Vokke muß fegen!

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Geburtstage. Allen voran der Vokke, der am Samstag 30 geworden ist. Aber wie immer beginnt unserer kleiner Ausflug in das Land des Nachtlebens mit dem Freitag.

Freitage sind eigentlich beliebte Tage für Versammlungen. Vor allem wenn man im Elferrat ist. Es wurde mal der Versuch gemacht, das auf einen Miezwoch zu legen, aber der ist kläglich gescheitert, da alle am rum nölen waren, das man gar nicht so viel trinken konnte und außerdem hat die Werkstatt am Mittwoch gar nicht auf. Also wurden die Elferratsversammlungen wieder auf den Freitag zurück verlegt. War auch besser so. So konnte man ein paar Bierchen plempern, denn nüchtern hält man das nicht aus. So ging ich also los und kam erstmal zu spät. Allerdings wird bei uns noch das akademische Viertel beachtet. Das heißt die die Akademiker sind, dürfen eine Viertel Stunde zu spät kommen. Da hat der Schmierpopel aber Pech gehabt. Aber der ist ja auch immer pünktlich. Als erstes wird man vom Schmierigen angepflaumt, warum man denn zu spät kommen würde. Danach wurde die Begrüßung durchgeführt und keine drei Millisekunden später ploppte das erste Bier auf. Welches ich mir natürlich selber geöffnet hatte, denn ich hatte einen unglaublichen Durst. Die Wanderung quer durch Westerode war nun nicht sonderlich anstrengend, aber ich hatte komischerweise ein unerklärliches Verlangen auf Bier. Komischerweise kommt das bei immer am Freitag oder Samstag oder jeder andere Tag an dem der nächste Tag frei ist. Hach, was freue ich mich schon auf den Vatertag!

Die Besprechung ging vorüber und wir haben eine Menge besprochen. Leider mußte auch wieder Löwentor getrunken werden. Trotz meiner ernst gemeinten Versuche mich dagegen zu wehren, kam ich nicht um zwei Getränke herum. Irgendwie ist es schon ein Kreuz, wenn man aus Westerode kommt. Nur weil eine ganze Menge Leute das Zeug angeblich gerne trinken, wird einem einfach einer eingeschenkt. Gut wir waren ja nun in Westerode, trotzdem mag ich das Zeug nicht. Mein Respekt geht an dieser Stelle an Susanne, die Görtlers Löwentor getrunken hat und ihr Gesicht nur minimal entglitten ist. Mit den Einzelheiten der Versammlung will ich hier aber keinen langweilen, außerdem darf ich das gar nicht, wie ich erfahren habe. Keile-Günther, neuster Neuzugang im Elferrat, wurde an dem Abend quasi vereidigt. Und es wurde ihm gesagt, das alles was bei der Besprechung gesagt wird nicht nach außen dringen darf. Man lernt halt immer wieder neue Sachen. Oder aber das wurde mir damals auch gesagt und ich habe es vergessen. Dazu muß ich natürlich hinzufügen, das ich bei jedem Eintritt in den Elferrat stark alkoholisiert war. Und in dem Zustand wird der Speicher anderweitig benötigt oder besser gesagt, die Ressourcen sind anders verteilt, so das die Grundfunktionen des Körpers (Atmen, Bier halten, Schlucken) noch funktionsbereit gehalten werden. Nun ja, während der Besprechung liefen dann schon drei bis vier Bier meine trockenen Kehle hinunter. Umso besser ging es dann nach dem offiziellen Teil zu. Da meine Leber mittlerweile auf Betriebstemperatur gekommen war, liefen die Biere immer schneller rein. Unglücklicherweise geißele ich mich gerne selber und nahm am Donnerstag Abend einen selbst gemachten Trapper-Topf mit erhöhten Schärfegrad zu mir. Man glaubt gar nicht was Kidney-Bohnen und eine Peperoni-Tomaten-Knoblauch-Soße mit der Verdauung anstellen können. Ich glaube eine solche Mixtur beschleunigt den Verdauungsvorgang um grob geschätzt 80%. Aber die Mehrzweckhalle ist ja mit genügend Toiletten ausgestattet. Ich werde aber demnächst mal einen Brief an die Stadt aufsetzen, in dem ich über die Qualität des Toilettenpapiers referiere. Sehr hart.

