Probleme nach dem Blutverlust

Freitag. Seit längerer Zeit liegt mal nichts an. Was macht man denn nun? Doch dank der modernen Kommunikationsmedien, wie Skype, braucht man nur kurz online zu gehen und schon kriegt man von Porno gesteckt, das es Abends wohl auf eine Fete in das Schützenhaus geht. Doch was vorher abgehen sollte, darauf wusste er keine Antwort, hinterließ aber ein Versprechen, das er das noch in Erfahrung bringen würde. Er müßte nur noch den Schnitzel erreichen, der aber nicht ans Telefon ging. Für Porno kam das schon einem Super-GAU gleich. Er stellte nun verschiedene wage Vermutung auf, was denn Schnitzel so abhalten könne an das Telefon zu gehen. Die möchte ich hier aber nicht wiederholen, da mir am Freitag davon schon schlecht geworden ist. Für mich stand erstmal fest, das der Freitag nun doch nicht auf dem Sofa enden würde, wie erst befürchten mußte, sondern wahrscheinlich wieder in einer fiesen Ballerei enden wird. Gut, ich würde aber erstmal zum Training runter gehen und klären, wie denn die Pläne für das kommende Wochenende wären. Wir haben da ja an einem Samstag ein Spiel und danach sollte noch was gehen. Halt, falsch formuliert. Es muß danach noch was gehen. Außerdem halte ich ja immer noch an der Theorie fest, das, wenn man beim Sport zu guckt auch irgendwas für sein Körper tun würde und vielleicht trainieren ein paar Muskeln beim Zugucken schon von alleine. Die von mir gestartete Testreihe läuft nun schon seit Jahren, allerdings muß ich verschiedene äußere Einflüsse berücksichtigen, daher dauert die Veröffentlichung noch ein paar Jahrzehnte.

Ich begab mich also auf direktem Wege zum Sportplatz ohne vorher Bier zu mir genommen zu haben. Huch, welch mutiges Unterfangen. Doch ich war mir sicher und wollte es einfach mal riskieren. Außerdem hatte ich ein wenig Bedenken, das ich durch den akuten, bewusst herbei geführten Blutverlust am Donnerstag nicht so standfest sein könnte, wie man es sonst von mir gewohnt ist. Daher hielt mich an den Leitspruch ”Immer langsam mit den jungen Blutkörperchen“. Auf dem Weg zum Sporthaus erreichte mich dann auch der Anruf von Porno, der mir mitteilte, das er immer noch nicht wisse, was denn vorher abgehen würde. Es wäre nur klar, das es noch zu der Party gehen würde. Gut, das mußte erstmal als Grundinformation reichen.

Beim Training angekommen dachte ich es wäre eine gute Idee erstmal in der Kabine vorbei zu gucken, denn es hätte ja sein können, das schon ein paar Frühaufhörer da sind, mit denen man ein kleines Schwätzchen halten könnte. War aber Fehlanzeige, dafür stand eine Kiste Bier auf dem Tisch. Und wie provokativ sie da auf dem Tisch stand. Als wolle sie sagen: ”Komm, nimm Dir eine Flasche. Ich bin gut gekühlt und Du willst es doch auch!“ Nach einem kurzen Streitgespräch, griff ich dann zu. Ich ignorierte die imaginären Stimmen (Hoffentlich!) geflissentlich und machte mir trotzdem eine Flasche auf. Immerhin war es schon 2015 Uhr und mein Körper war schon total verwirrt, das noch keine Gerstenkaltschale zugeführt wurde. Nachdem ich dann meinen Durst gestill habe, fiel mir auf, daß das Auto von Christian fehlen würde. Ein Telefongespräch später, stellte heraus, das der feine Herr Trainer in Fulda geblieben ist. Also kam er wohl nicht mit zur Party an dem Abend. Auf der anderen Seite hat er mich erstmal nach Fulda eingeladen. Da ich aber nun schon ein Pils getrunken habe konnte ich nicht mehr fahren und wir befanden uns in einer Sackgasse. Wir vertrösteten uns gegenseitig auf den kommenden Samstag und ich wartete weiter auf das Ende des Trainings.

