Schützenfest

Oder auf Pfingsten wie es im katholischen Glauben heißt. Aber in Westerode ist da hauptsächlich Schützenfest. Ich kann mich noch dunkel dran erinnern, das ich in der 9. Klasse mal eine Religionsarbeit geschrieben habe und eine Frage war, was an Pfingsten geschieht. Richtig wäre gewesen, das der Heilige Geist in die Jünger Jesus gefahren ist und sie die Botschaft des Herren in Welt raus trugen. Da ich aber damals schon nicht normal war, antwortete ich mit „Schützenfest in Westerode“. Der Lehrer hatte Humor und gab mir volle Punktzahl. In gewisser Weise hatte ich ja recht. :)

Fangen wir mal beim Freitag an. Eigentlich wollte ich ja beim Fähnchen aufhängen mitgehen, aber da ich ja Jugendfeuerwehrwart bin habe ich auch Pflichten und mußte mit zur Delegiertenversammlung. Nicht gerade das schlechteste, denn dort gabs ja auch Bier und im Anschluß noch was leckeres zu essen. Wobei Fähnchen aufhängen wohl die ungezwungenere Veranstaltung gewesen wäre. Man geht halt durch die Straßen und hängt Fähnchen über die Straßen um der ganzen Welt oder zumindestens denen die durch Westerode fahren zu zeigen, das über Pfingsten der Ausnahmezustand über Westerode herrscht und man keine Betrunkenen überfahren sollte. Los geht es bei der Kirche und spätestens bei der achten Fahnenreihe ist man voll, da man fast überall Bier und Schnaps kriegt. Besonders lustig ist es dann wenn man mit 3 Promille die Leiter hoch muß und ein weiterer der ca 4 Promille drin hat die Leiter festhält. Bis jetzt ist aber noch nichts Schlimmes passiert. Aber ich mußte ja zur Delegiertenversammlung. Also Uniform angezogen und ab gings. Die zwei Freigetränke Marken haben bei mir ungefähr 20 Minuten gehalten, danach mußte ich für das Bier löhnen. 90 Cent pro Glas. Wer denkt sich solche bekloppten Preise aus. Trinkgeld gibt’s doch bei solchen Veranstaltungen eh nicht. Man hat sich also Berichte der verschiedensten Arten angehört und nebenbei schön einen geplempert. Allerdings war das Bier eher untere Kategorie. Man mußte also erstmal drei Liter runter würgen und dann waren die Geschmacksnerven betäubt und man merkte nichts mehr. Aber jede Versammlung geht auch mal vorbei und wir konnten von dannen ziehen. Ab ins Feuerwehrhaus und der Stadtbrandmeister gab noch einen aus. Dann ab nach Hause, denn der Orstbrandmeister wollte nicht, das wir mit Uniform ins Schützenhaus zur Disco gehen. Gut, er hatte Recht, aber umziehen ist ja immer so anstrengend. Nachdem dann die leichte Trinkerkluft angelegt wurde gings also ins Schützenhaus. Und wie sollte es anders sein, waren die Fähnchenaufhänger auch da. Voll wie die Granaten. So ist das Richtig. Ich war dann schon ein wenig neidisch. Aber alles herumnörgeln half nichts, es mußten dann Havana Club Cola rein. Ansonsten war es glaube ich ein reiner Thekenabend. Also die richtige Einstimmung für das Schützenfest. Die Theke wird mich mit ziemlicher Sicherheit öfter sehen als ihr lieb ist über Pfingsten. Ansonsten war an dem Abend nicht mehr sehr viel los, glaube ich zumindestens, denn meine Erinnerungen trüben schon ein wenig. Kathrin Schäfer war noch da und hat ihre Freundin Kerstin Burkhardt mitgebracht. Und diese Frau hat wirklich überzeugende Argumente. Ich vermute mal das ich mal wieder der letzte auf der Disco war und das ich alleine nach Hause gegangen war. Zu mindestens ging es mir am Samstag morgen so.
Der Samstag lief nur so an mir vorbei. Sonderlich schlecht ging es mir nach dem Aufstehen nicht. Aber die Sachen die ich machen wollte, habe ich irgendwie nicht hingekriegt, zwecks Zeitmangel. Abends mußte ich dann erstmal Verkehrssicherung bei dem Schützenumzug machen. Die Könige wurden abgeholt und damit niemand die Schützen um fährt passt die Feuerwehr auf. War auch recht einfach, da sich so ziemlich alles auf Nebenstraßen abgespielt hat. Wieder im Schützenhaus lohnte sich das nach Hause gehen auch nicht, da ich ja eh zum Vereinsvergleichsschießen mußte. Natürlich für die Feuerwehr. Das Schießen wurde auf sogenannten Jux-Scheiben gemacht. Gewundene Linien gaben den Unterschied an. Schwarze waren positive Zahlen und die Zwischenräume dann negative Zahlen. Weiterhin gab es einen Joker, dessen Punkte Doppelt zählen. Im letzten Jahr war es Kai, der hat dann tatsächlich -150 geschafft. In diesem Jahr sollte ich dann der Joker sein. Gefragt wurde ich nicht, davon mal abgesehen. Nun ist es so, das jeder Verein ein Startnummer ziehen muß. Normalerweise zieht dann die Feuerwehr immer ein Nummer die man ziemlich zum Ende der Veranstaltung einordnen kann. Das es da mit der Zielgenauigkeit nicht mehr so gegeben ist dürfte Klar sein. Dieses Jahr war es die 12. Zwar besser, aber nicht unbedingt von Vorteil. Die Mannschaft bestand aus Kai, Holger, Schnitzel, Peter M und mir. Die Marken wurden auf den Tisch geschmissen und los ging die Rundentrinkerei. Als wir dann dran waren, haben wir unseren ersten Aufruf glatt verpasst. Dann rein in den Schießstand und drei Schüsse auf die Juxscheibe abgegeben. Ehrlich gesagt sieht man durch das Visier nur noch einen grauen Brei, wenn überhaupt. Es sollte aber dennoch keine Schwierigkeiten bereiten, die Scheibe zu treffen. Peter M hat es trotzdem hingekriegt. 0 von 3 Treffern. Saubere Leistung. Wenn man dann fertig geschossen hat, könnte man eigentlich nach Hause gehen, aber das macht man ja nicht. Man will ja noch gemütlich in der Runde sitzen und ordentlich einen heben. Gesagt getan. Wann der Abend zu Ende war kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch das sich später die eine oder andere Havana Club Mischung in meine Hand verirrt hat.

