Ingo nimmt die Hürde

29/07/2007

Guten Morgen liebe Gemeinde. Wie ich sehe haben wir uns wieder zahlreich versammelt um den Geschichten von Bierpumpe zu lauschen. Und lasst euch sagen, das es wieder ein ganz schlimmes Wochenende war. Der Freitag sollte eigentlich als ruhiger Abend genutzt werden, so jedenfalls manifestierte sich der Gedanke in Pitsche Kopf. Warum? Weil am Samstag der Ingo 30 wurde und das sollte dann richtig gefeiert werden und wir alle wissen, was Pitsche unter richtigem feiern versteht. Tauchen wir nun ein in eine Welt der Extreme, in der Türen aufgestoßen werden, die lieber verschlossen geblieben wären. Folgt mir in eine Welt der verzerrten Wahrnehmung. Wir übergeben nun an unseren Hauptredner. Bitte keinen Applaus und keine Aufforderungen zur Zugabe.

Ich weiß zwar nicht wer das oben geschrieben hat und woher er seine Informationen hat, aber er hat vollkommen recht. Ich hoffe nicht das ich schizophren bin. Das wäre fatal. Andererseits würde es so einiges erklären. Nun ja, kommen wir zum eigentlichen Thema. Entgegen seinem Wortlaut war der Freitag alles andere als frei. Aber von irgendwo her muß ja das Geld zum Abballern für den Lebensunterhalt kommen. Nach der getanen Arbeit ging es dann zum Sportplatz. Diesmal aber nicht zum Training, sondern zum Spiel. Damit wir besser in die neue Saison starten wurden in den nächsten Wochen ein paar Vorbereitungsspiele angesetzt. Diesen Freitag ging es gegen Herzberg. Ich kam aber trotzdem erst zur zweiten Halbzeit, da ich noch ein paar Sachen zu Hause zu tun hatte. Und damit meine ich nicht Schlafen oder Bier trinken. Bevor ich mich dann zur Seitenlinie begeben konnte mußte ich dann erstmal dem Titte gratulieren. Der hatte nämlich am Donnerstag Geburtstag und ich hatte es vergessen. Die Schelte durfte ich mir am Donnerstag schon per Telefon anhören und daher war ich halt in der Gratulationspflicht. Ich nahm es aber gleich zum Anlaß und gab ihm ein Bier aus. Nicht ohne Hintergedanken, denn so konnte ich mir selber auch gleich eins organisieren. Jaha, Fuchs muß man sein, nicht nur ein buschigen Schwanz haben.

Derart ausgerüstet begab ich mich dann zur Seitenlinie und verfolgte das Spiel von dort. Wir spielten unentschieden, was an sich ja eine recht gute Leitung war. Im Anschluß gab es dann erstmal eine Kiste von Titte auf seinen Geburtstag. Nun war meine Stunde geschlagen. Die eine Flasche Bier die ich mir für die zweite Halbzeit mitgenommen hatte hielt nicht gerade lange und mein Gaumen ist auf den Geschmack gekommen. Dort stand ich also und war in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite wollte ich mich schonen und nicht so viel trinken, da ich für den Samstag Abend genügend ausgeruht bin und auf der anderen Seite gab es da Bier. Nun könnte ich hier seitenlang über den inneren Konflikt referrieren, aber das erspar ich meinen Lesern mal, auch in Anbetracht dessen, das ich mich ja kürzer fassen wollte. Daher mache ich es kurz und lasse die Bombe platzen. Zur großen Überraschung aller hielt ich mich vorerst an das Bier. Während wir dann so in der Runde standen wurden gleich die Pläne für den weiteren Abend offenbart. Wie es aussah wollten Philip und Görtler noch was machen an dem Abend. Da ich nun schon beim fünften Bier war hatte mein Hirn auf Unternehmungslust geschaltet und bevor ich irgendwas dagegen machen konnte hörte ich mich selber sagen, das ich mit von der Partie bin. Begeistert von der Idee die mein Mund gerade vorgebracht hat machte ich mir spontan ein neues Bier auf.

Philip und Görtler mußten sich dann noch frisch machen, sprich anständige Hosen anziehen und dann konnte es auch schon losgehen. Wir verabredeten uns also im Feuerwehrhaus. Eine sehr gute Wahl, denn dort konnte ich weiterhin meinen Biergenüssen frönen. Und es war eisgekühlt. So wartet ich dann alleine im Feuerwehrhaus und war froh das ich meinen Spiegel dabei hatte und wartet bis dann endlich der Görtler mal ankam. Der hatte dann auch gleich gute Nachrichten. Philip würde gleich kommen und er hatte vier Damen im Gepäck. Die hatte er nach eigenen Aussagen am Vorabend in der Werkstatt kennen gelernt und für den Abend eingeladen. Wäre es nicht Philip von dem wir hier sprechen hätte ich es nicht geglaubt. Aber ich kannte ja den Hauptprotagonisten. Nicht vorzustellen da er mal bei mir in der Jugendfeuerwehr war. Also von mir hat er das nicht gelernt!

Philip kam an und die Damen kamen kurz nach ihm und ich bin stolz zu sagen, das ich mich noch an alle Namen erinnern kann. Annabell, Johanna und Kati. Ehrlich gesagt hätte ich hier auch Fantasienamen hinschreiben könne, das kann ja eh keiner nachvollziehen. Görtler mußte sich ja kurz nach unserer Ankunft schon wieder nach den Namen erkundigen. Aber es waren alle drei nette Mädels. Ein Hauptgrund warum sie mir so sympathisch waren, war, das sie mich auf 23 Jahre geschätzt haben. Nachdem dann das Gelächter von Philip und Görtler verklungen war und ich mein wahres Alter offenbarte, meinten sie ich hätte mich gut gehalten. Nicht das ich mich meines Alters schäme oder mir Gedanken mache das ich nun schon 28 bin. Einzig allein mein 30ster Geburtstag im nächsten Jahr macht mir Angst. Nicht die Zahl, aber das was mich erwartet. Doch genug der Zahlenzauberei, die große Endstation, jedenfalls für einige von uns hieß die Werkstatt. Welch große Überraschung.

Und die große Überraschung war das mal gar nichts los war in der Werkstatt. Sonst wird man ja immer tot getreten dort. Nicht wirklich. Die Getränkewahl wurde mir nach wenigen Minuten auch abgenommen, da Philip schon recht eigenständig eine Flasche Wodka bestellt hatte. Also war der Abend für mich besiegelt. Ich verabschiedete mich auch weiterhin von einem Ausschlafen am nächsten Morgen. Energy Drinks wirken bei mir immer zeitversetzt. Und los ging die Abschuß-Parade. Kurz nachdem ich mir dann die erste Mischung zugeführt hatte, erblickten meine Augen Kathrin, Heike und Kerstin inklusive ihrer großen…. Nach einer kurzen Begrüßungsphase, die natürlich bei solch hübschen jungen Damen ausgekostet wurde, konnte ich sie überreden, etwas weiter mit nach vorne zu kommen, da sie recht weit hinten in der Werkstatt saßen. Außerdem macht es sich schlecht wenn man bei Unterhaltungen immer so schreien muß. Ich mußte meine Stimme schonen um Ingo am nächsten Tag anzufeuern.

In der Zwischenzeit hatten sich die anderen Damen schon mit Getränken versorgt und sangen nun zu den größten Hits der Werkstatt in einen Löffel. Ja ich weiß wie das jetzt klingt und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, das ich noch nicht zu betrunken war um das nicht klar und deutlich gesehen zu haben. Leicht verwirrt machte ich mich dran die Falsche ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. Im weiteren Verlauf kamen dann noch Porno, Schnitzel, Böning und Tobi dazu. Die waren vorher in der Stadt unterwegs und haben sich gedacht, das es wohl recht spaßig sein könnte nochmal in der Werkstatt vorbei zu gucken. So schnell kann man sich irren. Die Flasche lohnte sich nicht wirklich mehr zu teilen und als sie dann endlich alle war wollten die Damen noch nach Wulften. Aus meiner Bundeswehrzeit kannte ich den Laden und setzte einen erstaunten Blick auf. Wulften ist quasi eine Kneipe in der man sich abballern kann und es wird laute Musik gespielt. Disco kann man dazu wirklich nicht sagen. Es ist halt Wulften. Nun ja, meine Meinung zu den Schuppen behielt ich aber für mich und wünschte den jungen Damen noch viel Spaß und einen schönen Abend. Da Philip auf jeden Fall mitfuhr boten sie an mich dann auch wieder nach Hause zu fahren. Nach einer sehr kurzen inneren Diskussion entschied ich mich für das Werkstattlos. Außerdem konnte ich mich nun voll und ganz Kathrin, Heike und Kerstin widmen. Tobi machte zwar noch den Vorschlag eine weiter Flasche zu holen, aber da lehnte ich dankend ab. Das größte Problem war halt das wir uns die Flasche nur zu Zweit hätten teilen müssen, da die Anderen abgehauen waren. Bei Schnitzel konnte ich das ja noch verstehen, aber große Enttäuschung bereitet mir der Porno. Was war nur los mit dem Bengel. Sonst zieht er immer bis zum bitteren Ende durch, doch in letzter Zeit kackt er immer öfter ab. Vielleicht gibt es ja Probleme mir seinem Lanz?

Die Entscheidung war gefallen, wir holen keine neue Flasche mehr, dafür investierten wir unser Geld in Mischungen. Nach all dem süßen Red Bull Krempel kam mir der Umstieg auf Havana Club Cola gerade recht. Ich bestellte eine Runde für Tobi, Kathrin, Kerstin und mich und vergaß glatt zu sagen, das ich keine Zitrone in meinen Havana haben wollte. In der Hoffnung, das sie mich und meine Trinkgewohnheiten hier ja schon kannten hielt ich es nicht für notwendig. Sie brachte auch das Getränk der Götter ohne Zitrone, stellte es hin und kassierte. Bei der Geldrückgabe fiel ihr dann ein, das sie ja die Zitrone vergessen hatte und haute einen ordentlich Schuß hinein. Bevor ich reagieren konnte war es schon zu spät. Warum mußte ich auch mein Geld verstauen?

Ich unterhielt mich dann ein wenig mit den Brüsten von Kerstin und während des Gesprächs ist rapide auf meiner internen Rangliste gestiegen. Wie sich herausstellte war sie für ein Jahr als Au Pair in den USA. Da hat man bei mir natürlich einen Stein mehr im Brett. Frauen die englisch sprechen und auch noch in den Staaten gelebt haben sind mir auf Anhieb symphatisch. Das kann nur getoppt werden, wenn man direkt aus den Staaten kommt. Fragt mich bitte nicht warum, aber es muß wohl an meinem Faible für Amerika liegen. Wobei ich im Moment mehr Richtung Kanada tendiere. Kein Wunder wird Eishockey dort ja in drei Meter großen Lettern geschrieben. Kerstin schaffte es sogar immer weiter die Rangliste hinauf zu steigen, als sie mir erzählte das sie in Detroit war. Eins meiner vielen Lebensziele ist es mal nach Detroit zu fahren und dort einem Spiel der Red Wings beizuwohnen. Wenn ich das auf meiner Liste abgehakt habe kann ich mit ruhigem Gewissen in den Himmel hinauf fahren die Hölle hinab steigen. Sie hätte noch mehr Plätze gut machen können wäre sie bei einem Eishockeyspiel gewesen, aber sie war wohl ”nur“ beim Basketball und beim Football, hat aber die JoeLouisArena gesehen. Die Glückliche! Tja und ich muß hier weiter in Deutschland versauern und meine Steuern einem Pleitegeierstaat in den Rachen schieben. Mentale Notiz: An den Auswander-Plänen feilen. Ob es in Kanada oder den USA einen Markt für deutsche Männer gibt. Es muß doch einen einfachen Weg geben an eine Green Card zu kommen.

Irgendwann wurde für Eberhard klar, das nur noch vier Gäste anwesend waren und er entschloß sich das Licht anzuschalten und die Musik zu stoppen. Da kamen dann die Gesangsambitionen von Kerstin und Kathrin zum Vorschein. Und ich muß ernsthaft sagen, das sie gute Stimmen haben. Gut, ich habe jetzt kein perfektes Gehör und hatte nun auch schon einiges an Alkohol getrunken, aber die Stimmen konnte sich wirklich hören lassen. Doch auch diese Extraeinlage bewahrte uns nicht vor dem Rausschmiß. Vor der Werkstatt gab es dann noch mal eine herzliche Verabschiedung (Die hat aber auch große….) und die Damen fuhren mit dem Taxi gen Fuhrbach. Tobi und ich dachten uns das wir jetzt eh schon genügend Geld in Alkohol umgesetzt haben, warum dann nicht zu Fuß nach Hause gehen. Gesagt getan und es hat gut getan. Die Uhrzeit wann ich dann ins Bett gefallen bin kann ich nicht mehr wieder geben, wohl aber die Uhrzeit wann ich das erste Mal wach geworden bin.

Da zeigte nämlich mein toller Wecker verschwommene Zahlen 0650 Uhr. Mein Organismus entschied das es zu früh war und ich konnte nochmal verlängern, bis 0914 Uhr. Ab jetzt war an Schlafen nicht mehr zu denken. Ich wagte auch gar nicht daran zu denken nachmittags nochmal die Äuglein zu schließen. Ging auch gar nicht denn da mußte ich ja in die Stadt und dem Ingo beim Fegen zugucken. Wir trafen uns gegen 1430 Uhr bei Köppel und warteten auf den Ingo, das er denn endlich von den Partyvorbereitungen heim kommt. Als es dann so weit war war für den Ingo ans ausruhen nicht zu denken. Standesgemäß wurde er in grüner Jogging-Hose, gelben Karo-Hemd und Paul Breitner Perücke gekleidet und dann ging es ab mit dem Bollerwagen in Richtung Rathaus. Ach halt, jetzt habe ich ja vergessen, das er zunächst mal einen Jägermeister trinken mußte. Und nicht ein normales kleines Glas, nein das Glas hätte auch als Wasserglas durchgehen können. Ich bin ehrlich. Wenn ich das Glas getrunken hätte, hätte ich mich auf der Stelle übergeben. Aber ich war es ja zum Glück nicht, der da vorne stand. Auf dem Weg zum Rathaus folgten dem ersten Jägermeister noch ein paar weitere. Ich wäre gestorben, doch Ingo hielt sich ganz wacker. An der Rathaustreppe erwarteten uns dann schon ein paar mehr Freunde von ihm und der Sack mit den Holzspänen. Der wurde von Jemand anderem besorgt, aber Köppel und Görtler haben ihn dann fachgerecht auf der Rathaustreppe verteilt. Angedacht war das ungefähr ein Viertal des großen Sackes ausgeschüttet werden sollte. Aber nicht wenn die Spezialkräfte aus Westerode am Werk sind. Der gesamte Inhalt des Sackes wurde entleert. Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, das ich damit nichts zu tun hatte. Ich habe nur die Fotos gemacht und Bier getrunken. Das kann man nun wirklich nicht als Mittäterschaft bezeichnen. Und los gings. Nach jeder Stufe wurde er dann genötigt ein Jägermeister zu trinken. Als er dann unten angekommen ist sah man ihm die Stufen auch wirklich an. Standfestigkeit war ein Fremdwort für ihn und Gleichgewichtssinn schien erst in der nächsten Woche dran zu kommen. Lustig war es aber schon. Leider fehlte dann auch ein Jungfrau die ihn frei geküsst hat. Es liefen zwar ein paar jüngere Mädchen umher, aber jedesmal wenn Ingo sie dazu überreden wollte sie zu küssen sind sie schreiend weggelaufen. Komisch, dabei hat er so schön nach Jägermeister gerochen. Als ich ihn so sah, war es schon lustig, doch das Lachen bleib mir jedesmal im Hals stecken wenn ich daran denke, das mich im nächsten Jahr ein gleiches Schicksal ereilen wird. Um ehrlich zu sein, bin ich ja auch selber Schuld. Gehe ich ja zu jedem Event hin und organisiere meistens auch noch kräftig mit. Außerdem gibt es mit ziemlicher Sicherheit genügend Leute die mich leiden sehen wollen. Ich male mir schon die schlimmsten Sachen aus, aber die werde auf keinen Fall hier nieder schreiben, denn es gibt ja immer böse Geister die sich mein Logbuch durchlesen und die Ideen mit ziemlicher Sicherheit aufgreifen. Viel Schlimmer, Einigen traue ich sogar zu, das sie das sogar Umsetzen!

Nach dem Fegen ging es erstmal nach Hause und ich hielt es für angebracht mich nochmals in die horizontale Lage zu bringen. Was anderes wäre auch gar nicht mehr möglich gewesen, denn ich hatte ja nun auch schon 6 Bier getrunken. Man sollte es kaum glauben, aber die gingen während der kurzen Zeit in den Schlund. Bis zum Treffen hatte ich dann kurze zwei Stunden Zeit, in denen ich dann komplett weggedöst bin. Und gerade wenn man die REM-Phase erreicht hat, klingelt der verkackte Wecker und man muß wieder aufstehen. Das ist mir in dem Fall aber verdammt leicht gefallen, warfen doch Partyereignisse den Schatten voraus. Als wir dann am Sportplatz angekommen waren wurde uns mitgeteilt, das Ingo wohl auch erst seit 10 Minuten da sei. Mit leicht lädierter Lippe. Die hat er sich, so wurde mir später zugetragen, bei einem Badewannenunfall zugezogen. Da hat er dann auch einen Teil von seinem Zahn verloren. Ich habe ernsthafte Angst vor dem nächstem Jahr.

Den ersten den ich traf, war der Noxi. Der teilte mir erstmal mit, das die FEL in Göttingen ausgefallen wäre. Dort hat der Blitz eingeschlagen und die ganze Anlage ist außer Gefecht. Keine Alarmierung per Sirene oder FME möglich. Nur durch Telefonkette. Stellen wir uns nur mal vor, es gibt einen Alarm. Noxe hat schon seinen Pegel erreicht und muß dann den nächsten anrufen. Das wäre in dem Fall der Hecke und der ist auf einer Hochzeit gewesen. Keine Frage die Zwei hätten sich ohne Probleme verstanden, aber das war es dann auch schon. Die Information wäre im Sand verlaufen. Saubere Taktik. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit bediente ich mich zunächst am Buffet. Ich hatte aber auch wirklich Schmacht und praktischerweise standen auf den Tischen schon gekühlte Biere bereit. Eine Party mit Knoff-Hoff, falls das noch jemand kennen sollte. Essen gab es und Bier gab es auch. Was könnte nun noch fehlen. Eine angenehme Abendkonversation. Ich saß neben Felkl, da konnte schon mal gar nichts schief gehen. Wir unterhielten den ganzen Tisch. Es war wie in den alten Zeiten. Ein Gag jagte den anderen.

