Vereinsmeierei

Die Wochen rasen einfach so ins Land und man bekommt nur noch die Hälfte mit. Dabei liegt das jetzt nicht daran, das ich die Hälfte der Woche blau bin, sondern das einfach so viel zu tun ist. Letzte Woche war kompletter Streß. Ist eigentlich schon mal Jemandem aufgefallen, das verkürzte Wochen, also Wochen mit Feiertagen einem um einiges Länger vorkommen, als normale Wochen? Das wäre ja eigentlich mal eine Rechereche wert. Falls Jemand mal die Zeit aufbringen könnte. Wie gesagt, der Freitag startet mit einem Wandertag in der Firma. Jedenfalls für die Anderen, da ich aber Termindruck habe, blieb ich länger in der Firma und stieß dann später zu der Truppe. Nämlich dann, als sie schon das Ziel der Wanderung erreicht hatten. Das hat jetzt aber nichts mit Faulheit zu tun, sondern allein mit der Tatsache, das ich so viel zu tun hatte. Aber ich war nun auch nicht besonders böse darum, das ich nicht mit wandern konnte.
Mein Aufenthalt bei der anschließenden Grillfeier war aber auch nur begrenzt, da ich Später noch zur Delegiertenversammlung der Feuerwehr mußte. Aber für zwei leckere Bierchen und zwei Steaks hat es allemal gereicht. Es fällt aber auch verdammt schwer sich zurück zu halten. Fast alle Anwesenden haben sich schön Bier rein geknallt und ich mußte mich zusammen reißen, da ich ja noch mit meinem Auto zurück nach Hause mußte. Daher war es wohl auch ganz gut, das ich ein wenig früher die Zelte abbrach. Vor allem hatte ich ja die Aussicht auf weiteren Biergenuß, wenn ich erstmal bei der Versammlung bin.
Bei der Versammlung war natürlich Uniformzwang. Toll, es waren ja auch nur 38°C im Schatten, da zieht man ja gerne noch eine dicke Uniform-Jacke über, damit man wenigstens richtig schwitzt. Da ich aber Angst hatte meinen Flüssigkeitshaushalt durcheinander zu bringen, versorgte ich mich selber erstmal mit einem Weizen, bevor die Fahrt nach Wollerhausen los ging. Die Anderen guckten zwar ein wenig seltsam, aber wir hatten ja immer noch genügend Zeit. Also rein mit dem Weizen und ab ging die Fahrt nach Wollershausen. Dort angekommen, begrüßte man erstmal die bekannten Feuerwehrleute und suchte sich dann erstmal einen Platz. Sylvia hatte schon zugeschlagen und uns weit vorne einen Platz gesichert. Als erfahrener Versammlungen-Besucher weiß ich allerdings das man weit vorne schnell unangenehm auffallen kann. Einmal durch den erhöhten Bierkonsum, der fast automatisch bei Versammlungen ist und dann durch ein erhöhtes Maß an Scheiße labern , welches Hand in Hand geht mit dem erhöhten Bierkonsum. Nach kurzer Absprache verlegten wir unseren Platz also an das Ende der Tafel. Weiter weg von den Sprechern.

Da wir nun den sicheren Platz hatten kam die Zeit wo man den Blick ein wenig wandern lassen konnte. Und es dauerte auch nicht lange, bis meine Augen die Duderstädter entdeckt haben. Da blieb mir wohl nichts anderes über, als Gepetto, Akki und den Oppermann zu begrüßen. Ich habe es zwar ungern getan, aber irgendwer mußte es ja tun. Und ich war neidisch. Die Strategen haben sich nämlich den taktisch besten Platz bei einer Feuerwehrversammlung gesucht. Direkt an der Theke. Kurze Dienstwege und an bekam immer sein Bier auf schnellstem Wege serviert. Verdammt, warum waren wir auch so spät da.

