Strip-Pokern und Geburstag

Unsere kleine Erzählung beginnt seit langer Zeit mal wieder an einem Freitag. Einem Freitag, der durch einen dummen Zufall (Urknall) auf den 13ten Tag des Monats April gefallen ist. Für alle Abergläubischen ist das ja ein ganz besonders schlimmer. Leider befürchte ich, das ich an solche Sachen rein gar nicht glaube und außerdem befürchte ich das ein Großteil der Menschheit gar nicht weiß warum ein Freitag, der 13. als Unglückstag gehandhabt wird. Wen es interessiert der lese es bitte hier nach. Bildung zahlt sich irgendwann einmal aus!

Da die Jungs vom Krombacher-Club nicht auf den Kopf gefallen sind, haben sie natürlich an genau diesem Datum ein Pokertunier organisiert. Die Einladung flatterte per elektronischer mail ins Haus und auf der Seite war natürlich wie nicht anders zu erwarten, eine nett anzusehende, junge Dame abgebildet, die rein zufällig ein paar Karten in der Hand hält. Wahrscheinlich hat sie die gerade auf dem Boden gefunden und wollte sie dem Kartenausteiler zurückgeben, ist dabei gestolpert, hat ihre Schuhe verloren uns ist leicht lasziv lächelnd auf den Poker-Tisch gefallen. Außerdem muß sie bei dem irrwitzigen Luftzug ihre Bluse und ihre Hose verloren haben. Manchmal passieren auch die seltsamsten Sachen. Erblickt man dann nun als nichtsahnender Mensch, so eine Werbung für eine Pokernacht, bleibt es nicht aus, das gewisse Schlüsse in weiten, tief verwinkelten Gänge des Gehirns gezogen werden. So auch in meinem Fall. Zu erst bemerkte ich die junge Dame auf dem Bild gar nicht, war ich doch magisch von dem Wort Krombacher angezogen, welche unübersehbar in der rechten oberen Ecke platziert wurde (Für alle die immer noch den Schriftzug suchen). Doch irgendwann klingt die erste Begeisterung ab und der Blick löst sich vom Schriftzug und erblickt dann das nächst größere Objekt, den Pokertisch die junge Dame. Erst war ich verwirrt, da ja sonst keine Frauen beim KCW zugelassen sind, aber dann machte mein Gehirn die nötigen Schlussfolgerungen für mich. Anscheinend wurde das ganze unter Hand als Strip-Poker Turnier geführt und lasziv lächelnde, leicht bekleidete Damen wären unsere Spielpartnerinnen. Dabei würde auf jeden Teilnehmer fünf Damen kommen, die denken das Poker das gleiche ist wie Mau Mau. Die Vermutungen gingen sogar noch weiter und ich ging davon aus, das sich das schwedische Bikini-Team angemeldet hat. Nun hieß es trainieren. Als großes Vorbild nahm ich mir Chuck Norris. Es ist ein Fakt, das Chuck Norris das größte Poker-Face aller Zeiten hat. 1983 hat er die Weltmeisterschaft im Pokern gewonnen. Er hatte folgende Karten auf der Hand: Einen Joker, eine “Sie kommen aus dem Gefängnis frei“ – Karte vom Monopoly, eine Kreuz 2, eine Pik 7 und die grüne 4 aus einem UNO Spiel. Sensationelle Leistung.

