Generalprobe

Dieses Wochenende kann eigentlich als Generalprobe für das kommende Osterwochenende gesehen werden und ich habe es mit Bravour bestanden. Besser noch, es wurde unter erschwerten Bedingungen durchgeführt, so daß ich sicherstellen konnte, das ich am Osterwochenende auf jeden Fall durchhalten werden. Und es begann am Donnerstag. Donnerstag, werden sich jetzt einige Leser fragen? Ja, denn da ich immer so viel und vor allem so hart arbeite schufte, kam ich im vergangenen Jahr nicht dazu meinen ganzen Urlaub weg zu nehmen. Dieser muß allerdings bis Ende März aufgebraucht sein, ansonsten wird er gnadenlos gestrichen und das wollen wir ja nicht. Also erkor ich den Freitag zu einem Tag, der seinem Namen gerecht wird. Zu einem freien Tag. Doch so richtig frei war er nicht wirklich. Doch lest selbst…

Total fertig von der Arbeit ultraharten Schufterei kam ich nach Hause um dann noch ins Feuerwehrhaus zu gehen. Es wurde nämlich beschlossen am Donnerstag der Werkstatt einen Besuch abzustatten um das Wochenende ein wenig früher einzuläuten. Da ja auch gleichzeitig Osterferien sein würden, lohnt sich der Besuch mit ziemlicher Sicherheit. Ich trat also den Weg ins weit entfernte Feuerwehrhaus an, als gerade im richtigen Moment das Batphone mein Telefon klingelte. Am anderen Ende war der Görtler, der mir mitteilte, das ich bei einer wichtigen Mission bei Guido aka Gaudo auf dem Balkon gebraucht werde das Guido aka Gaudo heute Geburtstag hat und ich noch vorbei kommen sollte. Ich fragte aber vorsichtshalber nochmal nach , ob das ernst gemeint war oder ich nur zu allgemeinen Belustigung geholt werden würde. Aber nachdem ich dann Gaudo aus dem Telefon hörte wusste ich das er es ernst meinte. Nun ja, mein Weg hatte mich ja eh erst zur Nathebrücke geführt und da konnte ich noch früh genug die Kurve bekommen. Wie der Blitz war ich dann auch schon auf dem Balkon und konnte Gaudo gratulieren, welches sich dann in der Weise bezahlt machte, das Gaudo, mit seinem messerscharfen Verstand feststellte, das ich wohl ein Bier trinken würde. Gar nicht mal so schlecht, er scheint wirklich Menschenkenntnis zu haben. Zu allem Unglück setzte ich mich dann, nach einer kurzen und knappen Begrüßung der übrigen Gästeschar, an den Tisch von Görtler, Hartmut und Porno. Hartmut und Görtler ließen sich ja noch aushalten, aber Porno trinkt mir immer zu viel. Das bin ich gar nicht gewöhnt und mir wird bei so was immer so unwohl. Wer lacht da? Da ich keine andere Wahl hatte ließ ich mich also nieder und ahnte schon Schlimmes. Zum Glück kam gleich das erste Bier und alles um mich herum verschwamm, nur die wohl geformte Flasche Krombacher fokussierte sich vor meinem Auge. Nachdem ich dann die ersten Schlucke inhaliert getrunken hatte, hatte ich Gelegenheit meine weiter Umwelt zu sondieren. Dabei fiel mir als erstes auf, das Görtler und Porno schöne Weizengläser vor sich stehen hatten. Das will ich auch! Also beeilte ich mich, mit meinem Bier, damit ich meine Lippen als bald mit einem köstlichen Hefe-Weizen feucht halten kann. Dann kam auch noch der Friede um die Ecke und der Abend war perfekt. Er machte auch eine kleine Runde und kam mit einem meinem sehr ähnlichen Bier um die Ecke. In weiser Voraussicht hatte ich ihm aber bei der netten, blonden Bedienung Nicole, Gaudos Frau, auch ein Hefe mitbestellt. Ich weiß ja was sich gehört.

Und ich muß ehrlich sagen, das ich ein richtig gut gekühltes Weizen sehr zu schätzen weiß. Es erinnert mich immer ein wenig an die Zeiten die ich während meiner Schulzeit im Thanners mit meinen Kumpels verbracht habe. Natürlich haben wir da kein literweise nur ein paar Hefe-Weizen getrunken, aber wenn wir dann mal frei hatten, dann ging es richtig ab. Aber ich träume schon wieder von der Vergangenheit, wo ich dank meiner Hefe-Fackel im Bus immer eine Sitzbank für mich alleine hatte. Bleiben wir im Hier und Jetzt. Das erste Hefe ging also rein und es dauerte nicht allzu lange, bis das Scheißelabern los ging. Doch ich hatte noch Glück, das ich erst so spät dort aufgeschlagen bin, denn Porno hatte den Schnapszug noch mitbekommen. In regelmäßigen Abständen wurde sein Glas mit Obstler gefüllt und auch wenn man dann denkt, das man die Flasche endlich geschafft hat, kommt aus irgendwelchen Tiefen, an die man gar nicht mehr gedacht hat, eine weiter Falsche her. Porno wehrte sich zwar ein wenig, aber das wurde geflissentlich von seinem Onkel (Hartmut) und seinem Cousin (Görtler) ignoriert. Wenn wir ehrlich sind, sagte sein Mund ”Nein!“, aber seine Augen, besser gesagt, seine Leber (den die kann dank Leberreden seine Augen sprechen lassen) schrie ”JA!“ Gaudo hatte wohl nicht damit gerechnet, das so viele Leute, die zu allem Überfluss auch noch so viel tranken am nächsten Tag frei hatten und deswegen ein wenig länger bleiben. Aber unser Fahrplan stand ja schon am Sonntag fest, Donnerstag Abend geht es in die Werkstatt und da wird mal richtig einer geschüttet. Nicht so ein Spielkram wie sonst immer.

