Büttenabend

31/01/2007

Der Freitag sollte eigentlich recht ruhig verlaufen, da ja, wie die Überschrift den mitdenkenden Leser verraten hat, am Samstag der Büttenabend stattfinden sollte. Allerdings wäre es ja nun eine gehörige Enttäuschung, wenn ich den Freitag einfach mal zu Hause verbracht hätte, wo ich mich hätte schonen können für die kommenden Strapazen. Diese Genugtuung konnte ich meinem Körper einfach nicht gönnen. Außerdem wollte der Tommes Bee auf seine bestandene Prüfung ordentlich was zu ballern ein oder zwei Bierchen ausgeben. Das passte perfekt in die Wochenendplanung.

Allerdings lockte man mich mit Vorspiegelung verdrehter Tatsachen zum Ort der Festivität. Denn als ich dann im Jugendraum ankam, hieß es auf einmal, das Tommes heute gar keinen ausgibt, weil so viele nicht können. Tja, was macht man nun, wenn man schon mal dabei ist, sich so jung zu treffen? Die Entscheidung fiel echt schwer, aber es lief darauf hinaus, das man sich anfing zu betrinken. Da kam dann das nächste Problem ins Spiel. Das Bier war alle und Philip wurde auserkoren, das er zur Tanke fährt und ordentlich Bier einkauft. Naja, ordentlich bestand in einer Kiste Bier. Aber immerhin besser als gar nichts. Nachdem dann der Treibstoff, der nötig war um die Pumpe in Gang zu halten endlich eingetroffen war, konnte der Abend weiter gehen. Man muß dazu sagen, das ich Hoffnung auf einen günstigen Abend schon mal zu Hause ein Hefe vorgetrunken habe. Aber auch nur, weil das Fernsehprogramm so unglaublich spannend am Freitag Abend ist. Und wenn die Pumpe erstmal läuft, ist es schwer sie wieder zu stoppen. Besser gesagt, für sie begann jetzt der normale Dienst und wenn dann plötzlich die Zufuhr an Gersten- oder Weizenkaltschalen gestoppt wird, kann das böse für die Pumpe ausgehen. Nachher gibt es noch ein schwerwiegendes technisches Problem und ich muß eine Meldung an die Becks Brauerei und den Importeur von Havana Club machen, damit die Planung für+r das kommende halbe Jahr neu aufbauen und nicht mit Budget rechnen, das sie nun durch einen Pumpenschaden verlieren würden. Ich will ja schließlich keinen zu Fehlinvestitionen verleiten.

Aber genug von den Spekulationen, der Nachschub traf ja rechtzeitig ein. Ich hätte mich ja auch gleich an den Havana Club gehalten, aber es war ja intelligenterweise auch keine Cola vorhanden. Und auf Wodka mit Pfirsich-Eistee hatte ich nun wirklich keinen Bock. Wenn ich nur an Pfirsich denke, wird mir schon ganz anders. Dieses widerwärtige, ekelerregende süße Zeug. Bei dem Gedanken daran klebt sich mir schon der Zwölf-Finger-Darm zusammen. Dann doch lieber Gerstengetränke aus dunklen, schlanken Flaschen. Nachdem dann vier Stück dem schon getrunkenen Hefe Gesellschaft leisteten. Verirrte sich meine Hand, plötzlich an die bereit gestellte Flasche Havana Club. Und ehe ich mich versah, hatte ich auch schon ein aufgewaschenes Glas in der Hand und goß das goldene Paradies aus der Flasche in mein Glas. Zum Glück wurde mit gedacht und eine Flasche Cola von der Tanke mitgebracht. Nachdem sich dann die ersten Tropfen der gar köstlichen Mixtur ihren Weg über meine rudimentär vorhandenen Geschmacksnerven den Schlund hinunter bahnten, stimmten die inneren Organe heimlich ab. Die Milz schlug zwar eine geheime Wahl vor, aber da keiner so richtig Lust hatte so viele Zettel anzufertigen (und weil ich seit längerer Zeit kein Papier mehr gegessen habe, waren auch keine Zettel da) wurde per Handzeichen abgestimmt (Auch der Vorschlag per Hammelsprung abzustimmen, aber auch der wurde abgeschmettert). Abgestimmt wurde über den weiteren Getränke-Verlauf des Abends. Und es wurde eindeutig bestimmt, das in Anbetracht des kommenden Büttenabends, ab jetzt nur noch Mischungen dem Magen zugeführt werden. Und gegen so eine Entscheidung kann ich mich natürlich nicht stellen.

Das Taxi wurde gerufen und simultan wurden durch alle Organe in meinem Körper komplexe Algorithmen berechnet, ob ich es noch schaffe, eine weiter Mischung in mich rein zu kippen, bevor der Zug Richtung Werkstatt abfuhr. Hat das End-Ziel unserer bisherigen Reise durchs Land des Alkohols irgendjemanden überrascht? Die Rechnung ging recht schnell von statten und es wurde berechnet, das auf jeden Fall noch Zeit für eine Mischung ist. Sagen wir mal so, als sich die Nieren den Kopf zerbrachen und die Galle gerade eine Polynomendivison machte, schüttete ich bereits Havana in das wartende Glas, welches schon sehr traurig aussah, da es seit ungefähr fünf Sekunden vollkommen trocken umher stand. Sowas ist doch schlecht für ein Glas, da mußte ich doch Abhilfe schaffen. Da Taxiunternehmen niemals genaue Angaben über Ankunft und Abfahrt machen können (hier werden gewisse Ähnlichkeiten zur Deutschen Bahn auffallend) konnte ich schlecht abschätzen, wann der richtige Zeitpunkt des Leerens gekommen war. Aber ich entschied mich für die sichere Nipp-Taktik, mit anschließenden Exen der Mischung. Und sie ging auf. Das Taxi fuhr vor und ich mußte mir die halbe Mischung auf Ex reinprügeln ich konnte die restliche Mischung mit Genuß austrinken.

Die Ankunft in der Werkstatt war ernüchtern wie eigentlich immer. Denn so richtig was los war eher nicht. Aber wir wissen ja was zu tun ist, damit einem nicht so langweilig wird. Genau, die Bestellung für die erste Falsche Wodka wurde glaube ich schon per Rauchzeichen durchgegeben. Ach ja, der Porno war auch mal wieder mit, obwohl er noch am Nachmittag gesagt hat, das er gar nichts machen wollte am Abend. Da er ja noch Geld für den Büttenabend sparen wollte. Als ich diese Aussage vernommen habe, wusste ich das es eine oder mehr glatte Lügen waren. Denn wenn alle losgehen, wird Porno mit ziemlicher Sicherheit der Letzte sein, der dann sagt, das er nicht irgendwo mit hin geht. Lächerlich. Aber man muß ihm zu Gute halten, das er auch immer bis zum Schluß mit durchzieht und auch wenn gar nichts mehr rein gehen sollte, dann schüttet er noch drauf. Ich weiß, ich soll ja hier nicht so viel über ihn schreiben, da ja seine Verwandtschaft mit liest. Aber die Texte für seinen Vater zensiert er ja eh und außerdem soll man nicht lügen, steht schon in der Bibel.

In der Werker trafen wir dann auch die drei ??? Fuhrbacherinnen wieder. Kathrin, Heike und Busenwunder Kerstin. Scheint ja ein recht netter Abend zu werden. Denn wenn die drei mit von der Partie sind. Und das wurde es auch. Allerdings reichen meine Erinnerungen nicht mehr ganz so weit. Ich kann mich nur noch an den Moment erinnern, in dem Schnitzel zu mir kam und mich aufforderte ihm Geld für die zweite Flasche zu geben. Willenlos, wie ich zu dem Zeitpunkt sicherlich gewesen bin händigte ich ihm meinen Anteil aus. Später sagte dann jemand, das Schnitzel nach Hause gegangen ist. Der hat es richtig gemacht, aber ich wurde genötigt noch da zu bleiben. Aber es war wohl noch ganz lustig. Nur erinnern kann ich mich an nicht mehr viel. Denn derjenige der die ganzen Mischungen gemacht hat, hat ein wenig übertrieben. Ich weiß auch gar nicht was ich an dem Abend für ein Auftrag hatte, das ich mich derart aus dem Leben geschossen habe. Die zweite Flasche ging wohl noch ohne Probleme rein und der Porno sah schon nicht mehr ganz so frisch aus. Aber der eigentlich Grund unseres Aufbruchs war dann wohl doch die Leere in der Werkstatt und die zweite leere Wodka-Flasche. Es wurde aber auch Zeit. Wie viel Zeit es war, kann ich hier nicht mehr korrekt wiedegeben, da meine Augen die erhalten Informationen nicht mehr an das Kurzzeitgedächtinis weiter gegeben haben. Eine bodenlose Frechheit wie hier mal anmerken darf. Aus nicht sehr sicheren Quellen weiß ich aber, das es gegen 0330 Uhr war. Die Taxifahrt nach Hause ging aber recht unspektakulär von statten. Wir hielten wie gewohnt am Bäcker und eigentlich wollten alle aussteigen. Bis auf Kathrin, die den unglaubliche weiten Weg Katzensprung zu Philip nicht zu Fuß gehen wollte. So sind die verweichlichten Frauen eben. Philip wollte sie zwar noch überreden doch zu Fuß zu gehen, da wir auf dem Weg noch gehörig Scheiße labern können, aber Kathrin wollte lieber mit dem Taxi fahren. Das Sprichwort mit dem Lanz Bulldog ist ja im weithin bekannt. Aber ich hatte dann auch keinen Bock für das kurze Stück nochmal in das Taxi einzusteigen und ging dann zu Fuß. Außerdem tat mir das glaube ich ganz gut.

Samstag, 0930 Uhr. Mein Kopf hämmert und mein Telefon klingelt. Oh Gott, was ist los, woher kommen die Geräusche und warum läuft im Radio Rammstein? Kurze Rekonstruktion des Abends, ergaben, das ich stramm nach Hause gekommen war, gerade noch fähig den mp3-Player an die Anlage anzuschließen um dann ein Lied für 20 Sekunde zu hören und schön die ganze Nacht die Mucke durchgelaufen ist. Außerdem mußte ich aufstehen um für den Büttenabend mit aufzubauen. Wenn das man nicht alles Gründe sind um sofort für weitere fünf Stunden sich in das Reich der Träume zu begeben. Aber, wenn man in gewissen Vereinen ist, dann übernimmt man auch gewisse Verantwortungen. Auch wenn manche Leute aus diversen Verein das vielleicht anders sehen. Also rollte ich mich aus dem Bett und bleib dann noch ein wenig liegen stand ich frohen Mutes und frisch wie der Morgen auf und machte mich, nachdem ich mich für die Menschheit erkennbar gemacht habe, mit einem Gesichtsausdruck eines Mannes der gerade einen Bohrer im Kopf hat lustigen Leid auf den Lippen auf den Weg in die Mehrzweckhalle. Dort traf ich dann teile von den Leuten wieder, die mit mir gestern auf Tour waren. Um es kurz zu machen. Schnitzel behauptete steif und fest er sei gar nicht stramm gewesen und früher abgehauen. Seine Standard-Ausrede nach einer Sauforgie. Na gut, das mit dem früher nach Hause gegangen stimmt ausnahmsweise mal.

Das Aufbauen ging dank sehr guter Vorarbeit sehr schnell. Was auch sehr gut mit meiner derzeitigen körperlichen Verfassung harmonierte. Denn viel was reißen konnte ich wirklich nicht. Ich hatte mir ja dann auch vorgenommen, das ich eigentlich mich nochmal hinlegen wollte. Was ich dann auch getan habe und dann bin ganz wunderbar bei einer Folge Buffy auf dem Sofa eingeschlafen. Hat sich doch mal wieder gelohnt. Und somit durfte ich die Folge dann am Sonntag nochmals gucken. Ja, ich bin ein Serien-Freak.

Der Abend begann mit dem Anlegen der Elferratskluft. Jackett, Fliege, weißes Hemd, Kappe (Ich schreibe hier extra Kappe, weil wenn ich sowas wir Mütze oder Deckel oder Helm schreiben würde, dann würde ich bei der Gerichtsverhandlung am Rosendienstag hundertprozentig einen übergebraten bekommen. Denn Elferratsmitglieder lesen hier mit. Man sollte es kaum glauben aber manche können auch lesen). Und schon gings los. In dem Aufzug schlug ich dann erstmal beim Prinzen auf, in der Hoffnung dort noch ein Bier abzustauben. Leider war ich zu spät dran, so daß wir gleich weiter gingen um den Schnitzel abzuholen. In der Mehrzweckhalle war es zunächst ein wenig trocken. Denn keiner wollte so richtig losgehen ein Bier zu holen. Aber der Prinz ließ sich nicht lange bitten und bestellte zunächst eine Runde für alle. Aber dabei bleib es auch, denn das Bier kam irgendwie nicht so richtig ran. Aber wenigstens waren die Bedienung recht nett anzusehen. Aber der Biertransport für die Elferratsmitgleider mußte Definitiv noch verbessert werden. Das sagte ich der jungen Dame, die für uns zuständig war auch gleich. Nicht das jetzt hier gemeint wird, wir feinen Herren vom Elferrat hätten eine eigene Bedienung. Nein, wir wurden geanuso wie das gemeine Volk der Rest der Narren bedient. Auf meinen Vorschlag auf der Bühne, wo der Elferrat sitzt, eine eigene Zapfanlage mit zugehörigen 50 Liter Faß zu installieren ging keiner so richtig ein. Sagen wir mal so, vom Vorstand erntete ich vorwurfsvolle Blicke und von den anderen Begeisterungsstürme. Im letzten Jahr soll es wohl Beschwerden wegen dem Alkoholkonsum des Elferrats gegeben haben. Hauptsächlich in meiner der hinteren Reihe. Kurz nachgedacht. Könnte sein, das der Brausepulver-Korn zu sehr eingeschlagen hat. Deswegen habe ich in diesem Jahr den auch weg gelassen. Dafür hab eich aber als Voraussetzung gemacht auch keinen Löwentor zu trinken. Man kann ja nicht nur Nachteile haben.

Die ersten Runden Bier wurden also eingefahren und die Uhr rückte langsam auf 2011 Uhr vor. Das Signal zum Einmarsch in Polen in den Saal wurde vom Kapellmeister gegeben nun dich durfte mit der Standarte vorweg. Warum ich, weil mich der Prinz bestimmt hat und weil unser lieber Kai ja immer noch ein Krüppel an Krücken geht. Aber eine silberne Eichel schießen, das kann er. Sollte ich ihn aber nur ein einziges Mal auf der Tanzfläche sehen oder mit der Prinzengarde rumhopsen, dann stecke ich ihm die Standarte dorthin wo die Sonne nie mehr scheinen wird. Auf jeden Fall habe ich meinen Standarten-Dienst für diese Karnevals-Saison erledigt. Hat auch was für sich. Nach dem Einmarsch wurden erstmal die Plätze bezogen und ein wenig ärgerte ich mich über die Tatsache, das ich kein Brausepulver dabei hatte. Das hätte man auch prima nach dem Büttenabend noch gewinnbringend im Magen anbringen können. Aber wir wollen keine Tränen vergießen, sondern lieber das Bier genießen (Reim dich oder ich fress dich!). Die Runden kamen schön stetig, genauso wie man sich das vorstellt. Doch dank der wunderbaren Akustik in der Mehrzweckhalle bekommt man als Elferrat nicht immer so viel mit von den Akteuren. Da der ganze Schalle von der Bühne und somit dem Elferrat weg geht. Manchmal ist das auch gut so. Alle Akteure haben ihr bestes gegeben und es war wirklich ein gelungener Abend. Sensationell die große Prinzengarde mit einer Eigenkomposition. Eine Umdichtung von „Cowboy und Indianer“ auf „Elferrat und Garde“. Der Großteil handelte vom Trinken und Löwentor. Ich weiß gar nicht wie die immer auf so was kommen? Sie haben sogar selber gesungen. Ramona, Pornos kleine Schwester, und Annalena haben richtig gute Stimmen. Da kann man mal sehen was hier für Talente in Westerode schlummern. Allerdings haben wir das vom Elferrat aus erst am Sonntag so richtig mitbekommen. Wie schon gesagt, war die Akustik auf der Bühne miserabel. Daher hat Kalle schnell mal einen Monitor-Box auf der Bühne aufgestellt und wir konnte nun alles glasklar verstehen. War aber ein recht spaßiger Text und im Karneval soll man ja eh nicht alles so ernst nehmen. Die Hofsänger sind ja auch immer ein Highlight. Eigentlich bin ich am Samstag recht zufrieden nach Hause gegangen , denn von all den Sachen die ich so erlebt habe über das Jahr hat es nicht eine geschafft beim Büttenabend erwähnt zu werden. Worüber ich ja auch froh bin. Jedenfalls dachte ich das. Als ich dann alles von den Hofsängern verstanden habe, hörte ich dann doch meinen Namen bei einer Strophe. Ich kriege sie nicht mehr ganz zusammen, aber es war irgendwas mit „Pitsche schaut ganz traurig aus, denn der Havana Club war aus!“. Hmm, woher wissen die denn das ich ab und zu mal ein kleines Gläschen Havana Club trinke? Dabei ist das doch ein großes Geheimnis. Wie ich später erfahren durfte, ist die Strophe auf dem Mist von meinem Cousin Martin, der Ehemann von Elke, die mich verkuppeln will, stammt. Na gut, es könnte daran liegen, das ich Sylvester mit Schmieri in deren Beisein eine Flasche des leckersten Getränks, nach Becks, vertilgt habe.