Auf der Einladung stand das es um 1900 Uhr losgehen sollte. Viel zu spät. Dachte ich an die ganze Strip-Poker Erfahrung lief ich schon seit Mittwoch sehr erregt sehr aufgeregt durch die Gegend und konnte den Freitag kaum erwarten. Dann gab es noch eine kleine Änderung und zwar wurde vorher gegrillt und das eigentliche Turnier fing erst um 2130 Uhr an. Umso besser. Man gab uns also Gelegenheit das Bikini Team und die ganzen Models vorher betrunken zu machen. Ich konnte es also nicht mehr aushalten und lief ging gemütlich zur Mehrzweckhalle. Doch was war das, als ich voller Erwartung um die Ecke vom Bäcker fiel kam. Keine Models, kein schwedisches Bikini-Team, keine Frauen überhaupt. Nur Porno, der sich freute und noch ein paar Andere vom KCW. Da muß ich jemand wohl die Einladung falsch interpretiert haben. Vollkommen deprimiert begrüßte ich diejenigen die da waren. Glücklicherweise gab es leckeres Bier, so daß meine Gefühlslage sich um 100% besserte. Von einer Sekunde auf die andere. Aber es kam noch besser. Ein Bier kostete 0,50 €. Ich kann es nicht beschwören, aber mein Herz hüpfte ein wenig auf und ab, bei dieser Information. Also hieß es erstmal einen gute Biergrundlage zu schaffen. Im Gegensatz zu manch Anderen, die sich erstmal an die Cola hielten, damit sie später beim Poker nicht zu stramm waren. Hallo, was ist denn das für eine Taktik. Glücklicherweise verriet ich keinem meine Chuck-Norris-Taktik. Aber die hat sich jetzt eh erledigt, denn ich entschied spontan, das ich kein Poker spielen würde. Ich war ja davon ausgegangen, das ich mit ein paar leicht bekleideten Models an einem Tisch sitzen würde und spätestens nach drei Runden mindestens die Oberteile vor mir liegen hätte. Da habe ich dann also die fünf paar Socken, drei Unterbuchsen und sieben T-Shirts nichts gebracht, denn es wurde um cold hard cash gespielt. Besser gesagt um Krombacher Weizen. Trotz dieser verlockenden Gewinnaussichten, hatte ich nicht so richtig Lust mich zum Pokern aufzurauen, bestand ja auch noch die Möglichkeit Doppelkopf mit Jotte und Stefan zu spielen. Uns fehlte nur noch der vierte Mann. Vielleicht hatte ja das schwedische Bikini Team Zeit. Wenn es denn unbedingt hätte sein müssen, dann hätten wir auch Strip-Doppelkopf spielen können. Bevor wir gar nicht spielen.

Die erste Runde Poker wurde dann schon vor der MZH eröffnet, um schon ein wenig zu üben. Vom Grillzeug ließ ich erstmal die Finger, denn der Hunger wollte nicht so recht kommen. Könnte auch daran gelegen haben, das ich meiner geistigen Verwirrung zu Hause schon was gegessen habe. Kein Wunder, konnte ich ja auch nur an die bevorstehenden Poker-Partien mit Joss Stone, Jenna Jameson und Christina Aguilera denken. Dafür hat dann der Porno zum großen Steak-Inhalation-Rundumschlag ausgeholt und mal eben drei Stück von den armen kleinen Dingern weggeputzt. Er ist ja auch noch mitten im Wachstum. Nett war auch der kleine Zwischenfall mit dem Jugendraum. Hüfte kam an und ist sofort in den Jugendraum gegangen, was ich durchaus verstehen kann, denn vor der MZH saßen nur ein paar angetrunkenen Männer die entweder Poker spielten (die Anderen) oder sich Bier rein kippten und Blödsinn laberten (Böning, Porno und ich). Dann kam Porno auf einmal auf die Idee, das es im Jugendraum eventuell noch Schnaps vom KCW geben könnte. Noch bevor sich jemand angeboten hatte, war er schon aufgesprungen und man hörte nur noch die Tür vom Jugendraum ins Schloß fallen. Ein Kugelblitz ist ein Dreck dagegen. Aus ganz weiter Ferne hörte ich eine Kolonne Lanz Bulldog vorbei fahren.