Was dann auch kam und die Pläne für den kommenden Samstag wurden komplettiert. Man einigte sich darauf, das beim Essen nur die Mannschaft ohne weibliche Begleitung sein sollte. Mir war das total egal, da ich eh keine weibliche Begleitung habe. Das hatten die Vergebenen entscheiden müßen und komischerweise wurde die Entscheidung recht schnell gefällt. Aber das lasse ich hier mal ohne Wertung stehen. Anschließend wird der Weg wohl im Glashaus enden. Ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupten würde das ich nicht total heiß auf das kommende Wochenende bin. Somit konnte der heutige Abend auch nicht Scheiße werden. Und die dritte Kanne wurde wie durch Zauberhand geöffnet. Sämtliche Warnungen die ich mir vorher gesetzt haben wurden in dem Euphorietaumel ignoriert und der gewohnte Betrieb der Bierpumpe hat eingesetzt. Die einzelnen Organe haben sich schon Sorgen gemacht und hatten schon ein Schriftstück aufgesetzt. Welches sie jetzt natürlich zerreißen konnte. Manchmal ist Geduld eine Tugend.

Da alles geklärt war konnte ich mir nun Gedanken um das Abend-Programm machen. Schnitzel war nun endlich mit was auch immer fertig und gab bereitwillig Auskunft. Wie schon erwähnt, Geduld ist eine Tugend. Porno wird immer gleich hibbelig wird, wenn er um 1500 Uhr noch nicht weiß, wo er sich am Abend die Mütze zuknallen kann. Das erinnert mich an einen jungen Mann, der früher ähnlich drauf war. Wenn mir nur der Name einfallen würde? Vielleicht später! Das Vorballern wurde ins Feuerwehrhaus verlegt. Geplant war es wohl bei Walters im Keller, aber aus unerfindlichen Gründen saß man nun im Feuerwehrhaus. Habe ich persönlich nichts gegen, denn Bier gab es ja dort auch. Und eventuell würde ich ja noch spontane Lust auf ein Hefe bekommen. Als ich auf das Feuerwehrhaus zuging wusste ich schon alleine durch die Geräuschkulisse, das Philip und Kai wieder auf Hochtouren liefen. Wenn die zwei sich unterhalten oder jemandem etwas erzählen wollen, dann steigt der Lärmpegel drastisch an. Er wird nur übertroffen durch ein MG3 welches direkt neben dem Ohr abgefeuert wird. Ich glaube die Eltern von den Beiden können nur noch mit Gehörschutz zu Hause rumlaufen.