Nach dem Büttenabend geht dann die Party eigentlich erst richtig los. Kathrin, Heike und Kerstin sind auch gekommen. Leider ist Kerstin schon recht früh gegangen. War sie doch immer ein Hingucker von der Bühne aus. Guido machte mich immer drauf aumerksam, wenn mir der Sabber aus dem Mund lief wenn sie hinten an der Wand stand und am Klatschen war. Wir hatten auch schon einen Spitznamen für sie, den ich aber auf Grund des Selbstschutzes Jugendschutzes hier nicht niederschreiben darf. Aber Heike und Kathrin sind noch ein wenig länger geblieben. Dann gab es da ja noch den Vorfall mit dem stellvertretenden Ortsbrandmeister und meiner Kamera. Fuchs wie ich bin, ist die ja bei solchen Angelegenheiten immer dabei. Lustige Fotos sind beim Karneval eigentlich Standard. Und ich bekam jetzt noch eins von Kathrin und Holger. Was ja an sich nicht schlimm ist, wenn sich Holger nicht immer so anstellen würde. Ich war auch schon drauf und dran, zum ersten Mal in der Geschichte meines weblogs Fotos zu veröffentlichen. Aber damit würde ich gegen einen Grundsatz von mir verstoßen. Keine Fotos im Internet veröffentlichen, denn man weiß nie was man damit anrichtet und vor allem ob die Leute das wollen. Um so dem Streß vorsorglich aus dem Weg zu gehen, wird es auf meinem log keine Fotos geben. Auch wenn sie manchmal den Text ein wenig auflockern würden. Dafür gibt es andere Seiten, wo man sich Fotos zur Genüge angucken kann.

Die Vorstellungen gingen also zu Ende und der Elferrat traf sich zum Anstoßen auf den gelungenen Abend auf der Bühne. Natürlich da wo einen jeder sehen kann und wo jeder mitbekommt was man alles so trinkt. Stefan, der Präsident, gab dann auch gleich erstmal eine Runde Löwentor. Sämtliche Alarmglocken in meinem Kopf fing schrill an zu schellen. Aber ich wollte ja geschickt sein. Ich wartete jetzt so lange, bis die nette Bedienung mit dem Tablett kommen würde und dann würde ich ganz unauffällig unter einen der Tisch rutschen. Das mit dem Rutschen und den Tischen hat nicht ganz so geklappt, da da noch zu viele Leute dran saßen, also wählte ich die Taktik um die Gruppe herum zu schleichen und mich dort einzureihen wo schon Brechmittel Löwentor verteilt wurde. Da aber im Elferrat nur Verräter fürsorgliche Leute sind, bekam ich trotzdem ein Glas und auch fürsorgliche Worte der Bedienung. Ihr Wort in Gottes Ohr. Löwentor bewirkt in mir immer einen Weigerung des Schluckens. Kennt ihr das wenn man etwas besonders Ekeliges im Mund hat und es einfach nicht runter schlucken kann. So geht es mir mit Löwentor. Er bleibt eine Weile im Mund, bis ich sämtliche Organe auf die kommende Katastrophe vorbereitet habe. Und das dauert, da die Leber immer so laut nach Bier schreit. Bekommt sie aber mit, das gleich Löwentor kommt, wird sie schnell Kleinlaut und sammelt sich für die große Welle. Nach einigen Gesichtsverrenkungen ist dann auch der Löwentor unten und ich freue mich schon sehr auf das Bier zum nach spülen. Plötzlich hören meine Ohren einen Satz vor dem ich mich schon gefürchtet habe: „Die nächste Runde geht auf mich!“ Gesagt vom Prinzen. Was soviel bedeutet, ich kann mich schon wieder nicht ausschließen und die Versteck-Tour hat auch nicht mehr gezogen. Die mitleidigen Blicke der Bedienung halfen aber über das Schlimmste hinweg. Gleiches Getränk, gleiche Tortour meines Organismus. Nun kam der Super-Gau. Ich habe den Löwentor mit rechts getrunken und das hat der Prinz verboten. M7 hat es mitbekommen und ich durfte noch einen trinken. Auch diesmal habe ich mich versucht zu verstecken, aber wir sind ja alle Freund im Elferrat und schon hatte Michael mich gefunden. Doch diesmal gab es keine mitleidigen Blicke von der Bedienung, sondern nur das hämische Grinsen von M7. Und ihr könnt mir glauben, das in meinem Körper schon leicht rebellische Reden geschwungen wurden. „Jetzt reichts uns! Der Mageninhalt kommt gleich raus und guckt mal nach dem Rechten und dem Linken Schuh.“ Aber auch der wurde geschafft. Es hat zwar gut sechs Minuten gedauert, aber er war unten und er blieb unten.

Der Rest des Abends bestand dann im großen Teil aus Bier trinken und an Erinnerungen an alte Versprechen. Zum Beispiel konnte sich Patrizia, trotz erhöhten Alkoholkonsums noch daran erinnern, das sie und Julia mit mir eine Brille kaufen wollten. Sie wusste sogar noch, das sie am 08.02. einen Augenarzttermin hat und nach Karneval gehen wir dann eine Brille kaufen. Warum haben Frauen immer nur so ein gutes Gedächtnis. Ich hätte das schon längst wieder vergessen. Wie ich auch alle Geburtstage vergessen habe, die im Januar waren. An dieser Stelle eine große Entschuldigung an Nicole, Heiko und Cornelia. Ich schäme mich sehr.

Aber wer glaubt, das man einfach so nach Hause gehen kann, nach dem Büttenabend, der hat sich gehörig geschnitten. Nachdem dann nicht mehr wirklich viel da waren und ich eine Menge Bier mit allen möglichen Leuten (Prinzengarde, Schmierpopel, Holger, Hüfte, Kathrin, Teilen der Elferratsfrauen und was weiß ich mit wem noch alles, sollte es nach Hause gehen. Zunächst wurde noch im Jugendraum vorbei geguckt, ob da nicht noch was gehen würde, aber dort lagen schon alle rum und schliefen oder waren gerade auf dem Weg ins Traumland. Meine Ohren vernahmen dann die Nachricht, das wir noch zum Prinzen gehen und dort frühstücken. Klasse, so ist doch der Morgen gerettet. Meine ganzen Überredungskünste halfen nichts, die Hüfte wollte nicht mit. Naja, dann gehe ich halt ohne meine Frau zum frühstücken beim Prinzen. Frau, fragen jetzt einige? Lange Geschichte, die auch an einem Rosenmontag begonnen hat. Sehr verworren. Kommt irgendwann in meiner „Best of“-Sparte. Der „Breakfast Club“ (Kennt den Film eigentlich irgendjemand, der nach 1980 geboren ist? Lohnt sich aber!) bestand also aus Prinz Patrick und Prinzessin Julia, Kathrin und Philip, Schnitzel , Morchel, Schocker, Marina und mir. Zum Glück hatte der Prinz noch ein paar Bier da und ich konnte meinen Durst stillen, der sich von Schnitzels Haustür, da war das mitgebrachte Bier aus der Mehrzweckhalle alle, und des Prinzen Wohnung aufgebaut hat. Dazu wurde Mettwurst und von der Prinzessin selbst gebackenes Brot gereicht. Eine adelige Delikatesse sozusagen. Hat aber auch gut geschmeckt.
Die Uhr zeigte 0515 Uhr als ich den Heimweg antrat. Eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf meldete sich sogleich und teilte mir mit, das ich Kai zugesagt habe, mit ihm am nächsten Morgen zu Blases 50sten zu gehen. Ein weiteres Kapitel in dem unendlichen Buch: Ich und meine große Klappe. Eine gefühlte halbe Stunde nachdem ich mich ins Bett gelegt habe klingelte auch schon mein Wecker und ich quälte mich unter die Dusche und in meine Klamotten. Mit dem festen Vorsatz, keinen Tropfen Alkohol zu trinken gingen wir dann also zu Blase. Wie soll ich es sagen, es hat gerade mal fünf Minuten gedauert, bis ich ein Bier und einen Schnaps vor mir stehen hatte. Es war Sonntag wohlgemerkt und ich mußte noch den Büttennachmittag überstehen. Aber ein Bier und ein Schnaps haben gereicht. Dafür haben mir die belegten Brote sehr geholfen. Der Büttennachmittag ging dann auch vorbei und ich muß zugeben, das ich froh war als ich endlich auf meinem Sofa lag und bei der Mumie eingeschlafen bin. Ich bin zu alt für den Scheiß

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Glashaus

26/01/2007

Wie der Titel schon erahnen lässt war das vergangene Wochenende nicht nur von der Werkstatt bestimmt. Aber ganz ohne geht es ja nun auch nicht. Aber wenn man dann nur am Freitag in die Werkstatt geht reicht das ja auch. Dabei muß hier mal anmerken, das ich eigentlich gar nichts machen wollte am Freitag, aber die hämischen Bemerkungen von Schnitzel ließ ich dann nicht auf mir sitzen und holte ihn um 2100 Uhr von zu Hause ab. Vorher gingen wir kurz in den Jugendraum, wo wir dann feststellen mußten, das Vollmer und Thomas schon gut getankt hatten. Sie hatten ja auch schon ein wenig Vorsprung. Also bereitete ich meinen Magen für ein paar weitere Bier vor. Kurze Zeit später kam dann noch der Morchel dazu, aber er wollte nichts trinken. Verrückt, war das erste Wort was mir zu dieser Reaktion eingefallen ist. Mittlerweile waren die Reste vom KCW Neujahrswandern auch aufgebraucht, doch die Leber verlangte nach mehr, also wurde auf bezahltes Bier umgestiegen. Gut, 0,50 € haben mich nun nicht wirklich umgebracht. Nachdem dann Tommes und Florian die Biege gemacht haben, weil sie dann doch eine wenig stramm waren, wurde es dann auch Zeit, das wir den Weg in die Werkstatt antraten. Netterweise fuhr uns Jennifer hin, denn bei den gefallen Temperaturen der letzten Tage, wären wir mit ziemlicher Sicherheit den Kältetod gestorben auf dem irrsinnig weiten Weg in die Werkstatt. Halt, jetzt hätte ich ja beinahe den Porno vergessen, der mal wieder von einem Geburtstag einer seiner Erzeuger gekommen war. Ich muß hier wohl nicht erwähnen, das er schon wieder leichte Klüsenbildung hatte, an der Stelle wo am Anfang des Abends noch seine Augen waren. Er maulte ein wenig rum und beschwerte sich über den Görtler, der mal wieder mit seiner Freundin nach Hause abgedampft war, aber nachdem er dann das erste Bier in der Hand hielt war auch schon wieder alles vergessen und die Öffnung worin die ganzen Getränke und das Essen auf unerklärlicherweise verschwindet sein Mund wellte sich leicht nach oben. Er ist wirklich leicht zufrieden zustellen. Gibt man ihm ein Bier freut er sich und bei einer Mischung (Was drin ist, ist egal. Kann auch Spiritus sein, Hauptsache es knallt) macht er Freudensprünge.

In der Werkstatt angekommen machte sich leichte Enttäuschung meinerseits breit, denn es war nicht wirklich was los. Was aber halb so schlimm war, denn Conny bediente denn wir hatten ja uns. Wem will ich was vor machen. Wir haben uns eine Sofa-Ecke gesichert und haben eine Flasche Wodka geordert, der auch gleich von Conny gebracht wurde. Wie ihr seht, hat auch wieder Conny bedient, was den Schnitzel gefreut hat, da er immer noch auf dem Dampfer ist, das es mit Conny und mir noch klappen könnte. Trotz klärender Worte meinerseits, das dieser Dampfer schon längst Kurs auf einen Eisberg gigantischen Ausmaßes genommen hat und nur noch die Enterprise auf einer Reise durch die Zeit, diesen Kurs noch ändern könnte, hält er standhaft daran fest. Er ist halt ein kleiner Romantiker, der meine (nicht vorgenommen) Vorsätze für das Jahr noch nicht gelesen hat. Auf jeden Fall gabs nur kurze Standard-Konversation mit Conny mehr aber auch nicht. Obwohl sie sich schon immer sehr freut, wenn sie mich sieht. Könnte aber auch an meinem lustigen Gesicht liegen.

Kurz bevor wir die Sofa-Ecke für uns erobert haben, trafen wir Kathrin, Heike und Busenwunder Kerstin. Die beschlossen dann sich zu uns zu gesellen und ein paar Mischungen mit uns mit zutrinken. Und schon sind wir beim Thema. Um das allgemeine Elend in der Werkstatt einigermaßen ertragen zu können muß man schon einiges getrunken haben oder aber sich dann mit Lichtgeschwindigkeit ein paar kühle alkoholische Getränke intravenös zu sich nehmen. Ich war am überlegen, ob ich nicht beim Bier bleiben sollte. Doch die Verlockung war groß, denn es wurde mal wieder eine Flasche Wodka geordert. Eine Wette hatte ich ja eh nicht mehr laufen und somit war ich ja aus der Pflicht. Um es kurz zu machen hat die Leber mit schlagenden Argumenten den internen Gewissenskonflikt klar gewonnen. Wenn wir ehrlich sind, hat sie auch immer die Oberhand. Irgendwann ist dann mein Gewissen am Ende mit seiner Argumentation und verliert stetig an Boden mit Argumenten wie: „Ach ja, Deine Mutter ist eine Kuh!“ Klar das man da einen schweren Stand hat. Ehe ich mich versah hatte ich auch schon meine Geldbörse (und das schreibe ich nicht, weil ich nicht weiß wie Portemonnaie geschrieben wird) in der Hand und gab mein Scherflein zur Flasche dazu. Ich Arsch. Ich sollte es doch besser wissen, das jedesmal wenn ich eine Flasche mit trinke es böse enden wird. Naja, dieses kurze interne Zwiegespräch zwischen meinem Gewissen (Ach ja, selber!) und meiner Leber (Überleg doch mal, was es für ein lustiger Abend werden kann, wenn wir jetzt schon mal mit Wodka anfangen. Außerdem bin ich eins der wichtigsten Organe in Pumpes Körper und wenn ich den Dienst einstelle können alle anderen nach Hause gehen!) wurde jäh unterbrochen, durch den Zufuhr von Wodka Red Bull. Damit war also auch dieser Abend gelaufen. Plötzlich wurde alles besser, die Leere die sich so langsam eingestellt hat wurde erträglicher und sogar die Anwesenheit des mittlerweile vollstrammen Pornos wurde kaum noch wahrgenommen.

Wie es denn dann nun mal so ist wollen die Mädels irgendwann mal tanzen gehen. Irgendwer muß ja die Stimmung vermiesen. Ein kurzer interner Check meines Alkoholpegels ergab lautes Gelächter der Jury, bestehend aus Leber, Milz und Nieren. Definitiv noch zu wenig, denn ich konnte noch klare Bilder sehen. Also mußte meine alte Fuß-Kriegs-Umknick-Lüge Ausrede Geschichte wieder herhalten. Entweder muß mein Promille-Pegel nahe dem zweistelligen Bereich sein oder die Frau muß schon umwerfend sein, wenn ich nüchtern tanzen gehe. Oder eine Kombination von Beiden, das ist dann auch der häufigste Fall. Aber wie schon gesagt, die Ausrede mit der Kriegsverletzung vom Kartoffelkrieg klappt meistens. Außerdem wollte ich keinen ernsthaft verletzen. Ich hatte die Schlagzeile schon vor Augen: „Panik in der Werkstatt! Bierpumpe war auf der Tanzfläche! Unzählige Verletzte! Schreckensbilder haben sich in den Köpfen fest gebrannt!“ Außerdem konnte man so die Abwesenheit der Damenwelt dazu nutzen mal ordentlich zu furzen die sanitären Einrichtungen aufzusuchen und den Harndrang nachzugeben. Leicht hinkend begab ich ich dann zum Klo um dort auf Schnitzel zu treffen, der in weiser Voraussicht schon vor den Tanzambitionen die Toilette aufgesucht hat. Schnitzel machte mich erstmal auf den fehlenden Handtuchspender aufmerksam, der wohl eine halbe Stunde vorher noch am Platz gewesen war. Leider kam die Info zu spät und ich hatte mir schon die Hände gewaschen. Nicht das ich jetzt explizit drauf geachtet habe, das da kein Handtuchspender an der Wand hängt wo jetzt nur noch ein heller Fleck zu sehen war. Ach, so sahen die Fliesen auf dem Klo mal aus. Ist ja interessant. Randalierende Jugendliche, gibt es was schlimmeres? Ich verstehe das nicht, warum die immer alles kaputt machen müßen. Man gut das ich früher nicht so war und das Eigentum von anderen Menschen respektiert habe. Wer lacht da? Da Schnitzel noch jemanden getroffen hat macht eich mich also alleine auf den Rückweg. Man gut das es recht leer war, sonst hätte ich unsere Sofaecke nie wieder gefunden. Auf dem Weg dorthin erhaschte ich noch schnell ein Lächeln von Conny, das mich so aus der Fassung brachte das ich gegen einen Hocker gelaufen bin, was sie noch mehr freute. Es könnte aber auch an dem abnehmenden Gleichgewichtsgefühl gelegen haben, das sich so langsam durch vermehrten Wodka-Konsum einstellte. Derart verwirrt nahm ich wieder Platz um dann festzustellen, das sich jemand neben mir niederließ, der gar nicht wie Schnitzel aussah, sondern viel besser. Eine kurze Musterung und ein Befragen der internen Datenbank identifizierte die Person als Kerstin. Und sie sprach mich an. Jetzt kommt eine knifflige Situation. Ich war noch verwirrt von dem Lächeln von Conny und saß nun neben einer hübschen Frau mit großen Brüsten, was die Situation noch verkomplizierte, die mit mir reden wollte. Was tun? Ah, die Lösung stand ja direkt vor mir. Mit einem beherzten Griff hatte ich auch schon das Glas mit der Mischung in der Hand und war nun etwas ruhiger und konnte an dem Gespräche teilnehmen. Wir unterhielten uns ein wenig über Zukunftspläne. Es bedarf einiges an Geschick, bei einer gut bestückten Frau, im Gespräch immer höflich zu bleiben. Jeder Mann wird mir bestätigen, das der Blick früher oder später immer zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen wandern wird. Manche Frauen fühlen sich dadurch geschmeichelt manche hauen einem Eine runter finden das nicht ganz so gut. Wobei ich mir bei Kerstin ziemlich sicher bin, das sie nichts dagegen hat. Aber ich war nicht unhöflich und habe immer Blickkontakt gehalten. Als Gentleman gehört sich das ja.

