Eskalation

Freitag fand die Mannschaftsfeier der 1. Mannschaft statt, bei der ich ja bekanntlich Betreuer bin. Außerdem war ich Mitorganisator, neben Köppel und Ingo. Wir drei sind eigentlich ein recht gutes Team und haben bisher immer was spektakuläres auf die Beine stellen können. Auch für dieses Jahr hatten wir uns wieder was ganz feines ausgedacht. Aber der preisliche Rahmen stellte uns vor eine unüberwindbare Hürde. Ursprünglich wollten wir einen mechanischen Bullen organisieren und richtig die Luzie abgehen lassen. Bullenreiten für die Männer und Oben-ohne-Bullenreiten für die Damen. So war jedenfalls der Plan. Nach einige Telefonaten und Angeboten von einschlägig bekannten Bullenreit-Vermietern wurden wir aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das Geschoß kostete einfach zu viel. Derart geknickt wollten wir dann erst auf einen Ausweichplan zurück greifen der einen echten Bullen bei Borchardts aus dem Stall beinhaltet. Ich freute mich schon auf das Probereiten, doch auch hier sahen wir davon ab da die Verletzungsgefahr eventuell zu groß ist. Ich machte dann noch einen Vorschlag über Kälbchen einfangen, auf den ich gekommen bin als ich mal wieder meinem Urlaub in Dallas nachgehangen bin. Auch hier wären die Basis-Komponenten vorhanden gewesen (Wiese = Sportplatz, Kälbchen = Borchardts, Zosse = Annes Pferd). Kurz gesagt wir haben dann weiterhin Alternativ-Pläne geschmiedet. Doch wir vergaßen den größten Faktor. Das Wetter! Das hat uns nämlich einen feinen Strich durch die Rechnung gemacht und begrüßte uns kurz nach Beginn mit einem Wolkenbruch. Man gut, das wir nichts großes vorbereitet hatten. Mechanischer Bulle bei solchen Wetterbedingungen wäre zwar ein absolutes Highlight gewesen, aber wie ich mein Glück kenne hätte ich gerade auf dem Vieh gesessen, während ein Blitz direkt in die Steuerung einschlägt und die Stufe 12 fest einbaut. Oder aber der heimlich angebrachte Flux-Kompensator bekommt plötzlich Strom und ich gehe ab in das Jahr 1956. Wir wollen uns lieber nicht vorstellen wie dann die Welt heute wäre.

Ich nahm mir also die Freiheit pünktlich Feierabend zu machen am Freitag und begab mich auf direktem Wege zum Tennishaus, da wir dort noch ein wenig aufbauen wollten. Plus, ich hatte noch die ganzen Schnäpse in meinem Kofferraum, da ich die einen Tag vorher bei Klingebeutel auf Kommission gekauft habe. Ich hatte also 8 Würfel Löwentor, 7 Würfel Roten und 7 Würfel Babalou im Kofferraum und die machten immer ein Spektakel, wenn ich über holperige Straßen gefahren bin. Dumm nur, das ich auf meinem Weg durch Heiligenstadt über ein Kopfsteinpflasterstraße fahren musste. Vor allem vergrößerte es nur die Vorfreude auf den Freitag. Daher habe ich sie auch erst am Donnerstag gekauft. Nach einer kurzen Umlade- kombiniert mit einer Aufbauaktion war ich auch schon wieder zu Hause und machte mich ausgehfertig. Da aber meine Zeitplanung sehr verstellt ist, kam ich gerade so pünktlich am Tennisplatz an. Vorbereitet auf böse Sprüche schloß ich das Tennishaus auf, aber nichts dergleichen kam. Dafür kam mir das gekühlte Bier gerade recht. Und kurze Zeit später war die Party im Gange. Der Grill wurde angefeuert und es regnete sich so langsam ein. Man gut das wir kein Spiel vorbereitet haben, denn das wäre alles ins Wasser gefallen. Dafür schmeckte das Bier doppelt so gut, da wir Krombacher und Becks geholt hatten. Becks war auch eine Forderung von mir. Aber das wird wahrscheinlich jeder anderen beiden auch sagen. Es ist aber auch ein fantastisches Bier. Ich hoffe das liest irgendwann mal die Becksbrauerei und schickt mir eine Euro-Palette Gratis-Bier vorbei! Und das sage ich total uneigennützig.

