Das Sportwochenende

Seltsamer Titel für ein Logbucheintrag von mir, aber Klarheit wird der folgende Text bringen. Denn an dem vergangenen Wochenende war das Sportfest in Westerode und, wie ich schon angekündigt hatte, ein Fußballturnier in Gerblingerode. Das bedeute für mich natürlich das ich mich körperlich auf diese Liebesertüchtigungen vorbereitet habe. Kurz gesagt habe ich mit Laufen angefangen und war froh das ich am Donnerstag zum Blut spenden gegangen bin, denn danach durfte man keine sportlichen Aktivitäten machen. Außerdem dachte ich nach dem Laufen am Dienstag, das meine Unterschenkel amputiert werden müssten.

Freitag telefonierte ich erstmal mit dem Felkl, ob er denn Bock hätte abends noch was zu machen. Und zu meiner Überraschung hatte er schon Bock was zu machen. Könnte auch daran gelegen haben, das kein Training war und da kann er dann seine Kräfte auf andere Dinge konzentrieren. Was aber noch viel mehr gezogen hat, war aber die Tatsache, das Sabrina auch Bock hatte irgendwo hin zu gehen, vermute ich jetzt einfach mal. Man erinnere sich an die Lanz-Bulldog-Theorie. Vorher wollten wir aber noch beim Sportfest vorbei gucken. Dort war zwar noch kein offizieller Beginn, aber die Bierbude war geöffnet. Das ist ja nun für mich schon ausreichend als Attraktion bei Festen. Um dem ganzen aber einen offiziellen Rahmen zu geben wurde der Freitag Abend als Übungsabend für das Kickerturnier deklariert. Hauptsache man kann die Bierbude aufmachen und sich zu schütten.

Der Wettergott hatte sich dann kurz vorher entschlossen die Schleusen zu öffnen und Unmengen an Wasser auf die gute alte Erde zu bringen. Das konnte meine Laune aber nicht sonderlich verschlechtern, da ich eh schon vom Wetter angenervt war. Ich passte also einen Moment ab in dem es nur 8 Liter pro Quadratmeter regnete und begab mich zur Felkl’schen Residenz. Dort mußte ich dann erstmal warten. Nicht das Sabrina nicht fertig war. Im Gegenteil. Sie war schon aufbruchsbereit. Nein, der feine Herr Felkl hatte mal wieder keine Schuhe an. Aber das ist man ja schon gewohnt. Allerdings kann man sich auch nicht sagen, das man einfach fünf Minuten später kommt, denn das heißt nicht automatisch, das Felkl dann schon fertig ist. Er fängt nämlich dann erst an sich die Schuhe anzuziehen. Rein rechnerisch, sollte man also fünf Minuten vorher da sein. Aber das nützt auch nichts, denn dann hat er mit ziemlicher Sicherheit noch keine Hose an. Also muß man die Verspätung gleich mit einplanen und schon ist man sauber. Die Schuhe waren an und wir konnten los ziehen.

Am Sporthaus selber erwarte uns gähnende Leere. Nur ein paar alte Herren waren da, die den Kicker vorher testen wollten. Der Kicker war ein Kicker mit Überlänge. Statt den üblichen vier Stangen hatte man hier acht Stangen. Das hieß das immer vier gegen vier Mann gespielt haben. Da wir vom Haribo Club auch eine Mannschaft gemeldet hatten, war es gar nicht so verkehrt, wenn man den ganzen Krempel vorher in Augenschein nimmt. Allerdings war die erste Haltestelle schon mal vorprogrammiert, da die Bierbude taktisch günstig am Eingang zum Sporthaus stationiert war. Die erste Runde ging dann sogar großzügigerweise auf Titte. Dort sah ich dann auch zum ersten Mal die T-Shirts die für den FC Westerode gemacht wurden. Auf Titte ihm sein Shirt stand aber nicht wie vermutet Titte, sondern Fürst. Ich vermutete vorerst das es von Dach-Fürst kommen würde, aber wurde später über den wahren Ursprung aufgeklärt.

