Jubiläen

Das Wochenende der Jubiläen beginnt wie immer an einem Freitag. Fangen wir aber erstmal mit dem kleinen aber sehr heftigen Jubiläum an. Die Bar auf dem Stadtberg wurde 10 Jahre alt. Es war also vor 10 Jahren, da wurde im Kühnschen Keller die Bar eingeweiht. Ein nicht benutzter Kellerraum wurde kurzer Hand umgebaut, damit wir einen Raum zum rumhängen und vor allem zum Tee trinken haben. OK, ich kann ja eh keinen täuschen, natürlich wurde da oben schon früh geballert bis die Schwarte krachte und dann noch ein wenig weiter. Anfangs hieß der Raum noch Jugendraum Stadtberg und etwas später wurde dann die Bar daraus. Ich verbinde sehr nette Abende mit der Bar. Nette Parties und jede Menge Bierkonsum. Früher noch mit Dosenbier und später dann, dank des Dosenpfands, dann mit Flaschenbier. Und Dosenstechen mit halben Literflaschen ist irgendwie nicht dasselbe. Faxe-Dosen wurden ausprobiert , aber schnell wieder abgesetzt, da ein Liter dann doch ein wenig viel war. Gut, der Abend war dann schnell vorüber, aber wer will denn so was. Denke ich 10 Jahre zurück, ist das Einzige was mir einfällt, der Fakt, das ich damals 18 war und schon gut dabei war. Der Checker hatte gerade seine Hochzeit (schon wieder, würden jetzt ein paar Ältere, also ältere als ich) einwerfen und meine damalige, aus der Ferne bewunderte hieß Imke. Schlimme Erinnerungen befallen mich, wenn ich an unser erstes Treffen denke. Aber davon wollen wir hier nicht reden. Bleiben wir bei dem Bar-Jubiläum. Bemi versuchte die Crew wieder einzuladen, die bei der Eröffnung dabei war, was ihm auch gut gelungen war. Bis auf ein paar die einfach vom Erdboden verschluckt waren, sind alle gekommen und die, die später noch dazu stießen waren natürlich auch da. Original waren natürlich nur die, die den Ausweis oder auf der Einweihungsurkunde standen. Dazu gehörte ich. Ich holte also den Doktor ab und wir begaben uns auf den Stadtberg, nicht ahnend, das es ein extrem heftiger Abend werden sollte. Bei dem Betreten, wurde schnell die Begrüßung abgehalten und sogleich die Augen links gewendet, denn dort befand sich die Zapfanlage. Es dauerte dann auch nicht lange, bis das erste kalte Bier sich den Weg in meinen Magen ebnete. Etwas weiter rechts neben der Zapfanlage befand sich dann der Dönerspieß, der schon ahnte das er den Abend nicht überleben würde. Doch um Essen konnte ich mich später noch kümmern. Erstmal ein bischen Bier reinkippen um auf den richtigen Pegel zu kommen. Zwei Bier später kam dann auch der Schöttler an und hatte ein seltsam silbernes Gerät in der Hand. Mein geschultes Auge erkannte darin gleich das Elektroschock-Spiel. Eigentlich total tumb und wird nur dann gespielt, wenn die Hemmschwelle so niedrig gesunken ist, das man eigentlich auch nackt durch die Fußgängerzone rennen und behaupten können man sei der Hauptmann von Köpenick und will jetzt die Fahrscheine kontrollieren. Meistens setzt man sich erst an solch ein Spiel wenn man die Promillezahl erreicht hat, bei der man sich sicher ist, das man a) eh schneller als die Anderen ist, b) noch lange nicht so voll ist wie die Anderen und c) eigentlich der bestaussehenste Kerl auf der ganzen Party ist. Für mich war klar, das ich dieses Gerät nicht anfassen werden, denn auf Herzrhytmusstörungen kann ich noch verzichte, die ruft nämlich Conny immer bei mir hervor (Hahaha, Brüller, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen). Aber lassen wir das Spiel mal außen vor und widmen wir uns dem wesentlichen. Ballern. Zwischenzeitlich genehmigte ich mir das 6 Bier und die Leute drängten schon, das ich nun endlich was essen sollte, denn manche wollten schon zum zweiten Mal los. Gut, drücke ich mir halt ein paar Schweinespäne rein und versuche ein viertel Wagenrad dazu zu essen. Versuch ging schon nach wenigen Bissen schief. Kaum hatte ich den fünften Span auf der Gabel machte sich einer selbstständig und landete auf den Fliesen. Zu dem Zeitpunkt machte