Glashaus

Wie der Titel schon erahnen lässt war das vergangene Wochenende nicht nur von der Werkstatt bestimmt. Aber ganz ohne geht es ja nun auch nicht. Aber wenn man dann nur am Freitag in die Werkstatt geht reicht das ja auch. Dabei muß hier mal anmerken, das ich eigentlich gar nichts machen wollte am Freitag, aber die hämischen Bemerkungen von Schnitzel ließ ich dann nicht auf mir sitzen und holte ihn um 2100 Uhr von zu Hause ab. Vorher gingen wir kurz in den Jugendraum, wo wir dann feststellen mußten, das Vollmer und Thomas schon gut getankt hatten. Sie hatten ja auch schon ein wenig Vorsprung. Also bereitete ich meinen Magen für ein paar weitere Bier vor. Kurze Zeit später kam dann noch der Morchel dazu, aber er wollte nichts trinken. Verrückt, war das erste Wort was mir zu dieser Reaktion eingefallen ist. Mittlerweile waren die Reste vom KCW Neujahrswandern auch aufgebraucht, doch die Leber verlangte nach mehr, also wurde auf bezahltes Bier umgestiegen. Gut, 0,50 € haben mich nun nicht wirklich umgebracht. Nachdem dann Tommes und Florian die Biege gemacht haben, weil sie dann doch eine wenig stramm waren, wurde es dann auch Zeit, das wir den Weg in die Werkstatt antraten. Netterweise fuhr uns Jennifer hin, denn bei den gefallen Temperaturen der letzten Tage, wären wir mit ziemlicher Sicherheit den Kältetod gestorben auf dem irrsinnig weiten Weg in die Werkstatt. Halt, jetzt hätte ich ja beinahe den Porno vergessen, der mal wieder von einem Geburtstag einer seiner Erzeuger gekommen war. Ich muß hier wohl nicht erwähnen, das er schon wieder leichte Klüsenbildung hatte, an der Stelle wo am Anfang des Abends noch seine Augen waren. Er maulte ein wenig rum und beschwerte sich über den Görtler, der mal wieder mit seiner Freundin nach Hause abgedampft war, aber nachdem er dann das erste Bier in der Hand hielt war auch schon wieder alles vergessen und die Öffnung worin die ganzen Getränke und das Essen auf unerklärlicherweise verschwindet sein Mund wellte sich leicht nach oben. Er ist wirklich leicht zufrieden zustellen. Gibt man ihm ein Bier freut er sich und bei einer Mischung (Was drin ist, ist egal. Kann auch Spiritus sein, Hauptsache es knallt) macht er Freudensprünge.

In der Werkstatt angekommen machte sich leichte Enttäuschung meinerseits breit, denn es war nicht wirklich was los. Was aber halb so schlimm war, denn Conny bediente denn wir hatten ja uns. Wem will ich was vor machen. Wir haben uns eine Sofa-Ecke gesichert und haben eine Flasche Wodka geordert, der auch gleich von Conny gebracht wurde. Wie ihr seht, hat auch wieder Conny bedient, was den Schnitzel gefreut hat, da er immer noch auf dem Dampfer ist, das es mit Conny und mir noch klappen könnte. Trotz klärender Worte meinerseits, das dieser Dampfer schon längst Kurs auf einen Eisberg gigantischen Ausmaßes genommen hat und nur noch die Enterprise auf einer Reise durch die Zeit, diesen Kurs noch ändern könnte, hält er standhaft daran fest. Er ist halt ein kleiner Romantiker, der meine (nicht vorgenommen) Vorsätze für das Jahr noch nicht gelesen hat. Auf jeden Fall gabs nur kurze Standard-Konversation mit Conny mehr aber auch nicht. Obwohl sie sich schon immer sehr freut, wenn sie mich sieht. Könnte aber auch an meinem lustigen Gesicht liegen.