Die Entscheidung auf Weizen umzusteigen hatte sich beim Betreten des Feuerwehrhauses schon erledigt, denn die Kiste Bier stand einfach näher dran. So wurde also noch ein paar weitere Biere dem Magen zugeführt. Ich hatte aber auch echt scharf zu Abend gegessen und hatte einen unglaublichen Brand. Und Durst sollte man ja in unserer Hemisphäre ja nicht leiden. Als ich dann zum Abschluß auf meinen Deckel geguckt habe, scheine ich sehr scharf gegessen zu haben, denn mein Durst schien sehr groß gewesen zu sein. Nun muß ich zu meiner Schande eingestehen, das ich nicht mehr mit Gewissheit sagen kann, wie viele Striche ich auf meinem Deckel hatte. Aber es waren auf jeden Fall über fünf. Der Überraschungsmoment hielt aber nicht lange an, denn Thomas kam von der ersten Fuhre schon zurück und wollte uns dann Schützenhaus fahren. Mit den Worten das es noch sehr voll ist und wir auf jeden Fall anstehen müßten ließ er uns einsteigen. Na super, auf Anstellen hatte ich natürlich riesige Lust. Aber vielleicht lässt sich noch ein Alternativprogramm starten. Dennis, der ältere Bruder von Philip und Kai, mußte nochmal zur Tanke und schon waren wir da. Und mußten anstehen. Da darauf aber keiner so richtig Bock hatte, machte ich den Vorschlag, nochmal auf das Frühlingfest zu gehen, welches ja eh um die Ecke war, und dort sich an ein bis zwei Bierchen gütlich zu tun. Dennis war sofort dabei und wir schliffen den Philip kurzer Hand einfach mit. Nach der ersten Runde schloß sich der Porno noch an. Er kann ja auch Bier auf drei Kilometer gegen den Wind riechen. Soll er man machen.
Da es aber mittlerweile schweinekalt geworden ist und die Schlange vor dem Schützenhaus ungefähr drei Ǻngström weiter nach vorne gerückt ist, haben wir dann einfach Mal ins Ambiente verlegt. Das war zwar nicht unbedingt um die Ecke und es war nicht viel los, aber es war überdacht und hatte Türen die schlossen. Also bleib die Kälte fein draußen. Da ist es am Besten mehr Kälte von Innen nach zulegen in Form von gekühltem Bier. Es war zwar Warsteiner, aber in der Not frißt der Teufel ja auch Fliegen. Dennis bestellte erstmal ohne zu fragen die erste Runde Bier. Nicht das ich ihm jetzt böse wäre, im Gegenteil, ich war ihm sehr dankbar, aber als dann die Bedienung mit vier großen Gläsern um die Ecke kam, mußte ich schon ein wenig schlucken. Wie schon erwähnt war es ja Warsteiner, welches nicht unbedingt mein favorisiertes Bier ist, aber halbe Liter sind schon eine Menge Holz. Egal, rein damit und sich nicht beklagen. Dafür sorgte dann schon der Porno, der sich dachte er müsse eine Runde Jägermeister zwischen schmeißen. Langsam zweifelte ich an seinem gesunden Menschenverstand. Nicht das ich schon mit dem halben Liter beschäftigt war, nein, jetzt durfte ich mein System auch noch mit Jägermeister konfrontieren. Als wenn ich sonst keine Probleme haben würde. Aber auch der Jägermeister verschwand ohne Murren im Magen (und blieb auch dort). Der Schluckvorgang dauerte ja wie gewohnt ein wenig länger. Das Interessante ist ja, das dann alle Leute denken ich würde das ganze Zeug wieder hervor holen. Die Gesichter die dabei gemacht werden sind jedes mal sensationell. Leider kann ich mich nicht auf das Schlucken konzentrieren und dabei meine Kamera bedienen. Gefährlich wird es nur, wenn dann noch lustige Sprüche oder Witze erzählt werden. Denn wenn ich erstmal Lachen muß, dann könnte es schnell gefährlich werden. Man hört ja öfter Geschichten von Verätzungen die durch Jägermeister verursacht werden. Also Vorsicht! Der Jägermeister bleib aber unten und wurde kurze Zeit später schon von dem nächsten Halben Liter verdrängt. Folgende Überlegung ging meinem Handeln voraus. Wenn ich ganz schnell den Magen wieder mit anderen Sachen voll mache wird das dort vorhandenen schnell verdaut. Ich hoffe nur, das Jägermeister nicht oben schwimmt. Leider mußte ich dem Philip ein Wasser bestellen, da er mir mit eindeutigen Gesten signalisierte, das er kein Bier mehr trinken könne ohne sich zu übergeben. Ich schämte mich zwar ein wenig als ich der Bedienung Bescheid sagte, das ich statt vier großen Bieren drei große Bier und ein Wasser bekommen würde, aber was tut man nicht alles um Philip den Abend nicht frühzeitig zu versauen.

