No lesson learned

Ich war vor gewarnt. Das letzte Wochenende sollte mir eigentlich eine Lehre gewesen sein. Wenn man Freitags sich die Mütze zu ballert, dann fällt einem das Aufstehen am Samstag meistens sehr schwer und außerdem hält man dann am Samstag Abend viel länger durch. Und da an vergangenem Samstag auch wieder Truppmannausbildung an stand, wäre es vielleicht besser, wenn man am Freitag Abend zu Hause bleibt, zeitig ins Bett geht und dann am Samstag morgen um 0630 Uhr frisch wie der junge Morgen aus dem Bett springt und für kommende Taten bereit ist. Hat man einen einigermaßen normalen Verstand hätte man das auch gemacht. Aber leider verfüge ich nicht über einen solchen verstand. Eher einen Verstand, der ständig versucht meinen Körper an die Grenzen des Feierns zu bringen. Zum Glück kenne ich ihn schon seit längerem und weiß ganz genau was er vorhat und wie er tickt. Deswegen konnte ich schon früh anfangen, gewisse Gegenmaßnahmen einzuleiten. So komme ich für ungefähr eine Woche mit minimalen Schlaf von ungefähr 2 Stunden pro Nacht aus. Sehr hilfreich wenn man gerne feiern geht und trotzdem am nächsten Tag arbeiten muß. Oder wenn man beim Biwak bei der Bundeswehr keinen Schlaf bekommt, weil man ständig in die Stellung gleiten muß, da der Wachposten irgendwelche verdächtigen Geräusche gehört hat und am nächsten Tag einen netten 20 km O-Marsch machen muß. Ich wußte das ich diese Fähigkeiten irgendwann mal brauchen könnte. Und spätestens als ich dann erfahren habe, wann der Truppmann Teil I Lehrgang (an drei Samstagen im März, Beginn jeweils um 0730 Uhr) wusste ich das es sehr harte Wochenenden werden würden. Natürlich hat mir keiner gesagt, wie früh die Lehrgänge sein werden, als ich mich freiwillig gemeldet habe. Für solche Sachen habe ich einfach ein Händchen. Doch dazu kommen wir ein wenig später, denn ich muß mich ja erstmal am Freitag betrinken in die Samstag Morgen Situation begeben.

Es war mal wieder eine Elferratssitzung anberaumt. Warum, konnte ich mir nicht so richtig erklären, aber da wird schon ein Grund für vorhanden sein. Auf jeden Fall hieß es für mich eins. Es gibt Bier und was zu Essen, da Kai eine von seinen durchaus verdienten Strafen einlösen mußte. Eigentlich hätte er an jeder Elferratssitzung für die kommende Saison etwas ausgeben können, aber das hohe Gericht scheint ihn ärgenwie zu mögen. Aber da der heutige Abend gerettet war, sollten wir ja mal zufrieden sein. Da das Fernseh-Programm aber schweinelangweilig ist, wie ich wiederholt feststellen durfte, dachte ich mir, das es nicht schaden könne, wenn man schon mal probiert ob die Kiste Hefe im Keller schlecht geworden ist. Aber diesmal trank ich nur ein Weizen bevor es losgehen sollte. Einen weiteren Totalabsturz, wie die vergangenen Woche wollte ich nicht nochmal herauf beschwören. Und bei der Versammlung gab es ja noch ein zwei ein paar Bierchen für mich. Als ich dann bei der Mehrzweckhalle zusammen mit dem Prinzen und Florian an kam stand nur der Kai alleine vor der verschlossenen Tür. Aber er hatte schon m all zwei Kisten Bier dabei. Ich dachte ja das er uns gleich und ohne Aufforderung eine Flasche Bier anbieten würde, aber dem war nicht so. Anscheinend ist es mit den guten Manieren bei dem jungen Volk sehr weit her. Wir warteten dann noch ein weiteres Bisschen und mußten erschreckend feststellen, das alle die einen Schlüssel für die Mehrzweckhalle zu spät kamen oder aber den nicht dabei hatten. Doch irgendwann hatte das lange Warten ein Ende und wir konnten einrücken. Das Einrücken in den kleinen Raum war nun nicht das wichtigste, aber die Hoffnung gleich noch ein Pils zu bekommen stieg ungemein, denn wir waren ja schließlich ab jetzt überdacht.
Meine Hoffnung erfüllte sich auch wenige Minuten später. Endlich, endlich wurde angerichtet. Seltsamerweise hielt mein erstes Bier nicht lange an. Binnen weniger Millisekunden Sekunden Minuten verschwand es auf unerklärliche Weise. Glaubt man den Augenzeugenberichten, so heißt es das der Inhalt der Flasche sich in meinen Mund ergossen hat. Aber das kann gar nicht sein, denn ich habe in meinem Mund nach geguckt, da war nichts von einem Bier zu sehen. Und feucht war es da drinnen auch nicht, eher sehr trocken und es müßte dringend mal ein Bier da durch geschickt werden. Für mich hört sich das sehr stark nach einem Fall für Mulder und Scully an. Ich werde sobald ich zu Hause bin und mich noch daran erinnern kann mich mit dem FBI in Verbindung setzten und die X-Akten-Abteilung verlangen. Nachher geht ein mysteriöser Bierklauer um und trinkt einfach so hilflose Biere aus. Aber so was passiert mir öfter (Nun sollte mysteriöse Musik ertönen, aber das kann man ja im weblog nicht hören, also bitte ich um Vorstellungskraft!).

Bei der Besprechung ging es dann hauptsächlich um diverse Termine (Ballern mit den Frauen Elferratsessen, Erst Ballern ohne Frauen, dann auf einmal mit den Frauen Sommerparty beim Schmierigen im Garten, inklusive Toilettenbenutzung und Ballern bei verschiedenen Feiern Besuch von Jubiläen von Vereinsmitgliedern). Dank Kai Walter, der auf jedem Tisch ein verführerisches Bierdepot aufgebaut hat, war ich die ganze Zeit durch eben diese Bierdepots abgelenkt und konnte mich auf die ganzen Termine konzentrieren und habe sie somit alle vergessen. Ich weiß aber noch das ich wohl jetzt zu einem 50. Geburtstag gehe und zwar mit den Schmierigen. Scheint so als würde sich meine Glückssträhne weiterhin fortsetzen. Zwischendurch erreichte mich ein Anruf von Schöttler, der anfragte, wie denn die Planung für den Samstag Abend aussehen würde. Da ich noch frei war machten wir gleich mal ein Treffen ab und er dachte an, das man eventuell in die alte Weberei nach Nordhausen fahren könnte, da wäre Lack-und-Leder-Party. Da muß ich dann nur noch meinen Lack-String in Form bügeln. Nach dem offiziellen Teil gab es dann noch Nahrung in fester Form. Da Kai, wenn er was macht, es Richtig macht, wurde er vom hohen Gericht noch zu einer Essensspende überzeugt. Eine Stracke und zwei Brote. Nun könnte man die Stracke entweder sehr dünn schneiden, damit man sie auf zwei ganze Brote verteilen kann. Oder man könne auf die wundersame Strackevermehrung hoffen, aber dafür gehen wir alle zu wenig in den Tempel, außer Schocker vielleicht und der ißt kein Schweinefleisch mehr. Munkelt man zumindestens. Oder wir könnten alle Kai so lange treten, bis er merkt was er verkehrt gemacht hat, aber das würde auch zu lange dauern, denn am Montag mußten alle wieder arbeiten und selbst wenn wir uns abgewechselt hätten, hätten wir spätestens am Sonntag Morgen alle einen Krampf in beiden Beinen. Guido opferte sich dann und fuhr schnell nach Hause um noch Nachschub zu holen. Und einen hochkarätigen Dosenöffner, den keiner so richtig zu bedienen in der Lage war, da er eine spezielle Ausbildung benötigte. Dafür schneidete der Deckel anschließend nicht mehr. Gut man brauchte gefühlte drei Stunden, bis man an den kostbaren Inhalt der Dose kommt, aber dafür weiß man dann den Inhalt eher zu schätzen. Mit dem dienstliche gelieferten BW-Messer wäre ich schneller gewesen, zwar mit einem Deckel, der durch 20er Stahlplatten schnitt, aber den kann ich ja unachtsam in die Natur ballern fachgerecht entsorgen.

Nach dem wir uns dann genügend gestärkt hatten, hing die nicht umgehbare Frage wie ein Damokles-Schwert im Raum. Keiner traute sich so richtig es auszusprechen, aber es war allen klar. Fahren wir noch in die Werkstatt? Es wurde dann kurzer Hand geklärt in dem gesagt wurde, das festgelegt wurde, das wir kurz nach Mitternacht aufbrechen um noch mal richtig Gas zu geben in der Werkstatt. Nun befand ich mich in einer emotionalen Zwickmühle. Eine kleine, filigrane Stimme in meinem Kopf begehrte plötzlich auf und mahnte mich an, das ich ja am nächsten Tag sehr früh zur Truppmannausbildung müßte. Außerdem darf ich meinen Auftrag als Ausbilder nicht vergessen und ich müßte mit gutem Beispiel voran gehen. Ich war durchaus geneigt dieser Stimme Gehör zu schenken, aber dann kam eine sehr kraftvoll Stimme, die wie ich später herausfand eine sehr gute Imitation der Stimme meines Gewissens von der Leber war, und setzte sich einfach auf die zarte Stimme drauf und gab zum Besten, das ich auch heute ballern kann und dann trotzdem morgen früh aufstehen könnte, das habe ich ja nun schon mehr als einmal gemacht. Und der andere Ausbilder ist Akki, somit war das Thema „Gutes Vorbild für die kommenden Truppmänner“ schon abgehakt.
Leider war es immens voll in der Werkstatt, was kein großes Wunder war, denn die Osterferien hatten gerade begonnen. Was wieder einmal die Frage in mir auf warf, ob es zu meiner Schulzeit auch schon so oft und so lange Ferien gegeben hat. Ich sage nein, wer noch dieser Meinung ist, der hebe bitte die Hand. Aha, der Großteil also. Ich werde wohl demnächst mal einen Antrag auf Einkürzung der Ferien stellen. Und die zusätzlichen Freien Tage kann man dann auf die Arbeitnehmer verteilen. Wer auf die Liste möchte schreibe das bitte in die Kommentare. Die Liste wird dann an das Schreiben angehängt. Ich kämpfte mir also einen Weg durch die Massen mit Hilfe meiner 1m-Machete um dann zum Standort der Anderen zu kommen. Wie sollte es auch anders sein, mußte man dazu durch die gesamte Werkstatt gehen. Oder man hätte gleich den kurzen Weg vorne rum genommen. Aber der Standard-Standort war halt immer weiter hinten. Nur nicht heute. Aber man stellt sich ja eh immer an der Schlange an, die am langsamsten voran kommt. Warum sollte es heute Abend anders sein.

Als ich dann meine Endposition erreicht hatte trat das nächste Problem auf. Eine Zusammenrottung einer Innereien verlangte auf der Stelle etwas zu trinken oder sie drohten mit Durchfall. Damit ist nicht zu Spaßen, schon gar nicht in der Werkstatt. Wer die Toiletten kennt, der weiß wovon ich rede. Aber die Theke war voll mit pubertierenden, vollstrammen Schülern und somit war es schwer durch zu kommen. Ich machte es mir sehr einfach und schickte Hüfte vor. Die wollte eh losgehen und brachte mir freundlicherweise ein Becks mit. Ja, ich bleib beim Bier. Vorerst, denn der vergangenen Freitag lag mir noch in Erinnerung, zwar nur partial, aber das was ich weiß, verlangte nach keiner Wiederholung. Der Rest labte sich an Wodka Red Bull, was mit nicht sonderlich weh tat, denn von dem Zeug wollte ich eh Abstand gewinnen. Schlimmer war da schon der Anblick der Bacardi-Flasche von Porno und den Wüstefelds. Aber ich würde hart bleiben und weiterhin Bier trinken. Vorher trat ich allerdings mit dem Felkl in Kontakt, der mit Sabrina gerade im MaxM hockte. Der hatte durchaus noch Lust in die Werkstatt, wollte aber vorher wissen wie es denn so ist. Nach einem kurzen Statusbericht meinerseits, kam die positive Rückmeldung, das er gleich in der Werkstatt aufschlagen würde. Als ich das gelesen hatte stand er aber schon hinter mir und fragte, was wir denn trinken würden. Und wieder fand ein Zwiegespräch statt, welches ganz klar an die Leber ging und wir besorgten eine Flasche Bacardi. Die kleine Stimme hatte sich mittlerweile von der Flying Close Line der Leber erholt und hatte ein großes Plakat an der Rückseite meines Schädels aufgehängt: „Morgen früh: Truppmannausbildung Teil I“ Die Falsche kam also auf den Tisch und schon ging das muntere Trinken los. Da es schon recht spät war mußte ich dementsprechend Gas geben. Besser gesagt, Felkl und ich wussten das die Nacht nicht sehr lange gehen würde, da ich gesagt habe das ich um 0200 Uhr gehen wollte. Danach haben wir erstmal herzhaft gelacht und ich habe auf 0300 Uhr erhöht.

Kommen wir nun zur Kategorie „Strammsack des Abends“. Dieses Mal geht die Auszeichnung wie schon so oft, an Florian. Irgendwie hat er in seinen Mischungen immer die anti alkoholische Komponenten zu kurz kommen lassen, denn er war Grantantenvoll und versuchte mir immer ins Gesicht zu fassen. Ich sagte ihm er solle das lassen und dann bat er mich tatsächlich, ihm Eine in die Fresse zu hauen. Was ich dann auch gleich gemacht habe. Welches ich natürlich nicht gemacht habe, sondern seine Schwester gefragt habe, ob sie ihn nicht nach Hause fahren würde. Wollte sie dann auch, aber Florian wollte nicht mehr. Aber auf einem Hocker sitzen wollte er auch nicht mehr, besser gesagt es ging nicht mehr. Nach einiger Zeit hat er es dann aber doch eingesehen und wollte ich nach Hause fahren lassen. Man stelle sich nun Jemanden vor, der ungefähr 3,0 Promille intus hatte und sich versucht eine Jacke in einer voll besetzten Disco anzuziehen. Die Feinmotorik hat ihn schon früh am Abend verlassen und die Grobmotorik vollführte nur noch sehr langsame aber zackige Bewegungen. Dabei hat er dann auch seine Schwester leicht an der Brille getroffen, so daß das Gestell ab jetzt als moderne Kunst durch gehen würde. Auf dem Weg nach draußen traf ich dann Heike und Busenwunder Kerstin, leider konnte ich mich nicht mit ihnen unterhalten, da ich ja einen Strammsack vor mir her schob. Leider auch eine Situation, die ich nur zu gut kenne. Wenn ich denn dann schon mal hübsche Frauen treffe und die mir dann auch noch ein Lächeln schenken, dann habe ich meistens Begleitung von Megastrammsäcken oder wir wollen gerade nach Hause. Gut, das ich daran gewöhnt bin. Draußen lief dann Vollmer zu Hochtouren auf. Daniela wollte das Auto holen und wir sollten an der Straße warten. Das dauerte dem Vollmer aber zu lange und er lief Weg. Ich dachte mich trifft der Schlag. Was sollte denn das jetzt? Er versteckte sich recht unbeholfen hinter einem Auto, so gut das eben ging, wenn der sichere Gang nur eine Erinnerung an gute Zeiten war. Und dabei rief er auch noch, das er nicht nach Hause gehen wolle und ich soll ihn doch suchen. So langsam kam ich mir vor wie beim Wandertag der Klapse. Ich hatte ja erst vor ihn zu Suchen wie man Kinder sucht die sich einfach nicht besser verstecken konnten. Aber der Publikumsverkehr vor der Werkstatt war einfach noch zu groß und ich war nicht annähernd stramm genug für solche Aktionen. Also fragte ich ihn höflich befahl ich ihm sofort zur Straße zu kommen. Das quittierte er mit dem erneuten Betreten der Werkstatt. Meine Entscheidung fiel innerhalb von Millisekunden. Ich ging zu Daniela und sagte ihr das ihr Bruder so eben die Auf-den-Sack-geh-Grenze überschritten hatte und ich keinen Bock mehr hätte. Als wir dann wieder zur Werkstatt zurück wollten stand da ein Florian, der krampfhaft versuchte gerade zu stehen und wurde dabei von zwei Mädels angefeuert. Daniela holte in Windeseile ihr Auto und wir verfrachteten Florian auf den Beifahrersitz. Es kam mir vor als hörte ich noch das genuschelte Verlagen nach McDonalds. Ich beneidete Daniela in keinster Weise.

Nun wurde es aber Zeit, das ich mir wieder den wirklich wichtigen Dingen widmete. Da ich Busenwunder Kerstin und Heike nicht mehr traf, ging ich auf direktem Weg zur Bacardi-Flasche und trank mit Christian und Sabrina ein paar Mischungen. Bis dann Christian mich fragte ob ich denn die Flasche alleine austrinken würde, da die Beiden nach Hause wollte. Ich umarmte Beide und sprang wild mit den Armen rudernd durch die Werkstatt ich fragte traurig, ob das ihr Ernst wäre und ob sie wirklich schon los wollten. Und ich versicherte das ich die Falsche noch schaffen würde. Was ich dann auch tat. Da die Uhr mittlerweile auf 0300 Uhr 0315 Uhr vorgerückt ist hielt ich an meinem Vorsatz fest und trat den Heimweg an. Zum Glück begleiteten mich Dorina und Prinz Patrick.

Voller Panik riß ich die Augen am Samstag Morgen auf und fragte mich, warum mein Wecker ging. Als ich dann das große Plakat an der Rückseite meines Schädels vor meinem inneren Auge sah, wusste ich sofort Bescheid und machte mich für die Truppmannausbildung fertig. Beim Zähne putzen lachte die kleine, feine Stimme und reif die ganze Zeit, das sie es ja gleich gesagt hätte. Ich gab der Leber sofort den Befehl ihr ein blaues Auge zu hauen. Und schon war Ruhe. Diesmal hatte ich sogar schon alle Sachen beieinander und war recht pünktlich zum Frühstück da. Der Tag ging dann ohne besondere Vorkommnisse vorbei. Halt, das ist so nicht ganz Richtig, denn diesmal war Akkis und meine Gruppe komplett. Das heiß Akki war pünktlich und alle anderen waren auch da. Wie sollte es auch anders sein, bekamen wir Forest in die Gruppe. Konnte es noch Schlimmer werden? Wohl kaum. Highlight war wie immer da Abseilen, was fast alle mit Bravour gemeistert haben. Es ist zwar keine Pflicht sich in der Eichsfeld Halle abzuseilen, aber eine Erfahrung ist es allemal und schlimm ist es wirklich nicht. Trotz all dem Spaß den man so hat, war ich froh als es endlich vorbei war. Denn ich mußte mich ja noch auf den Abend vorbereiten und eine Übung mit den Senioren stand auch noch an. Die in der Zerstörung meiner Hose endete. Ich bückte mich nach der Saugleitung, damit der Wassertrupp anständig die Sicherungsleine anlegen konnte und hörte ein leichtes Reißen, dachte mir aber nichts dabei. Als ich dann mit meinem Schlauch nach vorne gelaufen bin, bemerkte ich ein frisches Lüftchen im Schrittbereich. Erst angenehm überrascht, dachte ich mir nichts dabei, doch als ich dann vorne war, wurde mir klar, das es vorher nicht so war und das sich irgendwas an meiner Kleidung verändert haben muß. Ein leichter Blick nach unten brachte Aufklärung. Die Hose war beim Bücken im Schritt aufgerissen. Die Erklärung liegt ja auf der Hand bei meinem großen Gemächt mußte das ja früher oder später passieren da die Hose zu groß ist und ewig am Rutschen war hat sich der Schrittbereich in eine gefährliche Position begeben und war ungefähr auf Oberschenkelhöhe. Diese Kühnheit wurde gleich mit dem Tod bestraft. Aber so kriege ich wenigstens eine neue Hose.

Abends fanden wir uns dann bei Schöttler ein. Helena und der Lange nahmen mich freundlicherweise mit, denn ansonsten hätte ich meinen heiß geliebten Volvo in Immingerode stehen lassen müssen und wir wissen ja alle was das für ein heißes Pflaster ist. Nachher hätte ich die neuen Felgen im Ziegelstein-Design. Weiterhin war im Fahrzeug noch Platz für sechs sechs leckere Hefe-Weizen, welche ich dem heutigen Abend addieren wollte. Ähnliche Gedankengänge hatte der Lange der eine Flasche Havana Club dem Abend beisteuerte. Wenn ich nun zurückblicke auf diese heikle Konstellation, hätte man eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt sagen können, das es es sehr heftiger Abend werden würde. Aber wir starteten langsam und guckten erstmal Fußball bei Schötti. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, das schon mal das erste Hefe den Weg in den Magen fand. Die erste Halbzeit kam und ich kann nun nicht mehr mit Sicherheit sagen, wie viel es zur Halbzeit stand, da sich zu dem ersten Weizen schon die erste Mischung Havana Club gesellte. Leider hatte Schötti wohl einen Kurs bei Schmierpopel mit dem Thema „Wie mache ich ganz widerliche Mischungen“ gebucht. Da wir ja keine Waisenkinder sind, ging es gleich in die Vollen und wir fingen mit halb-halb Mischungen an. Intern bereite ich schon mal die Abschaltung einiger Systeme vor, da ich sämtliche Ressourcen benötigte. Der Geneigte Leser wird sich ja schon gedacht haben, das es nicht bei Schöttler enden würde. Glücklicherweise ging es nicht mehr in die alte Weberei, da der Weg zu weit war und ich hatte auch meinen Lack-String nicht gebügelt. Aber kommen wir zur Halbzeitpause.

