Die Versuchungen

Dieses Wochenende stellte mich das Schicksal auf eine harte Probe. Entweder wollte es mir etwas Gutes tun oder mir dermaßen einen auswischen, das ich wieder eine ganze Woche in Selbstvorwürfen versinke. Aber lest selbst ob ich die mir gestellten Fallen geschickt umschifft habe oder ob ich mit Volldampf auf das gefährliche Riff des Lebens gelaufen bin. Was für eine herzzerreißende Eröffnung. Ich weiß selbst nicht was mit mir los ist. Ich glaube der 11-Seiten-Mammut-Logbucheintrag über Karneval hat mir den Rest gegeben.
Eigentlich hatte ich ja das Recht am Donnerstag noch frei zu machen, da ich die halbe Nacht beim Feuerwehreinsatz bei Firma Lichtenberg in Westerode war. Aber das Pflichtbewusstsein und vor allem das dumpfe Gefühl, das ich nicht hätte frei machen können trieben mich zur Arbeit. Und so war es auch. Dank einer Konstruktionsbesprechung mußte ich einen Baugruppe, für die drei Tage Konstruktion angesetzt waren in zwei Tagen schaffen oder eben den Rest am Samstag fertig machen. Der Arbeitssamstag hing also wie ein Damokles-Schwert die letzten zwei Tage der Woche über mir und ich habe dann den Freitag schön bis 1800 Uhr gearbeitet. Und eigentlich stand für mich shcon fest, das an diesem Freitag nichts unternommen wird. Dank der tollen Tage, dem aufreibenden Feuerwehreinsatz und der durchaus anstrengenden Arbeitstage lief mein Organismus schon auf Reserve und benötigte vielleicht mit ziemlicher Sicherheit einen Abend der Ruhe, mit anschließendem Ausschlafen. Eine kleine, aber bestimmende Stimme, tief aus den Falten meines Gehirns rief mir zu das ich den Abend auf dem Sofa verbringen sollte, wo mir dann gegen 2030 Uhr die Augen zu fallen sollten. Ich war wirklich geneigt dieser Stimme glauben zu schenken. Sie hatte einen leicht einlullenden Unterton der einen sich das Sofa sofort herbei wünschen lässt, ähnlich wie Lemminge sich die Klippe herbei wünschen. Kommen wir also gleich zum Samstag.

Wem will ich hier was vor machen. Die einlullende Stimme war ein feiner Versuch meines Unterbewusstseins mich vor den Folgen des Abends zu bewahren, aber dank der all Zeit bereiten und ständig wachsamen Leber hatte die Stimme nicht lange Luft. Es fing also damit an, das ich nachdem ich Buffy, the vampire slayer einen harten Action-Kracher geguckt habe mich nochmal aufraffte und zum Training begab. Natürlich habe ich nicht selber trainiert, sondern bin erst nach dem Training hin gefahren um die letzten Feinheiten für unseren Glashausbesuch abzustimmen, der für Samstag geplant war. Ach ja, ein weiterer Grund, warum ich hätte Freitag besser zu Hause bleiben sollen. Dort kam dann die erste Hiobsbotschaft. Wir hatten Sonntag Morgen um 1100 Uhr ein Spiel. Jetzt mal ernsthaft. Wer hat denn bitteschön an einem Sonntag Morgen um 1100 Uhr Zeit Fußball zu spielen. Ich glaube keiner. Oder aber man ist so pflichtbewusst und bleibt dann am Samstag mit dem Arsch zu Hause und ist dann Sonntag frisch und bereit für sportliche Aktivitäten.

Enüchternderweise war die halbe Mannschaft dazu bereit. Die andere Hälfte hatte schon was anderes vor. Schock machte sich in meinem Gliedern breit. Ich fiel wie in einen tiefen Brunnen. Die ganze Woche (seit Donnerstag) freute ich mich auf das Glashaus. Heiße Frauen mit eng anliegenden Kleidern, die einem den Verstand rauben und die Phantasie in das Unermessliche steigern. Gepflegte Konversation in einem netten Ambiente und eventuelle Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht (Havana Club Bestellung an der Theke). Und nun soll das alles ins Wasser fallen. Gott sei Dank wollte Christian mitkommen, zwar nichts trinken, aber wenigstens mitkommen. Von Ingo wusste ich auch das er total heiß auch Lust hat mit ins Glashaus zu kommen. Da wären wir schon mal vier (Ja, ich kann rechnen, Christians Freundin wollte nämlich auch mit kommen). Ich muß wohl leicht weggetreten gewesen sein, als ich kurz fiel und durch rechnete wer nun alles mitkommt. Denn als ich wieder zu mir kam hatte ich ein Bier in der Hand und gratulierte Victor nachträglich zum Geburtstag. Endlich mal eine schöne Art wieder zu Bewusstsein zu kommen. Sonst liege da immer auf der Straße vor meinem Bett mit allen Klamotten an vor meinem Bett mit keinen Klamotten mehr an in meinem Bett (Klamotten sind optional) und versuche festzustellen wie ich dorthin gekommen bin.