Ein Bier nach dem anderen fand also den Weg in meine Hand und verweilte dort verständlicherweise nicht lange. Sondern fand über den nötigen Umweg über meinen Mund die vorläufige Zwischenstation in meinem Magen. Ich war gerade in eine Diskussion mit M7 über hubraumstarke Autos vertieft, als der Befehl zum Aufbruch kam. Wir waren uns aber einig, das ein Motor mindestens 6 Zylinder haben sollte, damit er einen satten Klang hat. Mehr Zylinder sind natürlich nicht verboten und je mehr Hubraum das Fahrzeug hat, desto besser. Damit war meine Entscheidung über mein nächstes Auto gefällt. Ich werde es hier aber noch nicht bekannt geben, da ich ja noch gar nicht sicher bin, wann ich es mir zu legen. Wo war ich? Ach ja, wir brachen auf um die Versammlung aufzulösen und zu Jensi zu wechseln. Er hatte Geburtstag und seine Prüfung hinter sich und lud zum Umtrunk ein. Da sagt man ja ungern nein. Leider war die Versammlung aber leicht verwirrt und es gab ein kleines Schlüssel Wirr Warr. Ich erspare mir hier mal jeglichen Kommentar, da ich selber einer der Hauptprotagonisten bin. Am Ende waren jedenfalls mehr Schlüssel vorhanden als gewünscht. Manchen Leuten kann man es aber auch nie recht machen.

Bei der Ankunft bei Jens mußten wir alle feststellen, das hier schon ganze Arbeit geleistet wurde. Jensi hatte sich schon ordentlich einen angetrunken und war auf dem besten Wege, den abendlichen Pokal, des Strammsackes zu erringen. Ob sich das der Keile-Günther gefallen lassen würde? Warten wir mal ab.

Ich bleib aber vorsichtshalber beim Bier, obwohl die Geisterstunde schon vorüber war. Normalerweise kommt bei mir der Punkt des Umschwungs immer so gegen 2300 Uhr, aber ich wollte ein wenig standhaft bleiben. Somit war Krombacher das Getränk der Stunde. Da man aber nicht nur trinken kann wurde sich auch unterhalten. Vor allem mit Porno, der mit den üblichen Porno-guck-mal-gut-Aufforderungen in Stimmung gebracht wurde. Jedes mal wenn man ihn auffordert einmal gut zu gucken, verzeiht sich sein Gesicht bis zur Entstellung. Faszinierend wie er das immer macht. Aber ich möchte dieses Mysterium nicht weiter ergründen. Manche Dinge sollten einfach für immer unergründet bleiben. Ich machte aber den Porno darauf aufmerksam, keine Fotos mehr von mir zu veröffentlichen, ansonsten wird meine Rache hart und schnell sein. Er weiß ja nicht was ich in meinem Archiv so für Fotos habe. Har har har. Er guckte nur gut und weiter gings auf dem Alkohol-Express.

Die Entscheidung des Strammsack-Pokals ist auch gefallen. Alleiniger Sieger war der Jens. Als Gastgeber hat er es allen vorgemacht und sich tüchtig betrunken. Ich nun nicht mehr sagen, ob da nur Bier im Spiel war oder auch der einen oder andere Löwentor. Löwentor war aber definitiv auf der Fete vorhanden, da ich die eine oder andere Flasche von Weitem gesehen habe. Kurz nachdem die Flasche aufgetaucht ist, habe ich mich immer in die gegenüberliegende Seite des Raumes zurückgezogen. Eine Taktik die aufzugehen schien. Jens hatte sich mittlerweile auf das Sofa zum Schlafen gelegt. Es ist ja auch immer sehr anstrengend, die Gäste zu unterhalten und mit jedem ein Bier zu trinken. Man will ja schließlich keinen Vernachlässigen. Ich versucht Günner zu der Leistung von Jensi zu interviewen und wollte herausbekommen, warum er nichts für die Titelverteidigung getan hat. Aber ich bekam kein Kommentar nur ein paar Ausflüchte über sieben Bier und alle vor dem Essen. Ich tue das jetzt mal als Vorbereitung ab.