Die ganze Zeit lächelte mich schon ein kleiner weißer Kasten an, der sich seit Neustem neben Schöttlers TV-Gerät ein Platz gesichert hat. Vorn stand in kleinen Lettern „Nintendo“ drauf. Da hat sich der Schöttler einfach mal das Wii zugelegt. So ein alter Vollstecker! Also wurde das Ding erstmal angestellt. Zuerst wurde eine Runde Tennis gespielt. Der Lange gegen mich. Über das Ergebnis würde ich mich gerne ausschweigen. Ach was soll es denn, ich habe mit Pauken und Trompeten verloren. Danach wurden noch diverse andere Partien gespielt. Gegen Schöttler hatte glaube ich keiner eine Chance, was auch kein Wunder ist, denn nach meinen Vermutungen schläft er mit den Controllern mit eingeschalteter Vibration. Eine Entscheidung wurde von meinem Unterbewusstsein an diesem Abend getroffen. Falls es jemals auf dem Wii ein Eishockeyspiel oder ein Star Wars Spiel in dem man ein Lichtschwert schwingen kann geben sollte. Dauert es nicht lange und so ein abgefahrenes Teil wird in meinem Wohnzimmer stehen. Und ich bin mir ziemlich sicher, das es in naher Zukunft solche Spiele geben wird.

Ich will aber hier nicht abschweifen und für Nintendo Werbung machen, denn die zweite Halbzeit ging los und ich habe ein wenig den Überblick verloren. Jedenfalls waren die Hefe plötzlich alle und die Falsche Havana hatte auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Gewonnen haben die Deutschen, Endergebnis kann hier auf Grund von Verzerrung des Gesichtsfeldes nicht wiedergegeben werden. Die Mischungen nahmen aber langsam einen Geschmack an, der nicht sämtliche Geschmacksnerven laut aufschrien ließ. Allerdings wurde am Mischungsverhältnis nichts geändert. Ich führe es jetzt einfach mal darauf hin zurück, das die Nerven ohnmächtig geworden sind. Als der Flasche der klinische Tod bestätigt wurde, spielte ich gegen den Langen noch eine Runde Baseball und verlor wieder kläglich. Ich war ja nicht zum zocken da, sondern zum Ballern. Und das sollte ja auch weiter gehen. Doch wo wird die Ballerei fortgesetzt. Angedacht war ja erst noch in die Stadt zu gehen. Aber dann kam der Vorschlag noch in s Glashaus zu gehen. Mein Hirn strengte nochmals letzte Reserven an und kam zu folgender Formel: Glashaus = heiße Frauen + Havana Club Cola + heiße Frauen + noch mehr Havana Club Cola = Da will ich hin. Und schon befand ich mich im Auto vom Langen, welches von Helena Richtung Worbis gesteuert wurde.

