M7 bitte die 40! M7 bitte!

Das Wochenende schien komplett ausgebucht zu sein. Das war wohl auch der Grund warum ich den gesamten Freitag gut gelaunt war. Mit der Musikanlage auf volle Pulle bin ich wie der Henker nach Hause gefahreneinem fröhlichen Liedchen auf den Lippen fuhr ganz gemütlich nach Hause und genoß das schöne Wetter den Regen, der sich entschieden hatte, dann doch den ganzen Tag sintflutartig zur Erde zu stürzen. Der Regen machte die Fahrt nicht gerade angenehmer, aber ich ließ mir die Laune nicht verderben. Den das Wochenende war ja komplett verplant.
Franz L. hatte Teile der Feuerwehr zu einer kleinen Dankesfeier eingeladen, da wir so toll das Feuer bei ihm gelöscht haben. Das Logbuch berichtete darüber nicht, da es nach Karneval passiert ist und da war der Eintrag schon übervoll. Ich will ja die Leser nicht überfordern oder gar die Mittagspause von Nollau ungewollt ausweiten. Nun ja, bei Franz L. hat es also ordentlich gebrannt, der Eine oder Andere wird davon in der Zeitung gelesen haben. Es waren mehrere Feuerwehren im Einsatz und Franz entschied sich dazu die Feuerwehr Westerode zu einer kleinen Dankesfeier einzuladen, da wir gute Arbeit geleistet haben. So fanden wir uns also um 1900 Uhr am Feuerwehrhaus ein um wenige Minuten später den Abend bei einem kühlen Bierchen zu beginnen. Doch wie es nun mal so ist, wenn sich mehrere Leute an einem Treffpunkt versammeln, pünktlich waren die wenigsten. Eigentlich ja nur Kai, Docschen und ich. Jetzt können die bösen Geister ja wieder sagen, das immer die pünktlich sind, die am meisten Durst haben, aber das stimmt ja gar nicht. Das sind meistens die Auswüchse des Neides, da sie es nicht pünktlich geschafft haben und so unseren Spott auf sich ziehen. Beim Bund gab es immer ein nettes Sprichwort: ”Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit!“ Lässt sich auch auf jede andere Personengruppe um münzen. Als wir dann endlich vollständig waren setzten wir uns so langsam in Gang und rückten bei Franz in die Garage ein. Gleichzeitig feierte er nämlich auch Richtfest, da das Dach kurz vorher fertig gedeckt war. Um es anders auszudrücken. Er feierte Richtfest und lud die Feuerwehrleute ein, die beim Brand dabei waren, damit sich alle zusammen wunderbar die Mütze zuknallen können.

Das war natürlich ein Programm nach meinem Geschmack. Was mich allerdings anfangs verwunderte, war, das der Schnitzel gar nicht mit von der Partie war. Auf Nachfragen, teilte mir der Ortsbrandmeister mit, das Schnitzel am nächsten Tag arbeiten mußte und er seinen Anhänger noch fertig streichen mußte. Hallo, ich muß mir den Schnitzel mal ordentlich zur Brust nehmen. Anhänger fertig streichen, am Samstag arbeiten. Das sind alles keine Gründe Freitags zu Hause zu bleiben. So geht es ja natürlich nicht. Aber kommen wir zurück zur Festivität. Nach einer kurzen Ansprache von Kai und einer Gegenansprache von Franz wurden wir dazu aufgefordert Platz zu nehmen. Im gleichen Zuge wurden uns gekühlte Krombacher in die Hand gedrückt. Ob Franz wirklich wusste auf was er sich da eingelassen hat. Er lädt die Feuerwehr zu sich nach Hause ein, gibt ihnen Getränke und auch noch was zu essen. Da kann es durchaus vorkommen, das einige nicht mehr weg gehen wollen.