Die Zeit war reif, mal wieder die Fühler in Richtung Schützenhaus auszustrecken. Und siehe da, die Schlange war verschwunden. Gut, die Uhrzeit war schon fortgeschrittenen und die Rechnung, das etwas später weit weniger Los sein werde ging voll und ganz auf. So konnten wir uns ohne lange anstellen zu müssen gleich ins Getümmel stürzen. Und wir haben die Zeit nicht untätig rum gestanden, sondern weiterhin alkoholische Getränke in uns rein geschüttet und damit den Staat unterstützt. Jeder auf seine Weise. Im Innern des Schützenhauses war es recht übersichtlich. Und das lag nicht daran, das so wenig los war, sondern das die Anwesenden nicht gerade die Ältesten waren. Uns störte das nicht weiter, denn so kamen wir schneller an die Theke. Ab in den rückwärtigen Raum und sofort wurde die kleine Biertheke entdeckt. Ich glaube ich habe für so etwas einen Riecher. Nachdem ich mich dann mit Bier versorgt hatte, bleib noch genügend Zeit sich nach den Anderen die schon vorher sich in der überlangen Schlange angestellt haben Ausschau zu halten. Ging aber schnell, denn ich mußte mich nur umdrehen und schon hatte ich die Vögel vor der Nase. Da kann man mal erkenne, das es prägt wenn man in Westerode wohnt. Zu allem Überfluß Zum Glück kannte ich auch noch den jungen Mann, der an der kleinen Biertheke Dienst tat. Florian kam nämlich auch aus Westerode und versorgte mich bevorzugt mit Bier. So konnte der Abend ja nur gut werden. Bis mich dann ein langhaariger Bombenleger vollnaselte. Lange Haare hatte ich ja auch mal, deswegen wollte ich die Vorurteile wieder in das dunkle Loch sperren aus dem sie eben gerade hervorgekrochen sind. Aber der Typ schien irgendwas genommen zu haben, denn er erzählte mir irgendwas davon, das seine Großeltern auch aus Westerode kommen, er aber nicht wusste wo sie wohnen. Nachdem er mir dann ihren Nachnamen mitteilte, konnte ich ihm weiter helfen. Und wir tranken zusammen. Irgendwie muß ich auf solche total fertigen Typen immer den Eindruck machen, das sie mich jetzt und sofort vollabern müssen. Dabei ist es egal, ob gerade das Haus in dem man steht dem Feuertod geopfert wird oder ob man sich mit Jessica Alba unterhält. Hautpsache erstmal vollabern. Nicht das ich mich beschweren will. Ich bin dann aber auch zu gutmütig, als das ich das Gespräch einfach abwürge.

Kurze Zeit später entdeckte ich dann die Kathrin und die Heike und wurde gleich begrüßt. Und wo die Zwei sind da kann die Kerstin, mit ihren großen… auch nicht weit sein. Wir standen dann noch ein nett zusammen rum und da muß irgendwann der Zeitpunkt gewesen sein, an dem mir Kathrin von einer Fete erzählt hat, die sie wohl demnächst mal geben will. Aber wie das halt so mit Informationen ist, die man während des Bierkonsums mitgeteilt bekommt, werden die nicht richtig abgespeichert, da die gesamte Rechenpower für den Geschmacksgenußvorgang benötigt wird. Ganz einfach oder.

Die Uhrzeit raste quasi dahin und plötzlich streikte die Leber und verlangte nach härteren Sachen. Ich war soweit, das Hirn leistete quasi keinen respektablen Widerstand mehr und somit konnte ich auch Bacardi umschwenken. Aber die Erfüllung war es auch nicht . Obwohl die Bedienung, die nun um einiges besser aussah immer einen extra Schuß mit rein gab. Irgendwie muß ich etwas an mir haben, das die Bedienungen immer sehen, das eine normale Mischung bei mir nicht ausreicht. Oder unter jedem Tresen hängt ein Foto von mir. Was ich nicht hoffen wollte.
Später am Abend kamen dann noch ein paar Westeröder Mädels vorbei, doch daran kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern, da der Bacardi sein Werk zu tun verstand. Ich kann mich aber sehr wohl daran erinnern, das die Mädels fast alle recht gut dabei waren. Sie kamen von einer Disco irgendwo weit weg. Ich bin sogar ziemlich sicher, das sie mir den Namen und den Standort der Disco mitgeteilt haben, aber da war noch das alte Problem mit der Alkoholaufnahme während des Informationsflusses. Es hat aber soweit gereicht, das nun die große Aufbruchstimmung herannahte. Die Westeröder sind ja nicht dumm und haben im Laufschritt das erste Großraumtaxi genommen was da rumstand. Besser gesagt, haben wir einfach ein Taxi besetzt, das gerade angefahren kam. Der Fahrer fragte nervös nach einem Namen und mit einem lauten Ja sind wir dann eingestiegen. So schnell kann es gehen.

