M7 bitte die 40! M7 bitte!

27/06/2007

Das Wochenende schien komplett ausgebucht zu sein. Das war wohl auch der Grund warum ich den gesamten Freitag gut gelaunt war. Mit der Musikanlage auf volle Pulle bin ich wie der Henker nach Hause gefahreneinem fröhlichen Liedchen auf den Lippen fuhr ganz gemütlich nach Hause und genoß das schöne Wetter den Regen, der sich entschieden hatte, dann doch den ganzen Tag sintflutartig zur Erde zu stürzen. Der Regen machte die Fahrt nicht gerade angenehmer, aber ich ließ mir die Laune nicht verderben. Den das Wochenende war ja komplett verplant.
Franz L. hatte Teile der Feuerwehr zu einer kleinen Dankesfeier eingeladen, da wir so toll das Feuer bei ihm gelöscht haben. Das Logbuch berichtete darüber nicht, da es nach Karneval passiert ist und da war der Eintrag schon übervoll. Ich will ja die Leser nicht überfordern oder gar die Mittagspause von Nollau ungewollt ausweiten. Nun ja, bei Franz L. hat es also ordentlich gebrannt, der Eine oder Andere wird davon in der Zeitung gelesen haben. Es waren mehrere Feuerwehren im Einsatz und Franz entschied sich dazu die Feuerwehr Westerode zu einer kleinen Dankesfeier einzuladen, da wir gute Arbeit geleistet haben. So fanden wir uns also um 1900 Uhr am Feuerwehrhaus ein um wenige Minuten später den Abend bei einem kühlen Bierchen zu beginnen. Doch wie es nun mal so ist, wenn sich mehrere Leute an einem Treffpunkt versammeln, pünktlich waren die wenigsten. Eigentlich ja nur Kai, Docschen und ich. Jetzt können die bösen Geister ja wieder sagen, das immer die pünktlich sind, die am meisten Durst haben, aber das stimmt ja gar nicht. Das sind meistens die Auswüchse des Neides, da sie es nicht pünktlich geschafft haben und so unseren Spott auf sich ziehen. Beim Bund gab es immer ein nettes Sprichwort: ”Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit!“ Lässt sich auch auf jede andere Personengruppe um münzen. Als wir dann endlich vollständig waren setzten wir uns so langsam in Gang und rückten bei Franz in die Garage ein. Gleichzeitig feierte er nämlich auch Richtfest, da das Dach kurz vorher fertig gedeckt war. Um es anders auszudrücken. Er feierte Richtfest und lud die Feuerwehrleute ein, die beim Brand dabei waren, damit sich alle zusammen wunderbar die Mütze zuknallen können.

Das war natürlich ein Programm nach meinem Geschmack. Was mich allerdings anfangs verwunderte, war, das der Schnitzel gar nicht mit von der Partie war. Auf Nachfragen, teilte mir der Ortsbrandmeister mit, das Schnitzel am nächsten Tag arbeiten mußte und er seinen Anhänger noch fertig streichen mußte. Hallo, ich muß mir den Schnitzel mal ordentlich zur Brust nehmen. Anhänger fertig streichen, am Samstag arbeiten. Das sind alles keine Gründe Freitags zu Hause zu bleiben. So geht es ja natürlich nicht. Aber kommen wir zurück zur Festivität. Nach einer kurzen Ansprache von Kai und einer Gegenansprache von Franz wurden wir dazu aufgefordert Platz zu nehmen. Im gleichen Zuge wurden uns gekühlte Krombacher in die Hand gedrückt. Ob Franz wirklich wusste auf was er sich da eingelassen hat. Er lädt die Feuerwehr zu sich nach Hause ein, gibt ihnen Getränke und auch noch was zu essen. Da kann es durchaus vorkommen, das einige nicht mehr weg gehen wollen.

Die ersten Krombacher liefen gar fantastisch die Kehle runter und es gab auch noch lecker etwas zu Essen. Da kam dann mein Problem ins Spiel. Schlau wie ich war hatte ich zu Hause schon eine Kleinigkeit gegessen. Aber ein kleines Stück Fleisch inklusive Schwarte passt ja immer noch rein. Dazu noch Pellkartoffeln und Quark. Und es hat auch alles rein gepasst inklusive Schwarte. Das Völlegefühl im Anschluß war zwar nicht sehr angenehm zu Beginn, aber es sollte nicht lange anhalten. Franz ging nämlich mit einem Eiskorn durch die Reihen und fand an meinem Tisch reiß0ende Abnehmer. Abnehmer ist hier als Abnehmer vom Teller und Schnapsgläser gemeint, nicht im Sinne des Gewichtsverlust. Nun soll man aber nicht denken, das ich der Initiator dieser Schnaps-Runde war. Nein, der Holger, der mir gegenüber saß nahm die Gläser mit beiden Händen ab und verteilte sie großzügig. A pros pros Holger. Da wird einem schon wieder vorgeworfen, das er immer so stramm ist, wenn er mit mir unterwegs ist. Aber dem ist gar nicht so. Gut, der Fakt, das er stramm ist, wenn er mit mir los geht, lässt sich nun mal nicht abstreiten, aber ich bin nicht der Grund dafür. Es ist vielmehr so, das ich immer vorgeschoben werde. ”Ja, ich wollte ja gar nichts trinken, aber Pitsche war auch da und der hat so viel Bier getrunken!“ oder noch schlimmer wird es dann wenn die Entschuldigungen folgendes Ausmaß annehmen ”Ich wollte echt nichts trinken, aber Pitsche hat mir immer ein Bier hingestellt!“. Die ganz schlimmen Vorwürfe lass ich jetzt mal aus.

Dank Holger hatte ich ja jetzt einen Eiskorn. Und dank eines Spruchs von mir von Jemanden am Tisch hat Franz gleich die Flasche bei uns stehen lassen. Klasse, jetzt kann es ja nun noch bergab gehen. Schnaps Nummer 1 war also auf dem Weg um dem Schweinebraten den Ausgang aus meinem Körper zu zeigen. Und ich wusste, das er nicht alleine bleiben würde. Wenige Minuten später folgte dann auch schon Eiskorn Nummer 2 und er schob den Darminhalt um einige Meter nach vorne. Das verblüffende war, das mein Gesicht die üblichen Entgleisungen vermissen ließ. Sollte ich geheilt sein. Auch beim zweiten Korn verzog sich nicht der kleinste Muskel. Die Sprüche um meine Angewohnheit den Schnaps ein wenig länger im Mund zu behalten bleiben zwar, aber das Gesicht bleibt größtenteils unverzerrt. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt der Eiskornvorrat erschöpft und ich freute mich auf einen Schnapsfreien Abend. Doch dann kam Franz mit einer Flasche Obstler um die Ecke. Verdammt, ich mußte mein Glas schnell los werden. Doch so einfach ist das nicht, wenn man Holger sich gegenüber sitzen hat. Der spekulierte schnell und hatte auch flugs mein Glas entdeckt. Also wanderte noch ein Obstler meinen Schlund hinunter um den schon konsumierten Korn Gesellschaft zu leisten. Doch was war das. Alle Freude war umsonst, meine Gesichtsmuskeln zeigten sich wieder von ihrer besten Seite. Ich glaube das ist einer der vielen Wege meines Körpers zu sagen, das es davon keinesfalls mehr geben sollte.

Kai und Franz gaben dann noch eine Führung durch die Räume, die damals im Vollbrand gestanden haben. Doch Holger und ich dachten uns das wir das eh schon kannten und hielten lieber die Plätze frei. Nebenbei konnten wir uns so auch weiterhin ungestört das Bier rein schütten. Es gibt ja an jeder Sache etwas Gutes zu finden. Zum meiner Rechten saß übrigens Docschen, der mich erstmal aufklärte, das er hochprozentige alkoholische Getränke eigentlich nur pur trinken würde. Und wenn dann auf Eis. Auslöser der ganzen Debatte war ja das Jemand, diesmal war ich es wirklich nicht, eine Falsche Jack Daniels auf dem Tisch platziert hat. Warum immer vor meiner Nase? Eis war aber Mangelware, darum mußte Docschen den wohl ohne Eis trinken. Aber Jack Daniels ohne Eis wird in manchen Ländern als Bestrafung für Ehebruch verabreicht. Also ließ er es. Glaube ich zumindestens. Man kann sich ja auch mit Bier die Mütze zu ballern. Außerdem mußte er ja m Folgetag arbeiten. Das glaubte ich zwar nicht ganz, aber immerhin ist er trotz des Arbeitsvorhabens zur Feier erschienen. Holger auf der anderen Seite versuchte nun mir wieder die Öffnung der Whiskey-Flasche anzuhängen, aber dank einiger aufrichten Logbuchschreiber (damit meine ich mich) wird die Wahrheit aufgedeckt. Holger öffnete die Flasche und goß mit ohne zu fragen etwas ein. Na gut, da ich nicht als Jemand da stehen will, der Halbwahrheiten erzählt, muß ich hier dazu anmerken, das ich wohl eine Frage aus Holgers Mund vernommen habe. Aber die Antwort war bestimmt nein ja und die Frage war mit ziemlicher Sicherheit, ob er mir eine Mischung machen soll.

Damit war dann wohl der gesunde Menschenverstand in die hinterste Kammer gesperrt worden. Der Whiskey ruft bei mir immer die Schattenseiten hervor. Mit Graus erinnere ich mich an die Jim Beam Zeiten im Glashaus. Schön war das nicht, aber ich ergab mich dem Schicksal. Die Gruppe ist ja nun eh schon ein wenig zusammen geschrumpft und wir haben alles zusammen an einen Tisch verlegt. Die Zeit war auch schon weit fortgeschritten und die Zungen hingen locker im Mund. Und bei manchen hing der Kopf locker auf dem Tisch. Diesmaliger Hauptakteur unserer Strammsack-Parade war der Kai. Unser feiner Herr Ortsbrandmeister bekam ganz plötzlich einen schweren Kopf und mußte ihn auf dem Tisch ablegen. Das damit eine kleine Lästerrunde eröffnet wurde, konnte er ja selber nicht ahnen. Nebenbei erklärte ich Franz die Geschichte mit dem Lanz Bulldog und der Führerscheinprüfung. Anscheinend kannte er die Theorie noch nicht, fand sie aber recht amüsant. Aber er schlug in die gleiche Kerbe, wie der Rest vom Tisch und klaute noch Kais Ring vom Finger.

Nach diesen Ereignissen hat jemanden den Recordknopf in meinem Kopf gedrückt, denn so seltsam es sich anhören mag, das nächste was ich wieder weiß, war das ich in einem Taxi nach Nesselröden saß, dort war Schützenfest-Disco. Laut meinem Telefon habe ich kurz vorher mit Hüfte telefoniert. Also fuhr ich nach Nesselröden um dort ein gut geleertes Festzelt vorzufinden. Aber ich traf dann noch auf Hüfte, Porno, Tobi und Käthe. Hüfte und Käthe gaben dann noch ein paar äußerst sensationelle Tanzeinlagen von sich. Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei. Natürlich nur aus Dokumentationszwecken und mir gelangen sensationelle Aufnahmen. Diesmal nicht von Hüfte und Käthe, wohl aber von Porno. Der hat sich nämlich als verkappter Taschenträger entpuppt. Glücklicherweise lief meine Kamera mit und ich ein böser Unhold hat das Video auf youtube.com gestellt. Eine Frechheit so was.

Wenn man dann erstmal in Nesselröden ist, dann trifft man natürlich auch den Pauken-Jörg. Allerdings war er nicht mehr ganz Herr der deutschen Sprache, aber erkannt hat er mich noch. Ich vermute mal, das er sich aber heute nicht mehr daran erinnern kann, da er ja nun drei Tage äußerst harten Schützenfest-Einsatz hinter sich hat. Das kann sehr hart werden, ich weiß wovon ich rede. Auf meiner weiteren Erkundungstour traf ich dann auch noch unseren frischen 30jährigen ToKo. Der konnte aber alleine auch nicht mehr stehen. Das machte jedenfalls den Anschein, da er immer mit jemandem im Arm herum stand und als er mich erblickte durfte ich als Stütze herhalten.

So richtig viel los war leider nicht, warum ich dann auch die Chance nutze um mit Schröder und Kolbi den Heimweg anzutreten. Die waren zum Glück beide mit dem Auto da und so konnten Porno und Hüfte und Tobi und ich mit fahren. Tobi und ich fuhren also mit Kolbi nach Hause. In Westerode kam dann die Kelle unserer freundlichen Polizisten und kontrollierten Kolbi zum zweiten Mal. Also manchmal müßen die echt ganz schön viel Zeit haben. Kolben ist aber ein verantwortungsbewusster Fahrer und hat keinen Alkohol getrunken.

Auf dem Heimweg konnte ich dann einen Randale-Anschlag vor Kais Haus dokumentieren. Dort hatten üble Vandalen Baustellenschilder umgekippt. Manche Leute sind halt nur froh wenn sie zerstören können. Ich könnte jetzt ja mal Vermutungen aufstellen, aber das würde zu weit führen. Außerdem würden es ja immer nur Vermutungen bleiben.

Samstag, kein Wecker klingelte und trotzdem wachte ich früh auf. Warum nur? Mein Kopf hatte mittlerweile die Abmaße von Schliesweg-Holstein angenommen. Ein hämmernder Schmerz arbeitete sich langsam vom Nacken in meinen Kopf vor. ER wanderte nicht, denn das Epizentrum des Schmerzes saß im Nacken und sandte nur Schmerzimpulse in Richtung Hirnlappen aus. Da konnte ich dann auch aufstehen und probieren etwas zu essen. Anfangs war es eine gute Idee, denn die Nahrung in meinem Magen lenkte ein wenig vom Schmerz in meinem Kopf ab. Doch dann überlegte sich mein Magen, das wohl feste Nahrung nicht so ganz das richtige war und sandte von nun an Schmerzsignale aus. Auf einer mentalen Liste legte ich fest, das ich nie wieder Whiskey trinken werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das ich hier standhaft bleiben werde.Gegen Abend haben sich die Kopfschmerzen nicht ganz verflüchtigt, aber ich konnte mir sicher sein, das ich nach dem ersten Bier keine Probleme mehr haben werde. Bleibt nun noch auf das erste Bier zu warten. Aber das sollte nicht lange dauern. Um 1900 Uhr fand ich mich bei Holger ein und zusammen mit einem Großteil des Elferrates nahmen wir den Weg zum Schützenhaus auf uns. Denn der Michael S., im Folgenden nur noch M7 genannt, feierte seinen 40sten Geburtstag. Schaute man sich die Gästeliste an, konnte man davon ausgehen, das es eine recht spaßige Angelegenheit werden könnte. Das erste Highlight kam ja schon, bevor die Party überhaupt angefangen hat. Kai sollte nämlich das Geschenk der Feuerwehr besorgen. Und nun standen Holger und Friede da und fragten sich wo denn der liebe Kai das Geschenk gelassen hat? Ganz einfach, bei der Konfrontation mit den Beiden ist ihm spontan eingefallen, das er das Geschenk ja besorgen sollte und es nun vergessen hat. Geht es eigentlich noch ein wenig peinlicher. Ich denke nicht. Aber nun ließ sich daran nichts mehr ändern. Ich war so froh, das ich so eingeladen war und ein eigenes Geschenk dabei hatte.

Nachdem dann die obligatorische Begrüßung vorbei war konnte man sich endlich den schönen Sachen widmen. In diesem Falle wäre es der exzessive Bierkonsum. Um den Begrüßungssekt habe ich mich geschickt drum herum geschlichen und konnte so dem Bier freie Fahrt lassen. Zu meiner Überraschung mußte ich feststellen, das diesmal nicht bekannte Gesichter aus dem Dorf die Bedienung übernahmen, sondern die vier bekannten Gesichter vom Schützenfest. Die waren es ja eh schon gewohnt vollstramme Westeröder alles vor den Arsch zu tragen zu bedienen. Und an der Theke ging es sogar noch schneller. Doch an der Theke kann man ja später noch genügend umher stehen und literweise Bier in sich rein kippen. Auf gings um den Platz zu sichern.

Da saß ich nun. Eingekesselt. Links von mir saß Friede, gegenüber Holger (schon wieder) und rechts neben mit Görtler. Und Friede hat schon angekündigt, daß er großen Appetit hat. Sowohl auf Bier als auch auf etwas zu essen. Allein schon die Androhung das er großen Durst hatte ließ mich schaudern. Denn das hieß das es wieder ein gemeiner Abend werden würde. Der Biernachschub lief jedenfalls problemlos. Und falls es mal etwas länger dauern sollte, dann ging der Friede einfach mal auf die Toilette und brachte auf dem Rückweg vier gekühlte Bier mit. Da konnte es schon mal vorkommen, das man dann zwei Gerstenkaltschalen vor sich stehen hatte. Manchmal muß man echt Angst haben. Ich wußte ja nicht was Friede vor hatte. Vielleicht mußte er früh wieder nach Hause oder er wollte mich betrunken machen um mich dann früh nach Hause zu schicken. Das machte aber auch kein Sinn, denn die Anderen wurden auch jedes Mal mit Getränken versorgt. Wenn dieses Tempo jedoch anhält, dann gebe ich dem Abend keine guten Verlauf. Zum Glück wurde nun das Buffet eröffnet und man konnte der Trinkfalle für wenige Minuten entkommen. Doch wenn man zurück an den Platz kommt, wartet schon das nächste Bier auf einen. Das essen war wie gewohnt sehr lecker. Auch wenn ich mich eher an den Fleisch-Teil der angerichteten Speisen halte. Ich lebe frei nach dem Motto: ”Fleisch ist mein Gemüse!“. Holger machte unterdessen recht seltsame Sachen mit seinem Würstchen. Holla, wer lacht da? Ich meinte natürlich das Schinkenwürstchen von dem Buffet. Irgendwie hat er es hin bekommen, das es in die Laugenstange passt. Zugegeben, es sah recht lecker aus. Aber ich mußte erstmal auf den Verdauungsschnaps warten. Ich hätte nie gedacht, das ich so etwas einmal sagen würde. Aber dieser Schnaps kam wie gerufen. Gott sei Dank gab es nicht nur Löwentor, sondern auch den einen oder anderen Bismarck. Also rein mit der ersten Runde. Nur um dann auf dem Rückweg der Bedienung die zweite Runde einzukassieren. Einer scheint wohl nicht zu reichen. Und auch diesmal war ich nicht derjenige, der die zweite Runde organisierte. Seltsamerweise war es wieder der Holger. Aber er hatte diesmal seine Frau Kerstin mitgebracht, was für mich zum Guten war, denn so konnte er anschließend nicht die Schuld wieder auf mich schieben, das er so stramm war.
Die Uhr ist mittlerweile schon auf 2230 Uhr vorgerückt und ich entschied mich zu einem folgenschweren Schritt. Meine Stunde des Umstiegs wurde eine halbe Stunde nach vorne geschoben. Ich orderte den ersten Havana Club Cola. Wusste ich was ich da tat? Ich denke nicht. Aber ich war des Biers überdrüssig, außerdem machte Friede schon die ganze Zeit Anstalten die Party früh zu verlassen. Und da ich wusste das er einen Havana nicht abschlagen kann, sprang ich über meine guten Vorsätze und gab ihm beim Überflug noch einen kleinen Tritt. Der Havana schmeckte, nebenbei bemerkt köstlich. Da ich ja nun eine ganze Woche lang seit längerer Zeit keinen Havana Club mehr genießen konnte, ließ ich ihn langsam meine Kehle hinunter gleiten damit ich alle Geschmacksknospen gleichzeitig stimuliere. Wem will ich denn hier was vormachen. Höchstens den frisch zugestiegenen Lesern, wenn es die überhaupt gibt. Ich habe die erste Mischung in zügigen Schlucken dem Rest meines Mageninhaltes zugefügt. Damit die vorsorglich bestellte nächste Runde auch nicht zu warm wird auf dem Tisch. Und man gut das ich es so anging. Denn nach einem spontanen Toilettengang mußte ich feststellen, das ich Friede plötzlich auf dem Heimweg vorbereitete. Schnell organisierte ich eine weiter Mischung an der Theke und konnte ihn so noch ein kleines Weilchen halten. Doch dann wollte er los. Doch ich war nicht alleine. Wie ein eingespieltes Team warteten Schocker und Schmierpopel an der Tür um Friede abzufangen. Und an den Beiden ist wirklich nicht leicht vorbei zu kommen-. Da half dann nur noch den Wegzoll von einem Bier und einem Löwentor zu vernichten. Alle Überredungskunst half aber nichts, Friede ging nach Hause.

Und ich stand ohne es zu wollen an der Theke. Ohne zu wollen ist vielleicht falsch ausgedrückt. Nicht geplant, das trifft schon eher zu. Aber wenn ich schon mal an der Theke bin dann könnte ich da ja auch bleiben. Hier gab es was zu trinken und nett anzusehende Bedienungen. Gut Negativ ins Gewicht fallen natürlich die Anwesenheit von Schmieri und Schocker, aber das Über nimmt man dann halt in Kauf. Nein, mit den Beiden kann man ja ganz gut trinken. Auch wenn es beim Schmierpopel nicht trinken heißen darf. Er inhaliert eher den Glasinhalt inklusive drei Kubikmeter Luft, die dummerweise neben dem Glas ist. Nun muß aber diese Luft den Körper auf irgendeine Art und Weise wieder verlassen. Der schnellste Weg ist dann durch die Öffnung, durch die sei gekommen ist. In Fachkreisen wird das dann auch ein sehr ekelerregender Rülpser genannt. Und darin ist Schmierpopel ungeschlagener Meister. Bei einem solchen Versuch hatte ich dummerweise gerade meine Kamera laufen und dachte schon das sie nun Schrott ist. Aber sie hat die Lärmbelästigung schadlos überstanden. Auf die Dauer kann es aber nicht gut sein.