Die Versammlung war spannend wie immer, Das heißt wenn man das Paarungsritual von Weinbergschnecken spannend findet, dann findet man auch die Delegiertenversammlung spannend. Besonders spannend ist die ganze Geschichte auch noch wenn man als Jugendfeuerwehrwart dort teilnehmen muß, aber nicht stimmberechtigt ist. Wenn ich mir das alles anhören soll, dann soll mir das Jemand als mp3 besorgen, dann höre ich mir das im Auto an. Da kann ich wenigstens bei Schlafen. Es wurde viel referiert, Berichte abgegeben und vor allem Blödsinn erzählt. Vor allem mit dem Kreisbrandmister ging ich so gar nicht konform. Er war der Meinung ein wenig über die Jugendfeuerwehrwarte herzu ziehen und das geht mir dann ja schon ein wenig gegen den Strich. Man reißt sich den Hintern auf, für den Nachwuchs und dafür darf man sich dann auch noch von höchster Stelle von Leuten die meinen sie hätten Ahnung anpflaumen lassen. Und es lag definitiv nicht an meiner Bierlaune, das ich ein wenig streitsuchend war. Wenn jemand meint über Sachen sich zu muckieren, von denen er keine Ahnung hat, dann brodelt es in mir. Es gibt da einen schönen Spruch, der von Dieter Nuhr geprägt wurde: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Ich schnappte mir den Kreisbrandmeister nach dem offiziellen Ende und erzählte ihm meine Meinung. Das Schlimme war das er es überhaupt nicht einsah und meinte er wäre im Recht und er müsse die Jugendwarte auf einer so öffentlichen Veranstaltung denunzieren. Freunde hat er sich damit sicherlich keine gemacht. Zum Glück gab es Bier und ich konnte mich relativ schnell wieder beruhigen.

Auf dem Heimweg wurde dann flugs der Plan für den weiteren Abend ausgearbeitet. Es war Schützendisco in Hilkerode und Matze wurde den ganzen Tag über schon von Niko malträtiert, das wir doch vorbei kommen sollen. Kurzer Hand wurde beschlossen, das wir dort noch aufschlagen würden. Das stellte den Schnitzel Natürlich vor ein logistisches Problem-. Wir hatten alle noch Feuerwehrklamotten an und mußten uns noch umziehen. Nach einer kurzen Absprache ging der Plan auf. Ich wurde zu Hause abgesetzt und war der Meinung ich hätte ein wenig Zeit. Pustekuchen, noch bevor ich mich von dem Strick um meinem Hals meinem Schlips befreit hatte stand das Feuerwehrauto auch schon startbereit vor der Haustür. Nun hieß es Hackengas geben. Nachdem dann die Runde komplett war, ging es zurück ins Feuerwehrhaus, wo gerade noch Zeit für ein weiteres Bier bleib. Die Angst war zurück gekehrt. Die Angst urplötzlich nüchtern zu werden. Das Bier wurde natürlich gerade so nicht geschafft und ab ging es nach Hilkerode. Erwähnte ich schon das es in Strömen goß und die Party teilweise auch draußen statt finden sollte. Juchu! Aber wir hatten Glück und es war nicht so gerappelt voll, so das wir drinnen noch ohne Probleme unter kommen konnten.

Der erste Gang sollte eigentlich zur Theke gehen, aber da wollte man seltsame Marken haben. Also ging es wieder zurück und zur Markenkasse. Das ist dann doch schon sehr nervig. Gut, wir machen das in Westerode bei den Vereinen nicht anders, aber wenn man bei anderen Vereinen auf den Festen ist, dann muß man alle Marken ausgeben. Denn man will ja kein Geld verschenken. Und dann kommt man zur Marken-Kasse und trifft den Josef, seines Zeichens Bruder vom Schmierigen und Matten und Pornos Onkel. Denn der Porno durfte ja nicht fehlen. Allerdings hätte Porno auch gleich zu Hause bleiben können, denn er hatte sich wohlweislich vorher zu Hause mit den Wüstefelds anderthalb Flaschen Wodka rein gehauen. Und so sah er auch aus. Die Klüsen konnte man mit einem Kantholz abschlagen. Schade nur, das nie eins zur Stelle ist, wenn man mal eins benötigt. Und das erste was also der Porno gemacht hat, als er sich die Marken organisiert hat, war zur Theke zu strukeln und sich eine weiter Mischung Wodka Red Bull rein zu ziehen. Gut, ich hätte es nicht anders gemacht, aber ich war ja noch beim Bier. Der Vorteil hier war, das man schneller bedient wurde. Der trinkende Anteil der Anwesenden war dann schon auf dem Mischungszug. Mir war es nur recht, denn so konnte ich ohne große Wartezeiten meinen Gaumen befeuchtet halten.

