Neujahrswandern

Nun ist die erste Woche im neuen Jahr schon wieder um und es ging auch wieder munter weiter mit der Schütterei dem gemütlichen Beisammensein. Aber erstmal was in eigener Sache. Mein Logbucheintrag mit den Vorsätzen hat nun ein paar Reaktionen einiger Leser ausgelöst. Was ich ja so nicht gedacht hätte. Aber dazu werde ich in einem anderen Eintrag (diese Woche, wenn alles klappt) nochmal Stellung nehmen. Aber fangen wir mal mit dem Freitag an.

Es sah so aus, als würde ich den Freitag auf dem Sofa verbringen, bis dann die erlösende Nachricht von Schnitzel kam, das es dann doch irgendwie in die Werkstatt gehen würde. Hmmm, gute Vorsätze hatte ich mir ja in diesem Jahr nun keine vorgenommen und somit konnte ich auch keine brechen. Und wenn wir ehrlich sind, sind Freitage viel zu schade, als wenn man sie einfach so verstreichen lassen würde. Denn Ruhe gibt es noch genügend nach dem Tod. Habe ich mir sagen lassen. Allerdings hieß der allgemeine Tenor das es nicht so lange gehen sollte, da am nächsten Tag Die Neujahrswanderung des KCWs anstand. Naja, wer es glaubt wird selig. Da ich aber vorher noch einen Krankenhausbesuch abstatten mußte (Nein, ich bekomme keine neue Leber), kam ich ein wenig später, was aber nicht so schlimm war, da ich zu Hause schon in den Genuß von zwei Weizen gekommen bin. Nach ein paar weiteren Pilsen im Jugendraum ging es dann auf in die Werkstatt. Im Nachhinein betrachtet hätte der Abend durchaus an Qualität gewonnen, wenn man keinen Standortwechsel durchgeführt hätte. Außerdem hätte man einen Haufen Geld gespart. Aber dem Staat geht es ja so schlecht und somit habe ich wenigstens meinen Teil zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Ist doch immer schön wenn man sich für das Trinken einen triftigen Grund suchen kann, der sogar bei der älteren Bevölkerung zieht. Das wäre doch Mal eine Aktion, bei der mit ziemlicher Sicherheit auch die Jugend Deutschlands gemeinsam mitziehen würde. Saufen für Rente und Staat. Ich glaube ich gründe bald eine Partie und dann mischen wir die Pfeifen unsere Staatsoberhäupter in der Regierungszentrale mal gehörig auf.
Mein erster Abend ohne Vorsätze und das Schicksal stellte mich gleich einmal auf eine harte Probe. Conny bediente mal wieder in der überfüllten total leeren Werkstatt. Aber ich hielt stand. Habe ich doch diese Prüfung vor ca. drei Wochen schon bestanden und nun kann ich felsenfest behaupten, das ich über sie weg bin. Auch wenn die Sticheleien der Anderen nicht aufhörten. Ich weiß gar nicht was die wollen. Selber regen sie sich auf, wenn man mal versucht sie mit irgendjemanden zu verkuppeln, aber wehe wenn ich mal erzähle das ich für irgendwen Sympathien entwickele. Da wird dann gleich wieder Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt. Sie meinen es ja meistens nur gut, aber das geht meistens komplett nach hinten los. Ich stehe als Doppel-Drops da und darf mir dann noch die Vorwürfe der Samariter anhören, das ich mal wieder in den Sack gehauen habe, weil ich so knüppelvoll wieder was Falsches gesagt habe. Aber so war die Beziehung zu Conny in Ordnung. Sie stand hinter der Theke und gab mir Bier, wenn ich danach fragte. So wie Gott es wollte! So wie es halt in jeder Kneipe ist.

