Wonnemonat Mai

Der Wonnemonat beginnt und die arbeitende Bevölkerung hat dafür vom Vater Staat einen Feiertag geschenkt bekommen. Ursprünglich fand an diesem Tag Demonstrationen statt, an dem die Arbeiter einen 8-Stunden-Tag forderten und ihn wohl auch irgendwann bekamen. Nachdem sie mit Knüppeln nieder geschlagen wurden. Auch heute ruft der DGB noch zu Demonstrationen auf ,zu denen einige Verrückte auch noch hingehen. Wer gerne mehr darüber erfahren möchte liest sich die Geschichte des 1. Mai durch. Aber den Großteil der Bevölkerung schert sich darum einen feuchten Kehricht. Weder wer für den Tag gestorben ist, noch was er überhaupt bedeutet. Wichtig ist nur eins: Feiertag, gleichbedeutend mit einen Tag mehr um sich ordentlich die Mütze zu zuknallen. Zu meiner Schande muß ich mich auch dazu zählen. Davon mal abgesehen hat man ja eh nicht genug zu lachen, wenn man erstmal arbeiten geht und dann sollte man den ”Tag der Arbeit“ auch mit Freizeit und seiner Lieblingsbeschäftigung verbringen und nicht bei Demonstrationen seinen Tag verbringen, um später vielleicht noch einen Knüppel auf dem Kopf kaputt gelascht zu kriegen, den man anschließend wahrscheinlich noch bezahlen muß. Schüler sollten allerdings trotzdem in die Schule müssen und Lehrer auch, denn was die machen, kann man eigentlich keine Arbeit nennen. Praktischerweise fiel der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Dienstag. Da bot sich der Montag als Brückentag an, welcher wahrscheinlich auch von 80% der Bevölkerung genutzt wurde. Für den normal agierenden Bürger bedeutete das, das er die Nähe von Geschäften und Supermärkten an dem Montag meiden sollte, denn die ganzen Hammerkranken waren wieder unterwegs. Oder aber man hat die Doppelläufige Schrotflinte im Anschlag.

Und man konnte viel besser den Abend nutzen in dem man sich ein paar Hefe-Weizen rein feuerte und den Grill schon mal Saures lernen. So sah ungefähr meine Abendplanung aus. Früher hatten wir ja immer den 1. Mai direkt als Ballertag genutzt, aber dank der Zunahme der arbeitenden Bevölkerung in unserer Clique wurde der Tag kurzer Hand auf den 30. April verlegt. Eigentlich gar nicht so verkehrt. Schade nur, das unsere Truppe arg zusammen geschrumpft ist. Steini war in Frankfurt, Christian und Sabrina in Fulda, Fabian mußte für die Prüfungen lernen, also blieben nur noch Andre und Nadine und David und Ellen (Irgendwie sie das immer komisch aus, wenn man Pärchen aufzählt). Ach ja, Hannah, die kleine Tochter von David und Ellen, darf nicht vergessen werden. Aber sie zählt noch nicht so zu den Weizenkonsumenten. Noch nicht.
Der aufmerksame Leser wird schon festgestellt haben, das ich als Getränk des Abends das eisgekühlte Hefe-Weizen auserkoren haben. Da wir eh auf der Terrasse saßen und somit permanenten Zugriff auf einen Kühlschrank hatten, konnte e man durchaus zu dieser sehr leckeren Alternative greifen. Außerdem sprang Andre auch auf den Hefe-Zug mit auf. Nur der David mußte wieder aus der Reihe tanzen und heilt sich an sein Stammgetränk. Jim Beam Cola. Seit Glashauszeiten, an die ich nicht mehr denken möchte, nicht mehr mein Getränk. Nun gut, ich organisierte mir also eine halbe Weizenkiste. Die würde vollkommen ausreichen für den Abend. Schließlich fingen wir erst um 1600 Uhr an. Zu aller Sicherheit und vor allem für die Angst nahm ich noch eine angefangene Falsche Havana Club mit. Ja, so was besitze ich auch. Ich trinke nicht immer alles sofort aus. Auch wenn ich noch so einen Nachdurst habe.