Wenn man in Hilkerode unterwegs ist, dann kann man es keinesfalls vermeiden, die Kollegen von der Leistungsspangen-Truppe zu treffen. So war dann auch der erste Satz den mir Rogge entgegen schleuderte die Frage nach einem weiteren Abschlußfeier der Leistungsspange. Wie immer mußte ich erwidern, das er in Planung war. Was jetzt so direkt keine Lüge war, aber man bekommt einfach keinen Termin mehr unter in einem überfüllten Plan. Es ist ja auch jedes Wochenende etwas anderes los. Martina und Niko reihten sich auch gleich in die Reihe der Fragenden ein. Zum Glück hatte ich Regin zur Seite, den ich einfach mal vor schob, aber er keine Ahnung hatte, was einen recht lustigen Gesichtsausdruck auf sein Gesicht zauberte. Dafür besorgte ich ihm einen Jugendfeuerwehrmann für den Wettkampf am Folgetag. Ich sagte einfach, das Niko darauf brannte nochmal beim Stadtwettkampf mit zu machen. Das fand Regin ganz gut und teilte ihm gleich mit, das er am nächsten Tag um 0700 Uhr bereit sein sollte. Niko machte daraufhin nicht so einen begeisterten Eindruck. Aber Kinder die was wollen kriegen was auf die Bollen.

Der Abend raste dahin und ich entschied mich zu dem entscheidenden Schritt auf Mischungen umzusteigen. In erster Linie hatte ich ein kleines Markenproblem. Denn ich hatte einfach zu viele. Und das Bier rundete nicht mehr so recht. Da unser Standort recht zentral zu beiden Theken lag wurde mir die Wahl noch leichter gemacht. Als ich dann an der Mischungstheke angelangt war, bestätigte sich meine Entscheidung, denn ich kannte eine der Bedienungen noch aus der Schulzeit. Und sie kannte noch meine Vorliebe für starke normale Mischungen und zauberte mir gleich Bacardi Cola ins Glas. Es zahlt sich doch aus überall Jemanden zu kennen. Als ich die Mischung probierte, wurde mir klar, das sie mich sogar recht gut kannte.

Zurück bei den Anderen kam ich mir vor, wie bei dem Beginn einer langen Reise. Tobi und Porno befanden sich schon um ungefähr fünf Level über mir. Soll bedeuten, das ihr Zustand ab jetzt der Maßstab ist. Aber ich werde ihn wohl nicht mehr erreichen. Tobi versuchte auch noch irgendwie zu tanzen. Jedenfalls stützte er sich beim umherstrukeln auf der Tanzfläche auf eine junge Dame ab. Von Weitem sah es schon aus wie Tanzen, aber vielleicht wollte die junge Dame den Tobi auch einfach nur wieder abwerfen. Wir werden es nie erfahren, denn Tobi wird sich an diesen Zwischenfall mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr erinnern. Porno hingegen arbeitete an seiner theoretischen Prüfung zum Lanz-Bulldog-Fahrer. Das lasse ich jetzt einfach mal in den Raum gestellt, denn mein selber auferlegter Codex zum erstellen von Logbucheinträgen verhindert das ich hier ins Detail gehe.