Nun kam eine Zeit des Bier holens und umher gehen. Man kannte ja wieder eine Menge Leute und wenn man dann viele Leute kennt dann hat man auch mit allen irgendwo mal gesoffen. Und wenn man dann auf solche Themen zu sprechen kommt, dann muß man automatisch ein paar mit trinken. Man gut das ich durch den Vorabend im guten Training war. An dem Tisch von Köppel und Näppchen saß ich einfach zu lange. Denn der Andre, der alte Misthund, hat unbemerkt eine Flasche Löwentor ran geholt und dann mußte ich trinken. Ich weigerte mich zunächst mit allem was ich hatte, doch als dann Näppchen ihre Waffen einsetzte hatte ich dem nichts mehr entgegen zu setzen. Also zwang ich mir den Löwentor rein. Ich muß einfach lernen, wie man das Gehirn beim Schnaps trinken abschaltet. Denn nachdem der Löwentor meinen Mundraum betreten hat meldet das Gehirn an den Magen, das es gleich richtig abgehen würde. So sträubt sich dann jede Faser meines Körper gegen den Löwentor und macht das Schlucken zu einer Tortour. Aber er ging runter, auch wenn es einiges an Überwindung gekostet hat. Ich beschloß auf der Stelle meine Postion zu wechseln. Und begab mich zurück an den Tisch von dem ich gekommen war. Doch was war das? Stopper trank Jägermeister ich versuchte schon die Flucht nach hinten anzutreten, doch merkte ich früh genug das keine Frauen mit am Tisch saßen. Von daher war ich schon mal vor der weiblichen Verführungskunst sicher. Und ich wehrte mich standhaft. Stopper ist aber auch ein so fieser Geselle, das er die ohnehin schon großen Becher bis zum Rand voll machte.
Dann kam Noxe und ließ sich neben mir nieder. Ich hörte an seiner Artikulation, das dort schon einige Biere ihr Ende gefunden haben. Aber wir verstanden uns prima. Wir brachten alte Jugendfeuerwehrwart-Geschichten auf den Tisch. Immer noch ein Klassiker die Geschichte wo wir bei Noxe im Garten eine Flasche Calvados vernichtet haben. Die Flasche ging immer im Kreis rum, aber irgendwie waren Noxe und ich die Einzigen die sich daran gütlich getan haben . Was sich dann auch in den fremden Zungen niederschlug die wir auf einmal sprachen. Es hörte sich an wie eine Geheimsprache zwischen Noxe und mir, aber in Wahrheit mußte man nur die gleiche Menge an Calvados trinken und schon erhält man Eintritt in das Reich Sprache. Danach konnte ich mich eigentlich nur noch nach hinten wegfallen lassen, aber was sollte man auch sonst noch an einem solchen Abend machen. Ich drifte schon wieder ab. Jedenfalls offenbarte mir der Noxe das er nächstes Jahr seine Prinzessin heiraten würde und teilte mir schon mal mit, das ich mir den Termin des Polterabends frei halten sollte. Mein größtes Problem ist nun, das ich mir nicht mehr sicher bin, ob er mir einen Termin mitgeteilt hat und wenn ja wann der war. Egal, falls ich da einen anderen Termin haben sollte wird der Ersatzlos gestrichen. Finde ich aber eine nette Geste und ich freue mich für die Beiden. Das heißt jetzt das ich knapp ein Jahr Zeit habe, bis meine Hemden wieder passen müßen. Unglaublich wie schnell solche Hemden ein schrumpfen vor zwei Jahren haben die Dinger noch tadellos gepasst. Ach ja, für Esplingerode haben wir uns auch gleich verabredet. Ich erinnerte ihn an die letztjährige Schlipstrink-Aktion. Unverfroren gab er mir die alleinige Schuld an diesem Zwischenfall. Ich wies jede Schuld von mir und wir stießen an. So gefällt mir das.

Weiter ging es mit großen Schritten in das Land des Alkoholkonsums ich blickte mich kurz um und sah schon die nächsten bekannten Gesichter. Carsten und Stefan. Die zwei Kollegen von Ingo mit denen ich neulich im Glashaus auf Tour war. Wir entschieden uns spontan eine solche Aktion bald zu wiederholen. Vorzugsweise wenn genügend heiße Weiber unterwegs waren. Am Besten wenn wieder eine crazy Aktion im Glashaus ist. Muß ja nicht unbedingt Mallotze-Party sein. Eine Oben-Ohne-Abend würde da schon vollkommen reichen. Dummerweise ist Stefan auch im Besitz einer Kamera und hat munter Bilder geschossen. Ein seltsames Gefühl auf der anderen Seite der Kamera zu stehen. Wenn ich auf meinem eigenen Apparat verewigt wurde, dann kann ich ja immer noch ein Vorauswahl treffen, bevor ich die Bilder weiter gebe. Aber wenn dann auf einer Fremdkamera Bilder von mir sind sieht das schon schlecht aus. Ich habe aber großes Vertrauen in Stefan. Mit Carsten heilt ich dann ein kleinen Plausch über Elferratsgepflogenheiten. So ist es zum Beispiel bei ihm Brauch das beim Prinzenpaar gefrühstückt wird. Das sehe ich ja noch ein, wenn es 10 oder 12 Mann sind. Aber wenn 80 Mann (!) vor der Tür stehen würde bei mir der Spaß aufhören. Bei Carsten dann auch und er hat alle gefragt, ob sie einen auf der Pfanne haben.
Die Uhrzeit war nun weit fortgeschritten und der Alkoholpegel war gut angestiegen. Das war dann für die Mannschaft das eichen das es Zeit für das Geschenk wurde. Es hat sich ja heimlich ein Brauch bei der Mannschaft eingeschlichen, das bei runden Geburtstagen eine Stripperin geholt wird. Und alles nur, weil die Fickmaschine eine haben wollte. Nun ging aber Ingo im Vorfeld ein wenig der Stift und er hat auf uns eingeredet, doch davon abzusehen. Da wir auf jeden Wunsch eingehen haben wir uns also was anderes überlegt. Ganz ohne sollte es ja nicht gehen und wir überredeten Philip doch eine kleine Show zu machen. Überreden wäre vielleicht übertreiben. Wir fragten, Philip sagte ja und die Sache war in trockenen Tüchern. Köppel faltete in mühsamer Kleinarbeit die Geldscheine und band sie an ein blaues Band, die dann der Philip als Schärpe trug. Ingo bekam die Augen verbunden und war dann wohl doch schon voller Vorfreude auf die prallen Möpse die exotische Tänzerin. Als er dann aber ganz andere Bälle in der Hand hatte als Philip loslegte, konnte man die Mundwinkel leicht nach unten gehen lassen. Er hatte ja eh verbundene Augen, aber als er dann sah wer sich da für ihn entkleidete war er wieder frohen Mutes. Wir haben also mit einem Brauch gebrochen. Ich hoffe das kann man in Zukunft öfter machen. Habe ich schon erwähnt das ich tierische Angst vorm nächsten Jahr habe?

Wie der Zufall es so wollte war auch Andrea da. Andrea, höre ich jetzt den aufmerksamen Leser fragen. Andrea ist eine Freundin von Ellen aus New York. Wie man weiter oben erfahren hat habe ich ja eine kleine Schwäche für Amerika und vor allem für Amerikanerinnen. Vor allem wenn sie dann auch noch so gut aussahen wie Andrea. Wir kannten uns schon über Ellen halt. Sie ist mehrmals pro Jahr in Deutschland und ab und an trifft man sich dann auf Parties und redet kurz miteinander, so weit das im Bereich des Möglichen liegt. Ich war also dabei mir eine Mischung an der Theke zu machen, als sie dann zu mir trat. Verständigung war aber nicht möglich. Nicht was jetzt die Allgemeinheit wieder denkt. Ich war noch nicht zu stramm, sondern stand neben einer Box und die ballerte gerade mit einem ohrenbetäubenden Lärm die Hits von Wolle Petry in mein Ohr. In Anbetracht dieser Musik war ich froh, das ich nicht in einen Brechreiz verfallen bin. Ich lotste Andrea also hinter die Theke, wo es um einiges ruhiger war. Doch was muß passieren wenn Peter mal mit einer hübschen Frau ein Gespräch anfängt. Da kommen dann auf einmal irgendwelche richtigen Strammsäcke und meinen ihr ein Gespräch aufzuzwingen. Und das passiert mit einer unglaublichen Dreistigkeit. Da wird mitten im Gespräch eingefallen und irgendwelche belanglose Sachen gefragt. Da Andrea aber nicht die Unhöflichste ist hat sie dann geantwortet und war dann irgendwie mit dem anderen im Gespräch. Mir war das ganze dann zu doof und ich bin dann abgezogen. Tat mir ja ein wenig Leid für sie, aber zum Affen muß ich mich dann nicht machen. Eine halbe Stunde später stand ich dann draußen und Andrea kam wieder an. Sichtlich erleichtert, das sie den Strammsack wohl losgeworden ist. Also fingen wir wieder an uns zu unterhalten und die Chancen standen nicht schlecht das ein paar mehr Sätze gewechselt werden konnten. Doch Schicksal ist ja nicht doof und immer hellwach. Es schickt e mir den Matten vorbei der Andrea ja auch kannte und Matten wandte die gleiche Tour an wie vorher der andere Strammsack auch schon. Matten war aber auch schon gut dabei und meinte es bestimmt nicht böse. Normalerweise hätte ich ja nun versucht ihn schnell wieder los zu werden, aber da Matten ein sehr guter Freund ist, geht das nicht so einfach. Ich dachte das Andrea ja vielleicht die gleiche Tour wie bei dem anderen Vogel abziehen würde und setzte mich auf eine Bank. Aber Matten ist hartnäckig, besonders wenn er stramm ist. Ich strich noch ein paar Mal an den Beiden vorbei und versuchte mich irgendwie in die Unterhaltung einzuklinken, aber die gute Kinderstube ließ mich nicht so plump in ein Gespräch einfallen. Ich war einfach noch nicht stramm genug. Nun ja, Andrea hatte anscheinend auch die Nase voll und wollte dann auch los. Ich wollte sie dann nochmal zum Bleiben überreden, aber sie sagte nur das wir uns dann ja in einer Woche in Esplingerode nochmal sehen. Sie haute ab und ich hörte Schicksal lachen. Ein weiterer Strich auf der vermasselten Chancen Liste. Ich akzeptierte es und versorgte mich selber mit einer weiteren Mischung.

Und ich hatte das perfekte Timing. Als ich mir eine weitere (zornige) Mischung machte setzte Morchel gerade zum großen Finale an. Er hatte sich wohl in die Bowle-Schüssel verliebt und versuchte den Rest der Bowle zu trinken. Warum aber den Umstand machen und die Flüssigkeit in kleine Becher füllen, da verdunstet womöglich kostbarer Alkohol. Die Schüssel wurde fachgerecht an den Mund gesetzt und es wurde getrunken. Das klappt bei Gläsern von normalen Ausmaße auch ganz gut, aber wenn man schon gut vorgetrunken hat dann klappt das mit dem Trinken nicht immer so gut. Vor allem stimmt die Feinjustierung des Kippwinkels nicht so recht. Da kann es dann auch mal vorkommen, das Teile des Bowle sich selbständig machen und am Mund vorbei fließen. Da Markus aber von zu Hause gelernt hat alles aus zutrinken nutze er das Angebot der Strohhalme und leerte die Schüssel komplett aus. Man sah schon in den Gesichtern das jeder darauf wartet das die Schüssel sich in ein tausendteiliges Puzzle verwandelte, aber Markus war sehr sicher. Im Großen und Ganzen war es dann aber zu viel und Markus knickste im Anschluß leicht nach hinten ab. Daniela, seine Freundin, sah das alles schon kommen und unterstütze ihn dann beim Heimweg. Totalausfall sämtlicher Systeme. Und das Hochbooten war nicht mehr möglich, da wohl die Stromversorgung unterbrochen wurde.

Es ging aber noch weiter. Denn Philip, aufgestachelt durch seinen Halbnackttanz, nutzte die Gunst der Stunde und stieg auf den Tisch. Ingo, der so langsam wieder klare Worte sprechen konnte dachte sich wohl, daß das ja eigentlich das Recht des Geburtstagskindes wäre und schloß sich Philip an. Zu Zweit wurde nun auf einem Biertisch getanzt und gesprungen. Da mit hatte aber der TÜV gar nicht gerechnet und das eine Tischbein begann sich zu schwächen und bog leicht nach unten weg. Selbstloser Einsatz von Matten und Köppel half dann Schlimmeres zu verhindern.

Die Gästeschar lichtete sich so langsam und es bleib dann nur noch der harte Kern über. Ich machte mich so langsam dran auch mal ein paar Leider spielen zu wollen und unterhielt dann die Mengen. Die Mengen waren dann aber nur noch ein paar Leutchen. Ich mußte aber irgendwie noch die Ärzte hören. Das gehört einfach zu einer guten Party dazu. So kam es dann aber das plötzlich nur noch Stopper, Ingo, Anne und ich da waren. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte da sich der kleine Zeiger bereits auf der fünf befand. Und draußen sah es ungefähr so aus, wie zu dem Zeitpunkt als ich zur Fete gekommen bin. Die Lichtverhältnisse jedenfalls. Alles andere sah so aus, als wären wir gerade auf dem Handgranatenwurfstand. Anne machte sich dann auch langsam dran und reinigte die gröbsten Verschmutzungen. Und Ingo stand immer noch. Der Mann genießt meinen größten Respekt. Nach dem Anfang des Nachmittags mit der Jägermeisterwelle hätte ich wahrscheinlich einen Aufenthalt im Krankenhaus gewonnen. Inklusive des großen Schlauchs beim Magen auspumpen. Ich habe wahrlich Angst vor dem nächsten Jahr!

Ich schnappte mir den Stopper und wir verabschiedeten uns. Und ich hatte mein Versprechen bei Ingo eingelöst. Nämlich bis zum Schluß da zu bleiben. Es war hart und gänzlich gegen meine Gewohnheiten, aber ich stehe ja zu meinem Wort! So stolperten Stopper und ich dem Sonnenaufgang entgegen und sangen ”I’m a poor, lonesome Cowboy…“ und ich genoß meine letzte Mischung die ich mir für den Weg gemacht habe. Nicht das ich unterwegs austrocknen würde. Mein Bett empfing mich herzlich und als ich meine Augen öffnete vernahmen meine Ohren das aggressive pochen der Tropfen gegen meine Fensterscheibe. So wie der Tag aussah ging es mir dann auch. Allerdings gibt es noch Hoffnung. Nächste Woche ist der Partymarathon. Ich freue mich!


Schön Abballern!

24/07/2007

Na, das ist ja wieder eine Überschrift. Die lässt ja nur auf eine hartes Wochenende schließen. Aber damit hat die Überschrift rein gar nichts zu tun. Ich war nur so fasziniert von diesem Ausspruch und hatte hinterher so viel Spaß damit, das ich seinem Urheber versprach ihn als Überschrift zu verwenden. Doch lest selbst wie es dazu kam.

Eigentlich dachte ich ja, das dieses Wochenende gar nicht so anstrengende werden würde. Freitag eine Party, Samstag eine größere Party und den krönenden Abschluß dann am Sonntag mit dem Revival. Doch im Nachhinein betrachtet frage ich mich nun, wie ich nur auf so eine Schwachsinnsidee gekommen bin. Drei Party am Wochenende und das soll nicht anstrengend sein? Der Fachausdruck für solche Anflüge ist glaube ich Selbstillusion.

Der Freitag begann mal wieder mit einer Elferratssitzung. Aber was für einer. Wir waren gerade mal 6 Mann und hatten jede Menge zu besprechen. Nicht wirklich. Das erste Highlight kam ja eh vor der Elferratssitzung. Ich marschierte gerade den Hügel zur Mehrzweckhalle hinauf, als Schocker, der seine Residenz genau gegenüber der Mehrzweckhalle hat, mich reif. Er machte eindeutige Zeichen mit der rechten Hand, die fragen sollten, ob ich schon wieder zum Saufen Feiern gehen würde. Daraufhin schrie ich über die Straße, das doch Elferratssitzung ist und ob er denn nicht kommen würde. Sein Gesichtsausdruck konnte ich trotz meiner nachlassenden Sehkraft deutlich sehen. Er setzte sich zusammen aus einem fragendem Teil und einem erkennenden Teil. Dann faselte er irgendwas von Enschuldigung und er würde gleich weg fahren. Ob das nun der Wahrheit entsprach, lasse ich jetzt mal dahin gestellt. Als ich die Geschichte bei der Versammlung erzählte, war der Gesichtsausdruck von Stefan alles andere als fragend, sondern eher entschlossen. Und eben so trug er Schocker als Unentschuldigt ein. Ich gab mein Bestes, aber gegen die Macht des Präsidenten kann ich nichts machen. Die Versammlung an sich, war eher Durchschnitt, denn so richtig was besprechen konnten wir auf Grund des Mitgliederschwund eh nicht. Aber wir haben schon mal die Sommerparty bei Schmieri im Garten festgemacht und die groben Grenzen abgesteckt. Er soll auf jeden Fall seine Nachbarn vorwarnen, das es ein wenig lauter werden würde, auch die auf Mingeröder Seite. Sprich ganz Mingerode. Sein aufgesetztes Lachen ließ erkennen, das er der Meinung war, das wir es nicht ernst meinten. Als wir dann aber auf den Bagger, für den Pool und den mechanischen Bullen zu sprechen kamen, fand er das gar nicht mehr so lustig. Lassen wir uns also überraschen, was denn der Spätsommer so alles für Schmierpopel so bringt.

Im Anschluß an die Elferratssitzung ging es dann zu Dorina, die ihren Geburtstag, ihr Abi und ihren Abschied feierte. Abschied? Ja, denn Dorina fährt am kommenden Montag für ein Jahr nach USA um da als Au Pair zu arbeiten. Die Glückliche. Was würde ich dafür geben für ein Jahr in den USA zu leben. Zumal die NHL-Saison bald wieder los geht. Aber ich feile schon kräftig an meinen Auswanderplänen. Ich hätte sogar jemanden, der mitkommen würde. Auf göttingeneins.de schmieden wir schon fleißig Pläne. Aber wer weiß ob das irgendwann mal werden wird. Ich glaube jedenfalls fest daran. Aber zunächst müssen wir den Abschied von Dorina feiern. Da ich bei der Elferratssitzung schon mit Bier begonnen habe, bleib ich vorerst bei dem Pils. Später könnte man immer noch umsteigen. Schließlich wurde mir der Mund zu beginn schon wässerig gemacht, mit Havana Club, der wohl in rauhen Mengen vorlag. Hach, das würde ein herrlicher Abend werden.

