Dosenbier vs. Plastikflaschenbier

Die Zeit der Feiertage kommt, besser gesagt ist schon voll am Laufen. Den 1. Mai haben wir schon gefahrlos überstanden. Doch der König unter den Feiertagen, an denen man sich schon am frühen Vormittag mit Bier und anderen alkoholischen Getränken zuschütten kann, steht uns noch bevor: Der Vatertag. Nun stellt sich die Frage der Biersorte die an diesem Tag in rauhen Mengen konsumiert werden soll. Früher war die Entscheidung sehr einfach. Man fuhr zum Aldi und lud einfach drei bis fünfzehn Paletten Karlsquell ein und ab ging die Lutzie. Dank des Dosenpfands nur noch eingeschränkt möglich. Als Alternative gab man uns dann die Plastikflasche mit Schraubverschluß. Zu Recht fand diese wenig Anklang in der Bevölkerung. Bier gehört entweder in die Dose oder in Glasflaschen, aber nicht in Plastikflaschen mit Drehverschluß. Doch ich will die zwei mal gegenüberstellen. Gerade wegen des bevorstehenden Vatertags!

Dosenbier

Es war das Getränk für jegliche Veranstaltungen im Freien. Sei es Vatertag oder Zelten. Man benötigte immer eine unbestimmte Anzahl an Paletten Dosenbier und einen gelben Sack. Man konnte wunderbare Sachen damit machen. Man trank das Bier und erfreute sich an den Sachen die der Inhalt mit den Gesichtern der Anderen anstellte. Glücklicherweise konnte man das eigene Gesicht nicht sehen. Nahm man zum Beispiel fünf Dosen Karlsquell und schütte sie in fünf verschiedene Gläser so erhielt man fünf verschiedene Färbungen vom Bier. Das war einem aber egal, da man eh keine Gläser zur Hand hatte wenn man Dosenbier trank. Und wenn doch, dann war man selber schuld. Die ersten drei Dosen waren immer eine Überwindung, aber dann wurde der Qualitätsfilter nach unten geschraubt und es war einem egal, was man in sich rein kippte. Nachdem man dann die Dose geleert hatte wurde diese platt gedrückt oder es wurde drauf getreten. So wie es sich gehört. Zusammen mit einem kräftigen Rülpser und eine dämlichen Gesichtsausdruck kommt da erst das richtige Männlichkeitsgefühl auf. Ein leichter Schlenzer und das Teil flog neben in den gelben Sack. Auf gleichem Wege nahm man sich die nächste Dose von der Palette, die schon die ganze Zeit in der Sonne stand. Der absolute Höhepunkt war aber das Dosenstechen. A lost art form. Man penetrierte die Dose im unteren Bereich mit einem spitzen Gegenstand, so daß die Fontäne Bier einem nicht ins Gesicht spritzte. Falls man schon zu betrunken reaktionsarm war, hat das aber auch nichts gemacht, sondern spornte einen nur noch mehr zu Heldentaten an. Nun platzierte man die Öffnung vor dem Mund und öffnete die Dose an der Eigentlich dafür vorgesehenen Stelle. Das Bier schoß in sekundenschnelle in den Mund und man mußte zusehen, das man mit dem Schlucken nach kam. Eine heute bekannte Abart ist der Bierbong. Auch sehr spaßig, aber kommt um Längen nicht an den Spaß des Dosenstechens heran. Anschließend wurde das oben erwähnte Rülpsen-dümmliches-Gesicht-machen-und-Dose-zerquetschen Prozedere durchgeführt. Die Entsorgung war auch denkbar einfach. Beim nächsten Entsorgungstermin, wurde der gelbe Sack einfach an die Straße gestellt. Wenn genügend Dosen im gelben Sack waren!

