Probleme nach dem Blutverlust

24/04/2007

Freitag. Seit längerer Zeit liegt mal nichts an. Was macht man denn nun? Doch dank der modernen Kommunikationsmedien, wie Skype, braucht man nur kurz online zu gehen und schon kriegt man von Porno gesteckt, das es Abends wohl auf eine Fete in das Schützenhaus geht. Doch was vorher abgehen sollte, darauf wusste er keine Antwort, hinterließ aber ein Versprechen, das er das noch in Erfahrung bringen würde. Er müßte nur noch den Schnitzel erreichen, der aber nicht ans Telefon ging. Für Porno kam das schon einem Super-GAU gleich. Er stellte nun verschiedene wage Vermutung auf, was denn Schnitzel so abhalten könne an das Telefon zu gehen. Die möchte ich hier aber nicht wiederholen, da mir am Freitag davon schon schlecht geworden ist. Für mich stand erstmal fest, das der Freitag nun doch nicht auf dem Sofa enden würde, wie erst befürchten mußte, sondern wahrscheinlich wieder in einer fiesen Ballerei enden wird. Gut, ich würde aber erstmal zum Training runter gehen und klären, wie denn die Pläne für das kommende Wochenende wären. Wir haben da ja an einem Samstag ein Spiel und danach sollte noch was gehen. Halt, falsch formuliert. Es muß danach noch was gehen. Außerdem halte ich ja immer noch an der Theorie fest, das, wenn man beim Sport zu guckt auch irgendwas für sein Körper tun würde und vielleicht trainieren ein paar Muskeln beim Zugucken schon von alleine. Die von mir gestartete Testreihe läuft nun schon seit Jahren, allerdings muß ich verschiedene äußere Einflüsse berücksichtigen, daher dauert die Veröffentlichung noch ein paar Jahrzehnte.

Ich begab mich also auf direktem Wege zum Sportplatz ohne vorher Bier zu mir genommen zu haben. Huch, welch mutiges Unterfangen. Doch ich war mir sicher und wollte es einfach mal riskieren. Außerdem hatte ich ein wenig Bedenken, das ich durch den akuten, bewusst herbei geführten Blutverlust am Donnerstag nicht so standfest sein könnte, wie man es sonst von mir gewohnt ist. Daher hielt mich an den Leitspruch ”Immer langsam mit den jungen Blutkörperchen“. Auf dem Weg zum Sporthaus erreichte mich dann auch der Anruf von Porno, der mir mitteilte, das er immer noch nicht wisse, was denn vorher abgehen würde. Es wäre nur klar, das es noch zu der Party gehen würde. Gut, das mußte erstmal als Grundinformation reichen.

Beim Training angekommen dachte ich es wäre eine gute Idee erstmal in der Kabine vorbei zu gucken, denn es hätte ja sein können, das schon ein paar Frühaufhörer da sind, mit denen man ein kleines Schwätzchen halten könnte. War aber Fehlanzeige, dafür stand eine Kiste Bier auf dem Tisch. Und wie provokativ sie da auf dem Tisch stand. Als wolle sie sagen: ”Komm, nimm Dir eine Flasche. Ich bin gut gekühlt und Du willst es doch auch!“ Nach einem kurzen Streitgespräch, griff ich dann zu. Ich ignorierte die imaginären Stimmen (Hoffentlich!) geflissentlich und machte mir trotzdem eine Flasche auf. Immerhin war es schon 2015 Uhr und mein Körper war schon total verwirrt, das noch keine Gerstenkaltschale zugeführt wurde. Nachdem ich dann meinen Durst gestill habe, fiel mir auf, daß das Auto von Christian fehlen würde. Ein Telefongespräch später, stellte heraus, das der feine Herr Trainer in Fulda geblieben ist. Also kam er wohl nicht mit zur Party an dem Abend. Auf der anderen Seite hat er mich erstmal nach Fulda eingeladen. Da ich aber nun schon ein Pils getrunken habe konnte ich nicht mehr fahren und wir befanden uns in einer Sackgasse. Wir vertrösteten uns gegenseitig auf den kommenden Samstag und ich wartete weiter auf das Ende des Trainings.

Was dann auch kam und die Pläne für den kommenden Samstag wurden komplettiert. Man einigte sich darauf, das beim Essen nur die Mannschaft ohne weibliche Begleitung sein sollte. Mir war das total egal, da ich eh keine weibliche Begleitung habe. Das hatten die Vergebenen entscheiden müßen und komischerweise wurde die Entscheidung recht schnell gefällt. Aber das lasse ich hier mal ohne Wertung stehen. Anschließend wird der Weg wohl im Glashaus enden. Ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupten würde das ich nicht total heiß auf das kommende Wochenende bin. Somit konnte der heutige Abend auch nicht Scheiße werden. Und die dritte Kanne wurde wie durch Zauberhand geöffnet. Sämtliche Warnungen die ich mir vorher gesetzt haben wurden in dem Euphorietaumel ignoriert und der gewohnte Betrieb der Bierpumpe hat eingesetzt. Die einzelnen Organe haben sich schon Sorgen gemacht und hatten schon ein Schriftstück aufgesetzt. Welches sie jetzt natürlich zerreißen konnte. Manchmal ist Geduld eine Tugend.

Da alles geklärt war konnte ich mir nun Gedanken um das Abend-Programm machen. Schnitzel war nun endlich mit was auch immer fertig und gab bereitwillig Auskunft. Wie schon erwähnt, Geduld ist eine Tugend. Porno wird immer gleich hibbelig wird, wenn er um 1500 Uhr noch nicht weiß, wo er sich am Abend die Mütze zuknallen kann. Das erinnert mich an einen jungen Mann, der früher ähnlich drauf war. Wenn mir nur der Name einfallen würde? Vielleicht später! Das Vorballern wurde ins Feuerwehrhaus verlegt. Geplant war es wohl bei Walters im Keller, aber aus unerfindlichen Gründen saß man nun im Feuerwehrhaus. Habe ich persönlich nichts gegen, denn Bier gab es ja dort auch. Und eventuell würde ich ja noch spontane Lust auf ein Hefe bekommen. Als ich auf das Feuerwehrhaus zuging wusste ich schon alleine durch die Geräuschkulisse, das Philip und Kai wieder auf Hochtouren liefen. Wenn die zwei sich unterhalten oder jemandem etwas erzählen wollen, dann steigt der Lärmpegel drastisch an. Er wird nur übertroffen durch ein MG3 welches direkt neben dem Ohr abgefeuert wird. Ich glaube die Eltern von den Beiden können nur noch mit Gehörschutz zu Hause rumlaufen.

Die Entscheidung auf Weizen umzusteigen hatte sich beim Betreten des Feuerwehrhauses schon erledigt, denn die Kiste Bier stand einfach näher dran. So wurde also noch ein paar weitere Biere dem Magen zugeführt. Ich hatte aber auch echt scharf zu Abend gegessen und hatte einen unglaublichen Brand. Und Durst sollte man ja in unserer Hemisphäre ja nicht leiden. Als ich dann zum Abschluß auf meinen Deckel geguckt habe, scheine ich sehr scharf gegessen zu haben, denn mein Durst schien sehr groß gewesen zu sein. Nun muß ich zu meiner Schande eingestehen, das ich nicht mehr mit Gewissheit sagen kann, wie viele Striche ich auf meinem Deckel hatte. Aber es waren auf jeden Fall über fünf. Der Überraschungsmoment hielt aber nicht lange an, denn Thomas kam von der ersten Fuhre schon zurück und wollte uns dann Schützenhaus fahren. Mit den Worten das es noch sehr voll ist und wir auf jeden Fall anstehen müßten ließ er uns einsteigen. Na super, auf Anstellen hatte ich natürlich riesige Lust. Aber vielleicht lässt sich noch ein Alternativprogramm starten. Dennis, der ältere Bruder von Philip und Kai, mußte nochmal zur Tanke und schon waren wir da. Und mußten anstehen. Da darauf aber keiner so richtig Bock hatte, machte ich den Vorschlag, nochmal auf das Frühlingfest zu gehen, welches ja eh um die Ecke war, und dort sich an ein bis zwei Bierchen gütlich zu tun. Dennis war sofort dabei und wir schliffen den Philip kurzer Hand einfach mit. Nach der ersten Runde schloß sich der Porno noch an. Er kann ja auch Bier auf drei Kilometer gegen den Wind riechen. Soll er man machen.
Da es aber mittlerweile schweinekalt geworden ist und die Schlange vor dem Schützenhaus ungefähr drei Ǻngström weiter nach vorne gerückt ist, haben wir dann einfach Mal ins Ambiente verlegt. Das war zwar nicht unbedingt um die Ecke und es war nicht viel los, aber es war überdacht und hatte Türen die schlossen. Also bleib die Kälte fein draußen. Da ist es am Besten mehr Kälte von Innen nach zulegen in Form von gekühltem Bier. Es war zwar Warsteiner, aber in der Not frißt der Teufel ja auch Fliegen. Dennis bestellte erstmal ohne zu fragen die erste Runde Bier. Nicht das ich ihm jetzt böse wäre, im Gegenteil, ich war ihm sehr dankbar, aber als dann die Bedienung mit vier großen Gläsern um die Ecke kam, mußte ich schon ein wenig schlucken. Wie schon erwähnt war es ja Warsteiner, welches nicht unbedingt mein favorisiertes Bier ist, aber halbe Liter sind schon eine Menge Holz. Egal, rein damit und sich nicht beklagen. Dafür sorgte dann schon der Porno, der sich dachte er müsse eine Runde Jägermeister zwischen schmeißen. Langsam zweifelte ich an seinem gesunden Menschenverstand. Nicht das ich schon mit dem halben Liter beschäftigt war, nein, jetzt durfte ich mein System auch noch mit Jägermeister konfrontieren. Als wenn ich sonst keine Probleme haben würde. Aber auch der Jägermeister verschwand ohne Murren im Magen (und blieb auch dort). Der Schluckvorgang dauerte ja wie gewohnt ein wenig länger. Das Interessante ist ja, das dann alle Leute denken ich würde das ganze Zeug wieder hervor holen. Die Gesichter die dabei gemacht werden sind jedes mal sensationell. Leider kann ich mich nicht auf das Schlucken konzentrieren und dabei meine Kamera bedienen. Gefährlich wird es nur, wenn dann noch lustige Sprüche oder Witze erzählt werden. Denn wenn ich erstmal Lachen muß, dann könnte es schnell gefährlich werden. Man hört ja öfter Geschichten von Verätzungen die durch Jägermeister verursacht werden. Also Vorsicht! Der Jägermeister bleib aber unten und wurde kurze Zeit später schon von dem nächsten Halben Liter verdrängt. Folgende Überlegung ging meinem Handeln voraus. Wenn ich ganz schnell den Magen wieder mit anderen Sachen voll mache wird das dort vorhandenen schnell verdaut. Ich hoffe nur, das Jägermeister nicht oben schwimmt. Leider mußte ich dem Philip ein Wasser bestellen, da er mir mit eindeutigen Gesten signalisierte, das er kein Bier mehr trinken könne ohne sich zu übergeben. Ich schämte mich zwar ein wenig als ich der Bedienung Bescheid sagte, das ich statt vier großen Bieren drei große Bier und ein Wasser bekommen würde, aber was tut man nicht alles um Philip den Abend nicht frühzeitig zu versauen.

Die Zeit war reif, mal wieder die Fühler in Richtung Schützenhaus auszustrecken. Und siehe da, die Schlange war verschwunden. Gut, die Uhrzeit war schon fortgeschrittenen und die Rechnung, das etwas später weit weniger Los sein werde ging voll und ganz auf. So konnten wir uns ohne lange anstellen zu müssen gleich ins Getümmel stürzen. Und wir haben die Zeit nicht untätig rum gestanden, sondern weiterhin alkoholische Getränke in uns rein geschüttet und damit den Staat unterstützt. Jeder auf seine Weise. Im Innern des Schützenhauses war es recht übersichtlich. Und das lag nicht daran, das so wenig los war, sondern das die Anwesenden nicht gerade die Ältesten waren. Uns störte das nicht weiter, denn so kamen wir schneller an die Theke. Ab in den rückwärtigen Raum und sofort wurde die kleine Biertheke entdeckt. Ich glaube ich habe für so etwas einen Riecher. Nachdem ich mich dann mit Bier versorgt hatte, bleib noch genügend Zeit sich nach den Anderen die schon vorher sich in der überlangen Schlange angestellt haben Ausschau zu halten. Ging aber schnell, denn ich mußte mich nur umdrehen und schon hatte ich die Vögel vor der Nase. Da kann man mal erkenne, das es prägt wenn man in Westerode wohnt. Zu allem Überfluß Zum Glück kannte ich auch noch den jungen Mann, der an der kleinen Biertheke Dienst tat. Florian kam nämlich auch aus Westerode und versorgte mich bevorzugt mit Bier. So konnte der Abend ja nur gut werden. Bis mich dann ein langhaariger Bombenleger vollnaselte. Lange Haare hatte ich ja auch mal, deswegen wollte ich die Vorurteile wieder in das dunkle Loch sperren aus dem sie eben gerade hervorgekrochen sind. Aber der Typ schien irgendwas genommen zu haben, denn er erzählte mir irgendwas davon, das seine Großeltern auch aus Westerode kommen, er aber nicht wusste wo sie wohnen. Nachdem er mir dann ihren Nachnamen mitteilte, konnte ich ihm weiter helfen. Und wir tranken zusammen. Irgendwie muß ich auf solche total fertigen Typen immer den Eindruck machen, das sie mich jetzt und sofort vollabern müssen. Dabei ist es egal, ob gerade das Haus in dem man steht dem Feuertod geopfert wird oder ob man sich mit Jessica Alba unterhält. Hautpsache erstmal vollabern. Nicht das ich mich beschweren will. Ich bin dann aber auch zu gutmütig, als das ich das Gespräch einfach abwürge.

Kurze Zeit später entdeckte ich dann die Kathrin und die Heike und wurde gleich begrüßt. Und wo die Zwei sind da kann die Kerstin, mit ihren großen… auch nicht weit sein. Wir standen dann noch ein nett zusammen rum und da muß irgendwann der Zeitpunkt gewesen sein, an dem mir Kathrin von einer Fete erzählt hat, die sie wohl demnächst mal geben will. Aber wie das halt so mit Informationen ist, die man während des Bierkonsums mitgeteilt bekommt, werden die nicht richtig abgespeichert, da die gesamte Rechenpower für den Geschmacksgenußvorgang benötigt wird. Ganz einfach oder.

Die Uhrzeit raste quasi dahin und plötzlich streikte die Leber und verlangte nach härteren Sachen. Ich war soweit, das Hirn leistete quasi keinen respektablen Widerstand mehr und somit konnte ich auch Bacardi umschwenken. Aber die Erfüllung war es auch nicht . Obwohl die Bedienung, die nun um einiges besser aussah immer einen extra Schuß mit rein gab. Irgendwie muß ich etwas an mir haben, das die Bedienungen immer sehen, das eine normale Mischung bei mir nicht ausreicht. Oder unter jedem Tresen hängt ein Foto von mir. Was ich nicht hoffen wollte.
Später am Abend kamen dann noch ein paar Westeröder Mädels vorbei, doch daran kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern, da der Bacardi sein Werk zu tun verstand. Ich kann mich aber sehr wohl daran erinnern, das die Mädels fast alle recht gut dabei waren. Sie kamen von einer Disco irgendwo weit weg. Ich bin sogar ziemlich sicher, das sie mir den Namen und den Standort der Disco mitgeteilt haben, aber da war noch das alte Problem mit der Alkoholaufnahme während des Informationsflusses. Es hat aber soweit gereicht, das nun die große Aufbruchstimmung herannahte. Die Westeröder sind ja nicht dumm und haben im Laufschritt das erste Großraumtaxi genommen was da rumstand. Besser gesagt, haben wir einfach ein Taxi besetzt, das gerade angefahren kam. Der Fahrer fragte nervös nach einem Namen und mit einem lauten Ja sind wir dann eingestiegen. So schnell kann es gehen.

Da nun gewisse Leute, ich nenne sie jetzt mal Maren N., ein wenig viel getrunken hatten, hielten wir an dem Punkt in Westerode, der am weitesten von mir zu Hause weg ist. Klar, ich kann ja auch zu Fuß durch die Nacht latschen. Und wenn mich nun die bösen Entführer mitgenommen hätten. Bleiben wir realistisch. Ich kann ja auch mal zu Fuß gehen, macht mir nichts aus. Außerdem hatte ich noch bis zur Nathe-Brücke nette Begleitung von Julia und Patrick. Fängt man nun ein Thema an, welches man nicht zu Ende bekommt, wenn sich die Wege trennen, dann wird halt noch vor der Haustür weiter diskutiert. Hat man dann das richtige Thema drauf, kann das schnell ein wenig länger dauern. Für Patrick dauerte es dann wohl ein wenig zu lange, denn er kam dann auf die fixe Idee sich hinter einem Gebüsch zu verstecken und seltsame Laute von sich zu geben. Nachdem ich dann vor Lachen nicht mehr konnte, setzte ich meinen Weg nach Hause fort.

Ich wurde unsanft geweckt am Samstag Morgen. Dachte ich doch, das ich auschlafen konnte so gut es ging. Wenn nicht durch Kopfschmerzen oder Magenprobleme wird man dann halt durch frecherweise klingelnde Telefone geweckt. Dran war der Schnitzel, der unbedingt wissen wollte, warum ich denn nicht zum Frühjahrsputz ins Feuerwehrhaus kommen würde. Nach einem weiteren Versuch aufzustehen sagte ich ihm, das es schier unmöglich für mich sei die aufrechte Position einzunehmen. Ich dankte ihm nochmal sehr herzlich, das er mich geweckt hatte und konnte ihm das Versprechen geben so schnell wie möglich fit zu werden um dann den Grill zu bedienen. Ich weiß gar nicht warum ich immer so schwachsinnige Versprechen gebe, wenn ich am Vorabend voll wie tausend Mann war ein paar wenig getrunken habe. Irgendwie sind noch ein paar Synapsen umgeleitet gewesen. Mir wurde auch schlagartig bewusst, das der halbe Liter Blut der mir fehlte nicht so einfach durch Alkohol zu ersetzten ist. Lektionen lernt man nur auf die harte Tour. Aber ich gebe dem ganzen noch eine weiter Chance. Besser gesagt probiere ich die gleiche Vorgehensweise noch drei weitere Male aus, bis ich dann ein endgültiges Urteil fällen werde.

Ich schaffte es dann tatsächlich im Laufe der nächsten Stunde mich einigermaßen zusammen zu reißen und den hämmernden Schmerz in meiner Großhirnrinde zu ignorieren. Der Weg zum Feuerwehrhaus war schon recht anstrengend und noch erschreckender war das wunderbare Wetter, welches so gar nicht mit meinem Gemütszustand konform ging. Dank des nur laienhaft angemachten Grills bei der Feuerwehr, konnte ich aber mein Fehlen beim Frühjahrsputz wieder weg machen. Ich machte erstmal ein richtig schönes Kohlefeuer an und riskierte die Haltbarkeit meiner Haut, als ich nur mit einer mickrigen Gabel bewaffnet, die Steaks über der offenen Flamme zubereitete. Haare habe ich jetzt zwar keine mehr an den Händen, aber dafür eine gesunde krebsrote Hautfarbe. Mir angebotenes Bier lehnte ich dankend ab, denn ich mußte noch motorisierte Gefährte bewegen. Das Ausruhen kam an dem Vormittag auch zu kurz, denn am späten Nachmittag wollten wir für die Seniorengruppe der Feuerwehr üben Welches aber glücklicherweise dummerweise ins Wasser fiel, weil eine Hauptperson nicht abgesagt hat. Da saßen wir nun und wussten nicht was wir machen sollten. Plötzlich erschien ein heller Lichtblitz und ich hatte ein Weizen in der Hand, frisch aus dem Kühlfach. Die Anderen behaupten zwar ich wäre Singend zum Kühlschrank getanzt und hätte mir mit leuchtenden Augen das Weizen in das Glas gegossen, aber ich weiß nicht ob das alles verlässliche Zeugenaussagen sind. Da wird ja immer recht viel dazu gedichtete. Die Weizen schmeckten aber trotzdem recht lecker, da ist es auch egal, woher ich sie hatte. Und sie waren eine gute Vorbereitung für den kommenden Abend. Es standen nämlich noch eine JHV und ein Geburtstag an. Das eine war eine Pflichtveranstaltung und das andere hielt einen während der Pflichtveranstaltung am Leben.

Zunächst ging es also zur JHV vom Karnevals Verein. Man mußte ja bestätigen, das man weiterhin so bekloppt ist und im Elferrat bleibt weiterhin die Ehre annimmt und im Elferrat bleibt. Ich bot mich zusätzlich an, ein wenig die Bedienung zu machen. Man sollte auch mal kennen lernen wie es auf der anderen Seite des Tabletts ist und wenn der Zapfer nur auf einen selber hört (”Schneller, verführerischer die dunkle Seite sie ist. Aber stärker? Nein!“). Vor allem konnte ich Bier haben wann immer ich wollte. Doch die Probleme fingen schon an, als ich die Mehrzweckhalle betrat. Dabei sollte das jetzt nicht als schlechtes Omen gewertet werden. Bis zur Mehrzweckhalle nahmen mich freundlicherweise Gaudo und Nicole mit. Endlich mal wieder (Luxus-)Benz fahren. Im Innern erblickte ich zuerst den Schmierpopel. Gut, der Abend war also gelaufen. Jetzt kann ich mich also nur noch betrinken. Als nächstes kam dann das Tische aufbauen, auch wieder vom Elferrat zu erledigen. Da habe ich ja auch noch mitgespielt, in der freudigen Erwartung des kühlen Getränks, welches mich mit Sicherheit bald erwarten würde. Doch als ich dann die Theke betrat, war alles gerade mal angeschlossen. Dann wollen wir mal anfangen zu zapfen. Die Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. Es floß keine Kohlensäure in das Bier und es sah also aus wie eine frische Urinprobe. Das hatte ich nicht verdient. Aufgestaute Aggressionen wollten plötzlich nach oben und sich ihren Weg frei kämpfen. Nach endlosen Telefonaten kam dann die Rettung in Form von Klaus, der alles wieder zum Laufen brachte. Fazit: Faß kaputt und die CO2-Flasche wurde von einem uns bekannten Übeltäter auf die Seite gelegt. Ach ja, bevor ich es vergessen, Kai kriegt nochmal ordentlich den Hosenboden stramm gezogen. Vom gesamten WCC.