David und Ellen holten mich also um kurz vor 1600 Uhr ab, was auch nur minimal später war, als der vereinbarte Termin. Sie mußten aber auch noch ihr gesamtes Auto voll packen mit Klamotten. Ich staunte nicht schlecht was man alles für Sachen mit nehmen kann, wenn man ein kleines Kind hat. Da sah ich mit meiner halben Kiste Weizen, meinem CD-Player, einem Jutebeutel mit Fleisch, Ketchup, einer angefangenen Flasche Havana und einer CD recht alt aus. Aber irgendwie stopfte ich das Zeug noch in den Kofferraum und meinen Schatz die halbe Kiste Weizen nahm ich auf den Schoß. Der Blick rutschte immer leicht auf die Uhr, da ein großes sportliches Ereignis bereits lief und im letzten Drittel war.

Als wir dann ankamen, wurde das gesamte Auto entleert und plötzlich war Platz. Ich mußte erneut staunen, wie viel Platz Sachen für Babys wegnehmen. Das was neu geborene Menschen weniger an Platz benötigen, brauchen dann die Utensilien, die für sie benötigt werden um das zehnfache. Nun wurde noch schnell das erste Hefe organisiert und dann machte ich es mir vor dem TV-Gerät gemütlich. Deutschland spielte im letzten Drittel gegen die Slowakei. Als ich anstellte stand es 2:1 und ich war noch frohen Mutes. Leider bekamen wir noch weitere drei Buden rein und der Endstand lautete 5:1. Ein Ergebnis, welches absolut nicht die Leistung der deutschen Mannschaft wieder spiegelte. Aber genug geärgert. Das Hefe war eh alle und ich mußte mal an die frische Luft.

Draußen mußte ich feststellen, das ich der Einzige war, der das erste Getränk schon beendet hatte. War mir aber egal, da Andre eh bald nachziehen würde und als ich den Weg in den Keller antrat, rief er mir schon zu, das ich auch für ihn Nachschub mitbringen sollte.

Die erste Grillrunde ließ ich dann erstmal aus, weil ich irgendwie noch gar keinen Hunger hatte. Dafür rückte ich gleich nach vorne bei der nächsten Weizenrunde und überholte den Andre, der während des Essens wenig Zeit zum Trinken hatte, da er gleichzeitig noch den Grill überwachen mußte, der mittlerweile Temperaturen angenommen hat, die sonst nur in der Nöhe der Sonne vorzufinden sind. Sagen mir mal so, es war ihm Möglich ein Steak innerhalb von drei Minuten zu zu bereiten. Also komplett zu braten, so das es auch schmeckte. Dünne Baulappen waren halt dementsprechend schneller fertig oder eben verbrannt auf der einen Seite. Der Fachausdruck dafür lautet: Afrika. Schmecken aber auch und man die Dinger bestimmt prima als Fleischchips verkaufen. Es gibt Leute die stehen auf so was.Nach der ersten Grillrunde folgte eine weiter Trinkrunde. Erwähnte ich schon, das ich die erste Grillrunde verpasst habe, weil ich im Keller war und Bier geholt habe ausfallen lassen habe? Aber dafür führte ich die Highscore bei den Getränken an. Andre ließ mal nebenbei fallen, das er auch noch einen Schnaps im Keller hätte. Den lehnte ich dankend ab und verwies auf eventuell nach dem Essen, aber auch nur wenn er eiskalt ist. Komischerweise werden bei meinen Sätzen immer die Wörter ”vielleicht“ oder ”eventuell“ gestrichen. Andre sah es also als gesetzt an, das ich später einen Korn trinken würde. Nun gut, wenn er denn schön kalt ist, dann kann man das Zeug auch gut trinken. Und die durchsichtigen Sachen sieht die Leber ja auch nicht. Vorher mußte aber noch einiges an Hefe-Weizen konsumiert werden. Zum Glück brauchte ich keine Strichliste zu machen, denn ich wusste ja, das ich 10 Stück mitgenommen hatte. Eine kurzer Blick auf den Inhalt des Kühlschranks bestätigte meine Vermutung. Halte ich die derzeitige Trinkgeschwindigkeit bei, dann war es schlauer Schachzug den Havana mit zu bringen.