Da nun gewisse Leute, ich nenne sie jetzt mal Maren N., ein wenig viel getrunken hatten, hielten wir an dem Punkt in Westerode, der am weitesten von mir zu Hause weg ist. Klar, ich kann ja auch zu Fuß durch die Nacht latschen. Und wenn mich nun die bösen Entführer mitgenommen hätten. Bleiben wir realistisch. Ich kann ja auch mal zu Fuß gehen, macht mir nichts aus. Außerdem hatte ich noch bis zur Nathe-Brücke nette Begleitung von Julia und Patrick. Fängt man nun ein Thema an, welches man nicht zu Ende bekommt, wenn sich die Wege trennen, dann wird halt noch vor der Haustür weiter diskutiert. Hat man dann das richtige Thema drauf, kann das schnell ein wenig länger dauern. Für Patrick dauerte es dann wohl ein wenig zu lange, denn er kam dann auf die fixe Idee sich hinter einem Gebüsch zu verstecken und seltsame Laute von sich zu geben. Nachdem ich dann vor Lachen nicht mehr konnte, setzte ich meinen Weg nach Hause fort.

Ich wurde unsanft geweckt am Samstag Morgen. Dachte ich doch, das ich auschlafen konnte so gut es ging. Wenn nicht durch Kopfschmerzen oder Magenprobleme wird man dann halt durch frecherweise klingelnde Telefone geweckt. Dran war der Schnitzel, der unbedingt wissen wollte, warum ich denn nicht zum Frühjahrsputz ins Feuerwehrhaus kommen würde. Nach einem weiteren Versuch aufzustehen sagte ich ihm, das es schier unmöglich für mich sei die aufrechte Position einzunehmen. Ich dankte ihm nochmal sehr herzlich, das er mich geweckt hatte und konnte ihm das Versprechen geben so schnell wie möglich fit zu werden um dann den Grill zu bedienen. Ich weiß gar nicht warum ich immer so schwachsinnige Versprechen gebe, wenn ich am Vorabend voll wie tausend Mann war ein paar wenig getrunken habe. Irgendwie sind noch ein paar Synapsen umgeleitet gewesen. Mir wurde auch schlagartig bewusst, das der halbe Liter Blut der mir fehlte nicht so einfach durch Alkohol zu ersetzten ist. Lektionen lernt man nur auf die harte Tour. Aber ich gebe dem ganzen noch eine weiter Chance. Besser gesagt probiere ich die gleiche Vorgehensweise noch drei weitere Male aus, bis ich dann ein endgültiges Urteil fällen werde.

Ich schaffte es dann tatsächlich im Laufe der nächsten Stunde mich einigermaßen zusammen zu reißen und den hämmernden Schmerz in meiner Großhirnrinde zu ignorieren. Der Weg zum Feuerwehrhaus war schon recht anstrengend und noch erschreckender war das wunderbare Wetter, welches so gar nicht mit meinem Gemütszustand konform ging. Dank des nur laienhaft angemachten Grills bei der Feuerwehr, konnte ich aber mein Fehlen beim Frühjahrsputz wieder weg machen. Ich machte erstmal ein richtig schönes Kohlefeuer an und riskierte die Haltbarkeit meiner Haut, als ich nur mit einer mickrigen Gabel bewaffnet, die Steaks über der offenen Flamme zubereitete. Haare habe ich jetzt zwar keine mehr an den Händen, aber dafür eine gesunde krebsrote Hautfarbe. Mir angebotenes Bier lehnte ich dankend ab, denn ich mußte noch motorisierte Gefährte bewegen. Das Ausruhen kam an dem Vormittag auch zu kurz, denn am späten Nachmittag wollten wir für die Seniorengruppe der Feuerwehr üben Welches aber glücklicherweise dummerweise ins Wasser fiel, weil eine Hauptperson nicht abgesagt hat. Da saßen wir nun und wussten nicht was wir machen sollten. Plötzlich erschien ein heller Lichtblitz und ich hatte ein Weizen in der Hand, frisch aus dem Kühlfach. Die Anderen behaupten zwar ich wäre Singend zum Kühlschrank getanzt und hätte mir mit leuchtenden Augen das Weizen in das Glas gegossen, aber ich weiß nicht ob das alles verlässliche Zeugenaussagen sind. Da wird ja immer recht viel dazu gedichtete. Die Weizen schmeckten aber trotzdem recht lecker, da ist es auch egal, woher ich sie hatte. Und sie waren eine gute Vorbereitung für den kommenden Abend. Es standen nämlich noch eine JHV und ein Geburtstag an. Das eine war eine Pflichtveranstaltung und das andere hielt einen während der Pflichtveranstaltung am Leben.

