Bei Lars

Freitag, ein weiterer beliebter Tag um Versammlungen durchzuführen. Da die närrische Zeit vor der Tür steht, war mal wieder Elferratsversammlung. Unschönerweise wollten die Mannschaft nach dem Training noch eine kleine Besprechung mit Ballern bei Kellner abhalten. Da war ich mal wieder in der Terminfrage. Was von Vorteil war, war das die Elferratsversammlung eine Stunde vor der Fußballversammlung war. Also konnte ich auf beiden Hochzeiten tanzen oder besser gesagt, mir entging kein Bier. Die Versammlung vom Elferrat war wie gewohnt recht lustig, aber man konnte ja auch genug Scheiße labern. Doch die Stunde ging recht fix vorbei und unterm Strich bleib die Erinnerung an vier schnelle Bier und die Mitteilung das ich mich um einen Tusch und um den Narhallamarsch im mp3-Format kümmern wollte. Super, wann hatte ich den da zugestimmt. Das muß bei der letzten Versammlung gewesen sein, wo ich schon hacke war als es los ging. Aber das Internet war auf meiner Seite. Dort in den weiten des worldwideweb gibt’s bestimmt so was wie einen Tusch als mp3. Um es gleich mal vorweg zunehmen. Die Suche stellt sich schwerer raus als man denkt. So bescheuert es klingen mag. Es gibt keinen Tusch. Weder als mp3 noch als wav. Hallo, gibt’s da keine Karnevalsfreunde im Netz oder sind die immer zu stramm irgendwas online zu stellen. Aber ich habe es doch hin bekommen, jedenfalls zu 50%, nun wird sich zeigen, ob das reicht. Aber wo war ich, ach ja, ab gings zu Kellner, mit dem Thomas Bee, denn da war ja Mannschafts- ähh Besprechung. Als ich die Gasstätte bei Kellner betrat, orderte ich gleich bei Thomas erstmal ein Bier ist ja auch besser, damit gleich munter in die Runde einsteigen kann. Und die erste Bestellung wurde gleich erstmal auf eine Runde für die ganze Meute erweitert. Glücklicherweise trank ja jeder auf seinen eigenen Deckel, sonst hätte der Spaß schnell sehr teuer werden könne. Aber so trank jeder für sich selbst. Da ich schon eine gute Schlagzahl in der Mehrzweckhalle vorgelegt habe, lief das Bier nur noch rein. Leider war es Königs Pilsener und ich wusste schon das ich von hämmernden Kopfschmerzen am nächsten Morgen gepeinigt werden würde. Ein kleines Opfer gegenüber die Freude des Trinkens. Während die anderen sich was zu essen bestellten, fuhr ich mir noch ein paar Pils mehr rein, denn das bischen was ich esse kann ich mir auch als flüssige Nahrung zuführen. Man darf nicht den Nährwert von einem guten Pils unterschätzen. Nicht umsonst heißt es „Sieben Bier sind auch ein Schnitzel!“ Meisten trinke ich dann acht, denn man will ja zum Schnitzel noch ein leckeres Getränk haben. Nachdem dann bei Kellner über mehr oder minder interessante Themen diskutiert wurde, wurden die ersten Rufe nach der Werkstatt laut. Aber nicht von mir, denn ich habe noch böse Erinnerungen an den vergangenen Freitag. Es waren zwar nicht meine eigenen Erinnerungen und die Hälfte davon stimmt eh nicht, da ja bei jedem Erzählen nochmal ordentlich Gerüchte mit drauf gepackt werden, doch das was ich hörte sollte eigentlich schon ausreichen, die Werkstatt erstmal zu meiden. Da aber der Gerstensaft seine ersten Wirkungen entfaltete (die Zunge wurde langsamer und die Worte schwerer in der Artikulation) vernahm ich plötzlich aus meinem Mund, das ich noch hinfahre. Da haben dann auch keine Informations-SMS von Schnitzel ihr Werk zu getan. Er meinte nämlich mich informieren zu  müssen, das Conny bedient. Das Taxi wurde bestellt und im gleichen Zug noch zwei Runden Bier. Haha, wir werden ja sehen wer schneller ist. Machen wir es kurz, die Angst am Ende in der Werkstatt wieder nüchtern zu sein, wenn man nicht auf der Stelle zwei Bier auf Ex kippt hat nicht ausgereicht, die zwei Pilse rechtzeitig zu vernichten. Also wurde der Taxifahrer mit Belanglosigkeiten hingehalten. Ankunft Werkstatt. Es war nicht so voll wie man es erwartet oder sich gewünscht hat. Aber egal, denn meine entzündeten Augen erblickten schon Schnitzel und Böning an der Theke und vor sich hatten sie provokativ eine Jim Beam Flasche aufgebaut. Aber ohne mich. Kaum kam ich um die Ecke erblickte ich den Porno, der schon wieder leicht grinsend auf einem Hocker saß und irgendwie mit der Jim Beam Flasche flirtete. War es möglich, haben wir die perfekte Gefährtin für Porno gefunden? Aber sie war immer so schnell alle und er so schnell voll. Gegensätze ziehen sich an, war schon immer so. Und wie mir Schnitzel schon schrieb, stand die Conny hinter der Theke und brachte mir mein erstes Bier. Ich sagte erstmal nur Hallo, denn ich wusste ja nicht was am letzten Freitag so abgelaufen war. Aber ich bin mir fast sicher, das ich sie den Abend nicht mehr gesehen habe. Wenn nur das Wörtchen „fast“ nicht wäre. Aber sie lächelte und sprach mit mir, das waren schon mal gute Zeichen. Und so nahm der Abend dann seinen Lauf. Nach ca. 3 Bier im normalen Tempo getrunken traten Kathrin und Heike auf. Die wurden dann meinerseits über einen junge Dame aus Fuhrbach ausgefragt und warum sie was gegen sie hätten. Daran kann ich mich jedenfalls noch erinnern, die Antwort wurde von meinem Gehirn gelöscht, weil sie wahrscheinlich nicht in mein Such-Schema passten. Ich frage sie einfach beim nächsten Mal wieder, nüchtern werde ich dann wohl nicht sein, aber wenn ich es dann zum dritten Mal höre bleiben eventuell gewisse Grundinformationen hängen, die vom Datensicherungsprogramm gerettet werden können. Obwohl das an einem Samstag morgen immer schnell durchgelaufen ist. Tja und irgendwie endet der Abend für mich kurz nach diesem Gespräch, besser gesagt die Erinnerung hört hier auf. Das Bier lief immer schneller rein und ich kann mich noch sehr dunkel daran erinnern, das ich angefangen habe Havana Club Cola zu bestellen. Und das nächste was ich dann wieder weiß ist, das ich mit Porno in einem Taxi nach Hause gefahren bin und wir waren sehr enttäuscht, das es noch keine Brötchen gab. Ich habe aber eher das Gefühl, das die Bäckerleute nur an Leute Brötchen verkaufen die unter 3 Promille auf dem Kessel haben. In der Zeit die fehlt könnte ich locker zum Mars geflogen sein und ein paar schöne Mars-Drinks genommen haben oder mal eben in die Fremdenlegion eingetreten sein, aber ich kann mich an nichts erinnern. Nun stellt sich die Frage, ob ich das auch will?

Samstag kein Wecker nichts. Es wäre zwar Truppmann Ausbildung, aber ich habe mich frühzeitig abgemeldet, da ich noch ein paar Sachen in Esplingerode erledigen mußte. Abends gings dann zu Lars, der hatte nämlich Geburtstag und wollte den so richtig begießen. Klasse, also genau meine Lieblingsbeschäftigung nach Bier trinken. Wir fanden uns also gegen 2000 Uhr in seiner Wohnung ein und ich kam in Begleitung einer Havana Club Flasche, in weiser Voraussicht, sie ein wenig später zu leeren. Doch vor dem Spaß mit dem Club hat der Herr noch ein paar Liter Bier gesetzt, schließlich wollte ich ja den Abend noch ein wenig länger genießen. Hätte ich gleich mit Havana angefangen, dann hätte ich nach der zweiten Flasche den Heimweg antreten müssen. Oder es wäre andersartig wieder mal ausgeartet. Doch ich hatte alles unter Kontrolle. Nach der Ankunft und den üblichen Begrüßungen/Glückwünschen kam dann auch die erste Runde auf den Tisch. Warsteiner. Mein Hirn drückte sofort sämtliche Alarmglocken und wollte mit mitteilen, das beim Genuss von Warsteiner die Kopfschmerz-Garantie auf 80% steigen würde. Die Warnungen ignorierte ich geflissentlich. In einem blitzschnellen Rechenprozess, wog ich die Chancen von Kopfschmerzen zum frühen Absturz bei der Havana Club Alternative ab und entschied mich für die Möglichkeit der Kopfschmerzen. Etwas gewagt, aber somit konnte ich später umsteigen und könnte eventuell den Havana Konsum noch ein wenig regulieren. Ehe ich mich versah war die erste Flasche auch schon leer. Verdammt, ich hatte meine Hand-Mund-Koordination schon wieder nicht unter Kontrolle. Lars bot sogleich an ein paar Bockriemen zu vertilgen, die er oder besser gesagt Steffi in der Küche präpariert hat. Ich lehnte erstmal ab und gab vor von Bockwürsten immer so schnell voll zu werden. Allerdings tat ich mich an den Bieren die dekorativ auf dem Glastisch aufgebaut waren gütlich. Zum Glück riß der Versorgungsstrom vom Balkon nicht ab. Fünf Bier später schoßen meinem Gehirn die ersten Gedanken durch den Kopf, ob es nicht besser wäre, schon mal auf Havana Club umzusteigen. Ich hielt ein kurzes Zwiegespräch mit meiner Leber und bleib vorerst auf dem Bier Trip. Das Schlimme war nur, das schon ein paar andere sich die ersten Mischungen Havana rein pfiffen. Der Geruch der einem da in die Nase wehte war einfach göttlich und es stand fest, das ich später dann doch umsteigen werden. Ich wollte ja eigentlich mal wieder einen Abend mit reinem Bierkonsum verbringen, aber den habe ich jetzt erstmal auf eine unbestimmte Weihnachtsfeier verschoben. Während also noch ein Bier den Weg in meinen Magen fanden tauschte man muntere Geschichten aus. Und vor allem wurden wieder mal die alten Bundeswehr-Stories ausgegraben. Gerade mit Manuel, der mit mir in Osterode war machte es Spaß in alten Zeiten zu schwelgen und so Kracher wie die Schulterklappengeschichte oder, auch immer gerne genommen, die Ich-habe-hier-heiße-Ware-Story zum Besten zu geben. Die Uhr zeigte nun schon fortgeschrittenen Stunde, ich vermute mal es war so gegen 2300 Uhr als mich der teuflische Schöttler in die Küche lockte und mir mein gerade geleertes Bier aus der Hand riß und schneller als der Blitz selbiges mit einer Mischung getauscht hat. Da meine Lebensauffassung nicht mehr die Beste war, realisierte ich nicht sofort das ich kein Bier in der Hand hielt. Die normale Motorik funktionierte allerdings wie gewohnt und das Glas wurde gekonnt zum Mund geführt. Als dann die ersten tropfen Havana Club meine Lippen berührten war es zu spät. Der Teufelskreis begann sich zu schließen. Nachdem ich diesen göttlichen Nektar zu mir genommen habe, gab es kein zurück mehr. Alles andere wäre ein blasphemischer Versuch gewesen. Mein Schicksal war besiegelt und ich widmete mich dem Havana. Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, das vorher schon ein paar Schnäpse den Weg in meinem Magen gefunden haben. Anfänglich war es noch Ouzo, auch bekannt unter dem Namen Kotzo, und als der dann angeblich alle war. Folgte noch ein oder zwei Jägermeister. Als nämlich mein Glas mit Jägermeister voll war, kam Lars mit dem Kotzo um die Ecke und meinte „Hoppala, da war ja doch noch Ouzo im Kühlschrank.“ Guter Trick, den muß ich mir merken. Aber wir waren ja beim Havana angelangt und da soll man sich ja nicht beschweren. So alleine in der Küche kommt man schnell mal auf dumme Ideen und es dauerte nicht lange, da befand sich durch einen dummen Zufall das Plüschtierradio von Lars auf der Herdplatte. Ein weiterer dummer Zufall führte nicht näher genannte Hände in die Nähe des Einschalters. Doch das Radio konnte gerettet werden, in dem Rettung durch unangekündigten Besuch nahte (Warum steht den das Radio auf der Herdplatte?“ „Was denn für ein Radio? Ach das, keine Ahnung wer das da hingestellt hat.!“) Letztes Jahr wäre beinahe der Glastisch in 5 Millionen Teile zersprungen und in diesem Jahr hatten Schöttler und dich eigentlich den sündhaft teuren Fernseher auserkoren. Natürlich nur als potenzielles Opfer. Nicht das wir irgendwas mit einem Katapult oder einer großen Schleuder geplant haben. Ich dachte ja auch eigentlich, das ich gar nicht so voll war, aber wenn ich mir so die Fotos angucke, dann habe ich davon doch so einige nicht mitbekommen. Und vor allem sieht es auf manchen so aus als seien Orgien gefeiert worden. Später am Abend wurde dann die ACDC-DVD reingeworfen und der grandiose Sound aus den Boxen genoßen. Ich muß zugeben, das ACDC aus einer Suround-Anlage nochmals um Längen besser klingt. Aber nicht mehr lange und ich darf auch so ein Schmuckstück mein Eigen nennen. Der Abend fuhr also fort und der allzu große Konsum von Mixgetränken machte manche Leute übermütig. Bevor sich also der Lange ins Reich der Träume begab wurde ein m&m-Contest gestartet. Wer schaffte es ein m&m seinem Gegenüber in den Mund zu werfen? Man mußten  hierzu anmerken, das bei keinem die Hand-Auge-Koordination noch einwandfrei funktionierte. Somit gingen die ersten 0 Stück irgendwo im Wohnzimmer verloren. Gut, das Lars mitgemacht hat, sonst sähen wir alt aus. Schöttler hatte mal wieder am meisten Glück und versenkte ein m&m in meinem Mund. Was es für eine Sorte war kann ich nicht mehr sagen, denn das Biest nahm den direkten weg am Zäpfchen vorbei in den Magen. Nach dieser wirklich sportiven Einlage wurde bei manchen die Augen einfach schwer und sie schliefen ein. Man gut, das Lars ein recht großes Sofa hat denn so konnte man einfach nach hinten umfallen. Die Situation wurde natürlich schamlos ausgenutzt und diverse Fotos (mit und ohne Dekomaterial) wurden geschossen. Herrlich. Irgendwann kam dann aber auch für den harten Kern die Stunde des Aufbruchs. Freiwillig oder unfreiwillig, aber es wurde Zeit. Sehr nette Party und man hatte eine Menge Spaß. So gefällt das.

Zum Glück blieben die Kopfschmerzen aus. Sollte es etwa die exqusite Mischung aus Warsteiner und Havana gewesen sein? Oder doch die zusätzlichen Schnäpse? Das hört sich nach einer langen Testreihe an!

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