Das Wochenende, an dem ich nichts machen wollte

24/05/2007

Als ich Freitag das erste mal wach wurde war es ungefähr 07 Uhr irgendwas. Jeder Brillenträger der mal versucht hat, eine Digitaluhr ohne seine Brille zu lesen weiß wovon ich hier spreche. Man kneift die Augen zusammen und versucht irgendetwas durch den Schleier der Unschärfe zu erkennen. Anfangs sah es aus wie ein L0, aber dann probierte ich einen anderen Blickwinkel und es entpuppte sich als eine 07. Mein Hirn versuchte krampfhaft das System neu hoch zufahren, aber es gelang einfach nicht. Also drehte ich mich nochmal rum und versuchte die erschreckende Zahl auf dem Radiowecker zu vergessen. Aber um 1100 Uhr quälte ich mich dann doch aus dem Bett um festzustellen, das 13 Stunden ballern gar nicht gut sind für den menschlichen Körper. Mein Kopf fühlte sich als als wäre er in Watte gepackt und mein ganzer Organismus vermittelte mir das Gefühl, als hätte ich die Nacht auf dem Koggen-Karussell im Heide Park verbracht. Mit einem Katapult vor die Wand geschmissen zu werden kommt dem Gefühl auch recht nahe. Glücklicherweise gab es kein Mittag sondern es wurde ”gut“ gefrühstückt, was für mich hieß ich versuchte ein Brötchen zu essen. Dafür sollte dann Abends gegrillt werden. Das hörte sich dann schon eher nach einem von mir bevorzugten Tagesablauf an. Mein Schwester war gerade mit ihrem Freund da bot es sich an den Abend mit gegrilltem Schweinefleisch ausklingen zu lassen. Natürlich suggerierte der Abend auch gleich wieder ein Bild von Hefe-Weizen oder gut gekühlten Bieren in meinem Kopf. Doch diese Visionen verdrängte ich vorerst aus meinem Kopf. Hatte ich doch ein paar wenige Stunden vorher erst die Bacardi Mischung auf der Spüle zurückgelassen.
Der Tagesablauf bestand dann aus der Reinigung von Davids Vorgarten und dem Zurückbringen des Leerguts. Das wollte ich diesmal nicht so lange auf die lange Bank schieben, da eins der größten Hobbies am Vatertag ist, die Flaschen nicht ganz aus zutrinken. Lässt man nun diesen Rest ein wenig vor sich hindümpeln, bildet sich schnell eine pelzige Schicht auf dem kläglichen Rest. Wahrscheinlich ist das Bier beleidigt, das der letzte Schluck drin gelassen wurde und fängt aus purem Trotz an zu schimmeln. Hat man nun diese Kiste in einer gut durchlüfteten Waschküche, die eigentlich ein Lagerraum geworden ist, fällt dieser süßliche Geruch nicht weiter auf. Kommt man aber in die Nähe der kontaminierten Kiste, fragt man sich schon woher der Geruch kommt. Erblickt man dann die Kiste des Übels und bemerkt die zentimeterdicke Staubschicht auf den Flaschenhälsen braucht man in der Regel noch eine halbe Stunde um eins und eins zusammen zu zählen und man fasst sich ein Herz und lädt die Kiste in den ansonsten leeren Kofferraum um dann alles zum Getränkemarkt zu bringen. Man bedenke, das noch ca. 14 bis 17 Flaschen mit einem pelzigen Rest gefüllt sind. Wenn es ganz dicke kommt legt man auf dem Parkplatz vom Marktkauf noch eine Vollbremsung hin weil die Klapse mal wieder Wandertag hat und alle Grobmotoriker, die ihren Führerschein bei der Klassenlotterie gemacht haben Freigang haben. Die wissen dann nicht das auf dem Parkplatz die StVO gilt und meinen mit ihrem tollen dicken Auto, inklusive Klorolle auf der Ablage, immer Vorfahrt zu haben. Dank dieser Vollbremsung hört man dann aus dem rückwärtigen Raum ein leichtes Klatschen mit anschließendem Klirren und Klappern von Flaschen. An sich ist dieses Geräusch ja sehr durstanregend, aber in diesem Fall werden plötzlich Worte wie: ”Fuck!“, ”Shit!“ und ”Du dämlicher Vollidiot! Sei froh das ich meine abgesägte doppelläufige Schrotflinte gerade beim Einschießen habe!“ an die Leinwand im Kopf projiziert. Das ganze Ausmaß der Katastrophe wird man erst gewahr wenn man dann den Kofferraum öffnet und sieht das sich die schimmelige Brühe aus den Falschen im Kofferraum verteilt hat. Und der Geruch ist unbeschreiblich.
Jedenfalls um diesen Vorfällen vorzubeugen beschloß ich die Kisten diesmal zeitnah zum Vatertag zurück zu bringen. Nachdem dies dann geschehen ist, bemerkte ich das eine der Kisten in klebriger Cola gestanden hat. Super, jetzt klebt halt meine Unfalltasche. Man gut, das ich mir im nächsten Jahr ein neues Auto kaufen werde will. Später dann am Tag hatte ich noch Jugendfeuerwehr. Eigentlich genau das richtige um den Brückentag zu begehen. Mein Körper machte aber keine Anstalten irgendeine Besserung zu zeigen und ich hoffte das die Aufregung und der Stress der Spaß mit den Jugendlichen dem ein Ende bereitete. Teilweise war es ein Erfolg, aber gänzlich kuriert war ich tatsächlich erst am Abend.

Der Grill hatte schon eine gute Hitze und ich legte schon mal die ersten Fleischstücke drauf, als ich bei meinen Eltern ankam. Fast schon automatisch kam dann der Griff zur Bierkiste und ehe ich mich versah hatte ich eine geöffnete Flasche Hasseröder der Größe 0,5 l in der Hand. Irgendwie ist mein Vater auf dem Trichter, das 0,5 l Flaschen besser schmecken. Mir soll es recht sein. Da halten dann die Flaschen ein wenig länger. Irgendwann trudelten dann noch die Cousine und der Cousin mit Teilen der Kinder ein. Also schon mit ganzen Kindern, aber eben nicht alle. Dank der Radikalkur Grillen-mit-Bier-trinken ging es mir schon wieder recht gut und ich konnte an Erfolgsleistungen des Vorabends anknüpfen. Da ich aber zu Hause war achtete ich ein wenig mehr auf die Gepflogenheiten und ließ ein paar Anstandsminuten zwischen den Bieren.

Gegen 2300 Uhr löste sich die ganze Gesellschaft auf, da der Stern die Erde noch nicht genügend aufgeheizt hat und es recht schattig wurde. Doch den angebrochenen Abend zu enden zu lassen widerstrebte mir schon ein wenig. Ich hatte ja eigentlich geplant den Freitag ruhig zu begehen. Aber das bereits konsumierte Bier weckte die Partybereitschaft in mir. Die Leber protestierte heftigste gegen den von mir gefassten Plan und hatte in Windeseile die Mehrheit der Organe auf ihrer Seite. Ein kurzes Telefongespräch mit Schnitzel später und ich befand mich auf dem Weg zum Feuerwehrhaus. Das Endziel des Abends war mir eh schon bekannt ohne das ich groß Nachfragen mußte. Im Feuerwehrhaus waren die üblichen Verdächtigen anwesend plus Oppermann. Oha, das konnte ja heiter werden. Ich war dicht an der Versuchung und wollte auf den Tisch klopfen, aber riß mich nochmals zusammen und griff auf die altbekannte Begrüßungsform zurück. Etliche Hände später konnte ich dann die bereits wund geschüttelten Hände an den kühlen Hals eines Krombachers legen. Und es folgte noch ein weiteres, bevor die Kutsche zur Werkstatt aufbrach.

Die Ankunft in der Werkstatt war dann doch eher ernüchtern. Denn es war nichts los. Jedenfalls nicht ganz so viel, wie man erwarten sollte. Die plötzlich eintretende Ernüchterung wurde verfolgt vom Schock und eh ich mich versah war ich an der ersten Flasche Wodka beteiligt. Es ist schon schlimm was so alles passiert wenn man mal wenige Minuten nicht aufmerksam ist. Schon hat man einen Lamborghini Diabolo gekauft oder ist Mitglied in der Fremdenlegion. Oder aber man haut sich eine weitere Falsche Wodka in der langen Geschichte der Werkstatt rein. Oppermann war schlau, der hat sich gleich einmal um die Werkstatt-Theke geschlichen und kam mit einem widerlichen Bier-Mix-Getränk zurück. Gut ob das jetzt eine gute Wahl war sei jetzt mal dahin gestellt, aber auf jeden Fall hat er sich an keiner Flasche Wodka beteiligt.

Die Falsche war recht schnell alle und ich bin mir nicht mehr ganz so sicher, aber wir haben noch eine zweite Falsche getrunken, doch die richtige Stimmung wollte nicht aufkommen. Dann kam noch der Florian W., ein alter Schulkollege, um die Ecke und wir haben über dies und das gequatscht. Und er hat tatsächlich keinen Vatertag gefeiert, weil er zu kaputt von der Arbeit war. Kann man sich so was vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Selbst wenn ich gerade aus dem Steinbruch oder vom Kohleabbau kommen würde, wäre ich noch in der Lage Vatertag zu feiern. Aber er wird ja in diesem Jahr noch 30, da sei es ja verzeihen. Man gut das ich von diesem Alter noch ein ganzes Jahr meilenweit entfernt bin. Ehe ich mich versah, bereiteten sich die anderen auf den Heimweg vor, sagten mir aber nichts davon. Also mußte ich meine Mischung exen, was mir ja so gar nicht liegt und überhastet aufbrechen. Wenn mir also am Folgetag schlecht sein sollte, dann weiß ich wer Schuld ist. Auf dem Rückweg ging es dann noch kurz zu McDreck und dann ab nach Hause. Wurde auch Zeit.

Samstag, meine körperliche Verfassung gegenüber dem Freitag Morgen lässt sich nur als 80% besser einstufen. Meine Körperfunktionen sind in ihre alten Verhaltensmuster zurückgekehrt und mein Hirn führte einen kurzen Termincheck für den Samstag aus. Was lag denn alles an. Ach ja, ich fahre ja heute zum Bundesligafinalspiel nach Wolfsburg. Davon mal abgesehen das Wolfsburg Scheiße ist und nur eine dämliche Werkself kann ich mir wenigstens Werder Bremen angucken. Die haben zwar ihre Chancen auf eine Meisterschaft eine Woche vorher auch verkackt, aber da sind sie selber Schuld. Wenn ich mir vorstelle, das sich die Meisterschaft eventuell in Wolfsburg entschieden hätte und ich wäre dabei gewesen… Da wäre ich mit Sicherheit Sonntag Abend noch nicht zu Hause gewesen. Aber ich habe ja eh gut reden, denn ich favorisiere keinen Verein der in der jetzigen Bundesliga spielt. Erst wenn die Eintracht Braunschweig wieder aufsteigt, dann bin ich wieder mit dabei. Das wird jetzt noch ein Jahr länger dauern als geplant, aber ich habe Geduld. Den Grund der einjährigen Verlängerung möchte ich hier nicht hinschreiben. Aber sagen wir mal so, nächstes Jahr kann die Eintracht mal wieder die Nordsee sehen, wenn sie zum Auswärtsspiel nach Wilhelmshaven fährt. Aber konnten wir uns auf eine Standard-Bundesliga-Spiel freuen, bei dem es um nicht mehr viel ging. Wir, das waren David und ich. Eigentlich wollte er ja mit Andre zum Spiel, aber Andre hat kurzfristig abgesagt, weil es seiner Frau nicht so gut ging. Da springe ich doch gerne ein. Fußballstadion ist bei mir gleichbedeutend mit Bier und Bier. Also Bier auf der Hinfahrt, im Stadion und auf der Rückfahrt. Da bin ich doch immer dabei.

Eigentlich hatte ich ja geplant, das ich den Samstag nicht viel machen wollte da ich ja schon Freitag nicht viel machen wollte und dann doch wieder in der Werkstatt gelandet bin. Doch als wir durch Herzberg gefahren sind, hat David mich drauf hingewiesen, das ich bei der Tanke ja noch einen Sechser-Träger holen könnte wenn ich wollte. Werden bestimmte Schlüsselwörter gesagt, schaltet mein Hirn um auf den Zu-baller- Party-Modus und ich stimmte automatisch zu. Schlüsselwörter sind quasi, alles was mit Bier, Trinken, Party oder Bier zu tun hat. Das gute war, das David fahren wollte, da er noch an Nachwehen vom Vatertag litt. Mir kam das nur zu Gute. Der Sechser-Träger wurde gut im Fußraum verstaut und ich nahm mir vor mich zurück zu halten. Bis 1300 Uhr ging das ja auch ganz gut, doch dann nahm die interne Diskussion Ausmaße an, die ich nicht mehr kontrollieren konnte. Die Mehrheit lag eindeutig bei ”Kanne aufreissen“, da sonst das schöne, leckere Becks ganz warm werden würde. Da gab ich mich geschlagen und David hörte das erste Ploppen eines Kronkorkens neben sich. Der Beginn eines langen Tages.

Auf einem Parkplatz in der Nähe von Braunschweig trafen wir uns mit David, einem Ex-Nachbarn von David. Der hat wahrscheinlich einmal im Werder Bremen Fan Shop rauf und runter bestellt, denn er sah aus wie ein grün-weißer Pirat, da er sich eine Werder Fahne um den Kopf geschlungen hat. Ich wundere mich ob ich auch so rumlaufen würde, wenn die Eintracht gerade die Meisterschaft verspielt hätte. Wahrscheinlich nicht, ich würde wahrscheinlich im freien, mit blau und gelben Farben angemaltem Oberkörper durch die Gegend laufen. Ein Grund mehr zu hoffen, das die Eintracht nie so knapp an einer Meisterschaft vorbei schrappen wird. Auf dem Rastplatz kam dann noch ein Bus mit anderen Werder Fans aus einem, Nachbardorf an und einige davon erkannte ich wieder, da ich sie am Vatertag schon getroffen habe. Die Berichte auf beiden Seiten hatten frappierende Ähnlichkeiten. Bei beiden Berichten war das Ende sehr verschwommen.Dann kamen wir in Wolfsburg an und Superschlaumeier Peter hatte natürlich die Route vorher ausgedruckt, weil sie dem Superschlaukopf David vor einem Monat das Navi aus dem Auto geklaut haben. Da wir aber beide Superschlauköpfe sind, habe ich die Adresse von der Vereinsverwaltung eingegeben und nicht vom Stadion. Man merkt irgendwie das wir Cousins sind. Aber wir würden unseren Weg schon finden. Doch David wird in solchen Situationen schnell fickerig. Es ist aber auch eine Frechheit, das der Weg zum alten Stadion perfekt ausgeschildert ist und der Weg zum neuen Stadion überhaupt nicht erwähnt wird. Wir entscheiden uns also erstmal den Weg zum alten Stadion zu nehmen um von dort aus hoffentlich weiter zu kommen. Schimpfend wie die Rohrspatzen, über die fehlende Beschilderung, kamen wir dann also am Auestadion an und mußten feststellen, daß das neue VW-Stadion fast auf der Nachbarschaft lag. Stolz auf unseren unvergleichlichen Orientierungssinn klopften wir uns gegenseitig auf die Schulter und sagten uns gegenseitig was wir doch für tolle Kerle sind. Dann sind wir erstmal falsch abgebogen und haben uns in die Schlange mit den speziellen Parkausweisen eingereiht. Da wir aber keinen hatten durften wir wieder kehrt machen. Das 8 Meter große Schild, was darauf hinwies war aber auch schlecht beleuchtet. Aber wir fanden noch einen recht moderaten Parkplatz und hatten nur einen kleinen Fußmarsch vor uns. Auf dem Weg zum Stadion öffnete ich mein drittes Bier und war recht stolz, das ich noch gar nicht den Drang verspürte das bereits konsumierte Bier wieder frei zu lassen.

Der Weg zum richtigen Eingang wurde auch schnell gefunden und das Bier wurde schnell noch geleert, denn man darf ja keine eigenen Getränke mit in das Stadion nehmen. Dämliche Regelung, ob sie einen damit nötigen wollen, das teure Bier aus dem Stadion zu trinken? Wittere ich da eine diabolische Verschwörung? Das Abtasten war für mich wie immer eine große Freude. Anscheinend für mein Gegenüber auch der er kontrollierte mich ganz genau. So viel Sex hatte ich schon lange nicht mehr. Drinnen drängte es den David bald zur Fressbude und mich auf magische Weise zur Bierbude. Ich vermute mal das zu der groß angelegten Verschwörung auch heimlich installierte Lockruf-Sender gehören, die dem Unterbewusstsein suggerieren, das man jetzt sofort und keinen Augenblick später ein Bier braucht. Da es bei jedem Menschen anders ausgeprägt ist, werden halt einige zur Fressbude gelockt und die anderen zur Bierbude. Das Bier kam in 0,4 l Bechern daher und war leider von Hasseröder. Aber was wollte man auch im Wolfsburg Stadion erwarten? Aber dafür sah ich einen der coolsten Rucksäcke der Welt. Ein paar arme Schergen mußten sich ihr Geld damit verdienen, das sie den faulsten Säcken der Faulen das Bier an den Mann brachten. Man brauchte sich also den weiten Weg von ganzen 2 m zur Theke nicht mehr antun, sondern ließ einen jungen Mann mit aufgeschnalltem Faß zu sich kommen. Der füllte dann den Becher für das gleiche Geld. Eigentlich gar nicht so dumm. So ein Aufschnallfaß hätte ich natürlich auch gerne, denn es war mit eingebauter Zapfanlage. Der Hahn befand sich direkt vor dem Bauch und war somit immer im schnellen Zugriff. Und wenn keiner hin sah, dann konnte man auch eben mal den Hahn an den eigenen Mund halten. Gut, wenn ich den Job gemacht hätte, dann hätte ich ungefähr 9 € eingenommen und die restlichen 30 Liter in mich selber rein geschossen. Denn in der Besenkammer kommen nicht so viele zahlende Gäste vorbei.

Ich leerte also das erste Bier und organisierte mir noch ein weiteres und dann begaben wir uns ins Stadion. Von Kind auf bin ich ja eigentlich Eishockey-Fan und kein Stadion dieser Welt kann es eigentlich mit einer Eishalle aufnehmen, sei die Eishalle auch noch so alt. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich und lässt mich jedes mal eine Gänsehaut bekommen. Allein der Geruch vermittelt mir ein Gefühl, welches man hat, wenn man nach einer langen Reise endlich am Zielort angekommen ist. Ich fühle mich einfach rundum zufrieden, wenn ich in einer Eishalle bin. Ich bekomme ein Kribbeln im Bauch und werde so nervös, wie ich es sonst nur werde wenn bestimmte, hier nicht erwähnte, junge Damen vor mir stehen. Der Anblick der sich mir in der VW Arena bot, war schon beeindrucken. Ein wirklich schönes Stadion. Doch so richtig wissen es die Fans vom VfL Wolfsburg nicht zu würdigen. Die Werder Fans überwiegten und das ist schon ein trauriges Zeichen für eine Heimmannschaft. Umso besser war es natürlich für die Werder Fans.
Das Spiel war solide Kost. Wobei die erste Halbzeit besser war als die zweite Halbzeit. Vor allem für mich. Denn nach kurzen 20 Minuten machte sich ein Druckanstieg in meinem Leistenbereich bemerkbar. Da wollten unbedingt zwei Liter Bier wieder den weg an die frische Luft. Praktischerweise saß ich ganz am Ende einer Sitzreihe. Richtig, genau da wo die räumliche Trennung von den einzelnen Blöcken ist. Aber die Sicht war noch annehmbar. Nun gab ich Durchhalteparolen an meinen Körper durch. Ich nahm mir vor bis zur 35. Minute auszuhalten, damit ich nicht im größten Ansturm auf die Toilette mußte. Doch wenn der Druck erstmal anstieg, dann wird es schlimm. Jeder der schon mal den nötigen Gang zur sanitären Einrichtung aufhalten mußte weiß wovon ich rede. Egal wo man hin guckt, überall wird man an fließendes Gewässer erinnert. Und die Uhr hatte plötzlich die Geschwindigkeit einer Schnecke bekommen. Die Minuten gingen nur noch im Zeitlupentempo vorbei. Ich erwischte mich sogar schon bei dem Gedanken ob es möglich wäre unbemerkt meine Last in einen der Bierbecher zu entladen. Aber der Anstand vertieb diesen Gedanken schnell mit Mistgabeln und Fackeln. Dann war es endlich soweit und die Uhr zeigte die 35. Spielminute. Ich gab mir einen Ruck und kämpfte mich durch die vollbesetzte Reihe und hatte sogar auf dem Klo das alleinige Vergnügen. Grob geschätzt sage ich jetzt mal das ich mit ungefähr 10 bar das Pinkelbecken traf. Es war ein Wunder das die Dübel in der Wand hielten.