Endlich kamen dann auch diejenigen, für die wir das ganze Turnier verschoben haben und die Tische konnten ausgelost werden. Da ich mich endgültig dafür entschieden habe nicht Poker mit zuspielen, blieb dann noch die große Frage, was als Alternative gespielt wird. Doppelkopf fiel ins Wasser, da Jotte und Stefan jetzt lieber Poker spielen wollten, Sixkiller kann nur Schafskopf, Barny kann nur MauMau und Kai kann gar nichts. Also fiel die Wahl auf das allseits beliebte Knobeln, in der 42-18 Variante. Denkbar einfache Regeln und eine Riesenchance eine Menge Runden zu verlieren. Da war ich dabei. Nachdem Kai es dann doch hin bekommen hat Deckel zu organisieren fingen wir an. Ich will hier ja nicht ausschweifen, aber der Kai könnte der zweite Matten sein. Soviel Glück wie der Kerl ist nicht mehr normal. Ich vermute er hatte ein geheimes Gerät unter dem Tisch mit dem er unser Glück absaugte und somit immer im letzten Moment der Runden-Falle entkam. Ich dagegen, hatte wie immer kein Glück. Kein Glück im Spiel, kein Glück bei der Auswahl der Poker-Gegner, kein Glück in der Liebe. Und das Bier fing langsam an seine Wirkung zu zeigen. Es verwischte die Wahrnehmung und vor allem die Aufmerksamkeit. Diesem Umstand hab eich mindestens eine verlorene Runde zu verdanken. Aber der Rest der Truppe hatte mindestens genauso viel Runden auf der Liste. Bis auf Kai. Das nächste Mal müssen wir sicherstellen, das wir genügend Teer und Federn bereit halten, sollte er nochmals so eine Strähne haben. Ich durfte aber wiederholt feststellen, das Knobeln eigentlich nicht mein Spiel ist. Jedenfalls nicht, wenn man um Runden spielt. Denn dummerweise darf der Runden gebende die Art der Runde bestimmen. Da wir Sixkiller in der Runde hatten, waren mindestens drei Löwentor Pflicht. Und die Leute glauben immer noch, das ich das Zeug gerne trinke und nur der Show wegen, die lustigen Gesichter mache und mir mit der flachen Hand vor den Kopf haue. Glaubt mit, das ist keine Show, das ist die bittere Wahrheit.

Das Pokertunier war also vorbei und ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen, wer die glücklichen Gewinner waren. Ich glaube aber mich erinnern zu können, das Jotte den Hauptpreis geholt hat und Keile-Günther auch unter den Preisträgern ist. Aber was soll man auch sonst den ganzen Tag beim Bund machen, als zu Pokern. Und er hatte den Vorteil, das sich bei Poker-Spielen bei der Bundeswehr überhaupt nicht die Möglichkeit ergibt eine Strip-Partie zu organisieren. Ich verlegte dann für kurze Zeit in den Jugendraum um dort mal zu gucken. Schnitzel begleitete mich und wir mußten eine recht vollstramme Jennifer antreffen. Anscheinend hatte sie mit Vanessa S. mehrere Martini Mix Getränke konsumiert und war dementsprechend drauf. Vanessa S. hingegen war noch recht normal. Da merkt man halt, das sie mit mir verwandt ist. Ich war stolz auf sie. Nach unserem Eintreffen verabschiedeten sich die Mädels recht schnell. Aber dafür kam dann die liebe Kathrin vorbei. Die war gerade auf der Rückfahrt von Rhumspringe und wollte nur mal kurz rein schauen und Hallo sagen. Die Möglichkeit wurde von uns natürlich beim Schopf gepackt und ich habe Kathrin gefragt, ob sie uns vielleicht noch in die Werkstatt fahren könnte. Nach Hause gehen wollte keiner und im Jugendraum war halt nichts mehr los.

Zu unserer aller Überraschung wollte Porno nicht mehr mit in die Werkstatt, sondern wollte im Jugendraum bleiben. Allerdings war es doch keine so große Überraschung, denn jetzt ist allen klar, das Porno vor hat einen Lanz Bulldog Führerschein zu machen. Ganz böse Zungen behaupten, das er da schon eine ganze Weile für übt. Naja, soll er man machen.

Da standen wir nun vor der Werkstatt, wir vier Gestalten. Kathrin hatte die Situation erkannt und ist vorsorglich nicht mit ausgestiegen. Klar, sie hat gesagt, das sie am nächsten Tag Arbeiten müsse. Aber wir haben ihr die Ausrede durchgehen lassen. Das Gute, wenn man öfter in der Werkstatt ballern geht, ist das man schneller mal umsonst rein gelassen wird. Aber die Uhr hatte auch schon 0300 Uhr Marke überschritten. Im Innern erwartete uns eine Leere, wie sie nicht in einem schwarzen Loch herrschen kann. Normalerweise sollte man auf dem Hacken kehrt machen und den Heimweg antreten. Das sollte man jedenfalls von normal intelligenten Mitteleuropäern erwarten. Aber die Ausnahmen kommen aus Westerode. Am Eingang wurde noch beschlossen eine Mischung zu trinken und dann den Heimweg anzutreten, doch als ich dann als Letzter an die Theke kam, hörte ich nur die Worte ”Eine Flasche Wodka mit Red Bull, bitte.“ aus Philips Mund. ”So war das aber nicht abgemacht, wir wollten doch gar nichts trinken!“ wollte ich sagen. Doch irgendwie hatte ich bevor mein Gehirn den Satz formen konnte die Mischung schon in der Hand und heraus kam nur noch ”Prost!“. Dabei hatte ich mir vor gar nicht so langer Zeit vorgenommen die Finger vom Wodka zu lassen. Wenn ich nur wüsste wo das war?