Der Abend ging weiter und sporadisch wurde sich wieder an die Tische gesetzt. Doch der Wahre Kern der Gravitation befand sich an der Theke. Ich vermute ja das dort irgendwelche Lockstoffe versprüht wurden, damit das gesamte Klientel an die Theke kommt um die Wege für die Bedienungen zu minimieren. Aber vielleicht war es auch das verschüttete Bier oder der Havana, der meistens offen herum stand. Ich stand also mit Nollau an der Theke und er wollte mich erstmal in die Kunst des Interetdatings einweihen. Aber bei solchen Sachen bin ich ja immer ein wenig suspekt und hörte mir die ganze Geschichte erstmal an. Im Nachhinein kann ich aber festlegen, das so was nichts für mich ist. Gut, in diversen Foren bin ich auch zur Genüge unterwegs, aber keins was nun explizit auf Singles zugeschnitten ist. Eigentlich hätte ich die Lunte riechen müssen, als Nollau mit dem Interntdating anfing. Es dauerte nicht lange, da hatten wir die x-te Mischung vernichtet und er fragte mich wie ich denn die Ramona, eine der Bedienungen, finden würde. Normalerweise gehen in einem solchen Moment sämtliche Alarmglocken an. Doch in meinen stark leicht angeheitertem Zustand antwortete ich wahrheitsgemäß und sagte das sie ganz hübsch wäre. Als sie dann das nächste Mal unsere Position passierte fragte er sich nach ihrem Alter, denn rein zufällig kannte er sie irgendwoher. Ein schriller Klingelton riß mich aus meinem Havana Club Tran und ich war hellwach. Was geht hier vor. Sekunden später stellte er mich ihr vor und ich war verwirrt. Eben noch konnte ich mich in Ruhe auf mein Getränk konzentrieren und im nächsten Moment war ich in größter Gefahr. So was kann man mit mir nicht machen, da können empfindliche System beschädigt werden. Total überrascht stammelte ich wirres Zeug bekam ich nur eine kurze Begrüßungsformel raus und hielt mich mal wieder an meinem Glas fest. Ich mußte nämlich feststellen, das der Punkt des gefahrfreien Sprechens schon längst überschritten war. Insgeheim hoffte ich das sie mein eines leicht zugekniffenes Auge nicht bemerkte, aber sonst wäre es mir schwer gefallen mich auf einen Punkt zu konzentrieren. Zumindestens lief sie nicht schreiend weg, wie ich es erst angenommen hatte. Sie lächelte und hörte sich sogar ein oder zwei Sätze von mir an. Welche das waren entzieht sich aber leider meiner Erinnerungen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das ich kein neues Getränk bestellt habe. Denn ich hatte noch eins in der Hand, welches aber rapide an Substanz abnahm. Da sie nun aber nicht den gesamten Abend bei uns stehen konnte, da sie ja Geld für das bedienen bekam machte sie sich wieder an die Arbeit. Innerlich bedankte ich mich bei Nollau für diesen Moment größter Peinlichkeit, doch äußerlich ließ ich mir nichts anmerken. Ich startete ein kleines Ablenkungsmanöver in dem ich Nollau auf ein Einhorn hinwies, welches vor dem Panorama-Fenster des Schützenhauses hin- und herlief und machte mich in einem Moment der Unaufmerksamkeit aus dem Staub. Ich weiß ja das er es nur gut gemeint hat, aber ich war irgendwie überrumpelt worden. Aber ich glaube auch nicht das etwas anderes dabei heraus gekommen wäre, wenn ich darauf vorbereitet gewesen wäre. Im Gegenteil das wäre wahrscheinlich noch schlimmer geworden.

Nachdem ich meine Fassung unter Zuhilfenahme von mehreren einem halben Havana Club wieder gewonnen habe, begab ich mich wieder an die Theke. Mittlerweile waren auch Kalle und Manuela und Gaudo (Mit-Trötenbeauftragter vom Elferrat) und Nicole aufgeschlagen. Die Glücklichen waren in Hannover beim Genesis-Konzert gewesen. Aber sie waren früh wieder da und auf Nachfragen bekam ich zur Auskunft, das Pille Kopp früh auf der Bühne war und somit auch wieder früh wieder runter ging. Ich konnte mir ein kleines Kommentar über das fortgeschrittene Alter der Band und der Fans leider nicht verkneifen. Aber ich war mir sicher, das früher bei Genesis es länger ging. Genesis ist halt nicht ACDC! Machen aber trotzdem gute Musik. Nun ja, der Schmierige fuhr in der Zwischenzeit auch das Hardcore-Programm. Er trank Mischungen und dazu gab es Schnäpse. Hand-Mund-Auge-Koordination lief dann aber nicht mehr ganz so synchron und einer der Roten, die er trinken wollte landete direkt auf seinem weißen Hemd. Oder aber er hat es extra gemacht, damit er den Schnaps nicht trinken mußte. Ich traue ihm alles zu. Da ich aus Fehlern anderer lernte nahm ich immer Reiß aus, wenn jemand mit einem Schnaps auf mich zu kam. Zu 72% funktionierte das auch ganz gut. Und die Male wo es nicht geklappt hat, habe ich dann das Zeug irgendwie hinunter bekommen. Natürlich inklusive hervorragender Gesichtsverrenkungen.

Das Tempo an der Theke wurde nun immens angezogen. Allerdings hielt ich mich vom Bier fern, da ich ja eh sehr früh auf den Mischungszug umgestiegen bin. War auch ganz gut so, denn Havana Club war eine wahre Wohltat für meine Geschmacksknospen. Außerdem veränderte es meine Umwelt auf eine angenehme Weise. Bis dann das unvermeidliche kam. Schmieri wollte wieder das Gesicht seiner Frau essen. Nicht das ich jetzt falsch verstanden werde. Er sagt zwar, das es ein ganz normaler Kuss sei, aber für mich sieht das immer noch so aus, als würde er versuchen das kompeltte Gesciht in seinen Mund zu bekommen. Nicht umsonst hat er den Titel ”Der Gesichtsesser vom Natheplan“ bekommen. Ich weiß gar nicht wer ihn damals geprägt hat… Unter anzüglichen Kommentaren der Gästeschar, allen vorweg Kalle S. der Schmieri aufforderte doch auf die Kehle zu gehen, machte er seinem Namen alle Ehre. Danach waren allerdings seine Reserven verbraucht und er sackte auf einer Bank neben dem Ausgang zusammen. Man hörte nur noch ab und an ein gelalltes ”Schnuffi“ aus dieser Richtung und den Wunsch endlich nach Hause zu können. Aber Schnuffi bleib hart und ermahnte ihn zu Geduld. Es wäre allerdings ein leichteres unterfangen einem Backstein das Sprechen bei zu bringen, als den Schmierigen zur Geduld zu bewegen. So ging das Gemaule weiter von der Bank und Schnuffi bleib weiterhin hart. Bis dann die Situation eskalierte und ein Oberstrammsack, lallend den Schlüssel zur Residenz Schmierpopel verlangte. Anja zeigte wahre Stärke und rückte keinen Schlüssel raus. Dann naselte Schmieri noch was und verließ das Schützenhaus. Linguistische Fachkräfte konnten aus den Sprachfetzen raus hören, das er nun wohl vor hatte (O-Ton) ”die Tür einzulatschen“! Seinem Gesichtsausdruck nach meinte er es ernst. Schnuffi bleib allerdings ruhig und lies ihn von dannen ziehen. Vor meinem inneren Auge zogen schon die Schlagzeilen in großen Lettern vorüber: ”Verrückter tritt Tür samt Rahmen durch zwei Innen- und eine Außenwand! Hässlicher Unbekannter tritt Haustür im Natheplan ein und ließ danach einen unglaublich lauten und ekeligen Rülpser los“

Schmierpopel machte also den Anfang des Aufbruchs. Und es wurde auch Zeit. Ich hielt mich ganz an den Rat meiner Mutter: Trink nicht so viel!“ ”Komm nach Hause wenn es noch hell ist!“ Ein kurzer Blick nach draußen ließ schon wieder die ersten Sonnenstrahlen erahnen. Es wurde also Zeit. Als ich mir die letzte Mischung machen wollte, gingen auch die Lichter aus. Mich störte das weniger, aber M7 rief dann zum Aufbruch auf. Er bot mir an, die Mischung noch mit auf den Heimweg zu nehmen. Aber so eisenhart bin ich dann auch nicht, ich habe sie gleich an Ort und Stelle auf Ex getrunken. Komischerweise klappte das ganz gut. Kalle dachte sich es wäre eine gute Idee nochmal beim Nachtangeln vorbei zu gucken und bog schnell mal zum Angelteich ab. Die Verrückten haben die ganze Nacht geangelt. Und wir haben die ganze Nach gesoffen. Es gibt schon komische Leute in Westerode. Gaudo hatte ja noch seinen Reisekoffer dabei, aus welchen Gründen auch immer. Er hat sie mir zwar erzählt, aber ich habe sie schon wieder vergessen. Schließlich lag eine recht kurze Nacht vor mir, dämmerte doch schon der Morgen.

Der Sonntag bestand zum größten Teil aus Pfarrfest. Dort hatte ich mich idiotischerweise für die Grillbude gemeldet. Die Feuerwehr hatte die mittlere Schicht abbekommen und dafür war ich echt dankbar, denn es war nichts los. Zum Glück, denn mein Magen hatte noch Probleme das Mittagessen zu verdauen.

Zum Abschluß noch ein paar Veranstaltungstips. Am Donnerstag ist Blut spenden in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt. Es werden zwar keine weltlichen Zahlungsmittel ausgezahlt, aber nach dem Blutspenden gibt es lecker was zu essen. Ingo und ich werden auf jeden Fall zum Aderlaß gehen in der Hoffnung auf leicht bekleidete Schwestern und bestimmte junge Damen und wir würden uns freuen das eine oder andere Gesicht dort zu sehen. Blut spenden macht in der Gruppe noch mehr Spaß und vor allem kann man sich durch Scheiße labern von den ungeheuren Schmerzen von dem kleinen Piekser ablenken. Wer also Bock hat der kommt am Donnerstag gegen 1800/1830 Uhr zur Astrid-Lindgren-Schule und ab geht der Punk.
Zweiter Tip verweist auf den Samstag. Dort findet nämlich ein Cliquen-Fußball-Turnier auf dem Sportplatz statt und wir werden natürlich mit dem Haribo-Club daran teil nehmen. Wenn es ganz schlecht läuft dann werde ich auch eingesetzt. Ich will es mal nicht hoffen, aber man weiß ja nie. Mein Trikot ist jedenfalls bei der Auslieferung irgendwie eingelaufen.


Vereinsmeierei

21/06/2007

Die Wochen rasen einfach so ins Land und man bekommt nur noch die Hälfte mit. Dabei liegt das jetzt nicht daran, das ich die Hälfte der Woche blau bin, sondern das einfach so viel zu tun ist. Letzte Woche war kompletter Streß. Ist eigentlich schon mal Jemandem aufgefallen, das verkürzte Wochen, also Wochen mit Feiertagen einem um einiges Länger vorkommen, als normale Wochen? Das wäre ja eigentlich mal eine Rechereche wert. Falls Jemand mal die Zeit aufbringen könnte. Wie gesagt, der Freitag startet mit einem Wandertag in der Firma. Jedenfalls für die Anderen, da ich aber Termindruck habe, blieb ich länger in der Firma und stieß dann später zu der Truppe. Nämlich dann, als sie schon das Ziel der Wanderung erreicht hatten. Das hat jetzt aber nichts mit Faulheit zu tun, sondern allein mit der Tatsache, das ich so viel zu tun hatte. Aber ich war nun auch nicht besonders böse darum, das ich nicht mit wandern konnte.
Mein Aufenthalt bei der anschließenden Grillfeier war aber auch nur begrenzt, da ich Später noch zur Delegiertenversammlung der Feuerwehr mußte. Aber für zwei leckere Bierchen und zwei Steaks hat es allemal gereicht. Es fällt aber auch verdammt schwer sich zurück zu halten. Fast alle Anwesenden haben sich schön Bier rein geknallt und ich mußte mich zusammen reißen, da ich ja noch mit meinem Auto zurück nach Hause mußte. Daher war es wohl auch ganz gut, das ich ein wenig früher die Zelte abbrach. Vor allem hatte ich ja die Aussicht auf weiteren Biergenuß, wenn ich erstmal bei der Versammlung bin.
Bei der Versammlung war natürlich Uniformzwang. Toll, es waren ja auch nur 38°C im Schatten, da zieht man ja gerne noch eine dicke Uniform-Jacke über, damit man wenigstens richtig schwitzt. Da ich aber Angst hatte meinen Flüssigkeitshaushalt durcheinander zu bringen, versorgte ich mich selber erstmal mit einem Weizen, bevor die Fahrt nach Wollerhausen los ging. Die Anderen guckten zwar ein wenig seltsam, aber wir hatten ja immer noch genügend Zeit. Also rein mit dem Weizen und ab ging die Fahrt nach Wollershausen. Dort angekommen, begrüßte man erstmal die bekannten Feuerwehrleute und suchte sich dann erstmal einen Platz. Sylvia hatte schon zugeschlagen und uns weit vorne einen Platz gesichert. Als erfahrener Versammlungen-Besucher weiß ich allerdings das man weit vorne schnell unangenehm auffallen kann. Einmal durch den erhöhten Bierkonsum, der fast automatisch bei Versammlungen ist und dann durch ein erhöhtes Maß an Scheiße labern , welches Hand in Hand geht mit dem erhöhten Bierkonsum. Nach kurzer Absprache verlegten wir unseren Platz also an das Ende der Tafel. Weiter weg von den Sprechern.

Da wir nun den sicheren Platz hatten kam die Zeit wo man den Blick ein wenig wandern lassen konnte. Und es dauerte auch nicht lange, bis meine Augen die Duderstädter entdeckt haben. Da blieb mir wohl nichts anderes über, als Gepetto, Akki und den Oppermann zu begrüßen. Ich habe es zwar ungern getan, aber irgendwer mußte es ja tun. Und ich war neidisch. Die Strategen haben sich nämlich den taktisch besten Platz bei einer Feuerwehrversammlung gesucht. Direkt an der Theke. Kurze Dienstwege und an bekam immer sein Bier auf schnellstem Wege serviert. Verdammt, warum waren wir auch so spät da.

Die Versammlung war spannend wie immer, Das heißt wenn man das Paarungsritual von Weinbergschnecken spannend findet, dann findet man auch die Delegiertenversammlung spannend. Besonders spannend ist die ganze Geschichte auch noch wenn man als Jugendfeuerwehrwart dort teilnehmen muß, aber nicht stimmberechtigt ist. Wenn ich mir das alles anhören soll, dann soll mir das Jemand als mp3 besorgen, dann höre ich mir das im Auto an. Da kann ich wenigstens bei Schlafen. Es wurde viel referiert, Berichte abgegeben und vor allem Blödsinn erzählt. Vor allem mit dem Kreisbrandmister ging ich so gar nicht konform. Er war der Meinung ein wenig über die Jugendfeuerwehrwarte herzu ziehen und das geht mir dann ja schon ein wenig gegen den Strich. Man reißt sich den Hintern auf, für den Nachwuchs und dafür darf man sich dann auch noch von höchster Stelle von Leuten die meinen sie hätten Ahnung anpflaumen lassen. Und es lag definitiv nicht an meiner Bierlaune, das ich ein wenig streitsuchend war. Wenn jemand meint über Sachen sich zu muckieren, von denen er keine Ahnung hat, dann brodelt es in mir. Es gibt da einen schönen Spruch, der von Dieter Nuhr geprägt wurde: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Ich schnappte mir den Kreisbrandmeister nach dem offiziellen Ende und erzählte ihm meine Meinung. Das Schlimme war das er es überhaupt nicht einsah und meinte er wäre im Recht und er müsse die Jugendwarte auf einer so öffentlichen Veranstaltung denunzieren. Freunde hat er sich damit sicherlich keine gemacht. Zum Glück gab es Bier und ich konnte mich relativ schnell wieder beruhigen.

Auf dem Heimweg wurde dann flugs der Plan für den weiteren Abend ausgearbeitet. Es war Schützendisco in Hilkerode und Matze wurde den ganzen Tag über schon von Niko malträtiert, das wir doch vorbei kommen sollen. Kurzer Hand wurde beschlossen, das wir dort noch aufschlagen würden. Das stellte den Schnitzel Natürlich vor ein logistisches Problem-. Wir hatten alle noch Feuerwehrklamotten an und mußten uns noch umziehen. Nach einer kurzen Absprache ging der Plan auf. Ich wurde zu Hause abgesetzt und war der Meinung ich hätte ein wenig Zeit. Pustekuchen, noch bevor ich mich von dem Strick um meinem Hals meinem Schlips befreit hatte stand das Feuerwehrauto auch schon startbereit vor der Haustür. Nun hieß es Hackengas geben. Nachdem dann die Runde komplett war, ging es zurück ins Feuerwehrhaus, wo gerade noch Zeit für ein weiteres Bier bleib. Die Angst war zurück gekehrt. Die Angst urplötzlich nüchtern zu werden. Das Bier wurde natürlich gerade so nicht geschafft und ab ging es nach Hilkerode. Erwähnte ich schon das es in Strömen goß und die Party teilweise auch draußen statt finden sollte. Juchu! Aber wir hatten Glück und es war nicht so gerappelt voll, so das wir drinnen noch ohne Probleme unter kommen konnten.

Der erste Gang sollte eigentlich zur Theke gehen, aber da wollte man seltsame Marken haben. Also ging es wieder zurück und zur Markenkasse. Das ist dann doch schon sehr nervig. Gut, wir machen das in Westerode bei den Vereinen nicht anders, aber wenn man bei anderen Vereinen auf den Festen ist, dann muß man alle Marken ausgeben. Denn man will ja kein Geld verschenken. Und dann kommt man zur Marken-Kasse und trifft den Josef, seines Zeichens Bruder vom Schmierigen und Matten und Pornos Onkel. Denn der Porno durfte ja nicht fehlen. Allerdings hätte Porno auch gleich zu Hause bleiben können, denn er hatte sich wohlweislich vorher zu Hause mit den Wüstefelds anderthalb Flaschen Wodka rein gehauen. Und so sah er auch aus. Die Klüsen konnte man mit einem Kantholz abschlagen. Schade nur, das nie eins zur Stelle ist, wenn man mal eins benötigt. Und das erste was also der Porno gemacht hat, als er sich die Marken organisiert hat, war zur Theke zu strukeln und sich eine weiter Mischung Wodka Red Bull rein zu ziehen. Gut, ich hätte es nicht anders gemacht, aber ich war ja noch beim Bier. Der Vorteil hier war, das man schneller bedient wurde. Der trinkende Anteil der Anwesenden war dann schon auf dem Mischungszug. Mir war es nur recht, denn so konnte ich ohne große Wartezeiten meinen Gaumen befeuchtet halten.

Wenn man in Hilkerode unterwegs ist, dann kann man es keinesfalls vermeiden, die Kollegen von der Leistungsspangen-Truppe zu treffen. So war dann auch der erste Satz den mir Rogge entgegen schleuderte die Frage nach einem weiteren Abschlußfeier der Leistungsspange. Wie immer mußte ich erwidern, das er in Planung war. Was jetzt so direkt keine Lüge war, aber man bekommt einfach keinen Termin mehr unter in einem überfüllten Plan. Es ist ja auch jedes Wochenende etwas anderes los. Martina und Niko reihten sich auch gleich in die Reihe der Fragenden ein. Zum Glück hatte ich Regin zur Seite, den ich einfach mal vor schob, aber er keine Ahnung hatte, was einen recht lustigen Gesichtsausdruck auf sein Gesicht zauberte. Dafür besorgte ich ihm einen Jugendfeuerwehrmann für den Wettkampf am Folgetag. Ich sagte einfach, das Niko darauf brannte nochmal beim Stadtwettkampf mit zu machen. Das fand Regin ganz gut und teilte ihm gleich mit, das er am nächsten Tag um 0700 Uhr bereit sein sollte. Niko machte daraufhin nicht so einen begeisterten Eindruck. Aber Kinder die was wollen kriegen was auf die Bollen.

Der Abend raste dahin und ich entschied mich zu dem entscheidenden Schritt auf Mischungen umzusteigen. In erster Linie hatte ich ein kleines Markenproblem. Denn ich hatte einfach zu viele. Und das Bier rundete nicht mehr so recht. Da unser Standort recht zentral zu beiden Theken lag wurde mir die Wahl noch leichter gemacht. Als ich dann an der Mischungstheke angelangt war, bestätigte sich meine Entscheidung, denn ich kannte eine der Bedienungen noch aus der Schulzeit. Und sie kannte noch meine Vorliebe für starke normale Mischungen und zauberte mir gleich Bacardi Cola ins Glas. Es zahlt sich doch aus überall Jemanden zu kennen. Als ich die Mischung probierte, wurde mir klar, das sie mich sogar recht gut kannte.

Zurück bei den Anderen kam ich mir vor, wie bei dem Beginn einer langen Reise. Tobi und Porno befanden sich schon um ungefähr fünf Level über mir. Soll bedeuten, das ihr Zustand ab jetzt der Maßstab ist. Aber ich werde ihn wohl nicht mehr erreichen. Tobi versuchte auch noch irgendwie zu tanzen. Jedenfalls stützte er sich beim umherstrukeln auf der Tanzfläche auf eine junge Dame ab. Von Weitem sah es schon aus wie Tanzen, aber vielleicht wollte die junge Dame den Tobi auch einfach nur wieder abwerfen. Wir werden es nie erfahren, denn Tobi wird sich an diesen Zwischenfall mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr erinnern. Porno hingegen arbeitete an seiner theoretischen Prüfung zum Lanz-Bulldog-Fahrer. Das lasse ich jetzt einfach mal in den Raum gestellt, denn mein selber auferlegter Codex zum erstellen von Logbucheinträgen verhindert das ich hier ins Detail gehe.