Dummerweise hat jemand auf mein Verlangen hin die Flasche Bacardi vor mich hingestellt. Was erwartet man denn nun? Sollte ich sie ignorieren und sie einfach links liegen lassen. Das konnte ich nicht und kurze Zeit später wurde mir ein Plastikbecher gereicht. Auch hier zeigte Jensi fortgeschrittenen Gastgeberqualitäten. Hier gab es keine Mädchenbecher, wo nur 0,3 l rein passten. Nein, hier gabs Männer-Becher mit einem Fassungsvermögen von ganzen 0,4 l. Leider stellte mich das vor ein kaum zu überwindende Aufgabe. Durch die neue Bechergröße, wusste ich nicht wie nun das richtige Mischungsverhältnis hergestellt werden mußte. Also half nur Ausprobieren. Die ersten drei Mischungen waren demnach eine wahre Tortour Freude. Aber was sollte ich machen. Mutig wie ich war stürzte ich mich in das Bacardi-Karussell. Hätte ich es man gelassen, denn nun schwinden meine Erinnerungen schneller als eine Kerze in der Mojawe-Wüste hält. Die Geschwindigkeit des Mischungszuges hat mittlerweile die Schallmauer durchbrochen und irgendjemand kam auf die Idee doch mal in die Werkstatt zu verlegen.

In der Werkstatt angekommen weiß ich nur noch zwei Dinge mit Sicherheit. Erstens: Conny bediente und war sichtlich erfreut, das ich nun stark alkoholisiert bei ihr bestellte. Wobei ich gar nicht mehr sicher sagen kann, das sie sich gefreut hat mich zu sehen, denn ich kann mich im Großen und Ganzen nur noch an ihr pinkfarbenes Oberteil erinnern. Nicht das ich jetzt explizit darauf geguckt hätte, aber die Farbe war so stechend, das sie sich einfach mit ihrer Trägerin ins Gehirn gebrannt hat. Zweitens: Es gab Havana Club, den ich vorzüglich mit Wippermann getrunken habe. An unsere Unterhaltung kann ich mich rein gar nicht mehr erinnern, nur noch an den Havana Club. Diese Tatsache sagt mir, das mein Körper wieder in die Notversorgung gegangen ist. Grundfunktionen wurden durch den Notfallplan aufrecht erhalten. Wippi wollte sich zwar noch revanchieren, aber da wollten wir auch schon wieder los, da in der Werkstatt nicht viel los war. Aber mir wäre das egal gewesen, denn ich sah wohl eh schon alles doppelt. Doch es ist schon besser, bevor ich Conny gefragt hätte, warum sie ihre Zwillingsschwester nicht schon früher mitgebracht hat.

Wohin sollte die Reise gehen? Zurück zu Jensi in den Keller. Man fährt ja gerne mal um 0230 Uhr von einer Fete weg haut sich ein paar Mixgetränke in der Werkstatt rein und geht dann wieder zurück zur Fete. Ist wohl allgemeine so Usus. Doch bei Jensi blieb ich nicht mehr lange. Denn die Notreserve ging langsam zur Neige. Während der klägliche Rest noch vor Jens seinem Haus stand, machte ich mich auf den Heimweg. Im Augenwinkel sah ich noch, das der Bäcker auf hatte, aber der Drang nach Hause war stärker.

Als ich Samstag aufwachte schaute ich nach Reifenspuren auf meiner Kleidung, die verstreut in meinem Schlafzimmer lag. Denn irgendein LKW muß mich noch überfahren haben, denn so fühlte ich mich. Der Tagesablauf bestand im größten Teil darin, nüchtern zu werden und das Geschenk für Vokke zu präparieren. Ich bin halte in wahrer Bastler-König. Oder auch nicht. Ich gab mein Bestes, aber irgendwie habe ich für so etwas kein Händchen. Zum Glück trafen wir uns dann bei David und Ellen. Ellen hat mich dann beim Einpacken unterstützt, nachdem die Anderen ihr Scherflein dazu gegeben haben. Es ist schon hart wenn man grobmotorisch veranlagt ist. Leider konnte dann Ellen nicht mit kommen, da die kleine Hannah gar nicht gut drauf war. Sehr schade, aber sie wird ja auch mal größer.