Görtler verschwand ein wenig früher mit seinem Vater, weil der Eine vollstramm leicht angetrunken Besuch von Chief Heavy-Tongue bekommen hatte und der Andere mußte sich noch umziehen, da er mir in die Werkstatt wollte. Ich vermute eher, das er mal ordentlich koffern wollte, da man die Toilette von Gaudo nicht abschließen konnte. Jedenfalls nicht die Gästetoilette. Porno, der schon immer Fuchs war, ging natürlich auf das normale Klo zum koffern und darf nun zwei bis drei Fliesen wieder neu an die Wand kleben. Nachdem Porno und ich uns gegenseitig hoch gehandelt haben und ein weiteres Hefe getrunken hatten, setzten wir unseren Weg zum Feuerwehrhaus fort. Eigentlich wollte seine kleine Schwester Ramona auch mal mit in die Werkstatt und ich wollte sie auch mitnehmen, aber da Porno ein alter Miese-Porno ist, hat er wieder rumgemeckert und sie ist dann halt zu Hause geblieben. Aber das sollte nicht ungescholten bleiben. Das Feuerwehrhaus fanden wir aber verlassen vor. Verdammte Hacke, da sind die doch einfach ohne uns losgefahren. Kurz mal den Schnitzel kontaktiert, ob sie auch wirklich in der Werkstatt waren und anschließend die Kutsche kommen lassen. Das Publikum in der Werkstatt war überraschenderweise gemischt, da wohl viele ahnten, das es in den Ferien ein wenig voller sein würde. Und nach einer kurzen (Halb-)Runde trafen wir auch schon auf den Rest der Westeröder, die schon früher den Weg angetreten hatten. Warum weiß wohl nur der liebe Gott, denn vor 0000 Uhr braucht man eh nicht in die Werkstatt zu gehen, da man erst nach der Geisterstunde genügend Platz hat. Vor allem in den Ferien. Aber sollen sie man machen. Nach einer kurzen Diskussionsrunde, in der ich nicht wirklich viel verstand, da die Lautstärke der Musik vergleichbar mit der eines anlaufenden Hubschrauberrotors war, einigten wir uns irgendwie darauf, das Porno und ich uns eine Flasche Havana Club teilten. Was sollte auch sonst meine Antwort gewesen sein, wenn ich die Worte Havana Club höre. So war also unser Schicksal besiegelt. Porno übernahm die Bestellung und ich steuerte meinen Anteil an die Flasche bei.

Mein altes Problem mit der Trinkgeschwindigkeit machte sich wieder bemerkbar. Diesmal noch Schlimmer als vorher, da ich ja vorher mich an einem gar köstlichen Weizen labte. Das trinkt man ja in der Regel noch ein wenig schneller als ein normales 0,33 l Bier, da warmes Weizen ungefähr so lecker ist, wie Haferschleim. Nun steigt man aber vom Weizenglas auf ein 0,2 l Mischungsglas um. Wer sich das nicht richtig vorstellen kann, nehme den Vergleich 10 l Eimer und einen Meßbecher für 0,5 l. Und Porno will unbedingt die Mischungserstellungseigenschaften seines Firmpaten Schmierpopel übernehmen und haut die Gläser immer ordentlich voll. Da mußte ich natürlich einschreiten und mixte mir ein paar ”normal“ schmeckende Mischungen dazwischen, da ich eh immer schneller fertig war als der gute Porno und meine Mischungen hatten immer noch ordentlich Bums. Ab und an wurde dann auch mal das Eis knapp und man mußte zur Theke strukeln gehen und sich neues Eis organisieren. Nun war unser Weg zur Theke nicht ganz so weit, da wir uns einfach nur um zudrehen brauchten. Und irgendwann stand ich dann da und wollte einfach nur neues Eis bekommen. Die Bedienung kam also an und begrüßte mich mit folgenden Worten: ”Hallo, Conny arbeitet heute Abend aber nicht!“ Wie meinen, was haben denn meine Ohren da gerade vernommen. Ich hatte doch schon seit Ewigkeiten nichts mehr mit Conny in meinem weblog erwähnt. Wie kommen denn die Damen hinter dem Tresen, das ich immer noch scharf auf sie bin? Außerdem hatte ich sie schon seit Wochen nicht mehr gesehen, was teilweise auch daran lag, das ich weniger in der Werkstatt unterwegs war. Wissen die denn nicht, das ich die Akte Conny schon längst in meinen übervollen Schrank gestellt habe (Internes Memo: Nach neuem Schrank gucken!)? Oder sollten da immer noch diverse Gerüchte über mich verbreitet werden. Mein Verdacht fiel wie zufällig auf meine Mitstreiter aus Westerode. Aber mit der Befragung warte ich auf einen günstigen Zeitpunkt. Nicht wenn ich schon wieder ein Auge zu halten muß um nicht doppelt zu sehen zu diesem Zeitpunkt. Irgendwann schlage ich zu und werde die Wahrheit herausfinden.