Man wisse an dieser Stelle, das ich am Samstag einen Jugendfeuerwehrwettkampf hatte. Nun ja, ich mußte jedenfalls die Kinder nach Obernfeld fahren, damit sie den Wettkampf durchführen. Und jedes Mal habe ich das Gefühl, das ich nervöser bin als die ganze Gruppe zusammen. Aber das Wichtigste ist, das ich früh aufstehen muß. Daher sollte ich auch früh nach Hause gehen. Gesagt getan. Die Abfuhr der ersten Gruppe verpasste ich knapp und somit verbrachte ich noch ein Weilchen mit Julia, Patrick, Daniela, Tobi (der davon auch nichts mehr weiß), Philip und Johanna. Doch die zweite Abfuhr in Richtung Westerode durfte nicht verpasst werden. Das größte Problem ist es ja die ganzen Betrunkenen wieder zusammen zu bekommen, damit man keinen vergisst. Heutiges Problemkind war Tobi. Porno diesmal weniger, da er Hüfte hinterher trottete. Aber Tobi hatte seltsamerweise die Orientierung verloren und ging zu dem Punkt zurück an den er sich am meisten erinnerte. Die Theke. Von dort beförderte ich ihn mit Stößen an den richtigen Stellen zum Taxi. Und das ist ein kleiner Weg vom Schützenhaus Hilkerode bis zur Hauptstraße. Die Taxifahrt verlief aber ohne große Zwischenfälle. Und nach dem Aussteigen löste sich die Gruppe schnell auf. Jedenfalls Teile der Gruppe. Sobald ich das Taxi verließ schnappte mich Patrick am Arm und zog mich zu seiner und Julias Wohnung. Erst weigerte ich mich ein bisschen verbissen, doch als dann das Wort Hefe-Weizen fiel, ließ sich mein Körper treiben. Bevor ich in den versprochenen Genuß kam inspizierte ich noch die Hamster von Patrick und Julia, die geworfen hatten. Schon wieder. Ich glaube es waren nun 16 Hamster. Patrick hat mir auch eine Zahl gesagt, aber die Aufnahmefähigkeit meines Gehirns war zu dem Zeitpunkt sehr eingeschränkt. Ein paar hatten jedenfalls schon Haare und ein paar sahen aus wie fleischfarbene Flips mit winzigen Gnubbeln. Patrick wusste nicht so recht was er mit den ganzen Viechern machen sollte. Ich bot an unsere Katze mal vorbei zu schicken, aber der Vorschlag fand wenig Anklang. Daniela schloß sich uns auch noch an und wir warteten voll Vorfreude in der Küche. Das war jedenfalls bei mir der Fall, denn es wurde ja ein Hefe in Aussicht gestellt. Der Schock folgte stehenden Fußes. Denn was mir Patrick da vorsetzte war zwar von Schöfferhöfer, doch war kein Weizen sondern Weizen mit Grapefruitsaft. Ich würde jetzt hier gerne nieder schreiben, das ich nichts davon getrunken habe. Aber ich war besoffen und war neugierig. Also probierte ich es. Ich schäme mich so. Es war …. Wie beschreibe ich es nur? Es war nicht gut. Meine Geschmacksnerven drohten mit Suizid und ich konnte sie verstehen. Da würden sie jederzeit eine ganze Flasche Tabasco vorziehen aber nie wieder dieses ”Getränk“. Wenn es den Namen überhaupt verdient.

Als ich dann den Weg nach Hause antrat wurde es schon hell und meine Uhr lügte irgendwas von 0500 Uhr irgendwas. Absolute Frechheit was die Uhren heutzutage für Zeiten anzeigen. Das würde ja bedeuten, das ich weniger als sechs Stunden Schlaf über hatte. Und als der Wecker klingelte war es tatsächlich so. Doch trotz der Unmengen an verschiedenen Getränken die ich mir zugeführt hatte ging es mir überraschend gut. Der Jugendfeuerwehrwettkampf konnte kommen.
Der Wettkampf lief recht problemlos ab, zu meiner eigenen Überraschung. Die Jugendlichen haben sich richtig angestrengt und waren konzentriert bei der Sache. Trotzdem hat es dann nur für einen dritten Platz gereicht. Wobei ich hier hinzufügen darf, das wir den zweiten Platz um 0,35 Punkte verpasst haben. Selten habe ich ein knapperes Ergebnis bei der Jugendfeuerwehr gesehen. Da war es verständlich, das ich am liebsten in das Lenkrad des TSF gebissen hätte. Aber ich konnte Doch unser unersetzliches Fahrzeug nicht zerstören. Außerdem benötigte ich mein Gebiß noch dür den weiteren Abend. Denn es stand das Elferratsessen an.

