VaterMännertag

Doch vor dem Vatertag hat es der Allmächtige eingerichtet, das der Leiche 40 wird. Und dort sollte ich zapfen. Erzählte ich das Jemanden vorher kamen gleich Sprüche wie: ”Hat er sich das gut überlegt?“ oder ”Hoffentlich hat Leiche auch zwei Zapfanlagen angeschlossen, sonst bekommen die Gäste ja nichts mehr ab!“ Kurz gesagt, ich war vorbereitet auf allerlei Sprüche die mir scherzhaft an den Kopf geworfen werden würden. Gegen 1900 Uhr holte mich also Frank, der Bruder von Schnitzel ab und brachte uns nach Gerblingerode zu Leiche. Uns? Florian und Schnitzel sollten auch mit helfen. Und Kai, aber der hat vorher schon wieder rum gememmt und abgesagt.

Als wir ankamen war noch nicht viel Publikum da und Leiche wies uns ein. Da ich ja eh schon gegen die ganzen Sprüche abgehärtet war sicherte ich mir gleich einen Platz hinter dem Zapfhahn. Denn wenn ich eins hasse ist es mit einem Tablett durch die Gegen zu latschen und Leute zu bedienen. Dann lieber den ganzen Abend zapfen und Biere voll machen. Von mir aus auch Biermixgetränke, aber das ist Eigentlich immer ein Gräuel. Ich verstehe das nicht wie man überhaupt Alster oder Diesel trinken kann. Warum das schöne Bier so verunstalten. Aber ich muß es ja zum Glück nicht in mich rein schütten.

Es waren noch nicht viele Gäste da als dann die Volksmusikgruppe aus Gerblingerode vorbei schaute. Ich vermute jetzt einfach mal das sie aus Gerblingerode waren, denn ich kannte sie nicht. Und es hätte mich auch echt gewundert, wenn ich es sicher gewusst hätte. Die gaben erstmal ein paar Leider zum Besten. Nun ja, Volksmusik ist ja so eine Sache. Wer auf Blasmusik steht, der findet daran mit ziemlicher Sicherheit seine Freude, aber der Rest der Welt wird immer fragend gucken. Ich kann der ganzen Geschichte nichts abgewinnen und habe dummerweise meine Ohstöpsel zu Hause gelassen. Aber es wäre bestimmt sehr unhöflich gewesen, wenn ich dann mitten im ersten Lied die gelben Pröpel in die Ohren gestopft hätte. So vertrieb ich mir die Zeit, in dem ich Biere zapfte. Denn die Blasmusiker hatten bestimmt einen unglaublichen Durst, wenn sie erstmal ihre Instrumente genügend gequält hatten. Und vielleicht kann ich sie schnell genug betrunken machen, damit sie keine weiteren Leider mehr spielten. Allerdings konnte ich dem Reiz entsagen, in jedes Bier einen ordentlichen Schuß Obstler zu kippen. Obwohl, ich hätte gerne die Wirkung gesehen oder wie einer der Musiker seinen Mageninhalt in die Tuba entleert. Doch ich hatte ja eh meinen Fotoapparat zu Hause gelassen, daher war es nicht ganz so schlimm.
Die Musiker gingen und meine Ohren dankten es mir. Und der harte Kern schlug auf. Warum ich schon vom harten Kern spreche? Weil ich mir ziemlich sicher war wer alles bis zum Schluß da blieb. Der Zapfhahn lief mittlerweile auf Hochtouren. Dummerweise gab es in der Garage keinen Wasseranschluß, für die aufgebaute Theke. Deswegen mußte das Schmutzwasser in Eimern raus getragen werden. Kai Hawaii, der er sich mittlerweile überlegt hatte und doch dem Saufen den Vortritt vor dem Lernen gegeben hatte, wurde zum Stöpselbeauftragten ernannt und zeigte gleich auf eindrucksvolle Weise, das er genau der falsche Mann dafür gewesen ist. Er zog den Stöpsel und bekam ich nicht wieder rein. Der Eimer lief über und Kai ruderte wilde mit den Armen. Als er dann nach irgendwas packen wollte haute er sich beinahe auf die Fresse und schmiß mindestens ein Glas auf den Boden. Zum Glück konnte er mich fassen und behielt das Gleichgewicht. Ich vermutete das er nun mindestens ein abgerissenes Kreuzband hat. Die ganze Suppe lief nun über die Fliesen und Schnitzel machte zusätzlich noch den Kai an. Zu Recht übrigens. Hätte nun jemand ein Film davon gedreht, hätte er bei Youtube.com mit ziemlicher Sicherheit eine Menge Klicks bekommen. Kai bekam nun den Auftrag erstma die durch sein Verschulden entstanden Brühe auf zuwischen. Was aber den Boden noch ein wenig rutschiger machte. Beste Voraussetzungen für einen ruhigen Abend.