Zunächst ging es also zur JHV vom Karnevals Verein. Man mußte ja bestätigen, das man weiterhin so bekloppt ist und im Elferrat bleibt weiterhin die Ehre annimmt und im Elferrat bleibt. Ich bot mich zusätzlich an, ein wenig die Bedienung zu machen. Man sollte auch mal kennen lernen wie es auf der anderen Seite des Tabletts ist und wenn der Zapfer nur auf einen selber hört (”Schneller, verführerischer die dunkle Seite sie ist. Aber stärker? Nein!“). Vor allem konnte ich Bier haben wann immer ich wollte. Doch die Probleme fingen schon an, als ich die Mehrzweckhalle betrat. Dabei sollte das jetzt nicht als schlechtes Omen gewertet werden. Bis zur Mehrzweckhalle nahmen mich freundlicherweise Gaudo und Nicole mit. Endlich mal wieder (Luxus-)Benz fahren. Im Innern erblickte ich zuerst den Schmierpopel. Gut, der Abend war also gelaufen. Jetzt kann ich mich also nur noch betrinken. Als nächstes kam dann das Tische aufbauen, auch wieder vom Elferrat zu erledigen. Da habe ich ja auch noch mitgespielt, in der freudigen Erwartung des kühlen Getränks, welches mich mit Sicherheit bald erwarten würde. Doch als ich dann die Theke betrat, war alles gerade mal angeschlossen. Dann wollen wir mal anfangen zu zapfen. Die Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. Es floß keine Kohlensäure in das Bier und es sah also aus wie eine frische Urinprobe. Das hatte ich nicht verdient. Aufgestaute Aggressionen wollten plötzlich nach oben und sich ihren Weg frei kämpfen. Nach endlosen Telefonaten kam dann die Rettung in Form von Klaus, der alles wieder zum Laufen brachte. Fazit: Faß kaputt und die CO2-Flasche wurde von einem uns bekannten Übeltäter auf die Seite gelegt. Ach ja, bevor ich es vergessen, Kai kriegt nochmal ordentlich den Hosenboden stramm gezogen. Vom gesamten WCC.

Das Bier lief nun also und die Versammlung konnte ohne Probleme fortgeführt werden. Zeitweise drohte vorher die gesamte Situation außer Kontrolle zu geraten, als schon Enthauptungen Löwentor von der Menge gefordert wurden. Zum Glück konnte der hauseigenen Schlägertrupp die Ordnung mit den Morgensternen aufrecht erhalten der Präsident die Menge mit seinen beschwichtigenden Worten beruhigen. Und als dann Martin Ehbrecht mit einem Faß vom Schützenverein um die Ecke kam, wurden alle wieder ein wenig ruhiger. Nur ganz böse Zungen behaupten, das ich der Rädelsführer des geplanten Aufstands war. Man muß sich aber mal vorstellen, das man eine ganze Versammlung voll von Reden und Berichten ohne Bier aushalten muß. Da ist es ganz verständlich das der Eine oder Andere zu drastischen Mitteln wie Heugabeln und brennenden Fackeln greifen will.