Nach der ersten Runde kam dann auch der Philip um die Ecke und an seinem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, das er sich auch ein wenig mehr erhofft hatte, von einem Besuch beim Sportfest. Aber er wollte eh nicht lange bleiben und trank erstmal ein Pils. Kurzfristig testeten wir dann den Kicker. Felkl und Sabrina gegen Philip und mich. Allerdings ist es recht kompliziert den XXL-Kicker mit zwei Mann pro Seite zu bedienen. So kam es dann vermehrt zu Armverknotungen auf beiden Seiten. Wir wollten das alte ”Zu Null ’ne Runde“ Spiel machen, aber das stellte sich dann doch als recht kompliziert heraus. Und da die nächsten Tester schon warteten, erklärte ich mich bereit die Runde zu sponsoren. Irgendwer muß ja mal anfangen. Dann schneite der Fabian kurz mal herein und trank auch noch ein paar Pils mit. Aber so richtig konnte das Sportfest uns noch nicht zufrieden stellen. Die Fahrt ging also weiter zum MaxM.
Allerdings ohne Fabian, der am nächsten Tag arbeiten mußte. Philip ist mittlerweile auch weiter gezogen, da er noch zu einem Geburtstag mußte. Also blieben noch Christian, Sabrina und ich. Es war dann so auch nicht schwer einen Tisch im MaxM zu finden. Gut, die Bude war jetzt nicht brechend voll, aber wer schon mal versucht hat mit einer größeren Gruppe einen Tisch zu bekommen, weiß wovon ich hier rede. Dabei sind jetzt mal die Uneinigkeiten innerhalb der Gruppe außer Acht gelassen. Es gibt da ja immer welche, die nicht gerne im Zug sitzen oder die immer die Tür im Blick haben müssen. Mir ist das alles gleich, Hauptsache ich habe mein Bier im Blick. Da mit kommen wir auch schon zur Hauptsache. Da ich vorher schon Bier getrunken hatte, machte ich erstmal eine Sicherheitsbestellung von einem Weizen bei Inka. Ich war mit Felkl unterwegs, Inka brachte mir Weizen. Es kam mir vor wie ein Deja vu. Fehlte nur noch das der DJ gleich durchsagt, das auf der Tanzfläche nicht geraucht und nicht getrunken wird, Wolle Petry rein haut, auf der Tanzfläche Imke abgeht und man könnte meinen wir wären im Checkpoint gewesen. Da wir nun gerade in nostalgischer Stimmung waren beglückten wir Sabrina mit ein paar Klassiker-Geschichten aus unserem immensen Repertoire. Ich kann mir schon vorstellen, das es sehr anstrengend ist, wenn Felkl und dich erstmal loslegen aus der vergangenn Zeit zu berichten, das Schlimme ist, wir haben daran immer am Meisten Sapß. Sabrina war also das gefundene Opfer. Aber so viel leiden mußte sie ja nicht. Und vielleicht hört sie sich ja die Geschichten gerne an. Oder auch nicht. Wir haben sie aber nicht den ganzen Abend mit dem alten Mist gequält und ich denke sie hat alles ganz gut überstanden.

Dann trat Porno auf. Der war vorher bei den Wüstefelds in Mingerode zum Ballern und dachte sich es wäre eine gute Idee mir zu folgen. Aber er kündigte schon an, das die Reise bald in die Werkstatt weiter gehen würde. Schnitzel schrieb mir auch schon den ganzen Abend, wann ich denn in die Werkstatt gehen würde. Ich fühlte mich wie das Fräulein vom Amt und steckte andauernd die Kabel hin und her. Schnitzel war nun mittlerweile in der Werkstatt angekommen und Porno wollte dann auch hin. Ich bleib dann aber noch ein bisschen im MaxM, da es einfach zu gemütlich war, als das ich den Abend schon so früh zu einem so fiesen Ausgang zwingen wollte.