Die ersten Krombacher liefen gar fantastisch die Kehle runter und es gab auch noch lecker etwas zu Essen. Da kam dann mein Problem ins Spiel. Schlau wie ich war hatte ich zu Hause schon eine Kleinigkeit gegessen. Aber ein kleines Stück Fleisch inklusive Schwarte passt ja immer noch rein. Dazu noch Pellkartoffeln und Quark. Und es hat auch alles rein gepasst inklusive Schwarte. Das Völlegefühl im Anschluß war zwar nicht sehr angenehm zu Beginn, aber es sollte nicht lange anhalten. Franz ging nämlich mit einem Eiskorn durch die Reihen und fand an meinem Tisch reiß0ende Abnehmer. Abnehmer ist hier als Abnehmer vom Teller und Schnapsgläser gemeint, nicht im Sinne des Gewichtsverlust. Nun soll man aber nicht denken, das ich der Initiator dieser Schnaps-Runde war. Nein, der Holger, der mir gegenüber saß nahm die Gläser mit beiden Händen ab und verteilte sie großzügig. A pros pros Holger. Da wird einem schon wieder vorgeworfen, das er immer so stramm ist, wenn er mit mir unterwegs ist. Aber dem ist gar nicht so. Gut, der Fakt, das er stramm ist, wenn er mit mir los geht, lässt sich nun mal nicht abstreiten, aber ich bin nicht der Grund dafür. Es ist vielmehr so, das ich immer vorgeschoben werde. ”Ja, ich wollte ja gar nichts trinken, aber Pitsche war auch da und der hat so viel Bier getrunken!“ oder noch schlimmer wird es dann wenn die Entschuldigungen folgendes Ausmaß annehmen ”Ich wollte echt nichts trinken, aber Pitsche hat mir immer ein Bier hingestellt!“. Die ganz schlimmen Vorwürfe lass ich jetzt mal aus.

Dank Holger hatte ich ja jetzt einen Eiskorn. Und dank eines Spruchs von mir von Jemanden am Tisch hat Franz gleich die Flasche bei uns stehen lassen. Klasse, jetzt kann es ja nun noch bergab gehen. Schnaps Nummer 1 war also auf dem Weg um dem Schweinebraten den Ausgang aus meinem Körper zu zeigen. Und ich wusste, das er nicht alleine bleiben würde. Wenige Minuten später folgte dann auch schon Eiskorn Nummer 2 und er schob den Darminhalt um einige Meter nach vorne. Das verblüffende war, das mein Gesicht die üblichen Entgleisungen vermissen ließ. Sollte ich geheilt sein. Auch beim zweiten Korn verzog sich nicht der kleinste Muskel. Die Sprüche um meine Angewohnheit den Schnaps ein wenig länger im Mund zu behalten bleiben zwar, aber das Gesicht bleibt größtenteils unverzerrt. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt der Eiskornvorrat erschöpft und ich freute mich auf einen Schnapsfreien Abend. Doch dann kam Franz mit einer Flasche Obstler um die Ecke. Verdammt, ich mußte mein Glas schnell los werden. Doch so einfach ist das nicht, wenn man Holger sich gegenüber sitzen hat. Der spekulierte schnell und hatte auch flugs mein Glas entdeckt. Also wanderte noch ein Obstler meinen Schlund hinunter um den schon konsumierten Korn Gesellschaft zu leisten. Doch was war das. Alle Freude war umsonst, meine Gesichtsmuskeln zeigten sich wieder von ihrer besten Seite. Ich glaube das ist einer der vielen Wege meines Körpers zu sagen, das es davon keinesfalls mehr geben sollte.