ich mir wirklich noch Sorgen um die Reinlichkeit. Komisch auf was man alles achtet, wenn man einigermaßen nüchtern ist. Da ist einem auch noch wichtig, was andere Leute von einem denken. Egal, ich sorgte also dafür das der Span vom Boden verschwand und entschied mich für die Essen-im-Sitzen-Alternative. So konnte eich auch zwischen den Bissen des Wagenrades ein wenig Bier in die Wüste schütten, die durch das Weißbrot in meinem Mund entstand. Das Problem mit dem Pfeifen nach Genuß von Weißbrot ist ja im allgemeinen bekannt, ich hatte Mühe verständliche Worte raus zubekommen. Es konnte gerade noch verstanden, das ich noch Bier benötige. Wurde zwar nicht drauf reagiert, aber ich habe es versucht. Außerdem konnte ich so im Sitzen gut dem Schötti plaudern. Ich meinte gleich zu ihm, das ich das Spiel mit den Elektroschocks definitiv nicht spielen werde, da ich nicht bekloppt bin. Er lachte nur und meinte das ich nachher eh wieder stramm am Tisch sitzen würde und so einen dämlichen Kolben in der Hand halten würde. Verdammt, irgendwo ganz hinten in meinen Gehirnwindungen hörte ich eine kleine Stimme lachen und ich wusste, das Schötti recht hat. Naja, warten wir erstmal ab. Nachdem ich mich dann gestärkt hatte war es mal angebracht der eigentlichen Bar mal einen Besuch abzustatten und abzuchecken, was noch an Alternativ-Getränken vorhanden war. Ach ja ich vergaß zu erwähnen, das die von mir mitgebrachte Flasche Heidegeist aka Die Geißel der Leber war. Totaler Schwachsinn, das ist das gleiche als ob der Todeskandidat die Kugeln mit zum Erschießungskommando bringt. Als ich dann so an der Theke stehe erblicken meine Augen, die Schnapsspenderlatte. Prall gefüllt mit Wodka, Bacardi und Havana Club. Sollte ich, nein lieber nicht. Für Havana ist später immer noch Zeit. Erstmal ruhig beginnen. Aber da habe ich wohl falsch gedacht, denn als ich wieder in dem Raum vor der Bar war, wurde schon die erste Runde Heidegeist ausgeschenkt. Naja, was solls. Rein damit und hoffen, das er heute nicht mehr hervor kommt. Nun habe ich ein wenig die Übersicht über die folgenden Ereignisse verloren, aber ich gebe einfach mal einen Abriß über die Geschehnisse. Also es wurde auf jeden Fall weiter Bier rein gekippt, denn das Faß gab alles. Dann wurden noch diverse Innereien von Brieftaschen umher gezeigt, wo ich gewonnen habe, da ich noch einen Checkpoint Getränke Bon vorweisen konnte. Dafür konnte man früher im Checker ein Getränk im Wert von 5 DM erwerben. In meinem Fall war es jedes Mal ein Hefeweizen. Deswegen ärgere ich mich jedes Mal wenn ich den Getränke Bon sehe, denn da ist mir glatt ein Weizen durch die Lappen gegangen. Dämlicher Mist, warum gibt’s noch keine Zeitmaschine. Dann kam ein Gespräch mit Topper, der Schöttler mitteilte, das seine kleine Tochter schon wichtige Wörter wie Mama, Papa, Ball und Bayern sagen kann. Na dann! Und schon sind wir auch bei der alljährlichen Ansprache von Bemi, den kommissarischen Bar-Vorstand. Den Inhalt der Rede kann ich auf Grund von Gedächtnislücken nicht mehr wieder geben, aber er war gut und Bemi hatte sich ganz fein rausgeputz, diesmal in Schwarz und eine sehr geschmackvolle Krawatte komplettierte das Bild. Irgendwer stellte dann den Antrag, den seit 10 Jahren kommissarischen Vorstand als festen Vorstand zu wählen. Die Wahl bestand dann aus Gröhlen und somit ist Bemi nun ein Offizieller. So langsam folgten dem ersten Heidegeist noch ein paar mehr und ich steig so langsam um auf Havana Club. Gut, da das Faß alle war, bot es sich gerade an. Ich fing langsam an. Einmal unter den Spender drücken reichte für den Anfang. Wenn die Geschmacksnerven erstmal tot sind, kann man durchaus auch mal zwei Mal unter den Spender drücken. Aber soweit waren wir ja noch nicht. Es hat dann doch ganze drei Mischungen gedauert, bis dann die doppelten Havanas rein gewandert sind. Ach was solls, wir sind ja nicht zum Spaß da. Ich weiß gar nicht wann ich die Kontrolle verlor, aber