Elferratsessen bedeute soviel, das man sich raus putzen mußte und dann ging man gepflegt essen. Für den Großteil des Elferrates hätte es gereicht, wenn irgendwo ein Grill gestanden hätte und man dort seinen prähistorischen Essgelüsten nachgehen könnte, aber da den Frauen auch mal was Gutes getan werden sollte, wird das Elferratsessen immer im feinen Zwirn und im Restaurant abgehalten. Für mich änderte sich also nur, das ich nun zum Ballern ein Jacket an hatte. Das überraschte wohl auch den Rest des Elferrats inklusive Anhang. Das Essen fand im Restaurant ”Zur schönen Aussicht“ statt, auf dem Pferdeberg. Ganz wichtig, wenn man solche Essen plant, immer Lokalitäten nehmen, die nicht einfach zu Fuß erreicht werden können. Möglichst weit weg und auf jeden Fall eine Taxi-Fahrt wert. Hin fuhr ich mit Kai, Wiebke und Schnitzel. Kais Mutter fuhr uns rüber und Schnitzel und ich können von Glück reden, das Wiebke so ein zartes Reh ist, denn noch Jemand von unserem Kaliber und die C-Klasse wäre die rückwärtigen Türen los geworden. Was sagt uns das, Walters benötigen dringend ein neues Auto. Ich würde spontan mal eine S-Klasse oder einen Transporter vorschlagen. Als wir dann auf dem Pferdeberg angekommen waren durfte ich mir erstmal wieder Bemerkungen über mein Outfit anhören. Also wie man es macht ist es verkehrt. Wäre ich in einem Metallica T-Shirt aufgetaucht, dann würde gesagt, das ja klar sei, das ich so kommen würde. Tauche ich aber im Jacket auf, wird gesagt, das man so was jetzt gar nicht gedacht hätte. Also nächstes Mal komme ich nackt, dann werden wenigstens alle ohnmächtig.

Den getränkemäßigen Start machte erstmal ein Hefe-Weizen. Ich wollte an alte Erfolge anknüpfen und mein Rekord vom vorjährigen Elferratsessen brechen. Das fand ja im Löwen statt und ist leicht ausgeartet. Sowohl Getränketechnisch als auch Rechnungstechnisch. Nachdem dann das erste Hefe zur Hälfte geleert war platze die erste Bombe. Morchel tauchte mit einer neuen Freundin auf. Soso, das hat der alte Spitzlumpi also die ganze Zeit verheimlicht. Aber zum anstarren wundern bleib nicht viel Zeit, denn der Präsident reif zum Platz suchen auf. Meine Platzwahl war denkbar schlecht, denn sie war gegenüber von Schocker. Und irgendetwas tief in mir drin, wusste das dieser Abend böse enden wird. Das Essen war übrigens vorzüglich, auch wenn ich Schocker beim Verschlingen von Eis mit Erdbeeren zusehen mußte. Würde man diese Szene in ein romantisches Ambiente und mit einer schönen Frau versetzten hätte es durchaus das Zeug erotische Fantasien anzuregen. Doch dank dieses Anblicks, der sich jetzt wohl in meine Großhirnrinde eingebrannt hat, werde ich wohl immer bei der Erwähnung von Erdbeeren und Eis einen geschockten Blick bekommen. So als würde es mich an etwas sehr grausames erinnern. Was ja auch der Fall ist.

