Whitsun

…oder Pentecost wie die Inselaffen englischsprachigen Kollegen sagen oder aber auch Pfingsten, ist nicht nur ein katholisches Fest. Nein, es ist auch die Zeit wo ein Großteil in Westerode ständig unter alkoholischen Einfluss steht, kurz gesagt es ist Schützenfest. In einigen Fällen heißt das vier Tage lang Bier trinken müssen und ab und an auch mal einen Löwentor zwischen zu kippen. Und alles begann an einem ganz normalen Freitag. Ein Freitag auf den ich nicht gerade stolz bin. Doch möge der geneigte Leser sich überraschen lassen.

Ich beschloss, nachdem ich die ganze Woche hart gearbeitet hatte, etwas früher zu gehen und die tüchtigen Schützen die jedes Jahr die Fähnchen aufhängen zu unterstützen. Um 1500 Uhr fiel der Hammer und um ehrlich zu sein konnte ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen um dann zum Fähnchenaufhängen zu kommen, in der Hoffnung einen lustigen Nachmittag mit Unmengen an Bier ein paar guten Freunden zu verbringen. Ich telefonierte kurz nach meiner Ankunft mit dem Gaudo und stieß dann zu der Truppe dazu. Diese bestand aus Böning, Kai, Gaudo, Martin und Bolle. Anfangs sah es noch aus als würde es ja eine nette Truppe sein. Von wegen. Das erste Fähnchen wurde auf gehangen und schon wurde uns die erste Kanne in die Hand gedrückt. Bolle versicherte mir, das sie schon jeder drei Stück getrunken hatten und ich also den Rückstand aufholen mute. Verlegen lachte ich in die Runde, aber Bolle meinte es todernst. Es war ja nun nicht so, das ich die erste Runde nicht gefordert hätte. Die Anderen wollten zwar schon weiter ziehen, aber als dann Nicole fragte ob wir ein Bier trinken wollen, schlug der an trainierte Reflex an und ich sagte automatisch ja. Quälende Minuten später war sie dann auch schon mit den gekühlten Getränken da. Das fing ja hervorragend an. Das Bier lief flüssig rein und hatte genau die richtige Temperatur. Nur der Umstand, das ich so gut wie gar nichts vorher gegessen hatte, machte mir ein wenig zu denken. Aber nicht lange, denn es wurde schon zur weiter ziehen gerufen. Mein Bier war alle, bisher konnte ich also gut mithalten. Nächstes Fähnchen zum Aufhängen war dann bei Martin um die Ecke und als wir das hängen hatten erschien wie durch Zauberhand eine weiter Falsche Bier in meiner Hand. Holla, wenn das so weiter geht, gehe ich jetzt jedes Jahr beim Aufhängen mit.

Nächste Station war dann das Fähnchen bei Vollmers und der evangelischen Kirche. Um es kurz zu machen. Es gab wieder Bier. Aber nur weil wir so toll den schon vorhandenen, aber womöglich tausend Jahre alten Fahnenmasten abgebrochen haben. Zwei Mal! Das Bier schmeckte aber trotzdem und ich mußte zum ersten Mal austreten. Wo wird an dieser Stelle verschwiegen. Aber so langsam machte ich mir Gedanken, wo das ganze hinführen würde, wenn es so weiter gehen würde. Pro Station ein Bier in kürzester Zeit, das wird definitiv nicht gut enden. Um die Gedanken aber weiter zu folgen bleib aber keine Zeit, denn der Bolle, dieser alte Menschentreiber drängte schon zum Weitermarsch, da dunkle Wolken und ein irre guter Bass schlechtes Wetter ankündigten. Vor dem nächsten Fähnchen mußten wir dann die Pause vorher machen, da der Himmel meinte seine Schleusen zu öffnen. Ich war damit einverstanden, da so die Zeit bleib das Bier ein wenig langsamer zu trinken. Von wegen, der Regen wurde kurzzeitig weniger und wir wurden diesmal von Gaudo aufgescheucht. Als hätten die dunklen Wolken nur auf uns gewartet wurde die Niederschlagmenge verdoppelt, als Kai die Leiter erklomm und ich sie sicherte. Aber die Fähnchen hänge wir jetzt auf und dann widmen wir uns wieder dem Bier. Gesagt getan, doch frei nach dem Motto ”No rest for the wicked“ gings weiter. Das nächste Fähnchen ging dann ohne Bier über die Bühne, doch bei Norbert gabs dann wieder eine Kanne, inklusive einkehren in der Vollmerschen Garage, wo wir auch den weiteren Abend verbringen sollten. Doch zuvor warteten die restlichen Fähnchen auf uns.

Der Schwierigkeitsgrad wurde drastisch erhöht. Bei der nächsten Station gab es auf beiden Straßenseiten ein Bier und man kann ja nicht nein sagen. Aber das alleine reichte wohl nicht. Zuerst gab es ein Jever, welches mir natürlich sehr zu sprach und danach gab es ein Einbecker, welches eher nicht zu meinen Favoriten zählt. Weiter gings zum Prinzen, der ja selber mit machte, und da war es mehr als logisch, das die Prinzessin als bald mit einem Arm voll gekühlter Getränke mit Hopfen-Geschmack auftauchte. Man merkte nun so langsam, das diese abgeschwächte Form der Druckbetankung so langsam anfing zu wirken, denn der Gang wurde langsamer und ging in manchen Fällen nicht mehr ganz so geradeaus. Aber wir hatten ja noch einen Auftrag zu erfüllen. Bis hoch in die Mühlenstätte bleib der Weg recht trocken. Ich bot zwar an bei mir ein Bier zu trinken, aber Bolle trieb uns vorwärts und eröffnete uns, das wir noch die ganze Blumenau mit etlichen Stationen vor uns hatten. Und außerdem erwartete und bei Steibs ein 6er-Träger für unsere erbrachten Mühen. Allerdings war die Koordination zwischen den Leuten die die Fähnchen auf hingen nicht mehr ganz so gegeben. Es kann aber auch an der teilweise undeutlichen Aussprache aller Beteiligten gelegene haben. Dann kam die Blumenau. An sich ja ein Spießroutenlauf mit einer Unmenge an Station. So langsam fängt es auch an, das bei mir die Erinnerung lückenhaft wird.