Die Zeit verging wie im Fluge und nach der ersten Runde Weizen bin ich umgestiegen auf Havana Club. Da er nicht auf der Karte stand, habe ich mich natürlich höflich danach erkundigt und Inka macht ja alles möglich. Der Abend konnte dann also weiter gehen. Leider ist es ja immer so, daß das Gedächtnis ein wenig zu wünschen übrig lässt, je mehr Stoff man sich antut, so war ich dann auch nicht mehr so sicher, wie viele Havana Club ich denn am Ende getrunken hatte. Dummerweise hatte ich auch keinen Kugelschreiber zur Hand, mit dem ich mir die Anzahl hätte notieren können. Vorausgesetzt ich hätte von vorn herein so weit mit gedacht. Da ich aber des Sprechens noch mächtig war, suchte ich mir meine Lieblingszahl aus und gab sie als Anazahl getrunkener Havana Clubs an. Leider standen zusammen gerechnet keine 19 Getränke auf der Rechnung, also versuchte ich es nochmal und hatte diesmal eine Zahl erwischt die in das Schema passte. Geht doch.

Der Weg vom MaxM in Richtung Westerode geht ja nun leider an der Werkstatt vorbei und wie der regelmäßige Leser sich bestimmt schon gedacht hat. Hielt das Auto von Christian wie von selbst an der Werkstatt und meine Tür sprang fast schon von alleine auf. Was sollte ich mich dagegen noch wehren?

An der Kasse wurde ich gleich nett begrüßt und mir wurde gesagt, das ich spät dran wäre, die Anderen seien schon drin. Das sind dann die ersten Anzeichen, das man viel zu lange die gleichen Etablissements besucht. Wobei ich aber einräumen muß, das ich nun schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Werkstatt war. Und trotzdem wurde ich wieder erkannt. In der Werkstatt erwarteten mich dann die üblichen Verdächtigen. Porno, Schnitzel und Kai mit Wiebke. Vor ihnen eine Flasche Jim Beam. Klasse, so brauche ich wenigstens keine Flasche mit zu trinken. Außerdem kostet der Wodka Red Bull nur einen Euro. Sollte ich wirklich meine Geschmacksnerven in das kalte Wasser stoßen und einfach einen Wodka bestellen. Sie waren ja im Moment auf Havana Club einjustiert. Eine krasse Änderung des alkoholischen Getränks könnte sie komplett durcheinander bringen. Aber ich ging das Risiko ein. Allerdings nur für drei Mischungen, dann war ich dem Zuckerschock nahe. Red Bull ist definitiv zu süß. Ich schwenkte wieder auf Havana Club Cola um und ließ Porno immer im Doppelpack bestellen. Zu irgendwas muß man ihn ja gebrauchen können.

Im Verlauf des weiteren Abends der weiteren Nacht konnte man an Pornos und Kais Gesichtern eine Zeitraffer Studie durchführen. Beiden konnte man jede Mischung ansehen. Und dementsprechend strichen wir die Segel und bestiegen die erste Kutsche Richtung Heimat. Porno muß wohl sein Gedächtnis für einen letzten Versuch feste Nahrung zu bekommen nochmals an geschmissen haben, denn aus all den gestammelten Wörtern konnte zwei ganz deutlich raus hören: ”McDonalds“ und ”Hunger“. Doch Schnitzel ist ja nur auf Pornos Gesundheit bedacht und würgte den Versuch gleich ab. Dafür wollten er und Kai ihn dann vor der Kirche in den Busch schmeiß0en. Ich war dann doch sehr überrascht, was Adrenalin so mit manchen Leuten machen kann. Porno zum Beispiel konnte plötzlich rennen. Und Kai, der Mann mit dem doppelten Kreuzbandabriß an beiden Knien, auch. Ich schonte jedoch meine Ressourcen und beschränkte mich auf das Kommentare geben. Wiebke wurde das alles ein wenig zu doof und ging schon mal vor. Kai flitze hinterher und somit bleiben nur noch Schnitzel und ich von der Werkstatt Besatzung. Aber nicht mehr lange.

Der Samstag begann und ich hatte absolut keine Lust auf zu stehen. Aber ich mußte irgendwann die Senkrechte Position erreichen, da ich ja noch beim Fußball-Turnier in Gerblingerode mitspielen sollte. Ja hier wir richtig gelesen. Ich mußte mitspielen, da wir sehr schwach besetzt waren. Wer mich schon mal Fußball spielen gesehen hat, kann sich nun vorstellen, das wir sehr schwach besetzt waren. Mühsam suchte ich meine Klamotten zusammen und aß zur Sicherheit Mittags ein Stück Zwiebelkuchen. Wer weiß wann man die Geheimwaffe benötigt!