Wir aßen im Wechsel. Zuerst durften Florian und ich uns am Buffet gütlich tun und im Anschluß Schnitzel und Kai. Als wir wieder zur Theke zurück kamen wurden die übelsten Behauptungen aufgestellt. Buffetfräsen wurden wir genannt und ein herbeifantasierte Zeiteinheit wurde uns als Pause angehängt. Naja, sollen die anderen Beiden man machen. Was ich dann allerdings aus der Ferne sah kam zwei wirklichen Buffetfräsen nahe. Und getrunken haben sie auch wie die Weltmeister. Nicht das wir jetzt ganz abstinent gelebt hätten hinter der Theke, doch ich muß zugeben, das ich um einiges mehr konsumiere wenn ich auf der anderen Seite der Theke stehe. Aber man ist ja zum Arbeiten hier nicht zum Ballern. Naja, ein bisschen schon und ich achtete schon darauf, das ich den nötigen Teil bekomme. Wo wir dann gerade beim Thema sind, habe ich alle Sprüche, die ich mir vorher überlegt hatte an den Kopf geworfen bekommen. Macht man sich das vorher alles klar, ist es gar nicht mehr so schlimm. Und vor allem konnte man sich im Vorfeld die passende Parade überlegen.

Ein weiterer Vorteil , wenn man hinter der Theke steht ist, das man selber bestimmen kann ob und wie viel Schnaps man konsumieren möchte. Teilweise jedenfalls. Florian überraschte mich mit der Frage, welchen Schnaps ich trinken möchte bei einer Zapfaktion. Vollkommen vertieft in meine Arbeit antwortete ich wie aus weiter Ferne, da ich einen Obstler haben möchte. Als ich dann realisierte was ich gerade gesagt hatte, war es schon zu spät. Ein Schnapsglas mit bis zum Rand gefüllten Obstler wartete auf mich und ich nahm die Herausforderung an. Im vollen Bewusstsein, das meine Verdauung danach rapide an Geschwindigkeit zulegen wird. Der Obstler haute mich aus dem Schuh. Er war verdammt gut und wenn ich auf der anderen Seite der Theke gestanden hätte, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar mehr davon getrunken. Gut, dann wäre ich auch um 2300 Uhr mit dem Liegend-Transporter nach Hause gefahren worden, aber ist das denn wirklich so verkehrt?

Den Vogel abgeschossen haben allerdings Chikki und Friede. Beide meinten sich literweise Schnaps rein zukippen. Das haben sie auch gut geschafft und man merkte den Vollheitsgrad an der Klarheit der Sprache. Bei Friede konnte man den Verfall sogar am lebenden Objekt beobachten. Tutz und Jens machten im Verlauf des Abends passende Chief-Heavy-Tongue-Zeichen. Schnell war die Anzeige mit beiden Handflächen über dem Kopf erreicht. Chikki ist dann schon kurz nach Mitternacht gegangen und hat nochmal schön mit allen an der Theke gekuschelt. Besoffene werden immer so schnell anpätsch. Friede im Gegenteil wollte noch lange nicht nach Hause, sondern nahm noch ein nahrhaftes Mitternachtsmahl ein. Anschließend entschied er sich doch mal ein wenig Augenpflege zu machen. Ich habe nicht im Detail mit seiner Gesprächspartnerin gesprochen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, das die Augen während einer kleinen Gesprächspause zugefallen sind. Und zu blieben sie, bis zum Aufbruch. Dabei wundert es mich, das sie überhaupt zu gegangen sind, da nirgends Schlafnüsse verteilt wurden. Sollte am Ende gar nicht an den Nüssen liegen, das Friede immer so schnell einschläft?

