Der Meter-Pokal

Der Freitag ließ schon erahnen, daß es wieder mal ein hartes Wochenende werden sollte. Denn an diesem Wochenende fand das Bayern Fan Club Turnier satt. Eigentlich sollte man ja die Bayern boykottieren wo es geht, aber da es ein Westeröder Verein ist, drückt man da gerne mal ein Auge zu. Außerdem mußten wir ja vom Haribo Club aus unseren Titel von vor zwei Jahren verteidigen. Insgeheim habe ich mir aber ein anderes Ziel gesteckt. Den Meter-Pokal. War er mir in Gerblingerode verwehrt, sollte er hier eigentlich gelingen. Immerhin haben wir Heimvorteil. Soll heißen, man hat es nicht so weit nach Hause. Aber kommen wir zum Freitag. Der ging erstmal spektakulär los.

Und zwar mit dem Sommerfest bei mir in der Firma. Sommerfest heißt, das es freies Essen und freies Trinken gibt, man dafür aber Mittags Feierabend machen muß. Außerdem hat man sich die Ergüsse der Chefs angehört. Nachdem dann also die Reden vorbei waren wurde zugesehen, das man sich schnell was auf den Teller tat. Praktischerweise fing es gerade dann ordentlich an zu regnen, als ich in der Schlange stand. Ich war es gewohnt, denn so was passiert mir laufend. Länderspiel, 30000 Mann im Stadion und Pitsche kriegt den Ball ab. Nach dem recht schmackhaften Essen ging es dann raus aus dem Zelt den der wichtige Versorgungsweg der gekühlten Getränke war hier viel kürzer. Dumm nur, das ich fahren mußte. Wer sollte mich denn auch abholen. Die Sache würde anders liegen, wenn ich abgeholt werden würde, denn dann hätte ich mir schön die Mütze zugeknallt. Bier gab es wie in der Zone üblich nur aus großen Gläsern. Bekommt man im Westen auf solchen Festivitäten ein Glas frisch gezapftes in die Hand gedrückt, dann ist es meistens ein 0,2 l Glas. Eigentlich etwas für den Hohlen Zahn, aber man beschwert sich ja nicht. Feiert man allerdings im Osten, da kriegt man Gerstenkaltschale im 0,3 l Glas serviert. Gibt es Bier in Flaschen dann nur in 0,5 l Flaschen. Kann auch sehr erfrischend sein, gerade wenn man großen Durst hat, wird aber dann bei gesteigerten Trinkverhalten schnell zu warm in der Hand. Aber mit dem 0,3 l Glas in der Hand macht man schon was her. Ja, ich habe mir auch ein Bier gegönnt, denn mit einem Bier kann man ja immer noch fahren. Und Freitag um 1300 Uhr denke ich, das ich mich noch so weit im Griff habe, das ich kein weiteres mehr trinken werden. Es sei denn es ist Vatertag, 1. Mai oder sonstige willkommene Angelegenheit am Freitag Mittag sich schon mal in Abendstimmung zu bringen.

Auf dem Heimweg mußte ich dann durch Duderstadt, wo der Bär los war. Otto Bock hatte Tag der offenen Hose Tür und lockte die Menschenmassen an wie Kaffeefahrten freilaufende Rentner. Zum Glück mußte ich nicht in die Nähe von Otto Bock. Wäre auch gar nicht gegangen, denn danach wäre ich wegen Verdacht auf Amok-Lauf in Gewahrsam genommen worden. Hier wäre wiederum von Vorteil gewesen, wenn ich hacke voll gewesen wäre. Dann hätte ich noch auf Unzurechnungsfähig plädieren können. Abends ging es dann vorerst zum Training runter. Wo ich ein paar Bier konsumierte und den Bayern Fans beim Aufbauen zusah. Als ich die ganze Geschichte so betrachtete wurde mir schon Angst und Bange, wenn ich nur an die ganzen Meter denken würde, die am Folgetag konsumiert werden müßten. Der Meter-Pokal hat sich in meinem Kleinhirn festgesetzt. Nicht zu Letzt, weil mir Titte Rust beim Sportfest versprochen hat, das er dann umbenannt wird in den Peter-Pokal. Ich hatte also einen richtigen Anreiz.
Die Jungs kamen vom Training und wir tranken noch ein paar Bierchen. Aber die Abende nach dem Training sind ja nie so lange und daher beschloß ich im Anschluß noch ins Feurwehrhaus zu gehen. Dort erwarteten mich dann eh noch ein paar gekühlte Weizen.