Man wisse an dieser Stelle, das ich am Samstag einen Jugendfeuerwehrwettkampf hatte. Nun ja, ich mußte jedenfalls die Kinder nach Obernfeld fahren, damit sie den Wettkampf durchführen. Und jedes Mal habe ich das Gefühl, das ich nervöser bin als die ganze Gruppe zusammen. Aber das Wichtigste ist, das ich früh aufstehen muß. Daher sollte ich auch früh nach Hause gehen. Gesagt getan. Die Abfuhr der ersten Gruppe verpasste ich knapp und somit verbrachte ich noch ein Weilchen mit Julia, Patrick, Daniela, Tobi (der davon auch nichts mehr weiß), Philip und Johanna. Doch die zweite Abfuhr in Richtung Westerode durfte nicht verpasst werden. Das größte Problem ist es ja die ganzen Betrunkenen wieder zusammen zu bekommen, damit man keinen vergisst. Heutiges Problemkind war Tobi. Porno diesmal weniger, da er Hüfte hinterher trottete. Aber Tobi hatte seltsamerweise die Orientierung verloren und ging zu dem Punkt zurück an den er sich am meisten erinnerte. Die Theke. Von dort beförderte ich ihn mit Stößen an den richtigen Stellen zum Taxi. Und das ist ein kleiner Weg vom Schützenhaus Hilkerode bis zur Hauptstraße. Die Taxifahrt verlief aber ohne große Zwischenfälle. Und nach dem Aussteigen löste sich die Gruppe schnell auf. Jedenfalls Teile der Gruppe. Sobald ich das Taxi verließ schnappte mich Patrick am Arm und zog mich zu seiner und Julias Wohnung. Erst weigerte ich mich ein bisschen verbissen, doch als dann das Wort Hefe-Weizen fiel, ließ sich mein Körper treiben. Bevor ich in den versprochenen Genuß kam inspizierte ich noch die Hamster von Patrick und Julia, die geworfen hatten. Schon wieder. Ich glaube es waren nun 16 Hamster. Patrick hat mir auch eine Zahl gesagt, aber die Aufnahmefähigkeit meines Gehirns war zu dem Zeitpunkt sehr eingeschränkt. Ein paar hatten jedenfalls schon Haare und ein paar sahen aus wie fleischfarbene Flips mit winzigen Gnubbeln. Patrick wusste nicht so recht was er mit den ganzen Viechern machen sollte. Ich bot an unsere Katze mal vorbei zu schicken, aber der Vorschlag fand wenig Anklang. Daniela schloß sich uns auch noch an und wir warteten voll Vorfreude in der Küche. Das war jedenfalls bei mir der Fall, denn es wurde ja ein Hefe in Aussicht gestellt. Der Schock folgte stehenden Fußes. Denn was mir Patrick da vorsetzte war zwar von Schöfferhöfer, doch war kein Weizen sondern Weizen mit Grapefruitsaft. Ich würde jetzt hier gerne nieder schreiben, das ich nichts davon getrunken habe. Aber ich war besoffen und war neugierig. Also probierte ich es. Ich schäme mich so. Es war …. Wie beschreibe ich es nur? Es war nicht gut. Meine Geschmacksnerven drohten mit Suizid und ich konnte sie verstehen. Da würden sie jederzeit eine ganze Flasche Tabasco vorziehen aber nie wieder dieses ”Getränk“. Wenn es den Namen überhaupt verdient.

Als ich dann den Weg nach Hause antrat wurde es schon hell und meine Uhr lügte irgendwas von 0500 Uhr irgendwas. Absolute Frechheit was die Uhren heutzutage für Zeiten anzeigen. Das würde ja bedeuten, das ich weniger als sechs Stunden Schlaf über hatte. Und als der Wecker klingelte war es tatsächlich so. Doch trotz der Unmengen an verschiedenen Getränken die ich mir zugeführt hatte ging es mir überraschend gut. Der Jugendfeuerwehrwettkampf konnte kommen.
Der Wettkampf lief recht problemlos ab, zu meiner eigenen Überraschung. Die Jugendlichen haben sich richtig angestrengt und waren konzentriert bei der Sache. Trotzdem hat es dann nur für einen dritten Platz gereicht. Wobei ich hier hinzufügen darf, das wir den zweiten Platz um 0,35 Punkte verpasst haben. Selten habe ich ein knapperes Ergebnis bei der Jugendfeuerwehr gesehen. Da war es verständlich, das ich am liebsten in das Lenkrad des TSF gebissen hätte. Aber ich konnte Doch unser unersetzliches Fahrzeug nicht zerstören. Außerdem benötigte ich mein Gebiß noch dür den weiteren Abend. Denn es stand das Elferratsessen an.

Elferratsessen bedeute soviel, das man sich raus putzen mußte und dann ging man gepflegt essen. Für den Großteil des Elferrates hätte es gereicht, wenn irgendwo ein Grill gestanden hätte und man dort seinen prähistorischen Essgelüsten nachgehen könnte, aber da den Frauen auch mal was Gutes getan werden sollte, wird das Elferratsessen immer im feinen Zwirn und im Restaurant abgehalten. Für mich änderte sich also nur, das ich nun zum Ballern ein Jacket an hatte. Das überraschte wohl auch den Rest des Elferrats inklusive Anhang. Das Essen fand im Restaurant ”Zur schönen Aussicht“ statt, auf dem Pferdeberg. Ganz wichtig, wenn man solche Essen plant, immer Lokalitäten nehmen, die nicht einfach zu Fuß erreicht werden können. Möglichst weit weg und auf jeden Fall eine Taxi-Fahrt wert. Hin fuhr ich mit Kai, Wiebke und Schnitzel. Kais Mutter fuhr uns rüber und Schnitzel und ich können von Glück reden, das Wiebke so ein zartes Reh ist, denn noch Jemand von unserem Kaliber und die C-Klasse wäre die rückwärtigen Türen los geworden. Was sagt uns das, Walters benötigen dringend ein neues Auto. Ich würde spontan mal eine S-Klasse oder einen Transporter vorschlagen. Als wir dann auf dem Pferdeberg angekommen waren durfte ich mir erstmal wieder Bemerkungen über mein Outfit anhören. Also wie man es macht ist es verkehrt. Wäre ich in einem Metallica T-Shirt aufgetaucht, dann würde gesagt, das ja klar sei, das ich so kommen würde. Tauche ich aber im Jacket auf, wird gesagt, das man so was jetzt gar nicht gedacht hätte. Also nächstes Mal komme ich nackt, dann werden wenigstens alle ohnmächtig.

Den getränkemäßigen Start machte erstmal ein Hefe-Weizen. Ich wollte an alte Erfolge anknüpfen und mein Rekord vom vorjährigen Elferratsessen brechen. Das fand ja im Löwen statt und ist leicht ausgeartet. Sowohl Getränketechnisch als auch Rechnungstechnisch. Nachdem dann das erste Hefe zur Hälfte geleert war platze die erste Bombe. Morchel tauchte mit einer neuen Freundin auf. Soso, das hat der alte Spitzlumpi also die ganze Zeit verheimlicht. Aber zum anstarren wundern bleib nicht viel Zeit, denn der Präsident reif zum Platz suchen auf. Meine Platzwahl war denkbar schlecht, denn sie war gegenüber von Schocker. Und irgendetwas tief in mir drin, wusste das dieser Abend böse enden wird. Das Essen war übrigens vorzüglich, auch wenn ich Schocker beim Verschlingen von Eis mit Erdbeeren zusehen mußte. Würde man diese Szene in ein romantisches Ambiente und mit einer schönen Frau versetzten hätte es durchaus das Zeug erotische Fantasien anzuregen. Doch dank dieses Anblicks, der sich jetzt wohl in meine Großhirnrinde eingebrannt hat, werde ich wohl immer bei der Erwähnung von Erdbeeren und Eis einen geschockten Blick bekommen. So als würde es mich an etwas sehr grausames erinnern. Was ja auch der Fall ist.

Mein Plan mit dem neuen Weizenrekord ging nicht so recht auf. Aber das lag nicht an meiner Trinkfaulheit, sondern eher an der Kompetenz der Bedienung, die keine Bestellung zeitgerecht abgeliefert hat. Das tat der Freude an dem Abend ein wenig den Abbruch. Aber ich will mich ja nicht beschweren, denn Schocker meinte es gut mit mir und gab einen Bismarck aus. Der entschädigte ein wenig von dem Eis-Zwischenfall, aber ganz geheilt werde ich davon wohl nie. Da die Preise alles andere als moderat waren, wurde schnell der Entschluß gefasst, das wir so bald wie möglich in die Werkstatt verlegen sollten. Als Alternative bleib ja nicht viel. Das Ambiente konnte man schon länger vergessen und gewisse Leute wollten einfach nicht ins MaxM, also fiel die Wahl auf die Werkstatt. Als einziges Lokal von einem Lokal gezogen zu werden bedarf schon einer großen Portion Glück. Zum Glück waren wir eine recht große Gruppe, so das der Spaß vorprogrammiert war. Sollte man zumindestens annehmen.

Als wir dann endlich aufbrechen wollte kehrte Schmierpopel bestimmt von seinem dritten Toilettengang wieder. Und das war jedes Mal mehr als nur mal eben Wasser lassen. Entweder wollte er zu Hause Wasser sparen oder er hatte einen akuten Darmdurchbruch. Sein Gesicht sprach Bände, als er uns voll aufgerüstet zur Tür schleichen sah. Nach dem üblichen Schmierpopelverhör konnten wir dann los, aber er stellte uns schon in Aussicht, das wir uns noch sehen würde. Gefolgt von einer hässlichen Lache. Das konnte ja heiter werden.

Nachdem wir die Werkstatt betreten hatten wurde ich zumindestens schlagartig nüchtern. Es war nichts los. Und wenn ich nichts schreibe, dann habe ich schon übertrieben. Eberhard flitze alleine hinter der Theke rum und bediente die drei Leute vor der Theke, die wahrscheinlich zu seinem Bekanntenkreis gehörten. Schnitzel, Kai und Wiebke waren zunächst vorsichtig und bestellten sich vorerst Einzel-Mischungen. Doch Schocker und ich mußten gleich wieder in die Vollen greifen und die erste Flasche Havana wurde geordert. Als wir die Bestellung aufgaben, hat sogar Eberhard seltsam geguckt. Dies war der Beginn, eines sehr häßlichen Abends.

Der Havana wurde rein gekippt. Jedenfalls von einer Seite der Sponsoren und das war nicht ich. Schocker schien schnell nach Hause zu wollen, denn er kippte die erste Mischung auf Ex rein. Fassungslos schaute ich ihm zu. Er forderte mich auf es ihm gleich zu tun, aber ich wollte dann doch noch etwas vom Abend mitbekommen und trank in einem normalen Tempo. Naja, nach ca. zehn Minuten hatte ich den Schocker wieder eingeholt und mitterlweile waren auch die Anderen angekommen. Es dauerte auch nicht lange, bis dann die erste Falsche Wodka auf dem tisch stand. Glücklicherweise hatten wir einen Thekenabschintt für uns alleine. War aber auch nicht schwer, da wir alle aussahen als würden wir frisch von der Zuhälterschule kommen.

Als nächstes traten dann Barney und M7 auf. Als erstes bestellten sie exotische Getränke wie Bacardi d’oro. Eigentlich ähnlich dem Havana Club (aber kann ihm nicht das Wasser reichen, meiner bescheidenen Meinung nach). Das war aber für Eberhard zu verwirrend und er brachte Bacardi-O. Missverständnisse waren natürlich vorprogrammiert und Eberhard dampfe unzufrieden wieder ab. Die nächste Bestellung lief dann auf eine Wodka Flasche hinaus. Wobei M7 den Red Bull und Barney Bitter Lemon bevorzugte. Aber man macht ja alles recht. Die Flasche wurde auch zügig geleert und im Anschluß sahen die Beiden nicht mehr ganz so frisch aus. Im Nachhinein wurde natürlich alles auf den erhöhten Weißbierkonsum geschoben. Das man sich aber eine halbe Flasche Wodka rein geknallt hat, wird nur so nebenbei erwähnt.

In der Zwischenzeit sind auch der Rest vom Elferrat in der Werkstatt erschienen. Morchel und Popel hatten sich gefunden und setzen gleich alles daran ihr Geld in Wodka und in sämtlichen Spielen in der Werkstatt anzulegen. Zuerst war das Dartspiel dran, dann kam der Flipper an die Reihe und zu letzt das Billard-Spiel. Von dem weiß ich aber nur vom Hören Sagen, da ich zu dem Zeitpunkt wieder unterwegs war. Natürlich hatten die Beiden auch den Alkohol nicht wieder zurück ins Glas gespuckt und waren schon recht gut drauf. Die Zunge wurde langsam schwer und die Zielfähigkeit ließ langsam nach. Ich war einmal so leichtsinnig und habe mich in die Nähe des Dartspiels gestellte. Falls mal jemand schnell ein Auge verlieren will, dann muß er Schmierpopel nur einen Dartpfeil in die Hand drücken und sich ca. 2m entfernt von ihm aufstellen. Ich gebe der ganzen Geschichte zwei Minuten. Ich wollte natürlich mein Augenlicht noch behalten und entfernte mich schnell vom Ort des Geschehens. Dabei wollte ich nur wissen, ob er wirklich so verrückt war uns beim Bobby-Car-Rennen anzumelden. Ich vermute schon. Verdammt.
Es folgt nun ein Zeitsprung in dem ein Großteil der Elferratsmitglieder die Werkstatt verließen, da sie angeblich zu kaputt waren. Sehr zum Missfallen des Schnitzels. Leider mußte ich ihn auch enttäuschen, da ich noch zu einer Geburtstagsfeier kommen sollte. Manuel hatte nämlich Geburtstag und drohte mir schon, falls ich nicht noch vorbie kommen würde. Die Uhr spielte mittlerweile keine Rolle mehr, da die Flasche Havana schon alle war. Und mit ihrem Inhalt war auch mein Zeitgefühl verschwunden. Ich schnappte mir das nächste Taxi und ließ mich auf den Breitenberg chauffieren. Nach Noltes Beschreibung ging die Party gut ab. Ich erwartete nun das überall nackte Weiber leicht bekleidete Frauen umher liefen und die männlichen Gäste mit alkoholischen Getränke versorgten. Bei meiner Ankunft mußte ich mit Entsetzten feststellen, das es nicht ganz so war. Ich war von der Fahrt noch sehr geschlaucht, da der Taxi-Fahrer wohl den ersten Tag im Eichsfeld war. Kannte er doch die Straße von Noltek nicht. Ich kannte sie auch nicht, aber ich bin ja nun kein Taxi-Fahrer. Erst mein beherztes Nachfragen in der Kneipe in Breitenberg brachte mir Erleuchtung und ich führte den Taxi-Fahrer sicher ans Ziel. In der Kneipe hingen allerdings sehr dubiose Gestalten rum. Ich vermutete spontan, das gleich aus irgendeiner Ecke RTL Exklusiv mit Kamera springt, die mal das fidele Dorfleben aufnehmen wollen. Sehr gruselig.

Nun ja, der Taxi-Fahrer hat schnell die Fluch ergriffen und ich stand dann also in Breitenberg und von den nackte Weiber leicht bekleideten Damen fehlte jede Spur. Ich vermute mal das es wieder eine irreführende Suggestion meines Hirns war und meine Organe sich jetzt wieder alle kaputt lachen würden. Die Begrüßung im Keller war aber recht herzlich, denn es gab Havana. Was ja für mich schon ausreichte. Doch die Cola war aus. Und so trank ich meinen ersten und bestimmt auch meinen letzten Havana Club mit Mezzo-Mix. Eigentlich eine Todsünde, aber es ging nicht anders. Und urplötzlich tauchte wieder Coke Zero auf. Eigentlich das gleiche wie Cola light, bestimmt nur teurer. Die war zwar warm, aber meine Auffassungsgabe war eh schon vor ein paar Stunden zu Bett gegangen. Nolte überraschte mich mit der Feststellung, das ich noch nüchtern sei und goß mir eine extra freundliche Mischung ein. Holger unterhielt mich ein wenig bis er dann ein schlief und sein Glas auf den Boden schmiß. Das Besondere bei Holger ist ja, das er es nie selber war. Er sucht sich in dem Moment immer den aus der am Weitesten von ihm weg sitzt und beschuldigt ihn. Diesmal war es Mario. Das ist jedes Mal ein Highlight.

Ich leerte meine Mischung und mußte feststellen, das ich nun fast eine komplette Faslche in mich entsorgt hatte. Außerdem zeigten große rote Warntafeln im inneren meines Kopfes an, das es Zeit würde den Heimweg anzutreten. Eine Kutsche wurde gerufen und nach einigen verwirrenden Sprachfetzen konnte ich mich mit dem Taxi-Fahrer darauf einigen, das er mich an der Kirche abholte. Da würde ich jedenfalls in Breitenberg noch ohne Probleme hin finden. Als ich dann auf der Mauer saß und versuchte einäugig noch eine SMS zu schreiben kam die Kutsche auch schon vorgefahren. Mein Bett war eine Erlösung.

Doch nicht für lange, denn der Morgen hielt eine Kommando-Sitzung für mich bereit. Die ging allerdings recht schnell vorbei. Aber an ausruhen war nicht zu denken, denn wir trafen uns zum Mittag hin für ein Fußballturnier in Werxhausen. Und diesmal mußte ich auch ran. Das war nämlich nicht der FC sondern der Haribo-Club. Eine Sauf-Hobby-Mannschaft wo ich mitmache. Turnier machen jedenfalls immer viel Spaß. Das größte Problem für mich war das ich nichts trinken konnte, da ich ja Auto fahren mußte und am nächsten Tag wieder früh aus den Federn. So war es zumindestens geplant. Trotz meiner Ambitionen Wasser zu trinken verirrten sich ein oder fünf Bier in meinen Hals. Die konnte ich natürlich nicht austrinken. Es waren aber alles kleine Biere und ich war durchaus in der Lage noch zu fahren. Zwar mit einem schlechten Gewissen, aber da kommt man nicht drum herum. Bei den Spielen konnte ich mich immer gut im Hintergrund halten und so zogen wir sogar in die Halbfinal-Runde ein. Dort schieden wir allerdings aus. Aber ein Team hatten wir in der Vorrunde recht enthusiastisch angefeuert und sie haben uns sogar in die Play-Offs geholfen. Daher baten sie uns noch ein Freundschaft-Spiel zu bestreiten im Anschluß an das Turnier. Hier konnte ich dann nicht mehr weg und mußte dann mit spielen. Nach einer Traumvorlage von Jense gelang mir sogar fast ein Tor. Er ging auf meinen linken Schlappen und ich bin mir nicht mehr so sicher ob ich danach getreten habe oder ob ich ganz normal gelaufen bin. Hätte ich einen Schläger in der Hand und Schlittschuhe am Fuß, dann wäre das Ding drin gewesen. Nach dieser Aktion fühlte sich meine Lunge an als sei sie nur noch ein Brei von organischem Material. Ich schnaufte wie eine Dampflok und beschloß etwas für meine Kondition zu machen. In vier Wochen vielleicht. Außerdem war es unmenschlich warm. Ein weiterer Grund warum ich Eishallen bevorzuge. Da bekommt man nicht so schnell einen Sonnenbrand.

Wir holen also den vierten Platz und grillten im Anschluß noch ein wenig bei Matten. Doch ich war froh, als dieser Abend zu Ende ging. Man gut das ich jetzt eine ganze Arbeitswoche zum Ausruhen habe.


Reservisten-Schießen

13/06/2007

Der erste Freitag in diesem Jahr an dem ich total entspannt war. Der Grund? Fronleichnam. Feiertag im katholischen Eichsfeld. Im ganzen Eichsfeld? Nein, nur im Osten des Eichsfeld und da arbeite ich ja. Es muß ja auch Vorteile haben, wenn man schon in Thüringen arbeitet. Und die zwei zusätzlichen Feiertage im Jahr nimmt man natürlich gerne mit. Natürlich ist man dann am Donnerstag so entspannt vom Kirchgang eingenommen, das man den Freitag unmöglich wieder arbeiten kann und diesen gerne als Brückentag nutzt. Was soll ich auch sonst mit meinen unzähligen Überstunden machen? Verfallen lassen? Von wegen.
Und diesen Freitag war nicht nur normales Ballern angesagt. Nein! Da ging es zurück in die Kaserne. Folgende Geschichte spielte sich ein paar Wochen vorher ab. Friede fragte mich, ob ich Bock hätte mit zum Reservisten-Treffen zu kommen. Dort könnte ich (Achtung O-Ton) ”mir so richtig schön den Schero zu schütten und ein bisschen G36 schießen“. Als meine Ohren diese Information an das Gehirn weiter geleitet hatten, sagte ich sofort zu. Da ich zu dem Zeitpunkt keinen Alkohol getrunken hatte, dauerte die ganze Aktion wenige tausendstel Sekunden. Einer der Dinge die mir bei der Bundeswehr am meisten Spaß gemacht haben, war das Schießen. Nicht umsonst habe ich damals die ATN 300 1086 Zielfernrohrschütze G3 bekommen. Nun gut, um ehrlich zu sein, habe ich sie aus einem Barett gezogen. Aber die Ausbildung hatte ich trotzdem. So freute ich mich also an diesem Freitag auf einen netten und ruhigen Abend in Bad Frankenhausen.

Ich holte Friede also gegen 1430 Uhr ab und mußte erstmal auf ihn warten. Aber das war in Ordnung, da er sonst immer auf mich warten muß. Er erfand irgendwelche fadenscheinigen Ausreden, das er noch so viel auf der Baustelle zu tun gehabt hatte und deswegen so spät dran war, aber ich glaubte ihm kein Wort. Wahrscheinlich war er beim Sonnenbad eingeschlafen und hatte die Zeit verpennt. Die Fahrt nach Bad Frankenhausen verlief ohne Zwischenfälle, da wir Autobahn gefahren sind, konnte ich den guten alten Volvo auf ganze 220 Klamotten hoch jagen. Aber dann war auch Schluß. Schade, eigentlich hatte ich bei der 2,0 l Maschine etwas mehr erwartet, aber das war wohl nicht drin. Der Geräuschpegel im Inneren war jedenfalls mit dem Start eines Hubschraubers vergleichbar. Von der Autobahn runter ging es dann den Kyffhäuser hoch. Ich hasse Kurven und hier erwarteten mich dann gleich 36 Stück. Und was für Kracher. Allesamt enge Kurven und unzählige Organspender Motorradfahrer waren auch noch unterwegs.