Dank der vorherrschenden Temperaturen zog es uns vorerst nach draußen. Dort nahm ich einen erhöhten Platz auf der Terrasse mit Böning und Keile-Günther ein. An der frischen Luft schmeckte das Bier auch um einiges besser. Und es hätte ein angenehmer Abend werden können, bis dann Martin auf einmal mit Tequila ankam. In meiner mir angeborenen Bescheidenheit lehnte ich dankend ab. Zwar nicht aus Bescheidenheit, sonder aus dem Grund, das ich Tequila ja mit jeder Faser meines Körper verabscheue nicht mag. Diese Bescheidenheit liegt aber nicht allen im Blut und somit schütte Martin auf Forderungen von Böning die Gläser ein. Er hatte sogar Zitronen und Salz dabei. Sonst hätte ich mich ja raus reden können, das ich so keinen Tequila trinken könnte. Aber wie es aussah konnte ich mich aus der Falle nicht raus winden. Als das Getränk dann endlich meinen Magen erreichte hatte mein Gesicht schon die Ruhephase wieder erreicht. In meinem Kopf machte ich mir schon klar, das es keine weiteren Tequila mehr für mich geben würde. Aber seit wann hat den mein Kopf das Kommando? Ich konnte den Geschmack wenigstens noch mit Bier runter spülen. Doch das machte bei den anderen Beiden nur noch Lust auf mehr Tequila. Ich mußte unbedingt einen Standortwechsel durchführen. Doch wo sollte ich hin? Rein, wo die Schnaps trinkende Damenwelt wartete? Lieber nicht. Also bleib ich draußen und hielt mich am Bier fest und tat so als würde ich nichts hören, wenn nach einem weiteren Tequila gefragt wurde. Nicht das es als Zeichen wahr genommen würde, das ich keinen mehr wollte. Nein, es wurde immer munter eingeschenkt.

Wo eine Party ist, da darf der Porno auch nicht fehlen. Er macht mir langsam ernsthafte Konkurrenz! Er dankte mir erstmal für meinen nicht so ausführlichen Bericht vom vergangenen Wochenende. Er half ihm entscheidende Lücken in seinem Gedächtnis zu füllen und brachte Licht auf die blauen Flecken an seinem verlängerten Rücken, die anscheinend von seinem Banksturz her rührten. Was er nicht wusste, war das der Bericht für mich schon ausführlich war, denn an ganz so viel konnte ich mich auch nicht mehr erinnern. Porno war es auch der den ersten Gedanken an Havana Club ins Spiel brachte. Ich hasste ihn dafür, denn die Aussicht auf weiter Tequila ließen mich diesem Gedanken voll und ganz zustimmen. Dabei wollte ich doch erst sehr spät auf Mischungen umsteigen. Dorina spielte ihm auch noch in die Hand, indem sie unaufgefordert den Havana neben mir hinstellte und mich aufforderte doch mal was zu trinken. Gut, die fünf Bier und die sechs Tequila zählten ja noch nicht als Trinken. Dann setzte sie auch noch diesen frauentypsichen Hundeblick auf. Nun versuch da mal jemand zu widerstehen. So kam es also das ich Havana trinken muß. Und das schreibe ich hier nicht hin um wieder als Opfer da zu stehen, sondern um aufzuzeigen, das man manchmal gar nichts dazu kann, wenn man am Morgen aufwacht und gar nicht weiß wie man vor das Kriegerdenkmal ins Bett gekommen ist.

Als dann die Havana Zeit anbrach entschlossen wir uns unseren erhöhten Standpunkt zu verlassen und direkt auf dem Rasen unser Lager aufzuschlagen. Die Gästeschar nahm ja deutlich zu und wir wollten ja verhindern das Porno eine Rolle rückwärts die Terrasse hinunter macht. Eigentlich hatte ich ja meinen Fotoapparat schon im Anschlag. Junge, was das für ein sensationelles Video geworden wäre. Unten angekommen gesellte sich dann der Schmierige zu uns und der Abend war gelaufen. Er hat wirklich Angst, das die Sommerparty ausarten wird. Vollkommen zu recht. Wenn ich mir vorstelle wer da alles mit feiert. Aber um ehrlich zu sein, wird Schmierpopel wohl der Schlimmste sein. Ich weiß wovon ich rede. Er redet mir ja ständig ein, das ich mir ein Bobby-Car zulegen soll, damit ich bei dem Selbstmordkommando mit mache, welches er Downhill-Rennen nennt. Warum sage ich bei solchen Schwachsinnsideen auch immer zu. Ich glaube ich habe eine kleine selbstzerstörerische Ader.

Es dauerte auch nicht lange, bis dann auch einmal Julia und Daniela neben mir standen und mich nötigten einen Tequila mit ihnen zu trinken. Klar, sie dachten sich bestimmt das ich das Zeug gerne trinke, da ich ja schon ein paar davon in meinen Magen entsorgt hatte. So little do they know! Da ich ja Frauen so gut wie nichts abschlagen kann wanderte also ein weiterer Tequila in die unendlichen Weiten meines Magens. Die Wirkung die er auf mein Gesicht hatte, kann und will ich auf Grund des Jugendschutzes nicht beschreiben. Der Havana half mir bei dem Schlimmsten. Und bei den Schmerzen die ja Hand in Hand gehen mit einem Tequila. Man sieht zwar nur die äußere Wirkung, aber was in meinem Körper vorgeht das sieht keiner. Zum Glück!

Der Abend ging weiter und ich gab Dorina ein paar Tips zum Verhalten in den USA. Wie zum Beispiel so oft wie möglich Fuck und Shit zu sagen und vor allem zu fluchen wie Droschkenkutscher. Da stehen die Mais drauf. Auch sollte man als Deutscher drauf verzichten im Stechschritt zum Einkaufen zu gehen. Man wird zwar gleich als Deutscher erkannt, aber es könnte fatale Folgen haben. Irgendwie wurde dann während des Gespräches der Havana geleert und ich mußte auf Wodka umsteigen. Und zum Eis holen mußte man immer in eine kleine Bar gehen. Dort zentralisiere sich dann auch die Party zu fortgeschrittener Stunde. Dummerweise stand ich dann mit Heike da, die mich ja immer zum Trinken animiert. Behaupte ich jetzt einfach mal so. Und wenn Heike was neues sieht, dann muß sie es auch gleich ausprobieren. Es standen nun unglücklicherweise ein paar Flaschen hinter der Bar, die mit einem fragwürdigen Inhalt versehen waren. Fragwürdig in dem Sinne, das dort rätselhafte Dinge drin rum schwammen. Ich kann es gar nicht mehr sagen was da alles im Einzelnen drin war, aber ich würde lieber meinen rechten Arm geben, als davon etwas zu trinken. Nicht aber Heike. Unerschrocken forderte sie ein Glas. Ich bewundere sie für ihren Mut. Ich bin ja gerne ein Freund von neuen und exotischen Genüssen, aber wenn ich aufgesetzte Kräuterschnäpse sehe, dann kommt es mir sofort hoch. Ich warne jeden der mich auf so etwas anspricht. Ich könnte mich spontan übergeben.

Die Uhr zeigte mittlerweile 0300 Uhr und die Party war dabei sich aufzulösen. Was macht man nun mit einer so jungen Nacht? Genau, man kontaktiert den Schnitzel und fragt ihn nach seinem Standort aus. Und ab ging es in die Werkstatt. Gefahren wurde ich von einer jungen Dame, deren Namen ich nicht mal weiß. Aber ich bedankte mich natürlich und begab mich zum Eingang. Dort wurde sich spontan an der Wodka Flasche bedient und die Schelte von Schnitzel eingesteckt, warum man denn erst so spät dort auftauchte. In der Werkstatt selber war eher Standardprogramm angesagt. Es war nicht wirklich viel los. Aber diesmal kannte ich ca. 50% der Anwesenden. Von der Bedienung und Eberhart mal abgesehen. Dennis, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, gab mir erstmal einen aus. Das machte das Wiedersehen natürlich doppelt so gut. Dann traf ich die Helena mal wieder. Die habe ich ja auch schon längere Zeit nicht mehr gesehen. Könnte auch daran liegen, das ich auf dem Stadtberg auch mit Abwesenheit glänze. Aber warum sind denn die Parties da oben auch immer, wenn ich schon seit längerem etwas anderes an dem Tag vor habe. Aber die großen Sommerparties werfen ihre Schatten ja schon voraus.

Urplötzlich wurde es hell und die Werkstatt machte zu. Holla, das hatte ich ja auch schon länger nicht mehr. Da wir noch vier Westeröder waren nahmen wir ein Taxi nach Hause und kehrten noch kurz beim Bäcker ein um uns zu stärken. Wer weiß was einem auf dem Heimweg alles passieren kann. Nachher fällt man auf Grund eines Schwächeanfalls vor dem Kriegerdenkmal und alle denken man hätte da genächtigt. Und ich will ja die Gerüchteküche in Westerode nicht unbedingt zum brodeln bringen. Mein Bett kam wie gerufen und ich wollte die Zeit die zum Schlafen hatte gut nutzen. Ich konnte mir nämlich gut vorstellen, das der konsumierte Red Bull bald seine Wirkung entfalten würde.

Samstag Morgen. Die Nacht war kurz und in meinem Magen breitete sich ein Loch aus. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob Essen eine gute Idee ist. In kleinen Portionen ging es aber ganz gut und ich bereitete mich auf einen harten Abend vor. Die FAP stand nämlich auf meinem Terminkalender und das würde sehr hart werden. Wusste ich doch, das ich dort wieder viele altbekannte Gesichter treffen würde. Aber ich freute mich schon und genoß einen ”Married…with children“-Nachmittag. Ich liebe Al Bundy!

Der Tag begann aber mehr und mehr feucht zu werden. Von oben jedenfalls. Da ich aber mein Glück kannte, wusste ich das es um kurz vor 2000 Uhr laschen würde, als würde es kein Morgen mehr geben. Ich packte also meine Regenjacke ein und setzte mich in Bewegung zum Feuerwehrhaus. Dort wollte ich mich mit Schnitzel treffen und wir wollten dann nach Nesselröden fahren. Von der ursprünglichen Gruppe waren nur noch wir Beide über geblieben. Alle Anderen waren erschöpft vom Vorabend oder mußten zu diversen Geburtstagen. Nun ja, Bier trinken geht auch zu Zweit. Schnitzel setzte sich dann noch in Kontakt mit Aileen und Aileena (Keine Gewähr über die richtige Schreibweise der Namen. Ich bin ja froh, das ich noch weiß wie alle hießen) fuhr uns dann nach Nesselröden. Fünf Mann in einem Ford Ka. Immer wieder ein Erlebnis. Da ich als Stubenältester das Privileg genoß vorne zu sitzen erbarmte ich mich dem Schnitzel und beförderte meinen Sitz eine Raste weiter nach vorne in die vorderste Einrastposition. Meine Knie heulten kurz auf als ich mit dem Handschuhfach kollidierte und verlangten ein extra-Bier als Wiedergutmachung. Ich versprach ihnen mein Bestes zu geben.

In Nesselröden hat der Regen kein Stück nachgelassen. Im Gegenteil als wir eintrafen legte er nochmal eine Schippe drauf. Nun stelle man sich eine Wiese vor die den ganzen Tag mit Regen berieselt wurde und auf der ca. 200 Menschen ihre Bahnen ziehen. Schlammig trifft es nicht ganz. Stellenweise konnte man von moorähnlichen Zuständen reden. Ich vermied es auch den ganzen Abend Blicke auf meine Hose zu werfen. Ein deprimierender Zustand wäre das Ergebnis gewesen. Kopf hoch und immer rein kippen war die Devise. Ich dachte mir es wäre eine gute Idee mal die erste Runde holen zu gehen. Als ich dann an der Theke stand wurde mir aber bewusst, das ich gar nicht wusste was denn die anderen Beiden so trinken wollten. Von Schnitzel wusste ich, das er vorher schon Jim Beam getrunken hatte, als versuchte ich mein Glück. Kein Jim Beam vorhanden. Schock. Nicht für mich, denn ich bleib beim Bier. Da ich nun aber gerade mal an der Theke war wollt eich nicht wieder zurück gehen und nachfragen und holte halt drei Bier. Falls es nicht genehm sein sollte, dann kann ich die wenigstens fachgerecht in meinem Schlund entsorgen. Und so war es dann auch. Als ich mit dem Bier um die Ecke kam erntete ich nur sparsame Gesichter. Mir doch Wurst, dann habe ich halt zwei Bier mehr und muß nicht wieder in 15 Minuten einer Stunde zur Theke gehen. Angst davor,. Das sie in den Falschen zur Fleischbrühe mutieren würden hatte ich auch nicht, denn die Temperaturen hatten mit Sommer so viel gemein, Kaffeekränzechen mit den Klitschkos. Es sei denn es gibt Bleenies. Das Bier schmeckte wieder erwarten besser als gedacht und ich mußte feststellen, das ich es gut vertrug. Auch der Toilettendrang hielt sich noch in Grenzen.Nachdem ich nun mit Flüssignahrung für die nächste dreiviertel Stunde ausreichend versorgt war sondierte ich die nähere Umgebung, ob vielleicht ein paar Oben-Ohne-Mädchen Bekannte umher liefen. Als erstes sah ich den Boden. Also Gerald, nicht das jetzt alle denken, das ich hingefallen wäre, aber er schien sein Arschmagneten dabei zu haben. Ich sah ihn nämlich nur an der Theke. Und da man zur Theke immer einen guten Blick hatte, konnte man ihn auch gut im Auge behalten. Sagen wir es mal so. Es ist wie bei einem Autounfall. Man weiß man soll da nicht hin gucken, aber irgendwie kann man seinen Blick nicht abwenden. Als ich dann mal wieder an der Theke stand viel mein Blick auf Akki. Voll und ganz in seinem Element sah er mich erst als ich ihn zum wiederholten Mal in einer Lautstärke anrief, die einen vorbeifahrenden ICE übertönt hatte. Als er dann seinen Namen erkannte wusste er auch sofort, das ich es war. Da ich aber nun vermeiden wollte, das alle Leute an der Theke mitbekamen, das ich Akki kannte unser Gespräch mithören konnte, verabredeten wir uns für später. Auch sonst traf man eine Menge Leute. Vor allem Nesselröder, was ja eigentlich ganz logisch war da wir uns ja in Nesselröden befanden. Manchmal erschrecke ich mich selber mit meinem logischen Denken.

Der Vorteil an der Theke war, das sie überdacht war. Das machte es leichter Ausreden zu finden, warum man denn einen Stammplatz an der Theke hatte. Die Ausrede, das man nicht naß werden wollte zog immer. Gut war auch, das man den Schlamm an den Schuhen ein wenig ausweichen wollte. Das man davon aber schon 10 kg an den Hosenbeinen und Schuhen hatte spielte keine Rolle. Und vor allem brauchte man ja eine Ausrede in den wenigen Regenpausen. Auf die nahm allerdings der Harndrang keine Rücksicht. Wenn es drückte dann mußte man los. Hierbei empfahl es sich, das man beide Hände aus den Taschen zog. Wenn es einen erstmal gerissen hat, dann hätte man auch gleich nach Hause gehen können. Dank meiner Eishockeyerfahrung konnte ich jeden Schlitterversuch souverän abwenden. Andere waren nicht so glücklich. Zunächst waren sie ja schon von Natur aus nicht mehr so sicher unterwegs und dann kamen die erschwerten Bodenverhältnisse hinzu. Sensationell war der Sturz eines Unbekannten, der absolute keine Chance hatte. Da er mit zwei Mischungen beladen war waren seine Hände außer Gefecht gesetzt. Aber es waren sofort unzählige hilfreiche Hände zugegen, die ihm aufhalfen. Ich hätte das ja auch gemacht, aber das hätte bedeutet das ich meine fünf zwei Bier hätte abstellen müssen.

Gefährlich ist bei solchen Abenden auch immer das Umherstehen. Wenn man Pech hat wird man dann von irgendwelchen Verrückten vollgelabert. Ich kam noch mit einem blauen Auge davon, den mich erwischte Forrest. Der Junge war aber recht fürsorglich und versorgte mich permanent mit Mischungen. Als sich dann noch Akki dazu gesellte wurde es richtig spaßig. Akki und ich sind ja Ausbilder beim Truppmann Teil I und wie es der Teufel so wollte hat er Forrest in unsere Gruppe gezaubert. Ich betet vorher zu allen Göttern, das Forrest doch in eine andere Gruppe kommen würde, aber nein er kam zu mir. Ein weiteres Zeichen, das Gott mich liebt. Wir machten also Forrest zu zweit fertig und ich freute mich, das Forrest zu fürsorglich Mischungen für mich ran holte. Ich hatte aber eigentlich das Gefühl ,das er irgendwie beweisen wollte, das er auch so viel Trinken kann und pumpte seinen Mischungen auf Ex weg. Vor zwei 10 Jahren hätte ich mich noch auf solche Spiele eingelassen. Aber ich wollte dann doch noch ein wenig vom Abend haben. Ich ließ also Forrest seinen Spaß, mit dem Ex-Trinken und genoß mein Pils. Welches er dann aber auch exte, da eine der Mischungen wohl doch etwas zu stark war. Ein kleiner Schluck von meiner Mischung bestätigte mein Verdacht. Jemand meinte es gut mit uns. Forrest kippte sie trotzdem runter. Kurze Zeit später mußte er dann auch nach Hause. Und ich möchte das jetzt mal klargestellt haben. Ich habe ihn weder zum Trinken animiert, noch habe ich mit ihm mit getrunken. Und niemand kann mich für meine Anwesenheit verurteilen.