Der Abend verlief quasi ohne weitere Zwischenfälle. Die Flasche nährte sich langsam dem Endzustand und die Cola wurde weit vorher geleert. Porno hat sich mittlerweile in einen Zustand getrunken, in dem er freiwillig Eintrittserklärungen in die Fremdenlegion unterschreiben würde. Die letzte Mischung aus der Havana Flasche gebührte ihm und aus Mangel an Cola, griff er dann zur Red-Bull-Verschnitt-Flasche und bereitet sich die Mischung. Aus eigener Erfahrung weiß ich das diese Mischung kein Geschenk werden wird. Aber er muß ja gewisse Erfahrungen selber machen. Allerdings bezweifele ich, das er sich an den Geschmack am Folgetag noch erinnern wird. Er wird sich mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr an die zweite Hälfte der Flasche erinnern. So war es dann auch. Den Aufbruch von Porno bekamen wir gar nicht mit, nur das er plötzlich weg war. Später erfuhr ich aus erster Hand, das er sich mit seinem Döner auf den Weg hat, aber gar keinen Hunger mehr hatte. Ein Zustand, der eigentlich so nicht vorkommen sollte. Denn Porno hat ja immer Hunger. Porno war also weg und die Flasche war alle. Was tut man da? Richtig, man fährt nach Hause, denn man hat ja am nächsten Tag noch die Aktion ”Tag des sauberen Dorfes“ vor sich. Ja, auch an meinen freien Tagen bin ich für die Feuerwehr, besser gesagt die Jugendfeuerwehr im Einsatz. Sehr pflichtbewusst, wenn ich das hier mal bescheiden wie bin fallen lassen darf. Vor der Tür wurde dann noch ein Döner inhaliert und die Kutsche nahm ihre Fahrt auf.

Wie sich herausstellte, sind wir keine Sekunde zu früh oder zu spät gefahren, denn als wir Schnitzel raus lassen wollten, sahen wir einen widerlichen Strammsack, die Straße lang wanken. Und es war der Porno, der sich den Weg bis nach Westerode per pedes gebahnt hat. Schnitzel, der in der Vorwoche schön genügend Erfahrung gesammelt hatte, schlug vor bei Porno noch zu frühstücken. Was ja nach einem Döner auch dringend nötig ist. Also wurde Porno kurzer Hand an die Hand genommen und zu seinem Haus geführt. Doch er sträubte sich, was Schnitzel und Görtler herzlich wenig interessierte. Es wurde dann einfach geklingelt und seine kleine Schwester ließ uns bereitwillig rein. Drohung von Porno wurden von uns für nichtig erklärt, da wir logischerweise alle auf der Seite von Ramona waren. Gefrühstückt hat eigentlich nur der Porno, da der Rest von uns recht gefüllt, von dem Fleischbrötchen war. Schnitzel hat dann Ramona erstmal sämtliche Strammsack-Videos von Porno auf seinem Handy gezeigt. Und das sind ein paar. Weiterhin wurden dann noch ein paar Porno-Geschichten zum Besten gegeben. Und Ramona hatte nun genügend gegen ihren Bruder in der Hand. Der Junge hat aber auch einen schweren Stand.

Samstag Morgen Freitag Morgen. Eigentlich hatte ich ja meinen Wecker auf 1000 Uhr gestellt, da wir um 1100 Uhr mit der Jugendfeuerwehr mit dem Müllsammeln beginnen wollten. Doch ein Schmerz, der ungefähr mit dem Gefühl beschrieben werden kann, wenn man mit dem Auge an einem großen Nagel hängen bleibt, bahnte sich seinen Weg durch die Synapsen meines Gehirns. Ein kurzer Blick auf die Digitaluhr zeigte Є5:80. Nach einer kurzen Justage meines Blickwinkels zeigte die Uhr 08:23 und der Schmerz setzte seinen Weg fort. An weiteres Schlafen war nicht mehr zu denken. Da ich nun auch nicht mit mehr weiß, wann ich mich zur wohlverdienten Ruhe gelegt hatte, kann ich keine verlässliche Aussage darüber machen, wie viele Stunden ich nun tatsächlich geschlafen habe. Viele konnten es aber nicht gewesen sein. Die Zeit bis 1000 Uhr wurde dann also mit Dösen und mit scherzhaften Stöhnen verbracht. Dann ging es zum Sammeln des Mülls. Was sich sehr hinzog. Das Wetter war zwar sehr schön, aber selbst strahlender Sonnenschein, in Verbindung mit Kopfschmerzen, die einen Tumor vermuten lassen und Jugendlichen die Fragen stellen, bei denen man am eigenen Menschenverstand zweifelt, kann einen nicht auf einen grünen Zweig kommen lassen. Aber auch diese sehr undankbare Aufgabe ging vorüber und hatte neben dem beseitigen von Unrat auch einen weiteren Vorteil. Meine Kopfschmerzen gehörten der Vergangenheit an. Sobald allerdings am Feuerwehrhaus etwas los ist, kommen alle die nur ein wenig Freizeit haben vorbei und sind einem Bierchen nicht abgeneigt. So wurde dann am späten Nachmittag das Wochenende offiziell mit einem herrlich gekühlten Hefe Weizen eingeläutet. Ein kleiner Tip: Weizen-Flaschen niemals länger als 30 Minuten im Tiefkühlfach stehen lassen. Es sei denn man mag sein Hefe mit Eisbrocken.
Die Abendplanung war auch schon komplett. So ging es dann mal wieder nach Göttingen. Fabian hatte angefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm und seiner Freundin ins Eins B zu kommen. Da war irgend so ein Hillbilly-Krempel angesagt. Darunter stellte ich mich halt die 60er Jahre vor und vor allem konnte man sich betrinken. Außerdem wurden meine Gedanken gleich wieder befangen von meinem letzten Besuch im Eins B. Also stand der Entschluß fest, das der Freitag Abend im Eins B verbracht wird. Voraussetzung war aber, das wir vor 0630 Uhr zu Hause sein mußten, denn da mußte ich aufstehen und zur Truppmann-Ausbildung fahren. Die Letze für dieses Jahr. Und auch diese würde ich überstehen und den Abend vorher weggehen.