Bei der Ankunft in der Kaserne mußten wir natürlich das übliche Prozedere überstehen, das man halt als Zivilist über sich ergehen lassen muß. Ausweise abgeben und Personalien checken. Danach ging es weiter und ich mußte staunen, wie groß doch die Kaserne ist. Da war die Kaserne in Osterode ein Scheißdreck gegen. In Osterode war zwar nur das PzGrenBtl 12 untergebracht und in Bad Frankenhausen sind gleich drei Bataillone bzw. Batterien, da muß das ja ein wenig größer sein. Beeindruckend war das aber schon. Wobei ich jetzt nur die Gebäude gesehen habe und nicht den T-Bereich.

Nachdem wir also die Wache passiert haben ging es weiter in die UHG. Dort trafen wir erstmal auf die Anderen, von denen ich keinen Einzigen kannte. War vielleicht auch besser so, denn die Anwesenden kannten mich auch nicht. Ergo, wussten sie auch nicht was ich für ein übler Trunkenbold bin. Bevor ich mich überhaupt bei jedem vorstellen konnte, kam der Friede auch schon mit zwei schön gekühlten Hefe-Weizen um die Ecke. Natürlich waren sie für den feinen Herrn Friede nicht kalt genug. Er hatte schon die ganze Fahrt über genaselt, das er total durstig ist. Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte an einer Tankstelle angehalten und ihm ein Sechser-Träger raus geholt. Nachdem dann das Weizen mehr oder weniger inhaliert hatten, kamen wir zu dem eigentlichen Höhepunkt des Tages. Jedenfalls für mich. Ballern kann ich jeden anderen Tag auch aber mit dem G36 schießen, kommt nun nicht so oft vor.

Wir begaben uns auf schnellsten Wege zum AGSHP. Leider konnten wir nicht auf die Schießbahn und scharf schießen, aber mit dem Simulator würde mir das total reichen. Simulator habe ich in Osterode nur ein Mal geschossen und das war schon recht nett. Wobei damals noch das G3 als Standard-Gewehr der Bundeswehr aktuell war. Das G36 hatte ich nur mal in der Waffenkammer in der Hand und konnte mal durch das Reflexvisier gucken. Mehr aber auch nicht. Im Simulator wird der Rückstoß recht realistisch mit Hilfe von Luftdruck nachgestellt. Beim G3 kratzte es allemal an der Realität, denn nach einem Nachmittag auf der Schießbahn fühlte sich die Schulter an, als hätte man drei Tage lang Kohle mit der Spitzhacke abgebaut. Im Anschluß kam dann noch eine kleine Runde MG-Schießen, um die Schulter gänzlich zu desjustieren. Beim G36-Simulator, soll der Rückstoß0 schon eher realistisch sein, habe ich mir sagen lassen. Kann ich aber keine Aussage drüber treffen, da es ja meine Premiere war. Ich begab mich also in Stellung und vergaß nicht die Hacken abzuklappen. Was nach der Meinung einiger Ausbilder das wichtigste an der ganzen Stellung war. O-Ton meines Ausbilders: ”Wir wollen ja nicht das der feindliche Scharfschütze einem in Hacken schießt!“ Ja klar, als ob Scharfschützen nichts besseres zu tun haben als auf eine Panzerbesatzung von Panzergrenadieren zu warten und denen dann in die Hacken zu schießen. Jungen Rekruten kann man aber auch alles einreden. Als Zielfeld hatte ich ein Bild von einem Gehöft und in den Fenstern oder hinter Verschlägen tauchten dann feindliche Soldaten auf, die man halt vernichten mußte. Ja, das hört sich hier jetzt rabiat an, aber wir sind beim Bund, verdammt nochmal. Da schießt man halt auf Menschen menschenähnliche Computerfiguren. Der Rückstoß fühlte sich echt an und auch das Zielen mit dem Reflexvisier ging wunderbar von der Hand. Ich glaube mir dem G36 wird jeder zum Scharfschütze. Wenn ich da an die alte Zielvorrichtung beim G3 denke, da ist das hierzu kein Vergleich. Auch mit ZF nicht. Ich bestand sogar die Prüfung, aber das war auch nicht wirklich schwer. Nachdem dann alle geschossen hatten, probierten wir nochmal das Schießen mit der P8 aus. Allerdings gab es hier Null Rückstoß. Die Druckluft wurde wohl nur für den Repetierhub der P8 genutzt. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Nachdem das viel zu kurze Schießen vorbei war (das hätte ich den ganzen Tag machen können), ging es dann wieder zurück in die UHG, wo wir dann erstmal Zimmer bezogen. Natürlich nicht in der UHG, sondern in Gaststuben in einer der Kompaniegebäuden. Mit dem Auto ging es dann hoch zum Gebäude und ich hatte freie Parkplatzwahl. Instinktiv nahm ich gleich den richtigen Parkplatz. Nämlich den vom Battailionskommandeur. Manche Sachen sind einfach Schicksal! Die Stuben waren natürlich die Wucht. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das waren nicht so Sechs-Mann-Stuben, wie ich sie als Mannschaftsdienstgrad kannte. Nein, hier gab es Zwei-Mann-Stuben. Als Feldwebel lebt es sich beim Bund ja doch nicht so schlecht. Friede machte schon Scherze von wegen Stubendurchgang und Dienstplan, da ich ja Mannschaftsdienstgrad war und er ein feiner Oberfeldwebel. Aber ich wies ihn nur drauf hin, das wir ja sehen werden, wer als letztes Lachen bzw. stehen würde. Hefe-Weizen und vielleicht noch Erdgenüsse waren für den Friede eine gefährliche Mischung. Zurück bei den Anderen in der UHG konnte der Baller-Abend dann endlich in die finale Runde gehen.

Der Grill wurde eröffnet und ich entschied mich für die leichte Kost. Also Bratriemen und Salate. War recht lecker, doch wurde mit Leichtigkeit vom Hefe getoppt. Das war dann auch das Getränk der Wahl an diesem Abend. Friede enttäuschte schon früh. Als er kurz nach dem Essen eine Fanta haben wollte. Aber im gleichen Zuge ließ er von der Knechtschaft Ordonanz eine Schale mit Erdgenüssen reichen. Oha, das ließ schon tief blicken und ich befürchtete, das Friede die Veranstaltung schon früh verlassen würde. Aber zunächst wurde weiter Hefe geschüttet.

Ich saß neben Einem, der nun ICE Züge lenkt und er wies mich erstmal in die Handhabung ein und was man alles für Prüfungen ablegen muß um denn auch ICE-Führer zu bleiben. War recht interessant und hätte die Erinnerung nicht den Weg in die Vergessenheit gefunden, könnt eich mich wohl in den nächsten ICE setzten und mal ein paar Runden drehen. Warum ich solche interessanten Informationen wieder dem Äther überlassen habe? Da war ja noch das Weizen und vor allem die ganzen Bundeswehrgeschichten der ganzen Typen, die da rumliefen. Ich weiß ich hätte eigentlich meine Taschen zu nähen müssen, bevor ich da hin gegangen bin, aber es war extrem unterhaltend. Auch wenn von jeder Geschichte nur die Hälfte stimmen würde, dann waren sie doch schon recht gut.

Das Unvermeidliche passierte. Zwar recht spät, aber es passierte. Die Schlafnüsse, die Friede seit geraumer Zeit konsumierte entfalteten ihre volle Wirkung und er verabschiedete sich aus der Runde, als die Ordonanz die letzte Runde einläutete. Ich hatte zwar noch ein halbes Weizen vor mir stehen, aber tat es dem Rest gleich, der auch noch ein letztes Getränk orderte. Danach kam die dicke Rechnung. Irgendein Unhold hat doch tatsächlich 12 Hefe-Weizen auf meine Rechnung getrunken! Oder war ich es gar selber. Ich kann mich jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit an die ersten acht und an die letzten vier erinnern. Es könnte da auch zu Überschneidungen kommen. Als ich in die Stube torkelte schlief der Friede jedenfalls schon ganz fest und knirschte gar fröhlich mit den Zähnen. Ein sehr erschreckendes Geräusch, wie ich feststellen mußte. Aber ich störte mich nicht lange dran und entschlummerte ins Reich der Träume.

0545 Uhr meine Augen gingen auf und ich wunderte mich, warum ich so früh wach wurde. Friede der zur gleichen Zeit wach wurde, fragte gleich nach, ob ich denn schon fahrbereit wäre und wir los könnten. Ich erkundigte mich nach seinem geistigen Zustand und versicherte ihm das ich mindestens noch eine Stunde Erholung benötigte. Aber um 0730 Uhr hielt er es nicht mehr aus und wir fuhren los in Richtung Heimat. Das war mal ein etwas anderer Freitag und ich hoffe, das ich so etwas bald mal wieder mache. Auch wenn immer alle auf die Zeit bei der Bundeswehr schimpfen und wie Scheiße das alles war. Alles war nicht schlecht. Ich muß aber zugeben, das auch nicht alles gut war.

Wir waren sehr früh zu Hause. Ich will es mal so beschreiben. An jedem anderen Samstag hätte ich zu der Zeit noch im Bett gelegen und mich vor Magenkrämpfen gekrümmt wunderbar geträumt. Aber was macht man nun mit diesem Tag. Geplant war ja, das ich mich wieder ins Bett begebe ohne über Los zu gehen und ohne 2000 € einzusammeln, aber das wäre ja verschenkte Zeit. So entschied ich mich aufs Sofa zu begeben und dort mal ein paar Filme zu genießen. Als ich dann wieder aufwachte, war es später Nachmittag und ich konnte mich langsam für den Abend vorbereiten.

Denn Abends stand die Dankesfeier der JU an. Da ich ja einen unheimlich anstrengenden Dienst bei dem diesjährigen Osterfeuer hingelegt hatte wurde ich auch eingeladen. Und ich war pünktlich da, denn ich wollte ja nichts der dargebotenen Köstlichkeiten verpassen. Kurz gesagt, ich war scharf auf das Bier, welches hoffentlich gut gekühlt war. Nun ja, es gab zwar Bier und das war auch in einer Kühltruhe, aber Patrick gestand mir, das er es erst vor zwei Stunden dort hinein verlagert hat. Aber ich vergab ihm, war es doch leicht gekühlt. Zu Beginn gesellte ich mich erstmal zu Keile-Günther, Florian, Schnitzel und Porno an den Tisch. Als mich dann die ersten Fragen erreichten was ich denn am Freitag Abend gemacht hätte und ich von dem grandiosen Schießen erzählt hatte, wurden Pornos Augen plötzlich ganz wässerig und er wollte wissen, warum er denn nicht mit durfte. Daraufhin verwies ich ihm erstmal darauf, das er erstmal dienen müsse um einen Waffe abfeuern zu dürfen. Und er freute sich darauf. Oh, wenn Porno zum Bund kommt, dann können alle Anderen einpacken. Porno nimmt wahrscheinlich im Alleingang den Standortübungsplatz im Laufschritt. Waffen werden mit verbundenen Augen auseinander genommen und Nachts murmelt er seltsame Sätze und liebkost seine Waffe. Hat jemand schon mal Full Metal Jacket gesehen?

Den Neid von Porno hatte ich also sicher und Günner, der ja selber gerade bei der Bundeswehr ist, klärte mich erstmal über das G36 auf. Nach einer kurzen Einweisung weiß ich jetzt wie man G36 und P8 zerlegt und wieder zusammenbaut. Doch genug der trockenen Theorie. Es folgt nun das Essen fassen. Gegrillte Leckereien warteten auf den geneigten Gaumen. Doch ich hielt mich erstmal zurück hatte ich ja am späten Nachmittag mich erst gestärkt. Zu dem Zeitpunkt mußte ich feststellen, das mein Magen dann doch arg über strapaziert war von einigen Hefekulturen, die sich dort festgesetzt hatten. Außerdem lief mein Verdauungstrakt auf Hochtouren. Als sich dann alle bedient hatten, wagte ich es dann auch etwas der festen Nahrung zu mir zu nehmen. Es ging Gott sei Dank gut. Doch ein rechtes Hungergefühl wollte nicht aufkommen. Durst hatte ich aber nach wie vor und dagegen gibt es wohl kein Heilmittel, außer Bier in sich hinein zu kippen. So tat ich dann auch, bis dann aus heiterem Himmel mein Handy klingelte. Ich freute mich schon auf einen Anruf des schwedischen Bikini-Teams, doch am anderen Ende meldete sich nur der Gerstenberg. Er fragte mich unverblümt, wo ich den bleiben würde, ToKo würde schon auf mich warten. Nun war ich total verwirrt. Ich überlegte meinen nächsten Satz gut und antwortete mit ”Hääää?“. Gerstenberg klärte mich also kurz auf, das ToKo an diesem Samstag seinen 30sten Geburtstag feiern würde und mich am letzten Samstag auf der Mallorca-Party dazu eingeladen hatte. Nun aktivierte ich meine Archivierungsfunktion und las den Speicher vom vergangenen Samstag zurück. Zum Glück war es kein großes Archiv. Jugendfeuerwehrwettkampf, Scheiße gehen, Mallorca Party und jede Menge Bier. Alles klar. Irgendwo zwischen den letzten beiden Einträgen lag die Einladung versteckt. In kurzen klaren Worten machte ich Gerstenberg klar, das ich nun keinesfalls mehr in der Lage bin zu fahren und nicht nach Nesselröden kommen könnte. Auch das wäre kein Problem, da seine Freundin heute eh fahren wollte. Sie holen mich ab. Verdammt, ich handelte noch eine Stunde Frist heraus und öffnete mir ein weiteres Bier. Diesem Bier folgten noch zwei weitere und als ich gerade das dritte aufmachte und mich wunderte wann denn Gerstenberg vorbei kommen würde. Klingelte mein Telefon und es wurde mir mitgeteilt, das ich mich bereit halten soll, die Ortsgrenze von Westerode wurde gerade mit 200 km/hüberschritten. Ich stieß nochmal an und wollte frecherweise ein halb volles Bier hinterlassen. Florian ist aber Fuchs und konnte mich so nicht von dannen ziehen lassen und zwang mich das Bier aus zutrinken. Und er hatte Recht. So etwas macht man nicht. Wenn man sich ein Pils oder auch ein anderes Getränk aufmacht, dann trinkt man das gefälligst auch aus. Ich rege mich ja auch immer über angetrunkenen Falschen auf. Da war dann aber noch das alte Problem mit dem Ex-trinken bei mir. Und es wurde nicht besser. Aber ich kämpfte mich durch und betrat mit einer leichten Bierfahne das Auto.

Auf der Party angekommen, war der ToKo gerade am Fegen. Schlagartig bekam ich Schweißausbrüche in dem Wissen, das ich im nächsten Jahr auch dran bin. Ich erinnere hier nochmal an das Heiratsangebot. Vorzugsweise 29jährige. So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich glaube ernsthaft das ich auswandere. ToKo merkte man schon leicht den erhöhten Alkoholkonsum an, denn die Sprache war schon leicht Wollzüngig. Man kennt das ja, wenn man ein paar zu viel getrunken hat, dann wollen manche Worte einfach nicht klar und deutlich den Mundraum verlassen. Allerdings merkt man selber das nicht und wundert sich nur, warum einen alle so komisch angucken.

Wir betrachteten also den Rest des Fegens und begaben uns nach drinnen, wo ich mich dann erstmal um die Bierreserven kümmerte. Und wen traf ich an der Theke? Guido und Anja. Guido klärte mich erstmal auf, das er meinen Bericht vom vergangenen Wochenende schon gelesen hat und er mich so gar nicht mehr nach der Feuerwehrfahrt fragen konnte und er eröffnete mir, das er mein Logbuch auch immer fleißig ausdruckte und ihn Anja, seiner Frau, mit zum Lesen nach Hause nimmt. Oha, mir wurde leicht unwohl. Wie schon oft gesagt, ist mir nie so richtig bewusst, wer alles mein Logbuch liest. Ich bekomme zwar eine Statistik über die Abrufe, aber nicht wer abruft. Das muß dringendst mal geändert werden. Ich glaube ich werde mal mit dem Provider sprechen. Auf jeden Fall, gefällt er Beiden recht gut. Was soll ich hier groß rumdrucksen? Solche Reaktionen gehen runter wie Öl und sich strahlte sicherlich mehr als die Brennstäbe von Tschernobyl. Da ich aber schnell verlegen werde, habe ich schnell das Thema gewechselt, außerdem war mein Bier fertig und ich konnte meinen Händen was zu tun geben. Nichts ist mir unangenehmer, als mit leeren Händen irgendwo umher zu stehen. Meistens verschwinden sie in der Tasche, aber das sieht dann meistens so aus, als hätte ich mir die Taschen innen aufgetrennt.

Im inneren des Sporthauses, wo die Feier statt fand, war ein Klima, das man am Besten mit dem Regenwald vergleichen konnte und ich stand da mit Jacke an. Wir beschlossen also nach draußen zu verlegen. Dort war erstmal bessere Luft und man wurde bedient. Gerstenberg eröffnete mir dann auch schon nach dem dritten Bier, das es sich hierbei um Bitburger handelte. Und ich dachte schon es liegt an einem verfaulten Stück Fleisch, welches sich in meinen Zähnen verfangen hatte. Doch die Bedienung lernte schnell und bevor ich etwas sagen konnte brachte er mir ein weiteres Bier. Ich drehte mich nur kurz um, um Gerstenberg zu fragen, ob er denn auch mit auf Mischungen umsteigen würde, da stand dann auch schon der ToKo vor uns und hatte ein paar Päckchen Brausepulver in der Hand und eine Flasche Wodka. Ich ahnte Schlimmes und bevor ich verstecken ablehnen konnte hatte ich auch schon die Utensilien in der Hand. Wir stießen an und ich kann es in dem Moment nur auf meine vorübergehende Lethargie in Anbetracht des Gemisches, welches ich mir gleich in den Schlund kippen würde, schieben, aber ich trank den Wodka pur. Als ich dann die glasklare Flüssigkeit im Mund hatte fiel mir die geöffnete Brauspulvertüte in meiner Hand auf. Ich überlegte einen kurzen Moment, wie ich denn jetzt das Brausepulver in den Mund bekommen würde und stellte dann fest, das ich die Reihenfolge vertauscht hatte. Ich ließ mir nichts anmerken und schluckte den Wodka mit den üblichen Gesichtsverrenkungen hinunter. Das Tütchen ließ ich unauffällig auf dem Tisch liegen. Ein Mädel vom Nachbartisch schien die ganze Prozedur mit angesehen zu haben, denn als mein Blick sie streifte hatte sie einen Blick drauf, der zu sagen schien: ”Der hat jetzt nicht den Wodka pur getrunken!?“

Nun war die Gelegenheit günstig und ich haute die Bedienung an, ob er mir nicht mal einen Bacardi-Cola bringen würde. Mit einem enttäuschenden Blick kam er zurück und beichtete, das es keinen Bacardi geben würde. Wenn ich wollte könnte ich aber Havana Club probieren oder was anderes. Was er danach erwähnte weiß ich gar nicht mehr, denn ich bin ihm ins Wort gefallen. Eigentlich sehr unhöflich, aber es ging um Havana Club. Ich sagte ihm das ich nichts anderes mehr haben will, nur noch Havana, in einem großen Glas, ohne Zitrone und er solle beim Havana die Peitsche knallen lassen. Er hat seine Aufgabe gut gemacht. Wenig später verlegten wir an einen Tisch mit Sitzgelegenheit, der auch dringendst notwendig war. Bei meinen sporadischen Besuchen der Naßzelle, traf ich auch Käthe und Silke, welche eine Nachbarin meiner Eltern ist (und die Schwester von Guido, nebenbei bemerkt um mal die Verwandtschaftsverhältnisse dar zu legen). Beide hatte ich irgendwie beim Betreten des Sporthauses übersehen. Kann ja mal vorkommen, wenn man gerade im Begriff ist ein Bier zu bekommen.

Da Gerstenberg und seine Freundin früh nach Hause wollten, nutze ich die Gelegenheit und schloß mich an. Denn günstiger kam ich nicht nach Hause. Um ehrlich zu sein, habe ich vorher durch kalkuliert, wie anstrengend der Fußmarsch wäre und wie lange ich noch aushalten würde. Aber die Vernunft hat gesiegt. Außerdem wollte ich ja nochmal bei der Dankesfeier vorbei gucken. ToKo fand das gar nicht gut, das wir schon aufbrechen wollten und überredete uns zu einem Scheidebecher. Komischerweise bekam ich einen Ouzo und eine Mischung. Obwohl ich ja nur eine Mischung haben wollte und gar keinen Ouzo. Warum werde ich immer falsch verstanden. Ich glaube das ist auch ein Grund warum ich es mir bei den Frauen immer so schwer fällt. Eigentlich will ich sagen: ”Wollen wir mal einen Kaffee zusammen trinken?“ und versteht wird immer ”Drei Becks, bitte aber zack zack„. Ich sollte an meiner Artikulation arbeiten.