Warum ich denn ins Feuerwehrhaus gegangen bin? Bestimmt nicht um mich ganz alleine zu betrinken. Ich hatte ja den Spiegel vom Klo mitgenommen und konnte so mit einem recht unansehnlichen Brillenträger anstoßen. Meine Kameraden waren ja noch beim Peter Maffay Konzert. Der hatte in Duderstadt einen Auftritt und die Feuerwehr war als Sicherheitspersonal eingesetzt. Ich wurde natürlich vom Ortsbrandmeister auch gefragt, ob ich mit machen würde, habe aber gesagt, das es nur im akuten Notfall gehen würde. Denn denke ich an Peter Maffay, dann muß ich automatisch an einen witzlosen Zwerg denken, der sich beim Sturz von Teppich-Kante lebensgefährlich verletzten könnte. Ich weiß es klingt hart, aber es gibt ein paar Menschen die ich auf den Tod nicht ab kann, weil sie mir durch irgendwelche Aktionen unsympathisch geworden sind. Es sind zum Glück nicht viele, aber Peter Maffay, gehört trotz gleichem Vornamen dazu. Warum? Ein Komiker hat sich mal über ihn lustig gemacht. Und es war jetzt nicht ein fieses lustig machen, sondern eher ein Nachmachen seiner Stimme und ein wenig Unsinn erzählen. Also nichts Menschenverachtendes und da hat er mit so einem Unverständnis und pampig drauf geantwortet, das er ab sofort bei mir unten durch war. Menschen die nicht über sich selber lachen können, sind mir einfach unsympathisch. Außerdem sind seine Lieder scheiße. Wenn ich schon die Anfänge von ”Ich war 17 und sie war 98…“ oder ”Duuuu, Du allein kannst mich verstehen…“ höre stellen sich bei mir alle Haare auf, sieht besonders im Schrittbereich sehr lustig aus. Ich vermute mal, das es eine natürlich Abwehrreaktion meines Körpers ist. Ein Zeichen, das der Organismus nicht komplett im Hintern ist.

Da saß ich nun und war sehr erfreut, das im Kühlschrank genügend Hefe-Weizen von der Wheat-Fairy bereit gelegt wurden. Gerüchte besagen, das sie Hilfe von Friede bekommen hat. Ein verlässlicher Helfer. Das TV-Programm war nun wirklich nicht der Hit und mir wurde schlagartig mal wieder klar warum ich Freitag Abends selten zu Hause bin. Ich wurde also berieselt von den ”Hitgiganten: Love-Songs“ oder der ”70er Show“. Nehme ich nun Pest oder doch Cholera. Ich entschied mich für ein bisschen von Beidem, wofür bezahle ich denn Krankenkassenbeirage. Gut, die Love-Songs waren mit Alex Bechtel und Verona, mit sensationellen Ausschnitt. Die männlichen Gäste ignorierte ich geflissentlich. Außerdem war die Auswahl der Love-Songs sage ich mal Bescheiden. Als anständiger Heavy Metal Fan könnte ich aus dem Stehgreif eine eigene Sendung machen mit guten Love Songs. Und da wäre keine Band dabei die es sonst nicht krachen lassen würde bei ihrem Hauptprogramm. So mußte ich dann mit Chris Normann vorlieb nehmen. Von Metallica fehlte jede Spur. Aber es gab ja Verona. Bei der 70er Show bleib ich ab und an bei den Verarschen von HaPe von den Fußball-Kollegen hängen. Wo blieben die nur alle?

Zu etwas späterer Stunde leistet mir dann der Porno ein wenig Gesellschaft und wir genoßen die Hefe ab jetzt gemeinsam. Naja, er trank normales Bier und pfiff mir weiterhin Hefe rein. Bis dann die Sicherheitskräfte endlich ankamen und wir den weiteren Verlauf des abends beraten konnten. Das Ziel war eigentlich schon klar, denn es konnte nur einen Endstation geben. Die Werkstatt. Zwischenzeitlich schrieb ich schon ein wenig mit Kathrin, die auch noch in die Werker wollte. Also worauf warten? Na, auf Schnitzel, der mußte nämlich nach dem anstrengenden Dienst noch duschen. Aber dann ging es endlich los.

Doch die Werkstatt war ernüchternd wie immer, allerdings merkte ich die paar Hefe und Bier doch noch. Bier? Ja, denn Friede ist Vater geworden und hat noch eine Kiste in die Mitte gestellt. Die darf man ja nicht umkommen lassen. Kolbi gab mir dann noch seinen Eintritts-Ausweis vom Sicherheitsdienst und ich konnte so sogar umsonst in die Werkstatt rein. Die großen Augen des Türstehers inklusive. Was nun so gar keine Überraschung war, war die bereits bestellte Falsche Wodka. Ich hatte es auch nicht anders erwartet und schloß meinen Vorsatz mit dem Wodka in eine frei Besenkammer in meinem Kopf. Und davon gibt es eine Menge. Auf meinem Weg zu den Anderen traf ich dann gleich am Eingang die Kerstin mit ihren großen…, die mich fest drückte. Zeugen mögen nun behaupten, das ich danach einen seltsamen, zufriedenen Gesichtsausdruck hatte. Aber ich halte das für eine Sinnestäuschung, hervorgerufen durch die unvorteilhafte Beleuchtung. Nach so einer herzlichen Begrüßung ist man halt einfach gut drauf und das hat gar nichts mit ihrer großen Oberweite zu tun. Bei meinem weiteren Vormarsch in Richtung Theke traf ich dann auch die Kathrin und wir verabredeten uns später an der Theke. Dann kam ich zur Theke und nahm das vorbereitet Glas Wodka Red Bull in die Hand. Derjenige der die Mischung gemacht hat, war ein wahrer Meister seines Fachs, denn man schmeckte den Red Bull kaum. Ob das nun ein Segen oder ein Fluch war, wird sich noch zeigen. Viel spektakuläres ist aber nicht mehr passiert . Man saß halt rum hat allerlei Scheiße gelabert und trank den Wodka langsam dem Ende entgegen. Vorausschauende Teile der Gruppe haben dann vorzeitig eine neue Flasche geordert und somit für ein Nichtabreißen des Stromes gesorgt. Ich wunderte mich nur irgendwann wie die wundersame Wodkavermehrung zu stande gekommen ist. Später wurde mir dann mitgeteilt, das ich selber dazu beigetragen habe. So schnell kann es gehen. Eben gerade noch der Verfechter des Kartoffelschnaps und im nächsten Augenblick ist man ein Förderer des russischen Goldes.

Als dann die Flasche sich dem Ende neigte fuhr dann die Kutsche nach Hause statt. Die wir aber ziehen ließen, denn wir entschieden uns den Weg mal wieder auszumessen und unsere Werte dem Bundesamt für Landvermessung zur Verfügung zu stellen. Daraus wird dann wahrscheinlich ein Durchschnittswert gebildet und man hat eine exakte angenäherte Zahl. Meine Mitläufer waren Tobi und Porno. Aus Schutz mir bekannter Personen erzähle ich nun nichts vom Heimweg, sondern lasse den Freitag ausklingen mit meinem wohlverdienten Schönheits Gesundheitsschlaf.

Das Klingeln meines Weckers habe ich am frühen Morgen spontan überhört. Bin dann aber doch noch in größter Hektik aufgestanden und mußte einen traurigen Dienst teilnehmen. Zur Beerdigung nach Esplingerode. Nur Leute die am Freitag nichts machen, setzen Beerdigungen auf 0900 Uhr am Morgen. Total verrückt. Aber die Kirche war zum Glück voll und ich konnte eine Stellung außerhalb der Kirche einnehmen. Doch auch im Anschluß konnte ich nicht an Ruhe denken, denn wir trafen uns ja schon früh zum Turnier. Ich glaube ich muß hier nicht explizit anmerken, das ich keineswegs die Gelegenheit hatte auszunüchtern. Da ich ja gar nicht weiß wann ich nach Hause gekommen bin, kann ich also auch nicht sagen, wie viel Stunden ich genächtigt habe.

Aber als ich am Sportplatz angekommen bin, habe ich mir natürlich nichts anmerken lassen. Versteht sich ja von selbst. Es dauerte dann auch nicht lange, als die ersten Stimmen laut wurden, das mal ein Meter geholt werden müßte. Ich weise an dieser Stelle jedwede Schuld von mir, das ich es war, der den ersten Meter gefordert hat. Ich habe ihn zwar geholt, da ich der Keeper des Geldes vom letzten Mal war, aber ich habe ihn nicht gefordert. Allerdings muß ich hier erwähnen, das ich hauptsächlich daran beteiligt war, das der Meter alle wurde. Und es war der erste Meter auf einem langen, steinigen Weg. Meine Prioritäten für den Tag standen fest. Der Meter-Pokal.Unser erstes Spiel war erst um 1230 Uhr. Praktischerweise waren wir aber schon um 1100 Uhr vor Ort. Was für mich harte Arbeit an der Meter-Front bedeutete. Aber ich habe die Arbeit ja gerne gemacht. Frei nach dem Motto: Jeder macht das was er am Besten kann.

Das erste Spiel kam und wurde vorgezogen, da einige der Mannschaften nicht angereist waren. Finde ich ja auch nicht gut. Denn die Veranstalter hatten eindeutig genug zu tun und mußten sich dann noch mit ausgefallen Mannschaften befassen. Das heiß Spielpläne umändern und die Mannschaften bei Laune halten. Das war bei uns ja nicht schwer, denn wir waren von Natur aus ja schon eine recht spaßige Truppe. Erwähnte ich schon den Meter-Pokal? Wir lagen vorne. Die Führung war zwar knapp, aber wir lagen in Führung. Und alles sah nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Das Trinken ging ja von Turnierbeginn, bis um 2200 Uhr. Ein kurzer Blick auf das Zeiteisen teilte mir mit das 1400 Uhr war. Oder so ähnlich. Die Meterzahl wurde fast mit Gongschlag auf fünf aufgestockt. Nicht viel, höre ich da Manchen sagen, aber wir lagen noch vorne. In weiser Voraussicht habe ich den Meter mit an das Spielfeld genommen, damit die Recken auch was zu trinken hatten. Komischerweise hielten sie sich lieber an das Wasser und ich eher an den Meter. Wir spielten ja auch wieder nach alter bewährter Taktik. Ich blieb so lange draußen, bis wir weit vorne lagen und würde dann erst reinkommen. Gut, die Definition ”weit vorne“ müßte erst noch mal diskutiert werden, aber ich wog mich in Sicherheit. Das erste Spiel verloren wir 4:2. Wobei wir zur Halbzeit noch führten. Dummerweise spielten wir 2 x 15 Minuten. Bei den Temperaturen war das schon eine ganze Tortour. Außerdem wollten wir ja ein Spaßturnier machen und keinen Hochleistungs-Fußball. Aber meine Jungs hielten sich tapfer. Im zweiten Spiel führten wir dann und ich bekam meinen Einsatz. Dabei opferte ich mich am Spielfeldrand auf unglaubliche Weise auf. Ich trank das warme Bier , so daß ich nach dem Spiel einen neuen Meter holen konnte. Aber es gab keine Gnade. Ich muß0te rein. Lief ein paar mal hin und her und dann wurde auch schon abgepfiffen. Ich fand meine Leitung oberste Spitzenklasse und belohnte mich und das Team mit dem letzten warmen Bier aus dem Meter. Nun kriegten sie wenigstens frisches, kühles Bier. Ich habe sozusagen einen für das Team eingesteckt. Auf dem Rückweg zum Bierwagen traf ich dann auch die Kathrin, der es gar nicht so gut ging. Eigenen Aussagen zufolge hat sie am Vortag einen über den Durst getrunken und ich wäre nicht ganz unschuldig daran gewesen. Da aber mein Gedächtnis vom Vorabend eher den Vergleich mit einem großlöchrigem Käse standhalten würde, wies ich jegliche Schuld von mir. Ein wenig leid tat sie mir ja. Ich lud sie auf ein Bierchen an der Theke ein, aber das lehnte sie dankend ab. Ich behauptet jetzt mal frech, das an dem angebotenen Bier lag und nicht an meiner Gesellschaft. Hoffe ich zu mindestens.