Porno hielt es derzeit für nötig die Augen nach Schwachstellen abzusuchen und schlief im Sessel ein. Doch der Arme hatte gar keine Zeit seinen Schönheitsschlaf zu genießen, denn er wurde von Vanessa und Kathrin mit hohen Gekreische geweckt. So möchte ich natürlich auch nicht geweckt werden. Die Mädels entschieden dann, das es für sie Zeit wurde nach Hause zu fahren. Kurz gesagt, Kerstin mußte am nächsten Tag arbeiten und ist gefahren. Die anderen sind dann mitgefahren um nicht mit dem Taxi zu fahren. Derart verlassen, trafen wir schnell die Entscheidung auch den Heimweg anzutreten. Die Flasche war leer, Porno war stramm und zu faul zum Laufen. Also nahem wir ein Taxi. In Wahrheit waren wir alle zu faul, aber man kann Porno immer so gut vorschieben. Wir dachten ja auch das wir unbemerkt an McDonalds vorbei kommen würden, aber wir haben den untrüglichen Riecher von Porno vergessen. Der nahm gleich die Fährte auf und dirigierte mit unmenschlichen Lauten, die mit viel Fantasie etwas wie „McDonalds! Hunger!“ bedeuten sollten, den Taxi-Fahrer zum Fast-Food-Riesen. Wenn man schon mal da ist, kann man sich ja auch noch ein belegtes Brötchen rein knallen. Denn der Bäcker hatte bestimmt noch nicht offen. Und vielleicht sollte ich da jetzt nicht mehr so oft hingehen, nach meiner Aktion von letzter Woche. Aber ich weiß echt nicht ob es peinlich war oder ob ich ganz friedliche war. Ich gehe jetzt mal davon aus, das ich friedlich war und die Damen hinter dem Tresen freundlich behandelt habe. Sonst hätten sie mich ja nicht so nett ausgelacht angelacht.
So seltsam es klingen mag, der Samstag fing ausgeschlafen an. Obwohl ich nicht sonderlich viel geschlafen habe, war ich putzmunter. Nach einer kleinen Denkpause, fiel mir dann auch der Grund dafür ein. Wodka Red Bull. Von dem Zeug ist man am nächsten Morgen immer munter wie ein frisch aufgezogener Brummkreisel. Einschlafen geht immer prima, nur bleibt man dann meistens nicht lange im Reich der Träume. Der Rückfall kommt dann meistens am späten Nachmittag, wenn die Muntermacher verbraucht sind. Aber ich fühlte mich gut vorbereitet auf den Glashaus-Abend. Vorher mußte ich aber dann doch noch ein wenig bei mir sauber machen, denn ich hatte ja Abends zu mir eingeladen. Ging aber schnell, denn der Kärcher ist schnell zur Hand da ich ja eh nichts dreckig mache. Abends kamen dann Sabrina, Christian und Morchel zu mir und wir glühten ein wenig vor. Die Anzahl der Pilse kann ich nicht mehr mit aller Sciherheit sagen, aber es waren so um die 6 Stück. Eine große Hürde ist immer das Aufbrechen. Man setzt sich eine Zeit zu dem man dann los will und trinkt kräftig darauf hin. Während man dann nun also an seinem fünften Bier zu Gange ist, rückt der Zeiger auf die Aufbruchszeit vor. Nun ist gutes Timing gefragt. Man muß genau so fertig werden, das man den letzten Schluck so weg haut, das man dann sofort los kann. Aber leider halten sich nicht alle dran und somit kann man die Abfahrtzeit hinauszögern. Man sieht das halb volle Glas der anderen und denkt sich, das man in der Zeit noch locker ein Pils schafft. Und das ist schneller aufgerissen, als die Fahrerin „Wir wollen doch jetzt los!“ sagen kann. Während dann die anderen ihr Getränk abgefertigt haben, sehen sie das ich noch ein blichen Bier über habe und es wird sich eine neue Mischung gemacht. Manchmal kann daraus ein sehr langer Abend werden. Aber wir haben uns dann doch zurück gehalten und die Abfahrt nur um eine halbe Stunde hinausgeschoben.

Die Ankunft im Glashaus war eigentlich wie immer. Kaum betritt man das Gebäude, sieht man überall hübsche Frauen. Doch irgendwann sind die Sinne überlastet und man gar nichts mehr aufnehmen. Oder aber andere wichtige Sinne werden abgestellt, Ressourcen schonen könnte man dazu sagen. Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich wieder mit offenen Mund durch das Glashaus gelaufen bin. Nach der Ankunft mußte jedenfalls erstmal alles abgeklappert werden, da wir wussten, das ein anderer Teil der Westeröder auch vor Ort war. Das Telefon konnte man vergessen, weil wahrscheinlich ein Handy-Störsender von der Al-Quaida irgendwo angebracht wurde oder aber in der Zone ist überall ein Funkloch. Also mußten wir uns auf das gute alte Karte-Kompaß umher streifen, bis man bekannte Gesichter sieht zurück greifen. Das dazu ein Streifzug durch sämtliche Discos des Glashauses gehört dürfte ja klar sein, denn beim ersten Mal findet man keinen. Was aber auch an den ganzen hübschen Frauen gelegen haben könnte oder an der beschlagenen Brille. Wenn ich mir vorstelle, das vor mir Sagen wir mal Görtler und eine für das Glashaus aufgestylte Frau vor mir stehen, würde ich eine ganze Stunde den Görtler gar nicht wahrnehmen. Auch wenn er komplett nackt wäre und mich mit Erdnüssen bewerfen würde. Nachdem dann aber die Sinne dann irgendwann in den Not-Aus gegangen sind, weil sie einfache überladen waren, fanden wir die ganzen Verrückten recht schnell. Nämlich im ehemaligen Krengeljäger. Ich glaube die Bude heißt jetzt Club Havana, ist aber dank des Umbaus scheiße geworden.

Nachdem dann die Baggage aus sicherer Entfernung geortet wurde, konnte ich mich an die Getränkeversorgung machen. Denn kurz nachdem ich wieder klar denken konnte, machte sich die Leber bemerkbar und signalisierte Biernot. Da ich einige mit Heineken-Flaschen rumlaufen gesehen habe, fiel die Wahl auf dieses Möglichkeit. Doch der erste Kontakt mit der Flasche war irgendwie seltsam. Sie lag ungewohnt leicht in der Hand und die Flasche war irgendwie wo klein. Nach dem ersten Schluck bemerkte ich dann den Aufdruck 0,25 l. Was soll denn das nun werden. Ist das für die Leute entwickelt worden, die zwar Bier trinken wollen, aber nicht gleich so viel auf einmal oder weil sie so langsam trinken steht das Bier schnell ab? Wenn ich Mini-Biere haben möchte die ich schnell in mich rein kippen kann, dann gehe ich auf das Schützenfest und haue mir die 2 Millisekunden Biere an eine x-beliebigen Bierbutze rein. Aber nicht aus der Flasche im Glashaus. Nach gefühlten drei Sekunden war dann die Flasche auch schon leer. Seltsam war, das die anderen erst nach meinem Hinweis darauf gekommen sind, das die Flaschen irgendwie kleiner waren. O-Ton Porno: „Und ich habe mich schon gewundert, warum ich heute so schnell trinken kann!“. Soviel dazu. Die nächste Runde bestand aus Becks. Leider war die Flasche golden, also mußte ich das nicht ganz so herbe Bier trinken. Wieder so ein Einfall von total verwirrten Produktdesignern, auf Vorschlag der Marketing-Affen. Aber der Bierkonsum meinerseits hielt nicht lange an, denn ich fand recht schnell heraus, das Havana Club extra groß im Endeffekt billiger war als das Bier. Die Umgewöhnung fand relativ schnell und unproblematisch. Und nach dem ich dann die dritte Mischung holte, erkannte mich die nette Bedienung schon wieder und holte gleich zwei neue Gläser hervor und füllte sie mit ein wenig mehr Havana und ein wenig weniger Cola. Sehr nett, wie ich bereits erwähnte. Zwei, höre ich da doch die aufmerksamen Leser schon wieder fragen. Ja, denn Morchel und ich haben immer im Wechsel geholt. Da fällt das dann nicht ganz so sehr auf, wie viel mal so weg knallt.

Die Standfläche im Club Havana war sehr beschissen bescheiden. Seit dem Umbau kann man nirgends mehr vernünftig stehen. Aber die Westeröder finden überall Platz, wenn nicht wird welcher gemacht. Görtler hatte als erstes mal wieder Bekanntschaft mit einer junge Dame gemacht, die er mir wie folgt vorstellte: „Das ist Uta aus Heiligenstadt und sie hat keinen Freund! >augenzwinker<“ Jawoll, plumper ging es nun gar nicht mehr. Ein kurzes Umblicken verriet mir das der Weg für den Rückzug frei war. Mit einem überraschten: „Huch, mein Glas ist ja schon wieder alle!“ ließ ich mich langsam zurückfallen. Sie sah nicht schlecht aus, aber die Aktion war mir dann doch ein wenig zu dämlich. Außerdem hatten meine Augen schon jemand anderen erspäht. Aber dazu später mehr. Zunächst wurde ordentlich getrunken und ordentlich heißt m 10 Minutentakt. Ab und zu mußte ich dann dem Morchel das Getränk auf die Tanzfläche bringen, weil ihn seine Füße irgendwie dorthin getragen haben. In der Zwischenzeit habe ich dann den Dirk getroffen, der mir mitteilte, das er Bescheid wüsste auf wen ich zur Zeit stehen würde. Verdammt, er muß meine geheime Akte beim BND gelesen haben. Dieser Dirk hat echt Beziehungen überall hin. Aber ich glaube er hat Recht. Er könnte es wirklich wissen. Er wusste es aber vorher schon. Also von daher, traf es mich jetzt nicht so sehr. Kurz nachdem ich mich dann mit ihm unterhalten habe riß es ihn auf die Tanzfläche. Und dann ging er ab wie ein Zäpfchen. Sein Kumpel der neben mir stand konnte es auch kaum fassen. Ich fragte ihn was Dirk denn genommen hatte, das er so über die Tanzfläche springen kann, aber er konnte mir auch keine Auskunft geben. Egal was es war, ich wollte es auch haben. Nun war es nicht so, das e die Tanzfläche einmal verlassen hat. Nein, er war die ganze Zeit drauf und verließ sie höchsten einmal um auf Toilette zu gehen. Sehr suspekt.

Nun ja, ich begnügte mich derweilen mit meiner Lieblingsbeschäftigung. Gläser leeren. Da Morchel immer noch auf der Tanzfläche war, händigte er mir seine Karte aus und ich machte mich auf den Weg zur Havana Theke, da die Bedienung Bescheid wusste dauerte es auch nicht lange, bis ich die Gläser gefüllt wieder in der Hand hielt. Komisch, nach kürzester Zeit wissen die Bedienung immer was ich will, wenn ich an die Theke gehe. Sollte mir das zu denken geben? Als ich dann zurück auf der Tanzfläche war, um Markus sein Getränk zu reichen (Nicht um zu tanzen, was denkt ihr von mir?) sah ich sie. Und sie sah mir direkt in Augen. Völlig perplex hört ich nur von ganz weit entfernt, das mein Kiefer langsam nach unten ging. Die frische Luft, die plötzlich in meinen Mund eindrang holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie hatte blonde Locken, war groß und hatte ein umwerfend hübsches Gesicht. Wie Rumpelstilzchen bin ich zu den Anderen zurückgesprungen Normal, wie es halt der Alkoholpegel erlaubte, ging ich zu den Anderen zurück und zeigte Christian, meinen Erstinformant, wenn es im schöne Frauen geht, die eben entdeckte Frau. Sein zufrieden nickendes Gesicht war Aussage genug. Was er sagte hörte ich eh nicht. Nicht weil ich schon wieder in Gedanken war, sondern weil die verdammte Musik so unglaublich laut war. Aber ich wollte nichts überstürzen, denn die (nicht vorhandenen) Vorsätze haben sich in mein Gehirn gebrannt. Viel mehr habe ich das so eingerichtet, indem ich sie mir 24 Stunden lang angesehen habe und mir daraus einen Bettüberzug gemacht habe. Aber sie sah verteufelt gut aus. Görtler, der ein Händchen zum Frauen ansprechen hat, fand dann heraus, das sie 32 Jahre wäre. Morchel tanzte auch noch mit einer Freundin von ihr, die auch von irgendwoher kannte. Und zwar vom dreißigsten Geburtstag von Tropse und Hölscher. Also von daher konnte die Altersangabe stimmen. Aber es blieb nur bei Blickkontakt. Zwar öfter und länger als ich anfänglich gedacht hatte, aber ich wollte ja eh nichts erreichen. Ein paar Tage später fragte ich dann Morchel nach dem Namen der Schönheit und der wusste mal wieder von gar nichts. Er konnte sich wohl ganz entfernt daran erinnern, das da eine Blonde mit Locken war, aber wie sie hieß wusste er auch nicht.

Themenwechsel. Porno schien in letzter Zeit Schlafprobleme zu haben, denn zu fortgeschrittener Stunde fielen ihm diesmal im Stehen am DJ Pult die Augen zu. Auf brutales sanftes Anrütteln, reagierte er erschrocken und verfing sich in zahllosen Ausreden. Und dann gibt es dann noch die ganz harten, die unbedingt bei 25,0 Promille auf eine nicht befestigte Box steigen und dann nach vorne umfallen müssen. Meine Chancen standen natürlich wieder so gut, das er genau auf mich gefallen wäre, wenn ein paar Umstehende und ich ihn nicht gehalten hätte. Klar, wenn da oben eine halbnackte, gut gebaute junge Dame gestanden hätte, wäre sie mit ziemlicher Sicherheit nicht auf mich gefallen. Vollstramme Säcke dagegen mit der Zielsicherheit von Scharfschützen. Das ist wie mit dem Ball im vollbesetzten Stadion.

Grandiose Tanzeinlagen gab es dann noch von Görtler und Philip, die sich nach vermehrten Konsum sehr hochprozentiger Getränke im Partnertanz versuchten. Sowas sieht man ja normalerweise nur bei Frauen, was ja auch einen gewissen Reiz hat, aber bei zwei Männern sieht es einfach nur ein ganz klein wenig schwul aus. Aber gekonnt waren die extra Stunteinlagen, in denen Görtler, Philip auf die Schulter nahm und sich einmal um die eigene Achse drehte. Danach hatten sie jedenfalls genügend Platz und die umstehenden dreckige Hosen. Ja, die Zwei wissen wie man sich Freunde macht. Aber auch Thomas war nicht untätig, der sich von einer gewissen junge Damen nicht abhalten ließ. Und Hartnäckigkeit macht sich ja bekanntlich bezahlt. Und am Ende hat er dann mit ihr getanzt. Wenn man dazu noch tanzen sagen konnte. Es sah auch aus wie strukeln zwischen ganz vielen Menschen. Meine Favoritin hat sich mittlerweile auf der gegenüberliegenden Seite an der Theke nieder gelassen. Blickkontakt bestand weiterhin.

Sabrina und Christian wollten dann den Heimweg antreten und fragten ob ich mitkommen würde. Christian wusste, das die Frage überflüssig war, aber er wollte wenigstens fragen. Sehr zuvorkommend, wie ich hier mal erwähnen möchte. Er nahm dann statt dem Morchel und mir Pablo und Kim mit. Kim, ist der kleine Cousin von Phlip und es ging ihm anscheinend nicht mehr ganz so gut. Sabrina machte ihn auf der Rückfahrt drauf aufmerksam, das er Bescheid sagen sollte, wenn er kotzen müsste, aber Worte sind ja Schall und Rauch. Pablo erzählte nur, das er erst ein wenig das Fenster aufgemacht hat und zum Schluß bei einer Ortsdurchfahrt mit dem Kopf aus dem Fenster gehangen hat und ein paar Getränke, die er im Glashaus zu sich genommen hat, den gleichen Weg wieder raus genommen haben, wie sie den Magen betreten haben. Sowas passiert. Ich möchte gar nicht wissen, wie vielen von meinen Lesern das auch so gegangen ist.

