Ein „normales“ Wochenende

Wie immer beginnt unsere kleine Geschichte an einem Freitag. Einem Freitag an dem ich dachte, das es eigentlich ein ganz geruhsames Wochenende werden könnte. Freitag Abend lässt man sich schön die Mütze zu laufen genießt man die Ruhe bei einem gepflegten Wein Hefe-Weizen und am Samstag kann man den ganzen Tag rumpimmeln entspannen und wichtige Dinge erledigen, für die man in der Woche keine Zeit hat. Der Samstag Abend war auch schon verplant. Also ein Wochenende nach meinem Geschmack.
So oder zumindestens so ähnlich zeichnete sich das Wochenende in meinem Kopf-Kino vor meinem inneren Auge ab. Bis am Freitag Nachmittag mein Handy aus meinen Vorstellungen riß. Eine unbekannte Nummer rief mich an. Die Denkmaschine in meinem Kopf fing sofort an ihren Dienst zu tun. Noch lief sie sehr flüssig, da kein Bier oder ähnliche alkoholischen Getränke zugeführt wurden. Wer ruft an einem Freitag um 1656 Uhr an? In meinem Kopf machte es ”Kling“. Das wäre bestimmt Jessica Alba. Es konnte gar nicht anders sein. Endlich hat sie all meine e-mails gelesen und will mich nun zu einem Nacktwochenende Wochenende in ihrem Penthouse in New York einladen. Zusammen würden wir die Clubs unsicher machen und ich würde ihr zeigen was es heißt ”Kurz-Lang“ zu trinken. Was nehme ich nur mit nach New York? Aber erstmal den dringenden Anruf beantworten, nachher legt sie noch auf. Als ich mich dann am Telefon meldete erfolgte die Ernüchterung stehenden Fußes. Der Anrufer am anderen Ende der Leitung war nicht Jessica Alba, sondern Akki. Er wollte wissen was ich zum Frühstück wollte. Da ich anfangs ein wenig verwirrt war und mir gerade vorstellte, wie Jessica diesen Satz zu mir sagte, antwortet ich mit einem kurzem, klaren: ”Häää?!?“ Am Samstag wäre ja Truppmann Teil I und er wolle wissen ob ich zum Frühstück komme und wie viel ich essen würde. Tja, eigentlich war ich ja davon ausgegangen, das ich dieses Jahr nicht gebraucht werde und war schon traurig und ratlos, was ich mit all dieser zusätzlichen Zeit anfangen sollte (Da käme der Wochenend-Trip mit Jessica gerade recht!). Aber wie sich herausstellte hatte Gepetto ”vergessen“ mir die Dienstpläne vorbei zu bringen. Ja klar, wahrscheinlich war er wieder….. Nein, das schreibe ich jetzt hier nicht hin, denn er liest ja mit und am Samstag treffen wir uns ja wieder. Nun ist also mein Samstag verplant und ich begann damit, meine bisherigen Pläne so umher zu schieben, das ich alles unter Hut bekomme. Falls nun Jessica anrufen sollte, dann sieht es sehr schlecht aus. Ich bemühte also den grauen Klumpen in meinem Kopf, der schon auf Wochenendmodus geschaltet hat mein großes männliches Gehirn und rechnete mal eben die Wahrscheinlichkeit aus, das Fräulein Alba mich noch an diesem Wochenende telefonisch kontaktieren würde. Zunächst kam √34 raus. Hmm, das konnte so ja nicht stimmen. Also nochmal mit dem Realitätsfaktor. Oh, so sieht das also aus. Da ich hier nicht mit Zahlen langweilen will, mache ich das ganze mal an einem Beispiel klar. Also es wäre wahrscheinlicher das man beim Inlineskaten vom einem 38 Jahre alten Ninja, den linken Zeh mit einem 256 Jahre alten Schwert abgeschlagen bekommt und dabei den Ex-Kanzler Schröder beim Mini-Golf spielen sieht, als das Jessica Alba mich an diesem Wochenende noch anruft und mich nach New York zu einem Nacktwochenende Wochenende einlädt. Also eher nicht. Aber nächstes Wochenende sieht das schon ganz anders aus!

