No lesson learned

29/03/2007

Ich war vor gewarnt. Das letzte Wochenende sollte mir eigentlich eine Lehre gewesen sein. Wenn man Freitags sich die Mütze zu ballert, dann fällt einem das Aufstehen am Samstag meistens sehr schwer und außerdem hält man dann am Samstag Abend viel länger durch. Und da an vergangenem Samstag auch wieder Truppmannausbildung an stand, wäre es vielleicht besser, wenn man am Freitag Abend zu Hause bleibt, zeitig ins Bett geht und dann am Samstag morgen um 0630 Uhr frisch wie der junge Morgen aus dem Bett springt und für kommende Taten bereit ist. Hat man einen einigermaßen normalen Verstand hätte man das auch gemacht. Aber leider verfüge ich nicht über einen solchen verstand. Eher einen Verstand, der ständig versucht meinen Körper an die Grenzen des Feierns zu bringen. Zum Glück kenne ich ihn schon seit längerem und weiß ganz genau was er vorhat und wie er tickt. Deswegen konnte ich schon früh anfangen, gewisse Gegenmaßnahmen einzuleiten. So komme ich für ungefähr eine Woche mit minimalen Schlaf von ungefähr 2 Stunden pro Nacht aus. Sehr hilfreich wenn man gerne feiern geht und trotzdem am nächsten Tag arbeiten muß. Oder wenn man beim Biwak bei der Bundeswehr keinen Schlaf bekommt, weil man ständig in die Stellung gleiten muß, da der Wachposten irgendwelche verdächtigen Geräusche gehört hat und am nächsten Tag einen netten 20 km O-Marsch machen muß. Ich wußte das ich diese Fähigkeiten irgendwann mal brauchen könnte. Und spätestens als ich dann erfahren habe, wann der Truppmann Teil I Lehrgang (an drei Samstagen im März, Beginn jeweils um 0730 Uhr) wusste ich das es sehr harte Wochenenden werden würden. Natürlich hat mir keiner gesagt, wie früh die Lehrgänge sein werden, als ich mich freiwillig gemeldet habe. Für solche Sachen habe ich einfach ein Händchen. Doch dazu kommen wir ein wenig später, denn ich muß mich ja erstmal am Freitag betrinken in die Samstag Morgen Situation begeben.

Es war mal wieder eine Elferratssitzung anberaumt. Warum, konnte ich mir nicht so richtig erklären, aber da wird schon ein Grund für vorhanden sein. Auf jeden Fall hieß es für mich eins. Es gibt Bier und was zu Essen, da Kai eine von seinen durchaus verdienten Strafen einlösen mußte. Eigentlich hätte er an jeder Elferratssitzung für die kommende Saison etwas ausgeben können, aber das hohe Gericht scheint ihn ärgenwie zu mögen. Aber da der heutige Abend gerettet war, sollten wir ja mal zufrieden sein. Da das Fernseh-Programm aber schweinelangweilig ist, wie ich wiederholt feststellen durfte, dachte ich mir, das es nicht schaden könne, wenn man schon mal probiert ob die Kiste Hefe im Keller schlecht geworden ist. Aber diesmal trank ich nur ein Weizen bevor es losgehen sollte. Einen weiteren Totalabsturz, wie die vergangenen Woche wollte ich nicht nochmal herauf beschwören. Und bei der Versammlung gab es ja noch ein zwei ein paar Bierchen für mich. Als ich dann bei der Mehrzweckhalle zusammen mit dem Prinzen und Florian an kam stand nur der Kai alleine vor der verschlossenen Tür. Aber er hatte schon m all zwei Kisten Bier dabei. Ich dachte ja das er uns gleich und ohne Aufforderung eine Flasche Bier anbieten würde, aber dem war nicht so. Anscheinend ist es mit den guten Manieren bei dem jungen Volk sehr weit her. Wir warteten dann noch ein weiteres Bisschen und mußten erschreckend feststellen, das alle die einen Schlüssel für die Mehrzweckhalle zu spät kamen oder aber den nicht dabei hatten. Doch irgendwann hatte das lange Warten ein Ende und wir konnten einrücken. Das Einrücken in den kleinen Raum war nun nicht das wichtigste, aber die Hoffnung gleich noch ein Pils zu bekommen stieg ungemein, denn wir waren ja schließlich ab jetzt überdacht.
Meine Hoffnung erfüllte sich auch wenige Minuten später. Endlich, endlich wurde angerichtet. Seltsamerweise hielt mein erstes Bier nicht lange an. Binnen weniger Millisekunden Sekunden Minuten verschwand es auf unerklärliche Weise. Glaubt man den Augenzeugenberichten, so heißt es das der Inhalt der Flasche sich in meinen Mund ergossen hat. Aber das kann gar nicht sein, denn ich habe in meinem Mund nach geguckt, da war nichts von einem Bier zu sehen. Und feucht war es da drinnen auch nicht, eher sehr trocken und es müßte dringend mal ein Bier da durch geschickt werden. Für mich hört sich das sehr stark nach einem Fall für Mulder und Scully an. Ich werde sobald ich zu Hause bin und mich noch daran erinnern kann mich mit dem FBI in Verbindung setzten und die X-Akten-Abteilung verlangen. Nachher geht ein mysteriöser Bierklauer um und trinkt einfach so hilflose Biere aus. Aber so was passiert mir öfter (Nun sollte mysteriöse Musik ertönen, aber das kann man ja im weblog nicht hören, also bitte ich um Vorstellungskraft!).

Bei der Besprechung ging es dann hauptsächlich um diverse Termine (Ballern mit den Frauen Elferratsessen, Erst Ballern ohne Frauen, dann auf einmal mit den Frauen Sommerparty beim Schmierigen im Garten, inklusive Toilettenbenutzung und Ballern bei verschiedenen Feiern Besuch von Jubiläen von Vereinsmitgliedern). Dank Kai Walter, der auf jedem Tisch ein verführerisches Bierdepot aufgebaut hat, war ich die ganze Zeit durch eben diese Bierdepots abgelenkt und konnte mich auf die ganzen Termine konzentrieren und habe sie somit alle vergessen. Ich weiß aber noch das ich wohl jetzt zu einem 50. Geburtstag gehe und zwar mit den Schmierigen. Scheint so als würde sich meine Glückssträhne weiterhin fortsetzen. Zwischendurch erreichte mich ein Anruf von Schöttler, der anfragte, wie denn die Planung für den Samstag Abend aussehen würde. Da ich noch frei war machten wir gleich mal ein Treffen ab und er dachte an, das man eventuell in die alte Weberei nach Nordhausen fahren könnte, da wäre Lack-und-Leder-Party. Da muß ich dann nur noch meinen Lack-String in Form bügeln. Nach dem offiziellen Teil gab es dann noch Nahrung in fester Form. Da Kai, wenn er was macht, es Richtig macht, wurde er vom hohen Gericht noch zu einer Essensspende überzeugt. Eine Stracke und zwei Brote. Nun könnte man die Stracke entweder sehr dünn schneiden, damit man sie auf zwei ganze Brote verteilen kann. Oder man könne auf die wundersame Strackevermehrung hoffen, aber dafür gehen wir alle zu wenig in den Tempel, außer Schocker vielleicht und der ißt kein Schweinefleisch mehr. Munkelt man zumindestens. Oder wir könnten alle Kai so lange treten, bis er merkt was er verkehrt gemacht hat, aber das würde auch zu lange dauern, denn am Montag mußten alle wieder arbeiten und selbst wenn wir uns abgewechselt hätten, hätten wir spätestens am Sonntag Morgen alle einen Krampf in beiden Beinen. Guido opferte sich dann und fuhr schnell nach Hause um noch Nachschub zu holen. Und einen hochkarätigen Dosenöffner, den keiner so richtig zu bedienen in der Lage war, da er eine spezielle Ausbildung benötigte. Dafür schneidete der Deckel anschließend nicht mehr. Gut man brauchte gefühlte drei Stunden, bis man an den kostbaren Inhalt der Dose kommt, aber dafür weiß man dann den Inhalt eher zu schätzen. Mit dem dienstliche gelieferten BW-Messer wäre ich schneller gewesen, zwar mit einem Deckel, der durch 20er Stahlplatten schnitt, aber den kann ich ja unachtsam in die Natur ballern fachgerecht entsorgen.

Nach dem wir uns dann genügend gestärkt hatten, hing die nicht umgehbare Frage wie ein Damokles-Schwert im Raum. Keiner traute sich so richtig es auszusprechen, aber es war allen klar. Fahren wir noch in die Werkstatt? Es wurde dann kurzer Hand geklärt in dem gesagt wurde, das festgelegt wurde, das wir kurz nach Mitternacht aufbrechen um noch mal richtig Gas zu geben in der Werkstatt. Nun befand ich mich in einer emotionalen Zwickmühle. Eine kleine, filigrane Stimme in meinem Kopf begehrte plötzlich auf und mahnte mich an, das ich ja am nächsten Tag sehr früh zur Truppmannausbildung müßte. Außerdem darf ich meinen Auftrag als Ausbilder nicht vergessen und ich müßte mit gutem Beispiel voran gehen. Ich war durchaus geneigt dieser Stimme Gehör zu schenken, aber dann kam eine sehr kraftvoll Stimme, die wie ich später herausfand eine sehr gute Imitation der Stimme meines Gewissens von der Leber war, und setzte sich einfach auf die zarte Stimme drauf und gab zum Besten, das ich auch heute ballern kann und dann trotzdem morgen früh aufstehen könnte, das habe ich ja nun schon mehr als einmal gemacht. Und der andere Ausbilder ist Akki, somit war das Thema „Gutes Vorbild für die kommenden Truppmänner“ schon abgehakt.
Leider war es immens voll in der Werkstatt, was kein großes Wunder war, denn die Osterferien hatten gerade begonnen. Was wieder einmal die Frage in mir auf warf, ob es zu meiner Schulzeit auch schon so oft und so lange Ferien gegeben hat. Ich sage nein, wer noch dieser Meinung ist, der hebe bitte die Hand. Aha, der Großteil also. Ich werde wohl demnächst mal einen Antrag auf Einkürzung der Ferien stellen. Und die zusätzlichen Freien Tage kann man dann auf die Arbeitnehmer verteilen. Wer auf die Liste möchte schreibe das bitte in die Kommentare. Die Liste wird dann an das Schreiben angehängt. Ich kämpfte mir also einen Weg durch die Massen mit Hilfe meiner 1m-Machete um dann zum Standort der Anderen zu kommen. Wie sollte es auch anders sein, mußte man dazu durch die gesamte Werkstatt gehen. Oder man hätte gleich den kurzen Weg vorne rum genommen. Aber der Standard-Standort war halt immer weiter hinten. Nur nicht heute. Aber man stellt sich ja eh immer an der Schlange an, die am langsamsten voran kommt. Warum sollte es heute Abend anders sein.

Als ich dann meine Endposition erreicht hatte trat das nächste Problem auf. Eine Zusammenrottung einer Innereien verlangte auf der Stelle etwas zu trinken oder sie drohten mit Durchfall. Damit ist nicht zu Spaßen, schon gar nicht in der Werkstatt. Wer die Toiletten kennt, der weiß wovon ich rede. Aber die Theke war voll mit pubertierenden, vollstrammen Schülern und somit war es schwer durch zu kommen. Ich machte es mir sehr einfach und schickte Hüfte vor. Die wollte eh losgehen und brachte mir freundlicherweise ein Becks mit. Ja, ich bleib beim Bier. Vorerst, denn der vergangenen Freitag lag mir noch in Erinnerung, zwar nur partial, aber das was ich weiß, verlangte nach keiner Wiederholung. Der Rest labte sich an Wodka Red Bull, was mit nicht sonderlich weh tat, denn von dem Zeug wollte ich eh Abstand gewinnen. Schlimmer war da schon der Anblick der Bacardi-Flasche von Porno und den Wüstefelds. Aber ich würde hart bleiben und weiterhin Bier trinken. Vorher trat ich allerdings mit dem Felkl in Kontakt, der mit Sabrina gerade im MaxM hockte. Der hatte durchaus noch Lust in die Werkstatt, wollte aber vorher wissen wie es denn so ist. Nach einem kurzen Statusbericht meinerseits, kam die positive Rückmeldung, das er gleich in der Werkstatt aufschlagen würde. Als ich das gelesen hatte stand er aber schon hinter mir und fragte, was wir denn trinken würden. Und wieder fand ein Zwiegespräch statt, welches ganz klar an die Leber ging und wir besorgten eine Flasche Bacardi. Die kleine Stimme hatte sich mittlerweile von der Flying Close Line der Leber erholt und hatte ein großes Plakat an der Rückseite meines Schädels aufgehängt: „Morgen früh: Truppmannausbildung Teil I“ Die Falsche kam also auf den Tisch und schon ging das muntere Trinken los. Da es schon recht spät war mußte ich dementsprechend Gas geben. Besser gesagt, Felkl und ich wussten das die Nacht nicht sehr lange gehen würde, da ich gesagt habe das ich um 0200 Uhr gehen wollte. Danach haben wir erstmal herzhaft gelacht und ich habe auf 0300 Uhr erhöht.

Kommen wir nun zur Kategorie „Strammsack des Abends“. Dieses Mal geht die Auszeichnung wie schon so oft, an Florian. Irgendwie hat er in seinen Mischungen immer die anti alkoholische Komponenten zu kurz kommen lassen, denn er war Grantantenvoll und versuchte mir immer ins Gesicht zu fassen. Ich sagte ihm er solle das lassen und dann bat er mich tatsächlich, ihm Eine in die Fresse zu hauen. Was ich dann auch gleich gemacht habe. Welches ich natürlich nicht gemacht habe, sondern seine Schwester gefragt habe, ob sie ihn nicht nach Hause fahren würde. Wollte sie dann auch, aber Florian wollte nicht mehr. Aber auf einem Hocker sitzen wollte er auch nicht mehr, besser gesagt es ging nicht mehr. Nach einiger Zeit hat er es dann aber doch eingesehen und wollte ich nach Hause fahren lassen. Man stelle sich nun Jemanden vor, der ungefähr 3,0 Promille intus hatte und sich versucht eine Jacke in einer voll besetzten Disco anzuziehen. Die Feinmotorik hat ihn schon früh am Abend verlassen und die Grobmotorik vollführte nur noch sehr langsame aber zackige Bewegungen. Dabei hat er dann auch seine Schwester leicht an der Brille getroffen, so daß das Gestell ab jetzt als moderne Kunst durch gehen würde. Auf dem Weg nach draußen traf ich dann Heike und Busenwunder Kerstin, leider konnte ich mich nicht mit ihnen unterhalten, da ich ja einen Strammsack vor mir her schob. Leider auch eine Situation, die ich nur zu gut kenne. Wenn ich denn dann schon mal hübsche Frauen treffe und die mir dann auch noch ein Lächeln schenken, dann habe ich meistens Begleitung von Megastrammsäcken oder wir wollen gerade nach Hause. Gut, das ich daran gewöhnt bin. Draußen lief dann Vollmer zu Hochtouren auf. Daniela wollte das Auto holen und wir sollten an der Straße warten. Das dauerte dem Vollmer aber zu lange und er lief Weg. Ich dachte mich trifft der Schlag. Was sollte denn das jetzt? Er versteckte sich recht unbeholfen hinter einem Auto, so gut das eben ging, wenn der sichere Gang nur eine Erinnerung an gute Zeiten war. Und dabei rief er auch noch, das er nicht nach Hause gehen wolle und ich soll ihn doch suchen. So langsam kam ich mir vor wie beim Wandertag der Klapse. Ich hatte ja erst vor ihn zu Suchen wie man Kinder sucht die sich einfach nicht besser verstecken konnten. Aber der Publikumsverkehr vor der Werkstatt war einfach noch zu groß und ich war nicht annähernd stramm genug für solche Aktionen. Also fragte ich ihn höflich befahl ich ihm sofort zur Straße zu kommen. Das quittierte er mit dem erneuten Betreten der Werkstatt. Meine Entscheidung fiel innerhalb von Millisekunden. Ich ging zu Daniela und sagte ihr das ihr Bruder so eben die Auf-den-Sack-geh-Grenze überschritten hatte und ich keinen Bock mehr hätte. Als wir dann wieder zur Werkstatt zurück wollten stand da ein Florian, der krampfhaft versuchte gerade zu stehen und wurde dabei von zwei Mädels angefeuert. Daniela holte in Windeseile ihr Auto und wir verfrachteten Florian auf den Beifahrersitz. Es kam mir vor als hörte ich noch das genuschelte Verlagen nach McDonalds. Ich beneidete Daniela in keinster Weise.

Nun wurde es aber Zeit, das ich mir wieder den wirklich wichtigen Dingen widmete. Da ich Busenwunder Kerstin und Heike nicht mehr traf, ging ich auf direktem Weg zur Bacardi-Flasche und trank mit Christian und Sabrina ein paar Mischungen. Bis dann Christian mich fragte ob ich denn die Flasche alleine austrinken würde, da die Beiden nach Hause wollte. Ich umarmte Beide und sprang wild mit den Armen rudernd durch die Werkstatt ich fragte traurig, ob das ihr Ernst wäre und ob sie wirklich schon los wollten. Und ich versicherte das ich die Falsche noch schaffen würde. Was ich dann auch tat. Da die Uhr mittlerweile auf 0300 Uhr 0315 Uhr vorgerückt ist hielt ich an meinem Vorsatz fest und trat den Heimweg an. Zum Glück begleiteten mich Dorina und Prinz Patrick.

Voller Panik riß ich die Augen am Samstag Morgen auf und fragte mich, warum mein Wecker ging. Als ich dann das große Plakat an der Rückseite meines Schädels vor meinem inneren Auge sah, wusste ich sofort Bescheid und machte mich für die Truppmannausbildung fertig. Beim Zähne putzen lachte die kleine, feine Stimme und reif die ganze Zeit, das sie es ja gleich gesagt hätte. Ich gab der Leber sofort den Befehl ihr ein blaues Auge zu hauen. Und schon war Ruhe. Diesmal hatte ich sogar schon alle Sachen beieinander und war recht pünktlich zum Frühstück da. Der Tag ging dann ohne besondere Vorkommnisse vorbei. Halt, das ist so nicht ganz Richtig, denn diesmal war Akkis und meine Gruppe komplett. Das heiß Akki war pünktlich und alle anderen waren auch da. Wie sollte es auch anders sein, bekamen wir Forest in die Gruppe. Konnte es noch Schlimmer werden? Wohl kaum. Highlight war wie immer da Abseilen, was fast alle mit Bravour gemeistert haben. Es ist zwar keine Pflicht sich in der Eichsfeld Halle abzuseilen, aber eine Erfahrung ist es allemal und schlimm ist es wirklich nicht. Trotz all dem Spaß den man so hat, war ich froh als es endlich vorbei war. Denn ich mußte mich ja noch auf den Abend vorbereiten und eine Übung mit den Senioren stand auch noch an. Die in der Zerstörung meiner Hose endete. Ich bückte mich nach der Saugleitung, damit der Wassertrupp anständig die Sicherungsleine anlegen konnte und hörte ein leichtes Reißen, dachte mir aber nichts dabei. Als ich dann mit meinem Schlauch nach vorne gelaufen bin, bemerkte ich ein frisches Lüftchen im Schrittbereich. Erst angenehm überrascht, dachte ich mir nichts dabei, doch als ich dann vorne war, wurde mir klar, das es vorher nicht so war und das sich irgendwas an meiner Kleidung verändert haben muß. Ein leichter Blick nach unten brachte Aufklärung. Die Hose war beim Bücken im Schritt aufgerissen. Die Erklärung liegt ja auf der Hand bei meinem großen Gemächt mußte das ja früher oder später passieren da die Hose zu groß ist und ewig am Rutschen war hat sich der Schrittbereich in eine gefährliche Position begeben und war ungefähr auf Oberschenkelhöhe. Diese Kühnheit wurde gleich mit dem Tod bestraft. Aber so kriege ich wenigstens eine neue Hose.

Abends fanden wir uns dann bei Schöttler ein. Helena und der Lange nahmen mich freundlicherweise mit, denn ansonsten hätte ich meinen heiß geliebten Volvo in Immingerode stehen lassen müssen und wir wissen ja alle was das für ein heißes Pflaster ist. Nachher hätte ich die neuen Felgen im Ziegelstein-Design. Weiterhin war im Fahrzeug noch Platz für sechs sechs leckere Hefe-Weizen, welche ich dem heutigen Abend addieren wollte. Ähnliche Gedankengänge hatte der Lange der eine Flasche Havana Club dem Abend beisteuerte. Wenn ich nun zurückblicke auf diese heikle Konstellation, hätte man eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt sagen können, das es es sehr heftiger Abend werden würde. Aber wir starteten langsam und guckten erstmal Fußball bei Schötti. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, das schon mal das erste Hefe den Weg in den Magen fand. Die erste Halbzeit kam und ich kann nun nicht mehr mit Sicherheit sagen, wie viel es zur Halbzeit stand, da sich zu dem ersten Weizen schon die erste Mischung Havana Club gesellte. Leider hatte Schötti wohl einen Kurs bei Schmierpopel mit dem Thema „Wie mache ich ganz widerliche Mischungen“ gebucht. Da wir ja keine Waisenkinder sind, ging es gleich in die Vollen und wir fingen mit halb-halb Mischungen an. Intern bereite ich schon mal die Abschaltung einiger Systeme vor, da ich sämtliche Ressourcen benötigte. Der Geneigte Leser wird sich ja schon gedacht haben, das es nicht bei Schöttler enden würde. Glücklicherweise ging es nicht mehr in die alte Weberei, da der Weg zu weit war und ich hatte auch meinen Lack-String nicht gebügelt. Aber kommen wir zur Halbzeitpause.