In der Zeit nach der Abfahrt von der ersten Fuhre passierte eigentlich nicht mehr viel. Morchel wollte noch einen ausgeben und stellte fest, das seine Karte voll war, also mußte meine nochmal dran glauben. Die war dann allerdings auch voll. Was den Morchel aber nicht davon abhielt, noch eine weitere Karte zu holen. Mir sollte es recht sein, aber ich bot ihm an, das wir uns die zweite Karte teilen werden. Wie viel da noch drauf gegangen ist, kann ich aber gar nicht mehr sagen, da Markus sie alleine bezahlt hat. Meinen Anteil hat er dankend abgelehnt. Trotz das die Blonde noch da war, traten wir dann auch den Aufbruch an. Es war dann aber auch schon 0515 Uhr und bei manchen rief das Bettchen schon aus vollen Halse. Ich sage nur Augenpflege-Porno. Doch einer fehlte noch. Der Thomas war vom Erdboden verschwunden. Also brachen wir zu einer Suchaktion auf und verteilten uns im größtmöglichen Radius im Glashaus. Eine sehr gute Idee, wenn man gleich den Heimweg antreten will und kein Handy funktioniert. Ich nutze die Gelegenheit und besuchte die sanitäre Einrichtung. Nachdem ich also meiner Blase, die verdiente Entleerung gönnte, hörte ich vom Flur eine mir bekannte Stimme laut und deutlich „Thomas“ rufen. Erst wurde sie lauter, dann wieder leiser und dann kam sie auf die Toilette und rief weiterhin aus voller Kehle. Morchel schien sehr besorgt um seinen Bruder gewesen zu sein. Er hätte auch genauso gut einen Glocke mitnehmen könne und als Ausrufer tätig werden. Er kam also rein mit Thomas-Rufen, guckte in die Pinkelbecken, auf das Geschäft-2-Abteil und ging dann wieder raus. Da ich glücklicherweise fertig war half ich ihm und wir fanden dann den Thomas in der hintersten Ecke des Glashaus. Er befand sich gerade im Nahkampf mit einer gewissen jungen Dame, die er kurz vorher auf der Tanzfläche genötigt hat mit ihm zu tanzen kennen gelernt hat.

Das Bezahlen geht zu solchen frühen Morgenstunden immer recht problemlos und schnell. Und wenn treffe ich an der Kasse wieder? Die Blonde, die mir dann zum Abschied noch ein Lächeln schenkte. So kann man dann doch auch gut nach Hause fahren. Ein Gespräch hat sich leider nicht mehr ergeben, da die bauliche Substanz des Glashauses es nicht zu ließ. Will sagen, trotz des Blickkontakts, waren wir zu weit voneinander entfernt, als das ein Gespräch ohne Megafon Sinn gemacht hätte.

Das Taxi war schnell organisiert. Görtler stieg dann in Teistungen, bei seiner Freundin aus und bis dahin verlief die Fahrt auch recht normal. Ein paar waren schon im Koma und ein paar waren noch wach. Nun wurde nochmals von mir daran erinnert, da einer wach bleiben müsste um dem Taxifahrer Bescheid zu geben, wann er anhalten muß. Ich glaube die Automatik hat gerade in den zweiten Gang geschaltet, als alle im Taxi eingeschlafen waren. Doch der Mann wusste Bescheid und hat uns dann beim Bäcker geweckt. Patenter Kerl. Schnell bezahlt und ab gings Richtung Bett. Da Philip und ich den gleichen Heimweg hatten, gingen wir dann durch die Gasse. Dort wollte Philip und ich noch den Gulli Deckel von seinem Onkel klauen, aber ich habe ihn davon abgehalten. Wie man munkelt hätten wir dann noch vor Philips Haus rumgeschrien, weil sein Vater schon wach war. Gerechterweise hat dann Philip noch einen Anschiß bekommen und ich bin friedlich nach Hause gegangen und habe mich ohne weiter Zwischenfälle ins Bett gelegt.

Nein, das kann ich nicht so stehen lassen. Das schlechte Gewissen würde mich wie das klopfende Herz in den Wahnsinn treiben. Wie ich später erfahren mußte habe ich wieder mal bei Friede auf den Anrufbeantworter englische Nachrichten hinterlassen. Und der Hauptpunkt meines Monolog muß wohl die blondgelockte Dame aus dem Glashaus gewesen sein. Und Yvonne Catterfeld. Ich hasse mein Handy!


Stellungnahme

18/01/2007

Zu meiner allgemeinen Überraschung hat mein Eintrag „Gute Vorsätze“ ein paar Wellen, in Form von Zuschriften, geschlagen. Und da ich ja positiv überrascht bin wer so alles an mich denkt und wer sich so alles Sorgen um mich macht, dachte ich eine Stellungnahme wäre hier vielleicht angebracht, um zu zeigen, das alles gar nicht so schlimm ist, wie es aussieht.

Der erste Punkt „Eine Freundin finden“ war der umstrittene Punkt und ich darf jetzt erstmal feststellen, das ich keineswegs der Damenwelt abgeschworen habe. Auch werde ich nicht ins Kloster gehen oder „auf das andere Ufer wechseln“. Was das auch immer bedeuten mag. Obwohl der Gedanke mit dem Kloster wäre ja schon verlockend. Natürlich würde ich nicht in so ein Selbstgeißelungskloster gehen, wo man den ganzen Tag beten und arbeiten muß und sich dann abends als Belohnung selber ein paar mit der Siebenschwänzigen-Katze überziehen darf. Es gibt da ja noch so andere Klöster, wo im Keller ganz große Fässer mit ganz leckerem Bier stehen. Da könnte ich mir durchaus Vorstellen ein Gelübde abzugeben und in Zukunft als Bruder Pumpe durch die Gegend zu strukeln laufen. Aber kommen wir zum eigentlich Anliegen des Eintrags. Warum habe ich den oben genannten Punkt aufgeschrieben?

Ich könnte jetzt hier eine Liste hinschreiben mit dem Namen aller Mädels in die ich je verknallt und schlimmeres war, seit ich mich für Mädchen interessiere. Aber das werde ich nicht machen. Nicht wegen dem Datenschutz, der ist mir eh egal. Aber weil ich weiß, das einige der Damen hier mitlesen und vielleicht würden sie sich wundern, das sie auf der Liste stehen. Außerdem wäre mir das irrsinnig peinlich, wenn ich die Damen dann das nächste Mal treffen würde. Mir ist es ja jetzt schon peinlich, wenn eine der aufgelisteten Damen zu mir sagt, das sie mein weblog liest. Spätestens ab da kann ich mir sämtliche Chancen abschreiben.

Ich könnte jetzt auch eine nette Geschichte erfinden, von dem ersten Mädchen von dem ich was wollte. Ich war damals in der 6. Klasse, also ungefähr (6 hin, 2 im Sinn, 3 runter holen, geteilt durch die HektoLiter Bier die ich seit dem getrunken habe kommen ich auf: ) 11 Jahre alt und schrieb zum Ende der 6. Klasse ihr einen glühenden Liebesbrief. Kommunikation war damals schon nicht so meine Stärke. Sie nahm den Brief las ihn, lachte laut aus, ging damit zum Rektor, der ihn daraufhin über das Schullautsprechersystem verlas und anschließend meinen Namen, Adresse, Name meiner Katze, Schuhgröße und mein Lieblingsnachtisch preisgab. Kurz gesagt, sie hat mein Herz aus der Brust gerissen und hat es in den Aktenvernichter gesteckt. Danach konnte ich nie wieder mit einer Frau reden, sondern war immer nur unglücklich verliebt. Damit wäre ich zwar fein raus, aber das würde ja nicht stimmen. Die Sache mit dem Brief stimmt zwar, aber sie hat sich sehr darüber gefreut, mich aber trotzdem abblitzen lassen, weil sie in jemand anderen verliebt war (ich glaube das war damals Thomas „Icke“ Häßler), mich aber als guten Freund behalten wollte. Das war ein Spruch mit dem ich damals wirklich noch gut klar kam. Denn damals war er wirklich noch neu!
Dann kam eine Zeit die man so als Übergangsphase bezeichnen konnte und mit Mädels war nicht richtig viel los, vielmehr stand die damalige immer noch an Position eins meiner Liste. Dann gab es die schicksalhafte Wendung in meinem Leben und ich lernte das Bier kennen. Trotz der Erzählungen der Älteren, das man mit Alkohol viel besser die Frauen beeindrucken kann und vor allem viel lockerer mit ihnen umgehen konnte, hat das bei mir nie so richtig funktioniert. Ich trank und war immer noch schüchtern. Also trank ich weiter, bis mir dann die Mädels egal war. Und am nächsten Tag habe ich mich geärgert und vorgenommen, das es beim nächsten Mal besser laufen sollte. Und auch damals war ich nicht konsequent genug und jedes Wochenende sah ähnlich aus. Ich will hier aber nicht ausschweifen.

Ich wurde älter und meine Liste mit den Begehrenswerten wurde immer länger. Nicht das ihr jetzt denkt die Liste geht ins Unendliche. Sie ist immer noch sehr übersichtlich, denn wenn ich mir schon mal ein Mädchen aussuche, dann ist es schon eine ganz spezielle und die ist nicht schon wieder eine Woche später vergessen. Der richtige Erfolg, wo ich dann wirklich mit meiner damaligen Top 1 zusammen gekommen bin stellte sich erst während meines Studiums in Wilhelmshaven ein. Aber darüber möchte ich hier nicht schreiben, denn die Geschichte hat definitiv kein Happy End und wir wollen ja hier ein lustiges Logbuch lesen!
Seit dem sind ein paar weitere auf meine Liste gekommen und es gab einige Fluktuationen in der Rangliste. Ja, manche Mädels kommen immer mal wieder, weil ich einfach eine Schwäche für sie habe (Insider wissen wovon ich hier rede und ich hoffe glaube das ist nur ein Insider, der zur Zeit in Fulda wohnt). Und vor allem gingen dann die Wochenenden wieder los, wo man wieder nichts gewagt hat und sich am nächsten morgen geärgert hat.

Und genau auf dieses Ärgern habe ich keine Lust mehr. Das macht einem den ganzen Tag kaputt und ich ärger mich unter der Woche schon über genügend Dinge (jedenfalls seit dem ich arbeite), daß das nicht auch noch am Wochenende sein muß. Daher der Entschluß, mich nicht mehr verrückt zu machen, wenn eine hübsche, mich optisch ansprechende Frau den Raum betritt. Ich traue mich ja meistens eh nicht sie anzusprechen, geschweige denn sie „klar zu machen“. Daher lasse ich das ganze und habe kein Streß und ein längeres Leben. Vielleicht. Ich habe aber nicht gesagt, das ich keine Beziehung mehr haben will. Wenn sich was entwickelt sollte, in irgendeiner Art und Weise, dann werde ich bestimmt der Letzte sein, der aus irgendeinem Grund, der vielleicht am Anfang des Jahres in einem saublöden weblog eingetragen wurde, die ganze Sache im Sand verlaufen lassen würde.

Jetzt habe ich irgendwie den Faden verloren. Naja, danke an Alle die mir geschrieben haben und sich Sorgen um mich gemacht haben. Hier nochmal die Kernaussage, die ich vielleicht nicht ganz getroffen habe:

  • ich werde kein Mönch, trinke aber weiterhin Bier
  • ich bin immer noch an Frauen interessiert
  • ich werde nicht auf Biegen und Brechen eine Frau ansprechen
  • wenn was passiert, dann passiert es, kein forcieren mehr

Ein ruhiges Wochenende (war es nicht!)

17/01/2007

Freitag. Das Jahr ist nun 12 Tage alt und die erste Jahreshauptversammlung steht an. In diesem Falle hatte der Schützenverein geladen. Nun muß man abwägen ob man da hin geht oder nicht. Vorteile wären eindeutig das Bier, welches aber dort verkauft wird, wobei es bei anderen Veranstaltungen gleicher Art umsonst über den Tresen geht. Da ich mich aber schon mit dem Günner verabredet hatte und der Vollmer mich mit einem Bier lockte, wurde meine tiefsinnige und wirklich nicht einfache Entscheidungsfindung überrumpelt. Nachdem klar war, das wir uns vorher bei Florian auf ein Pils treffen, traten alle anderen Pläne in den Hintergrund. Auf der anderen Seite hatte Schnitzel vorgeschlagen, nicht zur JHV zu gehen und dafür irgendwo vor zutrinken und dann in die Werkstatt. Die Örtlichkeit war aber noch nicht festgelegt und auch die Frage des Getränks fiel eher in Richtung Wodka-Red-Bull aus. Wodka-Red-Bull = Totalausfall einiger kommunikativen Organe. Und das wollte ich ja nun verhindern und noch einigermaßen ansprechbar in die Werkstatt gehen. Selbst das war schon klar, da mich der Porno schon frühzeitig mit Terror-SMS folterte, das wir ihn auf keinen Fall vergessen sollten, wenn wir heute abend noch weiter Aktionen starten sollten. Er wäre zwar bei seinem Vater auf dem Geburtstag, aber dort könnte er sich schnell losreißen und könnte sogar noch den Schmierpopel mitbringen. Gut, die letzte Information war dann eher abschreckend, aber Schmierpopel wäre auch ungefragt mitgekommen. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Erstmal wurde in Florians Wohnung eingerückt und das kühle Pils verlangt. Man sollte meinen das man im Reich eines der Vorsitzenden des Krombacher Clubs Westerode ein cremiges Krombacher von einer barbusigen Dameserviert bekommt, aber Pustekuchen. Da drückt mir der Florian mit einem schelmischen Grinsen ein Nörten-Hardenberger in die Hand (5,99 € die Kiste beim Getränkemarkt um die Ecke). Ich hatte ja nun fast erwartet, das er sich dennoch ein Krombacher rein drückt und für die gammeligen Gäste gibt es dann das Billig-Bier, aber er besann sich seiner Manieren und trank die selbe Brühe. Aber ich will mich ja nicht beschweren, immerhin war ich dort Gast und war ja dankbar für die Erfrischung. Der Weg von zu Hause ist aber auch unglaublich weit und sehr trocken. Fräulein Rottenmeier, mein Lieblingshamster hat ihren Käfig in Patrizias und Florians Wohnzimmer auch wieder bezogen. Doch leider war sie nicht draußen. Kräftiges Rütteln am Käfig Sanfte Lockrufe meinerseits brachten sie aber auch nicht zum Vorschein. Patrizia meinte ich solle sie schlafen lassen, denn jedes Mal wenn man einen Hamster weckt, dann verkürzt sich seine Lebenszeit. Hört sich ja ein wenig von ganz weit hinter den sieben Bergen her geholt an, aber die Hausherrin hat gesprochen. Florian hingegen ermunterte mich, den Hamster doch weiterhin wach zu machen. Ich vermute mal, er besorgt sich jetzt entweder ein Schlagzeug oder zwei große Becken, baut das ganze Geraffel neben dem Käfig auf und übt immer dann fleißig, wenn sich Fräulein Rottenmeier zum Schönheitsschlaf hinlegt. Die Biere gingen zur Neige und wir mußten auch aufbrechen, denn die Versammlung wartet bestimmt nicht auf uns, weil wir noch ein vorzügliches ekelerregendes weiteres Nörten-Hardenberger trinken wollten. Dank meiner guten Kinderstube zwang ich die anderen die Flaschen noch weg zu räumen und auf gings.

Die Ankunft im Schützenhaus sah ungefähr folgendermaßen aus. Wir trafen ein und begrüßten den Großteil der Leute. Schnell wurden die Plätze gesichert, doch um auch sicher zu gehen, das der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen war bestellte Günner gleich beim Betreten drei Pils. Weiter gings also mit Hasseröder. Mein Hirn machte schon schelmische Bemerkungen über die Kopfschmerzen die mich am nächsten Morgen erwarten werden. Aber wer Spaß haben will muß am nächsten Tag meistens leiden. Die Plätze die wir uns sicherten waren auch recht angenehm. Weit weg vom Geschehen, sehr Thekennah und nette Tischnachbarinnen. Hüfte hielt gleich einen Platz für mich frei und somit konnte der Abend starten. Links Hüfte (Mmmmh) und links Günner (Hm, da ist dann wenigstens für Biernachschub gesorgt). Über die Versammlung will ich hier aber nicht viel Worte verlieren, denn Versammlungen sind meistens nie sehr spannend. Es sei nur kurz erwähnt, das unser feiner Herr Ortsbrandmeister eine große silberne Eichel geschossen hat. Wer lacht da? Gut, ich habe auch gelacht. Allerdings unfreiwillig, vielleicht lag es ja auch am fortgeschrittenen Bierkonsum. Denn als ich die Neuigkeit hörte fragte ich mich eigentlich wie er das geschafft hat, da er ja sonst nicht sehr zielsicher ist. Vielleicht hat er den Krempel ja auch mit seinen Krücken abgeworfen. Als die Versammlung dann geschlossen wurde, löste sie sich auch relativ fix auf. Ich glaube ich hatte dann auch 12 Bier auf meinem Deckel stehen und konnte mich auf zu neuen Taten machen. Praktischerweise wollte uns Maren noch in die Werkstatt fahren. Nach und nach, wie halt die Leute in ihr Auto rein passen würde. Unglücklicherweise erreichte mich während des Fußmarsches (damit sie nicht so weit fahren mußte) ein Anruf von Porno. Dabei hatte der Abend doch gut angefangen. Er würde jetzt beim Schmierigen „einrücken“ (O-Ton) und da soll ich dann hinkommen um den „Einmarsch“ (wieder O-Ton) in die Werkstatt anzugehen. Bei Schmieri würde es auch Havana Club geben. Ein leises Knacken in meinem Hirn ließ mich vermuten, das so eben eine wichtige Sicherung raus gesprungen ist. Wie von selbst hörte ich mich sagen, das ich gleich da sein werde und für mich schon mal eine Mischung angerichtet werden könnte. Das war es dann ja wohl.