Auch ich bin nun ein weiteres Jahr in der Spaßfabrik gefangen und ärgere mich kein bisschen das ich wieder beim Elferrat dabei bin. Nein, ich wurde nicht gezwungen da zu schreiben (Überzeugend genug, Stefan? Der NICHT mit einer auf meinen Kopf gerichteten Waffe neben mir steht!). Scherz (und 9mm Handfeuerwaffen) beiseite. Es macht wirklich Spaß bei der Truppe mit zu machen, auch wenn es ein Arsch voll Arbeit jedes Jahr ist. Dafür hat man auch eine Menge Spaß. Außerdem haben wir jetzt Keile-Günther mit im Boot, was so viel bedeutet, das wir immer genügend Keile haben werden. Falls er mal dran denkt. Ansonsten ist der alte Haufen fast wieder zusammen gekommen. Ein weiteres Jahr voller Alkohol Spaß liegt also vor uns. Und der fing auch schon den Abend an. Überschwänglich von der Freude wieder im Elferrat zu sein, schoß ich sämtliche Warnungen mit einer gigantischen Kanone in den Orbit. Es wurde nicht mehr daran gedacht, das man einen halben Liter Blut kompensieren mußte oder an den beschissenen Zustand des Morgens. Es wurde nur noch an die nächste Runde gedacht. Die auch eine nach der andern kam. Ein weiterer Vorteil des Bedienens ist, das man bei Löwentorrunden vorerst außen vor ist. Vorerst! Denn sitzt man am Tisch wird man unweigerlich in den Kreis der Löwentorfraktion hineingezogen. Wehren hilft ja nicht, also ging dann noch ein paar Löwentor rein. Im Hinterkopf aber immer noch, die anstehenden Geburtstagsparty von Sabrina und Daniela.Nachdem dann einige Liter an Bier und ein oder acht Löwentor vernichtet wurden, setzten wir unseren Alkoholvernichtungszug Richtung der Party fort. Die sollte nämlich bei Vollmers in der Garage statt finden. Fand sie auch und als wir an kamen, waren noch reichlich Plätze frei. Die Uhr zeigte 2230 Uhr und ich hatte also noch einen Bierpuffer von einer guten halben Stunde, bis das Verlangen nach Havana laut wurde. Woher ich wusste, das es Havana gab? Ich brachte selber eine Falsche mit, in der weisen Voraussicht, das ich auch die eine oder andere Mischung mit zuführen wollte. Man ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Jedenfalls nicht doll. Aber zunächst wurde ein weiteres Bier geöffnet und die Begrüßungszeremonie wurde abgehalten. Bier Nummer zwei sollte dann das vorerst letzte sein.

Kurz darauf wurde mir ein weiteres Bier vor die Nase gehalten, welches ich mit den bedeutungsschweren Worten, das ab nun Havana dem Magen angetan wird kommentierte. Sogleich wurde mir das nötige Operationsbesteck in Form eine Plastikbechers gereicht. Die erste Mischung wurde von mir persönlich gemacht. Da ich aber leicht abgelenkt war, durch verwirrende Gespräche mit meinem Gegenüber, welches sich zu der Zeit als Porno entpuppte, geriet sie mir etwas stark. Äußerlich ließ ich mir nichts anmerken, merkte aber, wie mein Mund sich langsam anfing in meinen Körper zurück zuziehen. Ich verlangte scherzhaft nach de Cola und schüttete in einem unbeobachteten Moment einen Liter ein paar Tröpfchen nach. Nun war es schon besser. Doch Bernward ignorierte meinen Plastikbecher, obwohl ich in großen Lettern ”Pitsche“ drauf geschrieben habe und stellte eine weiter Flasche Bier vor mich hin. Als ich ihm erklären wollte, das ich nun Mischungen trinke lachte er nur und ging wieder weg. Und nun? Ich konnte doch die kleine Krombacher-Flasche nicht einfach ungenutzt stehen lassen. Wie würde sie sich fühlen, wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllen könnte? Sie würde in eine tiefe Depression versinken und aus lauter Trauer, würde sie sich in den nächsten Ausguß gießen. Das konnte ich nicht zulassen und trank Stereo. Alte Erinnerungen wurden aufgerissen, an längst vergangene Stammtische. Verdammt, jetzt habe ich wieder große Lust auf einen Stammtisch. Mentale Notiz: Stammtisch anleiern. Mit Hefe-Weizen.

Nachdem dann Bier und Mischung entleert wurden. Kam dann auf einmal Sabrina mit einem Kaffee-Schnaps an und meinte mir davon einen andrehen zu müssen. Anscheinend haben das Bier und die Mischung in meinem Inneren zum Sturmlauf geblasen, denn wie aus dem Nichts hörte ich mich ”Ja“ sagen und hatte Sekunden später einen Kaffee-Schnaps vor mir stehen. Jetzt kann ich sagen, das eines der ekelerregensten Getränke war, die ich jemals getrunken hatte. Erst entfaltet sich im Mund das Aroma eines Kaffees, was ja an sich recht gut schmeckt. Doch dann fängt der stechende Schmerz auf der Zunge an, schluckt man nun den Inhalt runter fühlt es sich an als hätte jemand heimlich Glassplitter in das Getränk gemixt, welche nun im Raspelverfahren die oberste Schicht der Speiseröhre entfernen. Ich bin nicht stolz drauf, aber ich trank noch einen weiteren, nur um gut dazustehen.

