Schön Abballern!

Na, das ist ja wieder eine Überschrift. Die lässt ja nur auf eine hartes Wochenende schließen. Aber damit hat die Überschrift rein gar nichts zu tun. Ich war nur so fasziniert von diesem Ausspruch und hatte hinterher so viel Spaß damit, das ich seinem Urheber versprach ihn als Überschrift zu verwenden. Doch lest selbst wie es dazu kam.

Eigentlich dachte ich ja, das dieses Wochenende gar nicht so anstrengende werden würde. Freitag eine Party, Samstag eine größere Party und den krönenden Abschluß dann am Sonntag mit dem Revival. Doch im Nachhinein betrachtet frage ich mich nun, wie ich nur auf so eine Schwachsinnsidee gekommen bin. Drei Party am Wochenende und das soll nicht anstrengend sein? Der Fachausdruck für solche Anflüge ist glaube ich Selbstillusion.

Der Freitag begann mal wieder mit einer Elferratssitzung. Aber was für einer. Wir waren gerade mal 6 Mann und hatten jede Menge zu besprechen. Nicht wirklich. Das erste Highlight kam ja eh vor der Elferratssitzung. Ich marschierte gerade den Hügel zur Mehrzweckhalle hinauf, als Schocker, der seine Residenz genau gegenüber der Mehrzweckhalle hat, mich reif. Er machte eindeutige Zeichen mit der rechten Hand, die fragen sollten, ob ich schon wieder zum Saufen Feiern gehen würde. Daraufhin schrie ich über die Straße, das doch Elferratssitzung ist und ob er denn nicht kommen würde. Sein Gesichtsausdruck konnte ich trotz meiner nachlassenden Sehkraft deutlich sehen. Er setzte sich zusammen aus einem fragendem Teil und einem erkennenden Teil. Dann faselte er irgendwas von Enschuldigung und er würde gleich weg fahren. Ob das nun der Wahrheit entsprach, lasse ich jetzt mal dahin gestellt. Als ich die Geschichte bei der Versammlung erzählte, war der Gesichtsausdruck von Stefan alles andere als fragend, sondern eher entschlossen. Und eben so trug er Schocker als Unentschuldigt ein. Ich gab mein Bestes, aber gegen die Macht des Präsidenten kann ich nichts machen. Die Versammlung an sich, war eher Durchschnitt, denn so richtig was besprechen konnten wir auf Grund des Mitgliederschwund eh nicht. Aber wir haben schon mal die Sommerparty bei Schmieri im Garten festgemacht und die groben Grenzen abgesteckt. Er soll auf jeden Fall seine Nachbarn vorwarnen, das es ein wenig lauter werden würde, auch die auf Mingeröder Seite. Sprich ganz Mingerode. Sein aufgesetztes Lachen ließ erkennen, das er der Meinung war, das wir es nicht ernst meinten. Als wir dann aber auf den Bagger, für den Pool und den mechanischen Bullen zu sprechen kamen, fand er das gar nicht mehr so lustig. Lassen wir uns also überraschen, was denn der Spätsommer so alles für Schmierpopel so bringt.

Im Anschluß an die Elferratssitzung ging es dann zu Dorina, die ihren Geburtstag, ihr Abi und ihren Abschied feierte. Abschied? Ja, denn Dorina fährt am kommenden Montag für ein Jahr nach USA um da als Au Pair zu arbeiten. Die Glückliche. Was würde ich dafür geben für ein Jahr in den USA zu leben. Zumal die NHL-Saison bald wieder los geht. Aber ich feile schon kräftig an meinen Auswanderplänen. Ich hätte sogar jemanden, der mitkommen würde. Auf göttingeneins.de schmieden wir schon fleißig Pläne. Aber wer weiß ob das irgendwann mal werden wird. Ich glaube jedenfalls fest daran. Aber zunächst müssen wir den Abschied von Dorina feiern. Da ich bei der Elferratssitzung schon mit Bier begonnen habe, bleib ich vorerst bei dem Pils. Später könnte man immer noch umsteigen. Schließlich wurde mir der Mund zu beginn schon wässerig gemacht, mit Havana Club, der wohl in rauhen Mengen vorlag. Hach, das würde ein herrlicher Abend werden.