Kurz bevor wir die Sofa-Ecke für uns erobert haben, trafen wir Kathrin, Heike und Busenwunder Kerstin. Die beschlossen dann sich zu uns zu gesellen und ein paar Mischungen mit uns mit zutrinken. Und schon sind wir beim Thema. Um das allgemeine Elend in der Werkstatt einigermaßen ertragen zu können muß man schon einiges getrunken haben oder aber sich dann mit Lichtgeschwindigkeit ein paar kühle alkoholische Getränke intravenös zu sich nehmen. Ich war am überlegen, ob ich nicht beim Bier bleiben sollte. Doch die Verlockung war groß, denn es wurde mal wieder eine Flasche Wodka geordert. Eine Wette hatte ich ja eh nicht mehr laufen und somit war ich ja aus der Pflicht. Um es kurz zu machen hat die Leber mit schlagenden Argumenten den internen Gewissenskonflikt klar gewonnen. Wenn wir ehrlich sind, hat sie auch immer die Oberhand. Irgendwann ist dann mein Gewissen am Ende mit seiner Argumentation und verliert stetig an Boden mit Argumenten wie: „Ach ja, Deine Mutter ist eine Kuh!“ Klar das man da einen schweren Stand hat. Ehe ich mich versah hatte ich auch schon meine Geldbörse (und das schreibe ich nicht, weil ich nicht weiß wie Portemonnaie geschrieben wird) in der Hand und gab mein Scherflein zur Flasche dazu. Ich Arsch. Ich sollte es doch besser wissen, das jedesmal wenn ich eine Flasche mit trinke es böse enden wird. Naja, dieses kurze interne Zwiegespräch zwischen meinem Gewissen (Ach ja, selber!) und meiner Leber (Überleg doch mal, was es für ein lustiger Abend werden kann, wenn wir jetzt schon mal mit Wodka anfangen. Außerdem bin ich eins der wichtigsten Organe in Pumpes Körper und wenn ich den Dienst einstelle können alle anderen nach Hause gehen!) wurde jäh unterbrochen, durch den Zufuhr von Wodka Red Bull. Damit war also auch dieser Abend gelaufen. Plötzlich wurde alles besser, die Leere die sich so langsam eingestellt hat wurde erträglicher und sogar die Anwesenheit des mittlerweile vollstrammen Pornos wurde kaum noch wahrgenommen.