Das Bier lief nun also und die Versammlung konnte ohne Probleme fortgeführt werden. Zeitweise drohte vorher die gesamte Situation außer Kontrolle zu geraten, als schon Enthauptungen Löwentor von der Menge gefordert wurden. Zum Glück konnte der hauseigenen Schlägertrupp die Ordnung mit den Morgensternen aufrecht erhalten der Präsident die Menge mit seinen beschwichtigenden Worten beruhigen. Und als dann Martin Ehbrecht mit einem Faß vom Schützenverein um die Ecke kam, wurden alle wieder ein wenig ruhiger. Nur ganz böse Zungen behaupten, das ich der Rädelsführer des geplanten Aufstands war. Man muß sich aber mal vorstellen, das man eine ganze Versammlung voll von Reden und Berichten ohne Bier aushalten muß. Da ist es ganz verständlich das der Eine oder Andere zu drastischen Mitteln wie Heugabeln und brennenden Fackeln greifen will.

Auch ich bin nun ein weiteres Jahr in der Spaßfabrik gefangen und ärgere mich kein bisschen das ich wieder beim Elferrat dabei bin. Nein, ich wurde nicht gezwungen da zu schreiben (Überzeugend genug, Stefan? Der NICHT mit einer auf meinen Kopf gerichteten Waffe neben mir steht!). Scherz (und 9mm Handfeuerwaffen) beiseite. Es macht wirklich Spaß bei der Truppe mit zu machen, auch wenn es ein Arsch voll Arbeit jedes Jahr ist. Dafür hat man auch eine Menge Spaß. Außerdem haben wir jetzt Keile-Günther mit im Boot, was so viel bedeutet, das wir immer genügend Keile haben werden. Falls er mal dran denkt. Ansonsten ist der alte Haufen fast wieder zusammen gekommen. Ein weiteres Jahr voller Alkohol Spaß liegt also vor uns. Und der fing auch schon den Abend an. Überschwänglich von der Freude wieder im Elferrat zu sein, schoß ich sämtliche Warnungen mit einer gigantischen Kanone in den Orbit. Es wurde nicht mehr daran gedacht, das man einen halben Liter Blut kompensieren mußte oder an den beschissenen Zustand des Morgens. Es wurde nur noch an die nächste Runde gedacht. Die auch eine nach der andern kam. Ein weiterer Vorteil des Bedienens ist, das man bei Löwentorrunden vorerst außen vor ist. Vorerst! Denn sitzt man am Tisch wird man unweigerlich in den Kreis der Löwentorfraktion hineingezogen. Wehren hilft ja nicht, also ging dann noch ein paar Löwentor rein. Im Hinterkopf aber immer noch, die anstehenden Geburtstagsparty von Sabrina und Daniela.Nachdem dann einige Liter an Bier und ein oder acht Löwentor vernichtet wurden, setzten wir unseren Alkoholvernichtungszug Richtung der Party fort. Die sollte nämlich bei Vollmers in der Garage statt finden. Fand sie auch und als wir an kamen, waren noch reichlich Plätze frei. Die Uhr zeigte 2230 Uhr und ich hatte also noch einen Bierpuffer von einer guten halben Stunde, bis das Verlangen nach Havana laut wurde. Woher ich wusste, das es Havana gab? Ich brachte selber eine Falsche mit, in der weisen Voraussicht, das ich auch die eine oder andere Mischung mit zuführen wollte. Man ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Jedenfalls nicht doll. Aber zunächst wurde ein weiteres Bier geöffnet und die Begrüßungszeremonie wurde abgehalten. Bier Nummer zwei sollte dann das vorerst letzte sein.

Kurz darauf wurde mir ein weiteres Bier vor die Nase gehalten, welches ich mit den bedeutungsschweren Worten, das ab nun Havana dem Magen angetan wird kommentierte. Sogleich wurde mir das nötige Operationsbesteck in Form eine Plastikbechers gereicht. Die erste Mischung wurde von mir persönlich gemacht. Da ich aber leicht abgelenkt war, durch verwirrende Gespräche mit meinem Gegenüber, welches sich zu der Zeit als Porno entpuppte, geriet sie mir etwas stark. Äußerlich ließ ich mir nichts anmerken, merkte aber, wie mein Mund sich langsam anfing in meinen Körper zurück zuziehen. Ich verlangte scherzhaft nach de Cola und schüttete in einem unbeobachteten Moment einen Liter ein paar Tröpfchen nach. Nun war es schon besser. Doch Bernward ignorierte meinen Plastikbecher, obwohl ich in großen Lettern ”Pitsche“ drauf geschrieben habe und stellte eine weiter Flasche Bier vor mich hin. Als ich ihm erklären wollte, das ich nun Mischungen trinke lachte er nur und ging wieder weg. Und nun? Ich konnte doch die kleine Krombacher-Flasche nicht einfach ungenutzt stehen lassen. Wie würde sie sich fühlen, wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllen könnte? Sie würde in eine tiefe Depression versinken und aus lauter Trauer, würde sie sich in den nächsten Ausguß gießen. Das konnte ich nicht zulassen und trank Stereo. Alte Erinnerungen wurden aufgerissen, an längst vergangene Stammtische. Verdammt, jetzt habe ich wieder große Lust auf einen Stammtisch. Mentale Notiz: Stammtisch anleiern. Mit Hefe-Weizen.

Nachdem dann Bier und Mischung entleert wurden. Kam dann auf einmal Sabrina mit einem Kaffee-Schnaps an und meinte mir davon einen andrehen zu müssen. Anscheinend haben das Bier und die Mischung in meinem Inneren zum Sturmlauf geblasen, denn wie aus dem Nichts hörte ich mich ”Ja“ sagen und hatte Sekunden später einen Kaffee-Schnaps vor mir stehen. Jetzt kann ich sagen, das eines der ekelerregensten Getränke war, die ich jemals getrunken hatte. Erst entfaltet sich im Mund das Aroma eines Kaffees, was ja an sich recht gut schmeckt. Doch dann fängt der stechende Schmerz auf der Zunge an, schluckt man nun den Inhalt runter fühlt es sich an als hätte jemand heimlich Glassplitter in das Getränk gemixt, welche nun im Raspelverfahren die oberste Schicht der Speiseröhre entfernen. Ich bin nicht stolz drauf, aber ich trank noch einen weiteren, nur um gut dazustehen.

Irgendwann dachte sich der Morchel, das er doch auch mal zu der Fete seiner Schwester kommen sollte. Auch wenn er voll wie die Hacke war. Auf der Jahreshauptversammlung tönte er noch rum, das er nichts trinken könnte, da er ja am nächsten Morgen arbeiten müsse. Von wegen. Beim Einmarsch in die Garage wurde er nur durch die gegenüberliegende Wand gebremst. Und der Aufenthalt währte nicht lange, da er auf die fixe Idee kam noch in der Werkstatt vorbei zu gucken. Gesagt getan. Aber keiner wollte mit, also fuhr er alleine hin. Minuten später stand der Taxifahrer erneut in der Garage und teilte uns mit das der vollstramme Morchel eine weitere Taxifahrt bezahlt hätte und nun sollen ein paar Leute einsteigen und mit fahren. Ich wollte erst ein kleines Ratespiel veranstalten, wer von uns hin gefahren ist. Aber ich denke das kann ich mir sparen. Wer nun ”Schnitzel, Porno und Bierpumpe“ gesagt hat, hat gewonnen. Und soviel Preise hätte ich gar nicht gehabt.

Da standen wir drei Helden nun und kamen sogar ohne Eintritt in die Werkstatt. Als wir dann drinnen waren wussten wir warum. Es war nicht die Bohne los. Nur der Morchel saß an der Theke und hielt sich an einem Mischungsglas fest. Also wurde kurzer Hand eine Flasche Wodka bestellt. War ja klar, denn es war nichts los. Die Falsche ging auch am Anfang ganz gut weg und dann kam der Morchel auf die fixe Idee, sich doch mal als Tänzer zu beweisen. Ich muß zugeben, das nun die Musik richtig gut wurde. Sogar so gut, das ich zu den Sisters of Mercy mal wieder auf die Tanzfläche stürmte. Alleine. Nur Morchel bewegte sich irgendwo am Rand. Ich kann es nur auf den immensen Blutverlust zurückführen. Natürlich haben die unzähligen Liter Bier, die Schnäpse, der Havana und vor allem nicht der Wodka damit zu tun. Und der Porno hat alles auf seinem Handy fest gehalten. Aber ich habe da keine Angst, das da irgendwas von veröffentlicht wird. Ansonsten werde ich doch mit meiner Tradition brechen und ein paar einschlägige Fotos veröffentlichen.

Zum Abschluß wollten wir dann den Porno noch verkuppeln, aber als er wieder sein ”Porno-guck-mal-gut“-Gesicht aufgesetzt hat, drehte sich die Bedienung nur weg und hatte den typischen ”Ach-Du-Scheiße“-Blick drauf. Somit steigt Porno auf der Unverkuppelheitsskala auf den Wert 7 auf. Mein Wert ist übrigens geheim nicht vorhanden. Da ein Abend an dem man aus der Werkstatt gefegt wird nicht ohne einen Zwischenstop bei McDonalds abgehen kann, war der Heimweg geklärt. Mysteriöserweise kann ich weder an den Weg, noch an die konsumierten weichen Brötchen erinnern. Sollte das alles nur eingeredete Erinnerungen von Schnitzel und Porno sein? Aber der Geldbeutel gibt ihnen recht. In Westerode haben wir dann noch einen seltsamen Vogel auf einem Damenrad in Richtung Nesselröden getroffen. Erst wollte Schnitzel sich mit ihm körperlich auseinander setzen, doch dann waren alle ganz friedlich. Manchmal fragt man sich echt wo manche Leute raus gelassen werden.

Das Bett empfing mich freudig, obwohl die Sonne sich schon ihren Weg an den Horizont kämpfte. Die Wolken des Nachthimmels machten ihr bereitwillig Platz. Am Sonntag war zum Glück spielfrei. Ein ereignisloser Tag lag vor mir. Und ich hatte ihn bitter nötig!

Bevor ich es vergesse: Chuck Norris aß mal eine ganze Torte, bevor seine Freunde ihm sagen konnten, das dort eine Stripperin drin war!


Tag des Biers

23/04/2007

Wenn das man nicht eine Erwähnung wert ist. Heute ist ”Tag des Biers“ und keiner sagt was. Man gut, das es da den Bierpumpe Informationsdienst gibt. Jetzt könnte ich hier mal eine nette Abhandlung über eines der leckersten Getränke der Welt halten, aber ich will euch ja nicht langweilen und außerdem haben das andere Leute schon viel besser als ich gemacht.

Warum ich dann also diesen Eintrag hier mache. Um zu Erinnern. Wegen jedem Hundefurz wird ein Tag gemacht und der wird dann in der Presse rauf und runter gebetet und breit getreten. Vorausgesetzt es hat irgendeinen humanitären Hintergrund. Sei es der ”Weltkindertag“ oder der ”Weltfrauentag“ oder der ”Tag an dem die Socken irgendwie komisch riechen“. Nur beim Bier wir der Tag einfach so in den Kalender geschrieben und dann nicht weiter erwähnt. Die größte Frechheit besteht ja schon darin, das man den Tag auf einen Montag legt. Hallo, wer kommt denn auf solche spitzenmäßige Ideen? Der Tag des Biers gehört auf einen Freitag oder Samstag, damit man dem Getränk der Götter auch ordentlich huldigen kann, indem man sich drei bis acht Liter davon in den Kopf haut. Hat man am nächsten Tag frei, geht das viel besser, als wenn man sich auf die Arbeit quälen muß. Schule zählt nicht, denn da wird man eh nicht richtig gefordert.
Also lasst uns heute den Tag des Biers begehen. Laßt ihn uns zelebrieren, in dem wir uns heute Abend beim Fernsehen eine schöne gekühlte Flasche Bier öffnen und sie genüßlich trinken. Oder aber ihr reißt die Kanne einfach auf und schüttet euch den Inhalt gedankenlos in den Brägen. Im Endeffekt kommt es aufs Gleiche raus. Doch bevor ihr alles in Euch entleert habt, haltet einen Moment inne und gedenkt einen Moment dem köstlichen Naß, welches schon so vielen Menschen zum Geschlechtsverkehr verholfen hat und vor allem den Menschen, die vor unzähligen Jahren dieses Getränk entdeckt haben. Dabei ist es egal welcher Nationalität sie waren, schließlich sind wir alle Brüder im Bier!

In diesem Sinne: Prost!

By the way, Chuck Norris can drink (beer) and drive!


If you want blood…

20/04/2007

Huch, welch blutrünstige Überschrift und dann auch noch ein Song-Titel von einer australischen, extrem geilen Rock-Band die öffentlich zu gibt mit der Hölle zu sympathisieren. Aber es ist alles viel harmloser. Von einem gewissen Standpunkt aus.

Ich habe nämlich gestern Blut gespendet und zwar beim ”Roten Kreuz“. Ja ja, ich kann die Sprüche schon hören. ”Wer soll denn Dein Blut bekommen? Porno Harald Juhnke?“ oder ”Aha, die planen wohl eine Betriebsfeier beim Roten Kreuz.“. Aber es war ja Donnerstag und der Samstag, so heftig er war, ist nun schon ganzen 96 Stunden zurück, also habe ich gute 9,6 Promille abgebaut. Das sollte durchaus reichen um keine erhöhten Leberwerte zu bekommen. Eigentlich hatte mich der Ingo ja überredet und er hat ganz fiese Mittel dazu benutzt. Er berichtete mir nämlich das beim letzten Mal eine nicht näher genannte junge Dame mit einem Granatenarsch auch ihr Blut gespendet hat und schon bettelte ich darum mit beim nächsten Mal Bescheid zu geben, denn ich wollte unbedingt den Saft des Lebens spenden. Am Besten im Beisein besagter junger Dame. Scherz beiseite, ich wollte eh mal wieder mit dem Blutspenden anfangen. Das größte Problem bestand allerdings in meiner schier unheilbaren Phobie vor Nadeln und anderen spitzen Gegenständen die in Menschen rein gesteckt werden können.

Aber das Blutspenden stand ja noch nicht vor der Tür. Bis sich dann der Ingo meldete und meinte das am Donnerstag Blutspenden ist und ob ich Lust hätte mitzukommen. Gemeinerweise ließ er auch wieder den Namen besagte jungen Dame mit dem Granatenarsch fallen. In meiner Euphorie sagte ich schneller ja, als meine Synapsen im Hirn schalten konnten. Und der Donnerstag kam und ging rasend schnell vorbei. Ziehen sich sonstige Arbeitstage hin wie Kaugummi, auf welches man an warmen Tagen auf dem Asphalt tritt (und anschließend auf der sündhaft teuren Auslegeware im heimischen Wohnzimmer verteilt), ging der Donnerstag so schnell vorbei als der neue TGV (Wo wir gerade dabei sind: Verdammte Franzacken!) und der Abzapftermin rückte näher. Doch ich wollte mich meinen Dämonen stellen und mir endlich mal wieder Blut abzapfen lassen.

Ich fuhr also gegen 1800 Uhr zur AOK um Ingo abzuholen. Vorher mußte ich noch eine Besorgung in der Bahnhofsapotheke machen, in der Apotheke, mit den absolut hübschestens Verkäuferinnen. Bin ich dort drin, gehören klare deutsche Sätze sprechen nicht mehr zu meinen Eigenschaften. Stummes deuten auf Artikel die man käuflich erwerben möchte ist schon das Höchste an Körperkontrolle. Anschließend ging es dann gleich zur Astrid-Lindgren-Schule und zur Anmeldung. Leider konnten meine Daten vom letzten Blutspenden nicht mehr gefunden werden, weswegen ich als Erstspender geführt wurde. Gut, das letzte Mal ist schon ein wenig her und davor war ich das letzte Mal beim Bund spenden. Man drückte mir also den obligatorischen Fragebogen in die Hand. Noch konnte ich aus der ganzen Sache fliehen. Nur eine einzige Frage falsch beantworten und schon war ich draußen. Aber das konnte ich dann beim besten Willen nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Bei zwei Fragen war ich mir ein wenig unsicher, aber Ingo half mir brüderlich aus der Misere. Ich glaube das war ”Wiegen sie weniger als 50 kg?“ und ”Leiden sie an erhöhten Gewichtsverlust?“. Nach kurzer Diskussion mit Ingo konnte ich die erste Frage mit ”Nein“ beantworten und bei der Zweiten würde ”Leiden sie an erhöhten Gewichtszunahme?“ eher zutreffen. Also wurde nicht gekniffen und es ging weiter, der drohenden Spritze entgegen. Zunächst piekste mich eine junge Dame mit osteuropäischen Akzent in den Finger. Sie lächelte dabei, aber sie war knallhart. Dann gings weiter zum Doktor, der meinen Blutdruck aufnahm. Bisher alles kein Problem und in eine Papiertüte mußte ich auch noch nicht atmen. Nun kam der Kollege, der die Beutel verteilte. Ich staunte nicht schlecht, als er mir ganze vier Beutel auf mein Klemmbrett legte, gefolgt von einem Ständer für drei Ampullen. Langsam machten sich Zweifel breit, ob ich hier wirklich nur einen halben Liter spenden sollte. Dann kam der Moment, wo ich auf die Liege gebeten wurde. Links der Ingo und rechts das Fixerbesteck Blutentnahmeuntensil. Nun gab es kein zurück mehr. Und die erhoffte junge Dame mit dem Granatenarsch war auch noch nicht da um Zeuge meines heroischen und selbstlosen Verhaltens zu werden.

Eine Dame fortgeschrittenen Alters trat an mich ran und versuchte mich mit Worten durcheinander zu bringen, doch ich warnte sie vor, das sie meinen Arm lieber fixieren sollte. Nur zu ihrer eigenen Sicherheit. Und bevor ich mich versah steckte eine Nadel so groß wie ein Gartenschlauch in meinem Arm und die drei Ampullen zur Blutuntersuchung wurden gefüllt. Ich weinte ein bisschen und bekam einen Lutscher. Den Einstich merkte ich ganz kurz und dann fiel ich in Ohnmacht lief es ganz gut raus. Nach knappen 10 Minuten war dann der Beutel auch schon voll und ich konnte mich eigenen Fußes zu den Erholliegen begeben. War zwar nicht nötig, aber ist so vorgeschrieben. Anschließend gab es dann noch lecker Essen, wo Ingo und ich uns noch gütlich taten. Und zwar nicht zu knapp!

So schlimm wie ich es mir ausgemalt habe, war es nun wirklich nicht und ich schäme mich ein wenig meiner Phobie. Beim Bund waren sie jedenfalls nicht so fürsorglich. Da wurde die Nadel in den Arm gerammt und dann gings im Laufschritt wieder zurück zur Kompanie.

Nun meine Empfehlung an alle meine Leser. Geht Blut spenden. Es tut nicht weh und man hat davon mehr als genug. Ob ihr nun dorthin geht wo es Geld gibt oder wo man unentgeldlich angezapft wird, ist ziemlich egal. Nur tut es. Junge Blutspender gibt es immer weniger und Blut ist extrem wichtig. Ich werde auf jeden Fall wieder hingehen und hoffe ein paar von Euch dazu überzeugt zu haben. Wer sich erkundigen will guckt beim Roten Kreuz oder auch bei Wikipedia nach.

Folgende Punkte helfen vielleicht bei der Entscheidung:

1) Man rettet Leben

2) Das Blut wird gründlich untersucht und bei etwaigen Problemen bekommt man sofort Bescheid.

3) Man bekommt freies Essen und Getränke (und im Klinikum Geld)

4) Wenn man Glück hat sind gewisse junge Damen mit einem Granatenarsch da!

Außerdem geht Chuck Norris auch Blutspenden. Aber wenn Chuck Norris Blut spenden geht, dann verlangt er statt der Nadel und dem Beutel eine Pistole und einen Eimer!


Strip-Pokern und Geburstag

17/04/2007

Unsere kleine Erzählung beginnt seit langer Zeit mal wieder an einem Freitag. Einem Freitag, der durch einen dummen Zufall (Urknall) auf den 13ten Tag des Monats April gefallen ist. Für alle Abergläubischen ist das ja ein ganz besonders schlimmer. Leider befürchte ich, das ich an solche Sachen rein gar nicht glaube und außerdem befürchte ich das ein Großteil der Menschheit gar nicht weiß warum ein Freitag, der 13. als Unglückstag gehandhabt wird. Wen es interessiert der lese es bitte hier nach. Bildung zahlt sich irgendwann einmal aus!

Da die Jungs vom Krombacher-Club nicht auf den Kopf gefallen sind, haben sie natürlich an genau diesem Datum ein Pokertunier organisiert. Die Einladung flatterte per elektronischer mail ins Haus und auf der Seite war natürlich wie nicht anders zu erwarten, eine nett anzusehende, junge Dame abgebildet, die rein zufällig ein paar Karten in der Hand hält. Wahrscheinlich hat sie die gerade auf dem Boden gefunden und wollte sie dem Kartenausteiler zurückgeben, ist dabei gestolpert, hat ihre Schuhe verloren uns ist leicht lasziv lächelnd auf den Poker-Tisch gefallen. Außerdem muß sie bei dem irrwitzigen Luftzug ihre Bluse und ihre Hose verloren haben. Manchmal passieren auch die seltsamsten Sachen. Erblickt man dann nun als nichtsahnender Mensch, so eine Werbung für eine Pokernacht, bleibt es nicht aus, das gewisse Schlüsse in weiten, tief verwinkelten Gänge des Gehirns gezogen werden. So auch in meinem Fall. Zu erst bemerkte ich die junge Dame auf dem Bild gar nicht, war ich doch magisch von dem Wort Krombacher angezogen, welche unübersehbar in der rechten oberen Ecke platziert wurde (Für alle die immer noch den Schriftzug suchen). Doch irgendwann klingt die erste Begeisterung ab und der Blick löst sich vom Schriftzug und erblickt dann das nächst größere Objekt, den Pokertisch die junge Dame. Erst war ich verwirrt, da ja sonst keine Frauen beim KCW zugelassen sind, aber dann machte mein Gehirn die nötigen Schlussfolgerungen für mich. Anscheinend wurde das ganze unter Hand als Strip-Poker Turnier geführt und lasziv lächelnde, leicht bekleidete Damen wären unsere Spielpartnerinnen. Dabei würde auf jeden Teilnehmer fünf Damen kommen, die denken das Poker das gleiche ist wie Mau Mau. Die Vermutungen gingen sogar noch weiter und ich ging davon aus, das sich das schwedische Bikini-Team angemeldet hat. Nun hieß es trainieren. Als großes Vorbild nahm ich mir Chuck Norris. Es ist ein Fakt, das Chuck Norris das größte Poker-Face aller Zeiten hat. 1983 hat er die Weltmeisterschaft im Pokern gewonnen. Er hatte folgende Karten auf der Hand: Einen Joker, eine “Sie kommen aus dem Gefängnis frei“ – Karte vom Monopoly, eine Kreuz 2, eine Pik 7 und die grüne 4 aus einem UNO Spiel. Sensationelle Leistung.

