Tutuzki’s Junggesellenabschied

Wochenende Nr. 29, keine besonderen Vorkommnisse. Wer’s glaubt. Die Überschrift sagt glaube ich alles. Doch fangen wir erstmal mit dem Freitag an, denn der läutete das Wochenende ein. Mit Arbeit. Der Friede hat angerufen und gefragt ob ich am Freitag nochmal für zwei Stunden mit helfen könnte, da er ja auf Grund des Junggesellenabschiedes am Samstag nichts machen könnte. Er lockte mich mit leichter Arbeit, wie Ziegel auf das Dach fahren und was durfte ich dann machen. Steinharten Boden ausschachten. Erst sollte ich die Baugrube erweitern. Warum? Das wurde mir nicht gesagt. Doch dann überlegte sich der gute Friede, das die Arbeit ja viel zu einfach wäre. Also was anderes gesucht. Genau, der Graben für ein Abflußrohr mußte auch noch gegraben werden. Beton war gegen den knochentrockenen Boden ein Dreck. Aber mit Spitzhacke und Bundeswehrspaten (der unter mysteriösen Umständen, nach einer Geländeübung in Friedes Gelände-Scirocco liegen geblieben ist) ging es ganz gut. Anschließend wurde der Flüssigkeitsverlust mit zwei wunderbaren Hefe-Kaltschalen gelöscht. Als dann der Korn erwähnt wurde, bin ich schnell zu meinem Auto gelaufen und nach Hause gefahren, denn ich wollte ja noch zum Fondue bei Andre und Nadine im Garten. Natürlich war noch kein Fleisch geschnitten, ich mußte sogar froh sein, das ich Fleisch hatte. Da kann man mal sehen wie gestresst ich bin (Wer lacht da?). Da die anderen schon um 1900 Uhr da waren bin ich mit dem Christian hinterher gekommen, denn der war, pflichtbewussterweise, beim Fußballtraining. Aber bis 2030 Uhr hatte ich ja noch ein wenig Zeit. Also erstmal in Ruhe geduscht und das Fleisch geschnitten. Allerdings hatten die zwei Hefe die Geschmacksnerven geweckt und so einfach lassen sie sich dann nicht zufriedenstellen. Wasser geht da schon mal gar nicht. Also, schnell in den Keller und ein leckeres Pils hergekramt. Ein weiteres und es ging ab zum Sportplatz. Das Training war voll im Gange und was macht man während der Wartezeit? Man könnte zum Beispiel ein gekühltes Pils trinken oder auch drei. Dementsprechend war ich schon gut drauf als Felkl und ich bei Andre und Nadine aufschlugen. Das Fondue war dann schon vorbei, aber die anderen haben wohl noch auf uns gewartet um den zweiten Gang einzuläuten. Super. Kleine Fleischbrocken werden schön langsam gar. Das kann natürlich in einigen Fällen dauern, aber dafür hat ja der Andre ein leckeres Fäßen Bier bereitgestellt. Besser wäre es allerdings gewesen, wenn ich mir vorher ein oder zwei Weißbrote zugeführt hätte. Nun ja, das kann man nach dem zweiten Glas Bier ja immer noch machen. Irgendwann war dann mein Fleisch auch alle, da der Christian gut mit geholfen hatte und das Faß machte auch nur noch hohle Geräusche. Tja, da denke ich aber mit und konnte dann zu meinen vorher bereitgestellten, gekühlten Weizenbieren greifen. Davon passten aber nur noch zwei Stück rein, da mir dann urplötzlich die Augen zugefallen waren. Warum nur? Ich hatte aber ein paar wache Momente, denn ich mußte ja dann doch noch mein Hefe austrinken. Eigentlich hätte es ja gereicht und man könnte nach Hause gehen und die angefangenen Schläfchen im Bett fortsetzen. Wie langweilig. Also gingen Felkl und ich noch in die Werkstatt, aber auch nur, weil mich der Schnitzel vorher angeschrieben hat, ob wir noch hin kommen würden. Sind wir dann auch. Uhrzeit unbekannt. Beim eintreffen konnte folgendes Gesprächsprotokoll aufgenommen werden: „Havana?“ – „Havana?“ – „Havana!“ – grins „Hallo, Conny!“ Zunge verschluck! – „Eine Falsche Havana Club mit Cola aber ohne die widerlichen Zitronen, bitte.“ Und es ging los. Was los ging kann ich jetzt nicht mehr sagen, da irgendwie alle Erinnerungen aus meinem Gehirn extrahiert wurden. Ich schätze mal irgendein Außerirdischer sammelt Erinnerungen und nimmt nur die von Besoffenen, da bin ich ja prädestiniert für. Bei irgendeinem intergalaktischen e-bay-Server verkloppt er dann meine Erinnerungen für eine große Menge an goldgepressten Latinum. Nun ja, da wohl nichts außergewöhnliches passiert ist (sonst würde ich mich ja dran erinnern), gehe ich jetzt einfach mal von einem Standardabend mit viel Alkohol aus. Ich kann mich aber durchaus noch daran erinnern, das wir die Flasche nicht ganz geschafft haben (der Magen war wohl voll mir Bier) und ich sie mir nach Hause genommen habe.