Das nächste Bier gab es dann wieder bei Familie Senger. Dank unserer Überredungskünste schaute Sebastians Mutter dezent weg, als er sich ein Bier aufmachte. Ist ja auch schon alt genug. Doch wehe, wir standen zu lange an einem Posten. Da drängte der Gaudo und der Bolle, nun im Zweierpack, zur weiteren Aufnahme unserer Route. Dabei hatten wir nicht mehr viel. Nun kamen wir zu Pfusch und ich hatte schon von den Gerüchten gehört, das es dort halbe Liter Wicküler geben sollte. Eigentlich ein Sargnagel für jeden der gerade Druckbetankung macht. Aber ich wollte Vorbereitet sein und vor allem wollte ich den halben Liter schaffen. Zu unserer großen Überraschung gab es dann sogar Krombacher, zwar auch in halben Litern, aber wenigstens schon mal ein Aufstieg zum Wicküler. Und trotzdem mußten die Kannen rein. Zu erwähnen ist hier einmal, das Gaudo gar nicht zur Eile aufrufen durfte da er ja nur aus einem 0,2 l Glas trank. Er teilte sich quasi jedes Bier mir Martin und da kann man natürlich gut bei aussehen. Während wir anderen schon aussahen, als hätten wir eine Brauereibesichtigung hinter uns guckten sie noch relativ frisch aus der Wäsche. Die Betonung liegt in dem voran gegangenen Satz auf ”relativ“. Bei der Gelegenheit des Fähnchen aufhängens an der Straßenlaterne zerstörte Kai gleichzeitig die Straßenlaterne. Er entfernte einfach den Glasschutz um die Laterne und versuchte sie dann dilettantisch zu reparieren. Dabei stieg er auf einen mit Stahlspitzen gespickten Zaun und bohrte eine der Spitzen durch seine Sohle. Manchmal frage ich mich echt ob er das nicht mit Absicht macht. Nachdem dann der halbe Liter weggeputzt wurde setzten wir unseren Marsch fort und ich muß sagen, das ich froh war zunächst kein Bier zu bekommen. Aber wir haben nicht mit dem David gerechnet und dem Kalle Vogel. David kam nämlich mit Löwentor raus. Auf Nachfragen, ob ich nicht lieber ein Bier haben könnte, meinte er nur, das er keins mehr hätte. Klasse, dann muß ich jetzt auch noch Löwentor trinken, als ob mir nicht schon schlecht genug wäre. Zum Glück konnte Kalle Vogel unsere Gedanken lesen und kam mit einer Runde Bier raus. Damit war das Fähnchen aufhängen vorbei. Wäre jetzt Schluß gewesen, dann wäre alles gut gewesen. Ich hätte einfach nach Hause gehen sollen und mich ins Bett legen sollen. Aber wir mußten ja noch zu Norbert gehen. Böse Zungen behaupten ich hätte alle noch angetrieben, da ich so einen großen Durst hatte. Also ich würde solchen Gerüchten keinen Glauben schenken, aber das ist Jedem selbst überlassen.

Bei Norbert war schon gut was los, denn die andere Truppe war schon längst angekommen. Diese bestand aus Florian, Beule, Porno und Görtler. Nüchtern betrachtete eine Biervernichtungskompanie im kleinen Format, aber mit großer Leistungsfähigkeit. Nun ja, wir machten uns dann erstmal über das Essen her und ich machte einen der größten Fehler meines Lebens. Zum zweiten Mal. Ich setzte mich zu Bolle an den Tisch. Nachdem dann dem Magen feste Nahrung in kleinen Mengen zu geführt wurde, da ich nicht genau wusste wie mein Organismus auf feste Nahrung reagieren wurde, erscheinen wie aus dem Nichts Schnapsgläser und man stellte mich vor die Wahl des Löwentors oder des Obstlers. Ich vermisste ein wenig die Wahl des Verzichten, aber die gab es nicht, wie man mir später mitteilte. Ich entschied mich also für den Obstler, da ich wohl Löwentor noch genügend genießen müsste. Aber es kam noch Schlimmer. Ich mochte den Obstler. Das ist quasi ein Super-Gau. Nun trank ich fast jede Runde mit.
Es war aber beruhigend zu sehen, das die andere Gruppe ebenso stark alkoholisiert war wie wir. Denn Porno stellte sich zum Pinkeln an die Hecke von Vollmers und die ist nicht gerade klein. Görtler war zufällig auch draußen und plötzlich gab ein rumsen und Porno ist durch die Hecke gefallen und beschuldigte Görtler des Schubsens. Das Problem war nun, das Görtler ca. 8 Meter von Porno weg stand und nun ein Porno-großes Loch in der Hecke war. Er versuchte das Loch ein wenig zu kaschieren, aber das sah dann erst Recht nach Porno aus.

Da wir aber nicht genug kriegen konnte, gingen wir nachdem wir bei Norbert genug Bier und Schnaps getrunken haben noch zum Schützenhaus, da dort Disco war. Das glaube ich zumindestens. Denn ich kann mich noch dunkel daran erinnern, das ich mir zu Beginn gleich mal zwei Mischungen Havana Club bestellte. Nun müßte der Bericht vom Freitag eigentlich enden, da ab jetzt mir sämtliche Erinnerungen fehlen. Es gibt nur so einige Flashbacks und Erzählungen. Den Erzählungen schenke ich aber wenig Glauben. Zu den Flashbacks gehören auf jeden Fall die Kathrin, die da war und mindestens genauso voll war wie ich. Sie hatte aber noch Kerstin mit ihren großen… und Heike dabei. Und ich kann mich auf jeden Fall daran erinnern, mit ihr den ganzen Tag über geschrieben zu haben. Dann gibt es noch die Erzählungen, die da behaupten ich hätte getanzt, mit diversen Frauen gekuschelt und so stramm gewesen, das ich Getränke bestellt hätte, aber anschließend vergessen habe wem ich sie ausgeben wollte. Also zumindestens die Letzte Aktion hört sich für mich definitiv nach Schützenfest an.

Ich erwachte in meinem Bett ohne Erinnerungen, wie ich da hin gekommen bin oder warum ich da hingegangen bin. Ich wusste nur, das ich am Nachmittag noch Jugendfeuerwehr hätte, worauf ich absolut gar nicht in der Verfassung war mich total freute und das ich nie wieder beim Fähnchen aufhängen mit machen werde. Der Tag ging also an mir vorbei und in den frühen Abendstunden fühlte ich mich so langsam besser. Es könnte auch daran gelegen haben, daß das Vereinsschießen anstand und ich mir Friede vorher Verkehrssicherung machen mußte. Wir trafen uns frühzeitig um die Strecke zu besprechen ein Weizen zu trinken. So verrückt es sich anhört, aber danach ging es mir bedeutend besser. Der Weg der Schützen verlief erfreulicherweise recht unspektakulär. Hieß soviel, das alle Durst hatten und schnell ins Schützenhaus wollten, da es dort Bier gab und dort eh das Vereinsschießen statt fand. Da ich für die Feuerwehr mit schoß, konnte ich gleich da bleiben. Und so besetzte ich mit Friede gleich mal einen Tisch und wir ließen uns so langsam aber sicher auf die Biere ein. Es war Hasseröder, zwar vom Faß, aber das macht es nicht unbedingt besser.