Nun da ich Platz in der Blase gemacht hatte und außerdem einen unglaublichen Durst entwickelt habe organisierte ich mir gleich einen weiteren Becher Bier. Es war ja leer an der Theke. Den Rest der Halbzeit guckte ich dann vom Eingang ins Stadion aus, wo auch schon die ersten richtigen Strammsäcke die recht steilen Treppen herunter purzelten. Schön wenn man so stramm ist. Für mich bedeutete das noch einen langen Weg. Kurz bevor dann die Halbzeitpause da war organisierte ich nochmals zwei Bier, für David und mich. Glücklicherweise stand ich die zweite Halbzeit ohne größere Probleme durch. Meine Blase ist doch schon trainiert. Doch sie ist durchaus noch aufbaubar. Über Fernmeldetechnik erreichten wir dann auch Manuel, der mit Melanie und seinem Sohn im Stadion war. Über ca. 400 m wie der Rabe fliegt prosteten wir uns zu und verabredeten uns nach dem Spiel vorm Stadion. Die zweite Halbzeit hatte einiges an Biß verloren, aber Werder hat gewonnen und David konnte zufrieden nach Hause fahren.

Ich muß zugeben, das der Weg aus dem Stadion auch sehr problemlos ging. Trotz der Menschenmassen war alles sehr übersichtlich und ging flugs voran. Nach einigem Verwirrspiel trafen wir dann mit Manuel, Melanie und Moritz zusammen und genehmigten uns noch ein Pils an einer Bierbude. Doch man wollte ja nicht den ganzen Tag in Wolfsburg verbringen und der kleine Moritz war auch schon ein wenig quengelig und so trennten sich unsere Weg recht schnell. Außerdem drückte meine Blase schon wieder. Aber es waren jetzt auch schon gut 2,5 Liter Bier durch meinen Schlund in die Blase gelaufen. Und ein dritter wartete noch im Auto auf mich. Obwohl ich den wohl vergessen konnte, weil er ja nun schon fast 2,5 Stunden im Auto gestanden hat. Zu meiner großen Überraschung war er doch noch trinkbar und die geleerte Blase versprach eine reibungslose Rückfahrt.

Wir nahmen den langen Weg aus Wolfsburg, da wir zu blöd waren die Schilder zu lesen noch an der Autostadt vorbei wollten. Und noch während der Fahrt manifestierten sich meine Pläne für den Abend. Falls ich weiter oben erwähnt habe, das ich nichts machen wollte an dem Samstag Abend, dann bitte ich das hier sofort zu vergessen. Ich verabredete mich also mit Schötti und dem Dr. Dieck und hatte schon Befürchtungen das es wieder ein harter Abend mit Glashaus-Abschuß werden könnte. Aber als mich Schötti um 2100 Uhr abholte war schon klar, das es nicht so lange gehen sollte. Denn auch den Beiden hing noch der Vatertag in den Knochen. Was um Himmels Willen haben die denn alle gemacht. Ich habe doch auch nicht gerade zimperlich getrunken, aber mir geht es schon wieder gut und vor allem hatte ich schon 3,5 Liter Bier intus.

Wir begaben uns also ins Ambiente und mußten feststellen, das auch dort nicht mehr ganz so viel los ist. Aber für ein paar Hefe-Weizen würde es schon noch langen. Zu den Hefe-Weizen wurden dann noch die Geschichten der vergangenen Wochenenden ausgetauscht. So erfuhr ich quasi aus erster Hand das der Dr. sich ganz böse am Vatertag betrunken hat und im ”Halben Mond“ auf der Theke geschlafen hat, inklusive Fotobeweis. Aus Markus seiner Reaktion wurde mir klar, das es auch für ihn neu war. Als wir tiefer in die Erzählung einstiegen stellte sich heraus das übelster Mißbrauch mit hochprozentigen Spirituosen getrieben wurde. Ich muß zugeben, das ich nun ein wenig neidisch wurde denn der Mißbrauch sowohl auch die hochprozentigen Spirituosen bleiben bei mir aus. Ich muß unbedingt die Planung für den Vatertag des kommenden Jahres überdenken.

Der Abend war aber relativ schnell vorbei und nach vier Hefe ging es dann schon nach Hause. Ich muß an dieser Stelle aber zugeben, das ich wirklich fertig war und die 5,5 Liter Bier die mittlerweile meinen Körper durchflossen haben blieben nicht ohne Wirkung. Aber an der Tatsache, das ich noch genau beziffern kann wie viel ich getrunken habe lässt darauf schließen, das ich nicht bis zur Besinnungslosigkeit getrunken habe. Und das ich gut im Training war. Übrigens kommendes Wochenende ist nicht nur Pfingsten, sondern auch noch Schützenfest in Westerode!

Übrigens: Die Anfangsszene des Films ”Saving Private Ryan“ basiert auf einem Fußballspiel von Chuck Norris aus der dritten Klasse!


VaterMännertag

20/05/2007

Doch vor dem Vatertag hat es der Allmächtige eingerichtet, das der Leiche 40 wird. Und dort sollte ich zapfen. Erzählte ich das Jemanden vorher kamen gleich Sprüche wie: ”Hat er sich das gut überlegt?“ oder ”Hoffentlich hat Leiche auch zwei Zapfanlagen angeschlossen, sonst bekommen die Gäste ja nichts mehr ab!“ Kurz gesagt, ich war vorbereitet auf allerlei Sprüche die mir scherzhaft an den Kopf geworfen werden würden. Gegen 1900 Uhr holte mich also Frank, der Bruder von Schnitzel ab und brachte uns nach Gerblingerode zu Leiche. Uns? Florian und Schnitzel sollten auch mit helfen. Und Kai, aber der hat vorher schon wieder rum gememmt und abgesagt.

Als wir ankamen war noch nicht viel Publikum da und Leiche wies uns ein. Da ich ja eh schon gegen die ganzen Sprüche abgehärtet war sicherte ich mir gleich einen Platz hinter dem Zapfhahn. Denn wenn ich eins hasse ist es mit einem Tablett durch die Gegen zu latschen und Leute zu bedienen. Dann lieber den ganzen Abend zapfen und Biere voll machen. Von mir aus auch Biermixgetränke, aber das ist Eigentlich immer ein Gräuel. Ich verstehe das nicht wie man überhaupt Alster oder Diesel trinken kann. Warum das schöne Bier so verunstalten. Aber ich muß es ja zum Glück nicht in mich rein schütten.

Es waren noch nicht viele Gäste da als dann die Volksmusikgruppe aus Gerblingerode vorbei schaute. Ich vermute jetzt einfach mal das sie aus Gerblingerode waren, denn ich kannte sie nicht. Und es hätte mich auch echt gewundert, wenn ich es sicher gewusst hätte. Die gaben erstmal ein paar Leider zum Besten. Nun ja, Volksmusik ist ja so eine Sache. Wer auf Blasmusik steht, der findet daran mit ziemlicher Sicherheit seine Freude, aber der Rest der Welt wird immer fragend gucken. Ich kann der ganzen Geschichte nichts abgewinnen und habe dummerweise meine Ohstöpsel zu Hause gelassen. Aber es wäre bestimmt sehr unhöflich gewesen, wenn ich dann mitten im ersten Lied die gelben Pröpel in die Ohren gestopft hätte. So vertrieb ich mir die Zeit, in dem ich Biere zapfte. Denn die Blasmusiker hatten bestimmt einen unglaublichen Durst, wenn sie erstmal ihre Instrumente genügend gequält hatten. Und vielleicht kann ich sie schnell genug betrunken machen, damit sie keine weiteren Leider mehr spielten. Allerdings konnte ich dem Reiz entsagen, in jedes Bier einen ordentlichen Schuß Obstler zu kippen. Obwohl, ich hätte gerne die Wirkung gesehen oder wie einer der Musiker seinen Mageninhalt in die Tuba entleert. Doch ich hatte ja eh meinen Fotoapparat zu Hause gelassen, daher war es nicht ganz so schlimm.
Die Musiker gingen und meine Ohren dankten es mir. Und der harte Kern schlug auf. Warum ich schon vom harten Kern spreche? Weil ich mir ziemlich sicher war wer alles bis zum Schluß da blieb. Der Zapfhahn lief mittlerweile auf Hochtouren. Dummerweise gab es in der Garage keinen Wasseranschluß, für die aufgebaute Theke. Deswegen mußte das Schmutzwasser in Eimern raus getragen werden. Kai Hawaii, der er sich mittlerweile überlegt hatte und doch dem Saufen den Vortritt vor dem Lernen gegeben hatte, wurde zum Stöpselbeauftragten ernannt und zeigte gleich auf eindrucksvolle Weise, das er genau der falsche Mann dafür gewesen ist. Er zog den Stöpsel und bekam ich nicht wieder rein. Der Eimer lief über und Kai ruderte wilde mit den Armen. Als er dann nach irgendwas packen wollte haute er sich beinahe auf die Fresse und schmiß mindestens ein Glas auf den Boden. Zum Glück konnte er mich fassen und behielt das Gleichgewicht. Ich vermutete das er nun mindestens ein abgerissenes Kreuzband hat. Die ganze Suppe lief nun über die Fliesen und Schnitzel machte zusätzlich noch den Kai an. Zu Recht übrigens. Hätte nun jemand ein Film davon gedreht, hätte er bei Youtube.com mit ziemlicher Sicherheit eine Menge Klicks bekommen. Kai bekam nun den Auftrag erstma die durch sein Verschulden entstanden Brühe auf zuwischen. Was aber den Boden noch ein wenig rutschiger machte. Beste Voraussetzungen für einen ruhigen Abend.

Wir aßen im Wechsel. Zuerst durften Florian und ich uns am Buffet gütlich tun und im Anschluß Schnitzel und Kai. Als wir wieder zur Theke zurück kamen wurden die übelsten Behauptungen aufgestellt. Buffetfräsen wurden wir genannt und ein herbeifantasierte Zeiteinheit wurde uns als Pause angehängt. Naja, sollen die anderen Beiden man machen. Was ich dann allerdings aus der Ferne sah kam zwei wirklichen Buffetfräsen nahe. Und getrunken haben sie auch wie die Weltmeister. Nicht das wir jetzt ganz abstinent gelebt hätten hinter der Theke, doch ich muß zugeben, das ich um einiges mehr konsumiere wenn ich auf der anderen Seite der Theke stehe. Aber man ist ja zum Arbeiten hier nicht zum Ballern. Naja, ein bisschen schon und ich achtete schon darauf, das ich den nötigen Teil bekomme. Wo wir dann gerade beim Thema sind, habe ich alle Sprüche, die ich mir vorher überlegt hatte an den Kopf geworfen bekommen. Macht man sich das vorher alles klar, ist es gar nicht mehr so schlimm. Und vor allem konnte man sich im Vorfeld die passende Parade überlegen.

Ein weiterer Vorteil , wenn man hinter der Theke steht ist, das man selber bestimmen kann ob und wie viel Schnaps man konsumieren möchte. Teilweise jedenfalls. Florian überraschte mich mit der Frage, welchen Schnaps ich trinken möchte bei einer Zapfaktion. Vollkommen vertieft in meine Arbeit antwortete ich wie aus weiter Ferne, da ich einen Obstler haben möchte. Als ich dann realisierte was ich gerade gesagt hatte, war es schon zu spät. Ein Schnapsglas mit bis zum Rand gefüllten Obstler wartete auf mich und ich nahm die Herausforderung an. Im vollen Bewusstsein, das meine Verdauung danach rapide an Geschwindigkeit zulegen wird. Der Obstler haute mich aus dem Schuh. Er war verdammt gut und wenn ich auf der anderen Seite der Theke gestanden hätte, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar mehr davon getrunken. Gut, dann wäre ich auch um 2300 Uhr mit dem Liegend-Transporter nach Hause gefahren worden, aber ist das denn wirklich so verkehrt?

Den Vogel abgeschossen haben allerdings Chikki und Friede. Beide meinten sich literweise Schnaps rein zukippen. Das haben sie auch gut geschafft und man merkte den Vollheitsgrad an der Klarheit der Sprache. Bei Friede konnte man den Verfall sogar am lebenden Objekt beobachten. Tutz und Jens machten im Verlauf des Abends passende Chief-Heavy-Tongue-Zeichen. Schnell war die Anzeige mit beiden Handflächen über dem Kopf erreicht. Chikki ist dann schon kurz nach Mitternacht gegangen und hat nochmal schön mit allen an der Theke gekuschelt. Besoffene werden immer so schnell anpätsch. Friede im Gegenteil wollte noch lange nicht nach Hause, sondern nahm noch ein nahrhaftes Mitternachtsmahl ein. Anschließend entschied er sich doch mal ein wenig Augenpflege zu machen. Ich habe nicht im Detail mit seiner Gesprächspartnerin gesprochen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, das die Augen während einer kleinen Gesprächspause zugefallen sind. Und zu blieben sie, bis zum Aufbruch. Dabei wundert es mich, das sie überhaupt zu gegangen sind, da nirgends Schlafnüsse verteilt wurden. Sollte am Ende gar nicht an den Nüssen liegen, das Friede immer so schnell einschläft?

Gegen 0200 Uhr haben wir von der Theke dann auch Feierabend gemacht. Die Getränke der Stunde hießen zu dem Zeitpunkt schon Bacardi Cola. Es ist dann doch sehr verführerisch, wenn man laufend Mixgetränke macht und man selber noch Bier trinkt. Da konnte es dann schon mal vorkommen, das aus heiterem Himmel eine Mischung zu viel gemacht wurde. Die kann man dann ja nicht einfach weg schütten. Wir verlegten von Gerblingerode aus erstmal nach Westerode, da mich ein dringend zu erledigendes Geschäft zum Feuerwehrhaus zwang. Anschließend gings über einen kleinen Zwei-Bier-Umweg in die Werkstatt. Auch wenn es mir jetzt eh wieder keiner glaubt, aber ich wollte da gar nicht hin. Schnitzel und Hüfte überredeten mich dazu. Vorher aber spielten wir mit Porno noch ein kleines Verwirrspiel. Der arme Junge war mit Sicherheit schon total perplex und betrank sich in der Werkstatt. Am Ende habe ich mich dann breit schlagen lassen und bin mit in die Werkstatt gefahren.

Manchmal muß man glauben, das wir vom Glück geküsst sind. Kurz bevor wir dort eintrafen, wurde die Kasse zugemacht. Während also Porno noch 5 Euro Eintritt löhnen durfte kamen wir schön umsonst rein. Doch es wäre eindeutig zu spät noch eine Falsche zu ordern. Ich jedenfalls würde da nicht mehr mitmachen. Außerdem hatte ich ja den Zugriff auf Havana Club Cola. Den ich mir auch in einem zügigen Tempo zuführte. Stimmung wollte aber so recht nicht aufkommen, da alle irgendwie müde waren. Das ist aber noch lange kein Grund nach Hause zu gehen. An der Theke kannte man mich ja auch schon, obwohl Conny den Abend nicht bediente. Ich wollte also für Schnitzel eine Mischung mitbringen und stellte mich mit dem Ich-möchte-bedient-werden-Lächeln an die Theke und die nächste die kam, wagte eine Vorhersage meiner Bestellung. ”Zwei Havana Club Cola ohne Zitrone?“ kam es wie aus der Pistole geschossen. Vollkommen verdutzt wollte ich schon die Bestellung bestätigen, aber revidierte kurz vorher nochmal. Was mich im Nachhinein wunderte war die Tatsache, das sie davon ausgegangen ist, das ich zwei Getränke haben wollte, obwohl ich ja alleine an der Theke stand. Sehr suspekt das Ganze.

Nach ein paar weiteren Runden war die Zeit des Aufbruchs gekommen. Von mir persönlich begrüßt, denn im Hinterkopf hatte ich schon das Weckgeräusch meines Weckers um 0930 Uhr, zwecks Vatertagsballernwanderung.

Doch die Weckung ging dann schon mal um 0905 Uhr los. Denn da fragte Thomas Bee per SMS an, wo wir denn starten würden. Gut, das war Eigentlich Biensis Aufgabe, es ihm zu sagen, aber ich helfe ja immer gern.

Los ging es dann bei mir zu Hause und dort wurde dann auch erstmal der Bollerwagen bestückt. Dank meines selbstlosen Einsatzes hatte ich 4 Kisten Bier organisiert und die wollten auch getrunken werden. Nachher können sie ihren Auftrag nicht erfüllen. Dazu wurden dann noch zwei Flaschen Bacardi und Cola gereicht. Man kann ja den ganzen Tag nicht nur Bier trinken. Oder etwas doch. Natürlich waren die zwei Flaschen vorrangig für den Christian reserviert, da er nicht so der Bier-Trinker ist. Aber Ersatzdrogen müssen ja sein. Grillgut wurde standesgemäß im Kühlcontainern mitgetragen. Der Fotoapparat war voll geladen und somit konnte gar nichts mehr schief gehen.

Der Beladevorgang hat ca. eine halbe Stunde gedauert, dank des Probierens der Bierreserven. In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich zwei Kisten Krombacher, eine Kiste Holsten und eine Kiste Jever besorgt. Aber die herben Biere mochte so recht keiner trinken. Unverständlicherweise. Also bedienten sich Biensi und Thomas Bee eher am Krombacher und ich wendet mich in vollem Vertrauen der Jever-Kiste zu. Hatte ich doch während meiner Zeit in Wilhelmshaven genügend Zeit mit Jever verbracht. Und so konnte ich auch besser kontrollieren wie viel ich getrunken habe. Unser Weg führte uns als erstes durch die Blumenau, wo wir dann auch gleich den Finker trafen. Der war zwar gerade mit dem Auto unterwegs, aber fragte uns ob er sich noch anschließen könnte. Gesagt getan. Wir verabredeten uns am Sporthaus und Finke fuhr wie ein Geisteskranker los. Würde ich auch wenn ich in einem Auto sitzen würde, welches nicht mein Eigen ist. Am Sporthaus erwartete uns Niemand. Sonst hatten wir dort immer auf Manni getroffen, aber der war diesen Morgen nicht da. Aber wir hatten ja genügend Bier mit, mit dem wir unsere Zeit vertreiben konnte. Kurze Zeit später kam dann nicht der Finke, sondern die Puttfeldtruppe um die Ecke. Namentlich waren das Glöckner, auch bekannt als Fickmaschine, Markus, Lutzie, Atze und Olli. Laut meinen vorsorglich eingeholten Berichten, wollten sie unsere Tour zwar von der anderen Seite aufrollen, aber entschlossen sich wohl dazu den gelichen Weg wie wir zu nehmen. Gut so. So konnten wir uns in einem Zustand über den Weg laufen, wo beide Seiten noch ansprechbar waren und das Gegenüber auch verstand was man sagte. Das kann ja in manchen Situationen zum Problem werden. Während wir also dort rum standen und Bier tranken kam dann irgendwann der Finker an. Aber ich merkte schon wie die Blicke schon wieder auf meinen Cowboyhut gingen. Den hatte ich ja im letzten Jahr auch auf und war bei der Puttfeldtruppe sehr beliebt gewesen. Ansonsten hatte ich ja noch meine gute alte Ballerjacke an, die mit Metallica Aufnähern auf den Ärmeln verschönert wurde. Die Jacke hatte ich halt während meiner Abi-Zeit an und sie tut mir immer noch gute Dienste. Sie sieht zwar aus als hätte ich sie am Vortag aus dem Maltester-Kleidercontainer gezogen, aber die Jacke gebe ich nicht weg. Zu viel Erinnerungen hängen daran, außerdem liebte ich diese Jacke und werde sie mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar Jahre zu dem Balleranlässen anziehen. Auch wenn meine Mutter anderer Ansicht ist.