Kai und Franz gaben dann noch eine Führung durch die Räume, die damals im Vollbrand gestanden haben. Doch Holger und ich dachten uns das wir das eh schon kannten und hielten lieber die Plätze frei. Nebenbei konnten wir uns so auch weiterhin ungestört das Bier rein schütten. Es gibt ja an jeder Sache etwas Gutes zu finden. Zum meiner Rechten saß übrigens Docschen, der mich erstmal aufklärte, das er hochprozentige alkoholische Getränke eigentlich nur pur trinken würde. Und wenn dann auf Eis. Auslöser der ganzen Debatte war ja das Jemand, diesmal war ich es wirklich nicht, eine Falsche Jack Daniels auf dem Tisch platziert hat. Warum immer vor meiner Nase? Eis war aber Mangelware, darum mußte Docschen den wohl ohne Eis trinken. Aber Jack Daniels ohne Eis wird in manchen Ländern als Bestrafung für Ehebruch verabreicht. Also ließ er es. Glaube ich zumindestens. Man kann sich ja auch mit Bier die Mütze zu ballern. Außerdem mußte er ja m Folgetag arbeiten. Das glaubte ich zwar nicht ganz, aber immerhin ist er trotz des Arbeitsvorhabens zur Feier erschienen. Holger auf der anderen Seite versuchte nun mir wieder die Öffnung der Whiskey-Flasche anzuhängen, aber dank einiger aufrichten Logbuchschreiber (damit meine ich mich) wird die Wahrheit aufgedeckt. Holger öffnete die Flasche und goß mit ohne zu fragen etwas ein. Na gut, da ich nicht als Jemand da stehen will, der Halbwahrheiten erzählt, muß ich hier dazu anmerken, das ich wohl eine Frage aus Holgers Mund vernommen habe. Aber die Antwort war bestimmt nein ja und die Frage war mit ziemlicher Sicherheit, ob er mir eine Mischung machen soll.

Damit war dann wohl der gesunde Menschenverstand in die hinterste Kammer gesperrt worden. Der Whiskey ruft bei mir immer die Schattenseiten hervor. Mit Graus erinnere ich mich an die Jim Beam Zeiten im Glashaus. Schön war das nicht, aber ich ergab mich dem Schicksal. Die Gruppe ist ja nun eh schon ein wenig zusammen geschrumpft und wir haben alles zusammen an einen Tisch verlegt. Die Zeit war auch schon weit fortgeschritten und die Zungen hingen locker im Mund. Und bei manchen hing der Kopf locker auf dem Tisch. Diesmaliger Hauptakteur unserer Strammsack-Parade war der Kai. Unser feiner Herr Ortsbrandmeister bekam ganz plötzlich einen schweren Kopf und mußte ihn auf dem Tisch ablegen. Das damit eine kleine Lästerrunde eröffnet wurde, konnte er ja selber nicht ahnen. Nebenbei erklärte ich Franz die Geschichte mit dem Lanz Bulldog und der Führerscheinprüfung. Anscheinend kannte er die Theorie noch nicht, fand sie aber recht amüsant. Aber er schlug in die gleiche Kerbe, wie der Rest vom Tisch und klaute noch Kais Ring vom Finger.

Nach diesen Ereignissen hat jemanden den Recordknopf in meinem Kopf gedrückt, denn so seltsam es sich anhören mag, das nächste was ich wieder weiß, war das ich in einem Taxi nach Nesselröden saß, dort war Schützenfest-Disco. Laut meinem Telefon habe ich kurz vorher mit Hüfte telefoniert. Also fuhr ich nach Nesselröden um dort ein gut geleertes Festzelt vorzufinden. Aber ich traf dann noch auf Hüfte, Porno, Tobi und Käthe. Hüfte und Käthe gaben dann noch ein paar äußerst sensationelle Tanzeinlagen von sich. Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei. Natürlich nur aus Dokumentationszwecken und mir gelangen sensationelle Aufnahmen. Diesmal nicht von Hüfte und Käthe, wohl aber von Porno. Der hat sich nämlich als verkappter Taschenträger entpuppt. Glücklicherweise lief meine Kamera mit und ich ein böser Unhold hat das Video auf youtube.com gestellt. Eine Frechheit so was.

Wenn man dann erstmal in Nesselröden ist, dann trifft man natürlich auch den Pauken-Jörg. Allerdings war er nicht mehr ganz Herr der deutschen Sprache, aber erkannt hat er mich noch. Ich vermute mal, das er sich aber heute nicht mehr daran erinnern kann, da er ja nun drei Tage äußerst harten Schützenfest-Einsatz hinter sich hat. Das kann sehr hart werden, ich weiß wovon ich rede. Auf meiner weiteren Erkundungstour traf ich dann auch noch unseren frischen 30jährigen ToKo. Der konnte aber alleine auch nicht mehr stehen. Das machte jedenfalls den Anschein, da er immer mit jemandem im Arm herum stand und als er mich erblickte durfte ich als Stütze herhalten.