Mein Samstag fängt also um 0630 Uhr an, das bedeutet, ich muß früh nach Hause gehen, damit ich am nächsten Tag noch einigermaßen ernst genommen werde von den ganzen Nachwuchsbrandschützern. Heißt auch weniger trinken, was dem Tip von Akki nahe kommt, das ich nicht so lange in der Werkstatt machen sollte. Woher wusste er nur von meinen Alternativ-Plänen? Aber da machte mein Hirn nicht. Folgenden diabolischen Plan heckte es aus. Da es schon fest stand, das es in die Werkstatt gehen würde und ich da keinesfalls nüchtern hingehen wollte legte mein Hirn fest, das der Abend einfach ein wenig früher anfing. Ich saß also gemütlich beim Grundlage schaffen Abendbrot und dachte so, das jetzt auch ein leckeres Hefe-Weizen schmecken würde. Bevor ich dann um 2030 Uhr den Weg in das Feuerwehrhaus antrat gesellten sich noch weitere zwei Weizen zu dem schon vorhandenen in meinem Magen. Mich hat es nicht wirklich gestört, aber es zeichnete sich schon wieder ein sehr heftiger Abend ab. Bei der Ankunft im Feuerwehrhaus erwarteten mich schon Kai und Porno. Doch mein erster Weg führte mich erstmal in den Turm, denn dort lagerten die Getränke. Kann sich jemand vorstellen, wie durstig ein Weg durch Westerode ist? Mein letztes Getränk lag immerhin schon 8 Minuten zurück und die gewohnte Angst, das man plötzlich alkoholmäßig zurückfallen würde, wenn man nicht sofort weiter Bier trinken würde, machte sich breit. So langsam wird mir auch klar, warum Porno immer so oft mit seinem kleinen Hund Pingo spazieren geht. Schließlich braucht man ja eine Rechtfertigung einen Grund um sich ein weiteres Bier reinzukippen. Gar nicht mal so dumm. Mentale Notiz: Hund anschaffen oder einen ähnlichen Grund finden, den man bei einer Katze anwenden kann (Boah, das Dosenöffnen ist so anstrengend, da brauche ich erstmal ein Pilschen!). Nachdem ich mich dann mit einem weiteren Bier ausgerüstet hatte, konnte ich die Gesellschaft der Anderen ertragen ich mich in Ruhe zu den Anderen gesellen. Kurze Zeit später fingen dann die sinnigen und unsinnigen Diskussionen über diverse Themen an. Halt so Themen auf die man nur zu sprechen kommt, wenn man schon das dritte Bier inhaliert trinkt und nicht weiß worüber man sonst reden soll. Außerdem mußte man ja irgendwie die Zeit bis zum Aufbruch in die Werkstatt überbrücken.

Bei der Ankunft in der Werkstatt dankte ich Gott, das ich schon zeitig mit Hefe-Weizen angefangen habe und dann nahtlos den Übergang zum Pils vollbracht hatte. Denn was sich mir in der Werkstatt bot, war um es mit netten Worten auszudrücken recht verlassen. Ich erwähnte ja in früheren Einträgen schon diese Dornenbüsche, die in verlassenen Städten immer durch die Straßen geweht werden. Zwei von diesen hinterlistigen Büschen attackierten mich kurz hinter dem Eingang und wollten mir gefährliche Wunden am Schienbein zufügen. Dank meiner guten Reflexe schubste ich Porno vor mich und er bekam die volle Breitseite ab. Durch ein geschicktes Manöver meinerseits erwischten sie aber Porno. Was tut man also, wenn in der Werkstatt nicht die Bohne los ist? Nun, da hat man dann nicht viele Möglichkeiten. Eine wäre sofort wieder kehrt zu machen und sich ins Bett zu legen. Aber das streichen wir mal ganz schnell, denn ich hatte ja schon gut vor getrunken und außerdem wurde mir noch Eintritt abverlangt, da will ich jetzt wenigstens was sehen für mein Geld. Dann gäbe es noch die Möglichkeit sich eine Flasche zu holen und sich so richtig aus dem Leben zu schießen. Weiter kam dann meine Entscheidungshilfe auch nicht. Schnitzel und Kai hatten sich schon für diese Möglichkeit entschieden und sich eine Flasche Southern Comfort bestellt. Southern Comfort schmeckt ungefähr genauso gut wie ein Schlag ins Gesicht und zu meinem Glück mochte Porno auch kein Southern. Nach einer kurzen Diskussion (Wir trinken Havana Club, keine Widerrede und gib 15 € her!) stand fest, das Havana Club das Getränk der Stunde war. Allerdings rannte ich mit dem Vorschlag Havana zu trinken bei Porno offenen Türen ein, stellte sich bei den ersten Silben des Wortes ”Havana“ schon erhöhter Speichelfluß bei ihm ein. Dann soll es auch so sein. Die Flasche zu ordern ging recht schnell, betrachtet man das alles unter dem Gesichtspunkt, das ungefähr so viel los war wie bei dem WM-Spiel Deutschland gegen Italien, war es keine große Überraschung. Umso besser für uns. Die Flasche hatte noch nicht mal Gelegenheit sich an ihren neuen Standort in der Nähe der Tanzfläche zu gewöhnen, da wurde ihr auch schon mit einer unglaublichen Brutalität der Kopf abgedreht und eine nicht gerade unerhebliche Menge aus ihr in bereitgestellte Becher gegossen. Als ich sah was Porno für Mischungen kreierte, wusste ich sofort mit wem er verwandt war. Selbst ein Blinder mit einseitigem Herzfehler hätte erkannt, das Porno mit Schmierpopel verwandt ist. Nur das Durchhaltevermögen wie er hat er noch nicht. Ballert er aber so weiter, dauert das nicht mehr so lange. Erstaunlicherweise gab mein internes Analysesystem grünes Licht für die Mischungen. Gut, die Kalibration des Systems ist durch die drei Liter Bier eh schon hinüber gewesen, aber ein gewisses Grundvertrauen habe ich scon noch darin. Das machte mir allerdings ein wenig Sorgen. Allein schon bei dem Betrachten der Mischungen ließ sich ein schwarze Färbung nur erahnen, aber der Geschmack erreichte einen guten 80prozentige Platzierung auf meiner Skala.