Samstag, Augen auf. Mein Mund fühlt sich an, als wäre ein Sand-LKW durchgefahren und aus Versehen seine Ladung auf meiner Zunge abgekippt. Und wie sollte es anders sein, ist in genau diesem Moment keine Flasche erlösenden Wassers weit und breit. Was macht man, natürlich steht man nicht auf, sondern dreht sich um und versucht weiter zuschlafen. Aber alles an was man denken kann sind herrliche eisgekühlte Getränke (Ja, manche sind auch aus Bier). Also steht man eine halbe Stunde später auf und ärgert sich, das es erst 0940 Uhr ist. Hätte man nicht eine halbe Stunde später aufwachen können, denn dann hätte ich eh aufstehen müssen. Nun gut, dann konnte ich auch gleich mal abchecken, ob irgendwelche seltsamen Gegenstände den Weg ins Haus gefunden haben, denn man ist nie sicher, ob einem nicht böse Menschen irgendwelche illegalen Sachen in die Taschen stecken. Alles war im grünen Bereich. Doch irgendwie hatte ich im Kopf das da noch eine Falsche Havana Club sein müsste. Nichts zu finden. Erste Panik machte sich breit. Ruhe bewahren, vielleicht hat sie ja der Felkl mitgenommen. Denn kann man ja mal anrufen. Allerdings ist der Versuch den Felkl nach einer solchen Nacht um 0950 Uhr über das Telefon zu erreichen oder gar erkennbare Sätze aus ihm herauszubekommen genauso erfolgreich, wie einem Ameisenbären das Gedicht „Die Glocke“ beizubringen. Wobei die Chancen bei dem Ameisenbären um einiges besser stehen. Da ich eh schon wach war konnte ich mich auch gleich fertig machen. Es gab noch einiges zu tun, bis der Junggesellenabschied startete. Aber ich schaffte es right in time (<- Easy, diese eingestreuten englischen Einwürfe). Ich wollte mich gerade auf den Weg zu Torte machen als ich aus der Haustür stolperte und feststellen mußte das die Sonne heißer ist, als ich sie in Erinnerung hatte. Oder war das der Mond? In meiner großen Verwirrung beging ich beinahe einen großen Fehler. Ich konnte gerade noch verhindern, das ich gegen eine günstig platzierte Havana Club Falsche (ohne Deckel) trat. Ein freundlicher Mensch (wahrscheinlich ich selber) hat sie dort hingestellt. Zwei Fragen drängten sich mir auf. Warum stand die Flasche vor meiner Haustür und wo zum Teufel war der Deckel? Hatte ich etwa auf dem Rückweg genascht. Falls jemand bei intergalactic-ebay meine Erinnerungen ersteigert hat, dann bitte ich um Aufklärung. Nun ja, Torte war leider nicht in der Lage mit zu Tutz zu kommen, jedenfalls nicht zu dem Zeitpunkt, da er mit seinem kleinen Sohn noch Fußball spielen mußte. Also mußte ich alleine und verlassen, nur mit einem Brötchen in der Hand zu den Hölschers gehen. Aber es gibt schlimmeres. Wie zum Beispiel kein Bier beim Start des Junggesellenabschiedes. Aber das wurde schnell organisiert. Genauso wie der ehemalige Junggeselle, der mit einem 500SL abgeholt wurde. OK, ich als Ingenieur finde alles mit Motoren gut. Aber ein Auto was so aussieht und 500 PS hat muß man lieben, egal was man ist. Was für ein Geschoß. Der Spritverbrauch ist jenseits von Gut und Böse, aber wen juckt das. Besonders nicht wenn man so ein Auto fährt. Ich glaube da juckt einen gar nichts mehr. Nach dem 500SL (in schwarz, muß ich mehr sagen?) wurden die fahrbaren Untersätze gewechselt. Von 500PS gings auf 2 PS und einer Kutsche. Die Abgase waren auch nicht so super gefiltert wie beim Mercer, aber es war schön eng und unglaublich warm. Anfangs war das Bier noch kalt und nach dem wir dann großzügig aus unserer Kühltasche Bier verteilt haben, gab es plötzlich nur noch für ausgewählte Herren (das schreibe ich jetzt hier ausdrücklich hin, denn die waren allesamt schon gesetzteren Alters). Aber auch warmes Bier geht die Kehle runter. Auch wenn es einen leichten Fleischbrühebeigeschmack hatte. In Seeburg angekommen überfielen wir den Kiosk am See