Aber der Abend war nicht mehr weiter erwähnenswert, deswegen traten wir die Flasche mit Atomgeschwindigkeit in den Hintern und traten den Heimweg an. Wir überlegten noch irgendwo ein zukehren und Görtler bot sich freiwillig an. Frühstücken wollte eigentlich keiner mehr, da wir ja kurz nach Mitternacht nochmal den Grill angefeuert hatten und es doch fertig gebracht haben, dem Inhalationsapparat von Porno ein paar Steaks zu entreissen. Doch Görtler wollte eine Pfanne mit Rühreiern anfertigen, vergaß aber anscheinend das die Eier in die Pfanne sollten und nicht auf Fliesen. Sein Vater fand das alles gar nicht so lustig und warf uns alle raus. Was nicht nett war, denn ich hatte ihn eigentlich ein wenig lockerer eingeschätzt. Anscheinend versteht er doch nicht so viel Spaß wie er immer vorgibt.

Das schönste am Samstag war, das ich keinerlei Dienste hatte. Falsch gedacht. Ich mußte zwar nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen, aber der Frühjahrsputz stand auf meiner Liste der zu erledigenden Sachen. Ich hatte ja eigentlich geplant, daß das schwedische Bikini-Team für mich den Putzlappen schwingt, nachdem ich sie vernichtend beim Poker geschlagen hätte. Aber aus unerfindlichen Gründen ging der Plan nicht auf. Ich sah mich ja schon vor dem Haus sitzen und gemütlich an einem Becks lutschen, während die Mädels in Ihrer Uniformen mein Wohnung reinigen. Da muß ich dann wohl doch selbst ran. Was nun keine große Überraschung war. Jedenfalls ist Reifenwechsel überraschender weise auf Platz 8 in meiner ”Ungeliebten Arbeiten“-Liste gerutscht. Die ersten acht Plätze werden vom Frühjahrsputz belegt. Zu Recht, übrigens!

Abends hatte dann der Manuel zu seinem Geburtstag nach Göttingen geladen. Stellte sich nun das nächste Problem, wie man nach Göttingen kommt und sich trotzdem die Mütze zuknallen kann. Ein paar verzweifelte Telefongespräche mit dem Dr. Dieck und die Sache war geritzt. Er wollte fahren. Da stelle ich mich bestimmt nicht zwischen einen Mann und seine Pläne zu fahren. Er wollte mich so gegen 1930 Uhr abholen. Also war genügend Zeit sich abzukärchern und sich in die nötige Stimmung zu bringen. Fast pünktlich holte mich dann der Markus ab und auf der Fahrt war mir eigentlich schon klar, das der Dr. sein Auto stehen lassen würde. Was wiederum auf einen mittelschweren Abend hoffen schließen lässt. Nachdem wir dann auch noch einen sensationellen Parkplatz (mit Leineblick) gefunden hatten, machten sich erste Vorfreudegefühle breit. Das Wissen vergangener Geburtstage bei Manuel war noch nicht gänzlich verschwunden und somit konnte ich hoffen, das Becks das Bier der Wahl war an dem Abend. Nach der Gratulation ließ auch die erste Flasche nicht lange auf sich warten. Wohl temperiert aus dem Kühlschrank. Der Kramer weiß halt was gut ist. Zunächst hieß dann die Strategie sich einen guten Platz zu sichern. Das Playstation-Zock-Zimmer, wie Manuel es liebevoll nannte, aber nur normale Größe hatte, mußten wir uns ein wenig quetschen, aber da wird einem wenigstens schnell warm. Und das Bier läuft besser rein. Überhaupt nahm ich mir wieder vor, vorerst beim Bier zu bleiben. Nachdem ich am Vorabend so kläglich versagt habe und genötigt wurde Löwentor und Wodka zu trinken. Ich möchte hier nochmal betonen, das sämtliche Schnapstrinkaktionen nicht von mir ausgegangen waren. Ich stand halt nur im falschen Moment an der richtigen Stelle.