Doch bevor es richtig los ging mit dem Schießen mußten wir warten. Dummerweise waren früher als geplant zurück im Schützenhaus und mußten nun auf die noch fehlenden anderen Vereine warten. Was macht man also mit soviel Zeit die man über hat. Genau, man hält sich ans Bier um ein paar mehr als notwendig in sich rein zu schütten. Ich tingelte also ein wenig zwischen draußen und drinnen umher und trank hier mal eins und dort mal eins, bis es dann endlich los ging.

Die Truppe der Feuerwehr bestand aus Holger, Friede, David, Kai und mir. Und ich wurde auch noch als Joker platziert. Das sind ja so Sachen die mir gar nicht passen, denn wenn man dann als Joker scheiße schießt kriegt man doppelt und dreifach auf den Sack. Von den Mannschaftskollegen. Kai ging also los und mußte unsere Startnummer ziehen. Wie auch die letzten Jahre enttäuschte er uns nicht und zog ungefähr die letzte Startnummer. Er war auch so freundlich und zog für die zweite Truppe der Feuerwehr auch gleich eine Nummer. Das war dann die letzte Startnummer. Irgendwie nehmen wir uns jedes Jahr vor ihn nicht mehr ziehen zu lassen, aber dann drängelt er sich nach vorne und zieht mit fast schon teuflischer Sicherheit einen Startnummer die im hinteren Bereich angesiedelt werden kann. Was das bedeutet dürfte jedem klar sein. Späte Startnummer bedeutet soviel wie keine gute Platzierung in Aussicht, da der Alkoholpegel schon jenseits der messbaren Grenze sehr hoch war. Also ergaben wir uns unserem Schicksale und orderten gleich eine Doppelrunde. Bier für die ganze Feuerwehr. Das alte Spiel mit den Marken in die Mitte werfen war schon selbstverständlich.

Nun hieß es also warten und betrieb ich das allseits beliebte Rundenhopping. Man bewaffnetet sich mit einem oder mehreren Markenpaketen und setzt sich hier mal dazu und dort mal dazu und trinkt ein bis 35 Runden mit den Leuten. Schließlich muß man ja was für den Umsatz des Schützenverein tun. Die Bedienungen bezahlen sich ja schließlich nicht von selbst. Und auch da darf ich dem Schützenverein ein Lob aussprechen. Zwei von Vieren sahen sehr annehmlich aus. Ich hoffe den Tag noch erleben zu dürfen, an dem alle Bedienung gut aussehen. Aber in zwei Jahren haben wir ja einen Festakt von der Feuerwehr, da werde ich mich persönlich in den Bedienungen-Ausschuß einschmuggeln setzten und die Auswahl treffen. Ich habe auch schon eine Vorstellung des Auswahlverfahrens. Ein paar beinhalten weiße T-Shirts und ein B-Strahlrohr. Ich muß noch ein paar freiwillige Helfer finden. Aber erst zu gegebener Zeit.

Draußen vor dem Zelt hat sich der Ferrari-Club ein wenig fest gesoffen. Dort ließ´ich mich also nieder, was sich kurze Zeit als großer Fehler herausstellte, denn dort bleib ich sitzen und war nun in einem höllischen Runden-Zyklus gefangen. Teile der Ferraris tranken schon Mischungen und Teile hatten sich zur Aufgabe gemacht die gesamte Speisekarte der Fressbude zu testen. Böse Zungen behaupten jetzt das diese Teile zu den gleichen Menschen gehören. Naja, Schwager hatte sich irgendwie an der Fressbude festgesetzt, was aber nichts Neues war wie jedes Mitglied der Ferrari-Truppe bestätigen kann. Und Schwager war es auch der Mischungen in sich rein kippte, im Verbund mit Martin. Und der Rest saß halt daneben und versuchte die Umstiegsgrenze noch ein wenig nach hinten zu schieben. Das jedenfalls war mein Plan. Dummerweise hatten die Ferraris durch gemeinen Betrug durch glückliche Umstände eine frühe Startnummer gezogen und konnten schon früh das Gewehr schwingen. Wir hingegen mußten noch ein wenig mehr Zielwasser trinken. Was dann auch im Eiltempo geschah. Doch aufstehen half nichts, irgendwo traf man dann wieder auf den Zirkel der Runden.

Kurzzeitig war ich mal wieder drinnen um die Läge zu überprüfen. Aber der Wechsel zwischen der frischen Luft vor dem Schützenhaus und der Wand die mal vor Urzeiten Luft war im Schützenhaus. Warm und stickig und Frischluft vertragen sich ja nicht so gut. Vor allem nicht wenn man von dem einen Medium in das andere wechselt. Und drinnen muß man zwangsläufigerweise an der Theke vorbei. Dort wird man dann von alkoholisierten Personen angesprochen, die zu viel Bier für eine kleine Runde gekauft haben. Aber da bleibe ich doch immer gerne stehen, vor allem weil man so auch die Bedienungen ein wenig im Auge haben kann. Jedenfalls zwei davon. Plötzlich rang an mein Ohr das dringendst die Gruppe gesucht wird die die Startnummer 25 hatte. Langsam nahm die Information den Weg von meinem Ohr in das Informationszentrum. Durch die große Umleitung des Blutes vom Hirn in die Leber war die Reaktion sehr langsam. In Windeseile suchte ich also die Leutchen meiner Gruppe zusammen. Ich muß jetzt nicht extra erwähnen, das alle Anderen in der Gruppe ein ähnliches Programm wie ich durchgezogen haben. Im Schießstand wurde es dann noch schlimmer. Der immense Alkoholkonsum ließ einen dazu hinreißen, ein paar blöde Sprüche zu klopfen und das Gelächter erschwerte die Konzentration beim Schuß noch mehr. Welche Konzentration? Um ehrlich zu sein, konnte ich mir eh nicht mehr so gut konzentrieren und peilte ungefähr die Mitte der Schiebe an. In diesem Jahr nahmen wir nämlich nicht die üblichen Glücksscheiben, die aussahen als hätte sie van Gogh im Absinth-Rausch gemalt, sondern eine Scheibe die aussah als wäre sie ein fertig ausgefülltes Sodoku-Spiel. Mir war es Wurst, da ich eh nicht mehr registrieren konnte, welche Zahlen alles drauf waren oder wo welche Zahl stand. Irgendwie lenkte ich das Gewehr in die Mitte der Scheibe und drückte ab. Was mich auch mit zwei Neunen belohnte. Die Dritte Zahl war aber noch geheim, zwecks Erhaltung der Spannung.

