Das lustlose Wochenende

Ein ganz normaler Freitag bahnte sich seinen Weg durch die Nacht und bereitet mir einen arbeitsreichen Tag. Ich weiß nicht wann die Veränderung kam, aber sie kam und zwar ohne Vorwarnung. Ich fuhr nach Hause und mußte feststellen, das ich einfach keinen Bock hatte irgendetwas zu machen. Schock, sämtliche Alarmglocken schellten los. Der Katastrophenschutz stellte sich auf ein langes Wochenende ein, denn irgendetwas schien nicht normal zu sein. Kurze Zeit später klingelte mein Telefon und Porno wollte wissen, was der Plan des Abends ist. Als ich mitteilte, das ich wohl nichts machen werde ist er vermutlich in Ohnmacht gefallen. Das verbinde ich jedenfalls mit dem dumpfen Schlag, den ich durch den Hörer gehört habe. Eine Stunde später rief er mich wieder und fragte ob er da vorhin richtig gehört hatte. Ich sagte ihm, das wohl nicht viel gehen wird, da mir der 1. Mai und der damit verbunden Arbeitstag nach dem 1. Mai noch ein wenig in den Knochen saß. Insgeheim hoffte ich das es die Erklärung für meine akute Unlust sei. Er fiel wieder in Ohnmacht. Danach telefonierte ich mit Schnitzel und wir verabredeten, das wir uns dann doch noch im Feuerwehrhaus treffen wollten um zumindestens ein paar Bierchen zu trinken. Man muß ja nicht viel machen und Werkstatt muß ja nun nicht jedes Wochenende sein. Damit Porno aus seiner Ohnmacht erwachte, rief ich ihn vorsichtshalber an und teilte ihm die Nachricht mit. Er hörte sich gleich ruhiger an am Telefon.

Da ich eh zum Training zum Sportplatz wollte, um meinen Langzeittest nach vorne zu bringen, kombinierte ich die ganze Geschichte. Also zuerst zum Sportplatz und dort ein paar Bierchen trinken und checken, ob denn noch was am Abend ging. Dem war nicht so, aber dafür trank ich dann zwei Bier, welche mir auch schon recht gut mundeten. Meine Einstellung dem weiteren Verlauf des Abends gegenüber relativierte sich ein wenig. Ganz überzeugt war ich aber noch nicht. Gegen 2100 Uhr traf ich dann am Feuerwehrhaus ein, wo mich ein Porno erwartete und sich benahm wie ein Affe auf Speed ein wenig hibbelig war. Er wolle unbedingt Gumball 3000 auf dsf sehen. Kleine Wünsche erfüllen wir ja sofort. Somit hatte er sein Gumball und ich meine nächste Kanne Bier. Allerdings fingen plötzlich meine Magenprobleme wieder an. Ich muß wohl noch ein wenig mehr gegrilltes Fleisch essen, bevor mein Magen für derartige Fleischeskapaden bereit ist. Vatertag ist ja noch eine Woche hin. Gumball 3000 war also eine Serie, von irgendwelchen Geisteskranken, die in mehr oder weniger aufgemotzten Luxusschlitten durch Europa knistern und dabei Strafzettel sammeln. Ich erspare mir hier mal jegliches Kommentar und denke das ich sie mir meinem Hi-Speed Volvo eh alle abgezogen hätte eh nie in der Liga fahren werden. Stufen wir sie mal als Hammerkrank Verrückt ein.

