Die Akte ist geschlossen

Ein neues Wochenende steht an und das bedeutet viel Alkohol, viel Ehre. Freitag gings geruhsam los mit dem Geburtstag meiner Mutter. Sollte man zumindestens denken, aber es blieb ja nicht beim Geburtstag. Zuerstmal hatte ich ja noch ein Treffen mit alten Kommilitonen vom Studium, aber der zeitliche Rahmen erlaubte es mir nicht an dem Treffen teilzunehmen. Was mich dann doch sehr geärgert hat, denn ich habe die Vögel seit geraumer Zeit nicht gesehen. Schade, ich wäre gerne hingegangen. Nachdem dann also zu Hause gespeist wurde und schon das dritte Weizen dem kurz vorher getrunkenen Obstler folgte, klingelte mein Telefon und der Sascha war dran. Ich solle mich doch schnellstmöglich ins Zack in Göttingen begeben, denn die anderen Schergen sind schon da und wollen gerne Erfahrungen und Berichte austauschen. Alles bei einer netten Tasse schwarzen Tees. Wers glaubt. Natürlich wollten sie sich ordentlich die Hucke zu hauen und Scheiße labern bis es weh tut. Umso mehr tat es mir dann weh, Sascha und die anderen auf später zu vertrösten, aber ich konnte es nicht mehr verantworten, mit den getrunkenen Getränken ein motorisiertes Fahrzeug zu bewegen. Und den Feuerwehrjockel hatte ich gerade nicht zur Hand. Aber ich konnte mich ja mit noch ein bis zwei Weizen trösten. Schnaps ging dann zum Glück nicht mehr rein. Aber was sollte man mit dem angebrochenen Abend machen. Genau, man sagt dem Felkl Bescheid und geht zur Dankesfeier vom Krombacher-Club. Zwischendurch wird noch der Porno aufgegabelt und man stößt auf die vollste Truppe seit Boßeln vor einem Jahr. Die Krombacher haben sich ordentlich betrunken und bei manchen waren schon leichte Sprachschwierigkeit zu bemerken. Nichtsdestotrotz mußten noch ein paar Bier rein. Andere waren schon beim Wodka-RedBull angekommen. Manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen, warum ich dann immer noch beim Bier bin. Dafür gibt es eine ganze einfache Erklärung mit weiblichen Attributen. Die Conny war Schuld. Nachdem ich letztes Mal eine Abfuhr bekommen habe, die laut Schnitzel keine Abfuhr war, habe ich mir diesmal vorgenommen sie anzusprechen wenn ich nüchtern bin. Kommt vielleicht besser. OK, ganz nüchtern bin ich am Wochenende nur so lange die Sonne scheint und solange ich noch alles weiß und die deutsche Sprache klar und deutlich beherrsche, kann man das schon mal als nüchtern bezeichnen. Nun gut, irgendwann ging es dann in die Werkstatt und der Türsteher (alter Bekannter) begrüßte mich mit den Worten, das Conny schon da sei. Hmm, sollte ich mir Sorgen machen? Auch nicht wegen dem seltsamen Grinsen welches er sich ins Gesicht gezaubert hat? Aber wenn sie da war, dann war ja alles in Butter. Mein Plan nahm langsam Formen und Farben an, die Farben können aber auch von der crazy Discobeleuchtung in der Werkstatt kommen. Und die Werkstatt war gut voll, ob das nun gut oder schlecht war, konnte ich noch nicht so richtig einschätzen. Nun gut, wir suchten uns also einen Platz an der Theke. Conny war im Blickfeld, kurz gewunken und der erste Kontakt war hergestellt. Felkl machte den Vorschlag eine Flasche Havana zu bestellen. Ich sagte, das ich nicht mitmachen würde und sie doch auf die anderen warten sollten, wenn sie eine Flasche haben wollte. Ach ja, der Alex war noch dabei. Das wollten sie aber nicht und wurden bockig. Ende vom Leid , ich habe mich breit schlagen lassen und habe mich an der Flasche beteiligt. Erster Fehler. Ich war ruhig, konzentriere mich und machte mir die ersten beiden sachten Mischungen. Danach fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. Unglücklicherweise war gerade Ansturm hoch drei und sie sagte das sie gleich wieder kommen würde. Zweiter Fehler. Sie kam aber nicht wieder und der Ansturm wurde immer mehr. Und ich überbrückte die Zeit mit mehr Havana Club. Dritter Fehler. Dann war ich auch noch ein alter Sturkopf und sprach sie nicht nochmal an, weil sie eh kein Interesse hatte. Vierter Fehler. Nach dieser Niederlage und derart deprimiert hielt ich mich dann an mehr Havana Club. Fünfter Fehler. Als Christian sie dann später nochmal fragen wollte, war mir alles egal und da sagte sie ihm das ich nicht ihr Typ sei. Zu dem Zeitpunkt war ich aber auch schon weit vorne, was den Alkoholkonsum anging. Damit wäre dann die Akte Conny geschlossen. Ich habe es probiert und es hat nicht geklappt. Man kann mir vorwerfen, das ich es nicht zu sehr probiert habe und die ganzen Fehler des Abends, aber das ändert nichts daran, das ich eine weitere Akte in das „Erledigt“-Regal stellen kann. Was ich nicht verstehe (das mußte ja jetzt kommen) ist, warum sie mir das nicht schon vor einer Woche gesagt hat. Eine Woche der nervlichen Qualen lagen hinter mir. Die Wochenendplanung gingen alle auf die Werkstatt hinaus und ich habe schon mit einem nüchternen Freitag gerechnet, nur um Conny in der Werkstatt zu treffen. Alles für die Katz. Eine Woche voller Tortour wären mir erspart geblieben, wenn die Frau mir von Anfang an reinen Wein eingeschenkt hätte. Wer aber nun denkt, das ich mich in Selbstmitleid weide, der irrt. Das Leben geht weiter und es ist kurz. Dafür habe ich nach dem Tod noch genügend Zeit. Außerdem habe ich das den Abend schon genügend gemacht. Fies wurde es später, als die Cola alle war und wir auf Red Bull zurückgreifen mußte. Das hatte nicht so den Effekt, den man erwartet hat. Der Red Bull neutralisiert komplett den äußerst leckeren Geschmack des Havana und ersetzt ihn mit einem zuckerigen Nachgeschmack der einen an Zuckererbrochenen erinnert. Mmhhh, lecker. Auf dem Heimweg diskutierte ich mit Felkl noch meine Zukunftspläne und weidete mich weiter in Selbstmitleid. Ich weiß, ich sollte eigentlich drüber stehen. Aber die Stimmung war gerade so schön melancholisch, das liebe ich ja und da habe ich dem Christian wohl eine oder drei Kanten ans Knie gelabert. Dafür sind aber Freunde da. Nächster Stop Jugendraum, wo uns ein paar prügelnde Florians, Kais und Günners über den Weg liefen. Irgendwie kamen dann noch Porno und Schnitzel dazu. Ich saß teilnahmslos dem Jugendraum gegenüber und auf der anderen Straßenseite wurde sich gekloppt. Nur zum Spaß wie der eindeutige Tenor war. Tja, Porno legte sich dann einfach mal neben mich in eine Einfahrt. Kai, der das mit einem Auge zuhaltend mitbekommen hatte. Lief rüber und tat so als ob er ihn in die Seite treten wolle. Das ging ca. drei mal gut und dann hat volles Brett getroffen. OK, ich muß zugeben, da habe ich gelacht. Nicht sehr nett, aber es war verdammt lustig. Irgendwie sind wir dann weiter Richtung Heimat gegangen. Dabei hat dann Porno noch einen Ausflug in diverse Gebüsche von Franz Lichtenberg gemacht. Vor Kai Haus wollten wir dann Kai ablaschen, bis und Wolfgang, Kais Vater störte. Irgendwie mußte ich laut gedacht und vorgeschlagen haben, das wir bei Vollmer einen Kaffee trinken könnten. Der erkannte die Gefahr und begann zu laufen. Aber nicht mit uns Schnitzel nahm die Verfolgung auf direktem Weg auf und ich nahm die Abkürzung über den Klingebeutelschen Hof. Fehler. Erstens großes Gatter, das ich mit einer Flugrolle nahm. Das Aufkommen auf der anderen Seite endete in einem Strukeln mit Überschallgeschwindigkeit. Torkelnd erreichte ich den ersten Jägerzaun, den ich auch noch bewältige, doch ich unterschätze die Höhe aus der ich absprang. Mit einer gekonnten Bundeswehrrolle fing ich mich ab. Na gut, ich bin halt hingefallen und nur unter Schmerzen wieder hochgekommen, aber so ähnlich sieht das beim Bund auch aus wenn man voll aufgerödelt und mit Waffe über die Hindernisbahn muß. Diese kleine Verzögerung nutze Florian um die rettenden Haustür aufzuschließen. Glück gehabt. Schnitzel hat die Verfolgung schon weit vorher aufgegeben und somit konnten alle in Ruhe nach Hause gehen. Jetzt kommt aber noch ein kleiner Nachtrag über Porno. Görtler wollte nämlich den Porno mit einer nicht näher genannten jungen Dame verkuppeln. ER hat die zwei Mädels also vollgelabert, das Porno ein ganz lieber ist und so weiter und so fort. Die erste Frage nach dem Namen,ließ Görtler unbeantwortet, die zweite Frage danach welcher es sei wurde so beantwortet: „He Porno, guck mal gut!“ Doch das war bei Porno nicht mehr möglich, denn die Wodka-Fee hatte ihm ein paar schöne Klüsen dorthin gezaubert wo vorher seine Augen waren. Klasse.

Der Samstag wurde von Möbel umräumen in meinem Haus bestimmt. Mein Bruder half dabei die alte Sofagarnitur vor die Tür zu bringe, denn am Montag würde meine neuen Sachen kommen. Ja ich leiste mir auch mal was, was nicht mit Saufen zu tun hat. Nur indirekt, denn das Bier trinken auf dem Sofa macht unheimlich viel Spaß. Abends ging es dann zum Elferratsessen. Normalerweise eine Veranstaltung, an der ich nicht so gerne teilnehme, weil sich viele schon früh verabschieden und der Abend recht früh vorbei ist. Meistens dann so, das alle anderen schon Weg sind oder auch nichts gemacht haben. Dieses Jahr haben wir aber ein paar neue Mitglieder und ich war voller Hoffnung, zumal ja Schnitzel schon gesagt hat, das wir anschließend ordentlich einen drauf machen. Ankunft Löwen. Der erste Satz von Schnitzel war, das er nichts machen würde, weil er zu schlapp war. Enttäuscht wie ich war, tröstet ich meine Tränen an dem nächstbesten Weizen was mir kredenzt wurde. Erstmal abwarten, der Abend hat ja gerade erst angefangen. Gut das Görtler, mit mir Weizen trank, denn dann fiel es nicht so auf. Er und Susanne haben mich freundlicherweise mitgenommen. Das Essen war Klasse. Nicht zu viel und sehr lecker, auch wenn manche die Brokkoli(?)-Kaltschale nicht mochten. Besonders fällt mir hier Patrizia ein, die sich kurz bevor der Teller abgeräumt wurde auf die Toilette verdünnisierte, damit sie keine unangenehmen Fragen seitens der Kellnerin beantworten mußte. DAS Essen war vorüber und die Reihen lichteten sich. Zuerst gingen die, von denen ich erwartet habe, das sie bis zum Schluß durchhalten. Schnitzel, Kai und Wiebke, Patrick und Julia und Florian und Patrizia. Der Weizenzähler auf meinem Deckel (sehr verhängnisvoll, wenn man Strichlisten führt) zeigte vier Hefe an. Ging also noch. Görtler trank mit mir noch ein Abschiedsweizen, denn er mußte auch los und nahm Susanne und Thomas Bee mit. Wheatcounter: 5. Man rückte also zusammen. Anwesende: Morchel, Schmirie mit seiner Frau Anja, Sevenkiller mit Petra, Guido und Nicole und ich. Und weiter gings. Fortgeschrittene Stunde und es wurden Ekelheiten aus alles Welt präsentiert und getrunken. Den Anfang machte ein Averner. Definitiv nicht mein Lieblingsgetränk. Nächste Runde nahm ich dann eine Linie und bleib dabei. Warum nun der Schnaps mit rein mußte konnte keiner so richtig erklären, aber es wurde zum Pflichtprogramm. Der Wheatcounter lief natürlich nebenbei weiter. Bei all den Getränken rief natürlich öfter mal die Sanitären Einrichtungen. Und jedesmal mußte man durch den Frühstücksraum durch, der schon eingedeckt war. Etwas irritiert war ich dann schon als Sevenkiller mit einer Banane vom Klo kam. Sollte er etwa der Bananenscheißer sein. Nein, sie wurde frisch vom Frühstücksbuffett mitgenommen. Wobei es mich auch nicht  gewundert hätte, wenn sie aus Wachs gewesen wäre. Als Schmierpopel dann  mit einer Packung Knäckebrot wieder kam, wunderte mich nichts mehr. Gegen 0200 Uhr wollten wir uns dann auf den Weg machen. Doch vorher kam die Rechnung. Irgendein Unhold hat meinen Wheatcounter auf 10 gestellt. Wen ich den erwische, dann ist aber Achterbahn. Zusätzlich mußte ich noch diverse andere Getränke bezahlen. Den Preis unterschlage ich jetzt hier mal, aber ich kann sagen, das ich einer von denen war, die noch am wenigsten bezahlen mußten. Naja, ich habe ja auch am wenigsten Geld von den ganzen die noch da waren. Komischerweise muß das Navigationssystem des Taxis kaputt sein, denn trotz der Anweisung nach Westerode zu fahren, hielten wir vor der Werkstatt und mußten reingehen. Ich wollte gar nicht. Und es sah auch irgendwie anders aus seit letzter Nacht. Na klar, es waren gar nicht so viel Leute da. Dann macht man sich halt vor ein paar Leutchen zum Horst. DAS Trinken wurde aber nicht weniger. Im Gegenteil. Ich bleib aber bei meinem neuen Plan, mehr Bier als Mischungen zu trinken um nicht immer so vollstramm zu werden. Naja, das war jetzt eh zu spät. Markus war aber die Härte. Er kam rein, setzte sich auf ein Sofa und schlief ein. Großer Fehler. Schmirie knöpfte ihm das Hemd auf und Guido organisierte Lippenstift. Unter anderen auch von einer sehr gut aussehenden, hochgewachsenen Blonden. Aber fragt mich nicht wie sie aussah, ich weiß nur noch das sie hübsch war. Der Lippenstift, den er dann letztendlich von seiner Frau bekommen hatte, wurde dann an Morchels Brust ausprobiert. Schöne Herzen, ein paar Kussmündern. Sah gut aus. Morchel, der absolut schmerzbefreit war, ging in dem Zustand, offenes Hemd, bemalter Oberkörper, dann nochmal aufs Klo und legte sich wieder auf das Sofa. Es wurde später und später und wir mußten dann doch irgendwann nach Hause.

Sonntag morgen, ich kann mich dunkel daran erinnern, das ich Guido eine SMS geschrieben habe, in der ich mich nach einer gewissen, hochgewachsenen Blonden erkundigt habe. Ein späterer Anruf bestätigte das. Verdammt, mit einer habe ich abgeschlossen, da geht es schon wieder von vorne los.

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