Auf der Einladung stand das es um 1900 Uhr losgehen sollte. Viel zu spät. Dachte ich an die ganze Strip-Poker Erfahrung lief ich schon seit Mittwoch sehr erregt sehr aufgeregt durch die Gegend und konnte den Freitag kaum erwarten. Dann gab es noch eine kleine Änderung und zwar wurde vorher gegrillt und das eigentliche Turnier fing erst um 2130 Uhr an. Umso besser. Man gab uns also Gelegenheit das Bikini Team und die ganzen Models vorher betrunken zu machen. Ich konnte es also nicht mehr aushalten und lief ging gemütlich zur Mehrzweckhalle. Doch was war das, als ich voller Erwartung um die Ecke vom Bäcker fiel kam. Keine Models, kein schwedisches Bikini-Team, keine Frauen überhaupt. Nur Porno, der sich freute und noch ein paar Andere vom KCW. Da muß ich jemand wohl die Einladung falsch interpretiert haben. Vollkommen deprimiert begrüßte ich diejenigen die da waren. Glücklicherweise gab es leckeres Bier, so daß meine Gefühlslage sich um 100% besserte. Von einer Sekunde auf die andere. Aber es kam noch besser. Ein Bier kostete 0,50 €. Ich kann es nicht beschwören, aber mein Herz hüpfte ein wenig auf und ab, bei dieser Information. Also hieß es erstmal einen gute Biergrundlage zu schaffen. Im Gegensatz zu manch Anderen, die sich erstmal an die Cola hielten, damit sie später beim Poker nicht zu stramm waren. Hallo, was ist denn das für eine Taktik. Glücklicherweise verriet ich keinem meine Chuck-Norris-Taktik. Aber die hat sich jetzt eh erledigt, denn ich entschied spontan, das ich kein Poker spielen würde. Ich war ja davon ausgegangen, das ich mit ein paar leicht bekleideten Models an einem Tisch sitzen würde und spätestens nach drei Runden mindestens die Oberteile vor mir liegen hätte. Da habe ich dann also die fünf paar Socken, drei Unterbuchsen und sieben T-Shirts nichts gebracht, denn es wurde um cold hard cash gespielt. Besser gesagt um Krombacher Weizen. Trotz dieser verlockenden Gewinnaussichten, hatte ich nicht so richtig Lust mich zum Pokern aufzurauen, bestand ja auch noch die Möglichkeit Doppelkopf mit Jotte und Stefan zu spielen. Uns fehlte nur noch der vierte Mann. Vielleicht hatte ja das schwedische Bikini Team Zeit. Wenn es denn unbedingt hätte sein müssen, dann hätten wir auch Strip-Doppelkopf spielen können. Bevor wir gar nicht spielen.

Die erste Runde Poker wurde dann schon vor der MZH eröffnet, um schon ein wenig zu üben. Vom Grillzeug ließ ich erstmal die Finger, denn der Hunger wollte nicht so recht kommen. Könnte auch daran gelegen haben, das ich meiner geistigen Verwirrung zu Hause schon was gegessen habe. Kein Wunder, konnte ich ja auch nur an die bevorstehenden Poker-Partien mit Joss Stone, Jenna Jameson und Christina Aguilera denken. Dafür hat dann der Porno zum großen Steak-Inhalation-Rundumschlag ausgeholt und mal eben drei Stück von den armen kleinen Dingern weggeputzt. Er ist ja auch noch mitten im Wachstum. Nett war auch der kleine Zwischenfall mit dem Jugendraum. Hüfte kam an und ist sofort in den Jugendraum gegangen, was ich durchaus verstehen kann, denn vor der MZH saßen nur ein paar angetrunkenen Männer die entweder Poker spielten (die Anderen) oder sich Bier rein kippten und Blödsinn laberten (Böning, Porno und ich). Dann kam Porno auf einmal auf die Idee, das es im Jugendraum eventuell noch Schnaps vom KCW geben könnte. Noch bevor sich jemand angeboten hatte, war er schon aufgesprungen und man hörte nur noch die Tür vom Jugendraum ins Schloß fallen. Ein Kugelblitz ist ein Dreck dagegen. Aus ganz weiter Ferne hörte ich eine Kolonne Lanz Bulldog vorbei fahren.

Endlich kamen dann auch diejenigen, für die wir das ganze Turnier verschoben haben und die Tische konnten ausgelost werden. Da ich mich endgültig dafür entschieden habe nicht Poker mit zuspielen, blieb dann noch die große Frage, was als Alternative gespielt wird. Doppelkopf fiel ins Wasser, da Jotte und Stefan jetzt lieber Poker spielen wollten, Sixkiller kann nur Schafskopf, Barny kann nur MauMau und Kai kann gar nichts. Also fiel die Wahl auf das allseits beliebte Knobeln, in der 42-18 Variante. Denkbar einfache Regeln und eine Riesenchance eine Menge Runden zu verlieren. Da war ich dabei. Nachdem Kai es dann doch hin bekommen hat Deckel zu organisieren fingen wir an. Ich will hier ja nicht ausschweifen, aber der Kai könnte der zweite Matten sein. Soviel Glück wie der Kerl ist nicht mehr normal. Ich vermute er hatte ein geheimes Gerät unter dem Tisch mit dem er unser Glück absaugte und somit immer im letzten Moment der Runden-Falle entkam. Ich dagegen, hatte wie immer kein Glück. Kein Glück im Spiel, kein Glück bei der Auswahl der Poker-Gegner, kein Glück in der Liebe. Und das Bier fing langsam an seine Wirkung zu zeigen. Es verwischte die Wahrnehmung und vor allem die Aufmerksamkeit. Diesem Umstand hab eich mindestens eine verlorene Runde zu verdanken. Aber der Rest der Truppe hatte mindestens genauso viel Runden auf der Liste. Bis auf Kai. Das nächste Mal müssen wir sicherstellen, das wir genügend Teer und Federn bereit halten, sollte er nochmals so eine Strähne haben. Ich durfte aber wiederholt feststellen, das Knobeln eigentlich nicht mein Spiel ist. Jedenfalls nicht, wenn man um Runden spielt. Denn dummerweise darf der Runden gebende die Art der Runde bestimmen. Da wir Sixkiller in der Runde hatten, waren mindestens drei Löwentor Pflicht. Und die Leute glauben immer noch, das ich das Zeug gerne trinke und nur der Show wegen, die lustigen Gesichter mache und mir mit der flachen Hand vor den Kopf haue. Glaubt mit, das ist keine Show, das ist die bittere Wahrheit.

Das Pokertunier war also vorbei und ich kann nicht mehr mit Gewissheit sagen, wer die glücklichen Gewinner waren. Ich glaube aber mich erinnern zu können, das Jotte den Hauptpreis geholt hat und Keile-Günther auch unter den Preisträgern ist. Aber was soll man auch sonst den ganzen Tag beim Bund machen, als zu Pokern. Und er hatte den Vorteil, das sich bei Poker-Spielen bei der Bundeswehr überhaupt nicht die Möglichkeit ergibt eine Strip-Partie zu organisieren. Ich verlegte dann für kurze Zeit in den Jugendraum um dort mal zu gucken. Schnitzel begleitete mich und wir mußten eine recht vollstramme Jennifer antreffen. Anscheinend hatte sie mit Vanessa S. mehrere Martini Mix Getränke konsumiert und war dementsprechend drauf. Vanessa S. hingegen war noch recht normal. Da merkt man halt, das sie mit mir verwandt ist. Ich war stolz auf sie. Nach unserem Eintreffen verabschiedeten sich die Mädels recht schnell. Aber dafür kam dann die liebe Kathrin vorbei. Die war gerade auf der Rückfahrt von Rhumspringe und wollte nur mal kurz rein schauen und Hallo sagen. Die Möglichkeit wurde von uns natürlich beim Schopf gepackt und ich habe Kathrin gefragt, ob sie uns vielleicht noch in die Werkstatt fahren könnte. Nach Hause gehen wollte keiner und im Jugendraum war halt nichts mehr los.

Zu unserer aller Überraschung wollte Porno nicht mehr mit in die Werkstatt, sondern wollte im Jugendraum bleiben. Allerdings war es doch keine so große Überraschung, denn jetzt ist allen klar, das Porno vor hat einen Lanz Bulldog Führerschein zu machen. Ganz böse Zungen behaupten, das er da schon eine ganze Weile für übt. Naja, soll er man machen.

Da standen wir nun vor der Werkstatt, wir vier Gestalten. Kathrin hatte die Situation erkannt und ist vorsorglich nicht mit ausgestiegen. Klar, sie hat gesagt, das sie am nächsten Tag Arbeiten müsse. Aber wir haben ihr die Ausrede durchgehen lassen. Das Gute, wenn man öfter in der Werkstatt ballern geht, ist das man schneller mal umsonst rein gelassen wird. Aber die Uhr hatte auch schon 0300 Uhr Marke überschritten. Im Innern erwartete uns eine Leere, wie sie nicht in einem schwarzen Loch herrschen kann. Normalerweise sollte man auf dem Hacken kehrt machen und den Heimweg antreten. Das sollte man jedenfalls von normal intelligenten Mitteleuropäern erwarten. Aber die Ausnahmen kommen aus Westerode. Am Eingang wurde noch beschlossen eine Mischung zu trinken und dann den Heimweg anzutreten, doch als ich dann als Letzter an die Theke kam, hörte ich nur die Worte ”Eine Flasche Wodka mit Red Bull, bitte.“ aus Philips Mund. ”So war das aber nicht abgemacht, wir wollten doch gar nichts trinken!“ wollte ich sagen. Doch irgendwie hatte ich bevor mein Gehirn den Satz formen konnte die Mischung schon in der Hand und heraus kam nur noch ”Prost!“. Dabei hatte ich mir vor gar nicht so langer Zeit vorgenommen die Finger vom Wodka zu lassen. Wenn ich nur wüsste wo das war?

Aber der Abend war nicht mehr weiter erwähnenswert, deswegen traten wir die Flasche mit Atomgeschwindigkeit in den Hintern und traten den Heimweg an. Wir überlegten noch irgendwo ein zukehren und Görtler bot sich freiwillig an. Frühstücken wollte eigentlich keiner mehr, da wir ja kurz nach Mitternacht nochmal den Grill angefeuert hatten und es doch fertig gebracht haben, dem Inhalationsapparat von Porno ein paar Steaks zu entreissen. Doch Görtler wollte eine Pfanne mit Rühreiern anfertigen, vergaß aber anscheinend das die Eier in die Pfanne sollten und nicht auf Fliesen. Sein Vater fand das alles gar nicht so lustig und warf uns alle raus. Was nicht nett war, denn ich hatte ihn eigentlich ein wenig lockerer eingeschätzt. Anscheinend versteht er doch nicht so viel Spaß wie er immer vorgibt.

Das schönste am Samstag war, das ich keinerlei Dienste hatte. Falsch gedacht. Ich mußte zwar nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen, aber der Frühjahrsputz stand auf meiner Liste der zu erledigenden Sachen. Ich hatte ja eigentlich geplant, daß das schwedische Bikini-Team für mich den Putzlappen schwingt, nachdem ich sie vernichtend beim Poker geschlagen hätte. Aber aus unerfindlichen Gründen ging der Plan nicht auf. Ich sah mich ja schon vor dem Haus sitzen und gemütlich an einem Becks lutschen, während die Mädels in Ihrer Uniformen mein Wohnung reinigen. Da muß ich dann wohl doch selbst ran. Was nun keine große Überraschung war. Jedenfalls ist Reifenwechsel überraschender weise auf Platz 8 in meiner ”Ungeliebten Arbeiten“-Liste gerutscht. Die ersten acht Plätze werden vom Frühjahrsputz belegt. Zu Recht, übrigens!

Abends hatte dann der Manuel zu seinem Geburtstag nach Göttingen geladen. Stellte sich nun das nächste Problem, wie man nach Göttingen kommt und sich trotzdem die Mütze zuknallen kann. Ein paar verzweifelte Telefongespräche mit dem Dr. Dieck und die Sache war geritzt. Er wollte fahren. Da stelle ich mich bestimmt nicht zwischen einen Mann und seine Pläne zu fahren. Er wollte mich so gegen 1930 Uhr abholen. Also war genügend Zeit sich abzukärchern und sich in die nötige Stimmung zu bringen. Fast pünktlich holte mich dann der Markus ab und auf der Fahrt war mir eigentlich schon klar, das der Dr. sein Auto stehen lassen würde. Was wiederum auf einen mittelschweren Abend hoffen schließen lässt. Nachdem wir dann auch noch einen sensationellen Parkplatz (mit Leineblick) gefunden hatten, machten sich erste Vorfreudegefühle breit. Das Wissen vergangener Geburtstage bei Manuel war noch nicht gänzlich verschwunden und somit konnte ich hoffen, das Becks das Bier der Wahl war an dem Abend. Nach der Gratulation ließ auch die erste Flasche nicht lange auf sich warten. Wohl temperiert aus dem Kühlschrank. Der Kramer weiß halt was gut ist. Zunächst hieß dann die Strategie sich einen guten Platz zu sichern. Das Playstation-Zock-Zimmer, wie Manuel es liebevoll nannte, aber nur normale Größe hatte, mußten wir uns ein wenig quetschen, aber da wird einem wenigstens schnell warm. Und das Bier läuft besser rein. Überhaupt nahm ich mir wieder vor, vorerst beim Bier zu bleiben. Nachdem ich am Vorabend so kläglich versagt habe und genötigt wurde Löwentor und Wodka zu trinken. Ich möchte hier nochmal betonen, das sämtliche Schnapstrinkaktionen nicht von mir ausgegangen waren. Ich stand halt nur im falschen Moment an der richtigen Stelle.

Das Becks lief ganz gut rein und der Rest der, zugegebenen kleinen Truppe fand sich auch ein. Als da wären, Florian und Anja, Bemi und Nina und Fabian und Jenny. Auf mein Nachfragen hin wo denn der Schötti, der Lange und Helena wären. Wurde geantwortet, das Der Lange wohl Lernen müßte und Schötti mußte arbeiten. Die nächste Stunde verbrachte ich dann mit Lachen. Schötti und Arbeiten. Ja genau. Wer auf seinem StudiVZ-Profil in der Gruppe ”Wir trinken Bier an allen Tagen die mit ”g“ enden und Mittwochs“ stehen hat, geht arbeiten. Ich lasse jetzt einfach mal unter den Tisch fallen, das ich auch Mitglied dieser Gruppe bin, aber meine Person steht ja hier nicht zur Diskussion. Schötti mußte also arbeiten oder eben den ganzen Abend rumpimmlen, ein Telefon bewachen und Filme gucken, wie ich es nennen würde. Warum bekam ich nicht solche Jobs als Student. Nein, ich bin kein bisschen neidisch.

Nach dem ersten Pils wurde dann die Parkplatzfrage erneut auf den Tisch gebracht. Da der Dr. ganz stolz auf seinen Parkplatz war, tönten wir beide damit rum. Doch nur um feststellen, das Ines meinte, das dort Anwohnerparkplätze wären und das bestimmt unheimlich viel Strafe kostet, wenn nicht sogar das Auto abgeschleppt wird. Das Lächeln gefror uns auf den Lippen. Naja, bei Markus, es war ja schließlich sein Auto. Wir versicherten aber, das dort keine Anwohnerparkplätze gewesen wären. Aber Ines und Manuel waren sich sicher. Also machte sich Markus nochmal auf und parkte um. Zum Glück denn das Schild war vorhanden und kaum zu übersehen. Ich vermute jetzt mal das wir von den ganzen heißen Frauen die dort leicht bekleidet umliefen irgendwie abgelenkt waren und das Schild einfach übersehen haben. Aber Dank Ines konnten wir den Parkplatzfehler noch korrigieren.

Dummerweise wurden alte Fotos rausgekramt. Glücklicherweise bin ich auf keinem zu sehen, ich wusste schon früh, der Kamera zu entfliehen, aber wenn ich so die Anderen gesehen habe, dann war mir klar, das die Kamera in drei Millionen Teile zersprungen wäre, wenn sie ein Foto von mit mit 19 Jahren gemacht hätte. Und wenn die Kamera nur aus 1000 Einzelteilen bestanden hätte, wären die Einzelteile mit ziemlicher Sicherheit in weitere kleine Teile zersprungen, aus purer Panik. Aber nur weil keine Fotos von mir da waren hielt das die Übrigen nicht davon ab zu beschreiben, wie ich mit 19 Jahren aussah. Tja, damals hatte ich noch lange Haare. Und nun muß ich wohl das nächste Mal ein Fotobeweis mitbringen. Was ich aber mit ziemlicher Sicherheit nicht machen werden. Vielleicht, wenn ich mal ganz viel Zeit habe, scanne ich mal meine Abi-Seite ein und stelle sie online. Ich bin so dankbar, das es damals noch keine Digitalkameras, Handys mit Kamera oder Online-Video-Portale gab. Ich glaube dann wäre ich dort öfters vertreten.
Eigentlich dachte ich das es bei den Duderstädter Parties anders abgeht, aber da hab eich mich wohl getäuscht. Nach dem Essen kam dann der Schnaps auf den Tisch. Manuel hatte einen besonderen Leckerbissen. Einen Obstler den sein Großvater aus Bayern mitgebracht hat. Auch noch von den verrückten Bayern. Insgeheim verabschiedete ich mich von meinem Bewusstsein, da ich wusste, das nach diesem Obstler es nur noch bergab gehen wird. Wie sollte es auch anders sein, hatte Manuel keine normalen Schnapsgläser, sondern nur die Maxi Version. Warum nur kaufen Leute solche Pötte. Die sind doch höchstens dazu gut um Wein zu probieren, aber kein Schnaps und schon gar kein Obstler. Und wenn man sie dann doch dafür benutzt, dann sollte man die Gläser nicht so voll knallen. Meine Argumente stießen aber auch taube Ohren. Ich habe auch gar nicht versucht, mich zu wehren, denn das wäre eh ein vergebenes Unterfangen. So langsam habe ich mein Schicksal angenommen. Zumindest hadere ich nicht mehr damit, was schon mal eine Besserung ist. Jedenfalls für die Anderen. Der Obstler kam also in einem großen Glas und konnte Toten Leben wieder ein hauchen. Ich bin ja Fan von alkoholischen Getränken und obwohl die anderen meinten, das er nicht mehr so ganz nach Obst schmeckte, wusste ich, daß das ein verdammt guter Obstler ist. Allerdings wollte ich keinen Zweiten mehr trinken. Denn dann wäre der Abend gelaufen gewesen, da sich zu dem zweiten mit ziemlicher Sicherheit noch ein paar mehr gesellt hätten.

Irgendwie war es recht schade, aber ein Großteil der Gäste brach schon früh auf, aber wir hielten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auch aus. Als dann die letzten bis auf uns aufbrachen, schlossen wir uns gleich an. Machten aber kein Geheimnis daraus, das es auf jeden Fall noch in die Stadt gehen wird. Trotz überzeugender Argumente unsererseits, konnten wir den Manuel nicht mehr zum Mitgehen überreden. Also bleiben nur noch Florian, der Dr., Topper und ich über. Die auch gleich die erste Station ansteuerten. Den 6-Millionen-Dollar-Club. Meine Erinnerungen an den Club waren, das es sehr eng und sehr stickig war. Aber das waren ja alle Clubs in Göttingen. Und Florian erwähnte das es dort Long Island Ice Tea für 5,50 € gab. Dazu liefen dort immer noch zu später Stunde recht attraktive Frauen rum. OK, mich hatte er schon als er den Long Island erwähnte. Also ging es los.

Den Anfang machte erstmal ein Becks und im Anschluß kam dann der erste Long Island auf die Liste der konsumierten alkoholischen Getränke. So lang war ja die Liste noch nicht. Außerdem hatten wir recht gut aussehende Nachbarinnen an der Theke. Trotzdem machten wir uns schon Gedanken über den weiteren Verlauf des Abends, deswegen schaltete ich mein Ortungsgerät ein und versuchte ein Heft zu organisieren, in dem weitere Veranstaltungen gelistet waren. Nach kurzer Suche, die immer wieder durch hübsche Frauen abgelenkt wurde fand ich auch zielsicher den kleinen Aufsteller mit den Informationsmaterial. Leider übersah ich auf dem Weg eine Stufe und wäre beinahe der Länge nach hingeflogen. Und da ich ziemlich groß bin, wäre dabei viel vom Raum des Clubs bedeckt gewesen. Dank meiner katzenartigen Reflexe und weil die Wand so nah dran war konnte ich mich rechtzeitig abfangen und macht e mich nicht mehr als Möglich zum Ei. Nach eingehenden Gelächter meiner Freunde fällten wir schnell die Wahl. Es sollte in den JT-Keller gehen oder aber ins Exil, was Markus großes Ziel war an dem Abend. Doch Topper wollte ins Alpenmax. Zum Glück wurde er überstimmt. Da er aber auch keinen Bock hatte noch in den JT-Keller zu gehen, ging er nach Hause.

Waren wir nun noch zu dritt und als wir dann endlich beim JT-Keller angekommen waren, verabschiedete sich auch noch der Florian. Er war müde und ließ sich von Anja abholen. Also blieben nur noch Markus und ich über. Das sollte der Stimmung aber kein Abbruch tun und ab gings in den JT-Keller. Zum Glück saß Roy, ein alter Schulkollege, an der Kasse und ließ zumindestens mich umsonst rein. Dafür gab ich dann auch die erste Runde Becks. Trotz der kleinen Ausrutscher mit dem Obstler und den zwei Long Island bin ich doch standhaft beim Bier geblieben, besser gesagt, wieder dort angekommen. Der Doktor fackelte nicht lange und ging gleich ab wie Schmidt Katze auf der Tanzfläche, was mir wiederum zu einer weiteren Bierlänge Vorsprung verhalf.