Gegen 0200 Uhr haben wir von der Theke dann auch Feierabend gemacht. Die Getränke der Stunde hießen zu dem Zeitpunkt schon Bacardi Cola. Es ist dann doch sehr verführerisch, wenn man laufend Mixgetränke macht und man selber noch Bier trinkt. Da konnte es dann schon mal vorkommen, das aus heiterem Himmel eine Mischung zu viel gemacht wurde. Die kann man dann ja nicht einfach weg schütten. Wir verlegten von Gerblingerode aus erstmal nach Westerode, da mich ein dringend zu erledigendes Geschäft zum Feuerwehrhaus zwang. Anschließend gings über einen kleinen Zwei-Bier-Umweg in die Werkstatt. Auch wenn es mir jetzt eh wieder keiner glaubt, aber ich wollte da gar nicht hin. Schnitzel und Hüfte überredeten mich dazu. Vorher aber spielten wir mit Porno noch ein kleines Verwirrspiel. Der arme Junge war mit Sicherheit schon total perplex und betrank sich in der Werkstatt. Am Ende habe ich mich dann breit schlagen lassen und bin mit in die Werkstatt gefahren.

Manchmal muß man glauben, das wir vom Glück geküsst sind. Kurz bevor wir dort eintrafen, wurde die Kasse zugemacht. Während also Porno noch 5 Euro Eintritt löhnen durfte kamen wir schön umsonst rein. Doch es wäre eindeutig zu spät noch eine Falsche zu ordern. Ich jedenfalls würde da nicht mehr mitmachen. Außerdem hatte ich ja den Zugriff auf Havana Club Cola. Den ich mir auch in einem zügigen Tempo zuführte. Stimmung wollte aber so recht nicht aufkommen, da alle irgendwie müde waren. Das ist aber noch lange kein Grund nach Hause zu gehen. An der Theke kannte man mich ja auch schon, obwohl Conny den Abend nicht bediente. Ich wollte also für Schnitzel eine Mischung mitbringen und stellte mich mit dem Ich-möchte-bedient-werden-Lächeln an die Theke und die nächste die kam, wagte eine Vorhersage meiner Bestellung. ”Zwei Havana Club Cola ohne Zitrone?“ kam es wie aus der Pistole geschossen. Vollkommen verdutzt wollte ich schon die Bestellung bestätigen, aber revidierte kurz vorher nochmal. Was mich im Nachhinein wunderte war die Tatsache, das sie davon ausgegangen ist, das ich zwei Getränke haben wollte, obwohl ich ja alleine an der Theke stand. Sehr suspekt das Ganze.

Nach ein paar weiteren Runden war die Zeit des Aufbruchs gekommen. Von mir persönlich begrüßt, denn im Hinterkopf hatte ich schon das Weckgeräusch meines Weckers um 0930 Uhr, zwecks Vatertagsballernwanderung.

Doch die Weckung ging dann schon mal um 0905 Uhr los. Denn da fragte Thomas Bee per SMS an, wo wir denn starten würden. Gut, das war Eigentlich Biensis Aufgabe, es ihm zu sagen, aber ich helfe ja immer gern.

Los ging es dann bei mir zu Hause und dort wurde dann auch erstmal der Bollerwagen bestückt. Dank meines selbstlosen Einsatzes hatte ich 4 Kisten Bier organisiert und die wollten auch getrunken werden. Nachher können sie ihren Auftrag nicht erfüllen. Dazu wurden dann noch zwei Flaschen Bacardi und Cola gereicht. Man kann ja den ganzen Tag nicht nur Bier trinken. Oder etwas doch. Natürlich waren die zwei Flaschen vorrangig für den Christian reserviert, da er nicht so der Bier-Trinker ist. Aber Ersatzdrogen müssen ja sein. Grillgut wurde standesgemäß im Kühlcontainern mitgetragen. Der Fotoapparat war voll geladen und somit konnte gar nichts mehr schief gehen.