Mein Getränk des Abends war Becks. Wenn wir ehrlich sind, ist es auch ein verdammt gutes Bier. Und es schmeckt auch wirklich nach Bier und nicht nach Plörre. Bier muß einfach herb schmecken, sonst kann ich ja auch Bier-ähnliche Getränke trinken. Der Rest der Meute, allen voran der Porno, wählte Jim Beam als abendliches Betäubungsmittel. Und schon ging es los. Porno wollte mal wieder den Rekord brechen. Alle anderen tranken normal, nur Porno hat wieder den Rekordzug drauf gehabt. Als ich da so an der Theke saß, sah ich weiter vorne einen blonden Lockenkopf vorbei huschen und kurze Zeit später kam dann Kathrin mit Heike noch vorbei. Da haben mich meine Sinne doch nicht getäsucht. Nun gut, sie waren aber auch noch nicht so stark betäubt. Denn es war ja nun nicht so spät und der Alkohol hat noch nicht den Großteil meines Hirns eingenommen. Es reicht schon wenn er die Gebiete besetzt die nicht so sehr von mir in Beanspruchung genommen werden (Erinnerungsvermögen). Als dann Kathrin und Heike sich zu uns gesellten, zogen sie schnell eine Traube, gebildet von Porno, Schnitzel, Thomas Bee und Kai. Kai sei hier mal entschuldigt, da er als temporärer Gehbehinderter nicht mal so eben den Platz wechseln konnte. Ich saß dann also ziemlich allein gelassen an der Theke, doch der Alex leistet mir Gesellschaft. Und so konnte ich Conny weiterhin meine uneingeschränkte Zuneigung ausdrücken in dem ich schön viel Becks bestellte. Praktisch wäre das schon, wenn ich so Zuneigung ausdrücken könnte. Dann wäre ich am ersten Wochenende an dem ich in meinem Leben Alkohol getrunken hätte vergeben gewesen an Inka, damalige Bedienung im Checkpoint. Nach dem ersten Besuch der sanitären Einrichtung wurde mir klar, das ich irgendwas falsch mache. Alle anderen der 10 Mann Personen in der Werkstatt waren bis zum Stehkragen abgefüllt. Um mal eine Vorstellung davon zu geben, wie gefüllt die Werkstatt war, stelle man sich diese runden Dornenbüsche vor die in diversen Western über die verlassenen Dorfstraßen irgendwelcher Kuhdörfer geweht werden. Davon konnte ich zweien ausweichen und ein Teil hat mich am Bein erwischt. Zum Glück konnte ich die Dornen schnell wieder loswerden. Auf dem Klo lehnten sich die ersten Gestalten schon an die Wand vor ihnen, damit sie beim Pinkeln nicht umfielen. Ein kurzer Blick auf den Zeitanzeiger sagte mir, das wir die Geisterstunde schon um 1,5 Stunden überschritten haben. Aber so wie die Strategen bin ich erst drauf, wenn der Hahn zum Morgen kräht. Aber lassen wir ihnen den Spaß, außerdem gibt es einen coolen Strich auf der Stirn, von dem man dann jedem erzählen kann, es wäre eine Narbe aus dem Irak-Krieg, dabei ist es nur die Fuge der Fliesen, die sich in die Stirn eingedrückt hat.