So machten wir uns also auf den Weg zum Schützenhaus wo der Vokke in seinen 30sten Geburtstag rein feierte. Eigentlich gar nicht so dumm, denn so würde er sich das Fegen ersparen, was ja im allgemeinen Brauch ist, wenn ein Junggeselle 30 Jahre alt wird. Jedenfalls hat er gedacht das er sich das Fegen erspart. Aber er hat ja noch Freunde, die solche Sachen nicht vergessen. Aber noch waren wir nicht so weit. Zuerst mußte die Uhr auf Mitternacht vorrücken. Das waren nach unserem Eintreffen noch ganze 5,5 Stunden. Um ehrlich zu sein hatte ich ein wenig Angst, denn ich wollte nicht zu stramm sein wenn Vokke Geburtstag hat. Da half nur eine Möglichkeit. Nichts Wenig trinken. Nicht so viel Schnaps vor 0000 Uhr trinken. Bei so was bin ich ja meistens nicht eisern. Als Begrüßung gab es erstmal ein Sekt, denn ich galant umschiffte und mir erstmal einen O-Saft organisierte. Ja, man hat richtig gelesen. Ich habe mir erstmal einen O-Saft (ohne Wodka) gegönnt, da ich es dann doch nicht so höflich finde, wenn man sich gleich ein Bier rein feuert. Nachdem dann die Hälfte vom Anstand vorbei war, habe ich dann vorsichtshalber ein Bier bestellt.

Wir waren ziemlich früh da und viele Gäste waren auch noch nicht da. Wohl aber Tobi und seine Freundin, die ich schon am Vorabend getroffen habe. Da fiel es mir jedenfalls wieder ein. Wir hatten auch ein nettes Gespräch über Fußball. Dummerweise sind sie Beide Hannover 95+1 Fans. Da kann ich nur sagen: Selber Schuld. Eigentlich sollten Niedersachsen Eintracht Braunschweig Fans sein, wenn sie schon Fußball-Fans sind. Denn die Eintracht ist immer noch der einzige niedersächsische Verein, der jemals die Meisterschale errungen hat. Das war zwar 1967, aber man muß sich ja an etwas festhalten. Außerdem gehörten die Braunschweiger zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. So was weiß ich natürlich auswendig, nachdem ich bei Wikipedia nachgeguckt habe. Die Tatsache, das Hannover gegen Bielefeld an dem Tag verloren hat, hat mir natürlich grandios in die Hände gespielt. Die ständigen Einwände das Braunschweig in die Regionalliga absteigen wird, habe ich einfach überhört.

Das Schlimme ist, das man sich vornimmt, nicht so viel zu trinken und dann an der Theke stehen bleibt. Da mußte ich Abhilfe schaffen. Nachdem ich dann mein drittes Bier empfangen habe, machte dann Sabrina den Vorschlag sich doch mal an die Tische zu setzen. Ich schlug weiter in die Kerbe und wies auf meine schmerzenden Füße hin. Ich wüsste nun noch gerne, warum sie so weh taten, aber das werde ich wohl nie erfahren. Vielleicht weiß ja Conny Bescheid. Am Tisch ging es dann munter weiter mit dem Bier Express, der von der freundlichen Service-Kraft Jennifer gefahren wurde. Jennifer hat ein Auge für leere Gläser und brachte mir immer ein gefülltes Bierglas, wenn sie sah das der Pegel, gefährlich nahe an den Glasboden kam. Auch Michael, den sie wohl gerade anlernte hatte schnell ein Auge für unsere Ecke und bedachte mich zeitgerecht mit Austausch-Bieren, falls das vor mir stehenden dem Ende entgegen sah. So gesehen lief es ganz gut. Aber ich wollte ja nicht so viel trinken. Außerdem hatte ich Angst, das ich zu früh auf den Mischungszug umsteige. Fehlende Erinnerungen vom Vorabend sollten mich eigentlich bekehren. Und ich mußte aufpassen, das Andre und Christian nicht zu viel trinken, da wir sie am nächsten Tag ein wichtiges Spiel haben.