Beim Schmierigen war der Empfang alles andere als herzlich, wie immer. Und die Flasche Havana stand schon angerichtet auf dem Tisch. Porno und Schmierpopel hielten sich der weilen an Wodka Red Bull gütlich. Gut für mich, denn dann reicht der Havana länger. Ich war ja eigentlich auch der Meinung, das ich allerhöchstens ein oder zwei Mischungen getrunken habe. Aber nach Berichten von Samstag und Sonntag muß ich mir dann doch eine dreiviertel Falsche rein geknüppelt haben. So wie sich der weitere Abend entwickelt hat könnte das sogar der Wahrheit entsprechen. Aber der Reihe nach. Die erste Mischung servierte der Popel selbst gemixt. Und sie schmeckte wie ich am nächsten Tag aus dem Spiegel guckte: Wie ein Schlag ins Gesicht. Gott, hat dieser Mann noch irgendwelche feinmotorischen Fähigkeiten und kann nur eine normale Portion Schnaps ins Glas schütten und nicht zu 80 Prozent das Glas füllen und dann einen Tropfen Cola hinzugeben. Die erste Mischung war also unten und die zweite machte ich mir dann vorsichtshalber selber. Schmeckte aber auch nicht viel besser. Anders gesagt. Der erste Versuch kitzelte nicht mal meine Geschmacksnerven, da sie durch den ersten Versuch abgestorben waren. Also mußte mehr Havana rein. Und so ging das eine Zeit lang weiter, bis wir in die Werkstatt gefahren sind. Allerdings nur noch Porno und ich. Aber die Sachen die in der Zwischenzeit passiert sind will ich hier ja nicht unter den Tisch fallen lassen. Schmieri hat erstmal schön seine Frau angemacht, warum sie denn sein „teures Red Bull saufen würde?“ Das würde er doch für den Wodka brauchen. Als Gegenleistung hat er sich dann auf die Lehne von der Couch gesetzt. Nicht so schlimm meint ihr? Anja warnte ihn vorher sich dort nicht hin zusetzten, da sie sonst kaputt gehen würde. Schmieri winkte ab, machte einen altklugen Spruch und setzte sich hin. Ein lautes Krachen, ein dummes Gesicht, zwei lachende Gesichter und ein verärgertes Gesicht waren die Folge. Dreimal darf man nun raten zu wem welches Gesicht gehört hat. Und dann gab es noch ein weiteres Kapitel von meiner großen Klappe. Ich glaube dafür kann ich bald ein eigenes weblog aufmachen. Popel hat ja vor bei irgendeiner hammerkranken Veranstaltung mit zumachen, bei der man mit einem Bobby-Ccar einen Berg runter ballert und versucht sich so viel unbekannte Knochen wie möglich zu brechen. Ich weiß nicht woran es lag, an meinem Wahnsinn, am Havana oder an der Lust sich vor möglichst vielen Leuten zum Ei zu machen. Jedenfalls bin ich nun auch dabei und fahre das klassische rote Bobby-Car. Der verrückte Schmierpopel hat nämlich mehrere Farben zur Auswahl. Warum gerate ich immer an die Verrückten und gehe dann auch noch auf ihre Vorschläge ein? Falls ich dann irgendwann zu meinem letzten Ritt antreten werde, werde ich das frühzeitig auf diesem weblog bekannt geben. Die Adresse für die Trauerkarten wird dann auch hier irgendwo stehen. Statt Kränze bitte ich um Bierspenden an den KCW.

Eigentlich könnte ich den Bericht an dieser Stelle beenden, denn an so richtig viel kann ich mich nicht mehr erinnern, was so alles in der Werkstatt vorgefallen ist. Aber ich schreibe mal das nieder, was ich noch so weißt. Bei der Ankunft habe ich Ingo getroffen. So, das wars. Na gut, nicht ganz. Irgendwie waren die anderen Westeröder nur sehr spärlich gesäht. Ich kann mich noch dunkel an Hüfte erinnern und wie Porno versuchte neben ihr zu sitzen. Der Versuch bestand darin, das er wohl seinen Hinterteil auf der Sofalehne platzieren konnte, aber der Oberkörper wollte irgendetwas anderes machen und erinnerte ein wenig an einen taumelnden Brummkreisel. Hüfte machte einen sehr ängstlichen Gesichtsausdruck, verständlicherweise. Irgendwann habe ich dann Schnitzel und Philip entdeckt, die gerade von McDonalds gekommen waren. Aber so viel habe ich mich mit denen auch nicht unterhalten. Ich war noch ein paar Mal bei Ingo und seinen Kollegen und hatte auch was zu trinken in der Hand. Wie es denn nun mal kommen muß landete ich gegen 0230 Uhr an der Theke und traf dort Marlen und unterhielt mich ein wenig mit ihr. Zwischendurch sind alle anderen abgehauen und ich bleib weiterhin mit Marlen an der Theke sitzen. Beim nächsten Blick auf die Uhr zeigte der kleine Zeiger auf die fünf und der große wollte einfach nicht still halten. Mit dem Hintergedanken, das ich ja in 4,5 Stunden aufstehen muß, um mit der Jugendfeuerwehr Tannenbäume einzusammeln. Trat ich den Heimweg an. Wie mir Ingo später berichtete, hat er mich wohl gefragt, ob ich mit wolle, aber ich hätte dankend abgelehnt. Passt ja so gar nicht zu mir! Es muß wohl so gegen 0552 Uhr gewesen sein als ich im Bett gelegen habe. Denn das war die Uhrzeit, bei der ich bei Friede angerufen habe. Verdammt, mein neuer Handyvertrag bricht mir noch mal das Genick.

0824 Uhr, das Handy klingelt und ich fühlte mich als wäre ich erst vor zwei Stunden ins Bett gegangen. Dran war ein Jugendfeuerwehrmitglied, der wissen wollte, ob er heute seine Feuerwehrsachen anziehen sollte. Nachdem ich ihn zusammengefaltet habe Freundlich, wie es nun mal meine Art ist, teilte ich ihm mit, das er ruhig alte Sachen anziehen könne. Und schon war ich auch am Feuerwehrhaus und wartete auf Schnitzel, der mir ja am Vorabend mehrmals angedroht hat, das er nicht fahren würde. Aber das hätte er eh nicht gemacht. Also kam er ein wenig später und mit einiger Verzögerung ging es dann los. Warum ich das alles schreibe, weil es da mal wieder einen Zwischenfall am Bäcker gegeben hat. Ich bin halt neben dem Wagen hergelaufen und als wir dann beim Bäcker waren riskierte ich einen Blick hinein. Mein Blick bleib unwillkürlich an der Verkäuferin hängen. Ihr Gesicht kam mir irgendwie bekannt vor. Und die zweite Verkäuferin auch. Beide waren „so um mein Alter rum“, vielleicht kannte ich sie von irgendwelchen Parties. Doch halt. Eine kleine Erinnerung löste sich aus dem Bermuda-Dreieck in meinem Hirn, wo ein paar Erinnerungen in der letzten Nacht hin verschwunden waren und traf mich wie ein Hammerschlag. Als ich heute morgen durch Westerode gegangen bin, plagte mich ein klitzekleines Hungergefühl. McDonalds war schon vorbei, da blieb dann nur noch der Bäcker. Und nun wusste ich auch woher ich die hübsche, junge Dame kannte, die mich in eben gerade diesem Moment auslachte anlächelte. Sie war es die mir in meiner großen Not half und mir zwei Käsebrötchen verkaufte. Da sie sich sehr freute mich wiederzusehen, konnte ich davon ausgehen, das sie mich wieder erkannt hatte. Da ich von draußen in den Laden rein guckte (Also ich stand jetzt nicht vor der Scheibe und presste meinen Kopf dagegen und machte obzöne Gesten mit der Hand. Ich stand schon noch so fünf Meter von der Scheibe weg) hörte ich natürlich nicht was sie zu ihrer ebenso hübschen Kollegin sagte, als sie sie an stieß und nach draußen auf mich zeigte. Jedenfalls muß ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Denn nun freuten sich beide Mädels mich wiederzusehen. Mir war es in dem Moment nicht ganz so angenehm. Mein Kopf nahm urplötzlich eine Farbe an, die man am besten als RAL 3024 beschreiben kann. Mit schnellen Schritten ging ich weiter. Die letzte Tour ging dann durch den Kirchweg, wo ich zunächst einmal den Schmierigen weckte. Der hatte doch die Unverfrorenheit um 1124 Uhr auf dem Sofa, welches noch heile war, zu schlafen. So geht das nicht. Wach gemacht, Scheiße gelabert und zurück zu den anderen. So war der Plan, doch Gojo lauerte mir auf dem Rückweg auf und überredete mich zu einer Falsche Bier. Um die Ecke kam er dann mit einem halben Liter Krombacher. Oh mein Gott und ich wollte doch heute nochmal nüchtern werden. Dafür habe ich auch extra lange für die Flasche gebraucht. Tummelten sich doch im Magen nur ein paar Käsebrötchenreste. Die aber bald Gesellschaft bekamen durch ein solides Mittagessen. Abends wollte ich dann ja eigentlich noch zum Tennishaus, denn da feierte die Hallentuniermannschaft den zweiten Platz, aber dank meines mehr als miserablen Zeitmanagement habe ich es dann nur zu Christian geschafft. Eigentlich wollten wir ja noch was starten, aber Christian und Sabrina waren dann zu müde. Am Anfang war ja nur Christian müde und als er sagte er wolle sich nach der ersten Mischung gleich umziehen und dann beim Beginn der dritten Mischung immer noch um Trainingsanzug auf dem Sofa lag, war mir irgendwie klar, das heute Abend nicht mehr viel ging. Um 0000 Uhr machte ich mich dann nach ein paar sehr leckeren Bacardi-Cola auf den Heimweg, denn mein fehlender Schönheitsschlaf machte sich bemerkbar.

Ich telefonierte nochmal kurz mit dem Porno, um ihm mitzuteilen, das ich aus der abendlichen Planung draußen war und dann wollte ich mich ins Bett legen. Falsch gedacht. Porno überredete mich dann nochmal zum Sängerball zu gehen. Außerdem erinnerte er mich an das Versprechen, das Schmierpopel einen Abend vorher gegeben hat. Er wolle jedem ein Bier ausgeben, der mit ihm zu späterer Stunde zum Sängerball geht. Er rechnete mit ca. 40 Leuten. Wenn also nur Porno und ich da aufschlagen, sind das grob gerechnet 20 Bier für jeden. Juchuuu. Das Schicksal wollte es also, das wir uns dann mit dem Schmierpopel und seinen Gästen aus Bremen, Michele und Andre, vor der Mehrzweckhalle. Der Altersdurchschnitt sank rapide ab, als wir 6 Leutchen den Raum betraten. Und der Platz an einem Tisch war schnell gefunden. Doch so richtig wollte das Bier nicht rein laufen. Könnte vielleicht an dem vorher getrunken Bacardi gelegen haben. Denn der Drang zur Toilette bleib irgendwie aus. Aber er wurde schnell forciert, als der Alleinunterhalter die erste Polonaise anstimmte. Als sich dann die erste Schlange zwischen den Stuhlreihen durch drängte wuchs mein Verlangen meine Blase zu entleeren ins unermessliche. Schließlich kann ja keiner von einem verlangen, mit voller Blase Polonaise zu machen. Auf dem Flur war also das Safe House, was von Andre auch schnell festgestellt wurde. Er schaute uns mit wissenden Augen an und verstand nun unsere blitzartige Flucht. Als dann der Mega-Polonaisen-Medley nach 20 Minuten vorbei war, schmeckte auch das Bier mal wieder. Doch Porno, Schmieri und Andre (die letzten Beiden kamen übrigens gerade von einem zwei Stunden Menu beim Chinesen) entdeckten die Brötchen für sich und hauten sich unzählige belegte Brötchen rein. Eine Heuschreckenplage, war ein Kindergeburtstag dagegen.

Nachdem dann Schnitzel und Thomas Bee auch ihren Dienst hinter der Theke verrichtet hatten, wurden die Rufe laut, doch mal in der Werkstatt vorbei zu fahren. Unter uns gesagt, zeigte die Uhr schon 0300 Uhr. Aber wir lassen uns nicht schocken und Andre und Michele wollten ja die Werkstatt kennen lernen, von der sie ja schon so viel gehört haben an dem Abend. Schmieri wäre wohl am liebsten nach Hause gefahren, aber mit einem munteren „Wartet nur ab wenn wir das nächste Mal in Bremen sind. Da gehen wir nicht vor 0600 Uhr ins Bett!“ auf den Lippen gings dann in die Werkstatt. Dort ließ der Schmieri erstmal eine Flasche Wodka springen. Ich finde er sollte öfter Leute einladen und dann mit denen in die Werker gehen und dort auf dicke Hose machen und jedes Mal die Getränke spendieren. Andre wurde dann erstmal der Wodka Red Bull nahe gebracht, inklusive Erklärung der Nebenwirkungen. „Also, wenn morgen früh dein Herz wie der Motor von einem Lamborghini Diabolo rennt, dann mach Dir keine Gedanken. Spätestens Montag ist das wieder vorbei und das trainiert den Herzmuskel!“ Andre machte uns dann erstmal das fünf Tage Rennen in Bremen schmackhaft. Flirten, Fummeln, Feiern. So waren seine Worte. Die ersten beiden Aktivitäten sehe ich mal als nette Dreingabe, aber der letzte Punkt interessierte mich sehr. Wäre ja mal eine Option. Die erste Flasche war alle und für die zweite legten wir dann nochmal zusammen. Allerdings interessierte das den Schmieri und den Andre herzlich wenig, denn die spielten Billard. Geht besonders gut auf dem hochwertigen Tisch in der Werkstatt. Naja, jeder wie er halt am meisten Spaß hat. Da aber nicht sonderlich viel los war in der Werker, traten wir die zweite Falsche auch schnell in den Arsch und gingen friedlich nach Hause. Nein, ich soll nicht lügen. Die Uhr rückte auf die fünf vor und wir wurden gebeten nach Hause zu gehen. Aber die Flasche wollten wir noch aus trinken und hauten dann die letzten beiden Mischungen auf Ex weg. Hilft ja nichts. Draußen regnete es Tropfen in der Größe von Golfbällen. Dann rammte mich noch eine junge Dame, die leicht den sicheren Stand verloren hatte. Aber sie entschuldigte sich gleich. Wäre sie nicht gegen mich gelaufen wäre sie bestimmt erst an der Bordsteinkante der anderen Straßenseite zum stehen gekommen. Schmieri, seine Frau und deren Gäste zogen es dann vor zu Fuß zu gehen. Ich sage ja das der Popel verrückt ist. Wir nahmen uns ein Taxi und kamen einigermaßen trocken nach Hause. Das Hungergefühl konnte aber nicht bei McDonalds gestillt werden, da sie schon zu hatten. Also rückten wir nochmal in den Jugendraum ein, dort waren noch eiserne Vörrate aus dem vorherigen Jahrhundert. Die Öffnung der begehrten Würstchendose, die 10 schmackhafte Pimmel Würstchen im Saitling (Wer denkt sich denn solche Namen aus?) stellte ich allerdings als Herausforderung raus. Unter Zuhilfenahme von Grillzange, Hammer, Porno und Thomas Bee wurde sie dann geöffnet und die Würstchen (verletzte und unverletzte) wurden stilecht auf einem Teller-ähnlichen Objekt serviert. Da Porno gerne mal seine Anfälle bekommt, wollte er probieren, die Würstchen, die die Öffnung nicht unbeschadet überstanden haben. Durch das offenen Fenster zu entsorgen. Leider stimmte die Hand-Augen-Koordination nicht mehr ganz so gut und das Würstchen schlug klatschend an die Scheibe. Beim Aufstehen flog er dann noch mal vom Sofa und als er dann endlich vor dem Fenster stand warf er den armen Stummel nochmals vor das Fenster, welches sich nur wenige cm neben dem offenen Fenster befand. Beim dritten Versuch klappte es dann. Und ich habe Video Beweise!

0615 Uhr mein Bett hatte mich wieder und der Wecker wurde auf 1000 Uhr gestellt. Kartenvorverkauf für den Büttenabend stand an. Ich habe das Gefühl, das ich immer an den falschen Stellen Ja sage. „Wir brauchen jemanden der sich aus einer Kanone abschießen läßt! Freiwillige?“ – „Ja!“ „He Peter, hast Du Lust mit einem Bobby-Car einen irrsinnig steilen Berg hinunter zu fahren und anschließend einen zwei-wöchigen Aufenthalt in der Intensivstation zu machen?“ – „Ja!“ Doch als ich die MZH betrat und sah wie Scheiße der Schmierpopel aussah, bereitete es mir schon ein wenig Zufriedenheit.


Neujahrswandern

12/01/2007

Nun ist die erste Woche im neuen Jahr schon wieder um und es ging auch wieder munter weiter mit der Schütterei dem gemütlichen Beisammensein. Aber erstmal was in eigener Sache. Mein Logbucheintrag mit den Vorsätzen hat nun ein paar Reaktionen einiger Leser ausgelöst. Was ich ja so nicht gedacht hätte. Aber dazu werde ich in einem anderen Eintrag (diese Woche, wenn alles klappt) nochmal Stellung nehmen. Aber fangen wir mal mit dem Freitag an.