plötzlich fand ich mich an einem Tisch sitzend wieder und ich hatte einen Knüppel vom Elektroschock-Spiel in der Hand. Drei Dinge waren mir klar: a) Ich gewinne hier eh, b) die Anderen sind ja viel strammer als ich und c) ich bin aber definitiv nicht der bestaussehenste Kerl auf der Party. Los gings und die erste Runde ging gleich an mich. Ein häßicher Schmerz bahnte sich den Weg meinen rechten Arm hinauf. Hoffentlich kommt er nicht zum Herzen. Ein kurzer Blick auf die Einstellung, schwach. Glück gehabt. Drei vier Runden später, die ich gut weg kam, setzte sich der Lange dazu und drehte den Regler erst auf stark. Super erste Runde verloren und dermaßen erschreckt, das mir der Drücker aus der Hand fiel. Topper, der auch mitspielte, merkte nichts. Auch wenn er verlor. Hatte der es gut. Nach zwei weiteren Schlägen entschied ich mich, das ich mein Herz noch brauchen würde und hörte auf. Die Lücke die ich hinterließ wurde schnell gefüllt. Haha, ihr ahnungslosen Lämmer. Spielt nicht mit dem Langen und auf höchster Stufe. Ein paar Schreie überzeugten mich davon, das es besser gewesen ist aufzuhören. Zurück an der Theke, füllte ich mir erstmal mein Glas und machte gleich mal ein Foto von Bemi, der sich grazil unter den Spendern räkelte und versuchte den Schnaps gleich, ohne Umweg über das Glas mit Cola, in den Magen zu befördern. Danach folgte eine Foto-Serie von Schötti, wie er diverse Getränke bewertete. Kaffee – Daumen nach unten, Sekt mit den Zähnen aufmachend – Daumen zur Seite, Sekt im 180° Winkel an den Hals (was aber cooler gewesen wäre, wenn es Schnaps gewesen wäre) – Daumen nach oben. Bemi versuchte mittlerweile Musik zu machen, wobei er der vielseitig des Gesichtes danken konnte, denn ein Auge war immer zugekniffen. Das ist aber auch ein verdammt kleiner Bildschrim gewesen. Nun kam ein entscheidender Fehler. Irgendjemand legte das Safri Duo rein. Vorgeschädigt durch eine Safri-Duo-Überdosis bei einer Karnevalsdisco vor Jahren durch Schocker, wusste ich was kommt. Es gibt immer Besoffene, die sich bei dem Lied Flaschen oder ähnliche Schalginstrumente schnappen und dann versuchen zu dem Takt des Liedes mitzutrommlen. Wenn man dann das Lied schon rein macht, dann sollte man wenigstens drauf achten, das alle zerbrechlichen Gegenstände aus der Reichweite sind. Unsere zwei Trommler: Schötti und der Lange. Und sie gaben ihr Bestes und nur ganz wenig ist kaputt gegangen. Der Abend schritt fort und fort und ward die wieder gesehen. So forderte er auch Tribut. Manche gingen nach Hause und manche ließen sich zum schlafen auf die Couch nieder. Diesmal war es Helena, die dann erstmal kkunstgerecht mit leeren Colaflaschen und einer großen, roten Schleife am Hintern dekoriert wurde. Danach wurde die Schleife entfernt und dem Doktor als Schlips umgebunden. Auch ein sehr nettes Bild. Während dann die Schlaftrunkenen in Ruhe gelassen wurde, machte sich der Rest der Anwesenden über die Reste des Dönertiers her. Davon war aber rein gar nichts mehr über, außer ein paar verkrustete Fettreste in der Auffangschale. Das störte den Langen aber nicht und somit wurde erstmal die rote Soße alle gemacht, direkt mit der Soßenkelle aus dem Topf. Anschließend das Tzaziki, mit der gleichen Handbwegeung. Und jetzt wurde es kriminell. Die Krustenreste in der Auffangschale mußten natürlich auch dran glauben. Das Foto was ich dabei geschossen habe, sieht allerdings sehr grazil und gekonnt aus. Man könnte denken der Lange ist geborenen Schwertschlucker. Dann trank der Schötti noch den Kotzo direkt aus der Flasche und schon war das Taxi da. Und dann war ich irgendwie um 0530 Uhr zu Hause. Ich versuchte noch mit Schnitzel und Porno zu telefonieren, aber die ignorierten mich einfach. Hatten ja auch einen harten Abend hinter sich, wie man mir erzählt hat. Es soll wohl einige Zwischenfälle bei McDonalds gegeben haben und Schnapsleichen wurden bei Walters im Flur gefunden. Ein Fall für CSI: Westerode.

Samstag und ich hatte frei. Keine Verpflichtungen, nichts, nur rumpimmlen. Was ich dann auch gemacht habe. Um mich mental auf den Abend vorzubereiten. Denn da stand das nächste Jubiläum an. Der Friede ist vergangene Woche 40 geworden und will ab jetzt immer mit Herr Friedrich angeredet werden und er hat eine Party geschmissen. Eigentlich hätte es ein netter Abend werden können, aber als ich dann hörte wen er noch alles eingeladen hat, wusste ich das es wieder in einem Besäufnis enden würde. Zunächst hatte ich mich total in der Zeit vertan. Ich war der Meinung, das es um 1930 Uhr losgehen würde, aber Steini klärte mich früh genug auf, das es schon um 1830 uhr lsogehen würde. Klasse. Es war 1700 Uhr und ich hatte noch nichts für das Geschenk vorbereitet. Ist aber alles schief gegangen und ich war pünktlich um 1830 Uhr beim Treffpunkt und bin dann mit dem Ferrari-Club runter gegangen. Die schenkten nämlich einen Auftritt vom Spielmannszug. Nachdem dann das Platzkonzert, welches ungefähr die gleiche Lautstärke wie ein Nebelhorn zwei Zentimeter neben dem Ohr hatte, vorbei war, konnte ich meine Leber wieder an das Bier gewöhnen. Und diesmal sollte es auch beim Bier bleiben. Aber was rede, ich mußte da gar nichts gewöhnen, die Leber war so ausgetrocknet, die nahm jeden Tropfen mit Dankbarkeit auf. So kamen denn mehre Träger mit Bier und die durften ja nicht schlecht werden oder abstehen. Also alles rein in den Mischer. Da man aber nicht zu sehr abstürzen wollte, kam dann das obligatorische Buffet. Die Schlange ging dann glücklicherweise an der Theke vorbei und somit wurde man auch unterwegs mit köstlichen, kalten Getränken versorgt. Erste Station Känguru Gulasch. Hmmm, man muß ja alles mal probieren und ich kann mich dunkel erinnern, das es so was schon bei der Hochzeit gab. Und eins wusste ich noch, das ich nicht mehr als eine Portion davon essen konnte. Egal, drauf auf den Teller (jetzt fragen sich einige wieder wie man so was niedliches wie ein Känguru essen kann. Ganz einfach, mit Soße und ein paar Nudeln), dann auf der Nachbarschaft noch schnell Sahneschnitzel aufgeladen und die Reihe rückt vor zum Bohnentopf. Klasse. Der Teller war voll und wenn ich jetzt die Nudeln zurück tue sieht das auch wieder schlecht aus. Naja, dann wurde halt der zweite Gang zum Muß. Aber Pustekuchen, der zweite Gang ging nicht mehr, da es ein wenig viel war und ich noch einige Verdauungsprobleme vom Vorabend hatte. Aber wer weiß wozu es gut war. Morgen hätte ich dann wieder diverse Probleme mit dem Darm gehabt. Zusätzlich zu den schon vorhandenen. Frisch gestärkt kam dann auch schon die Reihe an den Löwentor, aber ohne mich. Zuerst folgte dem Beuteltier Gulasch ein Sahnelikör. Ja, ich weiß, ich bin ekelig. Aber da man so was ja nicht im Raum stehen lassen kann wurde ich genötigt, dann noch einen Löwentor zu trinken. Und der Erste und Einzige hat auch vollkommen gereicht. Um mich vor einer weiteren Runde Schnaps zu retten begab ich mich denn an die Theke um eine Runde Bier zu organisieren. Als hätte das Schicksal auf mich gewartet, bestellte ein andere Gast gerade einen Havana Club Cola. Sämtliche Alarmglocken gingen in meinem Kopf an. Hatte er gerade Havana bestellt? Also kurz an der Theke verweilen um sicher zu sein. Dann zauberte der Schnitzel aus dem Kühlschrank eine wunderbare, dunkle Flasche Havana Club 7 Jahre alt hervor. Es schepperte ein wenig als meine Kinnlade mit dem Edelstahl der Theke kollidierte. Nachdem ich dann die Sabberspuren unauffällig entfernt habe, hörte ich mich einen Havana Club Cola bestellen. Normalerweise darf man so etwas edles wie 7 Jahre alten Havana nicht mit Cola mixen, aber pur war mir zu dem Zeitpunkt noch ein wenig hart. Also änderte ich die Bestellung kurz um und sagte, das die Cola nur kurz dem Rum gezeigt werden soll. Reicht auch. Das Bier habe ich natürlich trotzdem mitgenommen, denn es war für mich noch zu früh um Mischungen zu trinken. Zurück am Tisch, wurden die Augen groß und ich wusste das ich einen Fehler machte, als ich von dem edlen Tropfen berichtete. Wie Pilze schossen plötzlich neben mir überall Havana Club Cola Gläser aus dem Boden. Verdammt, wenn die jetzt schon alles wegpumpen, dann bleibt nachher nicht mehr viel über. Aber die Furcht vor dem Absturz bewahrte mich davor zu früh umzusteigen. Also gings weiter mit Bier und an die Theke. Wenn es dann soweit ist, dann ist es meistens schon zu spät. Ich erwähnte ja mal die Thekenanziehungskraft, bei Glöckners, respektive Fickmaschine, Geburtstag. Ja, auch hier wieder in typischer Fall davon. An der Theke traf man dann die üblichen Verdächtigen. Doch vorher wurde noch über unbekannte (weibliche) Gäste gerätselt, die in einer Runde in Thekennähe rumstanden. Eine kam mir irgendwie bekannt vor. Das ist das schlimmste Gefühl, kurz nachdem man sich einen Fingernagel bis zum Nagelbett abgerissen hat. Gesichter von Menschen, die man schon mal gesehen und man weiß man kennt sie und man kommt einfach nicht auf den Namen oder wann man sie kennen gelernt hat. Nachdem ich dann tief in meinen Erinnerungen gewühlt habe (die die mir der Außerirdische noch nicht entzogen hat), fiel so ganz langsam, wie in Zeitlupe, der Groschen. Eine Bedienung aus der Werkstatt. So mit Beinen sieht sie ganz anders aus. Aber nun heißt es Obacht, nicht das ich wieder irgendwas wegen Conny fallen lasse. Ist man erstmal an der Theke angekommen ist alle Hoffnung, das man ohne Probleme aus der Affäre herauskommt vorbei. Keine Chance und es werden keine Gefangenen gemacht. Zunächst ging es harmlos mit Bier weiter. Nebenbei wurde dann der Glöckner, der gerade mit seinen ehemaligen Schulkollegen und deren Freundinnen an einem Tisch stand, begrüßt. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, seinen neuen Kampfnamen, Fickmaschine, zu benutzen, welches bei den Damen große Augen und eine gewisse Neugier hervor zauberte. Glöckner bedankte sich mit einem schelmischen Grinsen, was eine gewisse Dankbarkeit nicht verstecken konnte. Aber so was mache ich doch gerne. An den Gesichtern, der Frauen konnte man erkenne, das sie nun mehr wissen wollten. Und wie sollte es auch anders sein, drehe ich mich um und sehe plötzlich neben dem Schmierpopel. Verdammt, ich dachte ich könne ein Zusammentreffen vermeiden. Nachdem dann die obligatorischen Beschimpfungen ausgetauscht wurden, tranken wir dann ein bis drei Liter Bier und beobachteten die anderen beim Versuch zu tanzen. Ha, jetzt hätte ich ja beinahe etwas wichtiges vergessen. Pornos Eltern waren auch da und wenn man dann so an der Theke steht, kommt man natürlich ins Gespräch und wir haben erstmal Pornos Eskapaden der letzten Wochen analysiert. Sein Vater hat da ja gar nicht gegen, denn er war nach eigenen Aussagen früher genauso. Doch seine Mutter hat den besten Spruch von allen gebracht. Sie meinte nur, das bei der Tochter das so nicht abgehen würde, da würden die Beiden besser drauf aufpassen. Bei Porno ist ja eh schon alles zu spät. Ich muß zugeben, ein wissendes Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Nächster Gesprächspartner war Schacko, den ich vorher schon an einem Tisch mit Ollibert und Torte getroffen habe. Dort habe ich mich aber schnell wieder verabschiedet, weil ich gesehen habe, das der Löwentorkonsum auf Hochtouren lief. An der Theke kann man auch viel besser reden und dem Löwentor ausweichen. Dann traf ich auf Friedes Schwiegermutter und ihre Bekannte. Die dann hinterrücks erstmal mein Alter erfragten und nebenbei dann fallen ließen, das die Tochter der Bekannten auch 28 Jahre ist und gar keinen Freund. Sofort wurden sämtliche Alarme gezogen und mein Hirn lief auf Hochtouren um aus dieser Verkupplungsaktion wieder raus zukommen. Im Endeffekt bin ich nicht raus gekommen, sondern habe gesagt, das es Schade wäre, das sie nicht da wäre und das sie doch das nächste Mal mitkommen sollte. Irgendwie ist mein Gehirn sehr unkreativ, wenn ich eine Menge Bier getrunken habe. Im Nachhinein erzählte mir Friede, das die Tochter wohl ein ziemliches Gerät ist und auch nicht dumm, sondern Architektin. Naja, das eine muß das andere ja nicht ausschließen, denn Architekten sind das auf dem Bau, was die Designer im Maschinenbau sind. Können keine Kraft ausrechnen, aber wollen mir erzählen in welchen Abmaßen ich meine Maschine unterbringen zu habe. Bin ich froh, das es im Sondermaschinenbau nicht um Design geht. Und kalter Stahl kann auch ganz schön sein. Aber ich schweife ab. Hätte mir Friede diese Infos (Gutaussehend, gut verdienend, nicht dumm) vorher gegeben, dann hätte ich ja das Gespräch in die richtige Richtung lenken können. Aber so wollte ich ja die Katze nicht im Sack kaufen, wenn ich das jetzt mal so unpassend sagen darf. Der Abend fuhr fort und das Bier wurde dann endlich gegen Mischungen ausgetauscht. Doch wie ich feststellen mußte war es zu spät, die gierigen Kehlen meiner Mittrinker hatten dem Havana Club den Garaus gemacht. Widerlich wenn Leute so viel trinken. Also bemühte ich mich um Ersatz, aber es gab so recht keinen. Der Chantre, schmeckte dann doch wie ein Fausschlag ins Gesicht. Was solls, hauptsache macht doof im Kopf. Die Gäste wurden auch immer weniger und der harte Kern blieb. Wie sollte es auch anders sein, waren der Glöckner, Schmierpopel und Möller darunter. Da Glöckner schon früh die Krone des Strammsackkönigs bekam wurde sich wieder auf nicht erfüllbare Wetten eingelassen. So wurde also gewettet, das Möller und Glöckner jeder die Bülterunde in 19 Minuten laufen sollen. Wetteinsatz war Schmieris Portemonnaie. Eigentlich habe ich ja erwartet, das nur ein Hosenknopf drin wäre, aber der Inhalt bestärkte mich in meinem Glauben, das die Werkstatt sehr gut laufen muß. Aber wer auch 20 Mal im Jahr in den Urlaub fliegen kann. Da alle stramm waren wurden Unterschriften schnell eingeholt. Der Wettschein wurde dann übrigens von Kalle Steinmetz eingesackt, der ihn mit ziemlicher Sicherheit irgendwann, wenn keiner mehr mit rechnet wieder hervorholt und unverschämt damit winkt. Doch auch für den harten Kern wurde es Zeit den Heimweg anzutreten. Irgendjemand leichtsinniges ließ dann das Wort Werkstatt fallen und schon war Schmieri heiß. Aber leider hat sich alles wieder zerschlagen und ich ging nach Hause. Kurz noch mit Steini getextet ob bei Schnatter noch was los wäre, aber dort wurde auch schon ausgefegt. Dann muß ich wohl doch ins Bett, obwohl ja 0430 Uhr doch noch recht früh ist.

Sonntag morgen, die erwarteten Kopfschmerzen bleiben aus. Ich dankte Gott für mein Leben und drehte mich nochmal um, um dann das Mittagessen zu verschlafen.

Dem interessierten Leser könnte vielleicht aufgefallen sein, das ich an keinem Tag in der Werkstatt war. Ich bin so stolz auf mich.

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