Das Essen war übrigens vorzüglich. Ich glaube es wurde vom Altenheim in Nesselröden geliefert. Die Schnitzel, sowohl fest als auch die flüssigen, waren eine Wucht und dann gab es noch ein Hähnchen-Teil, welches mit einer Brokkolie-Käse-Creme gefüllt war. Gemüse ist zwar nicht ganz mein Fall, aber wenn es dann schon mal in das Fleisch integriert ist kann man das ruhig mal essen. Fleisch ist mein Gemüse. Nebenbei wurde weiterhin Bier serviert und wie es nicht anders sein konnte wurde dann nach dem üppigen Mahl eine Runde mit dem Schnapstablett gedreht. Leider habe ich es zu spät mitbekommen und konnte nicht rechtzeitig aufstehen. Da wurde ich dann also vor die Wahl gestellt. Löwentor (Schlag ins Gesicht), Jägermeister (Das Gehirn wird früher oder später entfernt), Roter oder Feigling (Gefahr der Überzuckerung und gar nicht gut für den Kohlehydratehaushalt). Ich entschied mich für den Löwentor und freute mich auf den Schlag ins Gesicht. Irgendwie fühlte ich mich beim Schlucken wie beim Schützenfest. Die Umgebung, die Leute mit denen ich da war und der Geschmack des Löwentors suggerierten es mir irgendwie. Sehr gespenstisch. Um mich von dem Löwentor-Schlag zu erholen, trank ich erstmal zwei weitere Biere.

So langsam wurde es dann auch Zeit, das die Geisterstunde näher rückte und der Vokke 30 Jahre alt wurde. Zuerst kamen die ganzen Glückwünsche und die Geschenke. Unter anderem auch unseres und Vokke hat gleich die Stromlaufpläne erkannt. Einem alten Elektriker kann man halt nichts vormachen. Vokke dachte ja nun, das es vorbei sein würde und er nochmal mit der heilen Haut davon kommen würde. Aber da hat er die Rechnung ohne uns gemacht. Andre hat passenderweise einen Sack mit Styroporresten mitgebracht. Wer nun denkt das es so kleine Styroporkugeln waren, die halt so bei Verpackungsmaterial über blieben, der irrt hier gewaltig. Bei Bock gibt es eine Maschine, die aus einem Block Styropor nicht nur ein Kissen fräsen kann, sonder dabei auch noch microfeinen Styroporabfall produzieren kann. Ein fieses Zeug. Muß ich ja jetzt mal sagen. Und Vokke mußte fegen. Ich habe extra meine alte Zahnbürste mit gebracht, damit er nicht so schnell fertig werden würde. Falls er einen größeren Besen haben wollte, dann mußte er dafür einen Löwentor trinken. Der erste ging recht fix runter und mit dem Handbesen ging es auch schon ein wenig besser. Aber das Wahre war es noch nicht so ganz. Also mußten nochmals zwei Löwentor getrunken werden, damit Vokke endlich den ersehnten Straßenbesen zur Hand nehmen durfte. Als er es dann endlich geschafft hat, gab es noch einen abschließenden Löwentor wegen der ganzen Anstrengung. Da trank ich dann freiwillig einen mit. Dummerweise dauern ja die Löwentore bei mir immer etwas länger und irgendjemand hat mit meinem Fotoapparat ein paar Fotos geschossen. Ich sollte mein Gesicht ab jetzt immer verhüllen, wenn ich Schnaps trinke. Jedenfalls habe ich von der ganzen Aktion genügend Fotos geschossen. Und ich habe richtig Angst bekommen. Im nächsten Jahr werde ich 30 und da werde ich mit ziemlicher Sicherheit auch solche Spielchen machen dürfen. Als erstes wird Andre verboten, solches Styropor-Pulver zu organisieren. Als nächstes wird verboten, das ich fegen muß. Am Schlimmsten ist ja das ich der einzige aus der Clique in Westerode bin der 30 wird. Au weia, da muß ich was gegen tun. Entweder ziehe ich im nächsten Jahr ins ferne Ausland oder ich heirate noch schnell vorher. Also welche junge Dame Interesse hat, mit mir ins Ausland zu ziehen zu heiraten, der melde sich bitte unter den bekannten Adressen.