Die zweite Truppe der Feuerwehr kam gleich nach uns dran und wir konnten uns wieder dem widmen was wir den ganzen Abend so erfolgreich begannen haben. Dem exzessiven Bierkonsum. Draußen tobte mittlerweile ein Sturm und unser aller Lieblings-Kai kam auf die fixe Idee durch das Dorf zu fahren und zu gucken ob irgendwo Bäume schief standen. Wer suchet der findet und er trommelte die letzten paar Heißkisten zusammen und sie machten sich auf den Weg. Ich entschied für mich selber, das ich dazu nicht mehr in der Lage war und trank noch ein paar Bier. Da aber der zu fällende Baum quasi auf meinem Heimweg lag schaute ich doch noch vorbei. Denn im Schützenhaus war nicht wirklich mehr viel los. Die Sägearbeiten waren schon auf Hochtouren und ich überrascht was wir doch für gute Ausleuchtmöglichkeiten hatten. Der Regen floß in Strömen und naß war ich eh schon. Ich wartet also noch den Fall ab und dann ging ich nach Hause. Nun bin ich am Rätseln, wie ich ein komplettes Video um 90° drehen kann. Falls jemand eine Idee hat, dann schreibe er mir bitte eine mail oder eine Nachricht. Ich wäre ihr oder ihm sehr verbunden.

Sonntag Morgen, der Wecker klingelt und ich mußte meine Gedanken sortieren, warum er denn überhaupt klingelte. Aha, Schützenfest und Sonntag, bedeutet also Kirchgang mit anschließendem Frühschoppen. Dann wollen wir mal. Die Grundreinigung mußte schnell von statten gehen, da ich mir einen sehr engen Zeitplan gesetzt hatte. Ich hasse ja schon von sich aus Krawatten, aber die Schützenkrawatte gehört zu meinen Negativ-Favoriten. Ganz einfach, es ist eine Krawatte mit Emblem und das muß natürlich akkurat unter dem Knoten sitzen. Nach dem 23 14 3ten Mal hatte ich es dann auch endlich hin bekommen. Das Brötchen wurde noch auf dem Weg zum Treffpunkt inhaliert und so konnte ich mich gerade noch rechtzeitig dem auf brechenden Zug anschließen. Komischerweise führte mich der Weg aber nicht in die Kirche, sondern zu Gojo in den Garten, wo ein vorgezogener Frühschoppen statt fand. Sehr seltsam ich mußte wohl irgendwo falsch abgebogen sein, denn an der Kirche war ich ja. Nichts desto trotz nahm ich zwei Gerstenkaltschalen zu mir und war dann wieder an der Kirche um nach der Totenwache, den richtigen Frühschoppen in Angriff zu nehmen. Man muß hier erwähnen, das er teilweise sehr ausarten kann.

Es dauerte wirklich nicht lange, bis dann die erste Frage, nach einem kollektivem Markentopf gestellt wurde. Wie auf Kommando wurden die Markenpäckchen in die Mitte geworfen und das Unheil nahm seinen Lauf. Runde um Runde kam ran und es gab keine Rücksicht auf Verluste. Selbst eine Flucht nach vorne auf die Toilette half nichts. Wenn man Pech hatte und zu lange brauchte, kam man wieder zurück an den Bierwagen und fand zwei Bier vor. Da man nun den Rückstand aufholen mußte schüttete man das Hasseröder nur noch in sich rein. Von Vorteil bei solchen Aktionen ist es, wenn man seine Geschmacksnerven temporär abschalten kann, damit sie nicht zu viel Schaden nehmen können. Es wurde auch die Möglichkeit geboten, auf den Volkskönig oder, für manche Privilegierte, auf den Ratskönig zu schießen. Betrachtete sich aber die Wartezeiten beim Schießen, war es nicht sehr ratsam, dort hin zu gehen, da einen ansonsten wahrscheinlich ein 10 l Eimer mit Bier hingestellt werden würde, kommt man zurück in die Runde. Wenige Runden später hat sich der Markenberg erstaunlich erweitert, da immer mehr Leute in die Runde kamen. Was tut man als um den Marken nicht die geringste Chance zu lassen? Man bestellt eine Runde Schnaps. Für mich ja sehr tödlich. Aber bevor ich mehr wehren konnte, stand der Löwentor schon vor mir. Und er mußte runter. Es gibt gewisse Verhaltensregeln beim Schützenfest. Es war kein Geschenk, es sei den man betrachtete Schläge ins Gesicht als Geschenk oder mag sie. Ich entschied mich nun meinen recht guten Platz am Tisch aufzugeben um der nächsten Löwentorfalle zu entgehen. Außerdem war Ellen gerade gekommen und ich konnte mich ein wenig mit ihr unterhalten.

Die Uhr rückte langsam vorwärts in Richtung High Noon und das ist ja dann meistens die Zeit wo sich dann der Großteil der Runde zerschlägt. Ich jedoch setzte mir ein Zeitlimit von 1300 Uhr und wollte es fest einhalten. Also blieb mir eine weiter Stunde in der ich mich mit mäßig schmeckenden Bier betrinken konnte. Ich weiß, ich neige zur Selbstgeißelung. Als die Stunde dann um war, meldete ich schon frühzeitig mein Ausscheiden aus der Runde an und wurde gleich mit einem Bestechungsbier versorgt. Aber es half nichts. David wollte mich zwar überreden, noch zu bleiben, aber ich bleib eisern und ging nach Hause um mich mit einem Brötchen zu stärken. Das Mittagessen wollte ich dann doch genießen und hob es mir für Abends auf. Diesmal folgte ich sogar meinem Plan und legte mich sogar bis 1800 Uhr nochmals ins Bett. Der Abend konnte lang werden. Wie ich dann später erfahren mußte hat David einen neuen Rekord aufgestellt. Er hat dann tatsächlich den Frühschoppen bis 1700 Uhr durchgezogen. Aber als kleine Wiedergutmachung hat er Ellen eine Platte mit diversen Kuchen mitgebracht. Ich hoffe sie haben den Rückweg gut überstanden.