Dank der vorherrschenden Temperaturen zog es uns vorerst nach draußen. Dort nahm ich einen erhöhten Platz auf der Terrasse mit Böning und Keile-Günther ein. An der frischen Luft schmeckte das Bier auch um einiges besser. Und es hätte ein angenehmer Abend werden können, bis dann Martin auf einmal mit Tequila ankam. In meiner mir angeborenen Bescheidenheit lehnte ich dankend ab. Zwar nicht aus Bescheidenheit, sonder aus dem Grund, das ich Tequila ja mit jeder Faser meines Körper verabscheue nicht mag. Diese Bescheidenheit liegt aber nicht allen im Blut und somit schütte Martin auf Forderungen von Böning die Gläser ein. Er hatte sogar Zitronen und Salz dabei. Sonst hätte ich mich ja raus reden können, das ich so keinen Tequila trinken könnte. Aber wie es aussah konnte ich mich aus der Falle nicht raus winden. Als das Getränk dann endlich meinen Magen erreichte hatte mein Gesicht schon die Ruhephase wieder erreicht. In meinem Kopf machte ich mir schon klar, das es keine weiteren Tequila mehr für mich geben würde. Aber seit wann hat den mein Kopf das Kommando? Ich konnte den Geschmack wenigstens noch mit Bier runter spülen. Doch das machte bei den anderen Beiden nur noch Lust auf mehr Tequila. Ich mußte unbedingt einen Standortwechsel durchführen. Doch wo sollte ich hin? Rein, wo die Schnaps trinkende Damenwelt wartete? Lieber nicht. Also bleib ich draußen und hielt mich am Bier fest und tat so als würde ich nichts hören, wenn nach einem weiteren Tequila gefragt wurde. Nicht das es als Zeichen wahr genommen würde, das ich keinen mehr wollte. Nein, es wurde immer munter eingeschenkt.

Wo eine Party ist, da darf der Porno auch nicht fehlen. Er macht mir langsam ernsthafte Konkurrenz! Er dankte mir erstmal für meinen nicht so ausführlichen Bericht vom vergangenen Wochenende. Er half ihm entscheidende Lücken in seinem Gedächtnis zu füllen und brachte Licht auf die blauen Flecken an seinem verlängerten Rücken, die anscheinend von seinem Banksturz her rührten. Was er nicht wusste, war das der Bericht für mich schon ausführlich war, denn an ganz so viel konnte ich mich auch nicht mehr erinnern. Porno war es auch der den ersten Gedanken an Havana Club ins Spiel brachte. Ich hasste ihn dafür, denn die Aussicht auf weiter Tequila ließen mich diesem Gedanken voll und ganz zustimmen. Dabei wollte ich doch erst sehr spät auf Mischungen umsteigen. Dorina spielte ihm auch noch in die Hand, indem sie unaufgefordert den Havana neben mir hinstellte und mich aufforderte doch mal was zu trinken. Gut, die fünf Bier und die sechs Tequila zählten ja noch nicht als Trinken. Dann setzte sie auch noch diesen frauentypsichen Hundeblick auf. Nun versuch da mal jemand zu widerstehen. So kam es also das ich Havana trinken muß. Und das schreibe ich hier nicht hin um wieder als Opfer da zu stehen, sondern um aufzuzeigen, das man manchmal gar nichts dazu kann, wenn man am Morgen aufwacht und gar nicht weiß wie man vor das Kriegerdenkmal ins Bett gekommen ist.

Als dann die Havana Zeit anbrach entschlossen wir uns unseren erhöhten Standpunkt zu verlassen und direkt auf dem Rasen unser Lager aufzuschlagen. Die Gästeschar nahm ja deutlich zu und wir wollten ja verhindern das Porno eine Rolle rückwärts die Terrasse hinunter macht. Eigentlich hatte ich ja meinen Fotoapparat schon im Anschlag. Junge, was das für ein sensationelles Video geworden wäre. Unten angekommen gesellte sich dann der Schmierige zu uns und der Abend war gelaufen. Er hat wirklich Angst, das die Sommerparty ausarten wird. Vollkommen zu recht. Wenn ich mir vorstelle wer da alles mit feiert. Aber um ehrlich zu sein, wird Schmierpopel wohl der Schlimmste sein. Ich weiß wovon ich rede. Er redet mir ja ständig ein, das ich mir ein Bobby-Car zulegen soll, damit ich bei dem Selbstmordkommando mit mache, welches er Downhill-Rennen nennt. Warum sage ich bei solchen Schwachsinnsideen auch immer zu. Ich glaube ich habe eine kleine selbstzerstörerische Ader.