Die zweite Grillrunde stand an und diesmal war ich auf jeden Fall dabei. Doch andre hatte leichte Schwierigkeiten den Höllenfeuergrill wieder in Gang zu bringen. Normalerweise bin ich ja nicht so ungeduldig, doch die ganzen Hefe-Bestandteile in meinem Bier schafften nicht mehr das Loch in meinem Magen zu stopfen. Als es dann endlich los ging, bekam ich dann aber auch gleich den Steak-Doppel-Decker serviert. Dazu ein wenig Brot und ich war erstmal zufrieden. Das dritte Stück Fleisch aus meiner Packung verdiente den Namen Steak nicht. Es war ungefähr so groß wie ein Stück was manche als Gulasch kenne. Dafür teilte ich mir dann das vierte und letzte Stück mit David, der seine Klamotten schon vertilgt hatte.

Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit und es wurde schnell recht kalt. Zu kalt um noch kaltes Bier zu trinken. Aber da ich gerade einen eiskalten Korn getrunken hatte, entschloß ich mich ein weiteres Weizen zu trinken. Der Zähler war unverständlicherweise auf die Zahl neun vorgerückt. Leider kann ich mich nicht daran erinnern, das ich so viele Weizen getrunken hatte. Und was viel schlimmer war, ich war der deutschen Sprache noch mächtig und kann mich an alles erinnern. Normalerweise sollte man nach 4,5 Litern Hefe-Weizen schon fließend englisch sprechen können oder zumindestens das Gefühl haben es zu können, auch wenn die Wörter die den Mund verlassen erst noch in ein Wörterbuch aufgenommen werden müssen, sobald deren Bedeutung entschlüsselt wurde. Doch nichts dergleichen passierte. Ich tat einen letzten verzweifelten Schritt. Ich ließ das letzte Weizen aus und begab mich an den Konsum von Havana Club. Wäre da nicht die erwähnte Kälte. Denn kalte Havana Mischungen schmecken auf bei kalten Wetter nicht richtig gut, außerdem rebellierte mein Magen ein wenig, was ich auf den Fleisch Schock zurückführen kann. Zu viel Fleisch, für einen Magen, der auf die Verarbeitung von vorwiegend flüssiger Nahrung eingestellt war, kann in einigen Aussetzern enden. Da allen anderen auch kalt wurde verlegten wir also nach drinnen, wo mir das gesamte Ausmaß des von David konsumierten Jim Beam erst bewusst wurde. Er tanzte umher und war schlicht und einfach stramm. Schön ihn mal wieder so zu sehen. Die deutsche Sprache gehörte nicht mehr zu seinen großen Stärken, was die gesamte Sache noch extrem verlustigte.

Doch die Uhr rückte auf 0200 Uhr vor und die Eltern, besser gesagt Ellen, dachten an, das es nun besser wäre, wenn wir nach Hause fahren würden. Ich war auch dafür, denn die Kälte wollte meine Knochen nicht verlassen und trotz erhöhten Havana Konsum wollte sich der Rausch nicht einstellen. Ich machte mir zum ersten Mal ernsthafte Gedanken. Die Rückfahrt war schnell vorbei, denn der Weg von Immingerode nach Westerode ist ja nicht weit. David hat es dennoch hin bekommen in das Reich der Träume zu entgleiten. Beim Aufwachen war er dann komplett verwirrt. Er wusste wohl noch das er im Auto war, aber nicht mehr wo wir hin gefahren sind. Klasse, selten so einen super Auftritt gesehen. Ellen hat dann Hannah geschnappt und ist ins Haus gegangen, doch David und ich hatten noch nicht genug. Finke hatte ja auch noch eine kleine Ballerei in seinem Keller gestartet und da wollten wir noch vorbei gucken. Leider war nichts mehr los und wir mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Was dem David wohl ganz recht kam. Komischerweise wurde ich plötzlich wieder munter, aber trat trotzdem den Heimweg an. Am folgenden Tag, wollte ich ja auch noch richtig einen Trinken.