So richtig viel los war leider nicht, warum ich dann auch die Chance nutze um mit Schröder und Kolbi den Heimweg anzutreten. Die waren zum Glück beide mit dem Auto da und so konnten Porno und Hüfte und Tobi und ich mit fahren. Tobi und ich fuhren also mit Kolbi nach Hause. In Westerode kam dann die Kelle unserer freundlichen Polizisten und kontrollierten Kolbi zum zweiten Mal. Also manchmal müßen die echt ganz schön viel Zeit haben. Kolben ist aber ein verantwortungsbewusster Fahrer und hat keinen Alkohol getrunken.

Auf dem Heimweg konnte ich dann einen Randale-Anschlag vor Kais Haus dokumentieren. Dort hatten üble Vandalen Baustellenschilder umgekippt. Manche Leute sind halt nur froh wenn sie zerstören können. Ich könnte jetzt ja mal Vermutungen aufstellen, aber das würde zu weit führen. Außerdem würden es ja immer nur Vermutungen bleiben.

Samstag, kein Wecker klingelte und trotzdem wachte ich früh auf. Warum nur? Mein Kopf hatte mittlerweile die Abmaße von Schliesweg-Holstein angenommen. Ein hämmernder Schmerz arbeitete sich langsam vom Nacken in meinen Kopf vor. ER wanderte nicht, denn das Epizentrum des Schmerzes saß im Nacken und sandte nur Schmerzimpulse in Richtung Hirnlappen aus. Da konnte ich dann auch aufstehen und probieren etwas zu essen. Anfangs war es eine gute Idee, denn die Nahrung in meinem Magen lenkte ein wenig vom Schmerz in meinem Kopf ab. Doch dann überlegte sich mein Magen, das wohl feste Nahrung nicht so ganz das richtige war und sandte von nun an Schmerzsignale aus. Auf einer mentalen Liste legte ich fest, das ich nie wieder Whiskey trinken werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das ich hier standhaft bleiben werde.Gegen Abend haben sich die Kopfschmerzen nicht ganz verflüchtigt, aber ich konnte mir sicher sein, das ich nach dem ersten Bier keine Probleme mehr haben werde. Bleibt nun noch auf das erste Bier zu warten. Aber das sollte nicht lange dauern. Um 1900 Uhr fand ich mich bei Holger ein und zusammen mit einem Großteil des Elferrates nahmen wir den Weg zum Schützenhaus auf uns. Denn der Michael S., im Folgenden nur noch M7 genannt, feierte seinen 40sten Geburtstag. Schaute man sich die Gästeliste an, konnte man davon ausgehen, das es eine recht spaßige Angelegenheit werden könnte. Das erste Highlight kam ja schon, bevor die Party überhaupt angefangen hat. Kai sollte nämlich das Geschenk der Feuerwehr besorgen. Und nun standen Holger und Friede da und fragten sich wo denn der liebe Kai das Geschenk gelassen hat? Ganz einfach, bei der Konfrontation mit den Beiden ist ihm spontan eingefallen, das er das Geschenk ja besorgen sollte und es nun vergessen hat. Geht es eigentlich noch ein wenig peinlicher. Ich denke nicht. Aber nun ließ sich daran nichts mehr ändern. Ich war so froh, das ich so eingeladen war und ein eigenes Geschenk dabei hatte.

Nachdem dann die obligatorische Begrüßung vorbei war konnte man sich endlich den schönen Sachen widmen. In diesem Falle wäre es der exzessive Bierkonsum. Um den Begrüßungssekt habe ich mich geschickt drum herum geschlichen und konnte so dem Bier freie Fahrt lassen. Zu meiner Überraschung mußte ich feststellen, das diesmal nicht bekannte Gesichter aus dem Dorf die Bedienung übernahmen, sondern die vier bekannten Gesichter vom Schützenfest. Die waren es ja eh schon gewohnt vollstramme Westeröder alles vor den Arsch zu tragen zu bedienen. Und an der Theke ging es sogar noch schneller. Doch an der Theke kann man ja später noch genügend umher stehen und literweise Bier in sich rein kippen. Auf gings um den Platz zu sichern.