Ein paar Bier später kam dann Bettina zu mir. Wir haben uns vorher quer durch die Hüte zugewunken, aber ich habe es nie bis ins innere geschafft, denn das Gedränge bei den Regenschauern war mir einfach zu groß. Ich wusste eh nicht warum die Leute sich alle vor ein wenig Wasser so anstellten. Sehr klasse waren auch die jungen Mädchen, die scheinbar zum ersten Mal eine solchen Party bei Regen beiwohnten. Mit ihren kleinen, flachen Ballerinaschühchen konnten sie herrlich auf dem Schlamm umher rutschen. Gut aussehen ist nicht immer das Motto des Abends. Und um ehrlich zu sein, kann man auch mit festem Schuhwerk fantastisch aussehen. Und richtig naß wird man bei einer solchen Fete auch nicht. Naß ist man nur, wenn man den ersten Abend beim Biwak alle 20 Minuten in die Stellung gerufen wird und es in Strömen gießt. Der Anfang einer langen Woche. Aber ich schweife ab. Mit Bettina brachte ich mich erstmal auf den neusten Stand. Wir tauschten alte Geschichten aus und schwelgten in Erinnerungen. Wir kannten uns ja schon von früher her, war sie ja mal mit Matten zusammen. Ein paar Bier später und ein paar weitere Toilettengänge an dem gefährlich aussehenden Weidezaun, wo ich jedesmal hoffte, das niemand den Strom angeschlossen hat, verlegte ich dann meinen Standort weiter nach drinnen. Es ist ja mittlerweile auch ein wenig leerer geworden. Man sollte es nicht glauben, aber drinnen traf man dann weitere Leute. Unter anderen Freunde von meinem Bruder, die schon wieder gut drauf waren.

Weiter hinten traf ich dann wieder auf Bettina und Thomas, ihren Mann. Wir verabredeten uns dann erstmal für die Zapfe-Party, auf der ich wieder Zigarren von ihm erwartet. Und zwar um 0500 Uhr Morgens. Außerdem brachten mir die Beiden erstmal bei, das man auch als Ehepaar getrennt Urlaub machen kann. Bettina fährt dieses Jahr wohl in die Türkei. Und Thomas fährt nach Mallotze. Und von diesem Bericht habe ich auch meine Überschrift her. Wir diskutierten ein wenig über Sinn und Zweck des Mallotze-Urlaubs und er konterte mit einer Tagesbeschreibung die mich sofort überzeugte. Den genauen Wortlaut kann ich hier nicht wieder geben, aber ich probiere man Bestes: ”Man steht morgens auf, frühstückt, legt sich in die Sonne und dann schön abballern!“ Sensationell. Aufstehen, Frühstücken und in die Sonne legen lassen mich eher kalt. Aber er hatte mich mit der Aussicht des schönen Abballerns. Nun war ich schon wieder in einem solchen Zustand, das ich alleine diesen zwei Wörtern einen Heidenspaß abgewinnen kann. Jeder Satz wurde nun auf das glorreiche Ende des Abballerns zusammengestellt. Man soll es kaum glauben, aber man kann ganze zwei Stunden Saß haben, inklusive Unterbrechungen durch Getränkeorganisation. Was soll ich sagen ich war halt in Abballer-Laune. Nichtsdestotrotz zieht mich rein gar nichts nach Mallotze. Abballern kann man auch in USA oder Australien oder auf Sommerparties.

In der gleichen Ecke traf ich dann auch Henning, der mir erstmal zu meinem weblog gratulierte. Leider schaffte er nicht immer alles weil alles so lang ist. Das ist halt eins meiner Probleme ich weiß nie wann ich zu Ende kommen soll. Aber Henning, ich glaube an Dich, irgendwann wirst Du es mal schaffen mein weblog ganz zu lesen. Aber ich arbeite echt dran meinen Seitendurchsatz auf unter vier Seiten zu bekommen. Ihr lest ja selbst, das es noch ein unerreichtes Ziel ist. Um aber heute nicht die 6 Seiten Marke zu knacken mach eich mal weiter. Ich bin ja immer ein wenig skeptisch, wenn mir jemand sagt das er mein Logbuch liest, da ich ja nicht weiß ob es gleich was auf die Fresse gibt oder die Belobigungen ernst gemeint sind. Vielleicht will man mich ja auch nur in Sicherheit wiegen und wenn ich dann das nächste Mal pinkeln gehe wird Zack, der Hochspannungs-Strom-Zaun angeschaltet. Bei einer kleinen Tasse Tee diskutierten wir dann meinen Schreibwahn und kamen darüber überein, das ich nicht mehr so viel schreiben sollte. Gut, es gab keinen Tee, sondern Bier für mich und nichts für Henning, da er fuhr. Dafür genießt er übrigens meine höchste Bewunderung. Kurze Zeit später kam dann seine Schwester Eike um die Ecke. Mit ihr unterhielt ich mich auch noch ein wenig, aber sie war dann doch ein wenig müde und auf Grund des schlechten Wetters hat sie dann die Segel gestrichen. Schade eigentlich, aber wie ich Eike kenne, werde ich sie auf den übrigen Parties auch noch treffen.

Zu meiner großen Überraschung hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen, aber die Leute verließen nach und nach die Party. Was aber kein Grund war mit dem abballern auf zu hören. Der geneigte Leser mag sich jetzt fragen, warum ich denn immer noch beim Bier war. Ganz einfach, weil ich meinen Umstieg auf Mixgetränke unterschlagen habe. Denn es sollte sich ergeben, das ich nur kurzzeitig das Vergnügen hatte mich an Bacardi-Cola zu laben, da er dann plötzlich alle war. Aber Bier schmeckte ja auch noch. Was mich sehr erschrak. Ein kurzer Blick auf den Stehtisch, an dem wir gerade standen brachte zum Vorschein, das dort ja noch alles für eine paar wunderbare Mischungen vorhanden war. Eine fast volle Flasche Bacardi und Cola-Flaschen. Normalerweise bin ich ja bei offenen Getränken immer ein wenig vorsichtig. Aber der Alkohol baut ja Hemmungen ab. So kann man zum Beispiel eine Flugrolle über einen Jägerzaun machen ohne vorher Aufwärmübungen zu machen oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen zu machen. Es tut auch gar nicht weh, jedenfalls nicht an dem Tag. Also wurde kurzer Hand die Flasche genommen und sie ihrer wahren Bestimmung zugeführt. Nämlich den Menschen mit alkoholischen Freuden zu beglücken. Da ich noch lebe, wie man an dem neuen Eintrag zweifelsfrei feststellen kann, kann also nichts schlimmes in der Flasche gewesen sein.

Irgendwie fand mich dann der Schnitzel und der Tobi und alle anderen Westeröder und wir beschlossen, das 0500 Uhr spät genug sei. Die Kutsche wartet. Nach kuren Abschiedsworten stand ich also mit einer frischen Mischung im strömenden Regen. Denn ich hatte gelernt. Von unzähligen Parties vorher. Geht man zum Taxi heißt es nicht unbedingt, das wir gleich los fahren würden. Im Gegenteil, man muß immer warten. Daher noch die kleine Erfrischung für die Wartezeit. Doch unser Taxi kam und wir waren endlich zu Hause. Die Nässe störte mich mittlerweile auch nicht mehr, denn ich wollte nur noch ins Bett. Seit dem Gespräch mit Eike hat sich nämlich der Gedanke des frühen Aufstehens in mein Kopf gehämmert. Sie sagte mir, das sie auch fahren würde, da sie ab und an Sonntags arbeiten würde. In dem Moment fiel mir ein das ich ja am nächsten Tag zum Revival bei Kalle im Garten eingeladen war. Nun ja, die Uhr zeigte auf 0530 Uhr und ich versuchte auszurechnen, wie lange ich noch schlafen könnte.

Als ich in meinem Bett um 1000 Uhr wach geworden bin, wusste ich immer noch nicht wie lange ich hätte schlafen können. War mir auch egal, denn ich fühlte mich komischerweise sehr frisch. Ich wollte zwar noch ein wenig liegen bleiben, aber die Vorfreude ließ mich nicht schlafen. Also stand ich langsam auf und gewöhnte meinen Körper an den aufrechten Gang. Ich versuchte sogar was zu essen, doch auch daran sollte ich keine Freude haben, als ich meine Hose und meine Schuhe sah. Also habe ich die Sache mit dem Schlamm nicht geträumt. Stellt sich nur die Frage wohin Jessica Alba verschwunden ist?

Eine Stunde zu spät schlug ich dann bei Kalle auf und labte mich gleich an dem Sieben-Zylinder. Jens hatte herrliches Hefe vom Faß aus Frankfurt mitgebracht, welches irgendwie den Alkoholgehalt vermissen ließ. So jedenfalls die Aussagen der Anderen. Ich muß zugestehen, das es mir nicht egal war, aber ich trank trotzdem Weizen. So was muß man ausnutzen so lange es geht. Während es Rennes steig ich dann um auf normales Bier. Was mich sehr überrascht an dem Tag, war das ich gar nicht auf Toilette mußte. Meine Blase war also gut trainiert. Das Wetter tat der guten Stimmung ein wenig Abbruch. Der Regen und der Sturm machten uns kurzzeitig Angst, daß das Zelt weg fliegen würde. Auch trinkt es sich viel unbeschwerter, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Aber wir ließen uns nicht beirren und tranken und aßen. Zu Essen gab es eine sensationelle Fleischpfanne, diverse Salate und ein Tzaziki, welches wohl direkt in der Hölle gemacht wurde. Und unglaublich lecker war. Es war scharf und nachdem ich mich daran sehr gütlich getan habe werde ich wohl den Rest der Woche nach Knoblauch riechen. Das war es aber wert. Auch brachte es den Verdauungsvorgang sämtlicher Verzehrer auf die Überholspur. Eigentlich hätten Gaswarnschilder in der Stube der Steinmetzes aufgestellt werden müssen. Gott sei Dank verzichteten die Raucher auf ihre Gewohnheit im Wohnzimmer, zwecks Rücksichtnahme auf die Kleinkinder. Ich war ihnen sehr dankbar. Eine offene Flamme im Wohnzimmer und es hätte eine Verpuffung gegeben.

Nach dem Rennen saßen wir draußen noch ein wenig zusammen und tranken und aßen. Ich glaube wir hatte 15 Gänge an dem Tag. Aber der Tag ging recht früh zu Ende. Man nutze halt die Regenpausen um einigermaßen trockenen Fußes nach Hause zu kommen. Nie freute ich mich mehr über ein Sofa wie an dem Abend. Leider konnte ich vom Sofa immer die Dreckspuren sehen, die wohl vom Samstag Abend herrührten. Aber ich kam beim Besten Willen nicht liegend mit dem Wischmob zu den verschmutzen Stellen.


Der Meter-Pokal

19/07/2007

Der Freitag ließ schon erahnen, daß es wieder mal ein hartes Wochenende werden sollte. Denn an diesem Wochenende fand das Bayern Fan Club Turnier satt. Eigentlich sollte man ja die Bayern boykottieren wo es geht, aber da es ein Westeröder Verein ist, drückt man da gerne mal ein Auge zu. Außerdem mußten wir ja vom Haribo Club aus unseren Titel von vor zwei Jahren verteidigen. Insgeheim habe ich mir aber ein anderes Ziel gesteckt. Den Meter-Pokal. War er mir in Gerblingerode verwehrt, sollte er hier eigentlich gelingen. Immerhin haben wir Heimvorteil. Soll heißen, man hat es nicht so weit nach Hause. Aber kommen wir zum Freitag. Der ging erstmal spektakulär los.

Und zwar mit dem Sommerfest bei mir in der Firma. Sommerfest heißt, das es freies Essen und freies Trinken gibt, man dafür aber Mittags Feierabend machen muß. Außerdem hat man sich die Ergüsse der Chefs angehört. Nachdem dann also die Reden vorbei waren wurde zugesehen, das man sich schnell was auf den Teller tat. Praktischerweise fing es gerade dann ordentlich an zu regnen, als ich in der Schlange stand. Ich war es gewohnt, denn so was passiert mir laufend. Länderspiel, 30000 Mann im Stadion und Pitsche kriegt den Ball ab. Nach dem recht schmackhaften Essen ging es dann raus aus dem Zelt den der wichtige Versorgungsweg der gekühlten Getränke war hier viel kürzer. Dumm nur, das ich fahren mußte. Wer sollte mich denn auch abholen. Die Sache würde anders liegen, wenn ich abgeholt werden würde, denn dann hätte ich mir schön die Mütze zugeknallt. Bier gab es wie in der Zone üblich nur aus großen Gläsern. Bekommt man im Westen auf solchen Festivitäten ein Glas frisch gezapftes in die Hand gedrückt, dann ist es meistens ein 0,2 l Glas. Eigentlich etwas für den Hohlen Zahn, aber man beschwert sich ja nicht. Feiert man allerdings im Osten, da kriegt man Gerstenkaltschale im 0,3 l Glas serviert. Gibt es Bier in Flaschen dann nur in 0,5 l Flaschen. Kann auch sehr erfrischend sein, gerade wenn man großen Durst hat, wird aber dann bei gesteigerten Trinkverhalten schnell zu warm in der Hand. Aber mit dem 0,3 l Glas in der Hand macht man schon was her. Ja, ich habe mir auch ein Bier gegönnt, denn mit einem Bier kann man ja immer noch fahren. Und Freitag um 1300 Uhr denke ich, das ich mich noch so weit im Griff habe, das ich kein weiteres mehr trinken werden. Es sei denn es ist Vatertag, 1. Mai oder sonstige willkommene Angelegenheit am Freitag Mittag sich schon mal in Abendstimmung zu bringen.

Auf dem Heimweg mußte ich dann durch Duderstadt, wo der Bär los war. Otto Bock hatte Tag der offenen Hose Tür und lockte die Menschenmassen an wie Kaffeefahrten freilaufende Rentner. Zum Glück mußte ich nicht in die Nähe von Otto Bock. Wäre auch gar nicht gegangen, denn danach wäre ich wegen Verdacht auf Amok-Lauf in Gewahrsam genommen worden. Hier wäre wiederum von Vorteil gewesen, wenn ich hacke voll gewesen wäre. Dann hätte ich noch auf Unzurechnungsfähig plädieren können. Abends ging es dann vorerst zum Training runter. Wo ich ein paar Bier konsumierte und den Bayern Fans beim Aufbauen zusah. Als ich die ganze Geschichte so betrachtete wurde mir schon Angst und Bange, wenn ich nur an die ganzen Meter denken würde, die am Folgetag konsumiert werden müßten. Der Meter-Pokal hat sich in meinem Kleinhirn festgesetzt. Nicht zu Letzt, weil mir Titte Rust beim Sportfest versprochen hat, das er dann umbenannt wird in den Peter-Pokal. Ich hatte also einen richtigen Anreiz.
Die Jungs kamen vom Training und wir tranken noch ein paar Bierchen. Aber die Abende nach dem Training sind ja nie so lange und daher beschloß ich im Anschluß noch ins Feurwehrhaus zu gehen. Dort erwarteten mich dann eh noch ein paar gekühlte Weizen.

Warum ich denn ins Feuerwehrhaus gegangen bin? Bestimmt nicht um mich ganz alleine zu betrinken. Ich hatte ja den Spiegel vom Klo mitgenommen und konnte so mit einem recht unansehnlichen Brillenträger anstoßen. Meine Kameraden waren ja noch beim Peter Maffay Konzert. Der hatte in Duderstadt einen Auftritt und die Feuerwehr war als Sicherheitspersonal eingesetzt. Ich wurde natürlich vom Ortsbrandmeister auch gefragt, ob ich mit machen würde, habe aber gesagt, das es nur im akuten Notfall gehen würde. Denn denke ich an Peter Maffay, dann muß ich automatisch an einen witzlosen Zwerg denken, der sich beim Sturz von Teppich-Kante lebensgefährlich verletzten könnte. Ich weiß es klingt hart, aber es gibt ein paar Menschen die ich auf den Tod nicht ab kann, weil sie mir durch irgendwelche Aktionen unsympathisch geworden sind. Es sind zum Glück nicht viele, aber Peter Maffay, gehört trotz gleichem Vornamen dazu. Warum? Ein Komiker hat sich mal über ihn lustig gemacht. Und es war jetzt nicht ein fieses lustig machen, sondern eher ein Nachmachen seiner Stimme und ein wenig Unsinn erzählen. Also nichts Menschenverachtendes und da hat er mit so einem Unverständnis und pampig drauf geantwortet, das er ab sofort bei mir unten durch war. Menschen die nicht über sich selber lachen können, sind mir einfach unsympathisch. Außerdem sind seine Lieder scheiße. Wenn ich schon die Anfänge von ”Ich war 17 und sie war 98…“ oder ”Duuuu, Du allein kannst mich verstehen…“ höre stellen sich bei mir alle Haare auf, sieht besonders im Schrittbereich sehr lustig aus. Ich vermute mal, das es eine natürlich Abwehrreaktion meines Körpers ist. Ein Zeichen, das der Organismus nicht komplett im Hintern ist.

Da saß ich nun und war sehr erfreut, das im Kühlschrank genügend Hefe-Weizen von der Wheat-Fairy bereit gelegt wurden. Gerüchte besagen, das sie Hilfe von Friede bekommen hat. Ein verlässlicher Helfer. Das TV-Programm war nun wirklich nicht der Hit und mir wurde schlagartig mal wieder klar warum ich Freitag Abends selten zu Hause bin. Ich wurde also berieselt von den ”Hitgiganten: Love-Songs“ oder der ”70er Show“. Nehme ich nun Pest oder doch Cholera. Ich entschied mich für ein bisschen von Beidem, wofür bezahle ich denn Krankenkassenbeirage. Gut, die Love-Songs waren mit Alex Bechtel und Verona, mit sensationellen Ausschnitt. Die männlichen Gäste ignorierte ich geflissentlich. Außerdem war die Auswahl der Love-Songs sage ich mal Bescheiden. Als anständiger Heavy Metal Fan könnte ich aus dem Stehgreif eine eigene Sendung machen mit guten Love Songs. Und da wäre keine Band dabei die es sonst nicht krachen lassen würde bei ihrem Hauptprogramm. So mußte ich dann mit Chris Normann vorlieb nehmen. Von Metallica fehlte jede Spur. Aber es gab ja Verona. Bei der 70er Show bleib ich ab und an bei den Verarschen von HaPe von den Fußball-Kollegen hängen. Wo blieben die nur alle?

Zu etwas späterer Stunde leistet mir dann der Porno ein wenig Gesellschaft und wir genoßen die Hefe ab jetzt gemeinsam. Naja, er trank normales Bier und pfiff mir weiterhin Hefe rein. Bis dann die Sicherheitskräfte endlich ankamen und wir den weiteren Verlauf des abends beraten konnten. Das Ziel war eigentlich schon klar, denn es konnte nur einen Endstation geben. Die Werkstatt. Zwischenzeitlich schrieb ich schon ein wenig mit Kathrin, die auch noch in die Werker wollte. Also worauf warten? Na, auf Schnitzel, der mußte nämlich nach dem anstrengenden Dienst noch duschen. Aber dann ging es endlich los.