Nichts ahnend stand ich dann zwischen DJ-Pult und Theke gefangen. Auf der einen Seite war das Paradies der hübschen Frauen und auf der anderen Seite gab es endlosen Becks Nachschub. Hier war es gut, stellte ich fest. Dann trat ein junger Mann auf mich zu und fragte ob ich der Pitsche bin. Verdammt, er hat mich erkannt. Nach kurzem überlegen und dem entfernen des leichten Alkoholfilms auf meinen Augen erkannt eich ihn als Daniel B., ein weiterer alter Schulkollege. Das Schlimme ist dann ja wenn einem der Name nicht sofort einfällt und man immer schön darum herum redete ihn mit direkten Namen anzusprechen. Häufig benutztes Synonym für den richtigen Namen ist Alter. Aber am Ende fiel er mir dann glücklicherweise wieder ein. Ich unterhalte mich ja gerne mit Leuten die ich von früher her kenne, aber das sollte dann an Orten sein, die etwas ruhiger sind und nicht direkt unter einer Box in einer Disco. Von unserer einstündigen Unterhaltung, habe ich ungefähr 20 Minuten etwas verstanden. Ich weiß Chuck Norris kann eine 60 Minuten Sendung in 20 Minuten gucken, aber bei Gesprächen ist das was anderes. Und außerdem bin ich nicht Chuck Norris. Was auch gut ist, denn sonst hätte er mich mit einem Roundhouse Kick in den Orbit getreten.

Nun wurde dem Markus die ganze Musik aus der Bronx aber auch zu bunt und außerdem haben ein wenig die brennenden Mülltonnen gefehlt. Wenn wir ehrlich sind, waren unsere Sinne schon wieder total überlastet. So viel schöne Frauen auf einen Haufen können keine Synapsen schadlos überstehen. Als wir dann aus dem JT-Keller raus geschossen kamen war es eigentlich schon die Zeit den Heimweg anzutreten, vor allem wenn man bedenkt,das wir noch mindestens eine halbe Stunde Fahrt vor uns hatten. Doch Markus kannte keine Gnade und verlangte den Absch(l)uß im Exil. Ich verlangte sofort eine abgesägte Schrotflinte, aber nie ist das zur Hand was man gerade benötigt. Also dachte ich mir das ein kleiner Absacker im Exil nicht schaden kann. Hinterher ist an ja immer schlauer und ich bin froh das wir noch hin gegangen sind. Wenigstens kam anständige Musik zum Abschluß. Und es gab Havana Club. Metaller wissen halt immer noch was gut ist. Das Motto den Abend war Spirit of the Outpost. Aber so ganz konnte ich dem nicht zustimmen. Abende in der Post waren immer recht gut gefüllt und die Party wollte kein Ende finden. Aber was sich im Exil abspielte war eher Rest from the Outpost. Nichtsdestotrotz war die Musik sehr gut. Und der Abend endete wie es nicht passender hätte sein können. Wir wurden raus gefegt. Nachdem dann das achte Rauschmeißerlied gespielt wurde, dachten Markus und ich auch mal daran die Segel zu streichen. Die Sonne verletzte leicht unsere Augen, als wir um 0530 Uhr die Straße betraten. Jetzt kam der härteste Teil. Wir benötigten ein Taxi nach Hause. Nach ein paar Telefonaten war alles klar und wir mussten noch eine halbe Stunde warten. 0630 Uhr mir fielen schon die Augen zu als es dann endlich nach Hause ging. Man glaubt gar nicht wie viele Leute an einem Sonntag Morgen so früh aufstehen und irgendwelchen Tätigkeiten nachgehen. Und vor allem ist das die tote Zeit wo man nirgends was zu Trinken oder zu Essen bekommt. Manchmal sind Supermärkte die rund um die Uhr offen haben gar nicht so verkehrt. Ansonsten bin ich diesem Trend aber eher abgeneigt.

0715 Uhr, ich legte mich in mein Bett und mußte feststellen, das ich das Licht angelassen habe. Ach halt, das ist ja die Sonne!

Wie man vielleicht festgestellt hat, bin ich den Chuck Norris Facts verfallen und so lange ich daran Freude finde, beende ich jetzt meine Logbuch-Einträge einem Fakt.

Chuck Norris ißt keinen Honig. Er kaut Bienen!


Ostern und kein Ende in Sicht

12/04/2007

Die Generalprobe liegt hinter mir und ich fühlte mich gewappnet für das Osterwochenende. Ostern ist ja bekanntlich das Fest der Auferstehung. Man ahnt ja gar nicht wie passend das ist. Ich fühlte mich jeden Morgen wie von den Toten auferstanden. Nur sah ich nie so gut aus. Zum Glück habe ich das Trainingslager besucht, denn ansonsten hätte ich arge Probleme gehabt, das alles so einigermaßen Zwischenfallslos durchzustehen. Das Wochenende hat mir aber in einigen Punkten die Augen geöffnet. Vor allem was den Umgang mit Wodka angeht. Doch seht lest selbst.

Mittwoch

Ja, richtig gelesen. Es ging schon am Mittwoch los, da man ja ansonsten nicht genügend zu trinken bekommen könnte. An irgendeinem Tag des vorangegangenen Wochenende wurde beschlossen, das es am Mittwoch nach Göttingen gehen sollte um zu überprüfen ob das Alpenmax auch am Mittwoch so gut gefüllt ist und ob die Gerüchte stimmen würden, das man dort alle Getränke für einen Euro bekommt. Ich meldete mich sofort für den Stoßtrupp ”Alpenmax“ freiwillig. Man hat ja eine gewisse Verantwortung und ich konnte mich nur selber von diesen Gerüchten überzeugen. Augenzeugenberichte von solchen Aktionen sind nicht immer sehr verlässlich. Der freie Tag den ich dafür am Donnerstag brauchen würde war eher ein kleines Problem, da ich genügend Überstunden angesammelt hatte.

Es konnte also beginnen. Schnitzel holte mich gegen 2000 Uhr ab und Patrick, Schnitzel und ich begaben uns auf den Weg zu Vollmer, der ja jetzt in Göttingen wohnt. Zwei Dinge waren mir sofort klar, als ich hörte das der Vollmer auch mitkommen würde. Es würde vorher Bier geben, was meine Euphorie steigerte und es könnte durchaus vorkommen, das an dem Abend wieder ein paar Barhockertanzeinlagen zum Besten gegeben werden. Schnell rief ich mir nochmal die Erste-Hilfe-Ausbildung in den Kopf. Leider mußte ich feststellen, das sie schon einige Lücken aufwies. Stabile Seitenlage und Retten aus dem Kampfstand wurden allerdings dank der Bundesweg in meine Großhirnrinde eingemeißelt. Wobei ich nun nicht wirklich einordnen kann, wann ich jemals Retten aus dem Kampfstand benötigen werde. Bei Vollmer angekommen, gab es, wie nicht anders zu erwarten Bier. Es war zwar wieder Nörten-Hardenberger, aber es sei ihm verziehen, denn als Student hat man es ja nicht so Dicke im Portemonnaie. Auf der anderen Seite ging es im Alpenmax aber auch recht gut rund. Egal, das Bier schmeckt gar nicht so übel, wenn man sich erstmal die dritte Flasche mit aller Gewalt reingedrückt hat. Kurze Zeit später kamen dann noch Kai, Wiebke, seine Freundin, und Verena dazu.

Da wir aber Nägel mit Köpfen machen wollten, tranken wir schnell mal die Getränke aus und begaben uns dann auf den Weg zum Alpenmax. Florian und Patricia versicherten uns zwar, das es nicht so weit wäre, aber ich bin nun schon mehr als einmal vom Leineberg in die Stadt gegangen, wohnte doch Streiti auch mal auf dem Leineberg. Und es ist verdammt weit. Und Bier konnten wir auch keines unterwegs mitnehmen, da sonst ja die Kiste von Vollmer nicht voll gewesen wäre. Manchmal stellen sich die Leute aber auch an. In meinem Kopf ging ich die Route ab und mußte mit Erschrecken feststellen, das auf dem gesamten Weg keine Tanke oder ein Kiosk war, an dem man im Notfall schnell mal ein Bierchen organsieren hätte können. Also wurden dann ab der Hälfte Durchhalteparolen durchgegeben. Nach einem klitzekleinen Zwischenstop beim Burger King im Bahnhof, kam das Alpenmax immer näher. Also war es nicht mehr lange bis das nächste kühle Bier seinen Weg in meinen Magen finden würde. Man sollte es aber nicht für Möglich halten, aber die Türsteher kontrollierten Ausweise. Das war das erste Mal, seit dem ich weggehe, das ich in Deutschland meinen Ausweis an einer Disco vorzeigen mußte. In den USA mußte ich den Ausweis in jeder Kneipe rausholen, wenn ich ein Bier haben wollte. Ich hatte schon Angst das die ganze frische Luft und das ganze UV-Licht ihm schaden würde. Aber in Deutschland hatte ich ihn halt nur im Geldbeutel, weil man das mir irgendwann mal gesagt hat. Ansonsten hatte ich noch nie die Notwendigkeit des Ausweises benötigt.

Im Alpenmax war es gar nicht mal so voll. Es war zwar schon gut gefüllt, aber noch angenehm, so daß man herumstehen kannte und mehr Platz hatte als Mittwochs im Aldi, wenn der Supermarkt-Gigant mal wieder einen PC auf den Markt schmeißt. Überall hing aus, das alle Getränke nur 99 Cent kosten würden. Also gings erstmal los mit Bier, denn ich wollte den Magen ja nicht gleich über strapazieren. Außerdem wollte hatte ich noch Schreckensszenarien von verfrühten und somit missglückten Umsteigeaktionen auf Schnaps im Hinterkopf. Nie wieder so außer Kontrolle geraten, war ein Vorsatz, der sich in meinem gesunden Menschenverstand manifestiert hat. Schade nur, das er unter erhöhten Alkoholkonsum manchmal, in die Knie geht. Also blieb ich vorerst beim Bier. Die Bedienung kam dann zurück mit zwei Bieren. Sie nannte das jedenfalls so, aber für mich sahen sie nicht sehr appetitanregend aus. Schaum war kaum vorhanden, dafür war aber die maximale Füllhöhe fast erreicht worden. Ich bin ja nun nicht der penibelste wenn es um dass Zuballern Trinken geht, aber ein wenig Niveu wollte ich mir dann schon noch bbewahren. Mit einem kritischen Blick musterte ich die Bedienung, die aber demonstrativ in eine andere Richtung guckte. Ich hoffte für sie war es genauso unangenehm wie für mich. Weiterhin hofft eich das sie lernfähig war und die nächsten Bier wenigstens ein wenig mehr nach Bier aussehen ließ. Da hatte ich mich aber getäuscht. Schnell avancierte die junge Dame hinter der Theke zu meiner persönlichen Favoritin. Sie zog eine harte Linie durch. Die Bier kamen permanent in der gleichen miesen Qualität, aber sie konnte sich immerhin merken, wer wann an die Theke gekommen war. Auch wenn sich vorwitzige Schmalspur-Prollos an der Theke vordrängelten. Das gefiel mir sehr gut, aber das Bier kostete dann einige Symphatiepunkte. Außerdem war sie nicht in der Lage mehr als sechs Gläser raus zugeben. Auf die Frage nach dem Grund, bekam ich zur Antwort das es wegen dem Glasbruch so sei. Nun begann in meinem großen, männlichem Gehirn ein Rechenprozess, der die eben getroffenen Aussage mit der von mir gestellten Frage in Verbindung zu bringen versuchte. Trotz Ressourcenverschiebung aus wichtigen Prozessen, habe ich es nicht zu Stande gebracht. Sie hätte genauso gut sagen können, das es wegen dem Klimawandel oder des Juckreizes unter der rechten Fußsohle von Reinhold Messner liegen würde, das hätte vielleicht sogar eher Sinn gemacht. Ein war aber klar, die Bedienung und ich würden an dem Abend keine Freunde werden. Leider war unser Standort so gewählt, das der Einzugsbereich der besseren Bedienung zu weit entfernt war. Entweder bahnte man sich den Weg durch eine große Anzahl an Spacken oder man lebte halt mit der seltsamen Bedienung. Nachdem ich dann das vierte Bier ohne Schaum und bis zum Rand gefüllt serviert bekommen hatte stand fest, das ich kein weiteres Bier bestellen würde. So wird man quasi auf den Mischungszug gezwungen. Aber ich habe ein reines Gewissen. Kommen wir nun zu einem weiteren unschönen Erlebnis. Die Musikauswahl im Alpenmax ist wirklich unter aller Kanone. Ich bin es ja gewohnt in Disco nie die Musik zu hören die ich gut finde und nach einer Zeit gewöhnt man sich auch daran und stellt gar keine Ansprüche mehr. Ich wurde schon seit Jahren mit Pseudo-Hits gequält und fing schon früh an die aktuellen Charts zu hassen und vor allem entwickelte ich eine unbeschreibliche Abneigung gegen Pur (selbst diesen Namen hier nieder zu schreiben, hat Überwindung gekostet und ich werde sie keinesfalls verlinken) und Wolle Petry. Der ja glücklicherweise seine Freundschaftsbändchen an den Haken gehängt hat. Meine Gebete wurden erhört. Leider wurde zeitgleich mit seiner Aufgabe als Sänger-Imitator seine bisherigen ”Werke“ nicht eingestampft, was bedeutet das DJs die Menschheit noch Jahre mit dieser Musik quälen können. Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht ja noch darin, das es irgendwann einmal ein neues Musik-Format gibt und dann wird die Übernahme dieser Lieder einfach vergessen. Nun hat sich ein neues Leid den Weg in meine Liste erkämpft. ”Ein Stern“ heißt das Machwerk und wird von irgendwelchen Pfeifenwichsen gesungen, die meinen, daß das was sie da von sich geben Musik ist. Das ganze Lied wird dann nur noch getoppt von diversen Leuten, die meinen den Text auch noch mitsingen zu müssen, aktuell Kai, der mir mit solchen Aktionen tierisch auf den Sack geht. Dann gibt es da noch die andere Sorte, die meinen es sei absolut obercool, wenn sie versuchen im Takt die Hüften zu bewegen und mit dem Fuß anfangen zu tippen. Doch das machen sie keineswegs, weil sie das Lied so unglaublich toll finden, sondern weil vor ihnen ein paar Mädels sich zu dem Lied rhythmisch bewegen. Damit wollen sie wohl ausdrücken, das obwohl sie aussehen, wie Schlauchboot, sie doch Gefühle haben und ein ”gutes“ Lied zu schätzen wissen. Ich höre hier besser auf, denn solche Typen in Verbindung mit solchen Liedern brechen die dunkelsten Seiten in mir auf. Das schafft kein Film, kein Computerspiel, keine Nachrichten, gar nichts. Eine Stunde NDR1 Niedersachsen würde reichen um mich in den Wahnsinn zu treiben und eine halbe Stunde später mit 250 km/h über die Autobahn zu rasen.

Der Umstieg auf die Mischungen brachte aber auch nicht die erhoffte Scheiß-egal-Stimmung. Erschwerend kam hinzu, das ich nun öfter auf die Toilette mußte als nach einer ganzen Kanne Blasen und Nieren Tee. Und da taten sich wirklich Abgründe auf. Ich wusste ja schon seit Langem was Alkohol mit Menschen anrichten kann. Aber die wirklich harten trifft man immer auf der Toilette. Dort wird dann mit dem Kopf an der Wand geschlafen, während die unteren Extremitäten wie durch ein Wunder in die richtige Richtung gehalten werden. Unfassbar auch wie schnell sich Leute mal eben auf die Fresse hauen wollen, weil man mal aus Versehen die falsche Frau zu lange angeguckt hat. Ich dachte ja eigentlich das man ab einem gewissen Alter von so was geheilt wird, aber da hab eich mich schwer getäuscht. Zurück an der Theke hat sich schnell ein kleiner Pendelverkehr etabliert. Ein Teil hat ja immer Durst und somit war immer irgendwer unterwegs um Nachschub zu holen. Bis dann die unvermeidbare Frage kam, wann es dann nach Hause ging.

Das nahm dann Kai in die Hand, da Schnitzel Böning und ich die uns verbelibende Zeit noch nutzen wollten um so viel Alkohol in uns reinzuschütten, wie mit aller Gewalt ging noch ein oder zwei Mixgetränke zu trinken.

Nachdem es keinen weiteren Aufschub gab, bezahlten wir also und begaben uns nach draußen. Dort konnte ich noch Teile vom Telefongespräch Kais mit dem Taxi-Fahrer Atze mitschneiden. Und Atze würde in ungefähr 30 Minuten wieder in Göttingen sein. Was lag da näher, als den Atem zu erfrischen und schnell noch einen Döner inhalieren. Der bestand natürlich nur aus Fleisch, da ja der Karfreitag immer näher rückte. Die Reserven mußten aufgeladen werden. Ein ganzer Tag ohne Fleisch ist kaum auszuhalten. Mit gehöriger Verspätung kam dann Atze auch an und es wurde höchste Zeit. Den Mädels war kalt und Schnitzel zeigte neue Dimensionen in gutem Benehmen. Er stand auf einem Betonpfosten vor einer Tankstelle und wollte der ganzen Welt zeigen, das er einen neuen Rekord im Dauerrülpsen aufstellen konnte. Manchmal frage ich mich ernsthaft welche Gehirnzellen dem Alkohol als erstes zum Opfer fallen. Das scheint bei jedem Menschen anders zu sein. Ich weiß jetzt jedenfalls, welche Gehirnzellen bei Schnitzel zuerst in den Notaus gehen.

Atze kam also und hatte eine neue E-Klasse dabei. Kein Kombi, wohlgemerkt. Was also bedeutet, das Schnitzel und Kai freiwillig in den Kofferraum gingen. In der Löffelchenstellung ging dann der Deckel auch mal zu. Dank der ganze frischen Luft beim Warten auf das Taxi, war ich nun aber wieder wach und konnte mich bei der Ankunft zu Hause nicht einfach ins Bett legen. Also überprüfte ich noch das Haltbarkeitsdatum der Bierkiste. War aber noch alles in Ordnung.
Gründonnerstag
Trotz des sehr übertriebenen Alkoholmißbrauchs der paar alkoholischen Getränke am Vorabend ging es mir erstaunlich gut, als ich am frühen Vormittag erwachte. Ich entschied mich aber spontan dazu einfach nochmal liegen zu bleiben. Es gut frei zu haben. Der Tag ging eher schleppend vorbei und ich fragte mich, ob ich überhaupt genügend Elan aufbieten kann Abends nochmal auf die Piste zu gehen. Geplant war ja eigentlich mit Friede, Atze, Torte, Tobli, dem Ollibert, Björni, Guido (nicht Gaudo) und Leiche einen trinken zu gehen. Die haben jedes Jahr am Gründonnerstag irgendwann mal Squash gespielt und sich anschließend gemütlich ins Koma gesoffen zusammengesetzt und noch ein paar getrunken. Squash spielen sie jetzt aber schon länger nicht mehr, sondern hauen sich nur noch so die Mütze zu. Ich habe ja ein gewisse Theorie, das alles ein wenig den Bach runter gegangen ist, als der Ollibert dazu gestoßen ist. Er spielte nämlich von Anfang an nicht mit, sondern freute sich insgeheim auf die Ballerei im Anschluß. Daran nahmen sich die anderen ein Beispiel und bauten beim Spiel immer mehr ab, damit sie schneller beim Ballern sein können. Soweit meine Theorie. Doch es sah so aus, als ob ich die Praxis nicht vertiefen könnte, da wir auch von der Mannschaft ein Ballerabend geplant hatten. War ja der Karfreitag ein freier Tag und da könnte man ein paar durchtrainierte Kerle und ihren Betreuer mal auf die Menschheit loslassen und gleichzeitig die übervolle Kasse ein wenig erleichtern.

Ich begab mich also nach einem aus rumpimmeln entspannenden Tag auf meinen Weg zum Sportplatz. Doch Fasel fragte mich nach dem Ziel meines Weges. Skeptisch wie ich nun mal bin, hatte ich gleich den Verdacht das er nun Wegzoll von vorbei kommenden Wanderern verlangen würde, aber er wollte mich nur aufklären, das im Sporthaus keiner mehr war und das das Training ausgefallen war, wegen mangelnder Beteiligung. Stehenden Fußes sah ich meine Pläne dahin schmelzen, wie eine Kerze die gerade ein Date mir einem Flammenwerfer hatte. Ein kurzes ‚Telefonat mit Ingo brachte dann Klarheit. Der lustige Abend mit der Mannschaft fällt ins Wasser, wegen ist nicht. Na super. Warum sagt mir das denn keiner, dann hätte ich schon mindestens zwei Hefe-Weizen getrunken und ein leckeres Jäger-Schnitzel zur Gesellschaft vorbei geschickt. Nun war mein Improvisationstalent gefragt. Ich reif also den Friede an und fragte ob ich noch dazu stoßen könnte und wo ich denn hinstoßen sollte. Alles kein Problem, ich müße nur auf den Pferdeberg kommen. Na super, weiter weg hätte es wohl nicht gehen können. Nun stellte sich die Frage des Beförderungsmittel. Zu Fuß war definitiv keine Alternative, da ich mein Zelt nicht mit hatte und im Freien übernachten ist auch doof, denn Igel können sehr stachlig sein. Ein paar weitere Telefonate offenbarten mir Schnitzel als meinen Retter, der mich mal eben auf den Pferdeberg kutschierte und praktischerweise den Guido mit runter nahm.

Nun kann es ja losgehen. Da ich den Vorsprung der anderen nicht mehr einholen konnte, begnügte ich mir wenigstens in einen ähnlichen Zustand zu kommen und zwar ruhig und langsam. Ich hatte ja Zeit. Die Anderen sahen das aber anders und so stand schon ein Korn für mich bereit, als ich die Begrüßungsphase hinter mir hatte. Schlauerweise habe ich gleich auf den Tisch gehämmert, bevor mir irgendjemand eine Hand hinhalten konnte. Der Korn kam von Friede, der kurz vorher bekannt gegeben hat, das er demnächst Vaterfreuden entgegen blicken kann. Oha, dann ist wohl nichts mehr mit DoKo oder ähnlichen Exzessen. Warten wir das mal ab. Ich konnte die Einnahme des Korns aber wenigstens noch ein paar Minuten raus zögern, da ich mich weigerte ohne Hefe zu trinken. Wie stellen sich das manche eigentlich vor. Ich kann mir doch nicht Schnaps rein pumpen ohne sofort den Geschmack mit einem herrlichen Gerstengetränk weg zuspülen. Das Hefe kam und los ging die Reise in den Magen. Ich beneidete keins der beiden Getränke. Der weitere Abend bestand aus weiteren Weizen, aber ich wollte mich ja zurückhalten, standen ja noch ein paar weitere sehr alkoholreiche Tage ins Haus. Der Plan wurde aber in Rekordzeit wieder umgeworfen. Denn entgegen der Befehle die ich vorher ausgegeben habe, meinten meine inneren Organe sich in kurzer Zeit und in netter Gesellschaft betrinken zu müssen. Also ging das erste Weizen mit einer nie gesehen Geschwindigkeit rein. Und das nächste wurde nun schon in weiser Voraussicht bestellt als das, welches noch im Gebrauch ist, erst zur Hälfte ausgetrunken war. Klassischer Fall von Hamsterernte. Soviel wie möglich in kurzer Zeit ran schaffen. Wer weiß wann es wieder etwas gibt und wie lange man von den Reserven zehren muß. Macht auch nur dann wirklich Sinn, wenn man sich auf eine lange Dürreperiode vorbereiten muß und nicht wenn man am nächsten Tag schon wieder zu einer Geburtstagsparty eingeladen ist. Aber ich will ja hier nicht über den Gehorsam meiner Organe referieren. Das mache ich mal in einem stillen Stündchen.

Zusammen mit den unzähligen Weizen kamen dann noch ein paar Schnäpse, die dann und wann mal eingestreut wurden. Ich hielt mich aber an Bismarck und Korn, denn was die Leber nicht sieht kann einem später keine Probleme mehr machen. Hört sich zwar nach einen sehr dummen Spruch der mit ziemlicher Sicherheit von einen Trunkenbold aus dem hohen Norden geprägt wurde, aber es hilft. Jedenfalls kann ich nur die Wahrheit dieser Weisheit bestätigen. Und ich probiere mich so oft wie nur möglich daran zu halten. Und vor allem kamen dann die sinnlosen Themen wieder auf und Friede und ich pflegten unsere English-Kenntnisse auf das feinste. Leiche streute auch ab und zu mal ein paar Sprüche ein. Wie man sieht machten die Weizen in Verbindung mit dem Korn ein paar Barrieren im Hirn frei. Es kann also nicht alles schlecht sein, was mit Alkohol zu tun hat.

Trotz des üppigen Mahl das die anderen mit ziemlicher Gewissheit hatten wurde dann zu später Stunde die Rufe nach Knabbereien laut. Also mobilisierte die Wirtin noch alle restlichen Vorräte die sie wahrscheinlich für Oster gekauft hatte um am Ostersamstag nicht in die Stadt zu müssen. Aber da wurde die Rechnung nicht ohne die Westeröder gemacht. Denn die forderten Nahrung, da die feste Nahrung recht schnell verdaut wurde. Nun kam die Gretchenfrage, wird es Erdnüsse geben und wird sich Friede an diesen gütlich halten? Die Antowrt folgte recht schnell, als wortlos die Schale mit Erdnussflips vor uns hingestellt wurde. Oha, es ergaben sich plötzlich ganz neue Aspekte für ein Experiment. Stellen Erdnussflips die gleiche Müdigkeit bei Friede ein, wie es die gewöhnliche Schlafnuss tut? Offiziell dürfen wir nun zu Erdnussflips auch Schlafnussflips sagen. Nachdem eine nicht gerade kleine Menge an Flips von Friede konsumiert wurde, wurden die Lider plötzlich schwer. Er stritt alles ab und meinte das wäre die harte Arbeit, der er täglich ausgesetzt war. Noch bevor das schallende Gelächter sämtlicher Anwesenden abgeklungen war, waren seine Augenlider geschlossen. Aus diesem Zustand erwachte er ab und zu um eine weitere Portion Flips in den Mund zu schieben und weiter die Innenseite seiner Lider absuchte. Nach was wollte er uns aber nicht verraten.

Der Zeitpunkt kam um einen kleinen Klimawechsel zu veranstalten. Es sollte von dem Pferdeberg in den Halben Mond verlegt werden. Eine kleine aber einschlägig bekannte Kneipe in Duderstadt. Vielleicht brachte das auch Abhilfe für das Friedesche Schlafproblem. Doch die Rechnung wollte vorher beglichen werden. Ich frage mich allerdings heute noch, welche Unhold auf meinen Zettel sieben Hefe-Weizen geschrieben hat. Und die fünf Korn könnten ja auch nicht sein. Die Welt besteht nur aus schlechten Menschen, die anscheinend zu viel trinken und immer bin ich dann derjenige der angeguckt wird, als hätte man wirklich sieben Weizen getrunken. Könnte auch an meinen an trainierten Sieben-Weizen-Blick liegen. Der ist natürlich nur an trainiert, denn ich würde niemals sieben Weizen trinken. Wenn dann gleich acht oder zehn!

Im Halben Mond angekommen traf ich dann erstmal die Clique vom Stadtberg, die sich dort schön mit Bier und Weizen vollplemperte und wenn man den Gerüchen glauben darf waren da noch ein paar Heidegeist dabei. Nachdem ich dann die gesamte Begrüßungszeremonie durch hatte hielt mir schon einer meiner verlässlichen Mitstreiter ein Bierglas vor das Gesicht. Er muß meine Tränen und meinen gierigen Blick an die Theke gesehen haben. So wurde also weiter Schieße gelabert, von nun an an zwei Fronten. Doch die Duderstädter verabschiedeten sich nach kurzer Zeit mit dem Kommentar das wir uns ja eh gleich wieder sehen werden, denn sie würden jetzt in die Werkstatt gehen. Tief in meinem Inneren wusste ich ja das sie recht hatten, aber mein Mund behauptete trotzdem das es da heute Abend nicht hingehen wird. Alle lachten herzlich und ich verabschiedete mich mit einem ehrlich gemeinten ”Bis gleich!“ von ihnen. Was soll ich da groß rum lamentieren, wenn ich eh schon weiß, das sie recht haben. Alleine schon wenn ich weiß, das sie noch in der Werkstatt sind, würde ich da sogar noch alleine hin gehen. Da aber die Anderen auch Ohren haben, haben sie das eben geführte Gespräch mitgehört und sind gleich auf den dann folgenden Vorschlag angesprungen. Das Endziel unserer aufregenden Reise durch das Land des Alkohol hieß dann also die Werkstatt. Aber vorher wurden noch ein zwei Runden Bier im Halben Mond konsumiert, damit die junge Damen hinter der Theke auch ein wenig was verdient. Ich hatte dann aber doch das leichte Gefühl, das sie recht froh war uns loszuwerden.

Die Kutsche brachte uns dann also zur Werkstatt und sie war wie nicht anders zu erwarten voll. Da wir aber noch lange nicht diesen erstrebenswerten Zustand erreicht hatten, jedenfalls nicht alle, ging es dann erstmal mit einer Runde Bier los. Mein Geschmacksnerven drängten aber schon im geheimen auf den baldigen Umstieg auf ein Mitgetränk ihrer Wahl. Aber ich bleib hart und unterband diesen Drang für eine weitere Runde. Das Getränk der Wahl meiner Geschmacksnerven war dann Havana Club, was auch sonst. Und Conny hat mal wieder bedient und freute sich mich zu sehen. Oder aber sie freut sich immer wenn man versucht eine Bestellung aufzugeben und hinter einem steht eine Meute von Betrunkenen die einen anfeuert, das man doch mal ran gehen soll und sofort die Zunge zum Einsatz bringen solle. Ich versicherte ihr, das die nicht zu mir gehören würden und ich sie gar nicht kennen würde. Für einen winzig kleinen Augenblick sah es auch so aus, als würde sie mir glauben, bis dann der verräterische Hinweis in Form eines weiteren Anfeuerungsrufes kam. Ich glaube es war: ”Los, Pitsche, mach sie klar!“ Alles Lügen, Stammeln und Rotfärbung des Gesichtes half nun nichts mehr. Conny wusste Bescheid und war mit Sicherheit gar nicht überrascht, kennt sie doch das andere Klientel, mit dem ich sonst in der Werkstatt verkehre. Ich sollte mir ernsthaft mal angewöhnen Frauen nicht mit einer Horde betrunkener Leute im Hintergrund anzusprechen.

Und wen trifft man unter Garantie in der Werkstatt, wenn man an einem Donnerstag dort hingeht und am nächsten Tag ist frei? Genau Porno und Schnitzel. Sehr zu meiner Freude, denn ich wusste genau, das sie ein langes Durchhaltevermögen haben und mit ihnen würde ich sicherlich ein wenig später den Heimweg antreten. Wie ich mich doch täuschen sollte, denn Porno und Schnitzel traten kurze Zeit nach unserem Treffen den Heimweg an, aber ich muß dazu sagen, das wir zu dem Zeitpunkt auch nach Hause wollten, war der Uhrzeiger schon über die Tagesgrenze hinaus gerückt und am Karfreitag sollte man ja ein wenig abstinent leben. Da standen wir also vor der Werkstatt und wollten nach Hause und kein Taxi wollte uns fahren, weil keins da war. Porno nutzte die Gelegenheit und orderte erstmal einen Döner. Unsere Hinweise auf den schon angebrochenen Karfreitag ignorierte er geflissentlich. Er war aber auch schon recht stramm und wahrscheinlich benötigten die Informationen die er über sein Ohr erlangte ein wenig länger bis sie sich durch die ganzen Bierfantasien gekämpft haben. Und die Information Hunger und Essen stehen ja eh in schnell abrufbaren Schächten in seinem Gehirn bereit. Somit war der Döner schneller bestellt und die Information des Karfreitags erreichte wohl nie ihren Bestimmungsort.

Die Warterei war einem Teil von uns aber zu blöd und ich wollte gerade den Vorschlag machen, das wir doch den Weg zu Fuß antreten sollten, als dann der Björn mit einem besseren Vorschlag kam. ”Wir gehen wieder rein und ballern noch ein wenig!“ Sofort machte ich auf dem Absatz kehrt und war schon an der Theke, als die anderen den Vorschlag erst registrierten. Ich muß zugeben, das ich daran auch schon gedacht habe, aber um nicht wieder als Anstifter da zustehen habe ich ihn im Hinterkopf behalten. Mein Dank gilt dem Björn, das er so weitsichtig war. Und weiter gings also mit Mixgetränken soviel man trinken konnte. Leider bleibt es ja nicht beim Trinken und starren auf weibliche Rundungen auf weibliche Mitmenschen. Nein, manche kommen dann noch auch Ideen sich rhythmisch zu bewegen. Torte wollte unbedingt Tanzen gehen und irgendwie wollte er das ich mit komme. Aber ich weigerte mich sehr erfolgreich und so ging dann Torte auch nicht tanen. Nach zwei weiteren Mischungen ging er dann gar nach Hause und ich war wirklich geneigt mitzugehen. Als aufrichtiger Christ hatte ich schon ein ganz schlechtes Gewissen bei all den fleischlichen Genüssen deren ich an dem abstinenten Karfreitag frönte. Und wieder kam eine Stimme von hinten, die meine Erkennungssystem als die Björn identifizierte. ”Pitsche, Du kannst doch jetzt nicht gehen, ich habe gerade noch eine Runde Havana bestellt.“ Er hatte mich. Irgendwie hat er meine Achillesferse gefunden. Ich hoffe er verrät sie keinem. Somit waren wir nur noch zu viert. Ollibert, Björn, Leiche und ich. Und eine nicht zu erwartende Flut an Havana Club Cola. Dann gab es noch eine herrliche Tanzeinlage von Leiche und ich hatte noch eine intensive Diskussion über Fußball mit einem Duderstädter Spieler. Diskussionen im vollstrammen Kopf können manchmal sehr nervenaufreibend sein. Aber wir haben uns immer noch verstanden, obwohl, mein Sprachzentrum nur noch mit 70% lief.
Der Zeitpunkt der großen Flucht war gekommen. Und vor der Werkstatt fiel mir dann eine wichtige Tatsache auf. Alle mit denen ich noch unterwegs war wohnten nicht in Westerode, nicht mal annähernd in der Richtung. Da stand ich nun und bekam dann noch Schützenhilfe von meinem Diskussionspartner. Wir teilten uns ein Taxi und ich bin günstiger wie nie zuvor nach Hause gekommen. Ich strengte nochmals mein Gehirn ein wenig an, aber kam nicht auf das richtige Ergebnis. War mir dann auch egal, denn ich war endlich zu Hause.

Karfreitag
Dieser Tag sollte eigentlich als Tag der Abstinenz gehalten werden. Jesus wurde an diesem Tag an diesem Tag an das Kreuz genagelt, sofern man dem katholischen Glauben angehört und auf Grund dieses großen traurigen Ereignisses soll die gesamte Christenheit ihre Trauer zum Ausdruck bringen in dem sie auf Fleisch verzichtet. Natürlich wurde dann später noch andere tolle Sachen hinzugefügt, wie Süßigkeiten und alkoholischen Getränke. Alles was Spaß macht gehört verboten, das macht die katholische Kirche ja ganz gerne. Aber der Karfreitag ist auch ein Feiertag und da hat man frei und sollte eigentlich ausspannen, was auch nötig ist, denn halb Deutschland hat sich am Gründonnerstag-Abend aus dem Leben geschossen und will schon freiwillig keinen Alkohol trinken, es sei denn man wohnt in Westerode. Das Ausspannen ist bei mir schon mal komplett flach gefallen, da ich Friede versprochen hatte, das ich ihm ein wenig mit Umräumen helfen würde. Wären auch nur ganz sperrige und unhandliche Dinge die vom Keller in das erste OG müßten. Eine meiner Lieblingsaufgaben. Hauptsache es ist schön schwer und extrem unhandlich und anfassen kann man auch nicht vernünftig. Da stehe ich absolut drauf und darf so was auch nur bei Bekannten machen, denn ich selber würde schon bald einen Tobsuchtsanfall bekommen und das zu befördernde Objekt mit diversen schweren Gegenständen bearbeiten. Bei Bekannten benimmt man sich ja dann doch ein wenig mehr , außerdem will man die ganzen Sachen ja nicht bezahlen. Als wir dann die ersten zwei Schrankteile im OG hatten, merkte ich wie meine Reserven verdammt im Keller waren. Es waren wohl zu viel Ressourcen am Vorabend verbraten worden. Aber da mußte ich jetzt durch und habe es auch geschafft. Belohnt wurde dann die Mühe mit einem Osterbier, mit extra viel Promille. Da es mir eh noch scheiße ging, konnte das eine Bier auch nicht mehr schaden. Normalerweise bekommt man ja automatisch mehr Durst wenn man erstmal an einem Bier geleckt hat, aber diesmal blieb der Effekt aus. Ich war wohl einfach zu fertig und machte mir sofort Gedanken um den Abend. Denn Jens hatte Geburtstag und auch geladen und da wollte man ja nicht schwächeln. Zumal Andre schon die Parole raus gegeben hat, das er sich Abends richtig vollaufen lassen wollte. Das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Ich hoffte er ließ seinen Worten Taten folgen.

Gegen Mittag waren wir dann auch fertig und ich konnte mich entspannend auf den Abend vorbereiten. Von wegen. Ich wollte mich ja nochmal hinlegen, aber leider habe ich dann wieder so viele Sachen zu tun gefunden, das aus der ganzen Sache nichts geworden ist. Also bin ich dann nicht gerade ausgeruht zum David gegangen und haben Ellen und Hannah und natürlich auch den David nochmal besucht. Bis dann David und ich zu Jens weiter gezogen sind. Ellen ist dann bei der kleinen Hannah zu Hause geblieben. Schade, hätte gerne mal wieder mit ihr Party gemacht. Aber die Zeiten kommen auch bald wieder. Der Treffpunkt war bei der Kirche angesetzt und wir waren pünktlich. Leider die anderen nicht so, aber ein paar Minuten Verspätung sollte man schon mal verzeihen können. Obwohl sich in meiner Leber schon wieder so ein Gefühl der Austrocknung regte. Ich vermute aber, das sie das an trainiert hat und mich ab und an mal damit quält. Aus lauter Angst ernsthaft krank zu werden trinke ich dann schnell ein Bier und schon geht der ganze Kram los. Als dann Ingo und Anne und Köppel und Näppchen und Andre und Nadine noch zu uns gestoßen sind, konnten wir langsam einrücken. Merkt man was? Ich bin wieder mit Pärchen unterwegs, das prägt ein wenig.

Nach der Gratulation dauerte es verdammt lange gar nicht so lange bis dann auch das erste Bier auf dem Tisch stand. Die Einladung zum Essen kam dann kurze Zeit später, aber es gab jede Menge Fleischgerichte und da Karfreitag ist, wird kein Fleisch gegessen. Ich weiß es ist eine bekloppte Sache, aber irgendwie halte ich mich immer noch daran. Selbst bei dem Gedanken mir einfach eine Scheibe Wurst abzuschneiden und sie zu essen, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Fragt mich nicht warum, aber es ist so. Da hat meine Mutter astreine Erziehungsarbeit geleistet. Dumm ist nur, das gerade die verbotenen Sachen am meisten Spaß machen. Aber ich bin trotzdem eisern geblieben und habe bis wenigstens Mitternacht kein Fleisch gegessen. Es ist halt so und mein Gehirn hat da immer noch die Oberhand. Wie die Anderen das halten war mir auch egal. Selbst als David neben mir ein Wurstbrot gegessen hat, blieb ich locker. Natürlich konnte ich mir ein paar Sprüche nicht verkneifen. Ich glaube auch es sind solche Worte wie Scheiterhaufen, Ketzer und Fegefeuer gefallen. Aber dann sehen wir uns wieder. Die Einen, weil sie am Karfreitag Wurst gegessen haben und ich, weil ich nun mal ich bin. Damit hab eich mich aber schon abgefunden. Aber wie sang schon Bon Scott ”Hell ain’t a bad place to be“. Es muß sich ja schließlich lohnen wenn man jahrelang Metal und Hard Rock hört!

Nachdem dann die anderen gegessen hatten kam auch schon der Schnaps um die Ecke. Ich dachte, da ich keinerlei Speisen zu mir genommen habe, würde ich um diese Hürde herum kommen, aber da hatte ich wohl nicht mit der Beharrlichkeit von Jens gerechnet. Bei anderen ließ er ein ”Nein, danke“ gelten, bei mir wurde das aber mit einem extra vollen Glas quittiert. Ich hatte also die Wahl zwischen Löwentor (dann schon lieber ein Schlag ins Gesicht), Jägermeister (erwähnte ich den Schlag ins Gesicht schon?) und Korn. Jedenfalls dachte ich das es Korn gewesen wäre. Aber es war Wodka. Aber er war durchsichtig und die farblosen Schnäpse sieht die Leber nicht, wie schon weiter oben erwähnt. Hätte ich es man gelassen und lieber den Schlag ins Gesicht Löwentor genommen. Wodka sollte ja eigentlich ohne Geschmack sein, aber irgendwie erinnert er mich immer an Chemieunterricht. Gerade im Studium, wo wir selber Alkohol gebrannt haben. Da ist mir dann das Kugel-Glas (Was weiß ich wie der Fachausdruck für das Scheißding heißt) umgefallen und der Inhalt hat sich auf meine Hose ergossen. In der Mensa durfte ich mir dann wieder Vorwürfe von meiner damaligen Freundin anhören warum ich mir denn schon am frühen Morgen einen rein kippen muß. Wer stellt denn bitte auch Gläser her die man nicht anständig hinstellen kann. Verdammte Chemiker, habe ich noch nie verstanden. Ach ja, erschwerend kam noch dazu, das die Flasche Wodka, aus der ich nur alleine trank, weil alle Anderen das ekelig fanden, also die Flasche und auch nicht mich, einen seltsamen Ausguß hatte, der immer sehr spät den Wodka-Strom versiegen ließ. Dadurch wurde mein Glas immer sehr voll. Um ehrlich zu sein wundert mich das jetzt gar nicht.

Nun war als der grobe Fahrplan für den Abend festgelegt. Bier und wenn es sich nicht vermeiden ließ gab es ein Wodka dazu. Noch hätte ich Zeit gehabt einfach so nach Hause zu gehen, aber das wäre ja feige und unhöflich und außerdem wollte ich den Jablonski nicht so billig davon kommen lassen. Es folgten also mehrere Platzwechsel, da ich auch mal bei Friede am Tisch sitzen wollte und mit Teilen der Gesellschaft vom Vorabend ein wenig plaudern wollte. Leider half das ganze wehren gegen weiteren Wodka nicht und auch das verstecken des Glases bleib ohne Erfolg, denn jemand hatte immer ein Ersatzglas irgendwo herumstehen. Es gab dann wohl auch noch Sahnelikör, den ich aber auf Grund des Anstands nicht getrunken habe. Zu viel Zucker ist nicht gut für den Körper. Friede war es egal und kippte immer kräftig rein. Klar, Zuckerplörre kann man ja auch trinken wie Wasser wohin gegen Wodka nur so aussieht wie Wasser.

Kurz vor Mitternacht konnten wir dann den Titel ”Strammsack des Abend“ vergeben. Mit weitem Vorsprung holte Andre sich den Titel und keiner wird in der Lage sein ihn an diesem Abend einzuholen. Stein kam wieder in den Keller und berichtete, das Andre mit Nadine jetzt nach Hause fahren würde, da er schon einiges an Getränken auf der Toilette verloren hätte. Nun war also der Titel weg und alle Ambitionen ihn doch noch zu holen verliefen sich sofort im Sand. Nun war es ja egal was man in sich rein schütten würde, man konnte nur noch Zweiter werden. Und das sollte nicht mehr lange dauern, da die Schlagzahl beim Wodka plötzlich erhöht wurde und Jemand Jens stellte dann auch noch einen eisgekühlten Kotzo auf den Tisch. Von dem konnte ich aber nur einen Trinken und das Schlucken war eine echte Aufgabe für mich. Da anschließend das Bier auch nicht mehr richtig schmeckte steig ich um auf Wodka mit Apfelsaft. Ich Riesenarsch! Derart aufgestachelt verfiel ich wieder in alte Verhaltensmuster. Kalle hatte ein orangenes Hemd an, was er nun wohl nie wieder anziehen wird. Als ich das Orange sah, fühlte ich mich an eine Fete vom letzten Juli in Göttingen erinnert. Es war gerade Fußball-WM und zu sehr später Stunde und nach einigen verbotenen Substanzen aus Holland in alkoholischen Getränken muß ich wohl mit einem ähnlich Verrückten an der Theke gestanden haben und laut ”Hüpp Hüpp Holland“ gegröhlt haben. Naja, mit eben diesem Anfeuerungsruf ging ich dann dem Kalle auf den Sack. Verlässlichen Zeugenaussagen zufolge war ich nur eine Haaresbreite um eine Tracht Prügel herum gekommen. Ich fands trotzdem lustig. Was zieht er auch organgenes Hemden an. Ich hoffe es war ihm eine Lehre.

Vom Ende des Abends weiß ich nicht mehr viel und ich befürchtete, das ich mich übel daneben benommen habe. Aber dem war nicht so. Jedenfalls konnte mir Jablonski versichern, das ich friedlich und vor allem freiwillig nach Hause gegangen bin. Nicht das es jemals anders gewesen wäre.

Karsamstag

Ich wachte auf und fühlte mich wie durch eine Vorkriegserntemaschine gedreht. Als ich mich in meinem Schlafzimmer um guckte lagen meine Klamotten im weitesten Radius verstreut. Anscheinend muß ich auf der Treppe meine Hose verloren haben oder zumindestens ist sie da runter gerutscht und ich bin dann mit der Hose um die Knöchel ins Bett gehumpelt. Anders kann ich mir nicht erklären, wie sich mein Portemonnaie und mein Fahrzeugschein aus meinen Taschen geschlichen haben. Oder aber ich habe die Hose vor den Schuhen ausgezogen. Auch wenn ich 10-Loch Dr. Martens habe ist das nicht unmöglich. Naja, vollkommene Klarheit werde ich wohl nie erlangen und das ist wohl auch gut so. Ich schwor mir nur eine Sache, nie wieder Alkohol Bier Schnaps Wodka! Der Plan für den Tag war es die Sommerreifen auf zu ziehen und Abends sich im Glashaus zu betrinken. Wenigstens Teil Zwei der Tagesplanung sollte keine Probleme aufwerfen. Teil Eins bedurfte schon ein wenig mehr Elan. Aber der kam auch noch, als klar war das es definitiv ins Glashaus gehen würde. Allerdings ist momentan Reifenwechsel zu meiner absoluten Nummer Eins in der Hitliste der ungeliebten Arbeiten aufgestiegen. Aber ich muß ja bald mal wieder an den Frühjahrsputz.

Sammelpunkt und Start der Orgie Glashaustour war der Jugendraum. Wie ich erfahren mußte hatte das Glashaus wieder etwas sehr hässliches in petto um mich in Versuchung zu führen. Es wurde angeboten, 16 € Eintritt zu zahlen (als Mann) und dann hätte man frei trinken. Damit hatten sie mich, auch wenn ich noch nicht so ganz dran glauben konnte. Bei solchen Aktionen ist meistens irgendwo ein Haken versteckt, der sich bald sehr böse entzünden kann, wenn man ihn erstmal verschluckt hat. Totz aller Vorsicht drehte sich der einarmige Bandit in meinem Kopf und zeigte nach Stillstand drei leuchtende Havana Club Flaschen an, bei wiederholten Drehen kamen dann drei heiße Frauen zum Vorschein. Sah also nach einen typischen Glashaus-Abend aus. Ich hoffte nur, daß das Versprochenen wahr werden würde. Ich sah mich schon in Badewannen voll Havana liegen. Es erinnerte ein wenig an früher, als es noch Abknipskarten im Glashaus gab. Da gab es im Sommer die Aktion 20 DM zu bezahlen und 40 DM zu verballern. Damals hat man es dann auch nicht hin bekommen die Karte voll zu bekommen und konnte den Rest in Bi-Fi’s anlegen. Heutzutage träumt man davon nur noch.

Nach ein bis drei Bier im Jugendraum ging dann die Taxifahrt los ins Glashaus, doch vorerst mußten wir den feinen Kai Walter noch aus der Stadt abholen. Er saß mit seiner Freundin und seinem älteren Bruder und dessen Frau bei Sabri. Bei der Ankunft konnte man ohne Probleme feststellen, das Dennis, der ältere Bruder, schon gut getankt hatte. Stand er doch von seinem Platz auf und winkte uns beidhändig aus dem Restaurant der Dönerbude zu. Kai sah nicht viel besser aus, aber hatte seine motorischen Fähigkeiten ein wenig besser unter Kontrolle. Oha, ich ahnte fürchterliches. Aber wir wollen den Teufel mal nicht an die Wand malen, jetzt jedenfalls noch nicht.

Am Glashaus angekommen wurde aus dem wunderbaren Traum im Glashaus für einen vergleichbaren geringen Betrag umsonst trinken zu können bittere Realität. 16 € stimmten so weit schon mal, aber dazu kamen noch fünf Euronen Eintritt und man konnte nur eine Karte a 45 € voll knallen. War immer noch ein sehr gutes Angebot, aber der Traum mit der Havana Club Badewanne zerplatzte wie der Bulle von Tölz nach dem Weißwurstwettessen. Und die eine Karte muß man erstmal voll bekommen. Als ich mich umblickte sah ich nur noch gierige Gesichter. Allen voran Porno der sich erstmal aufregte, das es nur 45 € waren, die wären ja nach einer Stunde schon wieder voll. Ja genau, er wäre bestimmt nach einer Stunde komplett voll, aber die Karte bestimmt nicht. So gings dann rein und sofort in den Club Havana. Es war leer. Verdammt leer, was auch kein Wunder war, denn überall in der SBZ waren Osterfeuer. Das konnte ja heiter werden. Ich hoffte ja das es sich noch ein wenig mehr füllen würde und trat den unvermeidlichen Weg zur Theke an. Allerdings ging ich nicht den kürzesten Weg zur Theke um die Ecke sondern schlich zu der kleinen Theke in dem Verbindungsgang. Denn dort wartete meine Liebllingsbedienung auf mich. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern macht mir auch immer eine extra leckere Mischung. Bei meinem ersten Besuch fragte sie noch was ich haben wollte und als ich dann Havana Club sagte, schien sie mich wieder zu erkennen. Sie macht eine normale Mischung und guckte mich dann an ob sie eine dopplete Mischung machen sollte. Ein sanftes Nicken von mir und alles war klar. Die Mischung war echt Klasse. Bei meinem zweiten Besuch kurze Zeit später kam ich um die Ecke und bevor ich überhaupt an der Theke war fragte sie schon ob ich noch einen Havana Club haben möchte. Eine Nicken später und schon war ich wieder glücklich. Bei meinem dritten Besuch lächelte sie mir schon weitem zu und ein Lächeln meinerseits machte dann den Deal komplett. Das nenne ich mal blinde Verständigung. Andere würden hier das Sprichwort ”Ein guter Bauer erkennt seine Schweine am Trog“ anbringen. Aber mir gefällt der Vergleich mit der Verständigung um Längen besser, Vor allem weil ich da besser bei wegkomme.

Während ich also zwischen meiner Lieblingstheke und dem Club Havana hin und her gependelt bin waren meine Mitfahrer auch nicht gerade untätig und haben ordentlich an der Alkoholschüssel genippt. Kai Hawai war ja zu Beginn schon nicht nüchtern und steigerte die ganze Geschichte noch in dem er sich weiterhin Jim Beam Cola rein pfiff. Da ja nun im Allgemeinen hin bekannt ist, das Kai, nicht nur wenn er betrunken ist, auf Scheiß Musik steht konnte nur Schlimmes erwartet werden. Es ließ sich nun nicht vermeiden, das im Havana auch Schlager oder ähnlich schlimme Dinge gespielt werden. Nun meinte Kai auch das er zu diesen Liedern Schlagzeug spielen mußte. Genau wie sich jetzt ein Bild im Kopf des Lesers formt sah es auch aus. Manchmal hoffe ich das ich niemals so stramm werden würde. Ab und zu gings dann dazu noch auf die Tanzfläche und die Show ging weiter. Für uns war es eine Riesenunterhaltungsshow, aber mir tun die anderen Gäste schon ein wenig leid.

Porno hingegen konzentrierte seine ganze Kraft auf das Füllen seiner Karte. Er hatte wohl ein wenig Angst, das er die Karte nicht füllen kann und mit weniger als Möglich aus dem Glashaus geschleppt wird. Da er ja ein patenter junger Mann ist und mehr als einmal nicht auf den Kopf gefallen ist. Trank er Stereo. Eine Mischung zu ordern ist was für Mädchen, also bestellte Porno gleich zwei und inhalierte sie regelrecht. Als er dann mitbekam, das wir anderen ganze komisch guckten und nur eine Mischung in der Hand hielten, schämte er sich kein bischen, sondern dachte sich seinen teil und bestellte bei der nächsten Bestellung nur eine Mischung. Der einzige Unterschied zu vorher war halt nur das er die Theke nun in der Hälfte der Zeit frequentierte. So oder so hat keiner was gewonnen. Dann kam der Zeitpunkt wo der DJ Strohhüte von Southern Comfort verschenkte. Nachdem dann die ersten fünf über den Tresen gegangen sind, traute sich dann Porno auch mal auf die Tanzfläche. Die Information das es weiter vorne nun etwas umsonst geben würde, brauchte halt ein wenig bis sie sich den Weg durch den Cuba Libre verstopften Denkapparat von Porno bahnen konnte. Als Porno dann vorne war gab es aber keine Hüte mehr. Jedenfalls nicht für Porno. Aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus und nach dem er ein wenig gebettelt hat und auf den Knien umher gerutscht ist bekam er dann auch einen Strohhut, den er sich auch prompt auf den Schero setzte. Nun ist es aber so, das jeder der so einen Hut auf hatte gleich als ganz schlimmer Alkoholiker gebrandmarkt war. Was Porno aber ziemlich egal war, da er eh schon auf dem besten Wege des Vergessens war. Trotz das wir ihn mehrmals darauf hin wiesen blieb der Hut auf dem Kopf.

Ein weiterer Stoßtrupp des Grauens war im Glashaus unterwegs. Zwei hübsche Mädels wollten Kümmerling verticken. Dabei ließen sie nicht zu knapp ihre weiblichen Reize spielen und erhofften sich so ihr Teufelszeug an den Mann zu bringen. Aber ohne mich. Zweimal kontaktierten sie mich und schlugen verführerisch mit ihren Wimpern. Aber ich bleib standhaft auch wenn ein gewisser Teil meines Hirns einen ganzen Würfel kaufen wollte. Auf die Frage mit was für einem Schnaps sie denn wiederkommen sollten, damit ich ihnen einen abnehmen würde, sagte ich Korn. Verwirrt guckten sie mich an und fragten mich wer denn sowas trinken würde und ob ich von der Küste kommen würde. Ja, ich bin anders. Mir schmecken halt Sachen von denen sich andere angewiedert abwenden und ich habe an der Küste studiert. Nicht nur das Korn trinken. Aber ich mag ja auch Jackass. Jedenfalls wurden sie an mich keinen Schnaps los und nannten mich fortan den Korn-Mann. Gut, man hat mich schon Schlimmeres genannt. Kurz als sie wieder los wollen steckte dann Porno seinen alkoholisierten Kopf in die Runde und verlangte zu wissen was es denn wieder umsonst geben würde. Umsonst war gar nichts und es gab Kümmerling. Daraufhin meinte Porno sie sollen in einer Stunde nochmal vorbei kommen. Au weia, ich ahnte Schlimmes. Eine gute Stunde später standen sie dann wieder auf der Matte und verkauften Porno einen Umhänge-Kümmerlingband mit Kümmerlingen dran. Da saß er nun mit seinem Strohhut auf dem Kopf und dem Kümmerling-Orden um den Hals. Ich gab zu dem Zeitpunkt mal eine vorsichtige Prognose ab, das es mit dem Verkuppeln an dem Abend wieder nichts werden würde. So langsam habe ich das Gefühl, das Porno sich extra betrinkt, um nicht verkuppelt zu werden. Aber davon lassen wir uns nicht schrecken.

Ein ganz grandiosen Auftritt haben auch Philip und Thomas B hingelegt. Sie begannen ganz vorsichtig wie die Geisteskranken Wodka Red Bull und dazu Tequila zu ordern. Nach kürzester Zeit waren sie stramm und ihre beiden Karten waren voll! Als wenn das noch nicht genug wäre, wurde dann gleich eine weiter geordert. Sich langsam in das Delirium zu trinken kam für die Beiden nicht in Frage. Eigentlich hätten sie sich auch mit einem großen Holzhammer auf den Kopf schlagen können. Oder ich hätte das für die Beiden gemacht, das wäre auf jeden Fall billiger gekommen. Und Thomas hätte mir nicht so auf die Nerven fallen können. In welcher Weise er das geschafft hat? Ganz einfach. Wer mich besser kennt (freiwillig oder unfreiwillig) weiß, das ich Pur auf den Tod nicht ab kann. Ich hasse diese ”Band“, die sich eigentlich gar nicht Band nennen darf. Eher so was wie Folterer oder Musikvergewaltiger. Ich glaube wenn ich Hartmut Engler mal privat treffen würde, dann würde ich seinen Scheiß-Ohrring mitsamt seinem Scheiß-Ohr vom Kopf abreißen. Die Leider sind alle Scheiße und manche sind sogar gequirlte Scheiße. Aber bevor ich hier noch mehr in eine Schimpftirade verfalle, sagen wir einfach das ich Pur nicht mag. Jedenfalls fand es Thomas dann besonders spaßig mir die Lieder Playbackmäßig vorzusingen. Kai, der eh nicht mehr viel mitbekam, dachte es wäre ein Riesenspaß und machte gleich mit. Mir blieb so nur die Flucht an meine Lieblingstheke. Sollte ich jemals Alkoholiker werden, dann gebe ich Pur die Schuld. Ich vermute auch das Thomas sich extra den langen Mega-Mix von Pur gewünscht hat um mich zu quälen. Ich plane jetzt schon an Vergeltungsmaßnahmen.

Bevor ich es vergessen, es waren auch wieder Frauen da. Und umwerfend Aussehnde obendrein. Schnell hat sich meine Zieloptik auf zwei Finalistinnen eingestellt. Die gefielen sehr gut und waren auch ein paar Mal im Havana unterwegs. Aber was mußten meine vor Alkohol verquollenen Augen sehen als ich mal wieder auf dem Weg zu meiner Lieblingstheke war. Beide waren zwar erst alleine gekommen, das habe ich ausgiebig überprüft, und haben dann irgendwelche Spaten kennen gelernt, mit denen sie dann an unterschiedlichen Positionen rum hingen. Sogleich wurden sie aus meinem Gedächtnis gestrichen und ich hielt es dann für besser mit geschlossenen Augen durch das Glashaus zu gehen. Was aber schnell wieder abgestellt wurde als ich mehrere Hocker umgelaufen habe.

Wiebke, Adrians Freundin, habe ich dann auch noch getroffen. Sie war mit ihrer zukünftigen Schwägerin unterwegs. Ein Satz den sie gleich zu Beginn gesagt hat, hat mir ein wenig zu denken gegeben. Als sie am Eingang stand und von der Aktion gehört hat, hat sie gleich vermutet, das ich an dem Abend da sein werde. Bin ich wirklich so durchschaubar und vorhersehbar. Ich sollte meine Person in mehr Mysterien hüllen. Jedenfalls klagte sie erstmal das Adrian mal wieder auf der Tanzfläche abgehen würde und sie würde dann eher am Rand herumstehen und zu schauen. Tja, nach dem Besuch vor knapp drei Wochen weiß ich nun wie es ihr ging. Erschwerend kam noch hinzu, das sie die Fahrerin war. Das ist ungefähr so, als würde man einen Abend mit Jessica Alba verbringen können, muß aber 30 Meter Abstand halten, weil sie eine hochgradig ansteckende Krankheit hat. Um ehrlich zu sein, wäre mir das total egal. Dafür würde es sich lohnen jegliche Krankheit auf sich zu nehmen. Ich schweife schon wieder ab. Wo war ich? Ach ja Jessica Alba, nein, Wiebke. Wir unterhielten uns dann noch ein wenig und sie ist dann weiter gezogen und wollte versuchen ob Adrian nicht nochmal mit ins Havana kommt.

Sie waren dann auch noch mal da, aber eher auf der Tanzfläche. Ein Gebiet welches ich meide wie einen Mienenstreifen. Porno war in der Zwischenzeit teilweise ins Reich der Träume abgetaucht und mehr als Granatenstramm. Und ich habe Fotobeweise. Die ich hier aber nicht veröffentlichen kann. Interessenten melden sich bitte bei mir per e-mail. Da kann ich dann entscheiden, ob ich das entsprechende Foto der Person antun kann. Natürlich stritt er hinterher wieder alles ab und sagte er habe gar nicht geschlafen. Alles klar, das war dann aber ein ganz schön langer Augenzwinker. Der Zustand von Porno machte aber ungefähr den Zustand der Anderen aus und somit wurde dann beschlossen den Heimweg anzutreten. Das Problem war nur ein Taxi zu bekommen.

Für Kai und Wiebke war das kein Problem, haben sie sich einfach bei ein paar Duderstädtern mit rein gesetzt und so den Unmut der restlichen Truppe auf sich gezogen. Aber Porno musste ja eh noch direkt vor dem Glashaus pinkeln. Das ihn die Türsteher nicht entmannt haben war alles. Das nächste Taxi gehörte uns und fuhr mit Taxameter, welches sich als Vorteil raus stellte, da wir im Endeffekt weniger bezahlen mußten. Auch weil wir in Teistungen anhalten mußten, da dem Philip ein wenig schlecht war. Wer nun glaubt, das wäre der einzige Zwischenfall gewesen der irrt. In Westerode fiel er dann aus dem Taxi und blieb vor der Kirche liegen. Schnitzel und Porno machten die Biege und ich sah mich schon Philip mit einer Schubkarre nach Hause fahren. Aber Thomas half ihm mehr oder weniger hoch und hakte ihn unter. Laut singend traten sie dann den Weg durch die Gasse zu Phlip an. Ich ging in einem Anstandsabstand von fünf Metern dahinter und hielt ein Schild hoch auf dem stand: ”Ich kenne die zwei Alkis nicht und gehe hier nur zufällig lang!“ Bei Philip angekommen, versuchte er die Tür zu öffnen und war dann sehr überrascht als seine Mutter ihn schon erwartete. Das mußte er dann aber noch der Welt kund tun. Und somit endet der Abend. Ich war fertig und freute mich auf das Bett und das Osterfeuer am Sonntag Abend.

Ostersonntag

Der Tag ging relativ unereignislos vorbei, war doch das große Ereignis des Abends das Osterfeuer. Eigentlich immer ein Garant für spaßige Unterhaltung und vor allem für eimnlaige Aktionen von Vollstrammkünstlern. Was also würde uns heute erwarten. Der Getränkereigen wurde durch ein mehr oder weniger leckeres Hasseröder eröffnet. Hasseröder ist nicht unbedingt lecker, aber ausspucken würde ich es auch nicht. Nette Dreingabe war, das es auch noch in 0,5 l Pullen daher kam. Die halten wenigstens ein wenig länger, auch wenn der Inhalt nicht wirklich überzeugen konnte. Meine größte Sorge galt aber dem späteren Abend. Falls der unwahrscheinliche Zustand eintreten sollte, das ich kein Bier mehr trinken möchte, gab es keine Getränke zum Ausweichen. Da half es nur noch zu hoffen das ich dem Bier weiterhin treu bleiben kann und nicht plötzlich den Appetit auf ekelerregende Schnäpse nachgeben. Frühzeitig bereite ich meine Organe auf den harten Abend vor. Wer vorher streikt oder nur den Gedanken auf Schnäpse umzusteigen in das Spiel bringt fliegt unwiderruflich raus. Dabei ist egal, ob es lebensnotwendig ist oder nicht.

Bei der Ankunft wurde erstmal nicht lange gefackelt und die Bierversorgung wurde sichergestellt. Schließlich hatte ich ja ab 2130 Uhr schon wieder Thekendienst. Nicht das ich den jetzt nur gemacht habe um ein paar Freigetränke abzustauben. Nein, ich unterstütze gerne das Osterfeuer-Team, weiß ich ja aus vergangenen Zeiten wie stressig es ist als Organisator. Aber die Freigetränke hab eich trotzdem gerne in Anspruch genommen. Noch war es aber nicht so weit und als dann weiter aus meiner Clique kam, dauerte es nicht lange, bis die ersten Runden über den Tisch gegangen sind. Irgendwie war ich auch nicht in Top-Verfassung, denn jedes mal, wenn ich kurz davor war los zugehen und eine Runde zu holen stellte mir jemand ein Bier vor die Nase oder auch mal zwei, weil er das eine nicht losgeworden ist. Da soll erstmal einer hinter her kommen. David hat es sich einfach gemacht und mir einfach einen Löwentor hingestellt. Trotz meiner Abneigung die lautstark zum Ausdruck gebracht habe, nahm er ihn nicht weg und ich mußte ihn trinken. Komischerweise hat David anderen auch einen angeboten und die haben abgelehnt und es hat geklappt. Ich muß mich mal mit denen kurz schließen und fragen wie man richtig Getränke ablehnt. Bei mir klappt das nie.

Elke und Martin habe ich auch mal wieder getroffen und ich muß mal mit Elke ein ernstes Wörtchen sprechen. Sie kann doch nicht überall umher erzählen, was wir mal an Silvester ausgemacht haben und schon gar nicht das sie mich jetzt verkuppeln will. Nachher hört das noch jemand und es klappt womöglich. Das passt ja so gar nicht in meinen Plan. Zum Glück konnte ich alles wieder richtig stellen. Ich murmelte etwas von ”infamen Lügen“ und ”Verschwörung“ und habe mich leise aus dem Einzugsbereich geschlichen. Nicht das noch jemand mit unangenehmen Fragen aufwartet, die ich dann gezwungen bin zu beantworten. Und zu einfach will ich es Elke ja auch nicht machen. Ich hätte ihr auch nie erzählen dürfen, das ich mal scharf auf ihre Patentochter war. Ich sage nur: ”Ich und meine große Klappe“

Und schon begann mein Dienst. Leider war es die Hauptschicht und ich hatte wenig Hoffnung auf einen ruhigen Abend. Waren doch genügend Trunkenbolde und solche die es werden wollen anwesend. Ich rechnete natürlich nicht mit hinterhältigen Angriffen aus den eignen Reihen. Florian war der böse Bube, der laufend ankam und Schnäpse verteilte. Da war alles dabei. Süßer Schnaps, Löwentor und nochmal süßer Schnaps. Die Chance mit den Freitgetränken nahm ich dann auch war und gönnte mir ein Mai Ur-Bock. Ich muß ehrlich zugeben, das es durchaus seinen Reiz hat, aber nur in gewissen Mengen. Trinkt man davon zu viel liegt man schneller unter einer Tanne und verfolgt einen Igel als einem lieb ist. Nicht das ich das mal nach einer Geburtstagsparty in Etzenborn nach zu viel Mai Ur-Bock getan hätte. Jeder der das behauptet ist ein Lügner. Man gut das Jenny mein Logbuch nicht liest. Ein Mai Ur-Bock reichte aber vollkommen hin, denn ich mußte immer noch an den Spruch mit der Tanne und dem Igel denken. Weiter gings dann mit Krombacher. Aber so richtig konnte ich die Freigetränke nicht ausnutzen, da der Andrang doch sehr stark war. Besonders überrascht war ich von der guten Natascha, die ihren Schnaps immer gleich Kistenweise kaufte. Zu uns sagte sie, das es für die anderen Mädels ja auch mit sei, aber so recht konnte ich ihr nicht glauben. Morchel bekam das natürlich mit und orderte gleich mal eine Kiste Löwentor. Dies war einer der Zeitpunkte an denen ich froh war Thekendienst zu haben. Nichts ist schlimmer als wenn der Morchel mit einer Kiste Löwentor seine Runde macht.