Nachdem dann die Grundreinigung vor der Tür des Schützenhauses durchgeführt wurde verlegten wir flugs wieder ins Innere. Doch vorher wurde eich erstmal von den Arbeitskollegen von Vokke umlagert. Die wollten Vokke auf die Schnelle noch eine Stripperin organisieren. Tja, nun fragt man sich natürlich warum sie da gerade mich ansprechen. Weil der Andre gesagt hat, sie sollen doch mal mich fragen, ich hätte da eine Telefonnummer. Na klar, Pitsche hat alles. Nummern von Stripperinnen, Ideen, eine Leber so groß wie Schleswig-Holstein. Gemeint war natürlich der Kontakt nach Braunschweig zu Ollis Erotik Agentur, aber das wäre bestimmt zu kurzfristig gewesen und außerdem wäre die junge Dame nicht mehr schnell genug hier gewesen. Rechnet man mit einer realistischen Fahrzeit von 1,5 Stunden von Braunschweig bis nach Westerode, hat sich Vokke mit ziemlicher Sicherheit schon ins Delirium getrunken, wenn die Stripperin eintrifft. Also versuchte ich eine weitere Kontaktperson anzurufen, deren Namen ich hier nicht nennen darf. Aber sie nahm nicht ab. Gott sei Dank. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Vokke noch eine Stripperin bekommen hätte. Der Saal wäre explodiert. Auch wenn nicht mehr ganz so viele da waren, die Stimmung war grandios und hat sich auch bis zum Schluß gehalten.

In der Zwischenzeit bin ich umgestiegen auf Havana Club Cola. Vokke ist nämlich ein Guter und hat an mich und natürlich auch an die Anderen gedacht. Havana ist einfach ein Geschenk der Götter und wenn man es in normalen Dosen trinkt, hat man nicht nur was vom Geschmack, sondern auch was vom weiteren Abend. Dabei ist zu beachten, das niemand aus der Familie Steffanski die Mischung macht. Eigentlich kommen da nur zwei in Frage. Schmierpopel oder Porno. Aber beide haben eine Augenschwäche und fangen in dem Augenblick zu blinzeln an, wenn die richtige Füllmenge an Havana erreicht ist. Dann gehen natürlich ein paar Liter Milliliter mehr in den Becher. Aber Beule und Jennifer hatten den Dreh schon raus. Der Alkoholpegel ist bei den Anderen auch schon rapide nach oben gestiegen. Vor allem bei dem Andre. Ich habe eins der sensationellsten Videos gedreht. Andre beim Gitarre spielen und neben ihm sitzt seine Frau. Kurz nachdem das Video auf der Karte abgespeichert war habe ich es mir angeguckt und konnte schon wieder drüber lachen. Eigentlich wollte ich es ja einfach bei Youtube.com rein stellen, aber das traue ich mich nicht. Ich hoffe ja immer noch das er mir sein Einverständnis gibt. Ungern würde ich das Video der Öffentlichkeit vorenthalten.