Ein weiteres Problem war, das ich wie gewohnt gut losgelegt habe beim Bier, denn ich war ja durstig. Meine innere Uhr sagte eindeutig Zeit für Bier. Doch ich hatte noch nicht gegessen. Ich befahl meinem Körper seine Ansprüche ein wenig zurück zu schrauben, aber er lachte nur hämisch und ließ mich eine weitere Flasche öffnen. Ich hatte also nur ein Chance. Nachdem ich also losgeschickt wurde den Grillanzünder zu holen konnten wir ja auch grillen. Der Grillanzünder sollte in der Garage vom Sporthaus stehen und ich war der Meinung das wenn von Grillanzünder die Rede entweder flüssiger Grillanzünder oder von mir aus auch kleine Brocken Essbit gemeint sind. Von wegen. Ich durfte dann eine Gasbuddel und einen Flammenwerfer über den Sportplatz buckeln. Für manche ist das halt ein Grillanzünder. Für mich ja auch, aber wenn ich gewusst hätte das ich das Ding quer über den Sportplatz schleppen durfte, dann hätte ich wen anders los geschickt. Glücklicherweise hatte ich ein Bier für unterwegs mitgenommen und machte eine kleine Vesper amanmMittelpunkt. Dafür bekam ich dann auch nicht das erste Steak oder Bratwurst. Könnte aber auch daran gelegen haben, das ich ein wenig im Inneren versackt bin. Was steht auch die Kühltruhe so verlockend in der Gegend rum uns lockt die ganze Zeit mit gekühlten Becks Flaschen. Als ich dann mein wohlverdientes Steak abholen wollte, bekam ich erstmal eine Wurst verpasst weil ich in dem Irrglauben lag, das die Steaks noch nicht fertig waren. Ein wohl vorbereitetes Ablenkungsmanöver von Görtler. Ich rächte ich indem ich noch ein weiteres Bier trank. Trotzdem gelang mir ein sensationelles Foto von Titte, als er mal wieder versuchte zu essen. Aber ich darf es unter Strafe nicht Online stellen. Besser gesagt, hebe ich mir das auf, bis es sich mal wirklich lohnt.Nach dem Essen, besser gesagt vor dem Essen lief natürlich Vollmer schon mit dem Löwentor durch die Gegend und verteilte ihn munter unter den Armen an die anwesenden Gäste. Da mußte ich also durch und schwor mir beim verzögerten Schlucken das ich keinen mehr trinken würde. Ich federleichtgläubiger. Nach dem Essen wurde mir fast im Automatismus die kleine Flasche mit dem Elixier des Ekels in die Hand gedrückt und wehe man hat sie unausgetrunken verschwinden lassen wollen. Da hat man gleich eine weitere Flasche vorgesetzt bekommen. Man glaube mir, ich habe vieles ausprobiert. Nichts klappt. Doch dann machte ich wohl den größten Fehler des Abends. Ich setzte mich an den Damen-Tisch. Es war nicht von Anfang an der Damen-Tisch. Hier machte ich es mir gemütlich zwischen Daniela und Sabrina. Dann waren da noch Näppchen, Anne, Sylvia, Christian und sporadisch der Fasel. Es dauerte auch keine zwei Minuten, als mir schon der erste Schnaps vorgesetzt wurde. Wenigstens ließ man mir die Wahl, mit welchem Getränk ich mich ins Land der Vergessenheit katapultieren wollte. Da ich aber eher der Scheiß-Egal-Typ unentschlossene Typ und probierte mich durch. Nicht das mich jetzt eine Schnapssorte besonders angesprochene hätte, da ich eh eher der Korn-Typ bin. Aber was macht man nicht alles um der Damenwelt zu gefallen. Dazu wurde klassische Bier gereicht. Mein Gewissen machte schon eine Liste mit Ereignissen bei denen ich böse abgestürzt bin, wenn ich Bier und Schnaps getrunken habe, aber ich ließ es erstmal schreiben. Bis das Gewissen fertig wäre, hätte ich mich eh schon in einen Zustand gebracht, wo ich nicht mehr Lesen könnte. Man gut, das es nicht weiß wie man einen Computer bedient. Die Gesprächspartner wechselten sporadisch, aber eins bleib immer. Der Schnaps. Und damit kommen wir zu dem Teil, wo die Zeitschiene ausgeblendet werden muß, denn ich kann mich nicht wirklich an alles erinnern.