Um 1930 Uhr traf ich mich dann mit Vokke und wir traten den Weg zum Schützenhaus an, um den Abend stilvoll zu beginnen. Bier en masse und eventuell ein paar Löwentor, falls man ihnen nicht ausweichen konnte erwarteten den aktiven Schützen. Nachdem dann der Eintritt belatzt wurde kam man nicht so weiteres an der Theke vorbei. Dummerweise Praktischerweise waren wieder die gleichen Bedienungen wie am Vorabend geladen, so das diese schon wissend lächelten wenn man an der Theke stand. Trotzdem beschlichen mich ein paar ungute Gedanken, das ich vielleicht etwas sehr Dummes den Vorabend angestellt haben könnte. Aber so etwas zieht sich immer durch solche Feste, an denen man an drei Tagen an der gleichen Lokalität zugegen ist. Wir begannen die Runden erstmal sanft mit einer Runde Bier. Doch die Runde wurde schnell größer und man hatte schon wieder den gleichen Effekt wie am Morgen, nur das diesmal keine Marken in die Mitte geschmissen wurden, sondern das diesmal jeder irgendwie eine Runde gab. Selbst die Flucht nach draußen half nicht, denn die Biere folgten einem. Was ich nun nicht unbedingt schlecht. Aber man mußte aufpassen, das man einen guten Sitzplatz bekommt. Aber im Aufpassen waren wir noch nie gut und deswegen haben wir den ersten Tisch an der Tanzfläche bekommen. Und das war kein guter Tisch. Aber wir fanden uns damit ab. Vokke und ich haben mittlerweile Gesellschaft von sTeini und Jens bekommen und kurz darauf traf auch der Morchel im Gebäude ein. Nun konnte der offizielle Markentopf eröffnet werden.

Schamlos nutzten wir es aus, das die Bedienung unseren Tisch regelmäßig passierte. Somit bekamen wir immer dann eine Runde, wenn einer der weiter hinten liegenden Tische etwas bestellt hat. Und diese Tische wurden regelmäßig frequentiert. Da nun der Bierkonsum drastisch nach oben ging, konnte es schon mlavorkommen, das die gute Steini ihren Anteil nicht so schnell schaffte. Was sich als großes Manko herausstellte. Morchel, der ja ein sehr guter Beobachter ist, orderte gleich erstmal eine Runde frischen Löwentor. Die Ausrede das ich das wegen einer akuten Magenverstimmung nicht trinken darf zog kein bisschen. Im Gegenteil ich wurde eher ausgelacht und begab mich auf den Weg in einen Teufelskreis. Nun nutzte Markus unsere geistige Verwirrung derart hinterlistig aus und bestellte regelmäßig Löwentor, der auch immer getrunkne wurde. Erwähnte ich schon meinen Hang zur Selbstgeißelung?

Nun ist es ja auch so, das eine Tanzband spielt und das bedeutet das auch getanzt werden muß kann. Steini setzte also ihren Hundeblick auf und fragte ganz lieb ob ich denn mit ihr ein paar Runden über das Parkett drehen kann. Ich kann diesen Blick nicht ausstehen, denn er läßt einen ganz dumme Sachen machen. Wenn Frauen so einen Blick aufsetzen, dann kann man plötzlich alles. Eine Waschmaschine in den dritten Stock hoch tragen? Kein Problem! Sich mit einem Katapult vor einen fahrenden Zug schießen lassen? Eine der leichtesten Übungen! Gut, mit Steini tanzen ist nicht annähernd so schlimm wie das oben erwähnte, aber wenn man so gerne Tanzt wie ich, dann ist es schon eine Meisterleistung von Steini mich dazu zu bewegen. Aber ich tat ihr den Gefallen ja gerne. Wenn dann nur nicht immer die Sprüche kommen würde, das man ja doch tanzen kann und man es ruhig öfter machen sollte. Während des Tanzen kam mir dann aber die Lösung des Löwentor-Problems. Die Flucht an die Theke. Und das schlug ich auch gleich vor. Theke heißt zwar erhöhter Bierkonsum, aber auch das man sich vor einer Runde Löwentor verstecken kann, indem man z.B. schnell ein Gespräch mit den vielen herum stehenden Strammsäcken Leuten anfängt. Wo wir gerade beim Thema sind. Philip und Schnitzel sind übrigens auch sehr begabte Paartänzer. Besonders wenn sie miteinander tanzen. Solche Paare sieht man nur beim Schützenfest. Vor Jahren wurde schon so ein begabtes Paar gesehen. Gerüchteweise waren es Bierpumpe und Leiche Leider sind sie unerkannt verschwunden.

Theke bedeutet auf, das man schnellen Zugriff auf thekentypische Utensilien hat. In diesem speziellen Fall, waren Eiswürfel. Matten, Jens und Eiswürfel waren eine gefährliche Kombination. Das erste Opfer wurde ich. Trotz meines Versuch meine Krawatte so eng wie möglich zu schnüren gelang es dem Jens mir ein Eiswürfel unter das Hemd zu stecken. Die scharfen Kanten waren gar nicht das Schlimmste, sondern das der olle Eiswürfel schnell mal das Wandern anfängt. Aber ich habe ihn entfernt und es sogar hin bekommen den Schlips wieder richtig zu binden. Trotz des Löwentorfaktors. Wieder zurück im Hauptsaal entdeckte ich schon das nächste Opfer der Zwei. Morchel , aber dem war schon wieder alles egal und ließ die Eiswürfel die Wanderschaft in die Unterhose fortsetzen. Bis dann irgendwann seine Mutter ankam und fragte ob er denn die Hosen voll hätte. Gott sei Dank haben die Bedienungen dem ganzen zu dem Zeitpunkt schon ein Riegel vorgeschoben und den Kasten mit den Eiswürfeln aus der Reichweite entfernt. Als Dank gab es erstmal ein Löwentor. Mein voller Respekt gilt der Bedienung, deren Namen ich nicht kenne die ihn geschluckt hat und das Gesicht nur minimal verzogen hat. Ich kriege so was nicht hin.
Zu späterer Stunde tauchten auch noch Köppel und Näppchen auf, die sich erst recht schüchtern an der Tür rum drückten. Aber nach ein paar kurzen überredenden Worte meinerseits trauten sie sich rein. Das erste was Morchel dazu einfiel, war eine Runde Löwentor zu holen. Irgendwie macht mir das Angst, aber selbst nach dem x-ten Löwentor schaffte ich es nicht ohne drastische Entgleisungen des Gesichts den Löwentor zu trinken. Zum Glück gab es weiterhin Bier in einer großen Auswahl. Denn die Bestellung des Biers steig drastisch an. Es wurde nun nicht mehr drauf geachtet, ob man noch was hatte, sondern einfach bestellt, was das Zeug hielt. Man hatte nun die Wahl zwischen verschiedenen Formen des abgestanden Biers. Vorteilhaft war natürlich der Umstand, das es einem egal ist, was man sich rein kippte. Doch der Umstieg auf Mixgetränke stand bevor. Allerdings vertrete ich noch den Standpunkt, das man nichts umkommen lassen darf, also mußte erst das Bier ausgetrunken werden, bevor ich was anderes trinken darf. Ich konnte nun nur noch hoffen, das mir niemand mehr einen ausgibt.