Wir trafen uns um 1000 Uhr am ”Tag der Arbeit“. Und ich muß zugeben, das ich erstaunlich fit bin. Fitter jedenfalls als sonst. Denn sonst ging die Nacht auch jedesmal bis mindestens 0400 Uhr. Gemeinsam mit Christian bin ich immer den Vorabend vom 1. Mai um die Häuser gezogen. Doch meine Verfassung vom Vorabend ließ das in diesem Jahr nicht zu, ansonsten wäre ich ja mit David noch durch gestartet, denn Christian war ja nicht da. Also fand ich mich um 1000 Uhr bei Schnitzel ein um festzustellen, das ich wohl einer der wenigen war, die in guter körperlichen Kondition waren. Der Großteil hatte wohl am Vorabend bei Florian die Tassen Flaschen hoch leben lassen und sich ordentlich die Kante gegeben. Wenn ich eine grobe Schätzung abgeben sollte, dann führte die Riege der Strammsäcke vom Vorabend der Porno an. Der sah jedenfalls am beschissensten von allen aus. Danach kam Schnitzel. Der sah zwar einigermaßen normal aus, dafür war seine geistige Verwirrung im fortgeschrittenen Stadium. Erst vergaß er den Schlüssel zu der Garage, wo das Bier lagerte. Ein Fehler der kaum wieder gut zu machen war. Und der Zorn Durst der Anwesenden war schon recht groß. Dann drehte er um und kam zurück, mit einem Schlüssel in der Hand. Allerdings mit dem Falschen. Ich wunderte mich woher die ganzen Leute so schnell die Mistgabeln und die Fackeln hatten und Schnitzel bestimmt auch. Beim dritten Versuch hatte er dann aber den richtigen Schlüssel dabei und wir konnten die Kisten raus schleppen, in den bereit gestellten Bollerwagen. Muß ich es extra hinschreiben oder kann sich jeder vorstellen, was meine erste Aktion war, nachdem das Bier von den Anderen von mir raus geschleppt wurde? Um der Vollständigkeit halber gebe ich zu, das ich mir sogleich eine Kanne aufgerissen habe. Und anschließend lachte ich Porno aus, der sich eine Cola aufmachte. Ein großer Fehler, den er noch Jahre später bereuen wird.