Da saß ich nun. Eingekesselt. Links von mir saß Friede, gegenüber Holger (schon wieder) und rechts neben mit Görtler. Und Friede hat schon angekündigt, daß er großen Appetit hat. Sowohl auf Bier als auch auf etwas zu essen. Allein schon die Androhung das er großen Durst hatte ließ mich schaudern. Denn das hieß das es wieder ein gemeiner Abend werden würde. Der Biernachschub lief jedenfalls problemlos. Und falls es mal etwas länger dauern sollte, dann ging der Friede einfach mal auf die Toilette und brachte auf dem Rückweg vier gekühlte Bier mit. Da konnte es schon mal vorkommen, das man dann zwei Gerstenkaltschalen vor sich stehen hatte. Manchmal muß man echt Angst haben. Ich wußte ja nicht was Friede vor hatte. Vielleicht mußte er früh wieder nach Hause oder er wollte mich betrunken machen um mich dann früh nach Hause zu schicken. Das machte aber auch kein Sinn, denn die Anderen wurden auch jedes Mal mit Getränken versorgt. Wenn dieses Tempo jedoch anhält, dann gebe ich dem Abend keine guten Verlauf. Zum Glück wurde nun das Buffet eröffnet und man konnte der Trinkfalle für wenige Minuten entkommen. Doch wenn man zurück an den Platz kommt, wartet schon das nächste Bier auf einen. Das essen war wie gewohnt sehr lecker. Auch wenn ich mich eher an den Fleisch-Teil der angerichteten Speisen halte. Ich lebe frei nach dem Motto: ”Fleisch ist mein Gemüse!“. Holger machte unterdessen recht seltsame Sachen mit seinem Würstchen. Holla, wer lacht da? Ich meinte natürlich das Schinkenwürstchen von dem Buffet. Irgendwie hat er es hin bekommen, das es in die Laugenstange passt. Zugegeben, es sah recht lecker aus. Aber ich mußte erstmal auf den Verdauungsschnaps warten. Ich hätte nie gedacht, das ich so etwas einmal sagen würde. Aber dieser Schnaps kam wie gerufen. Gott sei Dank gab es nicht nur Löwentor, sondern auch den einen oder anderen Bismarck. Also rein mit der ersten Runde. Nur um dann auf dem Rückweg der Bedienung die zweite Runde einzukassieren. Einer scheint wohl nicht zu reichen. Und auch diesmal war ich nicht derjenige, der die zweite Runde organisierte. Seltsamerweise war es wieder der Holger. Aber er hatte diesmal seine Frau Kerstin mitgebracht, was für mich zum Guten war, denn so konnte er anschließend nicht die Schuld wieder auf mich schieben, das er so stramm war.
Die Uhr ist mittlerweile schon auf 2230 Uhr vorgerückt und ich entschied mich zu einem folgenschweren Schritt. Meine Stunde des Umstiegs wurde eine halbe Stunde nach vorne geschoben. Ich orderte den ersten Havana Club Cola. Wusste ich was ich da tat? Ich denke nicht. Aber ich war des Biers überdrüssig, außerdem machte Friede schon die ganze Zeit Anstalten die Party früh zu verlassen. Und da ich wusste das er einen Havana nicht abschlagen kann, sprang ich über meine guten Vorsätze und gab ihm beim Überflug noch einen kleinen Tritt. Der Havana schmeckte, nebenbei bemerkt köstlich. Da ich ja nun eine ganze Woche lang seit längerer Zeit keinen Havana Club mehr genießen konnte, ließ ich ihn langsam meine Kehle hinunter gleiten damit ich alle Geschmacksknospen gleichzeitig stimuliere. Wem will ich denn hier was vormachen. Höchstens den frisch zugestiegenen Lesern, wenn es die überhaupt gibt. Ich habe die erste Mischung in zügigen Schlucken dem Rest meines Mageninhaltes zugefügt. Damit die vorsorglich bestellte nächste Runde auch nicht zu warm wird auf dem Tisch. Und man gut das ich es so anging. Denn nach einem spontanen Toilettengang mußte ich feststellen, das ich Friede plötzlich auf dem Heimweg vorbereitete. Schnell organisierte ich eine weiter Mischung an der Theke und konnte ihn so noch ein kleines Weilchen halten. Doch dann wollte er los. Doch ich war nicht alleine. Wie ein eingespieltes Team warteten Schocker und Schmierpopel an der Tür um Friede abzufangen. Und an den Beiden ist wirklich nicht leicht vorbei zu kommen-. Da half dann nur noch den Wegzoll von einem Bier und einem Löwentor zu vernichten. Alle Überredungskunst half aber nichts, Friede ging nach Hause.