Zuerst führte mich der Weg zum Sporthaus, wo ich den letzten Minuten des Training mit einem gekühlten Pils in meiner Hand beiwohnte. Irgendwie muß man den Abend ja beginnen lassen. Gegen 2120 Uhr traten dann der Felkl, Sabrina und ich den Weg zu Fabian an und mit einem kurzen Zwischentop bei Katja, trafen wir in Göttingen ein. Doch vorher mußte die Zeit bevor wir ins Eins B gehen noch überbrückt werden. Also entschieden wir uns für den kürzesten Weg in den Monroes Park. Da war aber Großbildleinwand-Fußball angesagt, was den Damen nicht sehr zusagte. Nächste Station war das El Sol, wobei ich hier ja schon wieder schwarz sah, allein wegen des Platzbedarfs. Doch wir hatten Glück. Die Anderen, da ein genügend großer Tisch frei war und ich, da meine Blase sich schon sehr gefüllt hatte. Im El Sol ging es dann munter weiter mit köstlichen Hefe-Weizen. So langsam komme ich wieder auf den Geschmack. Doch was war das eine kleine Müdigkeit machte sich bemerkbar. Ich hoffe das hält nicht an! Zur Abwendung des Anfluges an Müdigkeit wurde schnell eine weiteres Hefe geordert. Nach diesem recht kurzen Intermezzo ging es dann weiter in Richtung Eins B. Ich freute mich schon sehr auf die ganzen heißen Schnitten, die da heute Abend unterwegs sein werden auf den HillBilly-Abend. Was das auch immer sein würde.

Als wir dann das Eins B betraten folgte das was einem eigentlich schon hätte klar sein sollen. Die Disco wurde nicht um dekoriert, dafür gab es aber genügend Typen die sich um dekoriert hatten. Koteletten, so weit das Auge reichte. Würde man sie alle abrasieren, könnte man daraus einen prima Teppich weben, auch wenn die Vorstellung daran schon ein wenig grenzwertig ist. Aber das ist dieses Logbuch ja auch. Auch zu erwähnen waren die unglaublich spitzenmäßigen Frisuren. Ich weiß gar nicht wie viel Gel oder ähnlich klebrige Substanzen sich manche in die Haare geschmiert haben damit die Tolle so derart steht. Auf jeden Fall genießen sie meinen Respekt. Allein schon die Vorstellung ich müßte mir den ganzen Sermon am nächsten Tag aus den Haaren hämmern, würde mich davor zurückschrecken lassen. Ich stelle mir da einen netten Morgen mit Schlagbohrmaschine und eine Vorrichtung für eine Schraubzwinge um den Kopf ordentlich zu fixieren. Auf jeden Fall kein Geschenk. Nachdem ich dann diese Eindrücke auf mich wirken gelassen habe (geschätzte Zeit: 15 Millisekunden) steuerte ich zielgenau die Theke an, da ich sie ja von früher her schon kannte und seit meinem letzten Besuch ist sie nicht umgezogen. Eine der wenigen Dinge auf die man sich noch verlassen kann. Besucht man ein Lokal / Kneipe / Restaurant / Trinkhalle / Zuballerstation zum zweiten Mal kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, das die Theke an dem alten Standort verweilt, währenddessen Tische und anderes Mobiliar oft beliebig verrutscht wird um den Kunden zu verwirren. An der Theke befolgte man meine Wünsche auf direkten Wege ohne zu fragen ob ich noch was dazu haben möchte. Astra pur, denn das war bis Mitternacht noch im Angebot. Bei meinem letzten Besuch trank ich aj auch Astra und muß ehrlich sagen, das der Geschmack sich nur verbessert. Beim letzten Mal war mein Geschmack durch das vorher konsumierte Becks ja schon dermaßen verwöhnt, das alles andere einfach nur nach Bier schmeckte. Aber jetzt im Nachhinein muß ich ehrlich zugeben, das Astra ein Klasse Bier ist, außerdem hat es grandiose Werbung.