Dann kam auch noch Näppchen auf die Idee mit mir das Tanzbein zu schwingen. Und Näppchen gehört auch zu den Frauen, denen ich solche Bitten nicht abschlagen kann. Also wurde wieder die Tanzfläche unsicher gemacht. Die Musik-Kombo entschied sich aber nun spontan dazu mal was langsames zu spielen. Und das kann ich wirklich nicht. Erschwerend kam hinzu, das Näppchen das auch nicht konnte, das war jedenfalls ihre Aussage. Dank unseres erhöhten Alkoholpegels wurden schlimmere Verletzungen verhindert. Wir strukelten nur so über das Parkett und müssen ein nettes Pärchen abgegeben haben. Und im Anschluß gab es dann aber wieder was zu trinken. Hatte man doch fast ganze drei Minuten ohne das kühle Naß ausgehalten. Auf jeden Fall hatten wir Spaß und die Zuschauer bestimmt auch.

So langsam kam dann die Zeit wo auch einmal im Schützenhaus die Lichter angingen. Zum Glück war ich zu der Zeit draußen und telefonierte mit Kathrin. Die war nämlich in Göttingen unterwegs und wollte noch vorbei kommen. Ich riet ihr davon ab, da schon Aufbruchstimmung herrschte, doch sie wollte unbedingt nochmal vorbei kommen. Wieder drinnen war es hell und ich dachte schon ich hätte mich im Raum geirrt. Aber dem war nicht so, doch glücklicherweise bekamen wir noch was zu trinken, während Matten E. die Kasse machte. Morchel hingegen nutze die Gelegenheit und testete mit seinem Kopf die Schlafmöglichkeiten der Tische im Schützenhaus. Und kam kam Kathrin, Kerstin (inklusive ihren großen …), Heike und Tobi. Aha, Nachtigall ich hör dir trapsen. Nach einer eher strukeligen Umarmung, was aber rein an mir lag, setzten sie sich kurz hin und wir redeten noch ein wenig. Ich teilte mir dann noch mit Kerstin mein letztes Bier. Ja, ich teile mein Bier mit einer Frau und das lag nicht an ihren großen…. Sie hatte halt Durst und ich bot es ihr gerne an.

Dann wurde es Martin zu bunt und schmiß uns raus. Morchel konnte gerade noch so gehen. Schnitzel entschied sich kurzer Hand dazu bei Kathrin mit zu fahren. Ob Platz war oder nicht. Ich biß dann mal in den sauren Apfel und dachte mir es wäre besser den Morchel nicht alleine gehen zu lassen. Und dann waren da noch Hüfte und Porno. Weiter Kommentare erspare ich mir an dieser Stelle mal. Die Wegbegleitung für Morchel ging bis zu Kellner gut und dann zog sein Schritt ganz schön an. Ich verabschiedete mich noch von Hüfte und wir entschieden, das sie mich kontaktieren sollte, falls Morchel noch in irgendwelche Schwierigkeiten geraten sollte. Kurz darauf schaltete ich mein Telefon aus. Aber es kam kein Anruf mehr und ich schlummerte selig in meinem Bett ein.

Der Montag kam sehr überraschend. Und das Wecksignal auch. Also wurde sich noch schnell frisch gemacht. Ein Brötchen auf die Faust genommen und der schwere Weg zum Schützenhaus angetreten. Doch diesmal nicht nur zum Frühschoppen, sondern auch zum Königsschuß. Eigentlich ein Schuß wie jeder andere und doch geht einem der Stift und man ist nervös. Um sich erstmal zu beruhigen und um die geistreichen Sprüche zu verdauen, wurde erstmal Bier geordert. Das Gute an solchen Tagen ist, das man am Tag nach dem Ballern, Marken in Taschen (und an Stellen) findet, von denen man gar nicht gewusst hat, das man sich dorthin welche hingesteckt hat. Das Ergebnis ist, das nun jeder einem was ausgibt, da jeder seine Marken los werden will. Nach drei Pils war dann die Hand aber ruhig genug und ich entschied mich zum Königsschuß. Die Probe ging komplett in die Hose, aber der Königsschuß gelang besser. Er war zwar nicht genau in der Mitte, aber irgendwie habe ich ihn dorthin gewackelt. Wie sich später bei der Proklamation raus stellte, war es nur eine 8, aber besser als eine Fahrkarte, wie Vokke wie andere Leute. Nicht böse gemeint.

Nachdem dann die größte Hürde für den Tag gemeistert war konnte man sich wieder den angenehmen Dingen widmen. Denn die Marken mußten ja alle werden. Also fand man sich erstmal vor dem Schützenhaus ein um dort eine sitzende Position einzunehmen. Ich setzte mich mit Steini und Heike an einen Tisch und kurze Zeit später war ich umringt von Frauen. Was aber nicht ganz so schlimm war, denn Heike und ich gaben uns gegenseitig einen aus. Wenn man den Rest des Tages betrachtet, dann muß man jede Gelegenheit zum Sitzen nutzen. Zum Bier trinken vielleicht nicht, aber das kann man so prima nebenbei machen. Als dann das Essen so langsam an gerollt kam, machte man sich langsam auf den Weg nach drinnen. Langsam, weil man ja nicht einfach so an einem der vielen Stehtische vorbei gehen kann, wo man unter Umständen noch ein Pils in die Hand gedrückt kriegt.