Zurück am Tresen war die erste Flasche geleert und auf Grund des großen Ansturms wurde beschlossen die Segel zu streichen und nochmal bei McDonalds zu gucken. Passte gut, den Conny war kurz vorher gegangen. Nicht das ich unser Weggehen, jetzt davon abhängig gemacht hätte. Heikes Auto war voll und ich wollte ihr eine zweite Fahrt zur Werkstatt nicht zumuten, obwohl sie es angeboten hat. Somit bleiben dann Porno, Thomas Bee und ich noch in der Werker. Außerdem hatte Thomas sich gerade ein paar doppelte Jim Beam rein gepfiffen und sich somit den Rang des Strammsack des Abends gesichert. Ich stieg dann um auf ein paar Mischungen Havana, die mich aber nicht wirklich nach vorne brachten, besser gesagt, den Zustand, das ich es jetzt noch in der Werkstatt erträglich finden würde, würde ich nur mit intravenösen Injektionen erreichen. Da ich aber gerade mein Fixerbesteck Tropf vergessen habe, stellte ich Strammsack ein Ultimatum. Austrinken und dann gehen wir. Er machte den Vorschlag zu Exen. Da ich aber Bier ungern exe, sondern gerne genieße, lehnte ich ab. Aber er ließ nicht locker. Nächster Vorschlag, beinhaltet den Tausch der Getränke (Thomas: Doppelter Jim Beam Cola, Pumpe: Becks) und es geht nicht auf Zeit. Wenn er denn unbedingt will, dann exen wir halt. War ja nur Jim Beam. Aber ich habe den Doppler-Effekt vergessen. Mit gestählter Miene, setzte ich an und wollte die Pfütze in einem Zug austrinken, doch nach dem der erste Schluck den weg in den Magen gefunden hat und dabei dummerweise meine Geschmacksnerven berührt hat, wollte er auch gleich wieder nach oben und gucken wo der Rest blieb. Doch der kam glücklicherweise ihm auf dem Weg entgegen und zusammen bleiben sie auch unten. Verdammter Jim Beam oder das war am Ende gar kein Jim Beam!

Raus aus der Werkstatt und entgegen meiner Empfehlung doch den weiten Weg zu Fuß anzutreten, setzte sich Thomas ins nächste Taxi und sagte er bezahlt. Mir solls recht sein, hauptsache Porno benimmt sich. Ankunft bei McDonalds und die anderen getroffen. Nun muß ich nochmal was zu Porno sagen. Der Mensch ißt nun wirklich alles. Schnitzel schaffte seinen seltsam aussehende Käseburger nicht ganz und bot ihm Porno an. Der schob sich ohne zu zögern den Rest, der irgendwie wie ein Fleischball mit aufgeweichtem Brötchen aussah (So sah er bestimmt auch vorher aus), in den Rachen. Ich glaube sogar das Ding ist ohne zu kauen in den Magen gewandert. Heike und Schnitzel sind dann nochmal Philip abholen gefahren und überließen Thomas, Porno, Kathrin und mich dem Schicksal. Kathrin hat mir dann erstmal ihre weiteren Berufspläne geschildert und Porno hat immer munter Bier rangekarrt. Ich weiß ja nicht was sie bei McDreck in die Pappbecher rein füllen, aber lecker ist das echt nicht. Aber was soll man machen, auf irgendeine Zuckerplörre hatte ich nun wirklich keinen Durst. Irgendwann kam dann Philip und schob sich noch was zu essen rein. Schnitzel, der inzwischen den Konsum einer Jim Beam Flasche nicht mehr leugnen konnte verwechselte dann noch das Abbild der Welt mit einer Kuh und wir sind so langsam nach Hause getapert.
Der Samstag Morgen war sehr stressig, denn ich mußte noch ein paar Sachen erledigen. Aber der Zeitrahmen erlaubte nur einen freien Tag bis 1300 Uhr, denn da sollte die KCW Neujahrswanderung starten. Naja, gut sie sollte um 1330 Uhr starten, aber als aufrichtiger Biertrinker, gehe ich da dann schon mal eine halbe Stunde früher hin um auch sicherzustellen, das genügend Getränke gekauft wurden und das die Getränke auch alle noch vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen. Ich kann es ja nicht verantworten, das jemand bei so einer Feier mit einer Lebensmittelvergiftung eingeliefert wird. Als ich dann um 1300 Uhr an der Mehrzweckhalle eingetroffen bin war niemand da. Entsetzen machte sich breit. Wo waren alle, ich hatte Durst. Doch mein Retter in blauer Ex-Prinzenjolle kam. Florian, hielt an und machte unpassende Bemerkungen („Da fahre ich hier lang und wer schleicht, wie ein hungriger Bär um die Mehrzweckhalle?“) und händigte mir den Schlüssel für die Mehrzweckhalle und somit für die Getränke aus. Was er mir noch dazu sagte, verstand ich nicht mehr, denn ich hatte wie gesagt einen unglaublichen Durst und mein Körper stellt dann die unwichtigen Nebentätigkeiten meines Körpers auf Stand-By. In der Mehrzweckhalle erwarteten mich dann mehrere Kisten Bier und mir wurde eins klar. Dies ist der Beginn eines verdammt langen Tages. Porno und Görtler waren die nächsten die ankamen. Bei Porno hat es mich eigentlich gar nicht gewundert. Er hat sogar netterweise seinen Fahrradanhänger mitgebracht, der aber praktischerweise keinen Griff hatte. Allein schon deswegen hätte man das Ding seiner eigentlichen Bestimmung als Brennholz zukommen lassen müssen. Aber dann hätten wir wieder einen weinenden Porno und das will bestimmt keiner.