Der Beladevorgang hat ca. eine halbe Stunde gedauert, dank des Probierens der Bierreserven. In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich zwei Kisten Krombacher, eine Kiste Holsten und eine Kiste Jever besorgt. Aber die herben Biere mochte so recht keiner trinken. Unverständlicherweise. Also bedienten sich Biensi und Thomas Bee eher am Krombacher und ich wendet mich in vollem Vertrauen der Jever-Kiste zu. Hatte ich doch während meiner Zeit in Wilhelmshaven genügend Zeit mit Jever verbracht. Und so konnte ich auch besser kontrollieren wie viel ich getrunken habe. Unser Weg führte uns als erstes durch die Blumenau, wo wir dann auch gleich den Finker trafen. Der war zwar gerade mit dem Auto unterwegs, aber fragte uns ob er sich noch anschließen könnte. Gesagt getan. Wir verabredeten uns am Sporthaus und Finke fuhr wie ein Geisteskranker los. Würde ich auch wenn ich in einem Auto sitzen würde, welches nicht mein Eigen ist. Am Sporthaus erwartete uns Niemand. Sonst hatten wir dort immer auf Manni getroffen, aber der war diesen Morgen nicht da. Aber wir hatten ja genügend Bier mit, mit dem wir unsere Zeit vertreiben konnte. Kurze Zeit später kam dann nicht der Finke, sondern die Puttfeldtruppe um die Ecke. Namentlich waren das Glöckner, auch bekannt als Fickmaschine, Markus, Lutzie, Atze und Olli. Laut meinen vorsorglich eingeholten Berichten, wollten sie unsere Tour zwar von der anderen Seite aufrollen, aber entschlossen sich wohl dazu den gelichen Weg wie wir zu nehmen. Gut so. So konnten wir uns in einem Zustand über den Weg laufen, wo beide Seiten noch ansprechbar waren und das Gegenüber auch verstand was man sagte. Das kann ja in manchen Situationen zum Problem werden. Während wir also dort rum standen und Bier tranken kam dann irgendwann der Finker an. Aber ich merkte schon wie die Blicke schon wieder auf meinen Cowboyhut gingen. Den hatte ich ja im letzten Jahr auch auf und war bei der Puttfeldtruppe sehr beliebt gewesen. Ansonsten hatte ich ja noch meine gute alte Ballerjacke an, die mit Metallica Aufnähern auf den Ärmeln verschönert wurde. Die Jacke hatte ich halt während meiner Abi-Zeit an und sie tut mir immer noch gute Dienste. Sie sieht zwar aus als hätte ich sie am Vortag aus dem Maltester-Kleidercontainer gezogen, aber die Jacke gebe ich nicht weg. Zu viel Erinnerungen hängen daran, außerdem liebte ich diese Jacke und werde sie mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar Jahre zu dem Balleranlässen anziehen. Auch wenn meine Mutter anderer Ansicht ist.