Das Essen war recht lecker und ich muß sagen, das ich es in diesem Jahr irgendwie vergessen hatte mir zum Essen eine Cola zu bestellen. So ein Ärger aber auch, da mußte ich dann wohl oder übel Bier trinken. Und die Marken mußten auch alle werden. Dann kam die Proklamation. Zum Glück bin ich kein König geworden. Dafür aber ist die Hüfte Jungkönigin, Ramona Jugendkönigin und Jenny Schützenkönigin geworden. Damit war der Abend gerettet. Ballern im Schützenhaus hieß die Devise. Aber erst nach dem Marschieren, welches kurz nach dem Essen starten sollte. Aber für ein bis drei Pils blieb immer Zeit. Auch wenn man das letzte Bier kurz vor Abmarsch in die Hand gedrückt bekommt. Das wiederum wurde so schnell rein geschüttet, das sogar die Leber sich über zu viel Arbeit beklagte. Doch man sollte lieber Reserve anlegen, denn wer weiß man wieder was zu trinken bekommt.

Die erste Getränke-Station war bei Johannes, der am Pfingstmontag 50 geworden ist. Schnitzel hatte übrigens auch Geburtstag, aber er wollte es geheim halten. Hat eher nicht so geklappt. Nun ja, Johannes gab also einen auf seinen Geburtstag aus und vor allem probierte er den Kleinbagger aus, der vor seinem Haus stand. Hingebracht wurde er von Patrick und das Loch in den Vorgarten hat dann der Johannes gemacht. Ich forderte ihn zwar auf doch durch zu ziehen, aber er erwiderte nur, das es so Ärger mit seiner Frau geben würde. Aber das Wichtigste war, das es Krombacher gab. Gut, das ist zwar kein Becks oder Holsten, aber nach dem Hasseröder war es eine wahre Wohltat. Zum Nachteil war aber, das man bei den Schützenumzügen immer sehr wenig Zeit hat. Das bedeutet soviel wie Druckbetankung. Leider läuft das Bier bei mir immer nicht so schnell rein. Ich kann zwar viel trinken, aber das braucht immer so seine Zeit. Und wenn man dann noch so einen Schleifer wie Bolle im Nacken hat, dann kann man sich gar nicht mehr auf die wichtigen Sachen wie Schlucken oder das Geschluckte unten behalten konzentrieren und braucht noch länger für sein Bier.

Die nächste Versorgungsstation lag dann auf direktem Wege. Es ging hoch zu Berni, der Schützenkönig geworden ist. Wieder hatte ich das Glück das ich ein Krombacher erwischen konnte. Doch ich sah aus den Augenwinkeln, das im Verpflegungswagen schon die ersten Hasseröderkisten zu sehen waren. Das hieß doppelte Obacht bei der Schützenkönigin. Aber zunächst mußte das Bier erstmal vernichtet werden. Während man dann so da rum steht wird allerdings schon eine Menge Schieße gelabert. Und ganz schlimm sind dann die Leute die vorsichtshalber einen Schirm mitgebracht haben. Der wird dann zweckentfremdet und auf den Kopf von bestimmten Leuten gehauen oder mal im Schrittbereich vorbei geführt. Was dann bei dem durchaus matschigen Boden einen dreckigen Hosenlatz zur Folge hat. Man sieht nicht nur aus wie eine Sau, sondern macht auch noch den Anschein, als hätte man schon die magische Promille-Grenze überschritten. Aber eine gut trainierte rechte Hand und ein sauberes Taschentuch schaffen hier Abhilfe. Egal, was der Leser jetzt denkt: So war das nicht gemeint!
Im Anschluß ging es nicht gleich zur Schützenkönigin, sondern wir holten erstmal die Jugendkönigin Ramona ab. Und kaum stand man fünf Minuten wurden schon die ersten quengelig und verlangten nach Bier und das man endlich weiter marschieren sollte. Wurde dann auch gemacht und bei der Schützenkönigin gab es dann endlich wieder Bier. Doch diesmal war ich nicht schnell genug. Ich erwischte leider nur noch ein Hasseröder. Traurig setzte ich mich in eine Ecke Ich ertrug es und trank das Bier trotzdem Auch wenn es jetzt geschmacklich ein Abstieg war, ist es immerhin ein Bier. Hier wurde dann der Florian zum ersten mal mit einer Cola gesichtet. Während des Essens hatten wir ja schon ein Gespräch, das er der Meinung war, das Patrizia auf ihn sauer sei, weil trotz seines Versprechens keine Cola getrunken hatte. Ich gab ihm also ein paar Tips und dann ließen wir wieder unsere ”der Barbara ist so schön gelaufen“-Sprüche los. Nun trank er jedenfalls Cola.

Der weitere Weg mußte nun ohne weitere Getränkestops ausgehalten werden. Und ich muß ehrlich sagen, das es gar nicht so verkehrt war, denn ich hatte schon leicht einen im Kahn. Das aber schob ich auf die viele frische Luft. Das war mein Gehirn gar nicht mehr gewohnt. Und so weit war das Schützenhaus dann auch nicht mehr entfernt. Unten wieder angekommen, mußte erstmal die Zeit bis zur offiziellen Königsfeier überbrückt werden. Zum Glück waren da noch die Kollegen vom Elferrat zu denen ich mich erstmal gesellte. Und sie hatten natürlich auch einen Markentopf, denn ich gleich mal standesgemäß erweitern konnte. Damit war ich dann blank. Aber da lagen ja noch ein paar Marken in der Mitte, die dann auch gleich wieder in Bier umgesetzt wurden. Man glaubt gar nicht was ein paar Bier mit Menschen anrichten können. Es wurde Scheiße im höchsten Grade gelabert. Schmieri ist aus dem Lachen nicht mehr raus gekommen. Borchardt, Schmieri, Schocker und ich haben ordentlich vom Stapel gelassen. Vielleicht war es ein Fehler sich dort hin zu setzten aber lustig war es allemal. Bis dann Schockers Handy klingelte und er sich zur besseren Verständigung ein wenig weiter weg stellte. Aber an seinem Gesichtsausdruck und an seiner Mimik konnte man klar erkennen, wer am anderen Ende der Leitung war. Er wackelte mit dem Oberkörper immer leicht nach vorne und sagte so Sachen wie: ”Ja, ich weiß“ und ”Ja, ich komme jetzt gleich nach Hause!“. Kurz nachdem das Gespräch beendet wurde klopfte er auf den Tisch und murmelte einen Verabschiedungsgruß. Wenn da man nicht die Regierung am Telefon war.