Es dauerte auch nicht lange, bis dann auch einmal Julia und Daniela neben mir standen und mich nötigten einen Tequila mit ihnen zu trinken. Klar, sie dachten sich bestimmt das ich das Zeug gerne trinke, da ich ja schon ein paar davon in meinen Magen entsorgt hatte. So little do they know! Da ich ja Frauen so gut wie nichts abschlagen kann wanderte also ein weiterer Tequila in die unendlichen Weiten meines Magens. Die Wirkung die er auf mein Gesicht hatte, kann und will ich auf Grund des Jugendschutzes nicht beschreiben. Der Havana half mir bei dem Schlimmsten. Und bei den Schmerzen die ja Hand in Hand gehen mit einem Tequila. Man sieht zwar nur die äußere Wirkung, aber was in meinem Körper vorgeht das sieht keiner. Zum Glück!

Der Abend ging weiter und ich gab Dorina ein paar Tips zum Verhalten in den USA. Wie zum Beispiel so oft wie möglich Fuck und Shit zu sagen und vor allem zu fluchen wie Droschkenkutscher. Da stehen die Mais drauf. Auch sollte man als Deutscher drauf verzichten im Stechschritt zum Einkaufen zu gehen. Man wird zwar gleich als Deutscher erkannt, aber es könnte fatale Folgen haben. Irgendwie wurde dann während des Gespräches der Havana geleert und ich mußte auf Wodka umsteigen. Und zum Eis holen mußte man immer in eine kleine Bar gehen. Dort zentralisiere sich dann auch die Party zu fortgeschrittener Stunde. Dummerweise stand ich dann mit Heike da, die mich ja immer zum Trinken animiert. Behaupte ich jetzt einfach mal so. Und wenn Heike was neues sieht, dann muß sie es auch gleich ausprobieren. Es standen nun unglücklicherweise ein paar Flaschen hinter der Bar, die mit einem fragwürdigen Inhalt versehen waren. Fragwürdig in dem Sinne, das dort rätselhafte Dinge drin rum schwammen. Ich kann es gar nicht mehr sagen was da alles im Einzelnen drin war, aber ich würde lieber meinen rechten Arm geben, als davon etwas zu trinken. Nicht aber Heike. Unerschrocken forderte sie ein Glas. Ich bewundere sie für ihren Mut. Ich bin ja gerne ein Freund von neuen und exotischen Genüssen, aber wenn ich aufgesetzte Kräuterschnäpse sehe, dann kommt es mir sofort hoch. Ich warne jeden der mich auf so etwas anspricht. Ich könnte mich spontan übergeben.

Die Uhr zeigte mittlerweile 0300 Uhr und die Party war dabei sich aufzulösen. Was macht man nun mit einer so jungen Nacht? Genau, man kontaktiert den Schnitzel und fragt ihn nach seinem Standort aus. Und ab ging es in die Werkstatt. Gefahren wurde ich von einer jungen Dame, deren Namen ich nicht mal weiß. Aber ich bedankte mich natürlich und begab mich zum Eingang. Dort wurde sich spontan an der Wodka Flasche bedient und die Schelte von Schnitzel eingesteckt, warum man denn erst so spät dort auftauchte. In der Werkstatt selber war eher Standardprogramm angesagt. Es war nicht wirklich viel los. Aber diesmal kannte ich ca. 50% der Anwesenden. Von der Bedienung und Eberhart mal abgesehen. Dennis, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, gab mir erstmal einen aus. Das machte das Wiedersehen natürlich doppelt so gut. Dann traf ich die Helena mal wieder. Die habe ich ja auch schon längere Zeit nicht mehr gesehen. Könnte auch daran liegen, das ich auf dem Stadtberg auch mit Abwesenheit glänze. Aber warum sind denn die Parties da oben auch immer, wenn ich schon seit längerem etwas anderes an dem Tag vor habe. Aber die großen Sommerparties werfen ihre Schatten ja schon voraus.