Die ganze Zeit lächelte mich schon ein kleiner weißer Kasten an, der sich seit Neustem neben Schöttlers TV-Gerät ein Platz gesichert hat. Vorn stand in kleinen Lettern „Nintendo“ drauf. Da hat sich der Schöttler einfach mal das Wii zugelegt. So ein alter Vollstecker! Also wurde das Ding erstmal angestellt. Zuerst wurde eine Runde Tennis gespielt. Der Lange gegen mich. Über das Ergebnis würde ich mich gerne ausschweigen. Ach was soll es denn, ich habe mit Pauken und Trompeten verloren. Danach wurden noch diverse andere Partien gespielt. Gegen Schöttler hatte glaube ich keiner eine Chance, was auch kein Wunder ist, denn nach meinen Vermutungen schläft er mit den Controllern mit eingeschalteter Vibration. Eine Entscheidung wurde von meinem Unterbewusstsein an diesem Abend getroffen. Falls es jemals auf dem Wii ein Eishockeyspiel oder ein Star Wars Spiel in dem man ein Lichtschwert schwingen kann geben sollte. Dauert es nicht lange und so ein abgefahrenes Teil wird in meinem Wohnzimmer stehen. Und ich bin mir ziemlich sicher, das es in naher Zukunft solche Spiele geben wird.

Ich will aber hier nicht abschweifen und für Nintendo Werbung machen, denn die zweite Halbzeit ging los und ich habe ein wenig den Überblick verloren. Jedenfalls waren die Hefe plötzlich alle und die Falsche Havana hatte auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Gewonnen haben die Deutschen, Endergebnis kann hier auf Grund von Verzerrung des Gesichtsfeldes nicht wiedergegeben werden. Die Mischungen nahmen aber langsam einen Geschmack an, der nicht sämtliche Geschmacksnerven laut aufschrien ließ. Allerdings wurde am Mischungsverhältnis nichts geändert. Ich führe es jetzt einfach mal darauf hin zurück, das die Nerven ohnmächtig geworden sind. Als der Flasche der klinische Tod bestätigt wurde, spielte ich gegen den Langen noch eine Runde Baseball und verlor wieder kläglich. Ich war ja nicht zum zocken da, sondern zum Ballern. Und das sollte ja auch weiter gehen. Doch wo wird die Ballerei fortgesetzt. Angedacht war ja erst noch in die Stadt zu gehen. Aber dann kam der Vorschlag noch in s Glashaus zu gehen. Mein Hirn strengte nochmals letzte Reserven an und kam zu folgender Formel: Glashaus = heiße Frauen + Havana Club Cola + heiße Frauen + noch mehr Havana Club Cola = Da will ich hin. Und schon befand ich mich im Auto vom Langen, welches von Helena Richtung Worbis gesteuert wurde.

Dort angekommen gaben erstmal alle ihre Jacken ab und ich wurde zum Hüter über Helenas Schminksachen auserkoren. Klasse, jetzt will ich aber was zu trinken haben. Lange Strecken sind nicht so mein Ding, denn ich werde schnell durstig. Ich wollte gerade den Vorschlag machen nicht in den Tempel zu gehen, da tönte Schöttler schon los, das wir erstmal im Tempel gucken. Na toll, Techno Mucke bis zum Erbrechen. Hauptsache wir bleiben da nicht so lange. Ankunft an der Theke und ich bekam Sprachfetzten davon mit, was sich als erste Bestellung von Schöttler herausstellte. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich war der Meinung das ich irgendwas mit „B-52s“ verstanden habe. Aber so verrückt wird Schötti nicht sein und gleich den Promille-König zu bestellen. Manchmal irre ich mich schon wenn es um Verrücktheiten geht. So auch in diesem Fall. Die Bedienung stellte drei Gläser mit eine bräunlichen Flüssigkeit auf den Tresen und Schöttler forderte laut ein Feuerzeug. Wo bin ich da nur rein geraten. B-52 ist quasi Alkohol pur. Also nur Schnaps zusammen gemixt und gar nichts was so ein wenig den Orginalgeschmack des Alkohol verzerrt. Wäre es jetzt Alkohol der einen leckeren Eigengeschmack hat, dann könnte ich das ja noch verstehen, aber da waren nur ekelige Sachen drin. Zu allem Überfluss wurde es nicht in einem normalen Glas serviert sondern kam in dem Weizenglas Äquivalent eines Schnapsglases. Und das gehört alle mir. Ich konnte meine Freude nur schwer verbergen, aber da mußte ich jetzt durch. Nachdem das Feuer schon ein wenig länger als normal brennen gelassen wurde, damit möglichst viel Alkohol in die eh schon drückende Luft verdunstet, nahm ich den ersten Schluck durch den Strohhalm. Meine Geschmacksnerven erwachten zu neuem Leben und rebellierten gar fürchterlich in meinem Mund. Gerade bei hartem Alk habe ich das Problem, das ich den nicht einfach runter schlucken kann, sondern muß meinen Magen sanft darauf vorbereiten, sonst besteht die Gefahr, das die Flüssigkeit den Körper durch die falsche Öffnung wieder verlässt. Leider ist der B-52 ein sehr aggressives Zeug und ich hatte schon das Gefühl als würde sich ein Loch von innen in meine Wange fressen. Nachdem dann also der erste Schluck unten war, schaute ich hoffnungsvoll auf das Weizenglas Schnapsglas und zu meinem Erschrecken war es noch über die Hälfte voll. Ich schickte also schnell ein Stoßgebet zum Himmel und nahm den nächsten Hieb. Gefühlt hatte ich drei Liter im Mund, aber in Wahrheit war das Glas immer noch nicht leer. Machen die da heimlich wieder was rein, wenn man sich gerade auf das Schlucken konzentriert? Ich entschied mich für eine kleine Pause und bot mich an eine Runde Havana zu organisieren. Als ich mir die anderen so anguckte schien es Schöttler zu schmecken (aber der schläft ja eh mit seinem Wii-Controller, da wundert mich nichts mehr) und der Lange hatte ähnliche Probleme wie ich. Ich versicherte aber Schöttler das ich den Rest des Witwenmachers so genannten Schnapses noch trinken werde, da er mich so böse anguckte. Als ich dann enttäuscht zurück kam, weil meine Lieblingsbedienung nicht da war, die mir sonst immer die doppelten Mischungen gemacht hat, hatte Schöttler schon die Reste meines B-52s entsorgt. Ich kann nun nicht sagen, das ich ihm nicht dankbar war.

Doch was passierte nun? Wie die Bekloppten sprangen auf einmal Schötti, der Lange und Helena auf die Tanzfläche. Wie jetzt? Und was mache ich? Ich bin zwar Meister im Dumm-rumstehen-an der-Theke, aber so voll, das ich mich mit mir selber unterhalten kann war ich dann doch noch nicht. Nun ja, ich ergötze mich dann an diversen jungen Damen, die überall umher sprangen. Manchmal frage ich mich wo die alle herkommen und vor allem was die so die Woche über treiben. Also in meiner Firma sind die jedenfalls nicht.

Das Zappeln wurde dann für kurze Zeit unterbrochen und wir verlegten den Standort in die Arena. Quasi meine zweitliebste Disco, nach dem Tempel im Glashaus. Der Anteil an Frauen nahm drastisch zu und da der Alkoholpegel in der Zwischenzeit auch wieder gestiegen war, fing dann das tumbe Starren an. Nüchtern betrachtet sieht man dabei aus, wie Ottfried Fischer, dem gerade der Haxen-Teller weggenommen und durch ein Vollkost-Menu ersetzt wurde. Aber ich hatte mich schnell wieder unter Kontrolle und die paar Sabberfäden hat bestimmt keiner bemerkt. Es war allerdings wie an jedem Wochenende im Glashaus. Die Mädels waren fast alle unglaublich hübsch und ich konnte mir mit 80% der Anwesenden ein weiteres Leben vorstellen. Die Reize prasselten nur so auf mich ein und mein Hirn schaltete irgendwann ab und ließ Warnmeldungen über mein inneres Auge flimmern. Irgendwas mit „Overload“ und „System shut down“. Der natürliche Trinkreflex trat ein. Wie sollte es anders sein, sind alle plötzlich auf die Tanzfläche gesprungen und haben angefangen zu zappeln. Ich hatte erst den Verdacht, das die Betreiber die Leitungen für die Tanzbodenbeleuchtung falsch angeklemmt hatten und nun alle an Stromstößen leideten, aber dem war nicht so. Also stand ich wieder ein wenig rum und konnte mich an meiner Mischung festhalten. Während dann die anderen Tanzten und mir mit eindeutigen Gesten klar machten, ich solle sie doch auf der Tanzfläche mal besuchen (Entweder das oder alle wollten mich plötzlich Oral befriedigen) übernahmen meine Reflexe die Kontrolle über meine Extremitäten. Sobald ich nichts zu tun habe oder keinen mit dem ich mich unterhalten kann, fühle ich mich so beobachtet und muß irgendwas zu tun haben. Sei es mit den Händen oder mit meinem Gesicht. Das ist dann bei Situationen in denen ich in der Disco stehe und ein Glas Mischung in der Hand halte natürlich sehr prekär. Um es kurz zu machen, stieg bei mir der Havana Club Cola Verbrauch drastisch an. Von sparsamen 3 l auf 100 km kam ich dann in den Stadtverkehr und die Nadel sprang auf 15 L pro 100 km. Also pendelte ich ein wenig zwischen Arena und Havana Club Bereich. Auch sehr abwechslungsreich.

Wir verlegten dann noch ein paar mal zwischen Tempel und Arena, doch der Effekt blieb der gleiche. Die Tanzfläche wurde immer sofort gestürmt und ich organisierte mir weitere Getränke. Dabei ließ ich natürlich mein Auge ein wenig schweifen und genoß die weibliche Aussicht. Nur mal nebenbei bemerkt fand ja auch die Zeitumstellung statt, von der ich aber nichts mitbekommen hatte. Erst als wir dann gegen 0430 Uhr den Heimweg antreten wollten. Besser gesagt, als ich dann zu Hause war. Aber da waren wir ja noch lange nicht. Erstmal mußten wir bezahlen. Was recht fix ging, denn die Kasse war zu der Uhrzeit recht leer. Als dann meine Karte dem Lesegerät zugeführt hatte ich das Gefühl, das irgendwo eine kleine Glocke anging und eine Computerstimme laut „HiScore“ rief. Von uns Vieren hatte ich mal wieder die Highscore des Abends geschafft. War ja auch kein Wunder habe ich ja die Energie, die die Anderen ins Tanzen gesteckt hatten in unmäßigen Havana Club Konsum gesteckt. Doch Schötti mußte ja auch noch bezahlen und war mittlerweile auf den geistigen Fähigkeiten eines Dreijährigen angekommen. Anscheinend haben die ganzen Getränke und vor allem der B-52 zu Beginn ihren Tribut gefordert. Er hatte seine Karte verloren, besser gesagt wurde sie ihm bei der Jackenrückgabe entwendet. Welches auch der Wahrheit entspricht, denn Helen stand direkt daneben. Nun wurde über dunkle Umwege, der Kartenstand zurückgerechnet und Schötti durfte dann mit seiner EC-Karte bezahlen. Er reichte aber bei weitem nicht an meine Score ran. Weiter gings auf dem Parkplatz. Seine Lebensgeister beschlossen zu ihm zurückzukehren und veranlassten ihn auf dem Parkplatz umher zu springen, als wäre der Leibhaftige in ihn gefahren. In meinem Inneren versuchte ich die Gebete für einen Exorzismus wieder zusammen zu bekommen, als in hohen Bogen ein weißes Handy an meinem Ohr vorbei flog. Schötti schien nichts bemerkt zu haben. Als ich dann das Telefon aus einem Schlammberg zog fiel mir dann auch gleich der Schlüssel auf der ebenfalls aus Schöttlers Tasche geflogen zu sein schien. Beides wurde nach durchstöbern der Nacktfotos dem rechtmäßigem Besitzer zurückgegeben. Die Fahrt zurück wurde dann von lauten Gesang unsererseits ein wenig aufgelockert. Und so verhinderten wir, das Schötti ein schlief, auch wenn Helen nicht so begeistert von unseren gesanglichen Fähigkeiten war. Als wir dann endlich die Mühlenstätte erreichten, stellte ich meine Uhr auf 0700 Uhr vor, damit ich die richtige Uhrzeit hatte und wunderte mich das mich unsere Katzen begrüßten. Ach, die hatten ja Hunger. Also schnell noch die Katzen gefüttert und ab ging es ins Bett.

Vom Vormittag weiß ich leider nichts zu berichten, da ich ihn auch hauptsächlich im Bett verbracht hatte. Aber nachmittags gings dann auf den Fußballplatz, wo mich dann auch der Lange anrief und wissen wollte ob ich noch Helenas Schminksachen in der Tasche hatte und ob sie die jetzt abholen könnten. Verdammt dabei wollte ich noch mal das Rouge ausprobieren.


Ein „normales“ Wochenende

22/03/2007

Wie immer beginnt unsere kleine Geschichte an einem Freitag. Einem Freitag an dem ich dachte, das es eigentlich ein ganz geruhsames Wochenende werden könnte. Freitag Abend lässt man sich schön die Mütze zu laufen genießt man die Ruhe bei einem gepflegten Wein Hefe-Weizen und am Samstag kann man den ganzen Tag rumpimmeln entspannen und wichtige Dinge erledigen, für die man in der Woche keine Zeit hat. Der Samstag Abend war auch schon verplant. Also ein Wochenende nach meinem Geschmack.
So oder zumindestens so ähnlich zeichnete sich das Wochenende in meinem Kopf-Kino vor meinem inneren Auge ab. Bis am Freitag Nachmittag mein Handy aus meinen Vorstellungen riß. Eine unbekannte Nummer rief mich an. Die Denkmaschine in meinem Kopf fing sofort an ihren Dienst zu tun. Noch lief sie sehr flüssig, da kein Bier oder ähnliche alkoholischen Getränke zugeführt wurden. Wer ruft an einem Freitag um 1656 Uhr an? In meinem Kopf machte es ”Kling“. Das wäre bestimmt Jessica Alba. Es konnte gar nicht anders sein. Endlich hat sie all meine e-mails gelesen und will mich nun zu einem Nacktwochenende Wochenende in ihrem Penthouse in New York einladen. Zusammen würden wir die Clubs unsicher machen und ich würde ihr zeigen was es heißt ”Kurz-Lang“ zu trinken. Was nehme ich nur mit nach New York? Aber erstmal den dringenden Anruf beantworten, nachher legt sie noch auf. Als ich mich dann am Telefon meldete erfolgte die Ernüchterung stehenden Fußes. Der Anrufer am anderen Ende der Leitung war nicht Jessica Alba, sondern Akki. Er wollte wissen was ich zum Frühstück wollte. Da ich anfangs ein wenig verwirrt war und mir gerade vorstellte, wie Jessica diesen Satz zu mir sagte, antwortet ich mit einem kurzem, klaren: ”Häää?!?“ Am Samstag wäre ja Truppmann Teil I und er wolle wissen ob ich zum Frühstück komme und wie viel ich essen würde. Tja, eigentlich war ich ja davon ausgegangen, das ich dieses Jahr nicht gebraucht werde und war schon traurig und ratlos, was ich mit all dieser zusätzlichen Zeit anfangen sollte (Da käme der Wochenend-Trip mit Jessica gerade recht!). Aber wie sich herausstellte hatte Gepetto ”vergessen“ mir die Dienstpläne vorbei zu bringen. Ja klar, wahrscheinlich war er wieder….. Nein, das schreibe ich jetzt hier nicht hin, denn er liest ja mit und am Samstag treffen wir uns ja wieder. Nun ist also mein Samstag verplant und ich begann damit, meine bisherigen Pläne so umher zu schieben, das ich alles unter Hut bekomme. Falls nun Jessica anrufen sollte, dann sieht es sehr schlecht aus. Ich bemühte also den grauen Klumpen in meinem Kopf, der schon auf Wochenendmodus geschaltet hat mein großes männliches Gehirn und rechnete mal eben die Wahrscheinlichkeit aus, das Fräulein Alba mich noch an diesem Wochenende telefonisch kontaktieren würde. Zunächst kam √34 raus. Hmm, das konnte so ja nicht stimmen. Also nochmal mit dem Realitätsfaktor. Oh, so sieht das also aus. Da ich hier nicht mit Zahlen langweilen will, mache ich das ganze mal an einem Beispiel klar. Also es wäre wahrscheinlicher das man beim Inlineskaten vom einem 38 Jahre alten Ninja, den linken Zeh mit einem 256 Jahre alten Schwert abgeschlagen bekommt und dabei den Ex-Kanzler Schröder beim Mini-Golf spielen sieht, als das Jessica Alba mich an diesem Wochenende noch anruft und mich nach New York zu einem Nacktwochenende Wochenende einlädt. Also eher nicht. Aber nächstes Wochenende sieht das schon ganz anders aus!

Mein Samstag fängt also um 0630 Uhr an, das bedeutet, ich muß früh nach Hause gehen, damit ich am nächsten Tag noch einigermaßen ernst genommen werde von den ganzen Nachwuchsbrandschützern. Heißt auch weniger trinken, was dem Tip von Akki nahe kommt, das ich nicht so lange in der Werkstatt machen sollte. Woher wusste er nur von meinen Alternativ-Plänen? Aber da machte mein Hirn nicht. Folgenden diabolischen Plan heckte es aus. Da es schon fest stand, das es in die Werkstatt gehen würde und ich da keinesfalls nüchtern hingehen wollte legte mein Hirn fest, das der Abend einfach ein wenig früher anfing. Ich saß also gemütlich beim Grundlage schaffen Abendbrot und dachte so, das jetzt auch ein leckeres Hefe-Weizen schmecken würde. Bevor ich dann um 2030 Uhr den Weg in das Feuerwehrhaus antrat gesellten sich noch weitere zwei Weizen zu dem schon vorhandenen in meinem Magen. Mich hat es nicht wirklich gestört, aber es zeichnete sich schon wieder ein sehr heftiger Abend ab. Bei der Ankunft im Feuerwehrhaus erwarteten mich schon Kai und Porno. Doch mein erster Weg führte mich erstmal in den Turm, denn dort lagerten die Getränke. Kann sich jemand vorstellen, wie durstig ein Weg durch Westerode ist? Mein letztes Getränk lag immerhin schon 8 Minuten zurück und die gewohnte Angst, das man plötzlich alkoholmäßig zurückfallen würde, wenn man nicht sofort weiter Bier trinken würde, machte sich breit. So langsam wird mir auch klar, warum Porno immer so oft mit seinem kleinen Hund Pingo spazieren geht. Schließlich braucht man ja eine Rechtfertigung einen Grund um sich ein weiteres Bier reinzukippen. Gar nicht mal so dumm. Mentale Notiz: Hund anschaffen oder einen ähnlichen Grund finden, den man bei einer Katze anwenden kann (Boah, das Dosenöffnen ist so anstrengend, da brauche ich erstmal ein Pilschen!). Nachdem ich mich dann mit einem weiteren Bier ausgerüstet hatte, konnte ich die Gesellschaft der Anderen ertragen ich mich in Ruhe zu den Anderen gesellen. Kurze Zeit später fingen dann die sinnigen und unsinnigen Diskussionen über diverse Themen an. Halt so Themen auf die man nur zu sprechen kommt, wenn man schon das dritte Bier inhaliert trinkt und nicht weiß worüber man sonst reden soll. Außerdem mußte man ja irgendwie die Zeit bis zum Aufbruch in die Werkstatt überbrücken.

Bei der Ankunft in der Werkstatt dankte ich Gott, das ich schon zeitig mit Hefe-Weizen angefangen habe und dann nahtlos den Übergang zum Pils vollbracht hatte. Denn was sich mir in der Werkstatt bot, war um es mit netten Worten auszudrücken recht verlassen. Ich erwähnte ja in früheren Einträgen schon diese Dornenbüsche, die in verlassenen Städten immer durch die Straßen geweht werden. Zwei von diesen hinterlistigen Büschen attackierten mich kurz hinter dem Eingang und wollten mir gefährliche Wunden am Schienbein zufügen. Dank meiner guten Reflexe schubste ich Porno vor mich und er bekam die volle Breitseite ab. Durch ein geschicktes Manöver meinerseits erwischten sie aber Porno. Was tut man also, wenn in der Werkstatt nicht die Bohne los ist? Nun, da hat man dann nicht viele Möglichkeiten. Eine wäre sofort wieder kehrt zu machen und sich ins Bett zu legen. Aber das streichen wir mal ganz schnell, denn ich hatte ja schon gut vor getrunken und außerdem wurde mir noch Eintritt abverlangt, da will ich jetzt wenigstens was sehen für mein Geld. Dann gäbe es noch die Möglichkeit sich eine Flasche zu holen und sich so richtig aus dem Leben zu schießen. Weiter kam dann meine Entscheidungshilfe auch nicht. Schnitzel und Kai hatten sich schon für diese Möglichkeit entschieden und sich eine Flasche Southern Comfort bestellt. Southern Comfort schmeckt ungefähr genauso gut wie ein Schlag ins Gesicht und zu meinem Glück mochte Porno auch kein Southern. Nach einer kurzen Diskussion (Wir trinken Havana Club, keine Widerrede und gib 15 € her!) stand fest, das Havana Club das Getränk der Stunde war. Allerdings rannte ich mit dem Vorschlag Havana zu trinken bei Porno offenen Türen ein, stellte sich bei den ersten Silben des Wortes ”Havana“ schon erhöhter Speichelfluß bei ihm ein. Dann soll es auch so sein. Die Flasche zu ordern ging recht schnell, betrachtet man das alles unter dem Gesichtspunkt, das ungefähr so viel los war wie bei dem WM-Spiel Deutschland gegen Italien, war es keine große Überraschung. Umso besser für uns. Die Flasche hatte noch nicht mal Gelegenheit sich an ihren neuen Standort in der Nähe der Tanzfläche zu gewöhnen, da wurde ihr auch schon mit einer unglaublichen Brutalität der Kopf abgedreht und eine nicht gerade unerhebliche Menge aus ihr in bereitgestellte Becher gegossen. Als ich sah was Porno für Mischungen kreierte, wusste ich sofort mit wem er verwandt war. Selbst ein Blinder mit einseitigem Herzfehler hätte erkannt, das Porno mit Schmierpopel verwandt ist. Nur das Durchhaltevermögen wie er hat er noch nicht. Ballert er aber so weiter, dauert das nicht mehr so lange. Erstaunlicherweise gab mein internes Analysesystem grünes Licht für die Mischungen. Gut, die Kalibration des Systems ist durch die drei Liter Bier eh schon hinüber gewesen, aber ein gewisses Grundvertrauen habe ich scon noch darin. Das machte mir allerdings ein wenig Sorgen. Allein schon bei dem Betrachten der Mischungen ließ sich ein schwarze Färbung nur erahnen, aber der Geschmack erreichte einen guten 80prozentige Platzierung auf meiner Skala.

So ging es dann munter weiter und plötzlich packte mich der Selbstgeisselungstrieb. Man kennt das ja. Man weiß ganz genau, das an seinem Fahrrad die Bremsen nicht in Ordnung sind und man weiß auch ganz genau, das wenn man mit seinem BMX-Rad diese eine Sprungschanze fährt und nicht bremst man sich ganz böse auf die Fresse packt. Trotzdem macht man es und die Schmerzen sind einem so lange egal, bis man mit seinem Fahrrad durch die Luft fliegt und den großen Stein immer schneller auf sich zukommen sieht. Kurz gesagt, der Jackass-Effekt. So erging es auch mit. Mein Hirn hatte irgendwo in einen ganz selten benutzten Schieberegister der Geschmack von Southern Comfort abgespeichert hat. Ich wusste ganz genau das er ekelerregend nicht sehr gut schmeckt, dank einer Party in Göttingen während meiner Abi-Zeit, die schon ganz lange her ist die noch gar nicht so lange her ist. Damals muß ich wohl laut zu Metallica mitgesungen und am nächsten Morgen mich erkundigt haben, wie ich den ins Bett gekommen bin und wie die junge Dame neben mir hieß. Aber die Neugier war größer. Ich wollte einfach meinen Speicher wieder auf den aktuellsten stand bringen und somit fragte ich Kai ob ich denn mal probieren könnte. Großer Fehler, ganz großer Fehler. Ich war nämlich schon zu sehr auf mein Havana Club Getränk eingeschossen, so daß mir entgangen ist, das Kai seinen Southern Comfort ohne Ginger Ale trank. Das macht er immer, weil er sagt das es ihm besser schmeckt. Wie kann ein einzelner Mensch nur so pervers sein. Ich dachte eigentlich das die obere Messlatte für ekelige Sachen immer der Schmierpopel legt, aber Kai macht ihm fast schon Konkurrenz, die der Schmierige nur durch sein Alter und somit der Menge an ekligen Sachen wett macht. Kai war so freundlich und ließ mich probieren. Spätestens da hätte ich auf die Warnlampen achten sollen, die in meinem Kopf angingen. Ich setzte das Glas an und nahm einen großen Schluck. Automatische Reaktion, sobald ein Glas meine Lippen berührt. Deswegen sollte ich nie angetrunken zu Urinproben-Abgaben gehen. Bei den vielen Bechern die da herumstehen… Nun hatte ich also puren Southern Comfort im Mund und meine Geschmacksnerven schlugen sofort Alarm. Auch wenn sie nur rudimentär vorhanden sind, können sie immer noch extreme Geschmäcke Geschmacks Geschmacke Dinge am Geschmack erkennen und Alarm schlagen. Nun war es aber zu spät. Dem Southern blieb nur ein Ausweg aus meinem Mund und der ging über die Kehle. Ausspucken zog ich gar nicht in Betracht. Denn man hat ja eine gewisse Ehre zu verteidigen und es wäre schade um den Alkohol, auch wenn es sich in dem Fall um Southern handelt. Also bis ich die Zähne zusammen und strengte sämtliche Muskeln meines Gesichtes an um die Flüssigkeit meinem Mageninhalt zu zu mischen. Das war definitiv kein Geschenk. Aber ein Gutes hatte es schon, es wird nun wieder eine ganze Zeit dauern, bis ich wieder auf den Trichter kommen würde Southern Comfort zu probieren.

Und damit enden auch der Großteil meiner Erinnerungen an die Werkstatt. Ich kann nun nur noch eine kleine Zusammenfassung des Restes geben, bei dem ich zwar anwesend war, aber keinerlei Aufzeichnungen auf meiner Festplatte gefunden habe. Wir berichtet wurde bin ich wohl um 0130 Uhr aus der Werkstatt getorkelt gegangen und habe mich auf den Heimweg gemacht habe. Gegen 0200 Uhr habe ich wohl noch Kai und Wiebke vor dem Walter’schen Haus getroffen und irgendwelchen Nonsens geredet. Ich vermute mal, das ich kein klares Hochdeutsch mehr reden konnte und es deshalb als Nonsens interpretiert wurde. Ich bitte aber zu bedenken, das dies Aussagen aus zweiter Hand sind und die Richtigkeit nicht unbedingt gegeben sein muß. Ich zumindestens zweifele zwei oder drei Punkte an. Da ich aber keine Beweise für das Gegenteil anbringen kann, schreibe ich sie hier der Vollständigkeitshalber nieder.

0630 Uhr pünktlich mit dem Weckerschlag, setzen meine Erinnerungen wieder ein. Verdammt, wie bin ich in Bett gekommen, warum muß ich so früh aufstehen, wo ist meine Hose? Ein kurzer Überblick über die 2 Millionen Fragen, die mir auf einmal durch den Kopf schossen. Nachdem ich mich dann kurz orientiert hatte begab ich mich ins Bad. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich dann auch meine Hose. Beim Zähneputzen fiel mir dann auch wieder der Grund ein warum ich so früh aufstehen mußte. Ich war ja als Ausbilder bei der Truppman-Ausbildung eingeteilt und sollte dann auch noch das TSF von Westerode mitbringen. Nachdem frisch machen stellte ich dann meine Kleidung für den kommenden Tag zusammen. Als Ausbilder hat man glücklicherweise eine kleine Auswahl. Feuerwehrhose inklusive Stiefel, dazu die Ausbilderjacke. Aber wo zum Teufel war sie? Nach diversen Flüchen, und Auseinandernehmen von Schränken, fiel mir ein, das ich sie in Esplingerode gelassen hatte. Als ich dann alles zusammen hatte ging die Fahrt also los nach Duderstadt, wo ich schon mit freudigen Gesichtern empfangen wurde. Standardsprüche zielten auf meinen Besuch in der Werkstatt ab. Anscheinend konnten sie in meinem Gesicht lesen wie in einem schlechten Buch. Aber die nächste Botschaft wurde mit mit einem genauso hämischen Grinsen überreicht. Akki war noch nicht da. Wie gemunkelt wurde, lag er noch in der Scheiße. Super Anfang. So etwas würde ich mir natürlich nie erlauben. Sehen wir jetzt mal von meinem ersten Jahr als Ausbilder ab, in dem ich es geschafft habe an allen drei Samstagen zu spät zu kommen. Also fing ich ohne Akki an. Aber zum Frühstück tauchte er dann ja auf und der Rest des Tages verlief fast ohne Zwischenfälle. Mal davon abgesehen, das ich noch zum Jugendfeuerwehrwettkampf mußte. Und zwar zum Frühjahrstunier nach Renshausen. Aber nun weiß ich auch wo Renshausen ist, da war ich noch nie und muß wohl auch nicht unbedingt wieder hin. Die Jugendlichen mußten Schießen, Fragen beantworten und Singen. Typisch Feuerwehr halt. Wieder zurück bei der Ausbildung gings munter weiter mit dem Löschangriff. Da ich aus einer TSF-Wehr komme und praktischerweise mit unserem TSF angekommen war hatte ich auch die TSF-Gruppe. Und die Hälfte der Gruppe bestand aus Leuten die vor zwei Jahren bei mir die Leistungsspange gemacht haben. Das kann ja heiter werden. Und in diesem Jahr war Forrest mit von der Partie. Doch ich hatte noch eine Woche Schonfrist, denn Forrest war entschuldigt und beim Fußball. Aber zwei Samstag mit Forrest reichen vollkommen aus. Als dann die Ausbildung vorbei war mußte ich zusehen das ich wieder nach Hause komme, wollte ich doch die Anschlußfahrt nach Göttingen nicht verpassen. Vorher gab Akki noch ein Pils aus und ich mußte mit Erschrecken feststellen, das es schon wieder verdammt gut schmeckte. Ich ahnte Schlimmes, meine Leber vollführte Luftsprünge!

Im Eiltempo ging es dann nach Hause um mich schnell abzukärchern um dann schon wieder eine kurze halbe Stunde später bei Patricia vor der Tür zu stehen. Die hatte nämlich zum Geburtstag geladen. Im gleichen Atemzuge konnte wir dann die neu bezogenen Wohnung von Patricia und Florian begutachten. Sehr nett, vor allem die Sofaecke mit angeschlossenen Bier-Service, der sich in diesem Falle als Florian entpuppte. Aber wir wollen ja nicht wählerisch sein und nahmen das Bier dankend an. Auch wenn es Nörthen-Hardenberger war, das mußte ich jetzt hinschreiben, weil wir ja schließlich in der Wohnun gdes Vorsitzenden des Kromabachervereins waren. Nach dem kurzem Aperitif, der in meinem Fall aus zwei Bier bestand gab es dann das Essen. Patricia hat sich nicht lumpen lassen und es gab Schnitzel mit Pommes und diversen Salaten. Mir reichten die Schnitzel vollkommen. Eins auf dem Teller und eins in Form einer Bierflasche vor mir. Nach dem Essen blickte ich schon panisch umher, ob es hier auch den obligatorischen Schnaps geben würde, bis dann Patricia mit einer Flasche Kotzo um die Ecke kam. Verdammt und ich war eingeklemmt zwischen Schnitzel und Natascha. Da half keine Flucht nach vorn, der Kotzo mußte rein. Hoffentlich bleibt es bei dem einen. Aber da hatte ich mich auch geschnitten. Sobald das Glas geleert war wurde gleich nach geschenkt. Ich setzte meine besten Gesichtsverrenkungen auf, aber es half nichts. Der Kotzo floß in Strömen. Die Mädles hielten sich unterdessen an selbstgemachten süßen seChnäpsen gütlich. Irgendwas mit Eierlikör und so eine grüne Brühe. Dann doch lieber Kotzo. Das Zeug sah nur vom hinsehen schon so unglaublich süß aus, das sich meine Innereien verhemmt dagegen wehrten. Manchmal sind sie doch zu etwas gut.

Florian war plötzlich verschwunden und ließ sich eine ganze Zeit lang nicht blicken. Wir dachten erst, er schmollt ein wenig und hat sich in sein Zimmer zurück gezogen, aber etwas viel Schlimmeres ist passiert. Er sah unseren großen Durst auf den Kotzo und entschied mit schnellem Verstand das es vielleicht besser wäre, wenn er noch eine Ersatzflasche aus dem nahegelegenen Supermarkt organisiert. Nebenbei besorgte er noch ein paar unwichtige Sachen wie Lebensmittel und Haushaltswaren. Als er dann im Flur war und die Tür aufschloß fiel ihm dann die Flasche Kotzo auf den Boden und zersprang in tausend kleine Teile. Der ekelerregende kostbare Kotzo ergoß sich über den Steinfußboden. So schnell kann es gehen und ich behaupte jetzt mal, das mein Stoßgebet, welches ich zum Himmel geschickt habe nichts damit zu tun hatte. Nach dem die Schweinerei beseitigt war kam er gesengten Hauptes wieder rein und schimpfte, warum es nicht die Flasche Domestos erwischt hätte. Da hilft kein grummeln, da hilft nur noch weiter Pils trinken. Außerdem war ja noch ein Rest in der anderen Flasche da. Verdammt, ich konnte nicht an alles denken. Der Kotzo Nachschub hat also noch nicht abgerissen. Doch Florian wäre nicht Florian wenn er nicht noch irgendwo einen Trumpf im Ärmel hätte. So überraschte er alle mit einem uralten Whisky. Ich muß zugeben, das ich ein gewisses Leuchten in meinen Augen nicht leugnen kann. Aber die Voraussetzung meinerseits war, das man einen solchen edlen Tropfen keinesfalls mit Cola mixen dürfte. Den muß man pur genießen. Ich und meine große Klappe. Da der Alkoholspiegel schon leicht fortgeschritten war und die Motorik bei manchen nicht mehr so gut funktionierte bekam ich dann auch eine shcöne Schwenke voll mit Whiskey. Hier muß ich anmerken, das ich maximal ein Glas schaffe, da ich dazu weiter Bier trinke. Geht nicht anders. Da saß ich nun mit meinen zwei Problemen. Ein Glas Whiskey und ein Glas Kotzo. Denn wir waren noch lange nicht in einem Schnapsengpaß. Und es mußte ging alles rein. Die Schnitzel und Kai sind Böning und mir böse in den Rücken gefallen, da sie plötzlich auf die süße Zuckerplörre umgestiegen sind.

Nebenbei wurden dann noch Spiele gemacht. Sie wurden jedenfalls als Spiele deklariert, dabei waren sie nur Anschauung und Angeberei von sexuellen Praktiken. Nehmen wir mal das Mohrenkopf essen (Ich weiß das es politisch unkorrekt ist, aber ich sage ja auch Dobermann und nicht Doberperson. Fuck for political correctness!). Ziel war es den gesamten Mohrenkopf auf einmal in den Mund zu bekommen, während man die Hände nicht zu Hilfe nehmen durfte. Hört sich jetzt erstmal einfach an und wenn man keine Angst davor hat sich die Klamotten mit Zuckerschaum zu versauen, kriegt man das bestimmt hin. Nun ist ja im Allgemeinen bekannt, das ich ja für jeden Scheiß zu haben bin. Nach genügend Aufmunterungen waren Florian und ich auch dazu bereit. Aber ich habe es beim Besten Willen nicht hin bekommen. Nachdem ich den Mohrenkopf schon halb inhaliert hatte und einzelne Schokostücken sich schon den Weg zu meinen Lungenbläschen gesucht hatten mußte ich aufgeben. Die Waffel passte einfach nicht mehr mit rein. Bei Florian ein ähnlich armseliges Bild. Nachdem ich dann den Klumpen Zucker runter geschluckt hatte, kam die Meisterin. Maren schaffte es tatsächlich den gesamten Mohrenkopf mit Waffel in den Mund zu bekommen und zwar so, das nicht die Hälfte des Zuckerschaums zu den Mundwinkeln wieder herausgekommen ist. Darf ich den Anderen glauben sprachen meine Gesichtausdrücke Bände. Keile-Günther, ihr Freund, hatte nur ein wissendes Lächeln aufgesetzt.

Nun wurde munter weiter getrunken, Scheiße gelabert und versucht dem Kotzo zu entgehen. Das Letztere gelang mir nur sehr schwerlich. Selbst Fluchtversuche auf die Toilette wurden mit extra vollen Gläsern bestraft. Und wie sollte es anders kommen kam dann der Vorschlag noch in die Stadt zu gehen. Klasse, unterwegs in Göttingen, da bin ich immer dabei. So gings dann per pedes in die Stadt, wo ich bei dem folgenden Fußmarsch Zeit hatte gewisse Sachen mit Hüfte auszudiskutieren und ihr die Gewohnheiten von pubertierenden Jungs zu erläutern. Gar nicht mal so einfach. In der Stadt angekommen stellte sich die große Frage wohin die Reise gehen sollte. Und die Frage wurde an mich gerichtet. Meine großen Endziele hießen JT-Keller, wegen den mit Sicherheit vorhandenen heißen Frauen oder das Eins B, wegen den mit Sicherheit vorhandenen heißen Frauen. Da sich aber keiner so recht mit meinen Vorschlägen anfreunden konnte, weil keiner die Lokalitäten kannte entschied dann die Mehrheit das wir unseren Weg in das Alpenmax einschlugen. Meine Stimmung fiel in dem Moment um fünf Prozentpunkte nach unten auf 90%. Warum sollte man auch was neues ausprobieren.

Doch es ging auch nicht ins Alpenmax, als wir erstmal da waren, sondern ins Maddex. Eine neue Disco / Was-weiß-ich neben dem Alpenmax. Die Damen hatten freien Eintritt und wir Männer durften wieder belatzen. Was anderes bin ich auch nicht gewöhnt. Als wir dann drinnen waren, wusste ich auch warum. Es war ungefähr so viel los wie in der Werkstatt. Gut, ich will hier nicht beleidigend sein. Es war etwas mehr los, als in der Werkstatt. Obwohl die Aufmachung nicht so schlecht war, wie man vermuten könnte. Da stand dann ein sehr unentschlossener Haufen um und zerstreute sich plötzlich in alle Richtungen und ließ mich an der Theke zurück. Hmm, gar nicht so schlimm, wie es sich erst anhört. Denn an der Theke gab es was zu trinken und dank der Leere kam man auch schnell dran, außerdem saßen einmal quer durch den Raum drei Mädels die zu mir rüberschauten. Warum nur? Ganz einfach. Ich glaube ich war das einzige männliche Wesen, was noch einigermaßen nüchtern war und weder mit einer Frau da war noch sich mit beiden Händen an der Theke festhalten mußte, sondern nur mit einer. Nachdem ich dann mein Bier in den Händen hielt, kamen auf einmal alle zurück geströmt und meinten das wir nun in den Alpenmax wechseln würden. Klar, ich hatte ja auch gerade ein Bier in der Hand. Da es aber im Alpenmax mördervoll sein sollte entschlossen wir uns etappenweise zu verlegen. Ich meldete mich freiwillig für die letzte Etappe, hatte ich ja noch herrlichen Gerstensaft. Nachdem ich fertig war entschlossen Patrick, Schnitzel und ich dann doch noch einen anderen Bereich des Maddex auszuprobieren und kamen wieder nur bis zur Theke, da es dort ja wieder Bier gab. Und dann verlegten wir endgültig in das Alpenmax.

Dort war es voll. Und die Leute waren auch alle voll. Denn ein verkackter Schlagersänger sang dort oder bewegte die Lippen zu irgendeinem hochgepitchten Mist, den manche Leute für Musik hielten. Nun verstand ich es. Einmal waren viele Leute da, weil bestimmt welche den Sängerimitator gut fanden und die Anderen Leute waren gezwungen worden und hauten sich ordentlich einen in die Binsen. Hätte ich nicht anders gemacht. Doch die Schwierigkeit war nun an die Theke zu kommen und sich rettenden Alkohol zu besorgen. Leider ist dann die Spackendichte im Alpenmax auch sehr hoch und jeder hält sich für den größten Stecher weit und breit. Stellt sich dann auch dementsprechend so hin auch wenn er erst 18 und einen Keks alt ist und meint er hätte ein Kreuz. Gott sei Dank bin ich sehr humorvoll und hatte keine Probleme mich an die Theke durch zukämpfen. Und als wir dann endlich dort ankamen wollten die Mädels plötzlich nach Hause und fragten mich nach der Telefonnummern von Atze, besser gesagt ich sollte Atze anrufen. Mache ich doch gerne, hatte ich ja auch angeboten. Also habe ich Atze zum zweiten Mal aus dem Bett geklingelt und er ist wieder nicht gefahren, aber kannte mich wohl noch. Dann erklärte er mir noch einmal, das er am Wochenende nicht fährt. Ich entschuldigte mich ein weiteres Mal und überbrachte den Mädels die schlechte Nachricht. Anscheinend hatte Atze mir letztes Mal schon mitgeteilt, das er am Wochenende nicht fährt, aber da hatte war meine Festplatte bestimmt schon im Schlafmodus. Die Mädels besorgten sich dann ein anderes Taxi, aber vorher gab es dann noch den Megastrammsack, der sich schön im Eingangsbereich übergab und Vanessa die Hose und Hüfte die Schuhe versaute. Den Mageninhalt konnte man aber anschließend nicht mehr erkennen, was darauf schließen lässt, warum er sich alles nochmals durch den Kopf gehen lassen hat. Na, hat irgendjemand noch Hunger?

Der Großteil der Mädels hat also das Feld geräumt und ließen uns Jungs und zwei Freundinnen (Julia und Wiebke) im Alpenmax zurück. Wenn das man gut gehen sollte. Zunächst sollte nun erwähnt werden, das ich mittlerweile auf Mischungen umgestiegen bin. Da es im Alpenmax nur überteuertes Flaschenbier oder widerliche nicht sehr gut schmeckendes Faßbier gab, fiel mir der Umstieg nicht gerade schwer. Nein, ich wurde sogar dazu animiert. Mein Hals schluckte aber weiterhin im Biermodus, da die Umstellung am späteren Abend nicht mehr so klappt wie vorgesehen. Da muß der Techniker nochmal vorbei gucken und ein wenig an der Feineinstellung schrauben. Die Mixgetränke wurden wie gewohnt in sehr kleinen Gläsern, also jenseits der 0,33 l Marke, serviert und hielten somit nicht lange vor. Also entscheid ich mich zu doppelten Bestellungen. Also nicht doppelt soviel Alkohol ins das Glas, sondern doppelt soviel Gläser in der Hand. Sieht zwar ein wenig Assig aus, aber wenn man an der Theke steht kann man eh ein Glas abstellen und seit wann hat mich so etwas jemals gestört. Plötzlich sprach mich etwas Blondes von der Seite an. Die zukünftige Schwägerin eines Arbeitskollegen. Sie hat mir auch mal ihren Namen genannt, aber wenn mir jemand im Suff, also in meinem Suff, einen Namen sagt, dann habe ich ihn mit ziemlicher Sicherheit am nächsten Tag vergessen. Aber wir kannten uns vom sehen her. Sie fragte mit wem ich hier wäre und ich zeigte auf Schnitzel, Patrick und Kai mit den jeweiligen Namenskommentaren. Als Antwort fragte sie dann ob ich dann fahren würde. Nun muß man dazu sagen, das die anderen eine Figur machten wie ein Schluck Wasser in der Kurve und die Gesichter hätten locker beim Strammsackwettbewerb mitmachen können. Außer vielleicht Schnitzel seins, aber wir lassen hier mal Fünfe gerade sein. Ich verneinte ihre Frage und sie guckte mich erstaunt an, mit dem Kommentar auf den Lippen, das ich ja noch so nüchtern aussehen würde. Es lag mir auf der Zunge. Ich wollte erst erwidern: ”Jahrelange Übung, Baby!“ habe es mir dann aber verkniffen und geantwortet, das ich noch nicht so viel getrunken habe. Ja, ich weiß, in der Bibel steht, das ich kein falsches Zeugnis gegenüber meinem Nächsten abgeben soll, aber ich konnte ja schlecht sagen, das ich schon seit 1800 Uhr am Trinken bin, aber nichts mehr anschlägt, weil ich schon am Freitag Gas geben habe, als würde am nächsten Tag die Welt untergehen. Ein gewisser Reststolz ist auch bei mir noch vorhanden. Auch wenn ich ihn immer gut verstecke.

Die junge Dame hat dann ihren Weg weiter fortgesetzt und ich konnte mich weiterhin dem an stieren observieren einer bestimmten jungen Dame widmen. Kurz bevor ich von ihr angesprochen wurde trat eine kastanienbraune Schönheit in mein Blickfeld. Ich fühlte mich wie in frühere Zeiten versetzt. Seit ein paar Wochen treffe sehe ich nun immer verschiedene junge Damen, die mich optisch sehr ansprechen. Wie auch eben dieses Mädel. Kastanienbraune, schulterlange Haare, mit einem leichten Pony. Sie passte perfekt in meine Beuteschema Vorstellung einer potentiellen Partnerin. Ich überlegte also, wie ich es anstellen sollte. Als der erste Gedanke durch meine Synapsen kroch raste wusste mein Unterbewusstsein, das ich in eine Sackgasse manövrierte. Sobald ich nämlich das Denken anfange, kann ich jeglichen Kontakt mit dem anderen Geschlecht vergessen. So auch hier, dabei war ich kurz davor zu ihr rüber zu fallen gehen und ihr meine Nummer mit einem entsprechenden Spruch zu zustecken. Aber Dank meiner Entscheidungsfreude ist nichts daraus geworden, denn zusätzlich, wollten dann auf einmal Kai und Wiebke los und um Taxi-Geld zu sparen fuhren wir alle mit. Eine weiter verpasste Chance kann ich nun auf die mittlerweile meterlange Liste schreibe. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern.

Die Taxifahrt war ein wenig gespannt, da wir nicht ganz mit dem Preis einverstanden waren, den Kai ausgehandelt hatte. Sehr zu seinem Nachteil kam dann sein Genöle, das wenn wir ein Taxi aus Duderstadt genommen hätten es viel billiger geworden wäre. Erstens stimmte das nicht die Bohne und zweitens ist er ja als erstes in Taxi rein gesprungen. Soviel also zu seiner Argumentation. Irgendwann hatte mich dann mein Bett und ich kann nicht sagen, das ich darüber sehr sauer war. Obwohl ich unterwegs aus meinem Mund den Vorschlag vernommen habe, ob wir noch in die Werkstatt fahren würden. Manchmal habe ich das Gefühl mein Körper will mich mit aller Gewalt ins Grab bringen.

Im Bett ließ ich nochmal die nicht stattgefundene Ansprechaktion vor meinem inneren Auge Revue passieren. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern! Beim wiederholen meiner nicht vorgenommen Vorsätze, bin ich dann eingeschlafen.


Morchel feiert seinen 30sten

14/03/2007
!Warning!Explicit content!
!Warnung!Expliziter Inhalt!
!Warnung!Schweinkram enthalten!
(Nur mal so als Warnung für alle Eltern und die, die es werden wollen!)

Der nächste also der in den erlauchten Kreis der 30igjährigen aufgenommen wurde. Und dieses Jahr werden noch ein paar folgen. Zum Glück bin ich erst habe ich noch ein wenig Zeit um mir Fluchtpläne auszudenken. Ich denke ja immer noch daran ob es nicht besser wäre, schon im nächsten Jahr bald aus zuwandern um dieses Ereignis, das mit ziemlicher Sicherheit ein großer Spaß werden wird, nur nicht für mich, zu umgehen. Aber noch ist es nicht so weit, ich sehe mich aber schon in einem Kabel 1 Interview in der Serie „Mein neues Leben“ auf die Frage warum ich denn nach Australien ausgewandert bin, antworten: „Ich werde 30!“. Und jeder wird mich verstehen.

Doch, wollen wir unseren Blick nicht in die unbestimmte Zukunft richten sondern im Hier und Jetzt bleiben, wo der Morchel am Freitag seinen 30igsten Geburtstag gefeiert hat. Wie der aufmerksame Leser ja schon weiß wurde Markus am Rosenmontag schon 30 Jahre alt. Wenn ich das hier mal fallen lassen darf, ist das ein ganz beschissen schlecht gewählter Tag um 30 zu werden, vor allem dann wenn man im Elferrat ist. Aber das hat er mit ziemlicher Sicherheit nicht mit Absicht gemacht. Die Party begann um 1930 Uhr und das war dann auch gleichzeitig die Zeit zu der sich die Mannschaft treffen wollte. Dummerweise muß ich wohl vorher gesagt haben, daß ich den Schlüssel für den Jugendraum besorgen wollte. Das hatte ich wohl vergessen Durch wider Umstände hatte ich aber keinen Schlüssel und wir standen vor verschlossener Tür. Aber der Vorraum schützte ja auch vor dem ganzen Regen. Was auch bitter nötig war, denn manche Mannschaftskollegen hielten es nicht so genau mit der Uhrzeit. Der wichtigste Mann kam aber schon sehr bald. Köppel hatte nämlich den Pappaufsteller der zu unserem Geschenk passte. Er hatte sein Leben riskiert und war in den Juckefilm- 18er-Bereich der Videothek gegangen und hat einen Pappaufsteller von Vivian Schmitt erbettelt. Wer nun Vivian Schmitt ist verrate ich mal an dieser Stelle nicht. Wer es unbedingt wissen will der tippe doch einfach mal den Namen bei Google oder bei imdb.com ein. Aber ich verlinke nicht, denn mit so etwas verwerflichen möchte ich nicht in Verbindung gebracht werden. Trotzdem setzte ich meinen Namen mit Freude auf den Oberschenkel. Die Sabberspuren wischte ich unauffällig mit dem Ärmel meiner Jacke ab. Und ein paar Namen von Zu-Spät-Kommern oder Gar-Nicht-Kommern schrieb ich auch mit drauf. Einer muß es ja machen.

Nachdem dann endlich alle da waren und ihre Unterschrift auf diversen Körperteilen geleistet hatten konnten wir die Mehrzweckhalle stürmen. Mein interner Biercounter, den ich pünktlich auf 1930 Uhr eingestellt hatte, zeigte -30 Minuten. Ein paar rote Lämpchen sind schon angegangen und waren gefährlich am flackern. Was soviel bedeutete, das die Leber schon auf Hochtouren lief, aber immer noch kein Alkohol den Weg meinen Schlund runter gefunden hat. Eine ganz gefährliche Situation. Doch mein Körper dachte mit und dirigierte mich fast an den Anfang der Gratulier-Kette. Hatte ich ja noch das Geschenk von der Clique in der Hand. Schnell mal gratuliert, obwohl das der Morchel gar nicht mitbekommen zu haben scheint, da seine Augen irgendwie an der Pappfigur fest hingen. So kriegt er aber auch nicht mit, wenn ich mich schnell mal an die Theke verzeihe. Doch was war das. Der gesamte Elferrat war schon vorhanden und labte sich am köstlichen Pils. Dem sollte schnellstens Abhilfe geleistet werden. So erhoffte es sich der Autor, aber vor dem Gerstensaft hat der liebe Gott die Begrüßung gesetzt. Und somit fing ich an durch die Reihen zu schreiten. Ich dachte ich käme auch hier, wie in vielen Fällen mit einem lockeren Klopfen auf dem Tisch davon. Aber Pustekuchen, an jedem Stehtisch war jemand der mir die Hand hin streckte. Und wenn man einem die Hand gibt, dann muß man sie allen geben. So ist die (ungeschriebene) Regel. Nachdem ich das dann hinter mich gebracht hatte griff ich einfach zu. Es standen mehrere Biere auf einem Elferrat-besetzten Tisch und die ganzen Beschwerden habe ich einfach überhört. Schließlich bin ich ja auch Mitglied im Elferrat. Und mein Biercounter war schon im roten Bereich. Drei Lämpchen sind geplatzt und von denen möchte keiner in der Nähe sein wenn der Kessel platzt. Nachdem dann das erste Bier den Magen erreicht hat, fuhr die Maschinerie erst richtig an und verlangte unverzüglich nach Nachschub. Solchen Befehlen Wünschen kann ich natürlich nicht widerstehen und habe immer Munter drauf gekippt. Da es aber mit ziemlicher Sicherheit ein langer Abend wird, hatte ich also genügend Zeit, die Maschine zu füttern. Trotzdem wanderte nach dem ersten Bier gleich das nächste hinterher. Ehrlich gesagt, hatte ich das erste Bier gar nicht richtig geschmeckt. Es waren aber auch echt kleine Gläser und bei dem Durst den ich hatte…..

Nach der Begrüßung der Gäste wurden dann die Plätze bezogen und gewartet das endlich zum Sturm auf das Buffet gepfiffen wurde. Buffet konnte man dazu aber nicht sagen, höchsten Spanferkel mit Salat-Buffet-Anschluß. Sehr, sehr lecker. Und auch gar nicht so fettig. Da ich aber genau wusste das die Messer aus der Mehrzweckhalle genauso scharf waren wie Messer für einen Dreijährigen, verzichtete ich auf Schwarte. Wobei die ja meistens mit am Besten schmeckt, vor allem wenn sie schön kross gebraten ist. Und der Duft…. Ich muß aufhören, sonst falle ich gleich noch über das nächste Schwein her. Fassen wir mal zusammen. Das Essen war extrem lecker und das Bier kam dank der fähigen Thekenmannschaft in vollen Gläsern. Jense, Porno und Timo waren ein gutes Gespann. Ich stand also am Anrichte-Tisch und war gerade dabei die zweite Portion Spanferkel von dem Brett auf mein Teller zu verlegen, als mein Handy anfing zu klingeln. Wer stört denn hier beim Essen? Nummer war mir unbekannt. Aber ganz weit vorne in meinem Speicher hatte ich eine Information abgelegt, das mich eine junge Dame den Abend noch anrufen wollte. Aber sie war viel zu früh, falls sie es war. Der Teller wurde zwischen dem Paprika-Salat und dem Brotteller zwischen gelagert, in der Hoffnung keiner verwechselt ihn mit dem Abfall-Teller, hatte ich ihn doch schon mit Paprika-Salat und Brotstücken belegt. Als ich dann den Anruf entgegen nahm, meldete sich eine weibliche Stimme mit einem leichten osteuropäischen Akzent am anderen Ende. Die Stripperin! Sie wollte wissen, in welchem Kreis Westerode liegen würde, Steinfurt oder Goslar. Meine Antwort war kurz und bündig, denn Westerode liegt im Kreis Göttingen. Das zeigte aber ihr Navigationsgerät nicht an und ich gab ihr den Tip, erstmal Richtung Herzberg und dann weiter Richtung Gieboldehausen und Duderstadt zu fahren. Von da aus würde ich sie schon nach Westerode lotsen. Sie verabschiedete sich mit den Worten, das sie sich schon freuen würde. Nicht nur sie!

Dazu folgende Vorgeschichte, warum denn die Stripperin ausgerechnet mich angerufen hat. Wie sollte es anders sein, hat die Mannschaft Gefallen daran gefunden, bei runden Geburtstagen eine Stripperin zu schenken. Nach großartigem Erfolg bei Glöckners Geburtstag im letzten Jahr mußte in diesem Jahr auch wieder eine her. Da aber wieder mal der Ansturm der Freiwilligen beim Organisieren so groß war, haben Köppel und ich die Sache in die Hand genommen. Und wer hat bei der Agentur angerufen? Richtig, Peter! Aber der Olli, von Ollis Erotikagentur ist echt cool drauf und somit haben wir dann auch noch die Stripperin bekommen, die Köppel und ich in der engeren Vorauswahl hatten. Von Köppel gab es das doppelte Zeichen nach oben, als Olli uns bestätigen konnte, das die Ira bei uns auftreten würde. Und somit war ich dann der Ansprechpartner für die junge Dame an dem Abend. Ich Glückspilz!

Geplant war der Auftritt von Ira, für ungefähr 2230 Uhr, die Uhr zeigte aber zu dem Zeitpunkt des Anrufs erst 2100 Uhr. Damit würden wir mächtig in die Bredoullie kommen. Nach einer kurzen Krisensitzung im kleinen Kreis (Köppel und ich) beschlossen wir sie dann noch ein wenig hin zuhalten. Da wir Zwei Köppel einen unwiderstehlichen Charme hatte, dürfte das also auch kein Problem werden. Weiter gings im Programm mit Bier trinken. Schließlich würde ich mich in nicht allzu ferner Zukunft mit einer hübschen, halbnackten Frau unterhalten. Der Standort wurde dann auch fachgerecht näher an die Theke verlegt, da dort auch Stehtische aufgebaut waren. Außerdem waren so die Wege, des Bieres nicht so lang und der Schaum hatte kaum Zeit sich zu verflüchtigen. An der Theke traf man dann die üblichen Verdächtigen. Aber ich habe mich natürlich nicht an die Theke gestellt um mich hemmungslos zu besaufen. Jedenfalls nicht als primäres Ziel. Das primäre Ziel war der bessere Empfang an der Theke, gegenüber der restlichen Halle. Glaubt es oder glaubt es nicht, das sind die Fakten. Das man dort auch genügend Bier bekommt ist eine nettes Abfallprodukt. Ich will mich ja hier nicht beschweren.

Die Uhrzeit rückte vorwärts und das Telefon klingelte nicht. Leichte Bedenken meinerseits machten sich breit, das Ira nicht meinem Rat gefolgt ist und sich an ihr Navigationsgerät gehalten hat und nun im Kreis Goslar einen einsamen Jüngling beglückte. Aber ich sollte mich irren. Das Handy klingelte und diesmal erkannte ich die Nummer sofort. Ein kurzer Blick zu Köppel genügte und er wusste Bescheid. Böse Zungen behaupten jetzt, das ich ein Grinsen im Gesicht hatte, das Farin Urlaub Konkurrenz gemacht hätte und leichte Sabberspuren in meinen Mundwinkeln zu sehen gewesen wären. Aber das kam den Anwesenden nur so vor. Ich bin also raus, da ich dort ungestörter war, sollte doch Morchel von der Aktion im Vorfeld möglichst wenig mitbekommen. Sie war los schon in Duderstadt und wollte nun den Weg nach Westerode wissen. Unter meiner Anleitung verfuhr sie sich dann nur einmal und schon war sie angekommen. Da solche Aktionen aber nie ohne großes Aufsehen abgehen, standen auch schon ein paar weitere Spitzeber bereit, die die junge Dame begutachten wollten. Allen voran Görtler. Sie wurde also in einen Nebenraum geführt wo sie sich dann umziehen konnte. Und schon konnte die Show losgehen. Borchardt wurde vor der Bühne auf einen Stuhl gesetzt und ihm wurden die Augen mit einem Geschirrtuch verbunden. Ira hatte ihre Fahne vergessen und somit mußten wir improvisieren. Die Show war einfach grandios und ich glaube so viele Kamerablitze und Handykameras auf einen Haufen hatte die Mehrzweckhalle noch nie gesehen. Mein Fotoapparat wäre beinahe vor die Wand geflogen, da er immer sehr lange braucht um wieder für ein weiteres Fot vorbereitet zu sein. Und gerade bei einer Stripshow, kann es einfach zu lange sein. Aber er hat dann wieder im richtigen Moment Bilder gemacht und darf nun noch weiter seinen Dienst tun.

Wie schon erwähnt war die Show einfach Klasse. Nicht nur Morchel kam auf seine Kosten, sondern auch diverse Gäste die drum herum standen. Als erstes verlor Glöckner seinen Gürtel. Wir tun das hier mal als reinen Zufall ab, das er so weit vorne war, das Ira seinen Gürtel zu greifen bekam. Dann wurde der Schocker nach vorne geholt und durfte sogar Platz nehmen. Eigentlich sollten wir ihm für diesen kleinen Extra Auftritt 50 € abnehmen, aber wir sind ja nicht so. Weiter gings, nachdem sie sich obenrum ein wenig Luft gemacht hatte bei Schnitzel, dem Prinzen, Florian und Kai, die ein wenig Sahne von den Brüsten lecken / saugen / entfernen durften. WCC-Präsi Stefan durfte sie dann noch mal auf dem Tisch, tja ähhh……….. Von der Position wo ich stand sah es aus wie massieren. Nach dem Auftritt sollten Köppel und ich nochmal zu ihr kommen um so ein kleines Feedback zu geben. Habe ich schon erwähnt, das ich ihr Ansprechpartner war und sie die ganze Zeit nach mir gefragt hat. Nein? Gut! Ich organisierte also was zu trinken und begab mich zu ihr in den Umkleideraum gefolgt von Köppel. Da unterhielten wir uns noch ganz nett und sie lud uns dann erstmal in einen Swinger-Club ein, den sie von ihrer Agentur aus im Herbst eröffnen wollen. Das nenn ich mal direkt. Wir haben sie dann noch überreden können nochmal mit auf die Party zu kommen um dort ein wenig mit uns zu feiern. Was sie dann auch tat und erntete von allen Seiten nur ob für ihre Show. Nicht das wir uns jetzt falsch verstehen. Da haben dann nicht alle Männer wie geifernde Hyänen um sie herumgestanden und ihr auf die Brüste geguckt. Selbst die Damen haben sie gelobt. Zu Recht. Doch irgendwann mußte sie dann wieder los, weil sie noch einen weiteren Auftritt hatte. Und ich sollte sie dann noch zu ihrem Auto bringen. Gut, ich hatte schon wieder umgeschaltet auf Literweise Bier in mich rein kippen, aber für die paar Minuten wird das schon gehen. Hoffte ich zumindestens.

Als sie dann Weg war konnte ich mich voll und ganz meinem primären Ziel wieder widmen. Das Vernichten der 50 Liter Fasses und des darauf folgenden Fasses. Und ich hatte geplant eventuell später auf Bacardi Cola umzusteigen. Was ja eher selten bei mir passiert. Nach einem derart heißem Auftritt fielen natürlich die Hemmungen schneller zu Boden als das Oberteil von Ira. Zuerst wurde die Tanzfläche eröffnet von David und Sense bei einem zünftigen Partnertanz. Drücken wir bei den Beiden mal eine Auge zu. Sie sind schon seit ewigen Zeiten Freunde und heute Abend ohne ihre Frauen unterwegs. Doch sobald die Tanzfläche freigegeben wurde wurde getanzt was das Zeug hält. Ab und zu taten sich Welten auf und ich hätte nicht gedacht, das Olli so eine gut Figur beim Tanzen abgibt. Wie er etwas später bewies konnte er sogar noch liegend auf dem Boden sich rhythmisch bewegen. Frei nach dem Motto: „Besoffen ist man erst, wenn man auf dem Boden liegt und sich festhalten muß!“ Und je später der Abend desto doller wurde getanzt. Was auch teilweise an der Größe der Flecken auf den Oberteilen festgestellt werden konnte. Und ich darf mich da an dieser Stelle nicht ausschließen. Es gibt sogar Fotobeweise auf meinem Fotoapparat. Ich darf das Ding einfach nicht mehr aus der Hand geben, aber es ist so verdammt sperrig. Wird also Zeit, das ich mir mal einen neuen zu lege. Obwohl ich den alten ja schon lieb gewonnen hat. Der Neue muß auf jeden Fall sehr robust sein, mache ich von Zeit zu Zeit schon sehr ekelige Fotos. Und ich verfluche den Tag an dem die Handykamera erfunden wurde. Jetzt macht jeder Hans und Franz einen Handy-Video. Allen voran der Porno, dessen Handy eigentlich schon kaputt sein müßte, von den ganzen grenzwertigen Videos die er darauf festgehalten hat. Beim tanzen hat er mich auch schon wieder erwischt. Patrizia fragte schüchtern ob ich mit ihr tanzen würde („Los, wir tanzen jetzt!“). Packte mich am Arm und schon waren wir auf der Tanzfläche. Ihr kann ich ja keine Bitte abschlagen und somit bewegte ich mich rhythmisch zu der aufgelegten Musik. Man muß nur aufpassen, das man am Ende des Liedes ungefähr in Thekennähe ist um der Partnerin gleich etwas zu trinken zu besorgen. Richtet man es nicht ein, kann es sein, das man sich plötzlich bei der ultralangen Megamix-Version von Pur auf der Tanzfläche wieder findet. Und wieder hat man seine Schrotflinte vergessen.

Nach dem Tanzen hatte ich Sorge zu dehydrieren und organisierte mir gleich ein Bier und eine Mischung. Die Worte waren gesprochen und ich konnte sie nicht mehr zurück nehmen. Also war dies der offizielle Umstieg auf Mischungen. Wo sollte das nur hinführen? Kurze Zeit später lag dann Morchel auf der Tanzfläche und hielt ein Nickerchen. Mit vereinten Kräften hievten wir ihn dann auf drei Stühle und ließen ihn weiter schlafen. Man gut das die Stripperin schon durch war, denn sonst hätte womöglich ich noch als Ersatz in die Mitte gemusst.

Irgendwann hatte ich mich dann noch mit Daniela, Markus Freundin, unterhalten und sie erzählte mir, das sie auch im Elferrat ist. Und das sie im Sommer auch was organisieren und auch bei anderen Vereinen zu Veranstaltungen geladen sind. Eine davon ist das Bobby-Car-Rennen, das von irgendeinem Verein ausgerichtet wird. Nun habe ich eine ganz leichte Erinnerung, das ich gesagt habe, das sie uns auch mal Bescheid sagen sollen, dann können Schmieri und ich schon mal üben. Manchmal würde ich gerne meinem Hirn auf die Fresse hauen. Immer, aber auch immer bringt es mich in solche prekären Situationen aus denen ich dann nur schlecht oder mit Verletzungen raus komme.

Der Abend ging dann ohne weiter Zwischenfälle vorüber und wir waren alle froh endlich zu Hause zu sein. Nein, so geht das nicht. Wie war das mit der Wahrheit? Gut. Die ganz Harten bleiben natürlich noch bis morgens früh um 0700 Uhr und konnten sich noch gerade so auf den Beinen respektive Stühlen halten. Bei manchen klappte es besser, bei manchen eher nicht so gut. Und wenn man dann so im Suff da rumhockt kommt man auf ganz wilde Ideen und Wetten. So wurde dann also gewettet, das Anja, die Frau von Schmieri (dem Gesichtsesser vom Natheplan), es nicht schaffen würde mit zum Melken von Borchardts Kühen zu kommen. Noch ehe der Satz ausgesprochen wurde bracht die Gesellschaft auseinander und verabredete sich am Kuhstall. Und Anja kam. Mit Gummistiefeln. Sie bekam noch eine Duschhaube auf und ab ging es zum Melken. Ich hatte ja nicht dran geglaubt, aber Fotos habe ich trotzdem gemacht. Und jetzt muß ich mal einem Gerücht entgegenwirken. Anja hatte schon noch Klamotten an. Entgegen der landläufigen Meinungen hat sie nicht im String und BH die Kühe gemolken und ich war Augenzeuge. Außerdem hätte das Popel nicht zugelassen, auch wenn er die ganze Prozedur mit einem zugekniffenen Auge betrachten mußte. Sonst hätte er sich mit Sicherheit die ganze Zeit gefragt, wo Anjas Zwillingsschwester hergekommen ist und ob sie bei ihnen übernachtet. Während des Melken hatte ich dann zwei kurze unheimliche Begegnungen mit einer Kuh, aber ich trat schnell die Flucht nach hinten an und erklärte mich bereit die Brötchenorganisation zu übernehmen. Beim Bäcker orderte ich dann 20 Brötchen und die junge Dame wünschte mir noch einen schönen Sonntag. Woraufhin ihre Kollegin nur trocken meinte, das ich bestimmt noch mal wieder kommen würde. Hmm, sie schien mich zu kennen. Nach dem Frühstück ging es dann nach Hause. Ich traute meinem Auge kaum (das andere wurde zur Verbesserung der Sehkraft geschlossen). Die Uhr zeigte 1000 Uhr an. Ich wusste das es schlimm werden würde, aber so schlimm. Und ich war nur eine halbe Stunde von meinem Rekord entfernt. Verdammter Mist! Auf dem Heimweg traf ich dann noch Holger, der so tat als ob er Gartenarbeit machen würde. Ich erkannte es aber gleich und schlug das großzügig angebotenen Bier aus. Hat er es doch nur angeboten, weil er wusste, das ich gerade von dem Geburtstag gekommen war und schleunigst nach Hause wollte. Ich kenne doch meine Pappenheimer.

Die Nacht, oder sollte ich besser der Nachmittag sagen, war sehr kurz. Geschlafen wurde nicht, nur gedöst,. Ich war auch noch so hoch geputscht, das ich an Schlafen gar nicht denken konnte. Und meine interne Uhr war schon auf Hochtouren. Die Vorbereitungen in meinem Körper liefen schon an, da ich am Abend nach Göttingen fahren wollte. Streit war mal wieder im Lande. Wir haben zusammen Abi gemacht und er wohnt jetzt in Leipzig. Früher sind wir oft zusammen in Göttingen los gezogen und hatten immer eine Menge Spaß. Und da er mal wieder da war, wollen wir genau dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten. Ich freute mich schon sehr auf den Abend. Und das nicht nur wegen dem ganzen Bier.

Gegen 1930 Uhr ließ ich mich von Felkl nach Göttingen fahren und unsere erste Station war Steffen. Dort vernichteten wir erstmal zwei Sechserträger Becks und ich bekam eine Lektion in Siedler. He, es war mein erstes Spiel und ich hatte einen Sechserträger Becks fast alleine getrunken. Und der andere Träger war Becks Lemon. Sehr ekelig. Nun ja, als dann irgendwann Jasmin ankam machten wir uns langsam auf den Weg in die Innenstadt. Jasmin wollte noch fahren und unsere erste Station sollte der „Sechs-Millionen-Dollar-Club“ sein. Auf dem Weg zum Auto las dann Streiti, der mir nicht mehr so trinkfest wie früher vor kam, plötzlich Nummernschilder vor. Erst wusste ich gar nicht was er da für Töne von sich gab, bis ich dann eins und eins zusammenzählte. Unterwegs sammelten wir noch den Benny ein und ab gings. Der Weg war verdammt weit und es dürfte ja im Allgemeinen bekannt sein wie schnell ich durstig werde. Leider hatte ich dann Becks, was ich auf die Faust mitnehmen wollte schon in der Wohnung von Steffen geleert. Verdammt, warum bin ich aber auch immer so gierig.

Im Million-Dollar-Club angekommen schleifte meine Zunge schon auf dem Boden und ich hatte das Gefühl als wäre ich vier Wochen durch die Wüste Gobi gewandert. Nun hatte ich aber nicht mit der hohen Hübschen-Frauen-Dichte in Göttingen gerechnet. Eigentlich ein Anfängerfehler. Aber mein System war noch von dem vorangegangen Abend/Vormittag so durcheinander, das gewisse Feinheiten einfach nicht mehr bedacht wurden. Erschwerend hinzu kam die lange Becks-Dürre-Periode zwischen Steffens Wohnung und dem Club. Ich konnte aber rechtzeitig die Kurve bekommen und drückte Benny die erste Bestellung auf das Auge mit der Bemerkung, das gleich was Schlimmes passieren würde, wenn ich nicht augenblicklich ein Becks bekommen würde. Nachher würde ich noch eine der hübschen Frauen ansprechen. Benny reagierte geistesgegenwärtig und beauftragte Streiti mit der Bestellung. Manchmal hat es auch Nachteile wenn man zu dicht an der Theke steht. Im 6-Mio-Club ist es nun sehr eng. Eigentlich besteht er nur aus einem Raum und die Temperatur gleicht einem Gewächshaus. Die Musik ist unbarmherzig laut und die Frauen sahen umwerfend aus. Ich hatte nur ein Problem, ich wurde nicht voll. Was teilweise auch daran hätte liegen können, das ich vierzehn Stunden durchgesoffentrunken habe. Da es im Club immer sehr voll ist, sind Sitzplätze sehr rar und deshalb auch sehr begehrt. Und wir teilten uns einen mit zwei Pärchen was sich kurz vorher in einer Sitzecke niedergelassen hat. Nachdem ich dann also mein Becks hatte und einen Sitzplatz, zwei sehr glückliche Umstände, bekam ich also die Gelegenheit meine Umgebung besser zu sondieren. Doch wo ich auch hinblickte waren begehrenswerte Frauen. Und dann fiel mein Blick auf eine der Frauen die bei uns mit am Tisch saßen. Sie hatte einen Ausschnitt, der dem San-Andreas-Graben Konkurrenz machen würde. Und als sie sich provokativ auf ihrem Sitzplatz herum räkelte entblößte sie den Blick auf ihren Minirock. Ich war wirklich kurz davor ihre eine Anklage wegen sexueller Belästigung zu zustecken. Ich war Hin und Weg. Und sie ging auch nicht Weg. Nein, sie blieb auch noch sitzen. Da half nur weiter die Sinne betäuben. Hallten doch die Echos meiner nicht vorgenommen Vorsätze von den Wänden meines Schädels wieder. Ich rette mich dann also in Gespräche über alte Zeiten und von erlebten Sachen. Schön wieder in alten Erinnerungen zu kramen. Jasmin erzählte mir das sie wohl im nächsten Jahr zum Arbeiten nach Indien auswandert und hat mich dann gleich mal eingeladen sie zu besuchen. Tja, nun fahre ich also nach Indien, da ich schönen Frauen nichts abschlagen kann. Habe ich mein Nebenweblog „Ich und meine große Klappe“ schon erwähnt. Wieder ein Eintrag mehr! Später gesellte sich dann noch Saskia zu uns.

Da der Frauenanteil ab 0100 Uhr drastisch abnahm im 6-Million-Club stimmten wir kurzer Hand ab und verlegten unseren Standort in den JT-Keller. Doch der Weg dorthin war weit. So unglaublich weit, das wir uns Proviant mitnehmen mußten. Bei mir reichte eine Falsche Becks vollkommen aus. Doch im Nachhinein betrachtet, nehme ich nächstes Mal besser zwei Flaschen mit. Im JT-Keller angekommen hatte sich die staubige Straße schon wieder auf meiner Zunge abgelegt und ich bemühte mich um ein weiteres Becks. Praktischerweise saß Roy (ein weiterer Bekannter aus Abi-Zeiten) an der Kasse und wir konnten den Eintritt sparen. Geld, welches man auch gut wieder in Bier anlegen konnte. Es zahlt sich immer aus alte Bekanntschaften zu pflegen. Im JT-Keller war es wie gewohnt. Unglaublich warm und soviel Schnitten wie man nur essen kann das man sich gar nicht mehr konzentrieren konnte. Da glücklicherweise mein Speicher schon im Club vollgelaufen ist, konnteich nun die ganze Sache gelassenangehen. Und vor allem konnte ich mich nun dem geselligen Becks trinken widmen. Man tingelte also zwischen Theke und Standort hin und her. Zeitweise waren wir am Flipper, da Benny und Streiti nicht davon lassen konnte. Benny verlor häufig und hatte dann dementsprechend Wut, die er nur zu gerne am Flipper ausließ. Das Gute an dem Platz war, da er sehr Thekennah war. Ohne irgendwelche Taumelbewegungen konnte ich die nächste Runde bestellen. Was dem Benny eigentlich nicht so entgegenkam, denn er hatte am nächsten Tag ein Basketball-Spiel und wollte eigentlich nur sechs bis sieben Bier trinken. Hat er ja auch. Aber nur weil er nach dem siebten Bier mit zählen aufgehört hat. Er traf aber dann noch ein paar Kumpels vom Basketball die ihn daran erinnerten, das er am Sonntag ein wichtiges Spiel hatte und er nicht so viel trinken sollte. Aber wir unterstützten ihn mit Leibeskräften und drückten ihm ein Bier nach dem anderen in die Hand und beteuerten das es erst sein zweites wäre. Sind wir nicht gute Kumpels. Nachdem wir dann wieder nach vorne gegangen sind, kamen die Mädels plötzlich auf die Idee tanzen gehen zu wollen. Passiert ja auch eher selten bei Frauen. Den Streiti hatten sie schon soweit und Benny war eh schon so gut drauf, das er von allein umher sprang. Nun wollten sie mich auch noch auf die Tanzfläche locken. Aber als ich gesehen habe wie unglaublich voll es da war und wie warm es im JT-Keller war. Lehnte ich dankend ab. Ich erzählte wieder die Lahmes-Bein-Geschichte und die Sache war gegessen. Saskia ließ zwar nicht locker, aber nachdem ich ihr versichert habe, das ich kein Tanzbär bin und auch so meinen Spaß hätte ging sie wieder zurück zur Tanzfläche. Ich hatte ja mein Bier, also war das mit dem Spaß gar nicht gelogen. Da stand ich also, relativ allein und ließ meinen Blick schweifen. Doch was war das? Den tiefen Ausschnitt und diesen unglaublich kurzen Rock kannte ich doch. So eine Frechheit. Da ist doch diese unglaublich scharfe Frau, die sich zu allem Überfluss noch sexy angezogen hat einfach früher aus dem 6-Millionen-Dollar-Club abgehauen und vor uns in den JT-Keller gegangen. Und jetzt tanzt sie auch noch so lasziv vor mir rum. Das schlägt doch echt dem Faß den Boden aus. Sofort holte ich mir ein neues Becks, da ich das alte einfach so beim Starren mit offenen Mund auf den Boden gekippt hatte um wieder klar zu kommen. Der Zettel mit der Anklageschrift ist noch in meiner Tasche. Ich hätte einfach nur rüber gehen müssen und ihr den Zettel in den Ausschnitt zustecken müssen.

Als dann die anderen zurück kamen, war die aufreizende Frau fast vergessen. Blieben nur noch gefühlte tausend andere Frauen zum Vergessen. Dies scheint auch ein langer Abend zu werden. Da Benny aber so langsam genug hatte, beschlossen wir auch noch eine andere Lokalität aufzusuchen. Benny ging also nach Hause und wir gingen ins Eins B. Eine neue kleine Disco, die Älteren noch unter der Oper bekannt sein dürfte. Die Oper hat zugemacht, so getan als ob umgebaut werden würde und hat als Eins B wieder aufgemacht. Vor der Oper hatte ich mal eine ganze Stunde mein Fahrrad gesucht, weil ich so stramm war da ich es so gut versteckt hatte. Wir kamen also an und Jasmin lotste und umsonst rein und kam auch noch billiger an die Getränke ran. Kann es etwas besseres geben. Die Oper Das Eins B hat sich eigentlich kaum verändert, was auch gut so ist. Ich kann mich zwar nur schemenhaft an die Oper erinnern, aber im Großen und Ganzen ist alles so geblieben. Wir sind ja eigentlich dorthin gegangen um einen Absacker zu trinken. Aber da manche Leute etwas lange für einen Absacker brauchen schaffte ich gleich zwei Absacker. Und ich war wieder kurz davor mich zu verlieben. Nach ca. 10 Minuten erblickten meine vom Alkohol geprägten Augen eine Schönheit mit schwarzen langen Haaren auf der Tanzfläche und sie sah zu mir rüber. Ich wandte mich gleich ab und nahm einen großen Schluck von meinem Bier um nicht mein Hirn auf dummer Gedanken zu bringen. Doch ich hatte nicht mit ihr gerechnet. Sie kam von der Tanzfläche rüber geschlendert, bestellte sich was an der Theke und blieb dann dort stehen und blickte wieder zu mir rüber. Ich muß jetzt ja nicht erwähnen, das ich auch einen Thekengünstigen Standort hatte. Was nun? Breche ich meine nicht vorgenommen Vorsätze? Fortsetzung folgt…..

So was kann ich keinem antun. Da ich ja vom Glück verfolgt bin, war ich fast fertig mit meinem Bier und wollte danach zur Theke gehen und mir ein neues holen. Dabei hätte sich ja vielleicht ein Gespräch ergeben. Aber ich hatte wie so oft nicht mit den Anderen gerechnet. Die bekamen nämlich auch mit, das ich bald fertig sein würde und Streiti machte mich darauf aufmerksam, das wir gleich los wollten. Anscheinend hat er meinen Gesichtsausdruck mit den weit aufgerissenen Augen übersehen, denn all mein Stammeln und Betteln nach einem weiteren Bier stieß auf taube Ohren. So soll es denn nicht sein und ich fühlte mich in meinem großen Auftrag bestätigt. Ich warf ihr noch einen letzten Blick zu und wünschte mir, das Lächeln welches sie auf den Lippen hatte hat mir gegolten. Auf jeden Fall hat es mich vor dem schlechten Gewissen bewahrt. Vor der Tür verabschiedeten wir uns dann von Jasmin und Saskia und beschlossen dann auch den Heimweg anzutreten. Ich war aber nicht doof und hatte ja noch die Nummer von Atze, einem Taxifahrer aus Göttingen, der mich für 20 € nach Hause fahren wollte. Angerufen und festgestellt das Atze heute keinen Dienst hatte und schon im Bett lag. So kann es gehen. Dafür habe ich dann jemand Neuen kennen gelernt der hauptberuflich Messer und Schwerter schmiedet. Ach ja, wenn ich mir jetzt überlege das ich auch die Telefonnummer von einer hübschen Schwarzhaarigen aus dem Eins B hätte haben können. Aber ich will mich ja nicht mehr ärgern…..


Die verbotene Zone

08/03/2007

Verbotene Zone? Was für eine verbotene Zone. War ich im Untergrund, habe ich geheime Informationen vom BND eingesehen? War ich im Weltraum um meine Gedanken von dem Außerirdischen zurück zu verlangen, der mir an so vielen Abenden die Erlebnisse aus dem Hirn extrahiert hat, um sich einen goldenen Arsch beim intergalaktischen e-bay zu verdienen? Oder war ich etwa bei der My-little-pony-Ausstellung´? So ähnlich, jedenfalls. Nein, ich war bei einer Stufenfete im Schützenhaus und dachte zum ersten Mal ernsthaft das ich zu alt für den Scheiß bin. Derart verbotenes Gedankengut konnte ich natürlich nicht ungescholten in meinem Gehirn umher streifen, also schaffte ich Abhilfe. Doch zuerst muß ich ja erstmal zur Stufenfete hinkommen. Und das geht so….

Freitag Nachmittag. Wohlverdient trete ich den Feierabend an und freue mich auf den erholsamen Abend auf dem Sofa. Huch, wer hat denn das jetzt geschrieben. Da ist man einmal für fünf Minuten nicht an seinem PC und schon steht hier irgendwas was ich nie so schreiben würde und tausend Jucke-Bilder sind auf meinen Rechner runtergeladen. Natürlich genoß ich meinen wohlverdienten Feierabend, aber nur weil ich wusste, das der Schnitzel noch anrufen würde um mich über den weiteren Verlauf des abends in Kenntnis zu setzten. Folgende Informationen konnte ich dem Gespräch mit meinem Informanten (IM Schnitzel) entnehmen. Der Großteil der Westeröder Alkoholiker Truppe traf sich vorher im Feuerwehrhaus und trank sich langsam in Stimmung. Wohin die Reise anschließend gehen würde war noch nicht klar. Es wird jetzt zwar behauptet, das gesagt wurde, das es zur Stufenfete gehen würde, aber da ich schon in Gedanken bei meinem dritten Bier war hörte ich nicht mehr so genau hin und schmeckte schon leckere Hefe auf meiner Zunge. So soll es also sein. Feuerwehrhaus Westerode hieß das Ziel das für den Abend angesteuert wurde.

Da die Uhr aber noch nicht zur angegebenen Uhrzeit vorgerückt war saß ich also zu Hause rum und wusste nicht so richtig was anzufangen. Im TV kam größtenteils nur Schrott oder Sendungen die man sich erst mit 60 Jahren gefahrlos angucken konnte. Was lag da näher als sich schon mal ein leckeres Pils zu Gemüte zu führen um den Fernsehwahnsinn, der mit meinen unser allen GEZ-Gebühren finanziert wird, zu ertragen. Es ist echte eine Frechheit wenn man sieht was mit den Gebühren, die vorher hart verdientes Geld waren so alles angestellt wird. Sollte ich jemals jemanden treffen, der für die Budgetisierung (Gibt es das Wort überhaupt?) der Gebühren verantwortlich ist, dann hoffe ich nur für mich, das ich immer noch Dr. Martens mit Stahlkappe tragen, ansonsten könnte ich mir böse den Fuß verletzen. Selbst mit einem halben Liter Bier wurde es nicht erträglicher. Aber die Zeit war ja rum und ich begab mich ins Feuerwehrhaus. Auf halben Wege nahm mich dann der Philip mit, der eine äußerst schmerzhafte Weisheitszahn-Operation hinter sich hatte. Er sah jedenfalls aus als hätte er sich seit einer Woche die Zähne mit einem Backstein geputzt. Trotz des furchterregenden Anblicks stieg ich ein und wir fuhren die restlichen paar Meter zum Feuerwehrhaus, wo uns Kai und Porno schon erwarteten. Na, das kann ja ein spaßiger Abend werden.

Im Feuerwehrhaus war das übliche Vorglühen am Laufen. Also wurde recht viel Bier rangekarrt und die Flaschen gingen besser weg wie Autogrammkarten von Michael Thürnau beim Seniorennachmittag. Leider hatte ich wieder das alte Problem mit meinem Gedächtnis. Als dann die fünfte Flasche Krombacher auf den Tisch kam hätte ich den wohl beherzten Griff zu dem Kugelschreiber wagen sollen und mal ebven eine Fünfer-Batterie auf den Deckel zeichnen sollen. Stattdessen hielt ich den Flaschenhals in die Nähe meines Mundes und die Automatik erledigte den Rest. Die Sensoren erfassten automatisch die Flaschenöffnung und vermittelten fehlerfrei den noch bestehenden Abstand zwischen Flasche und meiner Schlucköffnung meinem Mund. Und so langsam wurde es dann auch Zeit den Weg ins Schützenhaus Duderstadt anzutreten. Das Ziel war also klar. Wie etwas weiter oben schon erwähnt wurde darüber ja vorher schon gesprochen, aber dank meines schwindendes Aufnahmevermögens, sobald sich ein Abend voller Bier abzeichnet, hatte ich das mit ziemlicher Sicherheit überhört. Naja, dann fahre ich eben mit in das Schützenhaus. Da gibt es ja bestimmt auch Bier. Allerdings mußte ich vorher noch die getrunkenen Biere im Feuerwehrhaus bezahlen. Hmm, wie viel waren das bloß? Also an fünf kann ich mich mit ziemlicher Sicherheit erinnern. Dann kam eine Dose Erdnüsse auf den Tisch, doch wieviel folgten dann noch? Machen wir es kurz, ich habe einfach sieben Stück bezahlt, aber ob das dann wirklich die finale Zahl war kann ich nicht sagen. Wozu auch. Mein Hirn schaltet nach dem dritten Bier eh das Zählwerk ab, da nun die Grenze zu einem lustigen Abend überschritten wird. Fahren kann ich dann nicht mehr und es werden dann eh noch mehr Bier folgen, die irgendwann eh in dem Strudel der Erinnerungen untergehen werden. So was nennt man effiziente Ressourcennutzung. Mein Körper kennt mich langsam.

Bier gab es wirklich im Schützenhaus, aber man mußte erstmal reinkommen. Und die Menschenmassen die vor dem Schützenhaus waren, waren zwar körperlich nicht sehr groß, aber doch zahlreich. Und was mich am meisten erschreckt hat, war die Tatsache, das 40 Prozent der Anwesenden schon die Grenze des klaren Hochdeutsch überschritten hatten. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte mir das es gerade mal 2324 Uhr war. Ich checkte kurz meine nähere Umgebung und stellte fest, das die anderen auch noch der deutschen Sprache mächtig waren. Das ließ nur auf zwei Umstände schließen. Entweder gab es drinnen ein Getränk, welches innerhalb weniger Minuten die Promille-Zahl nahe der 10er-Grenze drückt und das ich unbedingt trinken muß oder aber alle Anwesenden ohne Gleichgewichtssinn, waren nur von Bier und Mixgetränken so stramm. Ich vermute es ist das Letztere, was wiederum eine weitere Frage auf warf. Ist um diese Uhrzeit ein solcher Zustand allein mit Bier und Mixgetränken möglich? Ja, wenn man schon um 1500 Uhr die erste Flasche Bacardi öffnet. Ich kann mich eigentlich nur wiederholen, das kann ja heiter werden.

Als wir erstmal im Schützenhaus angekommen waren, wurde mir plötzlich klar, das ich in der verbotenen Zone angekommen war. Alles weibliche auf das ich hier meinen Blick legte war um einiges jünger als ich (mindestens 10 Jahre), sah aber bei weitem nicht so viel jünger aus (maximal 3 Jahre). Im Nachhinein betrachtet war das gar nicht so schlecht. Ich konnte mich nun ohne weibliche Ablenkungsmanöver, die oft mit einfachem Rumstehen verwechselt werden, dem hemmungslosen Bierkonsum widmen. Und das war auch dringend nötig. Es tat sich nun ein weiteres Problem auf. Ich konnte zwar die Theke ohne Probleme sehen, aber der Weg wurde mir durch ein unheimlich große Menschenmasse versperrt. Doch Philip und ich suchten und fanden einen Weg. Mehr drängelnd, mehr geschubst werden kamen wir immer näher an die Theke um sie dann um mehrere Meter zu verfehlen und in einem Nebenraum zu landen, der recht leer war. Aber selbst hier war jemand hinter der Theke tätig. Der sah zwar bei Weitem nicht so attraktiv aus wie die Damen die im Saal bedienten, aber er hatte den Vorteil, das man hier ohne großes Anstehen an das Bier kam. Anfangs war das noch gut, aber so nach und nach kamen die anderen auch auf den Trichter, das es in einem fast leeren Raum zwar unheimlich langweilig sein konnte, man aber hier schneller an Getränke kommen würde. Und wenn man dann seine ganzen Freunde mitbringt (und die auch wiederum andere Freunde kannten, die mitkamen) kann man hier drin auch prima Party machen. Aber soweit war es ja zum Glück noch nicht. Becks hieß das Getränk der Stunde. Endlich, vernünftiges Bier. Es kostete auf der 1-€-Party zwar 2 €, aber ich will ja hier nicht kleinlich sein. Außerdem war es mir das wert.

Derart gut ausgerüstet gingen Phillip und ich wieder zurück in den großen Saal, da wir da noch auf Schnitzel und Thomas warten sollten. Der Durst trieb uns aber vorher schon an die Tränke. Philip hatte dann auch gleich ein paar Getränke mehr mitgebracht. Da aber Philip und Thomas noch nicht da waren, standen wir also zwischen den ganzen Leuten rum und hatten jeder zwei bis drei Getränke in der Hand. Zum Glück fielen wir nicht weiter auf, da jeder so rumlief. Anscheinend waren die Wartezeiten an der Theke doch länger als gedacht. Normalerweise sollte man hier an einer Planänderung für den weiteren Abend arbeiten, aber da ich ja schon nicht mehr wusste wie viel Bier ich im Feuerwehrhaus getrunken hatte, ließ ich es einfach drauf ankommen. Während wir dann auf die Zwei warteten, traf ich Forrest. Forrest war einer von den Jugendfeuerwehrleuten, die im vor zwei Jahren unter Regins und meiner Führung die Leistungsspange gemacht haben. Anscheinend hat es geprägt, denn Forrest war voll wie eine ganze Jahreshauptversammlung. Auf die Frage was er schon alles getrunken hat, antwortete er das er nachmittags schon mit Bacardi angefangen hat. Aha, also doch was gelernt. Das erklärt natürlich einiges. Und bei ihm konnte ich es jetzt verstehen, warum er um die Uhrzeit schon so voll war. Da kann ich nur sagen, das er selber Schuld hat. Wenn ich Abend auf irgendeine Party gehe, dann schütte ich mich doch nicht am frühen Nachmittag schon zu. Vor allem bin ich da noch auf der Arbeit.

Wenige Zeit später, bei einem sporadischen Besuch der sanitären Einrichtungen, die auf keinen Fall den Namen verdienten. Traf ich dann Dirk und mußte so erleichtert feststellen, das ich keinesfalls der Älteste auf der Veranstaltung war. Aber es liefen genügend alte und nicht so alte bekannte Gesichter rum. Und mit denen konnte an ja auch mal gut einen trinken. Besonders mit Viktor, der anscheinend ein paar Kumpels aus Russland mitgebracht hat. Die beschwerten sich erstmal über die laschen Mischungen. Zugegeben, wenn man die ganze Zeit Wodka pur trinkt, dann kommt einem eine Mischung Wodka Red Bull vor wie ein Lutscher. Und die, die es trinken erst recht wie Lutscher. Zum Glück trank ich ja noch leckeres Becks und machte somit eine gute Figur.

Doch auch an Becks kann man überdrüssig werden. Und was liegt dann näher als mal eben auf eine leckere Mischung Bacardi Cola umzusteigen, da es kein Havana Club gab. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein und nehmen das was da ist. Und eine gute Mischung Cola Bacardi kann ja schließlich niemand verwehren. Schon gar nicht meiner einer. Doch wenn man dann erstmal ungestiegen ist, dann fällt das zurückfallen in alte Gewohnheiten recht schwer. Das ich nun wieder zurück auf Becks wechseln würde war undenkbar. Bereite sich mir das nächste Problem. Die Feineinstellung des Trinkintervalls. Bier kann man ja schlucken ohne Ende, aber haut man sich nun den Schnaps mit Cola gemixt in den Schero geht das auch schneller in das Blut. Was aber meinen Körper nicht störte, da er in sich in gewohnten Bahnen bewegte. Was sich daraufhin ausbildete, das ich ab jetzt immer zwei Mischungen in der Hand hatte. Aber die kosteten ja eh nur einen Euro und würden mich mit Sicherheit nicht umbringen.

Leider strich der Großteil der Meute die Segel als es gerade drohte interessant zu werden und kurzer Hand entschied ich mich noch da zu bleiben. Das nahm natürlich Porno und Thomas als willkommenen Anlass auch noch da zu bleiben und mir Gesellschaft zu leisten. Also ging es zurück an die Theke und dort wurde dann weiter Mischungen inhaliert und Schieße gelabert. Der Thomas suchte sich inzwischen neue Freunde und war auf einmal verschwunden. Ich entdeckte ihn erst wieder, als er in der Mitte von einem Wollknäul aus Armen und Gesichtern war. Anscheinend vertrugen einige den Alkohol nicht so richtig und wollten sich prügeln. Aber zu mehr als einem Handgemenge kam es eh nicht, weswegen ich meinen guten Observierungsplatz an der Theke nicht auf gab. Außerdem muß man sich ja immer einen Platz am Getränkestand sichern, sonst steht man plötzlich auf dem Trockenen.

Die Luft war so langsam raus aus dem Abend und ich machte den Vorschlag, das wir auch den Weg in Richtung Heimat antreten sollten. Die Uhr zeigte irgendwas mit 0500 Uhr an und ich würde auf jeden Fall nun gehen. Porno schloß sich mir an und Thomas Bee blieb noch da. Hat er doch den Sohn vom Besitzer des Schützenhaus kennen gelernt. Ich weiß nicht was, aber irgendetwas ließ mich vermuten, das er sich noch ein paar Freigetränke erhoffte. Eine kurze Befragung meiner inneren Organe ging knapp zu Gunsten der Heimfahrt aus. So landete ich dann, wie sollte es anders sein, nach wenigen Minuten Taxifahrt beim Bäcker, denn der Porno war ja mit an Bord und hatte Hunger. Bei den Bäckereifachverkäuferinnen scheinen wir schon bekannt zu sein, denn die eine sagte mir gleich, das wir ein wenig früh dran sind, denn die Brötchenlieferung war noch nicht da. Wenn ich also 10 Brötchen mitnehmen wollte, dann müßte ich noch ein wenig warten. Irgendetwas in mir richtete sich plötzlich auf und sagte was was sich ein wenig so anhörte wie: „Du trinkst einfach zu viel!“ Da aber solche Sätze niemals von meinem Gewissen kommen können ignorierte ich die Bemerkung und verbuchte sie unter akustischer Fatamorgana. Macht vielleicht jemand eine Gehirnwäsche mit mir? Nun gut, ich entschied mich dann für die klassische Zwei-Schinken-Käse-Sesam-Gebäck-Variante. Das war irgendwas Aufgebackenes, welches mit ziemlicher Sicherheit die Krümel in einem größtmöglichen Umkreis verteilen würde. Am Besten ißt man solche Gebäckteile auf einem weichem Teppich mit ganz langen Flusen. Porno nahm unverständlicherweise ein Salamibrötchen. Wie ich dann später erfuhr, hatte er es sehr lieb und nahm es mit in sein Bett, wo er dann am nächsten Tag mit einer Salamischeibe an der Backe erwachte. Also ehrlich, solche Sachen macht man doch nicht mit Gebäckstücken. Das sollte doch seit American Pie hinlänglich bekannt sein. Nachdem wir also unsere erworbene Ware in den Händen hielten, wollte ich schon Richtung Tür strukeln torkeln gehen, als ich Porno sah, wie er seine Jacke abstreifte und sich auf einem Stuhl niederließ. Was sollte das denn jetzt. Er machte Frühstück, allerdings in einem Tempo, das ich niemals bei ihm für möglich gehalten habe. Wie beschreibe ich das jetzt. Man stelle sich ein Gorilla vor der eine ganze Staude Bananen in sich rein schiebt, nur in Super-Slow-Motion®. Da ich ihn nicht so alleine da sitzen lassen konnte, gesellte ich mich zu ihm und wir starteten ein Gespräch über Beziehungen. Ok, wer hat da gesagt, das er sich jetzt genau mit dem Richtigen unterhält? Hä? Hä? Hä? Jetzt will es wieder keiner gewesen sein. Kennt man ja. Die Bäckereifachverkäuferinnen fanden unser Gespräch aber dann doch sehr interessant. Nach einer gewissen Weile konnte ich dann den Porno doch zum Aufbruch überreden und wir waren auf dem Rückzug. Mein Bett, endlich!

Ich könnte jetzt hier hin schreiben, das ich am Samstag Mittag aufgewacht bin und es ging mir blendend. Aber das wäre eine glatte Lüge und wir wollen doch dieses Logbuch nicht in einen Pfuhl der Lügen verwandeln. Deswegen bleibe ich bei der Wahrheit. An Essen war gar nicht zu denken. Irgendwie lag mir das Sesam-Gebäckteil vom frühen Morgen noch schwer im Magen und ein zweites wartete auf mich, da ich nur ein geschafft hatte. Ich probierte also das zweite Teil zu essen und es trat oben erwähnter Effekt auf. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen und mich zum Essen in die Badewanne legen sollen, aber nein, man ist ja zu bequem und haut sich das Ding im Bett rein. Und schon springen sämtlich Sesamkörner und Krümel im größtmöglichen Radius von ihrem Ursprungspunkt weg. Falls ich dann die kommende Woche mit Sesam im Schritt aufwache, dann weiß ich zumindestens woher der kommt. Der Nachmittag strich so dahin und allein die Vorfreude auf den Abend hielt mich wach. Matten feierte nämlich Geburtstag und da darf ein Besuch nicht fehlen.

Aufgrund diverser Krankheiten und Musicals waren wir aber nur zu viert, die Abends bei Matten einmarschierten. Vokke, Fabian, Morchel und ich. Was uns aber nicht davon abhielt es trotzdem ordentlich krachen zu lassen. Nachdem dann das Übliche gratulieren und Begrüßen der anderen Gäste vorbei war konnte ich mich dann endlich dem ersten Bier widmen. Das Begrüßen lässt sich bei solchen Gelegenheiten immer recht praktisch mit einem Klopfen auf dem Tisch bewerkstelligen. Kein stundenlanges Händeschütteln oder gar umarmen. Nein, einfach „N’Abend“ oder „Ich mach mal so, ne!“ raus schmettern und schon ist die Sache gegessen und man kann sich dem großen Endziel des Abends widmen. Dem großen Delirium. Los gings. Ich bezog meinen Platz neben Morchel und Hannes, Mattens Vater. Was sich später als Fehler raus stellen sollte. Denn nach der zweiten Runde Bier stand plötzlich ein kleines Glas, Experten würden Schnapsglas dazu sagen, gefüllt mit einer Flüssigkeit, die nach Kräutern roch. Oh Gott, es geht mit Schnäpsen los. Also rein mit dem Beschleuniger. Und er schmeckte wie er roch. Ich hoffte die Flasche leerte sich bald. Da Matten aber ein aufmerksamer Gastgeber ist, bemerkte er meine natürlich Abneigung gegen Kräuterliköre und stellte bei der nächsten Runde eine Flasche Linie auf den Tisch. Immerhin besser als Kräuterlikör, in dem wahrscheinlich die Reste vom Ausfegen der Halle von der Kräuterteefabriken von ganz Indien enthalten war. Also gab es leckeren Kümmelschnaps. Der schmeckte wie schon erwähnt nicht ganz so wie ein Schlag ins Gesicht aber ein kleine Backpfeife war es schon noch. Doch die Schmerzen nahmen mit jedem weiteren Glas ab. Dazu gab es weiterhin Bier, obwohl meine Augen schon den Havana Club in Mattens Kühltasche erblickt hatten. Um auch hier bei der Wahrheit zu bleiben, bekam ich dann schon leicht feuchte Augen, als ich die wunderschöne gelbe Flasche sah, auf der sich schon leicht die Frostkristalle bildeten. Irgendwie hatte sich ab jetzt Angst vor dem Ende des Abends.

Mattens Vater ging dann schon früher ins Bett und für uns hieß es ab jetzt leise sein. Denn die Toilette konnte nur betreten werden, wenn man das Schlafzimmer von Mattens Eltern durchquerte. Da man ja als Gast besonders rücksichtsvoll sein wollte, benahm man sich dementsprechend leise. Leider trat genau das auf was ich mal als Umkehrfunktion beschreiben will. Man will besonders leise sein und latscht dann irgendwo vor und macht einen Höllenlärm. Um nun den Lärm so schnell wie möglich zu beenden, fasst man schnell zu um das Umfallen der sündhaft teuren chinesischen Vase des unbezahlbaren venezianischen Spiegels von was auch immer zu verhindern. Dabei löst man meistens ein mittelschwere Katastrophe aus und man ist alles andere nur nicht leise. Das ganze wird dann noch potenziert, wenn man fünf bis achtzehn Bier getrunken hat. Also auf gings zur dritten Toiletten-Runde. Ergebnis: Einmal gegen das Bett getreten, einmal vor die Wand gelaufen (Weil man ja kein Licht an machen will!) und beim Klinkendrücken zweimal daneben gefasst und schön vor die Toilettentür gebollert. Aber Hannes schlief weiter. Beim Rückweg wurde dann die Hand zur Hilfe genommen und erstmal Schlieren auf dem Spiegelschrank hinterlassen.

Wieder im Wohnzimmer angekommen erwartet einen dann meistens schon der nächste Schnaps. Und die anderen behaupteten schon drei weitere Schnäpse getrunken zu haben, während man auf dem Klo war. Na klar und der Mond ist aus Harzer Roller. Da man aber kein Spielverderber sein wollte, trank man ihn trotzdem. Die Geschmacksnerven nahmen ja schon seit 73 Minuten eh nichts mehr war. Dank des Kräuterlikörs, war alles in den Notaus gegangen, was nur im entferntesten Geschmack erkennen könnte. Nun ist aber Schluß. All diese Tortouren haben nun ein Ende, denn sich stieg um auf Havana Club mit Cola. Die erste Mischung genoss ich und 15 Sekunden später genoss ich dann die zweite Mischung. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war die Schnapsrunde. Normalerweise setzte ich dann ja aus, weil ich ja den Schnaps nun mit Cola trinke. Das scheint im Hause Schwedhelm aber nicht zu gelten und die nächste Runde Linie wurde eingekippt. Vokke sah zu dem Zeitpunkt schon sehr voll aus. Der Brillenanzeiger ließ auf ca. 3 Promille schließen. Aber er trank tapfer weiter die Linie. Ich übrigens auch, obwohl ich mit der Regelung Schnaps und Mix-Getränke nicht einverstanden war. Wäre ich noch in der Lage gewesen, Sätze so zu lesen, das ich sie auch verstanden hätte, dann hätte ich mir die Spielregeln nochmal durchgelesen.

Da ich nun nicht mehr in der Lage gewesen bin zusammenhängende Sätze zu verstehen, ist es verständlich, das ich die Uhrzeit nicht mehr aufnehmen konnte. Ehrlich gesagt war es mir auch egal, wieviel Uhr es ist. Irgendwie muß es wohl für alle anderen auch schon recht spät gewesen sein. Es wird gemunkelt, das Vokke, sich für ein längeres Gespräch mit der Kloschüssel im Bad eingeschlossen hat. Das weiß ich jetzt aber nur durch Hören-Sagen und ich lasse jetzt mal dezent unter den Tisch fallen, das nicht alle Spuren der Unterhaltung beseitigt wurden.

Nun kommt wieder so eine Stelle an die ich mich absolut nicht erinnern kann. Aber das sie statt gefunden hat ist so sicher wie die Tatsache, das der Papst katholisch ist. Jemand (Morchel) muß wohl den Vorschlag gemacht haben in die Werkstatt zu fahren. Gerüchteweise muß ich wohl von Anfang an dafür gewesen sein, die anderen hingegen hatten Genug und wollten nach Hause. Wer jetzt denkt das ihn das kein bisschen überrascht, dem kann ich hier nur Recht geben. Da ich nicht mehr weiß was die Uhr geschlagen hatte, kann ich auch keine verlässlichen Angaben mehr machen, wann wir in die Werkstatt aufgebrochen sind. Tja und wie voll es in der Werkstatt war kann ich auch nicht mehr sagen. Was ich aber mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, ist, das Morchel und ich voll waren wie tausend Mann. Wie ich darauf komme, fragen sich einige interessierte Leser nun. Punkt 1: Es wurde keine Flasche mehr geholt. Das lässt schon mal tief blicken. Punkt 2: Sämtliche Knabberkram-Schüsseln, die in Blickweite waren, wurden gnadenlos vernichtet. Punkt 3: Obwohl wir uns keine Falsche geholt haben ließ der Mischungskonsum nicht nach. Und das war es eigentlich. Nein, wir wollen Lügen frei bleiben. Punkt 4: Es wurde getanzt und zwar nicht zu knapp. Morchel wünschte sich pausenlos irgendwelche Klassiker beim DJ. Klassiker deswegen, weil es einfach nicht die heutigen üblichen Werkstatt-Lieder waren, sondern Lieder zu denen man noch richtig angehen kann und kein dumpfes gewummere oder versuchter Sprechgesang. Und wie sollte es auch anders sein, kam dann früher oder später „Temple of love“ von den Sisters of mercy. Als die ersten Takte an mein Ohr drangen, klinkte etwas aus. Eine gewisse Schaltung, die erst ab 5 Promille ihre Tätigkeit aufnimmt sorgt dafür, das ich zur Tanzfläche laufe schleiche und versuche mich rhythmisch zu bewegen. Die Betonung liegt hier auf „Versuchen“. Auf einer Tänzerskala, eingeteilt von 1 bis 10, kann man mich ungefähr bei einer -7 einordnen. Ich kann froh sein, das keiner verletzt wurde.

Und somit kommen wir beim Ende der Erinnerungen vom Samstag Abend an. Ich würde hier gerne noch ein wenig mehr hinschreiben, aber so sehr ich auch suche, da ist nichts mehr. Das nächste das ich weiß ist, das ich aus dem Taxi gefallen gestiegen bin und mich auf den langen Weg vom Bäcker nach Hause gemacht habe. Dann erinnere ich mich wieder an mein Bett am Sonntag Vormittag und das es mir unglaublich Scheiße ging. Warum nur, ich habe doch genügend Kümmelschnaps am Vorabend getrunken, von daher sollte die Verdauung doch in Ordnung sein. Oder aber die Verdauung war so gut, das mein Magen angefangen hat sich selber zu verdauen. Vielleicht finde ich ja noch ein paar Sesamkörner vom Samstag Morgen Frühstück.

Ganz leise, kaum zu hören, sprach eine Stimme zu mir: „Ich wusste, das der Abend kein Geschenk werden würde!“ Ich ignorierte die Stimme und wünschte meinen Magen zur Hölle.


Die Versuchungen

01/03/2007

Dieses Wochenende stellte mich das Schicksal auf eine harte Probe. Entweder wollte es mir etwas Gutes tun oder mir dermaßen einen auswischen, das ich wieder eine ganze Woche in Selbstvorwürfen versinke. Aber lest selbst ob ich die mir gestellten Fallen geschickt umschifft habe oder ob ich mit Volldampf auf das gefährliche Riff des Lebens gelaufen bin. Was für eine herzzerreißende Eröffnung. Ich weiß selbst nicht was mit mir los ist. Ich glaube der 11-Seiten-Mammut-Logbucheintrag über Karneval hat mir den Rest gegeben.
Eigentlich hatte ich ja das Recht am Donnerstag noch frei zu machen, da ich die halbe Nacht beim Feuerwehreinsatz bei Firma Lichtenberg in Westerode war. Aber das Pflichtbewusstsein und vor allem das dumpfe Gefühl, das ich nicht hätte frei machen können trieben mich zur Arbeit. Und so war es auch. Dank einer Konstruktionsbesprechung mußte ich einen Baugruppe, für die drei Tage Konstruktion angesetzt waren in zwei Tagen schaffen oder eben den Rest am Samstag fertig machen. Der Arbeitssamstag hing also wie ein Damokles-Schwert die letzten zwei Tage der Woche über mir und ich habe dann den Freitag schön bis 1800 Uhr gearbeitet. Und eigentlich stand für mich shcon fest, das an diesem Freitag nichts unternommen wird. Dank der tollen Tage, dem aufreibenden Feuerwehreinsatz und der durchaus anstrengenden Arbeitstage lief mein Organismus schon auf Reserve und benötigte vielleicht mit ziemlicher Sicherheit einen Abend der Ruhe, mit anschließendem Ausschlafen. Eine kleine, aber bestimmende Stimme, tief aus den Falten meines Gehirns rief mir zu das ich den Abend auf dem Sofa verbringen sollte, wo mir dann gegen 2030 Uhr die Augen zu fallen sollten. Ich war wirklich geneigt dieser Stimme glauben zu schenken. Sie hatte einen leicht einlullenden Unterton der einen sich das Sofa sofort herbei wünschen lässt, ähnlich wie Lemminge sich die Klippe herbei wünschen. Kommen wir also gleich zum Samstag.

Wem will ich hier was vor machen. Die einlullende Stimme war ein feiner Versuch meines Unterbewusstseins mich vor den Folgen des Abends zu bewahren, aber dank der all Zeit bereiten und ständig wachsamen Leber hatte die Stimme nicht lange Luft. Es fing also damit an, das ich nachdem ich Buffy, the vampire slayer einen harten Action-Kracher geguckt habe mich nochmal aufraffte und zum Training begab. Natürlich habe ich nicht selber trainiert, sondern bin erst nach dem Training hin gefahren um die letzten Feinheiten für unseren Glashausbesuch abzustimmen, der für Samstag geplant war. Ach ja, ein weiterer Grund, warum ich hätte Freitag besser zu Hause bleiben sollen. Dort kam dann die erste Hiobsbotschaft. Wir hatten Sonntag Morgen um 1100 Uhr ein Spiel. Jetzt mal ernsthaft. Wer hat denn bitteschön an einem Sonntag Morgen um 1100 Uhr Zeit Fußball zu spielen. Ich glaube keiner. Oder aber man ist so pflichtbewusst und bleibt dann am Samstag mit dem Arsch zu Hause und ist dann Sonntag frisch und bereit für sportliche Aktivitäten.

Enüchternderweise war die halbe Mannschaft dazu bereit. Die andere Hälfte hatte schon was anderes vor. Schock machte sich in meinem Gliedern breit. Ich fiel wie in einen tiefen Brunnen. Die ganze Woche (seit Donnerstag) freute ich mich auf das Glashaus. Heiße Frauen mit eng anliegenden Kleidern, die einem den Verstand rauben und die Phantasie in das Unermessliche steigern. Gepflegte Konversation in einem netten Ambiente und eventuelle Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht (Havana Club Bestellung an der Theke). Und nun soll das alles ins Wasser fallen. Gott sei Dank wollte Christian mitkommen, zwar nichts trinken, aber wenigstens mitkommen. Von Ingo wusste ich auch das er total heiß auch Lust hat mit ins Glashaus zu kommen. Da wären wir schon mal vier (Ja, ich kann rechnen, Christians Freundin wollte nämlich auch mit kommen). Ich muß wohl leicht weggetreten gewesen sein, als ich kurz fiel und durch rechnete wer nun alles mitkommt. Denn als ich wieder zu mir kam hatte ich ein Bier in der Hand und gratulierte Victor nachträglich zum Geburtstag. Endlich mal eine schöne Art wieder zu Bewusstsein zu kommen. Sonst liege da immer auf der Straße vor meinem Bett mit allen Klamotten an vor meinem Bett mit keinen Klamotten mehr an in meinem Bett (Klamotten sind optional) und versuche festzustellen wie ich dorthin gekommen bin.

Doch warum hatte ich schon wieder ein Bier in der Hand. Reine Reflexhandlung und die erste Maßnahme das mein Unterbewusstsein die penetrante Stimme in meinem Hinterkopf langsam anfängt zu überhören. Da nun der grobe Ablauf für den morgigen Samstag feststand brach die Gruppe langsam auseinander und ich machte mich auf den Weg um mein Sofa einen etwas längeren Besuch abzustatten. Doch vorher mußte ich dem Schnitzel berichten, das auch Thomas Bee und Philip heute Abend nichts machen wollten. Nach einem kurzen Telefonat mit Schnitzel befand ich mich dann auch schon auf dem Weg nach Hause um mein Auto abzustellen und auf ein kurzes Bier in den Jugendraum zu gehen. Werden hier nicht schon wichtige Fakten unter den Tisch fallen gelassen? Warum war ich auf dem Weg zum Bier trinken? Steuerte ich nicht zielstrebig mein Sofa an um meinem Körper die nötige Ruhe zu verschaffen? Das war der Plan. Ein Scheiß-Plan, wenn hier mal anmerken darf. Frei nach dem Motto: „No rest for the wicked!“, hatte es Schnitzel nicht schwer mich zu einem Abendprogramm zu überreden. Was an stand dürfte nicht so schwer zu erraten sein. Wer hat Werkstatt gesagt? Richtig. Der ungefragt Antwortende erhält einen Freiverzehrgutschein für ein Hefe-Weizen, nicht einlösbar vor 2023. Bitte selber malen und mir zur Unterschrift vorlegen.

Im Jugendraum wurden dann auch zwei kurze Bier getrunken und es ging ab in die Werkstatt. Als Programm hatte sich Eberhardt die Jägerettes ins Haus geholt. Jägerettes? Das sind die verrückten Jungs und (gut aussehenden) Mädels in den orangenen Kostümen, die immer eine arme Sau in einem Hirschkostüm dabei haben. Es gibt ja schon beschissene schlechte Jobs, aber als Jägermeister-Maskottchen in einem Fellkostüm durch diverse Discos zu tingeln und andere Leute abzufüllen steht glaube ich ganz oben auf der Liste der stinkenden Jobs. Gott, da schwitzt man ja schon beim Hingucken wie ein Eskimo in der 120°C Sauna nach dem achten Latschenkieferaufguss. Und so was wollten wir uns dann heute Abend freiwillig an tun. Doch bevor wir die Werkstatt aufsuchen konnten sollten wir noch den Porno abholen. Gerüchte besagen, das er auf ein 15jähriges Jubiläum eines Betriebes in seiner Verwandtschaft eingeladen wurde. Wir vermuten allerdings das er es zufällig mitbekommen hat, das ein 15jähriges Jubiläum gefeiert wird und sich kurzer Hand selber eingeladen hat. Besser gesagt, er hat sich einfach ins Auto gesetzt und ist mitgefahren. Die Suchmission Porno begann am Bostal, wo besagte Feier stattfinden sollte und wie wir durch einschlägige Quellen erfahren durften hatte der Porno schon einiges an Alkohol konsumiert. Kein Wunder ist er ja schon seit 1800 Uhr beim Druckbetanken, welches ich an seiner Stelle aber genauso gemacht hätte. Ganz weit draußen in der Prärie sahen wir dann eine Gestalt die des aufrechten, schwindelfreien Ganges nicht mehr ganz so mächtig zu sein schien. Beim annähren entpuppte sich die Gestalt als Porno, der seine Augen nur noch mühsam aufhalten konnte. Wir sagen jetzt einfach mal, das es unglaublich kalt war. Er schaute leicht verwirrt in Philips Auto und erkannte uns anscheinend nicht. Also setzten wir unsere Fahrt fort. Das schien ihn nicht weiter zu stören und er wankte weiter. Nachdem wir dann gedreht hatten kam das weiche Herz in uns allen durch und wir nahmen ihn mit zu Werkstatt.

In der Werkstatt angekommen stelle ich rapide fest, das ich eindeutig zu wenig Bier getrunken hatte. Denn es war einfach nichts los und um nun richtig in Stimmung zu kommen benötige ich eine Menge Bier, hatte ich den Mischungen mal wieder abgeschworen. Und dann kam noch erschwerend die Conny-Situation hinzu. Ja, Conny bediente mal wieder Freitags, generell der Tag wo wenigstens ein wenig was los ist in der Werkstatt. Als ob ich geistig ein wenig zurück geblieben wäre oder ich mein Augenlicht verlieren würde, wenn ich die Werkstatt betrete (manchmal wäre das gar nicht so verkehrt) machte mich Schnitzel gleich wieder darauf aufmerksam, wer denn gerade hinter der Theke ihren Dienst verrichtete. Und er freute sich dabei, was mir immer sehr viel Sorgen bereitet. Genauso seine Androhung Ankündigung uns Beide nochmal zusammen zu bringen. Aber wie ich ja bereits schon mehrmals erwähnt habe. Bin ich über Conny hinweg. Es war zwar ein wenig enttäuschend, aber man kann sich ja nicht ewig wegen idiotischem Verhalten ärgern. Da wird man ja verrückt und dann wären dann unsere Sanatorien extrem überfüllt. Während also Philip, Schnitzel und Porno darüber diskutierten ob sie sich eine Flasche holen sollten, schenkte ich Conny ein Lächeln und bekam es gleich zurück um die Ohren gehauen ein viel wunderbareres Lächeln zurück. Irgendwann zwischendurch muß ich wohl meinen Begrüßungssatz fallen gelassen haben, denn kurze Zeit später stellte sie mir ein Becks hin. Oder sie kann Gedanken lesen. Wohl aber nicht, denn sonst hätte sie es nackt serviert. Die Diskussion hat sich mittlerweile dahin entwickelt, das eine Falsche Wodka geordert wurde. Eigentlich eine totale Zeitverschwendung, denn ob man nun eine halbe Stunde oder nur fünf Minuten diskutiert, die Flasche wird eh gekauft.

Nun kommt erstmal eine sehr langwierige Phase, da keiner so richtig stramm war. Die Flaschenkoalition arbeitet gerade an diesem Zustand und ich kippte mir ein Bier nach dem anderen rein um irgendwie dem Zustand im geringsten nahe zu kommen. Aber so richtig half das mit dem Bier nicht. Aber bevor ich nun auf teure Mischungen umstieg, die ich dann in dem gleichen Tempo wie Bier trank, hielt ich mich noch ein bischen länger an dem goldenen Saft fest. Unseren Standort verlegten wir dummerweise an einen Tisch in den rückwärtigen Bereich der Werkstatt. Da hätten wir uns gleich vor eine geschlossene Tür setzten können und hatten bessere Aussichten. Bis dann plötzlich zwei junge Damen des Weges kamen uns sich zu uns setzten. An sich ja eine erfreuliche Begebenheit, die vor allem dem Porno zu gefallen schien, aber leider muß ich den sensationslüsternen Leser hier enttäuschen. Denn die Damen waren in Duderstadt recht bekannt als Anhängerinnen des ältesten Gewerbes (Nein, sie waren keine Bäckerinnen) und daher sahen wir zu das wir sie höflich aber bestimmt von unserem Tisch entfernten. Ich brauchte glücklicherweise nichts zu sagen, denn das übernahmen Philip und Porno zur Genüge. Aber sie luden sich quasi selber aus, als sie Philip eine Mischung über die Hose kippten. Schnell merkten die Mädels, das sie bei uns nicht landen konnten und zogen wieder Leine. Spaßig war noch der Umstand das sie Schnitzel zielsicher russischer Herkunft zuordneten. Da erkennt man doch wahre Menschenkenntnis.

Nachdem wir dann die leichten Mädchen wieder los wurden, machte ich den Vorschlag einen etwas thekennäheren Platz einzunehmen. Da machen wir dann vielleicht nicht eine so gänzlichen verzweifelten Eindruck und ich konnte Conny besser beobachten. Aber wir hatten ja Porno dabei, von daher konnte wir uns eigentlich hinstellen wo wir wollen. Die Verzweiflung folgte uns. Nur ein kleiner Scherz. Doch in einem hatte ich recht. Porno fällt immer auf. Denn sogleich kam ein Paparazzi an und wollte Fotos von uns machen und die dann ins Internet stellen. Geistesgegenwärtig sprang ich zur Seite und gab damit den Hinweis für die anderen, so daß plötzlich nur noch der Porno alleine da saß. Trotz Aufforderungen unsererseits doch mal „gut zu gucken“ funktionierte es nicht so richtig und das Gesicht bleib unbewegt. Irgendetwas in ihm blockierte die natürliche Reaktion. Das Foto wurde dann auch wieder gelöscht. Ich vermute ja, das die Kamera im Laufe des Porno-Fotos zerstört wurde, aber der Fotograf war zu keiner Stellungnahme mehr bereit. Wer weiß wozu es gut war.

Als besonders nette Überraschung stand dann plötzlich die Kathrin vor mir. Die war nämlich mit Heike da. Naja, so groß war die Überraschung nun auch nicht, da ich die Beiden schon über die Theke gesehen und ihnen zugewunken hatte. Da dauerte es dann ja nicht lange bis Kathrin den weiten Weg um die Theke rum gefunden hatte. Das wir unseren Standort aufgaben wurde nicht in Erwägung gezogen. Wenn wir ehrlich sind, müssen Männern nun mal ihren Thekenplatz sichern. Hübsche Frauen kommen da schneller mal wieder an die Theke, als irgendwelche komischen Vögel, die schon 3 bar auf dem Kessel haben. Rein logisch gesehen haben wir die richtige Entscheidung getroffen. Ich unterhielt mich dann halt ein wenig mit Kathrin, aber irgendwie plapperte mir jemand von der Seite ständig was ins Ohr. Beim analysieren der Sätze und der Stimme konnte es nur der Porno gewesen sein. Da Philip und Schnitzel in einem Gespräch war nutzte der Porno die Gelegenheit um mir was zu erzählen. Das ich aber in dem Moment gerade mit Kathrin im Gespräch, hat ihn nicht sonderlich gestört. Selbst ignorieren half nicht. Aber solche Sachen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich kann mich da an eine Geschichte aus dem Checker erinnern. Aber das gebe ich irgendwann mal bei meinen „historischen Beiträgen“ zum Besten.

Aber irgendwas stimmte mit dem Porno eh nicht, denn er machte Anstalten den Heimweg anzutreten. Trotz Gelächter guter Worte unsererseits machte er sich auf den Weg. Obwohl es nicht ganz so prickelnd war in der Werkstatt fiel uns das Aufbrechen schwer. Deswegen machte sich dann der Porno alleine auf den Weg. Und ich machte mir richtig Sorgen. Sonst hält der Porno immer bis zum Schluß durch. Sollte sich da etwa ein Lanz-Bulldog-Problem anbahnen? Lassen wir das mal ein den Raum gestellt und beobachten die Entwicklung über die nächsten Wochen.

Da nun Porno gegangen war, obwohl die Flasche noch nicht komplett geleert war, hatten wir noch eine kleine Gnadenfrist, bevor dann eine weiter Entscheidung gefällt wurde. Die wurde dann schamlos von den Jägerettes ausgenutzt die mich erstmal mit Jägermeister in Reagenzgläsern ausgerüstet haben. Kathrin wurde erst schief angeguckt und erst nachdem wir uns dafür verbürgt haben, das sie schon 18 Jahre ist, hat sie ein Schnaps bekommen. Den Geschmack des Jägermeisters möchte ich hier nicht näher beschreiben, da ich zwar eine Menge ordinärer Wörter kenne, aber die Hälfte hier nicht hinschreiben möchte/darf und alle irgendwie nicht so richtig auf das Geschmackserlebnis passen. Sagen wir einfach, er war unglaublich lecker! Trotz der natürlichen Abwehrreaktion meiner Gesichtsmuskeln hielt mir irgendjemand gleich ein neues Reagenzglas hin. Hallo, sieht man das nicht das mir das Zeug nicht schmeckt? Beschwerden wurden geflissentlich ignoriert und ich durfte den nächsten Jägermeister rein kippen. Noch einen mehr und ich trete jedem als Hirsch verkleideten Menschen dorthin wo die Sonne nicht scheint.

Nun kam die Situation, in der ich gerne abgehauen wäre. Die Stimmung war irgendwie besser geworden, aber die Flasche war alle. Mir war es egal, denn ich trank ja Bier. Nun wollten wir noch bleiben, aber Philip und Schnitzel wollten sich nicht alleine eine Flasche teilen. Was lag da näher als den guten Pitsche zu fragen. Der war nämlich schon wieder so gut drauf, das er glatt ja sagte und mit der gleichen Handbewegung die 10 € überreichte. Ich bin so ein Arsch, der Abend wird doch wieder im Vollrausch enden und zwar so schlimm, das ich froh sein kann, wenn ich im Bett schlafen werde.

Während ich dann auf die Flasche wartete schickte das Schicksal eine schwere Versuchung vorbei. Die Versuchung kam in Form eine großen Brünetten mit langen Haaren und einem verdammt hübschen Lächeln. Ich bemerkte ein leichtes Quietschen als mein Unterkiefer langsam dem Boden entgegen gezogen wurde, doch bevor es sehr auffällig wurde hatte ich mcih wieder unter Kontrolle und überüprüfte schnell meinen Mund nach Sabberresten. Alles im grünen Bereich. Nun gab es kein Zurück mehr, wir mußten noch da bleiben. Mit einem breiten Grinsen stellte der Schnitzel die Flasche vor mir hin und damit die Bestätigung für eine Verlängerung. Genau im richtigen Moment. Doch halt, was höre ich da aus den Tiefen meiner Hirnfalten rufen. Eine ermahnende Stimme schrie sich heiser, das ich doch an den Anfang des Jahres denken sollte und an die nicht vorgenommenen Vorsätze. Kein schlechtes Gewissen wegen nicht genutzter Chancen sollte mich mehr plagen. Ich war kurz davor einen kleinen Gedanken los zu schicken, der der kleinen, aber penetranten Stimme mal zeigt wo der Hammer hängt, aber dann rief ich ihn zurück und gab der Stimme recht. „Saved by the bell“, wie der boxende Kollege sagen würde. Aber das war durchaus eine weibliche Person, die man den Abend über im Auge behalten sollte.

Schlimmer konnte es gar nicht mehr kommen. Hinter der Theke die Conny, die mir ab und zu mal ein Lächeln zu schmiß und gar nicht ahnte was sie damit anrichtete und dann die hübsche Brünette, die sich von Zeit zu Zeit provozierend auf der Tanzfläche bewegte. Doch die Stimme behielt die Oberhand. Ich machte einen schwachen Versuch sie mit Wodka zum Schweigen zu bringen, aber sie war härter. Wochenlange Ausbildung und vor allem wochenlang keine Versuchungen haben sie gestählt. Und doch war da ein kleiner Teil, der irgendwie morgen ein schlechtes Gewissen haben wollte, der sich einfach wieder fallen lassen wollte. Ich habe sie dann noch ein paar Mal gesehen, aber so das sich eine Chance ergeben hätte war es nicht. Ob das schlechte Gewissen nun zuschlagen würde muß sich noch zeigen. Auf jeden Fall wurde der Standort nach der Halbzeit (für mich jedenfalls, für die anderen Beiden wurde gerade das letzte Viertel angepfiffen) der Wodkaflasche wieder mal verschoben. Nun in den vorderen Bereich, wo man die Tanzfläche besser im Blick hatte. Nun weiß ich nicht ob das schon wieder Absicht von Philip und Schnitzel war, aber nun konnte ich sowohl Conny als auch die Brünette beobachten. Qual pur. Aber die Stimme war immer noch hörbar. Wie diese Bojen mit der Glocke. Der Sturm kann noch so peitschen, diese Boje hört man immer. Philip war in der Zwischenzeit gar nicht untätig und holte erstmal eine neue Dame an den Tisch. Die Johanna, die, wie sich später herausstellte auf dem gleichen Gymnasium Abitur gemacht hat wie ich. Sehr nett.
Die Brünette war nun mittlerweile gegangen und für uns wurde es auch Zeit nach Hause zu gehen. Der Hauptgrund war aber die geleerte Wodkaflasche. Doch so einfach nach Hause gehen geht ja nicht, erstmal wurde beim Bäcker angehalten und Brötchen inhaliert. Und schließlich und endlich konnte ich mich ins Bett legen.

Mein Tag begann diesmal ohne Streß. Es war ungewohnt aufstehen zu können ohne irgendeine MZH aufzuräumen oder Geld zu zählen oder Wagen zu schmücken. Was sechs Tage voller Alkohol doch mit einem anstellen können. Aber dafür hing über dem Samstag noch das weblog von den tollen Tagen. Es wird lang werden, das war mir am Dienstag schon klar und ich bereitete mich auf einen anstrengenden Samstag vor. Außerdem gings es ja Abends ins Glashaus. Nach dem Aufstehen dankte meine Mutter mir erstmal für die 10 Brötchen die ich morgens mitgebracht hatte. „10 Brötchen?“, stand als Fragezeichen in meinem Gesicht. Also mußte ich noch mehr Brötchen gekauft haben, als nur die zwei Käsebrötchen. Aber ich habe mir nichts anmerken lassen. Jetzt weiß ich auch warum ich soviel Kleingeld in meinem Portemonnaie hatte. Und das Beste war, das ich kein schlechtes Gewissen hatte, das ich die Brünette nicht angesprochen hatte. Es scheint zu wirken. Ich glaube in Fachkreisen wird das Autosuggestion genannt.

Wie schon gesagt bestand der Tag aus weblog schreiben. Und elf DIN A4 Seiten können verdammt lang werden. Aber die Hoffnung auf den Glashaus-Abend hielten mich aufrecht. Und die wurde an dem Tag einige Mal auf die Probe gestellt. Nach etlichen Telefonaten stand aber die Truppe fest. Christian und Sabrina haben abgesagt, weil es Sabrina nicht so gut ging. Also bleiben Ingo und ich auf der einen Seite. Dann kam noch der Fabian und seine Freundin hinzu, die aber gleich ins Glashaus kommen wollten, weil Katja noch ihren Bruder und dessen Freunde mitnehmen mußte. Und zu guter Letzt Schnitzel, Philip, Kai und Wiebke, die vorher im Feuerwehrhaus saßen. Ingo wollte mich dann gegen 2130 Uhr abholen. Da aber das Fernsehprogramm an den Wochenenden eher bescheiden ist, entschloß ich mich dazu vorher auch ins Feuerwehrhaus zu gehen. Da gibt es ja schließlich auch Bier. Und die ersten zwei Flaschen wanderten dort auch schon den Schlund runter. Ingo holte mich dann ab und wir fuhren erst ins MaxM um noch ein paar Bierchen zu trinken.

Ich wusste, daß das Glashaus meinen nicht vorgenommen Vorsätze auf eine harte Probe stellen würde und ich fühlte mich vorbereitet. Den Anfang machte aber trotzdem das MaxM, denn dort gab es wieder mal ein bis drei sehr hübsche Kanditatinnen, für die ich meine nicht vorgenommenen Vorsätze sofort in den Wind geschossen hätte, wenn ich sie zwei Wochen nach dem Jahreswechsel gesehen hätte. Aber so war ich im Training und hielt gut durch. Aber etwas sagte mir, das es ein harter Abend werden würde. Sichtlich aufgeregt beruhigte ich mich selber mit zwei weiteren Bieren im MaxM und dort wusste ich schon, das dies nicht das Getränk des Abend bleiben würde. Aber für den Anfang reichte es erstmal aus. Um 2300 Uhr traten wir dann Weg ins Glashaus an und meine Sorgen wurden immer weniger. Und vor allem trat der übliche Panikeffekt ein, das man auf dem langen Weg nach Worbis ganz plötzlich nüchtern werden würde. Früher hatte ich ja immer ein oder zwei Flaschen Bier für die Angst dabei. Aber die kann ich ja schlecht aus dem MaxM mitnehmen. Also wurde die Fahrt so durchgestanden. Es würde ja bald wieder was geben.

Von wegen, erstmal war anstehen angesagt. Aber das ging schnell vorbei und ich schmeckte schon das erste Bier auf der Zunge. Doch was war das? Ein bekanntes Gesicht trat auf uns zu als wir gerade auf dem Weg in den Club Havana (bekloppter Name) waren. Docschen war auch da und begrüßte uns mit den Worten: „Ich glaube nur der Chef ist hier älter als ich!“ Wenn es weiter nichts ist. Nun folgte ein kurze Unterhaltung über dies und das, Sinn und Unsinn des Trinkens und der allgemeinen Gästeschar im Glashaus und mein Mund wurde immer trockener. Jetzt hätte ich doch beinahe wieder das Prägende für das Glashaus vegessen. Der Glashauseffekt. Dieser Effekt tritt eigentlich bei jedem männlichen Gast ein, der das Glashaus betritt. Sofort prasseln Eindrücke von überaus hübschen Frauen auf einen ein und man kann sich gar nicht mehr konzentrieren. Gliedmaßen werden in spastischen Bewegungen vom Körper fortgeworfen. Sinnlose Sätze wie: „Ist in der Butter zu viel Schmalz, springt der Mond in ein Faß Salz!“ verlassen den Mund. Wenn es Sätze sind sollte man noch froh sein. Die Meisten brabbeln irgendwelche wirren Wörter vor sich hin und werden in naher Zukunft eine Jacke tragen, die man am Rücken schließen kann. Hat man nicht etwas auf das man seinen Fokus konzentrieren kann, ist es bald um einen geschehen. Seit jeher fokussiere ich mich auf die Theke und das Bier. Anders hätte ich schon längst den Verstand verloren und würde in einem Raum mit Matrazen an den Wänden meinen Kopf permanent gegen die Wand hämmern. In dem Zustand ist einem eh alles egal und man freut sich auf den Waschtag, aber dazu habe ich ja später immer noch Zeit.

Wie schon erwähnt waren die Frauen wie immer sehr hübsch an zugucken und gerade die anfängliche länger Unterhaltung mit Docschen brachten mich in eine prekäre Situation. Ich hatte nichts zu trinken und um mich rum waren lauter Damen, die meine Willenskraft auf die probe stellten. Außerdem habe ich immer das Gefühl nackt zu sein, wenn ich kein Getränk in meiner Hand halte. Ich fühle mich dann irgendwie so unvollständig und weiß nicht so richtig was ich mit meinen Händen anstellen sollen. In die Tasche stecken ist auch irgendwie doof, nachher denken die anderen noch ich hätte mir die Taschen aufgetrennt und spiele die ganze Zeit an… Aber lassen wir das. Es dauerte aber nicht lange da war ich wieder komplett mit einem kühlen Becks in der Hand. Um dann kurz danach von Ramona überfallen zu werden. Gott sei Dank hatte ich mein Getränk schon und fühlte mich angezogen. Und was ganz schlimm ist, sind die ständigen Party-Fotografen. Kaum steht man mit einer hübschen Frau herum kommt einer um die Ecke und macht Fotos. Auf der anderen Seite der Kamera habe ich mich noch nie wohlgefühlt, wohl aber die Ramona und wir haben uns in Pose geschmissen. Falls die Kamera kaputt gegangen wäre, hätte ich mich schnell vom Acker gemacht. Hat aber alles gehalten und nun hoffe ich mal nicht, das das Foto online gestellt wird.

Da Ingo und ich mal wieder die Letzten waren die losgefahren sind, waren also die anderen schon da und haben einen mäßig guten Platz im Havana ergattert. Dazu muß man sagen, das im Havana nur mäßig gute Plätze vorhanden sind. Die haben diese Disco so richtig schön verschlimmbessert. Aber lamentieren hilft ja wie so oft nicht. Nur noch nach kippen. Und ich mußte mal wieder feststellen, das Flaschenbiere nicht lange vorhalten. Jedenfalls nicht am Anfang eines Abends. Später haben sie dann genau die richtige Größe. Aber ich habe ja dann noch Fabian und Katja getroffen, die schon etwas länger da waren und Fabian hat sich schon sehr am Desperados gütliche getan. Kein Wunder, war ja Desperados Promotion im Glashaus. Was heißt, das vorsätzlich Tequila Bier an den Mann gebracht wurde und zu dessen vermehrten Konsum mit Werbegeschenken gelockt wurde. Die Werbegeschenke waren natürlich billigster Sorte und trotzdem lief das halbe Glashaus mit den Dingern rum. Und auch ich muß mich zu dieser Sorte zählen. Fabian zwang überredet mich zu einem Desperados und wir begaben uns auf den langen Weg in die Arena. Beim Betreten der Arena wurde mir mit einem Schlag klar, das ich nun das Paradies der Spacken betrat. Wo das Auge hinblickte sahen die Kerle alle spackig aus, die Frauen dafür aber ganz schön heiß und hatten echt enge Klamotten an. So ist das halt im Spackenhimmel und was mich ein wenig tröstete war, das die Frauen zwar alle unglaublich heiß waren, aber wenn sie auf solche Spacken standen, dann mußte da im Gehirn, wenn überhaupt vorhanden, was fehlen mußte. Als ich mich dann durch etliche Spacken gekämpft hatte, die natürlich nicht freiwillig Platz gemacht haben sondern sich mit ihren Hühnerbrüsten besonders breit machen wollten, konnte ich endlich Bier bestellen. Zu jedem Bier gab es dann ein Rubbellos wo man diverse Symbole freirubbeln konnte. Für Katja habe ich dann gleich ein Schlüsselband (laut Katja heißen die aber Bämmel) mitgebracht und nachdem ich dann mein grandioses Rubbellos aufgelöst hatte habe ich auch *Trommelwirbel* ein Bämmel bekommen. Toll, damit kann ich jetzt gar nichts anfangen total spackig rumlaufen, wenn ich mir das Ding aus der Hosentasche baumeln lasse. Oder ich stecke es einfach ganz schnell in meine Jackentasche.
Der Spackenhölle zu entfliehen war leichter als gedacht. Denn als die Spacken gesehen haben das man ihr Revier verlassen will haben sie bereitwillig Platz gemacht. Zurück im Havana mußte ich schnell feststellen, das Desperados wie ein Knüppel auf den Kopf schmeckt und ich entschloß mich trotz Promotion keins mehr zu trinken. Dafür gab es mehrere Gründe. Erstens der weite Weg in die Spackenhölle Zweitens der Knüppel-auf-den-Kopf-Geschmack. Und drittens hätte ich gar nicht gewusst wohin ich mit den zweihundert Schlüsselbändern soll. Aber was trinkt man dann, wenn Desperados ausfällt und Becks einfach zu teuer ist. Überlegen wir mal, wir sind im Glashaus im Club Havana. Na na, genauau. Ich organisierte mir erstmal einen Havana Club Cola. Da ich als Kind schon nicht normal war ging ich nicht an die nächste Theke, sondern an eine kleinere etwas weiter hinten im Glashaus und es sind wirklich nur Gerüchte, das es an der Bedienung liegt. Aber die scheint mich echt zu mögen, es war nämlich die gleiche Bedienung wie beim letzten Glashausbesuch . Als ich die erste Mischung geholt habe hat sie noch ein wenig skeptisch geguckt und nur einen einfachen Havana gemacht. Doch als ich wenige 10 Minuten wieder vor ihr stand, hatte sie mich erkannt und ihr schönstes Lächeln aufgesetzt (Welches ich natürlich so gut es ging erwiderte, aber fasst man einem nackten Mann in die Tasche) und mir doppelte Mischung gemacht. Wenn das nicht Sympathie ist. Irgendwie scheine ich ein Faible für Bedienungen zu haben. Nachdem sie mich aber wieder erkannt hat waren die Mischungen in Ordnung und der Abend gefiel mir immer besser.

Doch bei all dem Spaß darf ich die harte Probe nicht vergessen, auf die ich den gesamten Abend gesetzt wurde. Die Sinne wurden permanent mit weiblichen Reizen gekitzelt und man konnte gar nicht weg gucken oder gar woanders hin gucken, denn überall entdeckte man hübsche Frauen. Das Schicksal hat sich anscheinend den heutigen Abend als meine Feuertaufe ausgesucht. Blickte ich nach vorne, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach hinten, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach rechts, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich nach links, hätte ich mich verlieben können. Blickte ich in mein Glas, hätte ich mich verlieben können. Ach halt, das war ja erlaubt. Also bleib ich vorerst beim Havana, wobei der mich immer zu der hübschen Bedienung führte, die mir mit einen süßen Lächeln doppelte Havana Club mixte. Ich war verloren. Ablenkung boten mir eigentlich nur Gespräche mit Fabian und Katja, da dies die einzigen Gespräche waren, die nicht über diese oder jene hübsche Frau gingen. Fabian und ich trafen dann noch einen Freund aus alten Glashauszeiten wieder. Den Ferna. Über den könnte ich hier auch diverse Geschichten erzählen.

Ständig scharwenzelten vier Mädels um mich und Ingo herum und tanzten und tranken und lachten und stellten sich plötzlich hinter uns. Da ich dachte, das sie durch wollten, machte ich bereitwillig Platz. Denn trotz des achten Havana Club weiß ich noch was sich gehört. Aber durch wollten sie anscheinend nicht sondern bleiben an ihrem Platz stehen und freuten sich. Sehr seltsam und doch wurde mein Blick immer von einer der vier ständig angezogen. Sie war auch recht hübsch und begegnete meinen Blicken, wenn sie sich mal begegneten immer mit Schüchternheit. Ich nenne es jetzt mal Schüchternheit, da sie immer ein recht freundliches Gesicht gemacht hat und keine böse Blicke verteilt hat. Vielleicht hat sie auch gerade gefurzt und deswegen ein entspanntes Gesicht gemacht, Aber mir gefällt die Vorstellung der Schüchternheit. Nun war sie Schüchtern und ich zu doof und zu feige und die ermahnende Stimme war auch noch zu hören und so ist es bei Blickkontakt geblieben. Jetzt mal Hand aufs Herz, wer hat was anderes erwartet? Hand hoch! Aha, keiner. Wer hat genau das erwartet? Einstimmig, vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

An diesem Samstag war irgendwie der Wurm drin, denn so richtig fit war keiner. Außer Ingo und mir. Ingo ist gefahren und ich war mittlerweile bei meiner neunten zwölften sechzehnten was weiß ich wievielten Mischung angekommen und es war erst 0200 Uhr. Schnitzel, Kai und Wiebke strichen die Segel. Philip hing sich an Kathrin und Heike dran und fuhr kurze Zeit später. Also bleiben nur noch Fabian, Katja, Ingo und ich. Da Katja auch los wollte fuhr dann Fabian kurzer Hand mit und Ingo und ich einigten uns darauf, das ich meine Mischung austrank und wir uns dann in Richtung Westen Heimat aufmachten. Nun weiß ich nicht ob ich von Glück oder von den üblen Spielen des Schicksals sprechen kann.

Meine Mischung war fast komplett im Magen verschwunden und ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte an, das es an sich Zeit war zu gehen. Als plötzlich zwei drängelnde, junge Damen sich ihren Weg an Ingo und mir vorbei auf die Tanzfläche bahnten. Als ich mich umsah, wer denn da so rücksichtslos mich und meine Mischung umherschubste, wurde es knapp. Mein Kiefer bewegte sich mich Lichtgeschwindigkeit Richtung Fußboden und ich konnte eine erhöhte Speichelproduktion im Rachenbereich feststellen. Glücklicherweise reagierte die Notschaltung früh genug und brachte meinen Unterkiefer in die Ausgangsposition, so daß ganz wenig kein Speichel entweichen konnte. Der Grund für diese Reaktion waren zwei weibliche Wesen, die sich ihren Weg in meine Welt getanzt haben. Besser gesagt war es eine der Beiden, die perfekt in eine Schablone passten die in meiner Bibliothek unter „potentielle Partnerin“ abgelegt war. Sie hatte hoch gesteckte, blonde Haare, war kleiner als ich und das Gesicht war unbeschreiblich hübsch. Als ich Ingo ansah war es als würde ich Gedanken lesen können und gerade ein Deja vu Erlebnis haben. Sogleich versuchte ich eventuelle Besitzrechte an meiner favorisierten Dame festzusetzen, doch Ingo bemerkte nur, das die auch ganz hübsch wäre. Damit wäre alles in Butter. Anscheinend haben die zwei Frauen mitbekommen, das sie nun unsere ungeteilte Aufmerksamkeit hatten und tanzen näher in unsere Richtung, kombiniert mit ein paar umwerfenden Lächeln, bei denen man schneller geschmolzen ist als ein Schneeball in Äquatornähe. Ich machte Ingo den Vorschlag das ich ja noch eine Mischung trinken könnte, weil die Luft plötzlich so trocken geworden ist. Mit gespielter Miene gab er sich überzeugt und ich taperte los und beeilte mich wie nie zuvor. Aber alles war gut, als ich wieder zurückkehrte. Die zwei Grazien waren noch da und ließen unaufhörlich ihren Charme in unsere Richtung wirken. Was soll ich sagen, es war eine Situation in der ich mich ein klein wenig verliebt habe. Die Stimme in meinem Kopf schrie sich die Lunge aus dem Leib, aber traf nur auf taube Ohren. Aber die Doofheit und Feigheit meinerseits bleibt nach wie vor und ich habe nichts unternommen sie anzusprechen. Ingo schon gar nicht, da er in einer Beziehung ist. Als wir dann an der Kasse standen, ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Vor allem nicht das hübsche Gesicht und das noch hübschere Lächeln. Ich bereite mich schon seelisch auf das schlechte Gewissen am Sonntag vor und bezahlte. Dank des erhöhten Havana Club Konsum schlief ich ein bevor ich die horizontale Position erreicht hatte. Sonntag, Du kannst kommen.

Der Wecker klingelte gegen 0930 Uhr da ja das Fußballspiel um 1100 Uhr war. Tolle Idee, um die Uhrzeit ein Spiel zu machen. Doch was mich mehr überraschte war die Tatsache, daß das schlechte Gewissen ausblieb. Sollte ich es geschafft haben. Aber wenn ich an das Wochenende zurück denke, dann war es schon ganz schön hart. Zwei Feuertaufen lagen hinter mir und wenn ich ehrlich bin dann habe ich den Samstag nicht unbeschadet überstanden, so gesehen. Und vor allem habe ich immer noch ihr Gesicht vor Augen. Aber die Frustration bleibt aus. Ich hoffe nur, das sie beim nächsten Glashausbesuch auch wieder da ist. Bei mir stellt sich das schlechte Gewissen erst ein wenn ich sei ein paar Mal gesehen habe und da immer noch nichts lief. Dann fängt das rein steigern an. Blicke ich so auf das Wochenende zurück, wird das ein verdammt langes und hartes Jahr. Verdammt lang und verdammt hart. Oh Gott, worauf habe ich mich da wieder eingelassen. Ich und meine große Klappe!


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