Während ich also mit dem Mädels am Tisch saß und das Katapult welches mich ins das Land ohne Zeit katapultieren sollte weiter spannte, als es jemals ein Mensch getan hat zeigte mein Mobilfunkgerät eine Kurznachricht an. Die liebe Kathrin hat mal wieder geschrieben. Und nach einigem hin und her konnte ich sie noch überreden auch nochmal vorbei zu kommen-. Sie war zwar vorher auf dem Schützenfest in Duderstadt, was aber mit ziemlicher Sicherheit ein Scheißdreck gegen Mannschaftsfeier des FC Westerode ist. Sie kam dann auch noch vorbei und bleib aber nicht lange. Was ja sehr schade ist, denn jede Party gewinnt ungemein an Unterhaltungswert wenn Kathrin da ist. Vielleicht war sie aber auch erschrocken über den exzessiven Alkoholmißbrauch Alkoholkonsum und den fortgeschrittenen Sprachbehinderungen einiger Teilnehmer. Damit meine ich jetzt nicht mit. Denn obwohl der Chief Heavy-Tongue bereits sein Tipi auf dem B-Platz aufgeschlagen hat, hab eich erst einen Warnungspfeil geschickt bekommen. Zu dem Zeitpunkt jedenfalls. Es wird auch verdammt schwer, den Titel ”Strammsack des Abends“ zu verteilen. Wirklich alle standen auf der Anwärter-Liste. Man hätte es sogar geschlechtermäßig unterteilen können, aber eine wirkliche Auswahl kann nicht getroffen werden. Denn die Auswertung ist nicht verlässlich, da die Jury selbst zu den höchsten Aspiranten gehörte. Habe ich schon erwähnt, das die Jury nur aus mir besteht? Kommen wir aber auf einen wohl bekannten Aspiranten. Der Vollmer versuchte sich nämlich im Schnelltanz. Eigentlich seine Königsdisziplin und er hat sie würdig vertreten. Dank des rutschigen Bodens gab es zwar ein paar Abzüge in der B-Note, aber die konnte er locker verkraften, da er technisch einen sauberen Auftritt hinlegte. Herausgefordert wurde er von Finke und von Stopper. Finke, ein alter Veteran des Faxen-Dance gab eine gute Leitung zu Parkett konnte das Publikum nicht recht überzeugen. Und wie ich gerade feststellen mußte gibt es Videoaufnahmen von Stopper. Die Analyse hat gezeigt das er trotz vorgerückter Stunde einen sicheren Stand hatte. Allerdings sind die Proben noch nicht vom Doping-Test zurück da das Wettkampfgericht vermutete das mit illegalen Mitteln (z.B. Schierker Feurstein) gedopt wurde. Nachdem ich Rücksprache mit dem Akteur genommen habe, werde ich das Video vielleicht noch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ich hoffe es kommt durch die Zensur. Vereinzelt wurde auch gesehen wie sich Gruppen am Tanzwettbewerb beteiligen wollten. Allerdings kam hier das frühe Aus, durch Koordinationsschwierigkeiten seitens der gesamten Gruppe. Wenn Näppchen aber auch so geschaukelt hat. Wenn manche Dinge aufeinander treffen, dann kann es schnell zu Eskalationen kommen. Nehmen wir ein Eishockeyspiel zwischen Deutschland und Frankreich. Größtenteils geht es zivilisiert durch. Ab und an fällt ein Franzose mit Geschwindigkeit in die Bande (zu Recht, übrigens), dann gibt ein eine Massenschlägerei auf dem Eis und am Ende gewinnt Deutschland. Ober wir nehmen Bierpumpe und Jemand hat ein orangenes T-Shirt an. Diesmal war der Jemand der Andre, der dieses besagte t-Shirt auch schon bei der WM bei einem Deutschland an hatte. Ich wies ihn damals schon drauf hin, das es verdammt Holland-lastig aussah und wies ihn darauf hin das Baumwolle verdammt gut brennt. Aber e wollte ja nicht hören. Nun hatte ich mittlerweile genügend Schnaps und Bier getrunken und stimmte nun Holland-Jubel-rufe a la ”Hüpp Hüpp Holland“ an. Gebracht hat mich auf die Idee mal wieder der David. Er erinnerte mich außerdem an die Fete in Göttingen, wo ich die wunderhübsche, mit irgendwie bekannte Unbekannte getroffen habe. Dort soll ich ähnliche Aktionen mit einem mir vollkommen Unbekannten an der Theke gestartet haben, nachdem ich Canabis-Likör einen seltsam schmeckenden Likör konsumiert habe. Aber Andre versteht ja Spaß und hat glaube ich auch mitgemacht.Leider kann ich nicht mehr über den Freitag berichten, denn mein Gehirn gibt die Informationen nicht mehr preis. Ich vermute mal aus Selbstschutz, worüber ich auch nicht sonderlich böse bin. Denn wer weiß wozu es gut ist. Auch intensives Befragen derjenigen, die zu dem Zeitpunkt noch da waren brachte keine weitere Erkenntnis. Mir ist nur aufgefallen, das jeder den gleichen Gesichtsausdruck bekommt, wenn ich ihn auf den Abend anspreche. Anscheinend gab es eine kollektive Gedanken-Extraktion von einem Außerirdischen, der wohl wieder an Geld beim intergalaktischen ebay kommen will.