Martin war dann so freundlich mich am Sporthaus in Westerode raus zulassen, wo ich dann die Endzüge der Party mitnehmen konnte. So dachte ich zumindestens. Denn als ich ankam, war gerade Aufbruchstimmung. Jedenfalls bei den Mädels. Die Jungs nahmen meine Ankunft als Anlaß nochmal richtig die Sau raus zulassen. Und wenn ich hier richtig schreibe, dann meine ich auch richtig. Stellenweise muß ich den Schleier des Jugendschutzes über die ganze Angelegenheit legen. Zunächst wurde erstmal das Auto von Philip rückwärts unter das Vordach des Sporthauses gefahren und die Anlage auf ”Ohrenbetäubend“ gedreht. Das war ja seit Schützenfest eh normal. Als kleiner Zwischenwurf sei hier mal angemerkt, das der gute Porno schon zu Hause war. Irgendetwas schien mit dem Jungen nicht zu stimmen. So langsam fange ich an mir Sorgen zu machen. Ich glaube ja, das es was mit dem Lanz fahren zu tun hat, will aber keine Gerüchte in die Welt setzen. Brauche ich auch gar nicht, denn von dem was ich schon wieder gehört habe, kann ich ein neues weblog eröffnen.

Aber wir wollen ja hier nicht über Porno referieren, sondern den Rest des Abends analysieren. Auf dem Tisch waren nur noch harte Drogen vorhanden und die Softdrinks die dort standen, dienten nur dazu dem Schnaps eine andere Färbung zu geben und um nicht so assig zu sein und den Schnaps pur zu trinken. Kurz gesagt, ich fühlte mich wohl und steig gleich in die Runde ein. Erster Versuch lief auf Wodka Cola hinaus, was aber schmeckte wie ein Schlag ins Gesicht. Voller Verzweiflung dachte ich schon daran Jim Beam zu trinken, bis mir dann die Flasche Wodka auffiel und einige cm daneben lächelte mich schon die Flasche Red Bull an. Gut, verglichen mit dem Havana Club war das jetzt ein Abstieg von der Bundesliga in die Regionalliga Nord, aber als Fan nimmt man ja alles mit. Ohne Vorwarnung begannen dann die Hemmungen zu fallen. Zuerst wurden T-Shirts ausgezogen und es wurde unanständig getanzt, so daß ich rote Ohren bekommen habe. Besonders Vollmer und Philip waren sehr zeige freudig und entblößten ihre Astralkörper. Zum Glück war das Halogenlicht nicht so hell, denn sonst hätte ich mir an der schneeweißen Haut die Augen verblitzt. Ich will jetzt nicht sagen, das meine Haut eine dunklere Färbung hat, ganz im Gegenteil, aber ich alte sie nicht so in das Licht, das vorüber fliegende Flugzeuge sie mit Landescheinwerfer verwechseln könnten. Abhilfe wurde aber geschaffen in dem Philip seine Warnweste zur Verfügung stellte, die wurde nun abwechselnd von Philip und Vollmer getragen. Dabei wurde eine exzellente Go-Go-Show geboten. Bei langsamen Liedern räkelte sich der Vollmer auch noch lasziv auf der Motorhaube. Weniger abgebrühte Leute wären jetzt schon abgetickt und hätten den Vollmer mit Geldscheinen beworfen. Aber nicht Schnitzel, Böning und ich. Wir konnten gerade noch so den Brechreiz unterdrücken Wir freuten uns nur. Warum? Weil sämtliche Kameras und Handykameras liefen, die gerade zur Hand waren.

Nach diesem grandiosen Schauspiel wurde es auch langsam Zeit, das wir uns auf dem Heimweg machten. Philip fuhr noch sein Auto zur Seite und zum ersten Mal hatte ich Angst, das ich jemanden als Ersthelfer aus dem Auto retten mußte. Aber wie es so schön heißt, Kinder und Besoffenen haben das meiste Glück. Der Rückweg verlief ohne Zwischenfälle, obwohl der ganzen Blumenau mitgeteilt wurde, das wir jetzt nach Hause gingen. Ich war froh das ich endlich in mein Bett konnte. Ich hatte es vermisst, nächtigte ich doch die Nacht vorher in einer Kaserne.

Chuck Norris braucht keinen Simulator. Denn es gibt keinen Simulator, der einen Chuck Norris Roundhouse Kick simulieren kann!


Das 3-Tage-Wochenende

05/06/2007

Das Schützenfest hing mir immer noch in den Knochen, aber schon wurde sich wieder auf die nächste Party vorbereitet. Und vor allem war das Wochenende derart voll gestopft, das ich kaum Zeit zum Luft holen hatte. Es ging auch schon wieder Freitag früh los.

Als Mitglied des Elferrates hat man das Privileg auch mal zu Geburtstagen eingeladen zu sein. Und zwar als Abordnung des Vereine. An diesem Freitag feierte Johannes Böning seinen 50 Geburtstag (wir erinnern uns, der Orginaltag war ja am Pfingstmontag, also Schützenfest, kein guter Tag zu feiern) und hat eine Abordnung aller Vereine in denen er tätig ist eingeladen. So weit so gut, aber die Fete sollte schon um 1800 Uhr losgehen. Was so viel bedeutet, das ich mich tierisch beeilen mußte, denn wir hatten in irgendeiner Elferratsversammlung abgemacht, das wir zu solchen Festivitäten in unseren Elferratsklamotten gehen. Verdammt, warum bin ich bei solchen wichtigen Abstimmungen immer nie dabei. Da ich aber eh schon ein kleines Problem mit meinem Zeitmanagement habe, kam ich wieder Erwarten erstmal schön zu spät. Will sagen, die anderen Vereine standen schon alle parat und warteten auf mich. Wollt eich jetzt die ganzen Sprüche hinschreiben, die ich so zu hören bekommen habe, würde das den Rahmen sprengen, was ich ja auch regelmäßig mache.

Der Weg zum Schützenhaus, wo die Feier statt fand, war sehr schweißtreibend. Aber dank des Schützenfestes war mir der Weg noch sehr vertraut und ich konnte ihn mit geschlossenen Augen gehen. Ich konnte sogar mit hoher Genauigkeit sagen, wo welche Straßenlaterne steht und anhand der Unebenheiten der Blumenau wusste ich immer genau wo ich war. Die Blumenau hatte ich ja auch mehr als einmal komplett ausgemessen. Eigentlich sollte mich ja noch der schmierige Schmierpopel begleiten, aber da er ja von Natur aus ein wenig verwirrt ist, hat er alles falsch verstanden und hat sich dann ärgendwie was anderes vorgenommen. Nun ja, dann waren halt Stefan und ich die einzigen offiziellen Elferratsmitglieder bei der Feier. Das Teile der anderen Vereine auch im Elferrat waren, tat nichts zur Sache.

Bei der Ankunft mußten wir mit Erschrecken feststellen, das wir mit die ersten waren. So was hasse ich ja immer. Man steht rum und kriegt ein Glas Sekt in die Hand gedrückt. Sekt ist so ziemlich mein Lieblingsgetränk, kommt direkt nach Salzsäure. Der Beginn bei Feiern ist wie ein erstes Date. Wie weit geht man, was tut man am Anfang? Wollen es nicht Beide? Umgemünzt auf den Empfang stellt sich hier die Frage ab wann man sich dem kühlen Pils widmen kann. Der Mann hinter der Theke, in diesem Fall Florian, ein alter Hase in Sachen Zapfhahnbedienung, würde am liebsten schon mal den Hahn mit Bier druchspülen und ich auf der anderen Seite würde das Bier gerne meinen Hals runter laufen lassen. Auf der Innenseite natürlich. Verstohlen gucken wir uns an und ich blicke schüchtern in die Runde. Man tigert immer um den Zapfhahn ein wenig rum und Florian traut sich die ersten Bier anzuzapfen. Trotzdem standen alle noch mit dem Begrüßungsgetränk herum. Darf man zu Sekt eigentlich Getränk sagen oder ist das nicht eine Beleidigung für alle anderen Getränke? Und dann war es soweit. Das erste Bier wurde ausgeschenkt und dann auch noch an eine Frau. Ich war in der glücklichen Lage, das Florian mich ohne Worte verstand. Ein scheuer Blick und schon hatte ich ein gekühltes Glas Bier vor mir stehen. Vielleicht lag es auch an dem unappetitlichen Sabberfaden, der aus meinem Mund tropfte.
Als Bedienungen waren noch Patrizia und meine kleine Hüfte mit von der Partie. Das hieß das meine Angetraute immer wusste wann ich Durst hatte. Das könnte ein netter Abend werden. Zu Beginn stand man natürlich ein wenig an der Theke rum und unterhielt sich hier mal und da mal. Besonders Klasse fand ich ja, das der Keile-Günther mal wieder dabei war. Und wenn man ihn so beobachtete freute er sich auch und zeigte seine Freude darin das er eine gute Schlagzahl vorlegte. Aber ich wollte langsam beginnen, war man ja als Vereinsabordnung geladen. Da sollte man immer darauf bedacht sein, das man gute Manieren an den Tag legt. Jedenfalls zu Beginn.
Nachdem dann die Begrüßung vorbei war und vereinzelt auch schon Magenknurren vernommen wurde, setzten sich erstmal alle hin und lauschten den Worten des Gastgebers und einigen Gästen. Wie es nun mal so ist, werden bei runden Geburtstagen gerne Mal Anekdoten ausgegraben. Man lässt also alles über sich ergehen und ist dankbar, das die Bedienungen noch sehr aktiv sind. Hüfte hat es so eingerichtet, das sie an unserem Tisch bedient und versorgte mich so immer mit ausreichendem flüssigen Nahrungsmitteln. Es war wieder mal Hasseröder. Trotz der intensiven Kur des vergangenen Wochenende, kann ich mich immer noch nicht damit anfreunden. Da wird der Abend mehr nun auch nichts mehr dran ändern. Im Gegenteil er wird es bestimmt noch schlimmer machen. Aber im Schützenhaus wird nun Mal Hasseröder ausgeschenkt und Punkt. Ich werde es schon überstehen. Die Reden waren mittlerweile auch vorüber und das Buffet wurde eröffnet. Ich muß nun ehrlich zugeben, das es eins der leckersten und besten Buffets war an dem ich mich jemals laben durfte. Man erkennt, das es mir schmeckt, wenn ich ein zweites Mal los gehe. Es kommt nicht oft vor, auch wenn ich anders aussehe. Aber es war ein Grillgut-Buffet. Also nur Leckereien und Salate. Ich glaube so was lasse ich mir mal für zu Hause kommen.

Durch meinen zweiten Gang zum Buffet wurde mein Magen auf ungewohnte Weise gefüllt. War es sonst durch den Überschuss an flüssigen Sachen, wurde nun der Großteil durch feste Nahrung eingenommen. Ich hoffte das meine Verdauung damit zurecht kam, damit ich später noch genügend Bier rein schütten könnte. Aber auf der anderen Seite, würde ich den Verdauungsvorgang erst zu Hause abschließen wollen. Da schwang natürlich eine gewisse Ungewissheit mit und das machte die Sache noch spannender. Es folgte nun das unvermeidliche. Die Schnapsrunde und diesmal begrüßte ich sie sogar. Eine Linie wanderte die Kehle runter. Sitze man nun mit ein paar älteren Herren am Tisch kommen die guten alten Sprüche Marke: ”Auf einem Bein kann man nicht stehen!“ auf den Tisch. Also folgte der ersten Linie gleich noch eine Zweite. Es schmeckte aber nicht besser, ich hatte nur mein Gesicht ein wenig besser unter Kontrolle. Was wohl auch daran lag, das ich noch nicht so viel getrunken hatte. Ich merkte aber, das im Gegenzug andere Muskeln sehr aktiv waren. Aber die sanitären Einrichtungen im Schützenhaus sind ja auch recht nett. Außerdem kann man neue Spiele entdecken. So kann man beispielsweise am Stöhnen und Seufzen erraten wer gerade das Pinkelbecken in Beschlag genommen hat. Pfeifen ist meistens auch sehr beliebt.

Im Anschluss an das Essen folgte dann ein gefährliches Spiel. Das Rundenhopping. Angerissen habe ich die ganze Geschichte ja schon mal beim Schützenfest, aber bei Feiern ist der Schwierigkeitsgrad bedeutend höher, da keiner was bezahlen muß und alles umsonst. Bekommt man bei Bezahl-Feiern, wie sie mal nennen will, eher ein Bier als einen Schnaps in die Hand gedrückt, läuft der Hase hier anders. Hier gibt es gleich Getränke im Doppelpack. Bier und Schnaps. Kurzeitig fühlte ich mich an meine Studienzeit in WHV zurück versetzt, wo ich unter schwierigsten Bedingungen Kurz-lang-trinken gelernt habe. Aber was solls. Schnaps rein, dummes Gesicht machen, dummes Gesicht so lange halten, bis wirklich der gesamte Inhalt des Mundes den Magen erreicht hat, erleichtertes Gesicht machen, umdrehen und schütteln, Gesicht wie gerade gesteinigt machen und ein Bier hinterher kippen. Ist doch gar nicht so schwer.
Natürlich durften die obligatorischen Spiele und Fragen nicht fehlen. Patrick hat ein Glas Erbsen umher gehen lassen und die Gäste sollten schätzen. Ich vermute mal, das er an jedem Tisch die gleichen Fragen gestellt bekommen hat. Denn jeder wollte wissen, ob die Erbsen handverzählt sind. Das leicht melancholische Gesicht und das leichte Zucken des rechten Augenlids ließen erkennen, das es wohl so war. Vielleicht hat er sich auch das eine oder andere Mal verzählt und mußte bei 865 wieder von vorne anfangen. Man wird es nie erfahren, denn jedesmal wenn die Sprache auf das Zählen kam machte er ein Gesichtsausdruck, wie der Reiniger eines Elefantenkäfigs, der bei einem Betriebsunfall sein Haupthaar verloren hat. Themenwechsel. Der Männergesangsverein gab auch ein bis 18 Lieder zum Besten. Nach den ersten drei habe ich aufgehört zu Zählen. Besser gesagt Hüfte kam ihren Tätigkeiten hervorragend nach und versorgte mich immer mit genügend Bier. So war ich genügend abgelenkt, um die Musik um mich herum zu vergessen. Nur Antons Solo hat sich in meinem Gehörgang festgesetzt. Ich bin auch der Meinung das noch ein Spiel gemacht wurde, aber an mehr kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, da, wie schon erwähnt, Hüfte gute Arbeit leistete.

Früher oder später landete man bei jedem Geburtstag oder Feier an der Theke und dann beginnt der harte Teil des Abends. Man muß bestellen und gleichzeitig die fünf Bier austrinken, die vor einem stehen. Da jeder einen nicht zu kurz kommen lassen möchte, gibt es Breitseiten von allen Seiten. Ach ja, die ab und zu eingestreuten Schnäpse darf man hier mal nicht unter den Tisch fallen lassen. Ich blieb bei der Linie. Ein schöner Kümmelgeschmack auf der Zunge schadet nie. Auch wenn der Verdauungstrakt durch die Zufuhr des Kümmels in flüssiger Form auf Hochtouren lief. Das gibt ein wahres Freudenfest am nächsten Tag. Wir kommen nun auch so langsam in die Phase des Abends in der das Bier nicht mehr so ganz schmeckt und man umschwenkt auf alternative alkoholische Getränke. Zu der Zeit verlassen dann auch die meisten Geäste die Party. Doch wenn man will, dann findet man immer eine Ausrede um da zu bleiben. Aber ich wollte ja diesmal nicht so auffallen und hielt mich an Kalle Steinmetz. Stefan war schon gegangen und ich wollte dann mit Kalle los. Doch ich habe nicht mit Patrick gerechnet. Hinterrücks zog er mir mein Jacket wieder aus und stellte mir eine weiter Mischung Wodka O-Saft hin. Ja, ich trank Wodka-O. Ein Zeug was mir bereits mehr als einmal das Genick gebrochen hatte. Aber Jim Beam war außerhalb des Möglichen. Ein weiterer Versuch frühzeitig abzuhauen wurde auch vereitelt. Doch weiter trinken könnte in einem schlimmen Ende enden. Also tanzte ich mit Hüfte eine Runde auf der Tanzfläche. Sie sah einen aber auch mit diesem Hundeblick an, so daß wenn ich nicht mit ihr getanzt hätte, wieder ein schlechtes Gewissen gehabt hätte.

Wieder zurück an der Theke, machte Maren den folgenschweren Fehler meine eh schon poröse Fliege vom Elferrat anzufassen. Zupp und schon war sie ab, da ich gerade über den Vorfall nachdenke, ist mir ganz entfallen wo ich den alten Brummer hingepackt habe. Ich hoffe ich habe ihn nicht unterwegs entsorgt. Sicherlich nicht! (Mentale Notiz: Fliege vom Elferrat suchen, sonst gibt es bestimmt einen Einlauf!) Dann schaffte ich es endlich durch einen Trick fast den Aufbruch geschafft zu haben. Mein Telefon klingelte und David war dran. Stark alkoholisiert wollte er wissen, ob es heute Abend noch auf Tour gehen sollte. Ein Blick auf meine Uhr brachte erstmal gar nichts. Nachdem ich dann ein Auge leicht zu kniff, konnte ich den Großteil der Fehlerscheinungen eliminieren und mich auf die tatsächliche Uhrzeit konzentrieren. 0230 Uhr, meine ich erkannt zu haben. Kurz vorher habe ich mit Hüfte abgemacht, das wir jetzt abhauen. David hatte dann plötzlich keine Lust mehr und wollte auch ins Bett. Die zuvorkommende Hüfte hatte sogar schon mein Jacket mit raus gebracht, aber ohne eine Verabschiedung wollte ich nicht los gehen. Also machte ich einen folgenschweren Fehler. Ich ging wieder rein und wollte mich verabschieden, hatte aber mein Jacket schon an. Patrick schient für so was ein Händchen zu haben, denn das nächste an was ich mich erinnern kann, war das ich kein Jacket mehr an hatte und mit einer neuen Mischung an der Theke stand. Hüfte ging dann trotzdem nach Hause und all meine Überredungsversuche landeten vor einer Mauer.

Die Uhrzeit konnte nicht mehr festgestellt werden, aber gefühlt war es glaube ich 0330 Uhr als ich mich mit Schocker auf den Weg machte. Wie viele Wodka-O noch den Weg in meinen Magen gefunden haben, möchte ich gar nicht wissen. Auf jeden Fall waren wir auf dem Sportplatz unterwegs. Wie Alkohol-Motten wurden wir vom gleißenden Licht des Sporthauses angezogen. Da war wohl auch eine Party und die waren gerade am Aufräumen. Ich konnte Schocker gerade noch von den Leberwurstbrötchen abhalten und wir setzten unseren Weg fort. Ich zumindestens, da Schocker zu sehr geschwächt war, mußte er sich eine Taxi rufen. Vom Sporthaus bis zu sich nach Hause. Grob geschätzt 500 m. So schlecht kann man als Marktleiter gar nicht verdienen.
Der Samstag Morgen fand für mich nicht statt. Der Tag begann erst Mittags, da ich mit der Jugend zum Wettkampf mußte. Ich wollte zwar lieber meinen Kopf kurieren, da er durch den Vitaminschock des O-Saftes ein wenig schmerzte, aber die beste Kur gegen so was ist ja sich in schwül-warmen Wetter auf Feuerwehrwettkämpfen rum zu treiben. Ich bereitete mich auf alles vor, denn Hartmann war ja wieder mit von der Partie. Er hat ein natürliches Talent Fragen zu stellen, auf die eigentlich keiner eine Antwort weiß oder keiner eine Antwort geben will. Der Wettkampf ging schön in die Hose, denn wir haben zu viele Miese gemacht. Warum kann ich gar nicht sagen, denn getrunken haben die am Tag vorher ja nichts. Wenn mir so was passiert wäre, hätte ich wenigstens eine Erklärung dafür.

Abends traf ich mich dann mit Ingo und Matze. Nach einigen organisatorischen Stolpersteinen hatten wir aber das Abendprogramm festgelegt. Ingo holte Matze und mich ab und wir fuhren erstmal zum Einkaufen. Bier, Erdgenüsse, Tiefkühl-Pizza und Chips. Hört sich verdammt nach Fußball an. An der Kasse fiel dann mein Kiefer scheppernd auf das Förderband. Stand doch an der Nachbarkasse eine der hübschesten Apotheken-Angestellten in ganz Duderstadt. Ich mußte allerdings aufpassen, das meine Zunge nicht vom Förderband mitgenommen wurde und sich zwischen Förderband und Edelstahlkante fest klemmt. Supermarktkassen eitern ganz schlecht wieder raus und geben immer so häßliche Flecke. Bei ihr vorstellig zu werden war undenkbar, denn klare Sätze hätte ich gar nicht sprechen können, im Moment war ich froh das meine Lebenserhaltungssysteme tadellos funktionierten. Selbst das klare Denken war vorübergehend in einen Ruhezustand gewechselt.

Nach diesem freudigen Ereignis konnte der Abend enden wie er wollte, er war jetzt schon gut. Das Spiel war eher mau, dafür aber das Becks umso besser. Die Pizza war auch nicht zu verachten und die Erdgenüsse machten ihrem Namen alle Ehre. Nach dem Spiel guckten wir noch Teile eines harten Actionkrachers und dann ging es auch schon los. Zunächst mal ins MaxM. Doch dort war die Zahl der Anwesenden eher gegen Null tendierend. War ja eigentlich auch klar, denn beim Autohaus Otto war ja eine Mallorca-Party. Also konnte man davon ausgehen, das wir dort auch noch landen werden. Aber der lange Weg vom Kutschenberg zum MaxM ermüdete schnell und vor allem machte er einen höllischen Durst. Wir mußten zunächst unsere Kehlen benetzen. Während die Anderen schon bestellten, traf ich noch einen alten Arbeitskollegen. In der Hoffnung, das wir alle das gleiche bestellen würden nahm ich ein Weizen. Umso größer war dann die Überraschung, als die anderen normale Bier vor sich stehen hatten und ich mal wieder einen halben Literpott. Das mit Sachen peinlich sind, habe ich mir schon seit längerem abgewöhnt. So konnte ich in Ruhe mein Hefe genießen und Matze und Ingo konnten sich noch ein weiteres Bier gönnen.