Die Puttfeldtruppe brach vor uns auf und wir gaben ihnen einen kleinen Vorsprung. Den wir allerdings nie wieder aufholten. Wollten wir auch nicht. Denn ich durfte mir natürlich wieder Sprüche über meinen Biergeschmack anhören. Aber was will man auch von Leuten erwarten, die ein anständiges herbes Bier nicht vertragen können. An der Küste wären sie hoffnungslos verloren. Unsere Tour führte uns also vom Sporthaus weiter in Richtung Mingerode. Wen es genauer interessiert kann sich ja mal dieses Foto genauer angucken. Die dicken Punkte geben unsere Pausen an. Nicht das wir am Ende geschwächelt hätten. Erstmal abwarten bis zu diesen Punkten komme, dann klärt sich alles auf. An der Abzweigung zum Mingeröder Loo bogen die Puttfeld-Alkoholvernichter in Richtung Loo ab und wir wollten unseren Weg in Richtung Mingerode fortsetzen. Das war jedenfalls unser Vorhaben. Da aber der Weg bis dorthin sehr anstrengend und sehr trocken war mußten wir unsere erste Pause machen. Mehrere Fahrradfahrer kreuzten unseren Weg, aber die erhoffte schwedische Damen-Volleyballmannschaft war nicht darunter unter anderem auch ein Arbeitskollege von mir. Schnell wurde das Bier so platziert das er nicht sofort sah, das ich mir schon am frühen Morgen die Hucke zu knalle und der Hut wurde abgesetzt. Er war also mit seiner Frau und seinen Kindern unterwegs. Allerdings waren die vier Kisten Bier schlecht zu verstecken auf dem Bollerwagen. Zum einen weil der Bollerwagen schon unter dem Gewicht bald zusammenbrach und zweitens hatten wir keinerlei Gerätschaften zum ab tarnen dabei. Die Zeit fehlte auch die Büsche zu plündern. Nun ja, als er weiter fuhr wünschte ich ihm noch viel Spaß und er bot mir eine Wette an, wer an dem Tag mehr Spaß hätte. Zum Glück hatte ich noch nicht genügend getrunken, sonst wäre ich wieder einen dümmlichen Wetteinsatz los. Aufbrechen konnten wir aber immer noch nicht, da uns nun die 1. Mannschaft des FC Mingerode entgegen kam. Wir waren zu fünft und sie zu 28st, grob geschätzt. Und man kannte sich ja ein wenig. Also weiteten wir unseren Aufenthalt ein wenig aus. Weiterhin wurden die aktuellsten Saufstrategien ausgetauscht. Sie erzählten mir irgendwas mit Strohhalmen, aber daran konnte ich nicht so recht glauben und verwies auf meinen Selbstversuch mit der Plastikflasche. Vor dem ich übrigens schon Angst hatte.

Nachdem dann diese zwei Begegnungen vorüber waren konnte wir unseren Weg auch gefahrlos fortsetzten. Der Bierkonsum war aber drastisch nach oben gegangen, so das wir nach gefühlten 20 km einen weiteren Stop einlegen mußten. Wie man auf dem Foto sehen kann waren es aber wohl gerade mal 200 m. Das war aber auch verdammt anstrengend und außerdem waren da gerade Radfahrer, die Finkers Hund streicheln wollten. Nun war es aber auch so, das wenn man erstmal eine Pause gemacht hat, die recht angenehm waren. Auf jedenfalls war es besser als einen schwer beladenen Bollerwagen zu ziehen oder einen CD-Player zu tragen. Der restliche Weg zu Borchardts wurde so in übersichtliche Abschnitte eingeteilt. Wie man sieht waren wir doch nicht mehr auf der Höhe unserer Leistungsfähigkeiten. Mitten auf dem Weg steig dann der Finke um auf Bacardi. Ich war kurz davor auch schon umzusteigen, aber konnte mich nochmals zusammenreißen. Denn in weiter Ferne sah ich den Ende des Abends und den wollte ich auf jeden Fall noch erleben. Sollte ich frühzeitig auf Schnaps umsteigen oder gar Kurze trinken würde es sehr schwer werden. Und das Beste war, das das Bier noch recht lecker geschmeckt hat.
Weiter zwei Stops später kamen wir dann endlich bei Borchardts an und konnten endlich unseren Hungergefühlen nachgeben. Markus hat dank des Telefonterrors von Thomas schon mal den Grill vorbereitet. Das Hungergefühl beherrschte die Handlungen von manchen Personen. Würstchen-Packungen wurden mit den bloßen Zähnen aufgerissen und das Fleisch wurde fast halb roh von der Roste gerissen. Ich saß natürlich gesittet am Tisch und wartete bis mir was zu Essen vorgesetzt wurde. Außerdem war ich gedanklich schon bei meinem Selbstversuch. Das größte Problem war halt, das ich nicht so der Ex-Trinker bin. Ich kann eine unglaubliche Menge eine große Menge viel Bier trinken und halte auch lange durch. Aber dieses auf Ex trinken war nie mein Ding. Ich halte es auch für sehr schwachsinnig, da ich finde das Bier sehr lecker schmeckt. Warum sollte ich es mir dann in kürzester Zeit rein pfeifen.