Irgendwann dachte sich der Morchel, das er doch auch mal zu der Fete seiner Schwester kommen sollte. Auch wenn er voll wie die Hacke war. Auf der Jahreshauptversammlung tönte er noch rum, das er nichts trinken könnte, da er ja am nächsten Morgen arbeiten müsse. Von wegen. Beim Einmarsch in die Garage wurde er nur durch die gegenüberliegende Wand gebremst. Und der Aufenthalt währte nicht lange, da er auf die fixe Idee kam noch in der Werkstatt vorbei zu gucken. Gesagt getan. Aber keiner wollte mit, also fuhr er alleine hin. Minuten später stand der Taxifahrer erneut in der Garage und teilte uns mit das der vollstramme Morchel eine weitere Taxifahrt bezahlt hätte und nun sollen ein paar Leute einsteigen und mit fahren. Ich wollte erst ein kleines Ratespiel veranstalten, wer von uns hin gefahren ist. Aber ich denke das kann ich mir sparen. Wer nun ”Schnitzel, Porno und Bierpumpe“ gesagt hat, hat gewonnen. Und soviel Preise hätte ich gar nicht gehabt.

Da standen wir drei Helden nun und kamen sogar ohne Eintritt in die Werkstatt. Als wir dann drinnen waren wussten wir warum. Es war nicht die Bohne los. Nur der Morchel saß an der Theke und hielt sich an einem Mischungsglas fest. Also wurde kurzer Hand eine Flasche Wodka bestellt. War ja klar, denn es war nichts los. Die Falsche ging auch am Anfang ganz gut weg und dann kam der Morchel auf die fixe Idee, sich doch mal als Tänzer zu beweisen. Ich muß zugeben, das nun die Musik richtig gut wurde. Sogar so gut, das ich zu den Sisters of Mercy mal wieder auf die Tanzfläche stürmte. Alleine. Nur Morchel bewegte sich irgendwo am Rand. Ich kann es nur auf den immensen Blutverlust zurückführen. Natürlich haben die unzähligen Liter Bier, die Schnäpse, der Havana und vor allem nicht der Wodka damit zu tun. Und der Porno hat alles auf seinem Handy fest gehalten. Aber ich habe da keine Angst, das da irgendwas von veröffentlicht wird. Ansonsten werde ich doch mit meiner Tradition brechen und ein paar einschlägige Fotos veröffentlichen.

Zum Abschluß wollten wir dann den Porno noch verkuppeln, aber als er wieder sein ”Porno-guck-mal-gut“-Gesicht aufgesetzt hat, drehte sich die Bedienung nur weg und hatte den typischen ”Ach-Du-Scheiße“-Blick drauf. Somit steigt Porno auf der Unverkuppelheitsskala auf den Wert 7 auf. Mein Wert ist übrigens geheim nicht vorhanden. Da ein Abend an dem man aus der Werkstatt gefegt wird nicht ohne einen Zwischenstop bei McDonalds abgehen kann, war der Heimweg geklärt. Mysteriöserweise kann ich weder an den Weg, noch an die konsumierten weichen Brötchen erinnern. Sollte das alles nur eingeredete Erinnerungen von Schnitzel und Porno sein? Aber der Geldbeutel gibt ihnen recht. In Westerode haben wir dann noch einen seltsamen Vogel auf einem Damenrad in Richtung Nesselröden getroffen. Erst wollte Schnitzel sich mit ihm körperlich auseinander setzen, doch dann waren alle ganz friedlich. Manchmal fragt man sich echt wo manche Leute raus gelassen werden.

Das Bett empfing mich freudig, obwohl die Sonne sich schon ihren Weg an den Horizont kämpfte. Die Wolken des Nachthimmels machten ihr bereitwillig Platz. Am Sonntag war zum Glück spielfrei. Ein ereignisloser Tag lag vor mir. Und ich hatte ihn bitter nötig!

Bevor ich es vergesse: Chuck Norris aß mal eine ganze Torte, bevor seine Freunde ihm sagen konnten, das dort eine Stripperin drin war!

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