Weitere vier Bier später gesellte sich der Schnitzel dann auch noch zu uns. Mittlerweile hat sich auch der Tobi zu uns gesellt und wir guckten aus lauter Langeweile Ritter aus Leidenschaft einen harten Action-Kracher. Meine Motivation hat mittlerweile den Tiefpunkt überschritten. Außerdem hat ein ausgedehnter Besuch der sanitären Einrichtungen mein Magenproblem eliminiert. Die Entscheidung wurde also gefällt, das der Weg uns weiterführen sollte in die Werkstatt. Ich war mir aber immer noch unschlüssig, ob ich den Weg weiter gehen möchte und sympathisierte immer noch mit der Möglichkeit vorher rechts abzubiegen und den Heimweg anzutreten. Dann schrieb auch noch Kathrin, das sie auch noch in die Werkstatt kommen würde und wollte wissen, ob ich auch hinkommen würde. Nun waren also die Weichen gestellt und ich konnte gar nicht mehr umsteigen, da ich am letzten Bahnhof der Nacht mir ein weiteres Bier geöffnet habe. Ich ergab mich also meinem Schicksal und steig bereitwillig in das Taxi ein, das schon zum Abmarsch vor der Tür stand. Irgendwie war ich immer noch unschlüssig, ob das so eine gute Idee war. Ein kurzer Blick in mein Geldbeutel half mir, mich an diesem Abend zusammen zu reißen. Zumindestens den Vorsatz den Zusammenreißen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Als ich die 3 € zwecks Eintritt entrichtete und die Treppe emporstieg schossen mir folgende Gedanken durch den Kopf: ”Ich wusste es!“ Es war sehr leer. Nur der Anstand verbietet es mir hier von einem Vakuum zu sprechen. Scheint ja der Beginn eines gelungenen Abend zu sein. Wenn man ein normal tickendes Gehirn haben sollte, wäre jetzt der Zeitpunkt den Rückzug anzutreten und den Abend als einen Reinfall zu verbuchen. Aber Westeröder sind ja nicht normal. Die gehen dann trotzdem zur Theke und trinken noch was. Da ist ja eigentlich nichts gegen einzuwenden. Denn man hat ja gerade Eintritt bezahlt und kann so noch ein wenig verweilen um zu gucken, ob nicht binnen weniger Minuten das schwedische Bikini-Team oder zumindestens das polnische Bikini-Team die Werkstatt betritt und dringend vier gutaussehende leicht alkoholisierte Männer benötigt, die ihnen a) bei ihren allabendlichen Dehnübungen zur Hand gehen und b) richtig mit ihnen einen Trinken gehen. Also für b) wäre ich sofort zu begeistern gewesen. Da aber nun die Möglichkeit besteht, das die oben erwähnten Teams nicht innerhalb der nächsten Minuten in der Werkstatt erscheinen würden, ist man da schon auf der sicheren Seite, wenn man sich eine Flasche bestellt. Da wir aber zu viert waren, bestellten wir dann gleich mal zwei Flaschen. Nur um das mal richtig zu stellen. Tobi wollte unbedingt Jägermeister trinken. Da sträubten sich aber sämtliche Fasern meines Körpers gegen und ich machte den Vorschlag doch lieber Havana zu trinken. Und die Diskussion ging los. Im Endeffekt kamen wir dann zu dem Ergebnis, das Porno und Tobi sich eine Flasche Jägermeister mit Fanta teilten und Schnitzel und ich uns eine Flasche Wodka teilten, mit der Option, das Kai später noch einsteigen würde. Man kann ja ruhig saufen, man muß nur eine Ausrede parat haben, warum man mit zwei Mann eine Falsche Wodka vernichten will. ”Jaa, der Dritte kommt noch. Nur etwas später, aber der steigt dann aber mit ein.“

Erwähnte ich schon, das es unglaublich leer war in der Werkstatt? Man konnte fast Fangen spielen oder das beliebte Echo-Spiel machen. Man kennt ja diese Büsche, die in den verlassenen Westernstädten immer durch die Gegend geblasen werden. Vom Wind natürlich. Zwei davon kreuzten meinen Weg auf dem Weg zur Theke. Einem dritten konnte ich gerade noch so ausweichen, als ich mein Mischungsglas in die Hand nahm. Und zur Toilette war ich noch nicht, aber ich hatte Angst, denn diese Teile können echt fiese Kratzer an den Beinen und am Gesicht hinterlassen. So standen wir dann also an der Theke und hauten uns zwei Flaschen Alkohol in den Kopf. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, das wir doch besser zu Hause hätten bleiben sollen. Was solls, Morgen geht es mir wieder dreckig, aber dafür habe ich Wodka Red Bull getrunken. Was ich eigentlich nie wieder machen wollte.