Das Becks lief ganz gut rein und der Rest der, zugegebenen kleinen Truppe fand sich auch ein. Als da wären, Florian und Anja, Bemi und Nina und Fabian und Jenny. Auf mein Nachfragen hin wo denn der Schötti, der Lange und Helena wären. Wurde geantwortet, das Der Lange wohl Lernen müßte und Schötti mußte arbeiten. Die nächste Stunde verbrachte ich dann mit Lachen. Schötti und Arbeiten. Ja genau. Wer auf seinem StudiVZ-Profil in der Gruppe ”Wir trinken Bier an allen Tagen die mit ”g“ enden und Mittwochs“ stehen hat, geht arbeiten. Ich lasse jetzt einfach mal unter den Tisch fallen, das ich auch Mitglied dieser Gruppe bin, aber meine Person steht ja hier nicht zur Diskussion. Schötti mußte also arbeiten oder eben den ganzen Abend rumpimmlen, ein Telefon bewachen und Filme gucken, wie ich es nennen würde. Warum bekam ich nicht solche Jobs als Student. Nein, ich bin kein bisschen neidisch.

Nach dem ersten Pils wurde dann die Parkplatzfrage erneut auf den Tisch gebracht. Da der Dr. ganz stolz auf seinen Parkplatz war, tönten wir beide damit rum. Doch nur um feststellen, das Ines meinte, das dort Anwohnerparkplätze wären und das bestimmt unheimlich viel Strafe kostet, wenn nicht sogar das Auto abgeschleppt wird. Das Lächeln gefror uns auf den Lippen. Naja, bei Markus, es war ja schließlich sein Auto. Wir versicherten aber, das dort keine Anwohnerparkplätze gewesen wären. Aber Ines und Manuel waren sich sicher. Also machte sich Markus nochmal auf und parkte um. Zum Glück denn das Schild war vorhanden und kaum zu übersehen. Ich vermute jetzt mal das wir von den ganzen heißen Frauen die dort leicht bekleidet umliefen irgendwie abgelenkt waren und das Schild einfach übersehen haben. Aber Dank Ines konnten wir den Parkplatzfehler noch korrigieren.

Dummerweise wurden alte Fotos rausgekramt. Glücklicherweise bin ich auf keinem zu sehen, ich wusste schon früh, der Kamera zu entfliehen, aber wenn ich so die Anderen gesehen habe, dann war mir klar, das die Kamera in drei Millionen Teile zersprungen wäre, wenn sie ein Foto von mit mit 19 Jahren gemacht hätte. Und wenn die Kamera nur aus 1000 Einzelteilen bestanden hätte, wären die Einzelteile mit ziemlicher Sicherheit in weitere kleine Teile zersprungen, aus purer Panik. Aber nur weil keine Fotos von mir da waren hielt das die Übrigen nicht davon ab zu beschreiben, wie ich mit 19 Jahren aussah. Tja, damals hatte ich noch lange Haare. Und nun muß ich wohl das nächste Mal ein Fotobeweis mitbringen. Was ich aber mit ziemlicher Sicherheit nicht machen werden. Vielleicht, wenn ich mal ganz viel Zeit habe, scanne ich mal meine Abi-Seite ein und stelle sie online. Ich bin so dankbar, das es damals noch keine Digitalkameras, Handys mit Kamera oder Online-Video-Portale gab. Ich glaube dann wäre ich dort öfters vertreten.
Eigentlich dachte ich das es bei den Duderstädter Parties anders abgeht, aber da hab eich mich wohl getäuscht. Nach dem Essen kam dann der Schnaps auf den Tisch. Manuel hatte einen besonderen Leckerbissen. Einen Obstler den sein Großvater aus Bayern mitgebracht hat. Auch noch von den verrückten Bayern. Insgeheim verabschiedete ich mich von meinem Bewusstsein, da ich wusste, das nach diesem Obstler es nur noch bergab gehen wird. Wie sollte es auch anders sein, hatte Manuel keine normalen Schnapsgläser, sondern nur die Maxi Version. Warum nur kaufen Leute solche Pötte. Die sind doch höchstens dazu gut um Wein zu probieren, aber kein Schnaps und schon gar kein Obstler. Und wenn man sie dann doch dafür benutzt, dann sollte man die Gläser nicht so voll knallen. Meine Argumente stießen aber auch taube Ohren. Ich habe auch gar nicht versucht, mich zu wehren, denn das wäre eh ein vergebenes Unterfangen. So langsam habe ich mein Schicksal angenommen. Zumindest hadere ich nicht mehr damit, was schon mal eine Besserung ist. Jedenfalls für die Anderen. Der Obstler kam also in einem großen Glas und konnte Toten Leben wieder ein hauchen. Ich bin ja Fan von alkoholischen Getränken und obwohl die anderen meinten, das er nicht mehr so ganz nach Obst schmeckte, wusste ich, daß das ein verdammt guter Obstler ist. Allerdings wollte ich keinen Zweiten mehr trinken. Denn dann wäre der Abend gelaufen gewesen, da sich zu dem zweiten mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar mehr gesellt hätten.