Beim Astra bleib es dann auch erstmal, obwohl der Felkl gemeinerweise schon auf Bacardi-Cola umgestiegen war. ER hatte ja auch im El Sol schon zwei Long Island Ice Tea getrunken. Soll heißen, das er schon gut einen drin hatte, denn der Ice Tea bringt einen nach vorne. Gefährlich halt nur, wenn man vorher Bier getrunken hat, weil wegen der Trinkgeschwindigkeit. Nun ja, ich wollte aber erstmal beim Bier bleiben, denn im Hinterkopf hatte sich schon die Truppmannausbildung manifestiert und außerdem ist ein Tag mit Forest nüchtern schon eine Qual. Wir sicherten uns also einen Platz in der Nähe der Theke, wozu ich nun aber nichts konnte. Ich freut mich nur insgeheim und stellte mich dazu. Und fing an die Lage zu sondieren. Doch was erblickten meine schlaftrunkenen Augen dort in der Nähe der Tür. Etwas kleiner als ich, die braunen Haare zum Pferdeschwanz zusammen gebunden und recht gut aussehenden. Aber halt, wer hat denn plötzlich das Plakat im Inneren meines Kopfes aufgehängt. Aha, der gesunde Menschenverstand war es und erinnerte mich an gewisse Sachen. Also widmete ich mich dem weiteren Bierkonsum und lauschte der rockigen Musik. Die übrigens recht gut war. Sachen die man sonst nicht in Discos hört, aber keineswegs Freak-Musik war.

Nachdem ich dann einmal auf der Toilette war, konnte ich fast die Uhr nach den fordernden Toilettengang stellen. Denn die Blase nahm dann einen gewissen Rhythmus auf. Dabei war recht egal, wie viel Flüssigkeit ich dazwischen zu mir nehme. Das hat nur Einfluß auf die tatsächliche Aufenthaltszeit auf der Toilette. Mittlerweile hat sich die Disco recht gut gefüllt und wie sollte es anders sein, stellen sich die Leute nicht in die ausgewiesenen Stellbereiche, sondern immer genau da hin wo der Durchgang ist. Auf der anderen Seite ist immer da wo ich stehe plötzlich der Durchgang. Also half nur durch kämpfen. Um es kurz zu machen, hatte ich schon seit längeren nicht mehr so intensiven zahlreichen Körperkontakt. Und ich habe mal Eishockey gespielt. Doch der Weg zum Klo mußte gebahnt werden, ansonsten gibt es bestimmt eine böse Blaseninfektion oder gar schlimmeres. Wege durch Massen zu schlagen ist aber nicht immer so einfach und nun weiß ich nicht ob es purer Zufall war oder das Schicksal die Leute in meinen Weg gestellt hat, damit ich plötzlich vor der Pferdeschwanzträgerin stehe. In meiner eh schon vorhandenen geistigen Verwirrung stand ich nun da und versuchte Luft zu bekommen, was von außen aber bestimmt wie Starren mit geöffneten Mund aussah. Doch bevor ich ein gequältes ”Hallo“ hervorbringen konnte, drückte die Masse von hinten weiter und ich konnte nur ein süßes Lächeln von ihr ernten. Gut, sie könnte auch alle anderen in der Disco damit gemeint haben, aber ich nahm es für mich in Anspruch. Mir doch egal, was die anderen tausend Stelzböcke sagen. Auf dem Toilette machten sich schon wieder Gedanken des Ärgers breit, die aber schnell weggefegt wurden, von dem Fegefeuer, des gesunden Menschenverstandes, der meine nicht vorgenommen Vorsätze sehr ernst nahm. Auf dem Rückweg, könnte ich ja nochmals stoppen. Doch das Vorhaben, wurde wieder mal vereitelt. Ich kam zurück und fand sie nicht mehr da vor, wo ich sie verlassen hatte. Nein, sie hat sich ihrerseits den Weg zur Theke gebahnt. War ja klar, jetzt ist sie dort wo ich zu Hause bin, wo ich mich wie ein Fisch im Wasser fühle, wo ich mich wie Pitsche auf dem Eis fühle, das wäre quasi ein Heimspiel für mich, aber nein, ich bin gerade auf einem Auswärtsspiel. Also wurde alles daran gesetzt wieder zurück zur Theke zu kommen. Doch wie es nun mal in den Massen ist, kommt man da nicht auf dem direkten Wege hin. Während ich also mitten drin war in dem Gewühl, setzte sie sich langsam wieder in Gang um den Rückweg anzutreten. Ich wusste was mich erwartet. Ich würde zurück zu Theke kommen, sie war weg und hatte geführt durch die Massen einen anderen Weg als ich genommen. Prophezeiung erfüllt und ich nahm das Erlebte als Wink des Schicksal hin. Es soll also immer noch nicht sein. Aber ich habe ja Zeit.