Urplötzlich wurde es hell und die Werkstatt machte zu. Holla, das hatte ich ja auch schon länger nicht mehr. Da wir noch vier Westeröder waren nahmen wir ein Taxi nach Hause und kehrten noch kurz beim Bäcker ein um uns zu stärken. Wer weiß was einem auf dem Heimweg alles passieren kann. Nachher fällt man auf Grund eines Schwächeanfalls vor dem Kriegerdenkmal und alle denken man hätte da genächtigt. Und ich will ja die Gerüchteküche in Westerode nicht unbedingt zum brodeln bringen. Mein Bett kam wie gerufen und ich wollte die Zeit die zum Schlafen hatte gut nutzen. Ich konnte mir nämlich gut vorstellen, das der konsumierte Red Bull bald seine Wirkung entfalten würde.

Samstag Morgen. Die Nacht war kurz und in meinem Magen breitete sich ein Loch aus. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob Essen eine gute Idee ist. In kleinen Portionen ging es aber ganz gut und ich bereitete mich auf einen harten Abend vor. Die FAP stand nämlich auf meinem Terminkalender und das würde sehr hart werden. Wusste ich doch, das ich dort wieder viele altbekannte Gesichter treffen würde. Aber ich freute mich schon und genoß einen ”Married…with children“-Nachmittag. Ich liebe Al Bundy!

Der Tag begann aber mehr und mehr feucht zu werden. Von oben jedenfalls. Da ich aber mein Glück kannte, wusste ich das es um kurz vor 2000 Uhr laschen würde, als würde es kein Morgen mehr geben. Ich packte also meine Regenjacke ein und setzte mich in Bewegung zum Feuerwehrhaus. Dort wollte ich mich mit Schnitzel treffen und wir wollten dann nach Nesselröden fahren. Von der ursprünglichen Gruppe waren nur noch wir Beide über geblieben. Alle Anderen waren erschöpft vom Vorabend oder mußten zu diversen Geburtstagen. Nun ja, Bier trinken geht auch zu Zweit. Schnitzel setzte sich dann noch in Kontakt mit Aileen und Aileena (Keine Gewähr über die richtige Schreibweise der Namen. Ich bin ja froh, das ich noch weiß wie alle hießen) fuhr uns dann nach Nesselröden. Fünf Mann in einem Ford Ka. Immer wieder ein Erlebnis. Da ich als Stubenältester das Privileg genoß vorne zu sitzen erbarmte ich mich dem Schnitzel und beförderte meinen Sitz eine Raste weiter nach vorne in die vorderste Einrastposition. Meine Knie heulten kurz auf als ich mit dem Handschuhfach kollidierte und verlangten ein extra-Bier als Wiedergutmachung. Ich versprach ihnen mein Bestes zu geben.