und konnten unsere gepeinigten Kehlen an gekühltem Bier laben. Nur der Schmierpopel mußte wieder aus der Reihe tanzen und bestellte sich eine schöne fette Curry-Wurst. Er hätte sich auch ein Eisbein bestellt, aber es stand leider nicht auf der Karte. Verrückt! Wir traten also wieder die Rückfahrt an und erreichten Bernshausen. Gefühlte Zeit ca. 20 Minuten. Der Super-GAU trat ein. Es gab nur noch Alster. Haaargh. Zwei wirklich warme Alster später waren wir aber auch schon in Westerode. Ja, ich schäme mich ein bisschen, das ich trotz Abscheu Alster in mich rein gekippt habe. Aber versteht mich bitte, ich war verzweifelt.  In Westerode gab es dann aber wieder einigermaßen gekühltes Bier und was zu grillen. Das war dann aber auch nötig. Wir saßen nett zusammen, kippten Unmengen an Bier in die Schlünde und redeten eine Menge dummes Zeug. Bis dann das unvermeidliche passieren musste. Chief Heavy-Tongue ist angekommen und hat seine Tipis auf dem B-Platz aufgeschlagen. Vorher wurde da noch bei gefühlten 80°C im Schatten Fußball gespielt. Es gibt halt Verrückte und ganz Verrückte. Der erste Pfeil vom Chief war schon keine Warnung mehr, er traf genau ins Ziel. Und das Ziel war mal wieder Friedwart. Kurze Zeit später klatschte der Chief mit dem Sandmann ab, der mit einem großen Caterpillar-LKW ankam und den ganzen Sand direkt in Friedes Augen ab lud. Es wurde also später und später und die 12 Stunden-Marke nährte sich. Doch für viele ist jetzt aber lange noch nicht Schluß. Einige ganz Verrückte mußten noch nach Nesselröden zur Bolzplatzparty fahren. Unmöglich, finde ich sowas. Das Taxi nahm dann Schnatter, Manuel und mich mit nach Nesselröden und das Drama nahm seinen Lauf. Dort angekommen gingen noch ein paar Bier rein. Ja selbst nach all den Bieren passen immer noch ein paar rein. Doch nicht mehr viele um ehrlich zu sein, denn an der Theke lockten diverse Havana Club Flaschen mit ihren Rufen und Reizen. Da habe ich mich natürlich ncht lange bitten lassen. Und die erste Mischung fand den Weg in meinen Rachen. Das es jetzt vorbei war mit Bier trinken dürfte wohl klar sein. Praktischerweise traf man dann noch ein paar alte Bekannte in Nesselröden. Unter anderen die Westeröder Jugend. Doch an tiefergehende Gespräche kann oder will ich mich nicht erinnern. Dann war da noch der Akki. Ausbilderkollege von der Feuerwehr. Da kann ich mich eigentlich nur noch an eine herzige Umarmung und ordentlich Scheiße labern erinnern. Das übliche Programm halt. Weiter geht’s im Programm. Besonders habe ich mich gefreut, die Simone mal wieder zu sehen. Die arbeitet jetzt nämlich weit weg, ergo sieht man sich nicht mehr so häufig. Eike war auch da, mit der ich mich ein wenig unterhalten habe. Und dann natürlich noch der Ingo. Klasse, dann muß ich wenigstens das Taxi alleine nicht bezahlen. Aber, der Ingo war Fuchs und hat sich eine Schlafgelegenheit in Nesselröden besorgt. Verdammt. Aber ich konnte trotzdem gut einen mit ihm trinken. Ach ja, dann waren da noch ein paar ehemaligen Schulkollegen von meinem Bruder, die mich glaube ich irgendwie verkuppeln wollten, aber es hat wohl nicht geklappt. Wie gesagt, die Erinnerungen sind nicht mehr allzu frisch. Nun muß man aber auch dazu sagen, das ich immer noch das T-Shirt vom Junggesellenabschied an hatte. Darauf war ein Bild vom jungen Tutz in Bundeswehrklamotten vor seinem aufgeräumten Spind. Sehr kleidsam und kommt mit ziemlicher Sicherheit bei den Damen sehr gut an. Dazu stelle man sich jetzt einen leicht verklärten Blick und eine ordentliche Fackel vor. Wie immer halt, nur mit einem coolen T-Shirt und nicht solche Lappen wie ich sonst immer an habe. Das war es dann also schon mit dem Abend. Glaubt ihr nicht, na gut, dann sollt ihr alles erfahren. Allerdings kommt hier jetzt ein Einschub. Pause auf dem Rekorder. Bis vor wenigen Tagen dachte ich das wären alle Leute die ich da getroffen habe. Bis dann der Eintrag in mein Gästebuch von thommy kam. Erst war mir einiges unklar, doch dann fiel es mir plötzlich ein. Es war wie solche Flashbacks in Filmen wo kurze Bilder, von schon vergangenen Ereignissen eingeblendet werden. Und dann war mir klar, das ich ja auch noch Thomas van der Grinten getroffen habe und ihm erstmal gesagt habe, wie großartig die Party war (Wir erinnern uns, in Göttingen, vor ein paar Wochen, mit der Unbekannten, blonde Strähnen, gut aussehend und gut gebaut). Plötzlich lief es mir heiß und kalt den rücken runter. Denn im Eintrag erwähnte er das er natürlich weiß von wem ich berichtete und er sogar den Namen und Wohnort kannte. Nun bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihn gefragt habe. Und er hat mir eventuell auch den Namen gesagt. Aber ich wäre ja nicht der Pitsche, wenn ich es nicht wieder versiebt hätte und mich an keinen Namen erinnern kann. Das sind halt so typische Sachen die mir immer passieren. Ende vom Lied, ich weiß den Namen immer noch nicht, aber ich weiß woher sie kommt. Dafür sind die Erinnerungen wieder zurück gekommen und nun denke ich schon wieder seit zwei Tagen darüber nach, wer das ist und woher ich sie kenne. Warum kann der Außerirdische nicht mal die Erinnerung extrahieren. Nein, er nimmt immer die wichtigen. Vielleicht liest ja Thomas die Zeilen und kann mir noch mal auf die Sprünge helfen. Es gibt ja e-mail. :) Aber wo waren wir stehen geblieben. Ach ja, trinken mit Ingo. Nachdem wir uns durch die Havana Vorräte gekämpft haben gingen wir zu irgendwas über. Erinnerungen gibt es nicht. Ich weiß nur das es für mich einen Grund zu trinken gab, den ich hier aber nicht näher erläutern möchte/darf. Zum Schluß erwischte ich mich dann wirklich dabei, das ich Wodka mit Pfirsicheistee getrunken habe. Definitiv nichts zum trinken sondern eher zum Toilette putzen, dann doch lieber Martini Bianco. Dann war alles alle. Ingo war weg und ich mußte nach Hause. Es wurde auch schon langsam hell. Da ich eh voll war, schlecht drauf und einfach mal Bock hatte zu Fuß zu laufen, machte ich mich auf den Weg. Dumme Idee, sehr dumme Idee. Der Weg von Nesselröden nach Westerode zieht sich ganz schön hin. Als ich in der Mühlenstätte angekommen bzw. aufgewacht bin, lag meine Jacke auf einem nahe liegenden Feld und die Sonne konnte man schon am Horizont erkennen. Fragt mich jetzt aber nicht wie meine Jacke auf das Feld gekommen ist. Aber ich erreichte mein Bett.

Sonntag morgen, 1037 Uhr, ein Riesenarsch klingelt Sturm. Ich ignoriere es. Er macht weiter. Ich stehe auf mit Gedanken im Kopf die ich hier aufgrund der Altersbeschränkungen nicht hinschreiben darf. Ich observierte erstmal die Lage ob es nicht irgendwelche Schlägertrupps waren. Nein, es war der Ortsbrandmeister. Da fiel mir noch was ein. Wir hatten ja Übung der Seniorentruppe um 1030 Uhr. Schieße, zu spät. Die Runde Bier ist eh flöten, da kann ich auch gleich dem Drücken in meinem Darm nachgeben und den Brandmeister noch ein wenig schmoren lassen. Da saß ich nun und entspannte mich, als ich einen Schlüssel im Schloß drehen hörte und kurze Zeit später reif der Kai durchs Haus, wo ich wäre. Total perplex reif ich runter das ich auf dem Klo sei und wie er denn rein gekommen sei. Wie sich herausstellte, steckte mein Schlüssel von außen an der Haustür. Super, so kommt man schneller zu einem weiteren Fernseher als man denkt. Wann ich zu Hause war kann ich nun nicht mehr sagen, aber Sonnenaufgang war um 0533 Uhr und es war definitiv später. Bei der Übung hatte ich dann nichts mehr zu lachen. Verständlicherweise, nicht zu recht, aber verständlicherweise.

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