Der Bart ist ab!

25/02/2007

Endlich, kann ich dazu nur sagen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr der alte Bart genervt hat. Alles hat ja damit angefangen, das ich mir das alte Gestrüpp für Karneval habe wachsen lassen. Wir hatten ja das Motto 70er Jahre und dazu gehören meiner Meinung nach ordentliche Koteletten. Da ich aber nicht einen Monat wie ein größerer Vollidiot rum laufen wollte, als ich sonst schon rum laufe, habe ich mich kurzer Hand dazu entschlossen mir ein wenig Gesichtsbehaarung stehen zu lassen. Aber im Endeffekt bin ich froh, das ich ihn endlich ab rasieren konnte. Ich sehnte den Tag nach dem Prinzenball herbei.
Aber es gab ja nicht nur Nachteile, fangen wir mal mit den Vorteilen an.

Die Vorteile

  • Man mußte weniger rasieren. Ein wenig von den Wangen weg und unter dem Kinn bis zum Hals runter. Das sparte eine Menge Zeit.
  • Manchen (weiblichen) Personen hat er gefallen und sie meinten er würde mir stehen. Wer den Mut hatte mir ins Gesicht zu gucken wird dann wohl überrascht gewesen sein, das nun ein bestimmter Teil durch Haare verdeckt wurde. Was sie dann wohl zu diesen spontanen Komplimenten veranlasst haben.
  • Man konnte sich ein wenig im Gesicht rum grabbeln ohne das man gleich komisch angeguckt wurde. Ich erwischte mich immer öfter dabei, beim wichtig in der Gegend umher gucken nachdenken mir das Kinn mit Daumen und Zeigefinger zu massieren/streicheln.
  • Das Abrasieren des Bartes hat einen Riesenbock gemacht.
  • Man sah älter aus.

Das war es aber auch schon. Kommen wir nun zur eindeutig längeren Liste.

Die Nachteile

  • Ich durfte mir einen großen Haufen an Kommentaren anhören. Hier eine kleine Auswahl:
    • Na, ist der Ziegenbock gestorben oder warum hast du jetzt seinen Bart?
    • Gab es heute Fisch?
    • Gab es heute frischen Igel?
    • Bud Spencer hat angerufen, er möchte seinen Bart wieder haben!
    • Was ist denn das? Bartähnliche Gesichtsbehaarung?
    • Oh, du hast da Dreck im Gesicht.
  • Sobald die Drei-Tage- bis Eine-Wochen-Bart-Grenze überschritten worden ist, fängt das Mistzeug an zu jucken wie die Hölle.
  • Der Bierschaum bleibt im Oberlippenbart hängen.
  • Jedwede Getränke hinterlassen Reste im Oliba.
  • Putz man sich die Nase, muß man immer einen Spiegel in der Nähe haben um zu kontrollieren ob sich nicht verschiedene Rest in der Bartbehaarung festgesetzt haben.
  • Gleiches gilt für das Niesen.
  • Man sollte darauf verzichten irgendwelche cremigen Sachen zu essen, da sich die Creme mit Vorliebe in den Barthaaren festsetzt.
  • Man mußte den Oliba von Zeit zu Zeit nach schneiden, da einem sonst beim Essen Haare in den Mund hingen.
  • Man verbrauchte mehr Shampoo.
  • Passt man nicht auf sieht man schnell aus wie der Milka-Almöhi.
  • Geht man durch den Regen nach Hause hat man komische Tropfen im Bart hängen.
  • Betritt man Reinräume muß man sich zusätzlich zu dem Overall noch einen Mundschutz anheften und sieht aus wie Prof. Brinkmann.
  • Man sah älter aus.
  • Um einen Bart zu trimmen muß man sich wieder ein neues elektrisches Gerät kaufen. Habe ich natürlich nicht gemacht, da ich ja wusste das er nach Karneval wieder ab kommt.
  • Umarmt man Mädels mit längeren Haaren hat man den typischen Klettverschlußeffekt.
  • Cremt man sich das Gesicht ein, hat man den Großteil der Creme im Bart hängen und kann den ganzen Tag davon Gebrauch machen.
  • Soll der Bart länger bleiben, muß man neue Passfotos machen.

Aber nun ist er ja ab.


Die t(v)ollen Tage

24/02/2007

Vorweg erstmal eine Warnung. Dies könnte wird ein ziemlich langer Eintrag, da ich insgesamt sechs Tage voller Alkohol Feiern abdecken muß. Aber ich teile die einzelnen Tage in übersichtliche Absätze ein, so daß auch in Etappen gelesen werden kann. Extra für Nollo, damit er seine Arbeit nicht zu lange unterbrechen muß. Schließlich kann ich es nicht verantworten, das eine Göttinger Firma zum erliegen kommt, nur weil die Ersatzteillisten auf Grund von meinem Logbuch nicht mehr erstellt werden. Aber fangen wir erstmal an.

Fetter Donnerstag

Dies wird definitiv der kürzeste Eintrag, da mir wegen des exzessiven Alkoholkonsums ungefähr 80 60 55 30 Prozent des Abends aus dem Gedächtnis gewischt wurden. Das Schlimme war ja, daß ich gar nicht so viel trinken wollte, da ich am nächsten Tag zur Arbeit mußte. Aber nicht freiwillig, da ich schon vorsorglich Urlaub eingetragen hatte. Der aber Dank einer neuen Baugruppe und immensen Termindruck unter den Tisch fallen gelassen wurde. Lamentieren half nicht und so mußte ich in den sauren Apfel beißen und bereitete mich darauf vor mit einem kleinen Kater zur Arbeit zu kommen. Ich konnte ja wenigstens aushandeln, das ich ein wenig später dort auftauchen konnte. Mental bereitet ich mich auf den Abend vor, indem ich mir einredete, das ich nur ein paar trinken würde und dann würde es schon klappen. Zum Fetten Donnerstag ging ich ins Feuerwehrhaus, denn dort sollte es gegen einen Unkostenbeitrag von 10 € halbe Adler und Faßbier geben. Außerdem gehe ich da jedes Jahr hin und schütte mich zu pflege die hohe Kunst der Konversation. Als ich am Feuerwehrhaus angekommen bin, war erstmal keiner da, aber das Faß stand schon bereit. Hilfsbereit wie ich bin fing ich natürlich schon mal an das Faß für den Abend vorzubereiten. Das machte ich natürlich ohne Selbstnutzen. Obwohl ich zugeben mußte, das ich schon versucht war, mir beim Anschließen der Zapfanlage eine Flasche Bier aufzumachen. Aber da fiel mir wieder der Vorsatz ein, das ich ja nicht so viel trinken wollte, wegen des Arbeitstages, der mir bevor stand. Also machte ich mich daran, die Zapfanlage einsatzbereit zu machen unter Hilfe von Gojo, der inzwischen mit Dietmar auch aufgeschlagen war. Was gehört alles dazu? CO2-Flasche, Keg und die Zapfanlage selber. Leider hatte der Ortsbrandmeister zwei Falschen hin gestellt und gesagt, wir sollen die eine erstmal alle machen. Gesagt getan und es ging auch gut los. Doch der Hahn für den Druck mußte dann doch extrem rein gedreht werden, bis dann gar nichts mehr ging. Also war die eine Flasche doch schon leer. Flugs die andere angeklemmt und wir hatten einen Druck von 4 bar auf der Anlage. Das ist natürlich wenig hilfreich für das Bier, das nun mit diesem Druck aus der Leitung geschossen kam und dementsprechend schäumte. Also half nur zapfen bis der Druck nachließ. Da ich nicht naß werden wollte zapfte ich erstmal ein Weizenglas an, außerdem passte da ja auch mehr rein. Nachdem dann das erste Spülbier weg gekippt wurde. Fing ich langsam an die Gläser zu füllen, die mir dann auch nach längerer Wartezeit aus der Hand gerissen wurden. Man stelle sich eine Herde ausgehungerter Löwen vor, denen immer wieder ein großes, saftiges Stück Fleisch vorgehalten wird und dann wird es wieder aus deren Blickfeld entwendet. Also ich möchte dann nicht derjenige sein, der die Tür des Käfigs mal aus Versehen öffnet. Grob geschätzt dürfte er eine Überlebenszeit von 3 Millisekunden haben. Leider war ich vergleichbar mit dem armen Teufel, der die Macht über das Fleisch hatte oder in meinem Fall über das Bier. Ständig wurde man angemault und beschimpft. Aber nachdem alle abgefertigt wurden konnte ich mich meinem ersten zweiten Weizenglas widmen. Eine viel bessere Größe zum Trinken, wie ich noch feststellen durfte.

Alle hatten was zu trinken und waren erstmal beruhigt als dann auch die Adler ein flogen. Eher ein untypisches Essen für den Fetten Donnerstag, aber da es eine Woche für Manche schon Haxe gegeben hat, gab es halt bei er Feuerwehr halbe Hähnchen. Ich hätte zwar lieber eine Haxe gehabt, aber man beugt sich ja der Allgemeinheit. Adler sind aber nicht zu verachten, wie schon Kurt und Gürgen festgestellt haben. Nachdem dann der Adler verspeist wurde, kam das unumgängliche. Der Schnaps. Quasi der Ende eines gemütlichen Abends, da das hochprozentige Getränk, sämtliche Promillezahlen nach oben schnellen lässt. Ab nun erhöht sich nicht mehr die zweite Nachkommastelle, sondern sofort die erste Nachkommastelle. Da ich aber in der Vergangenheit gelernt habe, hilft es nichts sich zu wehren. Man macht es ja nur noch schlimmer und die guten Mitmenschen schütten einem das Glas dann extra voll und heucheln eine Entschuldigung herbei, die schon als Meineid zu werten ist. Also wehrte ich mich nicht gegen den Bismarck. Was aber den Friede auch nicht daran hinderte das Glas voller zu machen als es der Eichstrich erlaubte. Warum müßen die Leute immer das DIN betrügen. Dem ersten Bismarck folgten dann noch weitere Bismärcker. Schmecken ja auch so lecker. Und natürlich gab es weiterhin Bier zum nach spülen. Stilecht in meinem Weizenglas. Nachdem ich erstmal festgestellt habe wie praktisch so ein großes Glas ist, habe ich das Gefäß gleich beibehalten und weiterhin das Bier aus dem halben Liter Humpen getrunken. Ich wollte ja auch die Spülmaschine nicht überlasten, in dem ich ein weiteres Glas beschmutze. Man muß auch mal ökologisch denken. Dummerweise habe ich die Geschwindigkeit des Trinkens nicht an das andere Glasformat angepasst, so das ich mit erhöhter Geschwindigkeit getrunken habe. Mein Körper erkannte die Hefeverbindung die meinen Mund betrat und schaltete automatisch auf den Pilsmodus um. Allerdings funktioniert die Feineinstellung noch nicht und der Körper ist davon ausgegangen, das nun in normalen 0,33 l Gebinden zugeführt wird. Und der Notaus ist noch nicht angeklemmt, da alles noch in der Versuchsphase ist. Also schüttete ich in einem Unmenschlichen Tempo mir halbe Liter Bier rein. Dazu Schnaps und die Weichen für den kommenden Abend wurden gestellt.

Nachdem dann irgendjemand sehr Dummes die Erdnüsse auf den Tisch gestellt hat, nahm das Schicksal seinen Lauf. Trotz meiner Warnungen in Friedes Richtung griff er meistens mit beiden Händen zu und schaufelte sich die Erdnüsse rein. Bei Friede bewirken sie aber in Verbindung mit Bier und Korn eine einschläfernde Wirkung, daher auch der Name Sleepnuts. Meistens reicht schon eine kleine Prise und Friede verabschiedet sich ins Reich der Träume. Kurz bevor dann die eben erwähnten Sleepnuts ins Spiel kamen, ist auch Chief Heavy-Toungue angekommen und wurde mit dem einfachen Feder-Zeichen angekündigt. Es wurde auch schon extrem in der englischen Sprache diskutiert und festgestellt das es sehr, sehr wichtig ist to watch the Schläuche. Terrible things can happen if you do not watch the Schläuche. Besagter Zeitpunkt trat ein und Friede klappten die Augen zu. Was meine Uhr zu dem Zeitpunkt anzeigte kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen, aber es muß ca. 2230 Uhr gewesen sein. Und meine Zunge wurde dort auch schon schwer. Schlauerweise legte ich keine Strichliste an, denn die hätte mir nur wieder ein schlechtes Gewissen beschert, wenn ich sie denn irgendwann mal wieder gefunden hätte.

Offiziell sollte der Bericht an dieser Stelle enden, da mein Erinnerungsvermögen ausgelöscht wurde. Es wird aber gemunkelt, das wir gegen 2330 Uhr den Weg in die Werkstatt angetreten haben. Die Erinnerungsfunktion in meinem Hirn funktionierte nicht ein bisschen und somit verdrängte ich das ein Arbeitstag vor mir lag, auch wenn er später als normal anfing. (Un)Glücklicherweise hatte ich meinen Fotoapparat dabei und kann nun noch von Partnertanzeinlagen von Kai (der mit dem dreifach abgerissenen Kreuzband) und Florian berichten. Sie scheinen übel abgegangenen zu sein auf der Tanzfläche. So sah es jedenfalls aus. Ansonsten kann ich noch berichten, das nicht wirklich viel los war. Von der Feuerwehr sind Kai, Dietmar, Schnitzel und ich mitgekommen und in der Werkstatt trafen wir dann noch Keile-Günther, Patrick und Florian. Irgendwann kam dann noch Simon vorbei der Geburtstag hatte. Von dieser Stelle alles Gute noch nachträglich, da ich mir nicht sicher bin, ob ich ihm den Abend gratuliert hatte. Was ich aber noch weiß mir aber erzählt wurde, war das er erstmal ein Tablett Mischungen in die Mitte gestellt hat. Tja, Keile-Günther hat dann noch probiert Billard zu spielen und irgendwann stellte Florian fest das er nach Hause mußte. Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte Irgendwas in meinem Inneren sagte mir, das ich mit gehen sollte, was ich dann auch tat.

Was jetzt kommt kann ich leider nicht bestätigen, da an die Sachen keinerlei Erinnerungen mehr vorhanden sind. Florian und ich haben dann wohl in Westerode noch den Patrick getroffen und sind mit zu ihm. Da haben wir dann wohl erstmal seine Freundin geweckt, die ich dann versuchte zu beschwichtigen und ihr versicherte, das wir nur ein Bier trinken wollten. Patrick besorgte Bier und Florian spannte es in einen Schraubstock ein und wollte es zum Platzen bringen. Wenn er keinen Durst mehr hatte, dann hätte er aber ruhig sagen können. Die Bier wurden mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr ausgetrunken und außerdem mußten wir ja auch nach Hause. Draußen fiel dann Florian durch die Hecke. Wie er das geschafft hat kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall gucken nur noch die Füße hervor. Extrem lustig. Trotz der warnenden Stimme in meinem Hinterkopf, die ich mittlerweile ignorierte ging ich dann noch mit zu Florian, so wird jedenfalls erzählt. Da Florian nicht mehr so genau wusste, was er zu Hause wollte ging er erstmal aufs Klo und ließ sich alles noch mal durch den Kopf gehen. In dieser unglaublich langen Wartezeit müßen mir wohl die Augen ein wenig zu gefallen sein. Denn Patrizia berichtete, das sie mich dann schlafend auf dem Sofa vorgefunden hat, während Florian weiterhin die Toilette umarmte. Ich habe aber nur kurz gedöst, denn Florian war immer noch auf dem Klo, also ich meinen Abschiedsgruß in Klorichtung rief flüsterte.

Freitag oder auch Uhlendisco

0806 Uhr. Oh mein Gott, geht es mir beschissen. Man möge mir die Wortwahl verzeihen, aber ich habe keinen anderen Begriff für den Zustand gefunden, in dem ich mich an dem Morgen befand. Mein Magen fühlte sich an, als ob ein Quirl in ihm stecken würde und mit meinem Atem könnte man Holzvertäfelungen abbeizen. Warum nur habe ich soviel getrunken und warum nur mußte ich zur Arbeit. Eins stand fest, das könnte ein langer Arbeitstag werden. Nach einem sehr schmerzhaften Brötchen war ich dann auch endlich in Heiligenstadt und konnte mir so gar nicht vorstellen jetzt noch acht Stunden kreative Arbeit zu leisten. Ein kurzer Blick auf mein Handy zeigte einen Timer an. Meine Pupillen verformten sich zu Fragezeichen. Warum denn ein Timer? Und im gleichen Zuge drängte sich mir die Frage auf, warum mein Handy nicht zur Weckzeit geklingelt hatte. Anscheinend habe ich statt den Wecker auf 0800 Uhr zu stellen einen Timer von acht Stunden angestellt. Auwei, das darf ich keinem erzählen. Der Tag wurde auch dementsprechend lang, da ich erst nach Mittag mit meiner Baugruppe anfangen konnte und die sollte dann auch an dem Tag fertig werden. Wurde sie auch. Zwar nicht so das man sie hätte einsteuern können, aber zum zeigen hat es gereicht. Ein wenig Feinschliff und schon kann sie gefertigt werden. Am frühen Morgen schwor ich mir, am Abend nichts zu trinken, aber dank der Regeneration meines Körpers im Laufe des Tages und des langen Arbeitstages freute ich mich beim Ausstempeln um 1815 Uhr auf das erste Bier bei der Uhlendisco.

Nach anfänglichem Streß wegen einem vergessen T-Shirts meinerseits ging es dann auch gut los. Frisch gezapftes Prinzenbier ist schon was sehr leckeres. Aber wie das nun mal bei Discos so ist, lassen die ersten Gäste gerne mal auf sich warten. Die Uhr tickte unaufhörlich weiter und das Bier fand weiter und weiter seinen Weg meine Kehle hinunter. Bis dann die mittlere Garde sich endlich mal traute die Mehrzweckhalle zu betreten. Was allerdings den Verkauf des Alkohls nicht unbedingt ankurbelte. Ja nicht mal Cola verkauften wir. Also mußte wir selber für den Umsatz sorgen. Gut, wir brauchten nichts zu bezahlen was uns dann aber auch nicht davon abhielt weiter und weiter in den Promillehimmel vorzustoßen. Bis dann die ersten Gäste kamen die auch ein paar Getränke umsetzten. Aber das jetzt so unbedingt viel zu tun war kann ich gar nicht sagen. Bevor es dann richtig los ging, also bis wirklich die Leute kamen die sich richtig die Mütze zu ziehen war immer noch ein wenig Zeit. Anfangs ging dann noch ordentlich Bier über den Tresen. Das sollte sich aber bald ändern. Denn die Fraktion aus dem Jugendraum trat bald an. Und sobald der Porno den Raum betritt dürfte klar sein, da die Flaschen Wodka nicht mehr lange geschlossen bleiben. Und er hatte eine harte Konkurrenz bekommen. Schmierpopel. Als Mitglied des Elferrates war er natürlich schon früh dabei und fing dann auch früh an sich mit Wodka Red Bull zu betrinken. Soll er man machen.

Da wir mit vier man hinter der Theke waren bleib die Arbeit immer im übersichtlichen Rahmen. Wie das aber nun mal so ist, wenn man den Abend vorher so richtig stramm war, also quasi stramm mit Anlauf wird man dann einen Abend später gar nicht mehr stramm. Man schüttet Bier rein und merkt so gar nichts. Und wenn man dann das Faßbier literweise in sich rein kippt, dann bekommt man schnell das Verlangen mal etwas anderes in sich rein zu kippen. Normalerweise gibt es dann ja die benannten Beschleuniger die man sich dann neben dem durchaus leckeren Bier rein kippt. Die Rede ist von diversen Magenbittern oder klaren Flüssigkeiten auch Schnaps genannt. Um dann den wirklich penetranten Geschmack wieder aus dem Mund und von den Geschmacksknospen zu bekommen kann man wieder Bier rein schütten und ist wirklich für jeden Tropfen dankbar. Man bereut sofort sämtliche Sünden und bittet das Bier um Verzeihung, das man überhaupt daran gedacht hat etwas anderes trinken zu wollen. Jeder der irgendwann man Löwentor getrunken wird mir hier zustimmen. Aber das große Problem war ja, das ich mir den ganzen Tag über geschworen habe keinen einzigen Schnaps außerhalb der Pflicheinheiten zu trinken. Der Abend vorher war mir nämlich eine Lehre. Sollte es so etwas geben. Peter nimmt Lehren an? Sehr selten, aber es kommt vor. Nun gibt es die zweite Alternative. Die Mischungen. Und da hat es mich erwischt. Die Flaschen die hinter mit aufgebaut waren gaben ein zu verlockendes Bild ab und sie waren auch noch gleich an Dosiersystemen angeschlossen, so daß das lästige Flaschen aufschrauben wegfiel und man nur noch das Glas unter den Auslösemechanismus hauen mußte. Es wird einem aber auch zu einfach gemacht. Und man hat ja auch schon genügend Mischungen für andere gemacht. Man kann ja mal eine probieren, die wird einen ja schon nicht umbringen. Und da war es um mich geschehen. Zum Glück Leider gab es keinen Havana Club, denn sonst hätte ich mich gleich verabschieden können. Aber Bacardi tut es ja auch. Die erste Mischung kippte ich einfach in mich rein genoß ich nach allen Regeln der Kunst um dann festzustellen, das ich wohl irgendwie den Bacardi vergessen habe. Aber ich war mir ziemlich sicher, das ich das Glas unter den Spender gedrückt habe. Oder sollten meine Geschmacksnerven schon so dejustiert sein, das sie eine normale Mischung gar nicht mehr als Mischung erkennen? Ich machte den Test und dosierte zweimal Bacardi in mein Glas. Da ich die einzige, verlässliche Testperson war, konnte ich diesen Test auf keinen anderen abwälzen. Ergebnis: Ja, da waren eindeutig Spuren von Bacardi drin. Was sagt uns das. Ich trinke keine normalen Mischungen. Aber wenn ich schon keine normalen Mischungen trinke, was ist dann mit dem Schmierpopel. Ich kann mich an einen Abend in der Werkstatt erinnern, wo eine gewisse blonde, junge Dame mein Aufsehen erregt hat und auch noch in Gesprächsweite war. Dank dem Schmierigen und seinen Aus-dem-Leben-schieß-Mischungen war mein Sprachsystem innerhalb weniger halber Stunden komplett lahm gelegt und das Sehzentrum mußte ein Auge komplett vom Netz nehmen, denn die blonde Schönheit hatte plötzlich eine Zwillingsschwester bekommen. Aber wechseln wir nicht das Thema. Wo waren wir? Ach ja, ich bin auch Mischungen umgestiegen in der Hoffnung dann doch irgendwann was von dem Alkohol zu merken. Die Hoffnung stirbt zu letzt.

Mittlerweile hat sich die Gästeschar vervielfacht und die Arbeit wurde mehr. Aber nicht so viel, das man nicht seine speziellen Freundinnen begrüßen kann. Kathrin, Heike und Kerstin haben auch mal wieder den Weg aus Fuhrbach gefunden. Kerstin kam dann an die Theke und ließ ihre Brüste genau meine Augen angucken begrüßte mich erstmal ganz herzlich. Erst dachte sie meinte jemanden hinter mir und drehte mich verwirrt um als sie ihre Arme über die Theke streckte. Bis sie mir dann mit Worten verdeutlicht hat, das sie mich umarmen wollte. Wie sollte ich auch davon ausgehen, das junge, gut gebaute Frauen mich umarmen wollen. Guido der auch an der Theke stand gab mir gleich das Daumen-nach-oben-Zeichen. Ich hatte ja auch schon tiefgründige Gespräche mit Guido beim Büttenabend. Aber es hat mich dann doch sehr gefreut, das die drei mal wieder den Weg nach Westerode gefunden haben. Wehe ich höre jemanden sagen: „Ich kann mir schon vorstellen warum!“ Er hat absolut recht!

Auch immer sehr gerne genommen ist der Aufruf: „Porno, guck mal gut!“ Erstmals gesagt von Görtler um Porno einem Mädel vorzustellen, zwecks Verkupplung. Porno der zu dem Zeitpunkt schon jenseits des Zustandes war, den man als Vollstamm bezeichnen kann hat dann erstmal ein Gesicht gezogen, das man ihn nicht mal mehr mit dem Glöckner von Notre Dame verkuppeln hätte können. Ruft man ihm nun zu „Porno, guck mal gut!“ kommt eben jenes Gesicht zum Vorschein, egal, wer drum herum steht oder wo er gerade ist. Verkupplungsaktionen sind also bis zur Jahrtausendwende nicht vorgesehen. Dann gibt es da auch noch den Vollmer, der wenn man den Fotoapparat auf ihn hält immer so den Vollstramm-Gesichtsausdruck aufsetzt. Meistens kann er nichts dazu, aber er hatte auch am Freitag Nachmittag den Schwur abgelegt, nicht mehr so viel zu trinken wie am Donnerstag, da er an den gleichen Symptomen litt wie ich den ganzen Tag über. Doch was mußte ich feststellen? Er hatte seinen Schwur gebrochen und hatte sich sehr am Bier gelabt. Vernünftiger MaAmnn. Meistens werden solche Schüre leicht dahin gesagt und hinter ärgert man sich. Daher sind wir hier mal gnädig und legen es als einen Versprecher aus.

Die Party war im vollen Gange und die ersten Wodkaflaschen sind schon über den Tisch gegangen. Nachdem sich dann der Schnitzel wieder ein wenig beruhigt hatte, das es nur eine Flasche Red Bull zur Wodkaflasche gab bestellte er auch gleich wieder. Und wenn wir ehrlich sind, dann reicht ja bei den eingetrunken Wodkatrinkern auch eine Falsche vollkommen aus. Ich hatte allerdings bei Schnitzels Bestellung verstanden, das er nur eine Mischung haben wollte. Mit einem leichten Kopfschütteln machte er mir unmissverständlich klar, das nun die Gänge bis in die oberen Drehzahlen ausgefahren werden. Oha, das kann ja Heiter werden. Wenn ich mir nun dazu die Augen von Porno betrachte, dann fährt er schon seit längerem im roten Drehzahlbereich. Aber wir wollen hier ja keinen vom Trinken abhalten. Und außerdem trank Schmierpopel, der ja nun sein Onkel ist, auch schon kräftig mit beiden Händen. Was sich aber nun schon soweit ausgebildet hat, das er die Erdnussdose in Beschlag genommen hat. Normalerweise sollte man annehmen, das die Nüsse mit einer Hand aus der Dose genommen werden und dem Mund zugeführt werden. Aber vom normalen Zustand sind wir ja schon meilenweit entfernt. Also wird die Dose gleich an den Mund gesetzt und der Inhalt in den Mund extrahiert. Und in den Mund passt eine Menge rein. Was allerdings dann nicht sein muß, ist den Inhalt vom Mund noch jedem zu zeigen. Ja, es gibt wirklich Leute die so was machen.

Gegen Mitternacht kam dann die Verlosung. Ich kann aber nicht mehr mit Sicherheit sagen, wer gewonnen hat, da ich doppelt abgelenkt war. Einmal durch die Mischung in meiner Hand, die auf ganz mysteriöse Weise immer verdunstete und ich mich ständig in der Nähe der Flasche aufhalten mußte und Kerstin stand an der Theke und hat sich mittlerweile ihres Pullovers entledigt. Man gut das ich so dicht an der Bacardi-Flasche stand. Die Verlosung war vorbei und das Tanzen ging weiter. Diesmal eröffnet von Porno und Schnitzel im Partnertanz. Schön ist was anderes. Aber auch das ging vorbei und das übliche rumgehüpfe ging weiter.
So langsam leerte sich die Halle auch, aber der harte Kern blieb und trank immer weiter. Vokke, der sich schon mit beiden Händen an der Theke festhalten mußte und zeitweise auch den Kopf als Stütze benötigte hielt sich aber tapfer. Auch wenn es den Anschein machte das er schlief war er immer noch hellwach und bejahte jede Frage nach einem neuen Bier. Respekt für soviel Aufgewecktheit. Und dann war da noch der Matten. Wenn Mattens Akkus erstmal voll aufgeladen sind, dann geht es ab. Auf der Tanzfläche macht ihm keiner mehr was vor und was er mit Hilfe von Red Bull mit seinen Haaren anfangen kann ist sensationell. Morchel gab im immer ordentlich Zuckerplörre in die Hand und ab ging s damit in die Haare. Er mußte sich dann am nächsten morgen mit Sicherheit mit einem Schlagschrauber kämmen, aber das war es bestimmt wert. Zuverlässiger Zeugenaussagen ging es dem Vokke am Montag immer noch schlecht vom Freitag. Und wieder Respekt. Wer drei Tage von einem Kater zehrt, der hat einiges richtig gemacht.

Die Uhr zeigte mittlerweile 0605 Uhr und der Saal wurde geräumt. Der Schlüssel wurde fachgerecht bei Barney im Briefkasten entsorgt und ich freut mich auf mein Bett. Aber nicht für lange.

Rosensamstag oder Prinzenball

Mein Wecker ging um 1015 Uhr los. Meine Augen gingen auf und die ersten Worte die mir durch den Kopf schossen waren: Shitshitshitshit. Ich bemitleidete mich ein wenig und blieb ein wenig liegen Frisch wie der junge Morgen sprang ich aus dem Bett und war sofort einsatzbereit. Denn der Jugendfeuerwehrwagen mußte geschmückt werden. Nichts bereitet mehr Freude nach einer durchzechten Nacht, als mit der Jugendfeuerwehr Wagen zu schmücken. Außer vielleicht mit Jessica Alba einen Nackttag einzulegen Aber es ging ganz gut von der Hand. Gegen 1200 Uhr mußten Schnitzel und ich dann erstmal zur Mehrzweckhalle wo der Rest des Elferrates die Halle für den Prinzenball schmückte. Auch ein Punkt wofür ich dankbar bin, das ich den Jugendfeuerwehrwagen schmücken darf. Teile der Elferratsdamen hatten etwas vorbereitet. Sie hatten mit Hilfe von zwei Firmen ein Löwentor gebastelt. Eine große Flasche Löwentor wurde an die Mehrzweckhallentür geschraubt und alle bekamen einen Löwentor. Also genau das, was man braucht um den Kater vom Vortag weg zubekommen. Da ich aber noch fahren mußte bleib ich verschont. Bier mußte ich aber schon trinken. Das Schmücken ging aber auch vorbei, was aber nicht hieß, das ich mich ausruhen konnte. Es gab noch genügend zu tun. Der Morchel wurde ja am Rosenmontag 30 Jahre alt und Schocker und ich mußten noch einen Wagen bauen. OK, das Grundgestell war vorhanden und wir mußten lediglich zwei Latten daran befestigen. Das hat uns aber auch schon gute anderthalb Stunden unserer Lebens gekostet. So was kommt bei raus, wenn man zwei Grobmotoriker in einen Raum sperrt.

Treffen war um 1915 Uhr und ich war der Erste, der vor Ort war. Wo ist nur die Disziplin hin. Als Thema hatten wir uns die 70er Jahre ausgesucht. Da ich davon ausgegangen bin, das der Großteil in Blumenhemnden und langen Haaren kommen wird, habe ich mir einen Bart wachsen lassen. Der Eine oder Andere der mich in letzter Zeit gesehen hat und den Mut aufgebracht hat mir ins Gesicht zu gucken, wird das schon festgestellt habe. Der Bart wurde bis auf die Megakotletten entfernt. Wenn schon 70er, dann aber richtig. Dazu gab es dann ein lustiges Hemd und als T-Shirt das einzig wahre für eine 70er Party. „Listen to Black Sabbath“ stand in großen Lettern auf meiner Brust. So muß es sein und nicht diese Weichspülermucke, die Möchtegernhippies gehört haben. Echter, harter Rock. Irgendjemand mußte ja Kultur auf die Veranstaltung bringen. Natürlich bin ich nicht ohne passende Musik gekommen und habe dem DJ eine Black Sabbath CD mitgebracht, von der dann auch ein ganzes Lied gespielt wurde. Verdammte Verachter wahrer Musik.

Aber ich hatte ja noch das Bier und konnte mich in den Zustand trinken in dem mir die Musik sowas von egal war. Was ich dann auch beim Kassendienst tat. Dank meiner großen Klappe, bei vergangenen Elferratsversammlungen habe ich mich ja als Helfer vom Kassenwart angeboten. Egal, dafür gab es Freibier und eine umwerfend aussehende Bedienung mit einem unglaublich hübschen Gesicht. Dann werde ich mir wohl doch eine Menge Marken kaufen müssen. Aber lassen wir den Abend erstmal angefangen.
Sensationelle Kostüme hatten Schnitzel und der Schmierige an. Schnitzel war wirklich aus den 70ern hergebeamt worden. Braune Stoffhose mit Mega-Schlag und dazu ein Hemd was einem den Farbsinn aus den Augen raubt. Auf dem Kopf hatte er eine gelockte Langhaar-Perücke und sah aus als wäre er gerade in einem Umspannwerk gewesen. Der Schmierige hatte eine unheimlich fiese Lockenperücke auf und das Schlimme war, das es ihm gestanden hat. Außerdem glaube ich das er früher bei Dschingis Kahn gesungen hat. Dank alter Plattencover die umher lagen konnte ich ein Beweisfoto festhalten. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Und vom Alter her kommt es auch hin. Oh oh, hoffentlich haut er mich jetzt nicht.

Das Prinzenpaar hatte sich was ganz tolles einfallen lassen. Sie begrüßten jeden Gast mit einem Kümmerling. Toll, da hätten sie mich auch mit der flachen Hand ins Gesicht schlagen können, das hätte ich um Längen lieber genommen als einen Kümmerling. Und irgendwie wusste ich das es noch ein Schlimmes Ende geben würde mit dem Kümmerling, da bei den Würfeln Dreier-Halterungen zum Umhängen dabei lagen. Der Kümmerling war drin und meine Gesichtsmuskeln nahmen die üblichen Abwehrpositionen ein, als dann plötzlich die Bedienung hinter mir stand und mir gnädigerweise ein Bier mit den Worten „Scheint zu schmecken.“ in die Hand drückte. Aber sie verstand wenigstens meine Schmerzen. Kaum saß ich wieder an der Kasse kam auch schon der nächste Kümmerling ran, da Schmierpopel unbedingt einen trinken wollte. Hallo, warum muß ich denn immer herhalten.

Herrlich auch die ganzen langhaarigen Perücken und deren Träger. Aus meinen wilden Tagen, wo ich selber noch lange Haare hatte kenne ich ja die Probleme die eine Mähne machen, wenn man sie nicht zusammen bidet, Ständig hat man was im Gesicht , im Bier, im Klo und ist nur am Haare nach hinten stecken. Aber schön zu sehen, das andere Leute auch solche Probleme hatten. Damals kam ich mir vor wie der erste Mensch.

Nun kommt eine Zeit des Trinkens. Man sitzt am Tisch und labert eine große Menge Scheiße und dazu wird dann leckeres Beir gereicht. Natürlich von der hübschen Bedienung, weswegen man sich ein wenig zusammenreißen muß. Nicht das ich jetzt schon wieder des Sprechens nicht mehr mächtig war oder irgendwelche Zuckung hatte. Aber bei manchen Geschichten muß man schon aufpassen wer sie so alles hört. Und vielleicht kommt es nicht ganz so gut an, wenn man Sätze immer damit anfängt, das man mal wieder total voll war. Noch schlimmer wäre es ja, wenn man die ganzen Saufgeschichten aufschreiben würde, damit andere Leute die lesen können. So was würde ich ja nie machen.

Was wäre ein Abend ohne Porno. Er hatte ja gesagt, das er nicht kommen wollte, weil er Geld sparen wollte. Aber daran habe ich eh nicht geglaubt. Ich wollte ja schon Wetten abschließen, aber keiner wollte dagegen wetten. Und so kam er dann auch mit der Langhaarperücke von Guido um die Ecke und wurde gleich mit Marken gesponsort. Aber wäre er nicht da gewesen, dann wäre er ja wieder zu Hause alleine gewesen und hätte seinen armen Hund geärgert. Ich weiß gar nicht nach welchen Abend das war, aber da hat er den armen Pingo aus seinem Körbchen geschmissen und ihn eine viertel Stunde ausgelacht. Wie fies kann man eigentlich werden? Aber wer weiß wo Pingo schon alles in Pornos Zimmer hin gekackt hat. Mir fallen da spontan so ein paar CD Verstecke ein.

Kommen wir nun zum unangenehmen Teil. Wie sollte es anders sein wurden früher oder später die Drei-Halter zum Umhängen in den Kümmerling-Würfeln entdeckt. Und wie sollte es auch anders sein weihte Schmierpopel gleich mal das Teil ein. Drei Kümmerlinge eingesetzt, von allen dreien den Deckel abgeschraubt und rein in den Brägen. Hier wurde dann auch der Trinkspruch: „Klappe auf und fluten!“ geprägt. Nach der Dreier-Keule kam dann gleich noch ein halber Liter Cola hinterher und das ekelerregendste Gesicht was man beim Rülpsen machen kann. Man stelle sich ein Seebeben vor. Erst wellt sich ein wenig das Wasser, dann grummelt es von tief unter der Erde. Man glaubt die Tore der Hölle wurden aufgestoßen und sämtliche gequälten Seelen lassen ihrer Pein freien Lauf. Und plötzlich kommen diese Töne an die Oberfläche und explodieren an der frischen Luft. Ein Geräusch das man am Besten mit dem Brunftschrei des nordschwedischen Kampfelches vergleichen kann. Und das alles passiert im Gesicht und im Körper von Schmierpopel. Kann ein Mensch so ekelig sein? Nein, denn Thomas und der Prinz mußten es auch gleich nachmachen. Allerdings ohne den widerlichen Rülpser. Den kriegt nur der Schmierige hin. Als nächstes kam dann Leiche dran. Beim ihm keinerlei Veränderung des Gesichtsausdrucks und der Körperhaltung. Jahrelange Übung machen sich hier bezahlt. Mir wollten sie auch so ein Teil umhängen, aber die Qual die mich erwarten würde hielt mich davon ab. Für einen Kümmerling brauche ich ca. eine Minute, bis er unten ist. Ich muß sämtliche Organe auf das Kommende vorbereiten und vor allem muß ich meinen Magen so konzentrieren, das er das eben Geschluckte auch drin behält auch wenn er sich sonst nicht so ziert. Bei Kräuterschnäpsen ist der agsolute Notzustand in meinem Körper. Den Abschluß machten dann noch M7 und Morchel, die aber scheiterten, da schon zu viel des Zeugs im Vorfeld zugeführt wurden.
Patrizia beschwerte sich auch noch, weil der Vollmer schon wieder so stramm war und sie nach Hause mußte, dabei wollte sie noch mit mir tanzen. Mit gespieltem traurigem Gesicht winkte ich zu Abschluß und machte mich voller Freude an die Theke auf, wo mich dann kurz vorher die Hüfte schnappte und ich mit ihr tanzen mußte. Ich war hin und her gerissen. Auf der einen Seite eine hübsche Frau und auf der anderen Seite die Theke mit den aufgereihten Bieren, die schon meinen Namen riefen (oder bildete ich mir das ein?). Also erst tanzen und dann Bier rein kippen. Wer hätte das gedacht. Aber ich konnte ja die Hüfte nicht stehen lassen, wo doch ihre Schwester auch noch da war. Käthe war erst beim Lutzeball und ist dann noch in die Mehrzweckhalle gekommen, da ihr Freund ein wenig unpässlich war. War aber cool da sie noch da war und das sogar bis zum Schluß.

Als spezielles Getränk hatten sich die Damen ein Eierlikörzeug ausgedacht, welches auch so ähnlich aussah. Leider kommt man mit zunehmenden Alkoholpegel und fortschreitendem Abend immer auf dumme Ideen. Kurzer Hand wurde Thomas die Hose runter gezogen, da er zu dem Zeitpunkt der Strammste war konnte er sich am wenigstens wehren und irgendwie ist dann was von dem Zeug auf seine Unterbuchse gekommen. Das sah natürlich sehr verdächtig aus und als dann Käthe noch das übervolle Glas daneben gehalten hat, war das Bild perfekt. Und das ist es immer noch auf meinem Fotoapparat. Wer weiß wozu man das noch gebrauchen kann. Diana fand das ganze sehr amüsant und kam aus ihrem Lachflash gar nicht mehr raus. War aber auch ein extrem lustiges Bild wie sie vor dem Stehtisch saß und gerade so ihren Kopf auf der Tischplatte ablegen konnte.

Ich hatte nur am Freitag Schlüsseldienst und war dann trotzdem wieder der Letzte. Echt immer seltsam wie so was passiert. 0510 Uhr und ich lag im Bett.

Rosensonntag oder der Umzug

Um 0900 Uhr war die Nacht vorbei. Denn die Mehrzweckhalle wollte aufgeräumt und für den Nachmittag hergerichtet werden. Nachdem ich nun den dritten Tag unter Strom stehe hat sich mein Körper komplett auf die Aufnahme von Alkohol vorbereitet. Wichtige Nährstoffe können fester Nahrung nicht mehr entzogen werden,d a sie nur noch sporadisch den Weg in den Magen findet. Falls sich irgendetwas nicht flüssiges in den Magen verirrt wird ihm sofort alles lebensnotwendige entzogen und auf weitere Reise durch den Darm geschickt. Die Verdauung funktioniert also auf absoluter Notreserve. Fester Stuhl ist nur eine ferne Erinnerung und weiter drei Tage stehen mir bevor. Wie habe ich das nur sonst die Jahre ausgehalten?

Das Aufräumen ging überraschend schnell vorbei und wurde auch gut erledigt. Also hieß es dann nach dem Mittag, was nicht wirklich mit den Vorstellungen meines Magens übereinkam auf zum Umzug. Die Kinder von der Jugendfeuerwehr eingesammelt und ihnen eingeschärft das wir zwar Feuer auf dem Wagen machen, aber nur Rauch und kein offenes Feuer. Aber die Ohren wurde ja eh nur auf Durchzug gestellt. Unser Thema war die Werbung neuer Jugendlicher. Denn in zwei Jahren stehe ich doof da, wenn auf einmal sechs Leute in die Aktive Wehr verschwinden. Beim Krombacher Club hab eich dann erstmal als erstes Pils des Tages ein astreines Krombacher aus Handgranaten abgreifen können. Der Magen grummelte kurz und schickte die frechen Nahrungsmittel in den Zwölf-Finger-Darm. Endlich wieder Nährstoffe. Nicht das ich auf dem Wagen umklappe. Und da ich mich mal wieder mit Patrizia verplappert hatte, habe ich auch noch beinahe den Start des Umzugs verpasst. Immer dieses Bier. Auf dem Wagen habe ich dann noch zwei Flaschen mir zugeführt. Wie sollte es auch anders sein, hat mal wieder keiner auf mich gehört und als wir an der größten Menschenmenge waren schlugen hohe Flammen aus dem provisorischen Busch. Ohne Meckern geht es wohl nicht. Aber die Flammen wurden schnell gelöscht und keinem ist was passiert. Nach dem Umzug wurde dann der Wagen schnell abgeschmückt und sich im Eiltempo umgezogen, denn Schnitzel und ich mußten ja mit dem goldenen Buch durch Westerode pilgern. Superman ist ein Scheißdreck dagegen. Ich kaufe mir jetzt in Zukunft nur noch Hosen die seitlich geöffnet werden können. Das spart eine Unmenge an Zeit.

Als Schnitzel und ich dann an der MZH angekommen waren, war natürlich keiner mehr da und wir haben erstmal eine halbe Stunde nach dem goldenen Buch gesucht. Mit dem goldenen Buch geht der Elferrat immer am Rosensonntag durch das Dorf und sammelt für einen guten Zweck Geld ein. Und der gute Zweck ist nicht, das sich der Elferrat wieder ein rein hämmern kann, sondern wird immer einer anderen Organisation zur Verfügung gestellt. Um das mal klar zustellen. Nun gibt es ein paar Häuser, wo man immer rein gebeten wird um ein paar mit zutrinken. So geschehen bei Kalle Borchardt und Theo Hellmold. Bei Beiden hatten wir Glück denn die Hausherren waren nicht zu Hause und somit blieb uns der Löwentor erspart. Kalle ist ja dafür berüchtigt, den Löwentor in Wassergläsern zu servieren. Ich glaube den hätte ich absolut nicht geschafft. Da hätten wir uns mit Sicherheit drei Stunden aufhalten müssen, bis der dann unten gewesen wäre. Aber eine Flasche Bier haben wir bekommen. Die haben wir auch bei Theo bekommen, wo uns Käthe mit einem leicht verschmitzten Lächeln die Tür aufgemacht hat. Sie ist ja auch gerade erst aufgestanden und noch nicht so auf dem Dampfer. Uns egal, das Bier hat trotzdem geschmeckt. Das nächste Getränk gab es dann bei Ilona, mit der wir uns erstmal über die Prinzengarde unterhalten haben. Weiter gings zu David. Der bot uns dann einen Löwentor an, den ich aber dankend ablehnte und ein Bier dem Vorzug gab. Schnitzel nahm dann den Löwentor und als ob ich in fremden Zungen sprechen würde bekam ich auch einen Löwentor. Als wir dann raus sind, hatte ich ein Bier und vier Löwentor intus. Soviel dazu, das keiner auf meine Sätze hört wenn sie mit „Nein danke!“ anfangen. Weiter gings zu Sense, wo es glücklicherweise nichts zu trinken gab, dafür aber einen Schokoriegel und eine Vorführung von ferngesteuerten Treckern. Sensationell, was es alles so gibt. Rüber gings zu Fasel, wo es lecker Bier und Bismarck gab. Ich habe es mir jetzt schon abgewöhnt mich gegen Schnäpse zu wehren. Meistens werde ich ausgelacht und dann muß ich doch noch trinken. Als kleine Anmerkung sei hier gesagt, das die Uhr mittlerweile nicht mehr lesbar war, aber es schon dunkel draußen war. Lange mußten wir aber nicht durstig umher laufen, denn bei Edgar gabs leckeres Krombacher. Nun gibt es die erste Eintragung ins Klassenbuch. Vollmer, Ex-Prinz und Elferratsmitglied, war schon voll und zu Hause und hat nicht die Tür geöffnet. Frechheit. Dafür gabs aber schräg gegenüber bei Rudi und Angelika wieder Pils. Und Angelika eröffnete mir erstmal, das sie des öfteren etwas von den Frühstücksmissionen mitbekommen hat, die Vollmer und ich manchmal abgezogen haben. Sie fand es ganz herrlich, als sie es vom Balkon beobachten konnte. Ich mußte schlucken und trank schnell mein Bier aus. Wer weiß was Vollmer und ich da alles erzählt haben in solchen unbeobachtete Momenten. Nächste Station waren dann Elke und Martin. Dort gabs leckeren Andechs-Bier und Elke erinnerte mich nochmals an unsere Abmachung wegen einer passenden Partnerin für mich. Warum schließe ich immer solche Sachen ab, wenn ich vollstramm bin. Das muß echt aufhören. Tja, da sind wir dann nach einer echt kurzen Stunde wieder raus geschossen und konnten gleich weitere Tadel in unser Buch eintragen. Guido, M7 und Barney öffneten nicht mehr Tür und trotz Sturmklingeln und Telefonanrufe gab sich kein Zeichen. Doch halt bei Barney bewegte sich jemand hinter der Stubentür und wie sich später im Gespräch heraus stellte war es seine Frau und wollte uns nicht mehr aufmachen. Verstehe ich gar nicht, man hat doch gerne um 2330 Uhr vollstramme Elferratsmitglieder bei sich in der Küche sitzen. Die bleiben doch bestimmt auch nicht lange auch wenn es die letzte Station war. Aber bevor es zu Barney ging waren wir ja noch bei Nollo, der uns in Unterbuchse und T-Shirt öffnete. Vorbildlich, wie ich mal fallen lassen muß. Obwohl er arbeiten mußte und schon im Bett war öffnete er den armen frierenden Elferratsmitgliedern mit dem goldenen Buch die Tür und bot ihnen Schnaps und Bier an. Das Bier nahm ich gerne an, aber auf den Schnaps hätte ich gerne verzichtet. Da er verschiedene Sorten zur Auswahl hat und ich ja ein Freund von neuen Sachen bin wählte ich den Latschenkieferschnaps. Nein, es war kein Aufguß und ja, er hat so geschmeckt. Nachdem die Latschenkiefer nach einem kurzen Aufenthalt in der Speiseröhre, den Weg in den Magen gefunden hat traf sofort der Beschwerdebrief meiner Geschmacksknospen ein. Was das denn solle und ob ich in Zukunft ohne Geschmack durchs Leben gehen möchte. Noch so eine Aktion und sie stellen ihren Dienst ein und gehen in vorzeitigen Ruhestand. Ich war froh das ich noch normal atmen konnte.

Unsere Ankunft war dann gegen 2330 Uhr in der MZH, aber wir haben es geschafft. Stramm wie die Hacken aber wir mußten nicht nochmal los. Wie man so munkelt hat die andere Truppe mit Kalle und Schocker abbrechen müssen, weil das Geradeausgehen nicht mehr so ganz funktioniert hat. Schocker war unterdessen in Berlingerode aufgeschlagen und traf wieder ein. Er mußte sich mit beiden Händen an der Thekenüberdachung festhalten, aber das Trinken ging noch. Ganz nach dem Leitspruch: Nur so viel Trinken, wie mit aller Gewalt rein passt. Nach einer kurzen Diskussion hatten wir beide uns auch wieder vertragen und tranken dann noch ein paar Bier.

Kai, der an diesem Abend Schlüsseldienst hatte war dann auch sehr hacke, was man auch daran merkte, das er mit einem Jugendfeuerwehrhelm in einer Ecke der Theke gesessen hat. Übrigens wer den in der MZH vergessen hat kann sich schon auf einen Einlauf freuen.

Und der muntere Kappenklau ging vor sich. Diesmal war es Schockers Kappe. Erst saß sie quer auf dem Kopf, dann verkehrt herum und dann auf einmal auf Dianas Kopf. Ist schon komisch wie so was passiert. Man gut, das ich das nicht mehr zum Gericht wusste, sonst hätte sich Schocker warm anziehen können.

Anschließend gingen wir noch zum Prinzen zum Frühstücken, aber ohne die Prinzessin zu wecken. Wenn ich mich recht erinnere gabs Rührei, aber das kann auch ein Traum sein, da wir alle regelmäßig eingenickt sind. Kai hatte dann auch noch auf dem Boden geschlafen, bis wir ihn dann mit Tritten in den Unterleib sanften Stößen geweckt haben. Draußen fiel er dann nochmal über den Prinzen her und wir warfen daraufhin Kais Kappe durch die Gegen. Wie man so munkelt ist er noch eine ganze Stunde durch die Gegen gelaufen, weil der Dummbeutel seinen Schlüssel vergessen hat und keiner auf sein Sturmklingeln gehört hat. Nicht das ich gegrinst hätte als ich das gehört habe. So was macht man nicht.

Es war 0230 Uhr als ich dann in meinem Bett lag und ich war dankbar, das es nicht wieder bis 0500 Uhr ging. Die Rechnung kam dann vier Stunden später wo ich dann wach war und noch gute drei Stunden hätte weiter schlafen können. Danke Körper!

Rosenmontag oder Morchel wird 30

Der härteste Tag fing um 0730 Uhr. Schnell abgekärchert und dann gings schon auch schon zum frühstücken. Dankbar nahm mein Magen die einzige feste Nahrung für den Tag auf. Aber so ganz wollte der Schluckimpuls nicht funktionieren. Erst als alles mit Bier und Löwentor angeregt wurde ging es langsam vorwärts. Es scheint ein harter Tag zu werden. Besonders für den Morchel.

Der wurde nämlich 30 an dem Tag und wir hatten ja am Samstag einen Bollerwagen für ihn „vorbereitet“. An dem wurden dann schöne einlaminierte Strammsack-Bilder von ihm aufgehängt. Ich weiß auch nicht wo die alle auf einmal hergekommen sind, aber irgendwie waren die wohl alle auf meiner Festplatte. Nun gings zuerst mal in den Kindergarten. Dort verteilten wir Schaumküsse (wegen der political correctness) und Waffeln und durften uns lustige Leider anhören. Der Morchel bekam extra ein Geburtstagsständchen und durfte schön nach vorne gehen. Sehr zur Freude des Elferrates. Leiche ließ dann noch ein paar ekelige Rülpser los und so langsam konnten wir Richtung Stadt ziehen um das Rathaus zu stürmen.

Nach dem Kindergarten ging bekam er erstmal einen Kuhkostüm angezogen und wir hatten alle Buttons mit „Bauer sucht Frau“ angesteckt bekommen. Seine Kappe noch auf und dann gings in die Stadt. Herrlich, dieser Anblick. Bei Seyffarts sammelten wir uns dann und konnte erstmal die anderen Elferräte treffen und vor allem die anderen Prinzengarden begutachten. Also bei manchen konnte man da echt schwach werden, aber es ist ja Karneval, da bleibt man sauber. Außerdem mußten wir ja ins Rathaus und dort stürmen. Nach den üblichen Ansprachen wurde dann auch noch der Morchel auf die Bühne gebeten. Der Bürgermeister machte ein dicke Rede und Morchel haute sich erstmal vor versammelter Mannschaft ein Pils rein. Unglaublich dieser Mensch. Im Anschluß an die Peinlichkeit ging der Zug weiter zur Volksbank, wo dann weitere Ansprachen kamen, aber dafür gabs Bier in rauhen Mengen. Ach halt, wir haben ja vom Elferrat noch ordentlich Flyer für Morchels Party verteilt. Wir wollten abends in der MZH noch ein paar auf seinen Geburtstag trinken und hofften so viel Weibsvolk anzulocken. Was natürlich nur in Morchels Interesse war. Wir anderen vom Elferrat versprachen uns davon natürlich nichts.

Wieder in Westerode angekommen gab es was zu Essen im Pfarrheim, aber die Ruhe währte nicht lange. Morchels Schwester SabrinaSabrina hatte ein Fegen organisiert und schon mußte er wieder ran. Im Kuhkostüm hat er dann die Kirchentreppe von Sägespänen befreit. Dazu wurde von seinem Vater Löwentor gereicht. Die Zeit die ich nun für einen Löwentor benötige hat sich auf 6 Minuten erhöht. Ein wirklich widerliches Zeug. Kann ich wirklich nicht empfehlen. Wenn ich mir die ganze Fegeaktion und das ganze Drumherum so angucke, dann möchte ich gar nicht 30 werden. Oder ich wandere für das nächste Jahr nach Australien aus. Oder aber ich heirate noch schnell vorher. Jetzt fällt mir auch wieder der Grund für das Abkommen mit Elke ein.

Als nächstes stand der Kinderkarneval an. Ich durfte Kasse machen und dem Zauberer zugucken, während die anderen draußen sich mit Morchel die Kante gaben. Na herzlichen Dank. Aber ich wurde gut mit Getränken versorgt. Zeitweise standen fünf Bier in Warteschleife. Kommt natürlich beim Kinderkarneval besonders gut, wenn der Kassierer sich ein paar Biere reinschraubt oder wenn es so aussieht als wäre er schon so stramm, das er die Biere die ihm hingestellt werden nicht mehr schafft. Aber es war eh der fünfte Tag, an dem ich mich ins Bett trinke und da ist einem einiges egal. Und vor allem muß man sehr schmerzfrei sein, wenn man den Karneval in einem Elferrat überleben will. Es hat aber keiner komisch geguckt oder Kommentare abgegeben. So stramm war ich ja auch noch nicht, nur halt gut angetrunken.
Sonderlich viel spektakuläres ist beim Kinderkarneval dann auch nicht mehr passiert, nur der Morchel ist abgehauen, weil er noch Durchsagen machen wollte und die definitiv nicht für Kinderohren geeignet gewesen waren. Deswegen wurde ihm der Saft vom Micro genommen und er ist auf und davon. Mußte die Party halt ohne ihn stattfinden. Tat sie dann auch. Es war als würde man einen Schalter umlegen und ab ging die Post. Es wurde getanzt und getrunken. Ersteres eher die anderen, letzteres eher ich. Bis dann Elke auf den Plan trat und ich doch wieder tanzen mußte. Und das war der Anfang. Ich weiß gar nicht mit wem ich dann noch alles tanzen mußte. Ach ja, Patrizia holte sich ihren verpassten Tanz von Samstag ab. Derart ausgetrocknet gings gleich wieder zur Theke. Nicht das ich dehydriere und dann umklappe. Wer soll mich denn da wieder hoch heben. Das geht nicht. Also mußte ich selber dafür sorgen das ich genügend zu trinken bekomme.

Die Elferratsfrauen haben sich dann ein Herz gegriffen und den Morchel wieder zurück in die MZH geholt. Wer kann solch geballtem Charme auch widerstehen. Sobald dann der Morchel aufgeschlagen ist, fing das Spektakel an. Plötzlich sollte der Elferrat ohne Jacken und Fliegen auf die Tanzfläche kommen. Spontan setzte ich zum Sprint auf die Tür an und wurde aber mit strafenden Blicken auf die Tanzfläche gescheucht. Nun malte ich mir gar schlimme Szenarien aus. Ein ganz besonders Schlimmes war etwas mit freiem Oberkörper. Ich sah schon die Blaulichtflotte vom Krankenhaus auf uns zu rücken. Aber allzu schlimm war es dann doch nicht. Wir haben uns vorne halt ein wenig zum Affen gemacht und der ganze Saal hat sich gefreut. Da bin ich ja immer erster man an der Spritze, wenn ich mich mal schön blamieren kann. Was mir jetzt aber ein wenig zu denken gibt, ist, das ich irgendwo in der Menge eine Videokamera gesehen habe. So was sollte verboten werden. Es reicht doch wenn ich immer Fotos mache. Da bin ich wenigstens nicht selber drauf.

Irgendwann kamen dann die Tische auf die Tanzfläche und es wurde auf den Tischen getanzt und wie es gar nicht anders hätte sein könne saß dann der Morchel mit freiem Oberkörper auf dem Tisch und trommelte zu Safri Duo und Phil Collins. Das mein Fotoapparat noch funktioniert verdanke ich nur dem harten Abhärtprogramm durch das ich ihn beim Erwerb geführt habe. Treue alte Kamera. Was die schon abbekommen hat geht auf keine Kuhhaut.

Aber auch lustige Abende gehen vorbei und mein weblog platz langsam aus allen Nähten. Außerdem muß ich auch mal zugeben, das mir so die eine oder andere Erinnerung fehlt. Was nun nicht unbedingt das Schlimmste ist. Für Manche jedenfalls.

Dienstag oder das Prinzenessen

Endlich vorbei. Keine lustigen Hüte mehr, keine Elferratsklamotten. Nur noch aufräumen, die Gerichtsverhandlung über sich ergehen lassen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. So und nicht anders ist es auch abgelaufen. Doch halt, was wäre die Gerichtsverhandlung ohne spektakuläre Urteile. Ich bin so davon gekommen, denn ich habe ja nichts Schlimmes gemacht. Oder zumindestens hat sich keiner mehr dran erinnert. Aber wir machen eine nette Sommerparty bei Schmierpopel im Garten. Ich freue mich schon auf das Trampolin.

Abends ging es dann noch bis 2300 Uhr und zum Abschluß trank ich dann wieder Cola Bacardi. Es war wieder das alte Hefe Problem. Nachdem man 10 Liter Bier in sich rein gekippt hat, stellt man irgendwie fest, das man gar nicht richtig stramm wird und schon steigt man um auf Mischungen. Außerdem hat Schocker und Guido noch ein paar lustige alte Geschichten zum Besten gegeben. Und ich dachte ich war schlimm. Leiche erzählte eine Mit Säbeln und mehreren Ananas und Friede. Allein bei der Vorstellung konnte ich nicht mehr an mich halten. Hätte ich eine Zeitmaschine, wüsste ich schon wo ich mich hinteleportieren lassen würde.

Das war der kurze Bericht von den vollen Tagen. Meine Finger tun weh und draußen ist es dunkel. Und heute Abend geht es ins Glashaus.


Eichsfelder Büttenabend

14/02/2007

Was für ein Wochenende. Ich glaube es ist der Hauptgrund warum es mir am Montag so schwer fiel aufzustehen. Und los ging es schon am Freitag. Der Eichsfelder Büttenabend stand an und da ich ja im Elferrat bin, war ich wieder so blöd und habe mich dafür gemeldet dort mit hin zu gehen war es ja selbstverständlich für mich, das ich dort hin gehe um den Verein zu repräsentieren. Hätte ich es man gelassen und mir eine faule Ausrede, wie die Anderen ausgedacht und wäre woanders zum Saufen gegangen zu Hause geblieben. Aber ich bin ja eine ehrliche Haut und somit stehe ich auch zu meinem Wort. Und vor allem habe ich ja gleich wieder in die Vollen gegriffen und gesagt das ich mich freiwillig mit in den Kollektiv-Elferrat setzten werde. Da der Eichsfelder Büttenabend eine Gemeinschaftsveranstaltung von verschiedenen Elferräten aus dem Eichsfeld ist, gibt es dort auch einen Elferrat, der sich aus den verschiedenen Elferratsmitglieder zusammensetzt. Manchmal frage ich mich wer was mich immer geritten hat, wenn ich solche Versprechen gegeben habe. Meistens verlassen solche Zustimmungs-Sätze meinen Mund und sogleich frage ich mich, wer das nun schon wieder gesagt hat. Aber egal, nun hab eich zugesagt und muß mit Schocker ob auf der Bühne sitzen, wo einen alle sehen und vor allem was man so trinkt, und darf gute Laune zur Schau stellen. Mit genügend Bier ist das alles kein Problem. Warten wir es mal ab.
Um 1930 Uhr war Treffen und Marina, Schnitzels Schwester, hat uns freundlicherweise rüber gefahren. Der Prinz war leider alleine unterwegs, da seine Prinzessin andere Verpflichtungen hatte. Sie war auf einem betrieblich organisiertem Wintervergnügen. Gut, sie sagte es sei ein richtig offizieller Betriebsausflug, aber wenn man sich da entscheiden darf ob man lieber eine Schlittenfahrt oder eine Fackelwanderung machen will, dann riecht das aber verdächtig nach Spaß. Ich hätte mich natürlich für die Schlittenfahrt entschieden. Auch wenn ich mich vor meinem inneren Auge schon mit zerbrochenem Schlitten und Teilen des Schlittens in diversen Körperteilen von mir vor einer Fichte gesehen habe. Also mußte der Prinz alleine seinen Mann stehen. Man sah ihm die Traurigkeit direkt und völlig mit den Gedanken woanders kippte er dann auch das Bier in sich rein. Doch dank des Elferrates war er nicht allein und jeder stand ihm in dieser traurigen Stunde bei. Es dauerte dann auch nicht lange nach der Ankunft, das die Luft immer trockener wurde. Zum Glück orderte Schnitzel schon mal beim Kellner die erste Runde. Im gleichen Atemzug schlug der Schocker vor, das wir mal kurz an der Theke vorbei gucken um festzustellen ob der Zapfhahn ordnungsgemäß funktioniert. Pflichtbewusst wie ich bin, nahm ich den Vorschlag dankend an und wir machten uns auf zur Inspektion. Da Schocker aber Flüssigkeiten nur in sich rein kippt dauerte es nicht lange bis die zweite Kontrolle des Zapfhahns anstand. Dummerweise konnten wir uns nicht als offizielle Zapfhahnkontrolleure ausweisen und mußten so den vollen Preis bezahlen. 1,20 € für ein Pils. Wer macht den solche bekloppten Preise. Da muß man doch viel zu viel rechnen und wenn man dann schon fünf zehn fünfundzwanzig vierunddreißig Bier intus hat, kann man gar nicht mehr in solchen Cent-Beträgen rechnen. Außerdem gehen doch aufgerundete, krumme Beträge immer als Trinkgeld über den Tisch.

So langsam ging es dann los und jemand betrat den Saal, der sich als Prinz vom Desingeröder Carnevals Club verkleidet hat. Ich traute meinen Augen kaum, wer da im blauen Samtmantel durch die Tür geschritten kam. Es war Noxi. Sogleich wurde der Weg durch die Menschenmengen gebahnt. Prinzengarden, Elferräte, Bedienungen, harmlose Gäste, alles wurde aus dem Weg geschoben. Ich wollte einfach nur wissen, wie viel Kisten Bier Noxi dafür bekommen hat als Prinz aufzutreten. Die Antwort war dann sehr ernüchternd. Keine einzige Kiste Bier war dazu nötig, sondern nur seine Freundin aus Desingerode. Holla, da fällt mir doch glatt das Sprichwort mit dem Lanz Bulldog wieder ein. Aber soll er man machen. Ich denke die Desingeröder haben mit Noxe einen recht ordentlichen Prinzen (und natürlich auch eine Super Prinzessin, die wollen wir ja hier mal nicht vergessen!) bekommen, der ordentlich Feiern kann. Fragt sich jetzt nur ob sich das der Elferrat vom DCC auch richtig überlegt hat. Noxe ist schwer tot zu bekommen.

Nun wurde es dann wirklich Zeit das es los ging und Schocker und ich zwangen Kai uns noch ein Bier auszugeben. Sein persönliches Pech, wenn er so dicht an der Theke rumlungert, während wir mit trockenen Kehlen auf den Beginn warten. Außerdem kann der Standartenträger ruhig mal springen lassen, wo er doch eh so wenig die Standarte trägt. Draußen wurde langsam aufgebaut und die Prinzengarde war am rumnörgeln, weil es so kalt war. Also in meiner langen Hose und dem Jackett war mir gar nicht so kalt und außerdem hatte ich ja noch meine Mütze für die Ohren. Nach dem wir dann mit allen Prinzengarden und Standarten und Prinzenpaaren einmarschiert sind wurden die Prizenpaare erstmal vorgestellt. Alle waren als Pärchen gekommen, nur die Bilshäuser und die Westeröder nicht. Die Bilshäuser haben eine Entschuldigung, weil der Prinz seine Prinzessin erst an den tollen Tagen bekommt. Aber wir! So wurde dann der Prinz aus Westerode und der Prinz aus Bilshausen zusammen vorgestellt. Schlimmer gings dann nicht mehr, denn so dachte alle Welt, das es halt auch außerhalb des Christopher-Street-Day schwule Prinzenpaare gibt. Aber wen störts, hauptsache das Bier kam regelmäßig, nachdem die Elferratsbank besetzt worden war. Die war natürlich auf der Bühne, wo einen jeder sehen konnte. Und es war warm und ich saß neben Schocker und einem alten Mann. Aber da kam ja auch schon der Kellner mit dem Zettel, auf dem man seine Bestellung aufschreiben sollte. Wie, noch kein Bier? Verdammt. Auf die Frage wie viel Striche man maximal machen durfte, wurde nur doof gelacht. Da war aber eigentlich mein voller Ernst. Da ich aber nicht gleich auffallen wollte, machte ich erstmal einen und bat dann den Kellner so schnell wie möglich wieder zu kommen.
So ging es dann mehr oder weniger munter weiter. Beim Büttenabend ist es so, das wenn man nicht absoluter Karnevals-Fan ist, erst nach ein paar Bier über das meiste Lachen kann. Vorne wurde also Nonsens gelabert und von rechts säuselte mir Schocker ab und an einen blöden Spruch ins Ohr, den ich natürlich nicht unkommentiert lassen konnte. So haben wir uns also hauptsächlich über unsere eigene Scheiße tot gelacht. Die Garden waren allesamt Klasse und bei manchen machte man sich schon fast strafbar, wenn man da genauer hin geguckt hat. Aber allesamt hübsche Mädchen. Allen vor weg natürlich die Westeröder Garde, die meiner Meinung nach den besten klassischen Gardetanz hatte und ich bin da nicht voreingenommen. Trotzdem kann man sich bei den anderen noch was ab gucken. Irgendwann kam dann auch die Pause und ich mußte sowas von auf Toilette. Trotz das die Bierversorgung auf der Bühne eher schleppend vor sich ging, drückte das bisher verzerrte Bier ein wenig auf die Blase. Der schleppende Bierkonsum lag einzig und allein an dem Sitzungspräsidenten, der nicht immer genau wusste was er mit dem Zettel mit den vielen Strichen drauf machen sollte. Aufessen? Weiterreichen? Nachdem dann aber die Blase entleert wurde, ging es gleich an die Theke um die nächste Entleerung vorzubereiten.

Schocker blieb dann erstmal unten, da er nach der Pause schon seinen Auftritt hatte, also durfte ich als einziger Westeröder auf die Bühne. Auffallen konnte ich eh nicht mehr, da ich keinesfalls den lustigsten Hut auf hatte. Und das Bier was ich in der Hand hatte fiel auch nicht weiter auf. Und als ich oben war machte ich dann vorsichtshalber noch zwei Striche auf dem Bestellzettel,der auch bald abgeholt wurde. Jetzt heißt es schnell sein. Oder besser doch nicht? Wer weiß wie lange es dauert. Nach einer kurzen Angstminute, siegte doch der Durst und das Bier verschwand auf unerklärliche Weise in meinem Hals. Nun wurde ich eingekesselt von den Krebeckern. Oha, es könnte schlimm werden. Es fing aber erstmal harmlos an. Der Bierkonsum stieg um 50%, worüber ich nun gar nicht mal so böse war. Doch mein treuer Kumpan, mein Reiter an der Seite, der Schocker kam nicht wieder und ich machte mir Sorgen, das ihm etwas scheußliches zugestoßen ist. Vielleicht ist er beim Umziehen von der Mingeröder Garde überfallen worden und wurde an seinen Testikeln aufgehängt eingesperrt. Oder es ist ein Zapfhahn-Problem Stufe 3 (Druckabfall auf Leitung 1) aufgetreten und er als nicht ausgewiesener Zapfhahnkontrolleur steckt in der Bredouille, weil er nicht weiß was er machen soll und meine Hilfe benötigt. Voll Sorge blickte über das Publikum, bis mein stahlharter Blick ihn erspähte. Was ist das? ER sitzt am Tisch mit den anderen und schüttet sich Bier rein. Und mich lässt er hier oben auf der saunamäßigen Bühne alleine sitzen. Und es war wirklich warm. Jeden Moment erwartete ich das der Kellner mal eben einen Hefe-Aufguß macht. Aber wir wollen ja hier nicht ablenken. Schocker der alte Verräter lässt mich also hier oben alleine sitzen. Alles klar. Vor lauter Verzweiflung habe ich dann erstmal eine neue Runde Bier geordert, was wiederum bei den Krebeckern gut ankam. Und der Teufelskreis begann. Nun kam das Bier Stromweise. In Verbindung mit den Strahlern, die ungefähr die Temperatur der Sonne hatten, ging das Bier auch dementsprechend gut runter. Ähnlich muß es einem gehen, wenn man mit dem Flugzeug in der Wüste Gobi abgestürzt ist. Die Garden taten mir richtig leid, denn die mußten bei diesen Temperaturen auch noch umher hüpfen und die Biene in die Luft schmeißen. Gut das wir Bier hatten. Als dritter Akteur aus Westerode ist Julius Ruben, der Sohn von Elke und Martin, aufgetreten und hat den Saal zum Kochen gebracht. Naja, gekocht hat er vorher schon, was aber eher an den Scheinwerfern lag. Meine Vermutung liegt darin, das es nur auf der Bühne so unsäglich heiß war und der Rest des Saal klimatisiert war. Jedenfalls hat Julius vor allem die anderen Elferräte beeindruckt. O-Ton, des lallenden Krebeckers neben mir: „Wie kann man als 11jähriger schon so coole Sprüche reißen?“.

Die zweite Hälfte ging definitiv länger. Oder es kam mir nur so vor und die Blase drückte früher als erwartete. Das Schlimme war, das ich mir den Krebeckern nun in einem Rhythmus war. Trinken und urinieren. Auf dem Rückweg wurde es dann ganz Schlimm, denn das eine bestellte Bier reichte nicht. Nein, es wurde noch eins mitgenommen. Und dann als wir oben waren ging der eine nochmal los und holte zwei Stück für jeden, weil er ja Vater geworden ist. Hier gefällts mir. Soll doch Schocker alleine da sitzen bleiben. Es war dann auch kurz vor Schluß wo einer der Krebecker von der unruhigen Hand übermannt wurde. Man kennt das ja, wenn nach ein paar alkoholischen Getränken plötzlich die Zielsicherheit langsam nachlässt und die Zunge nicht mehr ganz dem Wortfluß folgen kann. Also wurde mal eben das Bierglas umgeschüttet, als man danach greifen wollte. Kommt besonders gut, wenn man oben auf der hell beleuchteten (und unglaublich heißen) Bühne sitzt. Das es so ziemlich der ganze Saal mitbekommen hat, erwähne ich hier mal nicht. Wäre ja auch gemein.

Nachdem dann das große Finale vorbei war, konnte ich mich dann endlich meiner Lieblingsbeschäftigung widmen. Dem hemmungslosen Bierkonsum Der gepflegten Konversation mit anderen Elferratsmitgliedern Weiter trinken und Scheiße labern. Erste Station war dann erstmal die Theke an der Schocker zur Rede gestellt wurde. Als Entschuldigung hat er nur was vor sich hingebrabbelt und mir kommentarlos ein Bier hingehalten. Endlich mal eine ehrlich gemeinte Entschuldigung. Dankend nahm ich an und wurde von dem Zeitpunkt an immer von irgendwo mit Bier versorgt. Ab und zu schmiß ich dann auch mal eine Runde in die Mitte, aber da hielt sich noch in Grenzen. Wir waren alle recht gut drauf und hatten eine Menge Spaß. Bis ich dann den Schmierpopel entdeckte. Er mußte mal wieder aus der Reihe tanzen und setzte die Kappe quer auf und zeigte munter den Mittelfinger in die Kamera. Nun habe ich halt eine ganze Fotoserie von ihm mit Kappe quer. Und irgendwann brauche ich das auch noch mal. Das habe ich irgendwie im Urin. Nachdem ich dann genügend Beweisfotos geschossen habe gesellte ich mich dann erstmal zu Prinz Noxi. Der erfahrenen Elferratskamerad weiß ja, das gerade beim Prinzen das Portemonnaie ziemlich locker sitzt. Und kaum stand ich da gabs auch schon das erste Pils und dann durfte ich noch mit der Prinzessin tanzen. Dabei liebe ich ja tanzen so sehr. Aber ich war den Bewegungen noch mächtig und versaute weder ihr Kleid, noch bin ich auf die Füße getreten. Noxe hat sich unterdessen weiterhin mit Bier betrunken. Nachdem ich dann die Prinzessin in einem Stück wieder abgegeben habe. Drangen leise Worte des Aufbruchs an mein Ohr. In Verbindung mit den Worten Werkstatt malten sich mir gar schreckliche Szenarien aus. Das Ziel hieß also Werkstatt ohne Boxenstopp zum Umziehen. Das Taxi wollte losfahren und wer fehlte. Schmierpopel. Er stand mit der Kappe quer am Tresen und schütte sich mit Pernod-Cola zu. Ich wußte ja schon immer das er ein ganz ekelhafter Mensch ist. Im Taxi nörgelte er nur rum und die Augen blühten erst wieder auf, als wir von der Werkstatt hielten und er die vielen bunten Lichter sah. Also gings mit voller Elferratsmontur in die Werkstatt. Das kann ja heiter werden.

Es ging dann auch schon gut los. Vorteilhaft war natürlich das wir umsonst rein gekommen sind. Aber wer sich so fein raus geputz hat wie wir, der durfte auch mit ein paar Privilegien rechnen. Als erstes hatten sie ein tolles Tarnnetz über den Eingangsbereich gespannt. Da ich meine Kopfhöhe plus Aufbau ein wenig unterschätzt habe blieb ich dann auch erstmal schön mit meiner Elferratskappe an dem Netz hängen. Besser gesagt, meine Kappe bleib hängen wurde von meinem Kopf entfernt und fiel auf den nicht gerade sauberen Boden. Dank des fortgeschrittenen Alkoholpegel machte mir das nichts mehr aus. Gut, es hätte mir vorher auch nichts ausgemacht, aber man muß ja wenigstens den Schein wahren. Da wir alle schon stink besoffen gut angetrunken waren, schlug unser internes Radar gleich aus und zog uns wie magisch an die Theke. Dort begann dann gleich die Diskussion was nun getrunken wurde. Hinterhältig, wie ich nun mal bin, entzog ich mich dem Schlamassel und warf einfach so in die Mitte, das ich mich an einer Flasche beteiligen werde, wenn es kein Wodka ist und machte mich ab an die Theke. Schließlich war das letzte Bier schon gefühlte drei Stunden her. Dort bestellte ich dann erstmal ein leckeres Becks, welches mit auch gleich gebracht wurde. Zu spät bemerkte ich das Conny auch bediente und sie setzte gleich ein freundliches Gesicht auf, als sie mich in meiner lustigen Mütze sah. Ich prostete ihr zu und sie winkte zurück. Ich hoffe das sie weiß, das zuprosten für mich das gleiche bedeutet wie zuwinken. Eigentlich sollte man sowas ja wissen. Prosten ist gleich bedeuten mit jeder Grußformel auf der Welt, sei es dieser Gruß an dem man sich auf die Brust, an den Mund und vor die Stirn kloppt oder das Kreuzzeichen. Prosten heißt immer das Gleiche. Aber Conny wird es schon verstanden haben, denn mit einem Lächeln widmete sie sich wieder ihrer Arbeit. Das sie mal wieder umwerfend aussah muß ich ja hier nicht betonen. Aber halt, ich bin ja über sie hinweg. Ihre Kollegin untersuchte unterdessen meinen Erstauftrittsorden und Schocker machte neben mir dumme Bemerkungen. Aber er hat nicht mit meinem Fotoapparat gerechnet.

Ich habe eh sensationelle Fotos den Abend geschossen. Irgendwann könnten die nochmal eine Menge Geld wert sein. Wen haben wir natürlich in der Werkstatt schon angetroffen. Das übliche Westeröder Pack Den Rest der Westeröder, als da wären: Hüfte, Porno, Philip, Thomas, Beule und Butcher (ausnahmsweise kein Westeröder). Da die verrückten schon da waren und mit ziemlicher Sicherheit schon ein paar Flaschen getrunken haben, konnte wir natürlich nicht anders als nachzuziehen. War ja nun nicht so, als ob wir noch gar nicht getrunken hätten. Aber irgendwie war ich dann an einer Flasche Havana Club beteiligt. Aussage meinerseits: „Da werde ich wenigstens nicht so schnell voll von!“ Aua, warum lasse ich immer so idiotische Sprüche los. Wenn ich nun mal erwähne, das ich mir die Flasche mit Schmierpopel und Schocker geteilt habe, dann dürfte eigentlich klar sein, das der Gedächtnisverlust vorprogrammiert ist. Es dauerte auch nicht lange bis dann einige Mädels auf die Idee gekommen sind mal die Kappen von diversen Elferratsmitgliedern vom Kopf zu klauen. Und das ist eine ganz, ganz böse Sache und wird in jedem Elferrat bis aufs letzte Hemd geahndet. So auch bei mir. Zwei, nicht gerade häßliche Mädels, kamen vorbei und die eine schnappte mir die Kappe vom Kopf. Sofort wurden alle Reserven mobilisiert und ich bin hinter den Beiden her um meine Kappe wieder zu bekommen. Als ich sie dann eingeholt hatte versagte allerdings meine Hand-Auge-Koordination, da ja alle Reserven anderweitig verbraten wurde und ich erwischte die ersten beiden Male beim Zugreifen ihre Haare bzw. Hinterkopf. Das fand die gar nicht so lustig und wollte mir schon mit Geschwindigkeit ins Gesicht fassen. Was ich aber abwehren konnte, indem ich zuerst zuschlug indem ich besänftigende Worte auf sie einprasseln ließ und die Situation erklärte. Sie verstand und zog weiter. Auf den Schrecken mußte ich erstmal die verbrauchten Reserven auffüllen und machte mir eine Mischung. Dort stand auch gleich der Schmierpopel und gab den passenden Kommentar: „Du bist so doof, warum hast Du die Alte nicht gleich klar gemacht!“ Völlig fassungslos blickte ich ihn an. Es war als hätte er gesagt: „Du bist so doof, warum hast Du die Alte nicht gleich klar gemacht!“. Manchmal glaube ich das der Schmierige ein wenig ganz schön unter Realitätsverlust leidet. Später versuchte ich nicht vom Billardtisch zu fallen saß ich auf dem Billardtisch, als die holde Dame wieder vorbei kam und mir wieder an die Kappe ging. Böse Blicke meinerseits trafen auf sanfte Augen ihrerseits und sie hauchte: „Nimm mal bitte die Mütze ab, sieht um Längen besser aus!“ Mit einem Lächeln verschwand sie aus meiner Welt und ich naselte irgendwas und setzte den Helm die Kappe wieder auf. Irgendwie wird man ein anderer Mensch, wenn man vollstramm mit dem Elferrat in voller Montur in der Werkstatt unterwegs ist. Man entwickelt ein gewisses Pflichtgefühl.

Nun gibt’s einen kleinen Zeitsprung (oder auch nicht. Auf Grund des sporadisch eintretenden Gedächtnisverlust, konnte ich die einzelnen Ereignisse auf dem Zeitstreifen nicht mehr so genau einordnen) und wir verlassen die Werkstatt und begeben uns direkt zum Bäcker. Die Uhr zeigte 0546 Uhr und ich habe keinen blassen Schimmer wie wir dort hin gekommen sind. Ich kann nur mit Gewissheit sagen, das Schocker, Morchel und ich Brötchen beim Bäcker gekauft haben. Morchel hat dazu noch eine Tasse Kaffee getrunken. Außerdem habe ich ihn glaube ich mit Teilen eines Zwiebelbrötchens abgeworfen. Nachdem wir uns dann genügend mit Essbarem ausgerüstet haben sind wir noch ein den Jugendraum eingerückt, da dort noch Licht brannte. Hüfte und Porno waren noch da. Morchel der sogleich das Sofa in Beschlag nahm, schlief auf der Stelle ein. Wir dekorierten seinen Kopf noch mit dem neusten Skonto-Prospekt und tranken noch ein Absacker-Bier um 0600 Uhr. Doch auch für die harten Elferratsmitglieder wird es mal Zeit nach Hause zu gehen. Ich hatte dann noch ein kleines Gespräch mit einer lieben Freundin und im tobenden Schneesturm gings dann nach Hause.

Hämmernde Kopfschmerzen weckten mich um 1048 Uhr. Wo war ich? Warum liegen meine Elferratsklamotten in meinem Schlafzimmer umher als wären sie von meinem Köper einfach abgeplatzt? Und warum habe ich solche Kopfschmerzen? Ich wollte ja eigentlich zum Aufbauen für die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr, aber ein kurzer Beichtanruf bei Kai, verschaffte Sicherheit, das ich nicht mehr erscheinen müßte. Gott sei Dank, kann ich da nur sagen. Ich hätte es auch nicht geschafft. Ich war ja nur froh, das ich das Mittagessen bei mir behalten konnte. Und nachmittags mußte ich dann noch meine Rede für Abends schreiben. Ja, ich weiß, JHVs kommen immer so unerwartet und Jahresberichte kann man eigentlich schon nach der Weihnachtsfeier schreiben. Aber da sind immer so viele andere Sachen. Das Logbuch, das Sofa und vieles mehr. Also wird es auf den letzten Drücker geschrieben und es sind trotzdem vier Seiten geworden. Aber dafür kommt mein Bericht ja auch immer gut an.

Gegen 1800 Uhr bin ich dann erstmal bei Jennifer aufgeschlagen, die Geburtstag und Einzug feierte. Da ich ja beim Kisten schleppen geholfen habe, hat sie mich dann kurzer Hand mit eingeladen. Schade, das am gleichen Abend auch die JHV der Feuerwehr war, denn da wäre ich gerne noch geblieben. Es gab ja Bier und ein nettes Empfangspräsent. Welches allerdings schon den Großteil seines Volumens auf dem Weg von Jennifers Wohnung zur Mehrzweckhalle eingebüßt hat. Aber das Marzipanherz wollte ich mir aufheben. Wollte ich zumindestens. Es muß dann entweder auf dem Rückweg von Mehrzweckhalle verloren gegangen sein oder ich habe es tatsächlich gegessen. Erinnern kann ich mich daran leider nicht mehr. Aber da sind wir ja noch nicht. Kommen wir zunächst zur Versammlung an sich.

Versammlungen sind ja nicht immer so die spannendsten Sachen die man sich für einen Samstag Abend vorstellen kann. Aber ich muß zugeben, das ich mich seit jeher auf die Versammlung der Feuerwehr freue. Man kann es jetzt natürlich auf das ganze Freibier schieben und auch auf das leckere Essen, aber irgendwie macht es Spaß sich in Feuerwehruniform dort hinzusetzten und mit Leuten Scheiße zu labern, die man schon eine Ewigkeit nicht gesehen hat. Ich bin zwar nach knapp 10 Jahren als Jugendfeuerwehrwart nervös, wenn ich meinen Jahresbericht abgebe, aber das gehört auch dazu. Außerdem wartet dann immer ein leckeres Bier auf mich, wenn ich vollkommen fertig zu meinen Platz zurück gehe.

Das Ganze geht aber erst richtig los, wenn die Versammlung vorbei ist. Da kann ich mich dann vom Kommandotisch entfernen und mich zu den anderen setzen. Den Vogel abgeschossen haben aber mal wieder Kolbi und Jensi. Nachdem dann die Versammlung vorbei war konnte man sich bei Bedarf noch Essen nach nehmen, da so viel geliefert wurde. Der Applaus, nach der Versammlung war noch nicht verebbt und schon standen die Beiden mit dem Teller im Anschlag an den Thermoporten und fingerten an den Deckeln rum. Das waren nun wirklich große Schnitzel und wer immer seine Schuhsohle als Schablone zur Verfügung gestellt hat muß über drei Meter groß sein (oder es war Matze Dittmann). Ich hätte eigentlich nach den Schnitzel einen Pansenstich benötigt, aber Dr. Hippe hatte an dem Abend keine Zeit. Und die Zwei fuhren sich direkt im Anschluß eine zweite Fuhre rein.

Bevor ich aber zu den anderen Kameraden an den großen Tisch wechseln konnte besuchten mich am Kommandotisch, der Friede und der Schacko. Bei Friede konnte schon leicht der Chief angezeigt werden. Also ich zwischendurch mal kurz auf Toilette war, sah ich auch draußen auf dem Vorplatz der Mehrzweckhalle einen Indianer mit vollem Kopfschmuck auf seinem Pferd anreiten. Und er hatte sein Tipi dabei, das bedeutete, das es eine lange Nacht werden würde. Jedenfalls kamen die Worte nur noch in Zeitlupe aus Friedes Mund und der Mund selber bewegte sich in Super-Slow-Motion. Artikulation war nur noch rudimentär vorhanden. Mich freute es. Ich mußte ihn nur ein wenig von den Sleepnuts fernhalten und schon stand einem Abend für Freunde der englischen Sprache nichts mehr im Weg. Tutz sah sich schon ein paar sorgenvoll um, wo denn der Friedwart abgeblieben wäre, aber die Anzeige des vollen Kopfschmucks meinerseits wiegten ihn in Sicherheit. Dieses Zeichen ist das Signal, das Heavy-Tongue bereits da war und zwei Warnpfeile auf Friede abgeschossen hat. Nach einem weiteren Toilettenbesuch und einem weiteren Pfeil vom Chief Heavy-Tongue gings dann an einen anderen Tisch. Natürlich durfte ich meine mitgebrachten Brausepulvertüten nicht vergessen. Zwei komplette Päckchen sind schon für die Jugendfeuerwehr drauf gegangen und der Rest wurde nun sinnlos in sich rein gekippt. Angefangen hat es mal vor 4 Jahren, als Sense davon erzählte und ich damals auf dem Brause-Korn Trip war. Zufällig hatte ich welche dabei und Sense und ich machten uns einen lustigen Abend. Seit dem bringen wir immer welche mit und trinken ein paar. Sense hatte aber Geburtstag und konnte so an der JHV nicht teilnehmen. Aus lauter Trauer habe ich dann mit Schnitzel ein paar getrunken und die Welt war wieder in Ordnung. So trank man sich so durch die Leute durch. Hier mal ein Bier, da mal ein Schnaps und die Zunge wurde nicht schwerer. Friede war zu dem Zeitpunkt schon fünfmal angemahnt worden vom Chief, aber bei mir wollte sich keine Zungenlähmung einstellen.

Die Versammlung löste sich langsam auf, aber nach Hause wollte noch keiner so richtig. Also wurde überlegt noch in die Werkstatt zu gehen, was aber abgeschmettert wurde, da keiner Bock hatte sich um zuziehen. Was hätte den sonst auch Conny gesagt, wenn ich am Freitag in Elferratskluft aufgeschlagen wäre und am Samstag dann in Feuerwehruniform. Die hätte ja gedacht, das ich in jedem Verein drin bin, bei dem es was zum Saufen gibt. Somit wurde dann beschlossen noch zu Walters in den Keller einzurücken um zu prüfen, ob beim Ortbrandmeister der Brandschutz gewährleistet ist. Allen voran der David, der ja eigentlich seiner Frau versprochen hat um 2300 Uhr zu Hause zu sein. Mittlerweile zeigte die Uhr 0300 Uhr. Aber Ellen wird deswegen bestimmt nicht sauer sein. Also gings in den Keller, wo erstmal auf Kais und Philips Mutter ein paar Bier getrunken wurden, denn die hatte Geburtstag. Da aber Philip nicht normal ist, wollte er unbedingt noch auf die Piste. Erstes Ziel war dann ein einschlägiges Etablissement in Duderstadt. Nein, es war nicht die Werkstatt. Eher eine Einrichtung wo ähhhh, leicht bekleidete ähhhh Damen ähhh……. Um es kurz zu machen. Philip wollte Porno einen Gefallen tun. Sprechchöre unsererseits vervollkommnten die Situation noch. Ganz böse Zungen behaupten, das die Sprechchöre von mir gestartet wurden, aber da steckt kein Körnchen Wahrheit drin (hoffe ich doch). Die ganze Aktion wurde dann aber abgebrochen, als Lene den Keller betrat und meinte wir sollen ein wenig leiser unsere Freude über Pornos bevorstehende Mannwerdung kundtun. Wir taten das einzig Richtige und gratulieren erstmal und im öffnen einer weiteren Flasche Bier versicherte ich, das wir gleich den Heimweg antreten würden. Um 0400 Uhr waren wir uns dann auch endlich einig, nach Hause zu gehen.

Nach einer verdammt kurzen Nacht ging ich dann zum Aufräumen und schwor mir nie wieder Brausepulver mit Korn zu trinken. Irgendwas löst da eine chemische Reaktion aus, daß das Fleisch zwischen Kiefer und Wange auflöst. Jedenfalls bei mir. Ich hoffe ihr versteht es wenn ich davon keiner Fotos einstelle!


Elternfreuden

08/02/2007

Natürlich bin nicht ich zu Elternfreuden gekommen, aber die Ellen und der David. Meine besten Glückwünsche und alles Liebe und Gute für die Zwei und Hannah auf diesem ungewohnten Wege. Ich freue mich sehr für die Beiden und wie es sich nun mal gehört, wenn ein neues Leben diese Erde betritt, wird ordentlich Einer getrunken und zwar bis zum Verlust der Muttersprache wird bei ein paar Gläschen Wasser angestoßen. Aber dazu würde ich gerne später kommen. Hannah erblickte das Licht der Welt gegen 2000 Uhr am Freitag. Eine gute Stunde früher machte ich mich fertig, um zur Elferratssitzung zu gehen. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht was das für ein ereignisreicher Abend werden sollte. Aber lest selbst.
Die Elferratssitzung sollte dies Mal ein wenig anders ablaufen. Denn ein paar Strafen vom letztjährigen Gerichtstermin mußten eingelöst werden. Ich ging also vorher beim Prinzen vorbei und traf dort auf Florian, der schon mal wieder eine Kanne am Hals hatte. Irgendwie hatte ich auch nicht wirklcih was anderes erwartet. Und ich muß zugeben, das ich ein wenig neidisch auf ihn und ärgerlich auf mich war, da ich mal wieder rumgetrödelt hatte. Ansonsten würde ich ja jetzt mit einer leckeren Flasche Bier dort stehen und warten das der Prinz fertig wird. Und schuld war nur Vietcong 2. Aber lassen wir das das. Irgendetwas muß die Aufmerksamkeit des Prinzen erregt haben, denn er sah den traurigen Ausdruck in meinen Auen und bot mir eine Flasche Krombacher an. Aber ich lehnte dankend ab, wie ich es von zu Hause gelernt habe. Dreimal soll man ablehne und dann kann man getrost zugreifen. Aber er fragte nur einmal und meinte das dann die Kiste alle wäre und er so morgen eine neue kaufen kann. Da hat er bei mir natürlich die barmherzige Ader getroffen und ich habe ihm gerne dabei geholfen die letzte Flasche zu trinken. So kann er morgen früh in Ruhe losfahren und eine neue Kiste Bier kaufen. Wer weiß vielleicht haben wir durch unsere selbstlose Zusammenarbeit so wieder eine paar Arbeitsplätze oder gar den Regenwald gerettet. Da fällt mir ein, gibt es die Aktion von Krombacher eigentlich noch? Wenn ja, dann habe ich jetzt Anspruch auf 30 Quadratkilometer Regenwald. Ich hätte meine Parzelle bitte frisch gerodet und von allen Eingeborenen befreit, damit ich dort meine Villa mit Becks-Pool hin bauen kann. Ich freue mich immer etwas für die Natur zu tun.

Die anderen Beiden hatten schon ein wenig Vorsprung, so daß ich genötigt war das Bier mit einer mir eher unüblichen Geschwindigkeit zu trinken. Über die Jahre bin ich dann doch eher zum Genußtrinker geworden. Jetzt lacht nicht. Ich kann auch mit Genuß mehrere Liter in mich rein kippen. Und nicht nur um voll wie die Hacke zu werden. Aber das zurück fallen in alte Gewohnheiten ist für mich kein Problem. Allerdings kann ich den Inhalt der Flasche noch nicht in meinen Magen beamen. Somit kamen wir dann zwar immer noch pünktlich, aber zu spät zum Schnitzel, der schon wartete. Der kleine Raum der Mehrzweckhalle war auch schon gut gefüllt und das Buffet war auch schon aufgebaut. Nur die rudimentär vorhandenen guten Manieren hielt den Großteil des Elferrates davon ab sofort auf die angerichteten Speisen zu stürzen. Ich hatte mich natürlich komplett im Griff und konnte nur mit Kopfschütteln eine Flasche Bier öffnen und sie mir an den Hals setzen. Wie kann man nur so ohne Selbstbeherrschung sein. Aber das Bier schmeckte köstlich und war nicht lange alleine im Magen. Die Besprechung ging auch langsam vorwärts und die Blicke zum Buffet wurden immer gieriger. Manch einer gab vor auf Toilette zu gehen, nur um mal eben am Buffet vorbei zu gehen und einen tiefe Nase der Leckereien zu nehmen. Mich ließ es kalt, zum Glück war das Bier wohl temperiert. Was mir allerdings zu denken gibt, je fortgeschrittenener der Abend und damit der Alkoholkonsum umso leichtfertiger sage ich bei Dingen zu, die ich in einem nüchternen Zustand nicht mal in Erwägung gezogen hätte. AM Ende der Versammlung hab eich dann mal eben zugesagt, die Standarte bei einer Beerdigung zu tragen, mit Schocker beim Eichsfelder Büttenabend im Elferrat-Kollektiv zu sitzen (Nicht vergessen: Flachmann besorgen!) und Schmierpopel in Zukunft bei der Kasse zu helfen. Ich habe so langsam das Gefühl, das mein Gehirn mich bestrafen will, in dem es meinen Mund seltsame Dinge wie „Das mache ich doch gerne!“ oder „Nee nee, laß mich man machen!“ Ich glaube ich muß schneller trinken, damit ich diese gutmütige Phase schnell überwinde und nur noch unverständliche Sätze von mir gebe.

Die Erleichterung stand vielen ins Gesicht geschrieben, als dann das Buffet eröffnet wurde. Voller Unverständnis über so wenig Selbstbeherrschung und über meine ganzen Zusagen, die ich gerade gemacht habe, öffnete ich mir dann lieber noch ein Pils. Als es dann ein wenig leerer wurde, merkte auch ich, das meine Magen schon vor Stunden eine Anfrage nach fester Nahrung gemacht hat, die aber Dank der Leberanfrage in der Prioritätenliste immer weiter nach hinten gerutscht ist. Also genehmigte ich mir erstmal ein Brötchen mit Mett und anschließend eins Mit Rindswurst. Habe ich erwähnt das Schocker Moslem ist und für die Wurstplatte zuständig war? Aber die Wurst hat verdammt gut geschmeckt. Dann hatte Schocker noch eine undefinierbare rote Pampe dabei, die er mit den Worten „Das ist was für dich, Pitsche!“ Es ist ja allgemein Bekannt wie gutgläubig ich bin und haute mir einen ordentlichen Hucken auf meinen Teller. Dazu gabs dann vorsichtshalber ein wenig Weißbrot. Denn allein der Geruch trieb Tränen in meine Augen. Auf jeden Fall war es scharf. Was mich aber nicht schrecken kann, denn Dank einiger Trappertopf-Unfälle in meiner Jugend sind meiner Geschmacksnerven dermaßen abgehärtet, das ich selbst extrem gewürzte Sachen nur als ein leichtes Streicheln auf der Zunge spüre. Da sollte mich doch eine bischen scharfes, rotes Mus nicht schocken. Was soll ich sagen, dieses Zeug hatte die Fähigkeit Tote zum Leben zu erwecken. Ich vermute mal, das es klein gehackte Peperonis waren, die mit Tabascosoße wieder in sämige Form gebracht wurden. Verdammt scharf das Zeug, aber auch verdammt gut. Es war sogar so gut, das ich selbst am Sonntag noch was davon hatte. Es könnte aber auch am übermäßigen normalen Alkoholkonsum am Wochenende gelegen haben.

Zu fortgeschrittener Stunde schlugen dann auch Morchel und Kai auf. Die kamen gerade von der Ortsratssitzung und verkündeten, das Allen und David Eltern geworden sind. Auf die Frage woher sie das wussten, meinten sie nur, das sie das per SMS erfahren haben. Ein kurzer Blick auf mein Mobilfunkgerät verriet mir, das ich keinen Empfang hatte. Aha, anscheinend waren die Wände aus dem gleichen Stahlbeton errichtet, aus dem der Führerbunker heutige Luftschutzbunker errichtet werden. Bei einem zeitnahem Besuch der sanitären Einrichtungen rappelte das Teil aber wie bekloppt los. Aha, David ist also Vater geworden. Ich schaltete schnell und kürte die Geburt als als Anlaß sich es heute mal richtig gut gehen zu lassen. Endlich mal wieder ein Grund um sie gepflegt den Schero zu zuknallen. So langsam fruchtete die Ausrede mit dem Freitag oder dem Samstag einfach nicht mehr. Und wie feiert man dann so richtig, wenn die Stimmung bei der After-Elferratssitzung-Party zu richtig am brodeln ist. Genau, man ruft ein Taxi und fährt auf die Reeperbahn in die Werkstatt.

Da ich genügend noch nicht genügend Bier getrunken hatte war mein Vorsatz für die Werkstatt weiterhin Bier zu trinken, denn der Totalausfall, des Erinnerungsvermögens eine Woche vorher sollte mir eine Lehre sein. Allerdings hatte ich die Heimtücke des Klimawechsel unterschätzt. Mehrmalige Ortswechsel in der Mehrzweckhalle zwischen tropischen Besprechungsraum und tundramäßige Toilette zeigten schon leichte Auswirkungen auf die Standsicherheit. Die tat ich aber damit ab, das ich ziemlich ausgelaugt von der harten Arbeitswoche war. OK, wenn ihr dann vor lauter Lachen wieder Luft bekommt könnt ihr ja weiter lesen. Nun kam aber noch der Wechsel zwischen warmen Raum, kalter Außenwelt und dann wieder sehr, wenn nicht sogar saunamäßiger Werkstatt. Derart gut drauf machte die Werkstatt auch einen viel freundlicheren Eindruck als sonst. Was sagt uns das? Ich habe nun die richtige Menge an Alkohol getrunken um in der Wekrstatt Spaß zu haben und nicht um mich nur zu betrinken. Nicht das ich das sonst machen würde! Beim passieren der Theke vernahm ich auch einen roten Blitz der irgendwo hinter der Theke herumschwirrte. Da meine Sicht außerhalb der Fokuszone sehr verschwommen war, schenkte ich der Erscheinung keine weitere Beachtung, mußte ich doch unfallfrei an den vereinbarten Treffpunkt kommen. Die Koordinaten des Treffpunktes haben sich allerdings im gemeinen Zahlenwirrwarr, der in meinem Kopf dauernd herrscht verloren. Also mußten die optischen Sensoren wieder in Gang gebracht werden. Nach kurzer Orientierunglosigkeit erkannte ich auch schon das erste bekannte Gesicht in Thekennähe. Schnitzel und der Prinz hatten schon leichte Trinkerstellung an der Theke eingenommen. Kurz sagte jemand „Hallo“ zu mir. Da mein Autofokus durch die kürzlichen Temperaturschwankungen gelitten hat, erkannte ich erst spät, das es Conny war die zu mir sprach. Und sie hatte ein rotes Oberteil an. Kurze Erinnerungsfetzen von roten Blitzen hinter der Theke tauchten kurz in meinem Gehirn auf, aber verschwanden gleich wieder, da sich der wichtige Teil meines Hirns zu Wort meldete und sich zu Recht fragte warum Conny nicht nach meinem Getränkewunsch gefragt hat. Die Lösung lag aber auf der Hand als sie mit einem Tablett Wodka Red Bull zurück kam, an dem ich m ich irgendwie beteiligt haben muß. Verdammt, mein Körper macht in letzter Zeit was er will. Aber bevor ich mich dann vom wilden Mob Elferrat steinigen lasse, habe ich dann mit großer Freude widerwillig die erste Mischung in mich rein geschüttet in Empfang genommen. Die übrigen Teilnehmer waren noch M7, Barney (der sich stilecht den Werkstatt-Stempel auf die Stirn geben lassen hat), Schnitzel (der sich irgendwie aus der Wodka Red Bull Falle befreien konnte und mit Kai Southern Ginger Ale getrunken hat), Kai und Porno (der zwar nicht im Elferrat ist, aber trotzdem immer dabei ist, wenn es was zu ballern gibt).

Bei unserem ersten Standort haben wir dann Köppel, Näppchen, Ingo und Anne getroffen. Ingo hat mich dann freundlicherweise darauf hingewiesen, das Conny bedient. Allein daran erkennt der geneigte Leser, das es mit meiner Auffassungsgabe nicht mehr weit her war. Aber ich versicherte ihm im leichten Nuschelton im klarsten Hochdeutsch, das ich noch gar nicht so stramm sei und Conny schon längst gesehen und begrüßt habe. Beides nur im Ansatz richtig, da ja meine Reaktionszeit nicht mehr die Beste war. Meine Reaktion darauf war wie in alten Zeiten. Kurzer Check des Mischung-Zustandes, festgestellt, das schon ganze zwei Schlucke abgetrunken waren und rein mit dem Rest, damit ich mir schnell was neues machen konnte. Aber dafür habe ich auch gleich ein Kompliment von Näppchen einheimsen können, die mir gesagt hat das meine neue bartähnliche Gesichtbehaarung ganz gut stehen würde. Ich glaubte ihr kein Wort, aber freute mich trotzdem.

Diejenigen, die mich in letzter Zeit nicht gesehen haben oder denen es schwer fällt mir ins Gesicht zu gucken (was ich durchaus verstehen kann) fragen sich jetzt was für eine Gesichtsbehaarung. Ein dicken Rüffel durfte ich mir deswegen schon von Nollau einfangen, der sich beschwert hat das das nicht im weblog stand. Ich hielt es jetzt nicht für so wichtig, das ich mir einen Bart für Karneval wachsen lasse. Aber ich freue mich schon jetzt auf den Tag an dem ich ab rasieren kann.

Irgendwie habe ich dann nach der ersten Flasche Köppel, Näppchen, Ingo und Anne aus den Augen verloren und wir haben einen weiteren Standortwechsel vollzogen. Ganze fünf Meter weiter, damit der feine Herr Walter sich auf ein Sofa niederlassen konnte. Es könnte aber auch daran gelegen haben, das Eberhardt der Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen ist und Barney eine kleine Frikadelle in der Werkstatt hingelegt hat. Also die technische Note konnte sich durchaus sehen lassen, nur der tschechische Wertungsrichter gab eine 4,0. Allerdings gab es ordentlich Abzüge in der B-Note. Was ihn dann auch endgültig den ersten Platz gekostet hat. Nach dem Standortwechsel gab es dann auch neue Gesichter. Hier eine kleine Auflistung, da ich mich nur noch an deren Anwesenheit erinnern kann. Unterhaltungen wurden mit ziemlicher Sicherheit auch geführt, aber deren Inhalt ging dann irgendwo zwischen der zweiten Flasche und dem Aufbruch verloren. Da waren Dirk, Marlen und Elton (dessen Gehirn sich einfach ins Gehirn einbrennt. Es passiert einfach und man kann da rein gar nichts gegen machen). Es muß dann auch zu dem Zeitpunkt gewesen sein, wo M7 die Haltbarkeit der Couch der Werkstatt und einiger darauf sitzender Elferratsmitglieder (Schnitzel, Kai und der Prinz) testen mußte, in dem er sich quer über alle warf legte. Sollte dieses Protokoll als Beweis dienen, dann wäre hier eine saftige Strafe fällig für „Mit vollem Körpergewicht auf den Prinzen werfen“. Wir werden sehen. Zur Not habe ich auch noch Foto-Beweise.

Damit kommen wir auch schon zum Ende der Erinnerungen in der Werkstatt. Schnitzel, Kai und der Prinz (die Sofabesatzung) sind irgendwie früher abgehauen und Übrig bleiben also nur noch Porno, M7 und ich. Aber wir traten dann auch noch den ereignislosen Rückweg an. Wie sollte es auch anders sein, machten Porno und ich noch einen kurzen Abstecher zu McDonalds, den M7 aber in weiser Voraussicht nicht antrat. Die absolute Frechheit kam dann aber am Drive-Inn Schalter. Das Fahrzeug vor uns wurde noch mit belegten, warmen Brötchen versorgt und ur-plötzlich machte die Küche zu. Nicht zu unrecht fing mein linkes Augenlid an zu zucken. Nach einiger Diskussion, die binnen kürzester Zeit in Beschimpfungen ausartete dank unserer Einsicht schnell zu Ende gebracht wurde gingen wir dann weiter. Auf direktem Wege zum Bäcker. Ausgelaugt und vor lauter Wodka Schwäche kaum noch der deutschen Sprache mächtig orderten wir uns einen kleinen Snack für den restlichen Heimweg.

Samstag morgen. Ein flaues Gefühl im Magen weckte mich und mir war klar, das ich in Zukunft die Finger vom Wodka lasse. Entweder Bier oder andere Getränke. Der Tag ging dann recht fix vorbei und für abends wurde spontan eine kleine Betrinkerei Pinkelparty bei David organisiert. Da David alle Hände voll zu tun hatte, hab eich halt das Bier besorgt, denn ich mußte eh noch eine Karte für das Baby besorgen. Wie sollte es auch anders sein ging ich dann zum Rewe um mir Nerven und einen Weg zu sparen. Nichts ist nämlich schlimmer als an einem Samstag einkaufen zu gehen, wo man die ganzen Bekloppten und Bescheuerten aus der Klapse raus lässt. Da stehe ich dann also mit meinem Einkaufswagen beladen mit zwei Kisten Bier und im ganzen Rewe sind nur hübsche Frauen. Verdammt, sogar die Kassiererin sah gut aus. Und all diese Frauen fragen sich bestimmt was die liebe Bierpumpe mit dem ganzen Bier macht. Die Frage beantwortete dann auch gleich ein kleiner Junge vor mir der Schlange, der mich kackendreist fragte, ob ich die zwei Kisten Bier ganz alleine trinke. Und zwar so laut, das die Schnitten hinter mir und die Schnitten zwei Kassen weiter rechts es auch mitbekommen haben. Klar, warum auch nicht. Die Kassiererin freute sich und ich dachte mir meinen Teil.

Eigentlich hatte ja auch der Kolbi zu seinem 18. Geburtstag geladen und eigentlich wäre ich da ja auch hingegangen, aber wenn Ellen und David das erste Kind bekommen haben und daraufhin ein wenig feiern wollen, dann gehe ich natürlich dort hin. An dieser Stelle noch die herzlichsten Glückwünsche an Kolbi. Wie ich so gehört habe war die Fete recht gut und es gab wieder einige Totalausfälle. Über die werde ich aber nicht schreiben, denn das wäre ja alles Hören-Sagen und ich will ja nicht dazu beitragen das noch schlechter über Porno gedacht wird als es eh schon der Fall ist. Aber die Karte die dem Kolbi geschenkt wurde war sensationell. Ich habe Fotos gesehen. So etwas kann nur total kranken echten Westeröder Gehirnen entsprungen sein.

Ankunft bei David war gegen 2030 Uhr. Zunächst mußten ja die Bierkisten verstaut werden, damit sie nicht zu warm werden. Also war es gegen 2035 Uhr bis die erste Flasche entkorkt wurde. Dann dauerte es nochmal gefühlte 30 Minuten fünf Minuten, bis David endlich die Sachlage erkannt hatte und den Startschuß in Form eines kräftigen „Prost“ gegeben hat. Da die Kiste draußen stand und der Weg durch den Flur und die Küche eigentlich unzumutbar war wurden immer gleich mehrere Flaschen auf dem Tisch deponiert. Auch auf die Gefahr hin, das sie ein wenig an Kühle verlieren und man hinterher ein Bier bekommen würde das die gleiche Temperatur wie Fleischbrühe hatte. Wenn wir aber ehrlich sind, hatten sie gar nicht die Gelegenheit warm zu werden, denn bevor auch nur das Kondenswasser verdunsten konnte wurde die Flasche schon geleert. Natürlich nicht nur von mir alleine. Aber ich muß zugeben, das ich für ein Großteil verantwortlich bin. Nachdem dann die Stimmung ein wenig gelockert wurde kamen plötzlich und total unerwartet Schnapsgläser auf den Tisch. Höflicherweise wurde bei jedem gefragt ob er oder sei ein Jägermeister trinken möchte, nur bei mir nicht. Da wird einfach wortlos mit einem wissenden Blick das Glas hingeknallt. Als würde man davon ausgehen, das ich gleich das Glas aus der Hand reißen würde und wutschnaubend nach dem Schnaps verlangen würde. Totale Fehleinschätzung! Ich wollte gar keinen Schnaps und ich wollte sogar noch weniger einen, als ich erfahren habe, das es sich bei dem angebotenen Beschleuniger um Jägermeister handelt. Irgendwas wird diesem Teufelszeug zu gemischt, was die Hemmschwelle komplett entfernt und sämtliche Körperfunktionen auf Zufall stellt. Falls ich irgendwann mal Zugang zu einem geheimen Superlabor mit einer unglaublich schönen Wissenschaftlerin (gespielt von Jessica Alba) haben sollte, dann ist das erste was ich analysiere Jägermeister um an die geheime Zutat zu kommen. Ich vermute mal es ist etwas verbotenes aus Stechapfel und Tollkirsche. Und anschließend weihe ich dann die unglaublich schönen Wissenschaftlerin (gespielt von Jessica Alba) in die Genußwelt des Havana Club ein.

Ich schweife schon wieder ab. Trotz heftiger Proteste meinerseits wurde ohne Gnade der Jägermeister ein geschüttet. Dummerweise waren das keine richtigen Schnapsgläser sondern die etwas größeren, mit zwei Visierstrichen. Einen für 2 cl und einen Strich für 4 cl. Nun darf hier mal munter geraten werden bis zu welchen strich mein Glas gefüllt wurde. Es gibt auch nichts zu gewinnen. Und schon kommt die Lösung. Es wurde bis kurz über den 4 cl Strich gefüllt. Ich konnte mich des Verdachtes nicht erwehren, das hier Ballern mit Anlauf praktiziert wurde. Aber von mir aus, sollen sie nur kommen. Der erste Jägermeister wurde nur mit geringen Gesichtsverrenkung dem Mageninhalt zu gemischt. Was aber primär daran lag, das er eiskalt war. Merke: Je kälter der Jägermeister, umso schneller geht er runter. Das kann man sich eigentlich für jeden Schnaps merken. Um den ekelerregenden Geschmack schnellstmöglich aus dem Einflußbereich meiner abgestorbenen Geschmacksnerven zu entfernen spülte ich sofort mit Bier nach. Man wagt kaum zu glauben, was so eine halbe Flasche Bier für eine Wohltat war. Anschließend machte ich mich gleich daran weiteren Jägermeister-Attacken vorzubeugen, in dem ich mein Glas stets außer Sichtweite positionierte. Was aber wenig half. Denn ständig wurde ich durch Gespräche abgelenkt. Meistens durch Steini, die neben mir saß und mit der ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr geredet habe. Solche Situationen nutze meistens Sabrina aus, die mir gegenüber saß und immer dafür sorgte das mein Schnapsglas gefüllt wurde. Schön, wenn alle an einen denken.

Der Abend ging also munter weiter und das Bier und der Jägermeister wurde unaufhörlich rangetragen. Zum Glück gibt es ja die Raucher, die zum Rauchen immer vor die Tür mußten. So sorgten sie im gleichen Zuge immer für genügend Bier auf den Tisch. Da soll mal einer sagen, die Raucher verpesten nur die Luft. Stimmt nämlich gar nicht, sie sorgen für genügend Steuereinnahmen durch die Tabaksteuer und konnten auch noch die Alkoholsteuer nach oben treiben. Saubere Leistung. Sense wurde währenddessen wieder mit lustigen Witzen und diversen Geschichten versorgt. Es ist aber auch ein hartes Los als Bauleiter den ganzen Tag im Büro zu sitzen und die Handwerker anzuscheißen, damit sie richtig arbeiten. Da liest man sich doch gerne mal eine nette Geschichte durch. Auch wenn sie über mehrere Seiten geht.

Mittlerweile ist der Jägermeister geleert worden und Jens und Andre machten sich einen Spaß daraus, den Sense verarschen zu wollen, indem sie statt Jägermeister Cola in ihr Schnapsglas schütteten und mit Sense die ganze Zeit anstoßen wollten. Doch Sense gar nicht dumm hat immer fleißig ausgetrunken. Aber um ehrlich zu sein, hätte ich mir die Blöße nicht gegeben immer nur Cola zu trinken. Es wurde ja noch schlimmer als sie dann auch noch Wasser aus den kleinen Gläsern tranken. Ich war dann allerdings froh, das der Jägermeister endlich alle war. Denn trotz versuchter Abstinenz trank ich kräftig mit an der Flasche. Mittlerweile bin ich dann auch auf Bacardi-Cola umgestiegen. Von irgendwas mußte ich ja betrunken werden. Es mußte einfach mal was anderes rein. Und Bacardi Cola bringt einen in kürzester Zeit ganz weit nach vorne. Betrachtet man nun die stattliche Anzahl geringe Menge an Jägermeister, die ich mir schon zugeführt hatte, war ich eigentlich schon ziemlich weit vorne. Bei Manchen machte sich der Alkoholkonsum und die fortgeschrittene Stunde durch ein leichtes Hungergefühl bemerkbar. Also wurde kurzer Hand die Küche beschlagnahmt und die letzten von Davids Eier dem Pfannengott geopfert. Betrachtete sich man den Herd in einem nüchternen Zustand am nächsten Tag konnte man durchaus davon ausgehen das ein Ei komplett dem Herdgott geopfert wurde oder ein kleines bischen von jedem Ei. Man gut, das ich nicht sauber machen mußte. Christian hatte keinen Hunger mehr, dafür aber mehr Durst und ließ sich von Sabrina das Getränk an den Mund führen. Ich glaube ich habe das perfekte Geburtstagsgeschenk für ihn. Demnächst bekommt er eine Schnabeltasse, dann geht wenigstens nicht so viel daneben.

Etwas weiter oben im Text erwähnte ich ja die extremen Folgen bei erhöhtem Jägermeisterkonsum. Symptome könne unter anderem eine akute Zungenlähmung bis zum Verlust der Muttersprache, nicht Vorhandensein des Gleichgewichts und Totalausfall der Hand-Augen-Koordination. David nennt ja eine PS2 sein eigen und kürzlich ersteigerte er Athen 2000irgendwas. Wer sich noch dran erinnern kann, das ist sowas ähnliches wie Summer Games auf dem C64, nur mit besserer Grafik. Ein Großteil der sportlichen Events waren mit Hilfe von drei Knöpfen zu bewältigen. Was ja eigentlich ein Schimpanse hin bekommen sollte. Nun wurde ich dank des erhöhten Alkoholkonsum sehr mutig und schaltete die Playstation an um zu gucken wie gut ich bin. Hätte ich es man gelassen. David, der mindestens genauso stramm war, hat es mir zwar erklärt, aber es wollte nicht so richtig so wie ich wollte. Grundsätzlich mußte man immer zwei Knöpfe im Wechsel drücken, vergleichbar mit dem „tackern“ des Joysticks bei den guten alten C64 Zeiten, und einen weiteren Knopf um diverse Aktionen durchzuführen. Ich schiebe das jetzt alles mal auf die mangelnden Erklärungen von David, aber so ganz hat es mit dem Köpfe drücken nicht geklappt. Der 100m-Lauf war schon vorbei als ich anfing zu laufen und Stabhochsprung war eine reine Katastrophe. Ein einigermaßen gutes Ergebnis erzielte ich dann doch noch beim Drei-Sprung. Was aber nur mit einem zugekniffenen Auge und vollster Konzentration funktionierte. Man soll ja auch keine Sportspiele spielen, wenn man voll wie die Hacke ist und nicht mehr weiß was die rechte oder die linke Hand tut leicht angetrunken ist.

Dann wurde es Zeit den frisch gebackenen Vater zu verlassen und die Fährte vom heimischen Bett aufzunehmen. Auf dem Weg durch die Blumenau wurden zwar noch Rufe laut noch bei Kolbi vorbei zu gucken, aber ich bin gleich nach Hause. Denn ich war ja schlau und habe noch Porno und Schnitzel angerufen. DA sich bei denen aber keiner mehr gemeldet hat, habe ich zwei und zwei zusammen gezählt (hat zwar zehn Minuten gedauert) und daraus den Schluß gezogen, das Kopfrechnen auch nicht das Wahre ist, wenn man Jägermeister getrunken hat und das bei Kolbi nichts mehr los ist.

Sonntag morgen und es ging mir gut. Jedenfalls dachte ich das. Mein Körper ist ein Meister im vorgaukeln von Betriebsbereitschaften des Organismus. Freudig setzte ich mich zum Mittag hin und belud meinen Teller, denn das Hungergefühl konnte ich einfach nicht leugnen. Nach dem ersten Bissen stellte mein Körper aber dann komplett um und ich fühlte mich satt und das flaue Gefühl im Magen kehrte zurück. Nachmittags hab ich dann noch Ellen im Krankenhaus besucht und durfte feststellen, das es dem David gar nicht so gut ging. War also ein gelungenes Besäufnis gemütliches Beisammensein.


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