In Nesselröden hat der Regen kein Stück nachgelassen. Im Gegenteil als wir eintrafen legte er nochmal eine Schippe drauf. Nun stelle man sich eine Wiese vor die den ganzen Tag mit Regen berieselt wurde und auf der ca. 200 Menschen ihre Bahnen ziehen. Schlammig trifft es nicht ganz. Stellenweise konnte man von moorähnlichen Zuständen reden. Ich vermied es auch den ganzen Abend Blicke auf meine Hose zu werfen. Ein deprimierender Zustand wäre das Ergebnis gewesen. Kopf hoch und immer rein kippen war die Devise. Ich dachte mir es wäre eine gute Idee mal die erste Runde holen zu gehen. Als ich dann an der Theke stand wurde mir aber bewusst, das ich gar nicht wusste was denn die anderen Beiden so trinken wollten. Von Schnitzel wusste ich, das er vorher schon Jim Beam getrunken hatte, als versuchte ich mein Glück. Kein Jim Beam vorhanden. Schock. Nicht für mich, denn ich bleib beim Bier. Da ich nun aber gerade mal an der Theke war wollt eich nicht wieder zurück gehen und nachfragen und holte halt drei Bier. Falls es nicht genehm sein sollte, dann kann ich die wenigstens fachgerecht in meinem Schlund entsorgen. Und so war es dann auch. Als ich mit dem Bier um die Ecke kam erntete ich nur sparsame Gesichter. Mir doch Wurst, dann habe ich halt zwei Bier mehr und muß nicht wieder in 15 Minuten einer Stunde zur Theke gehen. Angst davor,. Das sie in den Falschen zur Fleischbrühe mutieren würden hatte ich auch nicht, denn die Temperaturen hatten mit Sommer so viel gemein, Kaffeekränzechen mit den Klitschkos. Es sei denn es gibt Bleenies. Das Bier schmeckte wieder erwarten besser als gedacht und ich mußte feststellen, das ich es gut vertrug. Auch der Toilettendrang hielt sich noch in Grenzen.Nachdem ich nun mit Flüssignahrung für die nächste dreiviertel Stunde ausreichend versorgt war sondierte ich die nähere Umgebung, ob vielleicht ein paar Oben-Ohne-Mädchen Bekannte umher liefen. Als erstes sah ich den Boden. Also Gerald, nicht das jetzt alle denken, das ich hingefallen wäre, aber er schien sein Arschmagneten dabei zu haben. Ich sah ihn nämlich nur an der Theke. Und da man zur Theke immer einen guten Blick hatte, konnte man ihn auch gut im Auge behalten. Sagen wir es mal so. Es ist wie bei einem Autounfall. Man weiß man soll da nicht hin gucken, aber irgendwie kann man seinen Blick nicht abwenden. Als ich dann mal wieder an der Theke stand viel mein Blick auf Akki. Voll und ganz in seinem Element sah er mich erst als ich ihn zum wiederholten Mal in einer Lautstärke anrief, die einen vorbeifahrenden ICE übertönt hatte. Als er dann seinen Namen erkannte wusste er auch sofort, das ich es war. Da ich aber nun vermeiden wollte, das alle Leute an der Theke mitbekamen, das ich Akki kannte unser Gespräch mithören konnte, verabredeten wir uns für später. Auch sonst traf man eine Menge Leute. Vor allem Nesselröder, was ja eigentlich ganz logisch war da wir uns ja in Nesselröden befanden. Manchmal erschrecke ich mich selber mit meinem logischen Denken.

Der Vorteil an der Theke war, das sie überdacht war. Das machte es leichter Ausreden zu finden, warum man denn einen Stammplatz an der Theke hatte. Die Ausrede, das man nicht naß werden wollte zog immer. Gut war auch, das man den Schlamm an den Schuhen ein wenig ausweichen wollte. Das man davon aber schon 10 kg an den Hosenbeinen und Schuhen hatte spielte keine Rolle. Und vor allem brauchte man ja eine Ausrede in den wenigen Regenpausen. Auf die nahm allerdings der Harndrang keine Rücksicht. Wenn es drückte dann mußte man los. Hierbei empfahl es sich, das man beide Hände aus den Taschen zog. Wenn es einen erstmal gerissen hat, dann hätte man auch gleich nach Hause gehen können. Dank meiner Eishockeyerfahrung konnte ich jeden Schlitterversuch souverän abwenden. Andere waren nicht so glücklich. Zunächst waren sie ja schon von Natur aus nicht mehr so sicher unterwegs und dann kamen die erschwerten Bodenverhältnisse hinzu. Sensationell war der Sturz eines Unbekannten, der absolute keine Chance hatte. Da er mit zwei Mischungen beladen war waren seine Hände außer Gefecht gesetzt. Aber es waren sofort unzählige hilfreiche Hände zugegen, die ihm aufhalfen. Ich hätte das ja auch gemacht, aber das hätte bedeutet das ich meine fünf zwei Bier hätte abstellen müssen.