Die Uhr rückte weiter vor und plötzlich klopfte mir jemand auf die Schulter. Rauschi, ein alter Schulkollege, hat den Weg in das Eins B gefunden. Oha, jetzt geht der Schlimme Teil los. Rauschi ist ein ganz Großer am Glas. Naja, dann will ich mich mal dem hingeben, was das Schicksal für mich auserkoren hat. Es ging dann also Rundenweise los und es tat mir echt leid, das ich Christian und Sabrina alleine zurück lassen mußte. Aber Katja und Fabain sind auch shcon ihre eigenen Wegen gegangen. Fabian hat einen Studienkollegen getroffen und Katja ein paar Freunde aus Etzenborn. Nach erhöhten Astra-Konsum, machte ich Rauschi dann den Vorschlag auf Mixgetränke umzusteigen. Er war sofort dafür, doch eine innere Stimme übertönte noch die Musik. Ich ignorierte sie und bestellte erstmal zwei Havana Club, auf den Vorschlag Jägermeister-O-Saft wollte ich beim besten Willen nicht eingehen. Vorher hätte ich mir lieber in das Knie geschossen. Zweimal.

Sabrina ist dann mittlerweile ins Reich der Träume abgetaucht und es wurde so langsam Zeit, das wir den Heimweg antreten würden. Schließlich mußte ich ja am nächsten Tag Truppmänner ausbilden. Was mir aber egal war, schlimmer war das frühe aufstehen. Draußen traf mich dann ein ganzes Rathaus am Kopf, denn ich war auf einmal total strukelig. Der Weg zum Auto wird nur noch schemenhaft in meinem Kopf dargestellt und auch die Rückfahrt muß ich wohl schlafend zurück gelegt haben. Ein letzter Blick auf die Uhr verriet mir, das es 0343 Uhr war. Verdammt!

Samstag Morgen. Der Wecker klingelt und noch nie hatte ich weniger Lust zum Aufstehen. Mir ging es nicht gerade schlecht, aber ich hatte mich durchaus schon einmal besser gefühlt. Das hilft aber alles nichts, ich mußte aufstehen und meinen Dienst tun. Der auch wieder vorbei ging. Es war zwar ein harter Tag, aber alles in allem recht erfolgreich. Gepetto machte wieder ein dumme Bemerkungen und Akki und ich hatten wie immer eine Spitzentrupe. Auch wenn wir Forest dabei hatten. Die Abschlußübung wurde diesmal auf dem Bauhof durchgeführt und war meiner Meinung nach ein wenig fade. Es war zwar alles dabei, aber aus Erfahrung weiß ich, das die Jungs und Mädels sehr heiß darauf sind, mit Wasser rum zuspielen. Und die Menschenrettung war ein wenig sehr wirr. Und ich finde das Szenario im Bostal um Längen besser als auf dem Bauhof. Vielleicht im nächsten Jahr wieder. Anschließend kam die Prüfung und einer der Truppmänner hat auf seinen Geburtstag ein 30 l Faß Bier ausgegeben. So gefällt mir das. Natürlich wollte ich sofort nach Hause, aber den strafenden Blicken von Akki konnte ich nicht entgehen und somit trank ich dann ein zwei drei Bier und dann fuhr ich los. Denn Abend war ich ja noch auf die Geburtstagsfeier von Heike eingeladen. Da ich aber auf Grund des 30 l Faß Zwischenfalls ein wenig spät weg kam, kam ich dann auch dementsprechend spät zum Geburtstag.

Dort wurde dann aber schnellstes dafür gesorgt, das ich weiterhin mit Bier versorgt wurde. Aber an einem Tisch kann man ja bekanntlich nicht ganzt so viel trinken wie im Stehen. Also raffte ich mich auf und gesellte mich zu Matten an der Theke. Verdammt, wieso zieht es mich immer an die gleichen Positionen auf Parties. Entweder bin ich da wo irgendwelche Aktionen durchgeführt werden, die am gesunden Menschenverstand zweifeln lassen oder ich sitze da wo die meisten Alkoholiker ein Treffen abhalten und Flaschenweise den harten Schnaps in sich rein hämmern oder ich stehe an der Theke. Was soll ich denn da machen, das ist wie eine Vorbestimmung und da komme ich nicht so schnell raus. Nicht das ich mich beschweren will, an der Theke ist es doch immer recht gemütlich und schön. Und man ist direkt an der Quelle und braucht nicht lange auf sein Bier zu warten. Außerdem kennt man als Bald die Bedienung und die Bedienung kennt einen, ergo kommt man noch schneller an sein Getränk. Hat also eigentlich nur Vorteile. Ich blieb also vorerst beim Bier, obwohl mich schon etliche Flaschen Havana Club anlächelten und laut meinen Namen riefen. Zu Matten und mir gesellten sich dann in kürzester Zeit Anja, Siggi und Diana. Als dann der Matten erstmal für kurze Zeit auf den sanitären Einrichtungen verschwand rückte dann Anja, seine Schwester, mit ihrem großen Plan für den Abend raus. Matten sollte nämlich verkuppelt werden, aber es lief (noch) nichts vernünftiges rum, besser gesagt alle waren vergeben. Aha, im Hause Schwedhelm gibt es also ähnliche Probleme, wie bei mir zu Hause. Warum sollte es da auch anders sein. Aber meistens gehen solche Verkupplungsaktion wunderbar in die Buchse.