Die Puttfeldtruppe brach vor uns auf und wir gaben ihnen einen kleinen Vorsprung. Den wir allerdings nie wieder aufholten. Wollten wir auch nicht. Denn ich durfte mir natürlich wieder Sprüche über meinen Biergeschmack anhören. Aber was will man auch von Leuten erwarten, die ein anständiges herbes Bier nicht vertragen können. An der Küste wären sie hoffnungslos verloren. Unsere Tour führte uns also vom Sporthaus weiter in Richtung Mingerode. Wen es genauer interessiert kann sich ja mal dieses Foto genauer angucken. Die dicken Punkte geben unsere Pausen an. Nicht das wir am Ende geschwächelt hätten. Erstmal abwarten bis zu diesen Punkten komme, dann klärt sich alles auf. An der Abzweigung zum Mingeröder Loo bogen die Puttfeld-Alkoholvernichter in Richtung Loo ab und wir wollten unseren Weg in Richtung Mingerode fortsetzen. Das war jedenfalls unser Vorhaben. Da aber der Weg bis dorthin sehr anstrengend und sehr trocken war mußten wir unsere erste Pause machen. Mehrere Fahrradfahrer kreuzten unseren Weg, aber die erhoffte schwedische Damen-Volleyballmannschaft war nicht darunter unter anderem auch ein Arbeitskollege von mir. Schnell wurde das Bier so platziert das er nicht sofort sah, das ich mir schon am frühen Morgen die Hucke zu knalle und der Hut wurde abgesetzt. Er war also mit seiner Frau und seinen Kindern unterwegs. Allerdings waren die vier Kisten Bier schlecht zu verstecken auf dem Bollerwagen. Zum einen weil der Bollerwagen schon unter dem Gewicht bald zusammenbrach und zweitens hatten wir keinerlei Gerätschaften zum ab tarnen dabei. Die Zeit fehlte auch die Büsche zu plündern. Nun ja, als er weiter fuhr wünschte ich ihm noch viel Spaß und er bot mir eine Wette an, wer an dem Tag mehr Spaß hätte. Zum Glück hatte ich noch nicht genügend getrunken, sonst wäre ich wieder einen dümmlichen Wetteinsatz los. Aufbrechen konnten wir aber immer noch nicht, da uns nun die 1. Mannschaft des FC Mingerode entgegen kam. Wir waren zu fünft und sie zu 28st, grob geschätzt. Und man kannte sich ja ein wenig. Also weiteten wir unseren Aufenthalt ein wenig aus. Weiterhin wurden die aktuellsten Saufstrategien ausgetauscht. Sie erzählten mir irgendwas mit Strohhalmen, aber daran konnte ich nicht so recht glauben und verwies auf meinen Selbstversuch mit der Plastikflasche. Vor dem ich übrigens schon Angst hatte.

Nachdem dann diese zwei Begegnungen vorüber waren konnte wir unseren Weg auch gefahrlos fortsetzten. Der Bierkonsum war aber drastisch nach oben gegangen, so das wir nach gefühlten 20 km einen weiteren Stop einlegen mußten. Wie man auf dem Foto sehen kann waren es aber wohl gerade mal 200 m. Das war aber auch verdammt anstrengend und außerdem waren da gerade Radfahrer, die Finkers Hund streicheln wollten. Nun war es aber auch so, das wenn man erstmal eine Pause gemacht hat, die recht angenehm waren. Auf jedenfalls war es besser als einen schwer beladenen Bollerwagen zu ziehen oder einen CD-Player zu tragen. Der restliche Weg zu Borchardts wurde so in übersichtliche Abschnitte eingeteilt. Wie man sieht waren wir doch nicht mehr auf der Höhe unserer Leistungsfähigkeiten. Mitten auf dem Weg steig dann der Finke um auf Bacardi. Ich war kurz davor auch schon umzusteigen, aber konnte mich nochmals zusammenreißen. Denn in weiter Ferne sah ich den Ende des Abends und den wollte ich auf jeden Fall noch erleben. Sollte ich frühzeitig auf Schnaps umsteigen oder gar Kurze trinken würde es sehr schwer werden. Und das Beste war, das das Bier noch recht lecker geschmeckt hat.
Weiter zwei Stops später kamen wir dann endlich bei Borchardts an und konnten endlich unseren Hungergefühlen nachgeben. Markus hat dank des Telefonterrors von Thomas schon mal den Grill vorbereitet. Das Hungergefühl beherrschte die Handlungen von manchen Personen. Würstchen-Packungen wurden mit den bloßen Zähnen aufgerissen und das Fleisch wurde fast halb roh von der Roste gerissen. Ich saß natürlich gesittet am Tisch und wartete bis mir was zu Essen vorgesetzt wurde. Außerdem war ich gedanklich schon bei meinem Selbstversuch. Das größte Problem war halt, das ich nicht so der Ex-Trinker bin. Ich kann eine unglaubliche Menge eine große Menge viel Bier trinken und halte auch lange durch. Aber dieses auf Ex trinken war nie mein Ding. Ich halte es auch für sehr schwachsinnig, da ich finde das Bier sehr lecker schmeckt. Warum sollte ich es mir dann in kürzester Zeit rein pfeifen.

Das Essen war sehr lecker, aber ich glaube indem Hungerzustand in dem wir waren hätten wir auch gebratene Kuhfladen lecker gefunden. Und ich trank sehr wenig zum essen um mein Durstgefühl zu steigern. Dann entschied ich das es Zeit wurde für den Selbstversuch. Ich beorderte Markus zum Kameramann und wies in kurz ein in die groben Funktionen. Man reichte mir einen sauberen Schraubenschlüssel und nach kurzer Vorbereitungszeit stach ich zu. Die erste Ladung ging voll ins Auge und ich sah nichts mehr, konnte mich aber dennoch zur Öffnung heran tasten. Bei Bier weiß ich immer wo es lang geht. Dann fing ich an zu trinken und den Verschluß zu öffnen. Aber so ganz wollte es nicht laufen. Zu meiner Schande muß ich eingestehen, das ich nach etwas mehr als der Hälfte nicht mehr konnte und die Flasche resignierend zu Boden warf. Mein Mund war voll mit Aldi-Bier und das mußte noch in den Magen runter. Ich konzentrierte mich also und machte sämtlichen Organen klar, das es dafür nur einen Weg geben würde und der war nicht durch den Mund wieder raus. Es ging dann auch alles gut. Aber ich mußte feststellen, das es gar nicht so einfach war. Prinzipiell ist es also möglich mit Plastikflaschen Dosenstechen zu machen. Aber die Öffnung muß groß genug sein. Eine Stecknadel ist hier total das falsche Werkzeug. Ich muß sagen, das es mit einem handelsüblichen Kreuzschraubendreher ganz gut ging. Trotzdem versagte ich natürlich kläglich und will mich hier nicht mit irgendwelchen Ausreden besser dastehen lassen. Ich wollte erst sagen, das es 0,5 l Flaschen waren und das ich die 0,33 l auf jeden Fall geschafft hätte. Aber ich will ja hier bei der Wahrheit bleiben.
Nachdem wir dann also aufgegessen haben, setzten wir unseren Weg fort. Als Endstation des Abend hatten wir den Garten von Biensis Vermieter angedacht. Aber dafür war es noch zu früh, weswegen wir den Strategen aus dem Puttfeld ein Besuch abstatten wollten. Die saßen bei Markus D. und versuchten den Abend zu Ende zu bringen. Wobei das aber sehr gefährlich ist. Es wird gemunkelt, das bei so mancher Spätsommerlichen Festivität im letzten Jahr so manch einer in einen Pool gesprungen ist. Das Wetter hielt zum Glück noch an, aber es war keinesfalls Pool-Wetter. Wir bereiteten uns vorsichtshalber auf das Schlimmste vor und ich öffnete mir erstmal eine weitere Kanne. Auch wenn ich vorher fast einen halben Liter auf Ex getrunken habe. Das Durstgefühl kommt ja immer wieder zurück. Bei Markus wurden wir dann mit großem Hallo empfangen und nach ca. 10 Minuten Anwesenheit ging mein Cowboy-Hut auf Reisen. Ich möchte hier nochmal erwähnen, das er Original aus den Staaten ist. Er wurde mir bei meinem Besuch bei Rebekah von ihrem Opa geschenkt, daher passe ich auch so gut darauf auf. Aber der Puttfeld-Gang kann ich vertrauen. Vorerst jedenfalls. Zu unseren Bieren wurden dann auch erstmal ein paar Eisenkuchen gereicht. Besser gesagt irgendwer drückte mir so einen Lappen in die Hand und ich steckte ihn gleich in dem Mund, bevor irgendwelche gierigen Raupen ihn in meiner Hand zerpflücken konnten. Sehr lecker. Und wie ich die Puttfelder so kenne waren da bestimmt ein paar Deckel Stroh Rum reingefallen. Natürlich nur aus versehen.

Felkl ließ es sich nicht nehmen, an einem Kettcar-Rennen gegen den kleinen Simon teilzunehmen. Warum sollte sich auch an diesem Vatertag keiner zum Ei machen. Sonst wurde halt mit dem Bollerwagen mit Anlauf in den Graben geballert und dieses Jahr fährt halt der Felkl mit einem Kettcar um die Wette. Dazu ist zu sagen, das es aussah, als hätten man das Kettcar um Christian drum herum gebaut und er nur mit einem Trennschleifer aus dem Gestänge wieder raus kam. Simon hingegen hatte das überdimensionierte Kettcar, welches für ihn zwar zu groß war, er aber dennoch ein Meister in der Beherrschung war. Ich muß jetzt hier nicht erwähnen, das Simon gewonnen hat und das trotz hinterlistiger Bescheisschungsversuche von Felkl. Vollständigkeitshalber muß hier erwähnt werden, das Felkl zu dem Zeitpunkt mindestens eine halbe Flasche Bacardi intus hatte.

Unser Weg führte uns weiter in die Blumenau und dem großen Ende immer näher. Wir wollten eigentlich nur kurz bei David und Ellen vorbei gucken und dann weiter zu dem Marco ziehen. Besser gesagt der Felkl trieb uns wie ein schonungsloser Viehtreiber vorwärts. Er hatte nämlich eine Nachricht von seiner Freundin bekommen. Wem jetzt spontan das Sprichwort mit dem Lanz Bulldog einfällt der hat richtig gedacht. Erbarmungslos trieb er uns vorwärts und wir hatten nicht mal Zeit eine paar weitere Päuschen einzulegen. Meine Zunge hing schon auf dem Asphalt. Zum Glück konnte ich während dieser Hetzjagd noch zwei Bier in mich rein kippen, denn ansonsten hätte man mich unterwegs irgendwo liegen lassen müssen. Vier Kisten Bier und meinen Luxuskörper hätte der Bollerwagen nicht ausgehalten.

Bei David und Ellen angekommen sackte ich nur noch ein einen Stuhl und war gerade noch in der Lage mir ein weiteres Bier zu öffnen. Dank dieser Erholungspause gelang es mir dann auch wieder zu alter Form zurück zu kommen. David hatte in der Zwischenzeit den Grill heiß gemacht und man sah an dem Jim Beam Anzeiger, das es ihm auch schon recht gut ging. Köppel und Näppchen und Ingo haben sich dann auch noch zu uns gesellt. Das Essen war natürlich sehr notwendig, denn das Bier verursachte einen beschleunigten Verdauungsvorgang. Komischerweise drückte noch keine verdauten Speisen den Weg in Richtung der sanitären Einrichtungen. Umso besser. Die Blase auf der anderen Seite war nun nur noch ein Durchlauferhitzer. So oft wie ich nun auf die Toilette mußte kann ich hier gar nicht aufzählen. Ich wundere mich immer wieder, ob das Bier überhaupt lange genügend in meinem Körper bleibt um zu wirken. Zum Glück ist der Garten von David recht groß.

Steini kam dann auf die verrückte Idee mich nochmal Flaschenstechen machen zu lassen. Ich weiß gar nicht warum, aber auf einmal stand ich dann wieder auf dem rasen und versuchte die Plastikflasche mit einem spitzen Gegenstand zu penetrieren. In meinem Kopf wurden schon die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Eine harmlose war das einfach ab kippen nach hinten. Die Schlimmen darf ich aufgrund des Jugendschutzes hier nicht erwähnen. Also rammte ich einen Schaslik-Spieß in die Holsten-Flasche, achtete aber diesmal darauf, das mich der erste Schwall nicht direkt im Gesicht erwischte. Was auch wunderbar geklappt hatte. Allerdings ging der Rest komplett in die Hose. Das Loch war einfach zu klein und es kam nicht genügend raus. Ich setzte aus die kombinierte Saug-Schluck-Technik (ein Schelm wer jetzt hier was perverses denkt) ein, aber dennoch kam das Bier nur in einem nicht erwähnenswerten Rinnsal aus der Flasche. Dosenstechen war so nicht möglich. Ich brach den Versuch ab und demonstrierte das klägliche Flußverhalten aus einer Öffnung, die als kleine Schwester einer 3er Bohrung durch ging. Auf die Liste der nicht zu verwendenden Werkzeu8ge wird nun der Schaslik-Spieß gesetzt. Das Holsten schmeckte hinterher aber doch noch. Auch wenn es aus einer Plastikflasche kam.

Gäste hatten wir den Tag über verteilt auch. Als erstes war es Florian, der kam vom Vatertagswandern vom Schützenverein und war noch guten Mutes, als er auf das Grundstück kam. Obwohl er schon mindestens zwei Begegnungen mit Chief Heavy-Tongue hatte. War aber dennoch lustig. Er konnte sich mit Finker ein Rede-Duell liefern. Hinterher hätte zwar keiner mehr was verstanden, aber für das Publikum wäre es umso lustiger geworden. Finker hatte seine Zunge wohl verschluckt. So hörte es sich jedenfalls beim Reden an. Doch die absolute Krönung war aber der Schocker. Der kam mit seinem Fahrrad noch vorbei. Eigentlich hätten wir ihn gleich teeren und federn können, denn vernünftige Sachen kamen aus seinem Mund nicht mehr raus. Wohl aber gingen noch ein paar Biere rein. Ein ganz gemeiner Bösewicht hat ihm dann auch noch die Träger seiner Latzhose aufgemacht und die Spannung die dank seines Bauches drauf war ließ sie nach unten schnellen. Dummerweise passierte das Ganze als er mit seiner Frau telefonierte. Steini fasste sich aber ein Herz und half dem armen Schocker beim wieder anziehen, da die grob motorische Seite schon übergriff nahm. Dann gab es nochmal ein kleines Statement zu der Organisation eines Bierfasses. Alles von meiner Videokamera festgehalten. Sensationell. Leider werde ich es wohl nicht bei Youtube.com rein stellen, da ich sonst die Freundschaft mit Schocker gefährden würde.

Ich habe es gar nicht so richtig mitbekommen, aber plötzlich waren nicht mehr viele Leute da. Was aber den harten Kern nicht von weiterem Alkoholkonsum abhielt. Thomas Bee erhielt dann noch diverse SMS, von ihm unbekannten Mädels und ich bin mittlerweile auf Bacardi Cola umgestiegen. Mit erschrecken mußte ich feststellen, das die Jever Kiste alle war. Nach intensiven Nachfragen konnte mir aber keiner sagen, ob da noch jemand Bier daraus getrunken hat. Also muß ich jetzt im schlimmsten Fall davon ausgehen, das ich die Kiste alleine inhaliert habe. Und der Bacardi schmeckte auch noch. Komischerweise hatte ich Zugriff auf Originalen Bacardi und nicht die Billig-Variante. Den Originalen muß wohl David irgendwann raus geholt haben. Und als der dann auch endlich alle war. Legten wir fest das der Vatertag nun beendet wird. Das Gartenhaus wurde noch schnell verschlossen und ich konnte meinen Weg mit einer letzten Mischung und meinem CD-Player bewaffnet nach Hause lenken. Unterwegs hielten mich dann noch komische Vögel an, die den Weg zur Werkstatt wissen wollten. Da mein Sprachzentrum schon leichte Aussetzer hatte, verstanden sie mich nicht richtig und verwirrten mich zusätzlich noch. Aber ich konnte ihnen wohl weiterhelfen. Hoffe ich doch.

Vatertag ist nun vorbei und ich muß sagen, das er ein voller Erfolg war. Grillen war gut, Ballern war gut. Und der Selbstversuch hat gezeigt, das die Tage des Dosenstechens nicht vorüber sind. Es ist zwar nicht dasselbe, aber es kommt dem Gefühl schon recht nahe. Ich werde die Technik bei kommenden Sommeraktivitäten verfeinern. Wenn es dann einmal ein Video davon geben sollte, welches man der Öffentlichkeit präsentieren kann, dann wird hier natürlich darauf hingewiesen.

Übrigens Chuck Norris wurde eigentlich als Drilling geboren. Seine Brüder waren TOD und SCHMERZEN!


Dosenbier vs. Plastikflaschenbier

15/05/2007

Die Zeit der Feiertage kommt, besser gesagt ist schon voll am Laufen. Den 1. Mai haben wir schon gefahrlos überstanden. Doch der König unter den Feiertagen, an denen man sich schon am frühen Vormittag mit Bier und anderen alkoholischen Getränken zuschütten kann, steht uns noch bevor: Der Vatertag. Nun stellt sich die Frage der Biersorte die an diesem Tag in rauhen Mengen konsumiert werden soll. Früher war die Entscheidung sehr einfach. Man fuhr zum Aldi und lud einfach drei bis fünfzehn Paletten Karlsquell ein und ab ging die Lutzie. Dank des Dosenpfands nur noch eingeschränkt möglich. Als Alternative gab man uns dann die Plastikflasche mit Schraubverschluß. Zu Recht fand diese wenig Anklang in der Bevölkerung. Bier gehört entweder in die Dose oder in Glasflaschen, aber nicht in Plastikflaschen mit Drehverschluß. Doch ich will die zwei mal gegenüberstellen. Gerade wegen des bevorstehenden Vatertags!

Dosenbier

Es war das Getränk für jegliche Veranstaltungen im Freien. Sei es Vatertag oder Zelten. Man benötigte immer eine unbestimmte Anzahl an Paletten Dosenbier und einen gelben Sack. Man konnte wunderbare Sachen damit machen. Man trank das Bier und erfreute sich an den Sachen die der Inhalt mit den Gesichtern der Anderen anstellte. Glücklicherweise konnte man das eigene Gesicht nicht sehen. Nahm man zum Beispiel fünf Dosen Karlsquell und schütte sie in fünf verschiedene Gläser so erhielt man fünf verschiedene Färbungen vom Bier. Das war einem aber egal, da man eh keine Gläser zur Hand hatte wenn man Dosenbier trank. Und wenn doch, dann war man selber schuld. Die ersten drei Dosen waren immer eine Überwindung, aber dann wurde der Qualitätsfilter nach unten geschraubt und es war einem egal, was man in sich rein kippte. Nachdem man dann die Dose geleert hatte wurde diese platt gedrückt oder es wurde drauf getreten. So wie es sich gehört. Zusammen mit einem kräftigen Rülpser und eine dämlichen Gesichtsausdruck kommt da erst das richtige Männlichkeitsgefühl auf. Ein leichter Schlenzer und das Teil flog neben in den gelben Sack. Auf gleichem Wege nahm man sich die nächste Dose von der Palette, die schon die ganze Zeit in der Sonne stand. Der absolute Höhepunkt war aber das Dosenstechen. A lost art form. Man penetrierte die Dose im unteren Bereich mit einem spitzen Gegenstand, so daß die Fontäne Bier einem nicht ins Gesicht spritzte. Falls man schon zu betrunken reaktionsarm war, hat das aber auch nichts gemacht, sondern spornte einen nur noch mehr zu Heldentaten an. Nun platzierte man die Öffnung vor dem Mund und öffnete die Dose an der Eigentlich dafür vorgesehenen Stelle. Das Bier schoß in sekundenschnelle in den Mund und man mußte zusehen, das man mit dem Schlucken nach kam. Eine heute bekannte Abart ist der Bierbong. Auch sehr spaßig, aber kommt um Längen nicht an den Spaß des Dosenstechens heran. Anschließend wurde das oben erwähnte Rülpsen-dümmliches-Gesicht-machen-und-Dose-zerquetschen Prozedere durchgeführt. Die Entsorgung war auch denkbar einfach. Beim nächsten Entsorgungstermin, wurde der gelbe Sack einfach an die Straße gestellt. Wenn genügend Dosen im gelben Sack waren!