Der Thekendienst wurde gut überstanden und als ich den Bierwagen verlassen habe, mußte ich feststellen, des er a) dunkel geworden ist und b)die Hälfte meiner Clique sich in Luft aufgelöst hat. Wie man so erfahren hat, ging es dem Andre immer noch nicht ganz so gut. Alles Nachwehen vom Karfreitag. Ich konnte es nicht so recht glauben, aber als ich mich mit ihm unterhalten habe, scheint es wohl doch der Wahrheit entsprochen zu haben. Das war aber auch eine respektable Leistung. Die andere Hälfte der Clique war aber durchaus noch da und hat sich taktisch klug in der Nähe des Feuers positioniert. So stellte ich mich dann also neben Näppchen und nach einer kurzen Unterhaltung kamen wir auf ein altes leidliches Thema. Näppchen versuchte mir ins Gewissen zu reden doch endlich mal bei einer gewissen jungen Dame (deren Namen ich hier aus geheimniskrämerischen Gründen nicht nennen werde) entsprechende Versuche zu unternehmen. Ich war ja bei diesem Thema vollkommen ihrer Meinung und hätte auch schon längst entsprechende Versuche unternommen, wäre da nicht meine Schüchternheit Feigheit. Aber ich versprach ihr Besserung und habe auch schon entsprechende Pläne mit Näppchen abgesprochen. Schon sehr nett zu erfahren, das ein Großteil an meinem Seelenheil interessiert ist.

Jens kam dann auch irgendwann an und fragte mich, ob ich seinen Bruder Christian gesehen hätte. Er hätte vorhin mit Morchel an einem Stehtisch gestanden. Plötzlich fiel mir ein das es bestimmt kurz bevor Morchel einen Würfel Löwentor geholt hatte war. Na dann gab ich Christian wenig Überlebenschancen. Jens meinte sich auch daran zu erinnern, das ein bräunlicher Würfel vor den Beiden gestanden hätte. Da wünsche ich dem Christian natürlich nur das Beste, denn der Morchel war noch da und wollte lange nicht nach Hause. Ein Versuch von Schacko und meinem Bruder ihn mit nach Hause zu nehmen endete an der Würstchenbude, wo er noch unbedingt ein Würstchen verdrücken wollte. Da es nicht schnell genug ging putze er es roh weg. Das ist jetzt nicht ekelig, denn das schmeckt echt gut. Es hört sich jetzt zwar seltsam an, aber man kann es durchaus essen. Allerdings sollte man sich vorher ein paar Bier rein kippen um die Hemmschwelle ein paar Stufen hinab zu setzen.

Der Abend wurde später und da alles Holz weg mußte wurde nun die Tannenbäume und Zweige und Reisig aufgelegt, als wären wir im Kessel von Stalingrad gefangen. Die Asche flog meterhoch oder aber direkt auf meine Jacke. Ich sah aus als hätte ich die Nacht in der Asche vom Osterfeuer verbracht. Was ich nicht habe, ich will ja hier nicht der Kochtopf für haltlose Gerüchte sein. Und je später der Abend wurde und je heißer das Feuer wurde verabschiedeten sich mehr und mehr Gäste. Doch ich hielt durch, bis dann die Bierbude ihre Tore geschlossen hat. Das war dann für mich das Zeichen den Scheidebecher reinzukippen und den Weg nach Hause anzutreten. Welches mir dann der bittere Rest gleich tat. Da Schnitzel ein alter Fuchs ist hat er vorher noch eine Restkiste an Babalou gesichert, die wir uns jetzt auf dem Rückweg brüderlich teilten. Den Letzen tranken wir dann am Ende der Blumenau und in gewisserweise war ich froh, das ich endlich nach Hause konnte. Vom Ausschlafen wagte ich gar nicht zu träumen, denn ich wusste das mein Körper mich mit der Genauigkeit eine Uhrwerks um 0900 Uhr mit entweder Kopf- oder Magenschmerzen wecken wird. Jede Medaille hat zwei Seiten.

Nachlese

Wie vorausgesagt weckte mein Körper mich um 0900 Uhr, doch gewährte mir eine weitere Gnadenfrist. Ich stand also recht gut erholt auf und geriet ins Verzweifeln, das ich das ganze erlebte noch in schriftliche Form bringen wollte. Was habe ich mit dem Logbuch nur angefangen. Sollte es mir irgendwann einmal zum Verhängnis werden? Sollte es irgendwann einmal die Antwort auf all meine Fragen sein? Ich weiß nur eins mit Bestimmtheit, sollte ich irgendwann mal Nachwuchs bekommen wird dieses Logbuch vernichtet!


Generalprobe

05/04/2007

Dieses Wochenende kann eigentlich als Generalprobe für das kommende Osterwochenende gesehen werden und ich habe es mit Bravour bestanden. Besser noch, es wurde unter erschwerten Bedingungen durchgeführt, so daß ich sicherstellen konnte, das ich am Osterwochenende auf jeden Fall durchhalten werden. Und es begann am Donnerstag. Donnerstag, werden sich jetzt einige Leser fragen? Ja, denn da ich immer so viel und vor allem so hart arbeite schufte, kam ich im vergangenen Jahr nicht dazu meinen ganzen Urlaub weg zu nehmen. Dieser muß allerdings bis Ende März aufgebraucht sein, ansonsten wird er gnadenlos gestrichen und das wollen wir ja nicht. Also erkor ich den Freitag zu einem Tag, der seinem Namen gerecht wird. Zu einem freien Tag. Doch so richtig frei war er nicht wirklich. Doch lest selbst…

Total fertig von der Arbeit ultraharten Schufterei kam ich nach Hause um dann noch ins Feuerwehrhaus zu gehen. Es wurde nämlich beschlossen am Donnerstag der Werkstatt einen Besuch abzustatten um das Wochenende ein wenig früher einzuläuten. Da ja auch gleichzeitig Osterferien sein würden, lohnt sich der Besuch mit ziemlicher Sicherheit. Ich trat also den Weg ins weit entfernte Feuerwehrhaus an, als gerade im richtigen Moment das Batphone mein Telefon klingelte. Am anderen Ende war der Görtler, der mir mitteilte, das ich bei einer wichtigen Mission bei Guido aka Gaudo auf dem Balkon gebraucht werde das Guido aka Gaudo heute Geburtstag hat und ich noch vorbei kommen sollte. Ich fragte aber vorsichtshalber nochmal nach , ob das ernst gemeint war oder ich nur zu allgemeinen Belustigung geholt werden würde. Aber nachdem ich dann Gaudo aus dem Telefon hörte wusste ich das er es ernst meinte. Nun ja, mein Weg hatte mich ja eh erst zur Nathebrücke geführt und da konnte ich noch früh genug die Kurve bekommen. Wie der Blitz war ich dann auch schon auf dem Balkon und konnte Gaudo gratulieren, welches sich dann in der Weise bezahlt machte, das Gaudo, mit seinem messerscharfen Verstand feststellte, das ich wohl ein Bier trinken würde. Gar nicht mal so schlecht, er scheint wirklich Menschenkenntnis zu haben. Zu allem Unglück setzte ich mich dann, nach einer kurzen und knappen Begrüßung der übrigen Gästeschar, an den Tisch von Görtler, Hartmut und Porno. Hartmut und Görtler ließen sich ja noch aushalten, aber Porno trinkt mir immer zu viel. Das bin ich gar nicht gewöhnt und mir wird bei so was immer so unwohl. Wer lacht da? Da ich keine andere Wahl hatte ließ ich mich also nieder und ahnte schon Schlimmes. Zum Glück kam gleich das erste Bier und alles um mich herum verschwamm, nur die wohl geformte Flasche Krombacher fokussierte sich vor meinem Auge. Nachdem ich dann die ersten Schlucke inhaliert getrunken hatte, hatte ich Gelegenheit meine weiter Umwelt zu sondieren. Dabei fiel mir als erstes auf, das Görtler und Porno schöne Weizengläser vor sich stehen hatten. Das will ich auch! Also beeilte ich mich, mit meinem Bier, damit ich meine Lippen als bald mit einem köstlichen Hefe-Weizen feucht halten kann. Dann kam auch noch der Friede um die Ecke und der Abend war perfekt. Er machte auch eine kleine Runde und kam mit einem meinem sehr ähnlichen Bier um die Ecke. In weiser Voraussicht hatte ich ihm aber bei der netten, blonden Bedienung Nicole, Gaudos Frau, auch ein Hefe mitbestellt. Ich weiß ja was sich gehört.

Und ich muß ehrlich sagen, das ich ein richtig gut gekühltes Weizen sehr zu schätzen weiß. Es erinnert mich immer ein wenig an die Zeiten die ich während meiner Schulzeit im Thanners mit meinen Kumpels verbracht habe. Natürlich haben wir da kein literweise nur ein paar Hefe-Weizen getrunken, aber wenn wir dann mal frei hatten, dann ging es richtig ab. Aber ich träume schon wieder von der Vergangenheit, wo ich dank meiner Hefe-Fackel im Bus immer eine Sitzbank für mich alleine hatte. Bleiben wir im Hier und Jetzt. Das erste Hefe ging also rein und es dauerte nicht allzu lange, bis das Scheißelabern los ging. Doch ich hatte noch Glück, das ich erst so spät dort aufgeschlagen bin, denn Porno hatte den Schnapszug noch mitbekommen. In regelmäßigen Abständen wurde sein Glas mit Obstler gefüllt und auch wenn man dann denkt, das man die Flasche endlich geschafft hat, kommt aus irgendwelchen Tiefen, an die man gar nicht mehr gedacht hat, eine weiter Falsche her. Porno wehrte sich zwar ein wenig, aber das wurde geflissentlich von seinem Onkel (Hartmut) und seinem Cousin (Görtler) ignoriert. Wenn wir ehrlich sind, sagte sein Mund ”Nein!“, aber seine Augen, besser gesagt, seine Leber (den die kann dank Leberreden seine Augen sprechen lassen) schrie ”JA!“ Gaudo hatte wohl nicht damit gerechnet, das so viele Leute, die zu allem Überfluss auch noch so viel tranken am nächsten Tag frei hatten und deswegen ein wenig länger bleiben. Aber unser Fahrplan stand ja schon am Sonntag fest, Donnerstag Abend geht es in die Werkstatt und da wird mal richtig einer geschüttet. Nicht so ein Spielkram wie sonst immer.

Görtler verschwand ein wenig früher mit seinem Vater, weil der Eine vollstramm leicht angetrunken Besuch von Chief Heavy-Tongue bekommen hatte und der Andere mußte sich noch umziehen, da er mir in die Werkstatt wollte. Ich vermute eher, das er mal ordentlich koffern wollte, da man die Toilette von Gaudo nicht abschließen konnte. Jedenfalls nicht die Gästetoilette. Porno, der schon immer Fuchs war, ging natürlich auf das normale Klo zum koffern und darf nun zwei bis drei Fliesen wieder neu an die Wand kleben. Nachdem Porno und ich uns gegenseitig hoch gehandelt haben und ein weiteres Hefe getrunken hatten, setzten wir unseren Weg zum Feuerwehrhaus fort. Eigentlich wollte seine kleine Schwester Ramona auch mal mit in die Werkstatt und ich wollte sie auch mitnehmen, aber da Porno ein alter Miese-Porno ist, hat er wieder rumgemeckert und sie ist dann halt zu Hause geblieben. Aber das sollte nicht ungescholten bleiben. Das Feuerwehrhaus fanden wir aber verlassen vor. Verdammte Hacke, da sind die doch einfach ohne uns losgefahren. Kurz mal den Schnitzel kontaktiert, ob sie auch wirklich in der Werkstatt waren und anschließend die Kutsche kommen lassen. Das Publikum in der Werkstatt war überraschenderweise gemischt, da wohl viele ahnten, das es in den Ferien ein wenig voller sein würde. Und nach einer kurzen (Halb-)Runde trafen wir auch schon auf den Rest der Westeröder, die schon früher den Weg angetreten hatten. Warum weiß wohl nur der liebe Gott, denn vor 0000 Uhr braucht man eh nicht in die Werkstatt zu gehen, da man erst nach der Geisterstunde genügend Platz hat. Vor allem in den Ferien. Aber sollen sie man machen. Nach einer kurzen Diskussionsrunde, in der ich nicht wirklich viel verstand, da die Lautstärke der Musik vergleichbar mit der eines anlaufenden Hubschrauberrotors war, einigten wir uns irgendwie darauf, das Porno und ich uns eine Flasche Havana Club teilten. Was sollte auch sonst meine Antwort gewesen sein, wenn ich die Worte Havana Club höre. So war also unser Schicksal besiegelt. Porno übernahm die Bestellung und ich steuerte meinen Anteil an die Flasche bei.

Mein altes Problem mit der Trinkgeschwindigkeit machte sich wieder bemerkbar. Diesmal noch Schlimmer als vorher, da ich ja vorher mich an einem gar köstlichen Weizen labte. Das trinkt man ja in der Regel noch ein wenig schneller als ein normales 0,33 l Bier, da warmes Weizen ungefähr so lecker ist, wie Haferschleim. Nun steigt man aber vom Weizenglas auf ein 0,2 l Mischungsglas um. Wer sich das nicht richtig vorstellen kann, nehme den Vergleich 10 l Eimer und einen Meßbecher für 0,5 l. Und Porno will unbedingt die Mischungserstellungseigenschaften seines Firmpaten Schmierpopel übernehmen und haut die Gläser immer ordentlich voll. Da mußte ich natürlich einschreiten und mixte mir ein paar ”normal“ schmeckende Mischungen dazwischen, da ich eh immer schneller fertig war als der gute Porno und meine Mischungen hatten immer noch ordentlich Bums. Ab und an wurde dann auch mal das Eis knapp und man mußte zur Theke strukeln gehen und sich neues Eis organisieren. Nun war unser Weg zur Theke nicht ganz so weit, da wir uns einfach nur um zudrehen brauchten. Und irgendwann stand ich dann da und wollte einfach nur neues Eis bekommen. Die Bedienung kam also an und begrüßte mich mit folgenden Worten: ”Hallo, Conny arbeitet heute Abend aber nicht!“ Wie meinen, was haben denn meine Ohren da gerade vernommen. Ich hatte doch schon seit Ewigkeiten nichts mehr mit Conny in meinem weblog erwähnt. Wie kommen denn die Damen hinter dem Tresen, das ich immer noch scharf auf sie bin? Außerdem hatte ich sie schon seit Wochen nicht mehr gesehen, was teilweise auch daran lag, das ich weniger in der Werkstatt unterwegs war. Wissen die denn nicht, das ich die Akte Conny schon längst in meinen übervollen Schrank gestellt habe (Internes Memo: Nach neuem Schrank gucken!)? Oder sollten da immer noch diverse Gerüchte über mich verbreitet werden. Mein Verdacht fiel wie zufällig auf meine Mitstreiter aus Westerode. Aber mit der Befragung warte ich auf einen günstigen Zeitpunkt. Nicht wenn ich schon wieder ein Auge zu halten muß um nicht doppelt zu sehen zu diesem Zeitpunkt. Irgendwann schlage ich zu und werde die Wahrheit herausfinden.

Der Abend verlief quasi ohne weitere Zwischenfälle. Die Flasche nährte sich langsam dem Endzustand und die Cola wurde weit vorher geleert. Porno hat sich mittlerweile in einen Zustand getrunken, in dem er freiwillig Eintrittserklärungen in die Fremdenlegion unterschreiben würde. Die letzte Mischung aus der Havana Flasche gebührte ihm und aus Mangel an Cola, griff er dann zur Red-Bull-Verschnitt-Flasche und bereitet sich die Mischung. Aus eigener Erfahrung weiß ich das diese Mischung kein Geschenk werden wird. Aber er muß ja gewisse Erfahrungen selber machen. Allerdings bezweifele ich, das er sich an den Geschmack am Folgetag noch erinnern wird. Er wird sich mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr an die zweite Hälfte der Flasche erinnern. So war es dann auch. Den Aufbruch von Porno bekamen wir gar nicht mit, nur das er plötzlich weg war. Später erfuhr ich aus erster Hand, das er sich mit seinem Döner auf den Weg hat, aber gar keinen Hunger mehr hatte. Ein Zustand, der eigentlich so nicht vorkommen sollte. Denn Porno hat ja immer Hunger. Porno war also weg und die Flasche war alle. Was tut man da? Richtig, man fährt nach Hause, denn man hat ja am nächsten Tag noch die Aktion ”Tag des sauberen Dorfes“ vor sich. Ja, auch an meinen freien Tagen bin ich für die Feuerwehr, besser gesagt die Jugendfeuerwehr im Einsatz. Sehr pflichtbewusst, wenn ich das hier mal bescheiden wie bin fallen lassen darf. Vor der Tür wurde dann noch ein Döner inhaliert und die Kutsche nahm ihre Fahrt auf.

Wie sich herausstellte, sind wir keine Sekunde zu früh oder zu spät gefahren, denn als wir Schnitzel raus lassen wollten, sahen wir einen widerlichen Strammsack, die Straße lang wanken. Und es war der Porno, der sich den Weg bis nach Westerode per pedes gebahnt hat. Schnitzel, der in der Vorwoche schön genügend Erfahrung gesammelt hatte, schlug vor bei Porno noch zu frühstücken. Was ja nach einem Döner auch dringend nötig ist. Also wurde Porno kurzer Hand an die Hand genommen und zu seinem Haus geführt. Doch er sträubte sich, was Schnitzel und Görtler herzlich wenig interessierte. Es wurde dann einfach geklingelt und seine kleine Schwester ließ uns bereitwillig rein. Drohung von Porno wurden von uns für nichtig erklärt, da wir logischerweise alle auf der Seite von Ramona waren. Gefrühstückt hat eigentlich nur der Porno, da der Rest von uns recht gefüllt, von dem Fleischbrötchen war. Schnitzel hat dann Ramona erstmal sämtliche Strammsack-Videos von Porno auf seinem Handy gezeigt. Und das sind ein paar. Weiterhin wurden dann noch ein paar Porno-Geschichten zum Besten gegeben. Und Ramona hatte nun genügend gegen ihren Bruder in der Hand. Der Junge hat aber auch einen schweren Stand.

Samstag Morgen Freitag Morgen. Eigentlich hatte ich ja meinen Wecker auf 1000 Uhr gestellt, da wir um 1100 Uhr mit der Jugendfeuerwehr mit dem Müllsammeln beginnen wollten. Doch ein Schmerz, der ungefähr mit dem Gefühl beschrieben werden kann, wenn man mit dem Auge an einem großen Nagel hängen bleibt, bahnte sich seinen Weg durch die Synapsen meines Gehirns. Ein kurzer Blick auf die Digitaluhr zeigte Є5:80. Nach einer kurzen Justage meines Blickwinkels zeigte die Uhr 08:23 und der Schmerz setzte seinen Weg fort. An weiteres Schlafen war nicht mehr zu denken. Da ich nun auch nicht mit mehr weiß, wann ich mich zur wohlverdienten Ruhe gelegt hatte, kann ich keine verlässliche Aussage darüber machen, wie viele Stunden ich nun tatsächlich geschlafen habe. Viele konnten es aber nicht gewesen sein. Die Zeit bis 1000 Uhr wurde dann also mit Dösen und mit scherzhaften Stöhnen verbracht. Dann ging es zum Sammeln des Mülls. Was sich sehr hinzog. Das Wetter war zwar sehr schön, aber selbst strahlender Sonnenschein, in Verbindung mit Kopfschmerzen, die einen Tumor vermuten lassen und Jugendlichen die Fragen stellen, bei denen man am eigenen Menschenverstand zweifelt, kann einen nicht auf einen grünen Zweig kommen lassen. Aber auch diese sehr undankbare Aufgabe ging vorüber und hatte neben dem beseitigen von Unrat auch einen weiteren Vorteil. Meine Kopfschmerzen gehörten der Vergangenheit an. Sobald allerdings am Feuerwehrhaus etwas los ist, kommen alle die nur ein wenig Freizeit haben vorbei und sind einem Bierchen nicht abgeneigt. So wurde dann am späten Nachmittag das Wochenende offiziell mit einem herrlich gekühlten Hefe Weizen eingeläutet. Ein kleiner Tip: Weizen-Flaschen niemals länger als 30 Minuten im Tiefkühlfach stehen lassen. Es sei denn man mag sein Hefe mit Eisbrocken.
Die Abendplanung war auch schon komplett. So ging es dann mal wieder nach Göttingen. Fabian hatte angefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm und seiner Freundin ins Eins B zu kommen. Da war irgend so ein Hillbilly-Krempel angesagt. Darunter stellte ich mich halt die 60er Jahre vor und vor allem konnte man sich betrinken. Außerdem wurden meine Gedanken gleich wieder befangen von meinem letzten Besuch im Eins B. Also stand der Entschluß fest, das der Freitag Abend im Eins B verbracht wird. Voraussetzung war aber, das wir vor 0630 Uhr zu Hause sein mußten, denn da mußte ich aufstehen und zur Truppmann-Ausbildung fahren. Die Letze für dieses Jahr. Und auch diese würde ich überstehen und den Abend vorher weggehen.

Zuerst führte mich der Weg zum Sporthaus, wo ich den letzten Minuten des Training mit einem gekühlten Pils in meiner Hand beiwohnte. Irgendwie muß man den Abend ja beginnen lassen. Gegen 2120 Uhr traten dann der Felkl, Sabrina und ich den Weg zu Fabian an und mit einem kurzen Zwischentop bei Katja, trafen wir in Göttingen ein. Doch vorher mußte die Zeit bevor wir ins Eins B gehen noch überbrückt werden. Also entschieden wir uns für den kürzesten Weg in den Monroes Park. Da war aber Großbildleinwand-Fußball angesagt, was den Damen nicht sehr zusagte. Nächste Station war das El Sol, wobei ich hier ja schon wieder schwarz sah, allein wegen des Platzbedarfs. Doch wir hatten Glück. Die Anderen, da ein genügend großer Tisch frei war und ich, da meine Blase sich schon sehr gefüllt hatte. Im El Sol ging es dann munter weiter mit köstlichen Hefe-Weizen. So langsam komme ich wieder auf den Geschmack. Doch was war das eine kleine Müdigkeit machte sich bemerkbar. Ich hoffe das hält nicht an! Zur Abwendung des Anfluges an Müdigkeit wurde schnell eine weiteres Hefe geordert. Nach diesem recht kurzen Intermezzo ging es dann weiter in Richtung Eins B. Ich freute mich schon sehr auf die ganzen heißen Schnitten, die da heute Abend unterwegs sein werden auf den HillBilly-Abend. Was das auch immer sein würde.