Das Essen war sehr lecker, aber ich glaube indem Hungerzustand in dem wir waren hätten wir auch gebratene Kuhfladen lecker gefunden. Und ich trank sehr wenig zum essen um mein Durstgefühl zu steigern. Dann entschied ich das es Zeit wurde für den Selbstversuch. Ich beorderte Markus zum Kameramann und wies in kurz ein in die groben Funktionen. Man reichte mir einen sauberen Schraubenschlüssel und nach kurzer Vorbereitungszeit stach ich zu. Die erste Ladung ging voll ins Auge und ich sah nichts mehr, konnte mich aber dennoch zur Öffnung heran tasten. Bei Bier weiß ich immer wo es lang geht. Dann fing ich an zu trinken und den Verschluß zu öffnen. Aber so ganz wollte es nicht laufen. Zu meiner Schande muß ich eingestehen, das ich nach etwas mehr als der Hälfte nicht mehr konnte und die Flasche resignierend zu Boden warf. Mein Mund war voll mit Aldi-Bier und das mußte noch in den Magen runter. Ich konzentrierte mich also und machte sämtlichen Organen klar, das es dafür nur einen Weg geben würde und der war nicht durch den Mund wieder raus. Es ging dann auch alles gut. Aber ich mußte feststellen, das es gar nicht so einfach war. Prinzipiell ist es also möglich mit Plastikflaschen Dosenstechen zu machen. Aber die Öffnung muß groß genug sein. Eine Stecknadel ist hier total das falsche Werkzeug. Ich muß sagen, das es mit einem handelsüblichen Kreuzschraubendreher ganz gut ging. Trotzdem versagte ich natürlich kläglich und will mich hier nicht mit irgendwelchen Ausreden besser dastehen lassen. Ich wollte erst sagen, das es 0,5 l Flaschen waren und das ich die 0,33 l auf jeden Fall geschafft hätte. Aber ich will ja hier bei der Wahrheit bleiben.
Nachdem wir dann also aufgegessen haben, setzten wir unseren Weg fort. Als Endstation des Abend hatten wir den Garten von Biensis Vermieter angedacht. Aber dafür war es noch zu früh, weswegen wir den Strategen aus dem Puttfeld ein Besuch abstatten wollten. Die saßen bei Markus D. und versuchten den Abend zu Ende zu bringen. Wobei das aber sehr gefährlich ist. Es wird gemunkelt, das bei so mancher Spätsommerlichen Festivität im letzten Jahr so manch einer in einen Pool gesprungen ist. Das Wetter hielt zum Glück noch an, aber es war keinesfalls Pool-Wetter. Wir bereiteten uns vorsichtshalber auf das Schlimmste vor und ich öffnete mir erstmal eine weitere Kanne. Auch wenn ich vorher fast einen halben Liter auf Ex getrunken habe. Das Durstgefühl kommt ja immer wieder zurück. Bei Markus wurden wir dann mit großem Hallo empfangen und nach ca. 10 Minuten Anwesenheit ging mein Cowboy-Hut auf Reisen. Ich möchte hier nochmal erwähnen, das er Original aus den Staaten ist. Er wurde mir bei meinem Besuch bei Rebekah von ihrem Opa geschenkt, daher passe ich auch so gut darauf auf. Aber der Puttfeld-Gang kann ich vertrauen. Vorerst jedenfalls. Zu unseren Bieren wurden dann auch erstmal ein paar Eisenkuchen gereicht. Besser gesagt irgendwer drückte mir so einen Lappen in die Hand und ich steckte ihn gleich in dem Mund, bevor irgendwelche gierigen Raupen ihn in meiner Hand zerpflücken konnten. Sehr lecker. Und wie ich die Puttfelder so kenne waren da bestimmt ein paar Deckel Stroh Rum reingefallen. Natürlich nur aus versehen.