Irgendwie war es recht schade, aber ein Großteil der Gäste brach schon früh auf, aber wir hielten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auch aus. Als dann die letzten bis auf uns aufbrachen, schlossen wir uns gleich an. Machten aber kein Geheimnis daraus, das es auf jeden Fall noch in die Stadt gehen wird. Trotz überzeugender Argumente unsererseits, konnten wir den Manuel nicht mehr zum Mitgehen überreden. Also bleiben nur noch Florian, der Dr., Topper und ich über. Die auch gleich die erste Station ansteuerten. Den 6-Millionen-Dollar-Club. Meine Erinnerungen an den Club waren, das es sehr eng und sehr stickig war. Aber das waren ja alle Clubs in Göttingen. Und Florian erwähnte das es dort Long Island Ice Tea für 5,50 € gab. Dazu liefen dort immer noch zu später Stunde recht attraktive Frauen rum. OK, mich hatte er schon als er den Long Island erwähnte. Also ging es los.

Den Anfang machte erstmal ein Becks und im Anschluß kam dann der erste Long Island auf die Liste der konsumierten alkoholischen Getränke. So lang war ja die Liste noch nicht. Außerdem hatten wir recht gut aussehende Nachbarinnen an der Theke. Trotzdem machten wir uns schon Gedanken über den weiteren Verlauf des Abends, deswegen schaltete ich mein Ortungsgerät ein und versuchte ein Heft zu organisieren, in dem weitere Veranstaltungen gelistet waren. Nach kurzer Suche, die immer wieder durch hübsche Frauen abgelenkt wurde fand ich auch zielsicher den kleinen Aufsteller mit den Informationsmaterial. Leider übersah ich auf dem Weg eine Stufe und wäre beinahe der Länge nach hingeflogen. Und da ich ziemlich groß bin, wäre dabei viel vom Raum des Clubs bedeckt gewesen. Dank meiner katzenartigen Reflexe und weil die Wand so nah dran war konnte ich mich rechtzeitig abfangen und macht e mich nicht mehr als Möglich zum Ei. Nach eingehenden Gelächter meiner Freunde fällten wir schnell die Wahl. Es sollte in den JT-Keller gehen oder aber ins Exil, was Markus großes Ziel war an dem Abend. Doch Topper wollte ins Alpenmax. Zum Glück wurde er überstimmt. Da er aber auch keinen Bock hatte noch in den JT-Keller zu gehen, ging er nach Hause.

Waren wir nun noch zu dritt und als wir dann endlich beim JT-Keller angekommen waren, verabschiedete sich auch noch der Florian. Er war müde und ließ sich von Anja abholen. Also blieben nur noch Markus und ich über. Das sollte der Stimmung aber kein Abbruch tun und ab gings in den JT-Keller. Zum Glück saß Roy, ein alter Schulkollege, an der Kasse und ließ zumindestens mich umsonst rein. Dafür gab ich dann auch die erste Runde Becks. Trotz der kleinen Ausrutscher mit dem Obstler und den zwei Long Island bin ich doch standhaft beim Bier geblieben, besser gesagt, wieder dort angekommen. Der Doktor fackelte nicht lange und ging gleich ab wie Schmidt Katze auf der Tanzfläche, was mir wiederum zu einer weiteren Bierlänge Vorsprung verhalf.