Als ich Samstag die Augen öffnete war ich dann doch sehr erstaunt wie ich in mein Bett gekommen war, denn ich konnte mich an absolut gar nichts mehr erinnern. Weder an den Heimweg noch an die letzten drei Stunden. Es war bestimmt auch in dieser Zeitspanne, als wir abgemacht haben, wann wir uns zum Aufräumen treffen wollten. Aber Ingo war ja nur eine kurze SMS weit weg. Und nach wenigen Minuten wusste ich das wir uns um 1000 Uhr treffen wollten. Die Uhr zeigte 1003 Uhr. Also dann raus aus den Federn und gleich wieder Retour, denn mein Kreislauf wollte noch nicht so wie ich wollte. Ich war aber stärker und zwang ihn sich zusammen zu reißen. Unten angekommen fand ich nur den David vor, der schon eine halbe Stunde dort war und als ich das Tennishaus betrat wurde mir schelcht. Es sah aus als wäre während unserer Abwesenheit eine Horde Büffel durch das Tennishaus marschiert. Und sie haben nicht nur alles kaputt gemacht sondern gleichzeitig das ganze Bier ausgetrunken und den Schnaps vernichtet. Wenn ich die Büffel erwische, dann können die sich aber auf etwas gefasst machen. Nach und nach trudelten alle ein und als wir dann alle Aussagen zusammengefasst haben und die Fehlinformationen heraus gefiltert hatten war klar, das gar keine Herde Büffel da war. Besser gesagt wir waren die Büffel und haben wirklich alles ausgetrunken und ein großes 3-Liter-Weizenglas kaputt gemacht. Das ist aber wirklich von der lauten Musik vom Regal gefallen und hätte beinahe Philip erschlagen. Nicht auszudenken was wir ohne Philip gemacht hätten.