Unsere Entscheidung stand aber fest, das wir definitiv noch zur Mallorca-Party gehen wollten. Ach ich vergaß zu erwähnen, das am Sonntag ja die Feuerwehrfahrt ist. Da das Organisationskomitee aus Friede und mir bestand, machte ich aber darauf aufmerksam, das ich nicht viel machen werde, besser gesagt zeitig nach Hause gehen werde, da mein Wecker um 0540 Uhr klingeln würde. So war zumindestens der Plan. Auf kürzestem Wege nahmen wir also den Weg zum Autohaus auf. Es hätte Eigentlich ein netter Spaziergang werden können, hätten uns ab dem Wall nicht drei total stramme und nervende Mädels verfolgt. Die fanden es total super, den gesamten Weg zu singen. Und das war Strafe im Doppelpack. Dann doch lieber die Fußsohlen mit einem Rohrstock verprügelt kriegen. Sie sangen schief, sie sangen laut und sie sangen Scheiß-Lieder.

Wir zogen unsere Geschwindigkeit an und konnten somit einen Sicherheitsabstand zwischen ihnen und uns bringen. Allerdings war er noch zu gering, denn wir hörten sie immer noch singen. Vorteilhaft war an unserem schnelleren Schritt, das wir schneller beim Autohaus waren. Eintritt bezahlen, Marken kaufen und los ging die Party. Überraschenderweise mußten wir nicht anstehen und drinnen war schon gut was los. Was natürlich negativ zu bewerten war, war die Tatsache, das wir Marken für Getränke kaufen mußten. Und Elton verkaufte die Marken. Ich hoffte natürlich auf einen besonders günstigen Rabatt, da ich ja nun schon Elton kannte (zu irgendwas muß diese Bekanntschaft ja mal gut sein), aber nichts dergleichen stellte sich heraus. Der volle Preis mußte auf den Tisch gelegt werden. Während die Anderen erstmal für 10 Euronen Marken holten, ging ich gleich in die Vollen und haute einen 20er auf den Tisch. Beim nächsten Mal sollten wir uns vielleicht besser absprechen. Kurz nach dem Betreten des Geländes lief uns auch schon Finke über den Weg. Der machte uns darauf aufmerksam, das wir doch Flaschenbier nehmen sollten, da es praktischer sei. Guter Tip. Aber woher sollten wir denn Flaschenbier nehmen. Am Besten von einer der Bierbuden, die überall rumstanden. Und es waren Becksbuden, was schon Mal als Pluspukt zu werten ist. Auf unserem Weg zu dem nächsten Versorgungspunkt traf ich dann auch Kerstin inklusive ihrer großen…, aber für eine innigere Begrüßung bleib keine Zeit. Der Durst trieb uns weiter und ich hatte die Führung übernommen. Das Bierschiff wurde dezent umschifft, da ich aus Aussagen von Finke schließen konnte, das weiter hinten ein weiterer Verkaufsstand war, an dem es dann Flaschenbier geben sollte. Die Ernüchterung war groß, als sich der vermutete Verkaufstand als ein stinknormaler, übergroßer Becks-Sonnenschirm entpuppte. Nun hieß es schnell schalten, da wir nicht weit vom Bier-Schiff entfernt waren. Da Ingo ganz hinten ging, was es seine Aufgabe nun sich schnellstmöglich um zudrehen und die Bestellung vorzunehmen. Seine Wahl viel auf frisch gezapftes und seine Wahl war schlecht. Selten so ein jauchiges Bier getrunken. Ich bezweifele auch das es Becks vom Faß war. Die nächste runde war dann wieder Flaschenbier. Das war dann zwar Becks Gold, aber es war um Längen besser als das gezapfte Bier.

Zwei weitere Runden später, machten wir uns langsam daran die Umgebung einmal genauer zu untersuchen. Unser Puls hat sich langsam beruhigt und der Durst wurde langsam gelöscht. Ganz weg ging er ja nie. Also machten wir uns auf unsere Odyssee durch die Menschenmenge. Als wir das äußere Areal komplett abgegangen sind, wagten wir uns in den inneren Bereich vor. Die Luft die uns entgegen schlug war schon mal kein Geschenk. Warm, stickig und voll von Frauen. Das war es dann wert doch einmal einen Blick zu riskieren. Und wen trifft man in der hintersten Ecke, nahe der Theke? Genau, die Westeröder. Tja, dann bleiben wir wohl erstmal ein wenig hier und schauten uns das ganze Spektakel mal aus der Nähe an. Es gab dann tatsächlich noch ein paar ganz mutige, die bei dieser Luft noch tanzten. Ich hätte bei solchen Temperaturen Probleme meinen Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten, daher fiel für mich das Tanzen komplett aus. Nicht aber für Finker, der sich schon wieder rhythmisch zu der Musik bewegte. Er fühlte sich ganz in frühere Zeiten zurück versetzt. Schaute ich mich um, ging mir das ähnlich. Die Musik, Inka als Bedienung hinter der Theke, es war wirklich wie früher.

Dann kam das unvermeidliche. Ein junge schwarz haarige Dame stellte sich an die Theke. Und es war um mich geschehen. Nachdem ich aus meiner Trance in der ich wahrscheinlich wie der erste Mensch gestarrt habe, als er gerade das Feuer entdeckt hat wieder erwacht bin, wollte ich sie Ingo zeigen um vielleicht Namen, Alter, Adresse, sexuelle Vorlieben heraus zu bekommen, aber da war sie schon wieder weg. So mag ich das ja. Erst sieht man ein Frau die einem gefällt und dann geht sie wieder. Ich war plötzlich sehr rastlos und wollte unbedingt nochmal eine Runde gehen. Vielleicht, besser gesagt hoffentlich, treffe ich sie ja wieder. Ingo, der meine Probleme verstand kam dann auch mit und Matze schloß sich auch noch an, schließlich mußte unsere Runde ja zusammen bleiben. Nach zwei Runden im Außenbereich ging dann auch mein Biervorrat zur Neige und wir entschlossen uns für einen Zwischenstop. Ich war es auch leid, mich ständig zwischen den Leuten durchzudrücken. Ingo verspürte dann den Drang seine Blase ein wenig zu erleichtern, was mir auch recht war. Auf dem Weg zum Toilettenwagen fielen mir dann die Go-Go-Tänzerinnen auf, die zusammen mit dem DJ unter einem Pavillon gepfercht waren. Gut, da habe ich in der Hinsicht an dem Abend nichts verpasst.

Der Rückweg in den Innenraum stellte sich als neue Herausforderung raus, da unsere Route komplett überarbeitet werden mußte. Ingo traf dann noch wen unterwegs und Matze und ich mußten den Weg alleine fortsetzen. Ein kleine Engstelle war dann immer der Eingang. Manche Leute meinen sich dort zu platzieren, wo es am Engsten ist. Dieses Phänomen beobachtet man aber immer wieder. Da Schärfste finde ich dann ja aber immer, wenn sie einen böse angucken, wenn man an ihnen vorbei will. Vor und hinter dem Eingangsbereich waren riesige freie Flächen, wo sie sich jeder der Länge nach hinlegen können, aber nein, es wird dort stehen geblieben, wo so viel Platz ist, wie in der ersten Reihe bei Fußballspiel Hansa Rostock gegen Energie Cottbus. Die Reihen im Inneren haben sich schon ein wenig gelichtet, so daß das umher stehen nun auch angenehmer war. Doch lange hielt man es drinnen nicht aus, auf Grund der Luftqualität.
Bei der Fluch nach draußen lief ich dann in Manuel und wir kamen auf unser altes Thema, der Besuch bei Simone zurück. Er beschwerte sich erstmal das sie sich gar nicht mehr meldete. Also beschlossen wir, das sie uns den Schlüssel ihrer Wohnung zukommen lassen sollte und wir würden uns dann ein schönes Baller-Wochenende machen. Die Idee fand er hervorragend und wollte gleich mit Simone in Kontakt treten. Sobald er wieder klare Wörter sprechen konnte, versteht sich. Matze und ich setzten unsere Reise fort und ich traf an der Bierbude auf den Langen, der meinte mir erstmal zwei Bier ausgeben zu müssen. Ich wies ihn darauf hin, das er doch Flaschenbier nehmen solle, aber da hatte ich dann auch schon zwei Becher mit gezapften Bier in der Hand. Der Geschmack wurde aber verdammt nochmal nicht besser. Ich weiß gar nicht was die für ein Bier genommen haben. Auf jeden Fall hatte ich jetzt zwei Stück davon und den Rest aus meiner Flasche. Stellte sich mir nun die Frage, wie ich vorging. Tank ich zuerst die Falsche aus und stürze mich dann auf die nicht sehr lecker aussehenden Becher oder stelle ich die Falsche erstmal auf Halde und spüle den mit Sicherheit auftretenden Nachgeschmack mit dem Flaschenbier hinweg. Da ich wieder zu Lange überlegt hatte, kam es ganz anders. Matze kam zurück, sah meine missliche Lage und erleichterte mich um die Flasche. Irgendwie habe ich das Gefühl, das ich bei diesem Geschäft nur verloren habe.

Ingo stieß dann auch mal wieder zu uns und Matze verschwand dann aus unerklärlichen Gründen. Nun ja, dann ging ich eben mit Ingo wieder in die Sauna, die dort als innen liegender Discobereich bezeichnet wurde. Wir ergattert uns einen Stehtisch und einen herrlichen Ausblick auf die Theke. Leider habe ich die schwarz haarige Schönheit nicht mehr wieder gesehen, aber die Frauen die waren, waren auch nicht gerade unansehnlich. Die Uhr war aber auch schon weit nach vorne gerückt und mein Aufbruchtermin lag verdammt nahe. Die anderen Westeröder haben zwischenzeitlich schon die Zelte abgebrochen. Es war aber auch höchste Zeit, da alle die am nächsten Tag mit auf Feuerwehrfahrt gingen der deutschen Sprache nur noch rudimentär beherrschten. Schnitzel hatte die typische Rammbockstellung eingenommen. Kopf nach unten und alles was vor ihm war und nicht schnell genug zur Seite springen konnte wurde aus dem Weg geräumt. Zwei Mädels konnten nicht schnell genug reagieren und Schnitzel hat sich Platz gemacht. Kolbi, der hinter Schnitzel ging entschuldigte sich aber dann bei den Mädels. Ein kleines Vögelchen hat mir noch zu gezwitschert, das die ganze Truppe noch bei McDonalds war. Wer schon mal bei McDonalds war und dann kam eine Truppe vollstrammer Westeröder rein, weiß das es kein Geschenk war.

Matze, Ingo und ich sind mittlerweile etwas weiter nach vorne gerückt, da man dort einen besseren Überblick über die heißen Frauen Tanzfläche hatte. Ein kurzer Blich auf meine Uhr verriet mir, das ich jenseits meines Zeitlimit war. Ich haute die restlichen Marken auf den Kopf und sagte das ich nun verschwinde. Matze kam gleich mit und Ingo wollte dann auch gehen. Als ich mich dann in die Waagerechte begab, zeigte meine Uhr 0430 Uhr, mein Wecker war auf 0540 Uhr eingestellt. Ich stellte fest, das ich ein Riesenidiot war und schlief ein.

Der Wecker klingelte und ich mußte ihn erstmal weiter stellen. Der versuch aufzustehen wurde dank meiner Muskeln die nicht mir gehorchten vereitelt. Als ich dann endlich aufgestanden war klingelte auch gleich mein Telefon und Friede war dran. Er nölte mich voll, wo ich denn wäre und das ich doch schon längst da sein wollte. Und er hatte Recht. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und wollte wieder zurück in mein Bett. Der Anschiß den ich mir abholen konnte war gewaltig, aber es gab andere Kameraden, die noch einen größeren Anschiß ab bekamen. Zum Beispiel unser Ortsbrandmeister, der Kai. Der kam nämlich ganz spät und hat sämtliche Termine verpeilt. Als die größte Aufregung vorbei war konnten wir dann los und Friede und ich haben uns auch wieder vertragen. Allerdings schmeckte mein erstes Bier absolut gar nicht. Noch nie habe ich länger für ein Bier gebraucht. Was noch erschwerend dazu kam, war das die Temperatur eher zu nahm als abnahm. Quasi ein Teufelskreis. Auf der Schnellstraße an dem Oker-Stausee entlang, fiel dem Ortsbrandmeister ein, das ihm ja schlecht war. Wir hielten an und er lief draußen rum. Nur die Blamage verhinderte dann das er sich übergeben mußte. Er verbrachte den restlichen Weg auf einem der vorderen Plätze in dem Schoß seiner Freundin. Wie kann man sich nur so vollaufen lassen. Matze hat dann übrigens auch noch in eine Tüte gebrochen.

Die erste Station war Thale, wo der Großteil auf den Hexentanzplatz gefahren ist. Friede und ich sind zu dem Zeitpunkt aber lieber mit zwei Freunden von Friede aus Thale zum Frühschoppen gegangen. Natürlich wurde erstmal gefrühstückt. Danach ging es bei mir aber auch bedeutend besser. Und das Weizen hat auch wieder geschmeckt. Anschließend ging es dann zur Wendefuhrttalsperre, die wir besichtigten. Keine besonderen Zwischenfälle hier, außer den üblichen doofen Fragen bei der Führung. Die Müdigkeit versuchte ein zwei Mal bei der Filmvorführung ich zu übermannen, aber dank Friede blieb ich wach. Nach dem Staudamm kam für mich der eigentlich Höhepunkt. Pullman City.

Die Westernstadt interessierte mich eigentlich nur mäßig. Nur der mechanische Bulle, den wollte ich reiten. Besser wäre es aber, wenn ich mir vorher noch ein wenig Mut antrinken könnte. Also gingen Friede und ich erstmal in den Saloon und stärkten uns bei Burger und einem Pitcher. Die Stimmung war trotz der Nachmittagsstunden grandios. Ein Band spielte und das Bier floß. Doch auf Nachfragen, wo man denn auf dem Bullen reiten konnte, bekam man nur die Antwort, das der Kollege nur Freitags und Samstags Abend in Betrieb wäre. Ich war enttäuscht. Eine ganze Woche freute ich mich auf das Bullenreiten und nun fiel es ins Wasser. An der Wild West Show hatte ich gar keine richtige Freude mehr. Sie besserte sich erst als wir im Anschluß noch einen Pitcher tranken.

Die Rückfahrt ging erstaunlich schnell vorwärts und bei Grillgut ließen wir den Abend ausklingen. Ich entschied aber für mich, das ich diesmal früh nach Hause gehen wollte. 2000 Uhr setze ich mir als Limit. Um 2100 Uhr kam ich dann auch endlich weg. Mein Bett war eine willkommen Abwechslung. Mit der Gewissheit, das der Montag ein ziemlicher Scheißtag werden würde schlief ich ein.

Wenn man Chuck Norris fragt wie viel Uhr es ist, sagt er immer ”Zwei Sekunden bis…“. Fragt man dann ”Zwei Sekunden bis was?“ bekommt man einen Roundhouse Kick ins Gesicht.


Whitsun

05/06/2007

…oder Pentecost wie die Inselaffen englischsprachigen Kollegen sagen oder aber auch Pfingsten, ist nicht nur ein katholisches Fest. Nein, es ist auch die Zeit wo ein Großteil in Westerode ständig unter alkoholischen Einfluss steht, kurz gesagt es ist Schützenfest. In einigen Fällen heißt das vier Tage lang Bier trinken müssen und ab und an auch mal einen Löwentor zwischen zu kippen. Und alles begann an einem ganz normalen Freitag. Ein Freitag auf den ich nicht gerade stolz bin. Doch möge der geneigte Leser sich überraschen lassen.

Ich beschloss, nachdem ich die ganze Woche hart gearbeitet hatte, etwas früher zu gehen und die tüchtigen Schützen die jedes Jahr die Fähnchen aufhängen zu unterstützen. Um 1500 Uhr fiel der Hammer und um ehrlich zu sein konnte ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen um dann zum Fähnchenaufhängen zu kommen, in der Hoffnung einen lustigen Nachmittag mit Unmengen an Bier ein paar guten Freunden zu verbringen. Ich telefonierte kurz nach meiner Ankunft mit dem Gaudo und stieß dann zu der Truppe dazu. Diese bestand aus Böning, Kai, Gaudo, Martin und Bolle. Anfangs sah es noch aus als würde es ja eine nette Truppe sein. Von wegen. Das erste Fähnchen wurde auf gehangen und schon wurde uns die erste Kanne in die Hand gedrückt. Bolle versicherte mir, das sie schon jeder drei Stück getrunken hatten und ich also den Rückstand aufholen mute. Verlegen lachte ich in die Runde, aber Bolle meinte es todernst. Es war ja nun nicht so, das ich die erste Runde nicht gefordert hätte. Die Anderen wollten zwar schon weiter ziehen, aber als dann Nicole fragte ob wir ein Bier trinken wollen, schlug der an trainierte Reflex an und ich sagte automatisch ja. Quälende Minuten später war sie dann auch schon mit den gekühlten Getränken da. Das fing ja hervorragend an. Das Bier lief flüssig rein und hatte genau die richtige Temperatur. Nur der Umstand, das ich so gut wie gar nichts vorher gegessen hatte, machte mir ein wenig zu denken. Aber nicht lange, denn es wurde schon zur weiter ziehen gerufen. Mein Bier war alle, bisher konnte ich also gut mithalten. Nächstes Fähnchen zum Aufhängen war dann bei Martin um die Ecke und als wir das hängen hatten erschien wie durch Zauberhand eine weiter Falsche Bier in meiner Hand. Holla, wenn das so weiter geht, gehe ich jetzt jedes Jahr beim Aufhängen mit.

Nächste Station war dann das Fähnchen bei Vollmers und der evangelischen Kirche. Um es kurz zu machen. Es gab wieder Bier. Aber nur weil wir so toll den schon vorhandenen, aber womöglich tausend Jahre alten Fahnenmasten abgebrochen haben. Zwei Mal! Das Bier schmeckte aber trotzdem und ich mußte zum ersten Mal austreten. Wo wird an dieser Stelle verschwiegen. Aber so langsam machte ich mir Gedanken, wo das ganze hinführen würde, wenn es so weiter gehen würde. Pro Station ein Bier in kürzester Zeit, das wird definitiv nicht gut enden. Um die Gedanken aber weiter zu folgen bleib aber keine Zeit, denn der Bolle, dieser alte Menschentreiber drängte schon zum Weitermarsch, da dunkle Wolken und ein irre guter Bass schlechtes Wetter ankündigten. Vor dem nächsten Fähnchen mußten wir dann die Pause vorher machen, da der Himmel meinte seine Schleusen zu öffnen. Ich war damit einverstanden, da so die Zeit bleib das Bier ein wenig langsamer zu trinken. Von wegen, der Regen wurde kurzzeitig weniger und wir wurden diesmal von Gaudo aufgescheucht. Als hätten die dunklen Wolken nur auf uns gewartet wurde die Niederschlagmenge verdoppelt, als Kai die Leiter erklomm und ich sie sicherte. Aber die Fähnchen hänge wir jetzt auf und dann widmen wir uns wieder dem Bier. Gesagt getan, doch frei nach dem Motto ”No rest for the wicked“ gings weiter. Das nächste Fähnchen ging dann ohne Bier über die Bühne, doch bei Norbert gabs dann wieder eine Kanne, inklusive einkehren in der Vollmerschen Garage, wo wir auch den weiteren Abend verbringen sollten. Doch zuvor warteten die restlichen Fähnchen auf uns.

Der Schwierigkeitsgrad wurde drastisch erhöht. Bei der nächsten Station gab es auf beiden Straßenseiten ein Bier und man kann ja nicht nein sagen. Aber das alleine reichte wohl nicht. Zuerst gab es ein Jever, welches mir natürlich sehr zu sprach und danach gab es ein Einbecker, welches eher nicht zu meinen Favoriten zählt. Weiter gings zum Prinzen, der ja selber mit machte, und da war es mehr als logisch, das die Prinzessin als bald mit einem Arm voll gekühlter Getränke mit Hopfen-Geschmack auftauchte. Man merkte nun so langsam, das diese abgeschwächte Form der Druckbetankung so langsam anfing zu wirken, denn der Gang wurde langsamer und ging in manchen Fällen nicht mehr ganz so geradeaus. Aber wir hatten ja noch einen Auftrag zu erfüllen. Bis hoch in die Mühlenstätte bleib der Weg recht trocken. Ich bot zwar an bei mir ein Bier zu trinken, aber Bolle trieb uns vorwärts und eröffnete uns, das wir noch die ganze Blumenau mit etlichen Stationen vor uns hatten. Und außerdem erwartete und bei Steibs ein 6er-Träger für unsere erbrachten Mühen. Allerdings war die Koordination zwischen den Leuten die die Fähnchen auf hingen nicht mehr ganz so gegeben. Es kann aber auch an der teilweise undeutlichen Aussprache aller Beteiligten gelegene haben. Dann kam die Blumenau. An sich ja ein Spießroutenlauf mit einer Unmenge an Station. So langsam fängt es auch an, das bei mir die Erinnerung lückenhaft wird.