Doch dann kam das böse Dosenpfand und alle Dosen wurden aus dem Verkehr gezogen, weil sie ja unsere Umwelt so belasten. Daher war der Weg zum Dosenpfand gar nicht so verkehrt, aber die Art und Weise wie der Umstieg vollzogen wurde war komplett unüberlegt und absolut nicht ausgereift. Aber was sollte man anderes von einer Regierung erwarten, die nur Getränke aus Glasbehältern trinkt. So war es zum Beispiel unmöglich Pfand für eine Dose zurück zu bekommen, die zerdrückt worden war. Hallo, wie unrealistisch ist denn das? Ich packe doch meine Dose nach dem ich sie fachmännisch geleert habe nicht in diese Bläschenfolie ein, damit es keine Druckstellen gibt um sie korrekt zurück zugeben. Mittlerweile gibt es wieder ein paar Dosen, aber wie es nun mit der Rückgabe des Pfandes aussieht kann ich leider nicht sagen.

Plastikflaschenbier

Wie schon erwähnt eine absolute Unart. Den Anfang machte Holsten und so nach und nach sind die Supermarktketten hinterher gezogen, hatten sie doch eine gewisse Kundschaft zu bedienen. Ich selber habe schon Bier aus Plastikflaschen getrunken. Nein, das ist kein Frevel, denn ich mußte ja Erfahrungen sammeln. Direkt aus der Flasche schmeckt es eigenartig. Der Mund erwartete beim Konsum von Bier bestimmte Gefühle. Und dazu gehört nicht die rauhe, unentgratete Kante eine Plastikflaschenhalses. Glas und ultrascharfe Dosenöffnungen sind in Ordnung, aber kein Plastik. Schüttet man das Bier nun in ein Glas schmeckt man Eigentlich gar keinen Unterschied. Die ästhetische Sache hat eindeutig den Nachteil erwischt, aber es gibt ja auch Vorteile. Zum Beispiel sind die Flaschen recht leicht. Packt man sich damit den Rucksack voll, dann hat man weniger zu tragen. Außerdem ist die Zerstörungsgrenze jenseits der des Glases, also weniger Sauerei im Rucksack, falls dieser mal mitsamt des Bollerwagens im Graben landet. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Größe. Ich hatte neulich eine halbe-Liter-Flasche in der Hand und war tatsächlich der Meinung es handelt sich nur um eine 0,33-l-Flasche. Spricht eindeutig für die Plastikflasche, denn man fällt nicht so schnell assig am Straßenrand auf. Leider kann man damit nicht so lustige Spielchen machen, wie mit der Bierdose. Zerdrücken macht irgendwie nicht den gleichen Spaß wie bei Blech. Auch wenn man es mit dümmlichen Gesichtsausdrücken und Rülpsen verbindet. Es ist nicht das gleiche. Drauf treten bringt rein gar nichts. Außerdem muß man aufpassen, das man das dämliche Etikett nicht beschädigt, da man sonst den Pfand nicht zurück bekommt. Saublöde Idee, den Barcode auf ein Etikett zu drucken.

Was nun das Dosenstechen betrifft, kann ich diesbezüglich noch keine Aussage machen. Die Betonung liegt hier aber auf noch. Denn ich plane einen Selbstversuch am Vatertag. Prinzipiell ist es ja möglich mit einem Spitzen Gegenstand die Hülle der Plastikflasche zu durchbrechen. Inklusive heraus spritzendem Bier. Und der Schraubverschluß kann dann immer noch geöffnet werden. Ich werde mich in der nächsten Woche mit der Suche nach eine 0,33 l Plastikflasche machen. Falls ich diese nicht bekommen sollte, werde ich wohl eine Plastikflasche vom Aldi zurückgreifen. Das ist zwar ein 0,5 l Geschoß, aber allein aus historischen Gründen greife ich darauf zurück. Einen Bericht gibt es natürlich auf dieser Seite.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, das ich mehr zur Bierdose tendiere. Aber das hat wohl auch nostalgische Gründe. Es bringt einfach die Erinnerungen an Zelten, Biergelagen in Oems Keller (inklusive Dosenturmbau) und jeder Menge Spaß wieder zurück. Ich freue mich trotzdem auf das Plastikflaschenbierstechen. Juchhuu!

Nebenbei bemerkt, Chuck Norris macht Dosenstechen mit 5-l-Party-Fäßchen und seinem kleinen Finger!

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