Felkl holte mich ab und los ging es nach Gerblingerode. Mein primäres Ziel an diesem Tag war es wenigstens den Meter-Pokal zu holen. Die Mannschaft die die meisten Meter vernichtet bekommt auch einen Pokal und jedes Jahr waren wir dazu nicht in der Lage. Immer stand der sportliche Gedanke im Vordergrund. Aber ich bin geduldig. Irgendwann wird er auch in unsere Hände fallen. Wenn wir erstmal jedes Turnier gewonnen haben und der ersten Plätze überdrüssig geworden sind, dann schlägt meine Stunde. Am Glas spiele ich schon Bundesliga. Am Ball eher 3 Kreisklasse, F-Jugend. Aber jeder soll das machen was er am Besten kann. Anders würde die Geschichte aussehen, wenn der Rasen eine Eisfläche wäre und jeder Spieler einen Eishockeyschläger in der Hand hätte. Da würde ich oben mit spielen. Aber Fußball gehörte nie zu meinen Stärken. Fußball gucken und Bier trinken schon eher. Als wir dann ankamen und der erste Meer geordert wurde dachte ich, das ein Problem mit den Augen hatte, denn eine Mannschaft hatte tatsächlich schon 5 Meter au seiner Liste verbucht. Als ich mir den genauen Namen und Position habe geben lassen von der Mannschaft zerplatzen meine Träume vom Meter-Pokal wie die Bläschen des Schaumes auf einem frisch gezapften Bier. Die Mannschaft war definitiv zum Trinken her gekommen. Da wir den Pokal in Gerblingerode noch nicht geholt haben, konnte ich also auf wenig Schützenhilfe meiner Mitspieler hoffen. Nun ja, betrinken kann man sich ja trotzdem. Auch wenn ich meine Träume auf den Meter-Pokal ein weiteres Jahr nach hinten schieben konnte.

Vor dem Spiel ging es trotzdem erstmal an die Bier-Bude um zu testen ob man denn in Gerblingerode gutes Bier aus schenkt. Und dem war so. Doch lange konnte ich mich an dem Bier nicht laben, denn das erste Spiel stand schon an. Was? So früh? Das halte ich niemals durch. Doch wehren half nicht, ich mußte auf Grund unseres Mangels an fähigen Leuten mit ran. Aber ich bleib noch ruhig, denn ich sollte erst dann eingesetzt werden, wenn wir sehr hoch führen würden oder Jemand nicht mehr kann. Unter letzterem verstand ich das Jemand seine Extremitäten verliert. Also war ich in dem Punkt schon mal sicher. Doch der erste Grund sollte mir zum Verhängnis werden. Ehe ich mich versah stand es 3:0. Das war das Zeichen für die Anderen mich einzuwechseln. Leider ging dann die Definition des ”Hoch führen“ zwischen mir und meinen Mannschaftskollegen arg auseinander. 23:0, das ist für mich eine hohe Führung, aber 3:0? Ich weiß ja nicht. Es half aber kein lamentieren, ich stellte schnell mein Bier weg und ich lief auf den Platz und zeigte mal was ich für ein Fußballlegastheniker bin. Ich habe mich aber recht gut geschlagen. Einmal wurde ich umgeknüppelt was dann eine beweisbare Drecknabe an meinem Oberschenkel hinterließ. Und dann versuchte mich ein Gegenspieler schwindelig zu spielen und hat es geschafft. Ich befürchtete das mein Knie sich jeden Moment vom Oberschenkel lösen würde und wollte schon einen Termin bei Otto Bock machen. Ich fühlte mich wie Ewald Lienen anno 1981. Aber es blieb alles zum Glück dran. Als dann endlich der Abpfiff kam, hatte ich das Gefühl als hätte ich nur noch einen Lungenflügel und meine Beine spürte ich kaum noch. Ich musste feststellen, das der Sportplatz in Gerblingerode sehr schlecht belüftete war, denn ich bekam kaum noch Luft. Die Reserven die ich noch hatte, mobilisierte ich dann aber noch um den nächsten Meter Bier zu besorgen. Danach ging es mir besser. Ich wollte mich auch versichern, das wir keinen Chance auf den Meter-Pokal mehr hatten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Mannschaft mit den meisten Strichen lag weit vor uns. Meine Träume nahmen endgültig den Expresszug und verschwanden. Aber trinken kann man auch ohne Ziel. Und doch, eines Tages wird er mir uns gehören. HarHarHar