Zwischenzeitlich pendelte ich dann ein wenig zwischen Theke und dem Tisch der Mädels, die sporadisch mal in den Thekenraum zum Tanzen vor stießen. Dank meiner Kriegsverletzungs-Geschichte wurde eich vom Partnertanz verschont. Bei den Mädels jedenfalls lief der Schnaps schon wieder in Strömen rein. Hieß also Obacht behalten, nicht das es hinterher wieder heißt, das sich der Peter mal an einen Tisch gesetzt hat und als er wieder aufgestanden ist, waren alle betrunken. Das liegt nämlich gar nicht immer an mir. Oder aber meine Anwesenheit regt sehr zum Trinken an. Das könnte natürlich auch ein Grund sein. Jetzt weiß ich auch warum in so vielen Disco Spiegel angebracht werden. Ich gehe rein, sehe mich im Spiegel und habe urplötzlich das Verlangen mir literweise Bier reinzukippen. Das sollte mal verfolgt werden. Nur von wem?

Wieder an der Theke zurück traf ich dann den Holger. Der Holger war aber anscheinend schon länger da oder hat vorher irgendwo eine Flasche Korn auf Ex getrunken. Jedenfalls konnte ich nicht alle Sätze die er mir erzählt hat auf Anhieb entschlüsseln. Ich mußte mehrmals in meinem Wörterbuch ”Hackestramm-Deutsch / Deutsch – Hackestramm“ nachschlagen, aber nach einer gewissen Zeit ging es. Da reden bei erhöhtem Alkoholkonsum Hände und Arme einschließt, machte sich ein aufmerksamer Kumpel von Holger recht schnell Sorgen, kam vorbei gestrukelt und fragte ob wir Ärger hätten und mal vor die Tür gehen wollten. Ich war baff. Doch Holger klärte alles und meinte wir kennen uns schon länger und würden uns nur unterhalten. Der gleiche Kumpel kam dann wieder rein und ließ sich auf einen Hocker in einer Ecke nieder, wo er dann auch nicht mehr aufstand und seine Augen von innen nach Fehlstellen untersuchte. Wie ich aus verläßlichen Quellen weiß ist er dann irgendwann still und leise aufgestanden und nach Hause gewankt. Selbst ein startender Eurofighter hätte ich nicht wecken können. Ich bin immer wieder fasziniert von solchen Leuten. Früher konnte ich das auch mal, aber nur nachdem ich eine Flasche Jim Beam in mich geleert hatte. Heute mache ich ja solche Späße ja nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr mit Jim Beam.

Doch dann traten Nolte, Wippi und noch ein Kollege auf den Plan. Jetzt wusste ich das ich aus diesem Abend nicht mehr lebend raus komme, wenn ich nicht höllisch aufpassen würde. Die Begrüßung war sehr herzlich und ich durfte aus erster Hand erfahren, das Wippi und Nolte vorher beim Griechen waren und mit Sicherheit nicht beim Tzaziki gespart haben. Eine leichte Knoblauchfackel umgab sie und wanderte beim Sprechen umher. Gott sei Dank bin ich bei solchen Geschichten nicht so empfindlich. Nolte nutze meine temporäre Verwirrung aus und orderte gleich mal zwei Havana Club Cola, die Mischung die ich in der Hand hielt ignorierte er stur. Auch auf Hinweise meinerseits, erwiderte er nur, das so eine kleine Pfütze (halb volles Glas) für mich nur ein kleines Problem sein sollte. Nun fragt sich der aufmerksame Leser, warum ich denn Havana Club trinken würde. Das war so. Ich stand mit den Schwedhelms an der Theke und ich habe eine interne Abstimmung abgehalten, bei der raus kam, das ich ab 2300 Uhr auf Mischungen umsteigen würde. Der bisherige Bierkonsum hat nicht die erhoffte Wirkung gebracht, deswegen quengelte die Leber ein wenig rum. Auch zwei sporadisch zwischen geschmissene Kotzo brachten mich nicht wirklich die Höhen die von meinem Organismus erwartet wurden. Da mußte natürlich was getan werden. Leider hatte sich Florian, Netzgers kleiner Bruder, hinter der Theke schon so auf mich eingeschossen, das er mir jedes mal ein volles Bierglas hinstellte, wenn ich ein leeres auf die Theke stellte. Also wurde der Havana Club Einstieg um 10 Minuten verzögert. Ein Faux Pas, der mein Leber ein wenig einschnappen ließ. Dann kam noch dazu, das mir die ersten Mischungen mit Limetten gereicht wurden. Da mein Körper auf die Aufnahme von solchen immensen Vitaminmassen nicht vorbereitet war und sie vor allem den wahren Geschmack des Havanas verfälschten, verzichtete ich in Zukunft auf das Gemüse. Auch das war dann nach zweimal erwähnen beim Barkeeper klar. Ich habe noch nie verstanden, warum manche Leute den herrlichen Eigengeschmack von Havana Club mit Zitronen oder Limetten verfälschen wollen.