Doch die Langeweile hielt nicht lange an, denn Kathrin und Heike kamen um die Ecke. Und gesellten sich zu uns. So ist wenigstens was für die weibliche Quote getan. Tobi fand das wohl ganz aufregend, denn er freute sich sehr, als er plötzlich Heike sah. Und lief von da an mit einem Lächeln im Gesicht herum. Es könnte natürlich auch daran gelegen haben, das mit Porno eine halbe Flasche Jägermeister schon vernichtet hat. Porno hat sich auch erst für den Jägermeister entschieden, als ich gesagt habe, das da irgendwelche verbotenen Kräutern drin sind, die meinen gesamten Denkapparat Schach matt setzen. Also wirklich alles, selbst die Lebenswichtigen Sachen funktionieren nicht mehr richtig. Kurz danach bemerkte ich ein Blitzen in seinen Augen und er willigte ein, mit Tobi eine Flasche Jägermeister zu trinken. So testet halt jeder seine Grenzen selber aus. Für mich steht jedenfalls fest, das Jägermeister direkt aus der Hölle kommt und nur auf der Welt ist um harmlose Gemüter zu verwirren. Damit man nach einer Nacht mit Jägermeister mit Gras im Mund am Deich aufwacht. Das basiert nicht auf eigenen Erfahrungen. Jedenfalls war dazu kein Jägermeister nötig. Da reichte auch ein paar Kisten Jever, mehrere eine Flasche Korn und ein Grill, der am nächsten Morgen irgendwie von der Strömung weg getrieben wurde.

Tobi holte also schnell Erkundigungen über Heike ein und verwickelte sie recht schnell in ein Gespräch. Dann kam der Eintritt in den Lanz-Bulldog-Bereich. Er bestellte Anti-alkoholische Getränke. Sowohl für Heike, die wohl eh fahren mußte, als auch für sich. Das Lanz Bulldog Treffen war angesetzt. Porno bekam das wohl auch irgendwie mit und setzte auch ein verträumtes Lächeln auf. Wohl aber weniger wegen Heike, sondern eher wegen der Tatsache, das er nun die restliche Jägermeisterflasche für sich alleine hatte. Zwischenzeitlich kam dann auch noch der Philip und wenig später der Thomas Bee vorbei. Philip war dann doch schon sehr stramm und setzte sich also neben Tobi, nicht merkend, das Tobi gerade am baggern war. Da ich aber den Anblick nicht so recht ertragen konnte, besser gesagt, die flehenden Blicke von Tobi nicht mehr sehen konnte winkte ich den Philip ran. Nach kurzen aufklärenden Worte meinerseits guckte er ein wenig verstört und wir beschlossen dann, das wir noch eine weitere Flasche Wodka bestellen sollte. Warum? Weil die erste alle war und Porno die Jägermeister-Flasche auch geleert hatte. So schnell kann es gehen. Ach ja, Kai ist dann auch mal aufgetaucht und hat sich dann wieder Erwarten nicht an der Flasche beteiligt. Was aber nicht schlimm war, denn Kathrin hat ein paar Mischungen mitgetrunken. Kai war wohl gerade von einer Sauferei Feier der Ortsbrandmeister gekommen und war schon heftig stramm. Zu allem Überfluß hatte er auch noch Geburtstag. Aber wenn man ihn jetzt fragt, wer ihm alles zum Geburtstag gratuliert hat, wird er nur antworten: ”Ich war noch in der Werkstatt?“

Schnitzel verließ uns schon früh, denn er hatte irgendwelche bäuerlichen Aktivitäten in den frühen Morgenstunden vor. Eigentlich totaler Schwachsinn, wenn man mich fragt, aber muß er selber wissen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir die zweite Flasche aber gerade in der Mangel und konnte nicht mitkommen. Was mich aber am Meisten erschrak, war die Tatsache, das ich mich nicht im Geringsten betrunken fühlte. Das war am 1. Mai noch anders. Ich denke ich sollte jetzt immer ein kleine Höhensonne in der Tasche tragen, damit der Ballerfaktor durch extreme Hitze jederzeit erhöht werden kann. Glücklicherweise konnten wir aber die zweite Flasche noch rechtzeitig leeren, bevor dann der Elton um die Ecke kam. Nach dem Austausch der üblichen Beleidigungen fielen wir uns in die Arme und Elton meinte er müsse unbedingt noch eine Runde ausgeben. Gut, hatte ich jetzt spontan nichts dagegen. Aber ich war dann schon auf Havana Club umgestiegen, da mein Magen schon eine Petition gegen Red Bull eingereicht hat. Dann gab der Philip noch eine Runde und als ich dann gerade zum Rundumschlag ansetzen wollte, meinte die Bedienung das nun zu gemacht werden würde und es keine Getränke mehr geben würde. Die Enttäuschung war groß. Dabei hätte ich so gerne noch Geld ausgegeben eine Runde gegeben. Aber ich vertröstet auf das nächste Mal, das ich da gleich der erste sein würde. Hoffentlich kommen wir so nie wieder zusammen.

So ging es dann mit dem Taxi nach Hause. Bis auf Porno, der aus bestimmten Gründen unbedingt zu Fuß gehen wollte. Ich kannte diesen Blick, hatte ich ihn doch auch schon oft genug, meistens ist zu viel Schnaps und/oder eine Frau der Grund für diesen Blick und die Ankündigung zu Fuß nach Hause zu gehen. Er ist ja alt genug und der Zustand erlaubte durchaus einen kleinen Fußmarsch. Somit quetschten sich also Hüfte, Philip, Thomas und ich ins Taxi und fuhren nach Hause um dann beim Bäcker noch offenen Türen einzutreten. So eine Käsebrötchen ist genau das Richtige für den Heimweg.

Samstag, kein Wecker klingelte, doch ich war frühzeitig wach. Warum nur? Ach ja, übermäßiger Red Bull Konsum. Ich verteufelte das Zeug und bleib noch ein wenig liegen. Aber es half nichts. Meine Augenlieder waren mit Sprungfedern ausgestattet. Sobald ich sie schloß sprangen sie kurze Zeit später wieder auf. An Schlafen war nicht zu denken, denn ich war voller Tatendrang. Und Abends sollte es zu Kai gehen. Der wollte nämlich seinen Geburtstag feiern. Ich schwor mir nur eine Sache. Keinen Red Bull. Am späten Nachmittag trat dann die erhoffte Müdigkeit ein. Beim Eishockey-Spiel Tschechien gegen Slowakei fielen mir dann die Augen zu und ich kam erst sehr spät los.

Ich könnte es an dieser Stelle nun sehr kurz machen. Die Fete lässt sich mit zwei Worten und einem Ausrufezeichen beschreiben: Alle voll! Was aber gelogen wäre. Denn die die nicht voll waren ließen sich an einer Hand abzählen. Aber eine so kurze Abspeisung einer so lustigen Fete kann ich der Leserschaft nicht antun. Also gibt es den kompletten Bericht. Nur an einigen Stellen zwecks des Jugendschutzes gekürzt. Die Originalfassung darf ich hier nicht nieder schreiben. Sie darf gar nicht nieder geschrieben werden. Sie ist nur den Anwesenden bekannt. Das ist wie mit dem Necronomicon! Durch reines Lesen der Tatsachen werden dunkle Geheimnisse aufgetan und Dämonen kommen ans Licht. Sollte man meinen…

Nun ja, ich schweife mal wieder ab. Ich kam also gegen 2100 Uhr auf der Party an und mußte mit Erschrecken feststellen, das sie schon im vollen Gange war. Wie ich dann durch nachfragen raus finden konnte war der Großteil schon um 1900 Uhr dorthin gegangen, weil sie es vor lauter Geilheit auf das Saufen nicht mehr ausgehalten haben. Zu der Zeit schlief ich noch den Schlaf der Gerechten und träumte von kühlen Frauen und heißem Bier rechtschaffenden Dingen. Nach dem Eintritt in die Saufhölle das Tennishaus. Fiel ich fast über Kai, der gerade an der Anlage rum fummelte. Gratuliert hatte ich ihm ja schon am Beginn des Tages, machte es aber aus Sicherheitsgründen nochmal. An seinem Gesichtsausdruck, der aussah, als ob er gerade furzen eine schwere Rechenaufgabe im Kopf lösen würde konnte ich erkennen, das er gerade rätselte ob ich ihm schon einmal gratuliert habe. Ich liebe es Verwirrung zu stiften. Er schnappte sich also mein mitgebrachtes, aufwendig verpacktes Geschenk die Wodka-Flasche, die ich als Geschenk mitbrachte und verschwand in Richtung Theke. Ich kam der weilen nicht weit und wurde gleich am ersten Stehtisch aufgehalten. Dort standen dann also Holger und Thomas Bee und lachten mich aus weil ich noch kein Bier hatte. Aber Kai ließ sich nicht lumpen und beförderte binnen weniger Sekunden ein gefülltes Glas in meine schon bereit gestellte Hand. Haha, wer lacht jetzt. Die anderen wieder, weil ich mein Glas wiederum recht schnell leerte. Wenn man den Schlaf der Gerechten geschlafen hat, dann trocknet der Mund sehr schnell aus. Außerdem waren im Tennishaus nur Biergläser im Schnapsformat vorhanden. Ich rufe erneut dazu auf, Bier nicht mehr in 0,2 l Gläsern aus zuschenken. Ein Unding an dem durstigen Mann!

Aber der Nachschub wurde immer recht fix an mich ran getragen, besser gesagt, die Bestellungen gingen immer recht gut vom Mund und wurden zackig ausgeführt. Doch lange konnte ich mich nicht verbergen, bis dann der Keile-Günther mich entdeckte und lauthals verkündete das ich noch gar keinen Kotzo getrunken hätte. Verdammt, das war doch das Zeug was mir beim letzten Mal so böse das Genick gebrochen hatte. Besser gesagt, was mir den wunderbaren Magentumor die wunderbaren Magenprobleme bereitet hat. Vielleicht kann ich mich da ja noch raus reden. Wohl eher nicht. Also runter damit und bevor die Ekelwelle des ersten Kotzo verebbte, stand auch schon der nächste gefüllte Kelch vor mir. Warum kann ich auch nicht nein sagen.

Verdammtes Ehrgefühl. Also wurde Nr. 2 auf die Reise geschickt, auf das ich den Kotzo nie wieder sehe. Wo wir auch gerade beim Thema Keile-Günther sind. Er hatte große Chancen auf den Titel ”Strammsack des Abends“, doch er hatte mittlerweile Konkurrenz von Florian bekommen. Das sah nach einem knappen Fotofinish aus. Ich freute mich schon und hatte die Kamera im Anschlag. Die neue Kamera macht übrigens fantastische Bilder und noch bessere Videos. Ich glaube ich kann bald eine Konto aufmachen, wo ich das ganze Erpressungsgeld einzahlen kann. Das muß ja an der Steuer vorbei.Zwischenzeitlich war ich kurz an der Theke um dort die Lage zu checken und den Porno ein wenig über den Vorabend aufzuklären. Der wiederum berichtet mir über ein paar Zwischenfälle auf seinem Heimweg, die aber hier unter Verschluß gehalten werden müssen. Da hilft auch keine Bestechung. Außerdem muß ich das Konto noch einrichten. Dann können wir über gewisse finanzielle Gefälligkeiten reden. Mein Fehler war, das ich den Günner übersehen habe, der mich gleich erstmal mit einem weiteren Kotzo versorgte. Die Übrigen verteilte er mit großer Geschicklichkeit auf dem Tablett das er umher trug. Na was solls, da der Magen nun schon wusste was ihn erwartet konnte ich auch noch einen dritten trinken. Anschließend trat ich die Flucht nach Vorn an und landete wieder an dem Stehtisch von Holger, Thomas Bee und Philip, die alle samt einen Kotzo vor sich stehen hatten. Wenn ich da mal nicht im richtigen Augenblick gekommen bin. Dachte ich zumindestens, denn kurze Zeit später stand dann Wolfgang vor mir mit einer weiteren Glas für mich und den Worten auf den Lippen, des mich vorhin gar nicht gesehen hatte, aber mir noch einen besorgt hätte. Na toll, dabei hätte ich so gerne verzichtet. Ich gab es auch auf mich zu wehren, denn es hatte ja eh keinen Sinn und Kotzo Nr. 4 nahm den Weg in die Tiefen meines Verdauungssystems auf sich. Wenn man sich mal überlegt, das solche Schnäpse eigentlich dazu da sind, damit die Verdauung auf Vordermann gebracht wird, dann kann ich mir vorstellen, das ich langsam anfange mich innerlich selber zu verdauen. Kein schöner Gedanke und ich hoffe nicht zu viele Leser sind in Ohnmacht gefallen. Ach, ich übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden oder Spätschäden. Spart euch den Anwalt und das Porto. Ich habe Matlock gesehen.

Das Bier lief und lief und die Siegerehrung konnte frühzeitig durchgeführt werden. Nun sehe ich schon die fragenden Gesichter vor mir, was denn nun schon wieder für ein Wettkampf anstand. Der ”Strammsack des Abends“-Wettkampf natürlich. Nachdem Keile-Günther mit einem sensationellen eingesprungen Ausfallschritt die Hitliste knapp in der Kür anführte, konnte er dann in der Pflicht komplett überzeugen. Florian war ohne Chancen und Keile-Günther zog gegen 2347 Uhr als Sieger aus dem Tennishaus. Er trat auch gleich den Heimweg an, weil wirklich nichts mehr ging. Solche Gäste hat man doch immer gerne. Die kommen früh, sahnen früh die Trophäe ab und gehen früh nach Hause. Günners Noch-Freundin wird sich bestimmt auch über den errungenen Titel gefreut haben. Dabei wollen die Zwei noch dieses Jahr heiraten, ich weiß gar nicht wie Günner das überstehen will. Aber da wird Maren schon für sorgen. Florian war natürlich sichtlich enttäuscht über den zweiten Platz und bleib weiterhin beim Bier, denn Schnaps wollte er nun auch nicht mehr trinken. Günner hatte abgeräumt und alles was jetzt noch an Hochprozentigen rein geschüttet wird kann vielleicht schädlich für die Kondition sein.

Der Abend wurde später und der Alkoholzug fuhr unerbittlich und immer schneller dem Ende entgegen. Wie es nun mal nicht anders sein, hat man plötzlich das Verlagen etwas anderes zu trinken als Bier und da bleibt einem dann wohl nichts anderes über als Mischungen zu trinken. Eine kurze Nachfrage beim Gastgeber brachte folgenden Informationsstand: Wodka und Jim Beam standen als alkoholische Getränke zum Mixen zur Verfügung. Nun war ich in einer Zwickmühle. Jim Beam habe ich seit Jahren nicht mehr angerührt und war auch nicht wirklich scharf darauf wieder damit einzusteigen. Und dem Wodka hatte ich noch in den frühen Morgenstunden des Samstag abgeschworen. Wahrscheinlich hat es eh keiner mitbekommen und ich kann es hier unbemerkt unter den Tisch fallen lassen.

Da ich nun schon lange Zeit keinen Wodka mit Red Bull getrunken hatte entschied ich mich also für das Getränk, wohl wissend, das ich es am folgenden morgen bereuen werde und dem Getränk wieder abschwören werden. Hat vielleicht auch was Gutes für sich. Doch anfangs konnte man ja ruhig ein paar sanftere Mischungen machen. Holger hatte übrigens den gleichen Gedanken und trank schon seit längerem Wodka Red Bull. Ich müsste lügen wenn ich nun sagen würde, das man es ihm nicht ansah. Ach ja, der Kotzo Express drehte immer noch seine Runden und jeder der sich nicht bei drei versteckt hatte wurde mit einem Glas bedacht. Ich muß jetzt ja nicht erwähnen, das ich den Großteil der Runden aus dem Weg gehen konnte. Alle zu verpassen war mein großes Ziel, aber das konnte ich nicht einhalten. Wie heißt es so schön, 10 % Verlust hat man ja immer.
Je später der Abend auch wurde, desto mehr Alkohol wurde natürlicherweise konsumiert und desto abgedrehter wurden die Leute. Obwohl ich Leute hier mal näher definieren muß als ¾ der Walter-Brüder. Dennis, Kai und Philip gingen ab wie Schmidts Katze auf der improvisierten Tanzfläche. Hocker wurden als Gitarren genommen und es wurde umher gesprungen als sei der Leibhaftige hinter ihnen her. Hierbei nutze ich bevorzugt die Videofunkton meiner Kamera und die Filme sind sensationell geworden. Spektakulär waren auch die Bau-an-Bauch-Springer von Dennis und Philip. Man stelle sich nun zwei leicht stark alkoholisierte Typen vor, die sich gegenseitig anspringen. Man kann in ihren Gesichtern sehen, das jeder so fest sprang wie es nur ging, denn das absolute Highlight wäre ja gewesen, wenn sich einer der Beiden, vorzüglich der Andere, auf die Fresse haut. Trotz verbissenen Springen kam es nicht dazu. Die Kamera lief aber trotzdem. Kai seinerseits erkannte die Gefahr. Nein, das kann ich so nicht stehen lassen, denn Wiebke, seine Freundin, erkannte die Gefahr und hat ihn frühzeitig aus dem Gefahrenbereich entfernt. Doch ich muß immer wieder staunen wie gut man mit einem doppelt abgerissenem Kreuzband an beiden Knien tanzen, springen und umher kaspern kann. Da haben die Ärzte wohl ganze Arbeit geleistet oder sie haben ihm ein bionisches Knie eingesetzt.

Ein weiterer Anzeiger für die Strammheit war auch Philips Kleidung. Anfangs lief er noch recht angezogen rum. Nach und nach öffnete sich sein Hemd Knopf um Knopf, bis es schließlich vollkommen offen war. Dabei war es nicht gerade warm, aber der Alkohol wärmt ja von innen. Der absolute Höhepunkt kam dann fast zum Abschluß, als er des Hemdes leid wurde und es gänzlich entsorgte. Eine eklige Type. So stand er dann an der Theke und mixte Drinks. Zum Glück waren keine fremden Frauen mehr da, die schreiend weglaufen konnten und wir kannten das ja alles schon. Die Hose bleib übrigens nur an, weil seine Mutter noch da war.

Ein weiteres Highlight war der Holger. Er legte eine respektable Leistung hin. Kai stellte sein bionisches Knie auf Vollgas und ging ab wie ein Zäpfchen auf der Tanzfläche, die kurz vorher noch ein Stehbereich war. Holger ließ sich nicht lumpen und bewegte seinen Hüften, wie ich es vorher nie gesehen habe. Glücklicherweise hatte ich gerade meine Kamera laufen und konnte das ganze Spektakel in bewegten Bildern festhalten. Da fällt mir ein, das ich mich unbedingt mal beim Youtube.com anmelden muß. Ich habe gehört, das man da Videos hoch laden kann. Nun sind noch ein paar Gerüchte im Umlauf, die ich nicht bestätigen kann, wohl aber hier verewigen möchte, weil ich die Aktion einfach so Klasse finde. Holger saß also an der Theke und verlangte nach Jim Beam, da ihm nach einer weiteren Mischung dürstete. Er bekam die Flasche und fing an sich die Mischung zu bereiten, nicht mitbekommend *augenzwinkeraugenzwinker* da in dem Glas schon Wodka enthalten war. Nun noch Cola drauf und fertig war der Hartmann-Spezial. Und er hat es getrunken, weswegen mir Zweifel kommen, ob er wirklich nicht wusste, das da schon Wodka drin war. Sein Zustand spiegelte aber die konsumierte Mischung wieder.