Die Party wurde mittlerweile an die Theke verlegt und da gehörte sie auch hin. Die Getränke kamen einfach schneller ran, wenn man einen direkten Draht zum Zapfmeister oder in meinem Fall zum Mischungsmeister hat. Und vor allem konnte man selber bestimmen, wie voll die Mischungen werden wollten. Hat auch seine Vorteile. Aber mit der Zeit wird man immer mutiger und haut sich da schon mal ein bischen viel rein. Obwohl ich sagen muß, das jedes Mal wenn ich mir Havana ein geschüttet habe, mir jemand von hinten an den Arm gestoßen hat und dann war das Glas immer so voll. Das ist die Wahrheit und wenn nicht dann soll mich der Blitz treffen. Warum bezieht sich denn der Himmel draußen so? Nun ja, ein Arbeitskollege von Vokke hat sich des Mischpultes bewältigt und spielte richtig gute Musik. Also Musik, die mir auch gefiel. ACDC, System of a down, Rock halt und Mucke zum abgehen wie Schmidts Katze. Seine Freundin hat es sich unterdessen zur Aufgabe gemacht alle Leute an der Theke abfüllen zu wollen. Das funktioniert aber nur, wenn man den anderen mehr ein schüttet als sich selber. Und nicht wenn man versucht mit jedem mit zutrinken. Aber sie genoß meinen vollen Respekt, denn als ich sah wie viel sie trank und dann noch so gerade stand, dann kann sie schon einiges ab. Und sie war gut drauf. Ein paar Sympathiepunkte sind aber dafür drauf gegangen, das sie mich zwang Roten zu trinken. Auch wenn es ein süßer Schnaps war dauerte das Trinken bei mir ein wenig länger als bei normalen Leuten. Mein Körper hat halt seine natürlichen Schutzfunktionen hochgefahren. Aber ich bezweifele das es nur Selbstschutz ist.

Grandios war dann auch der Vokke hinter der Theke. Das Thekenpersonal wurde mittlerweile mit großem Dank entlassen und Vokke übernahm sporadisch die Aufgabe, Bier zu zapfen, so gut es halt ging. Doch die Tanzeinlagen auf dem rutschigen Boden waren durchaus sehenswert. Einmal hätte es ihn beinahe gerissen, doch der Gläserschrank hat seinen Sturz verhindert. Das Gesicht dabei ist trotzdem Klasse gewesen. Irgendwann hat er sich dann auf die Tanzfläche gewagt und mit seinem Kollegen die schwere Version des Sirtaki zum Besten gegeben. Wie die geht? Also man tanzt Schulter an Schulter und schmeißt dabei abwechselnd ein Bein nach oben. So hüpfend dreht man sich im Kreis, aber rückwärts. Ich glaube diese Art ist auch nur bei 3,0 Promille gefahrlos zu überstehen. Sonst hat man zu viel Kontrolle über seinen Körper und haut sich böse auf die Fresse. Es sollen sogar schon Schneidezähne dabei geflogen sein. Ein weiterer Grund nicht das Tanzbein zu schwingen. Es sei denn man hat eine Tanzpartnerin und kann weich fallen.

Nach und nach gingen die Gäste dann aber auch nach Hause und spätestens als der Rote alle war und ich mit Osse Feigling trinken mußte, gingen bei mir schon die Warnschilder im Kopf hoch. In einem passenden Moment packte ich mir dann den David und wir richteten unseren Fußmarsch in Richtung Dorf, denn da irgendwo wohnten wir. Der Weg war trotzdem doppelt so lang, da wir beide die gesamte Straßenbreite benötigten. Ein Wunder, das wir nicht aufeinander geprallt sind. Betrunken, Chuck Norris und Kinder haben immer das größte Glück. Anscheinend müßen wir auf dem Rückweg ein Gespräch angefangen haben, da David mich noch bei sich zu Hause rein bat um das Gespräch nicht in der Kälte zu beenden. Ich wehrte mich zwar dagegen, da mir klar war, das wir Ellen aufwecken würden, aber gegen David gewinnt man einfach nicht. Und somit beendeten wir unser Gespräch in der Küche und weckten Ellen auf. Thema war die Umgehung des Fegens meinerseits im nächsten Jahr und wir beschlossen das ich heiraten muß. David hätte da auch schon eine im Auge, die aber zur Zeit nicht greifbar ist. Ich könnte den Namen hier jetzt hinschreiben, da ich mir 100 70 95% sicher bin das sie meinen weblog nicht liest, aber ich mache mich ja ungern vor allen Leuten zum Ei.

Das Gespräch wurde also beendet und ich beendete mein Bier und setzte meinen Weg nach Hause fort. Mein Bett kam wie gerufen und als es sich für einen kurzen Moment mal nicht bewegte legte ich mich herein.

Sonntag war Muttertag. Herzlichen Glückwunsch. Ich habe schön rein gefeiert. Und bald ist Vatertag!

Chuck Norris kann Vatertag und Muttertag feiern!

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