Gefährlich ist bei solchen Abenden auch immer das Umherstehen. Wenn man Pech hat wird man dann von irgendwelchen Verrückten vollgelabert. Ich kam noch mit einem blauen Auge davon, den mich erwischte Forrest. Der Junge war aber recht fürsorglich und versorgte mich permanent mit Mischungen. Als sich dann noch Akki dazu gesellte wurde es richtig spaßig. Akki und ich sind ja Ausbilder beim Truppmann Teil I und wie es der Teufel so wollte hat er Forrest in unsere Gruppe gezaubert. Ich betet vorher zu allen Göttern, das Forrest doch in eine andere Gruppe kommen würde, aber nein er kam zu mir. Ein weiteres Zeichen, das Gott mich liebt. Wir machten also Forrest zu zweit fertig und ich freute mich, das Forrest zu fürsorglich Mischungen für mich ran holte. Ich hatte aber eigentlich das Gefühl ,das er irgendwie beweisen wollte, das er auch so viel Trinken kann und pumpte seinen Mischungen auf Ex weg. Vor zwei 10 Jahren hätte ich mich noch auf solche Spiele eingelassen. Aber ich wollte dann doch noch ein wenig vom Abend haben. Ich ließ also Forrest seinen Spaß, mit dem Ex-Trinken und genoß mein Pils. Welches er dann aber auch exte, da eine der Mischungen wohl doch etwas zu stark war. Ein kleiner Schluck von meiner Mischung bestätigte mein Verdacht. Jemand meinte es gut mit uns. Forrest kippte sie trotzdem runter. Kurze Zeit später mußte er dann auch nach Hause. Und ich möchte das jetzt mal klargestellt haben. Ich habe ihn weder zum Trinken animiert, noch habe ich mit ihm mit getrunken. Und niemand kann mich für meine Anwesenheit verurteilen.

Ein paar Bier später kam dann Bettina zu mir. Wir haben uns vorher quer durch die Hüte zugewunken, aber ich habe es nie bis ins innere geschafft, denn das Gedränge bei den Regenschauern war mir einfach zu groß. Ich wusste eh nicht warum die Leute sich alle vor ein wenig Wasser so anstellten. Sehr klasse waren auch die jungen Mädchen, die scheinbar zum ersten Mal eine solchen Party bei Regen beiwohnten. Mit ihren kleinen, flachen Ballerinaschühchen konnten sie herrlich auf dem Schlamm umher rutschen. Gut aussehen ist nicht immer das Motto des Abends. Und um ehrlich zu sein, kann man auch mit festem Schuhwerk fantastisch aussehen. Und richtig naß wird man bei einer solchen Fete auch nicht. Naß ist man nur, wenn man den ersten Abend beim Biwak alle 20 Minuten in die Stellung gerufen wird und es in Strömen gießt. Der Anfang einer langen Woche. Aber ich schweife ab. Mit Bettina brachte ich mich erstmal auf den neusten Stand. Wir tauschten alte Geschichten aus und schwelgten in Erinnerungen. Wir kannten uns ja schon von früher her, war sie ja mal mit Matten zusammen. Ein paar Bier später und ein paar weitere Toilettengänge an dem gefährlich aussehenden Weidezaun, wo ich jedesmal hoffte, das niemand den Strom angeschlossen hat, verlegte ich dann meinen Standort weiter nach drinnen. Es ist ja mittlerweile auch ein wenig leerer geworden. Man sollte es nicht glauben, aber drinnen traf man dann weitere Leute. Unter anderen Freunde von meinem Bruder, die schon wieder gut drauf waren.

Weiter hinten traf ich dann wieder auf Bettina und Thomas, ihren Mann. Wir verabredeten uns dann erstmal für die Zapfe-Party, auf der ich wieder Zigarren von ihm erwartet. Und zwar um 0500 Uhr Morgens. Außerdem brachten mir die Beiden erstmal bei, das man auch als Ehepaar getrennt Urlaub machen kann. Bettina fährt dieses Jahr wohl in die Türkei. Und Thomas fährt nach Mallotze. Und von diesem Bericht habe ich auch meine Überschrift her. Wir diskutierten ein wenig über Sinn und Zweck des Mallotze-Urlaubs und er konterte mit einer Tagesbeschreibung die mich sofort überzeugte. Den genauen Wortlaut kann ich hier nicht wieder geben, aber ich probiere man Bestes: ”Man steht morgens auf, frühstückt, legt sich in die Sonne und dann schön abballern!“ Sensationell. Aufstehen, Frühstücken und in die Sonne legen lassen mich eher kalt. Aber er hatte mich mit der Aussicht des schönen Abballerns. Nun war ich schon wieder in einem solchen Zustand, das ich alleine diesen zwei Wörtern einen Heidenspaß abgewinnen kann. Jeder Satz wurde nun auf das glorreiche Ende des Abballerns zusammengestellt. Man soll es kaum glauben, aber man kann ganze zwei Stunden Saß haben, inklusive Unterbrechungen durch Getränkeorganisation. Was soll ich sagen ich war halt in Abballer-Laune. Nichtsdestotrotz zieht mich rein gar nichts nach Mallotze. Abballern kann man auch in USA oder Australien oder auf Sommerparties.