So ging es dann munter weiter und plötzlich packte mich der Selbstgeisselungstrieb. Man kennt das ja. Man weiß ganz genau, das an seinem Fahrrad die Bremsen nicht in Ordnung sind und man weiß auch ganz genau, das wenn man mit seinem BMX-Rad diese eine Sprungschanze fährt und nicht bremst man sich ganz böse auf die Fresse packt. Trotzdem macht man es und die Schmerzen sind einem so lange egal, bis man mit seinem Fahrrad durch die Luft fliegt und den großen Stein immer schneller auf sich zukommen sieht. Kurz gesagt, der Jackass-Effekt. So erging es auch mit. Mein Hirn hatte irgendwo in einen ganz selten benutzten Schieberegister der Geschmack von Southern Comfort abgespeichert hat. Ich wusste ganz genau das er ekelerregend nicht sehr gut schmeckt, dank einer Party in Göttingen während meiner Abi-Zeit, die schon ganz lange her ist die noch gar nicht so lange her ist. Damals muß ich wohl laut zu Metallica mitgesungen und am nächsten Morgen mich erkundigt haben, wie ich den ins Bett gekommen bin und wie die junge Dame neben mir hieß. Aber die Neugier war größer. Ich wollte einfach meinen Speicher wieder auf den aktuellsten stand bringen und somit fragte ich Kai ob ich denn mal probieren könnte. Großer Fehler, ganz großer Fehler. Ich war nämlich schon zu sehr auf mein Havana Club Getränk eingeschossen, so daß mir entgangen ist, das Kai seinen Southern Comfort ohne Ginger Ale trank. Das macht er immer, weil er sagt das es ihm besser schmeckt. Wie kann ein einzelner Mensch nur so pervers sein. Ich dachte eigentlich das die obere Messlatte für ekelige Sachen immer der Schmierpopel legt, aber Kai macht ihm fast schon Konkurrenz, die der Schmierige nur durch sein Alter und somit der Menge an ekligen Sachen wett macht. Kai war so freundlich und ließ mich probieren. Spätestens da hätte ich auf die Warnlampen achten sollen, die in meinem Kopf angingen. Ich setzte das Glas an und nahm einen großen Schluck. Automatische Reaktion, sobald ein Glas meine Lippen berührt. Deswegen sollte ich nie angetrunken zu Urinproben-Abgaben gehen. Bei den vielen Bechern die da herumstehen… Nun hatte ich also puren Southern Comfort im Mund und meine Geschmacksnerven schlugen sofort Alarm. Auch wenn sie nur rudimentär vorhanden sind, können sie immer noch extreme Geschmäcke Geschmacks Geschmacke Dinge am Geschmack erkennen und Alarm schlagen. Nun war es aber zu spät. Dem Southern blieb nur ein Ausweg aus meinem Mund und der ging über die Kehle. Ausspucken zog ich gar nicht in Betracht. Denn man hat ja eine gewisse Ehre zu verteidigen und es wäre schade um den Alkohol, auch wenn es sich in dem Fall um Southern handelt. Also bis ich die Zähne zusammen und strengte sämtliche Muskeln meines Gesichtes an um die Flüssigkeit meinem Mageninhalt zu zu mischen. Das war definitiv kein Geschenk. Aber ein Gutes hatte es schon, es wird nun wieder eine ganze Zeit dauern, bis ich wieder auf den Trichter kommen würde Southern Comfort zu probieren.

Und damit enden auch der Großteil meiner Erinnerungen an die Werkstatt. Ich kann nun nur noch eine kleine Zusammenfassung des Restes geben, bei dem ich zwar anwesend war, aber keinerlei Aufzeichnungen auf meiner Festplatte gefunden habe. Wir berichtet wurde bin ich wohl um 0130 Uhr aus der Werkstatt getorkelt gegangen und habe mich auf den Heimweg gemacht habe. Gegen 0200 Uhr habe ich wohl noch Kai und Wiebke vor dem Walter’schen Haus getroffen und irgendwelchen Nonsens geredet. Ich vermute mal, das ich kein klares Hochdeutsch mehr reden konnte und es deshalb als Nonsens interpretiert wurde. Ich bitte aber zu bedenken, das dies Aussagen aus zweiter Hand sind und die Richtigkeit nicht unbedingt gegeben sein muß. Ich zumindestens zweifele zwei oder drei Punkte an. Da ich aber keine Beweise für das Gegenteil anbringen kann, schreibe ich sie hier der Vollständigkeitshalber nieder.

0630 Uhr pünktlich mit dem Weckerschlag, setzen meine Erinnerungen wieder ein. Verdammt, wie bin ich in Bett gekommen, warum muß ich so früh aufstehen, wo ist meine Hose? Ein kurzer Überblick über die 2 Millionen Fragen, die mir auf einmal durch den Kopf schossen. Nachdem ich mich dann kurz orientiert hatte begab ich mich ins Bad. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich dann auch meine Hose. Beim Zähneputzen fiel mir dann auch wieder der Grund ein warum ich so früh aufstehen mußte. Ich war ja als Ausbilder bei der Truppman-Ausbildung eingeteilt und sollte dann auch noch das TSF von Westerode mitbringen. Nachdem frisch machen stellte ich dann meine Kleidung für den kommenden Tag zusammen. Als Ausbilder hat man glücklicherweise eine kleine Auswahl. Feuerwehrhose inklusive Stiefel, dazu die Ausbilderjacke. Aber wo zum Teufel war sie? Nach diversen Flüchen, und Auseinandernehmen von Schränken, fiel mir ein, das ich sie in Esplingerode gelassen hatte. Als ich dann alles zusammen hatte ging die Fahrt also los nach Duderstadt, wo ich schon mit freudigen Gesichtern empfangen wurde. Standardsprüche zielten auf meinen Besuch in der Werkstatt ab. Anscheinend konnten sie in meinem Gesicht lesen wie in einem schlechten Buch. Aber die nächste Botschaft wurde mit mit einem genauso hämischen Grinsen überreicht. Akki war noch nicht da. Wie gemunkelt wurde, lag er noch in der Scheiße. Super Anfang. So etwas würde ich mir natürlich nie erlauben. Sehen wir jetzt mal von meinem ersten Jahr als Ausbilder ab, in dem ich es geschafft habe an allen drei Samstagen zu spät zu kommen. Also fing ich ohne Akki an. Aber zum Frühstück tauchte er dann ja auf und der Rest des Tages verlief fast ohne Zwischenfälle. Mal davon abgesehen, das ich noch zum Jugendfeuerwehrwettkampf mußte. Und zwar zum Frühjahrstunier nach Renshausen. Aber nun weiß ich auch wo Renshausen ist, da war ich noch nie und muß wohl auch nicht unbedingt wieder hin. Die Jugendlichen mußten Schießen, Fragen beantworten und Singen. Typisch Feuerwehr halt. Wieder zurück bei der Ausbildung gings munter weiter mit dem Löschangriff. Da ich aus einer TSF-Wehr komme und praktischerweise mit unserem TSF angekommen war hatte ich auch die TSF-Gruppe. Und die Hälfte der Gruppe bestand aus Leuten die vor zwei Jahren bei mir die Leistungsspange gemacht haben. Das kann ja heiter werden. Und in diesem Jahr war Forrest mit von der Partie. Doch ich hatte noch eine Woche Schonfrist, denn Forrest war entschuldigt und beim Fußball. Aber zwei Samstag mit Forrest reichen vollkommen aus. Als dann die Ausbildung vorbei war mußte ich zusehen das ich wieder nach Hause komme, wollte ich doch die Anschlußfahrt nach Göttingen nicht verpassen. Vorher gab Akki noch ein Pils aus und ich mußte mit Erschrecken feststellen, das es schon wieder verdammt gut schmeckte. Ich ahnte Schlimmes, meine Leber vollführte Luftsprünge!

Im Eiltempo ging es dann nach Hause um mich schnell abzukärchern um dann schon wieder eine kurze halbe Stunde später bei Patricia vor der Tür zu stehen. Die hatte nämlich zum Geburtstag geladen. Im gleichen Atemzuge konnte wir dann die neu bezogenen Wohnung von Patricia und Florian begutachten. Sehr nett, vor allem die Sofaecke mit angeschlossenen Bier-Service, der sich in diesem Falle als Florian entpuppte. Aber wir wollen ja nicht wählerisch sein und nahmen das Bier dankend an. Auch wenn es Nörthen-Hardenberger war, das mußte ich jetzt hinschreiben, weil wir ja schließlich in der Wohnun gdes Vorsitzenden des Kromabachervereins waren. Nach dem kurzem Aperitif, der in meinem Fall aus zwei Bier bestand gab es dann das Essen. Patricia hat sich nicht lumpen lassen und es gab Schnitzel mit Pommes und diversen Salaten. Mir reichten die Schnitzel vollkommen. Eins auf dem Teller und eins in Form einer Bierflasche vor mir. Nach dem Essen blickte ich schon panisch umher, ob es hier auch den obligatorischen Schnaps geben würde, bis dann Patricia mit einer Flasche Kotzo um die Ecke kam. Verdammt und ich war eingeklemmt zwischen Schnitzel und Natascha. Da half keine Flucht nach vorn, der Kotzo mußte rein. Hoffentlich bleibt es bei dem einen. Aber da hatte ich mich auch geschnitten. Sobald das Glas geleert war wurde gleich nach geschenkt. Ich setzte meine besten Gesichtsverrenkungen auf, aber es half nichts. Der Kotzo floß in Strömen. Die Mädles hielten sich unterdessen an selbstgemachten süßen seChnäpsen gütlich. Irgendwas mit Eierlikör und so eine grüne Brühe. Dann doch lieber Kotzo. Das Zeug sah nur vom hinsehen schon so unglaublich süß aus, das sich meine Innereien verhemmt dagegen wehrten. Manchmal sind sie doch zu etwas gut.

Florian war plötzlich verschwunden und ließ sich eine ganze Zeit lang nicht blicken. Wir dachten erst, er schmollt ein wenig und hat sich in sein Zimmer zurück gezogen, aber etwas viel Schlimmeres ist passiert. Er sah unseren großen Durst auf den Kotzo und entschied mit schnellem Verstand das es vielleicht besser wäre, wenn er noch eine Ersatzflasche aus dem nahegelegenen Supermarkt organisiert. Nebenbei besorgte er noch ein paar unwichtige Sachen wie Lebensmittel und Haushaltswaren. Als er dann im Flur war und die Tür aufschloß fiel ihm dann die Flasche Kotzo auf den Boden und zersprang in tausend kleine Teile. Der ekelerregende kostbare Kotzo ergoß sich über den Steinfußboden. So schnell kann es gehen und ich behaupte jetzt mal, das mein Stoßgebet, welches ich zum Himmel geschickt habe nichts damit zu tun hatte. Nach dem die Schweinerei beseitigt war kam er gesengten Hauptes wieder rein und schimpfte, warum es nicht die Flasche Domestos erwischt hätte. Da hilft kein grummeln, da hilft nur noch weiter Pils trinken. Außerdem war ja noch ein Rest in der anderen Flasche da. Verdammt, ich konnte nicht an alles denken. Der Kotzo Nachschub hat also noch nicht abgerissen. Doch Florian wäre nicht Florian wenn er nicht noch irgendwo einen Trumpf im Ärmel hätte. So überraschte er alle mit einem uralten Whisky. Ich muß zugeben, das ich ein gewisses Leuchten in meinen Augen nicht leugnen kann. Aber die Voraussetzung meinerseits war, das man einen solchen edlen Tropfen keinesfalls mit Cola mixen dürfte. Den muß man pur genießen. Ich und meine große Klappe. Da der Alkoholspiegel schon leicht fortgeschritten war und die Motorik bei manchen nicht mehr so gut funktionierte bekam ich dann auch eine shcöne Schwenke voll mit Whiskey. Hier muß ich anmerken, das ich maximal ein Glas schaffe, da ich dazu weiter Bier trinke. Geht nicht anders. Da saß ich nun mit meinen zwei Problemen. Ein Glas Whiskey und ein Glas Kotzo. Denn wir waren noch lange nicht in einem Schnapsengpaß. Und es mußte ging alles rein. Die Schnitzel und Kai sind Böning und mir böse in den Rücken gefallen, da sie plötzlich auf die süße Zuckerplörre umgestiegen sind.

Nebenbei wurden dann noch Spiele gemacht. Sie wurden jedenfalls als Spiele deklariert, dabei waren sie nur Anschauung und Angeberei von sexuellen Praktiken. Nehmen wir mal das Mohrenkopf essen (Ich weiß das es politisch unkorrekt ist, aber ich sage ja auch Dobermann und nicht Doberperson. Fuck for political correctness!). Ziel war es den gesamten Mohrenkopf auf einmal in den Mund zu bekommen, während man die Hände nicht zu Hilfe nehmen durfte. Hört sich jetzt erstmal einfach an und wenn man keine Angst davor hat sich die Klamotten mit Zuckerschaum zu versauen, kriegt man das bestimmt hin. Nun ist ja im Allgemeinen bekannt, das ich ja für jeden Scheiß zu haben bin. Nach genügend Aufmunterungen waren Florian und ich auch dazu bereit. Aber ich habe es beim Besten Willen nicht hin bekommen. Nachdem ich den Mohrenkopf schon halb inhaliert hatte und einzelne Schokostücken sich schon den Weg zu meinen Lungenbläschen gesucht hatten mußte ich aufgeben. Die Waffel passte einfach nicht mehr mit rein. Bei Florian ein ähnlich armseliges Bild. Nachdem ich dann den Klumpen Zucker runter geschluckt hatte, kam die Meisterin. Maren schaffte es tatsächlich den gesamten Mohrenkopf mit Waffel in den Mund zu bekommen und zwar so, das nicht die Hälfte des Zuckerschaums zu den Mundwinkeln wieder herausgekommen ist. Darf ich den Anderen glauben sprachen meine Gesichtausdrücke Bände. Keile-Günther, ihr Freund, hatte nur ein wissendes Lächeln aufgesetzt.

Nun wurde munter weiter getrunken, Scheiße gelabert und versucht dem Kotzo zu entgehen. Das Letztere gelang mir nur sehr schwerlich. Selbst Fluchtversuche auf die Toilette wurden mit extra vollen Gläsern bestraft. Und wie sollte es anders kommen kam dann der Vorschlag noch in die Stadt zu gehen. Klasse, unterwegs in Göttingen, da bin ich immer dabei. So gings dann per pedes in die Stadt, wo ich bei dem folgenden Fußmarsch Zeit hatte gewisse Sachen mit Hüfte auszudiskutieren und ihr die Gewohnheiten von pubertierenden Jungs zu erläutern. Gar nicht mal so einfach. In der Stadt angekommen stellte sich die große Frage wohin die Reise gehen sollte. Und die Frage wurde an mich gerichtet. Meine großen Endziele hießen JT-Keller, wegen den mit Sicherheit vorhandenen heißen Frauen oder das Eins B, wegen den mit Sicherheit vorhandenen heißen Frauen. Da sich aber keiner so recht mit meinen Vorschlägen anfreunden konnte, weil keiner die Lokalitäten kannte entschied dann die Mehrheit das wir unseren Weg in das Alpenmax einschlugen. Meine Stimmung fiel in dem Moment um fünf Prozentpunkte nach unten auf 90%. Warum sollte man auch was neues ausprobieren.

Doch es ging auch nicht ins Alpenmax, als wir erstmal da waren, sondern ins Maddex. Eine neue Disco / Was-weiß-ich neben dem Alpenmax. Die Damen hatten freien Eintritt und wir Männer durften wieder belatzen. Was anderes bin ich auch nicht gewöhnt. Als wir dann drinnen waren, wusste ich auch warum. Es war ungefähr so viel los wie in der Werkstatt. Gut, ich will hier nicht beleidigend sein. Es war etwas mehr los, als in der Werkstatt. Obwohl die Aufmachung nicht so schlecht war, wie man vermuten könnte. Da stand dann ein sehr unentschlossener Haufen um und zerstreute sich plötzlich in alle Richtungen und ließ mich an der Theke zurück. Hmm, gar nicht so schlimm, wie es sich erst anhört. Denn an der Theke gab es was zu trinken und dank der Leere kam man auch schnell dran, außerdem saßen einmal quer durch den Raum drei Mädels die zu mir rüberschauten. Warum nur? Ganz einfach. Ich glaube ich war das einzige männliche Wesen, was noch einigermaßen nüchtern war und weder mit einer Frau da war noch sich mit beiden Händen an der Theke festhalten mußte, sondern nur mit einer. Nachdem ich dann mein Bier in den Händen hielt, kamen auf einmal alle zurück geströmt und meinten das wir nun in den Alpenmax wechseln würden. Klar, ich hatte ja auch gerade ein Bier in der Hand. Da es aber im Alpenmax mördervoll sein sollte entschlossen wir uns etappenweise zu verlegen. Ich meldete mich freiwillig für die letzte Etappe, hatte ich ja noch herrlichen Gerstensaft. Nachdem ich fertig war entschlossen Patrick, Schnitzel und ich dann doch noch einen anderen Bereich des Maddex auszuprobieren und kamen wieder nur bis zur Theke, da es dort ja wieder Bier gab. Und dann verlegten wir endgültig in das Alpenmax.

Dort war es voll. Und die Leute waren auch alle voll. Denn ein verkackter Schlagersänger sang dort oder bewegte die Lippen zu irgendeinem hochgepitchten Mist, den manche Leute für Musik hielten. Nun verstand ich es. Einmal waren viele Leute da, weil bestimmt welche den Sängerimitator gut fanden und die Anderen Leute waren gezwungen worden und hauten sich ordentlich einen in die Binsen. Hätte ich nicht anders gemacht. Doch die Schwierigkeit war nun an die Theke zu kommen und sich rettenden Alkohol zu besorgen. Leider ist dann die Spackendichte im Alpenmax auch sehr hoch und jeder hält sich für den größten Stecher weit und breit. Stellt sich dann auch dementsprechend so hin auch wenn er erst 18 und einen Keks alt ist und meint er hätte ein Kreuz. Gott sei Dank bin ich sehr humorvoll und hatte keine Probleme mich an die Theke durch zukämpfen. Und als wir dann endlich dort ankamen wollten die Mädels plötzlich nach Hause und fragten mich nach der Telefonnummern von Atze, besser gesagt ich sollte Atze anrufen. Mache ich doch gerne, hatte ich ja auch angeboten. Also habe ich Atze zum zweiten Mal aus dem Bett geklingelt und er ist wieder nicht gefahren, aber kannte mich wohl noch. Dann erklärte er mir noch einmal, das er am Wochenende nicht fährt. Ich entschuldigte mich ein weiteres Mal und überbrachte den Mädels die schlechte Nachricht. Anscheinend hatte Atze mir letztes Mal schon mitgeteilt, das er am Wochenende nicht fährt, aber da hatte war meine Festplatte bestimmt schon im Schlafmodus. Die Mädels besorgten sich dann ein anderes Taxi, aber vorher gab es dann noch den Megastrammsack, der sich schön im Eingangsbereich übergab und Vanessa die Hose und Hüfte die Schuhe versaute. Den Mageninhalt konnte man aber anschließend nicht mehr erkennen, was darauf schließen lässt, warum er sich alles nochmals durch den Kopf gehen lassen hat. Na, hat irgendjemand noch Hunger?