Abends ging es dann zu Ingo. Der hatte zum Grillen geladen und im Anschluß wollten wir dann noch zum Schützenfest und eventuell in s Glashaus. Wir, das waren, Carsten, Stefan, Ingo und ich. DA mein altes Problem mit der Zeit wieder auftrat kam ich geringfügig zu spät. Was ja sonst nicht meine Art ist, denn es gibt nichts, was ich mehr hasse als Unpünktlichkeit. Da wir aber eh noch bei Ingo bleiben wollten, war es nicht ganz so schlimm. Der Grill lief jedenfalls schon, nachdem ich mir den Anschiß von Ingo abgeholt habe. Doch was viel besser war, war die Tatsache, das ein gekühltes Becks-Fäßchen auf der Küchenanrichte stand. Den Anfang machte dennoch ein eiskaltes Becks aus dem Kühlschrank. Herrlich, wie dieses wunderbare Getränk den Gaumen zu verwöhnen weiß. Ich hoffe die Becks-Brauerei liest das hier wirklich! Der Grill lief auch schon und warteten eigentlich nur noch auf Stefan, damit die Fleischstücke auf dem offenen Feuer gegart werden konnte. Mittlerweile hatte Carsten einen Kopfkrauler oder so etwas in der Art entdeckt. Am Besten lässt es sich beschreiben mit einem Schneebesen der an dem Ende wo die ganzen Drähte raus kommen abgeschnitten wurde. Allerdings nur der bogen, damit die einzelnen Drähte noch vorhanden sind. Diesen kann man jedoch keinesfalls einfach so auf den Schero stecken, da die scharfen Kanten deutliche Spuren hinterlassen würden. Also hat man kleine Plastikügelchen auf die scharfen Enden gesteckt. Seine wohligen Laute beim Benutzen des Kopfkrauler verwirrten mich am Anfang sehr, da ich mir nicht vorstellen konnte, das es so angenehm sei. Er bot mir an es an meinem Schero auszuprobieren und in meinem jugendlichen Leichtsinn stimmte ich zu. Als er ansetzte dachte ich meine Wirbelsäule explodiert. Es fühlte sich an als würde jemand mit einem großen Hammer direkt auf den Kopf hauen. Man spürte zwar nicht den Schmerz, wohl aber den Druck die Wirbelsäule hinunter laufen. Nachdem ich das dann selber ausprobiert hatte, war es doch recht angenehm. Manche Leute haben echt ein Universum an Zeit um sich so einen Mist auszudenken.

In der Zwischenzeit ist dann der Stefan auch erschienen und wir konnten den Grillrost mit Fleisch belegen und hoffen, das Ingo’s Grill genügend Hitze erzeugen konnte. Denn wir hatten vom Mannschaftsabend noch ein paar Steaks über und erst jetzt im nüchternen Zustand bemerkte ich, das es ganz schöne Riesendinger waren. Zwei von den Normalen könnten den Rost komplett ausfüllen. Ich entschied mich dennoch für ein kleines, da mein Hunger nicht so groß war und außerdem wollte ich genügend Platz für das Becks lassen. Und Stefan hatte als Mitbringsel noch eine Flasche Havana Club mitgebracht, die auf jeden Fall auch noch in Angriff genommen werden wollte. Laut Ingo jedenfalls. Während wir dann also so rumsaßen und Bier tranken, lief im Fernseher irgendein Liebesfilm harter Action-Kracher, der sehr schlecht synchronisiert war. Aber was guckt man sich nicht alles an um die Zeit bis zum Boxen rum zu kriegen. Das warten hat sich aber nicht gelohnt da es ein unspektakulärer Kampf war. Man gut das ich kein Boxen-Fan bin, denn sonst hätte ich mich echt geärgert. So sah ich aber die guten Seiten, denn der Havana Club hat sich in unsere Runde gesellt. Und die Entscheidung noch auf dem Schützenfest vorbei zu gehen ist beiseite gelegt wurden. Der Weg ging ohne Umwege ins Glashaus. Stefan hatte ein wenig gehofft, das uns der Weg nicht dahin tragen würde, da er wohl am Abend vorher ordentlich zugeschlagen hatte. Ingo und ich aber auch und so konnten wir ihn überzeugen, das wir doch ins Glashaus fahren würden. Besser gesagt ließen wir ihm keine andere Wahl.