Sonntag morgen Gottesdienst. Der Schützenverein geht an Pfingsten immer geschlossen in den Gottesdienst. Leider habe ich ein wenig verschlafen und bin zu spät gekommen. Als ich dann hinterher gegangen bin nahm ich die Abkürzung durch die Gasse. Zum Glück, kann ich hier nur sagen, denn bei Gojo war Frühschoppen im Garten. Tja, was soll ich sagen, ich habe dann noch ganzen zwei Minuten vom Gottesdienst mitbekommen, aber schon zwei Bier am Sonntag morgen getrunken. Aber ich war noch da als es zum Kriegerdenkmal ging. Ist ja immerhin etwas. Nachdem das auch erledigt war gings dann zurück zum Schützenhaus. Dort wurde dann der schon traditionelle Frühschoppen eingeläutet. Draußen, am Getränkestand wurden Marken um Marken vernichtet. Und der Frühschoppen artet immer aus. Meistens geht er immer bis 1500 Uhr oder 1530 Uhr, da kommen dann nämlich die Leute die Kaffee trinken wollen und man selber sieht, das es nun Zeit wird den Nachhauseweg anzutreten. In diesem Jahr bin ich aber um 1200 Uhr nach Hause gegangen, denn Familie war angesagt. Und es war auch besser so, den was ich so gehört habe wurde wieder vollstramm bei irgendwelchen Leuten eingekehrt und man kam zu spät zu allem. Abends mußte man aber wieder fit sein, da der Schützenball anstand. Das bekommen die meisten Leute aber auch immer gut hin. Ankunft Schützenhaus, extra früh, damit wir noch einen recht guten Tisch bekommen und die Überraschung war groß. Tischreservierungen waren in der Zwischenzeit mysteriöserweise auf den Tischen gelandet. Auch was ganz neues und bestimmt erst in letzter Minute überlegt, da sie ziemlich krakelig geschrieben wurden. Naja, im nächsten Jahr ist man schlauer. Unser Tisch war dann eher Bescheiden, aber man gesellte sich ja eh früher oder später an die Theke. Vorher kamen aber noch etliche Proklamationen und Ehrungen. Alles Sachen die man dann über sich ergehen lässt, weil es immer genügend Bier gibt. Köppel kam dann auch irgendwann, allerdings ohne Daniela, die lag leider mit gezogenen Weisheitszähnen zu Hause. Schade eigentlich. Und wie es nun mal nicht anders geht landeten wir an der Theke. Dort wurde kräftig weiter getrunken und den Leuten beim Tanzen zugeguckt. Tanzen ist ja grundsätzlich nichts für mich. Rhythmische Bewegungen ohne was zu trinken in der Hand. Aber die Rechnung ging nicht auf. Irgendwann kommen dann die Damen an und fordern einen auf. Verdammt. Da kann man dann ja nicht einfach nein sagen. Den Anfang machte Steini und dann folgten irgendwie alle. Nadine, Ellen, Elke, Hüfte, Diana. Gut das ich extra meine Tanzschuhe angezogen habe. Zur allgemeinen Freude der männlichen Schützen tauchten auch irgendwann Kathrin, Kerstin und Heike auf. Widere Umstände verbieten mir hier näher auf diese Ereignisse einzugehen. Auf jeden Fall freue ich mich ja immer wenn Kathrin kommt. Der Abend ging dann irgendwann auch zu Ende und diverse Schützen bändelten dann noch mit diversen Bedienungen an.