Der Meter kam und ihm folgte noch ein weiterer, der nicht mehr geschafft wurde. Jedenfalls nicht vor dem nächsten Spiel. Absolute Frechheit. Ich dachte das Trinkvergnügen hat Vorrang. Es half nichts, ich mußte mein Bier wieder abstellen und mich auf den Platz begeben in der Hoffnung, diesmal meine Kräfte ein wenig mehr zu schonen. Je mehr ich mich anstrengte auf dem Platz desto weniger Bier konnte ich trinken. Skandal! Same game, same procedure. Wir führten und ich mußte drauf. Ich wollte zwar nicht, aber da stieß ich bei meinen Kameraden auf taube Ohren. Ich vermute sie wollten mich spielen sehen. Sollten sie haben. Diesmal kam es sogar noch besser. Zu Anfang lief ich etwas planlos auf dem Platz umher und wurde immer wieder von der Bierbude angezogen. Doch dann stürmten wir mit drei Mann auf den gegnerischen Torhüter zu. Ingo legte den Ball auf Christian ab und Christian gab ihn mit einem gekonnten Hackentrick an mich weiter. Ich wollte ihn mit dem rechten Fuß versenken, semmelte ihn aber trotzdem schön daneben. Hätte ich in diesem Fall Schlittschuhe an, würde mich auf dem Eis befinden und hätte einen Eishockeyschläger in der Hand, hätte ich ein ballgroßes Loch in das Netz geschossen. Aber so, ging er nur daneben. Vielleicht auch besser so, denn ich hatte mir vorgenommen, das ich bei einem Torschuß mein Trikot ausziehen würde. Hätte ich das gemacht, wäre der Platz leer gewesen, da alle panikartig die Flucht ergriffen hätten. Was uns natürlich wieder Vorteile beim Meter-Pokal gebracht hätte.

Nun kam eine Pause, die von mir sehr Willkommen geheißen wurde. Ich nahm sie mit an die Bierbude und besorgte den nächsten Meter. Ja, ich hatte Durst. Auch wenn das eher selten vor kommt. Der Meter und zwei weitere wurden vernichtet und dann gings zum nächsten Spiel. Welches leider total verpfiffen wurde. Gegen uns natürlich. Aggressionen kochten hoch und wir fühlten uns sehr ungerecht behandelt. Aus lauter Frust trank ich noch ein paar weitere Bier. Beim anschließenden Spiel spielten wir dann Unentschieden und waren somit aus dem Rennen. Sowohl beim Pokal, als auch beim Meter-Pokal. Trotzdem tranken wir dann noch zwei weitere Meter und überließen das Aufschreiben, einer anderen Mannschaft. Wir konnten eh nichts mehr reißen und wer weiß ob sie es gebrauchen konnten.

Nach dem Duschen ging es dann flugs nach Westerode, wo wir dann noch bei dem Kicker-Turnier mitmachen sollten. Das wurde wohl vergangenen Woche beim Pfarrfest klargemacht. Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, das wir nicht mehr heile beim Kickerturnier ankommen würden, aber wer konnte den ahnen, das wir so früh ausscheiden würden. Nach der Ankunft in Westerode belagerten mich erstmal meine Jugendfeuerwehrleute und meinten mir mitteilen zu müssen, das ein paar Leute am nächsten Tag nicht können und deshalb würde der Kreiswettkampf ausfallen. Da kamen sie genau richtig. Ich hatte eh schon nicht die beste Laune und war angeheitert und dann solche Ausflüchte. Im Schnellgang klärte ich alles, machte einige Leute rund und schon klappte alles am Schnürchen. Manchmal glaube ich das die Jugendfeuerwehrleute das alles extra machen um mich dem Wahnsinn jeden Tage in Stückchen nähre zu bringen. Wie sang schon Rammstein: ”Der Wahnsinn ist nur eine schmale Brücke!“. Meine wird von Tag zu Tag schmaler und das ist nicht gut, vor allem dann nicht wenn man gerne mal einen trinkt.