Das Taxi brachte uns auch ohne Umwege nach Worbis. Zwar überteuert, aber wir waren da. Motto des Abends war Malotze-Party. Na super, genau mein Musik-Geschmack. Aber dann dürfte ich ja gar nicht ins Glashaus gehen. Also Ohren auf Durchzug stellen und die Augen offen halten. Kenner wissen warum. Nach dem Eintritt in das Schnittenparadies Glashaus war zunächst die schwierige Frage wohin sich unser Weg ziehen wird. Ich war allerdings strikt dagegen in das Magic zu gehen. Also wandten wir uns in Richtung Arena. Und die Wahl war gut. Carsten, in seiner fürsorglichen Art, sorgte zunächst Mal für Bier Nachschub. Eigentlich eine Beleidigung, nachdem mein Gaumen sich an den Havana gewöhnt hatte, aber überraschenderweise gab es keine Wiederworte von allen Organen. Ein gutes Zeichen und es bleib dann erstmal beim Bier. Wenn man denn Zeit hatte es zu trinken. Zunächst zog ein seltsamer Mann meine Aufmerksamkeit auf sich. Sein Tanzstil war unnachahmlich und ich ärgerte mich ein wenig das Felkl nicht dabei war. Denn dann würde der Spaß jetzt erst richtig losgehen. So, aber wurde mein Blick schnell von einigen jungen Damen angezogen, die sich im Hintergrund von dem lustigen Mann befanden. Eine von denen konnte Ingo als Mitarbeiterin einer Apotheke in Duderstadt identifizieren. Nun fiel es wirklich schwer den Mund mit der Bierflasche zu treffen. Bei so viel Ablenkung in Form von weiblichen Wesen bedarf es schon starker Konzentration und einer immensen Willenskraft die Flasche überhaupt auszutrinekn. Doch dank meiner jahrelangen Erfahrung schaffte ich diese Hürde mit Bravour. Ich war stolz auf mich. Auch wenn die Hälfte von dem Bier aus meinem offenen Mund wieder heraus lief. Das Glashaus wartete wieder mit einer Sinnesüberreizung sondergleichen auf. Das kann doch für einen normalen (männlichen) Organismus nicht gut sein.

Nach ein paar Runden setzen wir unseren Weg in den Krengeljäger Club Havana fort. Den Namen kann man echt scheiße abkürzen. Nun ja, dort angekommen, lief die Malotze-Party auf Hochtouren. Da meine Ohren nicht aufnahmebereit waren, empfand ich nur rudimentären Schmerz. Es tat zwar weh, aber ich ignorierte ihn und konzentrierte mich lieber auf die GoGo-Show zweier Strandnixen. Die war zwar nicht sonderlich spektakulär, aber wenigstens mußte man nicht der Musik zu hören oder irgendwelchen Spacken beim Cool sein zu gucken. Nach einer Weile verlagerten wir dann unseren Platz quer über die Tanzfläche , da dort mehr Platz war und man bessere Sicht hatte.