Doch warum hatte ich schon wieder ein Bier in der Hand. Reine Reflexhandlung und die erste Maßnahme das mein Unterbewusstsein die penetrante Stimme in meinem Hinterkopf langsam anfängt zu überhören. Da nun der grobe Ablauf für den morgigen Samstag feststand brach die Gruppe langsam auseinander und ich machte mich auf den Weg um mein Sofa einen etwas längeren Besuch abzustatten. Doch vorher mußte ich dem Schnitzel berichten, das auch Thomas Bee und Philip heute Abend nichts machen wollten. Nach einem kurzen Telefonat mit Schnitzel befand ich mich dann auch schon auf dem Weg nach Hause um mein Auto abzustellen und auf ein kurzes Bier in den Jugendraum zu gehen. Werden hier nicht schon wichtige Fakten unter den Tisch fallen gelassen? Warum war ich auf dem Weg zum Bier trinken? Steuerte ich nicht zielstrebig mein Sofa an um meinem Körper die nötige Ruhe zu verschaffen? Das war der Plan. Ein Scheiß-Plan, wenn hier mal anmerken darf. Frei nach dem Motto: „No rest for the wicked!“, hatte es Schnitzel nicht schwer mich zu einem Abendprogramm zu überreden. Was an stand dürfte nicht so schwer zu erraten sein. Wer hat Werkstatt gesagt? Richtig. Der ungefragt Antwortende erhält einen Freiverzehrgutschein für ein Hefe-Weizen, nicht einlösbar vor 2023. Bitte selber malen und mir zur Unterschrift vorlegen.

Im Jugendraum wurden dann auch zwei kurze Bier getrunken und es ging ab in die Werkstatt. Als Programm hatte sich Eberhardt die Jägerettes ins Haus geholt. Jägerettes? Das sind die verrückten Jungs und (gut aussehenden) Mädels in den orangenen Kostümen, die immer eine arme Sau in einem Hirschkostüm dabei haben. Es gibt ja schon beschissene schlechte Jobs, aber als Jägermeister-Maskottchen in einem Fellkostüm durch diverse Discos zu tingeln und andere Leute abzufüllen steht glaube ich ganz oben auf der Liste der stinkenden Jobs. Gott, da schwitzt man ja schon beim Hingucken wie ein Eskimo in der 120°C Sauna nach dem achten Latschenkieferaufguss. Und so was wollten wir uns dann heute Abend freiwillig an tun. Doch bevor wir die Werkstatt aufsuchen konnten sollten wir noch den Porno abholen. Gerüchte besagen, das er auf ein 15jähriges Jubiläum eines Betriebes in seiner Verwandtschaft eingeladen wurde. Wir vermuten allerdings das er es zufällig mitbekommen hat, das ein 15jähriges Jubiläum gefeiert wird und sich kurzer Hand selber eingeladen hat. Besser gesagt, er hat sich einfach ins Auto gesetzt und ist mitgefahren. Die Suchmission Porno begann am Bostal, wo besagte Feier stattfinden sollte und wie wir durch einschlägige Quellen erfahren durften hatte der Porno schon einiges an Alkohol konsumiert. Kein Wunder ist er ja schon seit 1800 Uhr beim Druckbetanken, welches ich an seiner Stelle aber genauso gemacht hätte. Ganz weit draußen in der Prärie sahen wir dann eine Gestalt die des aufrechten, schwindelfreien Ganges nicht mehr ganz so mächtig zu sein schien. Beim annähren entpuppte sich die Gestalt als Porno, der seine Augen nur noch mühsam aufhalten konnte. Wir sagen jetzt einfach mal, das es unglaublich kalt war. Er schaute leicht verwirrt in Philips Auto und erkannte uns anscheinend nicht. Also setzten wir unsere Fahrt fort. Das schien ihn nicht weiter zu stören und er wankte weiter. Nachdem wir dann gedreht hatten kam das weiche Herz in uns allen durch und wir nahmen ihn mit zu Werkstatt.

In der Werkstatt angekommen stelle ich rapide fest, das ich eindeutig zu wenig Bier getrunken hatte. Denn es war einfach nichts los und um nun richtig in Stimmung zu kommen benötige ich eine Menge Bier, hatte ich den Mischungen mal wieder abgeschworen. Und dann kam noch erschwerend die Conny-Situation hinzu. Ja, Conny bediente mal wieder Freitags, generell der Tag wo wenigstens ein wenig was los ist in der Werkstatt. Als ob ich geistig ein wenig zurück geblieben wäre oder ich mein Augenlicht verlieren würde, wenn ich die Werkstatt betrete (manchmal wäre das gar nicht so verkehrt) machte mich Schnitzel gleich wieder darauf aufmerksam, wer denn gerade hinter der Theke ihren Dienst verrichtete. Und er freute sich dabei, was mir immer sehr viel Sorgen bereitet. Genauso seine Androhung Ankündigung uns Beide nochmal zusammen zu bringen. Aber wie ich ja bereits schon mehrmals erwähnt habe. Bin ich über Conny hinweg. Es war zwar ein wenig enttäuschend, aber man kann sich ja nicht ewig wegen idiotischem Verhalten ärgern. Da wird man ja verrückt und dann wären dann unsere Sanatorien extrem überfüllt. Während also Philip, Schnitzel und Porno darüber diskutierten ob sie sich eine Flasche holen sollten, schenkte ich Conny ein Lächeln und bekam es gleich zurück um die Ohren gehauen ein viel wunderbareres Lächeln zurück. Irgendwann zwischendurch muß ich wohl meinen Begrüßungssatz fallen gelassen haben, denn kurze Zeit später stellte sie mir ein Becks hin. Oder sie kann Gedanken lesen. Wohl aber nicht, denn sonst hätte sie es nackt serviert. Die Diskussion hat sich mittlerweile dahin entwickelt, das eine Falsche Wodka geordert wurde. Eigentlich eine totale Zeitverschwendung, denn ob man nun eine halbe Stunde oder nur fünf Minuten diskutiert, die Flasche wird eh gekauft.