Trinkt man Bier ohne Schnaps vergeht die Zeit wie im Flug und die offizielle Königsfeier wurde eröffnet. Da der Ansturm auf das Buffet schon wieder recht groß war, widmeten Vokke und ich uns erstmal dem kühlen Getränken. Schließlich muß sich ja auch jemand um die Bierreserven kümmern, während der Rest sich am Buffet gütlich tut. Aber unsere Zeit würde auch noch kommen. Man mußte ja eine solide Grundlage schaffen, wollte man den Abend ein wenig in die Länge ziehen. Bleibt nur die Frage, ob man das überhaupt wollte, denn man ist ja nun schon den vierten Tag unter Strom. Aber so Sachen wie Osterfeuer und Vatertag übersteht sollte eigentlich bestens für ein Schützenfest vorbereitet sein.Nach dem Essen stellte ich mich erstmal an die Theke, denn ich befürchtete, das die Zeit des Löwentors wieder kommen würde. Je länger man am Tisch sitzen bleibt, desto eher kommen Leute auf die Idee mal mit einem Tablett Schnaps durch die Reihen zu gehen. An der Theke traf ich dann auf Elke, die ich das ganze Schützenfest nicht gesehen habe, was mich auch ein wenig gewundert hat, denn sie gehört ja zu denen die mich immer an Schützenfest auf die Tanzfläche schleifen. Und es dauerte auch nicht lange, da steuerte unsere Unterhaltung in eine mir sehr unangenehme Richtung. Sie nimmt ihre Aufgabe mich zu verkuppeln sehr ernst. Vielleicht ernster, als es mir lieb ist. Worauf habe ich mich da nur wieder ein gelassen. Halt, ich war das ja gar nicht. Gucke ich in mein schon gut gefüllten Ordner mit der Aufschrift ”Ich und meine große Klappe“ sehe ich das meine große Klappe mir das alles eingebrockt hat. Nun habe ich da zugestimmt und harre nun der Dinge, die Elke irgendwann mal vorbereitet. Aber ich bin da ruhigen Gewissens, denn Elke hat ja einen guten Geschmack. Auf der anderen Seite tanzt sie auch ganz gerne mit mir.

Da die Luft sehr feucht warm war im Innern des Schützenhauses verlegten wir also unsere Unterhaltungsrunde nach draußen, wo sich die restliche Jugend schon versammelt hat. Dort ging es schon wieder hoch her. Der verrückte Philip hatte sein Auto rückwärts vor das Zelt gefahren und unterhielt die ruhelosen Massen mit Musik aus seiner Anlage. Zu meiner Überraschung hatte er eine Oldie-CD drin, welche ganz annehmbare Musik aufwies. Uns gegenüber saß das Dreamteam des Abends. Schmieri, Morchel und Diana. Zusammen versuchten sie so etwas wie einen Bierbanktanz. Sie saßen alle drei hintereinander und es sah so aus, als würden sie einen 3er Bob fahren. Nur jeder wollte in eine andere Richtung. Dazu wurde in gebrochenen Englisch versucht der Text der Leider mitzugröhlen. Artikulation und Lautstärke standen in keinem Verhältnis zueinander. Hauptsache laut war das Motto. Aber spaßig anzusehen war es allemal.

Der Abend wurde später und die Gäste wurden weniger. Und Elke machte von ihrem Recht Gebrauch mit mir das Tanzbein zu schwingen. So schaukelten wir also über den Vorplatz des Schützenhauses und ich habe ein weiteres Schützenfest mit minimalen Tanzaufwand überstanden. Wobei ich das auch schon mal besser hin bekommen habe. Ramonas Mutter kam irgendwann raus und fragte Ramona ob sie mit nach Hause kommen wolle. Aber sie verneinte und wollte noch bleiben. Ich wies dann Cordula drauf hin, das ja Porno noch da war (jedenfalls körperlich) und wir schon dafür sorgen das sie sicher nach Hause kommen würde. Sie durfte also noch länger und soll dann mit Hüfte nach Hause kommen. Aber alles sollte anders kommen. Denn Martin, ihr Vater, beschloss noch da zu bleiben und mit mir Havana Club zu trinken. Das Bier schmeckte schon lange nicht mehr und ich bin also umgestiegen auf das göttliche Getränk. Ich weiß nun aber nicht was der Martin drinnen so alles getrunken hat, aber irgendwann war er stramm. Und Ramona ist dann mit ihm nach Hause gegangen. Offiziell wurde also Ramona von ihrem Vater nach Hause gebracht. Inoffiziell schubste Ramona Martin wohl an den richtigen Stellen im Dorf in die richtige Richtung, damit er sich nicht verlief.

Um ehrlich zu sein erging es mir nicht besser. Als dann endlich Schluß war holte ich mir noch schnell eine Abschlußmischung von Julius. Seines Zeichens Sohn von Martin und Elke und zu dem Zeitpunkt einziger Mann hinter der Theke. Und wie sich herausstellt, machte er höllische Mischungen. Er sagte mir, das er mir die Mischung herausbringen wollte, was er auch gemacht hat. Doch als ich den ersten Schluck getrunken hatte, dachte ich das es jetzt um misch geschehen war. Meine Magenwände waren ja schon hart belastet von dem ganzen Wochenende, aber als sich die Mischung in mich aufnahm versuchte der Magen meinen Körper zu verlassen. Durch die Bauchdecke. Eine kleine Probe gegen das Licht, ließ die Glühbirne in sanftem Bernstein erscheinen. An sich eine angenehme und schöne Farbe, aber nicht bei Havana Club Mischungen. Später erfuhr ich das Julius noch nie eine Mischung gemacht hat und als das Glas dann halb voll mit Havana fragte er seinen Vater ob man in eine Glas ungefähr so viel rein machen würde. Es war nett gemeint, aber das war selbst für mich zu stark. Auf Nachfragen konnte ich mein Glas dann mit Cola verdünnen. Aber es ging komplett rein. Umgerechnet wären das ungefähr drei normale Mischungen gewesen. Danach war ich dann aber auch bedient. Und als ich dann noch ein halb vollen Glas Bier abbekommen habe, das durch einen plötzlichen Ruck in der Erdumdrehung umgefallen war und nicht durch Morchels Gleichgewichtsverlust, bin ich nach Hause gegangen und konnte mich endlich ins Bett legen. Schützenfeste sind ja recht nett, wenn nur das viele trinken nicht wäre.

Dienstag hatte ich Urlaub und ich hatte ihn nötig. Es regnete den ganzen Tag und so ging es mir auch. Deswegen konnte ich mein weblog erst so spät fertig stellen. Ich hoffe es wird mir verziehen. Dafür gibt es dann diese Woche auch zwei Einträge.

Chuck Norris kann übrigens Schützenkönig, Seniorenkönig und Schützenkönigin auf ein Mal werden. Mit nur einem Schuß!

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