Ingo platzierte sich sehr thekennah, was mir nur die Option übrig ließ mich unterhalb der Theke zu positionieren, was schon halb auf der Tanzfläche ist. Sehr toller Platz. Da stand ich also und hielt mich an meinen Becks fest. Ich war ein wenig wenig betrübt, da meine Lieblingsbedienung nicht da war und das an der Theke an der sie üblicherweise bediente nur ein gebräunter Lackaffe stand und mir kein Becks verkaufen wollte, da es an der Theke nur Havana gab. So gut drauf stand ich dann dort als sich eine kleine, blonde, hübsche Gestalt mit einem zauberhaften Lächeln vor mir aufbaute und mich fragte wie es denn so gehen würde. Ich antwortete höflich und der Mob drückte sie weiter. Ich konnte gerade noch ihr Lächeln erhaschen als sie um die Ecke verschwand und in dem Moment fiel mir ein wer das war. Eben jene Lieblingsbedienung, die sich immer freut, wenn ich bei ihr bestelle und die mir immer einen extra Schuß in meine Mischung gibt. Und sie hat mich wieder erkannt. Eigentlich wollte ich es so stehen lassen, aber das hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können. Denn in meinem Kopf spielte sich folgendes ab. Sie sprach mich an und bevor sie auch nur die ersten drei Wörter zu Ende gesprochen hatte, rotierten in meinem Kopf die Gedanken. Ich hatte sogar Angst, das die Mechanik so laut ist, das es außerhalb gehört wird. Sie lächelte mich an und ich war unfähig eine Gesichtsmuskel zu bewegen, da sämtliche Energien in mein Hirn umgeleitet wurden um nach dem Namen zu suchen oder wenigstens heraus zu finden woher ich sie kannte. Ein kleiner Automatismus muß aber dann doch vorhanden gewesen sein, denn als ich wieder zu mir kam, fühlte ich meine Mundwinkel nach oben zeigen. Der Denkprozess hielt jedenfalls an, als sie an mir vorüber schwebte und erst als sie mit ihrem zauberhaften Lächeln um die Ecke verschwand fiel mir ein woher ich sie kannte. Ohne die Theke habe ich sie gar nicht erkannt. Sie mich wohl aber doch.

Nun war ich gut genug drauf für ein weiteres Getränk, denn komischerweise hat sich mein Getränk irgendwie verflüssigt. Vielleicht in meinen Mund hinein, wer kann das schon sagen. Nebenbei lief ein Wet-T-Shirt-Contest. Mit gelben T-Shirts. Wie kann man denn bitte so etwas machen. Manchmal zweifele ich an der Intelligenz von machen Leuten. Aber so spektakulär war es dann doch nicht. Und nach dem Contest wurde es nach und nach immer leerer. Bis sich etwas in unser Leben tanzte. Sie war groß, schlank und hatte einen Hosenanzug an. Und sah fantastisch aus. Außerdem fing sie an einer Ecke an zu tanzen und bewegte sich leicht in unserer Richtung. Das Getränk hieß mittlerweile Havana Club. Nun waren wir uns unschlüssig, ob sie in unsere Richtung tanzte, wegen dem Havana Club, der Erdbewegung oder uns drei Spitzlumpis. Das wird sich wohl auch nie klären, denn irgendein Sprallo hat sie angesprochen und sie ist abwinkend abgehauen. Sie ist zwar nochmal aufgetaucht, aber das hat nicht lange gedauert. Ich organisierte gerade ein paar Getränke, als sie um die Ecke schoß und als ich zurück kam, konnte ich schon an den Gesichtern der Anderen erkennen, das sie wieder fort war. Carsten hatte sich dann auch mit seinen Kumpels abgesetzt, die er vorher getroffen hat und somit blieben nur noch Ingo, Stefan und ich. Ein letzter Streifzug durch das Glashaus brachte nur die er nüchterne Erkenntnis, das nicht mehr viel los war und die Lichter wohl bald angingen. Da wurde es auch für uns Zeit den Heimweg anzutreten. Es war nur sehr erschreckend, daß es schon sehr hell war, als wir aus dem Glashaus kamen und unsere Kutsche riefen. Der Weg von Otto Bock nach Hause wurde dann noch zu einer Abenteuertour, denn ich hoffte das mich niemand entdecken würde. Ich hoffe es war auch so.

Sonntag lag mal nichts an. Mann, war das langweilig! Zum Glück habe ich den Felkl besucht um ihm vom Glashaus vorzuschwärmen. Der Neid war im sichtlich ins Gesicht geschrieben.

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