Zurück bei den Anderen konnte ich mir wieder blöde Sprüche anhören, aber die gingen zu einem Ohr raus und zu dem anderen wieder rein. Oder auch andersrum. Ich hatte eh andere Sachen im Kopf, denn der neue Meter stand ja schon parat. Diesmal ein reiner Biermeter, was mich persönlich überrascht hat, im positiven Sinne. Ich langte auch gleich gut zu, das wir ja nicht unsere Führung verlieren würden. Nun folgt ein langer Abschnitt, wo noch ein Fußballspiel statt fand und einige Bier Meter über den Tisch wanderten. Leider mußte dieser Zeitabschnitt anderen Erinnerungen weichen, da durch den erhöhten Bierkonsum einige Speicherzellen ausgefallen sind. Ihr wisst schon, die Energie reicht dann nur noch für gewisse Grundfunktionen. Näppchen fragte mich jedenfalls was denn meine Pläne wegen einer gewissen, uns beiden bekannten jungen Dame machen würden. Peinlicherweise mußte ich zugeben, das seit unserem letzten Gespräch nicht viel gelaufen wäre, da ich einfach die überhöhte Leiterwand, die vor dieser besagten Aktion steht noch nicht überwunden habe. Nach einer kleinen Schelte ihrerseits baute sie mich aber wieder auf und wir steckten ein Endziel ab. Gott sei Dank ist der August ja noch ein wenig hin.

Wie ich schon erwähnt hatte, hatten wir ja einen sehr guten Start bei dem Meter-Pokal und dieser Start wurde fast halbstündlich ausgebaut. Bei durchgegeben Zwischenständen konnten wir erst einen fünf Meter Vorsprung und dann einen 12 Meter Vorsprung vorweisen. Es sah verdammt gut. Auch wenn wir zum Schluß an Geschwindigkeit nach ließen, waren immer noch schneller als andere Gruppen. Am Ende lagen wir dann unglaublich weit vorne. Selbst die Thekenbesatzung konnte es nicht ganz glauben und mußte zweimal nachzählen. Beim zweiten Mal dann mit einem zugehaltenen Auge. Haribo Club: 39 Meter. Der Zweitplatzierte hatte dann ganze 9 Meter vorzuweisen. Lächerlich. Wir haben es also bewiesen. Die Jungs können nicht nur guten Fußball spielen, nein sie sind auch noch gut am Glas und haben dem Bayern Fan Club somit finanziell gehörig unter die Arme gegriffen. War aber OK. Wir hatten jedenfalls den Meter-Pokal gewonnen und für mich wurde ein persönlicher Traum wahr. Der Meter-Pokal wird in meinen Händen sein und ab dem nächsten Jahr wird er Peter-Pokal heißen. Da habe ich das Wort von Titte Rust drauf! Meister in der Disziplin, in der ich den entscheidenden Beitrag leisten konnte. Später würde David sagen, das ich an dem Pokal die meisten Anteile hatte. Er munkelt immer irgendwas mit 18 Meter die ich alleine getrunken hätte. Ich bin mir da nicht so sicher glaube ihm kein Wort. Gut, es war keine so große Leistung wie den Meter-Pokal in Gerblingerode zu bekommen, aber es war eine Leistung. In Gerblingerode ist quasi die Bundesliga zu Hause. Wenn wir da hätten vorne mit trinken wollen, dann hätten wir noch ca. drei von meinem Kaliber in der Mannschaft haben müssen. Haben wir aber nicht und das ist eigentlich auch gut so. Jetzt kann ich mich in Zukunft auch auf den sportlichen Teil der Turniere widmen. Lieber nicht.