Felkl ließ es sich nicht nehmen, an einem Kettcar-Rennen gegen den kleinen Simon teilzunehmen. Warum sollte sich auch an diesem Vatertag keiner zum Ei machen. Sonst wurde halt mit dem Bollerwagen mit Anlauf in den Graben geballert und dieses Jahr fährt halt der Felkl mit einem Kettcar um die Wette. Dazu ist zu sagen, das es aussah, als hätten man das Kettcar um Christian drum herum gebaut und er nur mit einem Trennschleifer aus dem Gestänge wieder raus kam. Simon hingegen hatte das überdimensionierte Kettcar, welches für ihn zwar zu groß war, er aber dennoch ein Meister in der Beherrschung war. Ich muß jetzt hier nicht erwähnen, das Simon gewonnen hat und das trotz hinterlistiger Bescheisschungsversuche von Felkl. Vollständigkeitshalber muß hier erwähnt werden, das Felkl zu dem Zeitpunkt mindestens eine halbe Flasche Bacardi intus hatte.

Unser Weg führte uns weiter in die Blumenau und dem großen Ende immer näher. Wir wollten eigentlich nur kurz bei David und Ellen vorbei gucken und dann weiter zu dem Marco ziehen. Besser gesagt der Felkl trieb uns wie ein schonungsloser Viehtreiber vorwärts. Er hatte nämlich eine Nachricht von seiner Freundin bekommen. Wem jetzt spontan das Sprichwort mit dem Lanz Bulldog einfällt der hat richtig gedacht. Erbarmungslos trieb er uns vorwärts und wir hatten nicht mal Zeit eine paar weitere Päuschen einzulegen. Meine Zunge hing schon auf dem Asphalt. Zum Glück konnte ich während dieser Hetzjagd noch zwei Bier in mich rein kippen, denn ansonsten hätte man mich unterwegs irgendwo liegen lassen müssen. Vier Kisten Bier und meinen Luxuskörper hätte der Bollerwagen nicht ausgehalten.

Bei David und Ellen angekommen sackte ich nur noch ein einen Stuhl und war gerade noch in der Lage mir ein weiteres Bier zu öffnen. Dank dieser Erholungspause gelang es mir dann auch wieder zu alter Form zurück zu kommen. David hatte in der Zwischenzeit den Grill heiß gemacht und man sah an dem Jim Beam Anzeiger, das es ihm auch schon recht gut ging. Köppel und Näppchen und Ingo haben sich dann auch noch zu uns gesellt. Das Essen war natürlich sehr notwendig, denn das Bier verursachte einen beschleunigten Verdauungsvorgang. Komischerweise drückte noch keine verdauten Speisen den Weg in Richtung der sanitären Einrichtungen. Umso besser. Die Blase auf der anderen Seite war nun nur noch ein Durchlauferhitzer. So oft wie ich nun auf die Toilette mußte kann ich hier gar nicht aufzählen. Ich wundere mich immer wieder, ob das Bier überhaupt lange genügend in meinem Körper bleibt um zu wirken. Zum Glück ist der Garten von David recht groß.

Steini kam dann auf die verrückte Idee mich nochmal Flaschenstechen machen zu lassen. Ich weiß gar nicht warum, aber auf einmal stand ich dann wieder auf dem rasen und versuchte die Plastikflasche mit einem spitzen Gegenstand zu penetrieren. In meinem Kopf wurden schon die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Eine harmlose war das einfach ab kippen nach hinten. Die Schlimmen darf ich aufgrund des Jugendschutzes hier nicht erwähnen. Also rammte ich einen Schaslik-Spieß in die Holsten-Flasche, achtete aber diesmal darauf, das mich der erste Schwall nicht direkt im Gesicht erwischte. Was auch wunderbar geklappt hatte. Allerdings ging der Rest komplett in die Hose. Das Loch war einfach zu klein und es kam nicht genügend raus. Ich setzte aus die kombinierte Saug-Schluck-Technik (ein Schelm wer jetzt hier was perverses denkt) ein, aber dennoch kam das Bier nur in einem nicht erwähnenswerten Rinnsal aus der Flasche. Dosenstechen war so nicht möglich. Ich brach den Versuch ab und demonstrierte das klägliche Flußverhalten aus einer Öffnung, die als kleine Schwester einer 3er Bohrung durch ging. Auf die Liste der nicht zu verwendenden Werkzeu8ge wird nun der Schaslik-Spieß gesetzt. Das Holsten schmeckte hinterher aber doch noch. Auch wenn es aus einer Plastikflasche kam.