Dort angekommen gaben erstmal alle ihre Jacken ab und ich wurde zum Hüter über Helenas Schminksachen auserkoren. Klasse, jetzt will ich aber was zu trinken haben. Lange Strecken sind nicht so mein Ding, denn ich werde schnell durstig. Ich wollte gerade den Vorschlag machen nicht in den Tempel zu gehen, da tönte Schöttler schon los, das wir erstmal im Tempel gucken. Na toll, Techno Mucke bis zum Erbrechen. Hauptsache wir bleiben da nicht so lange. Ankunft an der Theke und ich bekam Sprachfetzten davon mit, was sich als erste Bestellung von Schöttler herausstellte. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich war der Meinung das ich irgendwas mit „B-52s“ verstanden habe. Aber so verrückt wird Schötti nicht sein und gleich den Promille-König zu bestellen. Manchmal irre ich mich schon wenn es um Verrücktheiten geht. So auch in diesem Fall. Die Bedienung stellte drei Gläser mit eine bräunlichen Flüssigkeit auf den Tresen und Schöttler forderte laut ein Feuerzeug. Wo bin ich da nur rein geraten. B-52 ist quasi Alkohol pur. Also nur Schnaps zusammen gemixt und gar nichts was so ein wenig den Orginalgeschmack des Alkohol verzerrt. Wäre es jetzt Alkohol der einen leckeren Eigengeschmack hat, dann könnte ich das ja noch verstehen, aber da waren nur ekelige Sachen drin. Zu allem Überfluss wurde es nicht in einem normalen Glas serviert sondern kam in dem Weizenglas Äquivalent eines Schnapsglases. Und das gehört alle mir. Ich konnte meine Freude nur schwer verbergen, aber da mußte ich jetzt durch. Nachdem das Feuer schon ein wenig länger als normal brennen gelassen wurde, damit möglichst viel Alkohol in die eh schon drückende Luft verdunstet, nahm ich den ersten Schluck durch den Strohhalm. Meine Geschmacksnerven erwachten zu neuem Leben und rebellierten gar fürchterlich in meinem Mund. Gerade bei hartem Alk habe ich das Problem, das ich den nicht einfach runter schlucken kann, sondern muß meinen Magen sanft darauf vorbereiten, sonst besteht die Gefahr, das die Flüssigkeit den Körper durch die falsche Öffnung wieder verlässt. Leider ist der B-52 ein sehr aggressives Zeug und ich hatte schon das Gefühl als würde sich ein Loch von innen in meine Wange fressen. Nachdem dann also der erste Schluck unten war, schaute ich hoffnungsvoll auf das Weizenglas Schnapsglas und zu meinem Erschrecken war es noch über die Hälfte voll. Ich schickte also schnell ein Stoßgebet zum Himmel und nahm den nächsten Hieb. Gefühlt hatte ich drei Liter im Mund, aber in Wahrheit war das Glas immer noch nicht leer. Machen die da heimlich wieder was rein, wenn man sich gerade auf das Schlucken konzentriert? Ich entschied mich für eine kleine Pause und bot mich an eine Runde Havana zu organisieren. Als ich mir die anderen so anguckte schien es Schöttler zu schmecken (aber der schläft ja eh mit seinem Wii-Controller, da wundert mich nichts mehr) und der Lange hatte ähnliche Probleme wie ich. Ich versicherte aber Schöttler das ich den Rest des Witwenmachers so genannten Schnapses noch trinken werde, da er mich so böse anguckte. Als ich dann enttäuscht zurück kam, weil meine Lieblingsbedienung nicht da war, die mir sonst immer die doppelten Mischungen gemacht hat, hatte Schöttler schon die Reste meines B-52s entsorgt. Ich kann nun nicht sagen, das ich ihm nicht dankbar war.

Doch was passierte nun? Wie die Bekloppten sprangen auf einmal Schötti, der Lange und Helena auf die Tanzfläche. Wie jetzt? Und was mache ich? Ich bin zwar Meister im Dumm-rumstehen-an der-Theke, aber so voll, das ich mich mit mir selber unterhalten kann war ich dann doch noch nicht. Nun ja, ich ergötze mich dann an diversen jungen Damen, die überall umher sprangen. Manchmal frage ich mich wo die alle herkommen und vor allem was die so die Woche über treiben. Also in meiner Firma sind die jedenfalls nicht.

Das Zappeln wurde dann für kurze Zeit unterbrochen und wir verlegten den Standort in die Arena. Quasi meine zweitliebste Disco, nach dem Tempel im Glashaus. Der Anteil an Frauen nahm drastisch zu und da der Alkoholpegel in der Zwischenzeit auch wieder gestiegen war, fing dann das tumbe Starren an. Nüchtern betrachtet sieht man dabei aus, wie Ottfried Fischer, dem gerade der Haxen-Teller weggenommen und durch ein Vollkost-Menu ersetzt wurde. Aber ich hatte mich schnell wieder unter Kontrolle und die paar Sabberfäden hat bestimmt keiner bemerkt. Es war allerdings wie an jedem Wochenende im Glashaus. Die Mädels waren fast alle unglaublich hübsch und ich konnte mir mit 80% der Anwesenden ein weiteres Leben vorstellen. Die Reize prasselten nur so auf mich ein und mein Hirn schaltete irgendwann ab und ließ Warnmeldungen über mein inneres Auge flimmern. Irgendwas mit „Overload“ und „System shut down“. Der natürliche Trinkreflex trat ein. Wie sollte es anders sein, sind alle plötzlich auf die Tanzfläche gesprungen und haben angefangen zu zappeln. Ich hatte erst den Verdacht, das die Betreiber die Leitungen für die Tanzbodenbeleuchtung falsch angeklemmt hatten und nun alle an Stromstößen leideten, aber dem war nicht so. Also stand ich wieder ein wenig rum und konnte mich an meiner Mischung festhalten. Während dann die anderen Tanzten und mir mit eindeutigen Gesten klar machten, ich solle sie doch auf der Tanzfläche mal besuchen (Entweder das oder alle wollten mich plötzlich Oral befriedigen) übernahmen meine Reflexe die Kontrolle über meine Extremitäten. Sobald ich nichts zu tun habe oder keinen mit dem ich mich unterhalten kann, fühle ich mich so beobachtet und muß irgendwas zu tun haben. Sei es mit den Händen oder mit meinem Gesicht. Das ist dann bei Situationen in denen ich in der Disco stehe und ein Glas Mischung in der Hand halte natürlich sehr prekär. Um es kurz zu machen, stieg bei mir der Havana Club Cola Verbrauch drastisch an. Von sparsamen 3 l auf 100 km kam ich dann in den Stadtverkehr und die Nadel sprang auf 15 L pro 100 km. Also pendelte ich ein wenig zwischen Arena und Havana Club Bereich. Auch sehr abwechslungsreich.