Als wir dann das Eins B betraten folgte das was einem eigentlich schon hätte klar sein sollen. Die Disco wurde nicht um dekoriert, dafür gab es aber genügend Typen die sich um dekoriert hatten. Koteletten, so weit das Auge reichte. Würde man sie alle abrasieren, könnte man daraus einen prima Teppich weben, auch wenn die Vorstellung daran schon ein wenig grenzwertig ist. Aber das ist dieses Logbuch ja auch. Auch zu erwähnen waren die unglaublich spitzenmäßigen Frisuren. Ich weiß gar nicht wie viel Gel oder ähnlich klebrige Substanzen sich manche in die Haare geschmiert haben damit die Tolle so derart steht. Auf jeden Fall genießen sie meinen Respekt. Allein schon die Vorstellung ich müßte mir den ganzen Sermon am nächsten Tag aus den Haaren hämmern, würde mich davor zurückschrecken lassen. Ich stelle mir da einen netten Morgen mit Schlagbohrmaschine und eine Vorrichtung für eine Schraubzwinge um den Kopf ordentlich zu fixieren. Auf jeden Fall kein Geschenk. Nachdem ich dann diese Eindrücke auf mich wirken gelassen habe (geschätzte Zeit: 15 Millisekunden) steuerte ich zielgenau die Theke an, da ich sie ja von früher her schon kannte und seit meinem letzten Besuch ist sie nicht umgezogen. Eine der wenigen Dinge auf die man sich noch verlassen kann. Besucht man ein Lokal / Kneipe / Restaurant / Trinkhalle / Zuballerstation zum zweiten Mal kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, das die Theke an dem alten Standort verweilt, währenddessen Tische und anderes Mobiliar oft beliebig verrutscht wird um den Kunden zu verwirren. An der Theke befolgte man meine Wünsche auf direkten Wege ohne zu fragen ob ich noch was dazu haben möchte. Astra pur, denn das war bis Mitternacht noch im Angebot. Bei meinem letzten Besuch trank ich aj auch Astra und muß ehrlich sagen, das der Geschmack sich nur verbessert. Beim letzten Mal war mein Geschmack durch das vorher konsumierte Becks ja schon dermaßen verwöhnt, das alles andere einfach nur nach Bier schmeckte. Aber jetzt im Nachhinein muß ich ehrlich zugeben, das Astra ein Klasse Bier ist, außerdem hat es grandiose Werbung.

Beim Astra bleib es dann auch erstmal, obwohl der Felkl gemeinerweise schon auf Bacardi-Cola umgestiegen war. ER hatte ja auch im El Sol schon zwei Long Island Ice Tea getrunken. Soll heißen, das er schon gut einen drin hatte, denn der Ice Tea bringt einen nach vorne. Gefährlich halt nur, wenn man vorher Bier getrunken hat, weil wegen der Trinkgeschwindigkeit. Nun ja, ich wollte aber erstmal beim Bier bleiben, denn im Hinterkopf hatte sich schon die Truppmannausbildung manifestiert und außerdem ist ein Tag mit Forest nüchtern schon eine Qual. Wir sicherten uns also einen Platz in der Nähe der Theke, wozu ich nun aber nichts konnte. Ich freut mich nur insgeheim und stellte mich dazu. Und fing an die Lage zu sondieren. Doch was erblickten meine schlaftrunkenen Augen dort in der Nähe der Tür. Etwas kleiner als ich, die braunen Haare zum Pferdeschwanz zusammen gebunden und recht gut aussehenden. Aber halt, wer hat denn plötzlich das Plakat im Inneren meines Kopfes aufgehängt. Aha, der gesunde Menschenverstand war es und erinnerte mich an gewisse Sachen. Also widmete ich mich dem weiteren Bierkonsum und lauschte der rockigen Musik. Die übrigens recht gut war. Sachen die man sonst nicht in Discos hört, aber keineswegs Freak-Musik war.

Nachdem ich dann einmal auf der Toilette war, konnte ich fast die Uhr nach den fordernden Toilettengang stellen. Denn die Blase nahm dann einen gewissen Rhythmus auf. Dabei war recht egal, wie viel Flüssigkeit ich dazwischen zu mir nehme. Das hat nur Einfluß auf die tatsächliche Aufenthaltszeit auf der Toilette. Mittlerweile hat sich die Disco recht gut gefüllt und wie sollte es anders sein, stellen sich die Leute nicht in die ausgewiesenen Stellbereiche, sondern immer genau da hin wo der Durchgang ist. Auf der anderen Seite ist immer da wo ich stehe plötzlich der Durchgang. Also half nur durch kämpfen. Um es kurz zu machen, hatte ich schon seit längeren nicht mehr so intensiven zahlreichen Körperkontakt. Und ich habe mal Eishockey gespielt. Doch der Weg zum Klo mußte gebahnt werden, ansonsten gibt es bestimmt eine böse Blaseninfektion oder gar schlimmeres. Wege durch Massen zu schlagen ist aber nicht immer so einfach und nun weiß ich nicht ob es purer Zufall war oder das Schicksal die Leute in meinen Weg gestellt hat, damit ich plötzlich vor der Pferdeschwanzträgerin stehe. In meiner eh schon vorhandenen geistigen Verwirrung stand ich nun da und versuchte Luft zu bekommen, was von außen aber bestimmt wie Starren mit geöffneten Mund aussah. Doch bevor ich ein gequältes ”Hallo“ hervorbringen konnte, drückte die Masse von hinten weiter und ich konnte nur ein süßes Lächeln von ihr ernten. Gut, sie könnte auch alle anderen in der Disco damit gemeint haben, aber ich nahm es für mich in Anspruch. Mir doch egal, was die anderen tausend Stelzböcke sagen. Auf dem Toilette machten sich schon wieder Gedanken des Ärgers breit, die aber schnell weggefegt wurden, von dem Fegefeuer, des gesunden Menschenverstandes, der meine nicht vorgenommen Vorsätze sehr ernst nahm. Auf dem Rückweg, könnte ich ja nochmals stoppen. Doch das Vorhaben, wurde wieder mal vereitelt. Ich kam zurück und fand sie nicht mehr da vor, wo ich sie verlassen hatte. Nein, sie hat sich ihrerseits den Weg zur Theke gebahnt. War ja klar, jetzt ist sie dort wo ich zu Hause bin, wo ich mich wie ein Fisch im Wasser fühle, wo ich mich wie Pitsche auf dem Eis fühle, das wäre quasi ein Heimspiel für mich, aber nein, ich bin gerade auf einem Auswärtsspiel. Also wurde alles daran gesetzt wieder zurück zur Theke zu kommen. Doch wie es nun mal in den Massen ist, kommt man da nicht auf dem direkten Wege hin. Während ich also mitten drin war in dem Gewühl, setzte sie sich langsam wieder in Gang um den Rückweg anzutreten. Ich wusste was mich erwartet. Ich würde zurück zu Theke kommen, sie war weg und hatte geführt durch die Massen einen anderen Weg als ich genommen. Prophezeiung erfüllt und ich nahm das Erlebte als Wink des Schicksal hin. Es soll also immer noch nicht sein. Aber ich habe ja Zeit.

Die Uhr rückte weiter vor und plötzlich klopfte mir jemand auf die Schulter. Rauschi, ein alter Schulkollege, hat den Weg in das Eins B gefunden. Oha, jetzt geht der Schlimme Teil los. Rauschi ist ein ganz Großer am Glas. Naja, dann will ich mich mal dem hingeben, was das Schicksal für mich auserkoren hat. Es ging dann also Rundenweise los und es tat mir echt leid, das ich Christian und Sabrina alleine zurück lassen mußte. Aber Katja und Fabain sind auch shcon ihre eigenen Wegen gegangen. Fabian hat einen Studienkollegen getroffen und Katja ein paar Freunde aus Etzenborn. Nach erhöhten Astra-Konsum, machte ich Rauschi dann den Vorschlag auf Mixgetränke umzusteigen. Er war sofort dafür, doch eine innere Stimme übertönte noch die Musik. Ich ignorierte sie und bestellte erstmal zwei Havana Club, auf den Vorschlag Jägermeister-O-Saft wollte ich beim besten Willen nicht eingehen. Vorher hätte ich mir lieber in das Knie geschossen. Zweimal.

Sabrina ist dann mittlerweile ins Reich der Träume abgetaucht und es wurde so langsam Zeit, das wir den Heimweg antreten würden. Schließlich mußte ich ja am nächsten Tag Truppmänner ausbilden. Was mir aber egal war, schlimmer war das frühe aufstehen. Draußen traf mich dann ein ganzes Rathaus am Kopf, denn ich war auf einmal total strukelig. Der Weg zum Auto wird nur noch schemenhaft in meinem Kopf dargestellt und auch die Rückfahrt muß ich wohl schlafend zurück gelegt haben. Ein letzter Blick auf die Uhr verriet mir, das es 0343 Uhr war. Verdammt!

Samstag Morgen. Der Wecker klingelt und noch nie hatte ich weniger Lust zum Aufstehen. Mir ging es nicht gerade schlecht, aber ich hatte mich durchaus schon einmal besser gefühlt. Das hilft aber alles nichts, ich mußte aufstehen und meinen Dienst tun. Der auch wieder vorbei ging. Es war zwar ein harter Tag, aber alles in allem recht erfolgreich. Gepetto machte wieder ein dumme Bemerkungen und Akki und ich hatten wie immer eine Spitzentrupe. Auch wenn wir Forest dabei hatten. Die Abschlußübung wurde diesmal auf dem Bauhof durchgeführt und war meiner Meinung nach ein wenig fade. Es war zwar alles dabei, aber aus Erfahrung weiß ich, das die Jungs und Mädels sehr heiß darauf sind, mit Wasser rum zuspielen. Und die Menschenrettung war ein wenig sehr wirr. Und ich finde das Szenario im Bostal um Längen besser als auf dem Bauhof. Vielleicht im nächsten Jahr wieder. Anschließend kam die Prüfung und einer der Truppmänner hat auf seinen Geburtstag ein 30 l Faß Bier ausgegeben. So gefällt mir das. Natürlich wollte ich sofort nach Hause, aber den strafenden Blicken von Akki konnte ich nicht entgehen und somit trank ich dann ein zwei drei Bier und dann fuhr ich los. Denn Abend war ich ja noch auf die Geburtstagsfeier von Heike eingeladen. Da ich aber auf Grund des 30 l Faß Zwischenfalls ein wenig spät weg kam, kam ich dann auch dementsprechend spät zum Geburtstag.

Dort wurde dann aber schnellstes dafür gesorgt, das ich weiterhin mit Bier versorgt wurde. Aber an einem Tisch kann man ja bekanntlich nicht ganzt so viel trinken wie im Stehen. Also raffte ich mich auf und gesellte mich zu Matten an der Theke. Verdammt, wieso zieht es mich immer an die gleichen Positionen auf Parties. Entweder bin ich da wo irgendwelche Aktionen durchgeführt werden, die am gesunden Menschenverstand zweifeln lassen oder ich sitze da wo die meisten Alkoholiker ein Treffen abhalten und Flaschenweise den harten Schnaps in sich rein hämmern oder ich stehe an der Theke. Was soll ich denn da machen, das ist wie eine Vorbestimmung und da komme ich nicht so schnell raus. Nicht das ich mich beschweren will, an der Theke ist es doch immer recht gemütlich und schön. Und man ist direkt an der Quelle und braucht nicht lange auf sein Bier zu warten. Außerdem kennt man als Bald die Bedienung und die Bedienung kennt einen, ergo kommt man noch schneller an sein Getränk. Hat also eigentlich nur Vorteile. Ich blieb also vorerst beim Bier, obwohl mich schon etliche Flaschen Havana Club anlächelten und laut meinen Namen riefen. Zu Matten und mir gesellten sich dann in kürzester Zeit Anja, Siggi und Diana. Als dann der Matten erstmal für kurze Zeit auf den sanitären Einrichtungen verschwand rückte dann Anja, seine Schwester, mit ihrem großen Plan für den Abend raus. Matten sollte nämlich verkuppelt werden, aber es lief (noch) nichts vernünftiges rum, besser gesagt alle waren vergeben. Aha, im Hause Schwedhelm gibt es also ähnliche Probleme, wie bei mir zu Hause. Warum sollte es da auch anders sein. Aber meistens gehen solche Verkupplungsaktion wunderbar in die Buchse.

Zwischenzeitlich pendelte ich dann ein wenig zwischen Theke und dem Tisch der Mädels, die sporadisch mal in den Thekenraum zum Tanzen vor stießen. Dank meiner Kriegsverletzungs-Geschichte wurde eich vom Partnertanz verschont. Bei den Mädels jedenfalls lief der Schnaps schon wieder in Strömen rein. Hieß also Obacht behalten, nicht das es hinterher wieder heißt, das sich der Peter mal an einen Tisch gesetzt hat und als er wieder aufgestanden ist, waren alle betrunken. Das liegt nämlich gar nicht immer an mir. Oder aber meine Anwesenheit regt sehr zum Trinken an. Das könnte natürlich auch ein Grund sein. Jetzt weiß ich auch warum in so vielen Disco Spiegel angebracht werden. Ich gehe rein, sehe mich im Spiegel und habe urplötzlich das Verlangen mir literweise Bier reinzukippen. Das sollte mal verfolgt werden. Nur von wem?

Wieder an der Theke zurück traf ich dann den Holger. Der Holger war aber anscheinend schon länger da oder hat vorher irgendwo eine Flasche Korn auf Ex getrunken. Jedenfalls konnte ich nicht alle Sätze die er mir erzählt hat auf Anhieb entschlüsseln. Ich mußte mehrmals in meinem Wörterbuch ”Hackestramm-Deutsch / Deutsch – Hackestramm“ nachschlagen, aber nach einer gewissen Zeit ging es. Da reden bei erhöhtem Alkoholkonsum Hände und Arme einschließt, machte sich ein aufmerksamer Kumpel von Holger recht schnell Sorgen, kam vorbei gestrukelt und fragte ob wir Ärger hätten und mal vor die Tür gehen wollten. Ich war baff. Doch Holger klärte alles und meinte wir kennen uns schon länger und würden uns nur unterhalten. Der gleiche Kumpel kam dann wieder rein und ließ sich auf einen Hocker in einer Ecke nieder, wo er dann auch nicht mehr aufstand und seine Augen von innen nach Fehlstellen untersuchte. Wie ich aus verläßlichen Quellen weiß ist er dann irgendwann still und leise aufgestanden und nach Hause gewankt. Selbst ein startender Eurofighter hätte ich nicht wecken können. Ich bin immer wieder fasziniert von solchen Leuten. Früher konnte ich das auch mal, aber nur nachdem ich eine Flasche Jim Beam in mich geleert hatte. Heute mache ich ja solche Späße ja nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr mit Jim Beam.

Doch dann traten Nolte, Wippi und noch ein Kollege auf den Plan. Jetzt wusste ich das ich aus diesem Abend nicht mehr lebend raus komme, wenn ich nicht höllisch aufpassen würde. Die Begrüßung war sehr herzlich und ich durfte aus erster Hand erfahren, das Wippi und Nolte vorher beim Griechen waren und mit Sicherheit nicht beim Tzaziki gespart haben. Eine leichte Knoblauchfackel umgab sie und wanderte beim Sprechen umher. Gott sei Dank bin ich bei solchen Geschichten nicht so empfindlich. Nolte nutze meine temporäre Verwirrung aus und orderte gleich mal zwei Havana Club Cola, die Mischung die ich in der Hand hielt ignorierte er stur. Auch auf Hinweise meinerseits, erwiderte er nur, das so eine kleine Pfütze (halb volles Glas) für mich nur ein kleines Problem sein sollte. Nun fragt sich der aufmerksame Leser, warum ich denn Havana Club trinken würde. Das war so. Ich stand mit den Schwedhelms an der Theke und ich habe eine interne Abstimmung abgehalten, bei der raus kam, das ich ab 2300 Uhr auf Mischungen umsteigen würde. Der bisherige Bierkonsum hat nicht die erhoffte Wirkung gebracht, deswegen quengelte die Leber ein wenig rum. Auch zwei sporadisch zwischen geschmissene Kotzo brachten mich nicht wirklich die Höhen die von meinem Organismus erwartet wurden. Da mußte natürlich was getan werden. Leider hatte sich Florian, Netzgers kleiner Bruder, hinter der Theke schon so auf mich eingeschossen, das er mir jedes mal ein volles Bierglas hinstellte, wenn ich ein leeres auf die Theke stellte. Also wurde der Havana Club Einstieg um 10 Minuten verzögert. Ein Faux Pas, der mein Leber ein wenig einschnappen ließ. Dann kam noch dazu, das mir die ersten Mischungen mit Limetten gereicht wurden. Da mein Körper auf die Aufnahme von solchen immensen Vitaminmassen nicht vorbereitet war und sie vor allem den wahren Geschmack des Havanas verfälschten, verzichtete ich in Zukunft auf das Gemüse. Auch das war dann nach zweimal erwähnen beim Barkeeper klar. Ich habe noch nie verstanden, warum manche Leute den herrlichen Eigengeschmack von Havana Club mit Zitronen oder Limetten verfälschen wollen.

Da stand ich nun mit einer Mischung in der Hand und Nolte mit dem nächsten Mixgetränk im Anschlag. Es sah also nach einen sehr hässlichen Ballerabend aus. Und ich fühlte mich zu Hause. Doch da der Single-Frauen Anteil eher nach unten ging, hatte dann Nolte auf einmal den Drang noch nach Rhumspringe zu fahren, da war Lanzbulldogtreffen Crazy-Disco-Party. Es stellte sich aber heraus, das dort eine junge Dame unterwegs war die das Interesse unseres guten Berufsfeuerwehrmann erregt hat. Das tat mir natürlich sehr leid für die junge Dame, Nolte jedenfalls sattelte die Pferde und ritt Richtung Rhumspringe. Währenddessen sorgte dann Holger wieder für Stimmung er schmiss unabsichtlich ein Glas von der Theke und beschuldigte dann den Wippi, in dem er stumm mit dem Finger auf ihn zeigte, obwohl Wippi 3 Meter von ihm weg stand. Vielleicht hat Wippi ja auch telekinetische Fähigkeiten man kann ja nie wissen. Holger war eh der Stimmungsgarant. Er schmiß sich nämlich auch an die Westeröder Mädels ran. Erst an Daniela, die er nach ungefähr 20 Minuten heiraten wollte und als Daniela dankend ablehnte, kam dann Sabrina an die Reihe. Holger war erst niedergeschlagen von der Abfuhr, die er von Daniela bekommen hatte, hat sich dann aber schnell wieder betrunken gefangen und Sabrina in näheren Augenschein genommen. Schnell stand fest, das er doch das Aufgebot bestellen kann.

Nach diesem kurzen Intermezzo kam dann auch der Nolte wieder, der jetzt auf jeden Fall die Haare schön hatte. Warum konnte er selber nicht mehr sagen. Aber seine Holde hatte wohl die Flucht nach Vorne angetreten wohl keine Zeit mehr und mußte früh nach Hause. Somit wurde ich dann wieder genötigt mit ihm zu trinken, was mir aber nicht wirklich was ausmachte. Was mir aber ein bischen Sorgen machte, war das die Mädels langsam so seltsame Sätze von sich gaben, wie ”Wollen wir langsam los?“ oder ”Boah, bin ich müde?“. Da heißt es schnell handeln und nicht mit einem leeren Glas erwischen lassen. Der Standort wurde flugs an die Theke verlegt, denn da waren die Wege ja bekanntlich kürzer. Doch auch mein selbstzerstörerisches Trinken verschaffte mir nur einen Aufschub, von ungefähr drei Mischungen und dann kam die unwiederrufbare Aufforderung aus zutrinken. Ich habe es versucht, aber wenn meine Mitfahrgelegenheit los will, dann kann ich mich nicht dagegen wehren.

Doch die Fahrt ging nicht, wie ich in meinem jugendlichen Leichtsinn an nahm, nach Hause sondern in die Werkstatt. Wenn es denn sein muß. Dort trafen wir dann auch Schnitzel und Böning und auf Nicole und Petra, zwei Elferratsfrauen, die gerade von einer Kneipentour aus Göttingen zurück kamen. Der Abend war also lange noch nicht vorbei. Von irgendwo kamen plötzlich Tabletts her und ab und an immer war Havana Club mit drauf. Bei solchen eindeutigen Zeichen bleibe ich natürlich da, auch wenn die Mädchen-Schar, die mich dorthin geschleppt hat frühzeitig das Weite suchte. So konnte ich aber die Gelegenheit nutzen und mit Nicole in intensives Gespräch über Porno und seine Trinkgewohnheiten führen. Ich berichtete erstmal von seinem unfairen Verhalten seiner Schwester gegenüber. Doch das kannte sie zur Genüge, ist sie ja die kleine Schwester von Schmierpopel. Ein hartes Los. Jedenfalls beschlossen wir zusammen, das Porno ab jetzt nicht mehr so viel trinken darf und schon gar keine Flaschen mehr. Es sei denn er ist ein bisschen netter zu seiner Schwester und nimmt sie auch mal mit am Wochenende. Und falls wir mitbekommen sollten, das Porno gegen unseren Pakt verstoßen sollte, dann wird die Rache fürchterlich sein.

Eh wir uns versahen, stand der kleine Zeiger der Uhr auf der Fünf und der große Zeiger war in der Nähe der Zwölf. Es wurde also höchste Eisenbahn, das wir uns auf den Heimweg machten. Das Alkohol die Wahrnehmung verzerrt ist ja im allgemeinen hin bekannt. Wir dachten zwar das wir leise wie die Katzen schlichen, machten aber laut Gaudos Aussagen Krach wie ein Kompanie Leopard III die gerade aus der Kaserne auf den TrpÜb-Platz verlegt. Somit fiel das Frühstück bei Stollbergs auch ein wenig ins nasse Element, da Gaudo leicht angesäuert war. Da standen nun Schnitzel, Böning und ich und rätselten an einem Alternativplan. Kurzer Hand sind wir dann zu Schnitzel gegangen und haben unzählige Eier in die Pfanne gehauen. Derart gestärkt konnte ich den Heimweg antreten und den Sonntag auf mich zukommen lassen.
Abschließend lässt sich sagen, das die Generalprobe mit Bravur gemeistert wurde. Mit minimalen Schlafaufwand erzielte ich maximalen Partyspaß. Ich möchte nun aus meinem Zeugnis der 1. Klasse zitieren:

Peter hat das Klassenziel nicht erreicht und wird nicht in die 2. Klasse versetzt.

Nun würden noch Lobeshymnen auf meinen Fleiß, meine Aufopferungsbereitschaft und mein großes, männliches Gehirn kommen, aber darauf verzichte ich in gewohnter Bescheidenheit an dieser Stelle. Ich möchte den Logbucheintrag auch nicht künstlich in die Länge ziehen.

Oster kann kommen!


%d Bloggern gefällt das: