Morchel feiert seinen 30sten

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(Nur mal so als Warnung für alle Eltern und die, die es werden wollen!)

Der nächste also der in den erlauchten Kreis der 30igjährigen aufgenommen wurde. Und dieses Jahr werden noch ein paar folgen. Zum Glück bin ich erst habe ich noch ein wenig Zeit um mir Fluchtpläne auszudenken. Ich denke ja immer noch daran ob es nicht besser wäre, schon im nächsten Jahr bald aus zuwandern um dieses Ereignis, das mit ziemlicher Sicherheit ein großer Spaß werden wird, nur nicht für mich, zu umgehen. Aber noch ist es nicht so weit, ich sehe mich aber schon in einem Kabel 1 Interview in der Serie „Mein neues Leben“ auf die Frage warum ich denn nach Australien ausgewandert bin, antworten: „Ich werde 30!“. Und jeder wird mich verstehen.

Doch, wollen wir unseren Blick nicht in die unbestimmte Zukunft richten sondern im Hier und Jetzt bleiben, wo der Morchel am Freitag seinen 30igsten Geburtstag gefeiert hat. Wie der aufmerksame Leser ja schon weiß wurde Markus am Rosenmontag schon 30 Jahre alt. Wenn ich das hier mal fallen lassen darf, ist das ein ganz beschissen schlecht gewählter Tag um 30 zu werden, vor allem dann wenn man im Elferrat ist. Aber das hat er mit ziemlicher Sicherheit nicht mit Absicht gemacht. Die Party begann um 1930 Uhr und das war dann auch gleichzeitig die Zeit zu der sich die Mannschaft treffen wollte. Dummerweise muß ich wohl vorher gesagt haben, daß ich den Schlüssel für den Jugendraum besorgen wollte. Das hatte ich wohl vergessen Durch wider Umstände hatte ich aber keinen Schlüssel und wir standen vor verschlossener Tür. Aber der Vorraum schützte ja auch vor dem ganzen Regen. Was auch bitter nötig war, denn manche Mannschaftskollegen hielten es nicht so genau mit der Uhrzeit. Der wichtigste Mann kam aber schon sehr bald. Köppel hatte nämlich den Pappaufsteller der zu unserem Geschenk passte. Er hatte sein Leben riskiert und war in den Juckefilm- 18er-Bereich der Videothek gegangen und hat einen Pappaufsteller von Vivian Schmitt erbettelt. Wer nun Vivian Schmitt ist verrate ich mal an dieser Stelle nicht. Wer es unbedingt wissen will der tippe doch einfach mal den Namen bei Google oder bei imdb.com ein. Aber ich verlinke nicht, denn mit so etwas verwerflichen möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden. Trotzdem setzte ich meinen Namen mit Freude auf den Oberschenkel. Die Sabberspuren wischte ich unauffällig mit dem Ärmel meiner Jacke ab. Und ein paar Namen von Zu-Spät-Kommern oder Gar-Nicht-Kommern schrieb ich auch mit drauf. Einer muß es ja machen.

Nachdem dann endlich alle da waren und ihre Unterschrift auf diversen Körperteilen geleistet hatten konnten wir die Mehrzweckhalle stürmen. Mein interner Biercounter, den ich pünktlich auf 1930 Uhr eingestellt hatte, zeigte -30 Minuten. Ein paar rote Lämpchen sind schon angegangen und waren gefährlich am flackern. Was soviel bedeutete, das die Leber schon auf Hochtouren lief, aber immer noch kein Alkohol den Weg meinen Schlund runter gefunden hat. Eine ganz gefährliche Situation. Doch mein Körper dachte mit und dirigierte mich fast an den Anfang der Gratulier-Kette. Hatte ich ja noch das Geschenk von der Clique in der Hand. Schnell mal gratuliert, obwohl das der Morchel gar nicht mitbekommen zu haben scheint, da seine Augen irgendwie an der Pappfigur fest hingen. So kriegt er aber auch nicht mit, wenn ich mich schnell mal an die Theke verzeihe. Doch was war das. Der gesamte Elferrat war schon vorhanden und labte sich am köstlichen Pils. Dem sollte schnellstens Abhilfe geleistet werden. So erhoffte es sich der Autor, aber vor dem Gerstensaft hat der liebe Gott die Begrüßung gesetzt. Und somit fing ich an durch die Reihen zu schreiten. Ich dachte ich käme auch hier, wie in vielen Fällen mit einem lockeren Klopfen auf dem Tisch davon. Aber Pustekuchen, an jedem Stehtisch war jemand der mir die Hand hin streckte. Und wenn man einem die Hand gibt, dann muß man sie allen geben. So ist die (ungeschriebene) Regel. Nachdem ich das dann hinter mich gebracht hatte griff ich einfach zu. Es standen mehrere Biere auf einem Elferrat-besetzten Tisch und die ganzen Beschwerden habe ich einfach überhört. Schließlich bin ich ja auch Mitglied im Elferrat. Und mein Biercounter war schon im roten Bereich. Drei Lämpchen sind geplatzt und von denen möchte keiner in der Nähe sein wenn der Kessel platzt. Nachdem dann das erste Bier den Magen erreicht hat, fuhr die Maschinerie erst richtig an und verlangte unverzüglich nach Nachschub. Solchen Befehlen Wünschen kann ich natürlich nicht widerstehen und habe immer Munter drauf gekippt. Da es aber mit ziemlicher Sicherheit ein langer Abend wird, hatte ich also genügend Zeit, die Maschine zu füttern. Trotzdem wanderte nach dem ersten Bier gleich das nächste hinterher. Ehrlich gesagt, hatte ich das erste Bier gar nicht richtig geschmeckt. Es waren aber auch echt kleine Gläser und bei dem Durst den ich hatte…..

Nach der Begrüßung der Gäste wurden dann die Plätze bezogen und gewartet das endlich zum Sturm auf das Buffet gepfiffen wurde. Buffet konnte man dazu aber nicht sagen, höchsten Spanferkel mit Salat-Buffet-Anschluß. Sehr, sehr lecker. Und auch gar nicht so fettig. Da ich aber genau wusste das die Messer aus der Mehrzweckhalle genauso scharf waren wie Messer für einen Dreijährigen, verzichtete ich auf Schwarte. Wobei die ja meistens mit am Besten schmeckt, vor allem wenn sie schön kross gebraten ist. Und der Duft…. Ich muß aufhören, sonst falle ich gleich noch über das nächste Schwein her. Fassen wir mal zusammen. Das Essen war extrem lecker und das Bier kam dank der fähigen Thekenmannschaft in vollen Gläsern. Jense, Porno und Timo waren ein gutes Gespann. Ich stand also am Anrichte-Tisch und war gerade dabei die zweite Portion Spanferkel von dem Brett auf mein Teller zu verlegen, als mein Handy anfing zu klingeln. Wer stört denn hier beim Essen? Nummer war mir unbekannt. Aber ganz weit vorne in meinem Speicher hatte ich eine Information abgelegt, das mich eine junge Dame den Abend noch anrufen wollte. Aber sie war viel zu früh, falls sie es war. Der Teller wurde zwischen dem Paprika-Salat und dem Brotteller zwischen gelagert, in der Hoffnung keiner verwechselt ihn mit dem Abfall-Teller, hatte ich ihn doch schon mit Paprika-Salat und Brotstücken belegt. Als ich dann den Anruf entgegen nahm, meldete sich eine weibliche Stimme mit einem leichten osteuropäischen Akzent am anderen Ende. Die Stripperin! Sie wollte wissen, in welchem Kreis Westerode liegen würde, Steinfurt oder Goslar. Meine Antwort war kurz und bündig, denn Westerode liegt im Kreis Göttingen. Das zeigte aber ihr Navigationsgerät nicht an und ich gab ihr den Tip, erstmal Richtung Herzberg und dann weiter Richtung Gieboldehausen und Duderstadt zu fahren. Von da aus würde ich sie schon nach Westerode lotsen. Sie verabschiedete sich mit den Worten, das sie sich schon freuen würde. Nicht nur sie!

Dazu folgende Vorgeschichte, warum denn die Stripperin ausgerechnet mich angerufen hat. Wie sollte es anders sein, hat die Mannschaft Gefallen daran gefunden, bei runden Geburtstagen eine Stripperin zu schenken. Nach großartigem Erfolg bei Glöckners Geburtstag im letzten Jahr mußte in diesem Jahr auch wieder eine her. Da aber wieder mal der Ansturm der Freiwilligen beim Organisieren so groß war, haben Köppel und ich die Sache in die Hand genommen. Und wer hat bei der Agentur angerufen? Richtig, Peter! Aber der Olli, von Ollis Erotikagentur ist echt cool drauf und somit haben wir dann auch noch die Stripperin bekommen, die Köppel und ich in der engeren Vorauswahl hatten. Von Köppel gab es das doppelte Zeichen nach oben, als Olli uns bestätigen konnte, das die Ira bei uns auftreten würde. Und somit war ich dann der Ansprechpartner für die junge Dame an dem Abend. Ich Glückspilz!

Geplant war der Auftritt von Ira, für ungefähr 2230 Uhr, die Uhr zeigte aber zu dem Zeitpunkt des Anrufs erst 2100 Uhr. Damit würden wir mächtig in die Bredoullie kommen. Nach einer kurzen Krisensitzung im kleinen Kreis (Köppel und ich) beschlossen wir sie dann noch ein wenig hin zuhalten. Da wir Zwei Köppel einen unwiderstehlichen Charme hatte, dürfte das also auch kein Problem werden. Weiter gings im Programm mit Bier trinken. Schließlich würde ich mich in nicht allzu ferner Zukunft mit einer hübschen, halbnackten Frau unterhalten. Der Standort wurde dann auch fachgerecht näher an die Theke verlegt, da dort auch Stehtische aufgebaut waren. Außerdem waren so die Wege, des Bieres nicht so lang und der Schaum hatte kaum Zeit sich zu verflüchtigen. An der Theke traf man dann die üblichen Verdächtigen. Aber ich habe mich natürlich nicht an die Theke gestellt um mich hemmungslos zu besaufen. Jedenfalls nicht als primäres Ziel. Das primäre Ziel war der bessere Empfang an der Theke, gegenüber der restlichen Halle. Glaubt es oder glaubt es nicht, das sind die Fakten. Das man dort auch genügend Bier bekommt ist eine nettes Abfallprodukt. Ich will mich ja hier nicht beschweren.

Die Uhrzeit rückte vorwärts und das Telefon klingelte nicht. Leichte Bedenken meinerseits machten sich breit, das Ira nicht meinem Rat gefolgt ist und sich an ihr Navigationsgerät gehalten hat und nun im Kreis Goslar einen einsamen Jüngling beglückte. Aber ich sollte mich irren. Das Handy klingelte und diesmal erkannte ich die Nummer sofort. Ein kurzer Blick zu Köppel genügte und er wusste Bescheid. Böse Zungen behaupten jetzt, das ich ein Grinsen im Gesicht hatte, das Farin Urlaub Konkurrenz gemacht hätte und leichte Sabberspuren in meinen Mundwinkeln zu sehen gewesen wären. Aber das kam den Anwesenden nur so vor. Ich bin also raus, da ich dort ungestörter war, sollte doch Morchel von der Aktion im Vorfeld möglichst wenig mitbekommen. Sie war los schon in Duderstadt und wollte nun den Weg nach Westerode wissen. Unter meiner Anleitung verfuhr sie sich dann nur einmal und schon war sie angekommen. Da solche Aktionen aber nie ohne großes Aufsehen abgehen, standen auch schon ein paar weitere Spitzeber bereit, die die junge Dame begutachten wollten. Allen voran Görtler. Sie wurde also in einen Nebenraum geführt wo sie sich dann umziehen konnte. Und schon konnte die Show losgehen. Borchardt wurde vor der Bühne auf einen Stuhl gesetzt und ihm wurden die Augen mit einem Geschirrtuch verbunden. Ira hatte ihre Fahne vergessen und somit mußten wir improvisieren. Die Show war einfach grandios und ich glaube so viele Kamerablitze und Handykameras auf einen Haufen hatte die Mehrzweckhalle noch nie gesehen. Mein Fotoapparat wäre beinahe vor die Wand geflogen, da er immer sehr lange braucht um wieder für ein weiteres Fot vorbereitet zu sein. Und gerade bei einer Stripshow, kann es einfach zu lange sein. Aber er hat dann wieder im richtigen Moment Bilder gemacht und darf nun noch weiter seinen Dienst tun.

Wie schon erwähnt war die Show einfach Klasse. Nicht nur Morchel kam auf seine Kosten, sondern auch diverse Gäste die drum herum standen. Als erstes verlor Glöckner seinen Gürtel. Wir tun das hier mal als reinen Zufall ab, das er so weit vorne war, das Ira seinen Gürtel zu greifen bekam. Dann wurde der Schocker nach vorne geholt und durfte sogar Platz nehmen. Eigentlich sollten wir ihm für diesen kleinen Extra Auftritt 50 € abnehmen, aber wir sind ja nicht so. Weiter gings, nachdem sie sich obenrum ein wenig Luft gemacht hatte bei Schnitzel, dem Prinzen, Florian und Kai, die ein wenig Sahne von den Brüsten lecken / saugen / entfernen durften. WCC-Präsi Stefan durfte sie dann noch mal auf dem Tisch, tja ähhh……….. Von der Position wo ich stand sah es aus wie massieren. Nach dem Auftritt sollten Köppel und ich nochmal zu ihr kommen um so ein kleines Feedback zu geben. Habe ich schon erwähnt, das ich ihr Ansprechpartner war und sie die ganze Zeit nach mir gefragt hat. Nein? Gut! Ich organisierte also was zu trinken und begab mich zu ihr in den Umkleideraum gefolgt von Köppel. Da unterhielten wir uns noch ganz nett und sie lud uns dann erstmal in einen Swinger-Club ein, den sie von ihrer Agentur aus im Herbst eröffnen wollen. Das nenn ich mal direkt. Wir haben sie dann noch überreden können nochmal mit auf die Party zu kommen um dort ein wenig mit uns zu feiern. Was sie dann auch tat und erntete von allen Seiten nur ob für ihre Show. Nicht das wir uns jetzt falsch verstehen. Da haben dann nicht alle Männer wie geifernde Hyänen um sie herumgestanden und ihr auf die Brüste geguckt. Selbst die Damen haben sie gelobt. Zu Recht. Doch irgendwann mußte sie dann wieder los, weil sie noch einen weiteren Auftritt hatte. Und ich sollte sie dann noch zu ihrem Auto bringen. Gut, ich hatte schon wieder umgeschaltet auf Literweise Bier in mich rein kippen, aber für die paar Minuten wird das schon gehen. Hoffte ich zumindestens.

Als sie dann Weg war konnte ich mich voll und ganz meinem primären Ziel wieder widmen. Das Vernichten der 50 Liter Fasses und des darauf folgenden Fasses. Und ich hatte geplant eventuell später auf Bacardi Cola umzusteigen. Was ja eher selten bei mir passiert. Nach einem derart heißem Auftritt fielen natürlich die Hemmungen schneller zu Boden als das Oberteil von Ira. Zuerst wurde die Tanzfläche eröffnet von David und Sense bei einem zünftigen Partnertanz. Drücken wir bei den Beiden mal eine Auge zu. Sie sind schon seit ewigen Zeiten Freunde und heute Abend ohne ihre Frauen unterwegs. Doch sobald die Tanzfläche freigegeben wurde wurde getanzt was das Zeug hält. Ab und zu taten sich Welten auf und ich hätte nicht gedacht, das Olli so eine gut Figur beim Tanzen abgibt. Wie er etwas später bewies konnte er sogar noch liegend auf dem Boden sich rhythmisch bewegen. Frei nach dem Motto: „Besoffen ist man erst, wenn man auf dem Boden liegt und sich festhalten muß!“ Und je später der Abend desto doller wurde getanzt. Was auch teilweise an der Größe der Flecken auf den Oberteilen festgestellt werden konnte. Und ich darf mich da an dieser Stelle nicht ausschließen. Es gibt sogar Fotobeweise auf meinem Fotoapparat. Ich darf das Ding einfach nicht mehr aus der Hand geben, aber es ist so verdammt sperrig. Wird also Zeit, das ich mir mal einen neuen zu lege. Obwohl ich den alten ja schon lieb gewonnen hat. Der Neue muß auf jeden Fall sehr robust sein, mache ich von Zeit zu Zeit schon sehr ekelige Fotos. Und ich verfluche den Tag an dem die Handykamera erfunden wurde. Jetzt macht jeder Hans und Franz einen Handy-Video. Allen voran der Porno, dessen Handy eigentlich schon kaputt sein müßte, von den ganzen grenzwertigen Videos die er darauf festgehalten hat. Beim tanzen hat er mich auch schon wieder erwischt. Patrizia fragte schüchtern ob ich mit ihr tanzen würde („Los, wir tanzen jetzt!“). Packte mich am Arm und schon waren wir auf der Tanzfläche. Ihr kann ich ja keine Bitte abschlagen und somit bewegte ich mich rhythmisch zu der aufgelegten Musik. Man muß nur aufpassen, das man am Ende des Liedes ungefähr in Thekennähe ist um der Partnerin gleich etwas zu trinken zu besorgen. Richtet man es nicht ein, kann es sein, das man sich plötzlich bei der ultralangen Megamix-Version von Pur auf der Tanzfläche wieder findet. Und wieder hat man seine Schrotflinte vergessen.

Nach dem Tanzen hatte ich Sorge zu dehydrieren und organisierte mir gleich ein Bier und eine Mischung. Die Worte waren gesprochen und ich konnte sie nicht mehr zurück nehmen. Also war dies der offizielle Umstieg auf Mischungen. Wo sollte das nur hinführen? Kurze Zeit später lag dann Morchel auf der Tanzfläche und hielt ein Nickerchen. Mit vereinten Kräften hievten wir ihn dann auf drei Stühle und ließen ihn weiter schlafen. Man gut das die Stripperin schon durch war, denn sonst hätte womöglich ich noch als Ersatz in die Mitte gemusst.

Irgendwann hatte ich mich dann noch mit Daniela, Markus Freundin, unterhalten und sie erzählte mir, das sie auch im Elferrat ist. Und das sie im Sommer auch was organisieren und auch bei anderen Vereinen zu Veranstaltungen geladen sind. Eine davon ist das Bobby-Car-Rennen, das von irgendeinem Verein ausgerichtet wird. Nun habe ich eine ganz leichte Erinnerung, das ich gesagt habe, das sie uns auch mal Bescheid sagen sollen, dann können Schmieri und ich schon mal üben. Manchmal würde ich gerne meinem Hirn auf die Fresse hauen. Immer, aber auch immer bringt es mich in solche prekären Situationen aus denen ich dann nur schlecht oder mit Verletzungen raus komme.

Der Abend ging dann ohne weiter Zwischenfälle vorüber und wir waren alle froh endlich zu Hause zu sein. Nein, so geht das nicht. Wie war das mit der Wahrheit? Gut. Die ganz Harten bleiben natürlich noch bis morgens früh um 0700 Uhr und konnten sich noch gerade so auf den Beinen respektive Stühlen halten. Bei manchen klappte es besser, bei manchen eher nicht so gut. Und wenn man dann so im Suff da rumhockt kommt man auf ganz wilde Ideen und Wetten. So wurde dann also gewettet, das Anja, die Frau von Schmieri (dem Gesichtsesser vom Natheplan), es nicht schaffen würde mit zum Melken von Borchardts Kühen zu kommen. Noch ehe der Satz ausgesprochen wurde bracht die Gesellschaft auseinander und verabredete sich am Kuhstall. Und Anja kam. Mit Gummistiefeln. Sie bekam noch eine Duschhaube auf und ab ging es zum Melken. Ich hatte ja nicht dran geglaubt, aber Fotos habe ich trotzdem gemacht. Und jetzt muß ich mal einem Gerücht entgegenwirken. Anja hatte schon noch Klamotten an. Entgegen der landläufigen Meinungen hat sie nicht im String und BH die Kühe gemolken und ich war Augenzeuge. Außerdem hätte das Popel nicht zugelassen, auch wenn er die ganze Prozedur mit einem zugekniffenen Auge betrachten mußte. Sonst hätte er sich mit Sicherheit die ganze Zeit gefragt, wo Anjas Zwillingsschwester hergekommen ist und ob sie bei ihnen übernachtet. Während des Melken hatte ich dann zwei kurze unheimliche Begegnungen mit einer Kuh, aber ich trat schnell die Flucht nach hinten an und erklärte mich bereit die Brötchenorganisation zu übernehmen. Beim Bäcker orderte ich dann 20 Brötchen und die junge Dame wünschte mir noch einen schönen Sonntag. Woraufhin ihre Kollegin nur trocken meinte, das ich bestimmt noch mal wieder kommen würde. Hmm, sie schien mich zu kennen. Nach dem Frühstück ging es dann nach Hause. Ich traute meinem Auge kaum (das andere wurde zur Verbesserung der Sehkraft geschlossen). Die Uhr zeigte 1000 Uhr an. Ich wusste das es schlimm werden würde, aber so schlimm. Und ich war nur eine halbe Stunde von meinem Rekord entfernt. Verdammter Mist! Auf dem Heimweg traf ich dann noch Holger, der so tat als ob er Gartenarbeit machen würde. Ich erkannte es aber gleich und schlug das großzügig angebotenen Bier aus. Hat er es doch nur angeboten, weil er wusste, das ich gerade von dem Geburtstag gekommen war und schleunigst nach Hause wollte. Ich kenne doch meine Pappenheimer.

Die Nacht, oder sollte ich besser der Nachmittag sagen, war sehr kurz. Geschlafen wurde nicht, nur gedöst,. Ich war auch noch so hoch geputscht, das ich an Schlafen gar nicht denken konnte. Und meine interne Uhr war schon auf Hochtouren. Die Vorbereitungen in meinem Körper liefen schon an, da ich am Abend nach Göttingen fahren wollte. Streit war mal wieder im Lande. Wir haben zusammen Abi gemacht und er wohnt jetzt in Leipzig. Früher sind wir oft zusammen in Göttingen los gezogen und hatten immer eine Menge Spaß. Und da er mal wieder da war, wollen wir genau dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten. Ich freute mich schon sehr auf den Abend. Und das nicht nur wegen dem ganzen Bier.

Gegen 1930 Uhr ließ ich mich von Felkl nach Göttingen fahren und unsere erste Station war Steffen. Dort vernichteten wir erstmal zwei Sechserträger Becks und ich bekam eine Lektion in Siedler. He, es war mein erstes Spiel und ich hatte einen Sechserträger Becks fast alleine getrunken. Und der andere Träger war Becks Lemon. Sehr ekelig. Nun ja, als dann irgendwann Jasmin ankam machten wir uns langsam auf den Weg in die Innenstadt. Jasmin wollte noch fahren und unsere erste Station sollte der „Sechs-Millionen-Dollar-Club“ sein. Auf dem Weg zum Auto las dann Streiti, der mir nicht mehr so trinkfest wie früher vor kam, plötzlich Nummernschilder vor. Erst wusste ich gar nicht was er da für Töne von sich gab, bis ich dann eins und eins zusammenzählte. Unterwegs sammelten wir noch den Benny ein und ab gings. Der Weg war verdammt weit und es dürfte ja im Allgemeinen bekannt sein wie schnell ich durstig werde. Leider hatte ich dann Becks, was ich auf die Faust mitnehmen wollte schon in der Wohnung von Steffen geleert. Verdammt, warum bin ich aber auch immer so gierig.

Im Million-Dollar-Club angekommen schleifte meine Zunge schon auf dem Boden und ich hatte das Gefühl als wäre ich vier Wochen durch die Wüste Gobi gewandert. Nun hatte ich aber nicht mit der hohen Hübschen-Frauen-Dichte in Göttingen gerechnet. Eigentlich ein Anfängerfehler. Aber mein System war noch von dem vorangegangen Abend/Vormittag so durcheinander, das gewisse Feinheiten einfach nicht mehr bedacht wurden. Erschwerend hinzu kam die lange Becks-Dürre-Periode zwischen Steffens Wohnung und dem Club. Ich konnte aber rechtzeitig die Kurve bekommen und drückte Benny die erste Bestellung auf das Auge mit der Bemerkung, das gleich was Schlimmes passieren würde, wenn ich nicht augenblicklich ein Becks bekommen würde. Nachher würde ich noch eine der hübschen Frauen ansprechen. Benny reagierte geistesgegenwärtig und beauftragte Streiti mit der Bestellung. Manchmal hat es auch Nachteile wenn man zu dicht an der Theke steht. Im 6-Mio-Club ist es nun sehr eng. Eigentlich besteht er nur aus einem Raum und die Temperatur gleicht einem Gewächshaus. Die Musik ist unbarmherzig laut und die Frauen sahen umwerfend aus. Ich hatte nur ein Problem, ich wurde nicht voll. Was teilweise auch daran hätte liegen können, das ich vierzehn Stunden durchgesoffentrunken habe. Da es im Club immer sehr voll ist, sind Sitzplätze sehr rar und deshalb auch sehr begehrt. Und wir teilten uns einen mit zwei Pärchen was sich kurz vorher in einer Sitzecke niedergelassen hat. Nachdem ich dann also mein Becks hatte und einen Sitzplatz, zwei sehr glückliche Umstände, bekam ich also die Gelegenheit meine Umgebung besser zu sondieren. Doch wo ich auch hinblickte waren begehrenswerte Frauen. Und dann fiel mein Blick auf eine der Frauen die bei uns mit am Tisch saßen. Sie hatte einen Ausschnitt, der dem San-Andreas-Graben Konkurrenz machen würde. Und als sie sich provokativ auf ihrem Sitzplatz herum räkelte entblößte sie den Blick auf ihren Minirock. Ich war wirklich kurz davor ihre eine Anklage wegen sexueller Belästigung zu zustecken. Ich war Hin und Weg. Und sie ging auch nicht Weg. Nein, sie blieb auch noch sitzen. Da half nur weiter die Sinne betäuben. Hallten doch die Echos meiner nicht vorgenommen Vorsätze von den Wänden meines Schädels wieder. Ich rette mich dann also in Gespräche über alte Zeiten und von erlebten Sachen. Schön wieder in alten Erinnerungen zu kramen. Jasmin erzählte mir das sie wohl im nächsten Jahr zum Arbeiten nach Indien auswandert und hat mich dann gleich mal eingeladen sie zu besuchen. Tja, nun fahre ich also nach Indien, da ich schönen Frauen nichts abschlagen kann. Habe ich mein Nebenweblog „Ich und meine große Klappe“ schon erwähnt. Wieder ein Eintrag mehr! Später gesellte sich dann noch Saskia zu uns.

Da der Frauenanteil ab 0100 Uhr drastisch abnahm im 6-Million-Club stimmten wir kurzer Hand ab und verlegten unseren Standort in den JT-Keller. Doch der Weg dorthin war weit. So unglaublich weit, das wir uns Proviant mitnehmen mußten. Bei mir reichte eine Falsche Becks vollkommen aus. Doch im Nachhinein betrachtet, nehme ich nächstes Mal besser zwei Flaschen mit. Im JT-Keller angekommen hatte sich die staubige Straße schon wieder auf meiner Zunge abgelegt und ich bemühte mich um ein weiteres Becks. Praktischerweise saß Roy (ein weiterer Bekannter aus Abi-Zeiten) an der Kasse und wir konnten den Eintritt sparen. Geld, welches man auch gut wieder in Bier anlegen konnte. Es zahlt sich immer aus alte Bekanntschaften zu pflegen. Im JT-Keller war es wie gewohnt. Unglaublich warm und soviel Schnitten wie man nur essen kann das man sich gar nicht mehr konzentrieren konnte. Da glücklicherweise mein Speicher schon im Club vollgelaufen ist, konnteich nun die ganze Sache gelassenangehen. Und vor allem konnte ich mich nun dem geselligen Becks trinken widmen. Man tingelte also zwischen Theke und Standort hin und her. Zeitweise waren wir am Flipper, da Benny und Streiti nicht davon lassen konnte. Benny verlor häufig und hatte dann dementsprechend Wut, die er nur zu gerne am Flipper ausließ. Das Gute an dem Platz war, da er sehr Thekennah war. Ohne irgendwelche Taumelbewegungen konnte ich die nächste Runde bestellen. Was dem Benny eigentlich nicht so entgegenkam, denn er hatte am nächsten Tag ein Basketball-Spiel und wollte eigentlich nur sechs bis sieben Bier trinken. Hat er ja auch. Aber nur weil er nach dem siebten Bier mit zählen aufgehört hat. Er traf aber dann noch ein paar Kumpels vom Basketball die ihn daran erinnerten, das er am Sonntag ein wichtiges Spiel hatte und er nicht so viel trinken sollte. Aber wir unterstützten ihn mit Leibeskräften und drückten ihm ein Bier nach dem anderen in die Hand und beteuerten das es erst sein zweites wäre. Sind wir nicht gute Kumpels. Nachdem wir dann wieder nach vorne gegangen sind, kamen die Mädels plötzlich auf die Idee tanzen gehen zu wollen. Passiert ja auch eher selten bei Frauen. Den Streiti hatten sie schon soweit und Benny war eh schon so gut drauf, das er von allein umher sprang. Nun wollten sie mich auch noch auf die Tanzfläche locken. Aber als ich gesehen habe wie unglaublich voll es da war und wie warm es im JT-Keller war. Lehnte ich dankend ab. Ich erzählte wieder die Lahmes-Bein-Geschichte und die Sache war gegessen. Saskia ließ zwar nicht locker, aber nachdem ich ihr versichert habe, das ich kein Tanzbär bin und auch so meinen Spaß hätte ging sie wieder zurück zur Tanzfläche. Ich hatte ja mein Bier, also war das mit dem Spaß gar nicht gelogen. Da stand ich also, relativ allein und ließ meinen Blick schweifen. Doch was war das? Den tiefen Ausschnitt und diesen unglaublich kurzen Rock kannte ich doch. So eine Frechheit. Da ist doch diese unglaublich scharfe Frau, die sich zu allem Überfluss noch sexy angezogen hat einfach früher aus dem 6-Millionen-Dollar-Club abgehauen und vor uns in den JT-Keller gegangen. Und jetzt tanzt sie auch noch so lasziv vor mir rum. Das schlägt doch echt dem Faß den Boden aus. Sofort holte ich mir ein neues Becks, da ich das alte einfach so beim Starren mit offenen Mund auf den Boden gekippt hatte um wieder klar zu kommen. Der Zettel mit der Anklageschrift ist noch in meiner Tasche. Ich hätte einfach nur rüber gehen müssen und ihr den Zettel in den Ausschnitt zustecken müssen.

Als dann die anderen zurück kamen, war die aufreizende Frau fast vergessen. Blieben nur noch gefühlte tausend andere Frauen zum Vergessen. Dies scheint auch ein langer Abend zu werden. Da Benny aber so langsam genug hatte, beschlossen wir auch noch eine andere Lokalität aufzusuchen. Benny ging also nach Hause und wir gingen ins Eins B. Eine neue kleine Disco, die Älteren noch unter der Oper bekannt sein dürfte. Die Oper hat zugemacht, so getan als ob umgebaut werden würde und hat als Eins B wieder aufgemacht. Vor der Oper hatte ich mal eine ganze Stunde mein Fahrrad gesucht, weil ich so stramm war da ich es so gut versteckt hatte. Wir kamen also an und Jasmin lotste und umsonst rein und kam auch noch billiger an die Getränke ran. Kann es etwas besseres geben. Die Oper Das Eins B hat sich eigentlich kaum verändert, was auch gut so ist. Ich kann mich zwar nur schemenhaft an die Oper erinnern, aber im Großen und Ganzen ist alles so geblieben. Wir sind ja eigentlich dorthin gegangen um einen Absacker zu trinken. Aber da manche Leute etwas lange für einen Absacker brauchen schaffte ich gleich zwei Absacker. Und ich war wieder kurz davor mich zu verlieben. Nach ca. 10 Minuten erblickten meine vom Alkohol geprägten Augen eine Schönheit mit schwarzen langen Haaren auf der Tanzfläche und sie sah zu mir rüber. Ich wandte mich gleich ab und nahm einen großen Schluck von meinem Bier um nicht mein Hirn auf dummer Gedanken zu bringen. Doch ich hatte nicht mit ihr gerechnet. Sie kam von der Tanzfläche rüber geschlendert, bestellte sich was an der Theke und blieb dann dort stehen und blickte wieder zu mir rüber. Ich muß jetzt ja nicht erwähnen, das ich auch einen Thekengünstigen Standort hatte. Was nun? Breche ich meine nicht vorgenommen Vorsätze? Fortsetzung folgt…..

So was kann ich keinem antun. Da ich ja vom Glück verfolgt bin, war ich fast fertig mit meinem Bier und wollte danach zur Theke gehen und mir ein neues holen. Dabei hätte sich ja vielleicht ein Gespräch ergeben. Aber ich hatte wie so oft nicht mit den Anderen gerechnet. Die bekamen nämlich auch mit, das ich bald fertig sein würde und Streiti machte mich darauf aufmerksam, das wir gleich los wollten. Anscheinend hat er meinen Gesichtsausdruck mit den weit aufgerissenen Augen übersehen, denn all mein Stammeln und Betteln nach einem weiteren Bier stieß auf taube Ohren. So soll es denn nicht sein und ich fühlte mich in meinem großen Auftrag bestätigt. Ich warf ihr noch einen letzten Blick zu und wünschte mir, das Lächeln welches sie auf den Lippen hatte hat mir gegolten. Auf jeden Fall hat es mich vor dem schlechten Gewissen bewahrt. Vor der Tür verabschiedeten wir uns dann von Jasmin und Saskia und beschlossen dann auch den Heimweg anzutreten. Ich war aber nicht doof und hatte ja noch die Nummer von Atze, einem Taxifahrer aus Göttingen, der mich für 20 € nach Hause fahren wollte. Angerufen und festgestellt das Atze heute keinen Dienst hatte und schon im Bett lag. So kann es gehen. Dafür habe ich dann jemand Neuen kennen gelernt der hauptberuflich Messer und Schwerter schmiedet. Ach ja, wenn ich mir jetzt überlege das ich auch die Telefonnummer von einer hübschen Schwarzhaarigen aus dem Eins B hätte haben können. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern…..

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