In der gleichen Ecke traf ich dann auch Henning, der mir erstmal zu meinem weblog gratulierte. Leider schaffte er nicht immer alles weil alles so lang ist. Das ist halt eins meiner Probleme ich weiß nie wann ich zu Ende kommen soll. Aber Henning, ich glaube an Dich, irgendwann wirst Du es mal schaffen mein weblog ganz zu lesen. Aber ich arbeite echt dran meinen Seitendurchsatz auf unter vier Seiten zu bekommen. Ihr lest ja selbst, das es noch ein unerreichtes Ziel ist. Um aber heute nicht die 6 Seiten Marke zu knacken mach eich mal weiter. Ich bin ja immer ein wenig skeptisch, wenn mir jemand sagt das er mein Logbuch liest, da ich ja nicht weiß ob es gleich was auf die Fresse gibt oder die Belobigungen ernst gemeint sind. Vielleicht will man mich ja auch nur in Sicherheit wiegen und wenn ich dann das nächste Mal pinkeln gehe wird Zack, der Hochspannungs-Strom-Zaun angeschaltet. Bei einer kleinen Tasse Tee diskutierten wir dann meinen Schreibwahn und kamen darüber überein, das ich nicht mehr so viel schreiben sollte. Gut, es gab keinen Tee, sondern Bier für mich und nichts für Henning, da er fuhr. Dafür genießt er übrigens meine höchste Bewunderung. Kurze Zeit später kam dann seine Schwester Eike um die Ecke. Mit ihr unterhielt ich mich auch noch ein wenig, aber sie war dann doch ein wenig müde und auf Grund des schlechten Wetters hat sie dann die Segel gestrichen. Schade eigentlich, aber wie ich Eike kenne, werde ich sie auf den übrigen Parties auch noch treffen.

Zu meiner großen Überraschung hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen, aber die Leute verließen nach und nach die Party. Was aber kein Grund war mit dem abballern auf zu hören. Der geneigte Leser mag sich jetzt fragen, warum ich denn immer noch beim Bier war. Ganz einfach, weil ich meinen Umstieg auf Mixgetränke unterschlagen habe. Denn es sollte sich ergeben, das ich nur kurzzeitig das Vergnügen hatte mich an Bacardi-Cola zu laben, da er dann plötzlich alle war. Aber Bier schmeckte ja auch noch. Was mich sehr erschrak. Ein kurzer Blick auf den Stehtisch, an dem wir gerade standen brachte zum Vorschein, das dort ja noch alles für eine paar wunderbare Mischungen vorhanden war. Eine fast volle Flasche Bacardi und Cola-Flaschen. Normalerweise bin ich ja bei offenen Getränken immer ein wenig vorsichtig. Aber der Alkohol baut ja Hemmungen ab. So kann man zum Beispiel eine Flugrolle über einen Jägerzaun machen ohne vorher Aufwärmübungen zu machen oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen zu machen. Es tut auch gar nicht weh, jedenfalls nicht an dem Tag. Also wurde kurzer Hand die Flasche genommen und sie ihrer wahren Bestimmung zugeführt. Nämlich den Menschen mit alkoholischen Freuden zu beglücken. Da ich noch lebe, wie man an dem neuen Eintrag zweifelsfrei feststellen kann, kann also nichts schlimmes in der Flasche gewesen sein.