Hat man nun den Meter-Pokal gewonnen, was offiziell erst am Sonntag bekannt gegeben wurde, reicht das ja noch lange nicht aus. Mittlerweile waren auch Alex und Kai angekommen und wir entschlossen kurzer Hand, das wir unseren Abend noch in die Werkstatt verlegen würden. Um ehrlich zu sein, konnte ich auch keine Bier mehr sehen und hatte mich schlauerweise vom Löwentor fern gehalten. So konnte ich dann die Flasche Bacardi in der Werkstatt richtig genießen. Doch die Stimmung in der Werker war wie am Vorabend, nur noch ein wenig weiter im Keller. Es herrschte gähnende Leere und die zwei hübschesten Mädchen zu dem Zeitpunkt konnten mich in meinem derzeitigen Zustand nicht vom Hocker reißen. Zum Glück gab es Bacardi. Und nachdem dann die halbe Flasche geleert wurde, entschlossen wir uns dazu noch nach Mingerode weiter zu ziehen. Dort feierten die Wüstefelds Geburtstag, im großen Stil.

Daniela, die mir Markus noch nachgekommen war fuhr uns netterweise nach Mingerode und wollte dann Markus und den Rest noch hinterher holen. Während sie und also in Mingerode raus ließ und sich auf dem Rückweg machte, setzte ich mich mit Porno in Verbindung der mir den Weg wies. Das war auch einfach als gedacht und ich informierte Daniela. Die aber teilte mir mit, das Alex und Kai mit dem Taxi in Glashaus gefahren wären und Markus zu müde sei. Da bleiben dann nur noch Christian, Sabrina und ich. Auf gings. Nach dem Eintreffen und den Gratulationen gab es dann erstmal Aperitifs an der Theke. Glaubt ja eh keiner. Es ging gleich munter mit Bacardi weiter, wobei sich die ersten Engpässe schon abzeichneten. Ich weiß schon, die ersten Fragen auf Seiten der Leserschaft tauchen nun zu der Uhrzeit auf, aber da kann ich leider auch nicht weiter helfen, da Blicke auf die Uhr sinnlos waren. Die Zeiger drehten sich im Takt der Musik. Fragt mich ab er nun nicht welche Musik gespielt wurde. In meinem Kopf lief jedenfalls ”Bacardi Feeling“ in der Endlos-Schleife.

Man war mal hier und war mal da und immer hatte man was zu Trinken in der Hand. Hört sich also nach einer typischen Fete an. Doch halt, was roch so verführerisch und drehte sich in einer Ecke der Scheune? Nein, keine Go-Go-Tänzerin, obwohl das auch nicht verkehrt gewesen wäre. Es war ein Dönerspieß. Und betrachtet man die Uhrzeit, welche sich aber mir entzogen hat, so war er schon ganz schön abgenagt. Der Kern war aber noch dran und drehte sich unaufhörlich dem Ende durch verkohlen entgegen. Das konnte aber nicht zugelassen werden. Keiner griff ein, doch zum Glück gibt es noch aufrechte Menschen die dieses Schicksal dem Dönerspieß ersparen wollten. Schließlich mußte er ja seinen Auftrag erfüllen. Und dieser aufrichtige junge Mann kommt aus den Reihen der Westeröder. Niemand anderes als Porno fasste sich ein Herz und machte sich auf den Döner zu retten. Er befahl einem umher stehenden mit einem Messer ihm sofort eine Portion abzuschneiden. Das Leiden des Spießes war wohl zu viel für ihn. Nach dem dritten Nachfragen hat dann der Mann mit dem Messer den Porno auch verstanden und bedachte ihn mit einer großen Portion. Porno sah aber auch schmächtig aus. Vielleicht lag es aber auch an den Klüsen die so weit vor dem Kopf standen. Brüderlich teilte Porno die erbeuteten Schweinespäne und füllte den Teller immer spontan nach.

Das Pinkeln war übrigens auch ein Erlebnis. Die Damen konnten ja die normale Toilette benutzen, doch die Herren durften sich auf einen Abenteuerpfad hinter die Scheune begeben. Dort trifft man allerlei Gesindel, die einfach umfallen oder nicht mehr zurück zur Party finden. Dank der lauten Musik liefen sie verwirrt in dem dunklen Irrgarten hinter der Scheune lang und waren dem Tod durch Verdursten nahe. Auch ich hatte meine Schwierigkeiten wieder zurück zu finden. Aber meine untrügliche Nase führte mich sicher wieder an die Theke zurück um festzustellen, das nun der Alkohol in all seiner Pracht so langsam aber sicher zur Neige ging. Ich suchte mir also noch ein Getränk nach Wahl des Barkeepers aus und begab mich zurück zu den Anderen.