Gäste hatten wir den Tag über verteilt auch. Als erstes war es Florian, der kam vom Vatertagswandern vom Schützenverein und war noch guten Mutes, als er auf das Grundstück kam. Obwohl er schon mindestens zwei Begegnungen mit Chief Heavy-Tongue hatte. War aber dennoch lustig. Er konnte sich mit Finker ein Rede-Duell liefern. Hinterher hätte zwar keiner mehr was verstanden, aber für das Publikum wäre es umso lustiger geworden. Finker hatte seine Zunge wohl verschluckt. So hörte es sich jedenfalls beim Reden an. Doch die absolute Krönung war aber der Schocker. Der kam mit seinem Fahrrad noch vorbei. Eigentlich hätten wir ihn gleich teeren und federn können, denn vernünftige Sachen kamen aus seinem Mund nicht mehr raus. Wohl aber gingen noch ein paar Biere rein. Ein ganz gemeiner Bösewicht hat ihm dann auch noch die Träger seiner Latzhose aufgemacht und die Spannung die dank seines Bauches drauf war ließ sie nach unten schnellen. Dummerweise passierte das Ganze als er mit seiner Frau telefonierte. Steini fasste sich aber ein Herz und half dem armen Schocker beim wieder anziehen, da die grob motorische Seite schon übergriff nahm. Dann gab es nochmal ein kleines Statement zu der Organisation eines Bierfasses. Alles von meiner Videokamera festgehalten. Sensationell. Leider werde ich es wohl nicht bei Youtube.com rein stellen, da ich sonst die Freundschaft mit Schocker gefährden würde.

Ich habe es gar nicht so richtig mitbekommen, aber plötzlich waren nicht mehr viele Leute da. Was aber den harten Kern nicht von weiterem Alkoholkonsum abhielt. Thomas Bee erhielt dann noch diverse SMS, von ihm unbekannten Mädels und ich bin mittlerweile auf Bacardi Cola umgestiegen. Mit erschrecken mußte ich feststellen, das die Jever Kiste alle war. Nach intensiven Nachfragen konnte mir aber keiner sagen, ob da noch jemand Bier daraus getrunken hat. Also muß ich jetzt im schlimmsten Fall davon ausgehen, das ich die Kiste alleine inhaliert habe. Und der Bacardi schmeckte auch noch. Komischerweise hatte ich Zugriff auf Originalen Bacardi und nicht die Billig-Variante. Den Originalen muß wohl David irgendwann raus geholt haben. Und als der dann auch endlich alle war. Legten wir fest das der Vatertag nun beendet wird. Das Gartenhaus wurde noch schnell verschlossen und ich konnte meinen Weg mit einer letzten Mischung und meinem CD-Player bewaffnet nach Hause lenken. Unterwegs hielten mich dann noch komische Vögel an, die den Weg zur Werkstatt wissen wollten. Da mein Sprachzentrum schon leichte Aussetzer hatte, verstanden sie mich nicht richtig und verwirrten mich zusätzlich noch. Aber ich konnte ihnen wohl weiterhelfen. Hoffe ich doch.

Vatertag ist nun vorbei und ich muß sagen, das er ein voller Erfolg war. Grillen war gut, Ballern war gut. Und der Selbstversuch hat gezeigt, das die Tage des Dosenstechens nicht vorüber sind. Es ist zwar nicht dasselbe, aber es kommt dem Gefühl schon recht nahe. Ich werde die Technik bei kommenden Sommeraktivitäten verfeinern. Wenn es dann einmal ein Video davon geben sollte, welches man der Öffentlichkeit präsentieren kann, dann wird hier natürlich darauf hingewiesen.

Übrigens Chuck Norris wurde eigentlich als Drilling geboren. Seine Brüder waren TOD und SCHMERZEN!

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