Das nächste Bier gab es dann wieder bei Familie Senger. Dank unserer Überredungskünste schaute Sebastians Mutter dezent weg, als er sich ein Bier aufmachte. Ist ja auch schon alt genug. Doch wehe, wir standen zu lange an einem Posten. Da drängte der Gaudo und der Bolle, nun im Zweierpack, zur weiteren Aufnahme unserer Route. Dabei hatten wir nicht mehr viel. Nun kamen wir zu Pfusch und ich hatte schon von den Gerüchten gehört, das es dort halbe Liter Wicküler geben sollte. Eigentlich ein Sargnagel für jeden der gerade Druckbetankung macht. Aber ich wollte Vorbereitet sein und vor allem wollte ich den halben Liter schaffen. Zu unserer großen Überraschung gab es dann sogar Krombacher, zwar auch in halben Litern, aber wenigstens schon mal ein Aufstieg zum Wicküler. Und trotzdem mußten die Kannen rein. Zu erwähnen ist hier einmal, das Gaudo gar nicht zur Eile aufrufen durfte da er ja nur aus einem 0,2 l Glas trank. Er teilte sich quasi jedes Bier mir Martin und da kann man natürlich gut bei aussehen. Während wir anderen schon aussahen, als hätten wir eine Brauereibesichtigung hinter uns guckten sie noch relativ frisch aus der Wäsche. Die Betonung liegt in dem voran gegangenen Satz auf ”relativ“. Bei der Gelegenheit des Fähnchen aufhängens an der Straßenlaterne zerstörte Kai gleichzeitig die Straßenlaterne. Er entfernte einfach den Glasschutz um die Laterne und versuchte sie dann dilettantisch zu reparieren. Dabei stieg er auf einen mit Stahlspitzen gespickten Zaun und bohrte eine der Spitzen durch seine Sohle. Manchmal frage ich mich echt ob er das nicht mit Absicht macht. Nachdem dann der halbe Liter weggeputzt wurde setzten wir unseren Marsch fort und ich muß sagen, das ich froh war zunächst kein Bier zu bekommen. Aber wir haben nicht mit dem David gerechnet und dem Kalle Vogel. David kam nämlich mit Löwentor raus. Auf Nachfragen, ob ich nicht lieber ein Bier haben könnte, meinte er nur, das er keins mehr hätte. Klasse, dann muß ich jetzt auch noch Löwentor trinken, als ob mir nicht schon schlecht genug wäre. Zum Glück konnte Kalle Vogel unsere Gedanken lesen und kam mit einer Runde Bier raus. Damit war das Fähnchen aufhängen vorbei. Wäre jetzt Schluß gewesen, dann wäre alles gut gewesen. Ich hätte einfach nach Hause gehen sollen und mich ins Bett legen sollen. Aber wir mußten ja noch zu Norbert gehen. Böse Zungen behaupten ich hätte alle noch angetrieben, da ich so einen großen Durst hatte. Also ich würde solchen Gerüchten keinen Glauben schenken, aber das ist Jedem selbst überlassen.

Bei Norbert war schon gut was los, denn die andere Truppe war schon längst angekommen. Diese bestand aus Florian, Beule, Porno und Görtler. Nüchtern betrachtete eine Biervernichtungskompanie im kleinen Format, aber mit großer Leistungsfähigkeit. Nun ja, wir machten uns dann erstmal über das Essen her und ich machte einen der größten Fehler meines Lebens. Zum zweiten Mal. Ich setzte mich zu Bolle an den Tisch. Nachdem dann dem Magen feste Nahrung in kleinen Mengen zu geführt wurde, da ich nicht genau wusste wie mein Organismus auf feste Nahrung reagieren wurde, erscheinen wie aus dem Nichts Schnapsgläser und man stellte mich vor die Wahl des Löwentors oder des Obstlers. Ich vermisste ein wenig die Wahl des Verzichten, aber die gab es nicht, wie man mir später mitteilte. Ich entschied mich also für den Obstler, da ich wohl Löwentor noch genügend genießen müsste. Aber es kam noch Schlimmer. Ich mochte den Obstler. Das ist quasi ein Super-Gau. Nun trank ich fast jede Runde mit.
Es war aber beruhigend zu sehen, das die andere Gruppe ebenso stark alkoholisiert war wie wir. Denn Porno stellte sich zum Pinkeln an die Hecke von Vollmers und die ist nicht gerade klein. Görtler war zufällig auch draußen und plötzlich gab ein rumsen und Porno ist durch die Hecke gefallen und beschuldigte Görtler des Schubsens. Das Problem war nun, das Görtler ca. 8 Meter von Porno weg stand und nun ein Porno-großes Loch in der Hecke war. Er versuchte das Loch ein wenig zu kaschieren, aber das sah dann erst Recht nach Porno aus.

Da wir aber nicht genug kriegen konnte, gingen wir nachdem wir bei Norbert genug Bier und Schnaps getrunken haben noch zum Schützenhaus, da dort Disco war. Das glaube ich zumindestens. Denn ich kann mich noch dunkel daran erinnern, das ich mir zu Beginn gleich mal zwei Mischungen Havana Club bestellte. Nun müßte der Bericht vom Freitag eigentlich enden, da ab jetzt mir sämtliche Erinnerungen fehlen. Es gibt nur so einige Flashbacks und Erzählungen. Den Erzählungen schenke ich aber wenig Glauben. Zu den Flashbacks gehören auf jeden Fall die Kathrin, die da war und mindestens genauso voll war wie ich. Sie hatte aber noch Kerstin mit ihren großen… und Heike dabei. Und ich kann mich auf jeden Fall daran erinnern, mit ihr den ganzen Tag über geschrieben zu haben. Dann gibt es noch die Erzählungen, die da behaupten ich hätte getanzt, mit diversen Frauen gekuschelt und so stramm gewesen, das ich Getränke bestellt hätte, aber anschließend vergessen habe wem ich sie ausgeben wollte. Also zumindestens die Letzte Aktion hört sich für mich definitiv nach Schützenfest an.

Ich erwachte in meinem Bett ohne Erinnerungen, wie ich da hin gekommen bin oder warum ich da hingegangen bin. Ich wusste nur, das ich am Nachmittag noch Jugendfeuerwehr hätte, worauf ich absolut gar nicht in der Verfassung war mich total freute und das ich nie wieder beim Fähnchen aufhängen mit machen werde. Der Tag ging also an mir vorbei und in den frühen Abendstunden fühlte ich mich so langsam besser. Es könnte auch daran gelegen haben, daß das Vereinsschießen anstand und ich mir Friede vorher Verkehrssicherung machen mußte. Wir trafen uns frühzeitig um die Strecke zu besprechen ein Weizen zu trinken. So verrückt es sich anhört, aber danach ging es mir bedeutend besser. Der Weg der Schützen verlief erfreulicherweise recht unspektakulär. Hieß soviel, das alle Durst hatten und schnell ins Schützenhaus wollten, da es dort Bier gab und dort eh das Vereinsschießen statt fand. Da ich für die Feuerwehr mit schoß, konnte ich gleich da bleiben. Und so besetzte ich mit Friede gleich mal einen Tisch und wir ließen uns so langsam aber sicher auf die Biere ein. Es war Hasseröder, zwar vom Faß, aber das macht es nicht unbedingt besser.

Doch bevor es richtig los ging mit dem Schießen mußten wir warten. Dummerweise waren früher als geplant zurück im Schützenhaus und mußten nun auf die noch fehlenden anderen Vereine warten. Was macht man also mit soviel Zeit die man über hat. Genau, man hält sich ans Bier um ein paar mehr als notwendig in sich rein zu schütten. Ich tingelte also ein wenig zwischen draußen und drinnen umher und trank hier mal eins und dort mal eins, bis es dann endlich los ging.

Die Truppe der Feuerwehr bestand aus Holger, Friede, David, Kai und mir. Und ich wurde auch noch als Joker platziert. Das sind ja so Sachen die mir gar nicht passen, denn wenn man dann als Joker scheiße schießt kriegt man doppelt und dreifach auf den Sack. Von den Mannschaftskollegen. Kai ging also los und mußte unsere Startnummer ziehen. Wie auch die letzten Jahre enttäuschte er uns nicht und zog ungefähr die letzte Startnummer. Er war auch so freundlich und zog für die zweite Truppe der Feuerwehr auch gleich eine Nummer. Das war dann die letzte Startnummer. Irgendwie nehmen wir uns jedes Jahr vor ihn nicht mehr ziehen zu lassen, aber dann drängelt er sich nach vorne und zieht mit fast schon teuflischer Sicherheit einen Startnummer die im hinteren Bereich angesiedelt werden kann. Was das bedeutet dürfte jedem klar sein. Späte Startnummer bedeutet soviel wie keine gute Platzierung in Aussicht, da der Alkoholpegel schon jenseits der messbaren Grenze sehr hoch war. Also ergaben wir uns unserem Schicksale und orderten gleich eine Doppelrunde. Bier für die ganze Feuerwehr. Das alte Spiel mit den Marken in die Mitte werfen war schon selbstverständlich.

Nun hieß es also warten und betrieb ich das allseits beliebte Rundenhopping. Man bewaffnetet sich mit einem oder mehreren Markenpaketen und setzt sich hier mal dazu und dort mal dazu und trinkt ein bis 35 Runden mit den Leuten. Schließlich muß man ja was für den Umsatz des Schützenverein tun. Die Bedienungen bezahlen sich ja schließlich nicht von selbst. Und auch da darf ich dem Schützenverein ein Lob aussprechen. Zwei von Vieren sahen sehr annehmlich aus. Ich hoffe den Tag noch erleben zu dürfen, an dem alle Bedienung gut aussehen. Aber in zwei Jahren haben wir ja einen Festakt von der Feuerwehr, da werde ich mich persönlich in den Bedienungen-Ausschuß einschmuggeln setzten und die Auswahl treffen. Ich habe auch schon eine Vorstellung des Auswahlverfahrens. Ein paar beinhalten weiße T-Shirts und ein B-Strahlrohr. Ich muß noch ein paar freiwillige Helfer finden. Aber erst zu gegebener Zeit.

Draußen vor dem Zelt hat sich der Ferrari-Club ein wenig fest gesoffen. Dort ließ´ich mich also nieder, was sich kurze Zeit als großer Fehler herausstellte, denn dort bleib ich sitzen und war nun in einem höllischen Runden-Zyklus gefangen. Teile der Ferraris tranken schon Mischungen und Teile hatten sich zur Aufgabe gemacht die gesamte Speisekarte der Fressbude zu testen. Böse Zungen behaupten jetzt das diese Teile zu den gleichen Menschen gehören. Naja, Schwager hatte sich irgendwie an der Fressbude festgesetzt, was aber nichts Neues war wie jedes Mitglied der Ferrari-Truppe bestätigen kann. Und Schwager war es auch der Mischungen in sich rein kippte, im Verbund mit Martin. Und der Rest saß halt daneben und versuchte die Umstiegsgrenze noch ein wenig nach hinten zu schieben. Das jedenfalls war mein Plan. Dummerweise hatten die Ferraris durch gemeinen Betrug durch glückliche Umstände eine frühe Startnummer gezogen und konnten schon früh das Gewehr schwingen. Wir hingegen mußten noch ein wenig mehr Zielwasser trinken. Was dann auch im Eiltempo geschah. Doch aufstehen half nichts, irgendwo traf man dann wieder auf den Zirkel der Runden.

Kurzzeitig war ich mal wieder drinnen um die Läge zu überprüfen. Aber der Wechsel zwischen der frischen Luft vor dem Schützenhaus und der Wand die mal vor Urzeiten Luft war im Schützenhaus. Warm und stickig und Frischluft vertragen sich ja nicht so gut. Vor allem nicht wenn man von dem einen Medium in das andere wechselt. Und drinnen muß man zwangsläufigerweise an der Theke vorbei. Dort wird man dann von alkoholisierten Personen angesprochen, die zu viel Bier für eine kleine Runde gekauft haben. Aber da bleibe ich doch immer gerne stehen, vor allem weil man so auch die Bedienungen ein wenig im Auge haben kann. Jedenfalls zwei davon. Plötzlich rang an mein Ohr das dringendst die Gruppe gesucht wird die die Startnummer 25 hatte. Langsam nahm die Information den Weg von meinem Ohr in das Informationszentrum. Durch die große Umleitung des Blutes vom Hirn in die Leber war die Reaktion sehr langsam. In Windeseile suchte ich also die Leutchen meiner Gruppe zusammen. Ich muß jetzt nicht extra erwähnen, das alle Anderen in der Gruppe ein ähnliches Programm wie ich durchgezogen haben. Im Schießstand wurde es dann noch schlimmer. Der immense Alkoholkonsum ließ einen dazu hinreißen, ein paar blöde Sprüche zu klopfen und das Gelächter erschwerte die Konzentration beim Schuß noch mehr. Welche Konzentration? Um ehrlich zu sein, konnte ich mir eh nicht mehr so gut konzentrieren und peilte ungefähr die Mitte der Schiebe an. In diesem Jahr nahmen wir nämlich nicht die üblichen Glücksscheiben, die aussahen als hätte sie van Gogh im Absinth-Rausch gemalt, sondern eine Scheibe die aussah als wäre sie ein fertig ausgefülltes Sodoku-Spiel. Mir war es Wurst, da ich eh nicht mehr registrieren konnte, welche Zahlen alles drauf waren oder wo welche Zahl stand. Irgendwie lenkte ich das Gewehr in die Mitte der Scheibe und drückte ab. Was mich auch mit zwei Neunen belohnte. Die Dritte Zahl war aber noch geheim, zwecks Erhaltung der Spannung.

Die zweite Truppe der Feuerwehr kam gleich nach uns dran und wir konnten uns wieder dem widmen was wir den ganzen Abend so erfolgreich begannen haben. Dem exzessiven Bierkonsum. Draußen tobte mittlerweile ein Sturm und unser aller Lieblings-Kai kam auf die fixe Idee durch das Dorf zu fahren und zu gucken ob irgendwo Bäume schief standen. Wer suchet der findet und er trommelte die letzten paar Heißkisten zusammen und sie machten sich auf den Weg. Ich entschied für mich selber, das ich dazu nicht mehr in der Lage war und trank noch ein paar Bier. Da aber der zu fällende Baum quasi auf meinem Heimweg lag schaute ich doch noch vorbei. Denn im Schützenhaus war nicht wirklich mehr viel los. Die Sägearbeiten waren schon auf Hochtouren und ich überrascht was wir doch für gute Ausleuchtmöglichkeiten hatten. Der Regen floß in Strömen und naß war ich eh schon. Ich wartet also noch den Fall ab und dann ging ich nach Hause. Nun bin ich am Rätseln, wie ich ein komplettes Video um 90° drehen kann. Falls jemand eine Idee hat, dann schreibe er mir bitte eine mail oder eine Nachricht. Ich wäre ihr oder ihm sehr verbunden.

Sonntag Morgen, der Wecker klingelt und ich mußte meine Gedanken sortieren, warum er denn überhaupt klingelte. Aha, Schützenfest und Sonntag, bedeutet also Kirchgang mit anschließendem Frühschoppen. Dann wollen wir mal. Die Grundreinigung mußte schnell von statten gehen, da ich mir einen sehr engen Zeitplan gesetzt hatte. Ich hasse ja schon von sich aus Krawatten, aber die Schützenkrawatte gehört zu meinen Negativ-Favoriten. Ganz einfach, es ist eine Krawatte mit Emblem und das muß natürlich akkurat unter dem Knoten sitzen. Nach dem 23 14 3ten Mal hatte ich es dann auch endlich hin bekommen. Das Brötchen wurde noch auf dem Weg zum Treffpunkt inhaliert und so konnte ich mich gerade noch rechtzeitig dem auf brechenden Zug anschließen. Komischerweise führte mich der Weg aber nicht in die Kirche, sondern zu Gojo in den Garten, wo ein vorgezogener Frühschoppen statt fand. Sehr seltsam ich mußte wohl irgendwo falsch abgebogen sein, denn an der Kirche war ich ja. Nichts desto trotz nahm ich zwei Gerstenkaltschalen zu mir und war dann wieder an der Kirche um nach der Totenwache, den richtigen Frühschoppen in Angriff zu nehmen. Man muß hier erwähnen, das er teilweise sehr ausarten kann.

Es dauerte wirklich nicht lange, bis dann die erste Frage, nach einem kollektivem Markentopf gestellt wurde. Wie auf Kommando wurden die Markenpäckchen in die Mitte geworfen und das Unheil nahm seinen Lauf. Runde um Runde kam ran und es gab keine Rücksicht auf Verluste. Selbst eine Flucht nach vorne auf die Toilette half nichts. Wenn man Pech hatte und zu lange brauchte, kam man wieder zurück an den Bierwagen und fand zwei Bier vor. Da man nun den Rückstand aufholen mußte schüttete man das Hasseröder nur noch in sich rein. Von Vorteil bei solchen Aktionen ist es, wenn man seine Geschmacksnerven temporär abschalten kann, damit sie nicht zu viel Schaden nehmen können. Es wurde auch die Möglichkeit geboten, auf den Volkskönig oder, für manche Privilegierte, auf den Ratskönig zu schießen. Betrachtete sich aber die Wartezeiten beim Schießen, war es nicht sehr ratsam, dort hin zu gehen, da einen ansonsten wahrscheinlich ein 10 l Eimer mit Bier hingestellt werden würde, kommt man zurück in die Runde. Wenige Runden später hat sich der Markenberg erstaunlich erweitert, da immer mehr Leute in die Runde kamen. Was tut man als um den Marken nicht die geringste Chance zu lassen? Man bestellt eine Runde Schnaps. Für mich ja sehr tödlich. Aber bevor ich mehr wehren konnte, stand der Löwentor schon vor mir. Und er mußte runter. Es gibt gewisse Verhaltensregeln beim Schützenfest. Es war kein Geschenk, es sei den man betrachtete Schläge ins Gesicht als Geschenk oder mag sie. Ich entschied mich nun meinen recht guten Platz am Tisch aufzugeben um der nächsten Löwentorfalle zu entgehen. Außerdem war Ellen gerade gekommen und ich konnte mich ein wenig mit ihr unterhalten.

Die Uhr rückte langsam vorwärts in Richtung High Noon und das ist ja dann meistens die Zeit wo sich dann der Großteil der Runde zerschlägt. Ich jedoch setzte mir ein Zeitlimit von 1300 Uhr und wollte es fest einhalten. Also blieb mir eine weiter Stunde in der ich mich mit mäßig schmeckenden Bier betrinken konnte. Ich weiß, ich neige zur Selbstgeißelung. Als die Stunde dann um war, meldete ich schon frühzeitig mein Ausscheiden aus der Runde an und wurde gleich mit einem Bestechungsbier versorgt. Aber es half nichts. David wollte mich zwar überreden, noch zu bleiben, aber ich bleib eisern und ging nach Hause um mich mit einem Brötchen zu stärken. Das Mittagessen wollte ich dann doch genießen und hob es mir für Abends auf. Diesmal folgte ich sogar meinem Plan und legte mich sogar bis 1800 Uhr nochmals ins Bett. Der Abend konnte lang werden. Wie ich dann später erfahren mußte hat David einen neuen Rekord aufgestellt. Er hat dann tatsächlich den Frühschoppen bis 1700 Uhr durchgezogen. Aber als kleine Wiedergutmachung hat er Ellen eine Platte mit diversen Kuchen mitgebracht. Ich hoffe sie haben den Rückweg gut überstanden.

Um 1930 Uhr traf ich mich dann mit Vokke und wir traten den Weg zum Schützenhaus an, um den Abend stilvoll zu beginnen. Bier en masse und eventuell ein paar Löwentor, falls man ihnen nicht ausweichen konnte erwarteten den aktiven Schützen. Nachdem dann der Eintritt belatzt wurde kam man nicht so weiteres an der Theke vorbei. Dummerweise Praktischerweise waren wieder die gleichen Bedienungen wie am Vorabend geladen, so das diese schon wissend lächelten wenn man an der Theke stand. Trotzdem beschlichen mich ein paar ungute Gedanken, das ich vielleicht etwas sehr Dummes den Vorabend angestellt haben könnte. Aber so etwas zieht sich immer durch solche Feste, an denen man an drei Tagen an der gleichen Lokalität zugegen ist. Wir begannen die Runden erstmal sanft mit einer Runde Bier. Doch die Runde wurde schnell größer und man hatte schon wieder den gleichen Effekt wie am Morgen, nur das diesmal keine Marken in die Mitte geschmissen wurden, sondern das diesmal jeder irgendwie eine Runde gab. Selbst die Flucht nach draußen half nicht, denn die Biere folgten einem. Was ich nun nicht unbedingt schlecht. Aber man mußte aufpassen, das man einen guten Sitzplatz bekommt. Aber im Aufpassen waren wir noch nie gut und deswegen haben wir den ersten Tisch an der Tanzfläche bekommen. Und das war kein guter Tisch. Aber wir fanden uns damit ab. Vokke und ich haben mittlerweile Gesellschaft von sTeini und Jens bekommen und kurz darauf traf auch der Morchel im Gebäude ein. Nun konnte der offizielle Markentopf eröffnet werden.

Schamlos nutzten wir es aus, das die Bedienung unseren Tisch regelmäßig passierte. Somit bekamen wir immer dann eine Runde, wenn einer der weiter hinten liegenden Tische etwas bestellt hat. Und diese Tische wurden regelmäßig frequentiert. Da nun der Bierkonsum drastisch nach oben ging, konnte es schon mlavorkommen, das die gute Steini ihren Anteil nicht so schnell schaffte. Was sich als großes Manko herausstellte. Morchel, der ja ein sehr guter Beobachter ist, orderte gleich erstmal eine Runde frischen Löwentor. Die Ausrede das ich das wegen einer akuten Magenverstimmung nicht trinken darf zog kein bisschen. Im Gegenteil ich wurde eher ausgelacht und begab mich auf den Weg in einen Teufelskreis. Nun nutzte Markus unsere geistige Verwirrung derart hinterlistig aus und bestellte regelmäßig Löwentor, der auch immer getrunkne wurde. Erwähnte ich schon meinen Hang zur Selbstgeißelung?