Nach und nach trudelten der Rest der Wandergesellschaft ein und wir starteten in Richtung Euzenberg. Oh Gott, Doch nicht etwa wieder auf den Christus-König. Der Berg der Schmach, den man jedes Jahr zu Vatertag in Angriff nimmt und spätestens bei der Hälfte feststellt, das man doch nicht mehr so fit ist wie früher und man am liebsten auf der Stelle zusammenbrechen will. Aber vielleicht geht es ja doch woanders lang. Nein ging es nicht. Das Ziel war der Christus. Christus.König und ich machte den Vorschlag eine Querstraße vorher einzubiegen, da der Weg weiter oben sehr matschig wäre und das Wetter sehr unbeständig ist und manche vielleicht schon Hunger hätten (Primär Porno, aber der hat ja immer Hunger) und die Mädchen vielleicht nicht so weit gehen können. Wie ihr sehr bin ich sehr einfallsreich. Nach dem wir dann auf einem nahe gelegenen Feld Slim Shady, das Rap-Huhn entdeckt haben, fiel die Entscheidung der Abkürzung viel leichter. Zuerst wurde gemunkelt ob es nicht ein Hase oder ein Mutant wäre. Aber es stellte sich dann schnell heraus, das es nur ein Habicht war. Nett war auch Florian, der versuchte das Vieh mit seinem Fotoapparat heran zu zoomen. Als wenn man dann auf einem Fitzel-Screen mehr sehen würde. Aber er studiert ja auch BWL, da darf man sich so einen Faux pas schon mal erlauben. Verdammt habe ich da gerade ein französischen Ausdruck verwandt. Dabei hasse mag ich Frankreich doch nicht besonders. Mit einem kleinen Umweg über den Kreisel kamen wir dann rechtzeitig vor dem, besser gesagt mit dem Regen zurück zur Ballerhalle Mehrzweckhalle.

Schnitzel und Görtler waren in der Zwischenzeit nicht untätig und haben den Grill schon mal angefeuert. Drinnen gings dann munter weiter. Meistens ging es munter den Schlund rein und zwar beidhändig. Patrizia hatte irgendwie den Auftrag mich mit Schnaps abzufüllen. Schon auf dem Weg hat sie mir laufend Babalou in die Hand gedrückt. Da ich ja bekanntlich ihrem Charme verfallen bin (Gerüchte sagen das es sogar Fotos davon gibt), erfüllte ich ihr den Wunsch. Mit aller Gewalt großen Schmerzen kippte ich den Sahnelikör in mich hinein. Unbeschreibliche Qualen, das sei hier gesagt. Mein Verpflegungssystem war mit dem plötzlichen Angebot an gegrillten Schweineresten überfordert und verlangte nur ein Steak im Brötchen um zu prüfen ob denn feste Nahrung noch auf dem Programm stand. Es gab zwar keine Probleme mit der Verdauung, aber auf Grund des besseren Brennwerte-Verhältnisses entschied sich mein Organismus zu weiterer und häufiger Flüssigkeiten-Aufnahme. Mir sollte es recht sein. Gelockt durch Patrizias Ruf gesellte ich mich dann zu den Damen. Eingekesselt von Kathrin und Julia saß ich in der Schnapsfalle. Von recht, links und manchmal auch von links vorne, da saß Günner, kamen dann die Schnapssorten an. Aber ich blieb bei Babalou und ab und zu mal einen Roten. Während dieser Zeit wurde dann mal festgelegt, das Patrizia und Julia mit mir demnächst mal eine Brille kaufen gehen. Wenn ich mich recht daran erinnere, war ich damit auch einverstanden. Ach ja, vorher wurde dann erstmal munter meine Brille rumgereicht und jeder der sie aufsetzte kam in den Genuß, wie es ist ein Blättchen LSD zu konsumieren. Die Wirkung erzielt man aber nur ab 2,3 Promille. Beim nächsten Mal einfach mal nachfragen.

Da Thomas nicht da war um seinen Pokal des Strammsacks vom Vorabend zu verteidigen, stellte sich recht fix, der Jensi als Favourit raus. Seine erste Einlage war der beinahe Unfall beim Kippeln und wurde dann später durch diverse Gesichtsentgleisungen und unsicheres Fallen unsicheren Gang komplettiert. Jetzt kommt aber das Beste. Er mußte mit seiner Freundin noch zu einem Geburtstag. Und zwar gegen 2100 Uhr. Damalige Zeit: 1930 Uhr. Ich kann mir durchaus vorstellen, das Theresa einen der Besten Abende ihres Lebens hatte. Duschen wurde ausfallen gelassen, dafür wurde dann noch ein Alster auf Ex weggeknallt. Das Sprachzentrum ging schon gegen 1830 Uhr in die Knie und der Gleichgewichtssinn folgte eine halbe Stunde später. Allerdings gab es da einen Komplettausfall, denn Jensi fand sich unter dem Tisch wieder. Irgendwann gings dann für ihn nach Hause und wenn man den Gerüchten glauben darf, war es ein lustiger Geburtstag. Um ehrlich zu sein, hätte ich gerne das Finale gesehen.

Was macht man denn nun mit einem Abend den man schon mit 15 Bier beginnt? Fragt man nun ein Orakel seiner Wahl wird es sagen: „Geht nach Hause!“ Dann wiederholt man die Frage und sagt man sei im Krombacher Club und der Spitzname ist Bierpumpe und das Orakel antwortet: „Achtu Scheiße! In dem Fall ist es klar. Geh in die Werkstatt, Conny ist zwar nicht da aber über die bist Du ja eh hinweg.“ Und ich werde mich hüten den Sprüchen des Orakels zu trotzen. Der Großteil wollte erst noch mal nach Hause um sich frisch zu machen. Wer es glaubt. Ich vermute der Großteil mußte erstmal gehörig auf den Dämpfer. Da ich aber wenig Lust hatte alleine in der Mehrzweckhalle zu bleiben ging ich mit zum Görtler. Der hatte erstens noch leckeres Dunkelbier und zweitens ähhh leckeres Dunkelbier. Von dem Porno übrigens behauptet, das es ungenießbar wäre. Es schmeckte ähnlich dem Guinness und dafür würde ich in ein Land einmarschieren diverse Körperteile spenden. Auf jeden Fall spricht diese unqualifizierte Aussage Pornos gegen ihn. Er ist somit auf meiner Sympathie Rangliste um mehrere Stufen gesunken. Weiter gesunken ist er als er seinem Vater zensierte Versionen meines weblogs gezeigt hat. Absolute Frechheit. Sein Vater wollte mein Logbuch lesen und Porno hat dann mal eben seinen Vater nach der Hälfte des Artikels weggeschickt seine Schwester abzuholen um die Stellen aus dem Log zu entfernen, wo sein Name vorkommt. Ich muß zugeben, er hat viel Einfallsreichtum bewiesen, aber das mindertet nicht die Schwere der Tat.

Wir entschieden uns, zu meiner Verwunderung, zu Fuß in die Werkstatt zu gehen. Nach der Ankunft dauerte es nicht lange (zwei Bierlängen) bis der Morchel anrief. Der war vorher auf dem Geburtstag von seiner Oma und wollte noch zu uns stoßen. Kaum war er da, waren wir schon wieder in Aufbruchsstimmung, denn die Menschenmassen waren kaum auszuhalten. Erinnert ihr euch noch an die Dornenbälle, die am Vortag durch die leeren Räume fegten? Sie waren wieder da und sie hatten mich im Visier. Und Dornen eitern ganz schlecht wieder raus. Ich weiß das, denn ich wohnte gegenüber vom Friedhof, der von Hecken eingefasst war. Immer nett, wenn man Samstagmorgens aufwacht und sich wundert woher die ganzen Kratzer an den Beinen herkommen. Unser nächstes Ziel hieß also Ambiente. Dort traf ich erstmal die Nicole. Und löcherte sie, ob es in diesem Jahr mal wieder eine Fete bei ihr geben würde. Denn die waren immer spitze. Wohl leider nicht, aber die Hoffnung soll ich noch nicht aufgeben. Gut, bis dahin kann ich mich ja mit leckeren Havana Club über Wasser halten. Morchel und ich standen also an der Theke und schütteten ein paar Getränke rein. Dank des zügigen Wechsel zwischen Drinnen und Draußen hatte Markus schon leichte Probleme mit der deutschen Sprache. Seltsamerweise ging es mir noch fabelhaft. Hartes Training. Der Rest der Meute sicherte sich einen Tisch im rückwärtigen Bereich des Ambiente. Dorthin schleppte ich dann den Markus nach einiger Zeit und es dauerte nicht lange, bis er seine Augen nach Fehlstellen absuchte.

Porno und Görtler hingegen bleiben an der Theke stehen und widmeten sich dem Long Island Ice Tea Konsum. Nach dem Zweiten merkten sie, das es gar nicht so nach Long Island schmeckte und steigen um auf Cola-Bacardi. Aber man solle niemals den Alkohol unterschätzen, den man in seinem Getränk nicht schmeckt. In Zeitlupe wurde dann Görtlers Kopf von der Theke angezogen und als sie die Beiden endlich gefunden hatten wurde er wieder munter und entschied sich, zwei Damen zu becircen. Porno, gar nicht dumm, trank erstmal seine Getränke aus und kam dazu um sich dann mit einer etwas älteren Frau zu unterhalten. Gut alt ist ein relativer Begriff. Selbst für mich wäre die Dame zu alt gewesen. Aber Porno spielte das „Nicht-verstanden-Spiel“. Er tat so als ob er sich unterhalten würde und dank des immensen Lautstärkepegels versteht er nur die Hälfte und nickte nur nach jedem Satz und lacht ab und zu. Das ist besonders dann gefährlich, wenn einem der Gegenüber gerade vom Suizidversuch der Mutter oder vom Ableben des Hamsters berichtet hat.

Da der Getränkenachschub mehr als schleppend war kam der Abend auch zu einem apprupten Ende bei McDonalds. Heike fuhr mal wieder, dann gab es noch ein Taxi und Morchel, Alex und ich teilten uns ein weiteres. Nun ja, Morchel und ich gaben 2 € und Alex durfte dann den Rest bis nach Nesselröden löhnen. Bei McD ging es niveaulos wie immer zu. Papier flog durch die Gegend und Morchel verteilte seine Einkäufe beim Versuch sich hinzusetzten auf den Tabletts der anderen Personen am Tisch. Böning freute sich so über einen weiteren Cheeseburger, von dem er Anfangs nicht so recht wusste wo er herkam. Dafür entsorgte Markus stilgerecht den Restburger von Schnitzel. Der lag dekorativ auf einer Pappschachtel rum und provozierte Markus direkt. Da er aber beide Hände voll hatte, blieb nur noch der Einsatz der Öffnung, die vor Stunden noch der Mund war.

Und ab gings nach Hause. Heike fuhr mehrmals, doch das war Morchel egal. Der preschte gleich los und mein Fürsorgergen veranlasste mich ihm zu folgen. Porno schloß sich an. Ich weiß gar nicht ob ich dann von Glück sprechen kann. Von einer hübschen Frau nach Hause gefahren werden oder mit zwei Megastrammsäcken zu Fuß nach Hause gehen. Aber ich hatte ja noch Schocker am Telefon. Der wollte nämlich noch wissen ob in der Werkstatt noch was los ist. Wäre ich ein gemeiner Hund hätte ich ihn blindlings in sein Verderben rennen lassen. Aber irgendwie war ich sehr sozial drauf. Auf halben Wege nach Westerode warteten wir dann noch auf Schnitzel und Böning, die nicht mehr in Heikes Auto gepasst haben. Markus war mittlerweile schon zu Hause. Das hoffe ich zumindestens, denn er ist schnurstracks nach Hause gesprintet, mit Anzug. Porno hat dann irgendwas auf dem Rückweg gestochen, denn er fühlte sich plötzlich in irgendeinen Kriegsfilm versetzt und lallte dauernd was von „Sturmangriff“ und gab Wink-Befehle mit seinem Arm oder was er halt unter Wink-Befehlen verstand. Es sah so ein wenig aus wie eine einarmige Windmühle. Bei Schnitzel gab es dann noch eine kurze Diskussionsrunde in deren Verlauf uns unbemerkt ein Taxi passierte. In dem saß nämlich Schocker, der sich dann bis zum Ortsausgang fahren lassen hat, weil er Angst hatte, das wir noch bei ihm einen trinken wollen, wenn wir mitbekommen, das er gerade nach Hause kommt. Ich bin schwer enttäuscht! Wir hätten doch auch nur 20 Bier getrunken. Mindestens. Schnitzel verließ uns also und somit bleiben Böning und ich. Bis wir auf zwei weitere Strammsäcke trafen. Martin, Pornos Vater und Hartmut, Görtlers Vater. Ich brachte dann kurz Martin auf den aktuellen Porno-Informationsstand und gab ihm den Tip, bei der Ankunft im trauten Heim mal seinen Sprössling nach seinem Namen zu fragen. Ich verwette meinen Hintern, das er ihn nicht beim ersten bis fünften Mal fehlerfrei hinbekommen hätte.

Nun gibt es noch einen kleinen Nachtrag zu Sylvester, den ich hier gegen meinen Willen niederschreiben muß. Warum eigentlich? Ist doch mein Logbuch. Ein weiteres Kapitel in der Fortsetzungsgeschichte „Ich und meine große Klappe“. Am Mittwoch hatte ja der hässlichste Automechaniker von Westerode Schmierpopel Geburtstag. Dort traf ich Elke wieder. Wir erinnern uns, die ich bei Hardt’s (Ich hoffe ich habe den Namen richtig geschrieben) an Sylvester getroffen habe und die mir das Versprechen abgenommen hat, das ich in diesem Jahr noch heiraten werden, weil sie mal wieder Hochzeit feiern will. Wenn das meine Mutter mitbekommt, dann macht sie drei Kreuze in den Kalender. Jedenfalls stellte sie richtig, obwohl ich davon ja nicht wirklich überzeugt bin, das wir abgemacht hätten, das sie mir eine Frau besorgt und die wird dann geheiratet, bis ich 30 werden. Hmm, je mehr ich darüber nachdenke, desto unwirklicher wird das alles für mich. In meiner Erinnerung hat sich das alles anders abgespielt. Da muß ich echt noch mal genauer Nachforschen. Ich gucke gleich mal beim intergalaktischen ebay rein, ob die Sylvestererinnerungen zu einem erschwinglichen Preis zu haben sind.

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