Und ich stand ohne es zu wollen an der Theke. Ohne zu wollen ist vielleicht falsch ausgedrückt. Nicht geplant, das trifft schon eher zu. Aber wenn ich schon mal an der Theke bin dann könnte ich da ja auch bleiben. Hier gab es was zu trinken und nett anzusehende Bedienungen. Gut Negativ ins Gewicht fallen natürlich die Anwesenheit von Schmieri und Schocker, aber das Über nimmt man dann halt in Kauf. Nein, mit den Beiden kann man ja ganz gut trinken. Auch wenn es beim Schmierpopel nicht trinken heißen darf. Er inhaliert eher den Glasinhalt inklusive drei Kubikmeter Luft, die dummerweise neben dem Glas ist. Nun muß aber diese Luft den Körper auf irgendeine Art und Weise wieder verlassen. Der schnellste Weg ist dann durch die Öffnung, durch die sei gekommen ist. In Fachkreisen wird das dann auch ein sehr ekelerregender Rülpser genannt. Und darin ist Schmierpopel ungeschlagener Meister. Bei einem solchen Versuch hatte ich dummerweise gerade meine Kamera laufen und dachte schon das sie nun Schrott ist. Aber sie hat die Lärmbelästigung schadlos überstanden. Auf die Dauer kann es aber nicht gut sein.

Der Abend ging weiter und sporadisch wurde sich wieder an die Tische gesetzt. Doch der Wahre Kern der Gravitation befand sich an der Theke. Ich vermute ja das dort irgendwelche Lockstoffe versprüht wurden, damit das gesamte Klientel an die Theke kommt um die Wege für die Bedienungen zu minimieren. Aber vielleicht war es auch das verschüttete Bier oder der Havana, der meistens offen herum stand. Ich stand also mit Nollau an der Theke und er wollte mich erstmal in die Kunst des Interetdatings einweihen. Aber bei solchen Sachen bin ich ja immer ein wenig suspekt und hörte mir die ganze Geschichte erstmal an. Im Nachhinein kann ich aber festlegen, das so was nichts für mich ist. Gut, in diversen Foren bin ich auch zur Genüge unterwegs, aber keins was nun explizit auf Singles zugeschnitten ist. Eigentlich hätte ich die Lunte riechen müssen, als Nollau mit dem Interntdating anfing. Es dauerte nicht lange, da hatten wir die x-te Mischung vernichtet und er fragte mich wie ich denn die Ramona, eine der Bedienungen, finden würde. Normalerweise gehen in einem solchen Moment sämtliche Alarmglocken an. Doch in meinen stark leicht angeheitertem Zustand antwortete ich wahrheitsgemäß und sagte das sie ganz hübsch wäre. Als sie dann das nächste Mal unsere Position passierte fragte er sich nach ihrem Alter, denn rein zufällig kannte er sie irgendwoher. Ein schriller Klingelton riß mich aus meinem Havana Club Tran und ich war hellwach. Was geht hier vor. Sekunden später stellte er mich ihr vor und ich war verwirrt. Eben noch konnte ich mich in Ruhe auf mein Getränk konzentrieren und im nächsten Moment war ich in größter Gefahr. So was kann man mit mir nicht machen, da können empfindliche System beschädigt werden. Total überrascht stammelte ich wirres Zeug bekam ich nur eine kurze Begrüßungsformel raus und hielt mich mal wieder an meinem Glas fest. Ich mußte nämlich feststellen, das der Punkt des gefahrfreien Sprechens schon längst überschritten war. Insgeheim hoffte ich das sie mein eines leicht zugekniffenes Auge nicht bemerkte, aber sonst wäre es mir schwer gefallen mich auf einen Punkt zu konzentrieren. Zumindestens lief sie nicht schreiend weg, wie ich es erst angenommen hatte. Sie lächelte und hörte sich sogar ein oder zwei Sätze von mir an. Welche das waren entzieht sich aber leider meiner Erinnerungen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das ich kein neues Getränk bestellt habe. Denn ich hatte noch eins in der Hand, welches aber rapide an Substanz abnahm. Da sie nun aber nicht den gesamten Abend bei uns stehen konnte, da sie ja Geld für das bedienen bekam machte sie sich wieder an die Arbeit. Innerlich bedankte ich mich bei Nollau für diesen Moment größter Peinlichkeit, doch äußerlich ließ ich mir nichts anmerken. Ich startete ein kleines Ablenkungsmanöver in dem ich Nollau auf ein Einhorn hinwies, welches vor dem Panorama-Fenster des Schützenhauses hin- und herlief und machte mich in einem Moment der Unaufmerksamkeit aus dem Staub. Ich weiß ja das er es nur gut gemeint hat, aber ich war irgendwie überrumpelt worden. Aber ich glaube auch nicht das etwas anderes dabei heraus gekommen wäre, wenn ich darauf vorbereitet gewesen wäre. Im Gegenteil das wäre wahrscheinlich noch schlimmer geworden.

Nachdem ich meine Fassung unter Zuhilfenahme von mehreren einem halben Havana Club wieder gewonnen habe, begab ich mich wieder an die Theke. Mittlerweile waren auch Kalle und Manuela und Gaudo (Mit-Trötenbeauftragter vom Elferrat) und Nicole aufgeschlagen. Die Glücklichen waren in Hannover beim Genesis-Konzert gewesen. Aber sie waren früh wieder da und auf Nachfragen bekam ich zur Auskunft, das Pille Kopp früh auf der Bühne war und somit auch wieder früh wieder runter ging. Ich konnte mir ein kleines Kommentar über das fortgeschrittene Alter der Band und der Fans leider nicht verkneifen. Aber ich war mir sicher, das früher bei Genesis es länger ging. Genesis ist halt nicht ACDC! Machen aber trotzdem gute Musik. Nun ja, der Schmierige fuhr in der Zwischenzeit auch das Hardcore-Programm. Er trank Mischungen und dazu gab es Schnäpse. Hand-Mund-Auge-Koordination lief dann aber nicht mehr ganz so synchron und einer der Roten, die er trinken wollte landete direkt auf seinem weißen Hemd. Oder aber er hat es extra gemacht, damit er den Schnaps nicht trinken mußte. Ich traue ihm alles zu. Da ich aus Fehlern anderer lernte nahm ich immer Reiß aus, wenn jemand mit einem Schnaps auf mich zu kam. Zu 72% funktionierte das auch ganz gut. Und die Male wo es nicht geklappt hat, habe ich dann das Zeug irgendwie hinunter bekommen. Natürlich inklusive hervorragender Gesichtsverrenkungen.

Das Tempo an der Theke wurde nun immens angezogen. Allerdings hielt ich mich vom Bier fern, da ich ja eh sehr früh auf den Mischungszug umgestiegen bin. War auch ganz gut so, denn Havana Club war eine wahre Wohltat für meine Geschmacksknospen. Außerdem veränderte es meine Umwelt auf eine angenehme Weise. Bis dann das unvermeidliche kam. Schmieri wollte wieder das Gesicht seiner Frau essen. Nicht das ich jetzt falsch verstanden werde. Er sagt zwar, das es ein ganz normaler Kuss sei, aber für mich sieht das immer noch so aus, als würde er versuchen das kompeltte Gesciht in seinen Mund zu bekommen. Nicht umsonst hat er den Titel ”Der Gesichtsesser vom Natheplan“ bekommen. Ich weiß gar nicht wer ihn damals geprägt hat… Unter anzüglichen Kommentaren der Gästeschar, allen vorweg Kalle S. der Schmieri aufforderte doch auf die Kehle zu gehen, machte er seinem Namen alle Ehre. Danach waren allerdings seine Reserven verbraucht und er sackte auf einer Bank neben dem Ausgang zusammen. Man hörte nur noch ab und an ein gelalltes ”Schnuffi“ aus dieser Richtung und den Wunsch endlich nach Hause zu können. Aber Schnuffi bleib hart und ermahnte ihn zu Geduld. Es wäre allerdings ein leichteres unterfangen einem Backstein das Sprechen bei zu bringen, als den Schmierigen zur Geduld zu bewegen. So ging das Gemaule weiter von der Bank und Schnuffi bleib weiterhin hart. Bis dann die Situation eskalierte und ein Oberstrammsack, lallend den Schlüssel zur Residenz Schmierpopel verlangte. Anja zeigte wahre Stärke und rückte keinen Schlüssel raus. Dann naselte Schmieri noch was und verließ das Schützenhaus. Linguistische Fachkräfte konnten aus den Sprachfetzen raus hören, das er nun wohl vor hatte (O-Ton) ”die Tür einzulatschen“! Seinem Gesichtsausdruck nach meinte er es ernst. Schnuffi bleib allerdings ruhig und lies ihn von dannen ziehen. Vor meinem inneren Auge zogen schon die Schlagzeilen in großen Lettern vorüber: ”Verrückter tritt Tür samt Rahmen durch zwei Innen- und eine Außenwand! Hässlicher Unbekannter tritt Haustür im Natheplan ein und ließ danach einen unglaublich lauten und ekeligen Rülpser los“

Schmierpopel machte also den Anfang des Aufbruchs. Und es wurde auch Zeit. Ich hielt mich ganz an den Rat meiner Mutter: Trink nicht so viel!“ ”Komm nach Hause wenn es noch hell ist!“ Ein kurzer Blick nach draußen ließ schon wieder die ersten Sonnenstrahlen erahnen. Es wurde also Zeit. Als ich mir die letzte Mischung machen wollte, gingen auch die Lichter aus. Mich störte das weniger, aber M7 rief dann zum Aufbruch auf. Er bot mir an, die Mischung noch mit auf den Heimweg zu nehmen. Aber so eisenhart bin ich dann auch nicht, ich habe sie gleich an Ort und Stelle auf Ex getrunken. Komischerweise klappte das ganz gut. Kalle dachte sich es wäre eine gute Idee nochmal beim Nachtangeln vorbei zu gucken und bog schnell mal zum Angelteich ab. Die Verrückten haben die ganze Nacht geangelt. Und wir haben die ganze Nach gesoffen. Es gibt schon komische Leute in Westerode. Gaudo hatte ja noch seinen Reisekoffer dabei, aus welchen Gründen auch immer. Er hat sie mir zwar erzählt, aber ich habe sie schon wieder vergessen. Schließlich lag eine recht kurze Nacht vor mir, dämmerte doch schon der Morgen.

Der Sonntag bestand zum größten Teil aus Pfarrfest. Dort hatte ich mich idiotischerweise für die Grillbude gemeldet. Die Feuerwehr hatte die mittlere Schicht abbekommen und dafür war ich echt dankbar, denn es war nichts los. Zum Glück, denn mein Magen hatte noch Probleme das Mittagessen zu verdauen.

Zum Abschluß noch ein paar Veranstaltungstips. Am Donnerstag ist Blut spenden in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt. Es werden zwar keine weltlichen Zahlungsmittel ausgezahlt, aber nach dem Blutspenden gibt es lecker was zu essen. Ingo und ich werden auf jeden Fall zum Aderlaß gehen in der Hoffnung auf leicht bekleidete Schwestern und bestimmte junge Damen und wir würden uns freuen das eine oder andere Gesicht dort zu sehen. Blut spenden macht in der Gruppe noch mehr Spaß und vor allem kann man sich durch Scheiße labern von den ungeheuren Schmerzen von dem kleinen Piekser ablenken. Wer also Bock hat der kommt am Donnerstag gegen 1800/1830 Uhr zur Astrid-Lindgren-Schule und ab geht der Punk.
Zweiter Tip verweist auf den Samstag. Dort findet nämlich ein Cliquen-Fußball-Turnier auf dem Sportplatz statt und wir werden natürlich mit dem Haribo-Club daran teil nehmen. Wenn es ganz schlecht läuft dann werde ich auch eingesetzt. Ich will es mal nicht hoffen, aber man weiß ja nie. Mein Trikot ist jedenfalls bei der Auslieferung irgendwie eingelaufen.

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