Wir verlegten dann noch ein paar mal zwischen Tempel und Arena, doch der Effekt blieb der gleiche. Die Tanzfläche wurde immer sofort gestürmt und ich organisierte mir weitere Getränke. Dabei ließ ich natürlich mein Auge ein wenig schweifen und genoß die weibliche Aussicht. Nur mal nebenbei bemerkt fand ja auch die Zeitumstellung statt, von der ich aber nichts mitbekommen hatte. Erst als wir dann gegen 0430 Uhr den Heimweg antreten wollten. Besser gesagt, als ich dann zu Hause war. Aber da waren wir ja noch lange nicht. Erstmal mußten wir bezahlen. Was recht fix ging, denn die Kasse war zu der Uhrzeit recht leer. Als dann meine Karte dem Lesegerät zugeführt hatte ich das Gefühl, das irgendwo eine kleine Glocke anging und eine Computerstimme laut „HiScore“ rief. Von uns Vieren hatte ich mal wieder die Highscore des Abends geschafft. War ja auch kein Wunder habe ich ja die Energie, die die Anderen ins Tanzen gesteckt hatten in unmäßigen Havana Club Konsum gesteckt. Doch Schötti mußte ja auch noch bezahlen und war mittlerweile auf den geistigen Fähigkeiten eines Dreijährigen angekommen. Anscheinend haben die ganzen Getränke und vor allem der B-52 zu Beginn ihren Tribut gefordert. Er hatte seine Karte verloren, besser gesagt wurde sie ihm bei der Jackenrückgabe entwendet. Welches auch der Wahrheit entspricht, denn Helen stand direkt daneben. Nun wurde über dunkle Umwege, der Kartenstand zurückgerechnet und Schötti durfte dann mit seiner EC-Karte bezahlen. Er reichte aber bei weitem nicht an meine Score ran. Weiter gings auf dem Parkplatz. Seine Lebensgeister beschlossen zu ihm zurückzukehren und veranlassten ihn auf dem Parkplatz umher zu springen, als wäre der Leibhaftige in ihn gefahren. In meinem Inneren versuchte ich die Gebete für einen Exorzismus wieder zusammen zu bekommen, als in hohen Bogen ein weißes Handy an meinem Ohr vorbei flog. Schötti schien nichts bemerkt zu haben. Als ich dann das Telefon aus einem Schlammberg zog fiel mir dann auch gleich der Schlüssel auf der ebenfalls aus Schöttlers Tasche geflogen zu sein schien. Beides wurde nach durchstöbern der Nacktfotos dem rechtmäßigem Besitzer zurückgegeben. Die Fahrt zurück wurde dann von lauten Gesang unsererseits ein wenig aufgelockert. Und so verhinderten wir, das Schötti ein schlief, auch wenn Helen nicht so begeistert von unseren gesanglichen Fähigkeiten war. Als wir dann endlich die Mühlenstätte erreichten, stellte ich meine Uhr auf 0700 Uhr vor, damit ich die richtige Uhrzeit hatte und wunderte mich das mich unsere Katzen begrüßten. Ach, die hatten ja Hunger. Also schnell noch die Katzen gefüttert und ab ging es ins Bett.

Vom Vormittag weiß ich leider nichts zu berichten, da ich ihn auch hauptsächlich im Bett verbracht hatte. Aber nachmittags gings dann auf den Fußballplatz, wo mich dann auch der Lange anrief und wissen wollte ob ich noch Helenas Schminksachen in der Tasche hatte und ob sie die jetzt abholen könnten. Verdammt dabei wollte ich noch mal das Rouge ausprobieren.

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