Doch dann kam das böse Dosenpfand und alle Dosen wurden aus dem Verkehr gezogen, weil sie ja unsere Umwelt so belasten. Daher war der Weg zum Dosenpfand gar nicht so verkehrt, aber die Art und Weise wie der Umstieg vollzogen wurde war komplett unüberlegt und absolut nicht ausgereift. Aber was sollte man anderes von einer Regierung erwarten, die nur Getränke aus Glasbehältern trinkt. So war es zum Beispiel unmöglich Pfand für eine Dose zurück zu bekommen, die zerdrückt worden war. Hallo, wie unrealistisch ist denn das? Ich packe doch meine Dose nach dem ich sie fachmännisch geleert habe nicht in diese Bläschenfolie ein, damit es keine Druckstellen gibt um sie korrekt zurück zugeben. Mittlerweile gibt es wieder ein paar Dosen, aber wie es nun mit der Rückgabe des Pfandes aussieht kann ich leider nicht sagen.

Plastikflaschenbier

Wie schon erwähnt eine absolute Unart. Den Anfang machte Holsten und so nach und nach sind die Supermarktketten hinterher gezogen, hatten sie doch eine gewisse Kundschaft zu bedienen. Ich selber habe schon Bier aus Plastikflaschen getrunken. Nein, das ist kein Frevel, denn ich mußte ja Erfahrungen sammeln. Direkt aus der Flasche schmeckt es eigenartig. Der Mund erwartete beim Konsum von Bier bestimmte Gefühle. Und dazu gehört nicht die rauhe, unentgratete Kante eine Plastikflaschenhalses. Glas und ultrascharfe Dosenöffnungen sind in Ordnung, aber kein Plastik. Schüttet man das Bier nun in ein Glas schmeckt man Eigentlich gar keinen Unterschied. Die ästhetische Sache hat eindeutig den Nachteil erwischt, aber es gibt ja auch Vorteile. Zum Beispiel sind die Flaschen recht leicht. Packt man sich damit den Rucksack voll, dann hat man weniger zu tragen. Außerdem ist die Zerstörungsgrenze jenseits der des Glases, also weniger Sauerei im Rucksack, falls dieser mal mitsamt des Bollerwagens im Graben landet. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Größe. Ich hatte neulich eine halbe-Liter-Flasche in der Hand und war tatsächlich der Meinung es handelt sich nur um eine 0,33-l-Flasche. Spricht eindeutig für die Plastikflasche, denn man fällt nicht so schnell assig am Straßenrand auf. Leider kann man damit nicht so lustige Spielchen machen, wie mit der Bierdose. Zerdrücken macht irgendwie nicht den gleichen Spaß wie bei Blech. Auch wenn man es mit dümmlichen Gesichtsausdrücken und Rülpsen verbindet. Es ist nicht das gleiche. Drauf treten bringt rein gar nichts. Außerdem muß man aufpassen, das man das dämliche Etikett nicht beschädigt, da man sonst den Pfand nicht zurück bekommt. Saublöde Idee, den Barcode auf ein Etikett zu drucken.

Was nun das Dosenstechen betrifft, kann ich diesbezüglich noch keine Aussage machen. Die Betonung liegt hier aber auf noch. Denn ich plane einen Selbstversuch am Vatertag. Prinzipiell ist es ja möglich mit einem Spitzen Gegenstand die Hülle der Plastikflasche zu durchbrechen. Inklusive heraus spritzendem Bier. Und der Schraubverschluß kann dann immer noch geöffnet werden. Ich werde mich in der nächsten Woche mit der Suche nach eine 0,33 l Plastikflasche machen. Falls ich diese nicht bekommen sollte, werde ich wohl eine Plastikflasche vom Aldi zurückgreifen. Das ist zwar ein 0,5 l Geschoß, aber allein aus historischen Gründen greife ich darauf zurück. Einen Bericht gibt es natürlich auf dieser Seite.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, das ich mehr zur Bierdose tendiere. Aber das hat wohl auch nostalgische Gründe. Es bringt einfach die Erinnerungen an Zelten, Biergelagen in Oems Keller (inklusive Dosenturmbau) und jeder Menge Spaß wieder zurück. Ich freue mich trotzdem auf das Plastikflaschenbierstechen. Juchhuu!

Nebenbei bemerkt, Chuck Norris macht Dosenstechen mit 5-l-Party-Fäßchen und seinem kleinen Finger!


Vokke muß fegen!

15/05/2007

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Geburtstage. Allen voran der Vokke, der am Samstag 30 geworden ist. Aber wie immer beginnt unserer kleiner Ausflug in das Land des Nachtlebens mit dem Freitag.

Freitage sind eigentlich beliebte Tage für Versammlungen. Vor allem wenn man im Elferrat ist. Es wurde mal der Versuch gemacht, das auf einen Miezwoch zu legen, aber der ist kläglich gescheitert, da alle am rum nölen waren, das man gar nicht so viel trinken konnte und außerdem hat die Werkstatt am Mittwoch gar nicht auf. Also wurden die Elferratsversammlungen wieder auf den Freitag zurück verlegt. War auch besser so. So konnte man ein paar Bierchen plempern, denn nüchtern hält man das nicht aus. So ging ich also los und kam erstmal zu spät. Allerdings wird bei uns noch das akademische Viertel beachtet. Das heißt die die Akademiker sind, dürfen eine Viertel Stunde zu spät kommen. Da hat der Schmierpopel aber Pech gehabt. Aber der ist ja auch immer pünktlich. Als erstes wird man vom Schmierigen angepflaumt, warum man denn zu spät kommen würde. Danach wurde die Begrüßung durchgeführt und keine drei Millisekunden später ploppte das erste Bier auf. Welches ich mir natürlich selber geöffnet hatte, denn ich hatte einen unglaublichen Durst. Die Wanderung quer durch Westerode war nun nicht sonderlich anstrengend, aber ich hatte komischerweise ein unerklärliches Verlangen auf Bier. Komischerweise kommt das bei immer am Freitag oder Samstag oder jeder andere Tag an dem der nächste Tag frei ist. Hach, was freue ich mich schon auf den Vatertag!

Die Besprechung ging vorüber und wir haben eine Menge besprochen. Leider mußte auch wieder Löwentor getrunken werden. Trotz meiner ernst gemeinten Versuche mich dagegen zu wehren, kam ich nicht um zwei Getränke herum. Irgendwie ist es schon ein Kreuz, wenn man aus Westerode kommt. Nur weil eine ganze Menge Leute das Zeug angeblich gerne trinken, wird einem einfach einer eingeschenkt. Gut wir waren ja nun in Westerode, trotzdem mag ich das Zeug nicht. Mein Respekt geht an dieser Stelle an Susanne, die Görtlers Löwentor getrunken hat und ihr Gesicht nur minimal entglitten ist. Mit den Einzelheiten der Versammlung will ich hier aber keinen langweilen, außerdem darf ich das gar nicht, wie ich erfahren habe. Keile-Günther, neuster Neuzugang im Elferrat, wurde an dem Abend quasi vereidigt. Und es wurde ihm gesagt, das alles was bei der Besprechung gesagt wird nicht nach außen dringen darf. Man lernt halt immer wieder neue Sachen. Oder aber das wurde mir damals auch gesagt und ich habe es vergessen. Dazu muß ich natürlich hinzufügen, das ich bei jedem Eintritt in den Elferrat stark alkoholisiert war. Und in dem Zustand wird der Speicher anderweitig benötigt oder besser gesagt, die Ressourcen sind anders verteilt, so das die Grundfunktionen des Körpers (Atmen, Bier halten, Schlucken) noch funktionsbereit gehalten werden. Nun ja, während der Besprechung liefen dann schon drei bis vier Bier meine trockenen Kehle hinunter. Umso besser ging es dann nach dem offiziellen Teil zu. Da meine Leber mittlerweile auf Betriebstemperatur gekommen war, liefen die Biere immer schneller rein. Unglücklicherweise geißele ich mich gerne selber und nahm am Donnerstag Abend einen selbst gemachten Trapper-Topf mit erhöhten Schärfegrad zu mir. Man glaubt gar nicht was Kidney-Bohnen und eine Peperoni-Tomaten-Knoblauch-Soße mit der Verdauung anstellen können. Ich glaube eine solche Mixtur beschleunigt den Verdauungsvorgang um grob geschätzt 80%. Aber die Mehrzweckhalle ist ja mit genügend Toiletten ausgestattet. Ich werde aber demnächst mal einen Brief an die Stadt aufsetzen, in dem ich über die Qualität des Toilettenpapiers referiere. Sehr hart.

Ein Bier nach dem anderen fand also den Weg in meine Hand und verweilte dort verständlicherweise nicht lange. Sondern fand über den nötigen Umweg über meinen Mund die vorläufige Zwischenstation in meinem Magen. Ich war gerade in eine Diskussion mit M7 über hubraumstarke Autos vertieft, als der Befehl zum Aufbruch kam. Wir waren uns aber einig, das ein Motor mindestens 6 Zylinder haben sollte, damit er einen satten Klang hat. Mehr Zylinder sind natürlich nicht verboten und je mehr Hubraum das Fahrzeug hat, desto besser. Damit war meine Entscheidung über mein nächstes Auto gefällt. Ich werde es hier aber noch nicht bekannt geben, da ich ja noch gar nicht sicher bin, wann ich es mir zu legen. Wo war ich? Ach ja, wir brachen auf um die Versammlung aufzulösen und zu Jensi zu wechseln. Er hatte Geburtstag und seine Prüfung hinter sich und lud zum Umtrunk ein. Da sagt man ja ungern nein. Leider war die Versammlung aber leicht verwirrt und es gab ein kleines Schlüssel Wirr Warr. Ich erspare mir hier mal jeglichen Kommentar, da ich selber einer der Hauptprotagonisten bin. Am Ende waren jedenfalls mehr Schlüssel vorhanden als gewünscht. Manchen Leuten kann man es aber auch nie recht machen.

Bei der Ankunft bei Jens mußten wir alle feststellen, das hier schon ganze Arbeit geleistet wurde. Jensi hatte sich schon ordentlich einen angetrunken und war auf dem besten Wege, den abendlichen Pokal, des Strammsackes zu erringen. Ob sich das der Keile-Günther gefallen lassen würde? Warten wir mal ab.

Ich bleib aber vorsichtshalber beim Bier, obwohl die Geisterstunde schon vorüber war. Normalerweise kommt bei mir der Punkt des Umschwungs immer so gegen 2300 Uhr, aber ich wollte ein wenig standhaft bleiben. Somit war Krombacher das Getränk der Stunde. Da man aber nicht nur trinken kann wurde sich auch unterhalten. Vor allem mit Porno, der mit den üblichen Porno-guck-mal-gut-Aufforderungen in Stimmung gebracht wurde. Jedes mal wenn man ihn auffordert einmal gut zu gucken, verzeiht sich sein Gesicht bis zur Entstellung. Faszinierend wie er das immer macht. Aber ich möchte dieses Mysterium nicht weiter ergründen. Manche Dinge sollten einfach für immer unergründet bleiben. Ich machte aber den Porno darauf aufmerksam, keine Fotos mehr von mir zu veröffentlichen, ansonsten wird meine Rache hart und schnell sein. Er weiß ja nicht was ich in meinem Archiv so für Fotos habe. Har har har. Er guckte nur gut und weiter gings auf dem Alkohol-Express.

Die Entscheidung des Strammsack-Pokals ist auch gefallen. Alleiniger Sieger war der Jens. Als Gastgeber hat er es allen vorgemacht und sich tüchtig betrunken. Ich nun nicht mehr sagen, ob da nur Bier im Spiel war oder auch der einen oder andere Löwentor. Löwentor war aber definitiv auf der Fete vorhanden, da ich die eine oder andere Flasche von Weitem gesehen habe. Kurz nachdem die Flasche aufgetaucht ist, habe ich mich immer in die gegenüberliegende Seite des Raumes zurückgezogen. Eine Taktik die aufzugehen schien. Jens hatte sich mittlerweile auf das Sofa zum Schlafen gelegt. Es ist ja auch immer sehr anstrengend, die Gäste zu unterhalten und mit jedem ein Bier zu trinken. Man will ja schließlich keinen Vernachlässigen. Ich versucht Günner zu der Leistung von Jensi zu interviewen und wollte herausbekommen, warum er nichts für die Titelverteidigung getan hat. Aber ich bekam kein Kommentar nur ein paar Ausflüchte über sieben Bier und alle vor dem Essen. Ich tue das jetzt mal als Vorbereitung ab.

Dummerweise hat jemand auf mein Verlangen hin die Flasche Bacardi vor mich hingestellt. Was erwartet man denn nun? Sollte ich sie ignorieren und sie einfach links liegen lassen. Das konnte ich nicht und kurze Zeit später wurde mir ein Plastikbecher gereicht. Auch hier zeigte Jensi fortgeschrittenen Gastgeberqualitäten. Hier gab es keine Mädchenbecher, wo nur 0,3 l rein passten. Nein, hier gabs Männer-Becher mit einem Fassungsvermögen von ganzen 0,4 l. Leider stellte mich das vor ein kaum zu überwindende Aufgabe. Durch die neue Bechergröße, wusste ich nicht wie nun das richtige Mischungsverhältnis hergestellt werden mußte. Also half nur Ausprobieren. Die ersten drei Mischungen waren demnach eine wahre Tortour Freude. Aber was sollte ich machen. Mutig wie ich war stürzte ich mich in das Bacardi-Karussell. Hätte ich es man gelassen, denn nun schwinden meine Erinnerungen schneller als eine Kerze in der Mojawe-Wüste hält. Die Geschwindigkeit des Mischungszuges hat mittlerweile die Schallmauer durchbrochen und irgendjemand kam auf die Idee doch mal in die Werkstatt zu verlegen.

In der Werkstatt angekommen weiß ich nur noch zwei Dinge mit Sicherheit. Erstens: Conny bediente und war sichtlich erfreut, das ich nun stark alkoholisiert bei ihr bestellte. Wobei ich gar nicht mehr sicher sagen kann, das sie sich gefreut hat mich zu sehen, denn ich kann mich im Großen und Ganzen nur noch an ihr pinkfarbenes Oberteil erinnern. Nicht das ich jetzt explizit darauf geguckt hätte, aber die Farbe war so stechend, das sie sich einfach mit ihrer Trägerin ins Gehirn gebrannt hat. Zweitens: Es gab Havana Club, den ich vorzüglich mit Wippermann getrunken habe. An unsere Unterhaltung kann ich mich rein gar nicht mehr erinnern, nur noch an den Havana Club. Diese Tatsache sagt mir, das mein Körper wieder in die Notversorgung gegangen ist. Grundfunktionen wurden durch den Notfallplan aufrecht erhalten. Wippi wollte sich zwar noch revanchieren, aber da wollten wir auch schon wieder los, da in der Werkstatt nicht viel los war. Aber mir wäre das egal gewesen, denn ich sah wohl eh schon alles doppelt. Doch es ist schon besser, bevor ich Conny gefragt hätte, warum sie ihre Zwillingsschwester nicht schon früher mitgebracht hat.

Wohin sollte die Reise gehen? Zurück zu Jensi in den Keller. Man fährt ja gerne mal um 0230 Uhr von einer Fete weg haut sich ein paar Mixgetränke in der Werkstatt rein und geht dann wieder zurück zur Fete. Ist wohl allgemeine so Usus. Doch bei Jensi blieb ich nicht mehr lange. Denn die Notreserve ging langsam zur Neige. Während der klägliche Rest noch vor Jens seinem Haus stand, machte ich mich auf den Heimweg. Im Augenwinkel sah ich noch, das der Bäcker auf hatte, aber der Drang nach Hause war stärker.

Als ich Samstag aufwachte schaute ich nach Reifenspuren auf meiner Kleidung, die verstreut in meinem Schlafzimmer lag. Denn irgendein LKW muß mich noch überfahren haben, denn so fühlte ich mich. Der Tagesablauf bestand im größten Teil darin, nüchtern zu werden und das Geschenk für Vokke zu präparieren. Ich bin halte in wahrer Bastler-König. Oder auch nicht. Ich gab mein Bestes, aber irgendwie habe ich für so etwas kein Händchen. Zum Glück trafen wir uns dann bei David und Ellen. Ellen hat mich dann beim Einpacken unterstützt, nachdem die Anderen ihr Scherflein dazu gegeben haben. Es ist schon hart wenn man grobmotorisch veranlagt ist. Leider konnte dann Ellen nicht mit kommen, da die kleine Hannah gar nicht gut drauf war. Sehr schade, aber sie wird ja auch mal größer.

So machten wir uns also auf den Weg zum Schützenhaus wo der Vokke in seinen 30sten Geburtstag rein feierte. Eigentlich gar nicht so dumm, denn so würde er sich das Fegen ersparen, was ja im allgemeinen Brauch ist, wenn ein Junggeselle 30 Jahre alt wird. Jedenfalls hat er gedacht das er sich das Fegen erspart. Aber er hat ja noch Freunde, die solche Sachen nicht vergessen. Aber noch waren wir nicht so weit. Zuerst mußte die Uhr auf Mitternacht vorrücken. Das waren nach unserem Eintreffen noch ganze 5,5 Stunden. Um ehrlich zu sein hatte ich ein wenig Angst, denn ich wollte nicht zu stramm sein wenn Vokke Geburtstag hat. Da half nur eine Möglichkeit. Nichts Wenig trinken. Nicht so viel Schnaps vor 0000 Uhr trinken. Bei so was bin ich ja meistens nicht eisern. Als Begrüßung gab es erstmal ein Sekt, denn ich galant umschiffte und mir erstmal einen O-Saft organisierte. Ja, man hat richtig gelesen. Ich habe mir erstmal einen O-Saft (ohne Wodka) gegönnt, da ich es dann doch nicht so höflich finde, wenn man sich gleich ein Bier rein feuert. Nachdem dann die Hälfte vom Anstand vorbei war, habe ich dann vorsichtshalber ein Bier bestellt.

Wir waren ziemlich früh da und viele Gäste waren auch noch nicht da. Wohl aber Tobi und seine Freundin, die ich schon am Vorabend getroffen habe. Da fiel es mir jedenfalls wieder ein. Wir hatten auch ein nettes Gespräch über Fußball. Dummerweise sind sie Beide Hannover 95+1 Fans. Da kann ich nur sagen: Selber Schuld. Eigentlich sollten Niedersachsen Eintracht Braunschweig Fans sein, wenn sie schon Fußball-Fans sind. Denn die Eintracht ist immer noch der einzige niedersächsische Verein, der jemals die Meisterschale errungen hat. Das war zwar 1967, aber man muß sich ja an etwas festhalten. Außerdem gehörten die Braunschweiger zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. So was weiß ich natürlich auswendig, nachdem ich bei Wikipedia nachgeguckt habe. Die Tatsache, das Hannover gegen Bielefeld an dem Tag verloren hat, hat mir natürlich grandios in die Hände gespielt. Die ständigen Einwände das Braunschweig in die Regionalliga absteigen wird, habe ich einfach überhört.

Das Schlimme ist, das man sich vornimmt, nicht so viel zu trinken und dann an der Theke stehen bleibt. Da mußte ich Abhilfe schaffen. Nachdem ich dann mein drittes Bier empfangen habe, machte dann Sabrina den Vorschlag sich doch mal an die Tische zu setzen. Ich schlug weiter in die Kerbe und wies auf meine schmerzenden Füße hin. Ich wüsste nun noch gerne, warum sie so weh taten, aber das werde ich wohl nie erfahren. Vielleicht weiß ja Conny Bescheid. Am Tisch ging es dann munter weiter mit dem Bier Express, der von der freundlichen Service-Kraft Jennifer gefahren wurde. Jennifer hat ein Auge für leere Gläser und brachte mir immer ein gefülltes Bierglas, wenn sie sah das der Pegel, gefährlich nahe an den Glasboden kam. Auch Michael, den sie wohl gerade anlernte hatte schnell ein Auge für unsere Ecke und bedachte mich zeitgerecht mit Austausch-Bieren, falls das vor mir stehenden dem Ende entgegen sah. So gesehen lief es ganz gut. Aber ich wollte ja nicht so viel trinken. Außerdem hatte ich Angst, das ich zu früh auf den Mischungszug umsteige. Fehlende Erinnerungen vom Vorabend sollten mich eigentlich bekehren. Und ich mußte aufpassen, das Andre und Christian nicht zu viel trinken, da wir sie am nächsten Tag ein wichtiges Spiel haben.

Das Essen war übrigens vorzüglich. Ich glaube es wurde vom Altenheim in Nesselröden geliefert. Die Schnitzel, sowohl fest als auch die flüssigen, waren eine Wucht und dann gab es noch ein Hähnchen-Teil, welches mit einer Brokkolie-Käse-Creme gefüllt war. Gemüse ist zwar nicht ganz mein Fall, aber wenn es dann schon mal in das Fleisch integriert ist kann man das ruhig mal essen. Fleisch ist mein Gemüse. Nebenbei wurde weiterhin Bier serviert und wie es nicht anders sein konnte wurde dann nach dem üppigen Mahl eine Runde mit dem Schnapstablett gedreht. Leider habe ich es zu spät mitbekommen und konnte nicht rechtzeitig aufstehen. Da wurde ich dann also vor die Wahl gestellt. Löwentor (Schlag ins Gesicht), Jägermeister (Das Gehirn wird früher oder später entfernt), Roter oder Feigling (Gefahr der Überzuckerung und gar nicht gut für den Kohlehydratehaushalt). Ich entschied mich für den Löwentor und freute mich auf den Schlag ins Gesicht. Irgendwie fühlte ich mich beim Schlucken wie beim Schützenfest. Die Umgebung, die Leute mit denen ich da war und der Geschmack des Löwentors suggerierten es mir irgendwie. Sehr gespenstisch. Um mich von dem Löwentor-Schlag zu erholen, trank ich erstmal zwei weitere Biere.

So langsam wurde es dann auch Zeit, das die Geisterstunde näher rückte und der Vokke 30 Jahre alt wurde. Zuerst kamen die ganzen Glückwünsche und die Geschenke. Unter anderem auch unseres und Vokke hat gleich die Stromlaufpläne erkannt. Einem alten Elektriker kann man halt nichts vormachen. Vokke dachte ja nun, das es vorbei sein würde und er nochmal mit der heilen Haut davon kommen würde. Aber da hat er die Rechnung ohne uns gemacht. Andre hat passenderweise einen Sack mit Styroporresten mitgebracht. Wer nun denkt das es so kleine Styroporkugeln waren, die halt so bei Verpackungsmaterial über blieben, der irrt hier gewaltig. Bei Bock gibt es eine Maschine, die aus einem Block Styropor nicht nur ein Kissen fräsen kann, sonder dabei auch noch microfeinen Styroporabfall produzieren kann. Ein fieses Zeug. Muß ich ja jetzt mal sagen. Und Vokke mußte fegen. Ich habe extra meine alte Zahnbürste mit gebracht, damit er nicht so schnell fertig werden würde. Falls er einen größeren Besen haben wollte, dann mußte er dafür einen Löwentor trinken. Der erste ging recht fix runter und mit dem Handbesen ging es auch schon ein wenig besser. Aber das Wahre war es noch nicht so ganz. Also mußten nochmals zwei Löwentor getrunken werden, damit Vokke endlich den ersehnten Straßenbesen zur Hand nehmen durfte. Als er es dann endlich geschafft hat, gab es noch einen abschließenden Löwentor wegen der ganzen Anstrengung. Da trank ich dann freiwillig einen mit. Dummerweise dauern ja die Löwentore bei mir immer etwas länger und irgendjemand hat mit meinem Fotoapparat ein paar Fotos geschossen. Ich sollte mein Gesicht ab jetzt immer verhüllen, wenn ich Schnaps trinke. Jedenfalls habe ich von der ganzen Aktion genügend Fotos geschossen. Und ich habe richtig Angst bekommen. Im nächsten Jahr werde ich 30 und da werde ich mit ziemlicher Sicherheit auch solche Spielchen machen dürfen. Als erstes wird Andre verboten, solches Styropor-Pulver zu organisieren. Als nächstes wird verboten, das ich fegen muß. Am Schlimmsten ist ja das ich der einzige aus der Clique in Westerode bin der 30 wird. Au weia, da muß ich was gegen tun. Entweder ziehe ich im nächsten Jahr ins ferne Ausland oder ich heirate noch schnell vorher. Also welche junge Dame Interesse hat, mit mir ins Ausland zu ziehen zu heiraten, der melde sich bitte unter den bekannten Adressen.

Nachdem dann die Grundreinigung vor der Tür des Schützenhauses durchgeführt wurde verlegten wir flugs wieder ins Innere. Doch vorher wurde eich erstmal von den Arbeitskollegen von Vokke umlagert. Die wollten Vokke auf die Schnelle noch eine Stripperin organisieren. Tja, nun fragt man sich natürlich warum sie da gerade mich ansprechen. Weil der Andre gesagt hat, sie sollen doch mal mich fragen, ich hätte da eine Telefonnummer. Na klar, Pitsche hat alles. Nummern von Stripperinnen, Ideen, eine Leber so groß wie Schleswig-Holstein. Gemeint war natürlich der Kontakt nach Braunschweig zu Ollis Erotik Agentur, aber das wäre bestimmt zu kurzfristig gewesen und außerdem wäre die junge Dame nicht mehr schnell genug hier gewesen. Rechnet man mit einer realistischen Fahrzeit von 1,5 Stunden von Braunschweig bis nach Westerode, hat sich Vokke mit ziemlicher Sicherheit schon ins Delirium getrunken, wenn die Stripperin eintrifft. Also versuchte ich eine weitere Kontaktperson anzurufen, deren Namen ich hier nicht nennen darf. Aber sie nahm nicht ab. Gott sei Dank. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Vokke noch eine Stripperin bekommen hätte. Der Saal wäre explodiert. Auch wenn nicht mehr ganz so viele da waren, die Stimmung war grandios und hat sich auch bis zum Schluß gehalten.

In der Zwischenzeit bin ich umgestiegen auf Havana Club Cola. Vokke ist nämlich ein Guter und hat an mich und natürlich auch an die Anderen gedacht. Havana ist einfach ein Geschenk der Götter und wenn man es in normalen Dosen trinkt, hat man nicht nur was vom Geschmack, sondern auch was vom weiteren Abend. Dabei ist zu beachten, das niemand aus der Familie Steffanski die Mischung macht. Eigentlich kommen da nur zwei in Frage. Schmierpopel oder Porno. Aber beide haben eine Augenschwäche und fangen in dem Augenblick zu blinzeln an, wenn die richtige Füllmenge an Havana erreicht ist. Dann gehen natürlich ein paar Liter Milliliter mehr in den Becher. Aber Beule und Jennifer hatten den Dreh schon raus. Der Alkoholpegel ist bei den Anderen auch schon rapide nach oben gestiegen. Vor allem bei dem Andre. Ich habe eins der sensationellsten Videos gedreht. Andre beim Gitarre spielen und neben ihm sitzt seine Frau. Kurz nachdem das Video auf der Karte abgespeichert war habe ich es mir angeguckt und konnte schon wieder drüber lachen. Eigentlich wollte ich es ja einfach bei Youtube.com rein stellen, aber das traue ich mich nicht. Ich hoffe ja immer noch das er mir sein Einverständnis gibt. Ungern würde ich das Video der Öffentlichkeit vorenthalten.

Die Party wurde mittlerweile an die Theke verlegt und da gehörte sie auch hin. Die Getränke kamen einfach schneller ran, wenn man einen direkten Draht zum Zapfmeister oder in meinem Fall zum Mischungsmeister hat. Und vor allem konnte man selber bestimmen, wie voll die Mischungen werden wollten. Hat auch seine Vorteile. Aber mit der Zeit wird man immer mutiger und haut sich da schon mal ein bischen viel rein. Obwohl ich sagen muß, das jedes Mal wenn ich mir Havana ein geschüttet habe, mir jemand von hinten an den Arm gestoßen hat und dann war das Glas immer so voll. Das ist die Wahrheit und wenn nicht dann soll mich der Blitz treffen. Warum bezieht sich denn der Himmel draußen so? Nun ja, ein Arbeitskollege von Vokke hat sich des Mischpultes bewältigt und spielte richtig gute Musik. Also Musik, die mir auch gefiel. ACDC, System of a down, Rock halt und Mucke zum abgehen wie Schmidts Katze. Seine Freundin hat es sich unterdessen zur Aufgabe gemacht alle Leute an der Theke abfüllen zu wollen. Das funktioniert aber nur, wenn man den anderen mehr ein schüttet als sich selber. Und nicht wenn man versucht mit jedem mit zutrinken. Aber sie genoß meinen vollen Respekt, denn als ich sah wie viel sie trank und dann noch so gerade stand, dann kann sie schon einiges ab. Und sie war gut drauf. Ein paar Sympathiepunkte sind aber dafür drauf gegangen, das sie mich zwang Roten zu trinken. Auch wenn es ein süßer Schnaps war dauerte das Trinken bei mir ein wenig länger als bei normalen Leuten. Mein Körper hat halt seine natürlichen Schutzfunktionen hochgefahren. Aber ich bezweifele das es nur Selbstschutz ist.

Grandios war dann auch der Vokke hinter der Theke. Das Thekenpersonal wurde mittlerweile mit großem Dank entlassen und Vokke übernahm sporadisch die Aufgabe, Bier zu zapfen, so gut es halt ging. Doch die Tanzeinlagen auf dem rutschigen Boden waren durchaus sehenswert. Einmal hätte es ihn beinahe gerissen, doch der Gläserschrank hat seinen Sturz verhindert. Das Gesicht dabei ist trotzdem Klasse gewesen. Irgendwann hat er sich dann auf die Tanzfläche gewagt und mit seinem Kollegen die schwere Version des Sirtaki zum Besten gegeben. Wie die geht? Also man tanzt Schulter an Schulter und schmeißt dabei abwechselnd ein Bein nach oben. So hüpfend dreht man sich im Kreis, aber rückwärts. Ich glaube diese Art ist auch nur bei 3,0 Promille gefahrlos zu überstehen. Sonst hat man zu viel Kontrolle über seinen Körper und haut sich böse auf die Fresse. Es sollen sogar schon Schneidezähne dabei geflogen sein. Ein weiterer Grund nicht das Tanzbein zu schwingen. Es sei denn man hat eine Tanzpartnerin und kann weich fallen.

Nach und nach gingen die Gäste dann aber auch nach Hause und spätestens als der Rote alle war und ich mit Osse Feigling trinken mußte, gingen bei mir schon die Warnschilder im Kopf hoch. In einem passenden Moment packte ich mir dann den David und wir richteten unseren Fußmarsch in Richtung Dorf, denn da irgendwo wohnten wir. Der Weg war trotzdem doppelt so lang, da wir beide die gesamte Straßenbreite benötigten. Ein Wunder, das wir nicht aufeinander geprallt sind. Betrunken, Chuck Norris und Kinder haben immer das größte Glück. Anscheinend müßen wir auf dem Rückweg ein Gespräch angefangen haben, da David mich noch bei sich zu Hause rein bat um das Gespräch nicht in der Kälte zu beenden. Ich wehrte mich zwar dagegen, da mir klar war, das wir Ellen aufwecken würden, aber gegen David gewinnt man einfach nicht. Und somit beendeten wir unser Gespräch in der Küche und weckten Ellen auf. Thema war die Umgehung des Fegens meinerseits im nächsten Jahr und wir beschlossen das ich heiraten muß. David hätte da auch schon eine im Auge, die aber zur Zeit nicht greifbar ist. Ich könnte den Namen hier jetzt hinschreiben, da ich mir 100 70 95% sicher bin das sie meinen weblog nicht liest, aber ich mache mich ja ungern vor allen Leuten zum Ei.

Das Gespräch wurde also beendet und ich beendete mein Bier und setzte meinen Weg nach Hause fort. Mein Bett kam wie gerufen und als es sich für einen kurzen Moment mal nicht bewegte legte ich mich herein.

Sonntag war Muttertag. Herzlichen Glückwunsch. Ich habe schön rein gefeiert. Und bald ist Vatertag!

Chuck Norris kann Vatertag und Muttertag feiern!


A long time ago, in a Galaxy far, far away…

10/05/2007

Ich liebe Star Wars! Ja, ich bin ein Freak und ich stehe dazu! Ich bin diesem Science Fiction Märchen nun mal verfallen und kann da nichts mehr dran ändern. Die Geschichten um Jedis, Sith Lords, Prinzessinnen und fiese Aliens lässt mich nicht mehr los.

Es fing alles schätzungsweise im Jahre 1988 an. Ich war zu dem Zeitpunkt zehn Jahre alt und wusste von Sternenzerstörern, Darth Vader und Lichtschwertern noch nichts. Doch zu dem Zeitpunkt war es an der Zeit, das ich einer meiner größten Leidenschaften näher gebracht wurde. SAT 1 strahlte damals die Star Wars Trilogie zum ersten Mal aus. Und damit meine ich die Episoden IV bis VI. Gedreht wurden sie im Jahre 1977 und in die deutschen Kinos kamen sie im Jahre 1978, meinem Geburtsjahr (um mal ein wenig schicksalhafte Bedeutung hier herein zu bringen). In der guten alten Zeit Im Jahre ’88 war die Anzahl der Fernsehsender noch sehr begrenzt. Da gab es keine 2 Millionen Sender auf denen jeden Tag das gleiche kam. Nein da gab es nur ARD, ZDF und den N3. Für die Leute, die in der Nähe der SBZ lebten gab es dann noch DDR I und DDR II. Der Name war Programm. Doch dann kamen die privaten Sender auf. Allerdings erstmal zwei. RTL und SAT 1, die aber nicht von jedem empfangen werden konnten, sondern es kam auf Wetterlage und Tagesform an. An Satellitenschüsseln wagte noch keiner zu denken. Falls man nun zu den Privilegierten gehörte, die die Privatsender empfangen konnte, war das aber keinesfalls ein glasklares Bild. Rauschen und ab und zu bunte Bilder. Ich muß ja hier nicht extra erwähnen, das wir nicht zu den Privilegierten gehörten. So begab es sich denn das SAT 1 sich anschickte Star Wars zu übertragen. Damals war das genauso wichtig, als wenn in China ein Sack Reis umgefallen wäre, der übrigens von Chuck Norris umgeworfen wurde. Meinem Bruder war es allerdings nicht so egal und sein Kumpel, der zu den Privilegierten gehörte, nahm ihm also Star Wars auf. Und mein Schicksal war besiegelt.

Ich sah den Film und war begeistert. Mir war es egal, ob das Bild gerauscht hat oder ob da Werbepausen drin waren. Ich war fasziniert. Von der Geschichte, von der Handlung, von allem. Ich war 10 Jahre und war dem Star Wars Fieber verfallen. Ich träumte davon ein Jedi-Ritter zu sein und so ein abgefahrenes Lichtschwert zu besitzen und damit alles kurz und klein zu schlagen. In meinem kindlichen Leichtsinn fing ich total schwachsinnige Diskussionen mit meinem Bruder an, ob es denn überhaupt möglich wäre Lichtschwerter zu bauen. Ich war felsenfest davon überzeugt! Welcher Star Wars Fan träumt nicht davon Jedi-Ritter oder Sith Lord zu sein um die Macht zu haben und ein Lichtschwert zu besitzen und zu führen? Bis zum heutigen Tage, habe ich die Episoden IV bis VI mit ziemlicher Sicherheit mehr als 30 Mal gesehen. Ich kann sie mitfurzen mitsprechen. Daraus zitieren, welches ich auch nur zu gerne mache. Ich kann die Augen schließen und die Filme nach belieben abspielen. Kurz gesagt, ich kann sie auswendig. Doch das hat von meinen Freunden nie einer richtig verstanden. Keiner wurde vom Star Wars Fieber gepackt, sie verstanden es nicht. Hatten einfach keinen Zugang zu der ganzen Science Fiction Materie. Ich war durch meinen Bruder vorbelastet und somit leichte empfänglich für solche Sachen. Bis ich dann in Göttingen zur Schule ging. Dort traf ich dann auf Leute die ähnliche dem Science Fiction Genre verfallen waren. Doch eher in die Star Trek Richtung. Welcher ich übrigens auch verfallen bin, nur nicht so sehr wie Star Wars.

So kam es denn das ich die einzelnen Filme verschlungen habe. Wie schon erwähnt waren sie verauscht und er Ton war mehr als miserabel. Ich verfolgte die Geschichte von Luke, Leia, Han Solo, den dämlichen Ewoks und vor allem Darth Vader. Es war ja schließlich cool, den Bösewicht gut zu finden. Und wenn Darth Vader eins war, dann war es böse. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse wurde mit Lichtschwertern und der Macht ausgeführt. Und trotz das man ja eigentlich Darth Vader gut fand, freute man sich wenn am Ende Vader zur guten Seite bekehrt wurde und alles ein glückliches Ende nahm. Selbst Luke, der am Anfang der naive Farmjunge von Tatooine, hat am Ende an Format gewonnen und ist zum nachdenklichen, weisen Helden geworden.
Diese Filme haben einfach alles. Man ist mit geflogen im Death Star trench run. Man hat die gleiche Wut und Enttäuschung gespürt als Vader Luke offenbart hat, das er sein Vater ist. Lichtschwertkämpfe wurde im Geiste mit gefochten. Man hoffte insgeheim, das Luke Leia bekommt. Aber nur bis Episode VI, danach war es eklig! Man hat mit den Rebellen auf Hoth gegen die anrückenden AT-AT’s gekämpft. Man war dabei als Luke den finalen Kampf gegen Vader geführt hat und ihn endgültig besiegt und auf die gute Seite der Macht zurückgeholt hat. Es war und ist immer noch herrlich. Mein Lieblingsfilm der Star Wars Trilogie wechselten von Zeit zu Zeit. Die Hitliste wird zur Zeit von ”The empire strikes back“ angeführt und Platz 2 teilen sich ”A new hope“ und ”The return of the Jedi“. Ich kann einfach keinen Platz 3 vergeben.

Dann kam die Ankündigung das George Lucas die ersten drei Episoden verfilmen wollte. Ich war aufgeregt und glücklich. Endlich wird die großartigste Sage der Kinogeschichte fortgesetzt. Ich konnte den Tag der Veröffentlichung nicht abwarten und bastelte mir sogar einen Counter zum Abzählen der Tage bis zur Premiere. Endlich würde ich die Vorgeschichte erfahren wie sie George Lucas in seinem Kopf hatte. Endlich Schluß mit den ganzen Spekulationen und Vermutungen. Es kam Licht ins Dunkle. Dann kam Episode I. Ich hasste konnte den kleinen Anakin Skywalker von der ersten Minute nicht ab. Ein kleiner oberschlauer Junge, der sich an Natalie Portman Padme ran machte und dann auch noch irgendwann zu Darth Vader werden sollte, dem coolsten Bösewicht im ganzen Universum. Obwohl ich das Filmposter wo er auf Tatooine gezeigt wurde und sein Schatten die Silhouette von Darth Vader zeigte, schon cool fand.

Das Schlimme war das zwischen den Episoden immer zwei Jahre lagen. George Lucas wusste gar nicht was er den Fans damit antat. Ein halbes Jahr vorher wurden dann Trailer auf den Markt geschmissen, die jedes Mal mein Atem stocken ließen. Episode II kam also und begeisterte noch mehr. Die Fäden wurden langsam zusammen geführt und man wurde unendlich heiß auf Episode III gemacht, wo dann der Grundstein für die Episoden gelegt, die schon seit 25 Jahren auf dem Markt waren. Ich hielt es kaum aus. Und dann ließ die Episode III auch noch drei ganze Jahre auf sich warten. Eine harte Zeit lag vor mir, die ich mit wiederholten Gucken der schon erschienen Episoden überbrückte. Sie halfen mir durch die harte Zeit.

Dann kam Episode III und ich war überwältigt. Alles kam zu einem sauberen Übergang zu Episode IV. Man wusste was passieren würde, wie alles enden würde. Man wusste das Obi-Wan Anakin besiegen würde und das er dank ihm die Maske tragen würde, die ihn später als Darth Vader so gefürchtet und so unmenschlich und doch so cool macht. Man wusste es, doch man wusste nicht wie es passieren würde. Jeder hatte seine eigene Vorstellung und wollte wissen wie es nun passieren würde. Die Anspannung war unglaublich und ist hier kaum in Worte zu fassen. Die letzte halbe Stunde des Films hatte ich eine Gänsehaut. Ich war aufgeregt und und das Blut in meinen Adern verdünnte das Adrenalin. Wer kein Fan ist, kann schwer nachvollziehen wie ich mich gefühlt habe. Und Worte können es einfach nicht beschreiben. Am Ende des Film fühlte man sich irgendwie komplett. Es war als hätte jemand den letzten Stein in ein Puzzle gelegt und nun könnte man Frieden finden. Man wusste wie die Saga enden würde und wusste nun auch wie sie began. Es passte zusammen, das war das Beste an dem Ganzen.

Nun ist es ja so, das ich in der Situation war zuerst die Episoden IV bis VI gesehen zu haben und anschließend, mit mindestens der gleichen Begeisterung, die Episoden I bis III verschlungen zu haben. Ich kann also niemals das Gefühl genießen, mit absolutem Unwissen an die Star Wars Filme heran zu gehen und sie von der ersten bis zur letzten Episode mit einem unberührten Wissen zu gucken. Wird der Überraschungseffekt in ”The empire strikes back“ genauso groß sein, wenn Darth Vader Luke offenbart, das er sein Vater ist. Wird man es schon in der Mitte von ”The return of the Jedi“ ahnen, das Leia die Schwester von Luke ist. Wird man Yoda von Beginn an als den großen Jedi-Meister erkennen und bis zu Letzt seine Macht in Frage stellen?

Das alles kann ich nicht mehr erleben. Wohl aber meine Kinder (Sollte ich jemals welche haben). Ihnen werde ich die Star Wars Filme in der chronologischen Reihenfolge zeigen und hoffen sie werden zu ebensolchen Fans werden, wie ich es bin. Wie sehr Fan ich bin? Sagen wir mal so, ich habe mein eigens Lichtschwert konstruiert. Am CAD. Jedenfalls den Griff davon und wenn ich noch die richtigen letzten Teile finde, dann werde ich da Teil auch fertigen und dann kommt es in eine Vitrine. Hört sich verdammt nach Freak an, oder? Aber ich nenne es Leidenschaft, Herzblut! Fan eben!

Wer kein Fan ist, wird es nie verstehen können!


Das lustlose Wochenende

08/05/2007

Ein ganz normaler Freitag bahnte sich seinen Weg durch die Nacht und bereitet mir einen arbeitsreichen Tag. Ich weiß nicht wann die Veränderung kam, aber sie kam und zwar ohne Vorwarnung. Ich fuhr nach Hause und mußte feststellen, das ich einfach keinen Bock hatte irgendetwas zu machen. Schock, sämtliche Alarmglocken schellten los. Der Katastrophenschutz stellte sich auf ein langes Wochenende ein, denn irgendetwas schien nicht normal zu sein. Kurze Zeit später klingelte mein Telefon und Porno wollte wissen, was der Plan des Abends ist. Als ich mitteilte, das ich wohl nichts machen werde ist er vermutlich in Ohnmacht gefallen. Das verbinde ich jedenfalls mit dem dumpfen Schlag, den ich durch den Hörer gehört habe. Eine Stunde später rief er mich wieder und fragte ob er da vorhin richtig gehört hatte. Ich sagte ihm, das wohl nicht viel gehen wird, da mir der 1. Mai und der damit verbunden Arbeitstag nach dem 1. Mai noch ein wenig in den Knochen saß. Insgeheim hoffte ich das es die Erklärung für meine akute Unlust sei. Er fiel wieder in Ohnmacht. Danach telefonierte ich mit Schnitzel und wir verabredeten, das wir uns dann doch noch im Feuerwehrhaus treffen wollten um zumindestens ein paar Bierchen zu trinken. Man muß ja nicht viel machen und Werkstatt muß ja nun nicht jedes Wochenende sein. Damit Porno aus seiner Ohnmacht erwachte, rief ich ihn vorsichtshalber an und teilte ihm die Nachricht mit. Er hörte sich gleich ruhiger an am Telefon.

Da ich eh zum Training zum Sportplatz wollte, um meinen Langzeittest nach vorne zu bringen, kombinierte ich die ganze Geschichte. Also zuerst zum Sportplatz und dort ein paar Bierchen trinken und checken, ob denn noch was am Abend ging. Dem war nicht so, aber dafür trank ich dann zwei Bier, welche mir auch schon recht gut mundeten. Meine Einstellung dem weiteren Verlauf des Abends gegenüber relativierte sich ein wenig. Ganz überzeugt war ich aber noch nicht. Gegen 2100 Uhr traf ich dann am Feuerwehrhaus ein, wo mich ein Porno erwartete und sich benahm wie ein Affe auf Speed ein wenig hibbelig war. Er wolle unbedingt Gumball 3000 auf dsf sehen. Kleine Wünsche erfüllen wir ja sofort. Somit hatte er sein Gumball und ich meine nächste Kanne Bier. Allerdings fingen plötzlich meine Magenprobleme wieder an. Ich muß wohl noch ein wenig mehr gegrilltes Fleisch essen, bevor mein Magen für derartige Fleischeskapaden bereit ist. Vatertag ist ja noch eine Woche hin. Gumball 3000 war also eine Serie, von irgendwelchen Geisteskranken, die in mehr oder weniger aufgemotzten Luxusschlitten durch Europa knistern und dabei Strafzettel sammeln. Ich erspare mir hier mal jegliches Kommentar und denke das ich sie mir meinem Hi-Speed Volvo eh alle abgezogen hätte eh nie in der Liga fahren werden. Stufen wir sie mal als Hammerkrank Verrückt ein.

Weitere vier Bier später gesellte sich der Schnitzel dann auch noch zu uns. Mittlerweile hat sich auch der Tobi zu uns gesellt und wir guckten aus lauter Langeweile Ritter aus Leidenschaft einen harten Action-Kracher. Meine Motivation hat mittlerweile den Tiefpunkt überschritten. Außerdem hat ein ausgedehnter Besuch der sanitären Einrichtungen mein Magenproblem eliminiert. Die Entscheidung wurde also gefällt, das der Weg uns weiterführen sollte in die Werkstatt. Ich war mir aber immer noch unschlüssig, ob ich den Weg weiter gehen möchte und sympathisierte immer noch mit der Möglichkeit vorher rechts abzubiegen und den Heimweg anzutreten. Dann schrieb auch noch Kathrin, das sie auch noch in die Werkstatt kommen würde und wollte wissen, ob ich auch hinkommen würde. Nun waren also die Weichen gestellt und ich konnte gar nicht mehr umsteigen, da ich am letzten Bahnhof der Nacht mir ein weiteres Bier geöffnet habe. Ich ergab mich also meinem Schicksal und steig bereitwillig in das Taxi ein, das schon zum Abmarsch vor der Tür stand. Irgendwie war ich immer noch unschlüssig, ob das so eine gute Idee war. Ein kurzer Blick in mein Geldbeutel half mir, mich an diesem Abend zusammen zu reißen. Zumindestens den Vorsatz den Zusammenreißen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Als ich die 3 € zwecks Eintritt entrichtete und die Treppe emporstieg schossen mir folgende Gedanken durch den Kopf: ”Ich wusste es!“ Es war sehr leer. Nur der Anstand verbietet es mir hier von einem Vakuum zu sprechen. Scheint ja der Beginn eines gelungenen Abend zu sein. Wenn man ein normal tickendes Gehirn haben sollte, wäre jetzt der Zeitpunkt den Rückzug anzutreten und den Abend als einen Reinfall zu verbuchen. Aber Westeröder sind ja nicht normal. Die gehen dann trotzdem zur Theke und trinken noch was. Da ist ja eigentlich nichts gegen einzuwenden. Denn man hat ja gerade Eintritt bezahlt und kann so noch ein wenig verweilen um zu gucken, ob nicht binnen weniger Minuten das schwedische Bikini-Team oder zumindestens das polnische Bikini-Team die Werkstatt betritt und dringend vier gutaussehende leicht alkoholisierte Männer benötigt, die ihnen a) bei ihren allabendlichen Dehnübungen zur Hand gehen und b) richtig mit ihnen einen Trinken gehen. Also für b) wäre ich sofort zu begeistern gewesen. Da aber nun die Möglichkeit besteht, das die oben erwähnten Teams nicht innerhalb der nächsten Minuten in der Werkstatt erscheinen würden, ist man da schon auf der sicheren Seite, wenn man sich eine Flasche bestellt. Da wir aber zu viert waren, bestellten wir dann gleich mal zwei Flaschen. Nur um das mal richtig zu stellen. Tobi wollte unbedingt Jägermeister trinken. Da sträubten sich aber sämtliche Fasern meines Körpers gegen und ich machte den Vorschlag doch lieber Havana zu trinken. Und die Diskussion ging los. Im Endeffekt kamen wir dann zu dem Ergebnis, das Porno und Tobi sich eine Flasche Jägermeister mit Fanta teilten und Schnitzel und ich uns eine Flasche Wodka teilten, mit der Option, das Kai später noch einsteigen würde. Man kann ja ruhig saufen, man muß nur eine Ausrede parat haben, warum man mit zwei Mann eine Falsche Wodka vernichten will. ”Jaa, der Dritte kommt noch. Nur etwas später, aber der steigt dann aber mit ein.“

Erwähnte ich schon, das es unglaublich leer war in der Werkstatt? Man konnte fast Fangen spielen oder das beliebte Echo-Spiel machen. Man kennt ja diese Büsche, die in den verlassenen Westernstädten immer durch die Gegend geblasen werden. Vom Wind natürlich. Zwei davon kreuzten meinen Weg auf dem Weg zur Theke. Einem dritten konnte ich gerade noch so ausweichen, als ich mein Mischungsglas in die Hand nahm. Und zur Toilette war ich noch nicht, aber ich hatte Angst, denn diese Teile können echt fiese Kratzer an den Beinen und am Gesicht hinterlassen. So standen wir dann also an der Theke und hauten uns zwei Flaschen Alkohol in den Kopf. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, das wir doch besser zu Hause hätten bleiben sollen. Was solls, Morgen geht es mir wieder dreckig, aber dafür habe ich Wodka Red Bull getrunken. Was ich eigentlich nie wieder machen wollte.

Doch die Langeweile hielt nicht lange an, denn Kathrin und Heike kamen um die Ecke. Und gesellten sich zu uns. So ist wenigstens was für die weibliche Quote getan. Tobi fand das wohl ganz aufregend, denn er freute sich sehr, als er plötzlich Heike sah. Und lief von da an mit einem Lächeln im Gesicht herum. Es könnte natürlich auch daran gelegen haben, das mit Porno eine halbe Flasche Jägermeister schon vernichtet hat. Porno hat sich auch erst für den Jägermeister entschieden, als ich gesagt habe, das da irgendwelche verbotenen Kräutern drin sind, die meinen gesamten Denkapparat Schach matt setzen. Also wirklich alles, selbst die Lebenswichtigen Sachen funktionieren nicht mehr richtig. Kurz danach bemerkte ich ein Blitzen in seinen Augen und er willigte ein, mit Tobi eine Flasche Jägermeister zu trinken. So testet halt jeder seine Grenzen selber aus. Für mich steht jedenfalls fest, das Jägermeister direkt aus der Hölle kommt und nur auf der Welt ist um harmlose Gemüter zu verwirren. Damit man nach einer Nacht mit Jägermeister mit Gras im Mund am Deich aufwacht. Das basiert nicht auf eigenen Erfahrungen. Jedenfalls war dazu kein Jägermeister nötig. Da reichte auch ein paar Kisten Jever, mehrere eine Flasche Korn und ein Grill, der am nächsten Morgen irgendwie von der Strömung weg getrieben wurde.

Tobi holte also schnell Erkundigungen über Heike ein und verwickelte sie recht schnell in ein Gespräch. Dann kam der Eintritt in den Lanz-Bulldog-Bereich. Er bestellte Anti-alkoholische Getränke. Sowohl für Heike, die wohl eh fahren mußte, als auch für sich. Das Lanz Bulldog Treffen war angesetzt. Porno bekam das wohl auch irgendwie mit und setzte auch ein verträumtes Lächeln auf. Wohl aber weniger wegen Heike, sondern eher wegen der Tatsache, das er nun die restliche Jägermeisterflasche für sich alleine hatte. Zwischenzeitlich kam dann auch noch der Philip und wenig später der Thomas Bee vorbei. Philip war dann doch schon sehr stramm und setzte sich also neben Tobi, nicht merkend, das Tobi gerade am baggern war. Da ich aber den Anblick nicht so recht ertragen konnte, besser gesagt, die flehenden Blicke von Tobi nicht mehr sehen konnte winkte ich den Philip ran. Nach kurzen aufklärenden Worte meinerseits guckte er ein wenig verstört und wir beschlossen dann, das wir noch eine weitere Flasche Wodka bestellen sollte. Warum? Weil die erste alle war und Porno die Jägermeister-Flasche auch geleert hatte. So schnell kann es gehen. Ach ja, Kai ist dann auch mal aufgetaucht und hat sich dann wieder Erwarten nicht an der Flasche beteiligt. Was aber nicht schlimm war, denn Kathrin hat ein paar Mischungen mitgetrunken. Kai war wohl gerade von einer Sauferei Feier der Ortsbrandmeister gekommen und war schon heftig stramm. Zu allem Überfluß hatte er auch noch Geburtstag. Aber wenn man ihn jetzt fragt, wer ihm alles zum Geburtstag gratuliert hat, wird er nur antworten: ”Ich war noch in der Werkstatt?“

Schnitzel verließ uns schon früh, denn er hatte irgendwelche bäuerlichen Aktivitäten in den frühen Morgenstunden vor. Eigentlich totaler Schwachsinn, wenn man mich fragt, aber muß er selber wissen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir die zweite Flasche aber gerade in der Mangel und konnte nicht mitkommen. Was mich aber am Meisten erschrak, war die Tatsache, das ich mich nicht im Geringsten betrunken fühlte. Das war am 1. Mai noch anders. Ich denke ich sollte jetzt immer ein kleine Höhensonne in der Tasche tragen, damit der Ballerfaktor durch extreme Hitze jederzeit erhöht werden kann. Glücklicherweise konnten wir aber die zweite Flasche noch rechtzeitig leeren, bevor dann der Elton um die Ecke kam. Nach dem Austausch der üblichen Beleidigungen fielen wir uns in die Arme und Elton meinte er müsse unbedingt noch eine Runde ausgeben. Gut, hatte ich jetzt spontan nichts dagegen. Aber ich war dann schon auf Havana Club umgestiegen, da mein Magen schon eine Petition gegen Red Bull eingereicht hat. Dann gab der Philip noch eine Runde und als ich dann gerade zum Rundumschlag ansetzen wollte, meinte die Bedienung das nun zu gemacht werden würde und es keine Getränke mehr geben würde. Die Enttäuschung war groß. Dabei hätte ich so gerne noch Geld ausgegeben eine Runde gegeben. Aber ich vertröstet auf das nächste Mal, das ich da gleich der erste sein würde. Hoffentlich kommen wir so nie wieder zusammen.

So ging es dann mit dem Taxi nach Hause. Bis auf Porno, der aus bestimmten Gründen unbedingt zu Fuß gehen wollte. Ich kannte diesen Blick, hatte ich ihn doch auch schon oft genug, meistens ist zu viel Schnaps und/oder eine Frau der Grund für diesen Blick und die Ankündigung zu Fuß nach Hause zu gehen. Er ist ja alt genug und der Zustand erlaubte durchaus einen kleinen Fußmarsch. Somit quetschten sich also Hüfte, Philip, Thomas und ich ins Taxi und fuhren nach Hause um dann beim Bäcker noch offenen Türen einzutreten. So eine Käsebrötchen ist genau das Richtige für den Heimweg.

Samstag, kein Wecker klingelte, doch ich war frühzeitig wach. Warum nur? Ach ja, übermäßiger Red Bull Konsum. Ich verteufelte das Zeug und bleib noch ein wenig liegen. Aber es half nichts. Meine Augenlieder waren mit Sprungfedern ausgestattet. Sobald ich sie schloß sprangen sie kurze Zeit später wieder auf. An Schlafen war nicht zu denken, denn ich war voller Tatendrang. Und Abends sollte es zu Kai gehen. Der wollte nämlich seinen Geburtstag feiern. Ich schwor mir nur eine Sache. Keinen Red Bull. Am späten Nachmittag trat dann die erhoffte Müdigkeit ein. Beim Eishockey-Spiel Tschechien gegen Slowakei fielen mir dann die Augen zu und ich kam erst sehr spät los.

Ich könnte es an dieser Stelle nun sehr kurz machen. Die Fete lässt sich mit zwei Worten und einem Ausrufezeichen beschreiben: Alle voll! Was aber gelogen wäre. Denn die die nicht voll waren ließen sich an einer Hand abzählen. Aber eine so kurze Abspeisung einer so lustigen Fete kann ich der Leserschaft nicht antun. Also gibt es den kompletten Bericht. Nur an einigen Stellen zwecks des Jugendschutzes gekürzt. Die Originalfassung darf ich hier nicht nieder schreiben. Sie darf gar nicht nieder geschrieben werden. Sie ist nur den Anwesenden bekannt. Das ist wie mit dem Necronomicon! Durch reines Lesen der Tatsachen werden dunkle Geheimnisse aufgetan und Dämonen kommen ans Licht. Sollte man meinen…

Nun ja, ich schweife mal wieder ab. Ich kam also gegen 2100 Uhr auf der Party an und mußte mit Erschrecken feststellen, das sie schon im vollen Gange war. Wie ich dann durch nachfragen raus finden konnte war der Großteil schon um 1900 Uhr dorthin gegangen, weil sie es vor lauter Geilheit auf das Saufen nicht mehr ausgehalten haben. Zu der Zeit schlief ich noch den Schlaf der Gerechten und träumte von kühlen Frauen und heißem Bier rechtschaffenden Dingen. Nach dem Eintritt in die Saufhölle das Tennishaus. Fiel ich fast über Kai, der gerade an der Anlage rum fummelte. Gratuliert hatte ich ihm ja schon am Beginn des Tages, machte es aber aus Sicherheitsgründen nochmal. An seinem Gesichtsausdruck, der aussah, als ob er gerade furzen eine schwere Rechenaufgabe im Kopf lösen würde konnte ich erkennen, das er gerade rätselte ob ich ihm schon einmal gratuliert habe. Ich liebe es Verwirrung zu stiften. Er schnappte sich also mein mitgebrachtes, aufwendig verpacktes Geschenk die Wodka-Flasche, die ich als Geschenk mitbrachte und verschwand in Richtung Theke. Ich kam der weilen nicht weit und wurde gleich am ersten Stehtisch aufgehalten. Dort standen dann also Holger und Thomas Bee und lachten mich aus weil ich noch kein Bier hatte. Aber Kai ließ sich nicht lumpen und beförderte binnen weniger Sekunden ein gefülltes Glas in meine schon bereit gestellte Hand. Haha, wer lacht jetzt. Die anderen wieder, weil ich mein Glas wiederum recht schnell leerte. Wenn man den Schlaf der Gerechten geschlafen hat, dann trocknet der Mund sehr schnell aus. Außerdem waren im Tennishaus nur Biergläser im Schnapsformat vorhanden. Ich rufe erneut dazu auf, Bier nicht mehr in 0,2 l Gläsern aus zuschenken. Ein Unding an dem durstigen Mann!

Aber der Nachschub wurde immer recht fix an mich ran getragen, besser gesagt, die Bestellungen gingen immer recht gut vom Mund und wurden zackig ausgeführt. Doch lange konnte ich mich nicht verbergen, bis dann der Keile-Günther mich entdeckte und lauthals verkündete das ich noch gar keinen Kotzo getrunken hätte. Verdammt, das war doch das Zeug was mir beim letzten Mal so böse das Genick gebrochen hatte. Besser gesagt, was mir den wunderbaren Magentumor die wunderbaren Magenprobleme bereitet hat. Vielleicht kann ich mich da ja noch raus reden. Wohl eher nicht. Also runter damit und bevor die Ekelwelle des ersten Kotzo verebbte, stand auch schon der nächste gefüllte Kelch vor mir. Warum kann ich auch nicht nein sagen.

Verdammtes Ehrgefühl. Also wurde Nr. 2 auf die Reise geschickt, auf das ich den Kotzo nie wieder sehe. Wo wir auch gerade beim Thema Keile-Günther sind. Er hatte große Chancen auf den Titel ”Strammsack des Abends“, doch er hatte mittlerweile Konkurrenz von Florian bekommen. Das sah nach einem knappen Fotofinish aus. Ich freute mich schon und hatte die Kamera im Anschlag. Die neue Kamera macht übrigens fantastische Bilder und noch bessere Videos. Ich glaube ich kann bald eine Konto aufmachen, wo ich das ganze Erpressungsgeld einzahlen kann. Das muß ja an der Steuer vorbei.Zwischenzeitlich war ich kurz an der Theke um dort die Lage zu checken und den Porno ein wenig über den Vorabend aufzuklären. Der wiederum berichtet mir über ein paar Zwischenfälle auf seinem Heimweg, die aber hier unter Verschluß gehalten werden müssen. Da hilft auch keine Bestechung. Außerdem muß ich das Konto noch einrichten. Dann können wir über gewisse finanzielle Gefälligkeiten reden. Mein Fehler war, das ich den Günner übersehen habe, der mich gleich erstmal mit einem weiteren Kotzo versorgte. Die Übrigen verteilte er mit großer Geschicklichkeit auf dem Tablett das er umher trug. Na was solls, da der Magen nun schon wusste was ihn erwartet konnte ich auch noch einen dritten trinken. Anschließend trat ich die Flucht nach Vorn an und landete wieder an dem Stehtisch von Holger, Thomas Bee und Philip, die alle samt einen Kotzo vor sich stehen hatten. Wenn ich da mal nicht im richtigen Augenblick gekommen bin. Dachte ich zumindestens, denn kurze Zeit später stand dann Wolfgang vor mir mit einer weiteren Glas für mich und den Worten auf den Lippen, des mich vorhin gar nicht gesehen hatte, aber mir noch einen besorgt hätte. Na toll, dabei hätte ich so gerne verzichtet. Ich gab es auch auf mich zu wehren, denn es hatte ja eh keinen Sinn und Kotzo Nr. 4 nahm den Weg in die Tiefen meines Verdauungssystems auf sich. Wenn man sich mal überlegt, das solche Schnäpse eigentlich dazu da sind, damit die Verdauung auf Vordermann gebracht wird, dann kann ich mir vorstellen, das ich langsam anfange mich innerlich selber zu verdauen. Kein schöner Gedanke und ich hoffe nicht zu viele Leser sind in Ohnmacht gefallen. Ach, ich übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden oder Spätschäden. Spart euch den Anwalt und das Porto. Ich habe Matlock gesehen.

Das Bier lief und lief und die Siegerehrung konnte frühzeitig durchgeführt werden. Nun sehe ich schon die fragenden Gesichter vor mir, was denn nun schon wieder für ein Wettkampf anstand. Der ”Strammsack des Abends“-Wettkampf natürlich. Nachdem Keile-Günther mit einem sensationellen eingesprungen Ausfallschritt die Hitliste knapp in der Kür anführte, konnte er dann in der Pflicht komplett überzeugen. Florian war ohne Chancen und Keile-Günther zog gegen 2347 Uhr als Sieger aus dem Tennishaus. Er trat auch gleich den Heimweg an, weil wirklich nichts mehr ging. Solche Gäste hat man doch immer gerne. Die kommen früh, sahnen früh die Trophäe ab und gehen früh nach Hause. Günners Noch-Freundin wird sich bestimmt auch über den errungenen Titel gefreut haben. Dabei wollen die Zwei noch dieses Jahr heiraten, ich weiß gar nicht wie Günner das überstehen will. Aber da wird Maren schon für sorgen. Florian war natürlich sichtlich enttäuscht über den zweiten Platz und bleib weiterhin beim Bier, denn Schnaps wollte er nun auch nicht mehr trinken. Günner hatte abgeräumt und alles was jetzt noch an Hochprozentigen rein geschüttet wird kann vielleicht schädlich für die Kondition sein.

Der Abend wurde später und der Alkoholzug fuhr unerbittlich und immer schneller dem Ende entgegen. Wie es nun mal nicht anders sein, hat man plötzlich das Verlagen etwas anderes zu trinken als Bier und da bleibt einem dann wohl nichts anderes über als Mischungen zu trinken. Eine kurze Nachfrage beim Gastgeber brachte folgenden Informationsstand: Wodka und Jim Beam standen als alkoholische Getränke zum Mixen zur Verfügung. Nun war ich in einer Zwickmühle. Jim Beam habe ich seit Jahren nicht mehr angerührt und war auch nicht wirklich scharf darauf wieder damit einzusteigen. Und dem Wodka hatte ich noch in den frühen Morgenstunden des Samstag abgeschworen. Wahrscheinlich hat es eh keiner mitbekommen und ich kann es hier unbemerkt unter den Tisch fallen lassen.

Da ich nun schon lange Zeit keinen Wodka mit Red Bull getrunken hatte entschied ich mich also für das Getränk, wohl wissend, das ich es am folgenden morgen bereuen werde und dem Getränk wieder abschwören werden. Hat vielleicht auch was Gutes für sich. Doch anfangs konnte man ja ruhig ein paar sanftere Mischungen machen. Holger hatte übrigens den gleichen Gedanken und trank schon seit längerem Wodka Red Bull. Ich müsste lügen wenn ich nun sagen würde, das man es ihm nicht ansah. Ach ja, der Kotzo Express drehte immer noch seine Runden und jeder der sich nicht bei drei versteckt hatte wurde mit einem Glas bedacht. Ich muß jetzt ja nicht erwähnen, das ich den Großteil der Runden aus dem Weg gehen konnte. Alle zu verpassen war mein großes Ziel, aber das konnte ich nicht einhalten. Wie heißt es so schön, 10 % Verlust hat man ja immer.
Je später der Abend auch wurde, desto mehr Alkohol wurde natürlicherweise konsumiert und desto abgedrehter wurden die Leute. Obwohl ich Leute hier mal näher definieren muß als ¾ der Walter-Brüder. Dennis, Kai und Philip gingen ab wie Schmidts Katze auf der improvisierten Tanzfläche. Hocker wurden als Gitarren genommen und es wurde umher gesprungen als sei der Leibhaftige hinter ihnen her. Hierbei nutze ich bevorzugt die Videofunkton meiner Kamera und die Filme sind sensationell geworden. Spektakulär waren auch die Bau-an-Bauch-Springer von Dennis und Philip. Man stelle sich nun zwei leicht stark alkoholisierte Typen vor, die sich gegenseitig anspringen. Man kann in ihren Gesichtern sehen, das jeder so fest sprang wie es nur ging, denn das absolute Highlight wäre ja gewesen, wenn sich einer der Beiden, vorzüglich der Andere, auf die Fresse haut. Trotz verbissenen Springen kam es nicht dazu. Die Kamera lief aber trotzdem. Kai seinerseits erkannte die Gefahr. Nein, das kann ich so nicht stehen lassen, denn Wiebke, seine Freundin, erkannte die Gefahr und hat ihn frühzeitig aus dem Gefahrenbereich entfernt. Doch ich muß immer wieder staunen wie gut man mit einem doppelt abgerissenem Kreuzband an beiden Knien tanzen, springen und umher kaspern kann. Da haben die Ärzte wohl ganze Arbeit geleistet oder sie haben ihm ein bionisches Knie eingesetzt.

Ein weiterer Anzeiger für die Strammheit war auch Philips Kleidung. Anfangs lief er noch recht angezogen rum. Nach und nach öffnete sich sein Hemd Knopf um Knopf, bis es schließlich vollkommen offen war. Dabei war es nicht gerade warm, aber der Alkohol wärmt ja von innen. Der absolute Höhepunkt kam dann fast zum Abschluß, als er des Hemdes leid wurde und es gänzlich entsorgte. Eine eklige Type. So stand er dann an der Theke und mixte Drinks. Zum Glück waren keine fremden Frauen mehr da, die schreiend weglaufen konnten und wir kannten das ja alles schon. Die Hose bleib übrigens nur an, weil seine Mutter noch da war.

Ein weiteres Highlight war der Holger. Er legte eine respektable Leistung hin. Kai stellte sein bionisches Knie auf Vollgas und ging ab wie ein Zäpfchen auf der Tanzfläche, die kurz vorher noch ein Stehbereich war. Holger ließ sich nicht lumpen und bewegte seinen Hüften, wie ich es vorher nie gesehen habe. Glücklicherweise hatte ich gerade meine Kamera laufen und konnte das ganze Spektakel in bewegten Bildern festhalten. Da fällt mir ein, das ich mich unbedingt mal beim Youtube.com anmelden muß. Ich habe gehört, das man da Videos hoch laden kann. Nun sind noch ein paar Gerüchte im Umlauf, die ich nicht bestätigen kann, wohl aber hier verewigen möchte, weil ich die Aktion einfach so Klasse finde. Holger saß also an der Theke und verlangte nach Jim Beam, da ihm nach einer weiteren Mischung dürstete. Er bekam die Flasche und fing an sich die Mischung zu bereiten, nicht mitbekommend *augenzwinkeraugenzwinker* da in dem Glas schon Wodka enthalten war. Nun noch Cola drauf und fertig war der Hartmann-Spezial. Und er hat es getrunken, weswegen mir Zweifel kommen, ob er wirklich nicht wusste, das da schon Wodka drin war. Sein Zustand spiegelte aber die konsumierte Mischung wieder.

Aber ich darf mich aus der ganzen Sache auch nicht raus halten, sondern prangere mich selber an. Nachdem dann der Red Bull alle war, ging ich auf die Suche nach weiteren Vorräten. Ich suchte auf dem Tennisplatz (das weiß ich weil ich Sonntags roten Sand an meinen Schuhen gefunden habe), ich suche zwischen den frisch gepflanzten Tanne (Hauptsächlich neben Kalle I und Kalle II und zwischen Schocker und Dennis, fragt mich bitte nicht warum die Tannen Namensschilder hatten), ich suchte im ganzen Tennishaus und ich suchte in der Kühltruhe. Dort fand ich Eiswürfel, tiefgekühltes Fleisch, welches ohne Probleme den Auf-die-Kante-von-der-Theke-schlagen-Test bestand, aber kein Red Bull. Was nun. Der Griff zur Sprite war eher Verzweiflung, doch die Geschmacksüberraschung war gelungen. Nach anfänglichen Würgen Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, war die Mixtur durchaus trinkbar. Und weiter gings. Porno hat mittlerweile das randalieren angefangen und wurde dann unter großem Hallo von Dennis aus dem Tennishaus und quer über den Sportplatz gejagt. Als ich ihm das am nächsten Tag berichtete wurde ihm plötzlich klar, warum sein Bein so weh tat.
Wie merkt man, das es Zeit wird nach Hause zu gehen, bei einer so sensationellen Party. Ganz einfach. Holger fängt an auf dem Stuhl zu schlafen und Kai trinkt die Bowle mit der Schöpfkelle direkt aus dem großen Kübel. Und eine kleine, feine Stimme aus einem wenig genutzten Bereich meines Hirns sagt mir, das mein Wecker am nächsten Tag um 0950 Uhr klingeln würde, da ich zum Senioren-Wettkampf der Feuerwehr mußte. Ich schnappte mir als den Holger, der sich erst ein wenig wehrte und wir traten den Heimweg an. Dummerweise war es sehr windig und jemand hatte Baustellenschilder die ganze Blumenau hoch aufgestellt. Jedes mal wenn nun Holger an solch einem Schild vorbei ging, verdichtete sich der Wind zwischen ihm und dem Schild und es fiel um. Und das ist die Wahrheit, ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen! und versuche keinesfalls jemanden zu decken!

Der Wecker klingelt und ich wusste, das ich keinen Red Bull hätte trinken sollen. Ich fühlte mich wie aus dem Schleudergang geworfen. Zu allem Überfluß mußte ich dann noch Höchstleistungen beim Üben und beim anschließenden Wettkampf vollbringen. Mein Körper wurde an seine Grenzen gebracht. Gut die Grenzen waren sehr niedrig, da ich sie künstlich, mit erhöhter Zufuhr von diversen alkoholischen Getränken herabgesetzt hatte, aber ich erschrak doch sehr. Als erster Vorsatz wurde festgesetzt das mehr Sport getrieben werden mußte. Leider konnte ich mich wenige Minuten später nicht mehr daran erinnern, da ich schon wieder Bier trinken mußte. Ja, ich wurde gezwungen. Nach dem Wettkampf wurden üblicherweise Meter geholt und jedes Mal wenn ich mich für antialkoholische Getränke meldete wurde ich übersehen.

Da fehlt nur noch der Chuck Norris Fakt: Wäre Chuck Norris Musiker würde er keinen Grammy gewinnen. Er würde einen Kilogrammy gewinnen!


Wonnemonat Mai

03/05/2007

Der Wonnemonat beginnt und die arbeitende Bevölkerung hat dafür vom Vater Staat einen Feiertag geschenkt bekommen. Ursprünglich fand an diesem Tag Demonstrationen statt, an dem die Arbeiter einen 8-Stunden-Tag forderten und ihn wohl auch irgendwann bekamen. Nachdem sie mit Knüppeln nieder geschlagen wurden. Auch heute ruft der DGB noch zu Demonstrationen auf ,zu denen einige Verrückte auch noch hingehen. Wer gerne mehr darüber erfahren möchte liest sich die Geschichte des 1. Mai durch. Aber den Großteil der Bevölkerung schert sich darum einen feuchten Kehricht. Weder wer für den Tag gestorben ist, noch was er überhaupt bedeutet. Wichtig ist nur eins: Feiertag, gleichbedeutend mit einen Tag mehr um sich ordentlich die Mütze zu zuknallen. Zu meiner Schande muß ich mich auch dazu zählen. Davon mal abgesehen hat man ja eh nicht genug zu lachen, wenn man erstmal arbeiten geht und dann sollte man den ”Tag der Arbeit“ auch mit Freizeit und seiner Lieblingsbeschäftigung verbringen und nicht bei Demonstrationen seinen Tag verbringen, um später vielleicht noch einen Knüppel auf dem Kopf kaputt gelascht zu kriegen, den man anschließend wahrscheinlich noch bezahlen muß. Schüler sollten allerdings trotzdem in die Schule müssen und Lehrer auch, denn was die machen, kann man eigentlich keine Arbeit nennen. Praktischerweise fiel der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Dienstag. Da bot sich der Montag als Brückentag an, welcher wahrscheinlich auch von 80% der Bevölkerung genutzt wurde. Für den normal agierenden Bürger bedeutete das, das er die Nähe von Geschäften und Supermärkten an dem Montag meiden sollte, denn die ganzen Hammerkranken waren wieder unterwegs. Oder aber man hat die Doppelläufige Schrotflinte im Anschlag.

Und man konnte viel besser den Abend nutzen in dem man sich ein paar Hefe-Weizen rein feuerte und den Grill schon mal Saures lernen. So sah ungefähr meine Abendplanung aus. Früher hatten wir ja immer den 1. Mai direkt als Ballertag genutzt, aber dank der Zunahme der arbeitenden Bevölkerung in unserer Clique wurde der Tag kurzer Hand auf den 30. April verlegt. Eigentlich gar nicht so verkehrt. Schade nur, das unsere Truppe arg zusammen geschrumpft ist. Steini war in Frankfurt, Christian und Sabrina in Fulda, Fabian mußte für die Prüfungen lernen, also blieben nur noch Andre und Nadine und David und Ellen (Irgendwie sie das immer komisch aus, wenn man Pärchen aufzählt). Ach ja, Hannah, die kleine Tochter von David und Ellen, darf nicht vergessen werden. Aber sie zählt noch nicht so zu den Weizenkonsumenten. Noch nicht.
Der aufmerksame Leser wird schon festgestellt haben, das ich als Getränk des Abends das eisgekühlte Hefe-Weizen auserkoren haben. Da wir eh auf der Terrasse saßen und somit permanenten Zugriff auf einen Kühlschrank hatten, konnte e man durchaus zu dieser sehr leckeren Alternative greifen. Außerdem sprang Andre auch auf den Hefe-Zug mit auf. Nur der David mußte wieder aus der Reihe tanzen und heilt sich an sein Stammgetränk. Jim Beam Cola. Seit Glashauszeiten, an die ich nicht mehr denken möchte, nicht mehr mein Getränk. Nun gut, ich organisierte mir also eine halbe Weizenkiste. Die würde vollkommen ausreichen für den Abend. Schließlich fingen wir erst um 1600 Uhr an. Zu aller Sicherheit und vor allem für die Angst nahm ich noch eine angefangene Falsche Havana Club mit. Ja, so was besitze ich auch. Ich trinke nicht immer alles sofort aus. Auch wenn ich noch so einen Nachdurst habe.

David und Ellen holten mich also um kurz vor 1600 Uhr ab, was auch nur minimal später war, als der vereinbarte Termin. Sie mußten aber auch noch ihr gesamtes Auto voll packen mit Klamotten. Ich staunte nicht schlecht was man alles für Sachen mit nehmen kann, wenn man ein kleines Kind hat. Da sah ich mit meiner halben Kiste Weizen, meinem CD-Player, einem Jutebeutel mit Fleisch, Ketchup, einer angefangenen Flasche Havana und einer CD recht alt aus. Aber irgendwie stopfte ich das Zeug noch in den Kofferraum und meinen Schatz die halbe Kiste Weizen nahm ich auf den Schoß. Der Blick rutschte immer leicht auf die Uhr, da ein großes sportliches Ereignis bereits lief und im letzten Drittel war.

Als wir dann ankamen, wurde das gesamte Auto entleert und plötzlich war Platz. Ich mußte erneut staunen, wie viel Platz Sachen für Babys wegnehmen. Das was neu geborene Menschen weniger an Platz benötigen, brauchen dann die Utensilien, die für sie benötigt werden um das zehnfache. Nun wurde noch schnell das erste Hefe organisiert und dann machte ich es mir vor dem TV-Gerät gemütlich. Deutschland spielte im letzten Drittel gegen die Slowakei. Als ich anstellte stand es 2:1 und ich war noch frohen Mutes. Leider bekamen wir noch weitere drei Buden rein und der Endstand lautete 5:1. Ein Ergebnis, welches absolut nicht die Leistung der deutschen Mannschaft wieder spiegelte. Aber genug geärgert. Das Hefe war eh alle und ich mußte mal an die frische Luft.

Draußen mußte ich feststellen, das ich der Einzige war, der das erste Getränk schon beendet hatte. War mir aber egal, da Andre eh bald nachziehen würde und als ich den Weg in den Keller antrat, rief er mir schon zu, das ich auch für ihn Nachschub mitbringen sollte.

Die erste Grillrunde ließ ich dann erstmal aus, weil ich irgendwie noch gar keinen Hunger hatte. Dafür rückte ich gleich nach vorne bei der nächsten Weizenrunde und überholte den Andre, der während des Essens wenig Zeit zum Trinken hatte, da er gleichzeitig noch den Grill überwachen mußte, der mittlerweile Temperaturen angenommen hat, die sonst nur in der Nöhe der Sonne vorzufinden sind. Sagen mir mal so, es war ihm Möglich ein Steak innerhalb von drei Minuten zu zu bereiten. Also komplett zu braten, so das es auch schmeckte. Dünne Baulappen waren halt dementsprechend schneller fertig oder eben verbrannt auf der einen Seite. Der Fachausdruck dafür lautet: Afrika. Schmecken aber auch und man die Dinger bestimmt prima als Fleischchips verkaufen. Es gibt Leute die stehen auf so was.Nach der ersten Grillrunde folgte eine weiter Trinkrunde. Erwähnte ich schon, das ich die erste Grillrunde verpasst habe, weil ich im Keller war und Bier geholt habe ausfallen lassen habe? Aber dafür führte ich die Highscore bei den Getränken an. Andre ließ mal nebenbei fallen, das er auch noch einen Schnaps im Keller hätte. Den lehnte ich dankend ab und verwies auf eventuell nach dem Essen, aber auch nur wenn er eiskalt ist. Komischerweise werden bei meinen Sätzen immer die Wörter ”vielleicht“ oder ”eventuell“ gestrichen. Andre sah es also als gesetzt an, das ich später einen Korn trinken würde. Nun gut, wenn er denn schön kalt ist, dann kann man das Zeug auch gut trinken. Und die durchsichtigen Sachen sieht die Leber ja auch nicht. Vorher mußte aber noch einiges an Hefe-Weizen konsumiert werden. Zum Glück brauchte ich keine Strichliste zu machen, denn ich wusste ja, das ich 10 Stück mitgenommen hatte. Eine kurzer Blick auf den Inhalt des Kühlschranks bestätigte meine Vermutung. Halte ich die derzeitige Trinkgeschwindigkeit bei, dann war es schlauer Schachzug den Havana mit zu bringen.

Die zweite Grillrunde stand an und diesmal war ich auf jeden Fall dabei. Doch andre hatte leichte Schwierigkeiten den Höllenfeuergrill wieder in Gang zu bringen. Normalerweise bin ich ja nicht so ungeduldig, doch die ganzen Hefe-Bestandteile in meinem Bier schafften nicht mehr das Loch in meinem Magen zu stopfen. Als es dann endlich los ging, bekam ich dann aber auch gleich den Steak-Doppel-Decker serviert. Dazu ein wenig Brot und ich war erstmal zufrieden. Das dritte Stück Fleisch aus meiner Packung verdiente den Namen Steak nicht. Es war ungefähr so groß wie ein Stück was manche als Gulasch kenne. Dafür teilte ich mir dann das vierte und letzte Stück mit David, der seine Klamotten schon vertilgt hatte.

Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit und es wurde schnell recht kalt. Zu kalt um noch kaltes Bier zu trinken. Aber da ich gerade einen eiskalten Korn getrunken hatte, entschloß ich mich ein weiteres Weizen zu trinken. Der Zähler war unverständlicherweise auf die Zahl neun vorgerückt. Leider kann ich mich nicht daran erinnern, das ich so viele Weizen getrunken hatte. Und was viel schlimmer war, ich war der deutschen Sprache noch mächtig und kann mich an alles erinnern. Normalerweise sollte man nach 4,5 Litern Hefe-Weizen schon fließend englisch sprechen können oder zumindestens das Gefühl haben es zu können, auch wenn die Wörter die den Mund verlassen erst noch in ein Wörterbuch aufgenommen werden müssen, sobald deren Bedeutung entschlüsselt wurde. Doch nichts dergleichen passierte. Ich tat einen letzten verzweifelten Schritt. Ich ließ das letzte Weizen aus und begab mich an den Konsum von Havana Club. Wäre da nicht die erwähnte Kälte. Denn kalte Havana Mischungen schmecken auf bei kalten Wetter nicht richtig gut, außerdem rebellierte mein Magen ein wenig, was ich auf den Fleisch Schock zurückführen kann. Zu viel Fleisch, für einen Magen, der auf die Verarbeitung von vorwiegend flüssiger Nahrung eingestellt war, kann in einigen Aussetzern enden. Da allen anderen auch kalt wurde verlegten wir also nach drinnen, wo mir das gesamte Ausmaß des von David konsumierten Jim Beam erst bewusst wurde. Er tanzte umher und war schlicht und einfach stramm. Schön ihn mal wieder so zu sehen. Die deutsche Sprache gehörte nicht mehr zu seinen großen Stärken, was die gesamte Sache noch extrem verlustigte.

Doch die Uhr rückte auf 0200 Uhr vor und die Eltern, besser gesagt Ellen, dachten an, das es nun besser wäre, wenn wir nach Hause fahren würden. Ich war auch dafür, denn die Kälte wollte meine Knochen nicht verlassen und trotz erhöhten Havana Konsum wollte sich der Rausch nicht einstellen. Ich machte mir zum ersten Mal ernsthafte Gedanken. Die Rückfahrt war schnell vorbei, denn der Weg von Immingerode nach Westerode ist ja nicht weit. David hat es dennoch hin bekommen in das Reich der Träume zu entgleiten. Beim Aufwachen war er dann komplett verwirrt. Er wusste wohl noch das er im Auto war, aber nicht mehr wo wir hin gefahren sind. Klasse, selten so einen super Auftritt gesehen. Ellen hat dann Hannah geschnappt und ist ins Haus gegangen, doch David und ich hatten noch nicht genug. Finke hatte ja auch noch eine kleine Ballerei in seinem Keller gestartet und da wollten wir noch vorbei gucken. Leider war nichts mehr los und wir mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Was dem David wohl ganz recht kam. Komischerweise wurde ich plötzlich wieder munter, aber trat trotzdem den Heimweg an. Am folgenden Tag, wollte ich ja auch noch richtig einen Trinken.

Wir trafen uns um 1000 Uhr am ”Tag der Arbeit“. Und ich muß zugeben, das ich erstaunlich fit bin. Fitter jedenfalls als sonst. Denn sonst ging die Nacht auch jedesmal bis mindestens 0400 Uhr. Gemeinsam mit Christian bin ich immer den Vorabend vom 1. Mai um die Häuser gezogen. Doch meine Verfassung vom Vorabend ließ das in diesem Jahr nicht zu, ansonsten wäre ich ja mit David noch durch gestartet, denn Christian war ja nicht da. Also fand ich mich um 1000 Uhr bei Schnitzel ein um festzustellen, das ich wohl einer der wenigen war, die in guter körperlichen Kondition waren. Der Großteil hatte wohl am Vorabend bei Florian die Tassen Flaschen hoch leben lassen und sich ordentlich die Kante gegeben. Wenn ich eine grobe Schätzung abgeben sollte, dann führte die Riege der Strammsäcke vom Vorabend der Porno an. Der sah jedenfalls am beschissensten von allen aus. Danach kam Schnitzel. Der sah zwar einigermaßen normal aus, dafür war seine geistige Verwirrung im fortgeschrittenen Stadium. Erst vergaß er den Schlüssel zu der Garage, wo das Bier lagerte. Ein Fehler der kaum wieder gut zu machen war. Und der Zorn Durst der Anwesenden war schon recht groß. Dann drehte er um und kam zurück, mit einem Schlüssel in der Hand. Allerdings mit dem Falschen. Ich wunderte mich woher die ganzen Leute so schnell die Mistgabeln und die Fackeln hatten und Schnitzel bestimmt auch. Beim dritten Versuch hatte er dann aber den richtigen Schlüssel dabei und wir konnten die Kisten raus schleppen, in den bereit gestellten Bollerwagen. Muß ich es extra hinschreiben oder kann sich jeder vorstellen, was meine erste Aktion war, nachdem das Bier von den Anderen von mir raus geschleppt wurde? Um der Vollständigkeit halber gebe ich zu, das ich mir sogleich eine Kanne aufgerissen habe. Und anschließend lachte ich Porno aus, der sich eine Cola aufmachte. Ein großer Fehler, den er noch Jahre später bereuen wird.

So zogen wir also los um den Euzenberg zu erklimmen. Ich Jemand nölte schon rum, das der Weg ganz schön weit wäre und obendrein noch ziemlich steil, aber der Großteil wollte nicht auf mich den Jemand hören. Ich blieb still. Die erste Pause kam nämlich schneller als erwartet. Keile-Günther wollte sich noch einen Pullover holen und murmelte dabei etwas von sanitären Einrichtungen in seinen nicht vorhandenen Bart. Nachdem dann also der nötige Toilettengang vollzogen war Pullover geholt wurde setzten wir unsere Wanderung fort. Immer den Bollerwagen am Hacken, denn der fuhr leider nicht alleine auf den Euzenberg rauf. Ich gab mir zwar alle Mühe ihn so schnell wie Möglich leer zu bekommen, aber so richtig kam ich nicht vorwärts. Auf der Rückfahrt wird er bestimmt leichter sein. Da war ich mir ziemlich sicher. Wir durchquerten das neue Gewerbegebiet von Westerode und kamen nach mehreren Pausen auf dem Euzneberg an. Das es anstrengend war brauche ich hier ja keinem zu erzählen. Wer es mir nicht glauben will, der ziehe bitte einen mit Bier beladenen Bollerwagen ,den Euzenberg hinauf. Wir waren sogar recht pünktlich oben und warteten nun auf den Kai. Der hatte nämlich versprochen um kurz nach 1130 Uhr den Grill nach oben zu fahren. Warum er nichts trinken wollte? Er wollte lernen, da er ein paar Arbeiten schrieb. Hat sich das Gelächter beruhigt, dann kann ich ja fortfahren. Kai kam aber nicht zum Euzenberg hoch und diverse Telefonanrufe bestätigten dann unsere Vermutung. Er hat erst seine Freundin nach Hause gefahren und dann ist er erst losgefahren um uns den heiß begehrten Grill zu bringen. Weiß er eigentlich was er da angerichtet hat? Man stelle sich eine Horde Männer und Porno vor, die total schmachtig sind, weil sie nichts anständiges frühstücken konnte, da der Brechreiz von dem vorangegangen Abend noch zu groß war. Diese erwähnten Männer haben dann auch noch leicht einen im Kahn und vor allem Schmacht. Ich sah Porno schon an den eingeschweißten Steaks knabbern. An Kai’s Stelle würde ich den Grill schon auf der Fahrt an machen, so das binnen kürzester Zeit die Steaks fertig gebraten werden können. Oder ich würde den Grill einfach während der Fahrt (ca. 100 km/h) aus dem Auto schmeißen, so daß die schon im voraus geworfenen Steine und Baumstämme das Auto verfehlen. Doch nichts dergleichen passierte. Er kam nicht nur zu spät, nein, er machte auch noch dumme Witze. Von wegen, das er schon Mittag gegessen hätte und deswegen zu spät dran war. Und ich dachte das Dümmste was jemals jemand gemacht hat, war Chuck Norris zu sagen, das der Roundhouse Kick nicht die beste Art wäre jemanden zu treten. Dieser Jemand wurde übrigens nie wieder gesehen. Es wird vermutete, das er durch einen Roundhouse Kick in ein Paralleluniversum befördert wurde. Ähnliches sollte auch jemand mit Kai machen, aber wir konnten Porno dann mit dem Zuwerfen von Weißbrot ablenken, so daß Kai weiterhin unbeschadet umher stehen konnte. Als wir anfingen ihn zu schubsen zog er wieder seine Masche mit dem verletzten Knie ab. Ich glaube da ja nicht so richtig dran und hoffe mal auf einen Zwischenfall, wo er es dann tatsächlich wie früher belasten wird. Nicht das da irgendetwas in Planung wäre.

Der Grill lief und das Grillgut war dann schneller fertig als geplant. Dank Windstärke 12 auf dem Euzenberg glühte die Kohle wie in einem Stahlofen. Die Würstchen waren also von außen wunderbar kross und schwarz dunkel und von innen, wie nicht anders zu erwarten kalt. Aber das schockte uns nicht, da wir froh sein mußten das wir nicht schon am Grill geknabbert haben. Die Steaks die im Anschluß über der offenen Flamme geröstet wurden schmeckten dann aber eine Ecke besser.

Immer eine Auge auf die Bier Reserven habend traten wir auch bald den Rückzug an. Was mich sehr überraschte, denn ich plante den Abstieg gegen 1400 Uhr, da ich noch zu Friede kommen sollte. Es wird gemunkelt, das es da auch noch Bier geben würde. Und solchen Gerüchten gehe immer gerne auf den Grund. Der Abstieg verlief dann planmäßig gegen 1300 Uhr. Allerdings war nun der Alkoholpegel schon arg angestiegen. Soll bedeuten, das die Pausen zahlreicher wurden und sich nun bei jeder Pause auf den Asphalt gelegt wurde. Ich ja nicht, da ich ja diese Spiele schon bei der Bundeswehr durch hatte. Zivis kennen so was ja nicht. Kurz nach meiner Entlassung konnte ich nicht normal spazieren gehen, da ich bei jedem Stop einen Hechtsprung in einen Graben oder hinter einen Busch machte um die Gruppe gegen Feindfeuer abzusichern. Ein weiterer Grund warum ich ungern spazieren gehe. Ich warte also nur darauf, bis die ersten kranken Gedanken die Köpfe verlassen würden. Aus Erfahrung wusste ich, das irgendwann jemand auf die Idee kommen würde mit dem Bollerwagen, die leicht abschüssige Straße vom Euzenberg runter sitzend auf dem Bollerwagen zu fahren. Nach der ersten Kurve war es dann soweit. Vollmer machte den Anfang, kniff aber nach den ersten paar Meter. Danach kamen Porno und Görtler und es sah schon wirklich gut aus. In weiser Voraussicht sicherte ich mir rechtzeitig ein paar Bier. Doch auch die Beiden packte irgendwann die Vernunft. Immer zur falschen zeit. Also bleib es vorerst beim normalen Rückmarsch.

Doch wir sollten ja noch durch das neue Gewerbegebiet kommen. Ein sehr verlockendes Plätzchen mit all den herumstehenden Verkehrspylonen. Die ersten wurden einfach nur durch die Gegend geschossen. Bis dann die ersten Straßenlaternenpfähle kamen. Noch ohne Lampe drauf. Nun wurde geworfen was das Zeug hielt. Wer es schaffen würde, das Hütchen auf dem Laternenpfahl zu positionieren, der würde was gewinnen. Was war unklar, aber auf jeden Fall hatte er unser aller Respekt. Während sich die anderen also am Pfahlwurf übten, nutze ich die Zeit um die Videofunkton meiner neuen Kamera zu testen. Sensationelle Filme. Bei Gelegenheit stelle ich die mal bei Youtube rein und veröffentliche mit ziemlicher Sicherheit vielleicht die Links hier.

Nach diesem kleinen sportlichen Intermezzo wurden alle sehr durstig. Man kann sich sicherlich vorstellen, das nun das Bier eine recht angenehme Temperatur angenommen hat. Jedenfalls falls man ein Fußbad mit Bier nehmen wollte. Zum Trinken war es definitiv zu warm. Ich wollte die Gelegenheit nutzen und gleich die Biege zu Friede machen, wusste ich doch das es dort gekühltes Bier geben würde. Aber ich wurde dann doch genötigt nochmal mit zu Schnitzel in den Garten zu kommen. Welcher recht schön ist und vor allem gute Baller-Qualitäten hat. Man ist relativ ungestört und muß zum entleeren der Blase nicht weit laufen. Schnitzel bereut bestimmt jetzt schon, das er uns dieses Paradies gezeigt hat. Ich gebe mal eine vorsichtige Schätzung ab,l das in diesem Sommer des öfteren der Nolten’sche Garten in Beschlag genommen wird. Und sei es nur von Porno, der ungestört trinken will der ja eh öfter bei Schnitzel ist. Spontan fällt mir jetzt Vatertag ein. Sollte danach noch etwas vom Garten über sein.

Der Grill wurde wieder angefeuert und die Stichflamme konnte man bestimmt vom Mond aus sehen. Vielleicht wird sie bei der nächsten Aktualisierung von Google Earth mit übernommen. Keine Angst also, das war weder eine Feuerwalze noch Chuck Norris, der sich gerade eine Zigarre angesteckt hat, das war nur der Grill vom 1. Mai, bei Schnitzel im Garten. Ich leerte also schnell mein Bier, welches nun aus der Garage kam und ansprechende Temperaturen hatte und verlegte meine Position zum Friede.

Dort angekommen wurde schnell die ersten Flaschen geköpft und der Grill angefeuert. Nachdem dann die zweite tägliche Ration an Fleisch verputzt wurde gingen wir nahtlos zum Bier trinken über. Doch der Tag forderte schon seinen Tribut. Meine Trinkgeschwindigkeit hatte schon stark nachgelassen, denn Friede war immer sehr schnell fertig. Nun ist er schon ziemlich schnell am Glas und ich im normalen zustand nicht der Schnellste. Man könnte jetzt sagen, das ich ein Genießer wäre, aber das wäre schlicht weg gelogen. Ich mag es einfach nicht mir das Bier einfach nur rein zukippen. Ein wenig Kultur muß schon dabei sein. Außerdem kann man Magen nicht so schnell verdauen. Was man nicht meinen sollte, wenn man meine Figur betrachtet. Nach dem Essen haben wir dann Tischerücken gespielt. Die Temperaturen waren schon recht warm, allerdings nur in der Sonne. Kam der Schatten rum fröstelte es einen sehr schnell. Da ich aus Fehlern lerne, wollt eich nicht wieder in den Zustand vom Vorabend zurück fallen und wir wanderten mit dem Tisch der Sonne hinter her. Im Nachhinein war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Denn in der Sonne knallt das Bier gleich nochmal so gut rein. Ich selbst merkte wie mir die Zunge leicht schwerer wurde. Und als dann die Unterhaltungen auf Englisch wieder los gingen, merkte Friede es auch. Gerade bei Wörtern wie ”such“ oder in ganzen Sätzen wie ”Such a Frechheit!“.

Die Uhr zeigte nun 1900 Uhr und es wurde langsam Zeit den Heimweg anzutreten. Ich mußte ja am Folgetag wieder arbeiten und wenn ich dann bis in den späten Abend hinein mir die Mütze zuknalle, dann kann ich morgen auch einen Schimpansen an meinen Arbeitsplatz setzten. Der würde mit Sicherheit mehr schaffen.

Doch so einfach nach Hause gehen ging nicht. Jedenfalls nicht für mein Gehirn. Das befahl in einem Anflug von Suizid den Beinen in Richtung Schnitzels Garten zu gehen. Vorher wurde aber abgebogen zu Jennifer in den Garten, denn dort saßen die Mädels und feierten 1. Mai. Ende vom Lied war, das ich noch zwei Bier trank und Schnitzel, Porno, Florian und Tobias beim Fußball spielen zu guckte. Dabei konnte man wieder das Phänomen beobachten, das Männer komplett schmerzfrei werden, wenn Frauen dabei sind. Alle hatten einen im Kahn und dann kam noch der Ball hinzu, der in einer selbstlosen Aktion von Florian und Porno vom Nachbarn besorgt wurde. Die Frauen guckten also zu und die Männer versuchten Fußball zu spielen. Es wurde drauf gehämmert als würde das Leben davon abhängen. Trotz Warnungen der Gastgeberin wurde keine Rücksicht auf Fensterscheiben genommen. Insgeheim hoffte man ja, das eine oder zwei Fensterscheiben kaputt gehen würden. Wenigstens aber das Panorama-Dachfenster. Wäre es dreist jetzt hier zu schreiben, das leider nichts kaputt gegangen ist? Aber es war so. Dann wurde sich noch ein wenig gebalgt und ich setzte mich ab. Die Vernunft siegte dann doch über die Leber. Kommt selten vor, aber irgendwie hat das schlechte Gewissen einen guten Einfluß. Macht wenig Sinn, oder? Eigentlich wurde ja ein Kompromiß geschlossen. Ich gehe jetzt nach Hause und gebe dann am Vatertag dreifach doppelt so viel Gas. Für mich durchaus annehmbare Konditionen.
Die Nacht war eher unruhig und so auch mein Gemütszustand am nächsten Morgen. Die Unlust machte sich breit und als ich mein Gesicht im Spiegel sah, wunderte ich mich woher ich die Sonnenbrille mit roten Gläsern in meiner Stärke hatte. Ach, das war gar keine Sonnenbrille. Ich hatte einen Sonnenbrand im Gesicht. Aber was für einen! Ich sage nur RAL 3001. Ich erspare es mir hier die Sprüche aufzulisten, die mir auf der Arbeit präsentiert wurden.

Übrigens, Chuck Norris ist schon mal auf der Sonne gelandet, weil er wissen wollte, wie hoch er seine Fußbodenheizung drehen kann!


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