So zogen wir also los um den Euzenberg zu erklimmen. Ich Jemand nölte schon rum, das der Weg ganz schön weit wäre und obendrein noch ziemlich steil, aber der Großteil wollte nicht auf mich den Jemand hören. Ich blieb still. Die erste Pause kam nämlich schneller als erwartet. Keile-Günther wollte sich noch einen Pullover holen und murmelte dabei etwas von sanitären Einrichtungen in seinen nicht vorhandenen Bart. Nachdem dann also der nötige Toilettengang vollzogen war Pullover geholt wurde setzten wir unsere Wanderung fort. Immer den Bollerwagen am Hacken, denn der fuhr leider nicht alleine auf den Euzenberg rauf. Ich gab mir zwar alle Mühe ihn so schnell wie Möglich leer zu bekommen, aber so richtig kam ich nicht vorwärts. Auf der Rückfahrt wird er bestimmt leichter sein. Da war ich mir ziemlich sicher. Wir durchquerten das neue Gewerbegebiet von Westerode und kamen nach mehreren Pausen auf dem Euzneberg an. Das es anstrengend war brauche ich hier ja keinem zu erzählen. Wer es mir nicht glauben will, der ziehe bitte einen mit Bier beladenen Bollerwagen ,den Euzenberg hinauf. Wir waren sogar recht pünktlich oben und warteten nun auf den Kai. Der hatte nämlich versprochen um kurz nach 1130 Uhr den Grill nach oben zu fahren. Warum er nichts trinken wollte? Er wollte lernen, da er ein paar Arbeiten schrieb. Hat sich das Gelächter beruhigt, dann kann ich ja fortfahren. Kai kam aber nicht zum Euzenberg hoch und diverse Telefonanrufe bestätigten dann unsere Vermutung. Er hat erst seine Freundin nach Hause gefahren und dann ist er erst losgefahren um uns den heiß begehrten Grill zu bringen. Weiß er eigentlich was er da angerichtet hat? Man stelle sich eine Horde Männer und Porno vor, die total schmachtig sind, weil sie nichts anständiges frühstücken konnte, da der Brechreiz von dem vorangegangen Abend noch zu groß war. Diese erwähnten Männer haben dann auch noch leicht einen im Kahn und vor allem Schmacht. Ich sah Porno schon an den eingeschweißten Steaks knabbern. An Kai’s Stelle würde ich den Grill schon auf der Fahrt an machen, so das binnen kürzester Zeit die Steaks fertig gebraten werden können. Oder ich würde den Grill einfach während der Fahrt (ca. 100 km/h) aus dem Auto schmeißen, so daß die schon im voraus geworfenen Steine und Baumstämme das Auto verfehlen. Doch nichts dergleichen passierte. Er kam nicht nur zu spät, nein, er machte auch noch dumme Witze. Von wegen, das er schon Mittag gegessen hätte und deswegen zu spät dran war. Und ich dachte das Dümmste was jemals jemand gemacht hat, war Chuck Norris zu sagen, das der Roundhouse Kick nicht die beste Art wäre jemanden zu treten. Dieser Jemand wurde übrigens nie wieder gesehen. Es wird vermutete, das er durch einen Roundhouse Kick in ein Paralleluniversum befördert wurde. Ähnliches sollte auch jemand mit Kai machen, aber wir konnten Porno dann mit dem Zuwerfen von Weißbrot ablenken, so daß Kai weiterhin unbeschadet umher stehen konnte. Als wir anfingen ihn zu schubsen zog er wieder seine Masche mit dem verletzten Knie ab. Ich glaube da ja nicht so richtig dran und hoffe mal auf einen Zwischenfall, wo er es dann tatsächlich wie früher belasten wird. Nicht das da irgendetwas in Planung wäre.

Der Grill lief und das Grillgut war dann schneller fertig als geplant. Dank Windstärke 12 auf dem Euzenberg glühte die Kohle wie in einem Stahlofen. Die Würstchen waren also von außen wunderbar kross und schwarz dunkel und von innen, wie nicht anders zu erwarten kalt. Aber das schockte uns nicht, da wir froh sein mußten das wir nicht schon am Grill geknabbert haben. Die Steaks die im Anschluß über der offenen Flamme geröstet wurden schmeckten dann aber eine Ecke besser.

Immer eine Auge auf die Bier Reserven habend traten wir auch bald den Rückzug an. Was mich sehr überraschte, denn ich plante den Abstieg gegen 1400 Uhr, da ich noch zu Friede kommen sollte. Es wird gemunkelt, das es da auch noch Bier geben würde. Und solchen Gerüchten gehe immer gerne auf den Grund. Der Abstieg verlief dann planmäßig gegen 1300 Uhr. Allerdings war nun der Alkoholpegel schon arg angestiegen. Soll bedeuten, das die Pausen zahlreicher wurden und sich nun bei jeder Pause auf den Asphalt gelegt wurde. Ich ja nicht, da ich ja diese Spiele schon bei der Bundeswehr durch hatte. Zivis kennen so was ja nicht. Kurz nach meiner Entlassung konnte ich nicht normal spazieren gehen, da ich bei jedem Stop einen Hechtsprung in einen Graben oder hinter einen Busch machte um die Gruppe gegen Feindfeuer abzusichern. Ein weiterer Grund warum ich ungern spazieren gehe. Ich warte also nur darauf, bis die ersten kranken Gedanken die Köpfe verlassen würden. Aus Erfahrung wusste ich, das irgendwann jemand auf die Idee kommen würde mit dem Bollerwagen, die leicht abschüssige Straße vom Euzenberg runter sitzend auf dem Bollerwagen zu fahren. Nach der ersten Kurve war es dann soweit. Vollmer machte den Anfang, kniff aber nach den ersten paar Meter. Danach kamen Porno und Görtler und es sah schon wirklich gut aus. In weiser Voraussicht sicherte ich mir rechtzeitig ein paar Bier. Doch auch die Beiden packte irgendwann die Vernunft. Immer zur falschen zeit. Also bleib es vorerst beim normalen Rückmarsch.