Doch die Werkstatt war ernüchternd wie immer, allerdings merkte ich die paar Hefe und Bier doch noch. Bier? Ja, denn Friede ist Vater geworden und hat noch eine Kiste in die Mitte gestellt. Die darf man ja nicht umkommen lassen. Kolbi gab mir dann noch seinen Eintritts-Ausweis vom Sicherheitsdienst und ich konnte so sogar umsonst in die Werkstatt rein. Die großen Augen des Türstehers inklusive. Was nun so gar keine Überraschung war, war die bereits bestellte Falsche Wodka. Ich hatte es auch nicht anders erwartet und schloß meinen Vorsatz mit dem Wodka in eine frei Besenkammer in meinem Kopf. Und davon gibt es eine Menge. Auf meinem Weg zu den Anderen traf ich dann gleich am Eingang die Kerstin mit ihren großen…, die mich fest drückte. Zeugen mögen nun behaupten, das ich danach einen seltsamen, zufriedenen Gesichtsausdruck hatte. Aber ich halte das für eine Sinnestäuschung, hervorgerufen durch die unvorteilhafte Beleuchtung. Nach so einer herzlichen Begrüßung ist man halt einfach gut drauf und das hat gar nichts mit ihrer großen Oberweite zu tun. Bei meinem weiteren Vormarsch in Richtung Theke traf ich dann auch die Kathrin und wir verabredeten uns später an der Theke. Dann kam ich zur Theke und nahm das vorbereitet Glas Wodka Red Bull in die Hand. Derjenige der die Mischung gemacht hat, war ein wahrer Meister seines Fachs, denn man schmeckte den Red Bull kaum. Ob das nun ein Segen oder ein Fluch war, wird sich noch zeigen. Viel spektakuläres ist aber nicht mehr passiert . Man saß halt rum hat allerlei Scheiße gelabert und trank den Wodka langsam dem Ende entgegen. Vorausschauende Teile der Gruppe haben dann vorzeitig eine neue Flasche geordert und somit für ein Nichtabreißen des Stromes gesorgt. Ich wunderte mich nur irgendwann wie die wundersame Wodkavermehrung zu stande gekommen ist. Später wurde mir dann mitgeteilt, das ich selber dazu beigetragen habe. So schnell kann es gehen. Eben gerade noch der Verfechter des Kartoffelschnaps und im nächsten Augenblick ist man ein Förderer des russischen Goldes.

Als dann die Flasche sich dem Ende neigte fuhr dann die Kutsche nach Hause statt. Die wir aber ziehen ließen, denn wir entschieden uns den Weg mal wieder auszumessen und unsere Werte dem Bundesamt für Landvermessung zur Verfügung zu stellen. Daraus wird dann wahrscheinlich ein Durchschnittswert gebildet und man hat eine exakte angenäherte Zahl. Meine Mitläufer waren Tobi und Porno. Aus Schutz mir bekannter Personen erzähle ich nun nichts vom Heimweg, sondern lasse den Freitag ausklingen mit meinem wohlverdienten Schönheits Gesundheitsschlaf.

Das Klingeln meines Weckers habe ich am frühen Morgen spontan überhört. Bin dann aber doch noch in größter Hektik aufgestanden und mußte einen traurigen Dienst teilnehmen. Zur Beerdigung nach Esplingerode. Nur Leute die am Freitag nichts machen, setzen Beerdigungen auf 0900 Uhr am Morgen. Total verrückt. Aber die Kirche war zum Glück voll und ich konnte eine Stellung außerhalb der Kirche einnehmen. Doch auch im Anschluß konnte ich nicht an Ruhe denken, denn wir trafen uns ja schon früh zum Turnier. Ich glaube ich muß hier nicht explizit anmerken, das ich keineswegs die Gelegenheit hatte auszunüchtern. Da ich ja gar nicht weiß wann ich nach Hause gekommen bin, kann ich also auch nicht sagen, wie viel Stunden ich genächtigt habe.

Aber als ich am Sportplatz angekommen bin, habe ich mir natürlich nichts anmerken lassen. Versteht sich ja von selbst. Es dauerte dann auch nicht lange, als die ersten Stimmen laut wurden, das mal ein Meter geholt werden müßte. Ich weise an dieser Stelle jedwede Schuld von mir, das ich es war, der den ersten Meter gefordert hat. Ich habe ihn zwar geholt, da ich der Keeper des Geldes vom letzten Mal war, aber ich habe ihn nicht gefordert. Allerdings muß ich hier erwähnen, das ich hauptsächlich daran beteiligt war, das der Meter alle wurde. Und es war der erste Meter auf einem langen, steinigen Weg. Meine Prioritäten für den Tag standen fest. Der Meter-Pokal.Unser erstes Spiel war erst um 1230 Uhr. Praktischerweise waren wir aber schon um 1100 Uhr vor Ort. Was für mich harte Arbeit an der Meter-Front bedeutete. Aber ich habe die Arbeit ja gerne gemacht. Frei nach dem Motto: Jeder macht das was er am Besten kann.

Das erste Spiel kam und wurde vorgezogen, da einige der Mannschaften nicht angereist waren. Finde ich ja auch nicht gut. Denn die Veranstalter hatten eindeutig genug zu tun und mußten sich dann noch mit ausgefallen Mannschaften befassen. Das heiß Spielpläne umändern und die Mannschaften bei Laune halten. Das war bei uns ja nicht schwer, denn wir waren von Natur aus ja schon eine recht spaßige Truppe. Erwähnte ich schon den Meter-Pokal? Wir lagen vorne. Die Führung war zwar knapp, aber wir lagen in Führung. Und alles sah nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Das Trinken ging ja von Turnierbeginn, bis um 2200 Uhr. Ein kurzer Blick auf das Zeiteisen teilte mir mit das 1400 Uhr war. Oder so ähnlich. Die Meterzahl wurde fast mit Gongschlag auf fünf aufgestockt. Nicht viel, höre ich da Manchen sagen, aber wir lagen noch vorne. In weiser Voraussicht habe ich den Meter mit an das Spielfeld genommen, damit die Recken auch was zu trinken hatten. Komischerweise hielten sie sich lieber an das Wasser und ich eher an den Meter. Wir spielten ja auch wieder nach alter bewährter Taktik. Ich blieb so lange draußen, bis wir weit vorne lagen und würde dann erst reinkommen. Gut, die Definition ”weit vorne“ müßte erst noch mal diskutiert werden, aber ich wog mich in Sicherheit. Das erste Spiel verloren wir 4:2. Wobei wir zur Halbzeit noch führten. Dummerweise spielten wir 2 x 15 Minuten. Bei den Temperaturen war das schon eine ganze Tortour. Außerdem wollten wir ja ein Spaßturnier machen und keinen Hochleistungs-Fußball. Aber meine Jungs hielten sich tapfer. Im zweiten Spiel führten wir dann und ich bekam meinen Einsatz. Dabei opferte ich mich am Spielfeldrand auf unglaubliche Weise auf. Ich trank das warme Bier , so daß ich nach dem Spiel einen neuen Meter holen konnte. Aber es gab keine Gnade. Ich muß0te rein. Lief ein paar mal hin und her und dann wurde auch schon abgepfiffen. Ich fand meine Leitung oberste Spitzenklasse und belohnte mich und das Team mit dem letzten warmen Bier aus dem Meter. Nun kriegten sie wenigstens frisches, kühles Bier. Ich habe sozusagen einen für das Team eingesteckt. Auf dem Rückweg zum Bierwagen traf ich dann auch die Kathrin, der es gar nicht so gut ging. Eigenen Aussagen zufolge hat sie am Vortag einen über den Durst getrunken und ich wäre nicht ganz unschuldig daran gewesen. Da aber mein Gedächtnis vom Vorabend eher den Vergleich mit einem großlöchrigem Käse standhalten würde, wies ich jegliche Schuld von mir. Ein wenig leid tat sie mir ja. Ich lud sie auf ein Bierchen an der Theke ein, aber das lehnte sie dankend ab. Ich behauptet jetzt mal frech, das an dem angebotenen Bier lag und nicht an meiner Gesellschaft. Hoffe ich zu mindestens.

Zurück bei den Anderen konnte ich mir wieder blöde Sprüche anhören, aber die gingen zu einem Ohr raus und zu dem anderen wieder rein. Oder auch andersrum. Ich hatte eh andere Sachen im Kopf, denn der neue Meter stand ja schon parat. Diesmal ein reiner Biermeter, was mich persönlich überrascht hat, im positiven Sinne. Ich langte auch gleich gut zu, das wir ja nicht unsere Führung verlieren würden. Nun folgt ein langer Abschnitt, wo noch ein Fußballspiel statt fand und einige Bier Meter über den Tisch wanderten. Leider mußte dieser Zeitabschnitt anderen Erinnerungen weichen, da durch den erhöhten Bierkonsum einige Speicherzellen ausgefallen sind. Ihr wisst schon, die Energie reicht dann nur noch für gewisse Grundfunktionen. Näppchen fragte mich jedenfalls was denn meine Pläne wegen einer gewissen, uns beiden bekannten jungen Dame machen würden. Peinlicherweise mußte ich zugeben, das seit unserem letzten Gespräch nicht viel gelaufen wäre, da ich einfach die überhöhte Leiterwand, die vor dieser besagten Aktion steht noch nicht überwunden habe. Nach einer kleinen Schelte ihrerseits baute sie mich aber wieder auf und wir steckten ein Endziel ab. Gott sei Dank ist der August ja noch ein wenig hin.

Wie ich schon erwähnt hatte, hatten wir ja einen sehr guten Start bei dem Meter-Pokal und dieser Start wurde fast halbstündlich ausgebaut. Bei durchgegeben Zwischenständen konnten wir erst einen fünf Meter Vorsprung und dann einen 12 Meter Vorsprung vorweisen. Es sah verdammt gut. Auch wenn wir zum Schluß an Geschwindigkeit nach ließen, waren immer noch schneller als andere Gruppen. Am Ende lagen wir dann unglaublich weit vorne. Selbst die Thekenbesatzung konnte es nicht ganz glauben und mußte zweimal nachzählen. Beim zweiten Mal dann mit einem zugehaltenen Auge. Haribo Club: 39 Meter. Der Zweitplatzierte hatte dann ganze 9 Meter vorzuweisen. Lächerlich. Wir haben es also bewiesen. Die Jungs können nicht nur guten Fußball spielen, nein sie sind auch noch gut am Glas und haben dem Bayern Fan Club somit finanziell gehörig unter die Arme gegriffen. War aber OK. Wir hatten jedenfalls den Meter-Pokal gewonnen und für mich wurde ein persönlicher Traum wahr. Der Meter-Pokal wird in meinen Händen sein und ab dem nächsten Jahr wird er Peter-Pokal heißen. Da habe ich das Wort von Titte Rust drauf! Meister in der Disziplin, in der ich den entscheidenden Beitrag leisten konnte. Später würde David sagen, das ich an dem Pokal die meisten Anteile hatte. Er munkelt immer irgendwas mit 18 Meter die ich alleine getrunken hätte. Ich bin mir da nicht so sicher glaube ihm kein Wort. Gut, es war keine so große Leistung wie den Meter-Pokal in Gerblingerode zu bekommen, aber es war eine Leistung. In Gerblingerode ist quasi die Bundesliga zu Hause. Wenn wir da hätten vorne mit trinken wollen, dann hätten wir noch ca. drei von meinem Kaliber in der Mannschaft haben müssen. Haben wir aber nicht und das ist eigentlich auch gut so. Jetzt kann ich mich in Zukunft auch auf den sportlichen Teil der Turniere widmen. Lieber nicht.

Hat man nun den Meter-Pokal gewonnen, was offiziell erst am Sonntag bekannt gegeben wurde, reicht das ja noch lange nicht aus. Mittlerweile waren auch Alex und Kai angekommen und wir entschlossen kurzer Hand, das wir unseren Abend noch in die Werkstatt verlegen würden. Um ehrlich zu sein, konnte ich auch keine Bier mehr sehen und hatte mich schlauerweise vom Löwentor fern gehalten. So konnte ich dann die Flasche Bacardi in der Werkstatt richtig genießen. Doch die Stimmung in der Werker war wie am Vorabend, nur noch ein wenig weiter im Keller. Es herrschte gähnende Leere und die zwei hübschesten Mädchen zu dem Zeitpunkt konnten mich in meinem derzeitigen Zustand nicht vom Hocker reißen. Zum Glück gab es Bacardi. Und nachdem dann die halbe Flasche geleert wurde, entschlossen wir uns dazu noch nach Mingerode weiter zu ziehen. Dort feierten die Wüstefelds Geburtstag, im großen Stil.

Daniela, die mir Markus noch nachgekommen war fuhr uns netterweise nach Mingerode und wollte dann Markus und den Rest noch hinterher holen. Während sie und also in Mingerode raus ließ und sich auf dem Rückweg machte, setzte ich mich mit Porno in Verbindung der mir den Weg wies. Das war auch einfach als gedacht und ich informierte Daniela. Die aber teilte mir mit, das Alex und Kai mit dem Taxi in Glashaus gefahren wären und Markus zu müde sei. Da bleiben dann nur noch Christian, Sabrina und ich. Auf gings. Nach dem Eintreffen und den Gratulationen gab es dann erstmal Aperitifs an der Theke. Glaubt ja eh keiner. Es ging gleich munter mit Bacardi weiter, wobei sich die ersten Engpässe schon abzeichneten. Ich weiß schon, die ersten Fragen auf Seiten der Leserschaft tauchen nun zu der Uhrzeit auf, aber da kann ich leider auch nicht weiter helfen, da Blicke auf die Uhr sinnlos waren. Die Zeiger drehten sich im Takt der Musik. Fragt mich ab er nun nicht welche Musik gespielt wurde. In meinem Kopf lief jedenfalls ”Bacardi Feeling“ in der Endlos-Schleife.

Man war mal hier und war mal da und immer hatte man was zu Trinken in der Hand. Hört sich also nach einer typischen Fete an. Doch halt, was roch so verführerisch und drehte sich in einer Ecke der Scheune? Nein, keine Go-Go-Tänzerin, obwohl das auch nicht verkehrt gewesen wäre. Es war ein Dönerspieß. Und betrachtet man die Uhrzeit, welche sich aber mir entzogen hat, so war er schon ganz schön abgenagt. Der Kern war aber noch dran und drehte sich unaufhörlich dem Ende durch verkohlen entgegen. Das konnte aber nicht zugelassen werden. Keiner griff ein, doch zum Glück gibt es noch aufrechte Menschen die dieses Schicksal dem Dönerspieß ersparen wollten. Schließlich mußte er ja seinen Auftrag erfüllen. Und dieser aufrichtige junge Mann kommt aus den Reihen der Westeröder. Niemand anderes als Porno fasste sich ein Herz und machte sich auf den Döner zu retten. Er befahl einem umher stehenden mit einem Messer ihm sofort eine Portion abzuschneiden. Das Leiden des Spießes war wohl zu viel für ihn. Nach dem dritten Nachfragen hat dann der Mann mit dem Messer den Porno auch verstanden und bedachte ihn mit einer großen Portion. Porno sah aber auch schmächtig aus. Vielleicht lag es aber auch an den Klüsen die so weit vor dem Kopf standen. Brüderlich teilte Porno die erbeuteten Schweinespäne und füllte den Teller immer spontan nach.

Das Pinkeln war übrigens auch ein Erlebnis. Die Damen konnten ja die normale Toilette benutzen, doch die Herren durften sich auf einen Abenteuerpfad hinter die Scheune begeben. Dort trifft man allerlei Gesindel, die einfach umfallen oder nicht mehr zurück zur Party finden. Dank der lauten Musik liefen sie verwirrt in dem dunklen Irrgarten hinter der Scheune lang und waren dem Tod durch Verdursten nahe. Auch ich hatte meine Schwierigkeiten wieder zurück zu finden. Aber meine untrügliche Nase führte mich sicher wieder an die Theke zurück um festzustellen, das nun der Alkohol in all seiner Pracht so langsam aber sicher zur Neige ging. Ich suchte mir also noch ein Getränk nach Wahl des Barkeepers aus und begab mich zurück zu den Anderen.

Anscheinend waren die Schweinespäne ein wenig schlecht gewesen, denn Porno sah plötzlich nicht mehr so frisch im Gesicht aus. Auch seine Haltungsnoten auf einer der Bierbänke verdienten Hochachtung. Während ich also mit einem mir unbekannten Mann sprach dachte sich Porno, das er doch mal von der Bank fallen könnte. Und zwar mit dem möglichst größtem Lärm. Bewundernswert bei solchen Aktionen ist ja immer, das dann die Person, die hingefallen ist sofort Ausschau nach dem Übeltäter hält, der ihr das vielleicht angetan haben könnte. Nur Schade, das man so schnell keinen Spiegel herbei zaubern kann. Wir stellten aber fest, das es dann doch so langsam Zeit wurde, das wir den Heimweg antreten sollten. Lag doch noch ein Fußballturnier vor uns. Nach einer kurzen Taxifahrt, die im Disput zwischen Schnitzel und dem Taxifahrer endete, hatte mein Bett mich wieder.

Sonntag Morgen, ich fragte mich wie ich ins Bett gekommen bin und warum meine Klamotten im Haus verstreut lagen. Sollten da etwa geheime Sprengladungen in meiner Kleidung zu früh losgegangen sein? Ich hoffe nicht, die waren teuer. Eine paar Kurzmitteilungen später erfuhr ich, das wir uns um 1130 Uhr treffen würden. Ich schaute auf die Uhr und bezweifelte, das ich bis dahin wieder fit war. Und recht hatte ich. Mir ging es recht beschissen. Zu allem Überfluß ging die Sirene kurz vor dem ersten Spiel und ich mußte noch zum Feuerwehreinsatz. Da mußte ich erstmal feststellen, das meine Einsatzhose gar nicht im Feuerwehrhaus hängt, sondern bei mir zu Hause ist. Und Lokis Hose passte nicht wirklich, außerdem hatte ich Hochwasser. Doch der Einsatz ging nicht lange und wir konnte bald wieder zum Sportplatz zurück.

Dort nahm das Turnier ein nicht ganz so schönes Ende. Ein Spieler ist zusammen gebrochen und mußte von den Sanitätern zurückgohlt werden. Als sie ihn stabil hatten ist er dann mit dem Helikopter abtransportiert worden. Ich war ganz vorne am Geschehen, da ich eine Sichtblockade mit aufrecht erhielt. Es war dann doch ein etwas seltsames Gefühl, als der junge Mann geschockt wurde. Man wusste das es echt ist und man kam sich total hilflos vor. Aus verlässlichen Quellen weiß ich aber das er nun wieder auf dem Weg der Besserung und vor allem wieder bei Bewusstsein ist. Aus Pietätsgründen möchte ich hier nicht ins Detail gehen.