Irgendwie fand mich dann der Schnitzel und der Tobi und alle anderen Westeröder und wir beschlossen, das 0500 Uhr spät genug sei. Die Kutsche wartet. Nach kuren Abschiedsworten stand ich also mit einer frischen Mischung im strömenden Regen. Denn ich hatte gelernt. Von unzähligen Parties vorher. Geht man zum Taxi heißt es nicht unbedingt, das wir gleich los fahren würden. Im Gegenteil, man muß immer warten. Daher noch die kleine Erfrischung für die Wartezeit. Doch unser Taxi kam und wir waren endlich zu Hause. Die Nässe störte mich mittlerweile auch nicht mehr, denn ich wollte nur noch ins Bett. Seit dem Gespräch mit Eike hat sich nämlich der Gedanke des frühen Aufstehens in mein Kopf gehämmert. Sie sagte mir, das sie auch fahren würde, da sie ab und an Sonntags arbeiten würde. In dem Moment fiel mir ein das ich ja am nächsten Tag zum Revival bei Kalle im Garten eingeladen war. Nun ja, die Uhr zeigte auf 0530 Uhr und ich versuchte auszurechnen, wie lange ich noch schlafen könnte.

Als ich in meinem Bett um 1000 Uhr wach geworden bin, wusste ich immer noch nicht wie lange ich hätte schlafen können. War mir auch egal, denn ich fühlte mich komischerweise sehr frisch. Ich wollte zwar noch ein wenig liegen bleiben, aber die Vorfreude ließ mich nicht schlafen. Also stand ich langsam auf und gewöhnte meinen Körper an den aufrechten Gang. Ich versuchte sogar was zu essen, doch auch daran sollte ich keine Freude haben, als ich meine Hose und meine Schuhe sah. Also habe ich die Sache mit dem Schlamm nicht geträumt. Stellt sich nur die Frage wohin Jessica Alba verschwunden ist?

Eine Stunde zu spät schlug ich dann bei Kalle auf und labte mich gleich an dem Sieben-Zylinder. Jens hatte herrliches Hefe vom Faß aus Frankfurt mitgebracht, welches irgendwie den Alkoholgehalt vermissen ließ. So jedenfalls die Aussagen der Anderen. Ich muß zugestehen, das es mir nicht egal war, aber ich trank trotzdem Weizen. So was muß man ausnutzen so lange es geht. Während es Rennes steig ich dann um auf normales Bier. Was mich sehr überrascht an dem Tag, war das ich gar nicht auf Toilette mußte. Meine Blase war also gut trainiert. Das Wetter tat der guten Stimmung ein wenig Abbruch. Der Regen und der Sturm machten uns kurzzeitig Angst, daß das Zelt weg fliegen würde. Auch trinkt es sich viel unbeschwerter, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Aber wir ließen uns nicht beirren und tranken und aßen. Zu Essen gab es eine sensationelle Fleischpfanne, diverse Salate und ein Tzaziki, welches wohl direkt in der Hölle gemacht wurde. Und unglaublich lecker war. Es war scharf und nachdem ich mich daran sehr gütlich getan habe werde ich wohl den Rest der Woche nach Knoblauch riechen. Das war es aber wert. Auch brachte es den Verdauungsvorgang sämtlicher Verzehrer auf die Überholspur. Eigentlich hätten Gaswarnschilder in der Stube der Steinmetzes aufgestellt werden müssen. Gott sei Dank verzichteten die Raucher auf ihre Gewohnheit im Wohnzimmer, zwecks Rücksichtnahme auf die Kleinkinder. Ich war ihnen sehr dankbar. Eine offene Flamme im Wohnzimmer und es hätte eine Verpuffung gegeben.

Nach dem Rennen saßen wir draußen noch ein wenig zusammen und tranken und aßen. Ich glaube wir hatte 15 Gänge an dem Tag. Aber der Tag ging recht früh zu Ende. Man nutze halt die Regenpausen um einigermaßen trockenen Fußes nach Hause zu kommen. Nie freute ich mich mehr über ein Sofa wie an dem Abend. Leider konnte ich vom Sofa immer die Dreckspuren sehen, die wohl vom Samstag Abend herrührten. Aber ich kam beim Besten Willen nicht liegend mit dem Wischmob zu den verschmutzen Stellen.

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