Nichts ahnend stand ich dann zwischen DJ-Pult und Theke gefangen. Auf der einen Seite war das Paradies der hübschen Frauen und auf der anderen Seite gab es endlosen Becks Nachschub. Hier war es gut, stellte ich fest. Dann trat ein junger Mann auf mich zu und fragte ob ich der Pitsche bin. Verdammt, er hat mich erkannt. Nach kurzem überlegen und dem entfernen des leichten Alkoholfilms auf meinen Augen erkannt eich ihn als Daniel B., ein weiterer alter Schulkollege. Das Schlimme ist dann ja wenn einem der Name nicht sofort einfällt und man immer schön darum herum redete ihn mit direkten Namen anzusprechen. Häufig benutztes Synonym für den richtigen Namen ist Alter. Aber am Ende fiel er mir dann glücklicherweise wieder ein. Ich unterhalte mich ja gerne mit Leuten die ich von früher her kenne, aber das sollte dann an Orten sein, die etwas ruhiger sind und nicht direkt unter einer Box in einer Disco. Von unserer einstündigen Unterhaltung, habe ich ungefähr 20 Minuten etwas verstanden. Ich weiß Chuck Norris kann eine 60 Minuten Sendung in 20 Minuten gucken, aber bei Gesprächen ist das was anderes. Und außerdem bin ich nicht Chuck Norris. Was auch gut ist, denn sonst hätte er mich mit einem Roundhouse Kick in den Orbit getreten.

Nun wurde dem Markus die ganze Musik aus der Bronx aber auch zu bunt und außerdem haben ein wenig die brennenden Mülltonnen gefehlt. Wenn wir ehrlich sind, waren unsere Sinne schon wieder total überlastet. So viel schöne Frauen auf einen Haufen können keine Synapsen schadlos überstehen. Als wir dann aus dem JT-Keller raus geschossen kamen war es eigentlich schon die Zeit den Heimweg anzutreten, vor allem wenn man bedenkt,das wir noch mindestens eine halbe Stunde Fahrt vor uns hatten. Doch Markus kannte keine Gnade und verlangte den Absch(l)uß im Exil. Ich verlangte sofort eine abgesägte Schrotflinte, aber nie ist das zur Hand was man gerade benötigt. Also dachte ich mir das ein kleiner Absacker im Exil nicht schaden kann. Hinterher ist an ja immer schlauer und ich bin froh das wir noch hin gegangen sind. Wenigstens kam anständige Musik zum Abschluß. Und es gab Havana Club. Metaller wissen halt immer noch was gut ist. Das Motto den Abend war Spirit of the Outpost. Aber so ganz konnte ich dem nicht zustimmen. Abende in der Post waren immer recht gut gefüllt und die Party wollte kein Ende finden. Aber was sich im Exil abspielte war eher Rest from the Outpost. Nichtsdestotrotz war die Musik sehr gut. Und der Abend endete wie es nicht passender hätte sein können. Wir wurden raus gefegt. Nachdem dann das achte Rauschmeißerlied gespielt wurde, dachten Markus und ich auch mal daran die Segel zu streichen. Die Sonne verletzte leicht unsere Augen, als wir um 0530 Uhr die Straße betraten. Jetzt kam der härteste Teil. Wir benötigten ein Taxi nach Hause. Nach ein paar Telefonaten war alles klar und wir mussten noch eine halbe Stunde warten. 0630 Uhr mir fielen schon die Augen zu als es dann endlich nach Hause ging. Man glaubt gar nicht wie viele Leute an einem Sonntag Morgen so früh aufstehen und irgendwelchen Tätigkeiten nachgehen. Und vor allem ist das die tote Zeit wo man nirgends was zu Trinken oder zu Essen bekommt. Manchmal sind Supermärkte die rund um die Uhr offen haben gar nicht so verkehrt. Ansonsten bin ich diesem Trend aber eher abgeneigt.

0715 Uhr, ich legte mich in mein Bett und mußte feststellen, das ich das Licht angelassen habe. Ach halt, das ist ja die Sonne!

Wie man vielleicht festgestellt hat, bin ich den Chuck Norris Facts verfallen und so lange ich daran Freude finde, beende ich jetzt meine Logbuch-Einträge einem Fakt.

Chuck Norris ißt keinen Honig. Er kaut Bienen!

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