Der Großteil der Mädels hat also das Feld geräumt und ließen uns Jungs und zwei Freundinnen (Julia und Wiebke) im Alpenmax zurück. Wenn das man gut gehen sollte. Zunächst sollte nun erwähnt werden, das ich mittlerweile auf Mischungen umgestiegen bin. Da es im Alpenmax nur überteuertes Flaschenbier oder widerliche nicht sehr gut schmeckendes Faßbier gab, fiel mir der Umstieg nicht gerade schwer. Nein, ich wurde sogar dazu animiert. Mein Hals schluckte aber weiterhin im Biermodus, da die Umstellung am späteren Abend nicht mehr so klappt wie vorgesehen. Da muß der Techniker nochmal vorbei gucken und ein wenig an der Feineinstellung schrauben. Die Mixgetränke wurden wie gewohnt in sehr kleinen Gläsern, also jenseits der 0,33 l Marke, serviert und hielten somit nicht lange vor. Also entscheid ich mich zu doppelten Bestellungen. Also nicht doppelt soviel Alkohol ins das Glas, sondern doppelt soviel Gläser in der Hand. Sieht zwar ein wenig Assig aus, aber wenn man an der Theke steht kann man eh ein Glas abstellen und seit wann hat mich so etwas jemals gestört. Plötzlich sprach mich etwas Blondes von der Seite an. Die zukünftige Schwägerin eines Arbeitskollegen. Sie hat mir auch mal ihren Namen genannt, aber wenn mir jemand im Suff, also in meinem Suff, einen Namen sagt, dann habe ich ihn mit ziemlicher Sicherheit am nächsten Tag vergessen. Aber wir kannten uns vom sehen her. Sie fragte mit wem ich hier wäre und ich zeigte auf Schnitzel, Patrick und Kai mit den jeweiligen Namenskommentaren. Als Antwort fragte sie dann ob ich dann fahren würde. Nun muß man dazu sagen, das die anderen eine Figur machten wie ein Schluck Wasser in der Kurve und die Gesichter hätten locker beim Strammsackwettbewerb mitmachen können. Außer vielleicht Schnitzel seins, aber wir lassen hier mal Fünfe gerade sein. Ich verneinte ihre Frage und sie guckte mich erstaunt an, mit dem Kommentar auf den Lippen, das ich ja noch so nüchtern aussehen würde. Es lag mir auf der Zunge. Ich wollte erst erwidern: ”Jahrelange Übung, Baby!“ habe es mir dann aber verkniffen und geantwortet, das ich noch nicht so viel getrunken habe. Ja, ich weiß, in der Bibel steht, das ich kein falsches Zeugnis gegenüber meinem Nächsten abgeben soll, aber ich konnte ja schlecht sagen, das ich schon seit 1800 Uhr am Trinken bin, aber nichts mehr anschlägt, weil ich schon am Freitag Gas geben habe, als würde am nächsten Tag die Welt untergehen. Ein gewisser Reststolz ist auch bei mir noch vorhanden. Auch wenn ich ihn immer gut verstecke.

Die junge Dame hat dann ihren Weg weiter fortgesetzt und ich konnte mich weiterhin dem an stieren observieren einer bestimmten jungen Dame widmen. Kurz bevor ich von ihr angesprochen wurde trat eine kastanienbraune Schönheit in mein Blickfeld. Ich fühlte mich wie in frühere Zeiten versetzt. Seit ein paar Wochen treffe sehe ich nun immer verschiedene junge Damen, die mich optisch sehr ansprechen. Wie auch eben dieses Mädel. Kastanienbraune, schulterlange Haare, mit einem leichten Pony. Sie passte perfekt in meine Beuteschema Vorstellung einer potentiellen Partnerin. Ich überlegte also, wie ich es anstellen sollte. Als der erste Gedanke durch meine Synapsen kroch raste wusste mein Unterbewusstsein, das ich in eine Sackgasse manövrierte. Sobald ich nämlich das Denken anfange, kann ich jeglichen Kontakt mit dem anderen Geschlecht vergessen. So auch hier, dabei war ich kurz davor zu ihr rüber zu fallen gehen und ihr meine Nummer mit einem entsprechenden Spruch zu zustecken. Aber Dank meiner Entscheidungsfreude ist nichts daraus geworden, denn zusätzlich, wollten dann auf einmal Kai und Wiebke los und um Taxi-Geld zu sparen fuhren wir alle mit. Eine weiter verpasste Chance kann ich nun auf die mittlerweile meterlange Liste schreibe. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern.

Die Taxifahrt war ein wenig gespannt, da wir nicht ganz mit dem Preis einverstanden waren, den Kai ausgehandelt hatte. Sehr zu seinem Nachteil kam dann sein Genöle, das wenn wir ein Taxi aus Duderstadt genommen hätten es viel billiger geworden wäre. Erstens stimmte das nicht die Bohne und zweitens ist er ja als erstes in Taxi rein gesprungen. Soviel also zu seiner Argumentation. Irgendwann hatte mich dann mein Bett und ich kann nicht sagen, das ich darüber sehr sauer war. Obwohl ich unterwegs aus meinem Mund den Vorschlag vernommen habe, ob wir noch in die Werkstatt fahren würden. Manchmal habe ich das Gefühl mein Körper will mich mit aller Gewalt ins Grab bringen.

Im Bett ließ ich nochmal die nicht stattgefundene Ansprechaktion vor meinem inneren Auge Revue passieren. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern! Beim wiederholen meiner nicht vorgenommen Vorsätze, bin ich dann eingeschlafen.

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