Mein Plan mit dem neuen Weizenrekord ging nicht so recht auf. Aber das lag nicht an meiner Trinkfaulheit, sondern eher an der Kompetenz der Bedienung, die keine Bestellung zeitgerecht abgeliefert hat. Das tat der Freude an dem Abend ein wenig den Abbruch. Aber ich will mich ja nicht beschweren, denn Schocker meinte es gut mit mir und gab einen Bismarck aus. Der entschädigte ein wenig von dem Eis-Zwischenfall, aber ganz geheilt werde ich davon wohl nie. Da die Preise alles andere als moderat waren, wurde schnell der Entschluß gefasst, das wir so bald wie möglich in die Werkstatt verlegen sollten. Als Alternative bleib ja nicht viel. Das Ambiente konnte man schon länger vergessen und gewisse Leute wollten einfach nicht ins MaxM, also fiel die Wahl auf die Werkstatt. Als einziges Lokal von einem Lokal gezogen zu werden bedarf schon einer großen Portion Glück. Zum Glück waren wir eine recht große Gruppe, so das der Spaß vorprogrammiert war. Sollte man zumindestens annehmen.

Als wir dann endlich aufbrechen wollte kehrte Schmierpopel bestimmt von seinem dritten Toilettengang wieder. Und das war jedes Mal mehr als nur mal eben Wasser lassen. Entweder wollte er zu Hause Wasser sparen oder er hatte einen akuten Darmdurchbruch. Sein Gesicht sprach Bände, als er uns voll aufgerüstet zur Tür schleichen sah. Nach dem üblichen Schmierpopelverhör konnten wir dann los, aber er stellte uns schon in Aussicht, das wir uns noch sehen würde. Gefolgt von einer hässlichen Lache. Das konnte ja heiter werden.

Nachdem wir die Werkstatt betreten hatten wurde ich zumindestens schlagartig nüchtern. Es war nichts los. Und wenn ich nichts schreibe, dann habe ich schon übertrieben. Eberhard flitze alleine hinter der Theke rum und bediente die drei Leute vor der Theke, die wahrscheinlich zu seinem Bekanntenkreis gehörten. Schnitzel, Kai und Wiebke waren zunächst vorsichtig und bestellten sich vorerst Einzel-Mischungen. Doch Schocker und ich mußten gleich wieder in die Vollen greifen und die erste Flasche Havana wurde geordert. Als wir die Bestellung aufgaben, hat sogar Eberhard seltsam geguckt. Dies war der Beginn, eines sehr häßlichen Abends.

Der Havana wurde rein gekippt. Jedenfalls von einer Seite der Sponsoren und das war nicht ich. Schocker schien schnell nach Hause zu wollen, denn er kippte die erste Mischung auf Ex rein. Fassungslos schaute ich ihm zu. Er forderte mich auf es ihm gleich zu tun, aber ich wollte dann doch noch etwas vom Abend mitbekommen und trank in einem normalen Tempo. Naja, nach ca. zehn Minuten hatte ich den Schocker wieder eingeholt und mitterlweile waren auch die Anderen angekommen. Es dauerte auch nicht lange, bis dann die erste Falsche Wodka auf dem tisch stand. Glücklicherweise hatten wir einen Thekenabschintt für uns alleine. War aber auch nicht schwer, da wir alle aussahen als würden wir frisch von der Zuhälterschule kommen.

Als nächstes traten dann Barney und M7 auf. Als erstes bestellten sie exotische Getränke wie Bacardi d’oro. Eigentlich ähnlich dem Havana Club (aber kann ihm nicht das Wasser reichen, meiner bescheidenen Meinung nach). Das war aber für Eberhard zu verwirrend und er brachte Bacardi-O. Missverständnisse waren natürlich vorprogrammiert und Eberhard dampfe unzufrieden wieder ab. Die nächste Bestellung lief dann auf eine Wodka Flasche hinaus. Wobei M7 den Red Bull und Barney Bitter Lemon bevorzugte. Aber man macht ja alles recht. Die Flasche wurde auch zügig geleert und im Anschluß sahen die Beiden nicht mehr ganz so frisch aus. Im Nachhinein wurde natürlich alles auf den erhöhten Weißbierkonsum geschoben. Das man sich aber eine halbe Flasche Wodka rein geknallt hat, wird nur so nebenbei erwähnt.

In der Zwischenzeit sind auch der Rest vom Elferrat in der Werkstatt erschienen. Morchel und Popel hatten sich gefunden und setzen gleich alles daran ihr Geld in Wodka und in sämtlichen Spielen in der Werkstatt anzulegen. Zuerst war das Dartspiel dran, dann kam der Flipper an die Reihe und zu letzt das Billard-Spiel. Von dem weiß ich aber nur vom Hören Sagen, da ich zu dem Zeitpunkt wieder unterwegs war. Natürlich hatten die Beiden auch den Alkohol nicht wieder zurück ins Glas gespuckt und waren schon recht gut drauf. Die Zunge wurde langsam schwer und die Zielfähigkeit ließ langsam nach. Ich war einmal so leichtsinnig und habe mich in die Nähe des Dartspiels gestellte. Falls mal jemand schnell ein Auge verlieren will, dann muß er Schmierpopel nur einen Dartpfeil in die Hand drücken und sich ca. 2m entfernt von ihm aufstellen. Ich gebe der ganzen Geschichte zwei Minuten. Ich wollte natürlich mein Augenlicht noch behalten und entfernte mich schnell vom Ort des Geschehens. Dabei wollte ich nur wissen, ob er wirklich so verrückt war uns beim Bobby-Car-Rennen anzumelden. Ich vermute schon. Verdammt.
Es folgt nun ein Zeitsprung in dem ein Großteil der Elferratsmitglieder die Werkstatt verließen, da sie angeblich zu kaputt waren. Sehr zum Missfallen des Schnitzels. Leider mußte ich ihn auch enttäuschen, da ich noch zu einer Geburtstagsfeier kommen sollte. Manuel hatte nämlich Geburtstag und drohte mir schon, falls ich nicht noch vorbie kommen würde. Die Uhr spielte mittlerweile keine Rolle mehr, da die Flasche Havana schon alle war. Und mit ihrem Inhalt war auch mein Zeitgefühl verschwunden. Ich schnappte mir das nächste Taxi und ließ mich auf den Breitenberg chauffieren. Nach Noltes Beschreibung ging die Party gut ab. Ich erwartete nun das überall nackte Weiber leicht bekleidete Frauen umher liefen und die männlichen Gäste mit alkoholischen Getränke versorgten. Bei meiner Ankunft mußte ich mit Entsetzten feststellen, das es nicht ganz so war. Ich war von der Fahrt noch sehr geschlaucht, da der Taxi-Fahrer wohl den ersten Tag im Eichsfeld war. Kannte er doch die Straße von Noltek nicht. Ich kannte sie auch nicht, aber ich bin ja nun kein Taxi-Fahrer. Erst mein beherztes Nachfragen in der Kneipe in Breitenberg brachte mir Erleuchtung und ich führte den Taxi-Fahrer sicher ans Ziel. In der Kneipe hingen allerdings sehr dubiose Gestalten rum. Ich vermutete spontan, das gleich aus irgendeiner Ecke RTL Exklusiv mit Kamera springt, die mal das fidele Dorfleben aufnehmen wollen. Sehr gruselig.

Nun ja, der Taxi-Fahrer hat schnell die Fluch ergriffen und ich stand dann also in Breitenberg und von den nackte Weiber leicht bekleideten Damen fehlte jede Spur. Ich vermute mal das es wieder eine irreführende Suggestion meines Hirns war und meine Organe sich jetzt wieder alle kaputt lachen würden. Die Begrüßung im Keller war aber recht herzlich, denn es gab Havana. Was ja für mich schon ausreichte. Doch die Cola war aus. Und so trank ich meinen ersten und bestimmt auch meinen letzten Havana Club mit Mezzo-Mix. Eigentlich eine Todsünde, aber es ging nicht anders. Und urplötzlich tauchte wieder Coke Zero auf. Eigentlich das gleiche wie Cola light, bestimmt nur teurer. Die war zwar warm, aber meine Auffassungsgabe war eh schon vor ein paar Stunden zu Bett gegangen. Nolte überraschte mich mit der Feststellung, das ich noch nüchtern sei und goß mir eine extra freundliche Mischung ein. Holger unterhielt mich ein wenig bis er dann ein schlief und sein Glas auf den Boden schmiß. Das Besondere bei Holger ist ja, das er es nie selber war. Er sucht sich in dem Moment immer den aus der am Weitesten von ihm weg sitzt und beschuldigt ihn. Diesmal war es Mario. Das ist jedes Mal ein Highlight.

Ich leerte meine Mischung und mußte feststellen, das ich nun fast eine komplette Faslche in mich entsorgt hatte. Außerdem zeigten große rote Warntafeln im inneren meines Kopfes an, das es Zeit würde den Heimweg anzutreten. Eine Kutsche wurde gerufen und nach einigen verwirrenden Sprachfetzen konnte ich mich mit dem Taxi-Fahrer darauf einigen, das er mich an der Kirche abholte. Da würde ich jedenfalls in Breitenberg noch ohne Probleme hin finden. Als ich dann auf der Mauer saß und versuchte einäugig noch eine SMS zu schreiben kam die Kutsche auch schon vorgefahren. Mein Bett war eine Erlösung.

Doch nicht für lange, denn der Morgen hielt eine Kommando-Sitzung für mich bereit. Die ging allerdings recht schnell vorbei. Aber an ausruhen war nicht zu denken, denn wir trafen uns zum Mittag hin für ein Fußballturnier in Werxhausen. Und diesmal mußte ich auch ran. Das war nämlich nicht der FC sondern der Haribo-Club. Eine Sauf-Hobby-Mannschaft wo ich mitmache. Turnier machen jedenfalls immer viel Spaß. Das größte Problem für mich war das ich nichts trinken konnte, da ich ja Auto fahren mußte und am nächsten Tag wieder früh aus den Federn. So war es zumindestens geplant. Trotz meiner Ambitionen Wasser zu trinken verirrten sich ein oder fünf Bier in meinen Hals. Die konnte ich natürlich nicht austrinken. Es waren aber alles kleine Biere und ich war durchaus in der Lage noch zu fahren. Zwar mit einem schlechten Gewissen, aber da kommt man nicht drum herum. Bei den Spielen konnte ich mich immer gut im Hintergrund halten und so zogen wir sogar in die Halbfinal-Runde ein. Dort schieden wir allerdings aus. Aber ein Team hatten wir in der Vorrunde recht enthusiastisch angefeuert und sie haben uns sogar in die Play-Offs geholfen. Daher baten sie uns noch ein Freundschaft-Spiel zu bestreiten im Anschluß an das Turnier. Hier konnte ich dann nicht mehr weg und mußte dann mit spielen. Nach einer Traumvorlage von Jense gelang mir sogar fast ein Tor. Er ging auf meinen linken Schlappen und ich bin mir nicht mehr so sicher ob ich danach getreten habe oder ob ich ganz normal gelaufen bin. Hätte ich einen Schläger in der Hand und Schlittschuhe am Fuß, dann wäre das Ding drin gewesen. Nach dieser Aktion fühlte sich meine Lunge an als sei sie nur noch ein Brei von organischem Material. Ich schnaufte wie eine Dampflok und beschloß etwas für meine Kondition zu machen. In vier Wochen vielleicht. Außerdem war es unmenschlich warm. Ein weiterer Grund warum ich Eishallen bevorzuge. Da bekommt man nicht so schnell einen Sonnenbrand.

Wir holen also den vierten Platz und grillten im Anschluß noch ein wenig bei Matten. Doch ich war froh, als dieser Abend zu Ende ging. Man gut das ich jetzt eine ganze Arbeitswoche zum Ausruhen habe.

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