Die Zapfe-Party (Eichsfeld-Party)

Das war eins der härtesten Wochenenden seit langem. Dabei sollte es ein ganz gemütliches Wochenende mit Freunden werden. In Esplingerode war die Zapfe-Party und vorher wollten wir bei mir sitzen und Das ein oder andere Pils trinken. Doch es wurde wieder mal sehr hart. Aber, zuerst der Freitag.

Ich kam von der Arbeit und freute mich auf ein nettes Bierchen bei Friede, denn der machte eine Helferparty bei seinen Eltern. Da ich aber immer leicht abgelenkt bin wenn ich die Worte „Bier“ und „umsonst“ höre, habe ich nicht genau hingehört und bin erstmal zur Baustelle getapert. Da war dann keiner und ich bekam es schon mit der Angst. Ist die Party vorbei? Ist Das Bier schon alle? Sind alle nach Hamburg auf die Reeperbahn gefahren? Da hilft nur der Telefonterror. Sekunden später war Gewissheit da. Sie saßen bei Friedes Eltern und ich solle mich beeilen, denn das Essen wird kalt. Essen? Habe ich da wieder was überhört? Verdammt, warum habe ich mir denn zu Hause was gemacht? Naja, dann gebe ich halt mehr Gas beim Pils. Als ich dann bei Friede auf den Hof kam, war schon ordentlich was los, denn die Party ging schon mal um 1800 Uhr los. Da ich aber noch eine Menge auf der Arbeit zu tun hatte, ging es bei mir nicht früher. Außerdem wäre ich dann ja noch früher zu Hause gewesen, wenn ich früher mit dem Bier angefangen hätte. Der einzige Platz der frei war war gegenüber von Ollibert und neben Friedes Vater. Sollt eich es wagen. Allerdings stand in leuchtenden und warnenden Buchstaben „Hier muß man Schnaps trinken!“ über dem Platz. Ach egal, ich kann ja nein sagen. Ja genau, als wenn ich solche Worte kennen würde, wenn es um einen Verdauungsschnaps gehen würde. Aber lassen wir es erstmal langsam angehen, ich muß ja den Schnaps nicht erwähnen. Vielleicht bleibt er dann ja in der Flasche. Erstmal zwei Krombacher in den Schlund, damit man so langsam auf Betriebstemperatur kommt. Dann kam auch schon der Friede und meinte er hätte ein Fäßchen Hefe in der Truhe stehen. Wie kann man nur so gemein sein. Was sollte ich auf eine solche Informationen antworten. „Nein, ich bleibe beim Bier und gehe eh bald nach Hause.“ Also wurden dann zwei bis drei wundervolle Hefe kredenzt und die schmeckten sowas von gut. Als ich Das zweite Hefe gerade in Arbeit hatte fielen die gefürchteten Worte: „Jetzt trinken wir zu Verdauung erstmal einen schönen Schnaps!“ Wie zu welcher Verdauung? Ich habe doch nur zwei Bier und anderthalb Hefe bisher getrunken! Das kann ja nicht als Mahlzeit zählen. Ist das denn überhaupt Rechtens? Während ich die Anfrage an meinen Rechtsanwalt zum Prüfen weiterleitete mußte ich zwei Obstler trinken. Hoffentlich die Letzten. Nein, waren es dann nicht. So ging es dann munter weiter, bis immer mehr nach Hause gingen und ich irgendwann an einem anderen Tisch mit Olli, Friede, Ute und noch ein paar anderen saß. Bier und Schnaps liefen nur noch rein. Doch auch das muß mal aufhören und ich begab mich auf den Nachhauseweg. Falsch gedacht. Denn der Schnitzel rief an. Ich soll doch zum Sportplatz runter kommen, denn da feiert Theresa, Jensis Freundin, ihren Geburtstag. Ich wollte aber nach Hause und meinte zu Schnitzel, Das ich nicht mehr könne und morgen für die Zapfe-Party fit sein möchte. Er drohte mir mit Kündigung der Freundschaft und Das er mich aus dem Bett holen würde und damit einer Schubkarre runter fahren wollte. Dermaßen unter Druck stehend habe ich dann mein Gewissen davon überzeugt für ein Bier zum Sportplatz zu gehen. Schön wärs. Als ich unten angekommen bin wollte ich erstmal Theresa gratulieren kam aber nur schwer vorwärts, da mir alle anderen auch noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren wollten. Aber ich kämpfte mich durch, ein paar bleiben auf der Strecke, aber Verluste hat man immer. Tja, am Sportplatz muß ich dann wohl noch ein paar Bier und Mischungen getrunken haben, ordentlich Scheiße gelabert haben und Schnitzel vor einer Prügelei bewahrt haben. Das sind die wenigen Erinnerungen die ich noch habe. Da fällt mir ein, hat schon jemand eine Erinnerung von mir beim galaktischen e-bay ersteigert. Ich hätte dann gerne die von der Party in Göttingen, wo ich den Namen der Dame mit den blonden Strähnen erfahre und ihn mir gemerkt habe. Irgendwann muß ich dann auch zu Hause gewesen sein, denn ich wachte am Samstag in meinem Bett auf. Nein, halt, ich wurde unsanft vom Telefon geweckt. Eine besorgte Nachbarin aus Esplingerode wollte Honig haben. Klar, sowas muß man um 0800 Uhr morgens mitteilen.

Nach dem Schock bin ich dann auch sofort aufgestanden. Allerdings muß ich ohnmächtig geworden sein, denn als ich aus der Dusche kam zeigte der Wecker 1134 Uhr. Eine sinnvolle Tätigkeit werde ich heute eh nicht zustande bringen, aber ich mußte wenigstens noch ein klein wenig Klar Schiff in Esplingerode machen, bevor die Gäste kommen würden. Aber das ist ja erst heute abend. Vorher kann man noch ordentlich abhängen. Was auch durchaus nötig war um für die Zapfe-Party vorbereitet sein. Könnte es etwa möglich sein, das jemand die Zapfe-Party nicht kennt. Mit ziemlicher Sicherheit. Also eine kleine Einführung. Vor Jahren haben sich ein paar Parties im Eichsfeld etabliert die nun jedes Jahr statt finden. Dort bezahlt man einen Festbetrag, der in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen ist. Anfangs waren es mal 10 DM, mittlerweile sind wir bei 15 € angekommen. Aber dafür darf man dann soviel trinken wie man kann / da ist. Hört sich lustig an und das ist es auch. Auf solchen Parties trifft man Land und Leute und sogar Länder ähhh Leute die man längere Zeit nicht gesehen hat. Gefeiert wird grundsätzlich bis die Sonne aufgeht. Denn zu hause kennt man einen ja schon. Normalerweise wäre am Freitag die Hüttenparty in Obernfeld gewesen, aber die ist leider ausgefallen. Diverse Gründe sind mir zu Ohren gekommen, aber um keine Gerüchte in die Welt zu setzten verzichte ich hier mal auf die Aufzählung. Nun gut, um 2000 Uhr kamen dann die ersten Gäste. Und ehe ich mich mich versah war mein Wohnzimmer proppenvoll. Das ist so eine kleine Krankheit von mir, immer mehr Leute einzuladen, als ich überhaupt Platz habe. Aber es ging noch, außerdem wollten wir ja eh bald zur Party. Gesagt getan, kurz angestanden und Scheiße gelabert und drinnen waren wir. Ich glaub eich bin gleich zur Theke durchmarschiert, denn ich war ja immerhin schon ganze 6 Minuten ohne Bier. Als dann die Bierversorgung einigermaßen gesichert war konnte ich mich den Gästen zu wenden. Man mußte ja gucken wer alles so da ist und wen man so alles von früher her kennt. Tja, es waren allerhand und nun kann man sich vorstellen das man nicht einfach so Hallo sagen kann und dann wieder die Biege machen kann. Mit jedem Bekannten müssen mindestens zwei Alkoholische Getränke eingenommen werden. Das ist bei mir so ein ungeschriebenes Gesetz. Der Boxenstop war dann bei der Clique, die einen aber auch nicht vergessen haben, bei der Getränkefrage, was ich sehr nett finde. Man geht kurz zum Pinkeln und trifft dabei irgendwen („Verdammt was liegt hier denn für ein alter Sack auf dem Boden? Oh bist Du ja, ….“ (Name dem Redakteur bekannt)) und schon ist man wieder an der Theke und bestellt irgendein Getränk. Und die Getränke kann man ja nicht einfach umkommen lassen. Klar, es ist alles umsonst, aber trotzdem ist es Bier. In einer kleinen Verschnaufpause kam dann Marcos neue Freundin, Naddel, an und sagte zu mir, das Marco ihr erzählt hat, das ich gerne Tequila trinken würde. Hääää? Wie kommt Marco immer auf so was? Da muß ich wohl ganz kurz unaufmerksam gewesen sein und habe etwas gestammelt was sich wohl wie ein Ja angehört hat und schon war ich wieder an der Theke mit Naddel. Erster Tequila rein. Meine Geschmacksknospen begingen in diesem Moment Selbstmord hatten sie doch noch mit dem Obstler vom Vortag zu kämpfen. Da sie nun hinüber waren bestellte ich mir gleich mal zwei Havana Club, damit ich nicht in drei Sekunden wieder an der Theke stehen würde. Aber das hat Naddel nicht interessiert und bestellte gleich mal die zweite Runde Tequila. Naja, bestellt ist gut. Sie hat sich einfach die Flasche geschnappt und mir einen Doppelten eingeschüttet. Auch der ging rein. Früh genug schaltet diesmal meine Leber die genau wusste, das Tequila nur in bestimmten Mengen bei mir reingeht. Die Leber sendete sofort das Notfallsignal an mein Gehirn und ich antwortete mit einer feigen Ausrede. Es hat aber geholfen. Ich war zurück bei den anderen und um einiges betrunkener. Soll ja nicht von Schaden sein, wie ich mal gehört habe. Als nächstes habe ich dann Wiebke und Adrian getroffen. Auch sehr nett. SO ging es dann den ganzen Abend munter weiter. Man traf Leute und trank. Ein besonderes Highlight war noch der Noxi. Der muß wohl von irgendeiner Fete gekommen sein und war schon leicht volltrunken. Jedenfalls konnte man nicht mehr jeden Satz verstehen den er von sich gab. Das hinderte uns aber nicht daran noch die eine oder andere Mischung in uns reinzukippen. Je früher der Morgen wurde um so weniger wurden die Gäste. Aber ein echter Westeröder hält bis zum bitteren Ende durch. Darf ich den Fotos von meinem Fotoapparat glauben, dann habe ich die letzten Fotos um 0621 Uhr gemacht. Übrigens sehr lustige Fotos. Danach war aber meines Wissens noch lange nicht Schluß. Ich kann mich noch daran erinnern, das der Ingo (der hat nämlich mit mir so lange ausgehalten) Partnertanz gemacht hat und ich vor der Scheune mit ca. drei Mischungen gestanden habe. Und es kam mir alles so vor als würde ich die ganze Szenerie von außen betrachten. Eigentlich deutliche Zeichen dafür, das man so langsam den Heimweg antreten sollte. Dabei hatte ich es gar nicht weit. Aber irgendwas hielt mich noch. Es muß dann so gegen 0700 Uhr oder 0730 Uhr gewesen sein, wo Ingo und ich dann die Segel gestrichen haben. Es hat dann aber auch gereicht. Sehr komische Worte aus meinem Mund. Ingo und ich haben dann auf das Taxi gewartet und als der Ingo dann abgefahren ist, bin ich nach Hause gegangen. Um diese Zeit muß es gewesen, als der Außerirdische gekommen war um meine Erinnerungen zu extrahieren. Ich kann mich nämlich noch daran erinnern, das ich mich vor den Computer gesetzt habe (ein Auge mußte dabei zugehalten werden) um Musik an zumachen. Das nächste was ich weiß, ist das Kai mich auf dem Handy angerufen hat. ER sollte mich abholen zur Feuerwehrübung (schon wieder). Ich hätte ihn um 0600 Uhr angerufen und ihm Bescheid gesagt (Dafür hat er sich dann auch nochmal herzlich bedankt!). Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich nicht mehr die Kontrolle über meinen Körper hatte. Die hatten meine inneren Organe. Das Aufstehen erwies sich aber als Schwierigkeit, da meine Brille verschwunden war. Und ohne Brille bin ich ziemlich aufgeschmissen. Ich sehe nur noch Verschwommen und das ist nun wirklich kein Geschenk. Also hab eich erstmal den Kai rein gelassen (nachdem ich mir eine Hose und ein T-Shirt angezogen habe) und der half mir dann die Brille zu suchen. Allerdings brachte das nichts, denn Kai hat sie nicht gefunden. Dafür aber ich. Sie lag in meinem Arbeitszimmer (ja, sowas habe ich ) auf dem Boden. Wie sie dahin gekommen ist entzieht sich meiner Vorstellungskraft. So ausgerüstet führte ich dann die Übung durch. An Einzelheiten erinnere ich mich jedenfalls nicht mehr. Nur noch das kräftig gelacht wurde. Ich habe es schon nicht leicht!

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