Nun ist es ja auch so, das eine Tanzband spielt und das bedeutet das auch getanzt werden muß kann. Steini setzte also ihren Hundeblick auf und fragte ganz lieb ob ich denn mit ihr ein paar Runden über das Parkett drehen kann. Ich kann diesen Blick nicht ausstehen, denn er läßt einen ganz dumme Sachen machen. Wenn Frauen so einen Blick aufsetzen, dann kann man plötzlich alles. Eine Waschmaschine in den dritten Stock hoch tragen? Kein Problem! Sich mit einem Katapult vor einen fahrenden Zug schießen lassen? Eine der leichtesten Übungen! Gut, mit Steini tanzen ist nicht annähernd so schlimm wie das oben erwähnte, aber wenn man so gerne Tanzt wie ich, dann ist es schon eine Meisterleistung von Steini mich dazu zu bewegen. Aber ich tat ihr den Gefallen ja gerne. Wenn dann nur nicht immer die Sprüche kommen würde, das man ja doch tanzen kann und man es ruhig öfter machen sollte. Während des Tanzen kam mir dann aber die Lösung des Löwentor-Problems. Die Flucht an die Theke. Und das schlug ich auch gleich vor. Theke heißt zwar erhöhter Bierkonsum, aber auch das man sich vor einer Runde Löwentor verstecken kann, indem man z.B. schnell ein Gespräch mit den vielen herum stehenden Strammsäcken Leuten anfängt. Wo wir gerade beim Thema sind. Philip und Schnitzel sind übrigens auch sehr begabte Paartänzer. Besonders wenn sie miteinander tanzen. Solche Paare sieht man nur beim Schützenfest. Vor Jahren wurde schon so ein begabtes Paar gesehen. Gerüchteweise waren es Bierpumpe und Leiche Leider sind sie unerkannt verschwunden.

Theke bedeutet auf, das man schnellen Zugriff auf thekentypische Utensilien hat. In diesem speziellen Fall, waren Eiswürfel. Matten, Jens und Eiswürfel waren eine gefährliche Kombination. Das erste Opfer wurde ich. Trotz meines Versuch meine Krawatte so eng wie möglich zu schnüren gelang es dem Jens mir ein Eiswürfel unter das Hemd zu stecken. Die scharfen Kanten waren gar nicht das Schlimmste, sondern das der olle Eiswürfel schnell mal das Wandern anfängt. Aber ich habe ihn entfernt und es sogar hin bekommen den Schlips wieder richtig zu binden. Trotz des Löwentorfaktors. Wieder zurück im Hauptsaal entdeckte ich schon das nächste Opfer der Zwei. Morchel , aber dem war schon wieder alles egal und ließ die Eiswürfel die Wanderschaft in die Unterhose fortsetzen. Bis dann irgendwann seine Mutter ankam und fragte ob er denn die Hosen voll hätte. Gott sei Dank haben die Bedienungen dem ganzen zu dem Zeitpunkt schon ein Riegel vorgeschoben und den Kasten mit den Eiswürfeln aus der Reichweite entfernt. Als Dank gab es erstmal ein Löwentor. Mein voller Respekt gilt der Bedienung, deren Namen ich nicht kenne die ihn geschluckt hat und das Gesicht nur minimal verzogen hat. Ich kriege so was nicht hin.
Zu späterer Stunde tauchten auch noch Köppel und Näppchen auf, die sich erst recht schüchtern an der Tür rum drückten. Aber nach ein paar kurzen überredenden Worte meinerseits trauten sie sich rein. Das erste was Morchel dazu einfiel, war eine Runde Löwentor zu holen. Irgendwie macht mir das Angst, aber selbst nach dem x-ten Löwentor schaffte ich es nicht ohne drastische Entgleisungen des Gesichts den Löwentor zu trinken. Zum Glück gab es weiterhin Bier in einer großen Auswahl. Denn die Bestellung des Biers steig drastisch an. Es wurde nun nicht mehr drauf geachtet, ob man noch was hatte, sondern einfach bestellt, was das Zeug hielt. Man hatte nun die Wahl zwischen verschiedenen Formen des abgestanden Biers. Vorteilhaft war natürlich der Umstand, das es einem egal ist, was man sich rein kippte. Doch der Umstieg auf Mixgetränke stand bevor. Allerdings vertrete ich noch den Standpunkt, das man nichts umkommen lassen darf, also mußte erst das Bier ausgetrunken werden, bevor ich was anderes trinken darf. Ich konnte nun nur noch hoffen, das mir niemand mehr einen ausgibt.

Dann kam auch noch Näppchen auf die Idee mit mir das Tanzbein zu schwingen. Und Näppchen gehört auch zu den Frauen, denen ich solche Bitten nicht abschlagen kann. Also wurde wieder die Tanzfläche unsicher gemacht. Die Musik-Kombo entschied sich aber nun spontan dazu mal was langsames zu spielen. Und das kann ich wirklich nicht. Erschwerend kam hinzu, das Näppchen das auch nicht konnte, das war jedenfalls ihre Aussage. Dank unseres erhöhten Alkoholpegels wurden schlimmere Verletzungen verhindert. Wir strukelten nur so über das Parkett und müssen ein nettes Pärchen abgegeben haben. Und im Anschluß gab es dann aber wieder was zu trinken. Hatte man doch fast ganze drei Minuten ohne das kühle Naß ausgehalten. Auf jeden Fall hatten wir Spaß und die Zuschauer bestimmt auch.

So langsam kam dann die Zeit wo auch einmal im Schützenhaus die Lichter angingen. Zum Glück war ich zu der Zeit draußen und telefonierte mit Kathrin. Die war nämlich in Göttingen unterwegs und wollte noch vorbei kommen. Ich riet ihr davon ab, da schon Aufbruchstimmung herrschte, doch sie wollte unbedingt nochmal vorbei kommen. Wieder drinnen war es hell und ich dachte schon ich hätte mich im Raum geirrt. Aber dem war nicht so, doch glücklicherweise bekamen wir noch was zu trinken, während Matten E. die Kasse machte. Morchel hingegen nutze die Gelegenheit und testete mit seinem Kopf die Schlafmöglichkeiten der Tische im Schützenhaus. Und kam kam Kathrin, Kerstin (inklusive ihren großen …), Heike und Tobi. Aha, Nachtigall ich hör dir trapsen. Nach einer eher strukeligen Umarmung, was aber rein an mir lag, setzten sie sich kurz hin und wir redeten noch ein wenig. Ich teilte mir dann noch mit Kerstin mein letztes Bier. Ja, ich teile mein Bier mit einer Frau und das lag nicht an ihren großen…. Sie hatte halt Durst und ich bot es ihr gerne an.

Dann wurde es Martin zu bunt und schmiß uns raus. Morchel konnte gerade noch so gehen. Schnitzel entschied sich kurzer Hand dazu bei Kathrin mit zu fahren. Ob Platz war oder nicht. Ich biß dann mal in den sauren Apfel und dachte mir es wäre besser den Morchel nicht alleine gehen zu lassen. Und dann waren da noch Hüfte und Porno. Weiter Kommentare erspare ich mir an dieser Stelle mal. Die Wegbegleitung für Morchel ging bis zu Kellner gut und dann zog sein Schritt ganz schön an. Ich verabschiedete mich noch von Hüfte und wir entschieden, das sie mich kontaktieren sollte, falls Morchel noch in irgendwelche Schwierigkeiten geraten sollte. Kurz darauf schaltete ich mein Telefon aus. Aber es kam kein Anruf mehr und ich schlummerte selig in meinem Bett ein.

Der Montag kam sehr überraschend. Und das Wecksignal auch. Also wurde sich noch schnell frisch gemacht. Ein Brötchen auf die Faust genommen und der schwere Weg zum Schützenhaus angetreten. Doch diesmal nicht nur zum Frühschoppen, sondern auch zum Königsschuß. Eigentlich ein Schuß wie jeder andere und doch geht einem der Stift und man ist nervös. Um sich erstmal zu beruhigen und um die geistreichen Sprüche zu verdauen, wurde erstmal Bier geordert. Das Gute an solchen Tagen ist, das man am Tag nach dem Ballern, Marken in Taschen (und an Stellen) findet, von denen man gar nicht gewusst hat, das man sich dorthin welche hingesteckt hat. Das Ergebnis ist, das nun jeder einem was ausgibt, da jeder seine Marken los werden will. Nach drei Pils war dann die Hand aber ruhig genug und ich entschied mich zum Königsschuß. Die Probe ging komplett in die Hose, aber der Königsschuß gelang besser. Er war zwar nicht genau in der Mitte, aber irgendwie habe ich ihn dorthin gewackelt. Wie sich später bei der Proklamation raus stellte, war es nur eine 8, aber besser als eine Fahrkarte, wie Vokke wie andere Leute. Nicht böse gemeint.

Nachdem dann die größte Hürde für den Tag gemeistert war konnte man sich wieder den angenehmen Dingen widmen. Denn die Marken mußten ja alle werden. Also fand man sich erstmal vor dem Schützenhaus ein um dort eine sitzende Position einzunehmen. Ich setzte mich mit Steini und Heike an einen Tisch und kurze Zeit später war ich umringt von Frauen. Was aber nicht ganz so schlimm war, denn Heike und ich gaben uns gegenseitig einen aus. Wenn man den Rest des Tages betrachtet, dann muß man jede Gelegenheit zum Sitzen nutzen. Zum Bier trinken vielleicht nicht, aber das kann man so prima nebenbei machen. Als dann das Essen so langsam an gerollt kam, machte man sich langsam auf den Weg nach drinnen. Langsam, weil man ja nicht einfach so an einem der vielen Stehtische vorbei gehen kann, wo man unter Umständen noch ein Pils in die Hand gedrückt kriegt.

Das Essen war recht lecker und ich muß sagen, das ich es in diesem Jahr irgendwie vergessen hatte mir zum Essen eine Cola zu bestellen. So ein Ärger aber auch, da mußte ich dann wohl oder übel Bier trinken. Und die Marken mußten auch alle werden. Dann kam die Proklamation. Zum Glück bin ich kein König geworden. Dafür aber ist die Hüfte Jungkönigin, Ramona Jugendkönigin und Jenny Schützenkönigin geworden. Damit war der Abend gerettet. Ballern im Schützenhaus hieß die Devise. Aber erst nach dem Marschieren, welches kurz nach dem Essen starten sollte. Aber für ein bis drei Pils blieb immer Zeit. Auch wenn man das letzte Bier kurz vor Abmarsch in die Hand gedrückt bekommt. Das wiederum wurde so schnell rein geschüttet, das sogar die Leber sich über zu viel Arbeit beklagte. Doch man sollte lieber Reserve anlegen, denn wer weiß man wieder was zu trinken bekommt.

Die erste Getränke-Station war bei Johannes, der am Pfingstmontag 50 geworden ist. Schnitzel hatte übrigens auch Geburtstag, aber er wollte es geheim halten. Hat eher nicht so geklappt. Nun ja, Johannes gab also einen auf seinen Geburtstag aus und vor allem probierte er den Kleinbagger aus, der vor seinem Haus stand. Hingebracht wurde er von Patrick und das Loch in den Vorgarten hat dann der Johannes gemacht. Ich forderte ihn zwar auf doch durch zu ziehen, aber er erwiderte nur, das es so Ärger mit seiner Frau geben würde. Aber das Wichtigste war, das es Krombacher gab. Gut, das ist zwar kein Becks oder Holsten, aber nach dem Hasseröder war es eine wahre Wohltat. Zum Nachteil war aber, das man bei den Schützenumzügen immer sehr wenig Zeit hat. Das bedeutet soviel wie Druckbetankung. Leider läuft das Bier bei mir immer nicht so schnell rein. Ich kann zwar viel trinken, aber das braucht immer so seine Zeit. Und wenn man dann noch so einen Schleifer wie Bolle im Nacken hat, dann kann man sich gar nicht mehr auf die wichtigen Sachen wie Schlucken oder das Geschluckte unten behalten konzentrieren und braucht noch länger für sein Bier.

Die nächste Versorgungsstation lag dann auf direktem Wege. Es ging hoch zu Berni, der Schützenkönig geworden ist. Wieder hatte ich das Glück das ich ein Krombacher erwischen konnte. Doch ich sah aus den Augenwinkeln, das im Verpflegungswagen schon die ersten Hasseröderkisten zu sehen waren. Das hieß doppelte Obacht bei der Schützenkönigin. Aber zunächst mußte das Bier erstmal vernichtet werden. Während man dann so da rum steht wird allerdings schon eine Menge Schieße gelabert. Und ganz schlimm sind dann die Leute die vorsichtshalber einen Schirm mitgebracht haben. Der wird dann zweckentfremdet und auf den Kopf von bestimmten Leuten gehauen oder mal im Schrittbereich vorbei geführt. Was dann bei dem durchaus matschigen Boden einen dreckigen Hosenlatz zur Folge hat. Man sieht nicht nur aus wie eine Sau, sondern macht auch noch den Anschein, als hätte man schon die magische Promille-Grenze überschritten. Aber eine gut trainierte rechte Hand und ein sauberes Taschentuch schaffen hier Abhilfe. Egal, was der Leser jetzt denkt: So war das nicht gemeint!
Im Anschluß ging es nicht gleich zur Schützenkönigin, sondern wir holten erstmal die Jugendkönigin Ramona ab. Und kaum stand man fünf Minuten wurden schon die ersten quengelig und verlangten nach Bier und das man endlich weiter marschieren sollte. Wurde dann auch gemacht und bei der Schützenkönigin gab es dann endlich wieder Bier. Doch diesmal war ich nicht schnell genug. Ich erwischte leider nur noch ein Hasseröder. Traurig setzte ich mich in eine Ecke Ich ertrug es und trank das Bier trotzdem Auch wenn es jetzt geschmacklich ein Abstieg war, ist es immerhin ein Bier. Hier wurde dann der Florian zum ersten mal mit einer Cola gesichtet. Während des Essens hatten wir ja schon ein Gespräch, das er der Meinung war, das Patrizia auf ihn sauer sei, weil trotz seines Versprechens keine Cola getrunken hatte. Ich gab ihm also ein paar Tips und dann ließen wir wieder unsere ”der Barbara ist so schön gelaufen“-Sprüche los. Nun trank er jedenfalls Cola.

Der weitere Weg mußte nun ohne weitere Getränkestops ausgehalten werden. Und ich muß ehrlich sagen, das es gar nicht so verkehrt war, denn ich hatte schon leicht einen im Kahn. Das aber schob ich auf die viele frische Luft. Das war mein Gehirn gar nicht mehr gewohnt. Und so weit war das Schützenhaus dann auch nicht mehr entfernt. Unten wieder angekommen, mußte erstmal die Zeit bis zur offiziellen Königsfeier überbrückt werden. Zum Glück waren da noch die Kollegen vom Elferrat zu denen ich mich erstmal gesellte. Und sie hatten natürlich auch einen Markentopf, denn ich gleich mal standesgemäß erweitern konnte. Damit war ich dann blank. Aber da lagen ja noch ein paar Marken in der Mitte, die dann auch gleich wieder in Bier umgesetzt wurden. Man glaubt gar nicht was ein paar Bier mit Menschen anrichten können. Es wurde Scheiße im höchsten Grade gelabert. Schmieri ist aus dem Lachen nicht mehr raus gekommen. Borchardt, Schmieri, Schocker und ich haben ordentlich vom Stapel gelassen. Vielleicht war es ein Fehler sich dort hin zu setzten aber lustig war es allemal. Bis dann Schockers Handy klingelte und er sich zur besseren Verständigung ein wenig weiter weg stellte. Aber an seinem Gesichtsausdruck und an seiner Mimik konnte man klar erkennen, wer am anderen Ende der Leitung war. Er wackelte mit dem Oberkörper immer leicht nach vorne und sagte so Sachen wie: ”Ja, ich weiß“ und ”Ja, ich komme jetzt gleich nach Hause!“. Kurz nachdem das Gespräch beendet wurde klopfte er auf den Tisch und murmelte einen Verabschiedungsgruß. Wenn da man nicht die Regierung am Telefon war.

Trinkt man Bier ohne Schnaps vergeht die Zeit wie im Flug und die offizielle Königsfeier wurde eröffnet. Da der Ansturm auf das Buffet schon wieder recht groß war, widmeten Vokke und ich uns erstmal dem kühlen Getränken. Schließlich muß sich ja auch jemand um die Bierreserven kümmern, während der Rest sich am Buffet gütlich tut. Aber unsere Zeit würde auch noch kommen. Man mußte ja eine solide Grundlage schaffen, wollte man den Abend ein wenig in die Länge ziehen. Bleibt nur die Frage, ob man das überhaupt wollte, denn man ist ja nun schon den vierten Tag unter Strom. Aber so Sachen wie Osterfeuer und Vatertag übersteht sollte eigentlich bestens für ein Schützenfest vorbereitet sein.Nach dem Essen stellte ich mich erstmal an die Theke, denn ich befürchtete, das die Zeit des Löwentors wieder kommen würde. Je länger man am Tisch sitzen bleibt, desto eher kommen Leute auf die Idee mal mit einem Tablett Schnaps durch die Reihen zu gehen. An der Theke traf ich dann auf Elke, die ich das ganze Schützenfest nicht gesehen habe, was mich auch ein wenig gewundert hat, denn sie gehört ja zu denen die mich immer an Schützenfest auf die Tanzfläche schleifen. Und es dauerte auch nicht lange, da steuerte unsere Unterhaltung in eine mir sehr unangenehme Richtung. Sie nimmt ihre Aufgabe mich zu verkuppeln sehr ernst. Vielleicht ernster, als es mir lieb ist. Worauf habe ich mich da nur wieder ein gelassen. Halt, ich war das ja gar nicht. Gucke ich in mein schon gut gefüllten Ordner mit der Aufschrift ”Ich und meine große Klappe“ sehe ich das meine große Klappe mir das alles eingebrockt hat. Nun habe ich da zugestimmt und harre nun der Dinge, die Elke irgendwann mal vorbereitet. Aber ich bin da ruhigen Gewissens, denn Elke hat ja einen guten Geschmack. Auf der anderen Seite tanzt sie auch ganz gerne mit mir.

Da die Luft sehr feucht warm war im Innern des Schützenhauses verlegten wir also unsere Unterhaltungsrunde nach draußen, wo sich die restliche Jugend schon versammelt hat. Dort ging es schon wieder hoch her. Der verrückte Philip hatte sein Auto rückwärts vor das Zelt gefahren und unterhielt die ruhelosen Massen mit Musik aus seiner Anlage. Zu meiner Überraschung hatte er eine Oldie-CD drin, welche ganz annehmbare Musik aufwies. Uns gegenüber saß das Dreamteam des Abends. Schmieri, Morchel und Diana. Zusammen versuchten sie so etwas wie einen Bierbanktanz. Sie saßen alle drei hintereinander und es sah so aus, als würden sie einen 3er Bob fahren. Nur jeder wollte in eine andere Richtung. Dazu wurde in gebrochenen Englisch versucht der Text der Leider mitzugröhlen. Artikulation und Lautstärke standen in keinem Verhältnis zueinander. Hauptsache laut war das Motto. Aber spaßig anzusehen war es allemal.

Der Abend wurde später und die Gäste wurden weniger. Und Elke machte von ihrem Recht Gebrauch mit mir das Tanzbein zu schwingen. So schaukelten wir also über den Vorplatz des Schützenhauses und ich habe ein weiteres Schützenfest mit minimalen Tanzaufwand überstanden. Wobei ich das auch schon mal besser hin bekommen habe. Ramonas Mutter kam irgendwann raus und fragte Ramona ob sie mit nach Hause kommen wolle. Aber sie verneinte und wollte noch bleiben. Ich wies dann Cordula drauf hin, das ja Porno noch da war (jedenfalls körperlich) und wir schon dafür sorgen das sie sicher nach Hause kommen würde. Sie durfte also noch länger und soll dann mit Hüfte nach Hause kommen. Aber alles sollte anders kommen. Denn Martin, ihr Vater, beschloss noch da zu bleiben und mit mir Havana Club zu trinken. Das Bier schmeckte schon lange nicht mehr und ich bin also umgestiegen auf das göttliche Getränk. Ich weiß nun aber nicht was der Martin drinnen so alles getrunken hat, aber irgendwann war er stramm. Und Ramona ist dann mit ihm nach Hause gegangen. Offiziell wurde also Ramona von ihrem Vater nach Hause gebracht. Inoffiziell schubste Ramona Martin wohl an den richtigen Stellen im Dorf in die richtige Richtung, damit er sich nicht verlief.

Um ehrlich zu sein erging es mir nicht besser. Als dann endlich Schluß war holte ich mir noch schnell eine Abschlußmischung von Julius. Seines Zeichens Sohn von Martin und Elke und zu dem Zeitpunkt einziger Mann hinter der Theke. Und wie sich herausstellt, machte er höllische Mischungen. Er sagte mir, das er mir die Mischung herausbringen wollte, was er auch gemacht hat. Doch als ich den ersten Schluck getrunken hatte, dachte ich das es jetzt um misch geschehen war. Meine Magenwände waren ja schon hart belastet von dem ganzen Wochenende, aber als sich die Mischung in mich aufnahm versuchte der Magen meinen Körper zu verlassen. Durch die Bauchdecke. Eine kleine Probe gegen das Licht, ließ die Glühbirne in sanftem Bernstein erscheinen. An sich eine angenehme und schöne Farbe, aber nicht bei Havana Club Mischungen. Später erfuhr ich das Julius noch nie eine Mischung gemacht hat und als das Glas dann halb voll mit Havana fragte er seinen Vater ob man in eine Glas ungefähr so viel rein machen würde. Es war nett gemeint, aber das war selbst für mich zu stark. Auf Nachfragen konnte ich mein Glas dann mit Cola verdünnen. Aber es ging komplett rein. Umgerechnet wären das ungefähr drei normale Mischungen gewesen. Danach war ich dann aber auch bedient. Und als ich dann noch ein halb vollen Glas Bier abbekommen habe, das durch einen plötzlichen Ruck in der Erdumdrehung umgefallen war und nicht durch Morchels Gleichgewichtsverlust, bin ich nach Hause gegangen und konnte mich endlich ins Bett legen. Schützenfeste sind ja recht nett, wenn nur das viele trinken nicht wäre.

Dienstag hatte ich Urlaub und ich hatte ihn nötig. Es regnete den ganzen Tag und so ging es mir auch. Deswegen konnte ich mein weblog erst so spät fertig stellen. Ich hoffe es wird mir verziehen. Dafür gibt es dann diese Woche auch zwei Einträge.

Chuck Norris kann übrigens Schützenkönig, Seniorenkönig und Schützenkönigin auf ein Mal werden. Mit nur einem Schuß!


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