Wie es denn dann nun mal so ist wollen die Mädels irgendwann mal tanzen gehen. Irgendwer muß ja die Stimmung vermiesen. Ein kurzer interner Check meines Alkoholpegels ergab lautes Gelächter der Jury, bestehend aus Leber, Milz und Nieren. Definitiv noch zu wenig, denn ich konnte noch klare Bilder sehen. Also mußte meine alte Fuß-Kriegs-Umknick-Lüge Ausrede Geschichte wieder herhalten. Entweder muß mein Promille-Pegel nahe dem zweistelligen Bereich sein oder die Frau muß schon umwerfend sein, wenn ich nüchtern tanzen gehe. Oder eine Kombination von Beiden, das ist dann auch der häufigste Fall. Aber wie schon gesagt, die Ausrede mit der Kriegsverletzung vom Kartoffelkrieg klappt meistens. Außerdem wollte ich keinen ernsthaft verletzen. Ich hatte die Schlagzeile schon vor Augen: „Panik in der Werkstatt! Bierpumpe war auf der Tanzfläche! Unzählige Verletzte! Schreckensbilder haben sich in den Köpfen fest gebrannt!“ Außerdem konnte man so die Abwesenheit der Damenwelt dazu nutzen mal ordentlich zu furzen die sanitären Einrichtungen aufzusuchen und den Harndrang nachzugeben. Leicht hinkend begab ich ich dann zum Klo um dort auf Schnitzel zu treffen, der in weiser Voraussicht schon vor den Tanzambitionen die Toilette aufgesucht hat. Schnitzel machte mich erstmal auf den fehlenden Handtuchspender aufmerksam, der wohl eine halbe Stunde vorher noch am Platz gewesen war. Leider kam die Info zu spät und ich hatte mir schon die Hände gewaschen. Nicht das ich jetzt explizit drauf geachtet habe, das da kein Handtuchspender an der Wand hängt wo jetzt nur noch ein heller Fleck zu sehen war. Ach, so sahen die Fliesen auf dem Klo mal aus. Ist ja interessant. Randalierende Jugendliche, gibt es was schlimmeres? Ich verstehe das nicht, warum die immer alles kaputt machen müßen. Man gut das ich früher nicht so war und das Eigentum von anderen Menschen respektiert habe. Wer lacht da? Da Schnitzel noch jemanden getroffen hat macht eich mich also alleine auf den Rückweg. Man gut das es recht leer war, sonst hätte ich unsere Sofaecke nie wieder gefunden. Auf dem Weg dorthin erhaschte ich noch schnell ein Lächeln von Conny, das mich so aus der Fassung brachte das ich gegen einen Hocker gelaufen bin, was sie noch mehr freute. Es könnte aber auch an dem abnehmenden Gleichgewichtsgefühl gelegen haben, das sich so langsam durch vermehrten Wodka-Konsum einstellte. Derart verwirrt nahm ich wieder Platz um dann festzustellen, das sich jemand neben mir niederließ, der gar nicht wie Schnitzel aussah, sondern viel besser. Eine kurze Musterung und ein Befragen der internen Datenbank identifizierte die Person als Kerstin. Und sie sprach mich an. Jetzt kommt eine knifflige Situation. Ich war noch verwirrt von dem Lächeln von Conny und saß nun neben einer hübschen Frau mit großen Brüsten, was die Situation noch verkomplizierte, die mit mir reden wollte. Was tun? Ah, die Lösung stand ja direkt vor mir. Mit einem beherzten Griff hatte ich auch schon das Glas mit der Mischung in der Hand und war nun etwas ruhiger und konnte an dem Gespräche teilnehmen. Wir unterhielten uns ein wenig über Zukunftspläne. Es bedarf einiges an Geschick, bei einer gut bestückten Frau, im Gespräch immer höflich zu bleiben. Jeder Mann wird mir bestätigen, das der Blick früher oder später immer zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen wandern wird. Manche Frauen fühlen sich dadurch geschmeichelt manche hauen einem Eine runter finden das nicht ganz so gut. Wobei ich mir bei Kerstin ziemlich sicher bin, das sie nichts dagegen hat. Aber ich war nicht unhöflich und habe immer Blickkontakt gehalten. Als Gentleman gehört sich das ja.

Porno hielt es derzeit für nötig die Augen nach Schwachstellen abzusuchen und schlief im Sessel ein. Doch der Arme hatte gar keine Zeit seinen Schönheitsschlaf zu genießen, denn er wurde von Vanessa und Kathrin mit hohen Gekreische geweckt. So möchte ich natürlich auch nicht geweckt werden. Die Mädels entschieden dann, das es für sie Zeit wurde nach Hause zu fahren. Kurz gesagt, Kerstin mußte am nächsten Tag arbeiten und ist gefahren. Die anderen sind dann mitgefahren um nicht mit dem Taxi zu fahren. Derart verlassen, trafen wir schnell die Entscheidung auch den Heimweg anzutreten. Die Flasche war leer, Porno war stramm und zu faul zum Laufen. Also nahem wir ein Taxi. In Wahrheit waren wir alle zu faul, aber man kann Porno immer so gut vorschieben. Wir dachten ja auch das wir unbemerkt an McDonalds vorbei kommen würden, aber wir haben den untrüglichen Riecher von Porno vergessen. Der nahm gleich die Fährte auf und dirigierte mit unmenschlichen Lauten, die mit viel Fantasie etwas wie „McDonalds! Hunger!“ bedeuten sollten, den Taxi-Fahrer zum Fast-Food-Riesen. Wenn man schon mal da ist, kann man sich ja auch noch ein belegtes Brötchen rein knallen. Denn der Bäcker hatte bestimmt noch nicht offen. Und vielleicht sollte ich da jetzt nicht mehr so oft hingehen, nach meiner Aktion von letzter Woche. Aber ich weiß echt nicht ob es peinlich war oder ob ich ganz friedliche war. Ich gehe jetzt mal davon aus, das ich friedlich war und die Damen hinter dem Tresen freundlich behandelt habe. Sonst hätten sie mich ja nicht so nett ausgelacht angelacht.
So seltsam es klingen mag, der Samstag fing ausgeschlafen an. Obwohl ich nicht sonderlich viel geschlafen habe, war ich putzmunter. Nach einer kleinen Denkpause, fiel mir dann auch der Grund dafür ein. Wodka Red Bull. Von dem Zeug ist man am nächsten Morgen immer munter wie ein frisch aufgezogener Brummkreisel. Einschlafen geht immer prima, nur bleibt man dann meistens nicht lange im Reich der Träume. Der Rückfall kommt dann meistens am späten Nachmittag, wenn die Muntermacher verbraucht sind. Aber ich fühlte mich gut vorbereitet auf den Glashaus-Abend. Vorher mußte ich aber dann doch noch ein wenig bei mir sauber machen, denn ich hatte ja Abends zu mir eingeladen. Ging aber schnell, denn der Kärcher ist schnell zur Hand da ich ja eh nichts dreckig mache. Abends kamen dann Sabrina, Christian und Morchel zu mir und wir glühten ein wenig vor. Die Anzahl der Pilse kann ich nicht mehr mit aller Sciherheit sagen, aber es waren so um die 6 Stück. Eine große Hürde ist immer das Aufbrechen. Man setzt sich eine Zeit zu dem man dann los will und trinkt kräftig darauf hin. Während man dann nun also an seinem fünften Bier zu Gange ist, rückt der Zeiger auf die Aufbruchszeit vor. Nun ist gutes Timing gefragt. Man muß genau so fertig werden, das man den letzten Schluck so weg haut, das man dann sofort los kann. Aber leider halten sich nicht alle dran und somit kann man die Abfahrtzeit hinauszögern. Man sieht das halb volle Glas der anderen und denkt sich, das man in der Zeit noch locker ein Pils schafft. Und das ist schneller aufgerissen, als die Fahrerin „Wir wollen doch jetzt los!“ sagen kann. Während dann die anderen ihr Getränk abgefertigt haben, sehen sie das ich noch ein blichen Bier über habe und es wird sich eine neue Mischung gemacht. Manchmal kann daraus ein sehr langer Abend werden. Aber wir haben uns dann doch zurück gehalten und die Abfahrt nur um eine halbe Stunde hinausgeschoben.

Die Ankunft im Glashaus war eigentlich wie immer. Kaum betritt man das Gebäude, sieht man überall hübsche Frauen. Doch irgendwann sind die Sinne überlastet und man gar nichts mehr aufnehmen. Oder aber andere wichtige Sinne werden abgestellt, Ressourcen schonen könnte man dazu sagen. Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich wieder mit offenen Mund durch das Glashaus gelaufen bin. Nach der Ankunft mußte jedenfalls erstmal alles abgeklappert werden, da wir wussten, das ein anderer Teil der Westeröder auch vor Ort war. Das Telefon konnte man vergessen, weil wahrscheinlich ein Handy-Störsender von der Al-Quaida irgendwo angebracht wurde oder aber in der Zone ist überall ein Funkloch. Also mußten wir uns auf das gute alte Karte-Kompaß umher streifen, bis man bekannte Gesichter sieht zurück greifen. Das dazu ein Streifzug durch sämtliche Discos des Glashauses gehört dürfte ja klar sein, denn beim ersten Mal findet man keinen. Was aber auch an den ganzen hübschen Frauen gelegen haben könnte oder an der beschlagenen Brille. Wenn ich mir vorstelle, das vor mir Sagen wir mal Görtler und eine für das Glashaus aufgestylte Frau vor mir stehen, würde ich eine ganze Stunde den Görtler gar nicht wahrnehmen. Auch wenn er komplett nackt wäre und mich mit Erdnüssen bewerfen würde. Nachdem dann aber die Sinne dann irgendwann in den Not-Aus gegangen sind, weil sie einfache überladen waren, fanden wir die ganzen Verrückten recht schnell. Nämlich im ehemaligen Krengeljäger. Ich glaube die Bude heißt jetzt Club Havana, ist aber dank des Umbaus scheiße geworden.

Nachdem dann die Baggage aus sicherer Entfernung geortet wurde, konnte ich mich an die Getränkeversorgung machen. Denn kurz nachdem ich wieder klar denken konnte, machte sich die Leber bemerkbar und signalisierte Biernot. Da ich einige mit Heineken-Flaschen rumlaufen gesehen habe, fiel die Wahl auf dieses Möglichkeit. Doch der erste Kontakt mit der Flasche war irgendwie seltsam. Sie lag ungewohnt leicht in der Hand und die Flasche war irgendwie wo klein. Nach dem ersten Schluck bemerkte ich dann den Aufdruck 0,25 l. Was soll denn das nun werden. Ist das für die Leute entwickelt worden, die zwar Bier trinken wollen, aber nicht gleich so viel auf einmal oder weil sie so langsam trinken steht das Bier schnell ab? Wenn ich Mini-Biere haben möchte die ich schnell in mich rein kippen kann, dann gehe ich auf das Schützenfest und haue mir die 2 Millisekunden Biere an eine x-beliebigen Bierbutze rein. Aber nicht aus der Flasche im Glashaus. Nach gefühlten drei Sekunden war dann die Flasche auch schon leer. Seltsam war, das die anderen erst nach meinem Hinweis darauf gekommen sind, das die Flaschen irgendwie kleiner waren. O-Ton Porno: „Und ich habe mich schon gewundert, warum ich heute so schnell trinken kann!“. Soviel dazu. Die nächste Runde bestand aus Becks. Leider war die Flasche golden, also mußte ich das nicht ganz so herbe Bier trinken. Wieder so ein Einfall von total verwirrten Produktdesignern, auf Vorschlag der Marketing-Affen. Aber der Bierkonsum meinerseits hielt nicht lange an, denn ich fand recht schnell heraus, das Havana Club extra groß im Endeffekt billiger war als das Bier. Die Umgewöhnung fand relativ schnell und unproblematisch. Und nach dem ich dann die dritte Mischung holte, erkannte mich die nette Bedienung schon wieder und holte gleich zwei neue Gläser hervor und füllte sie mit ein wenig mehr Havana und ein wenig weniger Cola. Sehr nett, wie ich bereits erwähnte. Zwei, höre ich da doch die aufmerksamen Leser schon wieder fragen. Ja, denn Morchel und ich haben immer im Wechsel geholt. Da fällt das dann nicht ganz so sehr auf, wie viel mal so weg knallt.

Die Standfläche im Club Havana war sehr beschissen bescheiden. Seit dem Umbau kann man nirgends mehr vernünftig stehen. Aber die Westeröder finden überall Platz, wenn nicht wird welcher gemacht. Görtler hatte als erstes mal wieder Bekanntschaft mit einer junge Dame gemacht, die er mir wie folgt vorstellte: „Das ist Uta aus Heiligenstadt und sie hat keinen Freund! >augenzwinker<“ Jawoll, plumper ging es nun gar nicht mehr. Ein kurzes Umblicken verriet mir das der Weg für den Rückzug frei war. Mit einem überraschten: „Huch, mein Glas ist ja schon wieder alle!“ ließ ich mich langsam zurückfallen. Sie sah nicht schlecht aus, aber die Aktion war mir dann doch ein wenig zu dämlich. Außerdem hatten meine Augen schon jemand anderen erspäht. Aber dazu später mehr. Zunächst wurde ordentlich getrunken und ordentlich heißt m 10 Minutentakt. Ab und zu mußte ich dann dem Morchel das Getränk auf die Tanzfläche bringen, weil ihn seine Füße irgendwie dorthin getragen haben. In der Zwischenzeit habe ich dann den Dirk getroffen, der mir mitteilte, das er Bescheid wüsste auf wen ich zur Zeit stehen würde. Verdammt, er muß meine geheime Akte beim BND gelesen haben. Dieser Dirk hat echt Beziehungen überall hin. Aber ich glaube er hat Recht. Er könnte es wirklich wissen. Er wusste es aber vorher schon. Also von daher, traf es mich jetzt nicht so sehr. Kurz nachdem ich mich dann mit ihm unterhalten habe riß es ihn auf die Tanzfläche. Und dann ging er ab wie ein Zäpfchen. Sein Kumpel der neben mir stand konnte es auch kaum fassen. Ich fragte ihn was Dirk denn genommen hatte, das er so über die Tanzfläche springen kann, aber er konnte mir auch keine Auskunft geben. Egal was es war, ich wollte es auch haben. Nun war es nicht so, das e die Tanzfläche einmal verlassen hat. Nein, er war die ganze Zeit drauf und verließ sie höchsten einmal um auf Toilette zu gehen. Sehr suspekt.

Nun ja, ich begnügte mich derweilen mit meiner Lieblingsbeschäftigung. Gläser leeren. Da Morchel immer noch auf der Tanzfläche war, händigte er mir seine Karte aus und ich machte mich auf den Weg zur Havana Theke, da die Bedienung Bescheid wusste dauerte es auch nicht lange, bis ich die Gläser gefüllt wieder in der Hand hielt. Komisch, nach kürzester Zeit wissen die Bedienung immer was ich will, wenn ich an die Theke gehe. Sollte mir das zu denken geben? Als ich dann zurück auf der Tanzfläche war, um Markus sein Getränk zu reichen (Nicht um zu tanzen, was denkt ihr von mir?) sah ich sie. Und sie sah mir direkt in Augen. Völlig perplex hört ich nur von ganz weit entfernt, das mein Kiefer langsam nach unten ging. Die frische Luft, die plötzlich in meinen Mund eindrang holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie hatte blonde Locken, war groß und hatte ein umwerfend hübsches Gesicht. Wie Rumpelstilzchen bin ich zu den Anderen zurückgesprungen Normal, wie es halt der Alkoholpegel erlaubte, ging ich zu den Anderen zurück und zeigte Christian, meinen Erstinformant, wenn es im schöne Frauen geht, die eben entdeckte Frau. Sein zufrieden nickendes Gesicht war Aussage genug. Was er sagte hörte ich eh nicht. Nicht weil ich schon wieder in Gedanken war, sondern weil die verdammte Musik so unglaublich laut war. Aber ich wollte nichts überstürzen, denn die (nicht vorhandenen) Vorsätze haben sich in mein Gehirn gebrannt. Viel mehr habe ich das so eingerichtet, indem ich sie mir 24 Stunden lang angesehen habe und mir daraus einen Bettüberzug gemacht habe. Aber sie sah verteufelt gut aus. Görtler, der ein Händchen zum Frauen ansprechen hat, fand dann heraus, das sie 32 Jahre wäre. Morchel tanzte auch noch mit einer Freundin von ihr, die auch von irgendwoher kannte. Und zwar vom dreißigsten Geburtstag von Tropse und Hölscher. Also von daher konnte die Altersangabe stimmen. Aber es blieb nur bei Blickkontakt. Zwar öfter und länger als ich anfänglich gedacht hatte, aber ich wollte ja eh nichts erreichen. Ein paar Tage später fragte ich dann Morchel nach dem Namen der Schönheit und der wusste mal wieder von gar nichts. Er konnte sich wohl ganz entfernt daran erinnern, das da eine Blonde mit Locken war, aber wie sie hieß wusste er auch nicht.

Themenwechsel. Porno schien in letzter Zeit Schlafprobleme zu haben, denn zu fortgeschrittener Stunde fielen ihm diesmal im Stehen am DJ Pult die Augen zu. Auf brutales sanftes Anrütteln, reagierte er erschrocken und verfing sich in zahllosen Ausreden. Und dann gibt es dann noch die ganz harten, die unbedingt bei 25,0 Promille auf eine nicht befestigte Box steigen und dann nach vorne umfallen müssen. Meine Chancen standen natürlich wieder so gut, das er genau auf mich gefallen wäre, wenn ein paar Umstehende und ich ihn nicht gehalten hätte. Klar, wenn da oben eine halbnackte, gut gebaute junge Dame gestanden hätte, wäre sie mit ziemlicher Sicherheit nicht auf mich gefallen. Vollstramme Säcke dagegen mit der Zielsicherheit von Scharfschützen. Das ist wie mit dem Ball im vollbesetzten Stadion.

Grandiose Tanzeinlagen gab es dann noch von Görtler und Philip, die sich nach vermehrten Konsum sehr hochprozentiger Getränke im Partnertanz versuchten. Sowas sieht man ja normalerweise nur bei Frauen, was ja auch einen gewissen Reiz hat, aber bei zwei Männern sieht es einfach nur ein ganz klein wenig schwul aus. Aber gekonnt waren die extra Stunteinlagen, in denen Görtler, Philip auf die Schulter nahm und sich einmal um die eigene Achse drehte. Danach hatten sie jedenfalls genügend Platz und die umstehenden dreckige Hosen. Ja, die Zwei wissen wie man sich Freunde macht. Aber auch Thomas war nicht untätig, der sich von einer gewissen junge Damen nicht abhalten ließ. Und Hartnäckigkeit macht sich ja bekanntlich bezahlt. Und am Ende hat er dann mit ihr getanzt. Wenn man dazu noch tanzen sagen konnte. Es sah auch aus wie strukeln zwischen ganz vielen Menschen. Meine Favoritin hat sich mittlerweile auf der gegenüberliegenden Seite an der Theke nieder gelassen. Blickkontakt bestand weiterhin.

Sabrina und Christian wollten dann den Heimweg antreten und fragten ob ich mitkommen würde. Christian wusste, das die Frage überflüssig war, aber er wollte wenigstens fragen. Sehr zuvorkommend, wie ich hier mal erwähnen möchte. Er nahm dann statt dem Morchel und mir Pablo und Kim mit. Kim, ist der kleine Cousin von Phlip und es ging ihm anscheinend nicht mehr ganz so gut. Sabrina machte ihn auf der Rückfahrt drauf aufmerksam, das er Bescheid sagen sollte, wenn er kotzen müsste, aber Worte sind ja Schall und Rauch. Pablo erzählte nur, das er erst ein wenig das Fenster aufgemacht hat und zum Schluß bei einer Ortsdurchfahrt mit dem Kopf aus dem Fenster gehangen hat und ein paar Getränke, die er im Glashaus zu sich genommen hat, den gleichen Weg wieder raus genommen haben, wie sie den Magen betreten haben. Sowas passiert. Ich möchte gar nicht wissen, wie vielen von meinen Lesern das auch so gegangen ist.

In der Zeit nach der Abfahrt von der ersten Fuhre passierte eigentlich nicht mehr viel. Morchel wollte noch einen ausgeben und stellte fest, das seine Karte voll war, also mußte meine nochmal dran glauben. Die war dann allerdings auch voll. Was den Morchel aber nicht davon abhielt, noch eine weitere Karte zu holen. Mir sollte es recht sein, aber ich bot ihm an, das wir uns die zweite Karte teilen werden. Wie viel da noch drauf gegangen ist, kann ich aber gar nicht mehr sagen, da Markus sie alleine bezahlt hat. Meinen Anteil hat er dankend abgelehnt. Trotz das die Blonde noch da war, traten wir dann auch den Aufbruch an. Es war dann aber auch schon 0515 Uhr und bei manchen rief das Bettchen schon aus vollen Halse. Ich sage nur Augenpflege-Porno. Doch einer fehlte noch. Der Thomas war vom Erdboden verschwunden. Also brachen wir zu einer Suchaktion auf und verteilten uns im größtmöglichen Radius im Glashaus. Eine sehr gute Idee, wenn man gleich den Heimweg antreten will und kein Handy funktioniert. Ich nutze die Gelegenheit und besuchte die sanitäre Einrichtung. Nachdem ich also meiner Blase, die verdiente Entleerung gönnte, hörte ich vom Flur eine mir bekannte Stimme laut und deutlich „Thomas“ rufen. Erst wurde sie lauter, dann wieder leiser und dann kam sie auf die Toilette und rief weiterhin aus voller Kehle. Morchel schien sehr besorgt um seinen Bruder gewesen zu sein. Er hätte auch genauso gut einen Glocke mitnehmen könne und als Ausrufer tätig werden. Er kam also rein mit Thomas-Rufen, guckte in die Pinkelbecken, auf das Geschäft-2-Abteil und ging dann wieder raus. Da ich glücklicherweise fertig war half ich ihm und wir fanden dann den Thomas in der hintersten Ecke des Glashaus. Er befand sich gerade im Nahkampf mit einer gewissen jungen Dame, die er kurz vorher auf der Tanzfläche genötigt hat mit ihm zu tanzen kennen gelernt hat.

Das Bezahlen geht zu solchen frühen Morgenstunden immer recht problemlos und schnell. Und wenn treffe ich an der Kasse wieder? Die Blonde, die mir dann zum Abschied noch ein Lächeln schenkte. So kann man dann doch auch gut nach Hause fahren. Ein Gespräch hat sich leider nicht mehr ergeben, da die bauliche Substanz des Glashauses es nicht zu ließ. Will sagen, trotz des Blickkontakts, waren wir zu weit voneinander entfernt, als das ein Gespräch ohne Megafon Sinn gemacht hätte.

Das Taxi war schnell organisiert. Görtler stieg dann in Teistungen, bei seiner Freundin aus und bis dahin verlief die Fahrt auch recht normal. Ein paar waren schon im Koma und ein paar waren noch wach. Nun wurde nochmals von mir daran erinnert, da einer wach bleiben müsste um dem Taxifahrer Bescheid zu geben, wann er anhalten muß. Ich glaube die Automatik hat gerade in den zweiten Gang geschaltet, als alle im Taxi eingeschlafen waren. Doch der Mann wusste Bescheid und hat uns dann beim Bäcker geweckt. Patenter Kerl. Schnell bezahlt und ab gings Richtung Bett. Da Philip und ich den gleichen Heimweg hatten, gingen wir dann durch die Gasse. Dort wollte Philip und ich noch den Gulli Deckel von seinem Onkel klauen, aber ich habe ihn davon abgehalten. Wie man munkelt hätten wir dann noch vor Philips Haus rumgeschrien, weil sein Vater schon wach war. Gerechterweise hat dann Philip noch einen Anschiß bekommen und ich bin friedlich nach Hause gegangen und habe mich ohne weiter Zwischenfälle ins Bett gelegt.

Nein, das kann ich nicht so stehen lassen. Das schlechte Gewissen würde mich wie das klopfende Herz in den Wahnsinn treiben. Wie ich später erfahren mußte habe ich wieder mal bei Friede auf den Anrufbeantworter englische Nachrichten hinterlassen. Und der Hauptpunkt meines Monolog muß wohl die blondgelockte Dame aus dem Glashaus gewesen sein. Und Yvonne Catterfeld. Ich hasse mein Handy!

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One Response to Glashaus

  1. […] liegt. Aber die scheint mich echt zu mögen, es war nämlich die gleiche Bedienung wie beim letzten Glashausbesuch . Als ich die erste Mischung geholt habe hat sie noch ein wenig skeptisch geguckt und nur einen […]

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