Das Turnier wurde auf Grund des Vorfalls dann abgebrochen, was die einzige Möglichkeit war. Alles andere wäre verantwortungslos gewesen. Aber da hatte ich vollstes Vertrauen in die Turnierleitung. Ein wenig überschattet von diesem Vorfall bekamen wir dann doch noch den Meter-Pokal überreicht, da er ja schon den Abend vorher ausgetrunken wurde. Doch rechte Freude wollte nicht aufkommen, was auch durchaus verständlich ist. Aber ich bin froh das wir ihn gewonnen haben. Auch wenn es hinterher heißt, das wir ja mit meilenweitem Vorsprung gewonnen haben und der Zweite ja nur 9 Meter getrunken hat. Man muß bedenken, das wir auch gewonnen hätten, wenn der Zweite 38 Meter getrunken hätte. Ich bin jedenfalls stolz auf meine Mannschaft und hoffe das wir im nächsten Jahr an diesen Erfolg anknüpfen können. Auf jeden Fall werden wir den Titel verteidigen.


Eskalation

11/07/2007

Freitag fand die Mannschaftsfeier der 1. Mannschaft statt, bei der ich ja bekanntlich Betreuer bin. Außerdem war ich Mitorganisator, neben Köppel und Ingo. Wir drei sind eigentlich ein recht gutes Team und haben bisher immer was spektakuläres auf die Beine stellen können. Auch für dieses Jahr hatten wir uns wieder was ganz feines ausgedacht. Aber der preisliche Rahmen stellte uns vor eine unüberwindbare Hürde. Ursprünglich wollten wir einen mechanischen Bullen organisieren und richtig die Luzie abgehen lassen. Bullenreiten für die Männer und Oben-ohne-Bullenreiten für die Damen. So war jedenfalls der Plan. Nach einige Telefonaten und Angeboten von einschlägig bekannten Bullenreit-Vermietern wurden wir aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das Geschoß kostete einfach zu viel. Derart geknickt wollten wir dann erst auf einen Ausweichplan zurück greifen der einen echten Bullen bei Borchardts aus dem Stall beinhaltet. Ich freute mich schon auf das Probereiten, doch auch hier sahen wir davon ab da die Verletzungsgefahr eventuell zu groß ist. Ich machte dann noch einen Vorschlag über Kälbchen einfangen, auf den ich gekommen bin als ich mal wieder meinem Urlaub in Dallas nachgehangen bin. Auch hier wären die Basis-Komponenten vorhanden gewesen (Wiese = Sportplatz, Kälbchen = Borchardts, Zosse = Annes Pferd). Kurz gesagt wir haben dann weiterhin Alternativ-Pläne geschmiedet. Doch wir vergaßen den größten Faktor. Das Wetter! Das hat uns nämlich einen feinen Strich durch die Rechnung gemacht und begrüßte uns kurz nach Beginn mit einem Wolkenbruch. Man gut, das wir nichts großes vorbereitet hatten. Mechanischer Bulle bei solchen Wetterbedingungen wäre zwar ein absolutes Highlight gewesen, aber wie ich mein Glück kenne hätte ich gerade auf dem Vieh gesessen, während ein Blitz direkt in die Steuerung einschlägt und die Stufe 12 fest einbaut. Oder aber der heimlich angebrachte Flux-Kompensator bekommt plötzlich Strom und ich gehe ab in das Jahr 1956. Wir wollen uns lieber nicht vorstellen wie dann die Welt heute wäre.

Ich nahm mir also die Freiheit pünktlich Feierabend zu machen am Freitag und begab mich auf direktem Wege zum Tennishaus, da wir dort noch ein wenig aufbauen wollten. Plus, ich hatte noch die ganzen Schnäpse in meinem Kofferraum, da ich die einen Tag vorher bei Klingebeutel auf Kommission gekauft habe. Ich hatte also 8 Würfel Löwentor, 7 Würfel Roten und 7 Würfel Babalou im Kofferraum und die machten immer ein Spektakel, wenn ich über holperige Straßen gefahren bin. Dumm nur, das ich auf meinem Weg durch Heiligenstadt über ein Kopfsteinpflasterstraße fahren musste. Vor allem vergrößerte es nur die Vorfreude auf den Freitag. Daher habe ich sie auch erst am Donnerstag gekauft. Nach einer kurzen Umlade- kombiniert mit einer Aufbauaktion war ich auch schon wieder zu Hause und machte mich ausgehfertig. Da aber meine Zeitplanung sehr verstellt ist, kam ich gerade so pünktlich am Tennisplatz an. Vorbereitet auf böse Sprüche schloß ich das Tennishaus auf, aber nichts dergleichen kam. Dafür kam mir das gekühlte Bier gerade recht. Und kurze Zeit später war die Party im Gange. Der Grill wurde angefeuert und es regnete sich so langsam ein. Man gut das wir kein Spiel vorbereitet haben, denn das wäre alles ins Wasser gefallen. Dafür schmeckte das Bier doppelt so gut, da wir Krombacher und Becks geholt hatten. Becks war auch eine Forderung von mir. Aber das wird wahrscheinlich jeder anderen beiden auch sagen. Es ist aber auch ein fantastisches Bier. Ich hoffe das liest irgendwann mal die Becksbrauerei und schickt mir eine Euro-Palette Gratis-Bier vorbei! Und das sage ich total uneigennützig.

Ein weiteres Problem war, das ich wie gewohnt gut losgelegt habe beim Bier, denn ich war ja durstig. Meine innere Uhr sagte eindeutig Zeit für Bier. Doch ich hatte noch nicht gegessen. Ich befahl meinem Körper seine Ansprüche ein wenig zurück zu schrauben, aber er lachte nur hämisch und ließ mich eine weitere Flasche öffnen. Ich hatte also nur ein Chance. Nachdem ich also losgeschickt wurde den Grillanzünder zu holen konnten wir ja auch grillen. Der Grillanzünder sollte in der Garage vom Sporthaus stehen und ich war der Meinung das wenn von Grillanzünder die Rede entweder flüssiger Grillanzünder oder von mir aus auch kleine Brocken Essbit gemeint sind. Von wegen. Ich durfte dann eine Gasbuddel und einen Flammenwerfer über den Sportplatz buckeln. Für manche ist das halt ein Grillanzünder. Für mich ja auch, aber wenn ich gewusst hätte das ich das Ding quer über den Sportplatz schleppen durfte, dann hätte ich wen anders los geschickt. Glücklicherweise hatte ich ein Bier für unterwegs mitgenommen und machte eine kleine Vesper amanmMittelpunkt. Dafür bekam ich dann auch nicht das erste Steak oder Bratwurst. Könnte aber auch daran gelegen haben, das ich ein wenig im Inneren versackt bin. Was steht auch die Kühltruhe so verlockend in der Gegend rum uns lockt die ganze Zeit mit gekühlten Becks Flaschen. Als ich dann mein wohlverdientes Steak abholen wollte, bekam ich erstmal eine Wurst verpasst weil ich in dem Irrglauben lag, das die Steaks noch nicht fertig waren. Ein wohl vorbereitetes Ablenkungsmanöver von Görtler. Ich rächte ich indem ich noch ein weiteres Bier trank. Trotzdem gelang mir ein sensationelles Foto von Titte, als er mal wieder versuchte zu essen. Aber ich darf es unter Strafe nicht Online stellen. Besser gesagt, hebe ich mir das auf, bis es sich mal wirklich lohnt.Nach dem Essen, besser gesagt vor dem Essen lief natürlich Vollmer schon mit dem Löwentor durch die Gegend und verteilte ihn munter unter den Armen an die anwesenden Gäste. Da mußte ich also durch und schwor mir beim verzögerten Schlucken das ich keinen mehr trinken würde. Ich federleichtgläubiger. Nach dem Essen wurde mir fast im Automatismus die kleine Flasche mit dem Elixier des Ekels in die Hand gedrückt und wehe man hat sie unausgetrunken verschwinden lassen wollen. Da hat man gleich eine weitere Flasche vorgesetzt bekommen. Man glaube mir, ich habe vieles ausprobiert. Nichts klappt. Doch dann machte ich wohl den größten Fehler des Abends. Ich setzte mich an den Damen-Tisch. Es war nicht von Anfang an der Damen-Tisch. Hier machte ich es mir gemütlich zwischen Daniela und Sabrina. Dann waren da noch Näppchen, Anne, Sylvia, Christian und sporadisch der Fasel. Es dauerte auch keine zwei Minuten, als mir schon der erste Schnaps vorgesetzt wurde. Wenigstens ließ man mir die Wahl, mit welchem Getränk ich mich ins Land der Vergessenheit katapultieren wollte. Da ich aber eher der Scheiß-Egal-Typ unentschlossene Typ und probierte mich durch. Nicht das mich jetzt eine Schnapssorte besonders angesprochene hätte, da ich eh eher der Korn-Typ bin. Aber was macht man nicht alles um der Damenwelt zu gefallen. Dazu wurde klassische Bier gereicht. Mein Gewissen machte schon eine Liste mit Ereignissen bei denen ich böse abgestürzt bin, wenn ich Bier und Schnaps getrunken habe, aber ich ließ es erstmal schreiben. Bis das Gewissen fertig wäre, hätte ich mich eh schon in einen Zustand gebracht, wo ich nicht mehr Lesen könnte. Man gut, das es nicht weiß wie man einen Computer bedient. Die Gesprächspartner wechselten sporadisch, aber eins bleib immer. Der Schnaps. Und damit kommen wir zu dem Teil, wo die Zeitschiene ausgeblendet werden muß, denn ich kann mich nicht wirklich an alles erinnern.

Während ich also mit dem Mädels am Tisch saß und das Katapult welches mich ins das Land ohne Zeit katapultieren sollte weiter spannte, als es jemals ein Mensch getan hat zeigte mein Mobilfunkgerät eine Kurznachricht an. Die liebe Kathrin hat mal wieder geschrieben. Und nach einigem hin und her konnte ich sie noch überreden auch nochmal vorbei zu kommen-. Sie war zwar vorher auf dem Schützenfest in Duderstadt, was aber mit ziemlicher Sicherheit ein Scheißdreck gegen Mannschaftsfeier des FC Westerode ist. Sie kam dann auch noch vorbei und bleib aber nicht lange. Was ja sehr schade ist, denn jede Party gewinnt ungemein an Unterhaltungswert wenn Kathrin da ist. Vielleicht war sie aber auch erschrocken über den exzessiven Alkoholmißbrauch Alkoholkonsum und den fortgeschrittenen Sprachbehinderungen einiger Teilnehmer. Damit meine ich jetzt nicht mit. Denn obwohl der Chief Heavy-Tongue bereits sein Tipi auf dem B-Platz aufgeschlagen hat, hab eich erst einen Warnungspfeil geschickt bekommen. Zu dem Zeitpunkt jedenfalls. Es wird auch verdammt schwer, den Titel ”Strammsack des Abends“ zu verteilen. Wirklich alle standen auf der Anwärter-Liste. Man hätte es sogar geschlechtermäßig unterteilen können, aber eine wirkliche Auswahl kann nicht getroffen werden. Denn die Auswertung ist nicht verlässlich, da die Jury selbst zu den höchsten Aspiranten gehörte. Habe ich schon erwähnt, das die Jury nur aus mir besteht? Kommen wir aber auf einen wohl bekannten Aspiranten. Der Vollmer versuchte sich nämlich im Schnelltanz. Eigentlich seine Königsdisziplin und er hat sie würdig vertreten. Dank des rutschigen Bodens gab es zwar ein paar Abzüge in der B-Note, aber die konnte er locker verkraften, da er technisch einen sauberen Auftritt hinlegte. Herausgefordert wurde er von Finke und von Stopper. Finke, ein alter Veteran des Faxen-Dance gab eine gute Leitung zu Parkett konnte das Publikum nicht recht überzeugen. Und wie ich gerade feststellen mußte gibt es Videoaufnahmen von Stopper. Die Analyse hat gezeigt das er trotz vorgerückter Stunde einen sicheren Stand hatte. Allerdings sind die Proben noch nicht vom Doping-Test zurück da das Wettkampfgericht vermutete das mit illegalen Mitteln (z.B. Schierker Feurstein) gedopt wurde. Nachdem ich Rücksprache mit dem Akteur genommen habe, werde ich das Video vielleicht noch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ich hoffe es kommt durch die Zensur. Vereinzelt wurde auch gesehen wie sich Gruppen am Tanzwettbewerb beteiligen wollten. Allerdings kam hier das frühe Aus, durch Koordinationsschwierigkeiten seitens der gesamten Gruppe. Wenn Näppchen aber auch so geschaukelt hat. Wenn manche Dinge aufeinander treffen, dann kann es schnell zu Eskalationen kommen. Nehmen wir ein Eishockeyspiel zwischen Deutschland und Frankreich. Größtenteils geht es zivilisiert durch. Ab und an fällt ein Franzose mit Geschwindigkeit in die Bande (zu Recht, übrigens), dann gibt ein eine Massenschlägerei auf dem Eis und am Ende gewinnt Deutschland. Ober wir nehmen Bierpumpe und Jemand hat ein orangenes T-Shirt an. Diesmal war der Jemand der Andre, der dieses besagte t-Shirt auch schon bei der WM bei einem Deutschland an hatte. Ich wies ihn damals schon drauf hin, das es verdammt Holland-lastig aussah und wies ihn darauf hin das Baumwolle verdammt gut brennt. Aber e wollte ja nicht hören. Nun hatte ich mittlerweile genügend Schnaps und Bier getrunken und stimmte nun Holland-Jubel-rufe a la ”Hüpp Hüpp Holland“ an. Gebracht hat mich auf die Idee mal wieder der David. Er erinnerte mich außerdem an die Fete in Göttingen, wo ich die wunderhübsche, mit irgendwie bekannte Unbekannte getroffen habe. Dort soll ich ähnliche Aktionen mit einem mir vollkommen Unbekannten an der Theke gestartet haben, nachdem ich Canabis-Likör einen seltsam schmeckenden Likör konsumiert habe. Aber Andre versteht ja Spaß und hat glaube ich auch mitgemacht.Leider kann ich nicht mehr über den Freitag berichten, denn mein Gehirn gibt die Informationen nicht mehr preis. Ich vermute mal aus Selbstschutz, worüber ich auch nicht sonderlich böse bin. Denn wer weiß wozu es gut ist. Auch intensives Befragen derjenigen, die zu dem Zeitpunkt noch da waren brachte keine weitere Erkenntnis. Mir ist nur aufgefallen, das jeder den gleichen Gesichtsausdruck bekommt, wenn ich ihn auf den Abend anspreche. Anscheinend gab es eine kollektive Gedanken-Extraktion von einem Außerirdischen, der wohl wieder an Geld beim intergalaktischen ebay kommen will.

Als ich Samstag die Augen öffnete war ich dann doch sehr erstaunt wie ich in mein Bett gekommen war, denn ich konnte mich an absolut gar nichts mehr erinnern. Weder an den Heimweg noch an die letzten drei Stunden. Es war bestimmt auch in dieser Zeitspanne, als wir abgemacht haben, wann wir uns zum Aufräumen treffen wollten. Aber Ingo war ja nur eine kurze SMS weit weg. Und nach wenigen Minuten wusste ich das wir uns um 1000 Uhr treffen wollten. Die Uhr zeigte 1003 Uhr. Also dann raus aus den Federn und gleich wieder Retour, denn mein Kreislauf wollte noch nicht so wie ich wollte. Ich war aber stärker und zwang ihn sich zusammen zu reißen. Unten angekommen fand ich nur den David vor, der schon eine halbe Stunde dort war und als ich das Tennishaus betrat wurde mir schelcht. Es sah aus als wäre während unserer Abwesenheit eine Horde Büffel durch das Tennishaus marschiert. Und sie haben nicht nur alles kaputt gemacht sondern gleichzeitig das ganze Bier ausgetrunken und den Schnaps vernichtet. Wenn ich die Büffel erwische, dann können die sich aber auf etwas gefasst machen. Nach und nach trudelten alle ein und als wir dann alle Aussagen zusammengefasst haben und die Fehlinformationen heraus gefiltert hatten war klar, das gar keine Herde Büffel da war. Besser gesagt wir waren die Büffel und haben wirklich alles ausgetrunken und ein großes 3-Liter-Weizenglas kaputt gemacht. Das ist aber wirklich von der lauten Musik vom Regal gefallen und hätte beinahe Philip erschlagen. Nicht auszudenken was wir ohne Philip gemacht hätten.

Abends ging es dann zu Ingo. Der hatte zum Grillen geladen und im Anschluß wollten wir dann noch zum Schützenfest und eventuell in s Glashaus. Wir, das waren, Carsten, Stefan, Ingo und ich. DA mein altes Problem mit der Zeit wieder auftrat kam ich geringfügig zu spät. Was ja sonst nicht meine Art ist, denn es gibt nichts, was ich mehr hasse als Unpünktlichkeit. Da wir aber eh noch bei Ingo bleiben wollten, war es nicht ganz so schlimm. Der Grill lief jedenfalls schon, nachdem ich mir den Anschiß von Ingo abgeholt habe. Doch was viel besser war, war die Tatsache, das ein gekühltes Becks-Fäßchen auf der Küchenanrichte stand. Den Anfang machte dennoch ein eiskaltes Becks aus dem Kühlschrank. Herrlich, wie dieses wunderbare Getränk den Gaumen zu verwöhnen weiß. Ich hoffe die Becks-Brauerei liest das hier wirklich! Der Grill lief auch schon und warteten eigentlich nur noch auf Stefan, damit die Fleischstücke auf dem offenen Feuer gegart werden konnte. Mittlerweile hatte Carsten einen Kopfkrauler oder so etwas in der Art entdeckt. Am Besten lässt es sich beschreiben mit einem Schneebesen der an dem Ende wo die ganzen Drähte raus kommen abgeschnitten wurde. Allerdings nur der bogen, damit die einzelnen Drähte noch vorhanden sind. Diesen kann man jedoch keinesfalls einfach so auf den Schero stecken, da die scharfen Kanten deutliche Spuren hinterlassen würden. Also hat man kleine Plastikügelchen auf die scharfen Enden gesteckt. Seine wohligen Laute beim Benutzen des Kopfkrauler verwirrten mich am Anfang sehr, da ich mir nicht vorstellen konnte, das es so angenehm sei. Er bot mir an es an meinem Schero auszuprobieren und in meinem jugendlichen Leichtsinn stimmte ich zu. Als er ansetzte dachte ich meine Wirbelsäule explodiert. Es fühlte sich an als würde jemand mit einem großen Hammer direkt auf den Kopf hauen. Man spürte zwar nicht den Schmerz, wohl aber den Druck die Wirbelsäule hinunter laufen. Nachdem ich das dann selber ausprobiert hatte, war es doch recht angenehm. Manche Leute haben echt ein Universum an Zeit um sich so einen Mist auszudenken.

