachmittags mit der Jägermeisterwelle hätte ich wahrscheinlich einen Aufenthalt im Krankenhaus gewonnen. Inklusive des großen Schlauchs beim Magen auspumpen. Ich habe wahrlich Angst vor dem nächsten Jahr!

Ich schnappte mir den Stopper und wir verabschiedeten uns. Und ich hatte mein Versprechen bei Ingo eingelöst. Nämlich bis zum Schluß da zu bleiben. Es war hart und gänzlich gegen meine Gewohnheiten, aber ich stehe ja zu meinem Wort! So stolperten Stopper und ich dem Sonnenaufgang entgegen und sangen ”I’m a poor, lonesome Cowboy…“ und ich genoß meine letzte Mischung die ich mir für den Weg gemacht habe. Nicht das ich unterwegs austrocknen würde. Mein Bett empfing mich herzlich und als ich meine Augen öffnete vernahmen meine Ohren das aggressive pochen der Tropfen gegen meine Fensterscheibe. So wie der Tag aussah ging es mir dann auch. Allerdings gibt es noch Hoffnung. Nächste Woche ist der Partymarathon. Ich freue mich!

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