Da stand ich nun mit einer Mischung in der Hand und Nolte mit dem nächsten Mixgetränk im Anschlag. Es sah also nach einen sehr hässlichen Ballerabend aus. Und ich fühlte mich zu Hause. Doch da der Single-Frauen Anteil eher nach unten ging, hatte dann Nolte auf einmal den Drang noch nach Rhumspringe zu fahren, da war Lanzbulldogtreffen Crazy-Disco-Party. Es stellte sich aber heraus, das dort eine junge Dame unterwegs war die das Interesse unseres guten Berufsfeuerwehrmann erregt hat. Das tat mir natürlich sehr leid für die junge Dame, Nolte jedenfalls sattelte die Pferde und ritt Richtung Rhumspringe. Währenddessen sorgte dann Holger wieder für Stimmung er schmiss unabsichtlich ein Glas von der Theke und beschuldigte dann den Wippi, in dem er stumm mit dem Finger auf ihn zeigte, obwohl Wippi 3 Meter von ihm weg stand. Vielleicht hat Wippi ja auch telekinetische Fähigkeiten man kann ja nie wissen. Holger war eh der Stimmungsgarant. Er schmiß sich nämlich auch an die Westeröder Mädels ran. Erst an Daniela, die er nach ungefähr 20 Minuten heiraten wollte und als Daniela dankend ablehnte, kam dann Sabrina an die Reihe. Holger war erst niedergeschlagen von der Abfuhr, die er von Daniela bekommen hatte, hat sich dann aber schnell wieder betrunken gefangen und Sabrina in näheren Augenschein genommen. Schnell stand fest, das er doch das Aufgebot bestellen kann.

Nach diesem kurzen Intermezzo kam dann auch der Nolte wieder, der jetzt auf jeden Fall die Haare schön hatte. Warum konnte er selber nicht mehr sagen. Aber seine Holde hatte wohl die Flucht nach Vorne angetreten wohl keine Zeit mehr und mußte früh nach Hause. Somit wurde ich dann wieder genötigt mit ihm zu trinken, was mir aber nicht wirklich was ausmachte. Was mir aber ein bischen Sorgen machte, war das die Mädels langsam so seltsame Sätze von sich gaben, wie ”Wollen wir langsam los?“ oder ”Boah, bin ich müde?“. Da heißt es schnell handeln und nicht mit einem leeren Glas erwischen lassen. Der Standort wurde flugs an die Theke verlegt, denn da waren die Wege ja bekanntlich kürzer. Doch auch mein selbstzerstörerisches Trinken verschaffte mir nur einen Aufschub, von ungefähr drei Mischungen und dann kam die unwiederrufbare Aufforderung aus zutrinken. Ich habe es versucht, aber wenn meine Mitfahrgelegenheit los will, dann kann ich mich nicht dagegen wehren.

Doch die Fahrt ging nicht, wie ich in meinem jugendlichen Leichtsinn an nahm, nach Hause sondern in die Werkstatt. Wenn es denn sein muß. Dort trafen wir dann auch Schnitzel und Böning und auf Nicole und Petra, zwei Elferratsfrauen, die gerade von einer Kneipentour aus Göttingen zurück kamen. Der Abend war also lange noch nicht vorbei. Von irgendwo kamen plötzlich Tabletts her und ab und an immer war Havana Club mit drauf. Bei solchen eindeutigen Zeichen bleibe ich natürlich da, auch wenn die Mädchen-Schar, die mich dorthin geschleppt hat frühzeitig das Weite suchte. So konnte ich aber die Gelegenheit nutzen und mit Nicole in intensives Gespräch über Porno und seine Trinkgewohnheiten führen. Ich berichtete erstmal von seinem unfairen Verhalten seiner Schwester gegenüber. Doch das kannte sie zur Genüge, ist sie ja die kleine Schwester von Schmierpopel. Ein hartes Los. Jedenfalls beschlossen wir zusammen, das Porno ab jetzt nicht mehr so viel trinken darf und schon gar keine Flaschen mehr. Es sei denn er ist ein bisschen netter zu seiner Schwester und nimmt sie auch mal mit am Wochenende. Und falls wir mitbekommen sollten, das Porno gegen unseren Pakt verstoßen sollte, dann wird die Rache fürchterlich sein.

Eh wir uns versahen, stand der kleine Zeiger der Uhr auf der Fünf und der große Zeiger war in der Nähe der Zwölf. Es wurde also höchste Eisenbahn, das wir uns auf den Heimweg machten. Das Alkohol die Wahrnehmung verzerrt ist ja im allgemeinen hin bekannt. Wir dachten zwar das wir leise wie die Katzen schlichen, machten aber laut Gaudos Aussagen Krach wie ein Kompanie Leopard III die gerade aus der Kaserne auf den TrpÜb-Platz verlegt. Somit fiel das Frühstück bei Stollbergs auch ein wenig ins nasse Element, da Gaudo leicht angesäuert war. Da standen nun Schnitzel, Böning und ich und rätselten an einem Alternativplan. Kurzer Hand sind wir dann zu Schnitzel gegangen und haben unzählige Eier in die Pfanne gehauen. Derart gestärkt konnte ich den Heimweg antreten und den Sonntag auf mich zukommen lassen.
Abschließend lässt sich sagen, das die Generalprobe mit Bravur gemeistert wurde. Mit minimalen Schlafaufwand erzielte ich maximalen Partyspaß. Ich möchte nun aus meinem Zeugnis der 1. Klasse zitieren:

Peter hat das Klassenziel nicht erreicht und wird nicht in die 2. Klasse versetzt.

Nun würden noch Lobeshymnen auf meinen Fleiß, meine Aufopferungsbereitschaft und mein großes, männliches Gehirn kommen, aber darauf verzichte ich in gewohnter Bescheidenheit an dieser Stelle. Ich möchte den Logbucheintrag auch nicht künstlich in die Länge ziehen.

Oster kann kommen!

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