Der Tag vor dem Tag der deutschen Einheit

Auch „Der Tag an dem die Klapse Wandertag hat“ genannt. Dabei ist das nicht nur der Tag vor dem „Tag der deutschen Einheit“ sondern jeder Tag vor diversen Feiertagen. Will man wissen, was einen in der Hölle erwartet, so sollte man an einem Tag vor einem Feiertag einkaufen gehen. Und sei es auch nur eine Kleinigkeit. Man kehrt als veränderter Mensch wieder und verspricht Gott ein besserer Mensch zu werden, nur um das eben erlebte nicht noch einmal oder gar unendlich oft zu wiederholen. Denn das ist der Tag an dem die ganzen Bekloppten, Verrückten, Bescheuerten und Hammerkranken aus ihren Zellen gelassen werden und auf die Menschheit losgelassen werden. Denn der Tag vor dem Feiertag wird für Einkäufe genutzt, weil die Geschäfte ja ganze 24 h geschlossen haben. Doch der kommende Montag wird ein ganz besonderer Tag. In Fachkreisen der arbeitenden Bevölkerung wird er auch Brückentag genannt. Am Dienstag hat ganz Deutschland frei und somit wird der Montag gleich mit frei genommen um ein schönes langes Wochenende zu haben, was aber darauf hinausläuft, das man einen weiteren Tag hat sich zu betrinken. Ich muß zugeben, soweit gefällt mir das. Doch bleiben wir beim Wesentlichen. Am Tag vorm Feiertag packt 80% der Bevölkerung die Panik. Was passiert wenn auf einmal am 03.Oktober der 3. Weltkrieg ausbricht oder Deutschland spontan Weltmacht wird oder die Erdanziehungskraft immens zunimmt und der Mond droht auf die Erde zu stürzen oder die Erde selber tut sich auf und die Morlocks kommen zum Vorschein und verschleppen die friedlichen Eloi. Da muß man vorbereitet sein und wie ein Wahnsinniger einkaufen. Wehe dem, der an dem selben Tag eine Kleinigkeit besorgen will und frohen Mutes in die nahe Stadt fährt in der Hoffnung, schnell wieder zu Hause zu sein um zu entspannen. Ich gebe dem Menschen mit normalen Nerven, also keine Choleriker oder ehemalige Führer, 2 Minuten, spätestens dann springt eine Sicherung im Kopf aus ihrer Fassung und er wird zum potenziellen Psychopaten. Es beginnt auf dem Parkplatz. Dort hat sich die Nationalmannschaft der Parkweltmeister und der Kunstparker zusammengefunden um ein Park-Battle auszukämpfen. Man sieht die wundersamsten Arten zu Parken. Punkte von den Wertungsrichtern gibt’s aber nur wenn man sich so beschissen hinstellt, das man mindestens zwei Parkplätze belegt oder dort parkt, wo eigentlich gar kein Parkplatz ist. Sonderpunkte gibt es für Behindertenparkplätze. Die absolute Höchstpunktzahl erreicht der, der auf einem derart gefüllten Parkplatz mit einem Kleinwagen zwei Behindertenparkplätze belegt. Zu allem Überfluß laufen auch noch ein paar Spezies die aussehen wie Menschen mitten auf den Fahrspuren, weil sie meinen, nur weil sie für 1 € einen Einkaufswagen gemietet haben, dürften sie mitten auf dem Asphalt fahren. Hupen hilft nichts, da es geflissentlich ignoriert wird. Der Höhepunkt kommt dann wenn die Brocken dann auch noch auf sogenannte Bekannte treffen, denn dann wird einfach ohne Vorwarnung stehen geblieben und sich gegenseitig die neusten Neuigkeiten vorgegrunzt. Die Hemmschwelle für eine Verkehrsunfall mit Personenschaden ist in diesem Moment verdammt niedrig. Hat man dann in fünf Kilometern Entfernung vom Eingang einen Parkplatz gefunden. Macht man sich auf den Weg zum Markt. Total ausgetrocknet, von dem Gewaltmarsch kommt man dann am Eingang an und versucht sich irgendwie durch die schwitzenden Massen durch zukämpfen, die da natürlich wie eine Büffelherde dumpf in der Gegend herumstehen und warten das sie sich daran erinnern was sie machen wollten, falls sie den Supermarkt einmal verlassen sollten. Glücklicherweise braucht man keinen Einkaufswagen, da man ja nur eine Kleinigkeit benötigt. Im Inneren des Supermarktes fühlt man sich dann wie bei der Landung der Allierten in der Normandie. Irgendwie erwartet man schon das Sperrfeuer der deutschen MG-Stellungen. Besser gesagt man wünscht es sich. Hat man sich dann an den ganzen Hammerkranken vorbei gekämpft, teilweise indem man gerufen hat, das es auf der anderen Seite vom Supermarkt Schweinehälften im Sonderangebot gibt, erreicht man den Verkaufsbereich und das Drama beginnt erst richtig. Normalerweise sitzt man hinter eine 5-köpfigen Familie fest und kommt nicht vorbei, weil die nervigen Rangen überall umher springen und alles angrabbeln müssen. Und die Erzeuger der Geißel der Menschheit, wie später sicherlich einmal von ihren Klassenlehrern genannt werden, schaufeln alles was nur geht in den Einkaufwagen rein. 30-Liter-Frostschutz-Spar-Kanister, rein in den Wagen. 5 Pfund Backpulver, abgepackt in kleinen Beutelchen, ab in den zweiten Wagen, den der Alte schiebt. 37 Gläser Zentis Erdbeer Marmelade und ab dafür. 10 geräuchterte Schinken aus Tirol, man könnte ja auf einmal Japs auf Schinken bekommen, auf den Riesenkanister drauf. 78 Packungen Kukident, es könnte ja nach dem vermeintlichen Angriff des Russen keine Gebißreinigertabletten geben und in spätestens 10 Jahren kann man die ja eh gebrauchen. Eine Europalette Trill, man hat zwar keinen Vogel, aber falls man am Feiertag einen geschenkt bekommt hat man wenigstens was zum essen für den Piepmatz und muß ihm kein Schnitzel in den Käfig hängen. Gut das die Ameise gerade rumstand, damit kann man die Europalette super ziehen und da passt ja auch mehr drauf als in so einen gamelligen Einkaufswagen. Weiter geht’s, Fischkonserven, eingelegte Birnen, Edle Tropfen, Maccaroni mit Käse, Staudenweise Bananen, Maggi Fix für Hirschgulasch, Knorr Salatkrönung, 80 Pfund Butter, eine Vorbestellung auf 7 Schweine- und 3 Rinderhälften. Alles Dutzendweise drauf auf die Europlatte und die zwei mitgeführten Einkaufswagen. Und davon gibt’s dann nicht eine Familie, sondern 200, in jedem Supermarkt in ganz Deutschland. Aber man ist ja noch ruhig, auch als einen die Drecksbratzen zum 18ten Mal mir dem dämlichen Wagen in die Hacken gefahren sind. Ist man dann endlich an der Stelle angekommen, wo das Produkt der Wahl stehen sollte, muß man schon großes Glück haben wenn man noch eine letzte verbeulte Verpackung in die Hände bekommt. Überglücklich, noch das bekommen zu haben, was man eigentlich wollte begibt man sich dann zu Kasse. Weit muß man nicht gehen, denn die Schlange zieht sich mittlerweile schon einmal durch den ganzen Laden und egal was man macht, man braucht immer länger als alle anderen. Vor einem stehen nur vollgepackte Wagen, deren Kapazität schon mehr als um das Doppelte überzogen wurde. Man fühlt sich schon ein wenig verloren, wenn man dann mit einer kleinen Packung Klopapier und einer Falsche Havana Club dort steht. Aber nun soll man bloß nicht glauben, das jemand einen vor lässt. Klar, an jedem anderen Tag passiert sowas, da sind nette Menschen unterwegs, die einsehen, das man schon längst bezahlt hat, bevor die gesamte Ware auf dem Förderband verteilt wurde. Aber diese Menschen sind am Tag vor dem Feiertag nicht unterwegs. Das sind dann Momente in denen man sich eine Schrotflinte wünscht und diese auch benutzen würde, wenn man eine zwischen seinen schwitzigen Fingern hätte. Das ist dann auch der Moment wo man das Beten anfängt und zu Gott schwört das man ein besserer Mensch wird, wenn man nur so etwas nie wieder mitmachen muß. Doch man hat es noch nicht  überstanden. Bei den Leuten die an der Kasse vor einem stehen sind grundsätzlich mindestens Zwei dabei, die den Betrag auf den Cent genau bezahlen wollen und ein halbe Stunde in ihren Portemonnaie und diversen Taschen ihrer Jacken und Handtaschen suchen. Das linke Auge fängt schon langsam an zu zucken und das Gehirn entwickelt die kreativsten Methoden einen Menschen zu foltern. Endlich kann man bezahlen und der Weg zum Auto ist nun fast wie Erholung nachdem man die Einkaufhölle überstanden hat. Nun nur noch den Parkplatz des Grauens verlassen ohne den fahrbaren Untersatz zu beschädigen oder gar mit Blut zu besudeln und man hat es geschafft. Ist man erstmal zu Hause packen einen Schockzustände, von dem eben erlebten und man schwört sich beim nächsten Tag vor einem Feiertag zu Hause zu bleiben und zur Not auf den Havana zu verzichten. Aber eine kleine Stimme, ganz hinten im Kopf fängt leise an zu lachen, denn sie sorgt dafür, das man wieder etwas vergessen wird und gezwungen wird die Hölle auf Erden noch einmal zu durchleben. Aber diesmal ist man gewappnet, denn man hat sich einen Merkzettel geschrieben, was man beim nächsten Mal dabei haben sollte: Räumschild für das Auto oder besser gleich für diesen speziellen Tag einen ausrangierten SPz Marder organisieren (wer noch Kontakte zur Bundeswehr hat ist hier im Vorteil), Schrotflinte mit genügend Munition oder altes G3 mit mehreren gefüllten Magazinen (Habe ich die Bundeswehr schon erwähnt?), Splitterhandgranten für größere Feindansammlungen, Klappspaten für den Nahkampf (falls die Mun wieder erwarten ausgehen sollte). Damit sollte dann auch dieser Einkaufstag ohne Probleme zu überstehen sein. Sollte man wegen Amoklauf verhaftet werden pfeift man sich die Flasche Havana Club auf Ex rein und plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Einkaufen!

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