Ich gehöre zu den Leuten die das Talent haben, sich an den Tisch zu setzen, an dem am meisten getrunken wird. Gemeine Leute würden jetzt behaupten, das es daran liegt, das ich an dem Tisch sitzen würde und das deswegen so viel getrunken wird. Aber ich weiß ja das keine gemeinen Leute mein Logbuch lesen. Jedenfalls setzte ich mich an einen Tisch und kurze Zeit später standen meterweise Bier auf dem Tisch und in der Mitte war ein Marken-Sammel-Haufen. Neben mir saß der Ingo, das bedeute schon mal das es ein lustiger Abend werden würde. Wenn wir Beide erstmal loslegen, dann wird es interessant. Leider kann ich den Inhalt unserer Konversation nicht hier nieder schreiben, da ich sonst die nationale Sicherheit gefährden und das Briefgeheimnis verletzen würde. Aber man kann sicher sein, das mit zunehmenden Bierkonsum und zunehmender Uhrzeit die Prekärität (<- gibt es das Wort eigentlich?) der Unterhaltung exponentiell zu nahm.

Nun wurde es aber auch Zeit für das Kickerturnier. Den Anfang bekam ich nur mit, als mich mein Saufkumpan Gesprächspartner darauf aufmerksam machte. Wie der geölte Blitz sprang ich auf und gefühlte 30 Sekunden später kam ich schon zum Einsatz. Ich sollte die vordersten Stürmer ablösen. Mein Gegenspieler, der Torwart und die Verteidiger, setzte sich aus Josef S. zusammen. Der gleiche Josef, der mir vor ca. zwei Wochen beim Markenverkauf bei der Schützendisco in Hilkerode seinen Zigarillo-Qualm ins Gesicht blies. Er lächelte als er mich sah und sofort sieht man die direkte Verwandtschaft zum Schmierpopel. Er war sich sicher einen Kicker-Novizen vor sich zu haben und fragte mit einem hämischen Grinsen nach meinen Kickerkünsten. Doch die Jugendraumzeit hat geprägt und nach einer bewährten Schub-Reinhämmer-Aktion beförderte ich den Ball in sein Tor und hinterließ beinahe ein kickerballgroßes Loch in der Pressholzplatte. Seine Augen weiteten sich und sofort schob er seinen Nebenmann an die Torwartposition. Es kann aber auch an den Vorwürfen seiner Mannschaftskollegen gelegen haben. Nach zwei weiteren Toren wechselte ich dann wieder und stand, wie von Zauberhand geführt, plötzlich an der Bierbude. Dort bleib ich dann auch erstmal.

Der Rest des Abends entzieht sich meiner Kenntniss. Das soll jetzt nicht bedeuten, das ich bewusstlos in der Ecke gegelne habe, doch ich bekomme die zetiliche Reihenfolge nichtmehr hin., Ich weiß aber das wir vom Haribo Club das Turnier gewonnen haben. Was andere Leute recht schnell wieder vergessen haben. Fabian erkundigte sich wohl am nächsten Tag, wer denn das Kickerturnier gewonnen hätte, obwohl er selber beim Haribo-Club mitgespielt hatte. Schlimm, schlimm, schlimm. Es könnte aber auch daran gelegen haben, das wir eine Zeit lang an der Theke zusammen gestanden und ordentlich getrunken haben. Ich will es aber nicht beschwören. Die Fluktuation meiner Gesprächspartner war eh sehr hoch, da weiter gekickert wurde und der Besuch der sanitären Einrichtungen nicht ausblieb.