Anscheinend waren die Schweinespäne ein wenig schlecht gewesen, denn Porno sah plötzlich nicht mehr so frisch im Gesicht aus. Auch seine Haltungsnoten auf einer der Bierbänke verdienten Hochachtung. Während ich also mit einem mir unbekannten Mann sprach dachte sich Porno, das er doch mal von der Bank fallen könnte. Und zwar mit dem möglichst größtem Lärm. Bewundernswert bei solchen Aktionen ist ja immer, das dann die Person, die hingefallen ist sofort Ausschau nach dem Übeltäter hält, der ihr das vielleicht angetan haben könnte. Nur Schade, das man so schnell keinen Spiegel herbei zaubern kann. Wir stellten aber fest, das es dann doch so langsam Zeit wurde, das wir den Heimweg antreten sollten. Lag doch noch ein Fußballturnier vor uns. Nach einer kurzen Taxifahrt, die im Disput zwischen Schnitzel und dem Taxifahrer endete, hatte mein Bett mich wieder.

Sonntag Morgen, ich fragte mich wie ich ins Bett gekommen bin und warum meine Klamotten im Haus verstreut lagen. Sollten da etwa geheime Sprengladungen in meiner Kleidung zu früh losgegangen sein? Ich hoffe nicht, die waren teuer. Eine paar Kurzmitteilungen später erfuhr ich, das wir uns um 1130 Uhr treffen würden. Ich schaute auf die Uhr und bezweifelte, das ich bis dahin wieder fit war. Und recht hatte ich. Mir ging es recht beschissen. Zu allem Überfluß ging die Sirene kurz vor dem ersten Spiel und ich mußte noch zum Feuerwehreinsatz. Da mußte ich erstmal feststellen, das meine Einsatzhose gar nicht im Feuerwehrhaus hängt, sondern bei mir zu Hause ist. Und Lokis Hose passte nicht wirklich, außerdem hatte ich Hochwasser. Doch der Einsatz ging nicht lange und wir konnte bald wieder zum Sportplatz zurück.

Dort nahm das Turnier ein nicht ganz so schönes Ende. Ein Spieler ist zusammen gebrochen und mußte von den Sanitätern zurückgohlt werden. Als sie ihn stabil hatten ist er dann mit dem Helikopter abtransportiert worden. Ich war ganz vorne am Geschehen, da ich eine Sichtblockade mit aufrecht erhielt. Es war dann doch ein etwas seltsames Gefühl, als der junge Mann geschockt wurde. Man wusste das es echt ist und man kam sich total hilflos vor. Aus verlässlichen Quellen weiß ich aber das er nun wieder auf dem Weg der Besserung und vor allem wieder bei Bewusstsein ist. Aus Pietätsgründen möchte ich hier nicht ins Detail gehen.

Das Turnier wurde auf Grund des Vorfalls dann abgebrochen, was die einzige Möglichkeit war. Alles andere wäre verantwortungslos gewesen. Aber da hatte ich vollstes Vertrauen in die Turnierleitung. Ein wenig überschattet von diesem Vorfall bekamen wir dann doch noch den Meter-Pokal überreicht, da er ja schon den Abend vorher ausgetrunken wurde. Doch rechte Freude wollte nicht aufkommen, was auch durchaus verständlich ist. Aber ich bin froh das wir ihn gewonnen haben. Auch wenn es hinterher heißt, das wir ja mit meilenweitem Vorsprung gewonnen haben und der Zweite ja nur 9 Meter getrunken hat. Man muß bedenken, das wir auch gewonnen hätten, wenn der Zweite 38 Meter getrunken hätte. Ich bin jedenfalls stolz auf meine Mannschaft und hoffe das wir im nächsten Jahr an diesen Erfolg anknüpfen können. Auf jeden Fall werden wir den Titel verteidigen.

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