In der Zwischenzeit ist dann der Stefan auch erschienen und wir konnten den Grillrost mit Fleisch belegen und hoffen, das Ingo’s Grill genügend Hitze erzeugen konnte. Denn wir hatten vom Mannschaftsabend noch ein paar Steaks über und erst jetzt im nüchternen Zustand bemerkte ich, das es ganz schöne Riesendinger waren. Zwei von den Normalen könnten den Rost komplett ausfüllen. Ich entschied mich dennoch für ein kleines, da mein Hunger nicht so groß war und außerdem wollte ich genügend Platz für das Becks lassen. Und Stefan hatte als Mitbringsel noch eine Flasche Havana Club mitgebracht, die auf jeden Fall auch noch in Angriff genommen werden wollte. Laut Ingo jedenfalls. Während wir dann also so rumsaßen und Bier tranken, lief im Fernseher irgendein Liebesfilm harter Action-Kracher, der sehr schlecht synchronisiert war. Aber was guckt man sich nicht alles an um die Zeit bis zum Boxen rum zu kriegen. Das warten hat sich aber nicht gelohnt da es ein unspektakulärer Kampf war. Man gut das ich kein Boxen-Fan bin, denn sonst hätte ich mich echt geärgert. So sah ich aber die guten Seiten, denn der Havana Club hat sich in unsere Runde gesellt. Und die Entscheidung noch auf dem Schützenfest vorbei zu gehen ist beiseite gelegt wurden. Der Weg ging ohne Umwege ins Glashaus. Stefan hatte ein wenig gehofft, das uns der Weg nicht dahin tragen würde, da er wohl am Abend vorher ordentlich zugeschlagen hatte. Ingo und ich aber auch und so konnten wir ihn überzeugen, das wir doch ins Glashaus fahren würden. Besser gesagt ließen wir ihm keine andere Wahl.

Das Taxi brachte uns auch ohne Umwege nach Worbis. Zwar überteuert, aber wir waren da. Motto des Abends war Malotze-Party. Na super, genau mein Musik-Geschmack. Aber dann dürfte ich ja gar nicht ins Glashaus gehen. Also Ohren auf Durchzug stellen und die Augen offen halten. Kenner wissen warum. Nach dem Eintritt in das Schnittenparadies Glashaus war zunächst die schwierige Frage wohin sich unser Weg ziehen wird. Ich war allerdings strikt dagegen in das Magic zu gehen. Also wandten wir uns in Richtung Arena. Und die Wahl war gut. Carsten, in seiner fürsorglichen Art, sorgte zunächst Mal für Bier Nachschub. Eigentlich eine Beleidigung, nachdem mein Gaumen sich an den Havana gewöhnt hatte, aber überraschenderweise gab es keine Wiederworte von allen Organen. Ein gutes Zeichen und es bleib dann erstmal beim Bier. Wenn man denn Zeit hatte es zu trinken. Zunächst zog ein seltsamer Mann meine Aufmerksamkeit auf sich. Sein Tanzstil war unnachahmlich und ich ärgerte mich ein wenig das Felkl nicht dabei war. Denn dann würde der Spaß jetzt erst richtig losgehen. So, aber wurde mein Blick schnell von einigen jungen Damen angezogen, die sich im Hintergrund von dem lustigen Mann befanden. Eine von denen konnte Ingo als Mitarbeiterin einer Apotheke in Duderstadt identifizieren. Nun fiel es wirklich schwer den Mund mit der Bierflasche zu treffen. Bei so viel Ablenkung in Form von weiblichen Wesen bedarf es schon starker Konzentration und einer immensen Willenskraft die Flasche überhaupt auszutrinekn. Doch dank meiner jahrelangen Erfahrung schaffte ich diese Hürde mit Bravour. Ich war stolz auf mich. Auch wenn die Hälfte von dem Bier aus meinem offenen Mund wieder heraus lief. Das Glashaus wartete wieder mit einer Sinnesüberreizung sondergleichen auf. Das kann doch für einen normalen (männlichen) Organismus nicht gut sein.

Nach ein paar Runden setzen wir unseren Weg in den Krengeljäger Club Havana fort. Den Namen kann man echt scheiße abkürzen. Nun ja, dort angekommen, lief die Malotze-Party auf Hochtouren. Da meine Ohren nicht aufnahmebereit waren, empfand ich nur rudimentären Schmerz. Es tat zwar weh, aber ich ignorierte ihn und konzentrierte mich lieber auf die GoGo-Show zweier Strandnixen. Die war zwar nicht sonderlich spektakulär, aber wenigstens mußte man nicht der Musik zu hören oder irgendwelchen Spacken beim Cool sein zu gucken. Nach einer Weile verlagerten wir dann unseren Platz quer über die Tanzfläche , da dort mehr Platz war und man bessere Sicht hatte.

Ingo platzierte sich sehr thekennah, was mir nur die Option übrig ließ mich unterhalb der Theke zu positionieren, was schon halb auf der Tanzfläche ist. Sehr toller Platz. Da stand ich also und hielt mich an meinen Becks fest. Ich war ein wenig wenig betrübt, da meine Lieblingsbedienung nicht da war und das an der Theke an der sie üblicherweise bediente nur ein gebräunter Lackaffe stand und mir kein Becks verkaufen wollte, da es an der Theke nur Havana gab. So gut drauf stand ich dann dort als sich eine kleine, blonde, hübsche Gestalt mit einem zauberhaften Lächeln vor mir aufbaute und mich fragte wie es denn so gehen würde. Ich antwortete höflich und der Mob drückte sie weiter. Ich konnte gerade noch ihr Lächeln erhaschen als sie um die Ecke verschwand und in dem Moment fiel mir ein wer das war. Eben jene Lieblingsbedienung, die sich immer freut, wenn ich bei ihr bestelle und die mir immer einen extra Schuß in meine Mischung gibt. Und sie hat mich wieder erkannt. Eigentlich wollte ich es so stehen lassen, aber das hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können. Denn in meinem Kopf spielte sich folgendes ab. Sie sprach mich an und bevor sie auch nur die ersten drei Wörter zu Ende gesprochen hatte, rotierten in meinem Kopf die Gedanken. Ich hatte sogar Angst, das die Mechanik so laut ist, das es außerhalb gehört wird. Sie lächelte mich an und ich war unfähig eine Gesichtsmuskel zu bewegen, da sämtliche Energien in mein Hirn umgeleitet wurden um nach dem Namen zu suchen oder wenigstens heraus zu finden woher ich sie kannte. Ein kleiner Automatismus muß aber dann doch vorhanden gewesen sein, denn als ich wieder zu mir kam, fühlte ich meine Mundwinkel nach oben zeigen. Der Denkprozess hielt jedenfalls an, als sie an mir vorüber schwebte und erst als sie mit ihrem zauberhaften Lächeln um die Ecke verschwand fiel mir ein woher ich sie kannte. Ohne die Theke habe ich sie gar nicht erkannt. Sie mich wohl aber doch.

Nun war ich gut genug drauf für ein weiteres Getränk, denn komischerweise hat sich mein Getränk irgendwie verflüssigt. Vielleicht in meinen Mund hinein, wer kann das schon sagen. Nebenbei lief ein Wet-T-Shirt-Contest. Mit gelben T-Shirts. Wie kann man denn bitte so etwas machen. Manchmal zweifele ich an der Intelligenz von machen Leuten. Aber so spektakulär war es dann doch nicht. Und nach dem Contest wurde es nach und nach immer leerer. Bis sich etwas in unser Leben tanzte. Sie war groß, schlank und hatte einen Hosenanzug an. Und sah fantastisch aus. Außerdem fing sie an einer Ecke an zu tanzen und bewegte sich leicht in unserer Richtung. Das Getränk hieß mittlerweile Havana Club. Nun waren wir uns unschlüssig, ob sie in unsere Richtung tanzte, wegen dem Havana Club, der Erdbewegung oder uns drei Spitzlumpis. Das wird sich wohl auch nie klären, denn irgendein Sprallo hat sie angesprochen und sie ist abwinkend abgehauen. Sie ist zwar nochmal aufgetaucht, aber das hat nicht lange gedauert. Ich organisierte gerade ein paar Getränke, als sie um die Ecke schoß und als ich zurück kam, konnte ich schon an den Gesichtern der Anderen erkennen, das sie wieder fort war. Carsten hatte sich dann auch mit seinen Kumpels abgesetzt, die er vorher getroffen hat und somit blieben nur noch Ingo, Stefan und ich. Ein letzter Streifzug durch das Glashaus brachte nur die er nüchterne Erkenntnis, das nicht mehr viel los war und die Lichter wohl bald angingen. Da wurde es auch für uns Zeit den Heimweg anzutreten. Es war nur sehr erschreckend, daß es schon sehr hell war, als wir aus dem Glashaus kamen und unsere Kutsche riefen. Der Weg von Otto Bock nach Hause wurde dann noch zu einer Abenteuertour, denn ich hoffte das mich niemand entdecken würde. Ich hoffe es war auch so.

Sonntag lag mal nichts an. Mann, war das langweilig! Zum Glück habe ich den Felkl besucht um ihm vom Glashaus vorzuschwärmen. Der Neid war im sichtlich ins Gesicht geschrieben.


Das Sportwochenende

04/07/2007

Seltsamer Titel für ein Logbucheintrag von mir, aber Klarheit wird der folgende Text bringen. Denn an dem vergangenen Wochenende war das Sportfest in Westerode und, wie ich schon angekündigt hatte, ein Fußballturnier in Gerblingerode. Das bedeute für mich natürlich das ich mich körperlich auf diese Liebesertüchtigungen vorbereitet habe. Kurz gesagt habe ich mit Laufen angefangen und war froh das ich am Donnerstag zum Blut spenden gegangen bin, denn danach durfte man keine sportlichen Aktivitäten machen. Außerdem dachte ich nach dem Laufen am Dienstag, das meine Unterschenkel amputiert werden müssten.

Freitag telefonierte ich erstmal mit dem Felkl, ob er denn Bock hätte abends noch was zu machen. Und zu meiner Überraschung hatte er schon Bock was zu machen. Könnte auch daran gelegen haben, das kein Training war und da kann er dann seine Kräfte auf andere Dinge konzentrieren. Was aber noch viel mehr gezogen hat, war aber die Tatsache, das Sabrina auch Bock hatte irgendwo hin zu gehen, vermute ich jetzt einfach mal. Man erinnere sich an die Lanz-Bulldog-Theorie. Vorher wollten wir aber noch beim Sportfest vorbei gucken. Dort war zwar noch kein offizieller Beginn, aber die Bierbude war geöffnet. Das ist ja nun für mich schon ausreichend als Attraktion bei Festen. Um dem ganzen aber einen offiziellen Rahmen zu geben wurde der Freitag Abend als Übungsabend für das Kickerturnier deklariert. Hauptsache man kann die Bierbude aufmachen und sich zu schütten.

Der Wettergott hatte sich dann kurz vorher entschlossen die Schleusen zu öffnen und Unmengen an Wasser auf die gute alte Erde zu bringen. Das konnte meine Laune aber nicht sonderlich verschlechtern, da ich eh schon vom Wetter angenervt war. Ich passte also einen Moment ab in dem es nur 8 Liter pro Quadratmeter regnete und begab mich zur Felkl’schen Residenz. Dort mußte ich dann erstmal warten. Nicht das Sabrina nicht fertig war. Im Gegenteil. Sie war schon aufbruchsbereit. Nein, der feine Herr Felkl hatte mal wieder keine Schuhe an. Aber das ist man ja schon gewohnt. Allerdings kann man sich auch nicht sagen, das man einfach fünf Minuten später kommt, denn das heißt nicht automatisch, das Felkl dann schon fertig ist. Er fängt nämlich dann erst an sich die Schuhe anzuziehen. Rein rechnerisch, sollte man also fünf Minuten vorher da sein. Aber das nützt auch nichts, denn dann hat er mit ziemlicher Sicherheit noch keine Hose an. Also muß man die Verspätung gleich mit einplanen und schon ist man sauber. Die Schuhe waren an und wir konnten los ziehen.

Am Sporthaus selber erwarte uns gähnende Leere. Nur ein paar alte Herren waren da, die den Kicker vorher testen wollten. Der Kicker war ein Kicker mit Überlänge. Statt den üblichen vier Stangen hatte man hier acht Stangen. Das hieß das immer vier gegen vier Mann gespielt haben. Da wir vom Haribo Club auch eine Mannschaft gemeldet hatten, war es gar nicht so verkehrt, wenn man den ganzen Krempel vorher in Augenschein nimmt. Allerdings war die erste Haltestelle schon mal vorprogrammiert, da die Bierbude taktisch günstig am Eingang zum Sporthaus stationiert war. Die erste Runde ging dann sogar großzügigerweise auf Titte. Dort sah ich dann auch zum ersten Mal die T-Shirts die für den FC Westerode gemacht wurden. Auf Titte ihm sein Shirt stand aber nicht wie vermutet Titte, sondern Fürst. Ich vermutete vorerst das es von Dach-Fürst kommen würde, aber wurde später über den wahren Ursprung aufgeklärt.

Nach der ersten Runde kam dann auch der Philip um die Ecke und an seinem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, das er sich auch ein wenig mehr erhofft hatte, von einem Besuch beim Sportfest. Aber er wollte eh nicht lange bleiben und trank erstmal ein Pils. Kurzfristig testeten wir dann den Kicker. Felkl und Sabrina gegen Philip und mich. Allerdings ist es recht kompliziert den XXL-Kicker mit zwei Mann pro Seite zu bedienen. So kam es dann vermehrt zu Armverknotungen auf beiden Seiten. Wir wollten das alte ”Zu Null ’ne Runde“ Spiel machen, aber das stellte sich dann doch als recht kompliziert heraus. Und da die nächsten Tester schon warteten, erklärte ich mich bereit die Runde zu sponsoren. Irgendwer muß ja mal anfangen. Dann schneite der Fabian kurz mal herein und trank auch noch ein paar Pils mit. Aber so richtig konnte das Sportfest uns noch nicht zufrieden stellen. Die Fahrt ging also weiter zum MaxM.
Allerdings ohne Fabian, der am nächsten Tag arbeiten mußte. Philip ist mittlerweile auch weiter gezogen, da er noch zu einem Geburtstag mußte. Also blieben noch Christian, Sabrina und ich. Es war dann so auch nicht schwer einen Tisch im MaxM zu finden. Gut, die Bude war jetzt nicht brechend voll, aber wer schon mal versucht hat mit einer größeren Gruppe einen Tisch zu bekommen, weiß wovon ich hier rede. Dabei sind jetzt mal die Uneinigkeiten innerhalb der Gruppe außer Acht gelassen. Es gibt da ja immer welche, die nicht gerne im Zug sitzen oder die immer die Tür im Blick haben müssen. Mir ist das alles gleich, Hauptsache ich habe mein Bier im Blick. Da mit kommen wir auch schon zur Hauptsache. Da ich vorher schon Bier getrunken hatte, machte ich erstmal eine Sicherheitsbestellung von einem Weizen bei Inka. Ich war mit Felkl unterwegs, Inka brachte mir Weizen. Es kam mir vor wie ein Deja vu. Fehlte nur noch das der DJ gleich durchsagt, das auf der Tanzfläche nicht geraucht und nicht getrunken wird, Wolle Petry rein haut, auf der Tanzfläche Imke abgeht und man könnte meinen wir wären im Checkpoint gewesen. Da wir nun gerade in nostalgischer Stimmung waren beglückten wir Sabrina mit ein paar Klassiker-Geschichten aus unserem immensen Repertoire. Ich kann mir schon vorstellen, das es sehr anstrengend ist, wenn Felkl und dich erstmal loslegen aus der vergangenn Zeit zu berichten, das Schlimme ist, wir haben daran immer am Meisten Sapß. Sabrina war also das gefundene Opfer. Aber so viel leiden mußte sie ja nicht. Und vielleicht hört sie sich ja die Geschichten gerne an. Oder auch nicht. Wir haben sie aber nicht den ganzen Abend mit dem alten Mist gequält und ich denke sie hat alles ganz gut überstanden.

Dann trat Porno auf. Der war vorher bei den Wüstefelds in Mingerode zum Ballern und dachte sich es wäre eine gute Idee mir zu folgen. Aber er kündigte schon an, das die Reise bald in die Werkstatt weiter gehen würde. Schnitzel schrieb mir auch schon den ganzen Abend, wann ich denn in die Werkstatt gehen würde. Ich fühlte mich wie das Fräulein vom Amt und steckte andauernd die Kabel hin und her. Schnitzel war nun mittlerweile in der Werkstatt angekommen und Porno wollte dann auch hin. Ich bleib dann aber noch ein bisschen im MaxM, da es einfach zu gemütlich war, als das ich den Abend schon so früh zu einem so fiesen Ausgang zwingen wollte.

Die Zeit verging wie im Fluge und nach der ersten Runde Weizen bin ich umgestiegen auf Havana Club. Da er nicht auf der Karte stand, habe ich mich natürlich höflich danach erkundigt und Inka macht ja alles möglich. Der Abend konnte dann also weiter gehen. Leider ist es ja immer so, daß das Gedächtnis ein wenig zu wünschen übrig lässt, je mehr Stoff man sich antut, so war ich dann auch nicht mehr so sicher, wie viele Havana Club ich denn am Ende getrunken hatte. Dummerweise hatte ich auch keinen Kugelschreiber zur Hand, mit dem ich mir die Anzahl hätte notieren können. Vorausgesetzt ich hätte von vorn herein so weit mit gedacht. Da ich aber des Sprechens noch mächtig war, suchte ich mir meine Lieblingszahl aus und gab sie als Anazahl getrunkener Havana Clubs an. Leider standen zusammen gerechnet keine 19 Getränke auf der Rechnung, also versuchte ich es nochmal und hatte diesmal eine Zahl erwischt die in das Schema passte. Geht doch.

Der Weg vom MaxM in Richtung Westerode geht ja nun leider an der Werkstatt vorbei und wie der regelmäßige Leser sich bestimmt schon gedacht hat. Hielt das Auto von Christian wie von selbst an der Werkstatt und meine Tür sprang fast schon von alleine auf. Was sollte ich mich dagegen noch wehren?