Es sah so aus, als würde ich den Freitag auf dem Sofa verbringen, bis dann die erlösende Nachricht von Schnitzel kam, das es dann doch irgendwie in die Werkstatt gehen würde. Hmmm, gute Vorsätze hatte ich mir ja in diesem Jahr nun keine vorgenommen und somit konnte ich auch keine brechen. Und wenn wir ehrlich sind, sind Freitage viel zu schade, als wenn man sie einfach so verstreichen lassen würde. Denn Ruhe gibt es noch genügend nach dem Tod. Habe ich mir sagen lassen. Allerdings hieß der allgemeine Tenor das es nicht so lange gehen sollte, da am nächsten Tag Die Neujahrswanderung des KCWs anstand. Naja, wer es glaubt wird selig. Da ich aber vorher noch einen Krankenhausbesuch abstatten mußte (Nein, ich bekomme keine neue Leber), kam ich ein wenig später, was aber nicht so schlimm war, da ich zu Hause schon in den Genuß von zwei Weizen gekommen bin. Nach ein paar weiteren Pilsen im Jugendraum ging es dann auf in die Werkstatt. Im Nachhinein betrachtet hätte der Abend durchaus an Qualität gewonnen, wenn man keinen Standortwechsel durchgeführt hätte. Außerdem hätte man einen Haufen Geld gespart. Aber dem Staat geht es ja so schlecht und somit habe ich wenigstens meinen Teil zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Ist doch immer schön wenn man sich für das Trinken einen triftigen Grund suchen kann, der sogar bei der älteren Bevölkerung zieht. Das wäre doch Mal eine Aktion, bei der mit ziemlicher Sicherheit auch die Jugend Deutschlands gemeinsam mitziehen würde. Saufen für Rente und Staat. Ich glaube ich gründe bald eine Partie und dann mischen wir die Pfeifen unsere Staatsoberhäupter in der Regierungszentrale mal gehörig auf.
Mein erster Abend ohne Vorsätze und das Schicksal stellte mich gleich einmal auf eine harte Probe. Conny bediente mal wieder in der überfüllten total leeren Werkstatt. Aber ich hielt stand. Habe ich doch diese Prüfung vor ca. drei Wochen schon bestanden und nun kann ich felsenfest behaupten, das ich über sie weg bin. Auch wenn die Sticheleien der Anderen nicht aufhörten. Ich weiß gar nicht was die wollen. Selber regen sie sich auf, wenn man mal versucht sie mit irgendjemanden zu verkuppeln, aber wehe wenn ich mal erzähle das ich für irgendwen Sympathien entwickele. Da wird dann gleich wieder Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt. Sie meinen es ja meistens nur gut, aber das geht meistens komplett nach hinten los. Ich stehe als Doppel-Drops da und darf mir dann noch die Vorwürfe der Samariter anhören, das ich mal wieder in den Sack gehauen habe, weil ich so knüppelvoll wieder was Falsches gesagt habe. Aber so war die Beziehung zu Conny in Ordnung. Sie stand hinter der Theke und gab mir Bier, wenn ich danach fragte. So wie Gott es wollte! So wie es halt in jeder Kneipe ist.

Mein Getränk des Abends war Becks. Wenn wir ehrlich sind, ist es auch ein verdammt gutes Bier. Und es schmeckt auch wirklich nach Bier und nicht nach Plörre. Bier muß einfach herb schmecken, sonst kann ich ja auch Bier-ähnliche Getränke trinken. Der Rest der Meute, allen voran der Porno, wählte Jim Beam als abendliches Betäubungsmittel. Und schon ging es los. Porno wollte mal wieder den Rekord brechen. Alle anderen tranken normal, nur Porno hat wieder den Rekordzug drauf gehabt. Als ich da so an der Theke saß, sah ich weiter vorne einen blonden Lockenkopf vorbei huschen und kurze Zeit später kam dann Kathrin mit Heike noch vorbei. Da haben mich meine Sinne doch nicht getäsucht. Nun gut, sie waren aber auch noch nicht so stark betäubt. Denn es war ja nun nicht so spät und der Alkohol hat noch nicht den Großteil meines Hirns eingenommen. Es reicht schon wenn er die Gebiete besetzt die nicht so sehr von mir in Beanspruchung genommen werden (Erinnerungsvermögen). Als dann Kathrin und Heike sich zu uns gesellten, zogen sie schnell eine Traube, gebildet von Porno, Schnitzel, Thomas Bee und Kai. Kai sei hier mal entschuldigt, da er als temporärer Gehbehinderter nicht mal so eben den Platz wechseln konnte. Ich saß dann also ziemlich allein gelassen an der Theke, doch der Alex leistet mir Gesellschaft. Und so konnte ich Conny weiterhin meine uneingeschränkte Zuneigung ausdrücken in dem ich schön viel Becks bestellte. Praktisch wäre das schon, wenn ich so Zuneigung ausdrücken könnte. Dann wäre ich am ersten Wochenende an dem ich in meinem Leben Alkohol getrunken hätte vergeben gewesen an Inka, damalige Bedienung im Checkpoint. Nach dem ersten Besuch der sanitären Einrichtung wurde mir klar, das ich irgendwas falsch mache. Alle anderen der 10 Mann Personen in der Werkstatt waren bis zum Stehkragen abgefüllt. Um mal eine Vorstellung davon zu geben, wie gefüllt die Werkstatt war, stelle man sich diese runden Dornenbüsche vor die in diversen Western über die verlassenen Dorfstraßen irgendwelcher Kuhdörfer geweht werden. Davon konnte ich zweien ausweichen und ein Teil hat mich am Bein erwischt. Zum Glück konnte ich die Dornen schnell wieder loswerden. Auf dem Klo lehnten sich die ersten Gestalten schon an die Wand vor ihnen, damit sie beim Pinkeln nicht umfielen. Ein kurzer Blick auf den Zeitanzeiger sagte mir, das wir die Geisterstunde schon um 1,5 Stunden überschritten haben. Aber so wie die Strategen bin ich erst drauf, wenn der Hahn zum Morgen kräht. Aber lassen wir ihnen den Spaß, außerdem gibt es einen coolen Strich auf der Stirn, von dem man dann jedem erzählen kann, es wäre eine Narbe aus dem Irak-Krieg, dabei ist es nur die Fuge der Fliesen, die sich in die Stirn eingedrückt hat.

Zurück am Tresen war die erste Flasche geleert und auf Grund des großen Ansturms wurde beschlossen die Segel zu streichen und nochmal bei McDonalds zu gucken. Passte gut, den Conny war kurz vorher gegangen. Nicht das ich unser Weggehen, jetzt davon abhängig gemacht hätte. Heikes Auto war voll und ich wollte ihr eine zweite Fahrt zur Werkstatt nicht zumuten, obwohl sie es angeboten hat. Somit bleiben dann Porno, Thomas Bee und ich noch in der Werker. Außerdem hatte Thomas sich gerade ein paar doppelte Jim Beam rein gepfiffen und sich somit den Rang des Strammsack des Abends gesichert. Ich stieg dann um auf ein paar Mischungen Havana, die mich aber nicht wirklich nach vorne brachten, besser gesagt, den Zustand, das ich es jetzt noch in der Werkstatt erträglich finden würde, würde ich nur mit intravenösen Injektionen erreichen. Da ich aber gerade mein Fixerbesteck Tropf vergessen habe, stellte ich Strammsack ein Ultimatum. Austrinken und dann gehen wir. Er machte den Vorschlag zu Exen. Da ich aber Bier ungern exe, sondern gerne genieße, lehnte ich ab. Aber er ließ nicht locker. Nächster Vorschlag, beinhaltet den Tausch der Getränke (Thomas: Doppelter Jim Beam Cola, Pumpe: Becks) und es geht nicht auf Zeit. Wenn er denn unbedingt will, dann exen wir halt. War ja nur Jim Beam. Aber ich habe den Doppler-Effekt vergessen. Mit gestählter Miene, setzte ich an und wollte die Pfütze in einem Zug austrinken, doch nach dem der erste Schluck den weg in den Magen gefunden hat und dabei dummerweise meine Geschmacksnerven berührt hat, wollte er auch gleich wieder nach oben und gucken wo der Rest blieb. Doch der kam glücklicherweise ihm auf dem Weg entgegen und zusammen bleiben sie auch unten. Verdammter Jim Beam oder das war am Ende gar kein Jim Beam!

Raus aus der Werkstatt und entgegen meiner Empfehlung doch den weiten Weg zu Fuß anzutreten, setzte sich Thomas ins nächste Taxi und sagte er bezahlt. Mir solls recht sein, hauptsache Porno benimmt sich. Ankunft bei McDonalds und die anderen getroffen. Nun muß ich nochmal was zu Porno sagen. Der Mensch ißt nun wirklich alles. Schnitzel schaffte seinen seltsam aussehende Käseburger nicht ganz und bot ihm Porno an. Der schob sich ohne zu zögern den Rest, der irgendwie wie ein Fleischball mit aufgeweichtem Brötchen aussah (So sah er bestimmt auch vorher aus), in den Rachen. Ich glaube sogar das Ding ist ohne zu kauen in den Magen gewandert. Heike und Schnitzel sind dann nochmal Philip abholen gefahren und überließen Thomas, Porno, Kathrin und mich dem Schicksal. Kathrin hat mir dann erstmal ihre weiteren Berufspläne geschildert und Porno hat immer munter Bier rangekarrt. Ich weiß ja nicht was sie bei McDreck in die Pappbecher rein füllen, aber lecker ist das echt nicht. Aber was soll man machen, auf irgendeine Zuckerplörre hatte ich nun wirklich keinen Durst. Irgendwann kam dann Philip und schob sich noch was zu essen rein. Schnitzel, der inzwischen den Konsum einer Jim Beam Flasche nicht mehr leugnen konnte verwechselte dann noch das Abbild der Welt mit einer Kuh und wir sind so langsam nach Hause getapert.
Der Samstag Morgen war sehr stressig, denn ich mußte noch ein paar Sachen erledigen. Aber der Zeitrahmen erlaubte nur einen freien Tag bis 1300 Uhr, denn da sollte die KCW Neujahrswanderung starten. Naja, gut sie sollte um 1330 Uhr starten, aber als aufrichtiger Biertrinker, gehe ich da dann schon mal eine halbe Stunde früher hin um auch sicherzustellen, das genügend Getränke gekauft wurden und das die Getränke auch alle noch vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen. Ich kann es ja nicht verantworten, das jemand bei so einer Feier mit einer Lebensmittelvergiftung eingeliefert wird. Als ich dann um 1300 Uhr an der Mehrzweckhalle eingetroffen bin war niemand da. Entsetzen machte sich breit. Wo waren alle, ich hatte Durst. Doch mein Retter in blauer Ex-Prinzenjolle kam. Florian, hielt an und machte unpassende Bemerkungen („Da fahre ich hier lang und wer schleicht, wie ein hungriger Bär um die Mehrzweckhalle?“) und händigte mir den Schlüssel für die Mehrzweckhalle und somit für die Getränke aus. Was er mir noch dazu sagte, verstand ich nicht mehr, denn ich hatte wie gesagt einen unglaublichen Durst und mein Körper stellt dann die unwichtigen Nebentätigkeiten meines Körpers auf Stand-By. In der Mehrzweckhalle erwarteten mich dann mehrere Kisten Bier und mir wurde eins klar. Dies ist der Beginn eines verdammt langen Tages. Porno und Görtler waren die nächsten die ankamen. Bei Porno hat es mich eigentlich gar nicht gewundert. Er hat sogar netterweise seinen Fahrradanhänger mitgebracht, der aber praktischerweise keinen Griff hatte. Allein schon deswegen hätte man das Ding seiner eigentlichen Bestimmung als Brennholz zukommen lassen müssen. Aber dann hätten wir wieder einen weinenden Porno und das will bestimmt keiner.

Nach und nach trudelten der Rest der Wandergesellschaft ein und wir starteten in Richtung Euzenberg. Oh Gott, Doch nicht etwa wieder auf den Christus-König. Der Berg der Schmach, den man jedes Jahr zu Vatertag in Angriff nimmt und spätestens bei der Hälfte feststellt, das man doch nicht mehr so fit ist wie früher und man am liebsten auf der Stelle zusammenbrechen will. Aber vielleicht geht es ja doch woanders lang. Nein ging es nicht. Das Ziel war der Christus. Christus.König und ich machte den Vorschlag eine Querstraße vorher einzubiegen, da der Weg weiter oben sehr matschig wäre und das Wetter sehr unbeständig ist und manche vielleicht schon Hunger hätten (Primär Porno, aber der hat ja immer Hunger) und die Mädchen vielleicht nicht so weit gehen können. Wie ihr sehr bin ich sehr einfallsreich. Nach dem wir dann auf einem nahe gelegenen Feld Slim Shady, das Rap-Huhn entdeckt haben, fiel die Entscheidung der Abkürzung viel leichter. Zuerst wurde gemunkelt ob es nicht ein Hase oder ein Mutant wäre. Aber es stellte sich dann schnell heraus, das es nur ein Habicht war. Nett war auch Florian, der versuchte das Vieh mit seinem Fotoapparat heran zu zoomen. Als wenn man dann auf einem Fitzel-Screen mehr sehen würde. Aber er studiert ja auch BWL, da darf man sich so einen Faux pas schon mal erlauben. Verdammt habe ich da gerade ein französischen Ausdruck verwandt. Dabei hasse mag ich Frankreich doch nicht besonders. Mit einem kleinen Umweg über den Kreisel kamen wir dann rechtzeitig vor dem, besser gesagt mit dem Regen zurück zur Ballerhalle Mehrzweckhalle.

Schnitzel und Görtler waren in der Zwischenzeit nicht untätig und haben den Grill schon mal angefeuert. Drinnen gings dann munter weiter. Meistens ging es munter den Schlund rein und zwar beidhändig. Patrizia hatte irgendwie den Auftrag mich mit Schnaps abzufüllen. Schon auf dem Weg hat sie mir laufend Babalou in die Hand gedrückt. Da ich ja bekanntlich ihrem Charme verfallen bin (Gerüchte sagen das es sogar Fotos davon gibt), erfüllte ich ihr den Wunsch. Mit aller Gewalt großen Schmerzen kippte ich den Sahnelikör in mich hinein. Unbeschreibliche Qualen, das sei hier gesagt. Mein Verpflegungssystem war mit dem plötzlichen Angebot an gegrillten Schweineresten überfordert und verlangte nur ein Steak im Brötchen um zu prüfen ob denn feste Nahrung noch auf dem Programm stand. Es gab zwar keine Probleme mit der Verdauung, aber auf Grund des besseren Brennwerte-Verhältnisses entschied sich mein Organismus zu weiterer und häufiger Flüssigkeiten-Aufnahme. Mir sollte es recht sein. Gelockt durch Patrizias Ruf gesellte ich mich dann zu den Damen. Eingekesselt von Kathrin und Julia saß ich in der Schnapsfalle. Von recht, links und manchmal auch von links vorne, da saß Günner, kamen dann die Schnapssorten an. Aber ich blieb bei Babalou und ab und zu mal einen Roten. Während dieser Zeit wurde dann mal festgelegt, das Patrizia und Julia mit mir demnächst mal eine Brille kaufen gehen. Wenn ich mich recht daran erinnere, war ich damit auch einverstanden. Ach ja, vorher wurde dann erstmal munter meine Brille rumgereicht und jeder der sie aufsetzte kam in den Genuß, wie es ist ein Blättchen LSD zu konsumieren. Die Wirkung erzielt man aber nur ab 2,3 Promille. Beim nächsten Mal einfach mal nachfragen.

Da Thomas nicht da war um seinen Pokal des Strammsacks vom Vorabend zu verteidigen, stellte sich recht fix, der Jensi als Favourit raus. Seine erste Einlage war der beinahe Unfall beim Kippeln und wurde dann später durch diverse Gesichtsentgleisungen und unsicheres Fallen unsicheren Gang komplettiert. Jetzt kommt aber das Beste. Er mußte mit seiner Freundin noch zu einem Geburtstag. Und zwar gegen 2100 Uhr. Damalige Zeit: 1930 Uhr. Ich kann mir durchaus vorstellen, das Theresa einen der Besten Abende ihres Lebens hatte. Duschen wurde ausfallen gelassen, dafür wurde dann noch ein Alster auf Ex weggeknallt. Das Sprachzentrum ging schon gegen 1830 Uhr in die Knie und der Gleichgewichtssinn folgte eine halbe Stunde später. Allerdings gab es da einen Komplettausfall, denn Jensi fand sich unter dem Tisch wieder. Irgendwann gings dann für ihn nach Hause und wenn man den Gerüchten glauben darf, war es ein lustiger Geburtstag. Um ehrlich zu sein, hätte ich gerne das Finale gesehen.

Was macht man denn nun mit einem Abend den man schon mit 15 Bier beginnt? Fragt man nun ein Orakel seiner Wahl wird es sagen: „Geht nach Hause!“ Dann wiederholt man die Frage und sagt man sei im Krombacher Club und der Spitzname ist Bierpumpe und das Orakel antwortet: „Achtu Scheiße! In dem Fall ist es klar. Geh in die Werkstatt, Conny ist zwar nicht da aber über die bist Du ja eh hinweg.“ Und ich werde mich hüten den Sprüchen des Orakels zu trotzen. Der Großteil wollte erst noch mal nach Hause um sich frisch zu machen. Wer es glaubt. Ich vermute der Großteil mußte erstmal gehörig auf den Dämpfer. Da ich aber wenig Lust hatte alleine in der Mehrzweckhalle zu bleiben ging ich mit zum Görtler. Der hatte erstens noch leckeres Dunkelbier und zweitens ähhh leckeres Dunkelbier. Von dem Porno übrigens behauptet, das es ungenießbar wäre. Es schmeckte ähnlich dem Guinness und dafür würde ich in ein Land einmarschieren diverse Körperteile spenden. Auf jeden Fall spricht diese unqualifizierte Aussage Pornos gegen ihn. Er ist somit auf meiner Sympathie Rangliste um mehrere Stufen gesunken. Weiter gesunken ist er als er seinem Vater zensierte Versionen meines weblogs gezeigt hat. Absolute Frechheit. Sein Vater wollte mein Logbuch lesen und Porno hat dann mal eben seinen Vater nach der Hälfte des Artikels weggeschickt seine Schwester abzuholen um die Stellen aus dem Log zu entfernen, wo sein Name vorkommt. Ich muß zugeben, er hat viel Einfallsreichtum bewiesen, aber das mindertet nicht die Schwere der Tat.

Wir entschieden uns, zu meiner Verwunderung, zu Fuß in die Werkstatt zu gehen. Nach der Ankunft dauerte es nicht lange (zwei Bierlängen) bis der Morchel anrief. Der war vorher auf dem Geburtstag von seiner Oma und wollte noch zu uns stoßen. Kaum war er da, waren wir schon wieder in Aufbruchsstimmung, denn die Menschenmassen waren kaum auszuhalten. Erinnert ihr euch noch an die Dornenbälle, die am Vortag durch die leeren Räume fegten? Sie waren wieder da und sie hatten mich im Visier. Und Dornen eitern ganz schlecht wieder raus. Ich weiß das, denn ich wohnte gegenüber vom Friedhof, der von Hecken eingefasst war. Immer nett, wenn man Samstagmorgens aufwacht und sich wundert woher die ganzen Kratzer an den Beinen herkommen. Unser nächstes Ziel hieß also Ambiente. Dort traf ich erstmal die Nicole. Und löcherte sie, ob es in diesem Jahr mal wieder eine Fete bei ihr geben würde. Denn die waren immer spitze. Wohl leider nicht, aber die Hoffnung soll ich noch nicht aufgeben. Gut, bis dahin kann ich mich ja mit leckeren Havana Club über Wasser halten. Morchel und ich standen also an der Theke und schütteten ein paar Getränke rein. Dank des zügigen Wechsel zwischen Drinnen und Draußen hatte Markus schon leichte Probleme mit der deutschen Sprache. Seltsamerweise ging es mir noch fabelhaft. Hartes Training. Der Rest der Meute sicherte sich einen Tisch im rückwärtigen Bereich des Ambiente. Dorthin schleppte ich dann den Markus nach einiger Zeit und es dauerte nicht lange, bis er seine Augen nach Fehlstellen absuchte.

Porno und Görtler hingegen bleiben an der Theke stehen und widmeten sich dem Long Island Ice Tea Konsum. Nach dem Zweiten merkten sie, das es gar nicht so nach Long Island schmeckte und steigen um auf Cola-Bacardi. Aber man solle niemals den Alkohol unterschätzen, den man in seinem Getränk nicht schmeckt. In Zeitlupe wurde dann Görtlers Kopf von der Theke angezogen und als sie die Beiden endlich gefunden hatten wurde er wieder munter und entschied sich, zwei Damen zu becircen. Porno, gar nicht dumm, trank erstmal seine Getränke aus und kam dazu um sich dann mit einer etwas älteren Frau zu unterhalten. Gut alt ist ein relativer Begriff. Selbst für mich wäre die Dame zu alt gewesen. Aber Porno spielte das „Nicht-verstanden-Spiel“. Er tat so als ob er sich unterhalten würde und dank des immensen Lautstärkepegels versteht er nur die Hälfte und nickte nur nach jedem Satz und lacht ab und zu. Das ist besonders dann gefährlich, wenn einem der Gegenüber gerade vom Suizidversuch der Mutter oder vom Ableben des Hamsters berichtet hat.

Da der Getränkenachschub mehr als schleppend war kam der Abend auch zu einem apprupten Ende bei McDonalds. Heike fuhr mal wieder, dann gab es noch ein Taxi und Morchel, Alex und ich teilten uns ein weiteres. Nun ja, Morchel und ich gaben 2 € und Alex durfte dann den Rest bis nach Nesselröden löhnen. Bei McD ging es niveaulos wie immer zu. Papier flog durch die Gegend und Morchel verteilte seine Einkäufe beim Versuch sich hinzusetzten auf den Tabletts der anderen Personen am Tisch. Böning freute sich so über einen weiteren Cheeseburger, von dem er Anfangs nicht so recht wusste wo er herkam. Dafür entsorgte Markus stilgerecht den Restburger von Schnitzel. Der lag dekorativ auf einer Pappschachtel rum und provozierte Markus direkt. Da er aber beide Hände voll hatte, blieb nur noch der Einsatz der Öffnung, die vor Stunden noch der Mund war.

Und ab gings nach Hause. Heike fuhr mehrmals, doch das war Morchel egal. Der preschte gleich los und mein Fürsorgergen veranlasste mich ihm zu folgen. Porno schloß sich an. Ich weiß gar nicht ob ich dann von Glück sprechen kann. Von einer hübschen Frau nach Hause gefahren werden oder mit zwei Megastrammsäcken zu Fuß nach Hause gehen. Aber ich hatte ja noch Schocker am Telefon. Der wollte nämlich noch wissen ob in der Werkstatt noch was los ist. Wäre ich ein gemeiner Hund hätte ich ihn blindlings in sein Verderben rennen lassen. Aber irgendwie war ich sehr sozial drauf. Auf halben Wege nach Westerode warteten wir dann noch auf Schnitzel und Böning, die nicht mehr in Heikes Auto gepasst haben. Markus war mittlerweile schon zu Hause. Das hoffe ich zumindestens, denn er ist schnurstracks nach Hause gesprintet, mit Anzug. Porno hat dann irgendwas auf dem Rückweg gestochen, denn er fühlte sich plötzlich in irgendeinen Kriegsfilm versetzt und lallte dauernd was von „Sturmangriff“ und gab Wink-Befehle mit seinem Arm oder was er halt unter Wink-Befehlen verstand. Es sah so ein wenig aus wie eine einarmige Windmühle. Bei Schnitzel gab es dann noch eine kurze Diskussionsrunde in deren Verlauf uns unbemerkt ein Taxi passierte. In dem saß nämlich Schocker, der sich dann bis zum Ortsausgang fahren lassen hat, weil er Angst hatte, das wir noch bei ihm einen trinken wollen, wenn wir mitbekommen, das er gerade nach Hause kommt. Ich bin schwer enttäuscht! Wir hätten doch auch nur 20 Bier getrunken. Mindestens. Schnitzel verließ uns also und somit bleiben Böning und ich. Bis wir auf zwei weitere Strammsäcke trafen. Martin, Pornos Vater und Hartmut, Görtlers Vater. Ich brachte dann kurz Martin auf den aktuellen Porno-Informationsstand und gab ihm den Tip, bei der Ankunft im trauten Heim mal seinen Sprössling nach seinem Namen zu fragen. Ich verwette meinen Hintern, das er ihn nicht beim ersten bis fünften Mal fehlerfrei hinbekommen hätte.

Nun gibt es noch einen kleinen Nachtrag zu Sylvester, den ich hier gegen meinen Willen niederschreiben muß. Warum eigentlich? Ist doch mein Logbuch. Ein weiteres Kapitel in der Fortsetzungsgeschichte „Ich und meine große Klappe“. Am Mittwoch hatte ja der hässlichste Automechaniker von Westerode Schmierpopel Geburtstag. Dort traf ich Elke wieder. Wir erinnern uns, die ich bei Hardt’s (Ich hoffe ich habe den Namen richtig geschrieben) an Sylvester getroffen habe und die mir das Versprechen abgenommen hat, das ich in diesem Jahr noch heiraten werden, weil sie mal wieder Hochzeit feiern will. Wenn das meine Mutter mitbekommt, dann macht sie drei Kreuze in den Kalender. Jedenfalls stellte sie richtig, obwohl ich davon ja nicht wirklich überzeugt bin, das wir abgemacht hätten, das sie mir eine Frau besorgt und die wird dann geheiratet, bis ich 30 werden. Hmm, je mehr ich darüber nachdenke, desto unwirklicher wird das alles für mich. In meiner Erinnerung hat sich das alles anders abgespielt. Da muß ich echt noch mal genauer Nachforschen. Ich gucke gleich mal beim intergalaktischen ebay rein, ob die Sylvestererinnerungen zu einem erschwinglichen Preis zu haben sind.


Gute Vorsätze

05/01/2007

Dieses Jahr ohne mich. Jedes Jahr nimmt man sich irgendeine oder mehrere dämliche Sachen vor und hinterher hat man sich gefühlte drei Tage dran gehalten. Für mich gibt’s dieses Jahr keine guten Vorsätze!

1. Eine Freundin suchen

Das war immer einer der Vorsätze, der mit Abstand ganz oben auf der Liste stand. Aber nicht dieses Jahr. Auf diesen ganzen Streß, habe ich keinen Bock mehr. Man geht los, in dem festen Willen, diesmal mit wenigstens einem Date nach Hause zu kommen und hinterher war man wieder total stramm nicht sehr erfolgreich und man macht sich Vorwürfe ohne Ende. Der Tag und die darauf folgende Woche ist total im Arsch. In Selbstgeißelung vergeht einem der ganze Spaß am restlichen Leben. Dieser Vorsatz wird hiermit gestrichen. Ich bin einfach nicht dafür geschaffen, Frauen anzusprechen oder mich mit Frauen zu unterhalten, mit denen sich eventuell eine Beziehung entwickeln könnte. Irgendwas geht immer schief. Aber dieses Jahr gibt’s damit keinen Streß. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen und kann entspannt auf Parties oder am Wochenende weggehen. Es klappt ja eh nicht und somit stehe ich am Anfang des Morgens am Ende des Abends ohne Selbstvorwürfe da, weil ich es nicht energisch genügend probiert habe, keine versteckten Zeichen gegeben habe oder sonst irgendwelchen Sermon, der meiner Gegenüber das Interesse offenbart hätte.

2. Mehr Sport treiben

Ich gebe es zu, ich habe es nötig, aber wie so oft halte ich mich meistens nur 2 Wochen dran und dann finden sich flugs Ausreden, mit denen man sich vor der vorgenommenen Körperertüchtigung zu fliehen vermag. Hinterher hat man ein schlechtes Gewissen und sagt dann das man am Donnerstag dann mit Sicherheit was macht, denn sonst wird das nie was mit dem ersten Punkt auf der Vorsatzliste. Aber der ist ja eh gestrichen worden. Damit ich regelmäßig Sport treibe bräuchte ich dann schon jemanden der mit 5 blutrünstigen Kampfhunden hinter mir her läuft oder Jessica Alba, die vor mir in einer sehr engen Hose her läuft mich anderweitig anspornt. Dunkel kann ich mich daran erinnern, das ich mit Schnitzel irgendwas in der Richtung abgemacht habe. Aber wohl erst nach Karneval. Hoffen wir mal, das die tollen Tage ihr Übriges zu seinem Gedächtnisvermögen beitragen.

3. Weniger trinken

Ja, ihr lacht zu Recht. Auch ein Punkt, den ich mir jeden Sonntag jeden Samstag mehrmals im Jahr vornehme und der dann meisten zum Wochenende wieder in der Versenkung verschwindet. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, das dieser Vorsatz indirekt mit dem Vorsatz von Punkt 1 zusammenhängt. Aber das kann auch eine kosmische Verschwörung sein, die von Aliens in die Wege geleitet wurde, weil sie auf den Geschmack von warmen Klosterfraumelissengeist gekommen sind. Dieser spezielle Vorsatz hält meistens noch nicht mal eine Woche. Anfangs wurden noch so tollkühne Sachen ausgemalt, wie: Alkohol nur noch bei Feiern (Geburtstag, Hochzeiten, Parties, 20 Jahre Freitag usw.). Doch daraus wurde schnell: Alkohol nur noch einen Tag am Wochenende. Schon eher realistisch. Bis zum ersten Wochenende und dann wurde daraus: Was für ein Vorsatz? Davon habe ich nie gehört! Bist Du Dir sicher das ich das in der Sylvesternacht gesagt habe? Du warst doch voller als ich!

Ein entspanntes Jahr ohne Streß, ohne schlechtes Gewissen und vor allem ohne Vorsätze erwartet mich!


Besinnlicher Jahreswechsel

04/01/2007

Der Jahreswechsel stand an und wie sollte es anders sein, wurde mal wieder gefeiert als würde die Welt untergehen. Aber erst am 01.01.2007 am späten Nachmittag. Da es ja eh die besinnlichen feierwütigen freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr waren wurde auch vorher noch gut gefeiert. Es hätte ja durchaus sein können, das der Körper sich erholen hätte können. Da ich ja ständig auf der Suche nach neuen Grenzen bin, konnte ich das ja nicht zu lassen. Also ging es am Donnerstag direkt weiter in der Werkstatt. Dort war irgendwie 99 Cent Party und Schnitzel hat mich genötigt, mit ihm hin zu gehen. Viel möchte darf ich hier über den Abend gar nicht erzählen, denn es sind einige grenzwertige Dinge passiert und vor allem wurden Gespräche geführt die ich aus Selbstschutz hier mal unter den Tisch fallen lassen. Manchmal ist es gut, wenn man die Kontrolle über das Logbuch hat. Aber ich fasse im Groben die Highlights zusammen. Zunächst mal konnte ich irgendwie trinken was ich wollte, und wurde nicht stramm. Den Anfang machte literweise Becks, denn ich wollte auch gar nicht so stramm werden. Doch das Becks schmeckte richtig gut und ich trank mehr als ich geplant habe. Dummerweise passiert mir so was immer wenn das Bier teurer ist als die Mischungen. Als ich dann irgendwann auf Havana Club umgestiegen bin, hat er gar nicht mehr angeschlagen, obwohl ich beidhändig nach geschüttet habe. Die Menge an Geld, die ich ausgegeben habe, hat sich somit verdoppelt. Manchmal ist es doch ärgerlich, wenn man einen gewisse Resistenz aufgebaut hat. König der Strammsäcke an dem Abend war aber der Florian. Ein kurzer Abriß der Dinge die er zum Besten gegeben hat. Er war ja zunächst auf seinem Stufentreffen, seines Abi-Jahrgangs. Es wird gemunkelt, das er dort schon 5 Halbe getrunken hat und dann noch schmutzige Witze erzählt hat. Das er noch ein oder zwei ehemalige Klassenkameradinnen beleidigt hat, lasse ich hier mal dezent unter den Tisch fallen. In der Werkstatt hat er dann munter mit Thiele und Ecki weiterhin Mischungen rein gefeuert. Als ich später am Abend mit Ecki geredet habe konnte ich ihn noch problemlos verstehen. Im Gegensatz zu Vollmer, der schon leichte Probleme mit der deutschen Sprache hatte. Manche Dinge konnte er nur noch pantomimisch mit Unterstützung von Grunz-Lauten darstellen. Saubere Leistung, die hier ohne Neid anerkannt werden muß. Und es hat sich mal wieder bestätigt, das Leute die bis zum Verlust der Muttersprache trinken einen Schutzengel haben. Vollstramm, wie man nun Mal ist, nachdem man sich den Jahresvorrat an Alkohol des Müttergenesungswerk rein gekippt hat, steig der Vollmer auf einen Bar-Hocker und fing an zu tanzen. Aufrecht stehen konnte er nicht, da die Decke nicht ganz so hoch war. Respekt, aber was für einen Respekt. Ich bevorzuge ja in solchen Situationen meistens einzuschlafen oder einfach unauffällig nach hinten umzukippen zu verschwinden. Aber man muß dem Florian eins lassen. Er kocht den besten Kaffee der Welt. Jedenfalls kann er die beste Kaffeemaschine der Welt bedienen, in wie weit er in der Herstellung der Kaffeepads involviert ist kann ich nicht mit ziemlicher Sicherheit sagen. Bei Florian klang der Abend dann auch aus. Bei einem leckeren Kaffee versuchten wir die Patrizia nicht aufzuwecken, was aber gut geklappt hat. Wir haben uns zwar gegenseitig mit recht leisen Pssst-Geräuschen zur Geräuschdisziplin ermahnt, aber vielleicht war das an-Pssst-n der Kaffeemaschine doch zu viel des Guten. Später erzählte sie mir, das sie auf jeden Fall wach war, zwar durchs Pssst-n, wohl aber durch poltern, lautes Lachen und Reden auf dem Flur. Ich habe mein Bestes gegeben und ich kann schleichen wie eine Katze! Wenn ich will und keine Unmengen an Alkohol getrunken habe.

Trotz das ich früh zu Bett ging (0630 Uhr) konnte ich schon um 1230 Uhr wieder aufstehen. Ich habe meinen Körper aber auch so weit gezüchtigt, das er nach dem Saufen komplett einsatzbereit ist. Der Rückfall kam dann erst später am Tag, aber da hatte ich glücklicherweise auch schon mein Sofa erreicht. Abends ging es dann in den Eichsfelder Hof. Dort trafen sich jedes Jahr Schnatter, Tropse, die beiden Hölschers, Manuel, Morchel und David und dieses Jahr dann auch ich. Steini hat die beiden Hölschers und mich rüber gefahren und ich mußte vorher noch Geld holen. Tja, leider stand auf dem tollen Automaten „In Kürze wieder einsatzbereit“ Was heißt denn bitte in Kürze? 10 Minuten, 1 Stunde, 5 Stunden eine halbe Woche. Man meint wohl durch solche hoffnungsvollen Sprüche den Kunden länger zu bleiben zu motivieren. Und der versauert dann bis zum nächsten Öffnungstag in der Filliale. Ein kurzer Kassensturz ergab, das es wohl für den Anfang des Abends reichen müsste und später kann man ja immer noch zum Automaten gehen und die Löcher auffüllen. Auf gings zum Eichsfelder Hof. Dort angekommen wurde auch schon die erste Runde kredenzt. Zwei Runden später bekamen ein paar Hunger und orderten Schnitzel und Strammen Max. Gut das ich schon gegessen hatte. Aber die Schnitzel sahen wirklich verdammt lecker aus. Dafür habe ich dann aber den Schnaps nach dem Essen mitgenommen. Fragt mich nicht warum. Eigentlich mag ich ja keinen Schnaps, aber als die Frage nach einem Schnaps kam, sagte mein Mund automatisch „Linie“. Verdammt schlechte Manieren, der Bruder. Unsere Runde zählte sieben Mann. Also kamen dann bei einer Runde schon nette sieben Striche auf den Deckel drauf. Noch reichte das Geld und die Funktionen die für Kopfrechnen zuständig waren funktionierten auch noch tadellos im Hirn. Wie gesagt, noch! Die Biere kamen ohne Unterlass, war eins alle bestellten mindestens zwei Mann eine neue Runde. Und Christian und Jens konnten oder wollten nicht so viel trinken. Also wurde dann das übrige Bier noch verteilt. So wurde Runde um Runde getrunken und genügend alte Geschichten zum Besten gegeben. Was soll ich sagen, es war einfach ein unglaublich spaßiger Abend. Recht spät kam dann der David noch dazu, der gerade vom Kegeln gekommen war. Nun muß ich zu meiner eigenen Schande gestehen, das ich mich daran nur noch nach Aufforderung dran erinnern konnte. Zu den diversen Runden gesellten sich dann noch ein oder sieben Schnäpse. Die genaue Zahlt ist mir leider unbekannt, da mein Gehirn solche hoch wichtigen Informationen einfach gelöscht hat und mich des Vergessens gestraft hat. Ich vermute aber das auf dem Weg zur Toilette ein böser Mann stand, der mir bei jedem Toilettengang einen Schlag mit einem Hammer so groß wie das Rathaus gegeben hat. Denn der Wechsel zwischen Kneipe mit Tropen-Temperaturen und Toilette mit Gemäßigte-Zone-Temperaturen ging nur am Anfang gut. Und die Ausstattung der sanitären Einrichtungen tat ihr übrigens. Wer jemals das Vergnügen hatte im Eichsfelder Hof seine Notdurft zu verrichten, weiß wovon ich spreche. Für den Rest, versuche ich es mal in Worte zu fassen. Die Pinkelbecken haben die sensationellste Farbe, die sich je ein Designer dafür ausgesucht hat. Man stelle sich Labskaus vor. Hmm, kennt auch nicht jeder!?! Oder einen Lungendurchschuß. Irgendjemand? In der Mensa der FH Wilhelmshaven gab es einmal im Monat als Aktionsgericht Labskaus. Da wurde die Reste vom ganzen Monat in einen großen Topf gegeben, der wurde durch gekuttert und dann nochmals auf dem Boden der Küche verteilt. Das was nicht durch den Ausguß verschwinden konnte wurde nochmal in den Topf gegeben und aufgewärmt. Wichtig war, das die Mensa vorher nicht ausgefegt wurde. Heraus kam ein rosa Brei, der irgendwie nach Fisch schmeckte. Meistens gab es Labskaus Freitags und Donnerstags waren immer die Party. Jetzt dürft ihr dreimal raten, was ich Freitags in der Mensa gegessen habe. Ich sag mal so, das Essen II konnte in keinem Fall schlimmer sein als Labskaus. Aber man muß nicht in den hohen Norden fahren um Labskaus zu genießen. Nein, es gibt ihn hier auch. Abgefüllt in Dosen und ein Erasco Etikett drauf geklebt. Als ich das gesehen habe, wurde mir schlagartig schlecht und ich mußte schnell in die Spirituosenabteilung ausweichen und einen Korn trinken. Jedenfalls haben die Pinkelbecken so eine Farbe. Ich würde gerne mal wissen welche Drogen der Designer von Villeroy & Broch genommen hat, als die Serie zur Produktion freigeben hat. Wahrscheinlich hat kurz darauf seine Kündigung vorgefunden oder er wurde befördert, damit er so einen Scheiß nicht wieder macht. Ich schweife mal wieder ab. Nach dem mich der große Mann also, mehrmals mit dem großen Hammer auf den hinterkopf gehauen hat, war dann irgendwie Aufbruchstimmung. Ich kann mich zwar nicht mehr an den Bezahlvorgang erinnern, aber ich werde ihn wohl durchgeführt haben, denn ansonsten hätte ich den Jahreswechsel im Krankenhaus verbracht. Die kalte frische Luft vor der Tür des Hofes war nun nicht gerade das Beste was ich meinem Organismus zu dem Zeitpunkt antun konnte, aber was will man machen. Ich hätte ja schlecht die Nacht in der Gaststätte verbringen können. Der Großteil wollte nach Hause, aber nicht Manuel und ich. ER machte den Vorschlag noch ins Ambiente zu gehen und da ich ja nie genug kriegen kann, habe ich leichtfertig zugesagt. Im Ambiente angekommen schlugen mir gleich wieder tropische Temperaturen entgegen, wo hingegen die Temperaturen der Außenwelt sich mittlerweile auf Tundra-Niveau abgekühlt haben. Im Ambiente war gerade eine Abschiedsparty für Dario im Gange. Und kurz nachdem wir eintrafen, traf ich auch schon auf Andrea, Ellens Freundin aus den Staaten. Nach einer kurzen Begrüßung zog mich allerdings eine mysteriöse Kraft in Richtung Theke. Ich vermute mal das es der Durst war. Aber Andrea sah wieder extrem gut und mein Sprachzentrum funktionierte nicht mehr ganz so einwandfrei, das es wohl besser so gewesen ist. Aber an der Theke hatte ich wenigstens einen guten Blick auf sie auf den ungefähren Bereich wo sie stand. Es hätte ja schließlich sein können, das sie plötzlich in Ohnmacht fällt und dann wäre ich der Erste der sein Bier weg gestellt hätte um ihr zu helfen. Natürlich mit einer Flugrolle über die Einrichtung und wo ich gerade am phantasieren bin hätte ich auch gerne eine Kiste Becks, die niemals alle wird! Vom Bier wurde langsam umgestellt auf Mischungen. Bacardi Cola, war angesagt, aber so was von angesagt. Nach der ersten Mischung habe ich gedacht, das wir unerwünscht waren. Nach der zweiten Mischung wollte ich nicht wieder weg von der Theke. Dann passierte der Super-Gau. Mein Geld war alle. Und alles die Schuld vom dämlichen Geldautomaten. Ich hatte noch 5,50 € im Portemonnaie und das reichte nicht mal für eine Runde für Manuel und mich. Aber Manuel war der Retter in der Not und meinte er habe noch Geld. Wusste er auf was er sich da einließ. Also vertranken wir sein Geld auch noch bis auf 5 € und teilten uns das Taxi nach Hause. Ich fands Klasse. Zwischendurch traf ich dann noch den Langen und Helena und als der Lange die Biege machte, meinte er ich solle noch auf Helena aufpassen. Ob die Mission erfüllt wurde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Da ich mich irgendwann mit Manuel an der Theke wiederfand und wir gröhlten laut zu irgendwelchen Liedern, die die Band spielte. Zwischendurch fiel mein Blick ab und zu auf Andrea, um zu gucken ob sie mich nicht bei den peinlichsten Aktionen in meinem Leben beobachtete. Aber sie hat wohl die peinlichen Sachen nicht mitbekommen. Vielleicht die richtig peinlichen Sachen, wo ich gerade abgelenkt bin, aber was ich nicht weiß macht mich nicht heiß! Tja, irgendwann wurde dann die magische Geldgrenze erreicht und unsere Kutsche fuhr Richtung Heimat. Ein herrlicher Abend und ich muß nun zugeben, das ich schon lange nicht mehr so stramm war. Das Schlimmste ist, das ich nicht mal weiß warum. Denn ich habe ja nur Bier und ein paar Schnäpse getrunken. Allerdings war da ja noch der Hammer-Mann.

0910 Uhr, Sirenenalarmierung. Mein erster Gedanke war, das sie den Probealarm zu früh ausgelöst haben. Aber dem war wohl nicht so. Zimmerbrand im Rosenthaler Hof. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten fand ich mich dann auch an der Einsatzstelle ein. Aber viel zu tun gab es nicht, da jemand anders schon unsere Einsatzkräfte eingeteilt hatte. Also schleppte ich zwei B-Schläuche und rollte einen wieder auf. Muß ja auch mal reichen! Abends ging dann gar nichts. Die Exkurse in die menschlichen Abgründe der letzten Tage forderten ihren Tribut. Außerdem stand ja der Jahreswechsel bevor und da wollte ich ja fit sein. Ich glaube gar nicht, was ich hier hinschreibe. Sollte ich womöglich vernünftig werden? Ich hoffe nicht!

Sylvestermorgen. Mehr oder weniger ausgeschlafen erwarte ich den Beginn des Jahresabschlußbesäufnis. SO richtig in Stimmung war ich noch nicht, aber das konnte man sich ja schnell antrinken. Um 1900 Uhr sollte es losgehen. Gegen 1845 Uhr war ich beim Felkl und der war natürlich nicht fertig. Aber ich habe auch zur Verspätung beigetragen, hab eich doch meine Zigarre zu Hause vergessen. Die Asche der Zigarre geht dann auch direkt auf mein Haupt. Schnell noch den Vokke und den Matten abgeholt und dem ersten Bier stand nun nichts mehr im Wege. Ich entschied mich für die klassische Variante. Erstmal ein paar Bier reinpelmpern und nach Mitternacht dann auf Mischungen umsteigen, definitiv kein Schnaps aus kleinen Gläsern. So kriege ich die Jahreswende in einem einigermaßen Aufnahmebereiten Zustand mit und anschließend kann ich mir den Rest geben. Guter Plan, wenn er denn funktioniert hätte. Der Anfang war wie bei jeder Sylvesterparty ein wenig schleppend, vor allem, wenn man sich dazu entschieden hat am Anfang nicht ganz so schnell stramm zu werden. Die ersten paar Pils liefen aber ohne Probleme rein. Die Auszeit hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Nachdem dann etwas zu essen eingeworfen wurde gings es wieder zurück an die Theke, wo sich in der Zwischenzeit ein paar Leutchen tummelten. Zwischendurch habe ich den gehbehinderten Kai noch am Tisch besucht und die Mädels bei komischen Spielen, die irgendwas mit einem Kartenspiel und auf einander drauf setzen zu tun hatten. Hört sich nach einem wunderbaren Plot für einen einschlägigen Film an. Irgendwann dachte ich mir, das ich mich ja mal zu Hüfte setzen könnte und hören was sie so macht. Ganz großer Fehler. Nicht das zu Hüfte setzen,aber in den Einzugskreis der Mädels zu gehen. Kaum habe ich Position neben Hüfte bezogen, wurde ich dazu genötigt Tequila zu trinken. Vor allem Doro hat mich quasi dazu gezwungen. Jeder der mich kennt, weiß wie schwer das ist. Dazu kam dann noch Ramona, die zu dem Zeitpunkt definitiv Sallstrammste war. Aber auch das sollte sich noch ändern. Also gings los mit Tequila, Roten, Löwentor und nochmal Tequila. Kathrin hielt sich ein wenig im Hintergrund, aber die Arme mußte ja auch am nächsten Tag arbeiten. Auch kein Geschenk, mich kotzte es ja schon an, das ich am Dienstag schon wieder los mußte. Die Schnäpse haben mich dann Promille-mäßig eindeutig nach vorne gebracht. Und zwar soweit, das ich beinahe den Jahreswechsel verpasst hätte. Doch früh genug konnte ich mich loseisen und meine Zigarre startklar machen. Das hatte ich zumindestens vor. Doch ich bekam keinen Zug drauf. Verdammtes Billigkraut. Nie wieder. Der Jahreswechsel kam und ich kann nun nicht mehr mit Sicherheit sagen wen ich alles Umarmt, geküsst und sonstwelche Sachen gemacht habe. Auf jeden Fall war es nett und sehr herzlich. Da es kein Flaschenbier gab, mußte ich mich also trocken mit den anderen auf den Weg durch das Dorf machen. Wer mich noch von früheren Jahren kennt, der kennt auch meine Halbe-Kiste-Bier-Jacke. Früher, als ich noch jung und verdorben war, begann ich mir um 2330 Uhr sämtliche Taschen mit Bierflaschen voll zustopfen, denn der Weg war lang und trocken. Aber jetzt bin ich ja alt und verdorben, habe aber die Jacke noch. Allerdings passen Biergläser nicht so gut rein, da sie alles naß machen. Nicht das ich das jetzt schon ausprobiert hätte! Durch die Böllerhölle (Der Sturm auf die Normandie war nichts dagegen. Ich glaube an die Wiedergeburt!) ging es dann zu Borchardts in der Bülte, anschließend ging es zu Vollmers und dann in den Natheplan, wo unter anderen auch der Martin und Elke und der Schmierpopel gefeiert haben. Wäre ich man weiter gegangen und hätte nicht angehalten. Oder hätte nur beim Vorüber laufen ein frohes Neues Jahr gewünscht. So blieb ich stehen. Trank zwei Falschen Bier und ließ mir vom Popel ein Glas Havana Club in die Hand drücken. Und es war um mich geschehen. Wie Hänsel folgte ich dem Schmierpopel in das Haus und ließ mich weiter mit Havana aushalten. Glaubt ja nicht, das ich das gerne gemacht habe. Ich habe es geliebt. Fehler war nur, das ich mich auch noch mit an den Tisch gesetzt habe und die anderen weiter gezogen sind. Da saß ich nun und war granatenvoll leicht angetrunken. Havana gabs in rauhen Mengen und das Essen war auch sehr, sehr lecker. Ich kann mich zwar nur an diverse Teigröllchen erinnern, aber die waren ein Genuß. Irgendwie bin ich dann an den Tisch gesetzt worden und wurde plötzlich in Unterhaltungen verstrickt. Was bei raus gekommen ist, kann ich nur noch Bruchstückhaft wiedergeben, aber der Großteil war recht witzig. Elke und ich haben dann abgemacht, das ich dieses Jahr noch heiraten soll, weil sie mal wieder auf einer Hochzeit mit feiern und mit mir tanzen will (Das passt so gar nicht mit meinen Vorsätzen überein!). Warum sie mit mir tanzen will? Vielleicht Suizidgefährdet? Mein Vorschlag war das ich ja ihr Taufkind heiraten könnte (Heißer Feger und ein Jahr älter als ich), aber da wäre wohl nichts zu machen, da sie vergeben wäre. Verdammt, wie ging das Sprichwort? Die Guten sind alle schon vergeben oder schon vergeben? Ein kurzer, einäugiger Blick auf die Uhr (Und ich habe mich schon gefreut, das ich auf einmal zwei Armbanduhren hatte), sagte mir das es Zeit wurde weiter zu reiten. Ab gings zu David und Ellen. Von der anderen Meute war nichts mehr zu sehen. Wer weiß wozu es gut war. Meiner Erinnerung nach war ich nur kurz bei David und Ellen und habe vielleicht ein Bier getrunken. Die Zeiteinheit stimmt wohl, wenn man als lang 24 h annimmt. Allerdings stimmt die Nahrungsaufnahme nicht ganz. Wie mir berichtet wurde, stülpte ich mir mir in der Stunde wo ich da war, ca. fünf Mischungen Cola-Bacardi rein. Aber die verstanden sich prima mit den Havana Club in meinem Magen. Nach kurzen Monologen meinerseits (Hier ist zu sagen, das ich mich an die Antworten nicht mehr erinnern kann, wohl aber noch an Teile meiner Aussagen), ging ich dann auch wieder. Und traf Christian und Sabrina vor der Kirche. Alles Hörensagen, muß nicht so passiert sein. Die meinten das in der MZH nichts mehr los sei. Daraufhin muß ich wohl erwidert haben, das es mir egal sei, so lange es Bier gibt. OK, das hört sich nach mir an. In der MZH war dann wirklich nicht mehr viel los, aber es gab noch Bier. Ich trank mit Morchel noch ein paar und dann wollte Schnitzel zu machen. Verdammt und ich konnte noch ohne Ende weiter trinken. Aber besser es geht jetzt nach Hause, als wenn sich am nächsten Morgen das ganze Dorf wieder den Mund zerreißt. Dafür sorge ich ja eh schon mit meinem Logbuch für. Mach ich aber gerne.

Montag morgen. Mein Handy klingelt und ich muß zum Aufräumen. Ein Traum von einem Montag morgen. Mundgeruch, eine irgendwie abgefahrene Frisur und trotzdem geht’s mir nicht so besonders übel. Nach einem kurzen Klamottencheck, stellte ich fest, das alles naß war. Warum? Egal, erstmal nach Ersatz gucken. Nach ca. 15 Minuten sinnieren fiel mir ein, das es ja auf dem Rückweg geregnet hat. Und das ordentlich. Ich malte mir vorher schon Schreckensszenarien sondergleichen aus. Unter den Favoriten waren ein Sprung von der Nahte-Brücke in den wadentiefen Fluß, Ausrutschen auf nassen, klebrigen Böllerresten auf der Hauptstraße und fallen in eine Pfütze und abgekärchert werden, während ich durch Westerode strukele und dabei die besten Leider von ACDC zum Besten geben. Der letzte war mein Liebling und irgendwie habe ich mir auch gewünscht das er zu traf. Die Anderen hauten sich beim Aufräumen einen rein und ich durfte am nächsten Tag arbeiten. Verdammte Ungerechtigkeit!

Auf ins neue Jahr und zu neuen Saufgelagen Abenteuern! Ich wünsche euch allen nur das Beste und viel Glück und Erfolg im neuen Jahr. Mögen alle eure Träume und Wünsche in Erfüllung gehen!


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