Montag morgen. Mittlerweile der vierte Tag unter Strom und dieser Tag wird meistens der heftigste, denn die Könige werden erst ausgeschossen und dann proklamiert. Doch bevor ich zum Königschuß gehe müssen erstmal zwei bis drei Bier rein, damit die Hand ruhiger wird. Eigentlich ist es Quatsch, aber man soll ja nicht mit Traditionen brechen. Nachher werde ich noch Schützenkönig, wenn ich vorher nichts trinke. Nachdem dann alles erledigt war wartete man auf das Essen und die Proklamationen. Gott sei Dank hatte ich eine 9. Ein zufriedenstellendes Ergebnis. Kein ernstzunehmnder Königsschuß, aber dennoch nicht in die Binsen. Aber wir hatten auch andere Kanditaten an unserem Tisch. Fabian, letztjähriger König, wollte es nicht wieder werden, Vokke, sonst immer eine Fahrkarte und Steini, die war so aufgeregt, das sie zitternd neben mir saß. Ich schob das Zittern jetzt mal auf die Aufregung. Kann natürlich auch an der Tatsache gelegen haben, das sie neben mir sitzen mußte. Aber es ist dann keiner von uns geworden. Besonders gemein, fand ich das sie Steinis Ergebnis vergessen haben vorzulesen, denn sie war gar nicht in der engeren Auswahl gewesen. Aber ein wenig Adrenalin hat noch nie jemanden geschadet. Tja, nachdem dann die ganze Aufregung vorbei war gingen wir dann los um die neuen Könige abzuholen. Früher war es noch ganz lustig, denn da gabs bei jedem König was zu trinken. Mit dem ganzen Stoff, denn man sich vorher schon angetan hat, dauerte es bis zum dritten König und alle waren stramm. Beim letzten König könnte es dann schon mal vorkommen, das einige vom Schützenverein auf der Strecke bzw. beim König blieben und sich opferten um die letzten 10 Bierkisten die schändlicherweise nicht ausgetrunken wurden zu vernichten. Aber nun gibt es nur noch zwei Getränkestationen. Die werden dann natürlich umso sehnsüchtiger erwartet. Anschließend ging es dann ins Schützenhaus zurück und die Könige geben nochmal einen aus. Aber wenn man bedenkt, das nun seit vier Tagen die Grundnahrungsmittel Bier und Schnaps sind. Geht da nicht mehr viel. Aber lustig war es trotzdem noch, auch wenn es früh vorbei war. Und vor allem das Essen war sehr lecker.

Das war dann also Pfingsten und ich bin froh das es vorbei ist. Auch wenn es sich immer sehr lustig anhört kann das Schützenfest sehr anstrengend sein. Ich weiß wovon ich rede.

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