An der Kasse wurde ich gleich nett begrüßt und mir wurde gesagt, das ich spät dran wäre, die Anderen seien schon drin. Das sind dann die ersten Anzeichen, das man viel zu lange die gleichen Etablissements besucht. Wobei ich aber einräumen muß, das ich nun schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Werkstatt war. Und trotzdem wurde ich wieder erkannt. In der Werkstatt erwarteten mich dann die üblichen Verdächtigen. Porno, Schnitzel und Kai mit Wiebke. Vor ihnen eine Flasche Jim Beam. Klasse, so brauche ich wenigstens keine Flasche mit zu trinken. Außerdem kostet der Wodka Red Bull nur einen Euro. Sollte ich wirklich meine Geschmacksnerven in das kalte Wasser stoßen und einfach einen Wodka bestellen. Sie waren ja im Moment auf Havana Club einjustiert. Eine krasse Änderung des alkoholischen Getränks könnte sie komplett durcheinander bringen. Aber ich ging das Risiko ein. Allerdings nur für drei Mischungen, dann war ich dem Zuckerschock nahe. Red Bull ist definitiv zu süß. Ich schwenkte wieder auf Havana Club Cola um und ließ Porno immer im Doppelpack bestellen. Zu irgendwas muß man ihn ja gebrauchen können.

Im Verlauf des weiteren Abends der weiteren Nacht konnte man an Pornos und Kais Gesichtern eine Zeitraffer Studie durchführen. Beiden konnte man jede Mischung ansehen. Und dementsprechend strichen wir die Segel und bestiegen die erste Kutsche Richtung Heimat. Porno muß wohl sein Gedächtnis für einen letzten Versuch feste Nahrung zu bekommen nochmals an geschmissen haben, denn aus all den gestammelten Wörtern konnte zwei ganz deutlich raus hören: ”McDonalds“ und ”Hunger“. Doch Schnitzel ist ja nur auf Pornos Gesundheit bedacht und würgte den Versuch gleich ab. Dafür wollten er und Kai ihn dann vor der Kirche in den Busch schmeiß0en. Ich war dann doch sehr überrascht, was Adrenalin so mit manchen Leuten machen kann. Porno zum Beispiel konnte plötzlich rennen. Und Kai, der Mann mit dem doppelten Kreuzbandabriß an beiden Knien, auch. Ich schonte jedoch meine Ressourcen und beschränkte mich auf das Kommentare geben. Wiebke wurde das alles ein wenig zu doof und ging schon mal vor. Kai flitze hinterher und somit bleiben nur noch Schnitzel und ich von der Werkstatt Besatzung. Aber nicht mehr lange.

Der Samstag begann und ich hatte absolut keine Lust auf zu stehen. Aber ich mußte irgendwann die Senkrechte Position erreichen, da ich ja noch beim Fußball-Turnier in Gerblingerode mitspielen sollte. Ja hier wir richtig gelesen. Ich mußte mitspielen, da wir sehr schwach besetzt waren. Wer mich schon mal Fußball spielen gesehen hat, kann sich nun vorstellen, das wir sehr schwach besetzt waren. Mühsam suchte ich meine Klamotten zusammen und aß zur Sicherheit Mittags ein Stück Zwiebelkuchen. Wer weiß wann man die Geheimwaffe benötigt!

Felkl holte mich ab und los ging es nach Gerblingerode. Mein primäres Ziel an diesem Tag war es wenigstens den Meter-Pokal zu holen. Die Mannschaft die die meisten Meter vernichtet bekommt auch einen Pokal und jedes Jahr waren wir dazu nicht in der Lage. Immer stand der sportliche Gedanke im Vordergrund. Aber ich bin geduldig. Irgendwann wird er auch in unsere Hände fallen. Wenn wir erstmal jedes Turnier gewonnen haben und der ersten Plätze überdrüssig geworden sind, dann schlägt meine Stunde. Am Glas spiele ich schon Bundesliga. Am Ball eher 3 Kreisklasse, F-Jugend. Aber jeder soll das machen was er am Besten kann. Anders würde die Geschichte aussehen, wenn der Rasen eine Eisfläche wäre und jeder Spieler einen Eishockeyschläger in der Hand hätte. Da würde ich oben mit spielen. Aber Fußball gehörte nie zu meinen Stärken. Fußball gucken und Bier trinken schon eher. Als wir dann ankamen und der erste Meer geordert wurde dachte ich, das ein Problem mit den Augen hatte, denn eine Mannschaft hatte tatsächlich schon 5 Meter au seiner Liste verbucht. Als ich mir den genauen Namen und Position habe geben lassen von der Mannschaft zerplatzen meine Träume vom Meter-Pokal wie die Bläschen des Schaumes auf einem frisch gezapften Bier. Die Mannschaft war definitiv zum Trinken her gekommen. Da wir den Pokal in Gerblingerode noch nicht geholt haben, konnte ich also auf wenig Schützenhilfe meiner Mitspieler hoffen. Nun ja, betrinken kann man sich ja trotzdem. Auch wenn ich meine Träume auf den Meter-Pokal ein weiteres Jahr nach hinten schieben konnte.

Vor dem Spiel ging es trotzdem erstmal an die Bier-Bude um zu testen ob man denn in Gerblingerode gutes Bier aus schenkt. Und dem war so. Doch lange konnte ich mich an dem Bier nicht laben, denn das erste Spiel stand schon an. Was? So früh? Das halte ich niemals durch. Doch wehren half nicht, ich mußte auf Grund unseres Mangels an fähigen Leuten mit ran. Aber ich bleib noch ruhig, denn ich sollte erst dann eingesetzt werden, wenn wir sehr hoch führen würden oder Jemand nicht mehr kann. Unter letzterem verstand ich das Jemand seine Extremitäten verliert. Also war ich in dem Punkt schon mal sicher. Doch der erste Grund sollte mir zum Verhängnis werden. Ehe ich mich versah stand es 3:0. Das war das Zeichen für die Anderen mich einzuwechseln. Leider ging dann die Definition des ”Hoch führen“ zwischen mir und meinen Mannschaftskollegen arg auseinander. 23:0, das ist für mich eine hohe Führung, aber 3:0? Ich weiß ja nicht. Es half aber kein lamentieren, ich stellte schnell mein Bier weg und ich lief auf den Platz und zeigte mal was ich für ein Fußballlegastheniker bin. Ich habe mich aber recht gut geschlagen. Einmal wurde ich umgeknüppelt was dann eine beweisbare Drecknabe an meinem Oberschenkel hinterließ. Und dann versuchte mich ein Gegenspieler schwindelig zu spielen und hat es geschafft. Ich befürchtete das mein Knie sich jeden Moment vom Oberschenkel lösen würde und wollte schon einen Termin bei Otto Bock machen. Ich fühlte mich wie Ewald Lienen anno 1981. Aber es blieb alles zum Glück dran. Als dann endlich der Abpfiff kam, hatte ich das Gefühl als hätte ich nur noch einen Lungenflügel und meine Beine spürte ich kaum noch. Ich musste feststellen, das der Sportplatz in Gerblingerode sehr schlecht belüftete war, denn ich bekam kaum noch Luft. Die Reserven die ich noch hatte, mobilisierte ich dann aber noch um den nächsten Meter Bier zu besorgen. Danach ging es mir besser. Ich wollte mich auch versichern, das wir keinen Chance auf den Meter-Pokal mehr hatten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Mannschaft mit den meisten Strichen lag weit vor uns. Meine Träume nahmen endgültig den Expresszug und verschwanden. Aber trinken kann man auch ohne Ziel. Und doch, eines Tages wird er mir uns gehören. HarHarHar

Der Meter kam und ihm folgte noch ein weiterer, der nicht mehr geschafft wurde. Jedenfalls nicht vor dem nächsten Spiel. Absolute Frechheit. Ich dachte das Trinkvergnügen hat Vorrang. Es half nichts, ich mußte mein Bier wieder abstellen und mich auf den Platz begeben in der Hoffnung, diesmal meine Kräfte ein wenig mehr zu schonen. Je mehr ich mich anstrengte auf dem Platz desto weniger Bier konnte ich trinken. Skandal! Same game, same procedure. Wir führten und ich mußte drauf. Ich wollte zwar nicht, aber da stieß ich bei meinen Kameraden auf taube Ohren. Ich vermute sie wollten mich spielen sehen. Sollten sie haben. Diesmal kam es sogar noch besser. Zu Anfang lief ich etwas planlos auf dem Platz umher und wurde immer wieder von der Bierbude angezogen. Doch dann stürmten wir mit drei Mann auf den gegnerischen Torhüter zu. Ingo legte den Ball auf Christian ab und Christian gab ihn mit einem gekonnten Hackentrick an mich weiter. Ich wollte ihn mit dem rechten Fuß versenken, semmelte ihn aber trotzdem schön daneben. Hätte ich in diesem Fall Schlittschuhe an, würde mich auf dem Eis befinden und hätte einen Eishockeyschläger in der Hand, hätte ich ein ballgroßes Loch in das Netz geschossen. Aber so, ging er nur daneben. Vielleicht auch besser so, denn ich hatte mir vorgenommen, das ich bei einem Torschuß mein Trikot ausziehen würde. Hätte ich das gemacht, wäre der Platz leer gewesen, da alle panikartig die Flucht ergriffen hätten. Was uns natürlich wieder Vorteile beim Meter-Pokal gebracht hätte.

Nun kam eine Pause, die von mir sehr Willkommen geheißen wurde. Ich nahm sie mit an die Bierbude und besorgte den nächsten Meter. Ja, ich hatte Durst. Auch wenn das eher selten vor kommt. Der Meter und zwei weitere wurden vernichtet und dann gings zum nächsten Spiel. Welches leider total verpfiffen wurde. Gegen uns natürlich. Aggressionen kochten hoch und wir fühlten uns sehr ungerecht behandelt. Aus lauter Frust trank ich noch ein paar weitere Bier. Beim anschließenden Spiel spielten wir dann Unentschieden und waren somit aus dem Rennen. Sowohl beim Pokal, als auch beim Meter-Pokal. Trotzdem tranken wir dann noch zwei weitere Meter und überließen das Aufschreiben, einer anderen Mannschaft. Wir konnten eh nichts mehr reißen und wer weiß ob sie es gebrauchen konnten.

Nach dem Duschen ging es dann flugs nach Westerode, wo wir dann noch bei dem Kicker-Turnier mitmachen sollten. Das wurde wohl vergangenen Woche beim Pfarrfest klargemacht. Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, das wir nicht mehr heile beim Kickerturnier ankommen würden, aber wer konnte den ahnen, das wir so früh ausscheiden würden. Nach der Ankunft in Westerode belagerten mich erstmal meine Jugendfeuerwehrleute und meinten mir mitteilen zu müssen, das ein paar Leute am nächsten Tag nicht können und deshalb würde der Kreiswettkampf ausfallen. Da kamen sie genau richtig. Ich hatte eh schon nicht die beste Laune und war angeheitert und dann solche Ausflüchte. Im Schnellgang klärte ich alles, machte einige Leute rund und schon klappte alles am Schnürchen. Manchmal glaube ich das die Jugendfeuerwehrleute das alles extra machen um mich dem Wahnsinn jeden Tage in Stückchen nähre zu bringen. Wie sang schon Rammstein: ”Der Wahnsinn ist nur eine schmale Brücke!“. Meine wird von Tag zu Tag schmaler und das ist nicht gut, vor allem dann nicht wenn man gerne mal einen trinkt.

Ich gehöre zu den Leuten die das Talent haben, sich an den Tisch zu setzen, an dem am meisten getrunken wird. Gemeine Leute würden jetzt behaupten, das es daran liegt, das ich an dem Tisch sitzen würde und das deswegen so viel getrunken wird. Aber ich weiß ja das keine gemeinen Leute mein Logbuch lesen. Jedenfalls setzte ich mich an einen Tisch und kurze Zeit später standen meterweise Bier auf dem Tisch und in der Mitte war ein Marken-Sammel-Haufen. Neben mir saß der Ingo, das bedeute schon mal das es ein lustiger Abend werden würde. Wenn wir Beide erstmal loslegen, dann wird es interessant. Leider kann ich den Inhalt unserer Konversation nicht hier nieder schreiben, da ich sonst die nationale Sicherheit gefährden und das Briefgeheimnis verletzen würde. Aber man kann sicher sein, das mit zunehmenden Bierkonsum und zunehmender Uhrzeit die Prekärität (<- gibt es das Wort eigentlich?) der Unterhaltung exponentiell zu nahm.

Nun wurde es aber auch Zeit für das Kickerturnier. Den Anfang bekam ich nur mit, als mich mein Saufkumpan Gesprächspartner darauf aufmerksam machte. Wie der geölte Blitz sprang ich auf und gefühlte 30 Sekunden später kam ich schon zum Einsatz. Ich sollte die vordersten Stürmer ablösen. Mein Gegenspieler, der Torwart und die Verteidiger, setzte sich aus Josef S. zusammen. Der gleiche Josef, der mir vor ca. zwei Wochen beim Markenverkauf bei der Schützendisco in Hilkerode seinen Zigarillo-Qualm ins Gesicht blies. Er lächelte als er mich sah und sofort sieht man die direkte Verwandtschaft zum Schmierpopel. Er war sich sicher einen Kicker-Novizen vor sich zu haben und fragte mit einem hämischen Grinsen nach meinen Kickerkünsten. Doch die Jugendraumzeit hat geprägt und nach einer bewährten Schub-Reinhämmer-Aktion beförderte ich den Ball in sein Tor und hinterließ beinahe ein kickerballgroßes Loch in der Pressholzplatte. Seine Augen weiteten sich und sofort schob er seinen Nebenmann an die Torwartposition. Es kann aber auch an den Vorwürfen seiner Mannschaftskollegen gelegen haben. Nach zwei weiteren Toren wechselte ich dann wieder und stand, wie von Zauberhand geführt, plötzlich an der Bierbude. Dort bleib ich dann auch erstmal.

Der Rest des Abends entzieht sich meiner Kenntniss. Das soll jetzt nicht bedeuten, das ich bewusstlos in der Ecke gegelne habe, doch ich bekomme die zetiliche Reihenfolge nichtmehr hin., Ich weiß aber das wir vom Haribo Club das Turnier gewonnen haben. Was andere Leute recht schnell wieder vergessen haben. Fabian erkundigte sich wohl am nächsten Tag, wer denn das Kickerturnier gewonnen hätte, obwohl er selber beim Haribo-Club mitgespielt hatte. Schlimm, schlimm, schlimm. Es könnte aber auch daran gelegen haben, das wir eine Zeit lang an der Theke zusammen gestanden und ordentlich getrunken haben. Ich will es aber nicht beschwören. Die Fluktuation meiner Gesprächspartner war eh sehr hoch, da weiter gekickert wurde und der Besuch der sanitären Einrichtungen nicht ausblieb.

Es war ja eigentlich geplant den Abend noch an einem anderen Platz ausklingen zu lassen. Primär Göttingen oder Worbis. Doch je länger wir dem Biergenuß frönten, desto unwahrscheinlicher wurde es, das wir noch irgendwo anders hingehen würden. Das erste Mal fragte ich den David, ob wir denn heute Abend noch nach Göttingen fahren wollten, in Gerblingerode. Da verneinte er entschieden, mit dem Hinweis, das er am nächsten Morgen früh raus muß. Warum Göttingen? Weil da van der Grinten sein 1jähriges Bestehen der Hypnosepraxis feierte. In süßer Erinnerung denke ich an den Abend vor einem Jahr zurück. Dort traf ich die wunderschöne Unbekannte, die mir irgendwoher bekannt vorkam, und die mir mindestens zwei Monate nicht aus dem Kopf ging. Meine Hoffnung waren dementsprechend groß, das wir dort noch hinfahren würden. Also bleib ich hartnäckig bei David am Ball. Eine weiter Frage am späten Nachmittag brachte schon mehr Erkenntnis, denn David antwortete nun mit einem entschlossenen ”Vielleicht!?!“. Doch der Abend war nun zu weit fortgeschritten, als das sich eine Fahrt nach Göttingen noch gelohnt hätte. Ingo und ich hatten ja eh schon früh beschlossen noch eine andere Lokalität aufzusuchen. Doch als ich uns Beide so ansah, hatte das alles keinen Sinn mehr. Köppel sah auch nicht viel frischer aus. Nur die Näppchen, die war noch voller Tatendrang. Außerdem redete sie mir mal wieder ins Gewissen, das ich doch endlich mal einen Vorstoß bei einer gewissen jungen Dame machen sollte. Sonst wird das nie was. Ich erörterte ihr mein weiteres Vorgehen und erhielt sogar ihre Zustimmung. Nett, wie sie an mich denkt.

Nun war aber endgültig die Zeit des Aufbruchs gekommen und David wollte noch in die Werkstatt. Normalerweise wäre ich jetzt mitgefahren und wäre als erstes in die Werkstatt gestürmt. Doch eine kleine feine Stimme in einem entlegen Winkel in meinem Gehirn klang durch den Nebel des Alkohol und erreichte irgendwie mein inneres Ohr. Sie ermahnt mich an den Kreisjugendfeuerwehrwettkampf und den Weg nach Güntersen. Und ich entschloß mich nach Hause zu gehen, damit ich am nächsten Tag fit bin. David und Morchel sind dann trotzdem in die Werker gefahren. Doch kommen wir zurück zur Stimme. Sollte es etwa die Vernunft sein? Kaum vorstellbar! Ich werde mich nun dringend untersuchen lassen. Nicht das so was öfters vorkommt. Als nächstes kommt ein weiterer Selbstversuch am kommenden Wochenende.

Der Weg nach Hause ging wie von selbst, denn ich hatte ja Fabian Florian als Begleitung. Um ehrlich zu sein, bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Sonntag früh, ich erwachte und es ging mir gut, denn ich hatte noch eine Stunde Schlaf vor mir. Nach der Stunde fühlte ich mich wie frisch aus einer Waschmaschine. Mein Kopf tat unglaublich weh und was mich erwartete versprach keine Besserung. Kreisjugendfeuerwehrwettkampf, drückendes Wetter und quengelde Jugendliche. Auf der Fahrt nach Güntersen habe ich mich erstmal schön verfahren. Aber wer weiß denn schon wo Güntersen liegt. Ich! Wer da mal hin will, kann sich bei mir Auskunft holen. Der Wettkampf an sich, war äußerst schlecht organisiert, da man die üblichen Flachzangen an den taktischen wichtigen Positionen aufgebaut hat. Anmeldung für den B-Teil, als zufällig gewähltes Beispiel. Der Typ war so verwirrt und schläfrig, das ich kurz davor war auf den B-Teil zu verzichten und wieder nach Hause zu fahren. Hat jemand ”Falling Down“ gesehen?

Nach dem Wettkampf ging es dann zum Sportplatz, wo das Sportfest für die Abendunterhaltung sorgte. Dabei wollte ich gar nicht lange bleiben!


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