Es war ja eigentlich geplant den Abend noch an einem anderen Platz ausklingen zu lassen. Primär Göttingen oder Worbis. Doch je länger wir dem Biergenuß frönten, desto unwahrscheinlicher wurde es, das wir noch irgendwo anders hingehen würden. Das erste Mal fragte ich den David, ob wir denn heute Abend noch nach Göttingen fahren wollten, in Gerblingerode. Da verneinte er entschieden, mit dem Hinweis, das er am nächsten Morgen früh raus muß. Warum Göttingen? Weil da van der Grinten sein 1jähriges Bestehen der Hypnosepraxis feierte. In süßer Erinnerung denke ich an den Abend vor einem Jahr zurück. Dort traf ich die wunderschöne Unbekannte, die mir irgendwoher bekannt vorkam, und die mir mindestens zwei Monate nicht aus dem Kopf ging. Meine Hoffnung waren dementsprechend groß, das wir dort noch hinfahren würden. Also bleib ich hartnäckig bei David am Ball. Eine weiter Frage am späten Nachmittag brachte schon mehr Erkenntnis, denn David antwortete nun mit einem entschlossenen ”Vielleicht!?!“. Doch der Abend war nun zu weit fortgeschritten, als das sich eine Fahrt nach Göttingen noch gelohnt hätte. Ingo und ich hatten ja eh schon früh beschlossen noch eine andere Lokalität aufzusuchen. Doch als ich uns Beide so ansah, hatte das alles keinen Sinn mehr. Köppel sah auch nicht viel frischer aus. Nur die Näppchen, die war noch voller Tatendrang. Außerdem redete sie mir mal wieder ins Gewissen, das ich doch endlich mal einen Vorstoß bei einer gewissen jungen Dame machen sollte. Sonst wird das nie was. Ich erörterte ihr mein weiteres Vorgehen und erhielt sogar ihre Zustimmung. Nett, wie sie an mich denkt.

Nun war aber endgültig die Zeit des Aufbruchs gekommen und David wollte noch in die Werkstatt. Normalerweise wäre ich jetzt mitgefahren und wäre als erstes in die Werkstatt gestürmt. Doch eine kleine feine Stimme in einem entlegen Winkel in meinem Gehirn klang durch den Nebel des Alkohol und erreichte irgendwie mein inneres Ohr. Sie ermahnt mich an den Kreisjugendfeuerwehrwettkampf und den Weg nach Güntersen. Und ich entschloß mich nach Hause zu gehen, damit ich am nächsten Tag fit bin. David und Morchel sind dann trotzdem in die Werker gefahren. Doch kommen wir zurück zur Stimme. Sollte es etwa die Vernunft sein? Kaum vorstellbar! Ich werde mich nun dringend untersuchen lassen. Nicht das so was öfters vorkommt. Als nächstes kommt ein weiterer Selbstversuch am kommenden Wochenende.

Der Weg nach Hause ging wie von selbst, denn ich hatte ja Fabian Florian als Begleitung. Um ehrlich zu sein, bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Sonntag früh, ich erwachte und es ging mir gut, denn ich hatte noch eine Stunde Schlaf vor mir. Nach der Stunde fühlte ich mich wie frisch aus einer Waschmaschine. Mein Kopf tat unglaublich weh und was mich erwartete versprach keine Besserung. Kreisjugendfeuerwehrwettkampf, drückendes Wetter und quengelde Jugendliche. Auf der Fahrt nach Güntersen habe ich mich erstmal schön verfahren. Aber wer weiß denn schon wo Güntersen liegt. Ich! Wer da mal hin will, kann sich bei mir Auskunft holen. Der Wettkampf an sich, war äußerst schlecht organisiert, da man die üblichen Flachzangen an den taktischen wichtigen Positionen aufgebaut hat. Anmeldung für den B-Teil, als zufällig gewähltes Beispiel. Der Typ war so verwirrt und schläfrig, das ich kurz davor war auf den B-Teil zu verzichten und wieder nach Hause zu fahren. Hat jemand ”Falling Down“ gesehen?

Nach dem Wettkampf ging es dann zum Sportplatz, wo das Sportfest für die Abendunterhaltung sorgte. Dabei wollte ich gar nicht lange bleiben!

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