Doch wir sollten ja noch durch das neue Gewerbegebiet kommen. Ein sehr verlockendes Plätzchen mit all den herumstehenden Verkehrspylonen. Die ersten wurden einfach nur durch die Gegend geschossen. Bis dann die ersten Straßenlaternenpfähle kamen. Noch ohne Lampe drauf. Nun wurde geworfen was das Zeug hielt. Wer es schaffen würde, das Hütchen auf dem Laternenpfahl zu positionieren, der würde was gewinnen. Was war unklar, aber auf jeden Fall hatte er unser aller Respekt. Während sich die anderen also am Pfahlwurf übten, nutze ich die Zeit um die Videofunkton meiner neuen Kamera zu testen. Sensationelle Filme. Bei Gelegenheit stelle ich die mal bei Youtube rein und veröffentliche mit ziemlicher Sicherheit vielleicht die Links hier.

Nach diesem kleinen sportlichen Intermezzo wurden alle sehr durstig. Man kann sich sicherlich vorstellen, das nun das Bier eine recht angenehme Temperatur angenommen hat. Jedenfalls falls man ein Fußbad mit Bier nehmen wollte. Zum Trinken war es definitiv zu warm. Ich wollte die Gelegenheit nutzen und gleich die Biege zu Friede machen, wusste ich doch das es dort gekühltes Bier geben würde. Aber ich wurde dann doch genötigt nochmal mit zu Schnitzel in den Garten zu kommen. Welcher recht schön ist und vor allem gute Baller-Qualitäten hat. Man ist relativ ungestört und muß zum entleeren der Blase nicht weit laufen. Schnitzel bereut bestimmt jetzt schon, das er uns dieses Paradies gezeigt hat. Ich gebe mal eine vorsichtige Schätzung ab,l das in diesem Sommer des öfteren der Nolten’sche Garten in Beschlag genommen wird. Und sei es nur von Porno, der ungestört trinken will der ja eh öfter bei Schnitzel ist. Spontan fällt mir jetzt Vatertag ein. Sollte danach noch etwas vom Garten über sein.

Der Grill wurde wieder angefeuert und die Stichflamme konnte man bestimmt vom Mond aus sehen. Vielleicht wird sie bei der nächsten Aktualisierung von Google Earth mit übernommen. Keine Angst also, das war weder eine Feuerwalze noch Chuck Norris, der sich gerade eine Zigarre angesteckt hat, das war nur der Grill vom 1. Mai, bei Schnitzel im Garten. Ich leerte also schnell mein Bier, welches nun aus der Garage kam und ansprechende Temperaturen hatte und verlegte meine Position zum Friede.