Aber ich darf mich aus der ganzen Sache auch nicht raus halten, sondern prangere mich selber an. Nachdem dann der Red Bull alle war, ging ich auf die Suche nach weiteren Vorräten. Ich suchte auf dem Tennisplatz (das weiß ich weil ich Sonntags roten Sand an meinen Schuhen gefunden habe), ich suche zwischen den frisch gepflanzten Tanne (Hauptsächlich neben Kalle I und Kalle II und zwischen Schocker und Dennis, fragt mich bitte nicht warum die Tannen Namensschilder hatten), ich suchte im ganzen Tennishaus und ich suchte in der Kühltruhe. Dort fand ich Eiswürfel, tiefgekühltes Fleisch, welches ohne Probleme den Auf-die-Kante-von-der-Theke-schlagen-Test bestand, aber kein Red Bull. Was nun. Der Griff zur Sprite war eher Verzweiflung, doch die Geschmacksüberraschung war gelungen. Nach anfänglichen Würgen Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, war die Mixtur durchaus trinkbar. Und weiter gings. Porno hat mittlerweile das randalieren angefangen und wurde dann unter großem Hallo von Dennis aus dem Tennishaus und quer über den Sportplatz gejagt. Als ich ihm das am nächsten Tag berichtete wurde ihm plötzlich klar, warum sein Bein so weh tat.
Wie merkt man, das es Zeit wird nach Hause zu gehen, bei einer so sensationellen Party. Ganz einfach. Holger fängt an auf dem Stuhl zu schlafen und Kai trinkt die Bowle mit der Schöpfkelle direkt aus dem großen Kübel. Und eine kleine, feine Stimme aus einem wenig genutzten Bereich meines Hirns sagt mir, das mein Wecker am nächsten Tag um 0950 Uhr klingeln würde, da ich zum Senioren-Wettkampf der Feuerwehr mußte. Ich schnappte mir als den Holger, der sich erst ein wenig wehrte und wir traten den Heimweg an. Dummerweise war es sehr windig und jemand hatte Baustellenschilder die ganze Blumenau hoch aufgestellt. Jedes mal wenn nun Holger an solch einem Schild vorbei ging, verdichtete sich der Wind zwischen ihm und dem Schild und es fiel um. Und das ist die Wahrheit, ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen! und versuche keinesfalls jemanden zu decken!

Der Wecker klingelt und ich wusste, das ich keinen Red Bull hätte trinken sollen. Ich fühlte mich wie aus dem Schleudergang geworfen. Zu allem Überfluß mußte ich dann noch Höchstleistungen beim Üben und beim anschließenden Wettkampf vollbringen. Mein Körper wurde an seine Grenzen gebracht. Gut die Grenzen waren sehr niedrig, da ich sie künstlich, mit erhöhter Zufuhr von diversen alkoholischen Getränken herabgesetzt hatte, aber ich erschrak doch sehr. Als erster Vorsatz wurde festgesetzt das mehr Sport getrieben werden mußte. Leider konnte ich mich wenige Minuten später nicht mehr daran erinnern, da ich schon wieder Bier trinken mußte. Ja, ich wurde gezwungen. Nach dem Wettkampf wurden üblicherweise Meter geholt und jedes Mal wenn ich mich für antialkoholische Getränke meldete wurde ich übersehen.

Da fehlt nur noch der Chuck Norris Fakt: Wäre Chuck Norris Musiker würde er keinen Grammy gewinnen. Er würde einen Kilogrammy gewinnen!

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