Nun kommt erstmal eine sehr langwierige Phase, da keiner so richtig stramm war. Die Flaschenkoalition arbeitet gerade an diesem Zustand und ich kippte mir ein Bier nach dem anderen rein um irgendwie dem Zustand im geringsten nahe zu kommen. Aber so richtig half das mit dem Bier nicht. Aber bevor ich nun auf teure Mischungen umstieg, die ich dann in dem gleichen Tempo wie Bier trank, hielt ich mich noch ein bischen länger an dem goldenen Saft fest. Unseren Standort verlegten wir dummerweise an einen Tisch in den rückwärtigen Bereich der Werkstatt. Da hätten wir uns gleich vor eine geschlossene Tür setzten können und hatten bessere Aussichten. Bis dann plötzlich zwei junge Damen des Weges kamen uns sich zu uns setzten. An sich ja eine erfreuliche Begebenheit, die vor allem dem Porno zu gefallen schien, aber leider muß ich den sensationslüsternen Leser hier enttäuschen. Denn die Damen waren in Duderstadt recht bekannt als Anhängerinnen des ältesten Gewerbes (Nein, sie waren keine Bäckerinnen) und daher sahen wir zu das wir sie höflich aber bestimmt von unserem Tisch entfernten. Ich brauchte glücklicherweise nichts zu sagen, denn das übernahmen Philip und Porno zur Genüge. Aber sie luden sich quasi selber aus, als sie Philip eine Mischung über die Hose kippten. Schnell merkten die Mädels, das sie bei uns nicht landen konnten und zogen wieder Leine. Spaßig war noch der Umstand das sie Schnitzel zielsicher russischer Herkunft zuordneten. Da erkennt man doch wahre Menschenkenntnis.

Nachdem wir dann die leichten Mädchen wieder los wurden, machte ich den Vorschlag einen etwas thekennäheren Platz einzunehmen. Da machen wir dann vielleicht nicht eine so gänzlichen verzweifelten Eindruck und ich konnte Conny besser beobachten. Aber wir hatten ja Porno dabei, von daher konnte wir uns eigentlich hinstellen wo wir wollen. Die Verzweiflung folgte uns. Nur ein kleiner Scherz. Doch in einem hatte ich recht. Porno fällt immer auf. Denn sogleich kam ein Paparazzi an und wollte Fotos von uns machen und die dann ins Internet stellen. Geistesgegenwärtig sprang ich zur Seite und gab damit den Hinweis für die anderen, so daß plötzlich nur noch der Porno alleine da saß. Trotz Aufforderungen unsererseits doch mal „gut zu gucken“ funktionierte es nicht so richtig und das Gesicht bleib unbewegt. Irgendetwas in ihm blockierte die natürliche Reaktion. Das Foto wurde dann auch wieder gelöscht. Ich vermute ja, das die Kamera im Laufe des Porno-Fotos zerstört wurde, aber der Fotograf war zu keiner Stellungnahme mehr bereit. Wer weiß wozu es gut war.

Als besonders nette Überraschung stand dann plötzlich die Kathrin vor mir. Die war nämlich mit Heike da. Naja, so groß war die Überraschung nun auch nicht, da ich die Beiden schon über die Theke gesehen und ihnen zugewunken hatte. Da dauerte es dann ja nicht lange bis Kathrin den weiten Weg um die Theke rum gefunden hatte. Das wir unseren Standort aufgaben wurde nicht in Erwägung gezogen. Wenn wir ehrlich sind, müssen Männern nun mal ihren Thekenplatz sichern. Hübsche Frauen kommen da schneller mal wieder an die Theke, als irgendwelche komischen Vögel, die schon 3 bar auf dem Kessel haben. Rein logisch gesehen haben wir die richtige Entscheidung getroffen. Ich unterhielt mich dann halt ein wenig mit Kathrin, aber irgendwie plapperte mir jemand von der Seite ständig was ins Ohr. Beim analysieren der Sätze und der Stimme konnte es nur der Porno gewesen sein. Da Philip und Schnitzel in einem Gespräch war nutzte der Porno die Gelegenheit um mir was zu erzählen. Das ich aber in dem Moment gerade mit Kathrin im Gespräch, hat ihn nicht sonderlich gestört. Selbst ignorieren half nicht. Aber solche Sachen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich kann mich da an eine Geschichte aus dem Checker erinnern. Aber das gebe ich irgendwann mal bei meinen „historischen Beiträgen“ zum Besten.

Aber irgendwas stimmte mit dem Porno eh nicht, denn er machte Anstalten den Heimweg anzutreten. Trotz Gelächter guter Worte unsererseits machte er sich auf den Weg. Obwohl es nicht ganz so prickelnd war in der Werkstatt fiel uns das Aufbrechen schwer. Deswegen machte sich dann der Porno alleine auf den Weg. Und ich machte mir richtig Sorgen. Sonst hält der Porno immer bis zum Schluß durch. Sollte sich da etwa ein Lanz-Bulldog-Problem anbahnen? Lassen wir das mal ein den Raum gestellt und beobachten die Entwicklung über die nächsten Wochen.

Da nun Porno gegangen war, obwohl die Flasche noch nicht komplett geleert war, hatten wir noch eine kleine Gnadenfrist, bevor dann eine weiter Entscheidung gefällt wurde. Die wurde dann schamlos von den Jägerettes ausgenutzt die mich erstmal mit Jägermeister in Reagenzgläsern ausgerüstet haben. Kathrin wurde erst schief angeguckt und erst nachdem wir uns dafür verbürgt haben, das sie schon 18 Jahre ist, hat sie ein Schnaps bekommen. Den Geschmack des Jägermeisters möchte ich hier nicht näher beschreiben, da ich zwar eine Menge ordinärer Wörter kenne, aber die Hälfte hier nicht hinschreiben möchte/darf und alle irgendwie nicht so richtig auf das Geschmackserlebnis passen. Sagen wir einfach, er war unglaublich lecker! Trotz der natürlichen Abwehrreaktion meiner Gesichtsmuskeln hielt mir irgendjemand gleich ein neues Reagenzglas hin. Hallo, sieht man das nicht das mir das Zeug nicht schmeckt? Beschwerden wurden geflissentlich ignoriert und ich durfte den nächsten Jägermeister rein kippen. Noch einen mehr und ich trete jedem als Hirsch verkleideten Menschen dorthin wo die Sonne nicht scheint.

Nun kam die Situation, in der ich gerne abgehauen wäre. Die Stimmung war irgendwie besser geworden, aber die Flasche war alle. Mir war es egal, denn ich trank ja Bier. Nun wollten wir noch bleiben, aber Philip und Schnitzel wollten sich nicht alleine eine Flasche teilen. Was lag da näher als den guten Pitsche zu fragen. Der war nämlich schon wieder so gut drauf, das er glatt ja sagte und mit der gleichen Handbewegung die 10 € überreichte. Ich bin so ein Arsch, der Abend wird doch wieder im Vollrausch enden und zwar so schlimm, das ich froh sein kann, wenn ich im Bett schlafen werde.

Während ich dann auf die Flasche wartete schickte das Schicksal eine schwere Versuchung vorbei. Die Versuchung kam in Form eine großen Brünetten mit langen Haaren und einem verdammt hübschen Lächeln. Ich bemerkte ein leichtes Quietschen als mein Unterkiefer langsam dem Boden entgegen gezogen wurde, doch bevor es sehr auffällig wurde hatte ich mcih wieder unter Kontrolle und überüprüfte schnell meinen Mund nach Sabberresten. Alles im grünen Bereich. Nun gab es kein Zurück mehr, wir mußten noch da bleiben. Mit einem breiten Grinsen stellte der Schnitzel die Flasche vor mir hin und damit die Bestätigung für eine Verlängerung. Genau im richtigen Moment. Doch halt, was höre ich da aus den Tiefen meiner Hirnfalten rufen. Eine ermahnende Stimme schrie sich heiser, das ich doch an den Anfang des Jahres denken sollte und an die nicht vorgenommenen Vorsätze. Kein schlechtes Gewissen wegen nicht genutzter Chancen sollte mich mehr plagen. Ich war kurz davor einen kleinen Gedanken los zu schicken, der der kleinen, aber penetranten Stimme mal zeigt wo der Hammer hängt, aber dann rief ich ihn zurück und gab der Stimme recht. „Saved by the bell“, wie der boxende Kollege sagen würde. Aber das war durchaus eine weibliche Person, die man den Abend über im Auge behalten sollte.

Schlimmer konnte es gar nicht mehr kommen. Hinter der Theke die Conny, die mir ab und zu mal ein Lächeln zu schmiß und gar nicht ahnte was sie damit anrichtete und dann die hübsche Brünette, die sich von Zeit zu Zeit provozierend auf der Tanzfläche bewegte. Doch die Stimme behielt die Oberhand. Ich machte einen schwachen Versuch sie mit Wodka zum Schweigen zu bringen, aber sie war härter. Wochenlange Ausbildung und vor allem wochenlang keine Versuchungen haben sie gestählt. Und doch war da ein kleiner Teil, der irgendwie morgen ein schlechtes Gewissen haben wollte, der sich einfach wieder fallen lassen wollte. Ich habe sie dann noch ein paar Mal gesehen, aber so das sich eine Chance ergeben hätte war es nicht. Ob das schlechte Gewissen nun zuschlagen würde muß sich noch zeigen. Auf jeden Fall wurde der Standort nach der Halbzeit (für mich jedenfalls, für die anderen Beiden wurde gerade das letzte Viertel angepfiffen) der Wodkaflasche wieder mal verschoben. Nun in den vorderen Bereich, wo man die Tanzfläche besser im Blick hatte. Nun weiß ich nicht ob das schon wieder Absicht von Philip und Schnitzel war, aber nun konnte ich sowohl Conny als auch die Brünette beobachten. Qual pur. Aber die Stimme war immer noch hörbar. Wie diese Bojen mit der Glocke. Der Sturm kann noch so peitschen, diese Boje hört man immer. Philip war in der Zwischenzeit gar nicht untätig und holte erstmal eine neue Dame an den Tisch. Die Johanna, die, wie sich später herausstellte auf dem gleichen Gymnasium Abitur gemacht hat wie ich. Sehr nett.
Die Brünette war nun mittlerweile gegangen und für uns wurde es auch Zeit nach Hause zu gehen. Der Hauptgrund war aber die geleerte Wodkaflasche. Doch so einfach nach Hause gehen geht ja nicht, erstmal wurde beim Bäcker angehalten und Brötchen inhaliert. Und schließlich und endlich konnte ich mich ins Bett legen.

Mein Tag begann diesmal ohne Streß. Es war ungewohnt aufstehen zu können ohne irgendeine MZH aufzuräumen oder Geld zu zählen oder Wagen zu schmücken. Was sechs Tage voller Alkohol doch mit einem anstellen können. Aber dafür hing über dem Samstag noch das weblog von den tollen Tagen. Es wird lang werden, das war mir am Dienstag schon klar und ich bereitete mich auf einen anstrengenden Samstag vor. Außerdem gings es ja Abends ins Glashaus. Nach dem Aufstehen dankte meine Mutter mir erstmal für die 10 Brötchen die ich morgens mitgebracht hatte. „10 Brötchen?“, stand als Fragezeichen in meinem Gesicht. Also mußte ich noch mehr Brötchen gekauft haben, als nur die zwei Käsebrötchen. Aber ich habe mir nichts anmerken lassen. Jetzt weiß ich auch warum ich soviel Kleingeld in meinem Portemonnaie hatte. Und das Beste war, das ich kein schlechtes Gewissen hatte, das ich die Brünette nicht angesprochen hatte. Es scheint zu wirken. Ich glaube in Fachkreisen wird das Autosuggestion genannt.

Wie schon gesagt bestand der Tag aus weblog schreiben. Und elf DIN A4 Seiten können verdammt lang werden. Aber die Hoffnung auf den Glashaus-Abend hielten mich aufrecht. Und die wurde an dem Tag einige Mal auf die Probe gestellt. Nach etlichen Telefonaten stand aber die Truppe fest. Christian und Sabrina haben abgesagt, weil es Sabrina nicht so gut ging. Also bleiben Ingo und ich auf der einen Seite. Dann kam noch der Fabian und seine Freundin hinzu, die aber gleich ins Glashaus kommen wollten, weil Katja noch ihren Bruder und dessen Freunde mitnehmen mußte. Und zu guter Letzt Schnitzel, Philip, Kai und Wiebke, die vorher im Feuerwehrhaus saßen. Ingo wollte mich dann gegen 2130 Uhr abholen. Da aber das Fernsehprogramm an den Wochenenden eher bescheiden ist, entschloß ich mich dazu vorher auch ins Feuerwehrhaus zu gehen. Da gibt es ja schließlich auch Bier. Und die ersten zwei Flaschen wanderten dort auch schon den Schlund runter. Ingo holte mich dann ab und wir fuhren erst ins MaxM um noch ein paar Bierchen zu trinken.

Ich wusste, daß das Glashaus meinen nicht vorgenommen Vorsätze auf eine harte Probe stellen würde und ich fühlte mich vorbereitet. Den Anfang machte aber trotzdem das MaxM, denn dort gab es wieder mal ein bis drei sehr hübsche Kanditatinnen, für die ich meine nicht vorgenommenen Vorsätze sofort in den Wind geschossen hätte, wenn ich sie zwei Wochen nach dem Jahreswechsel gesehen hätte. Aber so war ich im Training und hielt gut durch. Aber etwas sagte mir, das es ein harter Abend werden würde. Sichtlich aufgeregt beruhigte ich mich selber mit zwei weiteren Bieren im MaxM und dort wusste ich schon, das dies nicht das Getränk des Abend bleiben würde. Aber für den Anfang reichte es erstmal aus. Um 2300 Uhr traten wir dann Weg ins Glashaus an und meine Sorgen wurden immer weniger. Und vor allem trat der übliche Panikeffekt ein, das man auf dem langen Weg nach Worbis ganz plötzlich nüchtern werden würde. Früher hatte ich ja immer ein oder zwei Flaschen Bier für die Angst dabei. Aber die kann ich ja schlecht aus dem MaxM mitnehmen. Also wurde die Fahrt so durchgestanden. Es würde ja bald wieder was geben.

Von wegen, erstmal war anstehen angesagt. Aber das ging schnell vorbei und ich schmeckte schon das erste Bier auf der Zunge. Doch was war das? Ein bekanntes Gesicht trat auf uns zu als wir gerade auf dem Weg in den Club Havana (bekloppter Name) waren. Docschen war auch da und begrüßte uns mit den Worten: „Ich glaube nur der Chef ist hier älter als ich!“ Wenn es weiter nichts ist. Nun folgte ein kurze Unterhaltung über dies und das, Sinn und Unsinn des Trinkens und der allgemeinen Gästeschar im Glashaus und mein Mund wurde immer trockener. Jetzt hätte ich doch beinahe wieder das Prägende für das Glashaus vegessen. Der Glashauseffekt. Dieser Effekt tritt eigentlich bei jedem männlichen Gast ein, der das Glashaus betritt. Sofort prasseln Eindrücke von überaus hübschen Frauen auf einen ein und man kann sich gar nicht mehr konzentrieren. Gliedmaßen werden in spastischen Bewegungen vom Körper fortgeworfen. Sinnlose Sätze wie: „Ist in der Butter zu viel Schmalz, springt der Mond in ein Faß Salz!“ verlassen den Mund. Wenn es Sätze sind sollte man noch froh sein. Die Meisten brabbeln irgendwelche wirren Wörter vor sich hin und werden in naher Zukunft eine Jacke tragen, die man am Rücken schließen kann. Hat man nicht etwas auf das man seinen Fokus konzentrieren kann, ist es bald um einen geschehen. Seit jeher fokussiere ich mich auf die Theke und das Bier. Anders hätte ich schon längst den Verstand verloren und würde in einem Raum mit Matrazen an den Wänden meinen Kopf permanent gegen die Wand hämmern. In dem Zustand ist einem eh alles egal und man freut sich auf den Waschtag, aber dazu habe ich ja später immer noch Zeit.

Wie schon erwähnt waren die Frauen wie immer sehr hübsch an zugucken und gerade die anfängliche länger Unterhaltung mit Docschen brachten mich in eine prekäre Situation. Ich hatte nichts zu trinken und um mich rum waren lauter Damen, die meine Willenskraft auf die probe stellten. Außerdem habe ich immer das Gefühl nackt zu sein, wenn ich kein Getränk in meiner Hand halte. Ich fühle mich dann irgendwie so unvollständig und weiß nicht so richtig was ich mit meinen Händen anstellen sollen. In die Tasche stecken ist auch irgendwie doof, nachher denken die anderen noch ich hätte mir die Taschen aufgetrennt und spiele die ganze Zeit an… Aber lassen wir das. Es dauerte aber nicht lange da war ich wieder komplett mit einem kühlen Becks in der Hand. Um dann kurz danach von Ramona überfallen zu werden. Gott sei Dank hatte ich mein Getränk schon und fühlte mich angezogen. Und was ganz schlimm ist, sind die ständigen Party-Fotografen. Kaum steht man mit einer hübschen Frau herum kommt einer um die Ecke und macht Fotos. Auf der anderen Seite der Kamera habe ich mich noch nie wohlgefühlt, wohl aber die Ramona und wir haben uns in Pose geschmissen. Falls die Kamera kaputt gegangen wäre, hätte ich mich schnell vom Acker gemacht. Hat aber alles gehalten und nun hoffe ich mal nicht, das das Foto online gestellt wird.

Da Ingo und ich mal wieder die Letzten waren die losgefahren sind, waren also die anderen schon da und haben einen mäßig guten Platz im Havana ergattert. Dazu muß man sagen, das im Havana nur mäßig gute Plätze vorhanden sind. Die haben diese Disco so richtig schön verschlimmbessert. Aber lamentieren hilft ja wie so oft nicht. Nur noch nach kippen. Und ich mußte mal wieder feststellen, das Flaschenbiere nicht lange vorhalten. Jedenfalls nicht am Anfang eines Abends. Später haben sie dann genau die richtige Größe. Aber ich habe ja dann noch Fabian und Katja getroffen, die schon etwas länger da waren und Fabian hat sich schon sehr am Desperados gütliche getan. Kein Wunder, war ja Desperados Promotion im Glashaus. Was heißt, das vorsätzlich Tequila Bier an den Mann gebracht wurde und zu dessen vermehrten Konsum mit Werbegeschenken gelockt wurde. Die Werbegeschenke waren natürlich billigster Sorte und trotzdem lief das halbe Glashaus mit den Dingern rum. Und auch ich muß mich zu dieser Sorte zählen. Fabian zwang überredet mich zu einem Desperados und wir begaben uns auf den langen Weg in die Arena. Beim Betreten der Arena wurde mir mit einem Schlag klar, das ich nun das Paradies der Spacken betrat. Wo das Auge hinblickte sahen die Kerle alle spackig aus, die Frauen dafür aber ganz schön heiß und hatten echt enge Klamotten an. So ist das halt im Spackenhimmel und was mich ein wenig tröstete war, das die Frauen zwar alle unglaublich heiß waren, aber wenn sie auf solche Spacken standen, dann mußte da im Gehirn, wenn überhaupt vorhanden, was fehlen mußte. Als ich mich dann durch etliche Spacken gekämpft hatte, die natürlich nicht freiwillig Platz gemacht haben sondern sich mit ihren Hühnerbrüsten besonders breit machen wollten, konnte ich endlich Bier bestellen. Zu jedem Bier gab es dann ein Rubbellos wo man diverse Symbole freirubbeln konnte. Für Katja habe ich dann gleich ein Schlüsselband (laut Katja heißen die aber Bämmel) mitgebracht und nachdem ich dann mein grandioses Rubbellos aufgelöst hatte habe ich auch *Trommelwirbel* ein Bämmel bekommen. Toll, damit kann ich jetzt gar nichts anfangen total spackig rumlaufen, wenn ich mir das Ding aus der Hosentasche baumeln lasse. Oder ich stecke es einfach ganz schnell in meine Jackentasche.
Der Spackenhölle zu entfliehen war leichter als gedacht. Denn als die Spacken gesehen haben das man ihr Revier verlassen will haben sie bereitwillig Platz gemacht. Zurück im Havana mußte ich schnell feststellen, das Desperados wie ein Knüppel auf den Kopf schmeckt und ich entschloß mich trotz Promotion keins mehr zu trinken. Dafür gab es mehrere Gründe. Erstens der weite Weg in die Spackenhölle Zweitens der Knüppel-auf-den-Kopf-Geschmack. Und drittens hätte ich gar nicht gewusst wohin ich mit den zweihundert Schlüsselbändern soll. Aber was trinkt man dann, wenn Desperados ausfällt und Becks einfach zu teuer ist. Überlegen wir mal, wir sind im Glashaus im Club Havana. Na na, genauau. Ich organisierte mir erstmal einen Havana Club Cola. Da ich als Kind schon nicht normal war ging ich nicht an die nächste Theke, sondern an eine kleinere etwas weiter hinten im Glashaus und es sind wirklich nur Gerüchte, das es an der Bedienung liegt. Aber die scheint mich echt zu mögen, es war nämlich die gleiche Bedienung wie beim letzten Glashausbesuch . Als ich die erste Mischung geholt habe hat sie noch ein wenig skeptisch geguckt und nur einen einfachen Havana gemacht. Doch als ich wenige 10 Minuten wieder vor ihr stand, hatte sie mich erkannt und ihr schönstes Lächeln aufgesetzt (Welches ich natürlich so gut es ging erwiderte, aber fasst man einem nackten Mann in die Tasche) und mir doppelte Mischung gemacht. Wenn das nicht Sympathie ist. Irgendwie scheine ich ein Faible für Bedienungen zu haben. Nachdem sie mich aber wieder erkannt hat waren die Mischungen in Ordnung und der Abend gefiel mir immer besser.

Doch bei all dem Spaß darf ich die harte Probe nicht vergessen, auf die ich den gesamten Abend gesetzt wurde. Die Sinne wurden permanent mit weiblichen Reizen gekitzelt und man konnte gar nicht weg gucken oder gar woanders hin gucken, denn überall entdeckte man hübsche Frauen. Das Schicksal hat sich anscheinend den heutigen Abend als meine Feuertaufe ausgesucht. Blickte ich nach vorne, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach hinten, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach rechts, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach links, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich in mein Glas, hätte ich mich verlieben können. Ach halt, das war ja erlaubt. Also bleib ich vorerst beim Havana, wobei der mich immer zu der hübschen Bedienung führte, die mir mit einen süßen Lächeln doppelte Havana Club mixte. Ich war verloren. Ablenkung boten mir eigentlich nur Gespräche mit Fabian und Katja, da dies die einzigen Gespräche waren, die nicht über diese oder jene hübsche Frau gingen. Fabian und ich trafen dann noch einen Freund aus alten Glashauszeiten wieder. Den Ferna. Über den könnte ich hier auch diverse Geschichten erzählen.

Ständig scharwenzelten vier Mädels um mich und Ingo herum und tanzten und tranken und lachten und stellten sich plötzlich hinter uns. Da ich dachte, das sie durch wollten, machte ich bereitwillig Platz. Denn trotz des achten Havana Club weiß ich noch was sich gehört. Aber durch wollten sie anscheinend nicht sondern bleiben an ihrem Platz stehen und freuten sich. Sehr seltsam und doch wurde mein Blick immer von einer der vier ständig angezogen. Sie war auch recht hübsch und begegnete meinen Blicken, wenn sie sich mal begegneten immer mit Schüchternheit. Ich nenne es jetzt mal Schüchternheit, da sie immer ein recht freundliches Gesicht gemacht hat und keine böse Blicke verteilt hat. Vielleicht hat sie auch gerade gefurzt und deswegen ein entspanntes Gesicht gemacht, Aber mir gefällt die Vorstellung der Schüchternheit. Nun war sie Schüchtern und ich zu doof und zu feige und die ermahnende Stimme war auch noch zu hören und so ist es bei Blickkontakt geblieben. Jetzt mal Hand aufs Herz, wer hat was anderes erwartet? Hand hoch! Aha, keiner. Wer hat genau das erwartet? Einstimmig, vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

An diesem Samstag war irgendwie der Wurm drin, denn so richtig fit war keiner. Außer Ingo und mir. Ingo ist gefahren und ich war mittlerweile bei meiner neunten zwölften sechzehnten was weiß ich wievielten Mischung angekommen und es war erst 0200 Uhr. Schnitzel, Kai und Wiebke strichen die Segel. Philip hing sich an Kathrin und Heike dran und fuhr kurze Zeit später. Also bleiben nur noch Fabian, Katja, Ingo und ich. Da Katja auch los wollte fuhr dann Fabian kurzer Hand mit und Ingo und ich einigten uns darauf, das ich meine Mischung austrank und wir uns dann in Richtung Westen Heimat aufmachten. Nun weiß ich nicht ob ich von Glück oder von den üblen Spielen des Schicksals sprechen kann.

Meine Mischung war fast komplett im Magen verschwunden und ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte an, das es an sich Zeit war zu gehen. Als plötzlich zwei drängelnde, junge Damen sich ihren Weg an Ingo und mir vorbei auf die Tanzfläche bahnten. Als ich mich umsah, wer denn da so rücksichtslos mich und meine Mischung umherschubste, wurde es knapp. Mein Kiefer bewegte sich mich Lichtgeschwindigkeit Richtung Fußboden und ich konnte eine erhöhte Speichelproduktion im Rachenbereich feststellen. Glücklicherweise reagierte die Notschaltung früh genug und brachte meinen Unterkiefer in die Ausgangsposition, so daß ganz wenig kein Speichel entweichen konnte. Der Grund für diese Reaktion waren zwei weibliche Wesen, die sich ihren Weg in meine Welt getanzt haben. Besser gesagt war es eine der Beiden, die perfekt in eine Schablone passten die in meiner Bibliothek unter „potentielle Partnerin“ abgelegt war. Sie hatte hoch gesteckte, blonde Haare, war kleiner als ich und das Gesicht war unbeschreiblich hübsch. Als ich Ingo ansah war es als würde ich Gedanken lesen können und gerade ein Deja vu Erlebnis haben. Sogleich versuchte ich eventuelle Besitzrechte an meiner favorisierten Dame festzusetzen, doch Ingo bemerkte nur, das die auch ganz hübsch wäre. Damit wäre alles in Butter. Anscheinend haben die zwei Frauen mitbekommen, das sie nun unsere ungeteilte Aufmerksamkeit hatten und tanzen näher in unsere Richtung, kombiniert mit ein paar umwerfenden Lächeln, bei denen man schneller geschmolzen ist als ein Schneeball in Äquatornähe. Ich machte Ingo den Vorschlag das ich ja noch eine Mischung trinken könnte, weil die Luft plötzlich so trocken geworden ist. Mit gespielter Miene gab er sich überzeugt und ich taperte los und beeilte mich wie nie zuvor. Aber alles war gut, als ich wieder zurückkehrte. Die zwei Grazien waren noch da und ließen unaufhörlich ihren Charme in unsere Richtung wirken. Was soll ich sagen, es war eine Situation in der ich mich ein klein wenig verliebt habe. Die Stimme in meinem Kopf schrie sich die Lunge aus dem Leib, aber traf nur auf taube Ohren. Aber die Doofheit und Feigheit meinerseits bleibt nach wie vor und ich habe nichts unternommen sie anzusprechen. Ingo schon gar nicht, da er in einer Beziehung ist. Als wir dann an der Kasse standen, ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Vor allem nicht das hübsche Gesicht und das noch hübschere Lächeln. Ich bereite mich schon seelisch auf das schlechte Gewissen am Sonntag vor und bezahlte. Dank des erhöhten Havana Club Konsum schlief ich ein bevor ich die horizontale Position erreicht hatte. Sonntag, Du kannst kommen.

Der Wecker klingelte gegen 0930 Uhr da ja das Fußballspiel um 1100 Uhr war. Tolle Idee, um die Uhrzeit ein Spiel zu machen. Doch was mich mehr überraschte war die Tatsache, daß das schlechte Gewissen ausblieb. Sollte ich es geschafft haben. Aber wenn ich an das Wochenende zurück denke, dann war es schon ganz schön hart. Zwei Feuertaufen lagen hinter mir und wenn ich ehrlich bin dann habe ich den Samstag nicht unbeschadet überstanden, so gesehen. Und vor allem habe ich immer noch ihr Gesicht vor Augen. Aber die Frustration bleibt aus. Ich hoffe nur, das sie beim nächsten Glashausbesuch auch wieder da ist. Bei mir stellt sich das schlechte Gewissen erst ein wenn ich sei ein paar Mal gesehen habe und da immer noch nichts lief. Dann fängt das rein steigern an. Blicke ich so auf das Wochenende zurück, wird das ein verdammt langes und hartes Jahr. Verdammt lang und verdammt hart. Oh Gott, worauf habe ich mich da wieder eingelassen. Ich und meine große Klappe!

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