Dort angekommen wurde schnell die ersten Flaschen geköpft und der Grill angefeuert. Nachdem dann die zweite tägliche Ration an Fleisch verputzt wurde gingen wir nahtlos zum Bier trinken über. Doch der Tag forderte schon seinen Tribut. Meine Trinkgeschwindigkeit hatte schon stark nachgelassen, denn Friede war immer sehr schnell fertig. Nun ist er schon ziemlich schnell am Glas und ich im normalen zustand nicht der Schnellste. Man könnte jetzt sagen, das ich ein Genießer wäre, aber das wäre schlicht weg gelogen. Ich mag es einfach nicht mir das Bier einfach nur rein zukippen. Ein wenig Kultur muß schon dabei sein. Außerdem kann man Magen nicht so schnell verdauen. Was man nicht meinen sollte, wenn man meine Figur betrachtet. Nach dem Essen haben wir dann Tischerücken gespielt. Die Temperaturen waren schon recht warm, allerdings nur in der Sonne. Kam der Schatten rum fröstelte es einen sehr schnell. Da ich aus Fehlern lerne, wollt eich nicht wieder in den Zustand vom Vorabend zurück fallen und wir wanderten mit dem Tisch der Sonne hinter her. Im Nachhinein war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Denn in der Sonne knallt das Bier gleich nochmal so gut rein. Ich selbst merkte wie mir die Zunge leicht schwerer wurde. Und als dann die Unterhaltungen auf Englisch wieder los gingen, merkte Friede es auch. Gerade bei Wörtern wie ”such“ oder in ganzen Sätzen wie ”Such a Frechheit!“.

Die Uhr zeigte nun 1900 Uhr und es wurde langsam Zeit den Heimweg anzutreten. Ich mußte ja am Folgetag wieder arbeiten und wenn ich dann bis in den späten Abend hinein mir die Mütze zuknalle, dann kann ich morgen auch einen Schimpansen an meinen Arbeitsplatz setzten. Der würde mit Sicherheit mehr schaffen.

Doch so einfach nach Hause gehen ging nicht. Jedenfalls nicht für mein Gehirn. Das befahl in einem Anflug von Suizid den Beinen in Richtung Schnitzels Garten zu gehen. Vorher wurde aber abgebogen zu Jennifer in den Garten, denn dort saßen die Mädels und feierten 1. Mai. Ende vom Lied war, das ich noch zwei Bier trank und Schnitzel, Porno, Florian und Tobias beim Fußball spielen zu guckte. Dabei konnte man wieder das Phänomen beobachten, das Männer komplett schmerzfrei werden, wenn Frauen dabei sind. Alle hatten einen im Kahn und dann kam noch der Ball hinzu, der in einer selbstlosen Aktion von Florian und Porno vom Nachbarn besorgt wurde. Die Frauen guckten also zu und die Männer versuchten Fußball zu spielen. Es wurde drauf gehämmert als würde das Leben davon abhängen. Trotz Warnungen der Gastgeberin wurde keine Rücksicht auf Fensterscheiben genommen. Insgeheim hoffte man ja, das eine oder zwei Fensterscheiben kaputt gehen würden. Wenigstens aber das Panorama-Dachfenster. Wäre es dreist jetzt hier zu schreiben, das leider nichts kaputt gegangen ist? Aber es war so. Dann wurde sich noch ein wenig gebalgt und ich setzte mich ab. Die Vernunft siegte dann doch über die Leber. Kommt selten vor, aber irgendwie hat das schlechte Gewissen einen guten Einfluß. Macht wenig Sinn, oder? Eigentlich wurde ja ein Kompromiß geschlossen. Ich gehe jetzt nach Hause und gebe dann am Vatertag dreifach doppelt so viel Gas. Für mich durchaus annehmbare Konditionen.
Die Nacht war eher unruhig und so auch mein Gemütszustand am nächsten Morgen. Die Unlust machte sich breit und als ich mein Gesicht im Spiegel sah, wunderte ich mich woher ich die Sonnenbrille mit roten Gläsern in meiner Stärke hatte. Ach, das war gar keine Sonnenbrille. Ich hatte einen Sonnenbrand im Gesicht. Aber was für einen! Ich sage nur RAL 3001. Ich erspare es mir hier die Sprüche aufzulisten, die mir auf der Arbeit präsentiert wurden.

Übrigens, Chuck Norris ist schon mal auf der Sonne gelandet, weil er wissen wollte, wie hoch er seine Fußbodenheizung drehen kann!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: