Zelten mit der Jugendfeuerwehr

Zuerstmal, auf einer viel zu kleinen Luftmatratze mit einer viel zu dünnen Decke zu schlafen macht nur dann wirklich Spaß, wenn man sich den Abend auch ordentlich zuschütten kann und die Schmerzen im Kopf am nächsten Morgen die Schmerzen im Rücken und anderen Körperteilen um Längen übertreffen. Aber was macht man nicht alles als Jugendfeuerwehrwart um die Kleinen zufrieden zu stellen. Die ganze Aktion ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem des feinen Herren Ortsbrandmeister und dessen Stellvertreter. Man passte mal wieder einen der seltenen Augenblicke ab in denen ich Alkohol getrunken habe und dann konfrontierte man mich mit dem Vorschlag mal mit der Jugendfeuerwehr zu zelten. Damals hörte sich das ja alles noch gut an, da beide Strategen mitmachen wollten. Aber es kommt ja meistens anders als man denkt. Ich hatte also ein großes Zelt organisiert und wir wollten hinter dem Angelteich in Westerode zelten. Aber der Wettergott hat uns leider einen strich durch die Rechnung gemacht. Unbeständiges Wetter warf seine Schatten voraus und ich entschied kurzer Hand, das wir im Feuerwehrhaus übernachten. Schön wenn man die Macht dazu hat. Aber nur der Schnitzel übernachtete mit, weil der feine Herr Ortsbrandmeister auf Montage mußte und sein Stellvertreter hat sich in sein warmes, kuscheliges Bett zurückgezogen. Ehrlich gesagt hätte ich das auch gerne gemacht, aber ich hatte ja meine Luftmatratze, die für Personen gemacht wurde, die ca. 1,50 m groß waren. In der ersten Nacht sollten wir eh kaum schlafen, da wir eine Nachtwanderung machen wollten. Die Route überlegte ich mir ca. eine Stunde vor dem Start, da mein Zeitmanagement ein kleinen Fehler aufwies, ich hatte die Ausarbeitung der Strecke nicht mit einbezogene. Aber wir sind ja patente Kerle und stricken so was mal eben zusammen. Die Überraschung kam dann, als umgestürzte Bäume auf dem Weg lagen. Aber auch das Hindernis ließ sich überwinden. Hätte ich Flecktarn angehabt und ein G3 in der Hand gehalten, wäre ich beim Bund gewesen. Stockfinstere Nacht, unter Stacheldraht durch über matschige Wiesen. Wie damals als man noch Krieg mit scharfer Mun gespielt hat. Kurz vor Ziel fingen die ersten schon maulen an, wie weit es denn noch wäre. Auftrag erfüllt, die fallen gleich ins Bett und wir haben unsere Ruhe und wenigstens ein wenig Schlaf. Auch hier sollte ich mich irren, denn die Kleinen haben durchaus Durchhaltevermögen. So kamen wir dann erst um 0400 Uhr zu der verdienten Ruhe. 0900 Uhr: wir wurden unsanft geweckt. Die Jugend hatte Hunger. Ich übrigens auch, denn die paar Havana Club vom Vorabend, die sich Schnitzel, Matze und ich noch reingezogen haben halten nicht lange vor. Aber da wir ja alle Fuchs sind (ein buschiger Schwanz reicht da nicht), haben wir am Vorabend gleich klar gemacht, das zwei von den Jugendlichen zum Supermarkt fahren und Frühstück kaufen. Halt, der Vorschlag kam von denen, ich wollte mit dem Feuerwehrbock fahren. Sie bereuten auch den Vorschlag, aber da kann man nichts machen, gesagt ist gesagt. Dann kam Matzes Mutter um die Ecke, die ihn erstmal zusammenfaltete, da er zu Hause nicht Bescheid gesagt hat, das er bei der Feuerwehr schläft. Matze freute sich nur. Nach dem Mittag gings dann zum Mini-Golf. Volk will unterhalten werden. Abends gabs dann Stockbrot und Rühreier und die letzte Nacht stand bevor. Wie sehr wünschte ich mir mein Bett herbei, denn es war nicht nur unbequem auf der Matratze sondern auch noch kalt, da meine Bundeswehrdecke nicht mehr so toll warm hielt wie früher. Oder sollte es an dem fehlenden Alk liegen. Das letzte Zelten lag schon ein paar Jährchen zurück und da hat man sich ordentlich einen reingefenstert. Da hat dann die Kälte oder der harte Boden nichts ausgemacht. Aber so ohne Stoff, merkt man erst die Vorzüge eines Bettes zu schätzen. Nach dem Frühstück wurde dann noch Klar Schiff gemacht, was zu meiner großen Überraschung problemlos klappte. Somit haben sie die Feuertaufe bestanden und im nächsten Jahr können wir das Zeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Stadtgebiet mitmachen. Oh Gott, auf was habe ich mich da eingelassen. Bleibt mir nur mit einem weisen Satz zu schließen: Zelten macht nur Spaß, wenn man genügend Bier dabei hat!

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